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Автор: Voigt J.
Теги: geschichte preußens heidentum antike und klassische welt geschichte der antike
Год: 1827
Текст
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<(um Untergange« ber ^tn\^aft beS beutf^en iOtbenS,
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Sol^annea S^oigt
Srfler S3anb.
)Die 3<tt be6 «^etbent^um^.
£6nigSbetg/
im Serlage ber ®ebr&bet SSorntviger.
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<(UTn Untergange* ber ^ertf^aft be§ beutfc^n iOtbenS,
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Sol^anncö SJoigt
Srfler S3anb.
)Dte Seit be6 «^etbent^um^.
£6nigSberg/
im SerUge ber ®ebr&bet SSorntriger.
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S$ c c e b e.
^em Satettanbe fe^ biefed SEBert getotbmet ! ^ Q6 ift
eine ^ulb banlenber Siebe ^ >tV i^ lange en,tf(d[)Iof{eii
»ac, i^m eittfl entgegen ju briftgen.
(SS tfl ein fd()6net itnb er^ebenbet @eban(e, bte
Gef^t^te eines Solfed )tt bef^teiben; ^uetfi ju erföi^
\i^n, Toie n)ett bte Spuren feined ^Dafe^nS unb feinet
S^tigfeit auf bem |>e{matlic(^en S3oben in baS Sunfel
ber fti^)tttn BAUn sur&d ge^en, wie ft^ bte erften
jtetme bed ÜRenfc^engeifteS )u einet S3i(bung entwtcfeft
unb bie erften S^^^n unb $&et(><Utni|fe feines Sebenö
ftd) gefialtet, wie jur %bTä>tmnQ bet geizigen (&ntxou
tfelung bet (Seift bed JBoIfeS auf bie ftnnli^e SSelt
befi SSobend unb biefe wiebetum auf ben @eift einge»
toittt, in roü(i}tv SS3e4)feImirfung alfo ber innere g^tflige
Stenfd) unb bie 92atur um i^n ^n )u einanber ge»
Rauben, xoüä)tti SBeg bann baS geiflige Seben ber
9{enf4)en in fortfteigenbem 9Ba4)fit^ume feiner Huibü^
bung genommen, n)el4)e (Sebanfeu/ fOtetnungen unb U^
f)erseugungen {td(^ in g6tttid()en unb menfc^K^en £in$
gen, im (Slauben unb in ben Stt6)Un, in ben ®efe|en
beS VUarS unb beg gefedigen gebend audge{))ro4)en.
es liegt ein ^o^et ®enup beg ©eifleS in ber S3etrad()«
tung, mit xodd^x treuen Eingebung unb iUbt, mit
mUI)m iDf)fem burc^ ®ut u(tb $B(ut, mit n)eI4>en SJlä«
^tt unb 2)rangfa(en ein SBoIf fein S^aterlanb gegen
VI aSorrcbe.
geinbeS 2Rad)t gefc^filt, r>ttti)ext>iQt , gerettet, mit n>el*
({)em SRuti^e, tntt^ welket' ä^apferfett eS bem fremben
Uebeumdlttgei: begegnet / mit toeld)n Streue unb 3nntg«
feit eS am ©tauben an baS So^tn)<^I^^n feiner ®6tter
unb an ber Ueberjeugüng feiner Srfenntnip beö @6tt^
li^en unb «^eiligen immerbar feflge^alten, mie a(fo bie
Siebe gum iBaterlanbe unb baS «g)eUtge beS- (SlaubenS
baö Seben erfä(Iten> bag Seben bewegten, bem Seben
®mi6)t unb SSertl^ r>er(ie^en. 66 liegt ein eigener f)o^
^tt fRiii fär ben forfd)enben ©eifl in ber Srfenntniß,
in n)el4>en S^ugenben beS ][)du5lid)en unb gefeQigen Se^
ben§ bie Urvater gegldnjet, in welchen ©puren baö
en>ig @ute unb Sble beS menjid)lid)en ©eifteS bei xifntn
du(f) ni>6) im Suflanbe ro^er unb ungelduterter SSilbung
bemerfbar gen)orben, in n>e(4)en SBerirrungen {te ntyö)
befangen, meieren 9Rißb):dud(^en unb 3(ugbräd)en berUu::
cultur fte nod) Eingegeben, mit xoel6)en @itten unb
aSrdu^en i^r Seben burc^flo^ten , auf tozl^t SSejlre*
bungen im Greife i^rer S^^dtigfeit i^re ^raft gen^enbet
war unb in »eichen S3efc|)dftigungen i^r reger unb
{irebfamer ©eift im Greife beg @tiaieben8 ffd) auSge«:
bilbet f)aUt, big ju ber Seit, al8 ber Sag beS ^riftli^
ö)m Si4)te8 and) f&r fte anbra^ unb an6) bei i^nen
eine neue ©eflaltung aQer SDinge f^erbei füiftte.
din foIc^eS SBitb t)on bem Seben ber fr&^eren S3es
wo^ner ^reuffenS in ber Seit beS «^eibent^umS, in fei«
ner ix6)t^ unb @d[)attenfeite , treu unb ma^r, \ä)mud^
loa unb einfa^, wie ba6 Seben felbfi, war eß, xodi)t6
i^ in biefem erften SS^eile ber ®e\ä)iä)U ^reuffenS Ein^
}U3eid()nen ftrebte. S<^ ^abe mit warmer Vitbt ba6
/V
85 r c t b e. vii
SBfrf begonnen, mit wannet 8lebe an bem Silbe ge«
^ngen, mit ftenbiger Eingebung bie fc^ftnflen SebenS::
ja^re an feine SSorbereitung, an feine SSeatbettung unt)
an feine SoOenbung gefegt.
3e|>n Sa^re ftnb es faft, atö bet ®eban(e einer
®ef<^i4>te biefeS SanbeS meine @ee(e juetfi erf&Qte; im^
met tiefet in if>r wurjelte; je mef^t i^ S3oIf unb Sanb
fennen lernte; mit immet t^euetet mutbe, je me^t id)
feinet 3(nSf&|>tttng entgegen fa^; mi^ immet ^b^t
begeifiette, jje- fteunbti4)et dupete SSetf^dltniffe etmun=:
temb unb f6tbernb i^m entgegen Famen. @eitbem i|i
(ein Sag vergangen, an bem ni^t neuer ®toff gefam^
melt, neuet änfammenfyang gefitnben, mand)e Hdt ge^
fiat, mancf)e @(^nrietig!eit beftegt würbe. Unb mie
brr Afinfilet baö S3i(b feinet ®^6))fung immet . liebet
unb liebet gewinnt, je me|)t bie Sbee feines ©eifteS
bur4> 3eic(>nung unb ^arbe ins iehen tritt unb in bet
SBir((i4)feit erf^int, fo genießet ber @ef(^id()tf(^reibet
eine ^teube in feinet SS3iffenfd()aft fonbet ®Ux6)m, wenn
baS Sinjelne i^m immet me^t ium ©anjen witb, wenn
bie ttmtiffe beS SebenS eines SSotfeS bur^ Sammlung
unb ^otf^ung t>on Xa^ ju Sag mef^t ^atbe unb
ixä)t et^alten, wenn bie S&cfen beS 9ebenS ftc^ gleid)^
fam wiebet auSffiUen unb baS matte ä3i(b bet 3eic()'
nung in bet @ee(e beS ®ef(^ic{)tfot{c^etS jum ©emdtbe
ooHet Seben witb. ^aS ift bet £luea , bet xoaf)un
\ eiebe jut Si{fenf(i[)aft, bie 9{a^tung beS ^euerS, baS
ben (Seift beS ^orfi^etS immet neu etwdtmt, t>on neuem
aufl^tett unb immet weitet unb wettet in bet ^ot^
fc^ung treibt; t>on bettlet fommt i^m bet 9tut^ unb
viii as r c e b e.
Ut @ntf4)Iuß jut freubtgen «Eingebung feinet Sttäfte,
iw freubigen SSemenbung feiner XaQt unb ^af)te f&r
baS f^eitige £(einob eines SBotfeg, fär bie ®e\ä)i6)tt
feines 8eben8; feiner SBorfaf^ren^ fetneg S$ater(anbeS.
SEBer aber bebarf xm^t, atö ber ©efcf^i^tforfc^er
folc^er ^ebe jur Sßiffenfc^aft; folc^er @rmut^igung unb
(Srmuntenmg in ben Sab^rint^en feiner Sorfd)ungen ?
gelten ober nie gef^t er auf einer SSaiftn o^ne @d)n)ie«
rigleiten unb «^inberniffe ; bie e6 i^m erfd^meren , oft
fe(b{l nnmbQÜä) mad^m, fein ^id }u mtiä)tn. £ie
®efc^i(|)te 9)reu{Tend in ben dUejlen Seiten bietet btefer
(34>n>ierigfeiten eine fo(4)e 9Kenge bar, bap eS bie
fA^nfte aUer «Hoffnungen n>dre> fte einfi alle ju befte*
gen. 9lie i^at in ben Sal[>rf>unberten beS «^eibenti^umS
ein Sf^ronijl biefeS Sanb mit feinem SSotfe ium ©egen«
jlanbe feiner befonberen SSeadfytung genommen; nur
^ie unb ba b(idEt ber eine unb ber anbere, tote im
SBoräberge^en , auf baffe(be ^n. ®o liegt ein bebeui*
tenber Zifül jener Seiten n)ie in einem bunfeten 92ebe(
oor ung ba. ®ange Sa()r()unberte ftnb in tiefe flta^t
ge^&dt; in mld)t fein Sorfd)er je wirb eid)t bringen
f6nnen, unb brid)t au^ ^ie unb ba juweiten ber ^6)m
einjelner ®terne bnxä), ber eS bem^orft^er m6g(i4^ mad^t,
ben oer(orenen $aben n)teber aufjufaffen unb einige Seit
fortjuleiteu; fo ge^en auö^ biefe einzelnen @terne ba(b
n)ieber unter ; bie bunfe(e ^aö^t fe^ret iurficC unb ber
Saben oerliert ft^ abermals inS Ungemifie. 3n biefer
bunfelen SBelt fie(;t ber ®ef(^i(^tforfd()er ba o^ne %\if)s
rer; o^ne SBa^n, o^ne iiö^t unb fud)t oergebenS in
ben Sreigniffen ^bnung unb Sufammen()ang, in ben
S) r r e b e. ix
&f(^eihttngeii ben xoaf)un @tnn iinb bte ri(!()ttge ä3e'.
betttung, in ben (Stnjefoi^ettcn 2Cnfang unb @nbe. Uebec
einem anbem Zi^ü btefer dtteten 3eiten aber liegt ein
»unberlt^^er iDdmmerf^ein. £er %ot\ö)n \kf)t ®t^
galten unb @tf4)einungen, aber bte eS i^m faum m6gs
It4> u>irb, ju einiger £(ar^eit jn gelangen. Sieben ber
6ef4)i4)te fte^t bie Sage unb umi)uat nic^t feiten ba&
gef<^t4>tU(!^e ithen auf eine fo n)unberbare Sßeife, ba^
eft f(^n>er ift, ba6 (Semebe ju entfalten unb SSaf^r^eit
unb £i4)tttng ju fd)eiben. Unb enbli(i[) f>aben immer
nur TCttSldnber, ^remblinge unb S^riften f)k unb ba
üom SSolfe unb wm 8anbe gefproc^en. SSerfianben
aber folc^e aud^; baS SBoK in feinem ®eifte, in feinem
eigentf^&mlid^en SBefen }u mfirbigen? &afy nid)t in
if^nen oftmals fiol}e S3erac()tung auf aUeg f^in, n>a6
andt nur irgenb bei bem ungebilbeteren 9l6rbldnber ju
finben mar? «Konnte ed ber befangene Si^rtji am^ im^
mer Aber ftc^ geminneu/ felbft an bem «Reiben ju f(i[^d^
^n unb i)0(^ ju a4)ten^ n>a§ an i^m grof unb ebel
unb ac|>tung§mertf> erf4)ten? Unb mnn nun ber ®e«
f4)i^tf^reiber f&r bie Aufgabe feines @emdlbeS; f&r bie
@(^Uberung beS SebenS feines SBolfeS reine ^arbe unb
teinen @toff fu4)et; barf er ^ofeuv baf fo% £lue(len
fie if^m bieten? Sarf er meinen ; baf baS ^ingejeic^?
nete ä3i(b ber vergangenen ^eiUn treu unb ma^r unb
bem einftigen Seben, mie eS mirflid) mar, nac^gebilbet
fepn merbe?
9Rtt folc^en unb anbem ®4)n>iertgfeiten ift mel
gerungen unb gefdmpft morben, um bie 2Cufgabe ju 16*
fen; bie t4> mir gefiettt f>atte. Unb baS SSemuftfepn
X 93 r r e b t.
i{l lebenbtg in meiner @ee(e^ bap id) immetbat mit
6tfer unb Wlnt}), mit Sufl itnb Siebe gejlrebt l(^abe,
bag m6g(id)e Biel iu emid^en, baf eS ni(i()t in meinet
Stxaft roax, \>a6 äSUb beg dlteflen £ebenS biefeS SolfeS
getreuer unb toa^tn unb t)oa(ommener ^u jeic^nen,
als e6 bajlef^t, baf eö feinen S^^I>^n{ln4> trdgt, bet
nid)t forgfam unb mit S3efonnen^eit geprAft^ feinen
3ug unb feine Sinte, aber n>e(d^e nic^t na^^ ^rdften
geforfc^t unb nad)gebad^t i{l. @o barf i^ ol[>ne 9lul(^m
baS Seugnip n>o^( mir felbft au8fpre4)en, baf id) ge::
t^an f)aht, n>aS meine .^dj^ Dermoc^ten, mag bie
S3efc^a{fenf)eit beS (SegenjianbeS , xoa& meine fluetten
unb «^&tfSmitte(, beren mand)e mangelten^ mir irgenb
m6glid^ maö)Un. S4) ^<^b^ ^(^^ S<^nb mtfaö^ bereifet^
id) ^abe mic^tige ®egenben unb £)rte n)ieber()olt gefe^
f)en unb maS bie ©efc^ic^te bar bot; mit ber (Seflait
unb Statur beS Sanbeg jufammen gehalten ^ id) ^ahe
mand)e le^rrei^e S3emerfung t>on SanbeSfnnbtgen ein:^
geholt. S)b aber i^ie unb ba bennod^ geirrt fei)n mag,
mögen nun 2Cnbere entfd)eiben; benn iiber ba$ ^aa$
meiner ^raft, mtineS ©eißeS unb meiner ^enntniffe
i^abe iä) nic^t |)inau6}uge^en t)ermo(^t.
9lur ixoü 93emerfttngen mögen ^ier noä) Staum
ftnben, xoüd)t ben Umfang unb bie Einrichtung biefeg
erften Si)ei(eS ber ®t\d)i^te ^reuffenS betreffen.
3um erfien burfte DieQeid^t Slanc^er bie 9Reinung
^egen; bie ®efd)id)te biefer ^eit beS ^eibnifc^en SebenS
ber ^reuffen fet). n)of)( in ju groper XuSf&^rlici^feit Qt^
geben; f)ie unb ba mb6)tm Umriffe, allgemeine B^i^^
nungen gen> f^aben, wn biefem unb jenem tonnten
ö c r e b e. xi
nur aUgeineine VUUx\id)ttn , aQgemetne Stefultate ent^
tDorfen fepn. SCUein tnt(i) leitete eine aitbm Uebetjeu^
gung. 6tn anbereg xoiu eine ®efd)i^te 9)teuf!enS in
einer (Sefc^idjte ber SS6lfer unb Btaattn. Anbete wer-
ben ff>dter^in bie ®ef^t(i)te ^teuffenö gen)iß aud) an«
berS fc^reiben. 3d) meinte aber, baS alte SSoK ber
3)reu{fen, fo n>eit bie £lneUen eS m6gli(^ mad^^ten, 5»»
etil einmal in feinem ganzen inneren SSBefen; in allen
Sticiytttngen feineg 6f>arafter8; in allen 6rf4>einttngen
feiner 6igentf>fim(i4)fett barfteden ju mfijfen; t})eil6 um
in fotc^er SBeife, wie &pittla e8 nennt/ ben ^xm^
^tttifdb^n Aircb^of ju uermeiben, tf^eilS um ba6
Semdlbe, n)eld[)e8 id) mir als bie 2(ufgabe eines
®e{c^id)tf^reiber8 einer aSolfögef^id^te gebadet ^abt,
anfs m6glid){le }u oerDoUftdnbigen. iDa f(i)ien mrr
ieber 3ug unb jjebe Sinjetn^eit; fofern fte bem ©an^en
me^r Sreue unb Sßa^r^eit, mt^t Sict)t unb ithtn ga-
ben ; fo wichtig als noti^wenbig. ^6) glaubte ferner,
manches in einem anbern Sichte jü fef^en, alS anbere
e§ Dor mir gefel[^en f)atUn. «hierüber war i^ 9(ec^en^
fc^aft fc^ttlbig? eS mußten ©runbe unb S3emeife gefiellt
werben, um }u äberjeugen, wo iä) mi^ äberjeugt ^iett.
Unb biefeS leitet mic^ auf bie jweite SBemerfung,
bie mir ^ier nod) Derg5nnt fe^n mag. ^ä) f>abe l[>dupg
mit Angaben ber ^lueUen belegt, anS benen id) ge«
fd)&pft unb meift auc^ bie i^&lfgmittel genannt, weld()e
id) benu^t. €8 mag biefeS ^duftger gefc^e^en fepn,
als S»ancl)er eS ffir nit^ig ftnbet. 2faein^ axxd) ^iebei
leiteten mi4> bejKmmte Orunbe. „iOf>ne SSeweife unb
of^ne ftd()ere ^ata glaube iö) felbft nichts in ber i^ifio^
XII 91 1 1 e b e.
ne% fagt einmal So^anneS r>on SR&det, unb i^ t^abe
btefed a\x6) ju meinem ®runbfa|e genommen. SSBie
fonnte ic^ aber wn anbem®(auben t)er(angen^ n>o id^
felbft feinen ©lauben f^ege ? ^6) wollte eö alfo ^te-
hntd) jjebem m&gltd) ma^^en, mid) ju |)riüfen unb ba
iu Detbeffetn, too iä) geirrt. Sci^ moQte äberall m6g^
tid^fl begrfinben, toaS unb tt)arum ici() fo(ci)eS gefagt.
^d) fc^eue adent^alben bie 9)tad()tf))räd[)e in ber Oe«
fc^i^tej fte iiemen feinem xomiQct, atö bem ®e\6)id)t'
f^^reibet. ^6) ][>ulbtgte enblic^ |)iebet ber Deutfc^en
(6bU(^eu ®itte in ber ®ef(^i4)tf4)retbung unb glaubte,
hieran n)o^I gu tf^un. — S3o eS baö Sunfele unb
®4>wanfenbe beS ©egenflanbeS erforberte, ftnb felbfl
bie einjelnen fritifc^en Unterfud^ungen in ben S3et(agen
l^injugefägt, unter i^nen mirb ber Sefer, ic^ glaube
nidE)t of>ne Sntereffe; auc^ eine Xb^anblung meines
SreunbeS; be6 «^errn ^rof. von S3o()len aber bie
Qipxaö)t ber alten ^reuffen ftnben.
^ftnigSberg;
ben 8*^ jDctober 1826. Sol()anneö SJoigt
^nhfctihtnUn ^SSttiti^ni^
Cr^. Sei.
Dreuffen
ee. Sthniilii^ «^o^t't ber Drin; aStl^elm
Dütt 9>rettrfen (@o]^n ®r. Wivftit beS
it6ntdS)
6e. Jtintdlidi^e «^o^ett ber ^'nj 6arl bon
Dreuffen (Go^n ®r. SRajefiit beS Sthnisji)
ee. Sthniiliü^ ^ti^t ber 9>rtn) XIbre(|)t bon
|)reuffen
6e. itintglidS^e ^o^t ber Drfn} aSill^elm
oon Dreuffen (fBruber @r. aSajejlit beS
itöntgS)
6e. Jciiitdltctie «^ol^t ber 9)ritti Vu^ttfi bon
Dreuffen
et. 2>ttr((Iaudi^t ber Sonbgraf jBictor ^abeud
Mn .^fiensStotl^nbur^
6e. Our^^Iaud^t ber 3)rfns Sr{ebr{(|^ jur
Sippe
2>ie teTpectfoeti Aiiii8li<^n IBe^itben, wetd^e im nad^fie^enben
AtKcnbentetisfBetaeid^itiffe genannt ftnb/ l^aben ^ ber Conmtlung von
Sntei^ii^ften qfiügXtuntetiOQtn, um bte ffreisG^emplore ben ©d^uUn
t^ Sfrftsnd^^itreffed ^nwenben an ttnnen.
XIV
€^u6fcct6ettten « fBetieid^titf.
Or». 9e(.
Tladfen
^rOenfi^ein
2(ngetburg
2(mf{erbam
IBerent
flh:
s ooR (S6U, 8anbrat^ unt 9plt>ts
S)h:ector
Mrdtfi^^ 8antrat^|fXmt
fftc
«^. Sle(^f(^mibt, 6teuers2Cttfre^a;
* gricbcid^, ölegiUrator *
s JCalwa, 9)remterr8teut.
» t)on Jtnoblauc^, Sanbrat^
s ^etttni, 8anbs unb Stabtri^tet
: @ d) m t b t, «^au|)ts^teuers(^d{fensSRenb.
s eä^a^t, ®ut6be{t4ec auf Jtutborn
s ©c^utj; |)farcer
s 6 4 u l S/ «Haupts® teuer^Vmtl^ontrot.
s Xmtmann ®d!)orn/ 2)omämeiis3n-
tenbant
: 645nbecf/ JCretdrat^
s Sßeinfned^t, Q^olculator
i Sänge, 8anbs unb BtQhtQte.t2[fs
feffoc
Jtönigßd^ed 8anbrat^d»^mt
für
bai iDomtnium ® t e i n o c t
{>m. SBecner, dtenbont
' (S. ^ilt^altv auf !OKIt(aIetdberd
s 8ettner; Sulü^ratb
s jD ü m p t e / JCdnigl. 8anb-93aumet|lct
s Jtie^l, ^farrec in dw^elfttin
«^c. ^ällec et Comp., fßuäf^hln
för
t^. ©cafenoanber )Du9n«)an9)laa08
bam im «^aag, 1 Q^empL Sei.
' Sß. •& offmann, ©e^eimen Bt^it^
rungöratf» im '^aa^
.'- '3. ^ftdec et Comp. 7 (ftcempl.
X6nidli4ed Sanbvat^lsXmt
fftr
^tn. Seefei, Oberlehrer in ^pnetf
1
15
®u6fcci6enten ^ a3er}eid^ntf.
5tV
IBritnt
SJerlin
I
^ni. fStevmann, ^otocoHfä^et in
' & SB. e. SOeenaef, VrotocoSf. bat
* .@(l^u(}e, 8tcctoc bafel&{l
5 85 1 f n b », Äöntgl. 8anbr. in »ewnt
' @(l^ul|, jedntdL Sntenbanten baf.
«^r. Ytneland, tBud^^&nbler
- Don »elow/ Äinigl. ?>tc. SKaJor
s s€fe. Q^eOii« bet «^erc t>on SSerns
ftocff, Ä6ntöl. |)r. ©ab. SKinifl
« Sutd^arb, Snd^^dnbln
^o(^(abl. 4te 2)tt>if!on
•&r. (Snölin, S3u4$anb(er
föi:
•&«i. Äfd^enbocn, Äfinigl. (3c^ Ober«
Sdb.sSVat^
* Dr. IBarteld
= » a u e c ; Ä6ni0L SujKj = (Somwiff.
* »eile et; 8e^er
= Serenb, Dr. med.
^te SBibliot^e! be6 boc^I^blid^en ©rena*-
bfer Jffegt. Äoifer 2ft«j:anber
«ßrn. t>on S3i$mar! auf @(J6nl^aufen,
»iittmeifler a. ©.
s 85 r e f (^ ; ?)rotocoaf%ei:
= aSocf; ®e^. ^ofcat^
' «ormanri; Äönlör; ®ej. Ober^
^bimaUrat^
ginanarat^
'- Sr. SB. S5run^low
* «u^^olj; 3ufKjratJ
' t)on IBör^ing, ®e^. 9tQt^ unb
Obers a5ör0eniieiftfr .
'- »uf Icr, ^ofrat^
' SB. (Sonrabt, @oubttor
-' S)oi;tu, «^offilcal unb 4}itftti « ©om«
«iffaii;
- Cbatt et ©tce^mann, Äoufm.
'- (5. *. Cbeling; Äau^.
» Dr. e^cenbcr0, »irff. ObetsSon--
ffflortolrat^
Ort. «oei.
1
1
3
4
91
XVI
Gubfcribettten « S^erteid^nif.
Ort. ^er.
Serlin
<^. C^nfe, |)rofeffer
« @oev0mann, £)6et sSergmeiltet
« 9^9v>n<tnn, «^ouptcafflrer beim
£)beteSBetdamt
< Selgentreff,' «^ofrat^
« Stfteticir 9{e0. SBaurat^
s 3. 9. m ®uf felbt, Jtaitfm.
« •&. «^abel, XBein|6atIer.
s «Wartung, ^rofeffot
s t&elm/ ^bigec
s Dr. «{^evmb^dbt, ®e^hner ^eb.
s von «{^evc, 8?edientnd0rat(
s t^ertenbutger/ fRanvetmelftetr
s Dr. Sacobi
* Aecflen, Jtdcgd » CTommlfratt in
S)rieffen
« ®raf von Aeprecttng, A5nfgl.
9hr. ^aioic, 1 (ftraipL S^el
* Jti^ne, «{^ofcat^
t Dr. t)on Jtditeni ®e^ !R(b. fRciXi^
i Acamet/ dlcgfettmgdcat^
s jtraudnid, £)ber(«tibe< » Gedd^tds
rat^
s Avemnt(, ®e$. Cl!]cpeb. Gecret.
« ftefringi 3ufti3s(SoiQmiff:
> 8eop. 8imonn
s €oPl; ©ennatsfiBotbein.
s 3. <^. 8nttcr/ SBein^anbbt
s <S. !0(arttnt/ Jtaufmanti
s ffi^ofer, dteg. Sautat^
i von SRö^l^eim auf SXotto
s !R 6 n e r , xoxdl ®t%. .Jtrfea«cat^
« . fOtftUet, ®e^. Obec^SErtb. 9{at^
? 3. ID. SOSönec, IBonquier
' 9(attf, 83nd^$SnbIer
eubfctibtnttn ^ Ütx^tiji^nii,
xvu
Ott. mt.
SMin
'^ Or. fteanbev, 3)ro(fl unb lofrfl
Obct « ^oii|t#o«iaI(at^
s S^eumonn, «t^anbeUcffomniiffair.
s 9tilft, i(rd<eume^mct )u ®olbtn
s 9ttcolad, 8c$(e( an b<r Jt^ntgL
8lealf(6u(e
s Dr. 9ioobt, 2)iacontti an bec 9lts
co(ai«J(n:4e
^aaf^e, ®f^.^«&ofrat^
$ie|{erf JtaufWiann
¥or<l0er,.9>tofeffoc
3. ^. 8taa«pa4
8ie9inann, ffopitam
Dr. dll^on, CTommer^Oer. Steferenbar
G. dltttcr, 9tofeffor
fitbltl, |>roWfot
Dr. ®a(t/ «^o^rebi^et
i^aalbacb, {Renbont
oon @^albern
€id^ebc, BtiQietvm^^at^
von @Äterü&bt auf ^ic^ningen
3. S. @<6mibt, ®a9mvti
3. ®* @4mibt, Dr. med.
04ne<bes:, @ont(Oleur
Don C^^ttlenbutBi ®raf; ^e^ont
bed «&o<((tiftd Sranbenburd
eembecf, SufttssGommiffl
Seger/ ®e^. Galculator
etetnbecf, «^ofrat^
3. <0. Gtelanet/ Jtaufmann
Dr. &ttaiif, Jtdttidt *&o|prebi0er
2 b t / 3»|lt|« GommttTaic
Don 2f^itf4!9/ ®e^. Srib. Stat^
Sa floppe, (Se(. aiedimmgteat^
83od<l, eanbtentmeifler •
aSctmann« 9e^. e)q|)ebit. 3tt|ltas
^cretair
S(. SBimmel auf iSKeffint
*4i
XVIIl
aSetlin
IBonn
SSraundberg
®u6fcribentett » SSecs^td^nif.
^, ®taf t)on tec 9xhhzn, (S^ be<
®ener<aftabe< bed 2ten Vtiiief»C^ocp<
®f ofr^efttir S)fa>ff. Vnbiteuc
«^ er big, Sud^^nbUc
Satte, Sttd^^bler
8 00 i et, Sttd^^&nblec
s 5f)lattfiiffon, Bitdii^blet
s ^ittUx, Su<lft^btet
s 9lau(f , IBud^^AnMer
s 9licolot>iud, toii:Rt(l^ <9e^. Cbetf
Stegtenrngdcatl^
« 8. £)e^tnigCe, SStt^^^&nbfec
s 9ttemann/ Sit4|Anbler
s t>on 9toebet, 9tiqo(, Vbiutant Ghr.
Jtftnigl. «^o^eit, be« i(coii|>init3eit
t ^oxL @4acn^otft, Stoiot, ^ef
beö @enetal(labe<bet<8acbe<KttU[erie
2 t)pit @d^6tiin0i fKajot, ICbiutant
@{r. i(6nt9(. «ßo^ft, be« Jt(onpritt|en
<&r. 98 e b e € , Suil^^nbCet
<^. von 9le^ftte</ J^intgt. ®e^. aiegie^
ttmgerat^ ttnb SeooOmStl^tfdter bei
bet Jt. St^eiitsUniüerfttAt
< Jto((, JCbttigL Cbec«8erg«ltat$
bie SthmX, Unioerftt&tS^Sibäot^
«&C. Cluip, 9tofetfbc in TioO^
burcb ba« Jtbnigl. &anteatt$s2Cint
bett wo^a6bI. IRogifhrot in Scauneberg
SS SS SSoirmbitt
.^tm. von Sloebel(,3ntenb<tiit tt.«^attpts
mann in Sratmtbecd
s Slu^nau, 3ntenbant unb Obecomts
mann in fGSormbitt
(Sin t^o^w. 2)i)ms9a)9ttel in gtanenbtti:^
•^rn. SSI otrd)h, Doms ';De4<uit bafelbfl
' t}on «Ratten/ jDpm^en tmb Sßei^
btf((of ba|!elbfl
» von ®tabc)ett><fi| jDom^ baf.
i «Ott 6c§tt9<fi, iDoml^ baf.
Ort. Sei'
12
20
14
Subfcrcbenten > Seratit^nif.
XIX
SratmSbnrg
Sraun?
fc^toeig
Sveötait
&rt^d
CüfTd
(bbbii)
Sebtttg
s Samprecbt, jDom^etr baf.
CKttaiv baf.
s Jtatpomöfi, Äegljlrator baf.
* «on.®<^au, Je6ttfgl. Canbratb »nb
Sonbr^aft^rector auf Jtotbiborf
>&r. oon Sattere, ^auptomt^Stenbont
s «&6pfnec, JCoitfmann
för
•(rn. SBartb/ ^^«dot. in Sraitngberd
^ »o(f/|)famr in aXe^a!
s « e r r a ^ , |)roff ffoc m a»r<mn<bet9
8 Sle^felb/ Sanbbattinetfiet
« ecbrnftlling, Dr. ber X^oL unb
2)frector bed ^^mnolfttm^
' ^tampt, iSommera. Slotb
s Stengel, (Kantor
^ Suctud, S^^dnMec
S^ulbud^^anblung
#r. Äbegg, ?)rofe||bt
®af4ore(9, SBut^^blet
«^m. SRe^^erc, !0{<»ior^ (S^ te< (9enes
r<tr« @taied
it6nidC. }Dtt>i1t(>ndsjened<r<l»ttCe •
«&r. as. 9. 3tovn, 93i«ffb^nbler
Seufart; S^t^f^tobter
^aiE et Com., $Bu(bbMlet
9tenbourd, f8nä)f)änhUt
9teQenhxed)tf 9)rofefor
®ten§et, ^rofeffot
bte A6nt0(. Unbetf!tdt<«a3ib«ot^ef
bttrc^ ba9 JCintgL Sanbrat^d«2(mt
•^rn. Sßelfenflein/ (Sutdber. auf 8eefen
^. SB raun/ SBu^b^nbter
s «& e If d^ er ^ Suc^^toblev -
s Siebermann / Su<^nb(ier
« aieuffel et ®obn, S3tt4|»inbler
fb ^m. €^art\>rtu<, ^ofcboocot
Orb. <Br(.
1
7
6
1
4
2
1
XX
®u6fccibenten » IBer^eic^nif,
Qhin
Qhmn
6olberg
6onig
Sopenl^agen
6reu}burg
6rone
bte ^6nid(. Xrttllene * 2(&t^t(und
^r. Dr. Sbtinowili, (öbetU^n
* ©iplbenba^l, Sud^l^nblec
läutert
Brauet;, 9iecto(
&ünL ®4mtb
bur4 6in ^6m0t. eanb(at^$s 2Cmt
«^irm D^n 2Crnim/ A6nigl. ®e^. SVat^
unb Sanbfc^aftd « jDircctoi: auf <&etn«
rici^cf . 1 @rrmpl. S3el.
s »Ott SS^alboto auf SßaObntc^
s oon Blanlenfee in IBcoten
\: S33^*etfe, ^facttt in SBco^en
f^tKon IBuffe, eanbf(^aftd«8iat^ auf
iDamlang
s Step et;, 8anbn(l(^er tn 3a(irow
i 9te^tinQ, Jtteid » Suftiatat^ bafeK^jl
' «&Hn/ Sufltaactuar. baf.
i Vvohti^t, ®teuerrat^ baf.
i ^al^li, Cfftdol in 2)eut((^s(^(one
' 9>er}9nd{t/ Sfd^ulprdfeci bafelbft
s ^^tbbtv, S3aus(?onbucteur baf.
'- Atrr4/ @u|)enntenbent in Steupol)
: ©ramfe, 9fcxttt in ©d^vo^
^ t)on 39d()Hndet, SlittetjiMt^at^
auf ^X)t
«^ein^e, ®ntdbeft6erauf9>(enfenboi:ff
t>on SeDille, ^alot, auf 36tap
Slobel, Pfarrer tn ®(|)Io))|>e
Sftael a)tat:cu< €$6$ne in fOt.
Strieblanb
ben Sßo^aöbr. SJ^agiftrat bafelbft
«^rn ©d^meling/ 3(pot^e<ei: baf.
s &tii>i, ^fcxta baf.
s ©d^toanle, 9>farrer in ^attl
t trafen t>on0(aneenfeey!pra]oivattf
OtD. S8e{.
1
1
2
1
4
1
1
1
34
Srone
Stilm
2>an){g
Dorfe^men
€htbfcrtbenten = »erjetdSfnt?.
^nu ^xetoello, (Sutihtfi^tt cfaf^^toi
: |)römt(fe, Lieutenant ju SKifluttti •
s fßt.d, aufKjrot^ auf '&acm«Kborff
s S 6 cf , 2rppellattonids9?at$ auf «^o^en-
jtetn
« ÖJlert, C5fconomtes0ommi|roic in
W. ffrieMonb
* ®o]j>rfromm, SufKarot^ bofelbjl
r «aron »on »lanJenburg, baf.
s 3 eitler, Pfarrer 2u Cüben
s (SebrÄber ©targarbtauf ©eeligen^
felbe
s ©fttbidj, Äret«|leucr ? @:mne^met {n
jDeutfdJs^rone
ble SfracKtiTdJe SBörgerfc^ulc In «K. gneb=
^r. Dr. ^cutfd^ert, Äönfgt SReßimenW:
ocjt
s «^alml^uber, SBürgermeJIfet
« »OH'Ofuö, Rentier ?8fratenönt
tte «ibliot(^ef ber ÄdntgKd&en ^abrttens
Änllart
•&r. Eubwfß, yrcmfets Lieutenant
s Vn^utl^, S3u(^^anbrer
s ©er^örb, SBu^^anbrer
bur4 ba$ A6ntgl. ianhvat^i'-TCmt hei
jDanjigec eanbfreife«
för
*m. oon Oftau Eni «ff, ^famr in
0t. 2abre(l)t
f t)on ®talat^, (Sut<be%r unb
8onbta9ös2>fputirtet auf ^ulnin
'- iaed)elin, lOberomtmann in ©ob*
- »on ajiebemann, genannt Don
»ranbi«, ConbrcJ. SDircctoc ouf
SBa^anow
« SBoIff, |)famc in 2»ä5lbanj
burdj ba« Äfinigt Sanbrat^ösVmt
ben wo^ibl. SRagifhrat in tbatfe^mtn
«&rn. »on Salären ^eib auf Xngeropp
XXI
Ort. gjef.
t
1
1
1
1
12
20
XXII
®u(f<cibcnteii • 8<c§«t(^ntf.
2)arfe(imen
S>effau
2)ä{fe(borf
eiberfelb
eibing
fäc bic borjodL SibCiotbet
'- @4retner, Saibb&nUer
2 Spontan, 93u4^dnbU(
für
«^m. Dr. Je et um/ Goafiftodol sdtatb in
jOüfTelbocf
: Dr. Sirome, ObfrUbrer bafclbft
s. Br&gdemann, Vrofeffor unb 2>i«
rector beS ^pmnaftumd baf.
s Dr. «^ftljiaebt, Cberlebro: baf
s gadbenbcr, 9tcdierimddi;at^ baf.
bu ©d^ulbibltot^ef be4 ^6ntgL (Spnma'
{ium< bafelbH
bie ie6nidl. eanbeibibliot^ef bdf.
btmb C^. JCdnigl. eanbratb^sVmt
föc
«^rn. 2Cbramo»dft/ J^omgl. Sanbvatb
K ^ti%zllf ®uf>enntenbent'
s fOlunbt, |)i;ofefror unb iDtrector M
©pmnaftumd
Dr. jeoe^Uv, A6mgl. Are(6s|)b9ficu0
Traufe, @tabtratb
Araufe, ©(bultnfpector unb Vcebi«
gei; tn 9^. 9){ati
Jtrtdpten, Dr. med.
SOS ( f f e li n f , ©upetmtcnbent unb
^onftfloi;. 2C{feffor
oon S3orcied/ (Sopitatn im Atta
SZegtment
$Bu(b^oli, @$tabtgm(btösDtrectoc
Don ^tXitn^tixi^t Gtapttatn im
4ten 9(egtment
®. ^^.'SBaurn, Kaufmann
(S. ®. {)drtel, Kaufmann
t}on iBtcfb^^n, CTapitain im 4ten
dSegtment
deiner, <&anptf!ea€cs2(mt< ^ 2Cf{iftent
SBurcucfetr SDdcb^SnfpectiOt
JCo^er, 3Cmtdratb unb Sntcnbont
Saumgarti JCaufmann
Cr).
1
4
7
^el<
48
•s
Gttbfcribcnten * tGerseit^nif.
xxui
Or&. {8er.
eiKng
f
fifnrt
^m. TL SttAnet/ JCanfmonn
SuffjsCFommtjfair
s 93u(bn€i;, 9>cofeff«t
s @a^me, OberUbnc
« 9itia^q, 9tchft
* Qlrunau, (Santov
i «^ aa fe / Ober » SBftcdmneiflec
: 05. loon 92iefcn/ J^aufmonn
s Sonaf , l^oUaeicatb
s 3. ®. SReumannr Kaufmann
s 8. '^onfftilt, ©pmnaftaft
s S* 9lettmann, 2Cpotbe!er
s J^&^noffel, 9>rebt0er
s «^ouffelU, Dr. med.
i ®ec(en/ ^et<bgef(b»orner in (3t.
t JCum mer, jDei(bsS3att«Q^onbuctetic in
^orfifcburd^
s Sa^/ •^auptfleuersXmtdcontroflettr
s 9)0^1/ 8ebm am ©pmnaltum
s 8li4tc(/ Sebcec an bemf.
c JCel^r 9>rofefroc
ff @(bdnfelb, Gantoc
ff Dr. «Döpfner, 9)i;ofcffoi;
s Grabe, Sef^rec
s 9teffetmann 9^t\f\%tt in Sörftenau
s m i 1 1 e c öl r f f, ^rcbiger u. ^. @4)uls
inTpector va ®r. SSaudbocff
£)ttO; it6ni9l£)berf5rilerin@tellinen
«&obtnann# 9>farrer in S^olfemit
Gtdrmer, Sußi^siSommiffair
<S. @(n0ec, 3uftiis(^ommtffair
Die J(e9f(rf(be SBucbbanblang
fäc
b(c Sibliotb<( ber JUnidt. 8ten S)imfionö»
Jtrie06s@4ule
* IBibUotbff be< Jt^ntal. bodftl6bl. 32{len
3nfant ategim.
•(rn. 6(bmibt, a>ioiftond»9t:cbt9i>r
s Dr. Sbi«¥ba4; CberUbcft
^».
XXVI
^anno^tt
•^tbelberg
•^iligenbeil
^elttberg
»albe
^e^befrug
0ttbfcrtb<nten < Secseicbnif.
*
ho»on i ftpnnpt fix J^m. Dr. (ap
2)te ®4tt(&if4e »ttd^^attbltmd
^. fSunbermann, Sitcbl^Ier
für •&ni. @eibetU^ 3ttitts<nntiiiami
in Mt^
jDte «^a^nf^e <&ofbtt(i$<mblun0
6e. (Sixelbni «^. 9vei(. t». 2Cvn<toaIb,
A6nigl. etoat^ unb Jtabinet^9){int jlcr
^, Dr. 9(ctSf 2Cv4to 8 Seccetaic
3 &tihtnfti^tt, Berg s Gonunifraic
in 6(att<t(al
9 ®ottevmann in Bonbon
s a:(6rl, 9aftov in Gelle
«^r 9)to^r, Su(^nbkc
StbfdiL eanb(at^ds2(mt
für
«&ni. t>on Xuei:di9a(b, 8anbrat$ tmb
dltttmeiftev o. «D. ic. auf JCL JtaQen
« von IBavbeUben aaf SBülhiit
s &^miht, Steutenant auf®4mengeU
4^. ®4(6ber/ @ny>fnntenbent
s ^teenfe, Steg. Gonbucteur
Stbniql &anbrat$<»2(mt
fär
«^. i»on Spief r Obciftlieutenant auf
9r. e^otnicf
s loQtt ^ttad^otoiti auf Q^ibitttti
8 i»on 6(bimme(|>fenni0 auf
®(bmen0ett
8 t>on <2fttni;abi; toibrat^^ auf Sum
bten
A6ni0L eonbrat^sXmt
fSr «ßcn. Srubvttttdr Cfequcftev in
®rän^aobe
JC6nidL eanbcatf><«3Cmt
fAt
<&rn. Zntit, 0pebiteuc in atuf
8 Vtipobienr ^foiva: in ittnten/
1 Cbcmpt tBel
s Sunli Otttibefitev auf 9toriatten
Crb. S^tC.
3
1
le
4
3
6
4
4
13
t^brfrag
(anb
3nfifr6urg
XintgSberg
Sttbfcrtbettten « S3ec)ei(^ntf.
s Jtempfec, ih;etd>Gaffen^ontroIIettr
s j^riei^er, Sntenbont in Stuf
s i»on SStaU^iemdlt, 9{ittmetfier uiib
s 9(att9acbt/ |)fa(ter in SBerben
s 9Q({ec, @|>ebiteur in 9luf
*s aiodde, 9o^s(S]cpeb.
s @4mtbt, Kaufmann
s ®tein, Lieutenant unb ßpotUh
(Soffen $8tenbant
s 3obel Don 3abelti(, Stbni^l
Sonbcat^
Jtdttid(i(^< eonbratb^sXmt
fftc
@e. (fcceOena ben «&m. <8i:afen s u 2> o ( n a,
^6ni0t. ^taatisSRiniH. auf <^AU>bitten
«^rn. t)on «^afe/ i^önidL Sanbratb
•&r. oon SBdt/ Cberlanbe^eri(l^t<<a{at$
r 3ttl. oon Rauben/ Oberlanbedger.
dteferenb.
8 «^eint. oon €fanben, Cbetlonbei«
ger. CRefecenb.
s i»on 9)loocfietnr Oberfonbe^ger.
Slefeircnb.
bad J(6meL ©ebeime 2Cr4it>
^. 2Ccnbt, ^forcer in |)li6ir4een
i Bartb olb, 8e$vet am OTod. Sriberic
i iBetgau
bie »ibUotbef beö 2CltflAttir4en (B^mnaf.
i 9 be$ CEotteg. Scibenc.
' t bei l^o^löbL (Sorbe s&anbs
»ebc Stegimenti
s be< bo4t6bl. I. 3nf. Steg.
^ be< io^i>l IL 3nf. 8?eg.
s bed eemigar. in J^calene
9 htt 6tabt Mnigiberg
.^i:. {Biendfelbr ^onbibot
i Sittci<b iun*# Jtaufmann
t Dr. 1900 SBoblett/ 9h;ofefl<>f
' 8o€l, dorret in Stofllttett
xxyii
Orb. <8cc.
XXVIII
Ainfgeberg
^«6fctt6ent«tt « »erjeic^nif.
«&r. 83 raun, etahtcat^
. s SStraun, ^teuetsStenb. in SftM^ttfen
s t>on IBreet); Lieutenant tm I. Bit^.
i SSretf^neiber / Cbertanbed^er.
«eferenb.
- t>on fßvünett, £)bttft auf fBelf4tt)t(
s SSu^fteinet/ Jtaufmann
. ' t)on SBubbenbro! L; Lieutenant
s Dr. »öttncr
' 9on iButd'öborrf/ LanbftaOmetfler
in l$ta!e^nen
i S3uroIt, dtegierunddrot^
s ^annot; 9?egterungdtat^
s t}on ^nobloc^, @a|)ttatn auf ^ufd^s
!aiten
5 ^unow, ?)reb{öer
s 2)6r{, Studios. Mfithem.
- ©recu«, fBauinfpectoc
s @^m, ©ef^eimer Sribunalktat^
j Dr. (S tön er, ?>rofe|for Med.
s @ldner, Stet^ierungg s 6>ecretair
' Sab er, ©e^etmer Ktä^it>at
i Zh. Sfernt^, Jtaufmann
s Sett^rien, (Sonxectot
'. Dr. grep, SRegierungd ; ^trector
' Sreiptag, Oberamtmann in Som
forref
s Sriberici, Lehrer
s Sriebldnber, Lieutenant unb ®ut^7
beff^er auf SBangen
s ®ebauer, Studios, theol.
bie ^6ni9t iDeutfd^e ©efeUfd^ft
^r. ®o Ibmann, Lehrer
'- ©ottfd^alf, Jtaufinann
' ®re(d, SBuc^brucfereibeftler
'- 3ob. «^aberbier^ ^ifier
» i^aberlanb, S3u(bbru(fereibeft6er
i IBoron t)on >&aufens2Cubier
s «Tempel, 9?eg. ^alculator
5 .^ehfclje, 2fpotb«fer
burd^ «^m. «^ermann, JDberlanbe^er.
Gecretait
Örl
<8e(.
16
6u6fcttb<nten * 93<c)ei(^ni|.
XXJX
JUntgSierg
Or^. S^el.
ffe
bie SibtiQtbef beö Aintgt £)6<];lanbe^e(.
oon Oflyreufen
Cberlanbe^er. 1 (feempL auf Sei u.
1 auf ocb. 9opin
e ianhev, Obectobe^ev. IDirector
s j(abl/ ChevlanMQtv. 9tat^
s 6euffert, £)6et;lanbe^n:. Stütl^
t €itebC/ Oberlanbe^gev. Stotb
e j^aminöft/ *&au|>tmann unb Obm
laQbelgei;. Stefevenb.
' Bertram/ £)bei:lanbe^er. f^^^^
t *&erbi0, Obctlanbe^ger. 9^atb unb
Snqutfttonat^Director/ 1 ^cpLSel.
Spiegel, ^^tabt^Sufliarat^
SXatt^U«, SRenbant
Simm/ CRenbant bec «^uptsUntcts
gctri^tis @a(artcncaffe
s 9tappo(t, £)ber(anbed0er. ®ecretaic
tmb ^Cribtvartu«
s tiefer, £). 8. ®er. JCanacIlift
s @ (b 6 1 e r, Cberlanbe^eer. @an)t Snfp.
*^. i»on «Hippel/ «^uptmann
s Steutenant «Coburg pon b« ^(ttillede
fib fub unb fär
«^m. Dr. mubolpbr SiegimentesKrat
s Jt 1 1 fcb € (, ^em. 8ieut. t>ott ber 2Cctt(L
« 916 m er, HtvAitmat s. % t
s 6(bopf/ 8tcaitnant' « s
s oon ©allwit}/ Steut. s s =,
s Dr. AdbUt/ Gonfiftorialratb
.^c. Dr. Addier, |)fairrrr in Sleub^^ufen
s JCa»etau> a>irectoi; b. SBmfenbaufe«
' Soron «Ott 4t e üb eil auf ®ie(gtts
bifiblen
« 0ttfta9 itostt
s SSaron i»on JCcafft, ®€ttei;. Canb»
ficbaft^siDIrector auf JtrafU^en
1
6
1
1
1
1
1
XXX
Subfccibentcn « 9)trset(4nif.
A&nigöberg
«&V. oon Sttxf^n^tims&toUtn auf
SuUtten
eabfien, 9KL Snteab. ^ecretaic
Saue^ Stu(L theoL
8e$mann, 5£aufmann
etebt!e, (ianbtbat in 9abbeim
^{nbeinann^JtrUddrat^
8 in!/ Sebrer
Dr. 8uca<, 8ebce( <nn &taHs®i^m*
naflum
t9on a)(annttein/ Obrifl u. (Som?
monbeur M 3ten (Smtaff, Steg.
3o(|. aj^e^cr, Jtaufmann
9^>umann II., etabt«3uil{)tatb
9tieberfi^ttet, Sieut. in Slocienboff
t90tt Oeldnit, Gopttahi
oon Oeldnitr Sinttenant tt. Cbers
®aIgtnf|>ectoi; in ®olbau
s flß. £)ejierrei(b, ®utdbejt(er auf
SBublttten
s Dr. OH^anfen, ^ofeffbr Thcol.
s oon Oftatt/ ^ftnigl. Sanbrotb
s oon |)evbanbt auf (Sid^en
bur(^ ba< Einigt 9)oUset*|)td{lb{ttm
für
s Kppelbaum, Kaufmann
s ICronfon/ Kaufmann
: oon 2CuerdwaIb/ 8Kttme{)ler im
®eneralftabe
^ S&t, Jtaufmann
« SB e 4 e r , t^onunersienvotb/ 1 C^ SSel.
s Se'denflein/ JCaufmann
^ Sccfev, 5taufmann
s fßtlau, Jtaufmann
t fßixihtt, SJ^ftblenbeft^ar
* e^bttfe, etabtratb
s Dr. SarottSfi, SSifd^of ber eoang.
s Oranb/ (idminatrotb, l<fc.a.SeL
s IBcocfmanri/ Gtabtrat^
' Stodtme^er, 9ledienm9lratb
Ovb. ?J«(,
13
linigStorg
®nbfcrt6enten - Set§etd^ntf.
» C^mTe/ 0tahtrat^
s 2)aii{etaidf, ®tabt<3afHirat^
s Dr. lb\xl\tn, f)rofeffor jimt
« C^i^Ur, 0dlciibitucs2>irtgent
s SEXvector €ngflf4mibt, 3tiftiis
» <l(rbmann, aUgtcnmoIcSi^cal
s Cffftg, Jtaufmattn
'* %^M9 fhrorectot
« 9on S^if^et, aiafor fm^cnerolßabe
< {fotbergiU/ ^ufmoim n. ataffet
s 0{. gfciebmannr Aat^onn
s 8tfebvtd^, Jtattfiiiaiiti
s Set [4, 4taQfmonn
t 9&btfe, Jtatifmoim
s (Blabau/ dontor
< <S6be(, (9«tfdmet 3«|lisvat|f unb
iDtrectoi; bc< @tabteed(^t<
s ^tabe, 9>oIt|eis2Cfreffor
^ (Stube, 3afit)::(5omiiiifr. unb ttni^
s <9rüt^inad^ev, Jtaufmami
s «^Ablet, JtMtfmanii
« «^aseii, 4^ofapotbcfet
s Dr. «^asen, Webidnoltiat^
s .^a^eti n., Stegiemiid^ratb unb
« «^airbt/ Regimtngteatb
* «^enle, StetenUmturrotb
» Dr. «^evbart/ |)roff|fo( PUlos.
s SenTea/ iJhifiCsDiyector
s Sungmantt, ffabrlfont
s ^h^Uti SuJHsratb
3 9raf »Ott JCänfft, £)b<tlanbe<dey.
» Xannegiff et, 9o]l«3ttfpector
s Jte((bi 9eb. dUgierunglttttb
XXXI
dr). iDcf.
XXXII
A&mg«6erg
eSubfcribenteit » Serjeti^nif *
«^rn. SttfUU Jlanftemm
Stiftf JCottfmami
3. 3. Jto4, J^ufmaim
@e. (SpceOena f!hrei$. i>on JCcafft, (Sc
nerals Lieutenant, GommonMcenber
®eneral M ifün ¥nnees(Sorpi
«^rn. Aro^/ Suftiarat^
^ Stteii, SDitector ter ^em ^^^^tet^j
fc^ule, für bte @4uIbtbUot$ef
s jereutibetdev, (Boiwemement^
2(ubiteuc
Ariele, «^auptm. u. ^ooiotttmeiftei;
JtuteUa, |)o(taeitat^
Jturred/ JtAufnann unb dJttttec
8anbmann, ®e$etmei; Sinan^ratfi
8e(»wed, Jtoufmann
^ift, CbecbArdermeiftec
8ubbe, 2(ffeffot
aXail&nber, 0{edferun9<(Qt( .
^anitint, Sufliarat^
ajtebtng/ CF^^f)r&ftbent ber Mni^l
9?egierund
a){eiei;/ 3ufHi?CEommtifbtr
fDletcr, Cberlonbe^r. ffiat^
aXt^aUü/ jtaufmann
2Cbr. 9){6ner/ Jtattfmann
a){An4enberd, Kaufmann
Btat^an Sacob, Kaufmann
9leumann L, SufÜ^totb
Stteberßdtter, ategier. 9cifibent
£)be(b<>ufer/ itoufmonn
9il^oto^li, Jtaufimmn
9)aden{opf, Attufmanit
|)cterfon, SnteaUmtwsdtat^
9>frtaeV| •&oM)o9met#er
9obl/ 3ufKii:atb
be 9iÄ0e/ aJKtttair« Sntenbant
mattet, QmmttkimtA^, lAcSSeC
Stiftet, Gnminol'Vfleffbi;
Btitmain, TMßi^it^ui onb 9rof.
Or^. ©fl.
1
Subfcttbenten ' Serjeic^nif.
XXXIII
StbmgßUtQ
^im. Btiti^aupt, JtattfmottTi
Btiehfamen, Kaufmann u. tOSUlec
SagelSborffi itaufmann
6anio, (Sommethitntdiat^
9)aul @anto, Jtaufmann
® (Rammet;, SöUtsfüe^ifttatot
^ö^aviow, etabtrat(i für bfe iOtos
gifhatSsSStbliot^eC
s @(^Iuba4, fi3ancos)Dtre€toc
s ®(^mtbt, ^^oltjeis^r<bent
s @(^netber/ itaufmann
£ @(l^nell, ^oufinann
@(^ula/ Kaufmann unb ^iUev
e(b»anfelberr itaufm. u. SOl&Kei:
@4tt)ei4el, Jtaufmann
©embritifi, Aaufm. unb ^Ültt
@enfff itaufmann
@lotfo, Jtaufmantt
®piro, Jtaufmann
Steffen, Oberlanbe^gev. fltat^
&tilow, @4uts3nfpectoi;
©tolaer, Obers eteuetrat^
©torc^, Snfpector, KSr-o-SBet
von ©tülpnaget, ©enetA^SXaior
unb Svigabe^^iSommanbeur
s ZffetoinQ, S3u(^^dnbler
s S ^ { e l , Cberranbeöger. 9tat^
s as. Stiele, Jtaufinann
ft Dr. Unger, fOlebliinalrat^ u. ^of.
s Dr. SBalb, Gupenntenbent
t flSarfd^auer, Jtaufmann
SBeger, ffUcal
Sßeipner, JCaufmann
Sßftt, Stegietundörat^
t^ott Sßitti^, £>bn^ unb S^igobe^
CTommanbeut
SBittuUfi, ®tabtrat$
ißoibe, (SFonffflorfalrat^
iSatl SBolff, JCaufinantt
3. G. SßoUer/ Jtaufmami
XXXIV
^ftnfgftberg
9
0ttbfcribeRC0ti « aStttetd^nif.
.^tn. SB utile; 8lfdieniii0lrat^
i Sad^avta«, Jtaufmonn
9 äoUanh, StavLfvm»
^t. Btii^Ut, SUttot in |>iiaaaf»
t Dr. SR^efa, »töfeffoc bw Sjeol.
s e«nflomic|, ^otocoOf&^rer in
@«ontOR)!en
0d^eti:e# jan.^ Kaufmann
oon 646n, £)6riffcs^eotenant a.
S>. , (Butdbcfttev auf JSM^bri^ldabe
3^ airceOent, 9nus (Sonaletfat oon
^r. 8eo|>. &^txl%, 8e^er
« ed^ttl}, ^famr in tUismotbe
i eiegfrieb, <lkit«be1t^ auf (Konten
s Jl^ieclo/ «ett(w in SSteUftfen
s strebet/ Stud. phil«
t ^on ZtoaTht>mMi, d^enarol^SXaioi;
«^m. J^fi^najl
s ®diit^et| SSectoi; in AU t^mn
. s Soäti, ^htainttt in «^ettigenbetl
s Dr. @i4we{c(art, Zn^malicat^
tmtF Vtofeffbv
5 |)rand# IDirectot; in (Busibinnen
< tfi^Ta^efcienefi, £)bevU^(ec in Sp!
s ^rengel^ ^Orofeflov in S^roundberg
s 9)2 i f (^ e l , 3ttfitjvat(^ in So^nnidbucg
s ^otrmann/ 9>f<>tc^>? in StL ^Man
bie edbenid^tf^ (6f^re ^tabtfMe
4>nt. J^elc^f 9>fa«cev in 9{dbcnbtt(9
<^. Sentjfi/ «frauftroann
fßettet, ^eutenont unb tt^tn
haltet, 7i}p^tf^eht
t)on Sßinterfelby Obeiforfbnciftet
SBitti Stud. philol.
Dr. SßoUfcebocff« 9>f<»tcr
Ott. tßet.
\
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
11
Sabtau
^itS
eibdu
Stagbeburg
9tarburg
9(amnburg
®ttbfct{bettten « Serjetc^titi
«^. 3anber# Be^o;
. 9>abtt6rin, 2(mt<f4tci6ev
» ®rafftt t>0R SLxtnl auf 9>0|>arten
s Stapfet, Sufhi^ommifT. auf ®rünben
s 2)re»ello, SBirt^f- in Stotf^ömolbc
bie 0tttbtf(!()ule
«&(. SBatt^, aSud^^dnbler
s IBvo(f^aud/ 8u((^dttbler
f6c «^m. oon Stauntet/ tftegjies
s (Inoblod^, SBud^^^let
s ^ummev, IBtt(|){^nb(et
bie SSepganbf^e S3u<6^anblun9
«C>r. ^u^lmep, SBu^^^&nblec
bai MniQU^e eonbrat^d^sVmt
für
G. SSio^IUbt. Vtaeliftcat in 9(euniar!
fftc bie €ilementarf((ulen
^nt. 91 e b e / jDemoinen $ SSeamten in
Scattien
(S. aSto^ttöbl. fOtodifbat in Sibau, für bfe
Gäulen
^. Fabian, Dbevlel^
bie (Steuin^ fBu^t^nblung
•&r. dtnha^, SBu^f^bCer
s itrteger; Suc^^nbleir
Q^. SSo^ndbl. ^ag\ftinA
füt
^^ «^dblec, Vfattet: u. €^4uItnfpectot,
iDirectoc ber Mnifi, n>e{i|>reu0.
bie Stbliot^ bec SQSeflpreuf . Se^d^ule
2 @jfem^l.
s s < ^6^eren ®tabtf(^ule
9 s be< ^^ttOe^rer s SSecs
etn$ be«SRartettbttr0er®4tt(»itreired
«^R. Subbe, £)rganiffc unb ©^ude^ret
in Jtom^nboff
Orb.
1
1
6
1
1
4
1
1
5
3
1
2
7
3
12
XXXV
»er.
XXXTI
SRarienburg
gRaricnwet«
bcr
ÜRemel
Gubfcribenten • SBecieidjintf.
^tn. «Keffer/ Gd^ttSe^er in JSteden^agen
s a){finer/ ®(l^ulle()cec unt Orgamf^
in 9)2artenatt
* SfB 9 f c ! i , eöang., ?)farrer in Äajnafe
s »& 6 u r g, eöang. ?)fan:er in Cofenbotff
bie (Sc^ulbibliot^eC in Stegenort
^cn. «feinet, eoang. 9)famr in8abefop|>
t>on @4doen, eoang. ^'^ebiger in
@4abwalbe
*&t. Äantec, ÄinigL .&ofbu(!ibru<«et
für
^rn. g 1 1 1 w e U , SRegier. ^eM)ca|ibent
» Dr. 9{6{net, @on{tflonalsjDii:ector
5 ÄüniJ, Slegierung^ÄÄtfetfoc .
bie J^dnigl. SRegterungdsaSibliot^ef
« s ® pmnaflal -- SßibUot^ef
^rn. »on Settau, (5^ef s 9)rdfibent be«
Jt5ntgL Obetlanbedgen^tö
s ®raf oon Aauita, £)bei:lanbe^er.
s SSufdS), CbecIanbeöger.sSRat^
«rtatau/ £)beclanbe«gec.sÄfleffo«
iDe^enbr 3u1li}s@ommtffartu4
fO^ebed, Stegierungörat^
^6 m i b , Suftia 5 ©ommiffariuö
grei&. öon ©4«5tter, ^rfjibent
bcr ©eneirals^ommifTlon
^olft, Sanbrid^ter in Slorenberg
fKepet, J^aufmann
Dr. ©toi p; SRegierung^ u. ®4ulcat^
($, StbniH. 8anbrat$6 ^ 2Cmt
för
^m. 8amött, d^at^mann in ^ewe
« ^pittel, 3uflii<2Cctuadud bafelbft
» 3 u r 9 , 9{atbmanni baf.
< Steptag, ^ofi^olter baf.
s SOiocamindfi; Jtaufmann baf.
Srdutetn S^ad^e
jDie ^&mmeret baf. '
(5. A6nigl. 8anbcat^is2rmt
(S. ^o^lSbr. fRagifhrat, 2 (5pcnif l.
Orb. S0<1.
16
Subfcribenten « aSerjeic^jtif.
XXX\II
Wttmü
Cr^. «Oel.
3Rerfeburg
9Ro()rungen
92und[ien
«ßrn. epttnQil, @u|>edntenbent
s £)fterme9er, ?)farrer
s 8la|}poIb/ ^orvcr in ^ä^wa^ott
s ®raf oon 9Serfowiti auf ©o^loten
fuc
«f»rn. Don ©olbbecf, ®efi. 8?at^ unb
£)be);s9o1ls]Dti;ector
i @. 3* @4n>cberöft, Kaufmann
s äBolfgramm, 3ufti>s^ommtffanttd
s fRacotift, Jtaufmann
: Sß. SKuttrap/ JCaufmann
s Bä^tbheVf Sootfens^ommanbeur
5 Dr. med. aÄor0cn, «^ofrat^
« 2(nbr. Si^obeen, Jtaufmann
: 3. «gering/ 2())0t^e(er
s oon £)ertel/ Suutenont a. S).
s 8. dtingetmann, JCaufmann
s Serbin/ 8el;cec
' *&arfe/ (^anbibat unb Ze^xtt
s »^ofcic^tcr, Beßrer
bie Soge ^itapt)ii
^r. Sonntag, ^näfyänUn
für
(S. SSobfltdbr. SKadtftrat
i ' s in @aalfelb-
«^rn. ©cafen au ^o^na, Z)hvip%k\xUs
nant in SfZeicbeirtdwalbe
s ®cafen oon Stnfenftein, ®enera(s
eanbfdiaftösaiatf) in Sdgfenbacf
' öon ?)oren5, ®enerars8anbr4)aft65
9{at$ auf SJenebten
fUc
®e. C^ceUen} ^vn, Grafen 4)on fOlonts
de lad, StbniQl. aRinifler
^rn. S3&r, dtat^
• t>on ä3e(Ii, S)eim|tenalrat$
s 3. X SinfierUn
17
2
5
xxxTiii Gubfcrtbenteit « $Bec)etd(^ni$.
SKfinfiev
9{ettbranben^
bttrg
9{eu{iabt
(in ffiejipr.)
örl
9$c(.
«
Slorb^aufen *
i&flerobe am
Öjlerobe in
9)aberbotn
9)taau
9ot((bam
9ren)lau
^pvmont
«&C. flfleifd^maiitt/ SBiu^^bler
s ^inbotteiT/ IBu(|^nbln;
s 8legen<berd/ IBud^^bler
« B. ^Dämmtet, SBui^foMa;
J(6ittdUd^i eonbvat^sVmt
fftt
«&tn. Scofeii Don ^e^fetlingf, Vtciot
auf «ßofs^d^mectatt
s *&an!e, SitfH^tat^
s S6pec, Sanbdcbtet
s Stelle, SVtttmeifiet tmb Obcromt^
mann in (Sitä^oc^in
s 0rump, Lieutenant in §ßt&d
s ®ütte, «Hauptmann tfnb Sntenbont
in ^pett
» ®taf f ®ttt^if!(et auf ^l. ©targin
s oon ^ahoUii^ti, ®ut<be1t(et; auf
J^omtou
s "bon Uftairbow6(i, <9ttt6befi(er auf
J^lanin
• €lf(b/ 2rmtdr4reiber in @a«4ocain
s ^^eecing, ©utsbeftter auf Occalift
' SSSil^be, eanbncbter in |)uti9
s oon SQei^et, Sanbe$$}Director auf
^v.%an\>Qtaf, SSuil^^&nblet
« *&{tf(!b/ SSu4)^anbter
fftr «^. 2Cbt)0cat Dr. JtSnig
' t>on 3a$fi, 8anbrat$
t SBefeney, SBud^^dnblet
i (Slfaffet/ J^aufinann
' Slad^/ 9)onseislDicectot
s ^aJ)n, Gpebiteut
s ^eterfen, ©out^ecnententös^Cubitcnr
s oon dtoggenbufe
5 «^oroat^, fBud^l^dnbler
« 9{iegel/ SBucbb^nbler
s SRagocaP/ S3u(b^b(et
' ueiat, iBud^^nbler
13
1
i
2
1
1
1
1
2
2
15
1
1
Sttbfctibenteti • 8ergti(^ni|.
Orb.
©<r.
dtdffdtbitfg
^ et««! (et/ ¥»tiratb
1
Sittipntbttvg
s Sßeif , gartet
$
fb
tk tMM^ bc« bo40bL 6tm Ctoltdffler»
•
0te0imeiitl
Ufi^tt auf 8la(nenb«rd
Sjija
<&r. Deubnec, fM^^MUt
1
Siffel
Oie «Nbltotbel M JtMdL ü^mnoffiim«
1
9lo{lo(!
•«»c. StilUi;, «wbb^^nbfer
1
9ltiboIf{abt
jDie «^ofbucbbonblung
1
e^tpe^
MüigL ean&catb^sVmt
ffe
*&nt (S|t4^<f f , 9fanrcr In ^opoUio
12
9 Jtalitff, yftrtec in GdjfwebtoMo
s Don 9>tab|ind{i/ Cffidat
s 0ofatnietfi, 9fan!cr in Sksmo
s £)!onieio<(ff i^fottct In Sobtnoo
* Safomrtjf 1, :S>ecatt in etneino
'- 9tt^Untti,fßkQfbiii%^acm
s 6a9nalew<fi, iBicar. itt|)oln.eonf
ben®<buaebte«4Berein bc< (Steter ^etfe<
^xtu 2)orbrlt}, SKcctor
s 3abloi9<!i, €onrectpr
s S. Sauber Kantor
•
etabe
•ßr. 9)ofwies/ Sud^&ibleit
. 1
Stettin
s 9)lorin, Sn^b^nbler
2
6ttalfunb
« 9on itempben/ i^ntgl. Generals
Qlaior unb €ommanbant
f
6trfttburg in
Mnidl. «anbvatbi'^mt
8
Se^r.
ftti:
<&nL »Ott Sßpbl, Mm^ eonbrot^ auf
0r. J^onoiab
c iCalau, &mb« unb GtobtsOedcbt^
•*
^icector
•
' 9>0blaw$fir IDomoinen « Stttenbont
in (SoOub
' ^ofbaitfet/ atectot bafelbjl
1
1
\
9 6(bloffr Cowaingn g^tttcnbont in
•
®ttttoiDOr 2 QiKiii;^!.
1
xxxx
Strasburg in
gBejli)r.
©tuttgarbt
S^orn
Xie^cnfjo^
€}ubfcrt6enten < SJeci^tcbnif.
J^. iDeuf, @tetters<Siime|imer in (3oU
8df(unb et &oi)n, SBu^^&nbler
aÄetaler, IBudS)^4nblei:
gifd()er, Ä6ni9t. SngenieursSieut.
Sromm, @q>ttain
för
^cn. ©euneenborff t>on l^inbenburg,
Äönigl. (Sener-sSÄüjoc u. Sommonb.
s SWellien, SBörgemeiller unb 9)olit
jeisjDirectot
bte Stat^öbibliot^ef
^m. Dr. ^xoi)m, sbirectoc beö ©pmnaf.
IDfefel, 3ujlij*©{rectoi:
@tfen|>auer, ©enioc unb ©uperim
tenbent
Dr. ©üle, ?)facrcr
Sriabrowöli, 9>famr
«^a^n, @teuen;at$ -
©ponnagel, ©utsbejilcr
öon grepdlcben, aRoior
©cibel, Suftias^Cfieffor
Dr. Äeferflefn, ^rofeflbc
««äffe, kriminal siDirector
öon SBittfe, Suflij^WelTor
aiofcno», halfen sSRenbant
hülfen, Suflljs^ommtfiair
öon gtf4er, @tobt=®eri*t&:2CMot
Dr. ^rdtoriu«, ?)cdfibent
SQSönneberg, «Hauptmann
gcomm/ Hauptmann unb Snacnieur
in $Ia|
Orb. Sßer.
1
4
1
1
18
.^r. Seemann/ SSud^^dnblet
i SR^eniud/ Aömgl. 2)omatn. 3ntenb.
für
^xn. SBiebe/ 8anbs unb ©tabts^eti^tSe
2)irector
s 3- Baratt, Jtaufmann
bie Slugen^dffd^en £)berb5rfer
ta$ SBaaren^dfPe ®€biet
10
7
&uh\ct\btnUn < Sterjetd^nif.
Stegett^off
sajit
Subingen
Sarfd^au
Set)Iau
Seimar
Sefel
Sien
Solfenbättel
äuQic^au
•gm. ®d^»en«fcucr/ |)fan:er in SRo*
rienau
^ ^ina, 9)rarret in Sabelopp
e SR()eniuö, ^önigl. 2)om. Sntenbant
^v. &ctlmann, Btectot
für {t4 unb för
^m. t>on Säbecf, Röntgt, ^ofti^ittttot
i Don t^aTenfamp, ^ajor
•&r. OriAnber, SBu^^dnbler
^ Saupp, SSud^^dnbler
®e. jDurd&lQudit bet görfl (5aartT>rpöIi
auf 9uaatt)9
«&r. ©lädEdberg, S3u(i5$dnblei;
9 ©rof 3o^. t)on SSarnowöfi
^k JtQtferL Äöniel. Unioerjitdtg^Sibliot^icI
^c. Dr. ©d^neiber, ÄönigL Äm«^
?)^9ltcuö
' SB. «b offmann, IBud^^dnbler
s SSagel, S3u((^dnbler, für
bie Stbiiot^ef beö (S^mnaffumd
*&r. ®ecolb, SBud^^änbler
' ©Naumburg et Comp. S3u(^^dnblei;
' SQalliö^aurer, IBud^^&nbler
s 2C(bce4)t, S3u(6^dnbler
« 2)ai;ttmann, Sud^^dnbler
' Siegler et ®6$ne, SStu^^dnbrer
XXXXI
^rb. lGe(.
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1
J)ic gortfcfeung biefer ©ubfcription« :: Sijie folgt im 2Un
Sßaxibe.
3 n l() a t t.
Kapitel I. ®eite
fhrenffetrt llraeit 1
s t SobenMlbung 4
2)te SM^mrogen unb 9te4rm0en 11
ICdtefle Qcte^en Met f^reuffen (?) . • 14
9^6nU{et tm 9(otten (?) 16
|)9t^a< ftber ba< Bemfletnianb 18
s ttttb jDioboi: über bad SBemflcinlattb 28
Stobot übet ba< SSemjhmtonb '29
Ctoge t)on Bit^nifd^en fReifenben 32
9om|>onia< fJtela öbei; ben 9h)tben 34
Stttfe be< Mmifc^en mtUti int Semiiemlanb 36
|)(mttt« über bte Salttfd^ii Afifbmlanbe. ....... 38
Slaunonia. ICbaM. JBaftleta. Ofmcta 45
Zadint Aber bte »alttfd^en Mffenlanbe ....... 50
BUXttsfßmt^nn^tn. aXarfmannen 60
' s ytolemäud über bte SBatttf^eit 8aitbe . 65
9Mim&ni über bte ^übbalttfu^it Mfenlanbe 66
C^tommvenoanbtrc^ft ber IBdIferatoetde ^\xfftni .... 73
9tcUm&va über bie ^übbaltlfd^eis Jtüftenlanbe 75
Xkmfielii^nbel im XtUtt^uta 80
Xapitel II.
Hüitoanhttnnq C^fanbffd^ ®ot^tt . 94
C^fanbtf^e ^tffen in 9^nfftn 97
9etbin, ®eptben, Sorguttbionen 101
Jtriegerifc^e SBewegungen ber ®ot^n 103
• t {Berü^ngen norbif^ SßhVtxc 105
9eitchier, yrut^tsn0er, fBit^inger 107
XLIV 3 tt M i t.
jDunKe 3ett im Stocben 110
T Skneber, @(at>en, ©laoifc^e Sßanberutiden 113
jDie mihmmt ..,..• 114
^ttmanviä)^ «^enrfd^aft im 9lotUn 120
$B6(!erbeioegun9en im S'^ocben •. • • 1^2
SBanberung bei; @(ai>en nac^ 9{o«ben 125
©efanbtrc^aft ber 2Ceflt^er an ;£(^obedd^ bett ®rofen . . . 126
{Bewegungen unter ben @(at>en im @üben 130
^anberung ber @lat)en nad^ 9lorben 132
SRteberlaffung ber ^ta^en im Ziethen 134
\ Ungewifler ßuflanb ber S36(fer In 9)reuffen 135
®(\ä)i^U unb ®age t>on SSibetoub unb SSruteno .... 138
f s s t)on SQStbewub 140
* s s s s unb bem ®dtot . . . 144
>Dag l^Ütge dtomotot 159.
^rieg mit 9){afoi>ten 164
griebe 167
®age ober bte 8anbedtl^(ung 169
@efd)id^te unb ®age ober bie ßanbeötf^etlung 173
•Die 9lamen ber einjelnen £anbfd^aften 178
®ef(^t(^te unb ^^age ober bte Sanbedt^etlung 181
JCrieg. mit ben ^afomtn 183
(S^age t)on ^olenö «^errfc^iaft ober 9)reuffen 185
Äapilel IIL
3eit (SatH beö ®rofen. 2)er Slorben 187
@age oon ©tarfabberd Zi)aUn an ber ©öbbalttfc^en Jtüfle . 189
<S(anbinai>tfd)e ^eerduber auf ber Ofifee 192
2Cu|lurrei*. SReit^got^lonb 197
<5Crtegöpg 3armertCg, gelben mit ben IBifingern .... 199
Se()ben mit ben Sifingern 20i
9 s i t t SRegnar CobbroE *02
jDftnifc^e JCoIonien an ber (Säbbalttrdi)en ^ä|le 203
jDun!ele 3eit. Sßurffland aZetfeberic^t 206
SBulfflanö ^{eifebertd^t über ^reuffen 208
Äriegdfe^be mit ben ©änen - '^^^
IDdntfd^e SttebecIaflUng auf @amlanb 236
Ättpitcl IV,
|)olen€ frfi^cflc Seiten . • . ' 240
©nfü^rung M (S^tifttntf)VLm^ in 9oUn 242
SDie ^inb^it hei t^i^m 3Cbalbert§ 244
TCbalbertS IBtlbung {n ^agbebur^ 246
»albert »ffc^of »on 9)ro9 250
»aCbertd ^(oflerleben iu fRom 253
Stfc^of Tibalbevt oon neuem ju 9^rag 256
Xbalbert abemtald im Jticfter 3U 9?om 259
s * am ^aifer^ofe 260
' '" bei htm «^erioge ocn ^olen 262
' * * iDanstg 264
s s aU TCpoftel tn ^reuflen 266
»olbert« SRÄrtprersSTcb 270
J^atfer £)tto III. an TCbalbertd ®rabe 274
jDed ^il. 2(balbett6 ^fnbenCen 276
s < « s » unbgolgen f. SD^ärtprecs^Sobeö 278
2>rr «^eibenbefe^cec SBruno 28i
Sntno'd fJRdrtprersSob tn 9)reuffen 287
CF^ftent^um unb «^tbent^um 290
Ade9 mit ^olen 294
2>te jD&nif(^e JColonie in ©amlanb 296
9tamfn beö Sanbe« ^reuffen 299
ttcfprun^ bed 9{amend 9)teuffen 302
Jtapitel V.
9oren unter fD^jedfo II 309
^<aia»t (5mf>5run0 gegen ^olen 312
Aticg i»iri^en CTaffmir unb ^ailw ........ 313
(Fa|imir oon 9><>Ien unb bie 9>reuffen 317
Jtrteg IBo(e«(aod II. gegen f^reufTen 321
|)rrnffene SSeretnselung im JCriege mit 9o(en ..... 323
Artegg^ug ber 2)änen gegen Gamlanb . < 326
*^nbe{d«€rfe$c mit ^reuffen ...... 4 ... . 328
Aneg IßlabiBtoüd «^errmann gegen 9ommeni 330
XLVI 3 tt M l t.
&ntt
Jtrieg 9BUibidlai»4 «^emnaiiii tfegeQ f)tettffen 335
^ jDie 9)reuffen, ^Mfir>btUt geaen ^Un 336
fßtthuitan^ M Ctfiriftent^umS in 9)ommcrQ 341
IBote^Iao IV, Doit 9oUn .... * 344
t « * Jtriegösud nac^ ?>ceitireii 345
fBlidt auf 9)ommem unb ^Ddimnairf 352
< i 8lu$(anb 354
Stapittl VI. '
(SafImtcS bed (Sere^ten Arteg ^egen 9teufi€n 356
s * s > » gedcn bte 9>olenaner • . \ 359
Serwtmtng 9>cten$ unter CfaftmtrS Stad^folgem .... 365
^tthp^ (SonxQh Don SRafomen . . . • 367
Sltd auf 9>oinmem 370
t i |)otenf Sftuflanb unb Sitt^uen 378
• t eiolanbS <efte ©efcitid^te 380
«CianbeUoe^ebr Don Sternen nad^ Stotanb 383
9(ein^acbf SBefe^cer ber etpen 385
SXtein^rb, Stfc^of oon 8ioIanb 390
IBert^otb , iBtf4)of Don Siolanb 394
4^emmtttt0 bet ^efebrung bei; ^ioen 398
2Clbert , IBifc^of von 8toIanb 400
J(ceuaau0 nad!) 8ti>lanb untec SBifd^of lL\biit 402
OSränbung 9liga'd burd^ SBif^of XÜmt 405
Stiftung be< £)cben« be< SRitterbienfie« Oi^ttfK 407
^inbemifTe in ber IBefebntng bet Sioen 412
3mift Bmifd^en Stf^of 2((bert unb bem Ovben 414
jDet Ocben^sSDleijlet IBinno 417
^er Orbends9)(eifiec fBoIquitt 419
9leuer 3mift ^mifc^en QObcrt unb bem £)iben 421
t ^eu^aug na(( Siolonb 423
Soctgang ber d^riflfic^en ®a(^ va StPlanb 425
Ätt?>iteC VII.
Serfnd^e gut IBefe^rung ber |>crufreii 428
jDer SBembarbiner » SXdnc^ C^rifhan 430
SBatbemar« II. Jtrieglavd nad^ yreufin ....... 434
. iDer 9lSn4 C^jHan, IBeüe^cer Ut 9>rettf|en .... 436
(S^fdan , ttfttt f8if(^of *9on 9tenf[en ........ 441
StteoüvtQ nad^ 9)nuffen 446
aDaö Arctt^^eer im ^ulmerlante 450
Söa^ ü^itfytm Aulm 453
Scbrängntfc Sltarootend bur^ bte ^ceuffen 458
©tfftiing he$ föxheni ter düittersIBrftbe]; oon )Dobnii . . • 460
SDfr Orbcn bei; Setter sIBrüber oon iDobrin .•'.... 462
@<^a4t bei ©tradburg .- 465
9>omiiicni< SBecljfältnife ^u |)ceuf|eit 467
3ut>aii((t 5ur ^Rettung burdft ben föttxtf^n Qx^tn ... 471
ÄttpiTeJ VIII.
3nnere€ Seben 473
0ffialt brt eanbed 475
jDaS ^Imerlanb 476
f)omefanfen 479
^ogefanten i .... 483
(Srmlanb 486
9latangen 488
fSaxUn ober bad Sarterlanb 490
€la(ittbien 495
€^bdtten 497
9(abrauen 499
^amtonb 502
&^alamn 5d6
Serfaffung unb bärgevlid^e £)i:bnung . ' 510
Aapttel IX.
Jtnegöoerfaffung unb ^vie^iavt 525
^biSlX^iA unb gefeaige« ßeben 541
jiapitel XI.
ateltgion unb ®$ttecbienfi 574
sDie f)rte0et 600
'XLviii S n ^ a ( t.
Gette
' ^cieftecmnen unb SBa^rfagec 610
2)ie ^riefler 613
Sleligtöfc gffte 615
*
S3 e t t a g e n.
N7 I. U^be( bte ^rontl C^^nfltan^, bed erfleiv SSifd^ofd t>on
5)reu(|en 617
N7 II. Ueber bte a3ernftetn<3nfe( ataunoma; 2CbaIug, SSafKta
unb Ofedcta, @amtanb 632
N? IIL lieber ben ^eiligen Ta^kVotxX unb be(fen a5fo9W?>$en^ *. 650
N7 IV. Uebcc ben Flamen 5)reuffen 667
N^« V 674
N-:« VI. Otto IV. 8löm. Äaifcr beftdttföt bem ©(^»ett^-SJcübet»
£)rben in Siolanb alle feine bamaligen unb ülnftigen
»eftftungen. 5Dat. ftouban VI KaL Febr. (27. San.) 1211. 675
Nl* VII . 676
N7 VIII. S3emei0 aber ben Untergand eineö Sanbed neben
©amlanb, SBitlanb genannt 677
N-r» IX. Ueber bie altpreuffif^e gähnen s SnWrtft 686
N? X. Heber ben Oberri(^ter yxxfsi Oberpriefter (3ri»e ... 696
<»
Ueber tte @|>rad^e ber alten ^reuffen 711
etjied & a p i t c is
Ucber |)reufrenS (Schalt unb SSefd^affen^eit in uxilUftex 3ett
liegt tiefet, unbur(!^brfngli(i[)ed X>unUl, unb felbjt and) an^
ben 3a^tf^unberten/ tpeld^e bad Sid(^t gef(l^id(^tlid(^er ^unbe
in anbem Sänbem fdl^on ]()eller Uku^Ut, ^pxx6)t nod() (eine
menfd^Itc^e @timme über ^reuffen ju und b^täber. }C(fo
»ttb QUd^ !ein Sorfd()et bie erften Silagen über be$ SanbeS
Orselialt^ ^(tefle @d()i(lfale unb 3lat\xt je mit t)oIIer ®mx^^
^it auf}u(&fen t)erm&gen/ unb nie mirb bie reine @onne
it^id)tl\6)ex Srfenntni^ jene bunfelen ißebel brechen/ bie
in ber 9la^t beS liol^en 3Cltertf)umd ftd^ aber ^r^uffen dni^
breiten. 9{ur einige (Sagen, roxe frembe S3oten aud einer
anbem Sßelt/ (ommen qu8 bem ^unlel btefer 2(tejlen Seiten
itt und hierüber. 9Bie fte baS SBaltifc^e üJIeer mit bem ^eut^:
\^m im ftiblid^en Steile ber 6imbrifd()en «^albinfel in enge
SSerbtnbung fe^en, fo laffen fte j[ene$ aud^ feine n)itben
Seilen bort aber Sommern bi§ in bie Sauft^ unb liier
über |)reuffen bi« md) 9)olen weit l&ineinjlrJmen >); fte
bringen felbfl ben n&rblic^en iDcean in na))c S3eru^rung mit
bem StaBpi\i)tn 9Reere «).
1) Son «^off ^ef^i^tebrr (Sv\>oUv^l&(it^J.&.6Z^ifan9f\,
fibcr btf Cftfee ®. 28.
2)9^annertber 9tcvben ber (Srbe @. 73. «^afTe @ntbe(!ungen
im gelbe ber dlteflen (Srb» nnb fRenre^engerc^t^te €$. 58 ff. S)en
ftnnifc^ Steerbufen bringen bie olten ©eograp^en oud^ mit bem |)ons
titd in Berbinbung, r* &ä)thitt gum 92e{lor @. 89. IBart^
iDestf^ranbö UrdeT^t^te SB. I. 6$. 147. «&affe 9reuffend 2Cnfptä4e,
Ott Semftetntanb ba< 9arabte^ bet 2aten ®. 21.
l 1
2 ^tettffen^ ttcseit.
9Ba8 aber a\x6) in biefen Qa^en SBal^rbett fe^n unb
xoai ber S)t(!^tung unb SSermutl^ung jugel^iren mag: — bte
3la6)xi6)ten , xoeld)t fte über 3)reuffen bringen/ fcbetnt baS
f))re(l()enbe Seugniß ber ^atnx in ibren @rfcbet ungen \>ieU
faöf )U befl^tigen. 6S ijt b^f^ n>abrf(beinli(b unb oft be^
bauptet werben : 9)reujTen fep einfi t)&Ilig t)om ®ewif[er bed
ÜReereS bebest gen)efen; feinS3oben fep ein @r)eugntf über?
fiutbenber ©emdffer/ unb ba wo je^t @tdbte blüben unb
frud^tbare Xeder gränen^ b^be in nxalUn bunlelen Sagen
bie Zl)iemelt ber @ee ibr naä)tti^ii Seben burcblebt. %vtU
1x6) t)ermag (einer gu fagen, }u wetcber 3eit unb wie lange
bie SBbgen ber 9Baf[erma{]e ftcb über ^reuffenö S3oben bm
unb ^ei beweget; gewt^ aber beburfte e$ einer gewattigen
Umw^()ung unb SSerdnberung aller S^inge^ um biefed alte
fDleereSsSSette bem Siebte ber @onne iugangli^) unb für
baS 8eben ber ^ier? unb Sßenfdbenwelt gefcbidt ju tnad^en.
@i ift t)on gelebrten Kennern ber Srbgefcbicbte bie
SReinung auSgef))ro(ben werben: t>or t)ielen Sabrtaufenben
fe9 unfere (Srbe ungebeueren Umwdtiungen unterworfen ge«
wefen; in einer biefer gewattigen Umwdtjungen babe ftdb im
®egen(ampfe be8 SBafferS mit bem ^euer burd; 92teberfdblag
ba8 Urgebirge, ber ©ranit/ bad eigenttid^e ®exippt ber @rbe
gibilbet; 3abrtaufenbe nacb biefer Urjeit fep biefe auferfie
©ranitrinbe burcb Sinflurjung innerer grofier ^hl^Un ge?
brocben ober burdt^ anbere innere wirlenbe «Gräfte {ufammen?
geflär)t; am ^u^e biefer etnge|turiten SErummer batten ft^^
in febr langen Seitrdumen bie ©anggebirge t)on einfad[^em
Sbon unb Stoß gebilbet/ in ibrem Snnem bie Sager ber
Sr^e entbaltenb/ unb auf biefe S3ilbung fep in einem brt^t?
ten grofen äeitraume bie ber Sli^gebirge erfotgt, bie au8
mandl^faltig abwec^felnben @d[)icbteii t)erfcbiebener @tein s unb
Srbarten bejieben ; eS fep ni(bt unwabrf(beinlid(^/ bafi in bte:r
fer britten fi3i(bung8))eriobe nocb mebrere, jwar nic^t mebr
aOgemeine/ aber bocb febr weit t)erbreitete irtlid^e Umwät-
jungen grof e @tred(en be8 SReereöbobenS abwecbfelnb trodfen
gelegt unb wieber uberfdS^wemmt b<^ben ; baf aber burcb aDe
^reuff^n« Urjeit. 3
biefe nimodljungen aud) eine ^ehge g^^ruitgSfä^tger Stoffe
tn ba^ 3nnere ber (Srbe vergraben morben fe9/ toelc^e tief
im @(|^oof[e ber'@rbe ben «^eerb t>on SSuIcanen unb (Srb^
Feben geMIbet^ iutä^ weldE)e toieberum neue ttmn)dl}ungen
er}eugt worben fepen; bur^ biefe legten Umn)^Ijungen bon
net>tuntf(^?bulcanif<|^er Zxt fepen nun wdf)t\^mli^ bie
Oebenefie beS ehemaligen SlteereS boQig au^trodnet^ un^
ferc Serge unb ßbenen ttodcn gelegt/ unb babntö) enitid)
fep bem SRenf^en felbji etne bleibenbe unb nil)ige SSo^nfidtte
ieteitet »otben *).
2>iefe ^(nftdbt über bte 93i(bung ber (Srbober^il^e bor^
ausgefeilt/ biirfte eS nun too\)l nid^t unwa^rfc^einlic^ fe^n^
baf ^6) einjtenö in einer biefer grofien Umn^ilsungen/ fo^
n>o|^I in ben bon ^euffen auS na^ ©uben^ afö naöi @fib^
Sofien gelegenen if^ac^barlanbeu/ jn^ei gro^e SBaflerbecfen ge?
bi(bet ^abeU/ bie biele ÜReilen n?eit ftdS) auSbel^nten unb
itren äuflu^ auS fernen ®ebirgen erlf^ieften ')« Sänge nt&gen
bte SSafjfermaffen ffd^ bort* gefammelt Igiaben, bi^ enblid)
bttr^^ irgenb ein gro^e$ ißaturereigni^ jeneSBafferfeffetburdt^r
Broten morben fei^n migen unb bie SSSaffermaffe in ^cwaU
tigen @tr6mungen ft^ t^titt nad^ Sterben/ tl^eifö na^ 9torb$
Seflen ^in gefturjt ju ^aben fc^ieint S)iefer SRemung ent^
fpri4^t n>enig{ienS bie bis )ur l^&^f(en äBalE)rfc|)ein(i(lt^(eit nad^$
geioiefene Sticf^tung ber (egten großen Sßafferflutli) toon @äben
unb @i!ib::£)flen nad) ißorben unb 9?orb::3Bej}en; e$ be«
{tätigen fte aber anä) nid)t mmbcr bie eigentbömtid^e Sage
ber <f>oll)en}uge in 9)teuf[en/ unb bie gematttgen Strombetten
feiner glufie, j. SB. bea SBei^feU unb beS ^regeh ©tromeö,
1) ^iff ifi x>otMiä) bie 2Cnfr4t von 8tttrom über bieSSirbung
bet erboberfTäc^ in feiner ,,?)oputären Äflronomie.'t 2ter 3*1. IffeÄb*
l^a. 0. 41—4?. e« ?>ot s»«cfmdgf3 uefiftienen, fie gum S^l
mit feinen eigenen SBorten ^ierivicberjU(K^eii. ©evöt. bamtt, »a« Äant
9teftf(^ eeogrop^ie S3. l &. 297 ff. aber bte S^eooruttonen ber (Srbe
fast/ unb ZinVi Urwelt unb 2fltcrtbura. JB. I. 0. 11 ff.
2) ©or<^ erfd^emunacn in ben SSerÄnbeningen ber ßrbe über^upt
nimmt ati<^ Äant in feiner 1)^. ©eogropjie ». I. 0.299 an; f. au<^
6.504.
1*
4 9reufren6 SSobett^SBitbung.
beten fa^ tneilenbreite ^(uSbel^nttng t^te (Entlte^ttng l^ft
tt)a]^rfd(^etnlt(^ in jenen ura(tcn Betten in ber gewattfamen
3Cuft|lr&mung lener aSBaffermafTen auf ben (üblichen unb fäb::
iflii^^en aSafTerbeden erbielf. jDemnac^ würbe einjhna»^
toieOei^t t>or mebren 3a^rtaufenben / nicbt Mof eine Seit
bagewefeu fe^n^ in nfe(4^er ba8 ganje Sanb 9)reu1Ten eine
gto^e/ unabfel^bate SBafferfIi(|)e bildete/ fonbetn auc^ eine
3eit/ in mehret gewaltige SBafferfir&mungen t>on @uben
lierab nad^ Sterben unb t)on Sub^^iDften no4^9lorb?SSe{len
)u ®tatt gefunben ^aben. Unb )ur SBeflAtigung biefer
Xnftd&t t)Dn 9)reu{Tend Urgejiatt liefert au^ bie Statur
man^t xiid^t unwi^ttge iBemeife in t)erf4iiebenen ibrer Qu
fcl^einungen.
:&abin beuten namlidl) erflenS fd^on bie in 9>reufren fo
iu^erft jablreid^ üorbanbenen Serfieinerungen Don &ä)aU
toteren, @eegef4)&pfen unb ben t)te(filtigen anbem Srjeug«
niffen beS ÜReereS/ bie burd^^ alle Slf^eite beS ganbed, ^ie
unb ba in benounberung^wttrbiger SRenge^ )er|lreut liegen ^).
SS ftnb bie Ueberrefle einer einfl belebten )ablreid(^n SBaffer«
weit t)on sedieren unb ®ttoh6)ien, bie fiä) t)or 3abrtaufen«
ben auf bem ehemaligen 9Reere<grunbe bewegt b<^ben ober
im @eegew jffer ibre 9labrung fanben. @elbfl auf ben «g)6ben
be< 8anbe8 ftnb fte als äeugen ber einfügen Ueberflutbung
)urfi(f geblieben imb geben nun ben 9Haa^^ab, wie boc^
einfi bie ©ewdfler aber ben IBoben b^n unb ber wogten *).
£)ft tief in baS Snnere biefer «^iben vergraben, bienen fte
1) SSer^r. Soct'« 9tat\xt^ef^id)U x>on |)reuffen^ IB. IL 6. 425 f.
Pisan^ki Comment. de montibus regni Prusfiae notabilioribus {. 3.
p. 5. „Occurrunt, fagt biefer/ frequenter concbarum, ostreanim
comuumcpie Amioonis ingenies €tcervL Heltving Litbographia An-
geri>urgica, p. 67 seq.
2) @o fbibet man \t\b^ auf einer ber (duften «&6^n von |>rettf|eQ,
auf ber 6^ ifte be^ ^altgarben in eamUinb , in einer ^h\^ oon 370
bis 380 gttf über ber gjleeredfld^e eine fRenge oon ajeuf^elfollfteinen
mit I9ielen oerfteinerten G^alt^ieren ; be^gUi^en au4 in ber gebirat*
aen ©egenb oon Vngerburg. fBergL Seitrdae gur Aunbe lyreufTen«, S.
iV. e. 122. Helwing L c. p. 58 seq. »o<f a. a. £). 8.L 6. 410.
9>teufren6.S3o^fn<SSl(bung. 5
ge< Ueberflutl^n beS ©etodfTer^ unb burd^ fortoj^renbe
Xiebeifd^lige ber t>err<4tebenen @toffe/ n>el(^ ba$ SBafTer
mit 1t(^ fA^tte^ in t^rer ®r6f e bebeutenb getoacf^fen unb
in ber Sonn, in n>el(^r mir ffe jc^t feilten/ }um größten
Z^tle crft butcl^ baS SBaffcr gebilbet fepn m6gen ^).
C^tn anbereS wic^figeS äeugntf für bie Xnna^me/ baf
|>miffenS Soben einji bon groflen SEBafferftrimungen uber^
{ogcn wotbcn ift^ finb olftne 3n>etfel bie 9lei()en(agen bon
gn»^en Setöträmmem unb mic^tigen ©teinmafteU/ bie in
Mfc^tebenen Seilen beS fonjl ganj f^Ifenleeren SanbeS ge«
fnnben loetben. 3|ite JBefc^affenl^eit fowo^I/ atö bie ganj
etgent^ämlt^^e 9li4^tung il^ret Sage, f)at wn je^er bie Xuf?
metfTainfett forfct^enber Jtennev angeregt/ unb jene xok biefe
iabtn bte SReinung erzeugt/ ba^ nur bie ®en>alt ber mii)^
tigPen SBafTerfhr&mungen biefe Settmaffien t>on einer entfern«
(m th^imat ^6e l^inn>eg toil^tn, an il^ren Qäm fo fiart
aftntnben unb baO> me^r balb weniger bur^ (anged Sort?
fi^teben abgidtten {innen ; bafi aber jene Urheimat au^ »olEil
harn eine anbere fepn !6nne/ atö bie fub(i(|^en Urgebirge ber
Matpat^n, bon weUtien fte bunfi irgenb ein 9laturereigniß
Mgeriffen^ burct^ ftarte Safferfhimungen/ t>iellei4^t in tau^
fenbii^ger Xrbeit nai^ 9lorben ^inab fortgetrieben fepn
»id^ten. «^ief&r fpricl^t t>Dr)&g(ic^ bie wtd^tige 6rf(d[^einung/
bof biefe ®teinfami(ien fSrnrntiCic^ in ber 9{i(l[)tung gegen
bte @ee )u gelagert finb, eine Stic^tung/ bie nur atö bie SSir«
tung einer bon Säben na<l^ 9lprben in ^Bewegung gewefe^
nen Jtraft }u erfliren ift '> iDiefe Araft aber (ag ol^ne
1) jDiffer fRmtii qitt fxeiiiä) nt^t atUin ffir^reuffen; er gilt na^
^ fBttinnn^ Jtant'S/ V^itf^e ^eograp^te S. I. &. 294, 9on bcc
9091» <Mt, bcnn „an aSen Certem ber 0rbe, felbfl auf ben &p\^n
ifsUfn Berge, finbet man grofe «Raufen. von Geemuf^eln unb anbere
VUOmotU M ebemaligen ^uv^nMJ' tinl Unoelt unb 3Cltectbuni,
B. L e. 8 ff.
2) Ser^L was Bo<f in Tetner 9(aturder(i^i4te|)reuffen6, SB. n. Q^.
332—336 übet bie 6tein(a0en ragt 6< be^ben ftä) fol^^tUmafftn
»VnUt Zttßmhn, auf bem Sßfge amifd^n Sapiau unb yogauen bei
6 ^reuffenc^ SBoben^Sttbung.
3i9etfc( tif bet Slt^^tung einer großen SBafferflttt^/ bte Mti
@&ben unb @äb$jD^en nad^ 9lcrben unb 9lorbsS9Beflen,
t>on ben Starpat^ifd)tn Scbtrgen unb ber fßol^a^^h^ ge^
gen bad fi3alttf(^e ÜXeer )u{lr6mte.
• @$ ieugt nid^t minber f&r btefe SReinung aber bte Uv?
geftalt 9}reu{Ten$ aucb bte 9Iatur unb fiSefc^affen^eit M IBo«
benS. @$ tjl gewiß, ba§ ber S3obifn 9)reu|fen8 eine ge^
ntetnf^afttid)e Xbbac^^ung mit bem Aarpatbifcben ®e6trge unb
ber 3ßD(ga=^6()e f)at; ed ifl ni<|^t weniger anö) befannt^
baß in ^reuffenS füblicben Zi)exUn febr bebeutenbe @anbs
gegenbcn unb bte unb ^a felbfi eigentitcbe @anbt!cp|)en oott
meilenwetter 2Cu§bel^nuug ju finben ftnb/ *unb ^aß bagegeti
in feinem n&rbltdE^en ®elinbe faft überall im XUgemeinett
feinere unb fruchtbarere Srbtbeile ben IBoben bilben. Sobet
biefe Srfcbeinung? @ie mhd)U uieUeic^t babur^ am tiat&t^
lidl^tten ju erlldren fepn, baß in ber fortftr&menben Sßaffer»
maffe bie gr5beren unb fd()n7erercn Sanbtbeik/ bie baS ®e»
wdffer mit ftcb iox0^tU, im @äben Dor bem •&6^en)uge
in ber SRitte ^reuffenS nieberfanten unb fo bie weiten
@anbfhre(!en erzeugten/ w^b^^enb bagegen bie feineren ttnb
Uiä)texen (Sibf^iU, iuxäf baS ©ew^ffer aber ben «^ibenjug
btnn)eggetragen/ erfl weiter n6rb(i(l() ftcb nieberfeniten , unb
in folcber 3Crt ben im SRorben $reuffenS tm XSgemeinen
weit frudS^tbareren JBoben bitbeten.
& fpxi^t femer för biefe Xnnabme auc^ bie ganj eigene
t^ümlid&e ©eftalt ber ©rboberpäcl^e ?)reuffen8. '2)er ÜRenf*
erfreut fiä) bier weber jener gewaltigen ©ebirgdmafTeif/ nocb
ber tiefen anmutl^igen S^algrünbe^ wie ffe/ bur(b einfttge
große Slaturereigniffe erjeugt, bie SBewobner Deutfcblanbö^
ber @d()wei}, Stauend unb anberer S^nber erfreuen unb ht»
glätfen. 9)teuffen liegt t)telmebr im ©anjen jußerfi ^df^
berglod unb eben ba, bur^iauS ol^ne alle @puren einßiger
fB^llinen, in 6teinbe<!/ um ben |)ilfen!rttg auf ber Strafe no(( Sße^
lau im &otq\xittifd)tn ^itd)fpieU, bei Srutenau, a){Arrenunb 6^a&n^
in ber ®egenb um Sartenfbein, beim jDorfe (Srobecf ge^en Gdbwej hu,
att4 no^ hti ^bni^iUtQ in einer Keinen (fntfernund «o#9>redeL
mbonili^er etniDtttungen ^). SBer fo ba& Sanb ibtxbliitt,
bnn ift ei laum m&gli4^^ ffc^ bei ®ebanfeni }u emel^reti,
baf bicfe ebene unb berglofe £)berfIJd(^e bei Sanbei ni^^tS
anberei geioefen fe^n (inne, ali bai taufenbj^brige ruhige
Bette bei Sfeerdet^ifferi, beffen SRaffe ben SSoben gegen
bie anberiwo fonft fo gewaltig mirfenben 9latttreretgnt{fe
ü^&it baben mufie. 3m ®uben bei Sanbei ^at ftcb ieboc^^
unter ber SBaffetllutb fenirecbt gegen bte dttdj^tung {()rer
@tr5mung ein <£>&|)en)ug gebilbet/ ber itiit einem S^beik ber
Släfie bei ^anbeft ibre Siicbtung nacb ®äben, einem anbem
Z^Ie berfelben aber bie entgegengefe^te Sticbtung anmeifet/
tmb in folcber SSeife bie ^au))tn)a{ferf(beibe bei £anbei ifi.
tlQb an tiefen ^au)>tbiben)ug lebten ftcb nrieberum anbere
lange «^bbenlinien an totlö^t, wie in ibrer iu^eren ®eflal^
tung, fo in ibtet inneren SBefcbaffenbett auf eine gleicbe bit?
benbe Sirfun^ftfraft ber ©ew^ffer f4^lie$en (äffen. £)ie Un^
teifttibung l^t gefünben/ baf ei auf @teins ober Srbmaffen
Mfgefcbwemmte ^b^n ftnb, burcb bie SBafferflutb in ber
Si<btung ibtet @tr6mung- aufgetriebene SSerfanbungen^ bie
. ibte Sänge in ber 9tege( oon @tiben na(b 9lorben auibebnen
mib faft immet nur eine im SSerb^ltnif geringere ^Breite
Ha £)ften nadb SBeflen b^^ben, norbn>Jrti meifteni mit ge^
(tnberer tinb ntSfligerer. 3(bba(bung ali gegen @uben. iDiefe
eiförmige ®eftalt ber meif^en ^ht^n beutet ft^^tbar auf eine
bunb Uebetfhttbung unb 9lieberf(btag gefcbebene S)i(bung bin,
unb ibr (Sid^ipfet toat alfo toobi (ein anberer/ M bie auf
bem ganzen Sanbe bin unb berbemegte SßafTermafTe ml6)e,
bie eitbungijloffe juerfl bii auf eine getoiffe ^bf)e anb^ufenb/
bann mebr unb mebr ftcb tiefer fen!enb unb ibre SSirfung
auf bie ®ipUl ber *^6b^n berlierenb / bie beiben $o(e ber
Ctform bilbete. SBai aber bie innere JBefcbaffenbeit biefer
^l^n betrifft/ fo ift burcb Kenner l^ngfi entfcbieben, baf
1) ^a0en'< Qttttivxn^ ber fvaqe: ^at ^ttnfftn ein CMbeben
|v bcfii^ten? in bcn SeitrAgen )ur Xunbe yreufjens, IB. IV. e.
294 f.; aa4 bie f^on enoi^te Comment geograplrica de montibua
regoi Pngs, ootabil. a Pisantki,
8 9r<urfen^ {Soben^SSilbung.
fte aufgef4)tE9emmt, alfo bmd^ bte SBirtung ber @etoiffer
entftanben ftnb *). ©ie 8el()5rett' alle ju ben glJjgebirgen,
bt0fen lungeren Srfd^etnungen ber ®e6trgd6Ubung/ in loel^en
fid) l^orijiontal über einanber liegenbe &dfi<l}Un ober S^i|e
Don ®anb/ 6rbe unb @tetnarten beftnben. SSBiefe aberau<|^
nx(i)t fcbon biefe innere IBefcl^affenlE^eit auf ibre Silbung burd^
Stiebei'fcblag auS einer grofien SBaffermafTe anfi flarjle bin^
fo würben offenbar/ n^ie fo eben emabnt/ i^on bie jabl^
iofeU/ in ilfirem Snneren oerbotgenen SSerfleinerungen von
®eetbteren unb anbem A&rpem ber SBaffenoelt für biefen
Urf))rung }eugen '). Unb fo ffnb {te unleugbar bie ilttftax
UrFunben ber Statur, über be& Sanbed einfüge JBefcbaffen?
"^cit au6 einer 'Seit )u unS rebenb/ auS »eUber fonfi no(l(^
fein iant über biefeS Sanb bernommen werben (ann ').
Zbev wer ermift bie ^tit, wer ^i^Ut bie unenbltcbe
9{eibe ber Sage, üieHeicbt bie grofe 3a^( t>on Sabrbunber«
Un, burcb weld^e biefer wüfle unb formlofe Sufianb bier fortr
gebauert 1)ahen mag? SBtr (ennen (einen Beitraum / webet
be6 @nben6 biefer gewaUigen SBafferwüjle/ nodE^ bed2(nfan:E
gen$ einer bewobnbar werbenben neuen SBett Unb wie über
. bie Btxt, fo fd[^weiget a\x<!^ aQeS über 2(n(afl unb Urfac^e ber
SBer^nberung bed alten wüßen 3uflanbed; benn welcbe mid^
tige ^raft etwa einftmatö in ^Bewegung getommen ifl, bte
ben SReereSboben mpotffob au$ ber SEiefe ber ©ew^ffer: ob
bie 92ieberfcblage auS ber SßafTermaffe unb bie oieQeiddt
Sabrtaufenbe fortgefe^ten 2Cnfa^e bon neuen iBilbung^jloffen/
ben jSBobeii enbli4) fo weit erb&l^t Ubtn migen, bafi bte
^ ©ew^ffer ibren natürli(|^en Xbfall nac^ 9lorben in bie @ee
erbielten unb bie bebeutenbe äafyl bon f^Iüffen entflanb;
ob bielleicbt aucb/ wie biele bel^auptet b<^ben/ bie @ee in
il^rer SBaffermafTe bon Sabr^unbert ju 3abrl^unbert fid) ber^
1) S^etgL SBrebe'6 SO^ineraloaird^e S^emerfungen fi&er |)reuffen in
ben SBcitrAgen jur jtunbe 9)reufffn6, IB. I. e. 418.
2) »od a. a. Ow »• I- ®- 408 — 409.
3) Sergl. Aant'i 3)(^9fif(^e ©foarap^te, ». I. @. 295. etne'<
Unoelt unb mert^um , S. l ®. 58.
9)reuffend fBoben«S3i(bun^. 9
minbttt unb bie fonft Aber bem Sanbe Uegenben @eto2ffer
an fK^ fle^ogen b<tM/ alfo ba{i bte gebtibeten «g)6l^en{tmen
{iterfl, nact^molö aud^ bev tiefer gelegene IBoben bem @e«
o^r enthoben würben unb nur bte ttefften 9{{eberungen
sab auSge^i^tten ^fAnbe jule^t attStefie be< alten 9Seere8:s
gntnbei in Sinnen ::@een nvd^ übrig blieben; oberobenb?
üäf m ber Urjeit^ au» weß^er (eine ®cbri^ auf bie %i^i
weit überging/ ein grofeS unb allgemalttgeS 9{aturereigni(r
irgenbioo eine SSBelt jerftirte unb gertrummette unb liier
einer anbem ein neueS S>afe9n gab/ bie SBaffermaffe in bie
6ee unb weiter in baS Seitmeer trieb unb fo ben Soben
fitbenSRenfdi^en/Wie für bie Sbier^ unb Pflanzenwelt jugang«
lU^ ma^U, ob alfO/ wie längfl wieber bt^aupUt ift ')/ jener
SR^f^ ober |>bae^onS @tur) Dom @onnenwagen unb über
bte in Sem^ein üerwanbelten S^r^nen feiner @4iweftem
irgenb ein gefi^icf^tlidS^ed unb auf biefeS norbifcf^e Sanb be«
)]igli4^e6 (Sreigni^ jum ®runbe liege/ auf weldbem bie (Sage
^'elt: über biefeS alleS wirb (einer je ein entfd^eibenbeS
Urteil auS)ufpre4^en wagen.
2)0(b fd^eint ber ewig ruhige ®ang ber 9{aturentwidfes
Inng uns allerbingö wo^t iun^(|i{l auf jene allm jl^lige ^er^
1) 2)ie fRctnung 9on ber aUmä^li^tn TCbno^me hei fßaffM in tcr
£)9fce i(l fdS^faji aU^emtin andenommen motten; utfi, Hartmanni
Hisiorb succini p. 18. jDoltn'ö (SeTc^td^te 6(^webend/ IB. I. ^. 7,
S^unmann'i dkf^tc^te etmgei; xibM\6^tn^h\Xtv, @.14. @l46tttnd
In 6<bC6ser'« 9{orb. 9f\^\^tt, 6. 53 u; a. ;Dt> &(^rtften anberec
Mctrtni/ fo tole bte ®ribtbe, morouf ffe if^re Sebauptun^ i»on ber
fienniiiberund be< flßafferd in ber Ofifee ffft^ten/ fäbrt «&off tu ferner
9ef4i4te ber (Stboberfldc^e , S. L 0. 405 ff. an / beronberö e. 486.
IDtefer 0elef^e befireitet bte SSebauptung jebod^ vait manchen micbttgen
SBeoetfen. SnbefTen ffnbet e< bocb nocb Sin! in f. Urwelt ttnb Xlter«
(bttsi/ 9. I. e. 71 —72 nt<bt ttnwabrftbetnticb/ baf bieS^onoeCt gr5fere
fSitntf gripere ßantfeen unb gr^fere ®&mpfe (atte, ol^ je^t bte Ober«
1!i4e ber Qhrbe. iSz »ibertegt aber IB. IL ®. 26, baß an ber beutfc^
Itfi^e ber £)|ifee eine ^nabme beS g)leere< ^att ftnbe.
;Z) fllablof Sertrümmernna ber grofen Planeten ^dperue unb
9baVt^tt ttnb b(e barauf erfotgten Serftörungen unb Ueberflut^ungeh
aafberdrbe: (Berttn 1823.
10 9rfuffen« SSobett^fBübung.
ouSbUbung ttnb jenes UHK^fenbe (Smporfktiitn M Sanbe«
ani bem ®en>^ffer ]^tn)uwetfen, unb bie Se^uptung bätfte
nic^t ttnnni^rrc^einß^^ fe^n, baf w^tirenb be$ XblaufeS einer
Seit t)on mehren Sal^rtaufenben baS flutf^nbe ®en> jJTer immer
neue IBilbungftfloffe beS SBobenS &6ev einanber lagerte^ ba#
ft(^ in fo((^er SBeife baS ffiafferbette tmtnet weiter evxpou
bob unb bie Slieberfd^Iige unb SCnfc^wemmungen fo lange
fortbauerteu/ bis bie @(^i(|)ten ber aufgelagerten unb an?
gebeulten SBilbungSfloffe fo bo<b ftanbeu/ baß bie ®em^ffer
ftcb in %lu^t^Ux fammelten unb als @trime unb Släffe
ftcb ibte eigenen Setten unb SBege bilben mußten. 3n fol<ber
SSBeife unb in Serbinbuttg mit ber SSirfung jener t>on @&ben
unb ®äb$j&flen nacb Storben unb 9lorb$93eflen gebenben
jlarfen SBafferflr&mung würben bie Seicbfet/ ber (SIbing, bie
^affarge, bte 2CIIe/ ber9)rege(/ bie SRemel unb bie äbrigen
Heineren Släffe, unb jenfeitS beS J^aupt^f^niu^a , biefer
naturlicben SSafferfcbeibe/ bieiDrewenj/ bieSteibe, berlDmu::
leff unb anbere entftanben fepn. SBo aber bie unrubige
SBafTermaffe ibr fiSette tiefer gegraben ^tt^, ober n>o bte
9lieberf(blige ber SilbungSf^offe burcb itgenb einen Umjianb
Derbinbert »orben waren ^ ober aucb too aüS ber Siefe ber
6rbe bett)orf))rubeInbe flueUen eine fefle Anlagerung ber
fi3i(bungS{loffe nicbt juließen^ ba blieben in ben uralten
Vertiefungen beS SBobenS bie ©ewiffer aß @een jieben unb
— xoai t)ie( )ur IBefl^tigung biefer ganjen 2(nft^t uoit
^reuffenS IBoben^fiSilbung beitragt — baS Derb^ftnißmißig
m6)t große Sanb war nocb in fplut Seit t)on fohben ®een
fo außerorbentiicb angef&Ot/ baß ibre XnjabI aber jweitaufenb
^ieg ^)/ obgleicb obne Sweifel t)orber fdbon t)ie(e auSgetrocf?
net waren. @ie ftnb wabrf^ieinücb aOe urfpriünglicb nicbtft
anbereS gewefeu/ als Ueberrefle ber ebemaligen @eegew2ffer,
baS Urbette ber einft baS ganje S^nb bebetfenben SXeereS«
fitttb.
1) ^er alte «^cnneberger in f. 8anbtafe( ®. 5 unb ^avU
fao4 in V(t unb 9Uü, ^reuff. 6. U gd>en 2037 6fm ali Hnft in
fhrcuflfen ))or^nben an.
2)ie (Riebertrngen unb (Re^cinsen. 11
S>H fpiteftm Stseugmffe büfer in fold^r SSeife ^thiU
bdrn neuen Seit {inb offenbar eine« S^iettd bte 9Keb^nin*
jen m bet 9Bei(^fe(/ an einigen ituftenliredfen beS Snfd^n
ttnb beS JCnrifc^en ^affeft unb an ber SRemet/ tinb anbetm
Z^ilö bte iReiringen an ber fublici^en Aüfte ber iDflfee. 3ene
erftem^ bie Slieberungen/ f^einen uberaU bie letzten 9l{eber$
Wi^e ber Sitbnngajloffe au^ ber SSBofferflut^ ermatten unb
niK^ lange unter ben ®en?^ffem geftanben ju ^aben, a» ba$
übrige Sanb ftc^ über biefetben fd[^on emporgehoben l^atte.
Stefe SSt^auptunQ ifi fc^ion U^x ait unb ftnbet eine fel^r
wid^ti^t fBejl^tigung in bem mer{n>ärbtgen Um^anie, baf
man in biefen SZieberungen ni^t nur feine anbem @teine
Imbet, a(S ielä)e, xoü^t 9Renfc^enf)inbe bort l^ingefd^afft
^ben^ fonbem bafi {te auc^ burdi^aud aOe« flueUnnifrer« er^
mangeln unb bie Sef((^affenl()eit beö IBobenS ol)nebie{i audl^
ade Seweife einer S3ilbung burcl^ 2(nfd^wemmungen/ %uf$
(agerungen unb 9{ieberfc^[(lge barbietet 0*
£)ffenbar ftnb aud) bie Sße^ringen ein ipitexci Srgeugnif
ber bilbenben SBaffertraft. ®ie tonnten fc^werlic^ wol^I fcf^on
t^or^nben fepn / alS |)reuffen , noi) ganj t>on ber grofien
Saffermaffe bebest n>ar. 3^re @ntfie|)ung fc^eint ft4^ am
naturU4^en burdS^ bie S93irfung )toeier einanber entgegen«
frebenber Sttiftt erfldren )u (äffen. @« ift namlicf^ unbe«
imifelt unb Wt6) jBeobadiitung prSfenber Sforfcl^er untoiber«
leglicti bargetl^Q/ baf bie {Bewegung be& fBaltifid^en SReereft
in fublt4^er 9li4^tung immer am l^eftigften iji unb feine
1) IBlan finhtt über etnige btefer Slieberungen ober SBerber mitunter
gute 9ttt4n4tett ,{n ^avtroitS^'i deodray>$tf<^s|)iflonr4er SanbedsSe*
f(tietbttii0 ber bret im 9)Qbiir4ett' 9>reuffen liegenben SBBerber ^6nigds
bec0 1722. &. 6 ^tft e^: „^an l^t aud ber (Srfa^rttng/ baf im
Secber fetten ober 9ar feine Se(b|ieine gefnnben merben , H fe^ benn,
baf fte mit greif baf}in ^ehvaö^t finb.'' SDafTelbe befldtiget auc^ SBoeC
9lati2rder(^i(6te ^euff. IB. I. @. 419 — 420. jDer SBebauptung be$
^erm »on ^off O^c^ic^te ber Grboberfia^e S3. I. &. 71, ,,baf bie
Stteberungen o^ne 3»eifet in älterer S^t nid^t fo ganj mit SBafler be«
bctft dewffen , fo lange nod) bie glüffe i^re fBetten nid^t fo fe^r loerfan«
bet unb crb^t ^tten,'' n^iberfpred^en bie defc^id^tlic^en DueUen, fo wie
ni^t minber bte iSefd^fen^eit bed «anbe«.
12 2>tf Sltebecungcn unb Ste^tiitgem
aBaffermaffe tn il^rer @trimung unb i^ttm SBeOenfc^Iage
Dom ^9lorben na(^ ®üben l^tn ftdE^ n)eit md^^tlger, iH^^iäf
aber aud(^ «oeit mel^ jerfl&renb setget/ al6 in entgegenge«
fr^ter Sttd^tung ^). (Sft tfl alfo eine Profit üorldanben, totlä)e
in tnii^tx, fo wie in It&rmifdj^er Seit t>ovl^errf((^enb unb
m jc^tig wtvtenb bte SBaffetmaffe bet £){ifee gegen @ubfn
bräcft 9{un bringen aber bie ®tr6me unb Sl&ffe/ bie i^re
SBafTermafTen an& @uben unbiDflen J^erbeifä^reU/ burc^ben
SBafferbrutf / ber in ifirem (def^Qe liegt, eine anbere Araft
l^rjU/ bie von @äben nac^ SZorben, a(fo ber t>erl^rrf4^n'
ben ^Bewegung ober itraf^ ber JBaltifd^en ©ewiffer burc|^
idren X>tfxd entgegenwirft. X>a n>o ffcf^ biefe beiben Axi^
nun im dußerften ^xudt entgegenflefien/ ^btn ftc^ in alter
Seit htdd^tige @anbbunen gebilbet, web^e ben (Sinbxu^ be«
fReergen>%rS in baS fefte Sonb aü natärlic^e @4u^mauem
üer]E)iQbem. £ie^ ftnb bie 9{e|iringen. Sine wichtige Söes
jlitigung ftnbet biefe ÜReinung über bie Urfa<liie il^rer fdiU
bung in ber merhoärbigen (Srfcdeinung, baf ibtxaU, n>o be^
beutenbe ®tromgen>i{fer mit ilfirer itraft jener jDrudfraft
ber SBaiTermaffe ber iDftfee entgegei^gebmmen ftnb, aud^
biefelbige SSirfung ft(^ in glei4)er Seife immer wieberl^olt
l^t/ unb )n>ar immer nur an ben fäblic^en itufienlanben
M IBattifdiien SReereS. di liegen fold^e 9{el^ringen t)or bem
iDber:: Strome, t)or ber SBeictifel/ bem (Stbing unb bem
Dregel, wx bem Stiemen unb ber X>&na; bagegen ftnben
fie {t(^ nirgenbS an ben anbem Ad^en ber iOfifee t)or ben
großen t)on 9lorben |^er tommenben ^&fitn, unb ed mu^
alfo bie (Srfdi^einung biefer 9le^ringen notJiwenbig mit jener
f&bwdrt^ bräcfenben Mxaft beö SBafTerS im Saltifc^en SKeere
in Saufaloerbinbung fleli^en '). UeberaK l^aben ferner jene
®tr&me jwifctien bem fejlen Sanbe, au# mel4)em fte f ommen,
unb jenen aufge^uften jDänen grof e SSafferbe^^ltnifTe, fBin:^
nen::@een ober *&afe gebilbet, bie iffxt SSaffermaffen ju«
1) Catteau - CaUeville Tableau de Ja Mer Baltique T. L p.
51. Ißon «off «efd^t^te hn&dtofutfää^, 0. I. 0. 64. 71.
2) S^oii «^off a. a. €). B. I. 0. 71.
IDU Sle^riitgen unb ^affe. 13
vi^ft aufnehmen unb }ug(et(|^ bte Araft iredE^eit/ bie fonfl
in nnnittte(barer SBirfung mit bem @en>£fTer ber @ee jlanb.
SMefe ^af e entfenben auf^ einem bun^^brod^enen fünfte ber
Ganbb&ne ben tleberfluf i^rer SBafTermaJTe in bie offene
6ee. 9ltrgenb& aber f^aben btefe ^Cudfhimungen, Siefe ^t^
nannte ifter gebec^felt unb nirgenbS ^at biefet 9Bed^fe(
gt&f ere Seränberungen an bem naiven JCäflenlanbe (^erbeige^
fn^rt, atö an bet 9lorbIäfie $reuf[en6/ wie n^eiterl^in in
biefem SSerfe gejeigt n>erben mirb.
2&tefe$ ftnb im XSgemetnen bte «^aupterfdS^inun^en/
iveb^e ber Se^uptunairjur @tu^e unb jum SBeweife bieneU/
baf f>reuffen etnft boh einer großen SBafTermafTe bebecft unb
bod gefammte jje^t }u S£age Itegenbe Sanb bod einflige 83ette
ber 9lteereöf(ut^en gcwffen fep ^). SBann nun aber unb
wo^r ba€ bon ber SSafTermaffe berlaffene unb trocfen ge$
legte Sanb feine erfien iBen>o^ner erl^alten^ wie ftd^baS erf^e
Keben ber Zf^iexs unb SÄenfc^enwelt l^ier geflaltet unb »le
lange bte erfien Sage ber unbefannten jungen SBelt gebauert
taben, ba? fann feiner erforfdj^en. 9lur baö fct^etnt unbefireit:^
bar, bafi bamalS eine SRenge'ganj anberer Gattungen bon
Z^ieteU/ S3dumen unb 9>tlanien au$ bem neuen fBoben
i(ire 9la(^rung gewannen, bie )e^tni(||t mel^r borf^anben ftnb
mib nur no4) einzelne Spuren il^re« einfifgen 2>afe9n6 iin^^
tertaffen ^aben. 2>amaI8 niod)tt in jugenbli^^ frifc^em Tinf^
tou^\t bie Saumgattung grünen, ani welcher bai «^arj be&
SemfteinS träufelte; bamafö mo4^ten bie Suft jene Snrecten^
arten bun^fcliw jrmen , bie in bem tr jufelnben ^arje bama($
gefangen jefst noc^ bie einjigen Sengen if^rer ®attungen
ftnb. „Senn bu erjjf^len f&nntefl, wie eS ju beiner 3eit
»ar, wie groß würbe unfere Jtenntniß fe^n!" fagte einfl
Jtant beim Xnblitf einer in S3emflein eingef4)(offenen fliege.
@o feinte ftdi^ ber große 9)^iIofopl^ nad^ bem HdfU über
eine Seit, Aber welcher für ben Sterblid^eh eine ewige ftn^
1) 80 wdte alfo VreufTen eine ber iüngeren Z&nhtt ber Orbe. Vu4
Cti( 0. 0. O. 8. 1 6. 76 (itt ito(| bie VMiunQ feft, baf nid^t aDe
<Anber ber jefigen 9tbt i»o» glei^em TCtUt ffnb.
14 2(eaefle ®cie(^en Aber 9tettffen. (?)
ftere 9lad)t ntl^t unb fo fe^nt fidE^ mit t^m naöf ^Uet
Grfenntnifi lebet forfd^nbe ®eift.
jDaS Streben bed SRenfd^en nac^ Crtenntntf aber ben
Urfpntng unb bie dltejle «^etmat feine« @ef4)(e((^teS ift iu
tief im Sßefen feineS ®ei|led begrdnbet/ unb im foi#enben
Serfianbe liegt ein )u mdd^tig n>ir(enber Sorttrieb na^ Sielet
unb Alax^eit, aü ba{[ bie ®e\dfii)te, toe in ibr bie Stimme
bef ÜRenfc^en über bie (Srfc^einungen ber Urjett nod^ nicl^t
felbft rebet/ eS ni6)t t>erfuc^t ^aben ^oOte/ {t(|^ anbem £luet::
len )u n%rn/ a\xp benen ber S>at|i beö ®eifle< geftiQt
n)erben f6iinte. @o l^at bie gefc|)i(f^tli(|^e Sorfcf^ung^ über
^reuffend dltefte Auntt, t>on rebenben äeugnifjfen t>er(affen^
ben fiSemftein )u i()rem Sufirer n>a^(en )u bürfen geglaubt,
um biefeS Sanbed {Betanntfid^aft M .ind ^o(^e 2((tert^um I^in«
ein (U verfolgen. & ^at ni^lt anSR^nnem gefe^lt^ bie in
ber ÜReinnng/ bag ^reuffen in aOen Seiten pai alleinige
SRutterlanb beS fi3ern|leind gewefen fep/ geglaubt ^abeU/ ba
muffe immer ant^ eine JBefanntfdbaft/ eine Serbinbung unb
©emeinfc^aft mit |}reu{fen toorl^anben gemfen fepn, wo
man beS JBemjleind em>d()nt ftnbe 0- ^^ ift biele (Selef^rt^
]E;eit aufgeböten 'worben, ^reuffen fcbon in ben fiSätf^em
SRoftd ju entbecfen^ unb bie Url^eimat ber aKenf(b|)eit/ baö
3)arabieS/ im Xüfienlanbe beriDflfee nac^juweifen^). Xucb
in *&omer6 @efingen fanb man be$ S3ern{tein& geba4)t unb
f(t)Iof Wxaui auf eine ®emeinf4)aft bed alten ©riec^^enlan::
be6 mit 9)reuflen '), n>iemo^I fc(^n>erlt((^ ber'fi3ett)ei9 ju
liefern ifl , baf e§ S3ernjiein ani ^reuffen roax, ben «^omer
fdS^on fannte. 'S3ielme()r f^eint i^n ber alte @dnger fär ein
Srieugnif @ici(ien$ {U l^alten.
1) 64l6ifr 9tot\>iJ(S)t ©ef^t^te G. 34.
2) 1. ^ofi$ IIL 6. ^affe 9)cettffett< Xnfprüi^ Ott Sernfletnianb
bal 9arabte< tcc 2C(tett , 6. 19.
3) ^foirurr Oilyss. XV. 46a XVIIL 296. ITphagen Parerga
btstorica ^>. 166 — 167.
Vettere ^riec^en &(tr ^reurfeti. (?) 15
&xd^€ut i9eifet fc^on |>erobott 9laijftiä)t t)on be& ß^ttu
'tetirt Ct}eu0ung auf ben SAotbcn (Europa'« l^tn. X>UUt
Sater ber ®ef4^id(fte »etfl eö f4^o1i getvffi, baß mit bem
Stint anöf betSemjtetn wndnxopa-i ^u^erflem &ibe (ommt;
aber er fann nid^tö von bem Sanbe fagett/ in welchem er
crieugt loerbe^ unb er bejioeifelt bie t^m jugebracf^te 9la^$
ru^t, baf e< bort einen Sfluf gebe / ben bie Sarbaren Sri^
banoS itemiten unb an beffen mtttem2(|^tlidi^er SRinbung in
ba< 9teer ber Semftein gefitnben n>erbe ^). JDbgleic^ ber
alte Sforf4>er nun auSbrädRidE^ ne^ JS^injufAgt: er I^Kibe bei
aOer SHifie t>on feinem Xugenjeugen aber 9latur unb fi3es
fc^ffen^t ber 9{orbgegenben (Suropa'S etwaS @t(l[^ered er^:
fa^^ren Hnmn, fo l^at e§ bennoc^ nicf^t an t)ielf JUtgen SSer«
fiKben gefehlt, ben besmeifelten ®trom (Sribano'S im 9lorben
loieber auf)uftnben unb an feinen Ufern ba^ Semfteinlanb
SU entbecfen. SRan fa^ il^n balb in ber Söüna ^), weil
9)to(em^u§ unb 9Rarcianu8 fte mit bem iifyxlxi^ Kingenben
SUimen 9l|^ubon benannt ^ben foKen '). Salb fanb ii^n
aII)ttgrofe SSaterlanbMiebe in ber 9iabaune/ einem Sfläfld^en
bei jDangig^ beffen ttnbebeutfamf eit ba$ ®ewi<l^t ber @a(^e
bic^t äberfe^en liefi ^). Xnbere, ftcf^ t>om Slorben ^inmeg«
»enbenb, erfannten i^n im $0/ bem alten 9)qbuS/ Oberin
bem St^obanuS^ ie|t 9ti^one 0; no((^ anbere entbedten i^n
mit n>i(^tigeren ©ränben im 9t^eins@trome, nm beffen
Xorbm&nbung, Sritännien gegenAber, bie 9i&mer auf bem
1) Herodol. L. IIL c. 115. Bayeri Opuscula ad historiam
ant^u. etc. p. 523 ia ber 2Cb)|anb(und: De Yenetls et Eridano Fluno.
7^ Bayer 1. c p. 527. ^üiXbiti aber in ber 9^orb. ®9\^i^U
CS. 9. »iberTprai^ T^cii.
3) Bpf 811 mt%U (inbl. «ebt^ten, ». 10. e. 196.
4} 6o ber SDan^iger Cluver In f. Germania antiqua p. 641.
CS^Uier a. a. £). G. 8. 36. €^Ibfi 3o$. o. SOtüHer TCagemeine
9ef4. B.L €^.35. Rennet Geogr. syst, of Herod. Dergt. fBrebow'e
tlalerfa^imo : Aber eiatelne (SegenflAnbe ber atten ^ef^i^te €$. 397.
5) Pi^iV Bist Nat L. XKX. IL SoUnus c. IV. SSit^elm
Okraonica wbS^ fdne Deioo^ner/ 6. 81. (Berd(. Aber biefe oerfd^icbenen
Scirnngni Uphagen L c. p. 172 «eq.
16 y^ntgiec im 9torben. (?)
(Stianbe 2Ctt|lrat)t(t IBem|letn fanben ^). ®d fc^nft tote
^Deutung be9 9lamend Sribanod t>on bem einen Sanbe |u
bem anbem unb xoix fe^en^ bafi wenn ben ®titäftn ber
Semftetn aud^ wirftid^ befannt unb fein .^erfommen naci^
t^tet SReinung ah ben @trom (Srtbanod gefnü^ft war, bar^^
auft nod^ in feinet SBeife auf etne fU^xe ©emeinfcbofit unb
SSetbtnbung mit bem eigentlichen JBemjieins&anbe, felbft'nicf^t
einma( auf eine beflimmte SSefanntfd^aft mit bemfetben )u
fcK^Iie^en fe^n mlä)U.
Hbex f)abzn benn nid^t fc^on . in uralter 3eit bie fee^
funbigen 9^6ni)ier auf i^ren (Abnen Sabtten, xoit Säxitan^
nien^ Binninfeln, fo bie S3emftein ^^ J(üfte @amlanb< befuc^t
unb bad bocbgefcb^^te / glanjenbe @r}eugnif in bie iinbtt
ber «alten 9Be(t wtitfyin Derbreitet? @o iji fcbon oft gefragt
n^orbeU/ unb über bie Srage iji t>iel t>ermut(iet, lange ge«
ftrftten; fte iji beia^^et unb Demeinet/ unb bi9 auf btefen
Sag bo(^ nod) md)t^ )ur feften ©emi^beit bteräber gebracht
worben. @o jweifetbaft inbeffen ed felbft nod^ ifl^ ob nic^t
bte @iulen bed «^erculed aud^ bie ®r2n))>unfte ber ^ffhnis
)if^en @eefa]S)rten waren/ unb ob ber 9)(^6ni)ier Jtiele jemald
ben £)cean befud^ten; fo Dieled ferner a\x^ bafdr fpricbt baf
ber $^6ni)ier/ wie manche fetner übrigen |)anbettwaaren/
fo aucb bad, Sinn unb ben JBemfiein burd[^ Swif^KU^nbet
aud ®aUien unb Spanien jog, ben @eeweg )u ben Sinns
infein unb bem fBemfiein^£anbe mo^I nur be^megen t>er^
^imUi)cn\>, weil er ibn felbfl nicbt (annte; unb fo wenig
enb(id(^ an eine fo ungebeure Käflenfal^rt burcb Untiefen^
jliirmtfc^e Suchten unb bütrftige SBarbaren bed 9lorben9 }U
glauben {{1/ fo b<^t eS bo(b manche gegeben , webbe bat
lvi\)ne, gewinnlußige «^anbeUooK bis an bie Stiflt ^reuffen*
fegein liefien ^), um f)iex ben jBernjlein an feiner ^npU
1) Plin. H. N. IV. 27. Sof }it StcgU a. a. O. e. 198; vor>
|üdl:<b beffen Vb^nbUtn^ ftber bie oUtiEkttXutAt in b. fleftaif. Biterot«
3eit. 1804. e. XXXI — XXXIL %
2) e^lbitx 9torb. ®ef<^i<btcr €$.105. S^unsBattti Aber bat
Urfprung ber f)reitfreii/ e. 9« «beeren Sbees über Me ^otttie, ben
9^bniiuv im Storbun. (?) 17
queOe auftufttc^n; ja man ^'t fettfi !^ie ©rAnbung einer
|>^nt)ir((^n (Solonte in bet 9lält^ ber JBemfietnfujie nid^t
}tt umoalSirrc^etnlicf^ gefunben. 2)er eine meinte fte in bem
alten ©curgon auf ber )e|tgen <f)albinrer «^ela ^), ber an^
bere in bem aitzn Qnlm )u cntbecfen '). 2(6er e6 finb bie^
oOed nur SSerfudi^e be^ forfc^enben ®eified^ um in bte ftn^;
f ere Ka4^t ein btlmmembe6 ii^t ju bringen, unb »enn e8
auc!^ f^werKc^ ©rünbe giebt, um bte 9R6gli(l^teit t)on bem
aSen o^ne SBeitered ab)u(&ugnen, fo mangelt ed bo^^ eben
fo fe^r an t>6n{g {urei^^enben ^eweifeU/ mit n>eI4^en bie
StrRic^feit unb bie gefd^ic^tli4^e ®en>ipl^tt^ fomo^I jener
turnen .@eefa(^rten inS entfernte jBernfiein^Sanb/ aU biefer
Grunbung einer 9>(^iniiifc^{i ^flan^fiabt aufier aUen 3n>eife(
)a fe^n mare.
Stel ftd(Krer ifi bie. Slad^rid^t, ba^ bie 9>^&nijier mit
SRaffitien, einer 9>flanif{abt ber ^l^ocder in ®aUUn, in
^nbeKgemeinfcf^aft unb SSerfel^r ftanUn, unb Don f)itt aM
knetet ber erjie &tta% wenn gleich noc^ in mattb Ammern?
bem Sterte über baö ^(tefte ^reuffen. & gefd^al^ )ur Sdt,
aß Xtoanber ber ®n)^e auf feinem «^eered}uge nadf 2({ten
an4r |>6iniiien äbenvaKigte unb ba6 Qetoaüiit S^rud be«
miä^xQUf bafi bie ÜRafTilier ^ DieOeicf^t begierig/ Aunbe ober
bie äinninfeln unb ba^ ferne iBemfietn::Sanb }u erfal^ren 0/
einen in ber @temfunbe/ @4iffal^rt unb Sdnberlunbe wof^l
betiKinberten SRann ^), beffen 9lame 99t^ea9 war^ xoit e9
Snfc^r u. «^aiibfl k. IB. I. e. 695. ü. &. 195. So^* v. ^tilUv,
XOdfiiL ®cr^i4te, e. L ®. 35.
1) Uphagen Parerga kiator. p.'lSö. seq.
2) 3o$. 0. SRAUei; a, a. £). na(!^ Upl^en 1. c p. 313.
3) IDte arseudniffe biefer Sdnber fannten bte a){affi(ter fc^on ^\xt^
bm Sanb^nbel; Diodon L. I. p. 348. «beeren 3beeti k. S. II.
6. 194.
4) Murray de Pythea Massitiensi in Not. Commentar. Societ.
Gouing. T. VI. p. 68 u. VbelttR0 ^eltefte ©ef^t^te ber S^eutfd^ii
6. 58 - GO (»aben bie eteOen ber ^Oten ober ^^^tSfta^ gelehrte IBer«
bienlle gefammeCt. eämmtüd^t euütn ber C^tofftfor/ bie aber |)9t(eaS
bonbeln^ ftnbet man oeretttigt in: Pytliea^ Massiliensls Fragmente
coUeg« et Ulvitra^it Andr. Arr. Arvedso^, Upxal. 1824.
I. 2
18 ^Pt^ead ftbex ba6 fiSemPetnCanb.
fcf^etnt gum erftenmal au< W SReerenge bei bcn ®itt(en
bc9 «^etculcd l^inauSfanbten / itxxö) t^n erf^rr([|^en )u laffen,
to\t bte Sinber bee 9lorben$ gefiattet fepen/ von benen bi«
^af)in t^nen fafi aOeS nocf^ unbetannt voax. & mar um
bte Seit Don ettoa breibunbett unb einigen gmangig Sabren
Doi unfereS «^erm ©tburt ^), ali tini Ux erflen ®ä)ifft,
fo t>tel n^it jtcber miffen *), (Sux^a*i n^eßUcbeö @nbe unu
fegelte unb ber fubne @eefabret: an fiSritanntend fäbiftlic^er
@l>i^e/ gu Santium/ bem blutigen (Santerbnrp lanbenb,
einen S^beil beö' @i(anbe9 beteifete. SSon ba auft ging bte
f^abrt notbwirtS xtad) Xf^nU , na^ einigen baö blutige 38^
lanb/ nad) anbem bie Storbfufie ÜtorwegenöO- 2)annnabm
er in langfamer Sabrt feine Sticbtung na6) @uben unb fab'
bie Äüjlen ?)reuffen8. ,,2n biefer falten Sone," berietet
er nun, „Unmn bie SRenfcb^n nocb (eine eblen Srä(bte/ unb
Don gabttien Zl^itxaxUn nur einige; fte n^b^n ^d) t)on «^ir^
fen unb anberh SCvauUxn, t)on SEBurgeln unb Sräcbten. 2>ie^
ienigeu/ b^^ benen «^onig unb (Setreibe gcfunben werben^
bereiten barauö ein ®ctran{. S)ad betreibe aber brefcben
fie^ n^eil b^iterer @onntnf(^ein feiten ifi, in grofen ®eb^us
Un, in ivelcbe bie SCebten eingebra^it werben/ benn /kennen
auf freiem Selbe n^ärben burc^ Stegen unb 9Range( an @onr
nenfrbein febr balb Derberben ♦)." 25arauf fpri^t ?>9tbea«
1) SDic Unterfud^ungen f)ierfibfr f. Bei Murray p. 61. §. 1 de
acute P>'theae; 2Cbelung ^, bl. 64l6}er 9torb. Ocf^. 6. 194.
2) 9^ur t^tmüco fc^eint bc6 ^t^a< fBorgdngec gcmefra }u fepn;
Murray p. 66. @pr enget ®ef4)i(!^te tec loic^ttgtlen gcograp(^. (Snt«
bccfungen @. 57.
3) S^ergl. )Oof über Sbute in SBreboto'd Unterfucbungen Aber
einneble ©egenfldnbe ber alten ©ef^^ti^te u. f. n>. 6. 122 ff.
4) ®0 bei Strabo Rcr. Geograph. L. IV. c 5. To tmv xa^Trwv
civai Twv ij^u^^oiv, xxi ^CMOiv rcuv /xcv «f>o^/ay TravTfA^, rwv de
0-7rav<v xi^x?^ ^^ ^^' ocXXoi^ X«x^voK> )m' Ma£7ro7^ xai ^f^cLi^
r^eipea^xi' Tra^ of{ de CiToa xai fjJXi ^fyveron^ xai ro -irofuc
ivTiv^fv ex^'v* '^^v d^ erlTWj inttoi^ rov^ i^X/ov^ oute «x^*'^' 'c^*
l^a^ovf) Iv 01X01^ jurj'aAoK scoTTrouci, oi/yxo/u^ dfvrwv dcu^o tmv
ffT«x*'**v' *' 7^f «^" *?X1^"'W 7^oyrai d»« to ocvtJXioV) xai
9>pt^ea6 Aber bal St cnftiinUnb. 19
«
ati4 wn Um Solfe , tveUfte!! einen großen S(iei( bei nor?
btf<!ften Sanbe bewohne. ;/2)Drt wobnen bie @uttonen/ ein
Qfrmanifi^eS SBoIf/ an einer bur^^ baö einbringenbe SXeet
9te(fa(^ iemifenen unb oftmatö unterbroc^^enen Aüifte/ fRen^
tonomon genannt^ bie fid) fec^Staufenb @tabien xocit auis
bebnet 6ine Za^t^idfi^afftt bavon entfernt liegt bie Snfel
Xbalud/ an weCcbe )ur ^ublingSjeit burcb bh ^(ut^en beS
Sherei ber SBemflein ^auögefpult n>irb/ ein Xuöwurf beS
Derbicften !Dteere$. 2>ie fiSen^olS^ner gebrauchen il)n f^^^tt
be^ <^o()e8 )ur Neuerung ^ ober t>erfaufen i^n an bie nad^s
bar(t(ben Seutonen ^y
@o lautet bie erfte ftcl^ere fHadfxi(i)t Aber 9)reuffen9
altefte ®^\^i6)U, benn fo t)ielfa(^ au4^ in fjrü^rer unb in
neuerer Seit über biefen SBerid^t bin unb ^er geflritten wou
ben i^, fo ;f>a^t ba$ ®anje ber (Srii^lung^ unb im ein$
fachen äufammen^ange auc^ baS Sinjelne/ bodj^ auf fein Sanb
beS 92orbenft fo gut/ ali auf ba$ ^ujlenlanb ^reuffen. Srag|^
nOin juerfi na^ be§ (u^nen @eefabrerd eigentlichem 3n>etf
bei fetner %af)xt in bie norbifcf^en (Smi^tv, fo fonnte er
für ben b^nbelnben ^eiftaat Sßaffilien ivobi lautfi ein an^
berer aß ein 3n>etf für «^anbel unb @m>erb fe^n. $9tl^ead
foUte bie ©egenben erforf^^en unb bie Siblht !ennen (ernen,
bei melcben bie itoti widS^tigen «^anbelögegenftanbe; 3inn unb
Stmftcin, bie bi^ber 3)?apien$ itaufieuten i^uri^ ben Sanb^
^nbe( über ®aQien iixtamzn, gewonnen würben >). @o?
mit waren Sritannien unb ^reuffen^ IBemfiein^ufle/ ber
Slatur ber @ad^e nad), gemip bie {wei wic^tigften fünfte
1) 00 Plinius H. N. L. XXXVII. c. 2. Pytheas GuUonibua
Gernianiae genli accoli aestuarium oceani Mentonomon nomine,
spalio stadiorum sex millium. Ab hoc diel naTtgatione insulam abesse
Abalum. Illo vere Fiuctibus advebi et esse, concreti maris purgamen*
tum. Incolas pro ligno ad ignem uti eO| proximis^e Teutonis vendere.
2) ßof TCbbantluna über &(tfre äSeltfunbe, 3en. Zit 3eit. 1804.
6. XXXIL Qt meint 2cb#4, |)9tbcad l^ht nur eine @trecfe bed ^t^
t^r^en ®e(|abe</ »el^ei fp4ter Germania bi^f / oielletcbt bis sur Sßerer
ober b^4M< bis jur Cllbe befcbifft SBir »erben im golgenben ben Se«
mtl oci^iMbcn , baf 99tb^as bil nacb 9)reuffen f am.
70 9T^t\)^a^ fibet ^a^fSernftetnUnb.
feinet @eete{fe. fBeibe mu^U er befud^en uxtt> toit er Sri«
tattnten begräf te^ fo faf! er offenbar andf f)reuffen. äu
fetner 8f<^^rt naä) bem bunlelen Sbule, ber SBunber?3nfel
bei 2Cltertl^umö/ trieb i^n fonber^n^etfel nur feine wiffenfdb^^ft»
li^e Sorfdf^begierbe/ bieUeicf^t au^ man^ti, xoM xfym erfi
in {Britannien aber 3!l^ule eri^^lt würbe. Son bort ani,
bom (^o^en 9lorben fegelt nun ^pti^ead l^erabn>irtd na^
fublic^en Jtöften unb trifft auf ein bielfacb burtib SteereS«
flrimungen burd^riffened ©eftabe, aK beffen iBewol^ner man
ibm bad Solf ber ©uttonen nennt. &m\9 wärbe bi< ge«
ft^ic^t(icl[^e SprfdS^ung ganj un)>affenb berfabren^ wenn fte beö
9}9tbea$ SSefd^reibung ber Aäfte auf bie beutige ®efialt be$
iDflfeeftranbed ^reuffend anwenben woBte. SBenn fd)on im
Snnern ber Sanber im 2CbIaufe einiger Sa^r^unberte ber Uns
blicf unb bie S3efcbaffenbeit einzelner Sanbfcbaften oft fo bcs
beutenb beranbert werben , wa$ mu^ in jmeitaufenb 3abren
baS ewig beweglicbe/ ba^ oft fo wi(b fiärmenbe unb Sag
unb 9tad()t am Sanbe }ebrenbe @(ement bed SReereS .an ber
£uf^e 9>reufren$ nicbt 4lle$ umgef}a(tet baben, jumal ba^
wie erwabnt/ bie fi3ewegungen ber oftfeeifdfien ©ew^ffer in
fäblicber SRid^ng feit ewiger Seit am f^eftii^^n gewefen;
wie bietet einfl Sagcwefene mag burd^ bie ®ewalt ber @ee
gerriffen unb in bie ^^iefe berfenft/ wie mawibei bamafö no(|^
nicbt SSorbanbene mag feitbem neu gefd[)afen unb fo baö
ganje JBitb ber Auftengegenben in taufenbfacber SBeife um?
Sewanbe(t worben fe^n ^I Wtt 9ied)t mag atfo 99tbead
iDon einem burd^ ben 2(nbrang ber @cegewaffer b^uftg bunb«
brod()enen unb bielfac^) burdi^riffenen jtuflenlanbe i^te^en ^).
" - — — - - - -
1) ScrgL nur toad «^off (Seföii^tt ber Qt\>ohttfl&ä)t SB« I. €^.
59^-74 u. 2um S£l^Ü auA ^tfandft (Sini^t Semfrf ungen übrr bCe
Oflfce, inronberbett an ben Höften üon ^reuffcn ®« 21 f. über bk fßtr»
inberungen an ben £)firee£uflen anfübren.
2) Plinius H. N, L. XXXVU. c 2 bef^teibt ba« 8anb natb ber
2Cngabe hei 9^^ai aH ein Aestuarium« @(b(6iet a. o. C. 6. 22
ctMvte btefe« 8Bort bur^f ^f^^icbte unb fla^e GteOen am Ufer, »elcbe
bisweilen unter Sßaffer (leben, biimetlcn tro(fen ftnb, fo toU man fte
b^ufli) m'9)reuffen finbet.'' iDie ^rfidrung beS SS^orte« tfl aber »ebet
99t^ea^ Aber ba« ISitnflf inU'nb. 21
Ißi fein 9tame würbe tldm bad SBort SRentonomon s^i^
nannt Heber bie iBebeutung beffelben jtnb in fr&l^erer unb
nettere 3eit {öfon fo Diele ttnb fo t>erf(btebenartige Sev«
mtit^ungen tmb &rK2mngen aufgefleUt werben / baf ed woti(
eben fo fc^wer ift, aU e$ nu^Io^ f^^einen mhä)te, ibreäa^I
bun|» eine neue nbd^ )U t)ermebren. Sftan bat gemeint
baf in bem ie|igen Aird^borfe SRebenau in ^amlanb, beffen
n4tid, aocb tfi abiufr^en, wie ein ganse^ groSed iBoIl auf fold^it fei^«
ten tmb flacben &telleit am Ufer f)ab€ »o^nen !6nRen. ®an} anberd
nobm STf ic^atb @ermanfen @. 86 u. 1238 hitfei SBort. Ohr finbet {n
Vn Acstuarlum ha9 ftif^e «ßaff unb fagt: „S^ begreife gar nicbt,
9ie man biefirö Vefhiadum, wad ^t^ead ganj geim'f burcb bad SBort
«vdtxir^K ütt<gebrfi<et b^ben mup/ mit bem 9lamen ^ikfte belegen fann,
mt bo<b fo b^ttfig geffbiebt.'' I8ergletd)t man mit biefen SBorten aber,
»aö er €^. 86 barüber fagt/ Id fcbetnt er bocb eigentUcb bie ^öjle M
frifcben <&afd unb nicbt baö ^aff felbfi unter bem Aestuarlum oerfian«
ben 2» ^ben; benn »icmodlerfagt, ba^ ,;bie ©uttonen e« nacb ^pt^eaS
befr(t bitten," fo fann bo(b unm6gli(b angenommen tt>erben, baf fte
Ui frifdbe *&aff felbft bewobnt b<>ben follen. £)fenbar giebt üteiä^atb
ha Oottonen, »enn er ba< 2Cefluarium i»on ber IBkicbfet Ui Sraund«
beig ober «(eiligenbeil au^be^nt, einen üiel ju befcbrSnften Umfang.
3Cii4 t^ bie TCnnabme, baf ^pt^eiid baS Sßort ava^^cr^^ gebraucht unb
yftinini ti burcb Aestuanum Überrest ^abe, auf feinen JaU ermei^licb.
a$erg(d(bt man bie &enen mit einanber , in benen ba^ ^ort fonfl nod^
wrfommt, i. fß. Caesar de bello Gall. II. 28. III. 9. Tacit. An. II.
8. Piin. ep. VIIL 33.» fo fantt ed faum etmai anbereS bebeuten, aH,
ein burcb Aftern Vnbrang unb b^uftge Ueberfh6mung bed SBafferö »on
ber &et ober »on gCüffen Sberfcbwemmted , baburcb «ietfaib burd^broc^es
M unb ^erriffeneö JCäften« ober Uferlanb, wie ei ^reuffen an berC|i>
feOtfie tobOlid^ auA ie|t no(b ift unb einft in feinen 9{ieberungen o^ne
^ifet ttO(b weit mtbr n>ar. 9^mt man ben ehemaligen 3uflanb bie«
fer 9Kcbentngen/ bie fo fe^r bebeutenben SSerdnberungen bed frifd^en
<&of5, bie gana oerdnberte 2Cu<münbung bed 9)regel1lrom^/ hie o6IKg
9erf4tebene IBefcbaffenbeit/ber ganaen 0amldnbif(ben MfU u. bed ^uris
f(ben <^affd {Hartntann Historia succini Pruss. p. 17) u. ben!t man
btRitt, mag in jmei Sabrtaufenben bie flörmenbe @ee an ber Jtäfte alTei
ongeioattbelt b^ben mag, fo liegt mobl in ber €la(be felbft bie aufge»
Mte Clrfldrong bed fßorteS. Sßtlbelm Germanien ®. 327 flimmt
im C9att|en bamit äberein. IBof ermd^nte ICbbanbl. 3en. Sit 3eit.
e. xxxn.
22 ' 9pt^ea« tut ba« fBerntietttUnb.
gan}e0 ®e{»|et efnft bie Selbmatt SRebenau ^1e^ ^)^ beralte
9lame no^» t)or]^nben fep, unb (6 f 6nne Don btefem (Sebtete
wo^I felbft aviS) ba9 frifc^e «^aff mit btefem iRamen be}et<^$
net n>orben fe^n >). 97{an(be bagegen ^aben in bem SRamen
SRontau an bet 9Bet(|»fer eine XelEinKc^feit beS 9lamenS ge^
funben. 3Cnbere n^u^ten bad 9Bort auS bem Sinnifcf^en }u
beuten; im Sinnifcf^en (^eiße nad^ bem 6fll^nifd[^en/ einer
Seunbört be« ginnifd[)en, bie Äutifdl^e Stte^ting am Äurifc^n
^aff 5Renbäniemi, foöielalögidl^ten^SBorgebirg, »onSRcnb
eine gid^te «nbSRiemi ein SSorgebirö , unb biefer Verleitung
beJSBorte« ftnb immer bie meiflen gugetl^an gewefen^ mei»
nenb, baß berJBernjleln, a» ,,ein t)er^irtete« gic^ten^rj/'
fd^on Don fe(bfi auf baS einf^malige j&afepn ungel^eueter
gic^tenwdlber lingö ber ganjen ©eelüp« l^^inbeute »)• SBt«'
ber anbere/ ftd[^ in eine S)eutunyt)eö bunfelen SBorteSgar
nic^t weiter einlafienb, l^aben über]^am)t geiweifelt, ob
9)9tl&eae ben Kamen au(^ rid^tig genannt unb ricj^tig aufs
gefaßt ^abe, ob \>af> SBort nic^t fpäter^in »on anbem fe^r
t)erfiümmelt, ober »ielleidS^t fd[)oii i)on bem ber @<)rad&e uns
funbigen Seefahrer Derborben niebergefdl^rieben »orben fe9 ♦),
Unb fte l&aben be8IS)alb einigen ©lauben für ffdj^ ju erwetfen
gewußt, weil walS)rfcf)einli4> aud[> in ber 3Cngabc ber Sänge
ber ÄüpwipredPe, weldf^e 9)9t^ea8 nad^ 9)Iiniu6 auf fe*fc
taufenb ©tabien ober ^unbert unb funfjig 3)eutf4>e SKeiten
auSbel^nt, ein Srrtl^um entlSialten ifl; benn fo biele 2Rii^e
^ aud& aufgewanbtworbenifl, \xm biefe Sänge ju berechnen,
* unb fo fd^arfjtnnig mand&e biefe gewaltige 2Cu8be^nung I)ers
auögeWnftelt ^aben , fo ift e« bod(> immer ba« ÄfinfHidi^c
unb SBilBii^rrid^ e ber S5eredE>nung , waö i^r aUe fefte 3u^
1) Dushurg CLron. P. HL c. 70,
2) Uphagen Parerga p. 184. ^artfnodj 2CIt» u. 9leu * ^reufien
0. 28. ©c^Iöaer a. a. O. @. 36. 124.
3) 2Cberun0 2Ceit. ®efd^{«te ber ©eutf. ®. 85— §6 (wo aud^
©achter'« JfWeitungin Praef. ad Glo$sar.§.45 angtfö^rtifl) ©djcöjer
tt. a. £). @. 124. Söfc^inö, gorfler u. a.
4) ©pcenGel ®ef(^i*te ber ^fbedP. 0. 81. Äu* 2fbflunö
a. a. £). neige ftd^ bal^in.
^i^tfftai Aber bat fiSernllffnUnb.. 2d
ttxÜfi^Uit entnimmt '). (SnUii) b&rfte mf)l bfe fi3c^
^tq^tung nid^t iu tu^n fe9n, ba^ bte SSenennung ^cnto::
ntmon, eben fo mte bte 9lamen SßafiUia , übalui unb ^fe^»
rtcta, benen mit 6a(b ni^er begegnen metben, grie(|)if(IE^en
ttrfprungS fep unb vteUeid^t nicbtft. anbetrS bebeute o(d ein
eom SReere (iuftg beftärmted unb burcbbrodf^ened Jtäflen<
lanb «).
@ine SEageSfcbtffabrt von biefem SSentonomon entfernt
lag nacb beö 9)9tbea$ JBericbt eine Snfel Tibalni, an beten
Jtufte bie SReere^flut^en ben IBernfiein au<f))ulten. @ö mar,
oie f>Iiniud t>er|td^ert, biefelbige Snfel/ mel^ie SimauS
0«{tlta ober SBaltia nannte. @(^on frul^er baben fotgfam
fotfcbenbe Stbbeftbreibet gtunbli^^ bargetban unb n)it met^:
ben ed mit neuen JBemeifen befiätigen, baf 2tbalu$ lein
anbetet Sanb ali ba6 aucb in mett ipiUxzn idUn nocb oft
aU Snfel angefebene @amlanb/ bad eigentliche SRutterlanb
be$ iBetnjieinS fepn fonn.
1) Murrajr de Pythea Mass. 1. c. p, 93, Bayer 1. c. p. 415 —
416. Hariknoch Dispert, de antiquis Prus5. populis §. XI. nimmt,
einen €$4reibfebler, F^ax<7X(^M*iv arxi^wv ffir i^xxofficav orad/^jv on.
'2) €$4on Bayer l c 415 fagt: Omne liltu3 Suevlci maris
Menlonomon a Graecis nuncupatum. @tnbeimtf(f) b. (^. ben ©Uttonen
rident^umli(b mag ba^ Sßort wo^l fcbmerlicb getoefen fepn. aBir werben
r<^, baf bie eben ermi^i^nten Flamen SBaltleia, 2Cba(ttd u. f. xo, nur
an« bem (Briec^ifc^n eine ' vernänftige ^rfCdruna finben (6nnen. SS^te
nenn au(b ber 9{ame Mentonomon griec^ifc^ unb eine Ueberfelung für
aestuarium wdre? jDfirfte er oieQetc^t von fi^vid- ®roU, 3orn, |üc);v/cii
groOen; si^rnen, fiouvfi, fto/vofAoci tc^ »erbe rafenb, iä^ geratfK in
eeibenf^aft unb vofxo^ ein 8anbt!ri(b/ mie bie TCegpptifdben vo^oi, abs
0e(eitet werben? Ma/voftai »irb metap^or. »om 2Reere gebraurfit —
SerdL Stefterd ^rb^anblung: fßaren bie erften S3en)o(ner ber SBran«
benburgifd^ IJreufpWen 8dnber an ber £)|lfee ©lawen ober ©eutf^e 0.
19 — 20.
3) &^liitt 2Cnmerf. }u ©(b^ning^d 2Cb^anbl. oon ben fBei
0rtfen unb Sla^ric^ten ber alten ®rie4en unb 9l6mer von ben n5rbl.
Wnbern in ber SRorb. Oefdji^te ©. 23 ff. Murrajr p. 94. Bayer I. c
p. 415. SBil^elm e. 328 — 330. ^^dning wufte aud ben mmm
ICMui n. Soltta /, bfe fMi^n unb ö^ic^en JCftflett ber eCanbf navif^en
•^tnfeC' (Krau^iufünfietn.
24 99t^ea6 Aber bai S3ernflcin(anb.
Son nod^ gr&^erer SBic^tigfett afö biefe Unitu^mtn
flnb bte Benennungen ber JB5(f er ^ beren ^ptl^aS in feinem
{Berichte Snvdl^nuns tbut. @r nennt bad ©ermanifc^e Soll
bev ®uttonen unb bte £){lt jer atö SBewo^ner btefer S^m
ber. @o erfc^einen in 9)teu1fen$ ©efc^ic^te gum frßenmal
jmef SBi((er::9lamen^ bie un$ bei ber gefdE^td^tftd^en Se«
txaöftvmQ bief(?$ Sanbe^ burd^ Diele 3abr()ttnberte begleiten
werben. S)ie ©uttonen jtnb ofenbar !ein (tnbereS SSolf a\i
bte ©otl^onen ober ©otben ^), bie toir anber^albbunbert
Sa^re oor ©E^rifli ®eburt bei 9>toIemJu6 >), etwa fttn^tg
Saläre nad() iem anfange unferer äeitred^nung Ui f)Iiniu6 *)
unb im erften 3al^rl^unbert bei ^cituS in ben namticl^en
SBol^nftigen wieber ^nben; eS ftnb btefeDbigen/ beren ft&^
SBanberung unb 9tieberla{fung in ^reuffen im fe4^flen ^^x:f
l^unbert aud^ Sornanbe§ wieber berul^rt ^^'^ beren 9lame
fid) felb{i bt6 in« «swilfte unb breije^nte 3nf^r|^unbert binab
bti ben 92a(IE)ban)6lfern erhalten ^attt ^). ^alSier flimmen
a\xi) bte grönbltc^fien Sorfd^er über ältere @rb(unbe in bet
1) Plin. H. N. XXXVIL c 2. nennt ffe nadj beö ?)9%a8 ©eritftf
Gultoncs Gcrmaniae genti accoli. SDaf ber S3etfa| ^ Germaniae genti
accoli<< »on manchen ©ete^rten för Sßotte te6|)lintud ge^KiIten lEverben
unb bem ^pt^aS n^t gttge()6ren foHen/ um bie angeblich 9leu^
bed 9lamend bei TVzciV. German. c 2. 3u retten, ift f^on ocn Vbe*
lung a. a. £). @f.86 ermd^nt tt>orben. 3nbeffen ifl bod^ att<^ enoiefen,
\ia^ ber 9lame Germanen fd^on jiemlic^ lange uor Sacttud Dor^nben
war; f, S^etd^yarb ©ermanten unter htn Bthmtin @). 1. SStlf^elm
©ermanien @. 15—16.
2) (Sg tfl »0^1 o(^ne äwetfel eine gan} richtige SBemerfung bei
euben ®ef<l^t4te beö beutfc^n $Bol!ö $B. L e. 715, baf Goton^
Burgundion, Teuton u. f. to. bte 2Cudfpra(f>e ber ^eutTc^en felbfi t{i
fär bie je^ige ®oten, S3urgunbien unb \ia^ Gothones \ia^ fpdtere Go-
thi, Burgundiones baS fpdtere Burgundii i%
3) Ptolem. Geogr, III. 5.
4) P/iVi. H. N. IV. 14.
5) TaciL German. c 43.
6) Joruand, de reb. Getig. c. IV. )Cttd^ btx Paul Warnefrid
L. L c 1.
7) Kadlubko kistor. p. 149 -—15a Boguphal p. 26. ' Annal.
gent. PoloD.
99t^ta« übit bat SSernfietnUnb. 25
%ina^e foft aSgemetn iiberein/ baf tS immtx 83(If et befiele
btgen Qtammti ttnb )wat ®o%n gcioefen ftnb/ bte fcf^on
$9t^ad dtö Sewo^ner bed 8anbe6 fanb '). — 3n gleitet
fietfi^ {inben n>ir au^^ ben S3oS9::9lamen ber£){li4er bur<^
9ie(e äaHunberte fottge^flanjt/ benn ed tji nt4^t ju be^r
pnten, ba^ bie ibfli^er baS nimlid^e SoK ftnb/ beffen
einige Sabr^ünberte feitet S£acitu6 ^ untet bem tpetitg t>erä
dnberten 9tamen ber Xetiier nod) an ber St&^t ber iDftfee
tit |>Yeu{fen tnoil^nt unb ba$ im 2(nfange beS fedS^fien ^^u
bnnbertS/ no(b immer an ber 93emjtein!iü|le l^aufenb/ bem
grof en ©ot^nfinige ein (oftbare^ ©efcf^enf Don feinem San:?
beterjeugntf braute ^). @ö ftnb btefelbigen %tftUt, meiere
im acbten unb neunten Stt()rl^unberte }u (Sari bed ®rof en
Seit (Sgin^rt atö 3(nnn)l(^ner ber £)|lfee {ennt ^) unb gegen
bad Snbe be$ neunten Sa^rbunbertö ber notbtf^e @eefa]£)rer
SBulfftan nod) unter bemfetbigen 9lamen an ber n^mltdj^eti
Stufte 9reu1fen8 fanb ^>. ^tefe i&ftijer ober Xefiier ivaren
wlfyl o^ne äweifel ein Smeig be$ ©otf^ifc^en S3oI(e6 unb.
m'eOeic^t toon ben xoeftliöi) mol^nenben ®uttonen wegen il^rer
i^icben So|»njt^e an ber jEBernfleinfäfie mit biefem 9tamen
beieicbnet/ benn er i{i offenbar beutfcli unb bebeutet bie
Oeßfi^Kn 0* 3n foI<^er SSeife ftnb alfo felbfi btefe beiben
1) Uphagen 1. c. p. 392. ©prengel ä. a. O. ©. 112—113.
Vbeluns 6. 93. atei^atb €$.86. S&(ll[ielni ®. 258 — 259.
Sannirt ®eo9r. IB. III. ^, 406.
2) TaciU German. c 45.
3) Cas9wäor, Variar. L. V. ep. 2.
4) S^üihari c XII.
5) Langebeck Scriptores rer. Danicar. T.II. SO^onc all StCCenf«
«on Sater ö SBer!: @pra4e ber atten 9)reufr. in ben «^eibelberg. 3a^rb.
14ter Sa^rg. €f. 489 fann und ba^c nicbt überzeugen, wenn er bxt
Getier nad^ ^rfanb, 8b(anb u. ^lanb «erfelt. jDie bort gegebene
Grftdntng be« 9lamend, »el(^e biefe 2Cu8bebnun0 bereifen foU; bemctft
nai unferem äSebfinfen nt^td.
6) jDer 9(ame wirb fd^on Ini 2CItertbum oerfcbieben angegeben.
i^^o^ L. I. c 4w nennt bad IBoK 'fi<7T<a/o<. @o fanb er ben 9{amen
ne 8eri4t bed ^ptbea«. Stephanus Bjzant p. 490 fagt aber: Ostior
nes populnj ad Oceanum occidaitalem , quo» Cos^inos Artemidonif
26 99t^ea« &6(r bas S3ernfletnUnb,
JB&H et $9lamen ein wichtige« äeugntfi fät bie SBa^i^af«
tigfeit beS Seri^teS beS SRafftlifc^en @eefa(^ret«.
Sine nt4^e minbet wichtige Seftdttgung geben aber
auflerbem auö) no4^ bie (Stnjelntieiten/ bte n^entgen Böge
bom Sanbe unb bom S3ol{e/ bte und ^ptl^eaS uberbrac^t
^at 3(m meifien t)erbtent S3ea4^tung/ n^aS er bot^ $reuffenS
^imatti<fytm Srjeugnifl/ bem JBemftein/ berichtet Sienn
auä) ni^t abju^reiten ifl, ba^ $reu(fen ipeber tn alter/ no(^
in neuerer Seit jtc^^ aOein unb aixifäflk^idf ben i93e{t| befs
felben l^t jueignen burfen, fo ifl boi) aUbefannt^ ba^ bie
iDf!fee(ufle @am(«nbd wn ie^er bie etgentlicf^e Sunbgrube
biefed ©efcfienteft bed 9ReereS nmr unb ba^ er ntrgenbd
anberjwo in foId[^er 9Renge gefunben würbe/ baf ber <f)an^
bei mit ben nad^barlidi^en Seutonen i^n nid^t einmal ganj
<^6fe^te/ fonbem ba6 UbermaafI felbji jur Neuerung benu^t
n^urbe ^). @o ipenig wir nun auä) aber ienen {)anbet
iwifd^en @amlanbö SBewo^nem unb ben na^e wo^nenben
SEeutonen tttoa^ ni^ereö erfal^ren/ fo n>i4^tig iji und iod)
idfon bie iRa^rid^t bon bem 2)afe9n biefer «^anbeKberbin^
. bung in fo lio^er 3eit. SBie U\6)t mu^te allerbingd and)
baS 9Reer bie fiSewo^net bon Xbalud ober @am(anb mit
ben Xeutonen ju einem $BerIel(^re berbinbeU/ bie vieUei^lt
f^on Don ber 91% ber SBeid^fel m, in einjelne ®aue ges
t^eilf unb bed(ialb aud^ unter eigenen Slamen erf(()einenb/
ft(^ auf bem (angen jtuftenftrid^e bt$ jur £)ber unb Sra\>e
ausbreiteten unb fo au4^ fug(i(^ bie 9lac^barn ber ®uttonen
^€ifcn !onnten '> SBo^in ber «^anbel ber Zeutonen mit
vocat, Pitheas rero 03tyaeo3. His rero a sinistra Cossini Ostiones
dictiy quos Pytheas Ostyaeos appellat.
1) yyincolas pro ligno ad ignem uti eo'' fpd^t Plin, H. N.
XXXVU. c 2. bem S3m4tc bed 9)9t^a« na(^. 9)2an f^at ivoat bfcfe
Sßorte ni(6c auf ben SBernfletn Utbft, fonbern auf bai ©eegrad bejte^n
woUen, »ottn ber SBernfletn gefunben toixib; fo @»erd vom UrFprang
bföSRuffir^. (Sftaatd @. 19; aOetn man trdgt mit bfefer SJ^einung tttoai
in beö $(tniuö ober »ielmej^r Ui ^t^ta^ SBorte hinein , wad in t^nen
nic^t lit^t
2) jDer 9lame 2£eutonen (je^örte burctiaud nid^t einem einaelnen
fßol!i^miQt an, fonbern er war o^ne 3n>eife( bei* urfprünoli^e 9lame
^Vtf^ta^ ftbft bat SernfleinUnb. 27
Bentßefn loettet it^an^en fe^^ Ihtmtn t9tr ntt^t mel^r bc«
^'mmeti; abet t>ermttt^n la^t fidi^, baf fie tlin int innere
Sonb betrieben unb in fold^er SBeife bo^ glänjenbe unb ^oc^^
grfcbJ^te Crjeugni^ bunf^ 3n>tf(^en^anbel bit an iat TiMos
HMe SReer brachten 0. SteOeic^t wArbe ba« 2)unfe( über
biefeit ®egenftanb b&Dtg berfd^winben, befd^en totr beö
9>9^ad t^oOftanbigen Sieifebertd^t unb mußten wir unt nic^t
mit Srauer nur mit ben menigen Sleften begnügen/ bie
fetnbfelige ®egner i^ entlel^nt f)aien. SBenn aber Ut
Semtietn ber mid^tige ©egenftanb bed SSerfe^reS mit ben
Seittonen mar^ marum^ bürfte man t>ermunbemb fragen,
gebrauchten i^n bie SSmoifnex bon SCbaluS flatt bei «^oljeS
)ttr Neuerung ? lieferte nidSit bat gemi^ aud^ bamaK fd^on
fo malbreidfie Sanb ^in(jngli(|^ «f>oli ju gemeinem itoede?
3n>ei St&d^^tm bärfen l^ier für biefe fragen md)t unbeachtet
bkiben. 3um erfreu liegt fiä)tbax, mie aber be6 9^tbzai
ganzem Simäftt, fo inö ^efonbere aud^ aber biefer Angabe
ein get)eimniflbo(ler <S6)kux. & iji faum benfbat/ baf
bertBem^ein oon ben SanbeSeinmo^nem intn gemeinen ®ts
btouöft ber Seuerung oenoenbet mürbe / ba et an )me(f«
miifigeren IBrennftoffen mol^I f^merlid() fehlen fonnte; mo^I
abet burfte aud fpdtem 2(ngaben oermutl^et merbeu/ baf man
ben @&ttem fBemjiein opferte/ bafi ba$ (^eilige/ emige^euer^
mit bem eb(en Grjeugnif )um S^iei( unUx^alUn unb ^h^
oon bie ütad^ric^t bem @eefal6rer jugebrac^t marb '). 3um
anbem iji mo^ glaubl^aft/ ba% in fo früher Seit bie ®ee
ben {Bempein no4^ in meit gr6{ierer %Me ausgeworfen l^abe,
alfo ba^ ber Raubet feinen ganzen Uiberfiufl nod^ nid^t^in«
aUn (Bexmanen; bamit fHmmt au4 ^uben ©efd^tc^te beS beutf^m
Seife« » L 6. 28 überetn. C£ Joh. Müller de bello Cimbrico c
IL ^ V. VI. ScandinaTiam habuere Teutoni, Pbaradenos atque
Suevos Ticinos, 3(belund®.87. 9{etd^arb Germanien ®,75. Uebrt«
qiaa t9 irid^t not^menbi^, bei ben proximis Teutonis an nnmitUlbavt
9xiininad^bam bet Titft^ ober (Suttonen su benfen.
1) Diodor. L. V. c. 23 beflÄtißt biefeö.
2) IDtcf fc^fint um fo glauJ^bafter, ba 9)9t^ad/ »!e n>tr na^^
feben sterben , felbft in ber 9t&^ M t>tttt gewefen fepn mag, »o ba9
Ww S^uer brannte.
28 ^pt^ial ti. 2)tobor &6er bat SBctnfteinlan^
ipegnalim ttnD nur bad Xulgeivaliltere bem «^anbel bärge::
boten xoati, benn gewif ift/ ba^ etfi um btei Sa^r^unberte
fpiUv ein mnti regeS Seben in ben «^anbel mit Xicmftein
tarn 0.
Xttflet biefem «^anbel mit ISemjtein enoiffnt 9)9t^eaö
ald bem Sanbe ber ®uttonen uhb iDjiiiet befonberS eigene
tfiümlid^ baS ©etrinf be^ SRetl^ea. @o lange bie ©efcf^ic^te
t>Dn ben alten f)reu{fen fpti6)t, nennt fie ben üRet^ unter
ben erften SieblingSgetränfen bee SBoKed. 6r fe^t eine nii^t
SäKe t>on «^onig loorauS/ unb in ber SS)at warb ber «^ontgs
bau au(|» no^^ im Saufe be$ ganjen !Dtitte(a(terd mit bem
«rgtebigßen (Srtrage betrieben '). ferner gebeutet 9)bt^<tö
aud^ be$ «^irfen^ unb ©etreibebaueS; be!annt(i4^ in aOen
Stittn jwei ber Dorjöglid^lienSlationalerjeugniffejPreuffenS;
babei bad ©etreibe in foU(^er Uebermenge , baf eS aud^ )ur
^Bereitung eineS ©etrinfeS Dermanbt iperben fonnte; ba6
jBier aber gelSi6rt mit ju ben uralten ®tUinUn ber ^^
xoo^mx 9)reuffen8 ')•
2>iefi ftnb bie wenigen 3üge^ bie uni aud beö f>9((ead
gewifi loiel DoOflJnbigerem S3eri(l(^te über bat alte SSernfleinr
lanb ^interlaffen worben ftnb. ®o jerriffen unb einftibig
und biefe ^aöfxi^Un aud) erfc^einen mäffeu/ fo ^&(^ft widS^tig
unb f^id^bat bleiben ffe uniS boä) immer att bie erjlen
@tta^Un, bie baS 3)unfel ber alten 9tad)t bur(|)bre(|ien unb
und baS Sanb mit feinen Säm^^mm, mit i^ren (Sitten
unb ©ebrJudS^en im erften 2)ammerlidSite erbtidfen laffen^
atö bie frA^eften Saute/ bie bem forf(|»enben ©eifle bie er(le
Kenntnis ober baS alte SSernfieinlanb m(glid() nfac^en. SSSeU
^en Srfolg bed $9tl^ead fä^ne @eefal^rt f&r SRafftlien ge^
l^abt l^abe/ t{i ni6)t me^x ju ergrunben; aber ed fnben ftd^
too^l 2tnbeutungen ju ber SSermutf^ung^ ba^ bur^^ fte ber
1) IDag „donec luxuria noslra dedit nomen*< hti Tacit, Ger-
man. e. 45 beutet biereS an.
2) Schulz histor. rer. Pnissicar. p. 3. ^avttnoä) 7[. Vi. 9L
|)reuff. 9. 206. SSoigt*« (Sefc^t^te »on SOlartettbucg (2>. 198.
3) iDdOOn todtn in fVulfstani Periplus ap. Lcmgebeck Scripl.
rer. Dan. T. II., t)on toeldj^en »it fpdtet fprec^en koerben.
S)toboc Aber bft4 !Betnfiein(anb. 29
Binn^ uvb IBemfiem^nbel eine bebeutenbe Ummnblun^
eilitten unb SXaffttten i^n mel^r aU )ut)or an jtcf) gejogen
bobc, tnbem fett biefer B^it ber «^anbel bet iUrt^ager mit
btefen |)«9bucten fe^r gefunfen fe^n foll 0-
X>a^ mattz Sic^t ober, Yoeld^eS ber lül^nt äRaffilier bnnJ^
feinen SStnäft über 9>reu{fen gegeben / )>erl6fcbt nad^^- fetner
Seit wieder an brei Sabrbunberte binburcf^^ in benen au(b
ni^t ber mtnbefle iaut über biefeö £anb in ben @(^riften
ber ZUtn t^ernommen toitb. ßrft 2)iobor ber @tci(ter n^arf
etwa iwanjig Sabre t)or Gb^tfli ©eburt wieber einen üBIicf
auf iene 3nfe( im Sterben/ bei ibm ISaftleia genannt/ „an
wtldft bk SReereöflutb in SRenge SBemftein aui^pnUt, ber
fonfi nirgenb in ber SBelt gefunben wirb ')/' @(^on biefe
Sorte ftnb und bon aSicbtigfeit. 3war iji bte 2(ngabe
2)tobDrd über bie Sage M ßiianbd „Um über ®alatien
(Sattien — ©ermanien) liegenben ©fptbenlanbe gegenüber
am jDcean *y^ im ©anjen febr unbeftimmt. SEBie (onnte
ober 2>tDbor/ ber nicbt roie 9^t1)ea^ atö 2(ugen}euge/ fon«
bem bloß nacb ®dgen unb ungewiffen fBertcbten fcbrieb/
mit voUet iBeftimmtbeit Söa^Uia^ Sage bejeicbnen! Unb
bmf^ ^tmmt feine SRacbricbt/ iit, wie eS fcb^int/ leine an::
ben tfl, als bie bed Zimiu^, xotlä)t ^Vmiui aufbebatten ^)/
mit htm, u>aS n>ir burcb 9^ti)ea^ rotten, vollfommen über:?
eis. Die 3nfet S3a{t(eia tfl nacb ben S3en>eifen, beren wir
balb weiter gebenden werben/ feine anbere atö be$ 9vtl)eai
Cilanb 3(balu§ ober baS bernjfeinreicbe @amtanb. 3Cucb
2)iobor fennt ben S3ernf}einbanbe( / burcb welcben bte SSe^
wobner bed Silanbd mit bem gegenüber liegenben Siuftens
lanbe im Serfebr fLtnben. @d ifi bteß offenbar (ein anbereS
1) 9ta^ Diodor L. V. c. 22— 23. 38 ging fpStcr berJKnn» unb
Scrnffdn^anbeC torgäglic^ bur^ Oallicn ; a)(affUien »ar baför einer bec
ioi4ti9fien fX^fte. Murraj 1. c p. 97. Äbetung a. a. £). ©. 97.
2) Diodor L. V. c. 23.
3) T]j^ SxvS/a^ Te utre^ tjjv raÄar/av xotTavrix^u vjjo"0^ i^or*
4) ÄÄi. n. N. JL IV. 13. XXXVU. 2. »of 2Cb^nW. über dltere
Seltfnnbe o. a. C p. XXXIL
30 S)iobor Aber \>at {Bernfieintanb.
atö bai von 9>9tl&eae ettoi^nte Sanb ber Seutonen. Su::
gletd^ aber fögt 2)tobor nDd(^ ^injU/ ba^ von lenem 8anbe
lier ber Sernflein nad) Stalten gebrad^t merbe. SQSit finben
alfo l^iemlt bic erpe @^)ur etheS ^anl»Bt)erfel^r% jiotfAen
Statten unb bem alten JBem^etnlanbe/ unb bte SRetnung
2>tobor$^ ba^ fonß nirgenb atö auf bem (Sttanbe Sajtleia
IBemflem gefunben werbe ^ giebt eine «f>tnbeutung , baf-ber
•^anbel mit biefem Srjeugniffe nac^ Italien fd^on im ooOen
Seben unb in Stallen fc^on fein anbetet S3etnftetn me^t
befannt mar^ afö ben man t)on üBaftleia er^^ielt.
TiMn man xoax )u StoborS ieit {eine^wegS in biefet
fD^einung allgemein ekiig. £er ßrbbefdS^reibet ®ttabO/ S)tos
borg Seitgenoffe/ tonnte allen btefenlBeri4^tenbut(|^au${ein
fBertrauen fc^enfen. £)e$ ^t^tl^fead iRadb^i^^ten fafi unge?
jiemenb beFam^fenb unb aSeS^ toa^ er erjäblt/ für fabeln
unb Wli,f)x6)cn erflarenb ^), giebt er bie (ecfe ^e^auptung: '
„%üi^ iatib jenfeitS bed @lb^@tromee bt^ an baS gro#e
Sßeer binauf / fep nocb t)illig unbefannt/ benn nie fe^en bie
9t6mer bi^- auf bie anbere ^elU ber €(be gefommen unb
feiner babe nt>^ ju 8anbe biefe totiun 8anbjirerfen bereifet *)/'
Unb benno^ tritt \)kx eint febr alte @age tin, bie und
t)on einet 'Steife »eitentfemter gremblinge nacb SJreuffen
t)iele9 SBunberbare )u erjablen weif unb \d)on if)xt^ bobtn
3Clterd wegen ') bier eine @rwdbnung Derbient. &ie erjclblt:
1) Strabo Geogr. L. IV. c. 5. VII. 3. 3u bemerPen ift jebocj^,
baf @ti*a&o bem SScric^t bed ^t^eai in Mc!fi(^t beffen , xoa% tt über
bte ^egenben ber falten 3one fagt, mctt nte^r ©(aubeii fcbnift. n^o^
y^X^yJT^stt TO/; n^oiy^oiiTiy to7; tt] JwcTc^a/Yfuft^ii ^wv9| 7rX9}(7/ec^ov^i.
2) -SVa^o Gcogr. L. VII. c,'2. Toc ie its^srv tqv "Kkßioi;,
T0C TT^of TW Q,XExviS^ TTxvTciTZxatv a'^'VotcTdc ij^Aiv iffTtv, O'jTs ycto
TMV TT^or^^flüv oifiivx^ Vc/kifv rov Tra^xTrXouv rourov 7rc7roi}]|üt#vov>
TTpO; TX £M5r<r« |U.€^}] , TX. fJ^^X^^ "^^^ CTTQfAXTO^ TtJ^ KoLOV^X^ 5a-
XsÜTTVl^y OU^ 6t PwjLlXlOV TT^O^X^OV TTO» if^ Ta TTC^aiT^^Cil TO'J
3) e$d)on (Sbrifttan, bec erfle S^Lfcbof 9on 9)cettffen/ fanb biere ^age
in einet atten Gcbrift unb na^m fte in feine G^ronif auf, an» toüäftt
jDtobor Aber ba$ 99ernftetn(anb. 31
3nr Seit aU Jtaifer SCugufhtS in Stom ber if^etrfc^Hift M
9leid^ Dotflanb , fanbten fiemtunbtge SX^nnev aut Valuta,
«incr @tabt Stt^pniend, aut Segter, ju ixfotiö^m, ob
att4^ am 6nbe beS {tebenten «^immeUttetfed unb im ad^Un
bif Sibe bei ber ()efttgen £alte tH)n aRenfdl^en no4) bemol^nt
ftp, einige SRdnner aud, bie folc^^eS ertunben foQten. @ie
)ogen bur^ bie n>eiten ^anbflveden ber S^ttaren / If^terauf
buT^^ Storolanien, baö grofie ©ebiet Don SXoSfaU/ bann
burc^ bie ©egenben ber SSeneber unb 20anen in Siefianb.
Son ba gelangten fte über ein grof ed SBaffer in ein toeiM,
touftti ian\>, ba§ feinen beflanbtgen iRamen trug, benn ci
nHitb ba(b @argatia/ balb ®eliba, balb aud^^ SSatina ge^:
nannt. 2>a burc^^gogen fte ba6 £anb n>ett unb breit; aber
fit tonnten mit feinem SRenf^en reben, bi6 etlid^ie SBenben
avA Sarmatien ju i^nen famen , bcren ®pxa<i^e fte enoad
i^erftanben. ^urc^ biefe erfulj^ren {te: ba§ SSolt fe« iUmi^
gerer ^) genannt, n>eil bie SRenfi^en an ^u\^en unter @aal::
«eiben wohnten/ n^o fte t^on @4)ii(f i^re «f>titten baueten
nnb i^re iCleiber bereiteten; fte fennfen n^eber «^^ufer %
jD6rfer unb ©tabte, no4> W erbau ; gifdj^e fepen ibre einjtge
@ptiit unb Sßaffer i^r ©etr&nt; bad ganb xtii) an ©e^
fte bann Sucad jDaoib in feine ^retifftfc^e ^roni! übertragen ^at
SergL bie TCbbanHung öder bie CF^ronif M Sifc^ofd iS^tiftxan in ber
Scttage I.
1) euca< SDaoib S. I. &. 10 — 11 fA6rt bie 9{amen Ulmigani,
Culmigeri iL Ulmigeri an IX. fa^t 0. 145 auöbr6cfli(^, haf ber ^ifä^of
Qlftifdan fte Ülmigeri ober Ulmigani nenne, «ßartfnoc^ ^flt? unb
^,iut9fnnf[. 0. 26 mÜ Ulmigeria in Culmigeria oerwanbeln unb
tamnter ba< Gutmerlaub oerflfden. SBemtrfendmert^ ifl, baß Jornan-
des de reb. Geticis c IV. , inbem er t>on ber SBanberung ber ®ot^
ad Ckan^ia fpriC^t, fagt: Gothi ut primum e navibus exeuntesy ter-
ms attigcre, illico loco nomen dederunt. Nam hodie illic, ut fertur,
Golhiscanua \ocatur. Undc mox promoi^entes €id sedes Ulnteru-
^orum, qui tunc Oceani ripas insidebant, castrainctati sunt. »Das
mit meint 3ornanbe< nad) feiner 2Cnft(^t oon ber SBSanberung ber(9ot^
otae 3a)ftfe( ^reuffen , toiz fpdter nif^er ertdutert »ecben wirb.
2) S)afre(be fagt oon ben ®armaten an ber SBei^fet Pompon,
Mela L. IL c 1. in. c. 4. u. Jornandes de reb. Getic c V. t)on
brn an biefeoi Gtrome loohnenben ®tai>en.
32 <3ag» oon SU^pnifc^en .Oteiftnben.
roi^ctn, Sliffen unb.@een/ babei au4i ftaxl mttSBalb be?
beA; feine SBemo^ner ein f4)li4)te&/ einfad^^e^/ gegen Sremb?
Itnge fe^r freunbU4)e6 unb »ol^ltl^atige« aioS. 20« ®&tter
Dere^re e6 @onne unb äSonb. 2)te ®d^ctftfunbe fe^ t^m
itnbetannt; ba^er e6 Jbei tl^m @taunen errege^baf man bun^
(Sc^riftiuge einem anbem feine ©ebanten. bt« in ein anbete«
Sanb ^inubet mitt^eilen {onne. S>ie 3a^l ber Sage unb
ben ^tonbme^fel be^eid^ne ba6 SSolt burcl^ Aerbjl&tfe ober
.Knoten an @d^nären. 2)ie lange SSinterigeit t)erbrtnge eS
im @(f)lafe ober in ber ^&tU am Seuer. S)e« SRanne«
Sufl btenten brei SSeiber toed^^feldmeife, unb ol^^ne @d[^ani bei
eine« f^remben ©egenwart ^{lege er ber Umarmung. £)o(^
gering fek) bie ^a^l ber £inber.
@o Diel txfu})xm, nad^ ber @age, bie Zitlfpmct t)on
bed Sotfe« Tixt unb @itte. 2>er SBinter gtoang {te^ im Sanbe
ju Dermei(en. 2(tö aber ber @ommer beranfam / ertranf ten
unb ftarben fte atle^ bi« auf einen/ beffen 9lame 2>it)one$
xoax. @r begab ftd^ nad^ ^locgf / n»o er ebenfaSS flarb ^)
unb feine aufgejei^^neten S3erid^te \piutn Seiten l^interließ.
®ie {amen nac^matö in bie «^dnbe be« £om))robfie§ SaroS?
Im Don fXocjf / t)on n)e(d;^em ffe (Si)txftxan, ber erfle S3ifd[^of
9)reuffenö, jur ®enufeung für feine IBef4»reibung ber alten
?)reuflen erhalten l[)aben fott. — 6« ift o^ne äweifel, ganj
unrnh^liö), bei bem SRangel älterer £luellen genau )u ets
mittein, »a« an biefer erja()lung »alfirl^aft gefe^id^ttic^ unb
n)a§ bagegen ©age fep. 6« mag aUerbing« ju ffil()n fepn,
ftc ganj in ba§ Steiü) ber ÜRaljrc^en ju »erweifen, wie ge*
fi^e^en ijl *); bod^ fann nic^t geldugnet werben, baß bie
gefdS)i4)tli(|ie ©runblage burc^ @age unb £)ic^tung i!ar( unu
l^ullt unb t)er{le(ft worben ifl. 2)iefe ©runblage t6nnte
\>kM6)t bie ^fuömeffung be6 ganjen 8l6mifc^en Sleidf^e« fepU/
welche t>nxi) 3uliu« 6dfar nad^ einem @enat«bef(|)luffe Der^
anlaßt, ju Äugupuö Seit jwei unb breißig Saläre binbur^
1) ^aä) Zithern an n^ (S^vonit (^Rfcc«) 0. 4 !am IDitooneö n>Ua
ber 3U ben peinigen nac^ SStt^i^nten aurficf.
2) 3. SB. 9on «&artfno4 2C. u. 91. |)i;euff. G. 20.
€!agc t)on S3it(^9ntfdl^en Steifenben. 33
»Ott geie^tteti unb erfahrenen 9Rdmiem fortgefe^t warb unb
fidf in bie Qh^tf^iidten S4nber Wo an bie £)flfee erfhrecft
^en. foQ. 9ti^t unm&gltc^ » jre "eS, bafi jener S^eobotatö,
ber MS )ttm je^ten Sonfulate beS 2Cuguf[u6 bie XuSmeffung
M StotIbenS übernommen, fein anberer ali 2>tboneS ge«
iDefen fey ^}. @onac(^ w&rbe biefer ber er{le9iimer gewefen
fe^tt/ ber biefe @egenben befuct^te unb eS to&re benfbar, baf
btefeS €retgnifi, in baS ®e)9anb ber @age geJ^uOt, ftc^ bi»
auf ipitett 3etten i9orge))fIan}t l^itU ').
1) 0^ »ürbe tpenigflend in bie ©age^inn mb fßetf&nbnif tommcn.
fier 0eU^ Sa^er, toeld^ec i^t m^t <B(auben T^enfte, a<« fonfl ju
gff(it4ra VP^t, fagt in feiner Tlb^nbtung de numis Romanorum , in
OpuscuL p. 430: Multa in Cbronicis no^tris de quodam Astrono<r
momm in has terras ingressu memorantur, quae quia yetenim
auctomm neminem prodidisse constabat, nostri intcr fabulas refe-
rcbant Invenio autem eius originem narrationis apud Aetbicum.
^JidiiUf inquit, Caesar, cum consoJatus sui fasces erigeret, ex
S. C. censuit omnem orbem iam Romani nominis admetiri per
prudenüssimos viros et omni philosopbiae munere decoratos. A con-
sulatu Jidii Caesaris et M. Antonii usque in consulatum Augustt
decimnm annis XXOC. mensibus VII. diebus X. a Tbeodoro sep-
trntrionalis pars dimensa esf Uic est adeo ille , quem nostri aliqui
TöoDcm, alü» ex quorum numero Lucas David est, Divoncra nun-
aiparunt — Aeiiiicus \xi ber Sorrebe ^u feiner Sodmodropbie nennt
jrara Theodorus Thoodotus. lieber biefe SWejfung fpric^t au(b Ärufe im
Xiiivo fut alte ©eograpbie u. f. ». »&eft II. €?. 85 — 86 unb bemeifet,
bQ( ou(^ Äi/i. H. N. m. 3. IV. 24. 26. ffcj barauf UMt unb felbp
Bo4 bie Gbromf eon Serrara M Maratori Scriptt rer. Ital. T. VIIL'
p. 474 berfelben cm^nt €f. ScheiäüVTwiBL mEecarä, de.origine
Gcnnanor. p. 45«
2) jDie datUe, aui »el^er ber Sif^of (S^nfiian biefe <3^|dblttng
i^bfftt, mat, wie 8uca< ^aoib 93. I. @. lö aud feiner (^ronif
fcfa), „tin hud^ in Steufc^er fpro^e, aber mit ^ttdid^en bucbttaben
ge^^ricben , baö 3me ton 3arof(ao bie Seit ^umprobft $u ^(o(fa iti
ber fltafanen gelieben mürben.'' «Da mir aber meber biefed uralte 83u(^,
M^ ais4 G^nftran« iSbronif felbfl mebc {Ktben unb hit Grad^luna nur
ui ber brieten Cinelle {tnca^ 2>ai>ib, 6imon Grünau, «Siebe«
«asa tt. a.) fcb^pfen f6niien, fo ift und eine genaue Unterfud^ung unb
cfaK ivfmaatn^vaiQ bec ^age in ibrtr Ucgeftolt mit ber erm^bnten
M^m^ MiN^ ^^ me^r m^li«.
1. 3
34 ^omponiu^i S)>^e(a Aber ben 9)orben.
Tini reineren AueOen fliegen aber aud|^ unter Vogufiut
gl^njenber «^errf(|)aft unb felbfi no((^ in ben njcf^fifotgenfeiett
Zeiten bte ytai)tiifUn über btefen SlS^eil beS Korben« nur
fe^r fpotfam unb fte ftnb meifl fo abgebrod)en^ fo sernjTen
unb un)ufammenl()ingenb/ baf e9 bem @€\d)iö^tfÖ)xtibtx uits
m&gltd^'tfl/ aus t^nen ein audji nur ettoai llaxzi iß\U> M
®an)en {ufammen in fletlen. 2>ie ^reg6}üge be« 2)rufuS
unb ®ermant€u$ in« n6rblt(l[)e S>eutfd^(anb blieben bem Sanbe
toiel ju fern, aU bafi fte bte Sinberfunbe ber Stimer btef$
fettS be6 @tb::®tront6 befoncerS i)itten enveitern {innen. ®ie
trugen faum ba)u bei/ bie iRa^^ric^ten über bie nirbli^eit
3nfeln, an beren ©eftaben 93emjiein gefunben würbe/ etoaS
me^r ju bericbtigen. Wiegte "berfetben fanben bie Stbmtt
unter ©ermanicu« an ber f^rteftfc^en Aäfle unb nannten bte
eine, bie bei ben ^Barbaren Xu{lrat)ia ^ief/ »egenbeS bort
reid^(i.4^ gefunbenen fi3em{iein9 ®U^atia, meil irrten bai
SSort Glessum für SBemflein burd^ bie ®ermanen fcf^oit
befannt geworben war. Sorgfältige Unterfuc^ungen erfldren
fte für bte Jricflfc^e Snfet 2(nielanb 0-
®elb{t audi^ nad^ btefen SBaffen jagen ging ber Stbmex
e^nberlunbe no^ nid)t biel weiter/ ald fte i^re Xbler ge^
tragen i^atten. SBie mangel^ft/ unbeflimmt unb fabelMfl
i^re 9la4>ri(^)ten Aber bie jDjtfee s 8inber no(|> fitnfjig 3tt^
na^ Qi)xi\ti ®eburt waren, beweifet t)or aOern ber ®eograp^
9>omponiu$ 3Rela/ ber oon ber £)flfee unb beren Jt&flengebies
ten faum etwa« me^r ju erjagten weif/ alft einige i^tn
}ugefommene wunberbare @agen. 3m 9{orben ®erman{en«
liegt i^m // ber grofie 6obanifc^e ^eerbufeU/ mit einer Stenge
Heiner unb großer (Silanbe angefuOt/ burcl^ bie naf)en Mfktxt
aber fo beengt/ baß er faum me^r einem SReere gleicht ntib
1) Plin. H. N. L. XXXVÜ, c 3. IV. 27. 8of tt. o. O. Ä
XXXIII. 9Bi(^elm (Serman. 0. 153. tdtet ben 9tamtn Aostcnvia
von ICuftnn ^r. (?) IRdd^rb erfennt badn bte 3nfe( Otottont SrAfKr
fanb man unter bicfem ICuficawa puffen oRb meinte/ (BenRamcui
liaU bte Mmif^en TShltt bt< ^(er getragen; cf. Erasmug SielU»
de Boruss. antiquit. p, 13. Leo Hiftoria Ptiuaiae p. 1.
9omponiue 2^e(a fi6et b^n 9lotben. 35
viel e^ @tr6men 2l^n(t^ tfl. 2)a$ gr&f te tUfcr (Silanbe
1$ Gobütionia '>'' SSSte in bent (Sobanifd^^en ÜReerbufen too^I
ttnücTfennbar ber weftlt^^e SE^etl ber £)jlfee/ ber @unb^ber
ber groge unb Keine SSett ge^cidE^net ift / fo IE;at man in
btefer 3nfel bie fub&jitid^e @))t|e @(^n>eben8 ober bte ^änifc^e
Snfel @ee(anb gefunben ^). 9{oc^ n>ic^ttger aber i{t für und
atela'» @(i^tlberuns be§ norb5flli(i^en ?£f)eiU^ ber £)jlfee, tn^
bem er ^ier böö Äufienlanb |3r^ujTen ju berühren fcl^eint.
^2)a§ 8anb/ fagt er, n^etc^ed ben f^axmaUn gegenüber (iegt,
iat wegen bed me^lfelnben 2(nbrange$ unb 3urä(fmei(|enS
ber SRecreöflut^ unb weil bie Swifc^enrdume, bie eö Thrennen,
balb but^d ®ero5([er bebctft, balb wieberum trocfen finb,
}nr Stit bie ©eftalt Don Snfeln, balb auc^ n)ieber bon
ff^em , }ufammenl)angenben 8anbe ')/' äßer benf t bei bie*
fer S^eic^nung be6 bon @armatien au6 n6rblid[) gelegenen
Sanbed md£^t unn>iOfii^r(ic^ an bed ^pt^eaS 2(e{iuariumf
Zai wn ^eta gemeinte Sanb ift o^ne 3n>eifel fein anbered
M bte Auflengebtete 3)reu{fen6 ^),. benn bie Srfc^einung
\)on 6bbe unb ^iufi), n>e((^e bie£)|lfee befanntlidt gar nid^t
bat, fann 3SeIa in jenen SBorten nid^t l^aben befd^^reiben
moOen *), X>aB ified aber aud^ aüti, wai biefer @eograp^
att fidi^ere SBSa^r^ett bon ben ofifeeifdSlen Sanben ju berii^ten
^iDetf, benn um biefe ^äjiengebiete nun aud^ gu bebolfern
lest! et in ba6 Selb ber Säbel ein/^ 3n biefen Sanben,f%l
1 ) Pompon. ßfela de situ orh. L. III. c. 3. 6. 3n nettem 2Cttd«
Sabcn ^at ber 9tame Godanonia bec SBerbefferung ScandlnoTia loetcben
Bilfirn; flieicbärb'd ®ränbe abei; jui* IBect$eibt0ung ber alten Sedart
Imb nic^t obne ©etotc^t.
3) e<b(6ser 9{orbif(^e ©ef^ic^te ®. 65. »tei^arb e. 160.
Sil^efm e. a33.
3) Quae Sarmatis advcrsa sunt, ob aitemos accessus recursas-
qoe pelagiy et quod spatia, quis distanty modo operiuDtur undis,
modo nöda sunt, alias insulae Tidentur, alias una et continens
terra. Mela L. III. c 6. ^
4) Stetc^arb 0. 16i f!nbet in bet ed^ilbetung ^SUWl Gcanbina:
vkn. Vth^iiÜ^ ifl btefel frettl^ ebenfaS«.
5) 046ttin9 altenocb.®eo0ra|)^ena(^bem^eIaf, fnC{(6rDHt*a
9tetb. ^4 &. ^1-
.5 *
V
36 Steife be^ Stimifd^en {Ritter^ int SBernfleiitlanb.
tx fort/ ^oufen bie £)ioncn — ßietsejfer — , btc nur t}on
(Stern ber @um)>fb(gel unb t>on «^afer leben; au^ foD e9
bort ^i>)^)opoben — 9)ferbe5güßlet — unb S)anoten — ©anj«
o{)ren — geben, bie i^ren nacften Äirper in i()re ungebeuere
iO^ren ganj einbüßen f innen. 66 jtnb bieß freiließ, fugtet
Xüu {td^ entfc^ulbigenb I;{n)u, aQe§ nur fabeln; aberbennoc^
et)renwert()e ÖcferiftfteUet berichten fte ')•" ®o ^attt alfo
3Rela Don ber iDjtfcc faum einen JBegriff; bon ©canbinaüien
lou^te er fo wenig, aI6 bon ^reuffen ctwa^ befiimmted ju
fag'ep; ©armatien war i^m fo unbefannt wie ©f^t^ien,
unb ber ganjc ifWic^e Korben ein 8anb ber ©age unb ber
Säbel ^).
SBeit fi6)extt unb feper bcgrunbet warb bie Äunbe ber
9t6mer über baö eigentHdS^e SRutterlanb be$ fi3erni!etn$ fc^on
ein 3al)r$e()enb nac^ 9>omponiu§ fBiela, atö ^aifer ^Uxo bie
SleiAöberwaltung antrat 66 war umS Söl^^r 54 ober 55
naä) 6f)rif}i (Seburt "), aI6 bicfed AaiferS wunberltd^^e @lani^
fuc^t Anlag gab, einen 9i6mifc^en Äitter inS SSernfieinlanb
9)reuffen gu fenben. Um ein glanjenbeS ©dj^aufpiel turdf
baS ^od^gefdba^ste ^rjeugnig be6 fernen SBerufieinlanbeß no(^
me^r ju »er^err(i(ben, ert^eiltc 9lero bem Siitter ben Sßift%
ben glanit>b((en @(^mii(f im reic^flen ^aa^t ant feinem
51IRutterIan*e felbft l)erbei jubringen. SRa^ fanger Äeife auf *'
ungeba(}nten Sßegen, txitö^ frembe SSotfer unb 8dnber l^tn«
burd^, langte ber auSgefanbte Stitteran ber JBernfteinfuffe
an. SEBelc^en Sm^fang er bei ben fi3ewo]^nem gefunben^
1 ) Pomp. Mela L. III. c. 6. In his esse Oaeonas , qui otis
avium palustrium et avenls tanfum alantur; ^i%t equinis pedibus
Uippopodas et Panotas, quibus magnae aures, et ad ambieadum
corpus omne patulae^ nudis alloquin pro veste sint, pi'aeterquam
quod Fabulis Iraditur, auctores etianiy quos sequi non pigeat, in^
renio. Plin, L. IV. c. 27 unb SoUnus c 24 ec^Äj^ten baflelilge.
2) ©(^löjer Q. a. O. 0. 65^
3) Uv'&er tie'e ^ettbefHinmung fprt^t Bayer de numis Romanis^
in opiLsc. p. 424. IBon bei» jS^tttet fagt er: Eques Fortassis negotia*
tor, quales pltuimi erant ^am integra repubUca, ^ut et ipse Nero-
mi curator.
Steife btt 9{6mif(^en 9{ttter6 tn^ Secnfleintanb. 37
m'ib und ntrgenbd Uxii)Ut dxft nad^ Sal^redDerlauf tarn
er reic^ belaben nad^ Stalten toteber }utücf unb fRom ex^
ftaunte, ötö bei bem ©tiergefed^te Slefee, SBaffen ber Äampfer^
bie Sragbabren ber 83em?unbeten unb aüe^, to^ii }um ^efte
ge^rte, t)on fl3emftetn ptdd^tDoQ gtJnjte. SSor allem aber
loarb ein grogeS @tü(f ben>unbert/ n)elc()e§ baS ©ewid^t bon
bretje^n 9l6mifd[)en ^funben ober naify ]()eutigem ®mi^tt
bie @(^were t)on neun 9>f^nb^ ac^t unb einem (falben iot^
Uite ').
Sfut bie genauere ^unbe be6 norbifc^en SBernfteinlam
beS wat biefe ©enbung ein iußerfi wi^^tigeö (?reigniß, »enn
gktd^ ber 9l6mif4)e JRittcr, fo t>iet »ir »iffen, unmittelbar
nid}t$ für ffe QeH)an bot 3n>ei bebeuten.bc golgen gingen
barau6 f^evoox, benn wir bemerfen erjlenS nun mit einemmale
bei ben 9i&mem n^ett beltere 9Ia4)ricbten unb gemiffere S3e<
griffe über bie Öjlfeefujle bicffeitd ber aBei(t)fel unb fel)en
bie ©age «nb gabel Derfdjiwinben "); wir finben aber jwets
1) Phn. II. N. L. XXXVII. c. 3. erjäWt: D. C. fere M. pas-
MUim a Camunlo Pannoniae abcst liltus Gernianiac, ex quo in-
Tchitur (succinura), percognitum nuper. Vidit cnim eques Roma-
Biu, missus ad id comparandum a Juliano, curante gladiatorjuni
iDuottS Neronis principis, qui haec commcrcia et IiUora peragravit,
tanta copia invecta, ut retia arcendis fcris podlum protegentia
succinis nodarenlur, arma vero et libitina, totusque unlus diei
apparatus esset c succino. Maximum pondus is glcbae atlulit XIII.
librarum. S3cri)I. Ü6«r tiefe Steile Bayer opusc p. 42.5 seqq. Solinus
c. 33 gtrbt bte abmetcfienbe ^{adbncbt: Munere Neronis principis ap^
paratus omnis absquc succino inornatus est, quum per idcm tempus
'yihL miilia librarum Rex Germaniae dono ei miseiil. SBSober b^tte
Z^&ani biefe 9^ac^rid)t oon bem ©cfc^enfe etned iDeutfdben JC6nigd?
Sen fann er unter bem Rex Germaniae gemeint baben? Sßufte er
Bti^td oon ber ®enbung jencd Bhm\\äitn 9{ttterd? ®o u^entg birfe fragen
|B I6fen ftnb unb To oufaltenb bie* ganje 9lacbncbt bei ©oHnul baflebt/
fo wto bo<^ bie angegebene S)7affe bei gefcbenften SBernfhind nacb
^agen'^ Beregnung in ben SSettrdgen gur J^ucbe ^euffend i& VI.
6. 514 gerobf feine Unmdgltc^eit, ba nocb im Sobre 1770 über 41 L
Sonnen , alfo 6.5,760 ^funb eingefammelt mürben.
2) jDiefr fforge Sv^^t Plin, auöbröcKicb in obiger ^itUt in ben
Qorfm dU<: percognitum nuper. Vidit enirn etc.
/
tenö aud^/ bafi fcitbem bet SBernjlcin^anbel )mtfdSKn ^reuffen
wnb Stalten an gebenbigfeit mtrflid^ gewann, fo »le nun^
mel;t au^ bct ®ang/ ben er na^m, xotii Harer unb ftd^eter
nacli)iuwetfen ifl.
SSaS nun va naiverer ä3etrad^tung ba$ Srfiere / bie ge^
nauere i^enntnif be$ üBetnfletnIanbed unb bet ^äftengebkte
ber S3altif(i^en @ce betrifft , fo tfi e6 n>o^( fel()r begretfltc^/
mit welcf^em 6ifer um 9en)ifrere 9tacbrid^ten über baö btf^r
fo bunfele Sanb bie 2(u6fagen be$ Stitterd über bie notbU
f(|)en ©egenben ben ®eifl forfd^begieriger fDZ^nner erfäHen
muften. 2)ie alteren SSermutI)ungen über Urf))rung unb
SSaterlanb be6 SBernfleinS/ na(|i meieren er, wie 3:^eDt>^ra{i
meinte, in Stgpen gegraben ober v^ biifem Sanbe ^ix% fMifi^
%<kxvi gebtibet/ unb wie anbere glaubten, bon fi3^umen auf
unwegfamen f^elfen m Snnern bed Xbriatifc^en SReereö in
ben «^unb^tagen audgefc^wi^t werben foUe, ober na4^ wehten
il^n man4)e fogar fütr Derßeinerte S^^ranen ^eleagrifc^er SSigel
in ben2(brtatif(|^en@(eftriben l^ielten: alle fol^^e unb lAfcXvS^
$BermutlE)ungen jerftelen nun in 9lid^t$ jurädf unb würben
le^t nur nodE) al§ @onberbarTeiten aufgefteüt 0. 9loc(^ als
Seitgenoffe jeneß Slitterß trat ber 5orf4)er ?>liniuÖ ber Weitere
auf, ber erfte unter ben 9l&mern, weldl^er mit b.ur(t)brtn?
genbem unb unerfdttlicl()en Sorf4iung%tf}e bie alte "^i^t
bur#ri(^t unb ein ganj neueg, I^eltere6 8t4^t über beS San^
be« 85c(d[)affenl()eit unb SBewo^ner giebt. 6r fcl[)eint mit ganj
befonberer SBorliebe atteS, wa6 frul;ere ©d^riftfteller , befons
berS ber geleierte 9>9tbead, xo^a^ jener Si&mifc^e ^Ritter über
ben 9lorben fd^on erforfdf)t %^tizxi unb wad er felbft burc^
eigene @r!unbigungen erfalE)ren, in feinem äBerfe gefammelt
ju ^aben. Cr l^ielt |idi> felbjl eine Seittang in ÄriegSg««
fcl)dften im 8anbe ber 6l&aucen auf unb modj^te ba man^^eS
aber bie norbifcl^en ©egenben nd^er erforfci^t unb erfragt (laben.
@ein S3eric|)t gewinnt clxk Skrfidn'blicl^feit unb «Klarheit,
wenn man bem ®ange feiner iBefd^reibung ber £)ft:: unb
1 ) üRan ffnbct f!e ^n Plm, I.. XXXVIL c 2. Sirabo L. IV. c.
«. V. c. I.
9(tnttt< ibtv bit föaltxf^tn Xtfttnlanbt. 39
Storbfee^Auften t>om iOftcn auS, 100 er beginnt^ nad^äBeften
(in @((ritt tot Schritt nadi^folgt @r ge(it in Uintxi&nUu
htf^uibuui, toic in ber Xufi^^Iung ber®ermantT(|ienlB&Ifet$
fid(vftien ton ben 9t{)t)>^if(f)en ©ebtrgen au0^ borf4)rettenb bi0
an ted iuperjie (Sube ber iDfIfee ^). £)a nennt er unter ben
f&iif ^uptvotferßjmmen/ in bie er @ennantend JBemol^ner
tintl^ilt, juerfl ben Stamm ber SSinbi(er unb ii^lt }u if)m
I»9t}&g(t4i atö einzelne 3n>etge bie S3uygunbiohen ^ bie S3a«
fincr, bie &riner unb ®uttonen '). £er jtpeite biefem
iiiii2(^fi*n>otfnenbe®tamm n^aren bie 2lngä))Dnen unb 3n)eige
imi t^en bie ßimbern/ S£eutonen unb bie SSölfer ber
<^ucfn. 9lur fo rotit i{i f&r unfern imzd be6 ^(iniuS -
9a^d^t wn SSic^tigfeit ^
®ein Sinbiters @tomm/ ber nad) i^m ben &{tli(^flen
Z^il Oermaniend im S3e{t^ ^atU , ftnb <Ru{lenben)o(ner ber
£)jtfeel2nber. 2>arauf weifet aucf^ f(|^on i^r Siammnamt,
bea Zacituft SSanbalter fc^reibt 0/ beutlicb bin ^). @r n^ar
ebne Sweifel eine allgemei)te @tammbe}ei(bnung/ unter
wUber bie einjelnen än>eige ibre eigenen ^6(femamen no(^
fort^&bTten, entlebnt auö l)er eigentbilm(id[ien fi3ef4^affenbeit
be< SanbeS/ melcbeS bfr @tamm im ®angen ald SBobnft^
einnobm; benn bie (Srfcbeinung iji nicbt fetten , bap bie
B&O^ ftcb na(b ber 9latur beS Sanbeö benannten , xoi\i^i
fie beiDobnten. Sntßanben mar er in uralter 3eit/ aU baS
Mijioeigte 8}6tl!ergef(ble(bt bie aReere6n>anb ober bie @eeir
fttften befegt bi^It ^) , unb er blieb au(ib nadbmal6 no4^^ aU
bie oerfcbiebenen Steige in anbere Sänber (Suropa'6 aui«
1 ) Plin. H. N. L.' IV. c. 13.
2) „Germanorum genera quinque. Vindiliy quorum pars
BurgWicIioneSy Varini, Caiini, Guttones/' L. IV. c. 14.
3) Tacil. Gcrman. c. 3.
4) Sartb 2)etttf4lanb$ Uraefc^tc^te $B. I. ®. 109: ,,a$enb ober
Sanb \^yt im 2Cltbettt/(^fn ^äfle unb a^lrec.'' lSi($eIm (Serman.
6. 87. „9{o(b K4t ^tft bei bem gemeinen JDdnen Wanded bieCflfee.
Sa&bal»r »dren bemnacb 9)teeronmo$ner ober Mflenbetpo^ner.'^
«^) C^n TVuriy. Germ, c 2. }^\tt bie 9la(^i:i(bt, baf au(| ber
Xoatt Vandali unter bie vera et antiqua nomina gei&^ff werbe.
40 9nntu0 tut bU S5aUircf)en JtäftenUnbe.
YDanberten. (59 Ufkitist fic^ bi^fe Seutun^ beS 9lamen6/
wenn mit nilf^er auf bte Sßol^nft^e ber einjelnen Steige
l(){nfel()en ; benn e6 ftnbet ftc^ in ber ^at aud[i bie entfd^te«
benfle Uebereinfiimmung }n>tfd[)en ber £)ertlt(^feit beS San^
be6 unb ber SSebeutung ihx^i aUgemetnen ®tammnanien6,
ba fte fimmtii^ Sderoo\)ntx wn ^uflenlJnbern ftnbi jDit
SSariner^ audb ^If^arobener genannt, unb 6ariner burfen n>tr
unbeiwetfelt im SffecflenburgtfclKn unb in @(bmebifd^s9oms
mern fu(()en, mo ber ^(uf ^atnoto, SSameminbe unb
meiere £)rtSbenennungen i^ren tarnen aufbel^alten iaUn.
£)ie IBurgunbionen lagen im ^uftenlanbe Sommern 6t^
Qegen bi£ SSetd^fel ^tn, unb lingd biefed @tromed bieffetts
in 9)reu|fen herein bie ©uttonen *).
S)iefe$ le^tere SSoIt Derbient fär un$ fonber äweifel bie
ttteifle 93eac()tung. (SS ift t^on SBicbtigfeit/ baf mir :t)ter
3a$r^unberte nad^ be6 ^9tl(^eaS Seiten bajTelbe SoK noc^
in benfelbigen 9Bobnf[^en mieber ftnben, in meldten |)9tl[)ea9
feiner fc^on ermähnt. 2)aß ^liniuS ber bernfteinfammelns
ben 2fef(ier/ bie jener ®eefal()rer fd^on fannte, nidjt roeiUt
gebenft, fann mo^I feine$meg6 befremben, ba eS auf feine
SBeife fein 3metf xoax, aUe einzelnen Smeige be9 großen
S3inbi(er-@tamme8 ber Steige na^^ axxfiUih^Un, unb feine
%bftc^t offenbar nur barauf binauSging; eine biqp a&gemeine
UeberftdS)t ber 8S6lfer ®ermanien6 )u liefern. & leibet aber
feinen Smeifel, bafi bie 2fejiier aucb nod^ um biefe Seit
an ber JBernfleinfüpe ibre SBolfinfi^e l^atten »)• Dagegen
fu^rt $lintud atö 2(nmobner be§ SßeicbfeU @trome$ auf er
ben @armaten unb äSenebem nod^ jmei anbere SSilferimeige
jinter bem Slamen ber ©ciren unb »g^irren auf *). @o t>erB
1) SSergt. Ületc^art'd G^arte Germania Magna mit dteiä)avV^
©ermamcn @. 55. 61-. 85. SBir^flm, ®. 254. 258. 275. «art^
». n. ®. 195 — 196.
2) Tacit Germ, c 45.
3) jP/i/1. H. N. L. iV. c 13. „Quidam baec habitari adVistuIam
usque FIuTium a Sarniaiis, Venedis, Sciris, Hirris tradunt" yUntttl
f^nd^t olfo f)ift atiöbröcfttc^ oon fremben ^tv\Ö)tm,
yitnin« aber bte SBalttf^en ftftflen^anbe. 41
fi^tebett auäf von gelehrten Soi#ern bte SBo^nfi^e biefet
SilKer bejetcf^net morben ftnb, inbem einige fte vom Suris
fi^ ^ff an I2ng$ ber @eetu|te I}in btd an bie Sßinbau 0,
tnbere mit mtnberer 9Babtfct)einIi4)feit an ber SSei^^felmän«
bmig in ber 9{ai^barf(^aft ber ®uttonen mo^nen laffen '),
un^ fo Dtclfiltig felbfl an6) . baräber geflritten n^orben i%
ob fie immer In t^ren alten ffio^nft^en geblieben tinb bie
nn»2ter ber 5tur(^nber ftnb >) , ober ob fte nac^malS bei ber
Sanbentng ber ©ot^^en, biefen ftc^ anfdS^tef enb^ beim Ueber«
gange Aber bie 2)onau unter bcm ttfoa^ veranberten 9Iamen
ber .^erukr tt>teber l(^en>ortreten unb ein Sweig ber 9tugier
ftnb % ober ob fte aud \\jxtn alten SBo^nft^en an ber Suis
linbtf<!(^n Sin^t nacl^maM wenigflenS )um Steile audn>an^
bemb/ in ber ®ef4)t(t^te fübUc^er S^nber n>ieber erf^^einen
unb unter anbem mit iDboaferd <^eerl(^aufien nadj^ Italien
}ie^n ^: fo ift bo4) ba9 ganj unbeftreitbar^ bafi fte auf
bie na^folgenbe ®eftaltung be6 SB&fferlebenS in .9>reuffen
ntc^t befonberö eingewirft unb bag fte mit aDen oon ^(tniuS
genannten XnmolSinem ber jDflfeetufien jum großen (Suet)i$
fd^n Solft r @tamme gel^ftrten, ber ft^l in feiner ungetreueren
Xuftbe^nung von ben innem beutfcf^en ®auen be< SXainS
tinb ber £onau biS an bie £)fifee unb felbft nodE^ aber biefe
^nau9 erflrecfteO. ^emnac^ umfaßte biefer mdd^tige ®ue^
l)9tei4art auf feiner (S^ane Germania Magna; 9or|dg(i4
£)r(oltn<f i in feinem SBerfe: »incent Jeabiubef dberfe(t von ^inbt
6.149.
2) SB i (beim auf feiner .Cbarte iu r<Kinem Germanien. ^^Ibitt
a. a. C &. 116 er&Art mit «^rbuin ebne »eiteret ben 9lamen Hirri
fir eine ffblerbafte SBieberbotung bed 9lamend Sein.
3) £)rfo(in<!i a, a. S^. Upha^^n Parerg. p. 184. 0ff&at (tcb
ia fcttfamen «^tP^tbefen aber bie ®€iren/ toiU biefe aber 9on ben fpdtem
Svronen unterfcbieben »iffen.
4} 9Bie SBilbelm meint a. a. O. ®. 267. — ®ubm in Teiner
Ocfibi^te ber jDAnen x^QA)t bie @ciren — Idcberlicb genug •:— fogar ju
Sftcfen unb bie «girren ju »^rrren. (!)
5) Jornand, de reb. Get. c 53 — 54. De regnor. succeM. p.
130 --131 edit. Lugd. BataT.
6) Tacit. Germ. c. 45 — 46. Sartb ». 11. €5. 175— i76.
42 9iiniui Aber bie Idaitif^tn «Afienlanbe.
i>en::®tamm auc^ ben Sfnbikr« Stamm unb beffen etn)c(ne
fBi(fer)tt>etge unter fic^; ob aber a\x6^ baS SSoR ber Sene:?
ber, tpehl^ee |)ltntud ben Seiten unb «girren benachbart
nennt/ nod[^ }u bem großen SSilfer^ Stamme ber &uc^n
}u rechnen \cp, baruber n>ar man fc^on im TUUxt^um niöft
0an) gewtf / toit wir ipitet fe^en werben.
Xu^er biefen SS&Ifem am iOfifeegejiabe nennt aber
9tmM au^ ned) bie wi(t)tis|ten Strbme, mi^ bai Sanb
bur((»fc^neiben/ unb auö} t)xtUx gel^t et Dom £){len na6f
SBeftett fort. 3C» ben entfemteflen im iDften (ennt er Un
Strom ®uttalu60- 9Xan l^at t>te(fd(ttg gefragt: mel^^n
Strom Vilnius mit biefem fremben 9{amen ^be bejetc^^nen
woQen? ^an nannte in ft&f)txex Seit aU folc^n bte
£)ber*), n>ei( e« befrembete, ba^ DUniuS biefeS Strome^
unter ben übrigen hicl^t enoa^int ^aben foQte, ba er ben
9t6mem ioä) fi^ttüd) n>eit betannter fe^n mußte, att jeber
anbere mef^r bftUd^ fiiefenbe Strom. 2>agegen aber war
ju erwiebem: SSBie .fonnte 9>(iniu6 gan) wiber feine ge?
tohf)nUä)e £)rbnung iuerjl bie £>Ux, bann }uräcfgel()enb bte
Sßeic^fel/ unb nun bie iDber uberf)>ringenb bie Slbe in ber
Steige feiner Str(me nennen/ ba er fte bod(^ offenbar nadf
if)tzx Sage auf}U)jli^len fd^^eint? ^) 9Ran rietl^ ba^er auf
einen mebr (filic^ fliefenben Strom ^), ba(b auf bie SRe^
aiei(^arb &. 20—21. Subeti ®<r(bt((te hei jDeutf^en f&oVti. fß.L
0. 176 — 177. 471.
1) Plin, H. N. L. IV. c 14. Amnes clari in Oceanum dcfln-
unt: GuttaduSy Vistiilus sive Vistula, Albis, Visurgis, Ambius, Rhe-
nus, Mosa.
2) Ciuocr German. p. 722. 2Cber Ott(^ fc^on Boguphal Cbron.
Polon. ap. Somntersberff Scriptt. rer. Siles. T. IL p. 20. fagl: per
Oderam seu GuUalum. S^^uttmann Unterftt^ung wtx etmge norb.
«6rter ©. 39.
3) ^Xtiliß^ fügt Soh'nus Polybist c' 22. De intemis eins (Ger-
maniae) parlibus Albis, Guttallus, Vistula, amnes altissimi pra^-
cipitantur in oceanum; allein &QUnui entttpixte ben yiintui/ toeö^alb
auf r«{ne Orbnung loentg ®e»t(bt )tt legen fe^n m6(bte.
JX&d)lbhet 9^orb. ®ef4i<bte &. 120.
9linin« fiber bt^ SSaUifd^en JtfifienCanbe. 43
md ober bie »u^*)/ ba» auf bie Xtte*). Xm »a^ift^^eirb
li^flen iff, ba$ in alter 3«it bcr ?)re9el, ber btc «De
emi^finst, ben 9lamen ©uttalu» führte, benn 9)lmiu« be*
jranjft fein ©etihanien feinedweg« bei ber SE3eidi)feI, fon^:
betn er htmt auä) nix^ ojhvävt^ boft biefem Strome @€x»
nanifcl^e »Mfer. & xoo^nUn, »ie wir na*^in fehlen wer*
ben, ®94en bi« m ben Dregel ^in unb e» ift fel[>r »a^r^:
fc^tnltc^, baf ber 9>re9el atö ®rin){irom iwtfcl^en ben
9ot^ unb SCejitem ben Stamen ®uttalu$ fül^rte, benn
offenbar li^ngt btefer 9lame mit bem ber ®uttonen {ufam«
«en. — ») SBeit befif mmter nennt f>Imiu» ben ©rdnj^:
Ifarom 9)reufrend gegen SSBeflen, bie SBeid^fei, bie anäf
f>oin)>oniuJ ^la f(bon fannte, nur mit bem Unterfd^iebe,
baf . btefer i?>n für ®ermanien8 ®rinje nimmt, wi^renb
jener Ite btS an ben ®utta(uö retdE^en I^fc'*).
S>H £)fifee fddeint 9)ltntud nic^t unter einem bad ©anje
bejeicl^nenben ®efammtnamen gefannt ju l(^aben, benn fein
nirblic^er iDcean^ umfaft o\)m 3toeifel noc^ weit me^r
1) SSetc^atb'g erwarte Germania Magna.
2) Bavtl) 33. II. ®. 40.
3) SBdrc ouf bcö ?)rdtoriu8 9lacf,ii4t in ben Actis Boruss.
T. U. ©. 900: „)Daf noc^ ju feiiwr 3eit "bie jc^ige SRabcaui^c unb
e^atatttfdbe <S$pta(be oon ben 9)reuffen, bie in Zubauen, ©altnben,
Slttt^ngen; 9)oniefan{en »o^^nen, iumat Don bem gemeinen fBoife bie
Clatbifcbe Gprac^ genannt wirb; »te benn noc^ bie 9labbauer/ &i^
teuer 9on benen in 9'^at^ngeh, ^amCanb unb bei J^Önig^betg^ubben;
be<alei4fa aud^ bie 8itt$atter unb 9{euffen no4) je(o ®nbben ^if en, baf
alfo i^ eptad^ no^ hie ©ubbif^e, ba« ifl ©ot^tf^e Gpro^e (eift'' —
irgenb oid )u ^Iten, fo to&vU aucb biefed etn>aö ^ur Srfl&rung be<
Hamenl iSuttalui beitragen. S^unmann Unterruc^ung ober einige
Qord. S6(!er @. 39 erflärt^biefen 9lamen burc^ Gotha älf, ber ^uf
>er Sßiten ober (Sotten; Hie ober La bebeute ein ftiefenbeö SBaffer.
4) jP///i. nennt ben ©trom Vistillus sivc Vistula. O^ne äroeifel
ratie^nte rr biefe Berdnberung bed SRamend au^ ixoti »erfc^iebenen
OueQen. jDie ' Untere S'orm aU bie gem$t)n(i4e gebraust er f4|on L.
IV. c. 12. Ztiäf Pompon» Mela L. III. c. 4 nennt i^n Vistula. Am"
mian, Marceüin. XXXII. 8. bagegen Bisula, SoUnus Viscia unb
VIsda, Ptolem, O'ui'oroiJAÄ
.5) PUn, L. IV. c. \X Oceanuft septentrionalis.
44 9t<ntii^ &btr bte Sa(ttf(^ett XäftenlanOe.
xM bte S)ftsi unb 9{otbfee unb begreift ibzt^npt ,,alk^
SReer^ tüehi^ed t>om $o(arfretfe an meftlic^ unb nirbUdb wn
Storwegen liegt/ mitl^in ba$ <St6meer.^).'^ Snbeffen fanb
9(iniud in feinen flueOen, in benen man il^n dngfUi<^
IS^rumfuc^en ficf)t, avt^ nod) mancherlei anbere ^amm fix
btefe9 SReer. ^uataui nannte e6 ^mald^iunt; 9>^i(emon
bagegen gab if)m bie Simbrifc^e ^Benennung SRorimantfa,
fo Diel bebeutenb aU ,M^ tobte 9ßeer/^ Sßeiter nad^ 9tor«
ben \)\naM f)k^ e6 ba$ <Sronifc^e SReer^. Unter bem (So^
banifc^en 9ReerbUfen begreift 9(iniu6 fo menig/ afö 9Ke(a
ben ganjen Umfang ber SSaltif^^en (See, n^ie oft be^auf^tet
iflt*): t)ielme^r Derjte^en beibe barunter nur ben ®unb, baft
jle^ige ^attegat nebfl bem grofien unb {(einen S3e(t. (fben
fo wenig ge^iört beö $ttniud 69(i))enifc^er ÜReerbufen an
bie ^äjie ))on 9>reuffen^); er bejetd^net mit biefer S3enen«
nung ben Sligaifc^en fi3ufen unb bie barfn (iegenbe 3nfel
SatriS ifi ol(^ne 3n>eife{ feine anbere aU £)efe(. 3n gleicbcr
Sßeife fanii bie bebddi^tige Sorfcbung in beS ^liniM @t^
tanb SRerigon fdt^werlidSi mebr bie ?)reufrif4>e SfelS^ring ftuben^
n>ie megen j()n(i(I)en Jl(ange6 bed 9lamend frulE)^r gefc(^eben
ifiO- @^ ift <^uf^ fl^t^^ bewiefeU/ ba^ Sterigon 9lormegen
bejeidfine •)•
Sioö) mir eilen gerne üu^ biefer trocfenen 9lamenreil^e
ffinmeg/ um ein Selb rei^^erer 93etra(^tungen ju betreten.
^ l)9leic^ai:b@.238. i'/iVi. L. IV. c. 19. gebraucht inbefien btc
SB€2ei<bnutt9 Oceanus septentrionalis anä) fptcieU fäi' bie 9(orbfer.
2) P/i/i. L. IV. c 13. Stei^axh 0. 235 — 236 erioäbn* fÄr
bad Marc Cronium ber 2Cb(eitungen oon Kronos b. U Satiimus, att
®ott ter Jtilte, obei; von (9r6nlanb unb nennt beibe finnig. Uni ge»
faUen beibe «Verleitungen nicbt. S3ir m6(bten mit SBartb S3. I. ©.
152 ben Flamen lieber oon Croinn, Crunn, Cronp! im S^tinbifcben
f. 9. a. bie!, geronnen abieittn, fo »ie aucb Amalchium eius gentis
lingua significat congelatum.
3) ^artfnoc^ U. u. 91. $r. 6. 5. ®46ning 0. 51.
4) Sinus Cylipenus Plin, L. IV. c. 13.
5) Bajer Opusc p. 433.
6) Cluoer p. 140 — 141. ^(^bntng 0. 94. ®u$m S. L 0.
102. aiei^arb 0. 179. Sßt((felm @. 341.
Staunonia. 2CbaCu^. SSaftUta. Sfertcta« 45
Senn man ton ben ffü)ipi\\^tn ®ebirgen l^etäber fommt^
fagt 9limui^), foUen bort meliere 3nfe(n liegen^ beten Uta?
men niö^t befannt ftnb. 2)o(^ $imiu6 berichtet/ bafi bte
eine r»on t^nen, ocr @(9t^ten (iegenb ünb nur eine Sage^
f(^tff«^rt oon &^tf)Un entfernt, Staunonta l^et^e; an fte
loerte um bte Sru(^(tng6ieit Don ben gflut^en beft 9Reere6
ber Sern#etn au€gen»orfen *). (Somit erhalten n^ir ju ben
uns f(bon befannten {Benennungen 3(baluö unb fBaftleia
für bte norbif(be jBernflein ;: 3nfet einen neuen Sflamen
Staunonia imb }war aud einer dett, bte gegen brei ^af^t^
^unberte 2(ter i^ aK ^Itniu^, benn Sim^ud roat ein Seit^
genofie beö 9)9tl^ea$ oon 9Xaf|t(ien. 2>iefer 9{ame Staunonia
aber mu$ um fo me^r befremben, ba berfelbige Simdut
bie norbif^K SSernfietn^Snfel <tn einem anbem iDrteO au^
Saft(eia genannt ^atu, o^ne )U enoä^nen, baf feine Staus
nonia unb SBafUeia bie nimlid^^e SBernjieinsSnfel bebeuten.
Unb um ba6 2)unte( beft 9l^tbfe(ö noc^ }U oermebren^ fu^rt
9)lintud no(^ einen oierten Stamen auf. ÜRit^ribateS er«
Ifi^ltt it^m: an ^®ermanien6 ilufien liege efne 3nfel/ welche
bfericta Itiei^e; fte fe^ oon einer 6ebersSSaIbung bebedt
nnb Mn biefer S3aumgattung traufeie ber SSemflein auf
ba$ ®eflein nieber^). @omit ftel()en alfo oier 9lamen för
bie norotfi^e Semfietns^nfel ba: Slaunonia, Xbalud, fiSa»
{tieia unb iDfericta.
& ift feit alter 3eit aUa, xpai ©elel^rtlE^eit nnb
1 ) Plin. L. IV. c. 13.^
2) jPiiit. I.e. IiKuIae complures sine norainibus eo situ tradun-
Uu*. Ex quibus ante Scythiam, quae appellatur Raunonia, unam
abesse diei cursu, in quam veris tempore fluctibus electrum ejicia-
tnr, Timaeus prodidit. ©o Xitft bie 3fuggabf oon «farbuin.
3) iS< ift bte eteffe bd PUn. L. XXX VIL c. 2, wo ber Bericht
M 99t(feai mttget^tt unb borni bin^ugeffigt toirb: Huic et Timacus
credidit, scd insulam Basiliam Yocavit, biefetbtge Snfet ndmti^, toe((^
9l^t^aS Abalxu nannte.
4) Pttn. L. XXX VIL c. ^ Mithridates in Germaniae litoribus
esse insulam, vocarique eam Oserictaniy cedri genere silTosam: inde
defiuere in petras (succinnm).
46 Staunontu. Tibaiut. SSaftCeia. £)fericta.
r
@d^atffinn aufzubieten vermag , in fBewegung gefegt xoou
ben , biefeS nounberbare 9tit()fet ju lifen unb ben 9lamett
fBejtel&ung unb Sebeutung ju geben. 2)afi fXtntud ober
feine £lue&en mit biefen {Benennungen nicbt bte ©lefTarien^
gletcbfaUd StlanbC/ mld)e fi3ernfiein lieferten^ wie fc^on
ibr 9lame bebeutet ^ \)ahm bejeicbnen n>oDen^ bartn voav
man etnoerfianben/ benn btefe t>erfe^t er felbft auSbrutflic^
in§ beutfcbe 5Weer ober in bie Slorbfee^. S^ft ^^^ fr
einig mar man in ber 7innaf)mt, ba^ bte eine ober bie
anbere biefer {Benennungen auf bie IBemfteinfufle @amtanb
beute. 2(ber mober bie frembartigen 92amen? SBie foUten
fte erKart merben? SBober bie eine Snfel unter mebren, fo
Derf4iieben lautenben ^Benennungen ? 2>iefi maren bie ^a^
gen^ 9on'meI(ben bie Sifung be$ 9{^tbfetö abbing unb f&r
fie fanb man nirgenbS genugenbe 2(ntmort. 83teDei(bt aber
gelingt bie Ztx^hfnnQ, menn mir einige Umflanbe unb tieu
b^Itniffe berutf ftcbtigen/ auf meiere bie bidberigen Sorfdl^ungcn
nic^t befonber^ g^acbtet t)ab(n.
@cbon in uralter äeit nimlicb wax^ in @amlanbd
meftlicber ^äflengegenb ^ ba mo nodb ie^t ber fi3ernflein in
gr&^ter SuKe gefunben mirb/ ein billiger ®6tterftg/ mb bie
fi9i(bni{fe breier ®6tter in bem Stammt eineS b^ilig^n
Sidbbaumd tbronten. @ein 9tame mar 9tomot)e. 3ug(eiib
aber ioax biefer beilige' ®6tterft^ au(b ber SBobnort beS
oberjfen ^rießer^ unb Slicbterd beg !Bo(Fe9/ von metcbem
in g&ttlicben unb meltltcben S)ingen ©efe^ unb £)rbnung,
S3efeb( unb 9Iegel ausging. ?C(6 jtl^er mar er ber .^err^
f4^erort, ber ®ebieterft|, ber iOrt beö ^errfcben« unb be«
Stegimenti; baber nannte man if)n auä) 9tt(aito, Slifajotb
unb SRifta. 2Cl§ ber beiligfte $unft be6 @i(anbeS — mte
benn @am(anb lange Seit \)in'butdf immer M 3nfel tfi be«
trac^^tet morben — burfte er t)on feinem gremMinge betre*
ten merben; fein Fußtritt ga(t für gottlofe (Sntmei^ung
unb mufite mit bem Seben beS @&nber$ gebfifet merben.
1) Plin. L. IV. c 13. 15. In Gcrmanicum roare sparsae Gles-
sariae, quas Electridas Graeci re(ientiorcs appellavere.
Staanonia. Hhaiut. SBofiUia. JDfecicta. 47
JDtefeS ift bat Sint/ tpai toix ^itx ju betrachten ^Un^),
XM Xnbere aber, toaS n{(|)t unbeod^tet bleiben batf, tf}
ber Umftanb, baf ed ntdt^t bloß ®ne(ben n>aren^ weUde
Dliniuö bei feinen iRacbricbten übe? bte norbifdt^e JSemflein«
3nfel bentt|te/ fonbem ta^ bie Seri(^te bed 9)i^tbea6, bed
Ztmauö unb SRitbribated aucb fdmmtlicb in ber ©necbifdf^cn
®pradbe abgefaßt waren.
9lun i{i mit b&cbfter SBabrfc^einHcbfett anjunebmen,
bflf 9>9tbea$/ um baS wabre aRutter(anb bed jSemflein«
iu erforf<ben/ bid an @ainlanbd bemfteinreicbe Mftt felbft
Setommen fe^. 7(uf feine Srage: wie ber 9{ame biefer
Xufie fep? würbe ibm wabrfcbeinlic^ bie TCntwort ertbeilt:
man nenne biefen iDrt 9lomot>e/ bamaK vieKeicbt 9taumct>e
ober SlanmoDien. Tlixi biefer {Benennung aber entflanb
entioebcr fcbon bamaß bur^ feblerbafte 2Cuf}eicbnung be<
9^ti^a^ felbfi/ ober burc^ nacbmalige feblerbafte 2(bf(breibung
ber t>erflümme(te ^amt Staunonia^ wie wir ibn burcb |)Ii^
mud erbalfen baben *). I93ei weiterer SrFunbigung baruber^
»aS btefe« 9lomot)e eigentlt(^ fep, warb^ toU eö fc^cint^
1) jDie 9la(bioeifung<n ober Ueftn ®6ttrrftt, ba< 87omot)e m e^am«
taftb, iaberOcgenb, »o ber (eilige Xbelbert erf^Iagen würbe, (tnb t^Ui
ia ber Setlage nro. II. , t^etld fpAter in bem Kapitel aber bte 9{eligton
ber atten 9reuffen gegeben. jDort au(^ bie (i^rflArung be< 9>^men<
8?omooe. ^ '
2) 2>{e mid)ttgFeit ber Sedart be« 9lamen« bei ^Itniu« ift no(('
huaer im SiPfifef. 3n ben dlterit 2Cu<gaben Ia6 man ben Staaten balb
Bannomanna (biefe Sedart fä^rt au4 bie TTutgabe oon «^arbuin T.
L p. 768 an) balb Baunomanna, balb Bauitonia, balb audf Banto«
niannia. «^arbutn na^m aber aüi «&anbf(brtften bie Sedart Raunonia
Ott bie loa^rfc^inlt^ n(bti^fle auf/ erfldrte biefed Raunonia j[ebo(^ nic^t
f&r ben 9tamen ber Snfel, fonbem ffir ben Ztfiil ©f^tbiend, vor weis
4em bie SecnfleiasSnfel liege, um auf folc^elBkife ben anbern9{amen
iSafiCia ober fBaltia mit in Serbinbung ju bringen. Id Scytbicae illhu
]»Ugac nomen, cui objacet insula, non insulae ipsius, quam ex
Coden Timaeo Baltiam appellari Plinius prodit. JBad äbrigend S a r tb
0. 0. C mit ber 2Ceaberung Rauronia gewannen baben will, ifl ni^t
ab|ttfc^. Bei btefer ttnflcber^it ber 8edart M 9lamend wAre ti alf«
mtfl mb^Ü^i baf itrfprflngli^ Raumovia im Ztxtt geftanben t^ttt.
48 Slaunonta. Zbaiu^. 95afÜeta. £)recicta.
Um 9Raf|t(ter UxiAUt: ei fep boö SHitaito ober bad 9tifta
be§ SSoIteg, ber ^errfc^erort, ber S93ol()nfti^ be6 ®ebtetetß^
be« oberflen $rte{ierd unb Sttc^terS, be« (Sriive. TCÜ folcf^en
bciet4)nete i^n nun ^t(iea6 auc^ in feinet ®rie(^tf4^n
Spraye unb fugte bem ißamen Staumoioia bie nähere Säe^
5et(&nttng ßaer<Wa ^inju^ ba^er auc^ $Iiniud ema^nt^ ba^
fjpt^^ea« bie norbifcl^e JBern jlein ? 3nfel «Jafilia nenne *).
£)ine 3n>eifet foOte biefed ni4;t eigentlicl^ ein "Slam, fen^
bern nur eine nähere jßejeic^nung fe^n^ welche siebeutung
jene« 9lomo9e für iai SSoK ber 3nfel ^abe ^). £)em
Srembtinge würbe ferner ba§ 9tomot>e atö ein ^eiliger £)rt,
a(6 ber ^eilige SßoH^nft^ bed ®ebteter«; atö bad ^eilige dit^
latto ober baö l^^eilige Slifta beitiö^mt Zie 93e}ei(^nung
ber .^ei(ig!eit trug ber ®xu6)e bnxd^ feine ^pxadfe, olfo
in6 ®rie4^if4^e. Aber: ber 9lame Sltfaito ober 9ii(ttt blieb
M fremb ,unb bem SSolfe eigent^umlic^^ unoerdnbert^ unb
e6 entftanb in folcf^er SBeife ber b<^tb ®md)iid)c unb ^(b
auSlinbifc^e 9tame 'O^of-Ricta. ba^ Osericta beS 3kitf)vU
bated bei 9)liniu« *). enblic^ mußte wol^l jeber gremblfng,
fobalb er an ber n>ef[(i(|ien ^ufle @amlanb6 lanbete, um
fo mel^r auf bad ]l)eilige 9tomot>e aufmerffam Qtmad)t mer^
ben^ ba e$/ mie enoi^nt^ fein Seben galt, menn er ba<
l^eilige ©ebiet Utxat unb ba< «^eiligtbum burc^ feinen Suf
entwei^te.^ 6$ war ja felbjl für bie ganbeSbewo^ner, t)iet
mel()r no^) fAr bie Srembtinge ein unjug^nglic^^er iDrt.
%li ein foI4)er warb er gewiß und) bem @eefa(^rer |)9t^a<
bejeid^net unb uberrafd^^enb genug erHJrt unS biefer Um^
ftanb aud) no4^ ben 9Iamen 2Cba(uS, webten 9)^tS)tai feiner
1) Plin. L. IV. c 13. Eandem Pytheas Basiliani nominat
2) SDer 9lame BasHJa tft alfo ni4t blof „ftatf qticifixt," wie
tBft^elm ®. 329 meint, fonbern er tfl offenbar oöaig grietbif^.
3) IDaf ^it^tihatei in 8lfi(eft<it ber oeograp^if^en Za^t feiner
Bem|iefns3nfe( £)fencta oon ben äbrtgen IBertc^ten inrofem abweist,
hajß er fte nt^t in &tt)t^itn, fonbern in Germaniae littoribiu fnbet,
fann nid^t beftemben , ba ja Pi'"- L* IV. c 14 burc^ feinen 9utta(ud,
Meiallh 3 unb Tacä. German. cl. (Germanien no^ ftber bie IBeic^fcf
auöbebnen.
gtannonta. Tlbalu^. l3aftCeia. DittictCL 49
Semflem^Snfel ^Uht, Um ofenbat ift bUfe Ißenetifluiig
eben fo tote SaftUa attS bem (Srie^tfcf^en entjtanben. Ibai
Aried^tfi^e SBort 'Aßfß)jXo;, t>on einem £)rte gebrau^^t/ fO
oiel bebeutenb aM betd'g, gemeibt/ für Sti^fgcwetbte un^
jttgingltcb/ bietet ficb int QMixunQ M ^ameni tbalni
9on felbß bar unb biefev be}etd()net bemna<|^ nld)ti anbetet,
att btn für Ungen)eibte iinsugangticben £)rt beS uralten
{^iligtbumS. 3n foldj^er SBetfe m&(bten bte Stamen fkava
mooe, (9lomot)e — 9launönta) unb baS b^iHge SKfta —
Dferlcta — bie a(tfaml^nbtf(b^n, IBafÜta aber unb TßxAni
uberfe^te . ©rtecbtfcbe S3enennungen ber jBemfletn ^ 3nfel
@amlanb fepn ^). @te b<^ben alle tbre Sejtebung auf ben
betltgen ®6tters unb ?)riejler5@tfe an ©amtanb« weftticber
Äfifle *).
^terau§ ergeben fub aber einige för VreuffenS altiftt
9efd^t4ite nt^^t unwichtige Folgerungen. 3um erften ndm?
It(b gebt aud bem allen bert>or, baf fcbon in uralter 3ett
an @amlanbd wefilic^er SSemfleinfütfle ber alte^ beilige'
Mttctjt^ (u ftnben n>ar. @d^on bunbert unb in)an}ig
3ab^e vor (Sü^ti^i ®eburt marb er bem Idnberfunbigen 9)9^
Ibea^ unb faft um biefelbige 3eit au^ bem ^idlier Xim^u9
unter oerfdS^iebenen 9lamen genannt 3m 9Runbe ber
Sremblinge gab er ber ganjen ian\>id)aft , bie bamalS ftet«
1) &cmit^ben f!(b äuglet^) au(& aUe SQiberfprfi(^e, hie man hUt
%tt in bcn beiben &UVitn hti 9){intud L. IV. c. 13 unb L XXXYII.
a 2 fatib, tn^iinher in brc txften &teUt fagt: Zimävii nenne bie Sern»
fkia<3nfel Ra n^j p .i , in ber swetten eteSe bagegen behauptet, baf
bie Snfel oon 2ättdu0 Basilla, oon |)9t()ead aber Abalua genannt
»etbe, obetetc^ er oon biefem L. IV. c 13 au(b mieber onföbrt, baf
er fie Basilia nenne. 3n fotd^ SBeife »dren alle ^^d^wterigfriten bi*
fertigt, »ercbf ©«(öjer ^lorb. ®ef(b. 0. 22—23 in ber GrWning
M 9lamen< Abalus unb 9Bt((^e(m ®. 329 in bem Serfu^e fanb,
bicfe fo oerf^iebenen 9tamen für (Sine 3nfe( ju oereinigen.
2) Ainnten wir annefimen, baf in be< fhpt^ea« Sericbt ade vier
Seieicbnnngen ffir bie 9em0ein < 3nrer ^urammen geflonbenunbSimditi
unb Oli^bate< fie aud ibm entlehnt Httm, fo bilrfte bort geftenben
Ifaben: PetvfAOvuij o^rof Pr/cr«, ßfictriAcMc« ot/3«ß)}Ao< (eontr. «3iy^4
•c- To?ro^)
I. * A
50 Xacitu^ ftber bte SBaltifc^^ti JtftfienUnbr
für Mti (Sxlanb galt, in ber alten SBclt iSamen unb SBe^^
fanntf4^aft: Sunt jweiten gewinnt l^ierauS ber 9tti\Am^t
I M |>9tl&ea< nodj^ me^r an innerer ®(aubn)ilrbtgteit. 9Rag
er nun toittli^ felbfi, n>ofdr ber ®runbe t)iele fprec^^n,
Jbi< an bie ^tifle ©amianbd gelommen fe^n ober andf nur,
wie anbere meinen 0, bte SBefer ober ^6(|^{lend bie @(be
gefe^en l^ben, fo tfl boc!^ fo t^iel in feiner SSeife )u bc>
Jlreiten, ba^ er wn $reu{fen^ befonber^ aber wn ber
JBemficin ^ 3nfel @amlanb iiemlii) ftd^ert JCunbe ^tte.
3um britten ifi eö wol^l fc^werlicl^ me|)r }u bezweifeln / baf
a IBemflein aM @amlanb war, mit weI4^em man in
SRafiilien «^anbel triebe ben man in @icilien tannU, ber
in 9lom jum iSurud unb ^ur 9)ra4^t biente, felbfi beoot
nod^ iener 9l&m tfc^e Slitter nacf^ 9>reu{ten gefanbt warb.
2)a^r anä) Siobor ber @icttter jur 3eit S^fard unb Vu?
gujlS bie S3elf)au)>tung audfprad^/ baf fonft nirgenbd auf
ber (Srbe atö auf ber 3nfel S3a{tleia S3em{lein gefunben
werbe '). Wfo warb auc^ ni^^t erfi )u 3(ugu^ud Seiten bie
SSemfieinfufte @amlanb« burcf^ ben @rbbef4^reiber Sionpftu^
ft4Kr befonntO.
@o weit be(eu4itet baß aucf^ }u |>liniud ätit immer
no4) Sp&tli^e iiö^t ben 92orben ber Srbe. SSielfad^ burcf^
feine fluellen jerftreut, balb }U ber einen, balb wieber )u
ber anbem üReinung fräl^erer ®e(e^rten |itnge)ogen unb ba$
bur^ aufer @tanb gefegt, felbft eine eigene ftare 3(nftd^t
ju faffen, weif er nur baS (Sine gewif, baf ber IBernflein
auf 3nfeln bei norbifcf^en £)cean< gefunben unb t)on ben
{Barbaren ®leffum genannt werbe ^).
SRit bem dhtbe beß erflen Sall^rl^unbertS unferer Qciu
1) Go Sof , mit oben geaetgt tft
2) Diodor. L. V. c 23: £1$ raJrs}y (sc. Ba^r/XcMtv) i xXJSmv
ficinf; ^«ivofACVOV.
3) flUte 0of in f. 2Cb(KUiUttng aber bie alte XBeltfunbe a. a. O.
e. XXXm. be^uptet
4) PUn. L. XXXVn. c 3. .
Sacitn« ibet ^ie Saltifc^en Jt&fienUnbe. 51
iK^nng ober t^at ber ®efid^t(|^tfd(^et6ev 2acitu^ in feinem
SBerfe Aber £)eutfd()(anb touUx einige ^eSere JBIicfe mel^t
Obtt bie S^nber be$ 9lor^en6. 3l^m waren onbere iQueUe^n
ge&ffhet als feinem SSorgtlnger |)tin{uS; jubem war au^
fein 3me!( weniger S^nberhinbe, att @ittengef(|^i((^te ber
fB6lfer, bie er unS tennen le^rt ^kan l^t ni^t ol^ne ,
Srunb oermut^t, baf ber emffe ©efcbicf^tfd^teiber feine ge^
naueren 9)ac^rid^ten }um Steile wn Stimifc^en fBeoba(|^tern
fiotte , bie felbfi bie ginber ber iOßfee befudj^t^ benn alier^ •
bingS fc^einen bie unb ba i^m Augenzeugen bie ^atben }U
feinem SSilbe bargebaten )u l|Kiben. kv nennt bie @uet)en
als ben Solföftamm/ ber gu feiner 3^it ben^ gri^ten Sbeil
ber norbif((^n Sanbe bemcbnte. @o unbefitmmt unb bunfel
au^ tmmerl^in ber 9lame unb ber uifprttnglicf^e ®t| biefe<
mi^^ttgen fBolKflammeS bleiben mögen , fo ift bo(^ unbe*
^itbar, baf er feiner SSilbung na^ 9iotbbeutft^nb ju^
geb&rt, unb Sacituö (elbfl (ennt nod^ mandbe fetner n&rbi:
liciien anzeige unb befd()reibt fte nacb ibren SBo^nfl|en, wie
na4 ü>^^ @itten^). ^df im Siörben, im £)cean auf
ScanbinavieU/ obgleich er biefed ^mtta n6rbli4^er Sanbe
no^ niäft txxoifyfit, gebenft er ber ^otte ber @uionen^
biefer alten fiewo^er @c^n>ebenS unb fcl^ilbert il^re Sitten
unb Sraudj^e ')• S$on bott^er gel^t nun ber große ®t^iäfU
fil^iber an DreuffenS itüfte {herüber, rfll^n bed @net>tf(^en
ateereö, ber ^ftfee, red^tem ©eftabe/ fagt n, werben bie
Bttfer ber Xe^per befjpult; intern SSraud^e unb i^rer Xraddt
na4^ finb fte ®uet>en; ibre (Spraye aber fieljit ber Srttan«
nifi^ niffex. @ie berel^ren bie SSutter ber @toer. diwai
Xtt«ge)ei4)neteS ibre« ®Iauben< ift, t)a^ fte (Skftalten t)bn
1) TaciL German. c.39 seqq.
2) TaciL German. c 44. 2>te Oftpre nennt et baih We^tmeg
Oceanus, Mb Mare Suevicum, weil an tbver MfU (auter ^ttcvifcbe
85(!rr »obnten; Stet^art 6. 237. 2)o<( foS naä^ anberer 9eUbrt€n
Steurang »td^t bie SSee oom fBoflk, lonbeni bad X^olf von ber 0ee —
eami, ekwe, ba< 9)leer — ben 9tamen erbatten baben; f- (üben
9fr4i(bte be< 2>eutfcben Solfed ». I. 0^. 64t.
4«
52 Sacttue ihtx bie SBaltif^eti 5tft{lenlanbe.
abtm tragen. Soldfti hUmt tl^nen jlatt äSSafen unb ieg^:
liefet @4^U|we^r unb ft(|!ert ben S3ere|irer ber ®6ttin au(|^
unter Seinben. @eUen tfi beß 6tfend, l[)juftg ber ^ule
@kbrau((^. ©etreibe unb anbere filrä^^te bauen fte mit nie^r
Vnfhengung/ aU nod^^ ber bei @ermanen gen>&^nli(^en
Xr^g^eit. Xber aud) bat Sßeer bur4^f)>ären fte unb aOetn
unter aOen fammeln fte ben ißexn^tin, ben fte felbfi ®lt^
fuih — ®lai — nennen, auf ben Watttn unb am Ufec
.felbfl. £>b ifyx jebocb bie 9latur ober bte iEunfi erjeugr,
laffen fte nad^ ber ^Barbaren SBeife unerforfc^t unb unge^
pt&ft 3a er (ag lange unter ben übrigen Vutoärfen be$
Speere», bi6 unfere Ikppi^Uit x1)m bem 9lamen gegeben >).
%&t ,fte o|)ne Shtgen tvirb er rol^ wn i^nen gefammelt/ un«
geftaltet bargeboten unb üerwunbemb empfangen fte ben
f)rei< baf&r. 2)af eS iebo(^ ein I93auml(iar} re9, erfennt
man barauS^ baf gewif^e Srb^ unb aud^ Stögel^iere iftet
bttr<!(^dEnmmem / bie t^on ber Slufftgfeit umgeben balb bei
Ser^^rtung beS Stoffel etngef4iIoffen ftnb. ^ mh6)te
btifyiib glauben, baf ftd^^ frudS^tbarere ®e^6l)e unb «^aine,
mie im 3nnern be6 9Rorgenlanbed, »o äßei^rauc^ unb
SSalfam auSgefcfiwigt werben, auä) in ben 8(lnbern unb
3nfeln bed 3Cbenb(anbed beftnben, n>o baS, toai bur^^ bie
(Stral^Ien ber ndi^ren @onne ausgepreßt unb ^ufftg ge-
madj^ wirb, in iai naf)e 9Reer fließet unb burc^ bie ®e-
i»alt ber ®t&rme dn bie gegen&berliegenben JCußen ange^
fd^memmt mirb. Sicna man bie 9latur beS JBemfieineS
burc^ Xnnäl^erung bed SeuerS prüfet, fo brennt er mie
jtien^ol} unb n^lS^rt eine fette unb mol^Iriecf^enbe flamme,
wirb bann aber }&^e mie 9)e4) ober «^arj/'
^ « ®o fpricl^t Sacitu« Aber ba6 SBoIf ber Ttefl^er, beren
Sol^nftg bon i|im )n>ar nic^^t genauer be}ei4)net, aber fonber
3»eifel ®amlanb ift, ba ^ier feit uralter deit ber Cents
itein immer in gr6ßtem 9iei(6t^um gefunben würbe. %udi)
1) {>. ^- ##bt« bttc4 Mmtf^e Ueppidfdt bie Vufinerframfftt auf
%tt gf^nft toarb.'' Suben a. a. p, e. 476. 716.
/
I
Zacittt^ Aber bte SBalttfc^en Jtftflenlanbe. 53
wirb man ^d^xoexUd) in ben Vclipem be< D^tl^eaS S>ftihx
i^etfennen, bie fcf^on oterl^unbert 3ali)re jut>or bte Xufien«
(anbe ber £)fifee bewol^nten. SSie bamatt bie jDfli^et baft
Xa^^bamolf ber ©uttonen^ fo ftnb e^ an^ bie Xellper no(t^
}ur 3eit be< Xacitai. Qx bemerfet auSbrutflid^ : „ aber bie
S9gier l^inau^ werben bie ®otonen bon JC6nigen be^rrfcl^t^
fc^on etmod fhrenger^ aU bie übrigen jB&lfer ber ©ermanen^
ioöf aber nod) niö^t mit ber f^rei^eit SSerInfl. SBeiter fort
am jDcean ftnb bie 9{ugier unb Semobier. X>a^ (Sl^tn^
Ü^imli^ aller biefer S6lfer ftnb runbe @di^iibe/ (ur}e
&^ro€ttex unb gegen Sthniie ©e^orfam ^). ^' Srei 8$6(ler
begrinjen ^ier bie ®otonen in nad^bartic^en Sanben/ nadf
beren 8age bie SBol^nft^e ber ®otonen ju beflimmen ftnb.
^tte ber ®efc^i(|^tfi^reiber ben S$ei(^fek@trom jur ®ran)s
marfe genommen^ fo toärbe fein S3ilb ber SSblterlage o^ne
3oeife( unfjUi^ me^r anSSefiimm%it unb ^(arfieit gen^onnen
l^ben. €r n>ar 3a]^rl[^unberte (ang bie Sotferf^eibe, benn
bift ju feinem mefttid^en Ufer mo^nten Spgifd^e SolKitoeige^
£)maner ober ÜRantmer unb «^elbeconen hii H6)t an bie
Seic^fel*)/ unb jtDifc^en i()nen na^^ 3(benb l^in baS fiarfe
SoR ber IBurgunbier 0- SBeiter naä) SZorben ^in aber
lingd ber @ee(ufle bon ber £iber ab bid an bie SRänbung
ber SBet(^fe( lagen bie Stugier unb 8emobier^). 2>a nun
in fol^er äßeife bon biefen SS6ltern baft ganje n>etfti4)e
Sanb beS Sßeic^fel:: Strömet befe^t toar unb nodi^ übet baft
1) TaciL German. c 43.
2) TacU, German. c43,Pioiem, Geogr. L.1I. c. IL Btti^ütb
6. 79 f. X>€C IBe^uptung oon SBerfebe ober hitS&bVtn unb fßbtJUx»
bfabnifle &. 241 / baf bie fBtittei* unb Ufermad , bie |)ne0mt unb
M areifnerlanb bte XBobnf^ biefec fßttttx demefen^ febUn bte Se«
»(tfe.
3) Piolem. L c 2)af bie Burgunbier (SBurgunbioneti) att(b auf
ben ^(ben Ufer ber aBei<bfel 0efeffen baben, »te S3artb 8. IL e.
195 behauptet, xahi^U fcbioer suemeifen feyn, toentd^d loürbe biefei
nur m ben fiblt^en ISrt(breU(9e0enben/ frtqoi tj)v xf^oAifv rov
'Ovi^oiSA« TTOTflciLtou {PtoUfo. TU, 5.) ber SfaU fe^n Mnnen.
4) Taci^ Germ. c. 43. 0let(barb €$. 57.
epgter^^SoIf f^inaM bte SSol^nft^e bet @otonen ju fudS^en
ftnb/ fo fonnle beten @thUt nur erfl am bfüidfm Ufer bed
®trome^ beginnen. £)b lS){er aber if)te ®i^ bid an baS
@eflabe bet See üu6f not^ um biefe 3ett getetcf^t fKiben,
tote e« bet f^all n)at, atö 9)9t^ead ba» «oK fall^, li^t Xas
citu^ im 3n>etfiel ; et nennt iebodS^ fein anbetet 8$oI{^ web^eS
übet ben ®otonen bie @ee(äfie nac^ 9lotboflen ^in btxot^nt
^ittt^), @ona4» batten fte wo^( bad ganje nunmel^nge
SSefi)>teuffen im £)jhn bet SSBeid^fel unb, wie e6 f4^etnt,
auc^ ben gt6$ten S^eil beft ie^igen ®ebtete$ loon £)|ipteu{Ten
in il^tem IBeftle"^). 3m £){ien/ ienfeitö bet ®tinie hti
ianbti beS @ueoen^@tammeS/ begtjnjet {te Sacintt burd^
bte SSol^nft^e bet Senebet, in beten 9l&^e et iU^Uid) bie
|)eucinet unb Sennen nennt & ifi fcl^n^et, bie(me|it un^
miglidS^/ bte ©tinjen btefet S6l{et genau p bejeicl^nen.
Senn man inbef bie auSgebell)nten SBo^^nft^e bet 9)euciner
an bet Stotbfeite bet Staxpatf)zn 1)m in bet toeiten Sinbet«
1) 9ßi((etm @. 258 r<^tnt ju irren^ loenn er meinti bif dta^tc
unb Semooter fetten bie Qiotcntn 9on bei; JDöfte bet £)flfee bin^b tnd
aH^ittelTanb (alfo am »efhtcben Ufer ber SBetcbfet ) sebtdndt. Jtetn alter
C^nftfleaer fagt befttmmt, baß bie Sorben je auf bem mefUid^n Ufers
lanbe ber fBei^r^l gemobnt baben; aucb in ber etxoiinUn &elU ftebt
lo^t ^ieDon ttwa^, no^ aucb bap bie fBotontn 9on ben 9tu^iem »ab
Semooiern oerbtdngt »orben. 9{a4 Ptolem. L. III. c 5 unb PUn.
L. XXXYII. c 2. f6nnrn bie ®otben nur im öfUtcben Sanbe Don ber
XBei(bfe( aud gefeffen b<tben. Um fo bcfrembenber ift bie SBebauptung
oon SBerfebe a. a. O. @. 242 — 243 , \i^% Wt (Sotonen ibcf Sßobns
fi(e in SO^ecRenburg gebabt; b^ift benn trans Lygios ^ti Sadtui gera*
be}u ,,n>eiter norbwdrt«?''
2) 8tei4arb C^. 86 fagt: /,9ta4 9>Iinitt< unb 9)toIem&uS »aren
f!e auf ber 9)reuf!lf(ben Jtüfie ifi(i<i ber SB^icbfet, nnb ba ba< aestuari-
um Mentonomon, ^^^ fit naä) ^t^ü^ hefe^t Ratten, ha9 Scif4^
•&a|f ttl, fo batten ffe bie ihrenlTtf^e Mfe oon ber S&eicbrel bis Brann<$
berg ober «^ligenbeil ( mo bie Venedi eintreten ) lanbeimodrtd hai
Sftttfdebiet ber 9)affar0e unb ba^ eiM 8anb gwif^en ber S)reweni unb
IBric^fef, bann baS jDelta biefeS &tomt^ unb wabrfcbeinli^ au(b nod^
einen C^treif Sanbeö auf beffen fi^effeite i9on Qromberg bis iDan^
inne.'' gftr biefe (entere Se^uptnng ift aber Sein OemeiS ber ^/XBabr*
(bein(t<lb^'' iu fftbten.
2acittt6 &ber bie Kaitif^tn Jtftfittilanbe. 55
^(fe bid an bfe SDonausSRänbung^), bie ber Sennen b««
gegen, bev unbejwetfelten ®tammb^ter ber l^euttgen Sinnen,
in ben auferfien ©r^njgebieten bed l^eutigen iD{i})reufrenft
ttnb SittfKinend unb bntxf^ bad alte @amatten/ @ut(anb
unb Kteflanb t^inburc^ fucf^en mufi'), fo warben wir, burd^
Sacttuft felbft gefdlt^rt»), )u fetner ^tit ba« Sol! ber fk^
neber in ber 9Rttte jener beiben, a(fD in 8ittl^auen unb
einem S^ile £)flyrettfTen6 ftnben b&rfen; aber im SBefien,
mit im £){ien ftnb bie ©rtlnjen il^rer ®ebiete unm&glic^
in ^ßtmmen *). fM an bad Srifc^e «^aff aber mögen fte
fi((^ um biefe Seit wo^I f(!()n>er(ic(^ auSgebe^nt l^aben, benn
no4^ wof^nten, wie ed f4^eint/ @uetHfi^e 3weige an beffen
J^AftC/ iu webten bie Seneber nic^t ge^&rten'). Sacitu«
t^ )n>ar felbfi iweifelJ^ft, ob er bie IBeneber mit ben
Sennen ttnb ^tncinem ncd() }um £eutf(|ien Stamme re4f<
1) Slrado Geogr. L. VU. c 3. Dionjs. Perieg. V. 301. PUn.
L. IV. c 14.
2) PUn. L. IV. c. 17. ßfrorin^fi über Äablubef ©. 149.
3) 0f»if nid^t o^ne bcfHmmten ®i;unb fleat Sadtad in fetner
1Ciif|d{lnng bte Senebec in bie Stitte jioifcben bie ^evcitter itnb gennen.
€r fagt ia aucb auflbrÜcKlcb: Quicquid inter Peucinos Fennojque
silrarum ac raontiura erigitur, latrociuiis pererrant SergL bie 0011}
abio<i(!benbe SReinung oon SSecfebe a. a. C. 0. 246, na^ n>el(lber
bte f)endner ind n>eflli<be ®co^oIen, gwifcbcn bieSBartba unb V^tWd,
\kt Beneber aber an bie re^te 0ette ber tBei^fe^ in bie fi^oiwobf(ba^
tea 9Kocs unb 9){afuren oerfe^t werben.
4) 6i(berti(b waren bte ®r Anten ber Beneber anberd ju bei Saci«
tni anb anber« ju bei fHoIemdu« Seiten. 3ur Seit bei erftern waren
iie no^ ni(bt fo xo^t nacb SB3eflen bin oorgerilcft; ali nacbmali gefcbab*
Sioar fagt PUn, L. IV. c 13. aflerbinsi: Quidam haec habitari ad
Yistulam ujque FluTium a SarmatU, Fenedu, Sciri«, Qirrif tra-
dut ICOetn erffticb ift bai haec eine Mr unbefUmmte SeietAnung
anb duferbem niijit einmal |!(ber in ber Seiart; sweiteni Unnen bte
Chirmaten, Vetren unb «girren unm60li4!b 1^4 bii an boi norbifUicbe
nfnr ber 1E^^\tl, xoo bie (Botben mobnten, auigebe^nt boben, unb
eibficb macbt bai tradimt bie ganje 9?a(bricbt febr imgewtf.
5) JDa 100 Tadi, Germ, c 45. oon ben ^Ceft^em gefprodben ^t,
Rbti^fet et fein GueMnfonb: Hie SueTiae Finis. )Die Xcfiper alfo unb
bie na^badiibM ^otonen gebiren naib. feiner XafiM noib mit ium
droM Cneotfibea Bolüflamme.
56 Zacitu$ ftbec tie S9attirä^en A&fiettUnbe.
tun foUt, ba {& vieteft mit ben nal^n @atmaten ^tmtin
latten. 3(IIein er fcbtiefet fein @uet>enlanb f((^en auftbtutf«
n4) mit ben SBo()n{tgen ber TCefiper/ unb n>enn et {td(^ au<^
)u bev Üßeinung l^tnneigt/ bie Seneber fepen tvoldl ®enita$
nen/ „wcü fie fi^ «f)aufer bauen unb @cbi(be fuhren/ auöf
^ ber &^ntUxflldt tl^rer Su^e bebieneU; roa^ bei ben
@armaten aUeft anberd ifi, bie nur auf äSBagen unb Stoffen
UUn " 0/ fo (innen SSerbaltnifTe folc^er %ii bod^ wo^l
fd^werüci^ a(£ JBewetfe f&r eine ®ermanifc(^e @tammt>er^
wanbtf4»dft geUeU/ ba bie ©pralle ber SBeneber bo(^ feinet«
wegd ®ermanif4i n>ar.
3n foU^er SSeife finben mx alfo nacf^ bem S)eri(^te
beS 3:acituö in 9>teufren folgenbe« as6l(erbi(b: 3m SEBeften
bem (jUidlien Ufer ber SBetd^fel entlang, 9om £)ren)eni:s^luffe
bis an baS ©eflabe ber @ee %VMb, unb na(^ iDflen weit
in9 Sanb liinetn in unbeftimmbaren ©rangen, nprbiftltc^
am Ufer beS Srif4)en «^ap \\n bi6 über bie 9)afrarge t^tn^
aus ba6 83cl( ber ©otcnen ober bie ®ot^n. Sort am
gr4n)enb t^ieUeic^^t fc^on in (Srmlanb, SRatangen, Aber ben
9regeU@trom nadj^ @am(anb hinein, \hxi%% ber bamaU
,n)o|iI frud()t6areren iturtfc^en Ste^ring, unb ofto^rtS but(|^
9labrauen (linbur^^ in gIeidS)faII$ ungen^iffen ©rängen, gen
£)f[en l^in bie SB&Kerfc^aft ber 7(ejl9er. hinter biefen notb::
Wx&i ()inauf aK 9lad^barn bie Sinnen unb m, geraben
Ofien baS SScU ber SSeneber in n>eitberbreiteten SBo^ns
ftfeen «).
1) TVici/. German. c 46.
2) Ofen^ar muf bie I66acr4acte oon 9)tfttfren nacb SadtuS gana
anberS wfrben, M »ciin fie nad^ 9)toIfmdtt< enttoorfen toirb. C^pren«
0e( in feiner UeberTctund »on Sacitud (Skrmania bat eine folcbe ent<
toorfen; allein fie i# nid^t mit ccittf^er Genaut^frit abgefaßt 9Ht
tKld^em ®runbe werben bie Lemovii an ba< 6fl(x<be Ufer ber SBei<lbre(
defett? tBarum bie 9otonen fo tief nad^ f>olen (hinein? SQ^arum bie
Beneber fo tief na4 C^äben? SBelc^er Ctrom (liefe )mif<b(n benVeflpem
inib gennen vom €^ilben na4 9(orben? SBeit vi^tig^i^ ift obne 3n>etfe{
bie CEdarte ooa JDrufe, menn 0lei<!b bie Rennen w^ febioerü^ ^^^
9Abett Aber bie SDcewena ()e^6ren. IBergl. Sbunmann Unter|to4- Aber
norb. Mder €L 15 — 16.
Zactttt^ Aber bie SBalttf(^en Jtftflentanbe. 57
9tü^ biefer aDgemeinen Sei^^nung M ühlht^SilUi
in 9teuJTen bleibt no(!^ übrige aucf» einen fi3lt(f auf bie
Sdrben }u werfen, mit n>el(^en älacitu^ baö ©anje freiließ
nur fparfotn beleu4)tet 1)at 3CDed, tpa^ er oon be$ SSclfeS
Sitte unb S3raud(^ berichtet/ gilt nad) feinem Senate eu
gentlt^ iwax nur attein bie TCeft^er an ber Sernfteinfäfte ;
inbeffen mögen i^ 8en)if bie widlitigfien ®runb)äge nid^t
mit Umtd)t aüc^ auf bie ftammbemoanbten, na4)bart{4)en
9ctonen übertragen »erben f6nnen. ißvaud) unb Sradt^t
ber Ttefbfex toann @uet>tfc(^ ^); bemnad^ banben {te bai
^ui>4aar fc(^rage gef(li)eitelt in einen knoten; felbft no4^
im ®retfen^2C(ter ummanben fte ba§ 1hup)>ige «^aar mitten
auf bem @4^eitel; bie Sütrfien trugen e6 mit SSerjierungen.
^d n^ar baS Unterfd^eibenbe ber @ueben ^on ben übrigen
Setmanen. @onfi biente ed jur Sterbe , aber im StampU
^6^r gefcl^mutft }um S^^reden ber ^einbe^). Sie Sprad^e
ber TCefi^er nennt XacituS ber bamatigen IBritannifdS^en
ni^r oettoanbt Sn^ar ift ed j[e^t nt(t)t me\)x m6glid^, biefe
Sel^uptung genau ju )>räfen; aber eS f(|)eint/ bafi bie
(Sermanifc^e SBurjel, @ermanifc()er Zon unb £Iang be<
»entgen, maS ber forfcl^enbe ®ef(|^i(l^tf(^reiber 9on ber
&ptai^t ber SCeftper loemommen l^aben ntoc^te, il()m ben
€(^Iuf auf eine na^t SSertoanbtfd^aft biefer @prad[)e mit
ber bamatigen Sritanntfc^en, bie ii)m vi>o\)l befannt war,
an bie «^anb gaben ^). S)ie menigen fBbttn, bie un3 ber
änfaO aud ber @)>ra(^ ber 3Ceft9er aufbebalten ^at, mie
1) 3Ca(^ Seneca Medea y, 712. fe^t 0uet>eti in baö SBecnftftn»
lOBb.
2) TW//. Germ, c 38.
3) SBenn in fpdterer ^t\X, CTinnamud tte lßa^(X77oi obei; TreXc-
xv^o^ <bte Mannten SBacftger aud 06anbtnaoien) ein cdvo^ B^c-
royyocev nennt unt (5obinu< t)on i^nen fagt: xar« t)}v ttoct^iov xou
ovrof "^XbKfGotv oturMv, j^youv ItxXiviot«, fte alfo bie (Snglifc^ ®|>racl^
Rben Üft, fo wirb man ^ieraud bo(^ fd^werltc^ auf eine 2(e$nli(^lett
ber €ffianbiiMiHr4«®ot(if4<n unb alfo auc^ ber 2Cefi9fc^en mit ber Ott«
bnttif^ra ftbliefett bftrfen. fikrgl. StrUter Memoriae populomm etc.
T.IV. p. 456 u. 470. ^€^«r de Varagis, in opu^cul. p. 366 — 367.
58 Xacttu« &bet bif SSal^ifi^en Jtifl«n(anbe.
©lefurn (ber fßemflein), \>ai in SaftUa tyerborgene Stidaita
ober Stxtta ftnb ©ermantfc^; aber fie laffen gar {eine iSiu
glei4)ung }u mit ben Ueberreflen beS 7Utbtitti^ä)en im @ki::
Ufd^en ber @c|iottifd^en «^od^Ianbe nnb auf ber Snfel SRan.
@elbft bie $BergIei(^ung ber l^eutigen Sft^nifd^en &pta^t
mit bem ©alifc^en i)at {eine @rfoIge gebrad^t, ba ber |^eu^
tige Sfl^nifc^e @pra(|)f(:|)a^ bur4)au6 nur ben Sinnifdt^en,
nidft ben ©ermanifclien 6()aracter an ft(^ trjgt^. «^ftc^^
n>al^rfcl()etnltc^ a(fo »ar bie untergegangene alte ®))rad^e ber
'3Cet}9er ©ermantf^ unb l^ttz bie näc^fte Sertoanbtf4^aft
mit ' ber nabe gef^ro4)enen ®otl)i\^en, ober tpar nur eine
befonbere ^unbart biefer le^tem ' '). Sann toixe eß m6gr
lidj^/ baf Sacttuö in ii)r eine SSermanbtfc^a^ mit ber ba«
maligen fBritannif^en finben {cnnte^ wenn er nicbt t>{ek
leicf^t f4)on auS wenigen i^m befannt geworbenen 9S6rtem
feinen @(|^luß baute***).
1) Bater ^ptaä^ ber alten yreuffen CS. V. Sprengel Sacitnd
®erman. €;. 146.
2a) Schoepflin Vindiciae Celticae p. 115 baut Stoar ben ®(bluf r
Britannicam linguam eandem cum Celtica, ortamque ex ea fuisse
unb b{e 2Cefi9er fe^en bab^r eine ^e(tir<^c Golonfe. JCUetn bteTer 6d)luf
t|l nt(bt rtcbttg. Xßer fagt, \iO% bte iBntannirt^e 0pra<^ bte OFtltif^
geioefen fep? Taciius Agricola c 11 b^ft e< nur: Sermo (Britan-
norura) haud multum diversus Don ber €$pra(be bei; ®aUtec. ^fo
nur 2(ebn(id^fett fanb ®tatt. (Sine ®tamm«>ei;n)anbtf(baft bei; Xe^er
mit ben Gelten ihit ffcb \^\ttci\x\ aber f(bM)ec(i(b begrdnben.
2b) jDie fBritannifcbc 0pra(be fannte Sacttu^ »obi t9eit genauer,
olö bie (Sennanifcbe. ^an ifi gwai; nicbt gewif , ob er feinen ^cbn'ies
gervater 2Cgctcola/ ber ^tattbalter unb $BefebIdb<^bec in Sdtannien
»acb/ babin begleitet unb M TTugenieuge beffen rfibtnlicbe Sbaten be»
fcbrieben babe; aber ({(bere Stacbcidbten aber bie Sritanntfcbe ^pracbe
batte ber fleifige gocfcbet »obl itcberticb etngeaogen. StatürUib bot ^e
ffc^ ibm au(b immer gundcbfl s^r SergCeicbung mit anbenf €$pra(ben
bar. fS$ie leidet loeranla^e mobl }. 9. fcbon ba^ SBort Giesum eine
foU^ X^ergleiftung ber ]Cefi9f<ben m\i ber Srittif^KU €fpra4e; benn auib
in biefer €$pra^e mag Sacitu< biefed flßort gefunben baben, ba na^
PUn. L. IV» c 16. gegen Britannien ober im ®ennaaif(bM Speere
bie Gles3ariae lagen, quas Electridas Graeci recentiores appellaTcre,
qnod ibi elecCrum iiasceretur. C£ L. XXXVII. c. 3.
Zactttt^ Aber bte SBaltifc^en JtftjlenUnbe. 59
fBom ®&ttei^ten^e ber Tlefti^tx wetß Sacitud nur ber
Skrel^ntng bcr 9Suttet bet ®6tter }u env^l^nen. 9Ran l(^at
bteBet an ben «^ertl^ :: Sienji geba(i)t^ ben ber ©efd^^i^^t::
ii^ttibtt bei meldten ®uebtf4)cn 3n)etgen ^etrf^en Ü^t^).
Wtan fyit ferner and) bte «^ert^a mit ber (Säbele / ber
Sutter ber ®6tter, unb biefe toieber mit ber 9Benb{f((^en
®frttin @teba unb bie Sieba mit ber @(anbinat>ifc(^en
Srigga t)erglei4»enb jufammengejiellt^ um ^nxd) biefe @tus
fenbtter be« Sacitud bunteied dt^t^fel auf)ulifen ';. 9lun
tt fret(i(b }war tit SBerel^rung ber @ieba bei ben ®erma>
ntfcben S&(fem n)o|)l fd^merlidf^ )u beweifen; aber ed ifl
niilbt unioabrf4»einIi(|^, baf bie Tfeflper mit ben tyertoanbten
unb no^e wo^nenben ®ctcnen benfelben ®itterbienft gemein
gebabt unb alfo aud^ bei ibnen bie Si^igga ©egenjianb ber
Sercbntng gewefen'). Saf beS Sifend ®ebraudj^ frAber
im Sanbe feiten^ IS^^uftger bagegen bie iteule beS SSoffe^
@tret twaffe mar^ beji^tigen a\i^' no4^ ^pitete £luellen *).
Son SBt4^tigteit ift bte dnoal^nung beß emftgen ®etreibe^
baneS unb ber fleißigen ^fU^e anberer Srädi^te^ benn mie
^e be^ 9>vt(iea$ frä^er gegebene ^a^id)t auf6 neue Us
{litigtO/ fo lltmmt jte mit beft 8anbeft heutiger SRatur
1) Tacit, Germ, c 40.
2) »tl^elm @. 345 — 346.
3) 4^art!no(( X lu 9e. 9)tettffett ®. 27.129. 155. Chrverglfi^t
Cl 136 ben attpvtuffifö^en ®ott "potnmpoi mit ter Got^tfc^en S^dda.
S^unmann a. a. C ®. 15.
4) eucaa 2>aott> S3. I. e. 44. 9)rdtorttti e^aubü^ne B. I.
«. 1258.
5) 9to4 Sirabo L. IV. c. 5. fagt l^pt^ead: IIk^' ok de ff7ro4
xxi ijj/u 7/)vrrai, x«/ ro 7ro|bia evrexj^ev €Xf <y* SBfnn Schoepflin
Vindiciae Gelticae p. 115 auf bif SBorte bed TVzriV. Frumenta cae-
teroM[ue fructus patientiuSy quam pro solita Germanonim inertia,
laiMrant, bie Sebauptutlg baut: cultura agrorum, quod Studium apud
cos Tigucrai, Aestyos Germanos non fuisse testatur, fo f(bdnt ec bie
ttorte ee< SadtuS iti4t fganj ctcbtig gefa^ }U ^ben. 2)erfe(be tvitt
efenbar fagen: biefe (^<iiixCi^ ^ic^net bie TCe^er oor ber den)6bns
It^eii — soKu — Statur brr ®(nnanen aud; unb aU einen eigem
t$telt(|en 3nd btefeö Bolle« xMi^i er e6 eben bemernicb.
I . ^
60 83i({ec«S9etoe9ungeti. SRart'mannen.
unb IBefdf^affenl^it no^ t>oU(ommen tibetein. SSad Sacitud
enbltcf) feiner 3ei4)nung bed iBotte6 iber bie (Sntfle^ung
unb JBilbung bed 93ern{ietn$ anfd^^Iteßt^ im^t eben fo fe|)r
t)on bev ©laubwurbtgfeit aUet fetner IBertcl^te über bie
norbtfdj^en Sjnber^ atö ed bemeifet, n)te toeit genauer bie
^enntnif ber 9i6mer aber biefen ®egenftanb feit Ui 911-
niuS ^tit, a(fo feit ettoa iwanjig Sauren geworben mar;
benn toU feltfam (aufen bie Säbeln aber beft SemjletnS
<Sr)eugung bei |)IiniuS no^ burcb einanber unb wie fidftt
unb hmi^it ftebt bei SacituS bie ^a6ftid)t bal — S)aS
i{i e^ aQed^ toai wir burd^ ben SReifler ber Slomifcf^en ®ts
f^^icf^tfcbreibung über bie jß^ewcl^ner ^reuffenö }u feiner 2eit
erfahren/ wenig freiließ für unfere äBif begier unb bo(b audi^
üiel bei bem fo großen SRangel an anbem gewiffen 9la((^
richten.
iBon bem an aber gebt me^r att ein fydUi ^iafycs
bunbert boräber, in beffen 3Cb(auf fein alter ®efdj^ic|itf(l^et&er
Weber |)reuf[enS/ nocb überbau)>t ber norbifcben Sanbe mit
folc^er itenntnif gebeutet. @rfi 9>toIem2u$ giebt gegen bie
3abre i7o — 180 wieber einen {teuerem Slid in bie nor^
bifd^en ®ebiete. Mein fettbem ^atte eine große S&Rerbe-
wegung aucb im ©ermanifcben 9lorben unb gun^cbfi felb^
in ben SBBobnft^en ber SSewol^ner 9)reuf[en$ manöfti anbtxi
geflaltet.
£)a$ mddS)ttge SSoK ber SRarfmannen, burcb bie it^mpfe
mit Srufuö in Stb^tien gebeugt unb 9er)weifelnb,an feiner
Sreibeit unb an ber @i(berbeit feiner weiten SBobnftge in
ben ®egenben be$ Siedard unb am ÜRain, in Sranfenunb
in SEburingeU/ war aud biefen ©igen aufgebrodS)en ^ unb
ben friegSfübnen Söngling üRarbob ali gelbberrn unb ^err^
f(^er an ii)xtt @pige war bie flarfe SSoIlerborbe^ bie ^erc9^
nifc^e SBalbung burcbwanbemb^ bii ind 93o]enbeim^ bie
^eimat ber Soier, gebrungeu/ wo fie, bad S3oien)oIf iibeu
^w&Itigenb, neue SBobnftge^ ringsum burcb SEBitber unb ®e::
birg gefc^^ägt/ gewann. S)ort wollte SRarbob^ na^ will;
iäl)xii6)ex J^ett^^aft burfienb/ fem bon dthmi\d)tx lieber«
ma^t, ein fefleS unb ft4»ere§ 9letd;^ emd(^ten^). SBol^l ettu
feMb, baf nur bnvd) ben SSeretn rndd^^ttger S&((e)r(rjfte
bieff @i(|^erl^eit gegen ben 9t6mtf(d[)en ianUtcolo^ ju er:^
reic^n fep, xon^U er na^e unb ferne SSolfer burcl(^ @dS)n>ert
unb @teg/ bur4^ S>rol^ung unb Uebenebung gu einem ge^^
iDatttgen Sunbe )U bereinigen. 3ubem ^atte auö) ^nxdfyt
unb ®4^reden bor ben (^roberungßs@ntn)urfen ber Stbmtt
bie Sditer in £)eutfcblanb me^t atö je um biefe 3eit ge«
neigt gema^^t, fiebern SSunbe anjufc^liefen unb \iö)Wtavicb^
Sitten }tt untergeben. Sßie bamali bie gemeinfame ®es
fäfyc i>or 9lom6 3»anggeboten bie norbbeutfc^en fßbttet }u
einer freien S3unbe$genoffenf(^aft unter «^errmann^ bem atu^
etfanitten iDber^au))te , }ufammengeful()rt , fo flanben an^
bie fäbbeutfcben JB&Ker unter SRarbob^ flrengerer unb n>ia^
ful^rft^^er .g>errf(^aft in einem IBereine jufammen. S)ie
Srinjen feiner TCuöbe^nung jinb freiließ) nidE)t mel^r ju
Seif^nen; .aber e§ ip me^^r a» »abtfc|)einnc^ , baf aucb bie
Siffer^ bie an ben ÄÄjlen ber JOjifee ibre ©ifee batten,
olfo au(^ bie fi3ewobner ^reuffenß/ n)enig{lend bie ©otben,
mit im 9)tar!mannifd(}en 93unbe gejtanben unb fD^orbobj»
atac^tgebot bid an ba$ 93altif(be üReer gegangen fep. SBar
dui^ bie Serbinbung ber SS&lfer um fo (ofer, ie entfernter
ibre Solbnft^^/ fo wirb bocb be$ naben g^gierjlammeß unb
«oie e^ fdbeint auä) be$ ßoIteS ber ®otben a» SEbeünebmer
ber SunbeögenofTenf^iaft namentlidb em^äbnt'). SBie inbeß
1) Fellejus PatercuL II. 95.
2) Strabo L. VII. c 1 fagt: 'E^TavfX^Mv hs {%c^ o Ma^oßov-
xati Zißivov^) x«/ To rwv 2o)]ß«v avTMv ft^yoe eSvo^, ZljuvMva^.
IIAjfv Tflt -ye T«v "Soijßöiv cdvi}, t« fAtv £vro<;*a)Xfi, ra ^c Äcro^-
70V ifVfAOVy o/Lto^ roi^ r^rai^. dd tft freflt^ sine ft^tüterige 2(u^
gote, mehrere tiefer miiQ nur von &txaho ^itt genannten IBdIfer geo«
ffiuap^^ na^iuw^n; benn ttenn n>ü; att<^ unter &ttaW$ Aovtovt;
M^ ttnbesoetfelt bie S^gier in i^er weiten QCu<be^nung {fj^^ot cdvo«)
Ibibeni fo gehört bo<b ein flarfer QKonbe ju ateid^atb'« (C HI.)
62 SSStfer^SetOfgunsen. SRarfmaniifn.
Um immer anHf fe^n ma^, bie Setoegung bet S6K<t unb
t^re ®2(ning naffe unb fem tourbe balb aOgemaltig. 2>te
@emnonen unb SongQbarben tiffen ftd^ balb tofeber t)om
SRarfmannifcben Sunbe loS, unb bte Wlaift beS S^tuöfer^
Solfed t>erßirfenb fydUn fte unter «^errmannd Sahnen bte
Starfmannen beftegen 0. «&tebur(^ tarn 3totetra(|^t unb
@))attung unter bte SRarfmannen felbjl; 9RarbobS SRai^t
xoav unUt^xaUn, fein 7(nfel()en gefunfen; ba (e^rte ein
ful()ner, fiir{tlt(|^er Sungltng/ Satualba/ ber frü^r Dpr
SRarbobd ®malt flitcl^tenb^ bei ben ®ot|)pnen im Slotben
3ttflu(|^t unb@(|^u| gefu(|^t'')^ naö) Soienl^im {urAd^ unb
an ber @))i6e bon SRarbobS Seinben unb im (Sint>erflänb«
niffe mit ben grofen Ferren beö Sttiiß gelang eS tbm,
ben micbtigen «^errfdi^er ani bem $eidiie ju t>ertreiben.
SRit il^m toar aM bem iRorben )ur dtaöft fär SRarbobS
9laub(riege eine {larle SRannf^Ktft auS @ttet>ent>&(tem, ium
Sbeil wie eS fdiieint aud(^ auS ®ot^onen ober ®ot^n bes
fteljienb^ in SRarbobS 9Ui^ eingebrodjien *). &d)on biefe
Chrfidrung/ na^ n?etd^er bie Butones ein einzelner ®aui»etd ber na4
836(^men Mrfetten «^cnnunburen f^pn foOen. <SJte fiü(t fi(i nur auf
ben Abnltc^en itlang bei 9tamen< SBubtf|!n ober IBubin. Un< fibeint bte
Sedatrt bei CTaraubonut Foi/rov^^ nic^t fo oanj oerwerlli^; au^ SBÜ«
(elm €$.216 oennut^t unter ben SButonen bie ®tttonen ober ®ot^n.
1) Tacie, Annal. IL c 44 — 46.
2) Erat inter Colones nobilis- iuTenisy nomine Catualda, pro-
fugvLs olim Ti Maroboduiy fagt TaciL Annal. IL c. 62. )Daf Gatu»
alba t>on Geburt ein (Sotfft gemefen fep, liegt nt(bt eigentlicb in be<
Sadtut IBorten; tote glauben biefe aud) fo t>erft^^n ju f6nnen: unter
ben ®otonen lebte ein ebler Süngling. Kber wer waren biefe (Sotonen?
3n bei; (Bermania lennt 2acitu< feine anbecn oU bie im 9tocben, an
ber Mfle jbe« Saltifcben !Dteere< , olfo in 9>ceuffen. fßat alfo babin
Gatualba geflfid^tet unb waren meQei<(t mit bem €$emnonett unb Songos
barben au4 bie Boi/^ovc^ ober Tovrovc^ oom fRarfmannif^ett Sunbe
f^ott fcö(er wieber abgefaKen ? fBergl. 8 u b e n (Sefi^i^te M 2>etttf4ai
eolfel 8. U. 6. 53.
3 ) jTocäL Annal. U. c 62. Is Talida manu fines Marcomanno-
rura ingreditur — • imimpit regtam castelluraque (uxta sitom.
f^ettres üUc Suevoruwn fH'aedae,
Siifet'SBetofgungen, Statftnannen. 63
Bmcgungen Ux IB6((er l(Kittea ge»tfl mand^e Setinberung
Mä> unter ben IBen>o^nem ber IBalttfc^en iCi^enl^nber f)txf
MfltfäfyeL
2>arauf aber, )ur 3ett be6 Aaiferd SomtttanuS, begann
ber fc^werr SRartmannifcbe £rieg mit ben Stbmtm, burcb
iDeb^n bte S&(fer abermatö weit unb breit bewegt unb
bte iinbtx erfc^uttert mürben, unb biefe Srfc^iitterungen
ei^recften ^6^ aud^ je^t wieber bid in ben iRorben b^rauf,
unb Don ber Sonou biS an bie £)flfee brachten Storni
StimpU um feine SBeltberrf^^aft bie S6(fer }um UnfftanU
unb )um Arieg. @4)on unter S)omitiand «J^errfi^aft {lebt
ein ma^^tiger {>aufe t>pn ®otben an ben Ufern ber S)onau,
bem 2>actf(4en £6nige S)ecebal ein wilKommeneS {>ulfiS:s
wVl gegen bie 9t6mer ^). Unb um bie n&mlidbc Seit
f Jm))ften SUmifc^e ^eere aucb gegen bie n&rblid(^en @ars
naien, unb 3o}9gen t>erbanben ftcb mit @ueDif(ben JCriegSs
^hftem, um mit btefen aber bie £)onau ju geben'), ©eit
bem Sabre 166 aber warb im großen 9RarImannif(ben
Ariege baS ganje norbifflidE^e ®ermanien unb felbji bie
weite Sanbflretfe ©armatienö unb 9lorolan{en« in aUge^
meine {Bewegung gefegt. S)ie m^c^tigfien ber 3la6)baxs
i^hOet Dreuffenö, atö @armaren, Spgifc^e Sweige, Storo«
Ionen, Safiamer, Xlanen, 6o{tobocer unb anbere flonben
mit ten 9Rarfmannen im flSunbe wiber Stonu Tinöf beS
6uet>en{lamme<, }u toü^m Dreuffen^ Sewo^ner geb&rten,
wirb aU SunbeSboK erw^bnt unb ed ifi nic^t unwabr^:
1(betnli(^, baf and) auS ^teuffenS Sanbfcbaften «&älf$t>il(er
1) Jomanä. de rebus Geticis c 13 Xift bie (Sotfyen, beten
tktfm er Dorpaueus nennt, ben ®ieg iObn bie 8t6mif(ben «^ere ba«
M« trasen. 3(bec tüo^n tarnen biefe (Sotben an bie jDonau? fOtbfii^
tf, baf Somanbe« ®ot^n unb ®eten oermecbrett; aber H ift eben fo
«ftglubr baf e< ein and bem 9totben aueeewanberter Oftot^ifcber 4>attfr
»ar, ber bamo» r4on an ben ^triegen gegen bte Mnier Sfieil nab».
Bagf. Dlarcon 9ef(b. bet 2>etttr<ben fß. L e. 139. (üben Qkr4.
bH 2)eitir(ben fBoOef ». I. e. 420 ff.
2) Sueion. Domit c 6. iDio Ca$s, L. LXVII. c 5.
64 SSiferi^lBewegungen. SRatfmannett. '
|)in}tte{(ten 0- %b(t tver burd^^bringet 9lad[^t unb 9lebel
btefer Seiten {n ben notbtf4ien 8anben ? 9lur fo viel ift ge?
loifi/ bof auc^ l^ier bte SSoIfer ber üerfc^iebenpen S^ber
in bem langen unb f4)n>eren Kampfe n>ilb burc^ einanber
getoorfenn)utben^ unb bte ©eftolt ber^inge vielfacf^ Derdnbert
tootben ifl. Saufenbe t)on barbarifcf^en Ariegern iamtn aü
©efongene in 9{&mif4)e Sclnber itnb Saufenbe t)on 9l6meni
würben unter QUid^em ©d^idfale in entfernte norbifd(^e ®e^
genben l^inn)eggefä^rt *). @eIBfi 9iomif4^e ^rtegß^eere
brangen xoeit in ben Storben Dor. ^ifer SRarcud 2CureIiuft
lag brei SalJ^re in bem 9i6mif(l^en SSaffen))Ia^ (Samuntum
an ber £)onau mitten unter barbarif(^en iB6(fem/ gegen
bie er Don ba auS feine Kriege leitete^)* Unb in biefer
Qdt, ober unter ber ^errf^^aft beö Gommobud enp^^nt bie
®ef4)i(l^te ber ®ot^en in einem SSerl^clltnifTe ju ben 9t&:r
mern, in n>eI4iem n>tr fte btö^r no(i[^ ni(|^t gefeiten lE^aben.
,,SuUiu$ fiRenop^iluß n>ar (Statthalter Don Üß6ften. 3u.
biefem fd^iclten bie £aq)er, ein Heined unbefannteS Sott
in ber 92il(ie t)on 2>a€ien, unb befc^merten {t(^/, baf bie
®ot|)en ein 3al(irgelb üon ben 9i6mem ex^itlten, unb fie
uidl^t, ba pe bo6) mddl>tiger wdren, a« bie ©otlfien. ^efer
SSorgang fd^eint )u bereifen, bafi bie ©ot^en bamaU nodj^
als ein}elneö SoK bejianben unb a(S fold()eS feine$wege<
bebeutenb waren. S)ad Sal^rgelb er|)ielten {te vieOet(|^t^ ba?
mit fte, im Stiidtn ber angreifenben S35{(er ft^enb^ nt^t
1) ./m/. Capitolinus in vita Marci c 22 fagt: Gentes omnes,
ab Illyrici limite usque in Galliam , conspiraverant, ut Marcomanni,
Narisci, Hermunduri , et Quadi, Suetfi, Sarmatae , Latrin^s et
Buri: hi aliique, cum Victovatis Sosibes, Sicobotcs, Roxolani,
Bastarnae, A]ani| Peucini, Costoboci. Orosius L. VII. c 15.
fRei^arb®. 84. 335. «üben ®iW6iU bed 2)eutr^en SoKeö $B. IL
©. 22 — 23.
2) Gruicri Corpus Inscription. CCCLUI. 2>io ^Ezceqit. LXXL
3) Eulrop. L. VIIL c. 5. 6. Orosius L. VII. c 15. Pitul,
Diacon, L. X. p. 245. 2)a0 Garend 2Cttretiu< toireti^ in bie fetnb«
li<(en 8dnber, namentli(( in^ ba< ber Saurier oorgebrunden fep, lotffen
t9ir au^ einem aufgefunbenen S^otiofieine ; f. ateid^arb 0. 336.
SSolfer^SSemegungen/ ^toUmau^ aber bte SSalttfc^en Sanbe, 65
a^I nehmen fotttca an Um Äampfe wibet ©acten 0."
3(B nun bcr SRarf mannifd&e Ätieg über jel{)n 3a^re {^in^
bnr(^ t)ic ©(^icffalc ber Soifcr tjielfad^ üeranbert, il^re
So^nft^e }um Zt)txl ganj umgemanbelt unb bte ©efialt
ber Sanber in mancherlei SBeife ganj anber$ gejteDt l^atte,
ba erfc^eint ^tolemditS tttoa in ben Sauren 175 biS 182 mit
feiner <Srbbefd^reibungf, um barin ein 93ilb bed il()m be^
ftinnten erbfreifeö I)injUiei(l(^nen, wie eS in feinet Seit awfs
jnfaffen m69ti^ war. 2)ie gewaltigen -erfcl^fitterungen ber
S&tter aber i)atUn t)on ber £)onau an bi§ )um @ef!abe
ber ©fifee ungemein t>iele6 umgewanbelt; bö8 atte SBolfers
bilb, wie S>liniuS unb Sgacituö e^ gefel)en, mar \>ielfad}
jerrtffen unb burcl^broc^en unb eS fann un§ nid^t befrems
ben, e§ muß unö t>ielmel)r für bie ©laubwürbigfeit be^
f)toIeinau§ in n\ö)t geringem ©rabe gewinnen, wenn er
nac^ folc^em gewaltigen SBec^fel unb folc{)en Umw^Ijungen
aSer S>inge an^ nen ergiebigeren £lue(Ien, bie bnxö) bie
Srtege feiner gorfc^ung eröffnet werben waren 2), aui) ein
gon) anbere^^ gewiß ^aber ein treuem unb wal&rl()afte6 JBilb
oom Slorben aufteilt, fo weit er e§ md) feiner Äenntnig
treu unb wal[)r^aft jeicl^nen fonnte. TCnd) bie ^ftuflengebiete
ber Dflfce h\tli6f t)om SBdd^feUStrome l&atte ber fleißige
Jorfc^er burc^ feine £luellen loiel genauer fennen gelernt,
M feine genannten SSorginger.
S)te wic|)tig{le SSerdnberung , bie ftd^ im SSerlaufe bed
fRattmannifd^en Jtriege« unter ben SB5lfem 9)reuffenS ju^
getragen, war unf!rcitig ba^ SSorbr^ngen ber SSeneber au§
il^ren &fUi4)en SSo^nft^n in bie ©ebiete ber ©ot^onen, bie
entweber biefe ©egenben jur 3eit ber SS6lferbewegungen im
SRarfmannif^en 93unbe freiwillig aufgegeben, jum Sl()eil
1) &o 8 üben ©efc^Cc^te heü ^eutfc^en ^othi SB. II. 0.53. SDefl
Borfafi erjd^lt »OlTlIÄnbiger Petrus Patrieius m Exrerpt do lega-
lionibus ap. SiriUer T. IV. p. 410 — 411.
2) Ueber bed ^tolemäuö tlueHen \>n^l itrufe TCtd^w för alte
^^ograpbte u. f. to. •f)eft II. ®. 78. «{beeren SBeilage ^um erfbrn Z^il
Mn Xbn^fit. feiner 3bfen ober bie ^oKtif u. f. ». ®. 393.
I. ' * 5
66 9to(em2u6 titv bie f&bba(ttfd(^fn J(äflenCanbe.
.W€iter naiS) ©üben l^erabgcjogen, lum 5El()eil aud) naö9 tcr
S)onau l()m au$gen>anbert/ ober bur4) ben Xnbrang ber
SSeneber itnb mit SBafengeivatt ^ejYüungen werben n>aren^
bte alten äBo|)nft^e am ®e{!abe ber £)flfee ben SSorbrangen::
ben etn^uriumen. ^tpIem^uS (ennt alS 3Cnn>o^ner ber
iDjlfee langö ber ganjen Einbiegung t)on ber fDIünbung ber
SBeic^fel an xozxUx b^liä) fort bi$ gegen @amlanb unb baS
Äurifdf^e ^^aff fein anbereS SBoIf atö bie «eneber*). Sin
33[)eil ber &ctf)onen, ben bie ,Rrieg6bcmegungen unb S&U
ferflSrme nid)t in anbere Sdnber gebogen, war burd^ baS
fßolt ber SSeneber etn>aS- weiter nad^ ben fublicl^en Steilen
^reuffenS ^inaufgebrangt morben; bort blieb er aber ba&
9{ad^ban>ol{ ber IBeneber an ber SBeic^fel entlang üietleicl^t
bis an bie Srewenj f)inan^ ^). S3ei ^tolemaud Reißen ffe
©pt^onen unb Ratten ju il()ren fublic|)en 9{a4^bam einen
äweig ber Sinnet^^ ber ^^ n)a]E)rf4)einli(l() beim SSorbrdngen
ber SSeneber an biefeS SBolf angefdl^loffen unb tnS Sronb
fäbw&rtö t)on ben ®otl()onen, inS @ebiet beS nad[^maligen
9Rafot)iene eingebr^ngt \)attt. Ueber .ben Sinnen aber im
eigentlid^en $olen lag baS SSolf ber Sulanen'). ®omtt
1) Ptolem. Geogr. L. III. c 5. Karl;^?« hi t^v Za^/itar/av
2>af biefer SSenebtfc^e SBufen W Oflfee im @äben , an ben ^äßengebies
ten 9>reuffenS fep, ift auödemactjt; auc^ tfl 1td)er, baß er ftc^ nt(^t n^etter
M h\t an bte !Dteme( erfhecft (»abe, benn weiter n6rbli(^ ()mauf fe^t
ytolem&ud anbere S35lfer, bie feine lOentbcr jtnb. ^annert ber
9^orben ber Q^be ®. 262.
2) Ptolem. I. c. fagt: EXarrova 5e fSvjj vifxeTxt t^v ex«^-
fjMTixv» TToc^oc jücev TOV Our^rov. Aav 7rora,uov Ütto OvfvSioc^^
3) Ueber bie ®pt^onen fegt Ptolem, 1. c f ira ^/wo<. cira ßov-
X«vc^ , xi^ ou\ (Pf ou7ouvä#aiv€^. 3Ä a n n e r t a. a. £). ®. 268 — 269.
£)b unter ben ßouXave^ 9>o(anen ober 9olen su fuc^n fepen, ober ob
bie Altere Sedart SovA»vf< oorgejogen merben möffe, fann biet babin
defieOt bleiben, toenn gleicb ed fonberbac fcbcint, baf 8elemel in Orfo-
llndft über JCablubef, 0. 535 \>xz von manchen beroorgebobene 9ta*
mensd()nlicbfeit amifd^en ßov/xve^ unb 9>oIen „ duferft albem " nennt.
ÜBergl. an<b «&artfno(b V. u. 91. t>r. GJ. 22.
S>to(emdtt^ Aber bie fäbbaltifc^en Jt&{ien(anbe. 67
hilbm ber 9Sei(bfeIs@trom au(^ je^t noö) bie«®rdn}f(|^etbe
ber ©otl^onen^ nur bap um biefe Seit an feinen 9Riin«
bungen^ fo n>ett bie bortigen ®ebiete bamalS bewohnbar
iraren, ba§ SBenebertoolI angranjte. 2Cn feinem tDepIi^^en
Ufer burc^ baS füblicbe Sommern l)inburc^, an ber 9{e^e
bis {ur SBart^e unb £)ber ()in, lag auc|) }ur ätit bed 9)to«
lemauS noc^ bad ntd(|)tige SSotC ber Surgunbionen^ tvelc^e^
$(iniud bort f^on fannte 0* 9torbn>clrt6 Don if^m xoi>f)nU
noct^/ tote ju beS SSacttuS Beit^ im beutigen Saffubien ber
Spgieriweig ber «^elbecon^U/ von ^toUmini 3CeIbdonen ge^:
nannte unb n>eiter n&rb(icl(^ bon biefen Uf}ntt fid) Don ber
Stünbung ber Sßeid^fel an bem ©ejlabe ber iOfIfee l^in baö
alte SSo(f ber 9ingi<r aixi, n>elc^e $toIemduS 9tuticleer
nennt Slugen unb 9tugenn>albe ^aitn ben alten Flamen
biefeS SSolteS no(|^ bt§ auf biefen Sag erl^alten ').
SBenben n>ir un$ nun aber bon biefen 9lad[^barbolfem
in bie hftli^en ©ebtete beS SBeidl)feU@trome$, fo eröffnet
und l^ter ber alte @eograp^ nod) toüt midi^tigere unb ^toat
gan) neue S3li(fe in bie fflaä^t bei %lUxtf)\xmi. 3Cufier ben
f(^on bor i^m befannten SSotfern ber SSeneber unb ©ot^onen
nennt er noc|> einige anbere SSolferjweige in ^reuffen^ beren
9lamen in ber gangen ®efd)\(i)U beS Sanbeö biS tief i^S
Stittelalter "hinein bon du^erfler SBic^^tigfeit geworben ftnb.
Unter ben SSenebern^ alfo fubli(^ bon beren bejeidl^neten
1) Ptolem, L. IL c 11. bejeid^net und bie 183o|)nft|e ber SSur*
gmbionen gan} genau; er fagt:^0< rn^ec (sc. oi af/Livovf;) do]xo:;ort
fbtra rov ocXßtv ar<o rov ii^vjfxhov fjie^ovq 7r^c< avaroXx^, (Ltlx$<
Tov ffujgßov 'TTOToc/Ltoi;. X0ci ro rwv BovyowTtav roi i<Ps^yl^ (sc^
MO rov <7x/Tißov)-xxt fxlx^< Tov Oviaroi/Xoc x«re;^ovTaiv. jP/i/t.
a N. L. IV. c. 14.
2) Piolem. L. II^c 11. fagt: 'Eitol 2<5)jvo/ ft^x?' '^^^ iociovx ttq-
TofAOV) x«< v'Tr aurov; 'Pour/xXftoi fJt^x^^ "^^^ cui'orouXoc ttotociüioV)
onb bann weiter f)in: PovriWöiv d^ xa/ Boz/vTouvraiiv (i. e. Bov^-
^owTMiv) 'A/Xoua/oivf^. 2Dte ermahnten ©tbener be6 ^tolemdug (benn
fem anberer ^ä^viftftUit fennt ffe weiter) |)atten i^re SBof^nfi^e awifd^n
ber Ober unb ber S^ue ober 9ibn\ oergl. 9iet(barb 0. 56. 200.
Qtannert ®eograp^. ber ®rie<ben u. Bibmn W). 3- e. 438.
5*
68 9>to((mdud u6ec bie f&bbalttf(^en Afiflentanbe.
a9Bol()n{t|en , beietd^net 9)toIemaud ali r\iö)p Sbewo^mt bte
©altnber^ @ubener unt) @tat>aner^ bte biö )u ben TUaunen
ober Alanen, rei(lt)ten; unter lenen (agen na(^ t^m bieSgpI:?
lionen, bcren 9lad?barn bie Äojlobofer waren ?)• 2)iefe »6U
femamen ftnb in aller SSSeife von t)iel gu großer @r^ebtt(|)-
feit für bie äeicbnung be$ S[>&ICerIeben6 funftiger Reiten, unb
fte }eugen ju beutticb toon ^toIemduS genauer ^ftenntni^
ber Sinjeln^eiten , M bag nicf)t eine n%re 93etrad[)tung fte
^ttcai mebr beleuchten mä^te.
2Cm flarflen fte^t bei ^tolemclud ber SSolföname ber
®alinber ba unb and) aber ba6 Sanb, wetcbeö fte Uroo1)n^
Un, bleibt unß im 9Ritte(a(ter fein 3n>eifel übrige benn e§
fAbi^t fafl burc^ biefe gange Seit ben 9tamen ©alinbien un^
Derinbert fort, ©ein Umfang war fo ju ^JtolemauS Seiten,
wie nad^malS ni(i)t unbebeutenb. 3n jenen altm Sagen fließ
eS im ^eflen wabrfd[)einlicb an bie SBobnft^e ber ©ot^onett
unb nac^ 9torben bin an bie ber Seneber. 3m £)flen be^^
rAb^e eS ba§ Sanb ber alten @ubauer unb fub(i(b lief e$
nacbmatö^ nocb jiemlicb tief nacb 9}7afot>ien btnein 0. S)iefeti
Umfang/ DieKeicbt nodb einen gr&fern unb eine xä6)e ßolfö^
gabl/ burcb bie e§ in fpdtern Seiten alle anbern Sanbfcbaften
übertraf ^)/ b^^tte ®a(inbien wo^I ol^ne dn>eifel fd[)on gu bed
ytolemau^ 3eit/ unb fte gab eben bem Sanbe aucb eine
btnldnglicbe SESicbtigfeit, um feine Sewobner att einS ber
bemerfbarflen SSolfer ber Oflfee^Sinber aufgufübren. j£>a^
anbere SSolf / beffen $to(emdu§ gebenft, ftnb bie @ubener,
unbegweifelt ber fpdter unter bem 9tamen ber @ubauer be^
(annte SSolfdgweig/ welcber im £)ften be6 ©alinber^Sanbe^^
ba wo ie^t bie ©ebiete Don @en6burg, Stbein^ Si^en^ Titp^,
1) Piolem. L. nr. c 5, Tuv de ^i^vi^iävtav fi^/v avaroXisuttTc-
^01, vTTo fjiiv rov^ OveviS»^ ttocXiv 7aX/v5a<, x«/ o-oi/^jjvo/ xa/
(TTxvxvQi f*^X?' '''*»''^ «Aauvwv. üCp ov<; <7iXX/wvfo-, tira xo<-
OTOjSwxoi.
2) )Dte genauere S3eietcl()nung be< Umfanged, »e(((en bai ®altnber:
Sanb im 9)ltttelalter fyittt, toerben mir fpdter am poffenben Orte geben.
3) Dusburg Chron. P. HI. c. 4.
9tolem&u$ Aber bte f&hbalt%fö)zn A&ßenlanbe. 69
SojKmnrtburg, i^d unb Ölefefo finb, feine SBo^inftfec Iftatte.
3)ie na^jmatige SSerfefeung eine§ bebeutenben Sl^eifeS biefeö
SoIfeS nac^ @am(anb ^at freittc^ bte @puren femed iRamenS
biet weit mebr \>ettt>i\d)t, alö im ©alinbersSanbe*). SBie
xoeit ftcb aber ba6 ®ebiet biefe^ SBotfeS )ur 3eit be$ ^tole^
maus gegen £)fien l^in auSgebebnt {)abe/ iff unm6gli4) )u
beflitnmen. Suerfi befannt warb biefer ßolföjweig, wie e§
%int^ bur4^ ben SRarfmannifc^en ^rieg, unb bie ^c^aup^
tung ifl wo^lnidE)t)u fu^n^ baf bie @ubiner^ weldf^e^tole^
mau§ in einem @aue neben ben !{Rarf mannen ^ im ^xai^u
ner greife an ber SBattawa inSSi^men, wohnen I^ftO^ nur
ein abgeriffener Sweig ber ©ubener in S)reujfen waren, wel-
d>er , ber ÜRarf mannifcfjen Ärieg§ma4)t juge jogen , fidf^ nac^«
ber bafelbft auc^ niebergelaffen \}attt *). SBeit ungewiffer, aU
über bie®alinber unb ©ubener, bleiben wir fiber baöSBoff
ber ®tat>aner. SS jtnb in ilterer unb neuerer 3eit man^
(beriet S3erfu(|)e gewagt, auc^ biefen S3oIfö)weig in f)>dteren
Benennungen wieber aufjuftnben. 9Ran ^at ben 92amen für
i>erborben gehalten, @Iat>aner lefen ju muffen geglaubt unb
btefe @lat)aner in ben ®(l()alauern in ben ®ebieten ber ^e^
mel um 9iagnit unb S^ilfit I)erum gefunben^). :})agegen
i) & barf biet koo^l fc^on bemer!t »erben, baß bo^ nocb einige
biefer &puxtn geblieben jtnb. &o ermd^nt Duaburg Chron. P. III. c 213.
fia im alten Kubaner s £anbe gelegenes territoriiim KirsoTiae. ^Diefeö
tt offi^bar fein anberee a(g ber Sanbfhtd) ixo\\6)tn £)(e|!o unb ^Crpö,
100 bte bret »Dörfer Jtrjpwen tn tbrem ^qS\xx\\^ geformten 9?amen bie
Qfgenb noc§ bejeic^nen; »o bad territorium Kirsoviae tag.
2) Ptolem, L. II. c II. fc^retbt: 'Ttto tjjv ra,Sf>}T«v iJAjjv M«^-
3) &o benimmt dieic^arb &. 145. ii)tt &i^e unb ^rufe weif-
tet fie ebenfattg auf feiner (Sbarte Germania Magna bafelbft na^. f&iU
beim e, 220 bagegen hält bie @ubiner für bie ^ißtvot hei Strabo
L VII. c L, loel^e biefer ®ecgrapb M ein ben SOtarfmannen unter«
vM^ SSoie anfftbrt.
4) €^0 HarÜaioch Dissertat. de antiquis Prussiae populis §• VII.
unb beffen 2C. u. 9t ^reuff. e>. 24. ® d^ldaer ^orb. ®ef(bi(^te ®. 37.
Uphagen Parerga p. 535 fagt: y^Stavani, ut nunc irl nomcn nobis
sislitur, sed Ptolemaeus indubie aliter scnpserai; pro incogniti« iliis
70 ^toCemiud ober bt« ffibbattifd^en JtäffenUnbe.
loerfefet etn neuerer %ovfd)ex, fiel) getreu an beS ^tolemauS
9lamen l()altenb, baö @titt>aners$Bolf füblid^ unter bte ®a^
liribzx unb @ubener ind eigentlidf^e ^olen^ u)o bie £>rte
@tabtn an ber S3obr unb ®tam^U am Staren» ben tarnen
nadf) aufbewahren foQen ^). ^aä} biefer 2Cnnal^me aber n>urbe
btefe^ S3o(( fdtion ntd^t me^r unter ^reuffenS alte S6mo1)ncv
}U iiiUn fepn. @eine SSo^nft^e erfhecften ftdi) ojhvJrtö 6td
an bie Alaunen tief in ©armatien If^inein. — (Sniliä) ge^
benfet ^totemiuS ald Slad^barüilfer ber (Satinber unb @us
bener aucf^ nocf) ber Sgii^Hionen unb JCojiobofer bte na^
femer S3eseid[)nung im ®äben oon ienen »eignen foUten. 2)te
erjiern f(lt)etnen i^re @il^e no(|) in 9)reuffen gel^abt ju l^ben
unb in ber 8anbfcf)aft junic^fl unter ben ©alinbern/ etn>a
Don bem teigigen @tabt4)en iDfferobi? an b(6 8autenburg unb
@oIbau ober bi§ an bie ©rdnje 9olen$ t)erbreitet gen>efen
gu fe^n; benn i)ux finnten n)ol[)l ber 9Iame ©ilgenburg, bte
£)6rfer ©itgenau unb SIgenäu unb ba6 in alten £lueDen
borfonrmenbe ©ilgenfetb an bie SSenennung ber alten Sbe^
wo^ner guräcferinnern. S)ie Jtofiobofer aber gel()&ren in Uu
nerSSetfe mit gu ben ä3emol()nern ^reuffenS unb ba§ 2)un(e(
i^rer alten SSo^t^^ if^ ^o^I nie gang aufgu^ellen '). Sur
ba6 SSotferleben in ?)reuffcn ^aben weber fit, noct) bieSg^t
lionen irgehb eine S3ebeutung.
Um aber baö S36t!erbilb gu t)ollenben, n)eld)eS ber alte
Stavanis enim Slhlabani s. Slblaveni sunt rcponendi , ut quidam ad>
huc juniores Byzantini, poslquam iste populus jam cum maximo
^icinorum damno notissimum sc reddidissct, nomnn ipsius ciTeninf,
Jordani cum aliis Sclavi s. Sclavini dicti. Ab his iisdem Schlavonia
maximc borealis Prussiae provincia olim dicebatur, quam Dusbur-
gius ScaloYiam, incolasquc Scalovitas appclJat
i) eo ffteiä^ath €!. 88. SSir tviffen btefer TCnqaht niä^H enU
gegen au fe^eir. )Dte 9lainen, butc^ meiere Steiä)avb ju bitfet fßaftinnq
hei IBotfeö bewogen lu fci^n fcbetnt, wAtben aUerbingd gut paffen. Vucb
mit ytotemdttd ftimmt btefe Vnnatme tcotfl, übettin, mentgflen< n>ett
beffer/a!6 bte oorbcrge^nbe ; benn an ber sD^emel wo^nenb fonnten bte
€$tai^ner bodb ^obl \djmctliä) ff)ve 8Bobnft(e vto rov^ outvldot; ^ben.
2) Ueber fle finb SD^annect ber Sterben ber (Srbe 6. 27a nnb
9t et 40 rb €S. 84. in Dergletcben.
9toUmdud aber bte fäbiattifc^en Jt&flenianbe. 7t
(Srbbei^ttibcx loon ben fAbbalttf4ien Sanben gtebt^ folgen
mit if)m na6f 9lorben ()tnauf/ n>o über btefen emii^nUn
S6(fem uub über ben SSenebern Idngö bem Senebtfd[>en IBus
fen ober an ben iCuflen ber i&jifee }uer|l ber unbefannt«
SDlM}n)€ig ber aSelten wo\)nte; über btefem n>etter l^tn bie
<|>ofter unb am n&rblid()fhn bte JCarbonen 0* ^^^ ber Sage
ber Sanber warben bte SSelten etnm bon ber 9Remel an hii
nad^ Xurlanb timetn, bte Softer einen S^etl üon Aurlanb
nnb Steflanb unb bte ^rbonen enbltc^ tn @fl()(anb t^re
Sol^nffge Qt^abt l()aben. ^an 1)at aber in ben «Softem btt
TUfb^v ober bte £){ltder be§ 9>9t^ea« nnb tn ben JCarbonen
^it Stnxtn ober Auronen ju ftnben geglaubt unb gemeint,
bte erftem fetten xo&fyuxib^ ber Bett oon Sacituö bi§ $toIe^
miM aus ber Sanbfc^aft @amlanb weiter nirbttd^ Jf^tnauf^
geräcft^ toeS^alb il)xev ber le^tere in ^^i^^uffen autf^ nid^t
auSbrucflidl^ tmi^ne '). 3nbejTen erbeben ftd) bagegen boc^
manc^ ni(i^t unbe^eutenbe JBebenflic^feiten '). £en @d|^hiß
1) Ptolem. L. III. c. 5. ITocA<y ä* T>jv (tt^V ^^c??^ t« 'Ot^fv«-
ffTx xa^ßMVf^ a^xrixairaroi.
2) &^bnin^ alte norb. (Seograp^te in @4l6)er< norb. ®ef4.
e. 171. SBorauf IBÜbelm ®. 351. bte IBebauptung flütt, baf bie
Sesebec bie TCefboer t>on ber ISernftetnfüfle oerbrdngt bitten/ ifl ni(bt
ab^afe^. Sßtr tDetben tn ber goi^ge mancbe ®ränbe in bem Setoeife
anf&bren, taf au(b fort()tn noc^ bad TCeffyeviSßolt im SBcft^e oon ®am«
lanb geblieben ift.
3) €^d würbe erflend bod) fefyc befttmben, baf ^toUm^ui, ber bte
9{aneii bec (Baünbtx, ©ubener, ©otbonm, E^cnebcr u. f. w. fo ricbtig
hnnt, ben gerabe ben9{6mern, wie überbaupt bemXudlanbe gewif am
metften bekannten 9(amen ber Vefiper To febr in «Softer oerfhimmelt über«
Uefert. ^ei(i4 nennt ^pt^ead bie 2Cefl9er beö ;£acitttd £)fKder; aber bit
Berf(^tebenbeit biefer beiben 9tamen ifl bei weitem nic^t fo grof. iwtu
ttüi finben wir ja aucb bad XefIpersSoiC no(^ na(^ be< 9)toIemdu« Seit,
bei 3omanbe<, ^afitobor unb äginbart immer in ®am(anb unb swar
fort unb fort oü ba$ bernßeinfammetnbe IBolC be^ei^net iDaf |)toles
m&nd ibrer nid^t erwdbnt/ tfi fein IBewei«, baf fte nic^t mebr in ^uf»
fen wobnten; H beweifet nur, baf ^toUmdud fte entweber ni<bt kannte
ober ni(bt beachtete; er weif ja and^ oon ber fonft fo berübmten fßtxn*
feimiiret nid^t«. Dritten« witrbe be<^to(emdud2Cngabe fetbß bur^aud gar
72 ^tolemdn^ äbec bie fubbalttfc^en JCftff enlanbe.
biefeS norbif(i()en SSotfetbilbeS mögen bie jBoruSfer ma^en,
ein SSolf / n>el(l^e§ ^tolcmaud mit ben ®at>aren jufammen:?
ftellcnb bis an bie Sftf^ipai^i)cn ©ebirgc reichen l5ßt ^). „®es
troften fDJutlfKd/ fagt dn berühmter ©eograplj) ^), n>ürbe td^
bicfe ©oru^fer für einen 8ittl()auifcfeen3n)ei3, für bie ^reuf^
fen ertlaren/ meiere ftdS) naä) bem 3(bjuge ber SSeneber an
bie SBeftfujie in ii)r fpdtereS SSaterlanb üorbrangten, menn
16) begreiflid) ftnben !&nnte / baf $toIemdu$ t)on ben innem
©egenben 8ittl&auen§ mxtli6)t Äenntniffe ^atte/' Änberc^
ftc^ über biefe SSebenHid^feit btnmegl^ebenb/ ^aben biefe SSo^:
ruSfer o^ne n>ettere$ für bie n>irl(i(^en Stammvater ber
^reuffen gelten, (äffen fte fpdter^in na(|» $reuffen einn>an^
bem unb bem Sanbe unb S3olfe feinen ie^t nod) bleibenben
9{amen geben ^), SEBir geben ber 92amenSd^nlid^{eit, auf bte
l^iiebei fo t>iele$ ^tbant n>orben ifl/ burd^aud feinen SBerth,
ba $reuffen$ iRame gen>t^ ganj anbern UrfprungS ift; eben
fo n>entg meifl bie bebad^tfame gefdS^id)tlt(^e Sorfc^ung von
einer äßanberung biefeS SSo((ed t)on £)f[en nad^ SBeften an
bie SSaltifd^en Äuften, unb fo l)at ber 3n?eig ber SBorurtcr
fid^erlidS^ a\x^ feine SBebeutung für bie ©efc^ic^te biefeö
ganbeS.
ffragen roix nun nadb Urfprung unb @tammi>erwanbt?
fc^aft ber t>erfd)tebenen SSöIter^ »eld^e ^tolemduö atö S3e^
wol&ner S)reuffen^ nennt, fo waren bie fübwefKi^en jBen>ol&=
ner ber SBeidjfelgegenben, bie ®ott)oncn ober ®ot^cn ein
rcingermanifdJ^eS SSolf unb ©itte unb ©prad^e erwiefen i^rc
®ermanifc()e «J^erfunft. £ort ftnbet ftdE^ bed^alb auc^ unter
nid^t paffen. 2)te JCarbonen obec bie Jturen )t)o^nen nad^ if)m a^xn-
xoirarot am SSenebifc^en SBufen, alfo in @flf)lanb, »0 bo(( nac^ fötU
beim ®. 351 bie ^Cefiper fei^n foUen; bie «f)o|7er liegen na4 ^^tolemdusi
tn ber ^ttt ber Selten uub i^arbonen^ alfo in einem Steile ^urlanb«
unb Steflanbd.
1) Piolem, L. 111. c. 5. ßo^ousXo^
2) Gannett ber 9iorben ber @rbe ^. 271.
.'^) Erasmus SicUa /Vntiquit. Borus5. L. 1. Cronier de rchu.s
gestis Polonpr. L. 111. p. ... Ler? Histor. Priis^iae p. 2. «^artfnocb
3C. u. 91. |)v. ©. 70.
@tammt)erii>anbtr(^aft ber äSoUecstoeige ^ceuffen^. 73
«altcfttn £)YtSnamen, fo noeit {te irgenb in ben etjlen
eren Seiten ber ©cfd^ic^te »erfolgt werben f 6nnen , fcbwers
lict^ wo^t etn etnjiger^ ber einen ®la^i^d)en ober @armati-
fc^n Urfprung t>enat^en f innte ; eine bebeutenbe iaU weifet
vielmehr auf bie altgermanifd()en SSewo^ner^ auf bie ®ot^en
6in. @o ffnb wo^t ol^ne 3n>eifel bie iRamen 9iefen ober
Siejten, (Snlm, jEi)om, 9logau ober Stogow^ Si^bau unb
manche anbere biefer ®egenb urfpränglic|) ®ot^if4)e ^enen^
nungen^); unb wenn anä) ni^t ju erweifen ift^ t>a^ il^r
Xlter in fo fru^e Seiten 2urucfgel[)e , fo jeugen fte bod^^ über
ben ttrfpntng unb bie SSerwanbtfc^äft beS SSolteS, burdS)
tDeb^eS fte entflanben.
2>te weiter n6rbl{c|) liegenben SSeneber waren bagegen
ft4^rlt(|^ tein ®ermanifcl()e$ SSolt/ wenn gleich Sacitud fte
be^^tb aK fold^e^ auffuhrt, ,;Weil fte \iäf ^dufer bauten
nnb ©d^itbe fui^rten^ auä) fi6) be^ ®ebraud()ed unb ber @c^nel::
(igfett t^rerSu^e erfreuten/ wel(l(^e6 bei ben @armaten aOeß
anbetd war^ ba biefe nur auf bem SBagen unb Stoffe (eb;:
Un^)/^ X>a S£acitu§ für i^xe ®ermanifc|>e Äbftammung
(einen anbem S3ewei6 ju ful^ren weif, fo wirb \id) fci)wer?
li(^ iemanb burd^ biefe Sinie(n](^iten überzeugen laffen, fte
fnr Germanen ju j^alten, ba fte atö 3lad)baxn ®erma«
nifc^er 3n>eige ftc^ offenbar mand^e^ bon biefen angeeignet.
Sie waren o^ne Stoeifel @armatifd()en @tamme§, fafen
frii^rf^in bom iDniepersgluffe n5rbIidS^ über ben Äarpatl;en
anb ben ®e^)iben unb mögen" ffc^, bebor fie nacfe SSBeflen
votbrdngten, in jenen äBo^njt^en no4) weiter au$gebei)nt
^aben ')- SBit werben fpdterliin erfahren, wie biefe SJeneber
1) Son mehren biefer 9lanien läft fic^ bie ®!anbinat)ird!> - ©ot^ifc^e
Tültammvmq jiemlid^ geiDif na(^wetfen. SBon toerT^iebenen biefer unb
dübcrer 9^ainen »irb biefed fpdterl^in gefd^e^ien.
2) TaciL Gcrman. c. 46.
3) Vnbere alte ^dbAft^eOer gleiten bie SSeneber au(9 unbesioetfelt
fftr @anttaten; fo fagt Ptolemaeus L. HI. c. 5.: xxrex^' ^^ '^'•^
stov xoXttov, xoci vniq T)jy dax/a? 7revx7voi ts xai ßctoriqvv.i.
74 <Btamm\>^ttoanbt^d)aft btt SBSttergmetge ^teutTett^.
M SBenben unb alS ein bur^iauS ni4)tgermantrd!)eS SS^
ftdE» in t>cm grif ten Sl&eile beö n&tblic^en 2)eutf(liilanbd vflv
tcr unb n>eiter ))erbreitenb mdndjien beutfd^^en SSol{Sin>etg
au^ feinen äBo^nft^en t)erbrängten.
SBe(d[^e6 @tamme6 bie 3weige ber ©alinber, @ubenet
tinb @tat>anet getoefen fepen, iji ^ö)voex fi^tt ju bel()auf)ten ^).
2)a alle flueüen über ibre 2(b{iammung t)50tg fcbweigen unb
felbfl ^toUmiM, ber allein fte nennt, unS feine 3(nbeutung
baräber l^interlafTen l^at, fo f&nnen, wie ed f^ieint/ nur bie
id)talUn Hinterbliebenen ^amm ber SBobnft^e, wo fte lagen,
aber bie bunfele f^rage nodE^ einigen 3(uf)(blu§ geben. 9le^«
men wir biefe aber ju gul)rem in fol(^er ©unfelbeit, fo
f6nnen bie ©alinber (aum mit einem anbern S3olfö}wetge
in fo naber SSerwanbtfcbaft geflanben i)ahm, al8 mit bem
ber @aml£nbifd()en 2Ceft9er, inbem ^d) jwtfcben beiben eine
STOenge üon ©prac|^äl^nlt*Ieiten auffinben laffen «). ©elbfl
ber t>oIfötbumlid[^e 6baracter ber ©alinber, fo weit ibn un$
bie fpatere ©efc^ic^te beurtbei(en li^t, entfpric^t wol^l offen;
<Sr ^ieht ^tcrburd^ Kar bie ^annattfc^e ^Cbflammung ber Ißeneber ^u ec
kennen. Plin. L. IV. c. 13. fagt ebenfalls : quidam hacc habitar! ad
Vistiilam usque Fluvium a Sarmatis, Venedis, Scyris, Hirns tra-
dunt; unb aU(^ nod^ Jornand. de reb. Getic. c. 5. u. 23. ttä^net fte
JU ben ^lar>en, fßtt^l. Bajer de Venedis et Eridano Fluvio in
opusc c 534; SÄannert r)om 9lorben ber 6rbe 0. 174.
1) SRannert 0. a.O. 0.270. gfjle^^t ßerabeju: „©inb pe ©at*
maten, ober t)om (Sfi^ifc^en, ettt{)autr(^en Stamme? 3c^ meip eö ntcbf
3Cu(^ «Retcftarb @. 87 bleibt awetfer^aft.
2) @d fann ^ter natArIt(^ nur oon ben &(teften Ortöbenennunt^en
beibejc ^anbfc^aften im 9){ttte(altec bie 9?ebe f^pn unb bei biffen oerbte nt
t}oc aUetfi aufmer^ram gemacht gu metben auf bie fowobi in 6am(anb
a(d im attcn ©alinbec s ßanbe ftc^ oöUig entfprec^enben ©nbigungen ber
sOrtdnamcn in bie @plben itteo, ebnen, iLkcn unb iencn, @nbtgum
gen/ bie in £)rt6namen gerabe nur fo xotM reichen/ M baä ®alinber:
^QX^ \\t gen Ollen fortging unb nic^t frembe Crt6namen ftc^ etn<
mif4)ten. 3n gleicher SBeife ffnbet ftd^ ^'^ be|j[en 8anbf(:r)aften am ^u«
ftgjten in Ortsnamen auc^ bie ^ermanirc^e SnblUbe cwe, awe ober
au. ©elbfl au(^ t)6t(ige 2Ce^nIid!)feiten in alten Ortsnamen kommen xn
beiben 6fter vor. @o lag \. S. au(6 in ©amlanb ein ^alinbersSSalb
unb aud^ (ter wie in Q^alinben m\X bem 9{amen Surfen u. f. w.
9toUmiuö fiber bie ffibbaltifd^^en A&flenlanbe. 75
bor am meiften Um bet @amlänber. @S ifi ballet ntd^^t
unmaf)rf4^^inlt(|^/ b<)§ ^'n ^(tejter Seit bte Xejiper unb ®a^
Knber, äweige 6ine6 @tamme§, üor bcm (Sinjuge ber ^roU
fi^n 6eibe ft(l(^ etnbrangenben SSeneber^ {td^ etnanber in tti?
Ttn bamafö enoetterten drinjen betä^rten^ wie im 9{}eflen
bie @r(!njen ber ©alinber an bie ber ©ot^bnen fliegen unb
bag fceibe, Tteff^er unb ©olinber, uberljöupt nur Sieben^
jöeige beS über ?)reu||en berbreifeten ®ot^en5®tamme8
waren.' 2)er SRame ber ®alinber foH fo biel.afö ,,bie 9Rac|^=
tigen, bie ©tarfen," nac^ einer anbern Auslegung aber
au(& „Sauber" bebeuten ^). ©bd^ weit »a^rfd^einlidf^er ifl,
ba$ er fo mel atö „bie Tfeußer jien , bie gelten" bejeicf^net
unb in fo fem eine 2(e]E}nIid[)feit im Sinne mit bem ber
TUftpet ^t, weit beibe SS&Ifer bie Seiten unb 2(eu^erf(en
beS ®ot^en^@tammeö, alfo ber ©ermanen im Offen waren ■).
Sie ©ubener unb @tat)aner gel^irten bagegen ofenbar
einem gan} anbern @tamme an. @ie waren an^ bem alten
6amiatien l^erborgerucft^ t>ieQeic|)t jugteid^ mit ben SSene::
bem, DieOei^t and) bon biefen aud i^ren frul^eren S^oldn^
1) jDiefe TCbleitung giebt Hartknoch dissertat de llngua veter.
Pruss. §. V. : LitLuanice dicitur Wissgalinti i. e. omnipotentem,
quam Tocem et Prussi agnoscebant, inde Galindi Prussiae populi
dicti sunt i. e. potentes. Alii Galindos interpretantur Latrones a
Toee gaUintvpejr i. e. occidere: sed tix verisimile est, Prussos a la-
trocinandi more , quem in vitio ponendum esse non nesciebant, sibk
nomen fujsse sumpturos.
2) SDtffe Ableitung bed 9lQmend ifi aud ber altpreufltr<^en Sprad^e
geDommen. Galas, Gab unb tn äufammenfe^ungen Gal ^tep im TiiU
pcntffifjdb^n bai 2Ceufer|le, \>at Ce(te, ba6 (&n\>t, mte bad Sßort im ttU
tifd^n , »0 a geblieben xft, bieFrlbige SBebeutung bat. jDaf biere« §D3ort
im Xttpreuntfcben au £)rtö< unb airo aucb ju i^dnbersSi^men gebraust
vttcbe, bemetfen mcbre übrig gebliebene 9lamen; g. S3. bei ^iSau JCants
(tigal f. 0. a. $Bu4ts@nbe oon Kampas Suc^t unb Galas, Gal baö
C^nbe (8uca6 2)aotb SB. 1. ®. 1.S6.)/ ^emgaUen f. iha. &anb^@nbe/
oon Seme niebng gelegene^ 8anb, (^c^ldjerd 9{eflor 6. 53). föh auf
@algarben in @am(anb ben duferfhn ober legten SSerg (Garbs) bes
beute, laffen tutr babin gefleUt fepn, aber e< f^eint auf er 3n>etfet/ baf
ber 9{amr beö ^anbeö ©atinben mit bem XBorte Galas einerlei IBebeu^
taug ^U.
76 ^toltmini über bte f&bbaltifd^en Xtüflenlanbe.
ftfeen weiter im £)flen mit ©ewalt t^erbringt. @te 6(etben
au^ nacbmatö bem ©armatifdben $Bolf^4)araftet in @itte
unb @igentl^umlt^(eit mel^t getreu unb uuterf4)etben ft(|^
in ber fpjtern ®efct)t4)te aud[) toefentlic^ t)on ^reuffenS n>efl^
li4)en S3en)ol^nern ®ermanifd)en @tamme& ^ie £)rtdnamen
ber @ubener ober @ubauer weidben ba^er and) in i^rer
S3ilbung t)on benen ber ®alinber unb Xeji^er fo bebeutenb
ab, bafi man faum einige 2Cel(inIid[){etten -aufjuftnben tnt
@tanbe ijl. Vitbex\)anpt wirb aM aUem, xoa^ bie na^maltge
®efc^i4)te t)on biefem SSoIfe ju erjil^len tat. War ]()ert>or^
gelten ^ ba^iRatur unb %xt biefer @ubauer ben weftlic^en
SBewolj^nern S)reuffenS ganj fremb unb entgegen war 0-
^a^ ^tolemiud ben SBeidS^feUStrom atö bie @r2n}^
fdbetbe gwifc^en ©ermanien unb @armatien nennet ^) unb
alfo ^reuffen fc^on mit ju @armatien uä)mt, fann nic^t
für einen S3eweiS gelten/ ba^ auc^ bie SSöIfer in btefem
Steile bed ^tolemiifc^en @armatien8 ©armattfc^en Qtam^
meS gewefen fepen. ©ermaniend 5ftlid)e ©rdnje blieb lange
^eit für bie alten ®eograpl(^en fo ungewiß , inbem e§ in
ber ^fyit and) feine xed)U naturli^e @rdn)fd[^eibe gab, ba^
man jte entweber nur auf eine U^x unbeflimmte SBetfe,
wie bur^ SKacituß gefc^a](), anbeuten fonnte»)/ ober enbltc^
burd^ eine Art bon ,,geogra»)t)if(|>em 3Rad()tf»)ru*" pcfeer ju
fteUen fudjite, unb l&iegu gab ftcb fein anberer fejler f>un(t
1) Hartknoch dissert de antiqii. Pruss. popiilis §. VII. \fiit bie
®ubauer ebenfaU« fär einen ^^armatifdi^en äwetg. 3ebo(^ gtebt ^tole«
mdud, wie ^axtln^ö) annimmt/ bacübec feinen 2(ufr4)luf ; benn u>enn
bed ^tolemduö SSorte nacb «E>artfnoc^d ^Cu^tegung erfidrt merben bäcf:
ten / fo mäfiten audf) feine ®pt{)onen , SSurgunbtonen unb £)mbronen
6armaten fc^n. ^af «ßoctfnocb au(^ bie ®alinber au ben ^armaten
reebnet, n>ar öbngenö na(b feinet ^Cufllegung fd)on dn |tcb natür(t((.
2) Plolem. Ka/ fTi avTo^ o TToraju-o^ (sC. Ou/otoüXä) f«^
SoA«;^}]^ o^i^fi Ti^v avaTO>.iX)}V TrXft^^av. Jornand, de reb. Ge-
lle, c. 3. jDie brei a)^anbungen , mel^e Sornanbed ber 2(ngabe bed ^to»
lemdud untecfcbiebt, !ennt biefer nocb nt(bt. L. II. c 10.
3) Tcu'it. Gemi. c. 1. Germania — a Sarmatis Dacisc|uc mu-
luo inetu aut monlihus separatiir.
^toUmiut ubec bte fäbbaUtfd^en A&ßenUnbe. 77
(fixtet, aW bie gro^e 8t nie bcö SBei(^fcU@ttomc§, wtc-
too(( üu6) hfUiöf t)Dn i^m nod[^ ©ermanen iDobnten. ^ ®etne
^nbung bienet bem $toIemäu6 iuglet4) {ur 93ef!tmmung
beS TtnfangeS bc6 8Scnebifdt)en SBufcnS, womit er bie flarfe
Sinbifgung ber £)jlfee loon «^cla an biS jur fdbn)e{t(td[^en
lufle @amlanbS besetd^net, benn bie ganje iDflfee erhält
bei iJS^m ben Slamen beS @armatifd[>en £)cean^ *)
Xu^er ber 2BeidS)fet fennt |)toIcmduö in feinem (Sars
matifc^en ?onbe no^ üier onbere @tr6me, bie in ben &(a^
mattfd^en JDcean münben. äun^^ji ber SSeicbfel norb6flli(l^
hinauf Ihimte ber Qi)xono^, beffen SÄunbung mit ber beS
SBei^feU ©tromeS in gleicher SSreite liegt 2CIfo fönn bie$
»ot^t lein onberer @trom fepn, M ber in* grif^ie |)aff fic|>
ei^ief enbe 9rege(/ mol^in jum grof en S^^eile and) bie SBeid^fel
auSmunbet S3efremben muf aüerbing^ ber fo frembüin^
genbe 9lamc, ber an ben Äronifd)en £)cean ober an ba*
SiSmeer erinnern Knnte *). S3ei ?)nniu$ fönben »ir für
biefen @trom ben 9tamen ®uttalu^ unb wir bejeic^neten
i^n aK ben ®otf)en = ©trom. ©otlte er nun t>ieUeid[?t, nad)s
bem bte eigentli(li)en ®ot^onen burd^ bie SSeneber t)on feiner
9ti^e t>erbrangt waren ^ aud^ biefen an {te erinnemben 9?a^
1) SRannect a. a. £). @. 150. SSSil^etm &. 25. aeeic^atrb
6.13.
2) PioUm. L. III. c. 5. 'H £v ei;^<iü?r>] ax^fjiOLTtx 'nf^io^i^eroct
aszQ ftcv a^xroiv rai rc o-ot^(üMc rixoi a»3cedtv^ xarx rov ovcvf dixov
xoXirov )uc/ ft^x^' "^^ 0C7VMOTOV 7^^. Xn bad Sßort Oceanus, fagt
fteic^atb G. 237, barf man ft^ niä^t fto^n, benn ^tolemdud f)&lU
mt aOe alten 9eoQxap^n, biefe^ 9)teer fär einen Z^rl hei ndcblt^flen
tÖ(tan$, weil Ite ®canbinaoten niä)t fär ein feftei Sanb bielten.
3) P/olem. L. II. c 2. Det Stert nennet t^n 'O wx^avo; iIttf^-
ßo^ioj*; ber Cod. Palaiin. fSgt aber (tn^U: ocuto^ xoXcTrai tt^tt}]-
7»^ iixcocyo^, xoc/ K^ovio;, vne^o?« IDamit ftimmt au(b fn ber olten
Sage be0 Cucaö jDaotb S. 1. 6. 15, bte er ani ber (^ronil bed
8if4|ofi G^rtftian nabm, ber Siame ber £)fifee Chronos,. ,,bad ift bie
gcfofiene &et" ftberein. ^niliä^ fommt ^ier ber 9tame mec^felnb balb
(Sbronoi , bolb ^ano unb drono oor. SBgf. barfiber €$ (^ 5 n 1 n g in
6(9r6jer* 9forb. ®ef(b. 0. 75 — 76.
78 $to(emiu6 &6ec bie ffibbaltifc^en £anbe.
men ©uttaluS toerloren ttnb ben 9lamcn 6^rono9 t)Dm JCro^
n\\d)en £)cean erl()a(ten l^aben? iDber foQte t^teUeid^t bte SSe^
beutung feineS alten 9tamend , ber ^rageQo toar unb einen
8Serfclf)lin9cr bejet^nen foll 0/ t>w^^4> fcö8 ©riec^tf^e SBort
@^rono$ wteber gegeben n>orben fepU/ in eben berXrt/ me
bte ©ried^en ba$ angr^njenbe ©antlanb burc^ bie ®ried^t?
fcl[>en 93enennungen Ttbaln^, SßafiUia unb £)fericta be5ei4^:
neten? ^aß ber alte 9tame beö ^regelS einfimal in ben
je^tgen ober eigentUcI^ in ^ragello unb ^ergoUa t)etanbert
werben / erfahren mx ani \patexen 9lac^rict)ten, bie un^
er)&^(en: ber ncix^ 9lame ^abe ba^er feinen Urfprung^ ba§
ber @trom einft @amo'S einjigeö SBeib ^ergoUa in feinen
Sßellen t>erfc^Iungen l^abe ^). 3n foldjier SBeife n>urben bte
beiben ^Benennungen aUerbingd in SinifU^t ibrer jSBebeutun^
gen in einer na^en IBeitebung {leben, äßie man inbefien
ienen alten 9lamen (S)xonoi, noelcben fpiter a\x^ no^i Tim:
rnianM SRarcellinud bem $to(emiud na^fcbrieb *), immerhin
anöf beuten unb erftaren mag; fo ifi bocb unbeflreitbar, baf
ni^t fuglicb ein anberer ©trom, aU ber ?)regel in ibm ges
iixöft werben fftnne ♦).
Sunicbfl bem (Sbtonoö flop n5rblicb/ nad(^ beS alten
®eogrA))b^n IBericbt^ ber ^u^ 9ibubon/ ben %mmianu§
Sibubon nennet/ obne 3n>eife( bie Üffemel/ nur um einen
©rab i)h^x, aI6 ber @trom (Sü^xonoi. Dann weiter btnauf
1) 3m Cettif<ben beift praggars etn®ienger, ber ailH oecfc^b^indt,
um flcb SU rdtttgen.
2) $801 Zntai jDaoib IB. 1. 0. 60. 2)ap ber 9tome bed §>rcs
gel« mit ber gefcbicbtltcben ©runbla^e btefer Gage in S^erbtnbung fl^,
»irb au4 babur(b no4 um fo »a^rfcbeinltcber/ bap ber 9tome früfler
au(b Pregora ober Prigora gef^neben »urbe unb baburcb bem fßorte
praggars noc^ iiinli^tx toivb. Unter biefem 9lamen (ommt ber Gtrom
befonberd no(b in ben Urfunben he$ 13ten Saf^rbunbertö t>or.
3) Amman, MarcelUn. rer. gestar. L. XXIL c 8. nennet t^n
Chronicus unb bie SBeicbfel Bisula.
4) 60 au(b a]i{annert ber 9lorben ber Grbe 0. 257. 9lei4arb
auf feiner (^arte German. Magna. Sßarum Sßilbelm 6. 350 bte
SOfemel unter ^^m (S^ronod «ermutdet^ ift nicbt abgufeben.
f)to(emaud aber bte fäbbatttfc^en Sanbe. 79
)^r SuruntDd/ bte SSinbau in Aurlanb unb enbltd^^ bcr
@trom (S^ftnoS ober bte £)una/ bie bei fRi^a in bte @ee
ftrimt ®ewt^ mögen atxä) biefen frembtlingenben Flamen
mancherlei SSejie^ungen unterliegen, aber nod^ ifi e6 nidj^t
gefunden, {te mit ben fpdteren ein^eimifd^en in irgenb eine
Serbinbung ya bringen.
2>aS ifl a aUed/ xoa^ n>ir burdS^ Dtolemäue über bte
Saltif^^en Sänber im i&jlen ber Sßeic^fel unb ibre fBcxoo^
ner erfahren ^ unb l()iemit enbigen jugleic^ aud^ aSe yiaä)s
rieten, bie un6 bie Xlten über biefen S^eil be$ 97orben§
^interlaffen ^aben. SSad neben ben genannten @d()riftftel::
km nod^ anbere, ober nad) beS ^tolemauS 3eit nod^ fpdtere
@eIe^Tte be§ 2((tert^mS aber baS S3ern{lein(anb exw&1)mn,
if t^ettö faft aUeS au8 jenen entlehnt, t^eifö ftnb ed bunfele
X^ungen unb f4)n)ad)e 9lac|)t(&nge unbeßimmter @agen/
bie ftd^ über ben SfloxUn mvbmUt IS)atten. @o fonnte felbfl
ber berul^mte Srbbefc^reiber S>ton9fiu$ jur 3eit beö^aiferi^
XugufhtS be$ S3em{}einS «^erfunft nur nac|^ ben )n>et un^
gemifpen ©trSmen ÄlbeSfoS unb ?)antifai)e8 beieidl^nen, bie
uon ben SR^ipdifc^en 85erg^6^en in gefonbertem Saufe Ijierab^
{tr&men unb an beren SRunbungen in ber Sflif)e bed (SiSs
mecre« ber ©ernpein erjeugt werben fotte ^). 2Cgatl&meru«
nnb SJlarcianuS aM «^eraflea wiffen nad^ $toIemdud nidbtd
weiter loom ^oxbzn, aI6 toai biefer i^r SSorgdnger beric|^tet
nnb einige anbere £lueUen an bie «^anb gegeben lj)atten.
lieber bte IBaltifc|)en Sanbe ifi in i^ren SBerf en feine ein)ige
9ta^\dft neu.
So liegt alfo burc^ ba« ganje 2Cltertl^um eine bfijtere
9a6)t auf bem Sanbe, beffen ©efc^ic^te mir l^ier befdS^rei^^
ben, 9lur einjelne &Ume Uud)tzn f)ic unb ba freunblic^,
bod^ immer nur in mattzm SidS^te huxä) bad iOunfel l^ins
but(^. 6ie aOein ftnb bie Setter unb Saurer auf ber ge«
toben Sal^n ber Sorfd^ung/ um bie munberlid^e 9Se(t ber
Zr&ume ju t)ermeiben; bie ben feefunbigen 9>^5nicier um
Xfrifo unb na4^ |>reu{Ten unb nad^ Zmmfa gebrad^t/ im
1) Dionx*' Pcrie^. t. 314. .
80 S3ern|letn^anbel im Ziuttf^vim.
@trom 6ribanu6 bte Stabaune unb £)äna^ in bcn ^ifpexs
boreem @^webtfcl()e iDfetbotne b. ^. l(iod()gebDtene IBarone,
im £)b9{Teud/ ber ftc^ tttt$ nannte/ ben norbifc^en £)Mn
ober iObin gefunben l;at *).
2Cu^ ber alte ^äbter gefd)tc(^tU(|^er SorfdS^ung/ ber fOerru: '
fletn]()anbel/ ber in früherer Zeit bie 9t6mtfc^e SBelt mit bem
92orben in SSerbinbung gefegt unb mand^en b^Deren Sßlid
in bad S)un!et ber !immerif(l[)en yiad)t m&gltd^ getnac^^t
^atte, entfd^minbet in ben fpdteren 3al[)rl^itnberten unb fets
ner sef(^iet)t in ben legtem Seiten ber 9t5mifdS^en «f>errf(^oft
(eine Snva^nung me^r. äBie e6 fc^eint, maren bie «^an^
beldn>ege t)om 9{orben nac^ Italien f)imh bereite um beS
$to(emau^ 3eit fc^on Y)erfcl^Io{Ten, tt>enn gleicb audE) je^t noc|»
einige ©emeinfc^^aft Qtatt fanb. S>a ed toorjügticl^ ber Sdevos
ftein^anbel n>ar/ n>eld^er bie fpirlicl^e £unbe über bie fub^
baltifcl[)en S&nber im ©üben t)erbreitete, fo wirb e6 l(^ier paf-
fenb fepU/ roa^ bie Sorfd^ung au^ alten i&ueOen aber feinen
®ang unb feine 9ttd()tung xod^, ben 9ladS^r{(I)ten ber Xltcn
aber bad S3emft^inlanb an}uf(^lie^en.
2)ie erfte ftd^erc 9lac()rid^t über ben fi3emftein^anbel üom
Starben l^er gab, »ie friiber üon un§ bemerft Sorben , ber
(unbige Seefahrer $9t(^ead / ber jugleid^ mit ju bem StuedF e
auSgefanbt n>ar/ ju erforfd^eu/ n>o ber JBernflein erzeugt
werbe. 2)ieß fe^et ))oraui^/ ba^ man ju fetbiger Seit, alfo
mei)r atö breil^unbert Saläre loor unferer Zeitrechnung / in
9)faf{tlien fd)on Stac^rid^t ))on einem «^anbel mit bem f(^2%9
baren SrieugnifTe an$ bem 9{orben l^atte. |)9t^eai fanb,
ba^ biefer «^anbet6t>ertel()r t)Dn 3(balud ober @amlanb$ «ftiifie
au$ mit bem S3olfe ber SEeutonen beflanb, toeld^eS ba^
malS ben ®oÜ)0}xm Una6)baxt an ben ^äßenlinbem ber
£)|ifee im Sßef^en ber 3Bei4)fel {td^ weit bin ausbreitete.
3(ber teiber fagt und $9t^ea8 aber ben weitem SB^g btefeS
«^anbeK nid^td. dx ging wal[)rfdE)einlid^ gu Sanbe ^). S>a ju
i)Sßof ober alte fSkltfunbe a. a. £). ®. XXXVI.
2) gfreüicb l&ft fi^ hierüber fefn ftrender fßmtii f(if)vcn,htnn PUn,
S3etit|letn()anbe( im 3(ltett^um. 81
M 9)9^ad 3ett Ux 9}ame ISeutonen ober Xeuten ol^ne
Smetfel ber etgentlic(^e 9lame aQer ©ermanen n^ar unb feines^
tpeg^ nur ein etnjelneS fBolf bejei^nete; ba aud[) in ben
nj<^ften ©«bieten wefho&rtö vom 9BeidS)feU®tvome fdE^on
Se«n«iien wohnten unb bie 9Bo]()nft^e ber Teutonen ^ big
an bie Ufer btefeS @ttome§ reicl^ten^ fo na^m n>a()rfc^ein(i(f)
ber ^nbel mit SSemjletn t>on @amlanb ober t)on ben
Xe^pem unb ©ot^onen au6 ben Sßeg ju ben ®ermanif4)en
9{a(^ban>6((etn ber SBei^el, r>izüex6)t guerji gu ben ^ur^
gunbtonen. £)b nun t)on biefen baö glanjenbe (Sraeugnif
na^ Skften ober nad^ @uben meiter fortgeführt n)orben fep/
t&nnte {»etfelbaft bleiben ; ba ober ber fpitere ^anbetöweg
fiir ben S3em^ein unfheitig t)om Storben nüä) @uben ging
unb bamatö folc^e «^anbeldjirafen^ bie butd[^ barbarif^^e 9ibU
Ut ^tnburcb einmal eröffnet unb gebolj^nt waren ^ ^d) gewifi
nur feiten t>er Huberten , fo ^ric^t ^^e SEBal^rf4)einIi4^feit ba^^
f&t, baf iener «^anbeUweg Don ben Seutonen aui, nad^bem
er bei ^6caucali8 — iDffielStt unfern oom ie^igen fi3romberg
— boft ffieidi^feU®ebiet berlafTen ^attc, inniö)^ bixxd) bie
anzeige beS Sedier «SSoIfeS ging unb ytoat über ben £)rt
Cctiboma — Gi^botDo na^e bei ®nefen — /t>on ba uberSaliffa
L. XXXVII. c. 2. fa^t na^ bed ^i^t^ead IBertd^t nur gans für}: pro- *
ximisque Teatonis vendere ; aber t)ieUeic^t liegt in tiefen SBorteti tocl()
eise «^bentung auf ben Sanb^anbef.
1) Qti barf natürlid^ ^ter unter ben Teutonen nii^t ber fphttit eins
ylne Swetd verflonbrn n^erben^ ber in S^erbinbung mit ben (Kimbern
9C9ea bie Mmer Idmpfte. jDer 9lame Teutonen tfi ftc^erlid^ otel um:
fajfoiber. SRannert ®eograpb.*ber ©ried^. u. Mmer IB. lU. ®. 347
nennt bie Seutonen 9la(^barn ber ®uttonen unb fe^t fte inö innere
taib ber 9Q3et<^rel. Sßil^elm ®. 150. S&ad SSiefler in feiner üh:
^blnng : SBaren hit erflen SSemo^ner ber SBranbenburgifd^s^reuff. 85ns
ber an ber £)flfee Atomen ober ^utf(^e @. 1—14/ gegen bie 2Cnna^me
ber itteflen beutfc^en IBewo^ner biefer ©egeiiben anfß^rt, fc^eint un^
oberflft^tt^ ^ingefproc^en. Seine atefultate^ nad^ welken ))on ]e$er nur
ttnbettt[<!^# euneti an ber Cfifee wohnten, geben 3u fe^r von t^orge«
^ften SHeinungen au« unb liegen in t)ie( au grofen Sßiberfpröc^n mit
einer ttnbeftngenen gorfc^ung in ben duelTen , M baß fte t>fc( S3erdc!r
mtigtmg «ctbtenten.
I. 6
82 . 93erntteittl^anbel int 2f (tett^um.
— Stali^d) — unb in ifllider dtt^^tung xotiUx nai) Ztfts
ninm — SRarfenin bei @terab} — fortlief. Con ^ter ata
gog er fl(^ bann an ber Sßati^e metter burd^ ba9 Colf bet
SBurier nad) San^obunum — (S)amon>{g ^ — fofort bei
Sttatau aber bie SSeic^fel burc^ iai SSolf ber @ibomt -unb
ber «affarner l^inburt^ ^inab bi« Xfanca — 2flts®anbef — .
Um l^ier bie milben unb ungebahnten ®armaten<®ebir^
ju umitf^tn, auf xoMftn neben manc|^erlei ®t^a^xm au^
grofle S3ef(ä[^merli(|t!eiten unbüRul^^en junicffd^redten/ »anbfe
{tcb bie «^anbetöftrafie bon Xfanca aüS meftoirtS nac|^ @etuta
— 6i9d[)e — unb weiter fort bem Sßaag^Sluffe folgenb über
@ingone — @dS^intau — bis binab nad) <SeIemantia — @}os
tftol^an — unb bon ba nac^ Samuntum an ber 2>onaU/ ben
befannten SSaffenpIa^ ber 9t6mer/ wo enb(tdEi baS norbtfc^
^rjeugni^ aiii ben «^inben barbartfc^er !B6lfer an bie 9ibmer
abgefegt warb").
£tef roax gewi^ ein uralter «^anbeKweg/ auf weU^em
mobl fc^on t)or «^erobotg Seiten ber S3em{lein bom 9lorben
berab/ bon ber SRunbung ber SQetcbfel an baS Xbriatifd^e
SReer gelangt war; unb er bejtanb aud^ nocb nad^ |)erobot§
Seiten fort unb fort ')• ' 2Cuf ibm gelangte aud^ jener 916$
mifcbe Sl;tter, ben Slero an bie «emfleinfüfle fanbte^ Don
(Samuntum aud in baS Sßeid^feUSanb ; baber ben St&mem
au^ bieSdnge biefeöSBeged {iemlic^ genau befannt gewor::
ben war. iRadE» beS $(iniuö Sämd)t betrug {te fedfi^bunbert
SRimifd^e SRiOtarien *), bie gegen 120 bi« 125 jDeutfc^e
1) 9tet(^arb @. 305 nimmt Skatau bafür am
2) S3et Xn^aU bicTe« «^anbeldwegf« ift i^cufen Xir^io fftc aStt
iStOQtwp^it «^eft III, beffen CT^cte Germania Magna unb )ttm S^
aucb SReid^arb gefolgt tvotben. jDte dei^nung tiefet 4kinbeCdffapa|e
ft&it {!(b auf äeugnifTe; bie nid^t gu bezweifeln (tnb.
3) ajlannett ©eogr. ber ®rte(b. u. 8itoet S. III. 0. 336—338.
4) Plin, L. XXXVU. c. 2. fagt D C fere M. patsum a Cai^.
nunlo Pannoniae abest lillus Germaniae, ex quo invehitur (sc suc-
cinum) percognitum nuper. Vidit enim eques Romanus — , qni
haec commercia et littora perdgraviL 2)er 2Cttibi:u(f commercia ha
beutet l^iec «ßanbeld < Stationen unb seigt beutlid^ an/ ba^ bie genannten
Sernftetn^crnbel im Hitetti^um. 85
Slkilen geben, unD btefe 3(ngabe fttmmt au^ mit UndnU
fenmngen ber £>rte / mte ^tolemaud t^ter tttoi^nt , fafl gan}
genau fiberetn 0« @enau befannt war btefer «^anbeßioeg
flf für) na4^ Sbrifli ®eburt genootben, tenn bis babm \(kWz
t(n niM^ nie ein Slimer felbft betreten. 9Ran \iMz bi^b^r
ben fBernllein/ unbel&mmert / n>ober er !omme, unb unbe::
fannt xaxt ben weiten unb femliegenben ©ebieten, bte er
bun|^n>anbem mußte/ au^ ber fBarbaren «^dnben erbalten, unb
bnn^ biefe ttnbetanntfcbafi war lan^e ^xX bem ®(auben
Stobnsng gegeben werben ^ ba{l er in ben 9Ba(bungen ccch
9o erzeugt werbe ^). £)bne bebeutenbe @dSiwtertg!eiten fann
biefer -^anbeföweg auf berSdnge t)on ben S>onau:: Ufern biS
fernhin an bie 93altif(ben ^K&ften allerbtngd wobt nicbt ges
wefen feyn. Vber erleidiitcrt würbe ber «f^anbetöberfebr bocb
burcb man(be g&nfHge Urnjldube. txA Steicb ber fluaben,
in wel4^eS im @uben b^rauf ber SBeg juerfi bineinltef , war
bmge Seit ben Stimern befreunbet unb felbfl in gewiffer
{>tnft(bt bon ibnen abb^ngig "0* ^a$ ®ebtet biefeS {ßolfeS
ging bis an bie ^r))atben , wo xck^i:^ auf bie fo wobi be::
tomten flueOen beS 9Bet(bfeI'@tromed traf. £)brt )og {tcb
bie {^anbeUftrafe bann burcb bie Sinber ber iDfen, SSaffar^?
ner unb ©iboner, jwar ta»)ferer unb frieg«tujiiger SB5lfer,
bie aber nur gereift unb in offener Selbfcblacbt fdm^fenb
ibre wilbftärmenbe Araft bewiefen, ben frtebti^en S^etfebr
£)cfe, &cr »eU^e bie Stctre beS SHtter^ ging , mirfitd^e «{^dnbeUprdle
BMrcii«
1) Jtcnfe ]Cr<bio *&. iU* 9{annert a. a. O. 6. 471 ff,
2) 2)abet fagt au4 SoUnus c. 33 : Pretium operae est ire lon-
{iufl, ne Padaneae syKae credantur lapidem (i. e. sticcmum) flc
viaac fianc spedem in lUyncum Barbari intuierunt. ^ Quae quum
per Pannonica commercia usu ad Transpadanos homines delata
ioret, qvod ibi primuni nostri Tiderant, ibi etiam nataih putaverunt.
Sgl aiMb tS^f <>^te SEBelt!unbe a. d. £). 6. XXXIII. u. fBfrgt» idnM.
«cbi^tc twn Sof S. ni. 6. 195.
3) ./tt/. CapUoUn. in Marc. Anton. Pbilos. c. I4. TaciL Ger-
maA. c 42. 43. IBgt eor}Ad(i(^ Abec bie SefKmtnung it)ttx Sßo^nft^
9tet4atb 6. 146 ff.
»4 SSetnfleiti^anbel im 3((tert()um.
\>ti ^anUH bagegen toof)l ^öfxotxliöif {litten. SBeitet norb^
wartö IS)m lief liefet 9BerfeI)r buvä) bie Gebiete ber Spgiftf^en
SBurter^ bte tvit vine^rmald fogat mit beu 9l6metn Derbunbet
ftnben ^); bann burd^ anbete SvgifdS^e SSolfd^toeige iveiter fort
bid }u ben S3urgunbem unb in bie SBol[)n{t^ bet ®otfytmn
an ber SBeic^fel »).
2Cber nic^^t allein ber IBernjlein gelangte auf biefem
SBege bis nac^ 9tom; aud^ ein großer S^eil ber JCenntniffe,
meldte bie 9i5mer über bie S&nber unb $B6l{er bed 9torbenS
fyitten, tt>urbe i^nen burc^ biefen «^anbeUt)erfel^r sugcbracbt.
3n frul^erer Seit freiließ, atö biererfBerfeI;r/ toie ed fiS^eint,
avSf(iE)ließli(^ nur in ben «^änben ber barbarifc^en SSolfer
war^ fonnte er in biefer »^infidiit »ol;l öon gar feinem (Sv^
folge fe^n; atö bagegen fpater()tn biefe «^anbelSjlrafe audj^
ben 9t&mern felbß geöffnet n>ar, toirb e8 ertlarlid^, wie balb
nadS^ be$ ^liniuS 3eit bie Aunbe ber Stimer wn ben ©er^
manifdjien unb ©armatifdjien @tdmmen mit einemmaU fo
ungemein bereid[^ert n>erben fonnte unb wie t)or)ägli(|^ 3Uls
cituS unb 9)tolem&u$ bi£ an bie Mafien ber iOflfee neue
8$6lfer/ neue @t&bte unb neue Sinber fennen lernen fonn«
ten. ®en>if alfo war eS üorjuglic^ ber üBernfiein^anbel auf
biefer ^anbelöftraße , ber bie 9Belt ber fabeln unb Wt&^u
d^en t)erfdE»euc^te/ toeld^e ba6 2(ltert^um {td[) im Sßorbeti in
früheren Seiten ertriumt l&atte*). S§ ift ferner nid^t^u bcs
jweifeln , baß gr&ßten Z\)eHi unb faß nur allein burdb bie«
1) Dio Cass. LXXI. 18. LXXII. 2. •
2) Ifayer de numis Romanis in Pnissia repert. in opusc p.
418. fagt: Mihi probabile est, ab Istriis fortasse Venetos, certe Ro<>
manos succiaa acccpisse Istrii a Camuto Pannonum babuerc , cum
a Gernianis interiacentinm populorum spatiis impedirentur. Paa-
noniam Roman! , teste Plinio, ob succini comme^cia, quae cum
lUjriis exercebant , mazime iii t>otestatem suam redigere cupiTeruuf .
lade quomodo ayeclum sit in Italiam succinum, liquido tenemus.
Pythiae etiam temporibus Pannones a Germanis accipiebant. Plinii
aelate ex Germanis Vindelici et Norici Camutum asportabant
3) SOtannert a. a. £). @l. 468 ff. Sßil^elm @. 81. Sof o.
a. O e. XXXIV. beeren 6 Sßer!e 12r ^O^. 6. 393 ff.
S3ecnjlein^anbe( im 2fltert^um. 85
feil Semftetn^nbel anö) bie bebeutenbe SRenge oon 9tbmU
fiftn SHtunjen nac^ ben £){lfee(2nt)ern fam^bteS^eitö f(l(^on
in älteren, X^ili au^ in bebentenber 3d(I in neueren Sei^
tat ^ie unb ba gefunben werben^ mb^m fte nun bon rei^
fenben 9l6mem felbft/ ober burd[^ ben 3t9tf(|ieni)anbel ber
9ennantf(^en S6lfer liiel^ev gebra^^t worb'en fe9n 0* 2><kbei
t# eS methourbtg , baf eine SRönse 9{ero'd bi$ je^t, fo biel
befannt, bie aOer^Itefle i^, bte bi^t gefunben toorben unb
bieOetc^t bunb ienen fRittet mä) ^reuffen gefontmen x%
2)abuTd^ n>irb jugletc^ ou^) bie SSebauptung Utxifti^t, baß
tpcnn au6) gewiß biefet «^onbeförneg tn bie norbtftben Uns
bet fidbon (ange bot 9lero'6 Seit borbanben war, bo(b etft
fett biefe« JtaiferS fioliprunfenber ©enbung jene« gittert
8t&mifcbe Semfteinl^^nbler bad bo^bd^ftb^^te @rieugniß un^
mittelbat aM feinem SSaterianbe b^ben berbeifubren laffen ').
Salb fcbloß fi(b biefem SBerfebre aucb ber norbtfcbe 9)e(i::
banbel befonberS aud ®{anbinabten an^ unb ed warb in
fob^er Seife au(b baS S}oI{ ber @utonen^ f))dterbtn Sue^
tbanS genannt/ mit Stom in eine gewiffe SSerbtnbung gefegt').
ti tft nicbt unwabrfcbeinlicb/ baß neben bem Semfleiu aud^
aud 9reuffen 9)eliwert nacb Stalten gegangen fe^. '. gfemer
fn&)rfte ftdb fcbon fr&b auf biefem Sßege an ben IBemfiein::
banbel aud^ ber «^anbel mit norbifcben Spieren ^ bem Ttutn
1) Kaecbtng« Idpt )!4 nid^t Taden, ob oftmals ober au4 jutoei(en
mir Mmcr bi< tn bie 9tdbe be< SßetnfUmlat\ht€ gef ommen fepen ; ba«
ber OSl^ Bajer de numis Roman, in opusc. p. 414 fagt: Tametsi
i^tar indinet animuj, ut Gredam, per mercaturas illalos numos
Romanos ea*^^ tarnen mercatores Romani^ an Teutoni secum as>
portarint, haud qiiaquam liquido iudicaTerim. — IBgC. SiUetltbaK
Vb^nbbrng Aber 1123 bei Ofierobe im Sabrr 1740 gefttnbene Mmi«
f^ «ttitien im ^Autert 9>rettfr. ». V. e. 134.
2) Bayer opuscuL p. 429.
3) TaciL Genn. c 44 rft^mtt f<bott, i^ieHei^t nicbt o^ne fBesie^ung
osf biffen «^iibeT, itjitt glotten U. Jornand, de reb. Getic. c. 3f(^reibt:
Hl (sc Suetbans) quoque sunt, qiu in usus Romanorum Saphiri-
nas peUeSy commcrdo interreniente, per alias innumeras gentes
transniittant, famosi peUium decora nigredine. 8t Ab 9 Oef^ic^te '
e^wcben« 0. I. e. 54.
<
86 . fdttn^txii^anltl mZittit^nm.
o^^fett/ bem (SUnhti)im, bem notbtfc^en Stoffe unb bem
@fanb{na!i>{f4^en lUi)M ober Wla^lii, mlä^a btellet4^t toon
btefer £lueEe ^er 9)ltniu9 fennt. 9Bentg|ten9 toat biefet
@(i)tift|ieaet mit ben genannten Sl^tetgattungen fe^r genau
befanntO unb ii wirb nni btftimmt Utid)Ut, ba$ €Ienb^
totere vom 9lotben |^r in 9l6mifc(Kn ®(^auf)>ielen beioutu
bert würben ■).
SSBaS ben fi3ewol^nem ber J&jtfee^Sanbe auf er benStüm
jen für btefe i^re SSerlaufmaaren entie<itn geboten wotben,
ift und nt(|)t berid^tet; to6) barf man f&fyn bie iBe^auytung
wagen/ baf ein Sl^ieil ber @egen|t&nbe il^ireS Q^mnäa ani
Stalten tam unb jum S£auf4>mittel biente. (SS ftnben {14
wenigftenS in ben fiiegrdbnif^ügeln 6fter mancherlei Qö^rnuif
ia^cn, bie an SeinlE^^it ber ThUit, an ©efdUigfeit unb ®4in^
^ett unb in ber ganjen Sorm unb ®e|lalt bie entfprecfienbße
Ztffnüdl^Uit mit ben (Begenft&nben l^abeU/ bie man in Stalten
aufgefunben lE^at *)/ unb \)at ni^t in aSen Seiten ber gebit
betere 9Renf((^ bem ungebilbeten bie f oftbarpen (Sd^a^ feineS
Sanbed burdl) eitlen Sanb unb {inbifc^eS @pielwer( )u entloden
gewußt? Tim lebenbigjlen fc^eint jene «^anbetöftrafe unb in
ber gr&f ten IBlätlie f(^eint teuer |)anbeISber(e^r mit ben ißaU
tifd^en Sinbem, wenn nac^ ber Stenge ber aufgefiinbenen
1) Plin, L. VIII. c 1.5 nennt als Scythica anlmalia boum fe-
rorum gencra, jubatos bisontes, excellenlique et vi et velodtate
uroSf equorum greges feronim, alcen, ni proceritas aurium et cer-
vicis distinguat, jumento jimllcra, item notam in ScandinaWa io-
sula nee unquam Tisam in boc orbe , multis tarnen narratam mach-
lin, band diAsimilem illi, sed nullo sufTraginum flexu etc. SoUnus
c. 22.
2) Julius CapitoUn. in vita Gordian. c 33. Flavius Fopiscus
in Tita Aurelian. c. 33. SoUnus c 22 fagt au<brft(tti4: Scandinavia
insula e regione Germaniae mittit animai, quales Alces, sed cuios
suifiragines ut Elepbantis flecli nequeunt
3) ®o wirb %. fß. jebem *bie fpire^enbffe TCe^nlid^feit emlett^trn,
wenn ertn^dc^crö «^anbiei4)nttngen ju beffen aK^t^otogie unb t>
^^dotogte bcd claff. 2C(tertbumä {>eft UI. Sect HI. Tab« VI. Nr. 6 bie
Spangen mit ben aue altpceufft^en Segr&bmf^geltt ^roorBefunbencn
$Brrnfiein^an&e( im 3fUett^uni. 87
' 9&nim geiirtl^Kilt n>ertoen iatf, gut 3ett ber Xntonine getpefen
iii ftyn "^X S)afauf aber mag t^n ber SKatfmannifcbe Jttte^^ tn
wüdftm gftabe oOe bie IBötfer^ burcb beren SBo^nftge bet
. ^nbelftioed (tef, gegen bte9i6mer auftraten, etne3eit(ang
fäft gefi&vt/ vteOetti^t g&nili^^ unterbrochen fKiben, unb menn
er fpdttr^tn au^ nocb fortbauerte, wie bie in 9)reu{fen nocb
)ieiiilt(^ b^ujig geftinbenen SRungen au9 bem britten unb
btettm 3abrbunberte bezeugen , bie in fold^r SRenge jmar
)itiii S^il »Dbl au4^ burcb bie Kriege / lebocb ^m meiflen
gnoif no<^ burd!^ «^anbetöoerfebr in baS alte 93emj}einlanb
bemtif tarnen ^) , fo b<(tte bocb ber lange unruhige unb {rie^
gerifc^ äufianb ber iQuaben, Sßarf mannen/ 89gier unb
6uet»en feine fcbinfie S3(ätbe für immer gebrocben. SSBenn
ba^ ber IBemfietnbanbet aucb n^irflicb nocb bis }ur 3eit
ber fogenonnten S3&l(erwanberung ober biö auf Suftiniant unb
SttffinS StegterungSjabre fortbefianben b<kben foUte ^), maS
faunt ju glauben/ fo tpurbe er gewif/ n^enigftenS auf bie^
fhn «^beföwege / in ben Ie|tem Seiten nur fparfam be^
trieben. •
Stiebt fo ftcber unterricbtet finb toit aber einen gweiten
.^onbettweg Ui IBernj}ein$/ ber nacb Sßejten ging. SBir
»jtrben obne ankeifet febr irren / wenn wir allen wefilicben
Sem^in^anbet auf bie @amlänbif(be Jtufie }urAtfiieben
moUtm, benn feineSwegS ijl ber S3ernftein/ ber in ben tioep
liiben iinitm, befonberd in ©aUien jum ©egenflanbe beS
1) Bajer de numis Romanis etc. c, VI. p. 439. seq.
2) Bd(. etltent^aU V&ffanMung tm (Srl&utert. |)rettff. S. V.
0. 134. u. 166.
3) Bajer 1. c in opusc. p. 433 nimmt bfefe« oxi, inbem er fagt:
Itaqae ergo liqiiido probavimus, numos Romanos neque ante Ne>
ronem fuisse illatos, neque post impressionem barbarorum. Ante
Üla tempora in Prussiam non est itum et postea succini commercia
desierc. Unb p. 432 ^f t f< : Post Justiniani et Justin! Tbracii»
prindpatiim omni« mercatus succini neglectus fuit. In baec usque
tempora numi apud nos inyenti pertingunt. 9{ad^ bfC 9Xetnttn0
atannert« ^Scogr. ber ®ne((. u. 9t6m. IB. 111. €(. 373 würbe ber
88 SSernfietn^anbel im Ttltttt^um.
«^anbetö biente^ ieber B^it t)on ben S3altif4^n Käftcn ge<
fornmett/ ba t<) na4^ alten Seugniffen befannt ift, baf au(!|^
bie Slorbfee etn{ima(6 Snfeln I^atte^ an beten JCiiften ba$
fofibare Sr^eugntf ju finben war ^). 3ebo(|i ift eben fo ge-
mifi/ baf au(|^ aui @am(anb bie eble SBaare fc^^on in U^x
frul^er äcit na6) Sßejten l^in auegefulffrt n)utbe. 2>a^{n ben«
tet f(IS)on be§ $9t()ea$ Steife an bie @amldnbi((|ie Stufte, hU
ja gngleicf^ mit butc^ ben SSemjlein^nbel auf bem IBattt^
fc^en SReere «eranlaft warb. @ie fefet offenbar ^otarxi , bag
in fDIafftlien ein S3emjlein^anbet auf ben S3altif4>en ©ewif»
fern unb »on beren duften an^ \d)on befannt n^ar. SSon ben
folgen biefer Steife für ben «^anbel ÜRaffüienö wiffen xoit
fvdliä) niä)ti ju fagen. ifteinem 3n>e{fe( aber unterliegt,
bafi über aßaf{t(ien in folgenber ^eit andf fortt)in no4^ tin
^anUlitotQ für SSernfiein ging. fRun er^Iten »ir burcl^
£)iobor bie ftcl^ere SRac^ric^t^ baf t)on @ain(anb$ SLüfit aM
ber SSemftein an tin gegenäberliegenbed fefieS 8anb }u @(^tff
gebracht unb t>on ba bann weiter ju Sanb na4^ @iiben ge^
tragen ober oerfaldren werbe ^jü ^af bie £)jlfee fc^on in
fräber Seit t)on ben S3ewo^nem wefKic^er i(u|tenl^nber t)iel
befabren würbe unb jwifc^en ben 2(nwo^nem ber 9lorbfee
unb ber SSaltifc^en ®ewaffer eine «^anbetögemeinfc^ft bts
ftani, tann nicftt bejlritten werben. Son ewiger 3eit ^r
baben 9Reere unb @tr(me ben SRenfcf^en burcf^ «^anbel unb
SSer!el^r mit bem URenf^^en \>ettn&p\t; bon ielj^r |iat bie
1) Plin. L. XXXMI. c 3.
2) Diodor, Sicul. L. V. c. 23. fogt: To sjAvxr^ov owJiyfTXi
t'j TT) TT^oci^oilvY) v)}Vai (i. 6» Bao'iXf Mc) , xojbi/^creci ii vTto
TMV F^fx/^qioüv TT^o^ 7)]v ayr<7r£^av y^tiuqw iCy^^ (piqtrou nqo^ toÜ^
'Aoc5^y,fioL(; TOTTova. ^tefe ©teile tfl ))on ber M PUn. L. XXXVII.
c. 2, n>o biefer Don htm «^anbel an bie nA^ften Seutonen (alfo ooii
einem ^anb^anbeQ fpctd^it, ofenbar fe^r oerf^iieben unb htivöjit f!4 auf
einen ocn @am(anb au^gebenben ©ee^nbel, ber nad^^ erfl ivm 8anb«
t)anbe( öbergebt/ xoit f^on bie SQSorte xo|bi/^c7«i, t})v avTi7rc^«v
^TTci^av unb (piqcTxi fTac beweifen, »enn niil^t o^nebied auc^ ber ^ocayt
3ufammenf^an() bei SDfobor bacauf ^inbeutete.
fBerttflein^an^el im 2(ltert^um. 89
t^rbinbenbe ®^ ben jtüflenbeioo^ner jur 9emeinf(|Ktft mit
feinem ^ladfbax ienfeitö bet SReetedgetodfTer geloA unb audi)
ber Ungebilbete unb bei rol^e @o^n bet Statur ^at btefer
Menbeif äaubevtraft be6 SReeteö nic^t n>iberjianben. @o
mögen au<^ bte f&blicf^en unb n&rbltct^en Xnmo^ner ber SSat
tif^ ©cmdfTer mit anbem Xuflenldnbem f(|^Dn Idngft bor
ber 8t&mer IBefanntfc^aft in SSerbinbung bur(j(^ ®(|^iffal^rt
geftanben ^aben, benn al8 S^cituS oon bcm Solte ber
@ttionen auf @fanbinabien ^tmal^m, l^6rte er f(|^on t^on
feinen md^^tigen Slotten 0/ unb biefe norbif4)en @(t^t{fe ^aU
tcn bie Xufmerlfamfeit ber 9l&mer in bem SRaafe erregt/
baf fie beren 6inri4)tung unb S3au aufd genauße fannten ').
Ttn ben ^fanbinaoifc^en Mafien li^atten fte biefe @(^tffe nietet
gefe^n, fonbem {te mufiten fte an ber ®ermanif(l()en @ette
ber «O^ee f ennen gelernt unb e6 muß bortl£)in alfo offenbar
ein «panbeUberte^r Qtatt gefunben Ij^aben. 3m Sßei^fel:?
Sanbe fnu^fte fiä) ia, toit fo eben bemerft morben^ an ben
Drenfftfc^en 93emfteinl^anbe( auc^ ber @c(^mebtf((^e Delgl^ianbä«
3n ber ndmlid^en SSerbtnbung beftanb ein folcl^er SSerfe^r
avä^ nai) SBeften (in. 3m mefilic^en (Germanien fc^^mucften
bie 2>eutf(ben i(^reSBilb()dute/ bie if)mn )ur JUetbung bien^
ttn, mit Streifen unb S^ierfeOen auS bem entlegenen iDcean
ober bem unbefannten 9Reere ^) unb felbfi in fpdtem 3ei^
ten fanb no4^ ein fol^^er 9>elgl()anbel oon @amlanb9 JCäjle
ru^ 2)eutf4»Ianb @tatt *). äubem waren au4^ bie ©ot^^o^s
nen, 9reu{fend alte S3ewo(ner/ in @ct^tffal^rt unb@eefunbe
{dneSiDegS unerfal^ren 0- @d ift ba^r reinem ämeifel un«
(enoorfen/ bafi @ant(dnbtf(|ier IBemfiein ju @4^iff bis an
bie 9Ränbung ber £)ber ober ber (S(be ober mie fpdterl^in
1) „ClaMibus Talent««
2) TaciL German, c 44. Murray de re nayali Tetenun sep-
temtrionalium in Comment Soc Goett T. IV. p. 121. «eq.
3) TadL German. c. 17. Detracta velamina spargunt maculis
peflibiifqiie beliuarum, quas exterior Oceanui atque ignotiim mare
4) Adam, Bremens, de «itu Daniae c. 227.
.)) Zosimu* Histor. L. I. c. 42.
90 aSecnfletn^anbel im 2((tert^um.
na^ @dfUiroii ging, bennfo unbeflimmt audf immer S>{o>'
ioti 93e}et(l(^nung „U^ gegen&berliegenben feflen SanbeS'^ ifl,
fo fatin ed eind biefer ©ebtete bo4^ o|ine 3weifel gemefen fepn;
t9entg{len6 ftnben wiv |n na^^folgenben Seiten eben fo einen
<^anbe(Sn>eg an bie £)ber^9){ünbitng, xoii an bie (SÜt unb na^
@(t^le<t9tg Don ®amlanb au8 im ®ange ^). Son ba (onnte
bet Semjtein (eic^t auf Sanb * unb Sluflfhafen biS an ben
St^eiU/ nad) @aUien biS ÜRafjtlien fornmen^ wo er oon ^^bnis
dem unb Jtart^agem gelaben bem fRorgenlanbe jugebiod^t
ober aud^ fonft ^te unb ba im 3(benblanbe abgefegt würbe ^).
6S bleibt enbltdi) no(|i bie Sßad^toeifung eines britten
«&anbelSn>ege6 übrig/ auf wetcf^em ber IBemflein t>on ben
S3altifc^en Jtäjlen ani gum alten iBor^fl^eneS nacf^ £){len
ging >). 3ßan l^at gu bereifen gefud^^t^ «^erobottf 6ribano<>
ber im Sanbe norbifct^er {Barbaren am dufierjten Snbe ber
(Srbe fir&me unb in beffen ^l&fyt ber Semflein erzeugt merbe,
fep fein anberer ®trom aü bie 2>una/ ber Si^ubon ber
Xlten. £)bglei4^ ed nun an biefem @trom felbji feinen Senu
jlein gebe^ fo fe^ ber alten 99Belt boc^ bie @age Dom Sem*
{ieiftl()anbel an ber 2>iina jugef ommen. di ^abe an6f mtr&
Kd^ biefer ^ufi einft ^nm «S^anbelön^eg beS S3em|iein9 ge^
bient Son i^m arxi Up ^<efe6 Si^eugnifi auf bem Sori^
ftliened |homabn)drtS bi6 )u ben SBafferfdIlen bon ben SStv^s
ft^eneiten gebracht unb oon ben iDlbitifc^en ®rie4^n bort
aufgenommen unb weiter fortgeführt worben *) — SBal^r|ett
1) Adam, Bremens, de Jita Daniae c 206. Hebnold Ckron.
SlaTor. L. I. c 1. SBefonberd btente na4imaU bie ®tabt «Dernmin ivm
aSaacens Umtauft; 9^1. @ell ®ef(^. von 9)ommern S. I. 8.33.
2) fi^dl. xoa^ SB rem er Sntbedungen im 2Cttert()um S3. 2. ®. 437
f. ober bte JCufftra^ swtfi^en bem S3a(ttf(^en Wtetit, bem SR^tn unb
bem SXtttelmeere \aq^t
3) )Dteren öjKi^en SBeg nimmt neben bem fftbtic^en nad^ bem |)o
^in au(^ IBof a. a. O. ®. XXXIV. on; Murrajr de Pythea Massil.
p. 97.
4) 2Cuf biefe aJteinung $in be^te^t it^ aViz^t mad Sapcr in fnner
geleierten 2C6{Kknb(ung: De Venedis el Eridano fluvio in opiisc p.
523 — 535 fagt, mo er p. 529 M dSeTttttot feiner gorfc^un^en ben
SBernflein^anbet im Tiitttthum. 91
unb 2>i(t^tung! 2>t4^tung ift, t)af bie ii^ixna ber (SvibanoS
itp, ia^ fte )um «^anbetöxoege be$ Semfleinö gebient/ ba
fif für tiefen au6 @am(anb l^inauf to(|^ ofenbar ütel gu
fern liegt äBal£ir^ett tfl/ bäfi auf bem IBorpfllE^^neS lebem
bige ^äfiffaitt unb bln^nber «^anbel betrieben würbe fct^on
fett uralten Seiten ^). 2)ur(b^ gange 2Cttertbum loerbanb bie«:
fer @trom bie ®en>2{Ter (fili^^er Sdnber mit ben S3altifdi^en
SSeere*). 2)af aber i^on biefer ®egenb b^r an^ ben nor::
^ifd^en Sanben aucb fiSemjlein gelommen fe^/ fagt uni ber
Sr)>M<ib^iber ^Dtonpftu^; benn nacbbent er t)on bem go(bs
Ihablenben 9)ap)>elgummi ain Ae(ttf(ben (SrtbanoS gerebet^
erwibnt er bei ber ®egenb bed SSorpjtbenet^ ber aber bem
31Ur in ba« Sunnifct^e ^eer audfhrömt, ,
jDert ftnb au^ M XtbMot tmb au(b be< 1)anttf apeö SBaffer
A'e wo 8l(q^if(^ii «^^^n in eefonbertem 8auf abraufcben;
ttab m beren Clrduf / bem erftorreten ^tnt benachbart ,
Strb (Kectro« er^uet, fanftf<bimmember, g^Uidi wie be< SRimbe«
9ten begtiiiienber Oloii}. ^)
9)ttgen bie 9{amen ber ®tr6me/ bie ^kt erfcb^inen^ an^
nodf fo unfl^t bei ben (tUeren @eograpben fe9n unb m6gen
ibre @emiffer aucb nicbt im JCrbnifcben £)cean im ^uf erjten
Sorben ober im erftarreten SReere/ jfonbem im @u):inif(ben
9teere/ beffen Slorbfeite gleicbfaQd gefriert, audm&nben; beS
Semfieind Srgeugung botte im @lauben ber TUUn fttb feft
an bie 9lamen beö TUU^M unb 9>antt(aped ge!nu))ft; bie
SReinung/ bafi t)on baber, xoo btefe (Strftme am iBorpflbeneS
in« gteet au«(iefen ', ber JBemflein (omme / fieSt ben Bt^
6a| anffteHt: Haec ratio mercatus docet, succina primum a popu-
lis ad Eridaiiuni traDsmitsa esse ad Scjthas et secimdo Borysthene
ad Cataracta«, hie ezcepta esse a Borysthenitis Graecis, qui se Ol-
bius dtcere malebaiiL gerner fprtd|)t SSaper bieoott au(b in feinet
Xb^nbbm^: De numoRhodio in agro Sambiensi reperto in opusc
p. 496 seq.
1) HerodoL L. IV. c 53.
2) SdL bierüber IBrebmer <5ntbedhtn0. im 2atertbum 0. 2. e.
3) Sof 0. a. £). 6. XXXUI.
92 S3etnfleitt^an^e( im ZiUxtf)um.
xoti$, bafi aui Storben eine «^anbettfhafle ffir fBttnfttin
aber bie ®egenb be$ SSor^fl^eneS gegangen fey ^X ^t^ Statur
aber b^^tte btefen «^anbeUioeg Don ber SBalti\^en @ee an
btd jum '^ontuö Surtnnd burc^ (Strom:: SSerbtnbungen t>or«
Sejeicbnet/ fe9 ti nun^ ba$ er auf bem kregel/ bem '®nU
talud ober ^rono^ ber TÜUn, in ben 9>rt>ei unb t)on bte:»
fem in ben äSorpftbeneS btS nadl» £)(bta an fetner SRänbung
tm^ontuö/ ober auf bem SBeid^fel^Strome aufiotlrtS/ t)on
biefem tn ben S3og/ bann tn ben ^ripe) unb ben JBon^
fll^ened fortging'). @(bwterigfeiten fyittt biefer «&anbe(5n>eg
mobi aderbingS; aber fte würben, lumal aü bie SBeneber
ft(b weiter nacb SSBeften üorgebrdngt / gewifi baburd() bebeu^
tenb erleichtert/ bafi er burdl^ ®armatien fafl immer unter
befreunbeten unb jtammDerwanbten S35lfem fortlief. SStS
}U ben 2(launen erftredfte ftc^ baS ®ebiet ber @tat)aner unb
in ben SSolf^nft^en ber erflem lagen bie £lueUen be6 SSov^
flbeneS. £)bne 3weifel war e6 biefer SSeg, auf welchem
fcbon in fräbefier Seit/ beoor m^ jene @trafle nacb ^an^
nonien ge5tfhet war, ber 93ernfiein burd^ ba$ alte &CfÜ)itn
ju ben ©riechen ') unb weiterbin nacb 2Cften gelangte.
@cl|)werli(|i war eS blofi ©etreibe^ unb 9>e()b<^nbe(/ ber
biefen wichtigen «^anbetöweg gen £)ften in diterer unb rnttt^^
lerer ^^it fo lebenbig madj^te'^); benn wenn ®rie(bentanb
1) SBof a,a. C nimmt ba|^r a1t(^ o^ne mettere« on, baf in Ines
fer &UUe bed S)ton9ftu6 eine fidlere Vnbeutung ber 0amldnbir(^en S^em-
fieinläfle liege.
2) fß^l aber biefen «^anbelfweg wtfiqtlä^ «beeren 3beeii über
ben «franbel u. f. m. C I. 0. 914 ff. SBre^mer Cfotbecfimg. im
TÜttttf^. $B. 2. ®. 9 ff.
3) jDa^ and) ber Glaube bei ben ®ne<^ett: Gcpt^ien fe)^ ba< Sa*
tertanb M »emfirln«. y^iUmon (bei Piin. XXXVII. c 7) meinte:
Fossile es$e et in Scythia erui duobus locis: candidum atque cerei
coloris, quod vocaretur electrum: in allo loco fulyurn, cpiod ap-
pellaretur subaltemicum ; unb 3^nocrate< (ibid.) mac bec fRetnang:
non succinum tantum in Italia, yerum etiam thyon TOcari| a Scy-
tbis vero sacrium, quoniam et ibi nascatur.
4) S3lof für biefe beiben «(^anbettiweide Utta^Ut t^n «beeren
0. a. iD.
Setnfiein^anbet im 2f(tertf)um. 93
uitb Vften feinen S9ebarf an 93em|tetn jum 2;i^ei( xot>U auäf
i>om TCbriatifc^en SSeere tier erhalten ^aitn mh^tn, fo fc^etnt
hed9 unjiceifel^aft^ bafi bte ®rie(^tfc|^en «^anbeföfiabte an
ben Ufern bed fi^worjen 9Reere$ au4) butcl^ ben «^anbel mit
Skrnftein in SerMnbung gef(anben l^aben mit ben S3ewol^::
nctn be$ 9lDrben6.
Dief ftnb bie brei «^anbetömege^ auf benen bet SSetn^
^in t»on @amlanbd Aäjten nadii fafi aUen S£l^ei(en ber aU
tm aSe(t ausging. 3n>ar war ber fäbtf4)e/ ber mi^ ^atii
nonien hinabging/ eine Settlang ber $trobf)nli6)ile unb be^
fiic^tefte 0; in b&^erem Ttltex aber mag ibm ber hpid)t auf
bem Sor9ft^ene6 obne Sweifel i[)oranjleben, unb bur^ längere
2>ait€r übertrifft U;n gewif ber meflltci^e über bie @ee nadE^
Germanien. 3n \old)ct SSSeife mar @amlanb^ Anfte ber viel::
gefitc^te, fetten erforfdi^te/ immer ge|^imntft)one9>unft, t)on
loefa^em bie erften IBemegungen bed regften S$erfe|ired unb
SetrieM unter 9Renf4»en unb S36lfem mettent(egener i&m
ber ausgingen. X>xt weife Verbreitung unb 3erfheu^ng fei«
iie$ |fo4^gefd^^6ten Srjeugnijfed unb bie 2>unfe(bett in toel^e
M SSntterlanb be^ SemjteinS lange äeit gel^äOt blieb, er?
flürt und au6) bad SSefheben ber Tilten, an ben £)rten im$
mcr anc^ bie ^rjeugung ber munberbaren ®abe ber 9latnr
gtt fudS^en^ t>Dn meieren au6 ber «£)anbe(St)er(el^r fte ben ^exs
fcbiebenen S^nbern suf&ISirte.
1) TCvL^ PUn. L. XXXVII. c 3 f^Kefet bte öbngcit Xixi^i aud,
uAfm er nur fagt: Aficrtur a Germanis in Pannoniani rruucime
{nroTindam (sc succmum); aber e« Kcgt büd^ (n bem roaxime, baf
ii feiner ii^ ber IBern^ein ober |)annonien im retd^flen 9){aafe fam.
3n>etted ^a)>ite(.
0Vad& be« $toIemau8 3ett tritt un« eine Steige \>on Sr^
((Meinungen unb SSerdnbetüngen ber alten SSitfer^Ser^tt^
ntffe in ber ®ef(l(^i(^te bed9lorben§ entgegen ^ in tüeld^tQ^-
nung unb 3ufammenl()ang )u bringen ft^iwer tft unb Aber
bie wir f aum im @tanbe f!nb ju einiger ^ftlarl^it unb @e^
wifi^eit iu fornmen, wenn wir nic^t neben ber ii6)tun ge^
iÖ9xd)Üid)tn f^orfc^ung auf bem ©ebiete bewährterer Quellen
audl^ ber @age 3ta\xm unb ®el^6r geben.
Wtand)ii t)on bem, wad in biefem 2(bfc|!nitte aU Sage
unb @ef(^i(^te bargefieUt wirb/ berubet auf ben SSeric^ten M
@otlt)ifc^n !Dt6n(^$ Sornanbed. ^ä) Derfenne feineöwegS bie
große ÄritiHoftgfeit unb ben SRangel an Urtl()eittfraft, ber ^^
äberall in feinem SBerfe offenbart/ and) nid^t bie Unwiffen^eit
unb bie entfe|(i(l[)e SSerwirrung/ mit ber er %üt^, Xlted unb
9leue6/ SBBal^reS unb Salfc^ed unter einanber wirft; er ifl
in aller SBejiel^ung einer ber f4)le4)teften ©cribenten am Ein-
gänge bee 3Ritte(aItere. Tibet iai ift anö^ nid)t ju t)erlem
neU/ bap er bie unb baStotijen (iefert/ benen gef(^i(^t(i(^<t
®runb unb 93oben unterliegt unb in ber wunberlic^ sufam^
mengewärfe(ten ©efc^ic^te feiner ®ot^en ioä) manche gef(fii#
lic^e SRomente aufbellten l^at/ bie baS ®eprdge ber SBa^t^
l^eit an ftcfe tragen. 9lur in biefer ^infidft werben wir i^w
©lauben f^enfen unb nur in fo fern fott er un$ bienen,
ben gaben, ber fonft lofe unb frei in berßuft fingen toitUr
an einjelne fünfte bei xf)m an}ufnu))fen.
Q6)on wt be6 9>toIemau$ leiten mu^eine SBanberung
eines Sotl^ifc^n SBolBJ^aufene/ mUti^t beim SBorbt&ngen
l^ Senebet in bie ®ebiete bet ® Otiten ^ Don 9)teuffen auö,
nac^ (Sfanbten erfolgt fepn, too et fiä) auf beS (Silanbet
f&büdj^m Steile nieberltefl unb Dom genannten Srbbefcbtet::
hex unter bem 9{amen bet ®uten emi^nt wirb 0* ^^^
mag er eine äettlang oenoetlt unb beim (Senuffe bei ^rie::
benS unb in rn^iger Sebendweife ben eingenommenen ganb::
bejttt balb überD6(fert boben. S>a gefcbab nacb ^eS Sor^^
noiibeS, beS ©otbifc^en ®ef(bi(^tf(f^reiberS IBeticbt, bet {td^
auf atte @agen unb ®ef&nge feinet SSolfe« ftü^t^ baß tin
Sotbifcl^er «^aufe auS @fanbien/ jur .2Cudn)anberung an^
ben beengten ®r&ngen bet |)eimatb entfcblofpen/ auf btei
@4>iffm i^t bie @ee fubt unb^ bad atte SSatetlanb^Don
neuem fucbenb/ ftcb im ©ebiete bet Ulmerugiet^ in bet
9like btt aSei^feUSRänbung niebetliefi. S>et ©ebietet bie^
ieS SoIfeS, bet e6 aud @fanbien auigeföbtt unb bem eS
ancb in bem neuen SSBobnft^e a(§ feinem £)betbettn gebotcbte/^
Mt J(ontg IBetig '}. 2>ott m&gen bie neuen 2(nf6mmlinge
^ —
1) PtoUm. L. II. c II fagt: Kao^x^uo"! ri]^ Zxavdc/a; rce
^^fiß^aßoi Tovrou, Qt nennt neben t{)nen nod^ bie Ghaedini, Pha-
Tonae, Pbiraesi, Dauciones, Xevoni. )Daf biefc ©Uten eined ^tana
mel mit bem Solfe bec Gothi ober Gothones, ber Gythones bed
ytolemdnd im S&etcferelsSanbe unb ber GuUones beS |)(tniu$ fcpen, tfl
«>o^ faum 3tt bejweifeln^ jumal wenn man bebenft, haf in ben ©pradfts
formen GoiXones, Guilones, toit in Teuto/i^^ ^ In^^CTones , Istae-
"fones, "Bwrgandiones , Calucones, Cunones, u. a. nur bie att^ets
nosif^e TCudfprac^e Gutto/i, Goüio/i für (Sotten, Teuto/i fdr !£ett&
ten, In^aeYones ffir Sn^Aven }um XSninbe lUqt unb ®ttten unb
•otton atfo o6llid einerlei {|L SSgL aber bie Gutae bed 9>toremdu<
084 8let((arb @. 164. SBenn Suben in U ®ef((t((te be< beutfc^.
BoM IB. 11. @. 473 feinen toeitem Sufammenbang gwifc^en ben ®o*
ünxi in ®fanbittat)ien unb ben ©ot^en in ben ^nd)feUianhm &tatt
fakn (äffen »itt, Jo beruht feine Vnnabme, mie e$ und f^eint, auf -
irinem trtfftigen ®runbe.
2) Jemand, de reb. Gelic. c. 4. 2fU(^ iPoi^ Warnefrid L. I.
c 2. enod^nt (iefer 2(uöwanberun0 au6 ©fanbinaoien : Intra hanc
(iiuiilain) constituti populi, dum in tantam multitudinem pullulas-
seilt, ut jam siinul habitare non valerent, in tres, ufc fertur omnem
96 Xu^manberuitd Sfanbtfc^er Qetitn.
im &iben mit einem SSfeiU ber alten ©ot^onen^^ ber bei
ber frÄ^eten ^uöwanberung feiner ©tammgenoffen fifeen ge^
biitbtn xoav , sufammengefiofen fepn. 3m SSSejlen am Sitts
gefiabe waren i^re 9lacl^bam bte Stugier^ bie fit jum S^tl
aM beren 5|incl^en @t|en «erbringt^ ium X^il audf in
fid^ aufgenommen litten unb fo mit t^nen )u Stnem fBoIfe
t)erfi$moIsen ^). 2>a ein ^am^f mit ben Utmerugiem i^nen
bie neuen SBol^ft^e fyittt oerfd^affen muffen^)/ fo m&gen
biefe }um S^eil in itne^ytfd^aft |)ina6gebru(rt Sorben fepn.
SRit bem ilbrigen X^t(e ber Ulmerugier aber befreunbeteti
f{(|i bie @{anbtf^en 2(uSn>anberer halb, Uf)xUn il^nen «^^u-
ferbau , Serfertigung befferer ^(eibung , ^Bereitung be6 fOU^
t^S aui bem im Sanbe xti^ü^ gefunbenen«^onig, n>obun|^
fte ba« rollte SSoK/ n>et(^6 bi6|^er alö ®etr&nt bloß TteU
{en unb SBaffer genoffen, batb in bem SRaaße für ftc|^ ge^
toannett/ bafi eS in allem ber @fanbianer @itte unb Sebend^
metfe annahm unb mit i^nen ju Sinem Solle mürbe 0« '
3m £)ffen aber maren bie nd(l(^fien Stac^bam ber neuen
Xnfimmlinge bie Seneber, )u beS SomanbeS ^it S3anba(en
genannt^)/ bie bamatö fd)on mit i^ren SBo^n{t|en bis in
catervam partes diTidentes , quae ex iHis pars patriam rclinquerc no-
vasque debcrct sedes exquirere , sorte pcrquirunt CuCdÖ ^DoDtb
5. I. &. 14. ff. ersä^lt bte SSe^eben^ett nacb ber oerlornen (Sbrontf he^
ertlen 9fvt\i\\ifd)tn fßi\d)of& (S^tiftian., @ubm jDdn. (Sefc^i^te S. 1.
6. 94. fe^t fte tng 3a^t 70/ aber ftetlid^ o^ne Seiveife aucb nnr ber
SQa()rr(betnlt(^fett für btefe 3ett. Sornanbed iäft bur(b fein „quondam
cgressi« gar fctne genaue 3eitbe1ltmmun0 5U. Tiüd) Paul, Diacon. L.
XII. p. 259 ermd^nt ber 2Cudmanberund aud €!fanbten o^ne Seitangobr.
Uebrtgenö wirb feiner bt^r an bie SBanberung eine« IBolfed benfen; e«
war ein au^wanbernber «Raufen , eine «(^orbe/ wie fol^b^ fpdterbin 6fter
aud ©fanbinam'en auöjogen.
1) Procop. L, II. p. 258. ed. Hugo Grot nennt hie Rugii so-
cius Gotthis populus cumque iis Italiam ingressus. 9ta^mM frei?
({4 ftanben fte gegen bie ®otben / Jornand, 1. c. c. 54.
2) Eos commisso praelio propriis scdibus pepulenint; Jornand.
c, 4.
3) ^0 bie @age Ui Sucad jDaoib SB. I. ^. 15. SBir werben
fpdter feben, we(<b^dtBoie wir unter biefen Ulmeragiern tu filmen baben.
4) „Vicinos Wandalos'* Jornand. c. 4.
»
etanbtfc^e ®ot^en in ^teuffcn. 97
bte 9U^ M Seidi^fel:: Stromes Dorgetätft »aten unb olfo
^ ganzen Auftenfiricl^ Ui Srtfct^en <&ap inne platten. 3^^
neu iuni^^ji (ag in)if(|^en ben alten SSeict^felarmen / bie bii
)n i(^rer XuSmänbung bad Sanb ju einer Snfel bilbeten,
ein 9teb€n)n)etg beS ®o^nifß0lM, bie (Septben^ »elc|^e
ebenfoKS auS @(anbien/ toimt^l itwai SfiUx, vieUeidS^t fo«
gor auf einer befonberen SBanberung^ l()ief^er getommen toa^
ren unb ^ mit ben fumpftgen SBo^n{t(;en in ben Stiebe^
ningen ber n6rb(t(f^en SBeidl^felgegenb bitten begnügen m&fr
fen, loeti opoitti oon t^nen aKeS Sanb fcf^on bie SSeneber
unb bad ®ebiet nai^ SBefien bin/ fo wie nac^ ©üben ^in*
auf bie fru^ren ®otl^n unb ®tanbtf(ben 2Cnf6mmlinge in
^fi% genommen t^atUn ^). 3(^ren Slamen ^tUn bie ®ts
pittn, wie 3omanbe6 bezeugt unb ber alU ®))rac^gebrau(^ ^
hiflitigt, ballier ert^alten, weit baö ©dbiff/ auf weUiiem {te
ouSwanberten / langfamer gefallen unb i^re Xnfunft alfb
JHtijb§nt morben war^ fte folglich fp^ter alS bie Sfanbi:*
f^n ®ot^en in i^ren ntmn SBol^nft^en anlangten ^).
1) Ufbci; ben 9Bo(^nf!( ber (Btpiben giebt un< Jornandes c 17
belKaimtc 9ta(bri<!(yt; er fagt: HI ergo Gepidae — commanebant
m iasula Visdae amois Tadis circumacta , quam pro patria sermone
dicebant Gepidos. %hx, bie Unterfcbeibung itotfc^en Visda unb Vistula,
9ie 0Ee:d)ar ^ ®. 202. f!e aufjleat unb in ber Visda bie Wislokafin*
bel^ Wieb man (t(b \^xotx\\&i bcfümmen f6nnen/ bo ber ^otbif^e <Sef(bi(bt»
f^cetbet M eben fo wenig in ber €$cb^^ibart be< 9lamend Vidioarii
gletilb bleibt. XBer beflimmt aucb/ ob bomaU ni4)t beibe9iamen geltenb
«aten?
2) €(o ecfldct Jornand, c 17. ben Stamen^ nam lingua eonim
pi^ra Gepanu didtur. ^amtt fdnnte bie aiU ®pra(bfonn: (te Rotten
irgebdtet'^ f^r „^h^ttt" iurammenjltntmen. Uebrigen« bärfte botb
Bo4 babtn fieben/ ob Socnanbe« ben 9tamen gan} red^t erfCdrt. Hu^
(iroA'itf Prolegom. ad Hisloriam Gotbor. p. 28. fagt: Origiaem Ge-
pidanun nomiuis Jomandej (c 17) a mora ipsorum dedudt, apud
^em male Gepanta pro Gepaita nunc legitur, est enim Gepaßt
Gennanu is, qui moram fedt bque sonus etiam darior auditor in
eodcm nomine ut a Graeds eiTertur ')']]7raidff{.^. 2)eni ^^pra^Ienner
ik bdosiat, ba( ba< Sßort ht^ttn, gebeiten, SBepter, no<b »Abrenb be#
gaaini fXittetaUer« fftr naxttti, ^gern, oenoeOen ftbU<b War.
l. 7 ^
98 &tanbif d^t Qot^tn in ^reuffen.
S>tefe @fanbtf(|Kn @ot^en leiten unter S&ni^t^enfdfaft ;
bU (Septben unter ifyxtx eigenen, ^ad) üBertgS ^ett^^a%
ber bie ^Cutoanberung aM @!anbtea gtlettet/ folgte i^m
)un4(^fl mit {&ntglid|^eni ^tamcn ber Surft %ilim^x, nad}
beffen iiiUn SUogub unb hierauf XrigtS. SSa^renb ber Qtit
aict, iü iitU £&nige b^rrfcl^ten, wuc^d audf f)Ux beSSoI^
f eS 3a()i wieberum fo bebeutenb an ^) f bafi bte SBobnft^e
2tt enge würben. 3n bem Streben , fte ju erweitern^ famen
bte @otl^n haO> tnit ben naiven SSenebern — SBanbalen -^ tn
J(rtege unb ed gelang / einen gro^n 3^eil btefeö SoIfeS an
ber £)fifeefujle su unterio^^en ^>. Um ben erjwungenen ®e«
l^orfam beö SSeneber::S3oI{e^ aber befio ft^rer )u befejitgen,
ie melifr oteQeicbt bte 0e)ti>ungenen ftc^ beffen ju entfc^tagen
fbctbUti, ent<^teten bte ®otbtf(ben (Sieger in ber ganjcn
®tre((e wn ber ÜKänbung ber SEBeicbfel an über bte Srifc^e
9lel^rtng l^in unb am f&blicben @tranbe beS «^ap btft in
bte 9{dbe be$ kregel s: Strome^ unb gum 3;^et( ouc^ mitten
im 8anbe ber tßeneber mebre SSurgen unb fejte aBe(nrpl4(K^
bie fte mit AriegMeuten befe^ten. Hn ber SBei^fel :: SRun^
bung flanb bereits bie SBe^rburg ®otl()ifcan}ia / melc^^er
^tame nac^malS in ©ibania^ ©bancj unb Sanjig uber^
gegangen ift *). @ie n>ar bie jltefte ber ©otl^iifc^en S3urgen,
1) Jornand. c 4.
2) Vicinos Wandalos jam tunc subjugantes suis applicuere ric-
toriis. Jorncund, c. 4.
3) Jornand, c 4. gebfnft btereö 9(amend auecfl tn bf n Sßortm :
Qui (Gothi) ut primum e na^ibus exeuntes , terra« attigere , ilico
loco nomen dederunt. Nam hodie illic, ut fertur, GoÜusc€tnzia
rocatur. «(^ugo ®rotin6 ciflArtettn Stamenfc^on burt^ Gottheschans,
Gothorum castellum. ^afl ade ^üx^d^ über bfefe dtterc Settger^ic^
IKmmcn bann äberetn, bap %\n oon ber ©rfinbung 2)an}id6 bie 9tebe
fe9 ; fo Uphagen Parerga 462 — 463 ; Cellarius German. antiqua
p. 644, welker fid^ am meiflen barAto auötdft 2>ad IDarcpn anbetet
9ot(if([^t SVamen in ienet ^egenb (ingcj bet Sßeid^f^l, n)fe fte |um
S^eft oben f^on enod^nt ffnb, fann biefet 2Cnna(me aut Seftdtigung
bienen. 3(bet erfl bet Autor yiUe S. Adalberti ▼. Schotti Pnissia ckri-
ttian. p.58. seq. nennt na^Sotnanbe^ im 3. 995 iDanjid untet bem
IRttmen Gidanla wicbet, be^ei^net H iAo<| fd^on alt C^ta bt SgL
beim bte notbifd^en 2Cid&mmItnge erricf^teten ffe fogbic^ nadf
i^nx Sanbnng/ bebor fte tiO(|^ m ber ttlmentgter Qk«
Met tintta^n, vm an i^r su ferneren <Sro6erttngen einen
feflen ^Itpunf t ju (aben ®ona4^ erbauten jle am Ufer
M frifdl^en <^ttfS bte Burg |>ei(petKo / mM^ man fär bad
fr^iterc «^tligenbett ertt^rt '); bonn weiter nac^ 9torboflen
(mattf bte Surg «^oneba auf einem Seifenberge / ba ipo
mitxnatA bte Surg fßal^a ftanb; boc^ ifi nm^if^inltc^er,
baf t^iteba ber 9lame be9 SanbgebieteS jen^efen fep ut^
bte Sqi^ fi^on bamatö ßai^a ge^ifen ^be ■). SSeiter fort
erhoben fle bie SBe^burgen SBangafl/ weU^er 9lmne auf
bte Benennung be^ SergeS atoangf^ l^inbeuten foO, auf
tpeld^m in ffNÜteren 3a(^rl^ttnberten A6mgdberg gegr&nbet
i9iirbe ^), femer SBujtep^^ totld^t^ man in bem fpitem 9la$
men ber Surg SBu^o^olo bei ^i^ioffpenidl tofeber gefunben
^art(no4 X u. 91. |)r. ^. 428 — 429. ICuf jebfii SaQ ift iDaii'
p% Ott etobt Piel diter a» Vnberfon ®efd^'4te be« «^anbfld S3. 1.
e. 633. e« fepn Idft. 9la(b iim 6. 574 foK fßalbemar I. bte 6tabt
1169 erbattt baben.
1) IBknn babec Jornand. I. c fogt: €/hde (sc » Gothiscansia)
■OK promoTentet ad «««les Ulnienm;oruin , fo wlUtUqßü biefe fßocte
Hbes onein bei Hugo Grotius m prolcgom. ad Hiator. Gotlior. p.
3. seq. auö^efprod^ne SBebau^tttn^/ baf unter Gotbiscandza ©otbtonb
iB «ererben fep.
2) 2>tefe fBurgen nennt 8ucae jDaPtb B. I. €$. 15, aber fcbwer»
i4 fiberall mit gans nötigen 9tomen and ber Gbrontt bee 8tf<boff
QbnPian; ou(b Aro Histor. Ptum. p. 2. 9)e{l|>etilo nobm «Mennig gu
Ittcat Baoib S. I. @. 84 für •^tliembeit, mit bec IBermutbung,
bftf ber Storne bei ben oitca f^mtfen «ßattptt b. b* «JNfburg debctfen
b«br. 2)ci «^Üibo oder {Will im Xltpceuffff^en ber 9lame be< «ßoffs
mar, inib 9tt obre yeU bte 9iiri) bief , fo miffen toir bagegen nicbte
3} 2)af 4>oncba bae f)pdtere Solga gemefen fep , ifk nur f|>dtere
'Soge, fl^ werben in ter golge mabeftctnli^ ^n ma<ben fud^, baf
M jctitfe (teiae Ctdd ^tenb <^tan, fröber au^ «^unetau genannt,
in kübtax 3eit etneit grdfcrca Umfang gelobt babe unb in «(oneba ber
alle 9lamc bta ganien 9vui cnibatten fep.
4> jDei Betget Tnwaagste erm&bnt f^en Ihsthurg P. III. c 71
tncae^aoib 0. IV. e. 12.
too Btanbifö)t iB0t^tn tn-^reufffit.
I^ben xoiU 0; auf erbem nod^ ©aOen^z «teilest in &ams
latA bei ®etbau , wt) ber iDtt JtaDen auf jenen dlamtn noc^
^tnbeuten f6nnte ^). @nb(i(t^ fc^Iof btefen Aranj wn Sur«
gen, mit bem bad Sirifc^e «^af umjogen n>ar^ bte Sdmg
9tait9, bie iwtfdi^en bev ofenen @ee unb bem <^aff , alfo
auf ber Slel^ring gelegen l^ben fott 0- @tnb wir inbefien
iber bie Sage, mie übet Sn^ecf unb Sefltmmung btefer flSur^
gen im Sinjelnen audj^ nur febr fparfam unterricbtet utib
m^ten fläf gegen ^fand^eS aOerbingd aucb Einwürfe jeg«
lieber %tt erbeben la^tn, fo fcbeint bo^ bie Se^auptung
wobt (eine$n>egS )u l^n, baf bie ©fanbifcben @teger/ i^et»
bunben mit ben alten @tammgenDffen / ibre (Eroberungen
ringd um baS gan^e «^aff in t>ie S^nber ber SSeneber unb
in bad ®ebiet ber Xefi^er au6gebebnt unb fomit Dreuffen
bid ^tnab in ba9 ®alinber(anb unb im SRorbo^en bid na4^
@am(anb unter ibre «^errfcbaft gebradf^t baben. 2>ed Sor^
nanbe9 Seugnif bejl^tiget fotd^^ed; fpatere £luetlen/ bie au$
ilUxm floffen, jlimmen bamit überein unb bie Srfcbeinun-
gen ber (änftigen Sabrbunberte erbalten nur babur^» Ü^t
unb äufammen^ng. Unb nun muf te bei foldf^er TCu&bebnung
ber ®otbifd(^en «i^errfcbaft an ben J(ä{ien ber iDflfee auöf ber
alU Vtam^ fBaltiend unb beS JSaltifc^en ÜReered t>on bem
f&^nen ©otben^olte wieber erwetft unb in neued 2Cnbenfen
gebrad[»t werben, benn ber 9lame beS SBenebifd^en S3ufen$
mufte wobl offenbar tierfcbwinben, foba(b an feinen Stifttn
baS Solf ber Seneber nidi^t mebr benfcbenb war. *).
1) S<b 0e^/ ba# (iefe Ableitung »obl no(b f^ sweife^oft t|l;
benn Wiutopolotoirb nacb Dusburg P. liL c 109 rU^tiger Weislote-
Pila 0ef4rteben unb finbet in biefer Q^tceibact am^ eine w^ f^offenbcsr
QirRdntttd, Vi^'oon fpdter ha^ Wüt^t. Xucb liegt 64ip|>enbeU «oobt
SU tkf im 8attbf.
2) Kallen fammt oft in alten Urfunben vor.
3)0. Sttca« IDaoib S. I. ®. 17. Leo L c. nennt fie Noyto.
4) jDet 9tttme Baltia unb Balticum mare ifi fe(c alt, benn na^
JPlwt. L. IV« G. 13. enoA^nt feiner fcbon JE^op^on aue Sampfaort; ei
betft: Xenophon Lampaacenus, a litore Sqrtiiarum tridui narigatioBep
innilaa eaae immenaae magnitudinii» Baltiam Iradil. Haadent Py*
(Si>t(^ett. 9tpibtn, Surgunbtotieit. loi
9ener @Pt^if(i^ Sweig aber, ber um bte tEBet4feIattne
tog, bie ®e9ib<n genannt/ brad^ ebenfaQd balb aus feinen
Sobnft^n mieber auf/ fep e8 wegen UebenoMferung tn ben
beengten SSo^ngebteteU/ ober au8 Sroberungdlufl feineS Stb*
tttgeö Safitba, ober an^ SBanberung6trieb unb au8 SSertan^
gen nad) befferen SBobnerten, atö bte bur^^brodi^ene, fum«
iHtfie 9egenb bort barbot Den Jt&nig an feiner ®t>t(se fiel
bod ®e)>tbenboIf in bte ®aue ber Surgunbionen ienfettS
ber SBet4^feI/ im n&rb(i(ben 3(uf gebiete ber 9te(se. Ueber
ha 8ttnbed 93eft(s entfcbieb {wifc^en ben IBUfem ein funbt^
barer StanCf^, ber ben IBurgunbionen fajt 'ben Untergang
biadbte ^). 2>dr4 @<bn>ert unb Slut ge)wungtn/ bie ur^
»iterii^Ku Sifie )u oerlaffen, )og ein SB^eU berfelben, xoxu
ikcas BajiJiam nominat. 9ta^ bicfer QttUt tvAre olfo fßalüa unb (Ba*
IBia finc unb biefe 3nrel/ b. ^. Gkimlanb, fftr wüd^i freiti^ bt€ im-
meosa ma^oitudo nid^t {Hiffett mürbe, wenn man unter Baltia nic^t
mcOet^t ben ganzen Jtäffenfliic^ im Q^ühtn ber OHfee f>ii an bte Sßeic^i
f(( begreifen moUU^ 2Cuf (eine SBeife aber ^dngt ber 9tame BalUa thit
BasOia lafammen, wie ISitbelm &. 330 — 331 annimmt / eben To
eeatg oH mit ben Selten, wie anbere angenommen baben; menig|lett«
Hdbt bie ecflerc «^leitung eben fo gejwungen, all bte le^tere nnge*
wklfttti^ unb nnnatftrli^. Vnbere^ben oorge^ogen/ ben 9tamen Baltia
Bit Al»aliij y Abaltia in flSerbinbang in bringen ober i^n 9on Witu
Und, im C(ttfKtufr(^n Baltica, oon balus, metp/ abaulctten/ obgleich
\VHuand reine<megd ba< weide 8anb, fonbem bad IBMtben« (9otben«)
tob idtt. 3<b w^P nid^t, ob man f^on an ba< 9ctbtf4e XBort Baltba
giba^t fyxt, beffen Jornanäes de reb. Getic c 29. enoA^nt dt War
da alte« ^nf^enbe« Mnig<gef4le(^t ber 9otben, bai.ber S3alt(en gc
Bannt; Baltbaruni ex geoere, qui dudum ob audaciam ^rtutis BaU
ika id ett audaz nomen inter suos. accepcrat SBkiren QteHetcbt bte
an OWees0eMete wobnenben @ot^n f^on fBalt^ifcb«/ b. (. oon ßal»
tbif!^ itbnigen »eberrf^te, nnb erbiett oieffei^t ba^r bie ett ben
ITaaen, ober ift ber 9iamc ni^t ttO(b &(ter , ba ibn {a lenop^n »on
CampTacut fcbon (ennt? AnnaJUta Saxo ap. Eccard, Corp» kiUoxV
T. L p. 282. »eff / baf sinus ille ab incolis appellatur BalticiUy eo
tptoA in modiun baltei loo|^o tractu per Sciticas regionestenditiir
Bsque in Graedam. 3nbef|en gebraust biefer CCbroni^ t^o^ ^^4 "o^
bil Kamai : Mare Baf1>aniiii unb Marc ScylbiGuni.
1) Jornmnd, c 17.
\-
i02 * ®ot^en. 0eptbeQ. fBucgunbionen.
lool^l Ux f (einert , ä&et tit ®ee unb fe(|te {^ auf bem
lanbe S3oml^oIm fefl, xotlä^ti iuii) i^n fettbem ben 9lameii
SurgunboMm er|teU ^). 2)e« SSoIfeö 8¥6ßere !Ra{fe aber,
burdj^epgtfdl^eäwetge, bk^on ben ©epibett betdmpft*) fi<l^
att fle anfd!)(offen/ an 3al^( bebettfenb loermefftt, bracft um
bte Seit bet «^errfd^aft bed itatfevS |>robud gegen granlen
(»in auf^ n>o fte in bet 9la^e beS 9Ratn6/ ben XQemannen
bena<li>bart, fi^ ntebetltefi «). 2>ort etji tritt bat USutguiu
ber^SoK gtofi unb' entfdi^etbenb in bie SSeltgefdi^ic^te dn.
SBi^tenb in fobt^r SSetfe bte fioKee an bet JDftfeeFifte
gegen einanbet in iBen^egung flanben, famen fte aucl^ ifttt
in fetnblid^e JBet&^ntng 4ntt ben @iib(dnbem. (S< ifl ftei^
lidj) fdf^wet )u etmitteln, n>ie weit unb n>ie oft bie ta^U
uiifym MmpU bet 3thmxf<l^n Jtatfet mit ben836Keni/ bie
man mit ben allgemetnen, in intern Segtiff fel^t unbeflimms
ten {Benennungen bün ©cpt^en unb @annaten bejeic^nete,
au4) bie S3en>o^net bet S3altifdf)en ©ebiete an bet SBei^^fel
in Sewegung gefeit l^aben m&gen. ®en>iß abet wui^n
auct^ fte fomol^I um biefe, att in ftü^tet Seit unter ben
Benennungen t>on @c9t^en unb @atmaten miteinbegriffen *),
ba bie ®cl!^tifrfle(Iet getne aOe $B6((et beS 9lotben<, bie au«
$et bem Steife i^tet Jtenntnif lagen, untet btefen unbe«
fiimmten unb becimmen Sejeid^nungen }ufammen faxten;
unb fo ifl e§ (&^ft n)a|)tf(i^einIidS), baf and) bie S3en>D^ner
1) Otheri et Wulfstani Periplusin Langebeck Script rer. Da-
pic. T. IL p. 118. Torfaei bistoria rer. Norweg. T. I. P. II. p. 288.
Gruber Origines Liyontae p. 365. Burgun^a insula hn Stixo Gram--
mat,
2) „Aliasque nonmillas gentet perdomuit^ Jorn€md. c. 17.
Uphagen I. c p. 464.
3) 30$. »on fRilCUr e<^tt)e{3et9€fd)i((te SB. I. ®. 85. Paul
Diacon. L. XIL p. 258 fa^ frcilf^ ^ unter (Battntintan : Bvrgim-
dioDum quoque noTorum hostium coepit nomen noTum , qui plus-
quam LXXX miUia , at fertur, annatorum ripae Rheni fluniinis in-
iedemnt.
4) ®0 f(^on Ptolem. L. ill. c. 5. Pompon. Mela L. III. c 4.
Sirüier Memoriae poputor. T. I. p. 38 — 39. Qt-annert ter 9|ps
beti ber (Mt &. 170.
Xrifgertfc^e Semegttnden bet 9ot^tn. 105
ber ßbbaltifti^n Sanbe tiicf^t fetten bon {enen blutigen Jirie«
gen iventgflenS in mittetbarer SSBetfe betä^rt worben fe^en.
Oft mögen fte mit anbem @annatif(^en SHtUm att |)ulfi»;
f^aaren unb Serbunbete iljite @trettn)afen gegen bte SthmU
fiten XWer gerichtet ^aben^ unb Jtaifer SRanminud mochte
mo^ bie Crfabning fdi^merer Aim^ffe mit SUfetn bis m
baS Sa(tifc^e 9Keer bor Xugen Ilaben , ate et ben ®ebanfen
begte, nur menn er M 9torben< entlegene Sanbe bi8 an
bad eteflabe ber£)fKee unter 9l6mifd^eS @ebot)mtnge/ metbe
bo^ wanlenbe 8tet<^ in Stufet lommen 0* 9x fcbritt au<b
i»tct(t4^ inm äßerfe unb nicbt obne &i&d, aber ebne ei ju
»90«nben*X ®o migen in ben ^Kriegen, meb^e beS SVa«
rtminud 9la(bfo(ger/ SErajannd 2)e€iu6^ ®aflni, ^o^ilianuS
unb anbere JEaifer mit Scptbifd^n }inb ®armatif(ben übU
fem }u befleben b<ttten , and) «^ulf^beere aM Saltifdl^en iin?
betn mitgefocbten b^ben. ©emiß ift menig^end , baf )tt be<
XaifetS ©aOud 3eit/ umS Sabr 253 Gcf^aaren bon Rinnen,
(Solinbem unb Senebem gegen ben Qifav Soluftanul^ be<
SoOud @obn, atö er gegen bie Sarmaten #rttt, mit in
ben ateiben fetner ^etnbe ffonbeh, medbatt er f!cb #oI}räb*
menb andb ben Se^eger ber SSanbalen^ Sinnen, ®alinber
nnb SSeneber nannte, ©olbene itnb ftibeme 2>enfmun}en
festen bezeugen/ bap ber Qifax invd) IBeicibmung biefer
StUEer t>on ba ber bem Sletcbe Sriebe unb Stube erworben
bobe»).
1) Juiius CapitoUn. in vita Maiim. c. 13.
2) JuUus Capiiolin. 1. c Pacata Germania Syrmium yenit,
Sarfliaiu hiferre kdlum parans atque animo Habens, concupien«
■sqoe ad Oceanum septentrionales partes in Romanam ditionem
redigere; qood feciaset, si yixisset, ut Herodianus dicit Graecus
icriptor. Herodüm, L. VII. c.2. Vaillant NumismaL Imperator. Ro-
nan. T. U. p. 291.
3) Zoshnus L. L c 25 — 26 enod^nt btefev ^tege, 4Kbev nur \m
Xflgmiettfeii od gegen bie Cfcpt^Kn. 9id(cren ^uff^ruP geben jnng bie
itttties, bie man in Paülant Numismat. Imperat. Roman. T. II-
f* 337- wlb in beffm Nnmismat Imperat Roman, in coloniis cusa
P. IL p. 220 bef^rfeben ffnbet. IDie Snr^tift ber eisen laotef £ 'Avto-
104 Jtciegecifc^e SSetoegungen ber ®ot^in.
S>a^ SBoIuftanuS unter ten Silfem be« SRotbeti«, be«
rcn ^efteger er ft(^ ru^menb nannte/ n>ebcr ber ®^tffm,
nodf ber ©epiben envi^nt^ n>ar nai) ber. Umwanblnng bet
Singe, bte in ben iBaIttf4^en ©ebteten erfolgt toat, tPo^(
gan) mt&xli^; benn aKeö li^atte ftf^on 9or fetner itit toit*
berum eine anbere @efialt gen>onnen. %l& unter ben ©ot^ien
oftoirtS bon ber Sßeic^fel btr ^intg6name t>termal gewedS^«
feit unb bie ÜRenge bed SBolfeS fär bad Sanb abermal« ju flarf
bermeli^rt mar, erjeugte t^eitö bie Ueberb&Kerung/t^eite bie aU
len ®ermanif4»enS6l(embamatö eigene a93anberungUufl,t)teU
kidi^t aud^ badS3er(angen na4^ fäbli^^ren aBoJ^nff^en, bie bem
!Bolfe in ben J(am^fen mit ben 9limem n>ol^I Uii^t befannt
geworben unb in bem n>an(enben 9timers9lei4^ aud^ leidet
gewonnen ju werben fd^ienen, in bem fünften ®ot(|if4^
Jt&nige %ilimex ben (Sebanfen, bie it&ftengebiete ber £)^ee
wieber }u Derlaffen 0. 3ftxt einem großen SS^etle be« fStU
Ui aufbredj^enb aud ben alten SEBo^nft^en, sog er burdi^ bod
nunmel^rige 9)olen unb bann na4^ manc^^em bejlanbenen Uns
gl&(fe/ woburt^ ber ©Otiten 3a^l fel()r t>erminbert warb, in
ba« (Sebiet ber Spalier, beren Ueberwinbung i^m ben Seg
unter Jtdm^fen mit ben 9l6mern ^) bis an bett S>on unb
OvoXov<rtoLvo<i ZeßocöToc ®ne anbere h^t bie latetntfd^e Snf^iift:
Imperator! Caesari Vandalico Finnico, Galcndico, Vendenico Vo-
lusiano Augusto. fß^l Geläut |)reufr. Z^. 5. @. 164 ~ 165 unb
Sacgfo fß, I. &, 120. Jorntmd. c 19.
1) Jomand, c 4. giebt bncd^ bie Sßocte : Ibi vero magna populi
numerositate crescente bte Ueben>6(letitng M ben «^ttptgmnb btcfer
nenen XBanberang an, wtetoo^ na^i Uphagen 1. c. p. 492. »o^ att4
mandfte anbere, oben angebentete ttcfa^en babei etngewirtt^ ^ben mh»
gen. . Xu^ iPaifiL Warnefrid L. I. c. 1 , ber ebenfalU Tcto Slorb«
jDeutfd^tanb are ben Urfit ber (Sollen anf^^it, ^bt bie Uebero^Henrng
aU ben n^i^fAmfien Orunb ^roor. XV^ aulwanbembe 86(fer nennt er
Gothi, Wandali f Rugi, Heroli et Turcilmgi. Pau/. Diacon. L.
XII. p. 259.
2) Zotimm L. i. €.23. «ibbon (Befd^i^te bed »erfalU be^
Mm. 9tei(^ S. IL G. 120.
itrtegertfc^e fBeci^runden ttorbifd^^er fBitdc. 105
9UottS 6|^ete "). — Ttnäf bai Solf ber ©epiben Derlief
»ieber feine frul^r getoonnenen SBol()n{t^e in tem ie(|igen
Sommern / jog unter fetneS J(inig§ Sajitba Su^rung an
bem SSetc^felj^^trome ^tnauf^ tarn bort um neue SSo^nft^e
in @treit mit feinen ©tammgenoffen / ben ©Otiten ^), unb
nbcma^m bann ttft, wn S>acUn aM, feine Q)i4)tige dtoUt
in ben Creigniffen ber SSBeltgefc^icI^te.
SBenn avii^.nxö)t )u ermeifen tfl, toa^ alled bei folct^en
Setvegnngen ber S6lfer in ben @ebieten ber £)jifeeldnber
bun^ bte Säuberung fortge^ogen unb toa^ bagegen in ben
oltgemof^nten @i^en jurudgeblieben fe^n mag/ fo fdj^eint
bo4i^ fo Dtet auf er 3n>eifel/ bafi ein ntc^t unbebeutenber
3:^il beS eot^ifd[)en »otted, ba e6 fi(^ mit ben Senebem
im Saufe ber Seit fd(^on fel^r t)erf(^mo(sen l^atte, ben alten,
itr^tmatltdl^en flSoben, auf n>el(|^em fo (ange fd^on bie 82?
ter gcivol^nt unb an ben fo manc^eß anbere 93anb ben dxns
leinen feffeln mo4^te, ni^t t>er(affen unb aud^ fernerl^in mit
ben Benebern üermifcl^t bafelbfi gen>o]^nl 1)abe. Xber ni^^t
«inbet ifl gen^if , baf bie SSeneber tititt f4^on bi^lt^er, fo
lange bie @ot^en über fte mMtig waren, t^eild au4^ fort
imb fort no4^ burc^ bai 3ufammen(e6en mit ben jurft^
bbibenben ®ot^en oieIe6 aui ©ot^ifc^er @itte unb &eben6::
toeife , @))ra(^e unb ®6tter))erel^rung in i^re Slolf^eigent^&m^
lic^feit aufgenommen unb ftct) angeeignet li^atten, wobur4^
erflarlid^ mirb, baß fte fo bieied in ®itte unb S3rau4^ mit
ben <8ennanen gemein Ratten '> SEBorin fi6) foldf^e« api Uf
1) Uebrr ^n SSattberuns^Sng ogL Jornandes c 4. Uphagen p.
493—494. Gibbon S. II. 0. 116. SDieTer feft bfe «Banberung in
bot Swtfilbemrattm smiftbc n ben Vntoninen unb Vloranber Geoetuö , alfo
pBßfiim bte Sa^re 180 it. 230; Up^agen bcgegen ine Sobt 122. 8uca<
Daoib 8. L €(.13. er^dblt na(b Jornandes. Praetorias Orbit
Gotbäcus p. 39. ^
2) Jomand. c. 17. Poiii« Diacon, L. XIII. p. 267. Uphagen
p. 507. 9to<b Procop* L. L e. 2« p. 5 ed. Hugo GroL Ratten fle
bie €(tdMe Singidoa (G^debio) unb Sirmium {«afeiti bec jDonav an
be( ScaQc tme. (Bgl. SJlaicott 8. L @. 45a
S) €fo loitb bie Q^teOe bei Procop, L I. c 2 beutitcb» wo f<
106 Jtciedecifc^f 93er&^cungen norbifc^er SSifrc.
merlbarfien )etge, wirb fpiur bar^utegen ®e(egen^tt ftpn;
t^iet mag e« f)inmd)en, nur auf bte 3ett ^tngewtefnt }tt
llHiben, in n>e(4)er biefe 83ermengung unb Sermtf4^ttng ®0c
t^tfc^er unb Senebtf^^er SoIBetgent^umltct^fett borgtng.
%bcx felbf! noc^ tn ber )wetten ^ilftt bed brttten 3a^s
bunbertd, aü in 9lom bte \>^mixttt «^errfcdaft ber breiftg
Sprannen anfUat unb bie barbartf4)en SUterßimme me^r
aü ie bad alte, morfdE^e (Sebiube bed 9limer«9tetdi^ed t)on
aUcn Seiten ju flurjen fuc^teu/ blieben bte S&lfer bed 9lor:^
ben6 unb, wie ed fdi^eint, audj) bie SSewo^ner $reuffenS
bon bem gewaltigen @turme nt^^t unberührt, ber bie 9las
tionen aller g^nber )u Jtantpf unb @d^ta(bt aufregte. Zti
ba()er ber iCaifer ©aDienud bte ®otben für t^re Sloubjäge
in SUpnen guct^tigte unb jf^ieburdb @€9tbtfcbe Silier roeit
unb breit gegen Slomd ffiaffen aufgefdb'/^cft würben unb
9legtnianu6, einer Jber breifüg Tyrannen, bie @armatm
befriegte^Xba m&gen wobl immer aucb bie flammberwanbten
fB<er bom S3altif^en SReere ber in biefe iKäm)>fe mit ^in^
eingegogen worben fe^n '). Xber audf bi^^ koteber laffen bte
ffeift: Gotthicae nationes multiplices et olim faere et nunc «imt.
Mazimae barum et nobiiissimae sunt Gottbi proprium nomen ex
tota genta adepti, Vandali, fVisigoUhi et Gepidae , quos Tetu>
stas Sauromatas et Melancblaenos Tocabat. Sunt et qui Getas eos
dUere. Neque alio ii , praeterquam nomine , differunt , candidi
corpore omnes, comas rutili, proceri, pulcbrs facie, lege« eaedem,
nee Dei cultus discrepat — ]ingua una, Gottbica quae dicitur. Ul-
que ego existiroo, ab una omnes origine e ducum sibi nominibus
discrimina sumpsere. Paul, Diacon. L. XIII. p. 267. CT. Auetor
bistoriae misceilae L. XIV. @uf^m SDdn. Qkfi^i^te S. I. 0. 96.'
1) TrebelU..8 PolUo vita Galieni c. 13: Omnes inde Scytham
Martianus varia bellorum fertuna agitavit: quaeoTtuier Sey&WM ad
rebfcllionem ezcitaruni. Zosimus L. I. c. 31. 32« 34. 37 enod^IRt bk«
fer Jtriege gegen bte ^^cpt^en unter ®aUientt< fe^ oft Cf. SiriUer
Memor. populor. T. I. p. 41.
2) TrebeWuM PoUio Tita RegilUani c 10.
3) e üben eif^iö^U b. bentf4 fBoIfe« Jß. II. e. 104. IBo^ ifl
H m6glt(^, baf f[4 ber Ounb bec 9otben f4on bt< in fSftt «coUetr
ei^t anibrdtete.'
9eticiner. 9<^ut^unger. üBtt^inger. 107
iB^cmetnen S&Serbenenmttt^en t>oti &c^t\)tn isnb ®axmas
frn feinen SIttf anf ba$ (Srnjetne ju.
Um fo mi^^ttger tfl eS / baf unter ber Qmaliiqen S6U
fcrfc^ar t)on breimal]()unbert unb jtoanjigtaufenb Kriegern,
bte um ba$ Sal^t 269 , atö XureliuS @(aubiu$ Raffet war^
gegen ba$ 9l&mif4^e 9tet(^ anfturmten , au^ ber großen 3(ii&I/
aCS Sc^t^ifd^en <Stamme8/ bie ^^euctner^ ^rutfiunger^ iDfho«
golden/ Stt^inger unb ®eptben genannt werben, benn aQe
biefe 9lamen, wenn wir u&er einjelne anä) nid|)t ganj ft4Kr
finb unb Seit unb 3rrtl^um wol^t mand^en loon i^nen «er«
borben lioben m&gen, wedFen t>od) bie (Srinnerung an bie
alten SSewol^ner ber £)fireegegenben ^on neuem wieber auf ^).
Die f>ettctner ftnb jene alten 9ta(^barn ber SSeneber, aB
btefe no(^ ju bed S£acttu6 Seiten in i^vm alten 5fKi(^en
So^nftlen fafen. SSie biefe na^^ SSeften, fo waren iene
fäbwdrtS an bie ^Blunbungen ber 2)onau gebogen unb f^aU
ten fic^ einer iwifc^^en ben ÜRunbungen jeneß ®tromed lie«
genben Snfel bemad^ttgt/ bie feitbem t>on tbnen ben 3tamcn
9tnte ererbte. @ie waren mit ;Kelten bermifc^t, weSl^lb
fte auäf fall immer mit JEelttfd^en Sweigen t>erbunben er::
Vitien «). — X>H ^rut^unger jtnb ^o^fl wa^^rf^^einlic^ ein
t) TrebeUius PolHo Tita Diti Claud^ni c 6 gtebt und btefe
»i^ttge 9ta<^n4t. 2)te ^UVit ^rift U\ t^m na(^ bec 2Cu«0abe Lugdun.
BataiT. 1671 fo: Uli Gotthi, qui evaserant eo tempore, quo illos
ftfacrianus est persecutus , quosque Claudius emitti non siverat, ne
quid fieret quod efifectum est, omnes gentes suoruin ad Romanas
iBGitaTemnt praedas. Denifjue Scytbarum diversi popuJi, Peucini,
Tmittngiy Austrogotthi , Virtingui^ Sigipedcs, Cehae etiam et He-
rvli praedae cnpiditate in Roidanum sokun et Rempublicain vene-
rant, atque illic pleraque vastarunt, dum aliis occupatus est Clau-
diat. Xii4 Zosimus L. I. c 42 ermd^nt btefei Chreigniffe^, aber er
fdgt nitc: Kar« rourov d»;, tov x^ovov Sxt/l^wv oi ivt^tkeiip'^tvTf^
xxt F&r5ou4 TTx^oikxßovre^ «tc.
2) fkanüttt b. 9^ocbeti bec Cbrbe ®. 225 ^t ffir »abrfc^eiitli«-
<b<r, bof bte Safel von ibnen unb m^t fie 9on ber 3nfe( ben Stamm
Otiten. Sßtlbelm Germanien ®. 92. SBerfebe fibtc fßbVUt unb
«MbrsSftnbnffre e. 24a 9tab(of Unterfu^. bed itettenf^m« 9. 179.
108 ^tucxntt. 9i^ut^utider. Kit^in^tv.
®otl)if^t Qwtiif ter mit ben ®otM ein^ m bcn Jt&^en
Ux iDfifee gemeint, 6et i^tet SSanberung aber ftdj^ an {te
angefd^toffen unb füblicl^ere Sßoldnft^e eingenommen fyittt ').
9Rag man nun annehmen, baß ein S^eil biefed ®otl^tf4Kn
ämeigeft bei ber SSBanbentng feiner @tammbt&ber in ten
®egenben ber Sßaltifd^n @ee juräifgeblteben ift, ftdi^ fort
unb fort loergrifert unb bann, toa^ mol^I fe^r unwa^rfd^Kin«
li(^/ feinen 9lamen ald ben gemeinfct)aftli4^en aUer Setoo^
ner beS Sanbe6 Dom SSBei4^feU@trome 6id jum 9>regel unb
weiter ^inaM geltenb gemadj^t fyit, ober mag man bem Sta^
men Dreuffen einen gan) anbem Urfprung geben ") : fo t^
bo4^ unbejlreitbar, bafi biefed Solf ber 9)rutl^unger emft
am ®eflabe ber iDftfee gefeffen f)abe unb ein befonberer ^fU^
benjmeig ber ®ot^en gen>efen fey. Zud) fdi^on bie Serbin?
bung mit ben anbem Sißern, neben »elcl^en e8 genannt
mtb, mürbe barauf binmeifen; benn außer ben iDflgot^en,
1) Trebeüius Poliio ^at itoat in btt fo eben an^eio^tnen &dHt
ben Spanien Trutungi ; aOetn btefe &d)xtibatt be« 9tamen6 ift fi^erft^
nid^t nc^ttg, benn ein fßotl btefeö 9tameni ift x>bHiQ unbefannt nnb
wich bei feinem einzigen @4riftfleUer gefunben. 2)te 8e<art Tutungri,
VHlä^t @almaftud anf&^ct unb babei an bie Thuringi erinnert, ifl U^
wilüül^tlid^ unb mie Cdmen S^Annger in biefe Cftdegcnben? |>affenbec
»dre too^l o^ne 3n>eife( fd^on bie Marl Grutbungi, beren 0olma!tai
ebenfalU erw&^nt unb bie Greuthungi bc< AmmUm. MarceUin. L.
XXVII. c 5. unb XXXI. c 3 barin finbet. @ie woren ein oftgot^
fd^ec 3n>ei0, Sia^bacn ber Vlanen unb »of^nten in bec 9t&lft hü Sloß
naii (^ond). 2Cber mie f&me ti , bärfte man fragen , bai ^oflio anfer
ben Oflgott^n (Austrogotthi) bem «^uptflamme fetb|l, an4 no<lb bc«
befonbern Stoeige«/ ber ®reut(^unger ermähnt? ^ 8Ur ite^en |ier bie
Mart Pruthungi »or, benn ttftlii^ nennt aucft Zostmus L. IV. c 38
gans beutli^ ein IBolf biefel 9tamen<, inbem er fagt: »Svo« r/ Sxv-
5f)cov itri^ Tov '^lor^ov «^ocvii ttSLciv «7v«0Toy ro«^ ixfiffc vofca-
flriy. 'ExaAovv de It^od/^'You^ aurou^ oi roivT)) ßot^a^ou 2>iffe
Protbingi ffnb offenbar feine anberen M 9oIIio*< Pruthungi» wenn wir
biefe 8e<art annehmen; mistig ifl aber )»»eitett< |ur (Beftdtigmig bicfer
g^ung I baf fte ittg(ei(^ mit ben tBit^getn genannt werben, von
weUM ^ai nüjnt in ber folgenben ICnmerfung.
2) Sie fpdtetbin geidgt werben foU.
ycnctner. ^xut^nn^tt. SBie^inger. i09
bie luu^ fuJ^^cten 93metfett auS ben SBeicf^feU Sanben na^
Cnbofien gnoanbert nrnten, ift gang t>oriägIt(^ bie Smd^
«ms bet Sttifinger bon grofer 9Bi(|^Hgfett. Sit miffen
aus ftc^ctet £lueQe, baf biefe SBtt^inget, feine anberit aU
eot^n / auö @{anbt^ Rammten unb baf ffe bei jener
SBanberung fi4^ getlSieilt l^aben, ein S^eil be< Solfe« bort
jurudblteb , ein onberer «Raufen aber nad^ ber fAbboItifcl^n
Jtnfie ttberfe^te, eine bebeutenbe Sanbfirecfe am Srifd^en ^ajf
l^n sum ffiol^nft^ erwarb unb bort in feinen 9la4^fommen
oiu^ in fpattin Otiten noi) unter bem ndmlidf^en ^amm
meber ^r^ortrttt *). di iji baber aud^ feinem 3n>e{fe( um
ttrvovfitn, baf aud^ biefe 9Bttbinger, bie je^t mit ^rut^un«
gern , £)ftgotfKn unb ®e)>iben bereinigt 9lem6 «^errfcf^ajit in
fo gro^e @efa^r festen ^ ein 3n>eig jener SBit^inger in f>reufs
ien nnb in @fanbien waren ^). Jtaifer (Slaubiut begegnete
1) Sn efanbinaoien erTc^emt hn bort gebliebene dteft M fBcKXU
^otfigfi^ nur ali Geerduber. Adam, Bremens, de situ Daniae c.
212. fagt: Lundonae in Sconia aunim est plurimura, quod raptu
coogcritur piratico: ipsi enim piFatae, qaos illi WiMngos appel-
fanl, ■oftii Ajcomannos y regi Danico tributum solrunt, ut liceat
ea« praedam exercere a baii>aris. jDaf biefe .2Cecomanncn ober ble
Bitbingc iio4 ff>dter^m ein bebeutenbe« IBolf bUbeten/ er^Ot baran«,
laf fie hl einer 64aar oon 20/000 auftraten unb oer^^cenbe Q^nfdltc
in €^<!bfini loagten; f. Adam, Bremens, Uistor. EccJes. c. 73 — 74.
Sidoniids ApoJlinaris VII. nennt Viihungos; biefed finb offenbar feine
aabcvrn ott SSittfinge. Ueber tbre norbtfd^e «ßerflammung ifl )u 9er*
gM^cil Ponian, Chorograpbica Daniae descriptio p. 653. Ba/er
de Vara^, in opusc p. 359 — 360. SBir iperben feCb^ nod^ 6fter 9t*
Icgenbrft baben, oon biefen XBitbingern gu fpret^n.
2) e. meine 2CbbanMung Aber bie alten XBit^^inge in Gamlanb in
bcr Oefd^kbte ber atbe4ren«®efcaf4aft in |>reufren 0. 204.
3) l^ebeUius PoUio }^t itoot ixa 0eioif^nli(||en Sert ben Stamen
VirtiiigttL jDof ober biefe 34reibart be< 9{amen6 ntc^t richtig fep,
toben f4oii CkUmaftut unb Gafaubonul geffi^lt. Sener {)dlt fie gana
n^tig f&r ble Vlthungi htA Sidonius Apoüinaris uttb biefer fc^eint
bie Moct Vittin^ oorsu^ie^^en. *Setbe fletten ffe mit ben Juthungi
tnfmmeii, »el^e Ammian, MarceUin. L. XVU. c 6 aber su einem
3vfi0e ber Alemannen mad^t AureUus Victor Cae«. c 35 nennt Ite
iabelfai ebenfoO» Vitlningi. Bgl. Sieicbarb e. 152. D^annert
110 Sunfett 3eit im 9tocben.
Dem grofen Sturme ^ ber Um Sfttid^ butcf^ biefe 0611er
bto^itC/ mit entf4^Io{Tenem (Seifte unb m innUdSKt So)yfeffett.
2)te getoaltige @(|^la(^t bei 9lai{Tu6 in 2)arbanien/ totldft
ber ftegreic^e itaifer gegen fte f4^lug, warf bie fi&rmenben
SSilter loieber {urüd unb brachte i^m ben gerechten 9lamen
bed ®o«^if4^en. (Sd n)ar feine nilS^mDoafle unb gri^te^ aber
audf^ bie (e^te Z\)at, bie er. ju be< SieidtK' 9tettung «oD«
bracfite *).
92a4^ btefen Seiten aber ^&ren wir im britten biö in
bie 9J{itte be^ t)ierten 3a^r^unberM fafl (einen einzigen iaut
mt^v, ber auf bie ®ef(^i(^te ber SSemobner 9)reufien< aud^
nur mit einiger ^lar^eit ^inwiefe. S3ie(e< mirb aOerbmgft
er^^blt t>on itriegen gegen bie ^rmaten^ bie unter ben
Jtaifern XurelianuS unb $robu6 gefä^rt^ t>on Jtjm|>fen ge^
gen bie (Sotl^en, Alanen / Siopolanen unb anbere "SihU
fer unb Don praddtDoQen Srium^^^en *), mit benen bte
Aaifer il^re 9lamen im n>eiten fRcxd)t ju loer^errKc^n
unb ta^ f4^au(u{}ig'e Solf in Stom über bie Seftegung jer
ner S&Iter oftmals gu tauf<^en wußten 0; @<iaareii ber
feltenen Spiere aM bem 9{orben unb grofe «Raufen gefan«
gener ®ot^en/ Sanbalen unb @armaten muften ali 3eus
gen bienen von ber Ueberminbung ber entlegenffen ^einbe
beft 9tei(^e§; n>ir ^hvcxi, bap biefe Jtriege gegen @armatts
fcf^e S36(ferfcbaften au^ noc^ jur 3eit ber JCaifer Siocletia«
nu6 unb ßonfiantinuS bed @ro$en o^ne Unterlaß fortge«
fe^t mürben ^); bte ®ef(4K(^te berichtet femer iwax auc^ tM>ii
<^eereS)ögen unb Jtimt>fen/ bie von 9l6mifdi^en Segtonen
(Secmanien &. 296. Pontanus 1. c. p. 653. guben a. a. £). B. IL
€(. 543 ift tfytiqtni ftbec ade Mefe S6llers9tttmeii ^aii) onberer aXct*
nutt0.
l)®tbbon e.n.e. 217 — 220. euben a. a. £). S. ü. e. 107.
2) S^gt. Suben a. o. O. @. 118 ff.
3) Fkuf, F'opiscus Tita Anreliani c. 18* 30. 33; Tita Probt c
il. la 21. Uphagen p. 509.
4) Cgi. Stritier Mcmor. populon T. IV. p. 507 ^ 524. Paml
DÜMcon, L. X. p. 249. Suben o. o. t>. 8. U. G. 133. ff.
Dunftle 3eit im 9}orben. 111
gt^tn \>it @C9t^€n untetnommen^ lourben 0; ^^Qein fo \>ul
fU^ in biefer t)enotrrten Seit erfennen la^t, ftnb e$ aütB
me^r fibhfdii^ S6lfet/ bie ^tet unter btefen aOgemetnen
Senennungen begrif en werben/ unb ed mtrb fein 3n>etg un?
ter tbnen |^n>orge^oben/ ber nur irgenb an bte 2Cnn>o|)ner
be6 Solttfi^en SKeeted erinnern (6nnte.
Wla^ e6 nun fepn^ bap bie ®eit()t(l|^te be6^alb fo lanQe
3ctt nid^td über bie SSewo^ner 9)reuffend gu beredeten n>eif ^
vetl wtüdä^t ni4)t« unter i^nen i^idfaf) , xoa^ ber Xufjeic^'
nuag W€ttl) \^itn, ba fte in Stu1)e unb Sriebe Einlebten/
ober mai t^r langet &d^xoex^en ba^er }u ertt^ren feyn,
baf ei (eine ®efd^i4^tf(d[)retber me^r gab, bie aber 3talien6
^au6 unb «^eerb ^inn)egfe(^enb unb über bte Sknoirrung
unb ben 3ammer ber Seiten erl^aben^ wie einfl Zacitai,
baS Beben ber g$i((er im fernen 9{prben ju beobachten unb
att 8e^e unb SBarnung in befcbreiben bem&l^t waren; —
gfwtf i^ wenigj^cnS, ba§ bie ®ebiete ber £)fifee in ber
Sitte bei vierten 3abtlEitinbert6 ben 9t6mern weit unbetann»
Irr geworben waren/ a(§ in ben ü£agen beS SacituS unb
ytefemiuS ober in ben leiten %ei blA^enben SSemtteinl^m
bett unter ben Xntoninen, @o weif Xmmianuft SRarcek
Unuö um biefe 3eit nur not^b&rftig bie Sifula M SBeicb«
ftl unb ^n 6^ronu9 a($ kregel }U nennen; feine Unfunbe
jtiSt an bie Uferlanbe biefer @tr&me ba6 Solf ber Ttr^m«
yb^n')/ wa(^rf(|einli(b |)erobolS 3(rgi)>)>aen/ bie bei weitem
tiefer hinein in ben iDfien ober nad^ 9lorben ge^&ren 0» (Sr
1) .y/TÄter 1. c T. IV. p. 536 — 538. Son (lFon|lanttii erjfil^tt
PauL Diacon. L. X. p. 251: Etiam Gothos, fortissimas gentes et
OQ'piotissiinas post ciTile bellum in illo barbaricissimo solo , bec est,
in Sarmatanim regione \arie profligaYit, pacc bis ad postremum
data, ingentemque äpud barbaras gentes memoriae gratiam coUo-
cant.
2) Amndan, Marceüin. L^ XXIL c. 8: Ergo in ipso buius
coBpagiis exordio, ubi Riphaei deficiunt montes, babitant Arjm-
pbad, jttsti homines, pladditateque cogniti, <luos amnes Cbronius
d Brnüa praetetAuunl.
3} fleannert b. 9h>tben ber <Srbe e. 346.
112 ibunUU Btit im Sterben.
tmif^nt n>eber izi Semfletn«, nod^ beS •^itbetö mit bie»
fem @r)eusntjTe, no4) be» Solfed, meiere« im JBemfteiits
Icmbe wohnte, nodj) ber anberti in feinet Sß^^e liegenben
S6lteriweige.
3e fparfamer a6er bie 3la^tid)Un jlnb/ bie uni aber
bie IBerü()runsen bet S3en>o^ner 9ttn^m^ mit anbetn fßbU
ttxn ubertiefett n>0¥ben/ um fo me|ir erregen unfere TLufs
mz^amUit bie nid)t unbebeutenben SSer£nberungen, xoM^
in btefen unb 'ben nadl^folgenben äeiten bie ® eflatt ber ^inge
im Snnetn be9 Sanbed merllidl^ umwanbelten ; benn ber TLb^
jug jenes großen Xbeiied beS ©otl^ifd^en Slolfed aui ben
jBaltifcf^en ^äjlenl4nbem unb ber ®e)>iben aui ben alten
SBolinft^en ber SSurgunbionen im SSBefien ber SSBei(()fe( ^atte
fär bie ®efia(tttng ber SS&Iferft^e manche wichtige Solge.
2)aS So(t ber SSeneber, n>e(dt^ed fiä) i^on wt 3eiten
in bie SBo^nft^e ber ®oÜ)m bi< gegen bie SSei^^fel vprge«
bringt ^atU, mar ol()ne Steifet nur ein ämeig eines gro«
fen Stammes / ber ftc^ weit über bie Sinber bed 9lorbend
ausgebreitet l^atte. SBintber ober Sßenben n>ar bie aHge:^
meine IBeseid^nung für biefen großen, weit Deriweigten SoUd«
^amm "), aui meld^em um biefe äeit als )wei •&au)>t}toeige
bie @{abiner ober &ta^m unb bie Tinten |)ert>ortreten. 3n
biefen beiben «&au)>titoeigen unb mand^en anbem Stebetu
}n>eigen umfaf te baS SSoIf ber SBiniber ober äBenben ben
gr6f ten X^eil ber norbifUic^^en S4nber, inbem ber grcfk
3weig ber @(at)iner feinen ^auptfiii in 9oUn, t)om iDnie«
fter an nirbUc^ über ben itarpat^en unb ben neuen SBoJ^n^
jt|en ber (Se^iben, gegen SSBejien i)\n bis an bie flueOfe
ber SSeict^fel unb im Storben l^inauf bis an bie ^rewenj
ffatte, ber anbere große 3n>eig aber, bie Xnten, in 9tu$s
(anb hftlidf Don ben ©(auinern Dom Sniefier an bis )um
XanaiS in einer Singe Don Dielen Sagreifen Derbreitet »ar "X
1) yy'WiiiicIaruni natio populosa*' Jemand, ,c 5.
2) Jomand, c 5. ift ^ieröber bte ^upiqutUt. S9I. fRannecc
b. Serben ber (3rbe. &. 174—175. aSerfcbe Aber bie SWec unb
fBftlferiSdnbntffe M altm Dtnt^^l 6. 25a
Senebtr. 0ia)>ett. €$la\)tf(^e SBanbetungen. 113
ie m btefrn B^nbent/ fo i»etn>anbette {tc^ halb auäf in ^reufr
foi/ in ben SBo^ttft^n ber Seneber, butd^ bie SBanberun«;
gm ter StommgenofTen biefed SSoRed^) bie ©efialt ber
Singe in aOer Seife; benn bie ^Bewegungen ber grofen
SMletmaffen im fdblic^en/ tok im hftliöfm (Snxopa roitt^
'ten in i^en %o\fitn hxi an bie ^üjten ber iOftfee hierauf.
M foUi^ Bewegungen ereigneten ffd^^ in biefen Seiten im
eiben, mie im £)fien ber SSaltifdj^en Gebiete. (Slabifc^e
BiSetf(^aren, bie ftc^ frA][^erl^in vom 9lorben ^inab gege^
Sactett; f)annonien unb «ftarntlS^en t)erbrettet Ratten ^ f ehr-
ten bon biefen fublictien SBBo^nft^en wteberum naä) bem
Sorben, m6^ ^olen, 9>ommem unb in bie Seid^feHänber
)ttnii unb erweiterten in fotd^er Tltt bie @ige bed tlamm^
oeniKmbten SSoIM '}. 2(nberer ®txtS aber br Engten aud^
fifton tief im £)flen IB&If er auf SS<er in 3Banberung6}ägen
mS) SBeflen ^in unb baS eine fe^te baS anbere in {Bewehr
gimg. iuni<fy^ lag leintet ben SBenebem ober SSenben im
Cflen baS aud Elften auögemanberte tapfere 9{omabent[>Dlt
ker tcajiren, betannt unter bem SRamen ber S^aitren ober
S^iaten ')/ bie für Stel^weibe unb Sagbluji immer grö^e^
1) J)afl bte »eneber — gegen Äacitu« — ntt^t ®ermanifd)en Ur«
Nag«, fonbem €$tammoerwanbte ober ein äwetg ber Sßtniber {tnbr
MMttgt um btef« ^eit anä^ Jornandes; benn c 5 fagt er: Quorum
(sc. Winidarum) nomina licet nunc per varias familias et loca nni-
^bv» prindpaliter tarnen SclaTini et Antes nominantur, u. c 23
^'^mimC er biefeö nä^er, tnbem er fagt: Hi (sc Veiieti) ut initio ez-
pontionij Tel catalogo gentis dicere coepimus, ab una stirpe exorti,
^a niii:c nomina reddidere, id est, Veneti, Antes, SUti. Procop*
L. ÜL p. 338 — 339 ed. Hugo Orot.
2) Finc, Kadltibeck Histor. Polon. L. I. ep. 2., fiber »elc^e ^UUe
OmUnski Sinccnt Äablubetf ®. 34 — 36 nai^julefen ift. ÄU(b «/»r-
f^fOid, -c 5 fagt: Ab ortu Vistulae Fluminis per immensa «paci-
f^ent, Winidarum natio populosa consedit
3) Sei Jornand, c« 5 beift e< : Quibus (sc. Estis) in austro
>wait gens Agaszirorum fortissima, frugum ignara, quae pecori«
■»QseiTeBationibusTictitat Anonym. Geogr. Rayennas L. IV. p. 134,
5*8ii»aii« a. 0. O. 0. 28.
^' 8
114 Sie »ibivatter.
rer Streben bebutften ttnb mit t>ermel^rter SSoIftmenge attdf
i^re ©rdngen immer xotiUt tflnauixfidUn^
Unter foUf^en Bewegungen ber SSiSer vnb in biefem
2)r(ingen nnb Sreiben tin^i um bie SSSol^ft^e ber Xeftper,
SSeneber nnb ®ot^en, in n>eUiKm auö) in biefen Seforgs
nijTe um bie @i(^erl^it ber alten «^eimat^ enoad^en mufs
teU/ mafi eine Srf^^einung i^ren Urf^rung gefunben ^aben^
bie und in ben ©egenben in ber 91% ber ißeiiffiUWt&n^
bungen entgegentritt unb fcf^on beSl^alb auc^ um fo merf^r
murbiger i^, weil fte ganj aud bem SBefen unb bem Reben
©ermantfc^er SSo(föeigent^iimIid(^feit l^ert)orgegangen ju fe^n
fd[)eint. Siefed ftnb bie IBibit)arier ober SBibt^arer. 9Ba^
renb bie @ef(l^i(^te faum nur einen matun S&üd auf bat
Sanb ofho^rtS von ber S93eici[^fe( ^vli^t, treten fte gerabe am
|)elljten l()erDor unb erregten bie Xufmerffamfeit bed ®e«
f(!(^ic|!tf(|^ret6er§. @(^on btefcd bärfte t>ermutl^en lafftn, biefc
Srfc^einung mfiffe eine S3ebeutung "fyahtn, bie feinedwegS
)u ben gew&^nlidf^en ge^6rt. 3omanbed n&mlxd) berichtet:
am Ufer beS SSeered/ wo in brei 9)}änbungen bie ®€wiis
fer bed S3eid!^fel?@tromeS ftd(^ in bie @ee ergiefen, alfo
in ben 8Beid^fe(saBerbem, in benen früher bie ©epiben ^aus
feten, liege baö SBolf ber SSibit)arier *), aud t>crfc|>iebenen
Stationen beftel^enb^ wie in einem Sufluc^tdort Derfammelt,
bodS^ in ft4^ ein eigenes SBoIt bilbenb *). Ueber bie SBo^n«
1) Jornand. de rejb. Getic bleibt ftdb tn ber Benen nna^
entweber nic^t ^kid^, ober hit ©teilen f!nb bei l^ t^erborben. C. 5.
nennt er ba< Soff Vidioarii; c 17 bagegen Vividarii, gens VWidaria.
&o b^t wenfgflend bie Zixi^aht t>on Hugo Grotiiu. Gi^on-Sbun,
mann a. <t. C ®. 34 fanb in anbem 2rtt<0aben c 5 ftatt Vidioaril
hit belfere Mart Vidivarii, unb oermutbete mit d^eibt in ber jwetteii
stelle c. 17 mtr eine IBerfe^ung ber SBucbftaben </ u. o, fo baf e< aa4
b:er gens VidiTaria unb Vidivaril beißen mflffe.
2) 2>te beiben merftoürbigen ÖiUUtn beifen hti Jornand, de reb.
Getic c 5 fo: Ad Ütus Oceani, ubi tribus fauclbus fluenta Vislu-
lae ebibuntUTi Yidioarii (al. Vidirarii) resident, ex diversis nalio-
nibus aggregati. Post quos ripam Ooeani item Aestii tenent, pa-
catum bominum genus omniiio; — c. 17. Gepidae commanebant
2>ie »tjbtt^arter. tl5
Me bicfrr ei^h>at{er mittet temnac^ feinSmifel ob^ Unn
auf Me Set^felslBerber »ir^ aufiS befKmmtefie bingeioie«
fciL 3m 9t0xUn telc^ten fte bi« an bie ®ee unb umfaf«
Im bort bie ®egenben ber brei SSBeid(^feIarme« SBte n>ett fite
fub bamatS luub £^ft^n bin erflredten/ bleibt unbejtimmt,
»iewobl e« fi^eint, a» l^be ber ®ot$tf(^e ®efd(^{d&tfi^retber
9i bis an bie @ebiete ber Vellier dudgebebnt Stcbttger
tf uns bie S^age aber ben Stamen^ bie Xbfiammuns unb
Me Se^immung btefeS SSibioarier^SSolfeS. S>er iRan/e beu^
M ober offenbar fcbon t)on felbfl auf i^xe Xbjlammung ^tn.
Ser toefentUcbJle SbetI ber SBtbtt)arter voax .ttnjlreittg aM
9otbtf<!bem Slute entfproffen, benn SSiben, SSiten ober SBttben
ift eine alte SSejeicbnung ^r ben 9lamen Stotben^ bie fd)
0nöf ibaM ba wieber ftnbet/ wo ®otben ibre 9Bobnf!^e
fonben 0« ^^^ ^<^^ ft(berU(b fc^on t)orbanben, a(S bie @o«
(^ no4 in ben norbbaltif(d^en @ebieten faflen unb erhielt
^ in 6fanbinaoien aucb nocb in fp^terer 3eit '). 2)abet
10 insula Visdae aranis vadis circumacta , quam pro patrio sermonc
dieebant Gepidos. Nunc eam| ut fevtur, insulam gent ViTidaria
(^ VidWaria — -) incoiit| iptis ad meliores terras meantibus. Qui
Vmdarii (•— VidiTarii — ) ex dWerfis nationibus acji in unum asj-
Inm collccli annt et gentem fecisse noscuntur.
1) PonianMiM Chorographica Daniae descriplio p. 653. Hugo
GrotuiM hisfcyr. Gothor. p. 602 erRdtt Widin f&r gleid^bebeutenb mit
Wydwin late yictor. 2Cber »ic bebütfen faum einer fold^en (St^mologie .
IDct ttame to Oot^eii med^fette oon {e^r fo mannld^faltid in ben Sor«
wn «ot^n, Oot^itt/ ^ofi^ttn, (Stitton, ®9t^on, (Seten, Säten u. f.
m. , ba# »fr ben Uefmegan^ in bie Sform IBit(ien unb IBiben »o^l ntd^t
Mit gu r«4<tt (oben.
2> 2)te 2>anir(^ <Bi)tM ^fen no<^ am iSnbe M 7ten Sa^r^un?
bettt ftttm ; bnm Beda FenerabiUs Histor. ecele«. L. I. c 15 fagt :
Aaglt de illa sunt patriai quae Anglus dicitur et ab eo tempore
naque mauere deserta inter provincias Fitarum et Saxonum per-
jDaf SBeba unter biefen Biten »iteUd^ ®ot^ meint, beweifet
onbcrc GtfOe, tOO e6 ^ft: Anglia Tetos sita est inter Saxones
et Giotos. ferner fagt er: De Füarum origine sunt Cantaurii et
Vcctavriiy boc est, ea gens, quae Vectam tenet insulam, et ea
^uae iisqnc bodie in prorinda ocddentalium Saxonum Fiiarunt
116 JDte»tbit>a7ier.
Riefen au^ bort bte ®ebtete, n>o fold^e SB>it^ ober ®o<
tl^en loo^nten , Iftte unb ba bte SGBtt^Ianbe ober Citlanbe 0-
2)iefe(btge ^Benennung ftnbet ftc^ w^ in |>reuffen, ba mo
ft(^ ®otl&if4^e« yolf niebergelaffen unb verbreitet ^ttt; m^
^ier trefen n>tr mieberum auf ein SBit^Ianb/ ein Sanb ber
SBit^en ober ®otl^ *). X>tx n^mlic^e iRame erfc^int felbfl
aud^ no4^ in berfdS^tebenen ®e1lalten in ber ®ef<^td^te ber
@ot^en, bte »on ber £){tfee aM in fubifUidS^e unb f&blidft
©egenben eingewanbert waren *)• «&iena4^ bürfte et alfo
natio nominatiir, posita contra ipsam iiuulam Vectam. Eccard de
orig. German. p. 99.
1) 3n ber Hlstorla gentis Danor. Eric! Danor. Regis ap. Un-
denbrog Script^^Septemtr. p. 262 (^ift Hi Dan Filius Humblae
de Suecia veniens regnavit super Syalandiam, Onen, FaJster et
Laland, cuius regnum dicebatur WithesletL Witbesleth iß fo XMl
alt Selb; ®ebtet/ Sanb ber Sßitben. 3ütlanb, too tmniix^ ^ot^en
fafen , bief hii tief tn< SD^itteloIter ^imin oft Yitland ober Vidland.
®(bon Procop. L. rv. p. 467. c. 20 foH na(b Sbunmann 6. 38
mit. feinem Bn'ttia barauf b^nwetfen; bo(b Ftbeint und bie Xenberun^ in
Bittia/ober Wittia aUerbtngtf su f^bn. iDade^rnfagt AnnaUstaSaxo
ad ann. 952 gan) Kar: Eodem tempore Daniam cismarinam, quam
nUand incoläe appellant^ Rex Otto subjiciens. Salb natbb^r nenst
er mieber Funen et Vidland n^n etnanber. 3Cu<b no4 üi einer ttr*
funbe bed 14ten SabrbunbertI (in ff^estpfuden Script ^er. German.
T. lU. p. 362) wirb S&tlanb Yitblandia genannt. Cgi. au(b Zi^unt
mann a. a. £). ®. 37 — 38.
2) Ueber ba< Sßitbtanb in |>reufren \^ f(bon me^rH \xi meinet Xb*
banblung aber bie SSitbingt in ber ®<f(bi(bte ber (Kbe(br<ii«®efeard^ft
gefagt morben. jDo(b b^t f!<b beim n^eitem fforftben meine Xnf!<bt fibet
biefen ^egenftanb in vielem oerdnbert, »ie au< btefer gan^n DatfbCs
lung ber ^adjie beroorgeben wirb.
3) S)er Anonym, Geogr, RoQennas L. L p. 26 ed Porclier.
fagt 0an} be^mt, baf att< bem eicptbenlanbe Citen nacb C^üben büu
abgezogen fepen: Sexta ut hont, noctis Scytharum est patria, unde
Sciavinorum exorta est prosapia. Sed et yUes et Cbjmabes ex
Ulis egressi sunt «^ier ixrbietten aber au(b <9i)tbV(b^ 9tomeni befoQs
berd bie ^bniglnamen eine 9or)ftgIi(be Serftcffifbtignng. 9Bie ber 9teme
Amalarieli auf baö (Befcbleibt ber Ymalcr bin^telt unb bie metflca Oo«
tbif<ben Jtdnigdnamen ibre befUmmte Sebeutung b^^ben (ogl. Sart(
Urger(bi<bte S. IL e. 369) , fo liegt ancb offenbar in ben Slomeii Vi- .
3>ie $BUtt>arter. 117
190(1 feinem 3»etfel unterliegen, baf SBit^en^ ®ot()en mt>
folgltd^ alte Sewol^ner ber fubbalttfc^en Jtäfiengegenb in
ber 90^ bet SBeidj^fet ftnb.
3onianbeS aber nennt unS att Xnn>o^ner bei SBetcfifek
Stromes ni<(tSBit^en ober KiUn, fonbern S3tbtt)arier, unb
btefer 9tame bringt unS nun ber Sftage Aber bie IBefiim«
mung unb bie SSebeutung biefeS Solfeö ndl^er. 3Ran Ijat
ia »ergangenen Seiten über bie SrKirung unb aber bie
Sitbung biefeS S5lfemaniend t)iel gefhritten unb im Streite
Mb btefeS/ balb ieneS in i^m angebeutet gefunben 0- SSti-
dkn mx aber auf 2>eutfd(^lanb$ ältere SB&(fergef(d(^id(^te l^in^
fo fmben wir eine 9tti^ t)on ßfttf ernamen , bie in bemfeU
bigen Set^jltniffe ju einanber ju {teilen f^einen^ n>ie bie
9lamen Sit^n ober Siben unb Sibioarier; ei begegnen
ttnS Snifterer unb IBruftuarier^ Statten unb Sbattuarier,
Sojer unb flSoiubarier; auf d^nlic^e Ser][^^(tniffe beuten au(^
bie 9lamen ^(ngrioarier, Xmpftoarier unb einige anbere ^in.
6o t>erf(|^{eben auöf bie Sr{(4rungen biefer 9lamen in ge«
lehrten ttnterfucl^ungen auSgefalfen f!nb ""), fo fpridl^t ioö^ fit
leint gtb^exe Sabrfc^^einlic^teit, a\i bap ei bei me1)ven beut?
fSfen S&ffem ®etoo\fnf)ext gen>efen fe^, geg^ bebro^te Steile
i^ SanbeS AriegSweliren aufjufteKen/ bie na4^ bem SoHfe
lUwr^ Videricu«, Viligesi Widicula, Withgar tt. a. eine 4^inwtU
fia0 auf ba< fßott ter IBiten ober fB^itiitn.
1) Go fettet CkiPer German. antiqua p. 640 unb mit t(^m Eccard
4e orig. Germ. p. 99 ben 9lameii gerabeju oon ben Sßerbem ^er, unb
moMtf d va6^ im Jomand, Viridarii unb Viridaria geUfen loerben ;
jea« fe9eii bie Sßerberec unb biefe« bie ISerber. Oben fo ^attlno^
i« X tt. 9t 9)r. ®. 34. Uphagen p. 513 unb iSbunmantt a. a.
0. (egten beibe bie ndmUd^e ICnff^t ber Ga^e, inbem (te meinten, bie
BtbäMiiier fcpen bie ttebevbieibfel ber meggenHinberten Oot^en; ba< be«
teste bie Cfobigund Tarii. 3q bie ebenfaS« oon einem (9e(e(rten ges
tefcctc Sermut^ung , baf Vinidarii gu lefen unb bie SBiniber ober JQe^
Kkr bantnter ivl perffe^ fe^en, mirb »of)( leiner, ber ben Jomand.
MHl^init anfiel, leidet einge^. Sgl, Acta Societatis JablonoTianae
4e Slarijy Venedu, Antia etc. p. 14.
2) Set. }. e. Sart$ UrgeTd^icIte S. II. e. 20Z 2(belun ^U
tefte «ef<^<(t< ber S)eutfd^n 0. 211.
118 Z>ie fBtbtoarier.
ober nacl^ ber ®egenb benannt worben fe^ep^ wibet wMie
ober a\idf fttr xodä)t t^nen bte S3er£(ietbtguns s^nj^^ft obs?
lag^); baf e$ difo SRarfmanneten gegeben J^abe, bte unter
bem SHatntn oon Sße^ren an ber &anbeSgrdn)e ju &^u^
unb «^nt ftanben.
Sßte bemnadl^ ®[)att4Barier bie SSef^ren gegen bte fB^U
Un, SBoiosSSarier bie SBebren ber SSoier^ JBract-ßarier bfe
SBebten ber Sructerer, ^mpft^Sarter bie SBe^ren gegen
bie (Smi (>ebeuten mhd)Un '), fo bilbeten waf^rfdi^inltt!^ bie
SSibi:: Sarier bie SanbeS^äBebre ober bie SSarf mannet bet
SSiben ober ®otl^en unb ber ^amt w&tU alfp fo biet ^cU
gen/ als SSiben:: ober SBitJ^nr^SSel^ter, tim bur4^ bieSBt«'
t^en }ur SBertfieibigung ibter ®r jnje nac^ SBeften am SBei^
fll ^ @trome aufgejtettte äße^rmannei 0- Sur biefe SReinuitg
aber hUM ber ®ot^\d)^ ®ef4^t(|^tf(^retber ju i^rer Sitftiü^
gung nod^ m^^nd^ie nic^t unwidf^tige ®riinbe bar. Sum eu
{len Derbient f^^on feine Settimmung ber SBof^nft^ bet fßU
bit>arier an, ber S8eid(^fe(/ .bem ®rJngfirome M 8anbeS,
and) in b{efer«£>tn{t(btXufmerffamfeit; bort tonnten fte bie
&anbeSgr2n}e gegen bie (leranbr^ngenben @Iaben am beften
ben)e^ren unb bqoaöftrt; bort (matten bie ®otlSien fogIei<( bei
t()rer Sinioanberung inS 8anb bie SSel^rburg ®ot^{S€an}ia
errichtet ^); in i^x bilbeten bie SibiDarier l^&(^fi loa^rfc^einlic^
bie t)ertl(ieibigenbe j93efa|ung, unb mö)Un 0)xt SBobnft^e,
xüie SornanbeS anbeutet/ hii an bte ®ebiete ber TCeft^er,
fo f^einen fte bie 9Bel)rmannen ber fi3urgen gewefen }u fepn,
loelcbe bie @ot^en, wie toit frul^r fa^en, l^ngj bem 9ru
1) ®o nlÜLtt 8 üben ©erd^td^te hH beutf. SSolM S. I. 6. 466
unb 71'^. bie Flamen.
2) SSgr. euben a. a. O.
3) äßet btefe 7in^idi)t nod^ gerne burd^ St^mologte gefhl^t fc^n
mb^te, börfte aSerbingö too^i in hem Varü bas beutr^e SSSc^r obec
SSef^rer erFennen, ober er !6nnte an hai ®ot()ir((e'wair; ber SOtanVi im
Uiphilas Math. VII. 24. Luc. VII. 20, on ba« 2Cn0elfÄdi(if<^ wer
unb an baö @an^cr(tifd^e vira fiarf, tapfer, benfen.
4) Jortifind. c. 4.
iDie iOibtparier. 119
fi^nt ^«ff (in erbaut fyj^tUn. 3ttm anberii waren bie fßU
bioariet o^ne Steffel bie tapftt^m SPldnner beS SanbeS;
iventgftend gtebt if^mn Somanbed ben SSorrang fotooljil bor
brn Sene^ni/ ali bor ben lU^itn, inbem er jene ali in
ben SBoffen unerfahren unb nur bur4^ i^xe SRenge midftii ^),
btefe a» ein ru^iged unb frtebfame^ Solf ') f((Ubert 2)te
®ef<4^td^te ter nilcf^fien 3al(^r(^unberte wirb und ani) geigen/
baf eS bor aUem btefe Sibtbarier loaren^ bie mit ben 9la(^
tem mancl^en liarten Stampf mit rufiigem ^ut^ unter tli)^
fem itrtegS^upte bejtatiben *). dum britten fd^eint in M
SomanbeS Sr}d()(ung bon einer ab{t(|)t|[t<(en SSerfe^ung ber
BibiDarter an bie Ufer ber SBei(!(^feI unb Don einer Xuölefe
ober änfammenfe^ung i1)tet Sialfl aui mehren anbern SibU
fem bie 9lebe )u fe^n; benn er fagt auSbrAcHic^^ ^ fte fe^en
bort wie in einem 3u{Iu((teorte berfammelt morben unb
Ifimn aui oerf4^iebenen S&Ifem beftanben ^). S>iefe Si&Ser
ober m&c^ten wol^l fcl^merii^ anbere ali SSeneber^ Xejt^er,
QkiKnbet unb bie na^n Stugier geioefen fe^n. XuSt^nen
Mmt/ wie a iä^int, bie Sapferflen unb SRannlEiaftefien
osSenva^It unb )ur gemeinfamen SBebr unb Sert^eibigung
m bte toefl(i((e @r2n)e unb in bie @d&u|burgen beS San«
1) „Armis disperiti, std numerositate pollentes*^, Jornand,
c. 23.
2) „Pacatum hominum genus omnino'', Jornand, c 5.
3) 8011 berSopfetedt \tn ®Ot^en fagt Jornand. c 5; Adeo fuerc
budati Getae , ut dudum Martern - apud tos hasse dicanl eiortum.
4) 2)firfen wir au4 bdSornanbed an feine fol^e SBfinbtgfett
unb anigev^äHflU fßtfdmmtf^t M Xudbntctd benfen, mfc bei 2Ladtüi,
fo ftnb bei i^ bie Sßorte: Vidivarii ex diversis naiionibus acsi la
aoam aoylam coUecli sunt itnb ex dwersis naiionibus aggregan^
b04 ^itmif ni(|t o^ne 2Cb|!4t gemä^tt SSenn man bei bem Yu^bruife
asjbmi nlc^t an @(l^u(den>i&bran8 ober an ben Ort benlen wiS, wo^r
6^ fommt, »e(4er @4ut gemd^rt -- »a^ ^ier au4 dne SSesie^
^Bg b^tben f^nnte — , fo börfte anjune^men fepn, 3ornanbed \)aht
bte tocatität ber SSet^relarme , 5n>if<ben n>el4en bie IBibtoarier jum
2^ lagen, hamit bejeiitnen wollen.' ttebrigeni ift gmx% baf Soman*
be< bte IBebeiitung ber SibiDarier ni(^t genau fannte unb nur naci
«^toenfagen ^cA (begebene nieberfd^rieb.
120 J^tt)(aanxi6)^ .^er»f(^aft im {Rocben/
bed t)et(egt tootUn. ®ot^n ober Stben mochten immtt
ben ^^m biibtn unb barum au(^ ber SBe^rmannei ben 9la^
men gelben.
üiiUtidft toüt a biefe tapfere SBe^rm&nnfcfHtft ber
ben gewefen, bie lange iiit Um £anbe Stu^e unb
geftc^ett l^atte. 3C6er e$ brad) ba(b ein @tutm hierein ^ b^m
au(|^ {te in feinet SEBeife gemad^fen roax. iEB^^renb bie tnU
netDten Sthmzx lange nur bebadj^t fepn mußten/ gegen bie
anflurmenben ®ernianifdi)en S36ltet(^otben t^re ®ran)en unb
Af)xe nadelten 9)rot)in)en gu vertbeib^en unb in ben nbtlfU
gen ®i)u1i iu. jleden , xoax im jOjten am fd^wargen äReere
bad mäd()tige Steic^ ber £>ftiot!^n auferftanben unb unter
^&nig «^ermanricb burcfi @(^la^t unb ®ieg über na^ unb
ferne S<er erweitert werben. Stampf unb Sroberung l^at^
ten biefed 9?ei(b um bie 9Ritte bed vierten Sdfir^unberM
and) gegen ben 9lorben hierauf immer weiter unb weiter
auSgebel^nt/ unbaU nun and) bad jtarfe unb ftolje Solf
ber «^eruier ^n einer großen &^la6)t überwältiget unb
bie ba)wif(|)en liegenben Bweige ©armatifd^en Stammet
ber «£>errf(^aft beS @iegrei4)en unterworfen waren, Riefen
bie ©rdnjen feinet mädj^tigen Steid^eö f4)on an bie ©ebiete
ber SSeneber im 6ttlic&en ?)reuffen *). 7tu^ ^ier l&atte bfe
^atur {eine ©ränjen gejeic^net/ xod^e «^ermanric^d (Sxo^
berungSIuft ®tiüftaxA l^itUn gebieten f6nnen. Sx wonbte
feine SBaffen aud^i gegen bie Seneber. 9li4it fowo^l Uebung
unb Srfal^rung in ber Sßaffenful[)rung , alS \>i^lmt\fx bie
rei(|)e SRenfc^enta^l/ bie bai Sanb Dert^eibigen fonnte, gab
biefem SSolfe SSertrauen unb SRutl^ jum SBiberftanb gegen
ben mic^^tigen unb {riegerifc^^en ©ot^en^^onig. Sa biefer
aber ber großen iBolK}al(|l ber SBeneber eine gleid(^ ftarCe
Jtrieg&macl^t entgegenfteQen f onnte, fo gab f&r i^n bie gr&$
fiere Ariegdfunjl unb SBaffenubung feiner «^eere bie fhiU
1) I, Gens quaoto veloz, eo ampliiiJ superbissima '', Jbrnand.
c. 23. «Daneben fagt fxtUi^ an^ Procop, L. IL p. 259: Herulit vix
rcperiafl aul stolidiores aut leviores alios.
2) Jornand. c. 23. SBerfebe, ^. 263.
^ermanctc^« ^ercfc^aft im 9lorbtn. 121
R^'tong im ®tege. Sofort brang naä) ber SSeneb^r Se«
jnringung bet grofe Jt6ntg au(^ in bad Seiltet bet ^Cejtiet
am ättfferfien ®efiabe beS ®ermantfd(^en £)€ean& S>aS alte
ftammt»ern)anbte UM unb mit i^^m, tote cd fcl^eint, au(|^
baS CibiMriersSoÜ untergab fid) fetner «^errfc^aft mel^r
frdtotlltg unb mef^r buxdf «^ermanrict^« Kuge Stittel ge::
iDonoen, atö bun^ bie ^aä)t ber äßaffen begwungen ').
' 3n folc^er Seife waren bie 936({er in ben Anf^enge^
Meten be« Saitifd^en SReered ofim^rtd oon ber SSBeid^I
unter bie «^errfc^aft« beS £)ttgotll)tf($en ^6nigd gefommen.
Xber a i^ t)6atg unbefannt^ in meldten SSerlS^Itniffen fte
unter biefer ^errfc^aft gelebt unb mte n>eit it)xt Si^et^it
buv^ beö @ieger§ SRac^t eibrutft gemefen. 2>o(^ iß ju
t^ramt^en, bafi bie n>eite Entfernung bed ©ebieter« bem
freien iefyen ber IB&Iter nod(^ ^inl^nglic^e S3en)egli(^feit ge?
fattti f)abt, mie benn bamaM Uebenoinbung ber CftSer
1) JDte f(i^d(bare &UUe M Jornandes de reb. GeL c 23 Ü6cr
btefni SttU^ xft folgenbe: Post Eruloruni caedem ^idern Ermanaricus
m Venetos arnia commoTit, qui quanoTis amiis disperiti, sed nu>
mcrositate poUentes, primo resistere conabantur. Sed nibU yalet
■mhiludo in bello, praesertim ubi ei multitudo armata adTenetit;
nam bl, ut initio eipositionis vel catalogo gentis dicere coepimus
(c. j.) ab una stirpe cxorti, Ina nunc nomina reddidere, id est^
Venetiy Ante«, Sdavi: qui quamvis nunc ita facientibus peccati«
ROdris ubique desacTiunt, tarnen tunc omncs Ermanarici imperiis
serviere. Aestrorum qnoque similiter nationem, qui longissima
ripa Oceani Germanict insident, idem ipse prudentiae virtute su>
begity oranibusque Scythiae ei Germaniae nationibus ac si propriis
laboribus iniperavit — ®tatt Aestrorum %at tn btefet ®teIU &inbej|»
brogd Xu<0abe Hacstonim. Hugo Groiius hit)ielt in fein«; Vutfgabe
Aestrorum (ei; aUeiii bie 2Cmbrof. «^anbr^riften foUen Aestiorüm Us
fn, wie 9ihbon, S. VI. @. 243 oecffd^rt. Ammian, Marceüin,
L XXXL c. 3. fprt^t 6ber «^ermanrt(!^l ®iege nur im ^Cdsenteinen.
Uphagen^ p. 516. ^ev 9runb, toanrat ISerfebe, CJ. 250 be< 3ors
naabei Cbcs^^ttne i»on «(^nnanri4< ({robetungdiue na(( bem 9lorben
fb erbietet b^t> ifi o^ne ^ktotd^t. 9Bir b&rfen oielme^r oetmut^n,
bof eben babitr^ 3omanbe< fnne 9{ad^ri(|tett über bie Ißibtoacieri IBes
ncbcr mtb 3(e^er erhalten 1^. IBgl. 8itbea a. «. £)./ 7d. IL Z.
254 — 256-
122 fSdlferbetüegunaen im Stocteti.
ni^t immer *®e|iorfam uvb ttntemerfitng tttm^U. KuÖf
aber bte Solgen btefed @retdntffe6 ^at und feinet unterrid^
tet X&er e« fc^^eint, baf bad Solf ber Xefttet auS ber »zs
Smtngung ber SSeneber, wie nidit minber aud feiner me^t
freiwiDtgen Untergebung unter bte ^enf^aft ber ®ot^n
bo(|i manchen nicbt unerbeblid^en $Bortl()eiI bat^on getragen.
Sßotit muf te ia f(bon bie @tammt>ermanbtf4Kift gegen boS
Vejiier^Solf ben @ieger weit milber flimmen, aU gegen
bad frembe ©efcble^lt ber SSeneber, t>u fi^ ibm mit SBaf^
fengen^alt entgegengejteat @e9 e« nun, bafi bie 3Ceflfer/
burcb beS großen ^6nigd !!Ri(be unb ®nnft gehoben/ au((^
balb felbfi ^h^iui erflrebten unb bie ^Beengungen ju
burcl^brecf^en wußten, in benen«ba« ^al^Irei^e SSeneber^ßoIf
fte bid^r gehalten fyitte, ober fep ed/ baf bie.Seneber,
burd^ ben ©otbifc^en Gröberer gef(!bre(ft unb gebeugt, {id^
f^on ie^t meljir nacb SBeften über bie SSeic^fel in bie ois
ten, je^t weniger beo&Rerten SEBobnft^e ber audgenrnnberten
©epiben jogen unb in foUf^er SBeife ben äbrigen S6(fem
in f>reu{Ten gr6^ere 2tu8breitung mh^li^ madS^ten: — mir
fnben bie 3(e{lter balb na^ biefen Seiten in meit auSge«
bebnteren SBo^nft^en/ benn fte befafen ni^t blofi immer
no4i wie frü(ierbin gan) ®amtanb/ fonbem fte bitten ibre
©r^njen anöf weiter fäblicb Aber ben f)regel nad^ iRatban«
gen unb Srmlanb unb norbwefKicb an bem langen Auften»
fhtcbe ber £)ftfee bebeutenb erweitert ^). Unb ed mufte ja
au(b an ftd(^ fd^on ein Soff/ weUbe« fafi nie Arieg fAb^e,
t)on ieber gerne im f^ieben lebte unb feine gan^e Sb^tig^
feit a)Af Sanbbau unb ^anbel wanbte ')/ bai befif^rinfte
1) eonft (dtte Jornand. c. 23. wo^l f<b»erli(b i'on ^^a XeflpetR
3U feiner Seit fa^efl fSnnen : Qui (Aeatri) longissima ripa Oceaai
Germanici insident; unb c. 5. fa0t er gan} an^emeitt : ripam Oce^-
ni item Aesti tenent SuHtt fann Hefe longisMma ripa eben fo ant
na<^ 9(orben, a« na(b ^fiben unb €$&bn^flen au^^ebe^nt gebadet »et»
ben ; aQefn n^ir merb'en \p^Mj\n bie ndt^igen SewetTe ftoben , baf ber
(Sotbif(be 3wetd ber Xefb(Kr 1!(b an<b Idngfl bem gttr^en «^ auft
be^nte.
2) Sßie ed fd^ort Tacüus Gcrman. c. 45, du^l nocb Jornandes
Sitlecbewegungen im fRccftem 123
San» balb ftaxl mit aRenf(|ien AbetfüDen unb fomit nbt^
mnbiü jut (Snoeitentng ber ®t^n)en feinet S3ol^nft|e fle?
jvungen t^erben ^).
9lun ober erfolgte in ^txmanxlifi legten £ebenSia(!ren
jene getoaltige SSilferbetoegung , bte man mit bem Stamen
ber ß6lfenoanbentn(| beiei(()net l^at: auct» für bte .ftufien?
Ilnbet ber jDjtfee ein fe^r fo(genrei<^e« Srettnifl. 2)ama|S
gejidfKib e<, baf ba$ 9{omabent>oR ber Tkaiixen, beffen Dor
ftttjem Icbpn erw^bnt n>arb/ im ®efölge ber «&unnenii>6llet
aui bem £){len mit l(^e.rDorbrang nnb, na^bem ti hit Titas
nen am 2>on nnb baS grofe £)ftgotbtf(|»e 8tet4l «f^erman^^
xidfi mit batte ubenioältigen ^elfen^ na^ 9lorben ^eraufiog,
als e6 bur^ blutige J(£m))fe mit ben Uguren unb mit an*
bem @t4pimen in ber Mf)^ M DontuS ge)wungen war,
feine fdblic^ren SBol()n{t^ gu t)erlaffen *). 3m 9lorben er^
fc^tnen bie Xcagiren bann atö hfüxdie 9la(^baren ber Skne^
ber itnb Vefiter »). X>ott m&gen ait^^ fte, im jD#en t>on an*
bem Silfetn bebrieft/ mit beigetragen ^aben, bte Seneber
immer weiter nadf SBefien ju bringen. Xber wer belelEirt
und genau u6er bte ®ef^tc^te unb B^iäfaU einzelner
Silfet/ Aber Urfadj^en unb folgen ilj^rer ISanberungSsilge
in bem batnaltgen wilben ©etreibe ber SBelt/.ba ei (einen
®ef(^t(|^tf(i()rei6er gab, ber mit grofiem ^litfe bie SSerwanb*
(ung (Sm^püi beobachtete? SBieM, waS bamaß gefdS^al^,
m(it in ewiger ^aift ber SBergeffenieit; anbereS wirb bie
i^i^tüdfe Sorfcbung nie in f)eüei iii^t }U fe^en t)erm6*
gen. ®o grünbet fiä) au6) bie Sefiauptung^ baf Vtti(a'6/
M «^unnenfftniged/ gewaltige «f^errfdS^aft fu^ audS^ über ganj
@c9t|^ten bii an beS iDceanö 3nfeln, alfo aber Stufilanb,
e. 5. Ott ein y, pacatum hominum genuj omnino " , unb f^dtrr fel^ft
B0(( Heimoidus Gkron. Slavor. L. I. c 1. f(^tlbem.
1) Uphagen^ p* 516.
2) Prücus p. 55. Striäer T. L p. 455. Äaramfin 8tttf. «e«
\i^tt 8. 1. e. 34.
3) Jomand c 5: Quibu« (sc. Aeslüs) in auatro adsedit gen»
Agaiaromiii fortiMima.
124 SBanberung ber @(at>en na(fy QlDcbeo.
^reuffett/ Steflant unb meitet hinauf Aber btc S2nber ber
i&ftfee etfltetft b^^be, butxbau^ auf feine JBetoetfe^ benen in
trgenb einer %xt t)tel gu trauen w^re ^).
i -^ * ^^..-^ SBett ftdj^erer unb jugle{<b «u^ wicbtiger für txnt ifl
bte 9la(brt(bt einer jn^eiten SBanberung einer grofen &lüf
Denborbe loom @&ben nacb bem 9lorben b^tauf im Xblaufe
be< fecbjien Sabrbunbertd : eine mittelbare ffolge bet 8&t^
ferben>egungen in ben @egenben ber 2)onau. fßeflor/ ber
jltefte ber @(at)if(ben (Sbronifien, ber gegen baS Snbe beft
elften Sabrbunbert« fcbrieb/ giebt uni bie f^^^bare 9^a(^ff
riebt über biefeS f&r bie ©efcbicbte be« 9lorben« juferfi
merfw&rbige Sretgnif. SSStr tooQen bie Sr^^btung burc^
wenige SEBorte, über bie t)obergebenben @rf(^etnungen , tQtU
(be ^ain Xnlaf unb Urfad(^e ivaren, in ben nitbigen 3u^
fammenbang fe^en.
Zni unbefannten Sßobnff^n in %{ten n>ar t>or mtfys
reri Sabrbunberten ber gro^e unb fiarfe ^olHr^&tamm ber
Slawen nacb SBeften b^n>Drgebrod|ieil unb l^atte feine Smu
1) «Die SBe^uptuiid ift m^vmaiS, unter anbem oitdft oon 6n|im
in f. ®ef4i(^te ber ^dnen IB. I. e. 359 get^n. (Semeinbtn wirb
^ Vit cixi, Uv ati (Sefanbtec an bei «Hunnen sJt5nige< «^ofe war unb
erjd^lt, waö er an biefrm <&ofe gefe^ unb ^t^bvt, aXi SArge fih: bie
Vnnabme einer fo weit auögebebnten ^vxf^aft TCtüM angef&brt. VIS
ftd^cer Seuge fann er tttbeflen um fo »weniger gelten, ba ^c^t^itn, toe(>
«bei tta4 i^m unter HttUaH %tmalt tarn , ein ^anb obne (Btän^en
war. & iommt bin^u, baf anbere OueOen gAnjItd^ barAber f^wefgen.
Vnberc ^ä^nfifttUtt fprec^en ton 2Cttila'< «^errfcbaft nur im Saufd^ unb
SSogcn; fo fagt Procop, L. I. p. 15: mortao AStio Attila nullum
jam habens sibi compositum parem, impune Europam yastabat, et
utramque Imperii partem sibi babebat yectigalem. IBal 9>ri<Ctt<
er^dbU, finbet man in 2CuösAgen bei Strüier T. I. p. 489 teq. unb
SOtafcou S3. I. @. 422 ff. jDie.®ad^e bleibt alfo immer ungewif. CK*
ttige Sßabrf(beinli(bf eit gewinnt }te aUerbingd hahntd), baf unter ben
fßbttttn, wel(be bem (Sebote 2CttiIa'd unterworfen waren, aud^ foUbe ge«
nannt werben , hie oor Sabrbunberten in ber 9(dbe unb an Un Jtftftai
be< Saltifibett ^BUtxti gewobnt bitten, M Stugier, Cktren, Sutoltii*
ger unb SBurgunbier.
SEBanberung ber @iat>tn nad) 9totben. 125
gß xotH ä^er ixt ifilic^en SJnber oetbrettet ^). (Sine mi^
tige ^orbe btefer @Caoif(i^en SSilfer aber liatte ftc^ im SBoxs
brangen au4^ in ben geräumigen S^nbem ber Scnau nte^
berge(affen '), n^o nachmaß Ungern unb S3ulgaren fafen»
2>0rt lagen tiefe SSilfer^ bur4^ neue Tlnjäge unb frif^ie
SanbentngS^ufen immer {tarier bermefirt unb in itfttn
So^nfi^en immer tm^x erweitert/ and) noöj um bie ^eit,
dB ber <^unnens\)t5mg Xttila fein m^dl^tigee f^tidf errid^s
tete. Tiuöf fic fielen unter feine ^errfc^aft. Ttli aber mit
Xttila'd Sob 454 burc^ bie 3»>ietrad|^t feiner &ifyxt um
bie .^errfclMt bie grofe SRadj^t ber «^unnen erfdS^ättert unb
biirdl^ bie Erbitterung unb bie Städte ber befned(^teten ühU
ht enblid^ t>&Utg gebrodS^en u>arb, aI6 biefe SS6lfer ^ie SieU
ten ^rfprmgten/ mit bepen ber gewattige 'Eroberer {te an
bad «^tinnen 2 Sieid!) gefeffelt/ berjnberten mit einemmale
bie SSiffer jener (Segenben aBe i^re äi$o|)nfi^e. 2)ie ®epis
bf n^ fi(^ {uerft bom «^unnif4)en ^oc^e (oSrei^enb , erfiielten
mit beS Jtaifer$ SRauritiu^ S3emiIItgung SSBo^nftge in jöa^
den; bie ®ot|^en warfen {t^ nacb l>annonien ; ®armatifd(^e
Sweige belamen einen 3uflu4^t$ort in SQ^rien; @cirren
nnb Xtanen tiefen ftc^^ in Jttein^ScptlS^ien unb in Unter?
9t&ften nieber; Slugier festen ^ä) in einem S^eite S^ra?
ctenS fe^. ®o fuc^ten auc!^ bie ' jerfheuten «^unnifd^en
batb l^ie balb la mieber fejte ®i^e gu gewinnen, xoimoJ)l
baS SdIF ber ®o^n , burcf^ atten ^af unb Stac^fud^t ge^
trieben, jie überall {uräcfwarf. 3n biefem witben @turme
nun, ba ^d^ ühlUx auf 836lfer warfen, befriegten unb un^^
tetjocf^ten, berbrjngten ober aufrieben, gefcfia^ ed and), baf
fu^ ein Zf)ät jener @Iabif4)en SS5tfer in ben :Donau ?San$
ben, bie ®E;robaten, }uerfi erlfioben, nm in ber Seme ftdS^e^
ve nnb ru^iigere ®i^ )u fud^en ')• Unter bem 92amen bon
1) Procop, L. rV. p. 418. L, HI. p. 337. .
2) nP^ intens spatiiim ia altera Danubii ripa<< Procop, L.
m. p. 339. 9teftot mif. ICnnaUn öberf. i>on ^(^l6aer &. 74 — 75.
3) Ossalinski ühit yincent KadUtbeck p. 164. Aaramftn
«. L 6. 17. 227 — 229,
126 Sifanttfc^aft bec TbfKet ^n SE^eobiridl» hm ®rofen.
t
SfdS^eclien, SRoraven, Cttbtn, ^omtfymtn ober JUrtner
fanden f{e neue SBol^nff^e fn ßh^mtn, ^iJ)xcn, an ber
Clbe unb ©aale itnb in Äamten *). ©lefea »ar ber erjH
neue «^eerangug Staiotfi^er iBilter au$ ben jDonaus@egen^
ben in n6rbltd(^ere S^nber.
Setoor aber eine jwette äBanberung foldf^er 93&(fer
tiac^ Sterben erfolgte ^ mifc^t f6) in biefen @turm unrul^u
ger flSegebenbetten ein frieblic^eS Sreignif ein^ toüd^e^ auf
bie Aüften ber IBaltifc^en @ee ein neued freunblid^eö Höft
n>irft. 3m norblid^en Italien t^ar um baS @nbe bed fAnf*
ten 3al&rl()unbertt boS Sleidj) ber Öjtgotben erric||tet »otben^
unb Sl^eoberi^^ ber ®ro^e/ ber erjle grofe ^Um, ber am
«^immel be9 SRittelalterS kn6)Ut, jtanb ibm in gldnjenber
®riße t)or. &dnei iRamenS Stn^xn ging balb bunt^ bte
8Jnber aller 836l!er, bid an bad ®e|labe ber iDjlfee, in$
Semfreinianb ber Xejlier. iDb bie (Srinnerung unb bad
ftotje ©eful^I alter ®tammgeno{Tenf(^aft mit bem SSoKe ber
£>ft8otl^en unb beffen n^eitgefeierteU ©ebieter^ ober ob bte
fi3en>unberung beffeU/ »aS burd; ben großen Jt5nig in 3ta^
lien it^öfa^, ober ob enblid^^ mit beiben audl^ bad jbanf^e^
fi!^l ffir bie SRitbe unb ®unfl/ mit ber einft «^ermanrid^
baS SSoTf ber Xejlier M<^nbelt f)attt, ben ®ebanfen ber
SSere^rung bei biefem enoecft unb ben Sltcf ju il^m ^in^
gejogen 1)abt, baräber fann und feiner belehren. ®eiv{f
aber i^, baf man im Veflier^SSoIfe befc^iofi^ bem gefeiert
ttn Jtftnige burt^^ eine @()rengefanbtfc6aft mit einem Q^uns
gef($enfe bei f5jllid!){len IBernfteineS bie 8iebe'unb fS^vs
furcht }tt bezeugen/ bie feine X^aUn an6) im Iftoben 9lor::
ben unter ben Silfem erregt t^^tten. äRel^re ber vomel^m:?
jlen Xeflier jogen baber^ Dietlei^t auf ber alUn «^anbelSr
' fhafe Über Qamuntnmf nad) Stauen ^indb unb überretc^^
Un bem .ft6nige baS fofibare Srjeugni^ i^rer «^eimat
Sl^eobericfi na^m fte mit groger ^reunblid^teit auf; ci txs
freute i1)n ni(^t biofi beft ®ef(|^enfeS innerer SBertl^, fonbem
4) Nestor oon Z^lbhtt Q. T7. ff.
Scfaiibtfd^ tcr Veffier m Z^berid^ btti 9ropm. 127
ne^ wd^ Me 9eflnnunQ, in tvelc^er eS bar^ihraöft, toatb
anb bie 9la<^rid^t, baf feine« 9lamen8 Stul^m HS an ben
£)cean be< 9lorben« gelangt fe^. Slac^ einiget Bett entlief
er bie ^flif4^n (Sefanbten mit einem teid(^en ©egenge^:
f4^It unb einem 2>anff(|»reiben an bad XefiiersSoIf foU
genben Sn^aM 0:
//3n ber Xnfunft euerer ©efanbten l^aben wir euer
grofM SSerlangen erfannt^ mit und befannt )u tt)erben.
2)af ifyc, an bed iDceant Jtäflen wo^nenb/ bod^ in ®eftm
nung mit ttn6 ^erbunben n^erben mietetet/ ifl för'und eint
^ttferft angenel^me unb toertlS)e fi3itte^ fo wie e6 un^ freute *
baf aui^ )U eudi^ unfer ^ame gebrungen iji, an bie wir
1) iDer fidef ift in ber Urf^rift folgenber:
Hctesiu Theodericu9 Hex*
Ülo .et illo legatis Testris Tenientibus , grande tos Studium no-
titiae nostrae habuisse cog;noTimus : ut in Oceani litoribus consti-
toti, cum nostra mente jungamini : suavis nobis admodum et grata
pelido: ut ad tos pervenerit fama nostra, ad quos nulla potuimus
desdnare mandala. Amate jam cognitum, quem requisistis ambien-
les ignotiun. Nam inter tot gentes riam praeaumere, non est aÜ-
quid facUe concupisse. Et ideo salutatione tos aiFectuosa requiren-
tes, indicamiis succina, quae a Tobis per barum portitores directa
mnt, grate animo fuisse suscepta: quae ad vos Oceani unda de-
scendenSy hanc leTissimam substantiam, sicut et Testrorum relatio
ooBtiBcbat, exportat: sed unde Teniat, incognitum tos habere dixe-
nmty quam ante omnes bomlnes patria vestra offerente suscipitis.
Hoc quodam Comelio scribente, legitur in interioribus insulis
Oceani ex arboris succo defluens, unde et succinum dicitur, pau-
latim solis ardore coalessere. Fit enim sudatile metallum teneritudo
penpicua, modo qjoceo colore rubens, modo flammea claritate
pingnescens, ut cum in maris fuerit delapsa cenfinio, aeslu aller«
naate purgata, Testris litoribus tradatur exposita. Qu od ideo judi-
eaiimiis indicandum, ne omnino putetis notitiam nostram lugerei
quod occultum creditis tos babere. Proinde requirite nos saepiuj
per Tias, quas amor rester aperuit. Quia semper prodest diyitum
regum acquisita concordia, qui dum parvo munere leniuntur, ma-
iore semper compensatione prospiciunt Aliqua vobis etiam per le-
gitos Testros TCibo mandarimus: per quos quae grata esse debeant
Bos destinassc dedaramus.
128 @efattbtf(^aft ber TTefKer an SE^eoberttf^ Un ®rofni.
boö) {eine iSefel^Ie crgel^en laffen fonnten. SteBet nun miöf
ben eu(|^ IBefanntett/ ben, unbefannt il^r mit 0eli»nftt4^t
aufgefud^t babt; benn unter fo t>ielen SS&Ifern bie Steife ju
wagen, fe^t einen bringenben SBunf^^ t>orau8. (Su(^ alfo
unfern geneigten ®rufi wieberum entgegenbietenb, melben
mx, bafi wir ba^ ©efd^enf be§ {Bemftetnd, mel(^eö von
eu(|^ burd^ bie Ueberbringer biefed @(|^reiben6 on un< ge«
langt ifi/ in banfbarer ®e{tnnung aufgenommen ^ben.
Die an euere Ufer jirimenbe SßeDe beS iDceanS bringt^
tpie aud^ ber SSeric^t ber (Sueren entl^ielt, biefen kickten
@toff.an euer Sanb; aber mober er.fomme^ fe)^ tn^, tote
fte erflJrteU/ unbefannt^ wietoofil il^r t)or allen anbem SDten«'
fcf^en bei ber ®penbe in euerer ^^imat if)n einfammelt.
9lad(^ ber @(^rift eined gewiffen Someliud {liefet er auf
3nfe(n mitten im iDcean ali ^aft au6 einem ^aume (ex
arboris succo). meS^alb er aud(^ succinum genannt wirb
unb itt)ittct aum^bti^^ bunb ber @onne ®lutl^. 2)enn ei
Qcf)t bie f)eUe, weidj^e SSefd^affenbeit in au6gef4)Wi^teS Wie^
tall Aber^ balb in gelblidj^rotber ^arbe gl^n^enb/ balb in
feueriger ^eOe fdbimmemb/ fo baf wenn eö an bie SRee«
reSgrinje l^ingleitet^ burcl^ bie wed^^felnbe SReereSwogung
gereinigt/ an eueren Ufern auSgefpüIt werben foK. Dieff
glaubten wir btil^alb tmi^mn )u mAfTeU/ bamit i^r fei-
ne^wegö glauben miget, ed fe^ unö unbefannt/ waS tiad^
euerer SReinung ein verborgenes ®ebeimni^ ift. IBefuc^et
uns lebodE^ in folcf^er SBeife nod(^ ifter auf ben SBegen^ bie
euere Siebe geiffhet ^at, weil eS immer frommt, reicber
Jt&nige ®un{t ju erwerben , wetd^e, wenn aud^ iuxö) ein
geringes ®efd^en( ju milber ®un{i gewotfnen , immer um '
gr^fere SSelol^nung bemüibt ftnb. ÜRancbeS ^ laffen wir euc^
burc^ euere ®efanbten aui) m&nbli(b überbringen, bun|^
weld^e wir, wie wir eud(^ melben, aud(^ äberfanbt ^aben,
was eud^ angenehm fepn mu^.''
@o fc^rieb ber ®ot^en5^inig an baS fBolt ber Zis
{lier nid^t'Ol^ne gefd^meidj)elten @tol), babei audS^ nid^t o^ne
jtc^tbareS 9ßol(ilgefal(en unb mit bem 9)run{e einer, wenn
. I
glek^ mit erborgten/ bod^ ftc^ bräjlen^n ©ele^tfamfett ')•
ttt9^x%d> AbetfanMe ben Xejiiem ein ©egengefd^enf ^ n>ie
fäfm aus bem @(bYetben felbft bennorgebt. 3nmr ftnb wir
ntcbt wettet unterricbtet/ »>ortn btefeS (6nig(ic^e ®ef(ben{
be|tanben babe ; aUetn ei unterliegt rooffl f aum einem et:
^bU<^n 3n>eifel, ba|i Sbeoberic^ bie Xe^ier mit &oü> be*
l^ntt unb ba^ n>ob( bamalS burcb jene ®efanbten ber
rekbe ®^6 von gotbenen ÜXunjen SR&mtfcber JKatfer an
bie Jtttfie bet Saltifcben ®ee Um , ber längfi burcb äufaU
in bet 92ibe ber @tabt S3raundbetg im (Srmlanbe n)iebet
attfgefunben würbe. 2(tö ein Sbtengef(ben( Ui it6ntgeS
an baS gefammte IBoU fonnte e8 nicbt an ^njelne t>er$
tbeilt loerben; eS tburbe al» S^renfcba^ be6 SoffeS untrer::
mtnbett aufbennibrt ineReicbt an einem b^ilid^n iDtte obet
bei Ui SolfeS oberftem ©ebieter %
2b^obert(b wänfcbte eine fortbauetnbe Serbinbung mit
bem Solte ber 2(eflier; nidS^t obne ®runb lub er gu Aftern
Beübungen an ibn ein; ti fcbmeicbelte {()n bie Sbtfurdj^t
unb bie Sreunbfdi^aft eineS Solfed am b^ben i&cean / meU
<be< ni(bt baft @(^wert unb^eö Krieges ©(bretfen^ fonbern
1) @etii enod^nter ®e)o&^r6mann CForneliud ift, mt jeter fle^t,
(da anbetvr, a(< ^omertuö Sacttu^z mit befffn &ttUt fn ber German.
c. 45. a:beobrrid^< fßorte au4 überein |Kmmen.
2) iDfe 0rftnb< ju biefer IBe^auptung ^abe i4 in meiner Vb^nb«
lang: ,,Ueber bie hti JCteinsSromp unfern Sraunöberg aufgefonbenen
Shm\6^ 9oIbmftnsen'' in ben Beiträgen sur Jlunbe 9>rfufren< IB.
VL &• 412 — 431 auöeinanber gefegt. )Diefe bort au^gefprod^^ne SBer-
mut^ung beflAtiget au4 S a 9 e r in feiner TCb^onblung : de Numis Ro-
manis in Prussia repertis , in Opusc p. 462. bur(^ bie SSortC: Si
imelligens et eruditus iector nostram de projecta in rogos aut ef-
fnta ex umis pecunia sententiam, non probet, superest, ut existi-
mcmns in sacro« lucos projeclam fuisse. Tali munere deox propi-
tiabant. Saiis iiicuienter banc «eptentrionalium caeremoniarum par-
lern crudili homines in Germania, Suecia, Anglia enarrarunt. In
Curonia ad hunc usquc diem luci aliqui superstitionis illius yesti-
gia retinent, cum arbores onustae omnis generis rebus, antiqua
ctiam pecunia, sola religione et sacro, si diis pbcet, borrore, quod
consecratum semel est, adversus rapinas saUura conservant *'.
I. 9
130 S^emcguitd^n^^^^^ ^^^ ®(at)en im Gflben.
ben>unbemb€ 3unetgung gu t(;m ^ingetogen l^attt ^>. 2(ber
eS 1|ki( und (einer' untm i(t^tet / ob no(|^- öftere @ettb&0ten
du^ bem IBemfletnlanbe naci^ Stalten gemonbert fe^en. Zuä^
traten ba(b. n>teber fo untuffi^e IBewegungen unter bett
9Si(Fern etn^r baf n>o^I id)rotrlifS) eine fbld^ SBanberttng ge^
(ingen Fonnte.
Sinige fieit n^mltcft nac^ bem Xufbrucf^e ber Qlft^ha^
Un aus ben®egenben ber S>onau erl^ob fidf t>on bort aui
}U einer gleid^en SSanbentng in tul()tgere SBol^nft^ ber
®labif(^e ämeig ber Seciben. Znla^ l()ieiu gaben jum X^dl,
loie eS fd^eint/ bie SSulgaren^ }um ^eil bte Slimer. 3ene6
SoK^ weltt^eS bie Jltefien jBerid^te in ben 8anb{ire(fen
iwifd^n bem S)on unb ber SBo(ga n>o^hen (ajfen >)^ f)atu
bort me^re SSil(erl()orben unter feine <^errf(|iaft Qtbtad^t
unb n>ar in ben erflen Sahiren beS fed^^en 3af^rl^unbert6
n)eikr nadj^ SBeflen bis an bie S>onau l^rtoorgebrod^n ^).
•£)ier brangen bie wilben «^eerl^aufen mit graufamer Ser^
wufiung balb in. alle benacibbarten S^nber ein. Sergebli^
fu(^te itaifer TCnaftaftuS &^up fd)r baS SUidf binter einer
gevoaltigett f8?auer^ bie er gegen baS rolE)e IBulgaren^^JBolf
aufmerfen lieg; eS brad^ bennocl^ nmi 3al^r 540 inS 3tb^
mifd^e ®tbut mit milber SBerl^eerung ein ^). 3n biefem
@turme aber blieben aucl^ bie ®lat>ifc^en S36l(er an ber
2>onau nxdft in 9tuf)t; an^ it^re SSBo^nft^e erlagen oftmalö
1) 9ti6)t o^ne SBegirfund auf btefe norbtrc^e ©efanbtf^aft fagt
Ennodius im Pauegyricus auf ben Stbtiiq Zi^eohetid): „Non tibi ig-
notus est algor Scythiae '*. Cf. Biblioth. Maxiraa patr. T. IX. p.
371.
2) PauL Diacon. L. XIX. p. 297 — 298.
3) Striuer, T. II. p. 441 ~ 442. 495 — 496. S^te abenbUnbU
fd^en @4riftfl(tter fc^rn ben erftrn 2fnfaa bec S^tgaten auf 9Dt6ttea
f^on in bie Sa^re 487 u. 489. Paulus JDiacon. L. XVL p. 270
fagt: anno imperii Anastasü undecimo Bulgares per Illyricum et
Tbraciam discumint priusquam agnoscerentur, eani cnideliter de-
Tastont. Cf. L. XVI. p. 275. L. XIX. p. 298.
4) Stritter 1. c. ©ibboH ». X. ©. 221. ff. e. 24.
Sewestitts^'^ unter bfit 9(at»en im ®ftben. 131
ber BenDftfhsng wilhtt «^otben/ bie o^ne fefte ^eimat
tfm^ogen. @elbft mit ben St&metn lebten biefe 6Iat>{«
fd^ äwcige f(|K>n lange Seit in ^toittta^t ^ nun Jtai^
fev 3n#tntan im manfenben 9tt\öft fithot, ftekn fie beiij)ees
lenb in ttnennef (ix^n ®d(Kkaren in SKytien/ Xfyxatim unb
(9ric4KnIanb ein; unbefcbreibli«!^ waren bie @rattfamfeiten
unb Setwiifhtngen, mU^e auf ®rie(|^enlanb< fiSoben toon
ibnen i^rubt würben *). Swar mürben fte fr^ftig bon ®ers
manud/ SuffinidnS Steffen ^ ber Aber SS^xackn gefegt mar,
)Btädgefi!btagen ; aber 9tube gegen baS beutegieilge Solt
hnnte an^ ||iebur<^ nidS^t gewonnen werben % Ttti jebocb
im 3a^ft 530 ber Jtatfer 3uflinian bem furchtbaren 6^^^
bub bie Serwalterfcbaft Aber Sbracien amoertraute, würben
bie @(ai>if<lben 1B6lfer bunb bie SBaffen biefeS fh&rmenben
itmgerS in bem Wtaa^e erfd(^retft, baf ffe brei Sabte lang
ti ni<lbt mebr wagten, bie jDonau }u äberfc^reiten : t^iek
mebt bra4^ Sbübub in ibre ®ebiete ein, f(b(ug, 9erbeerte
unb fjÜ^xtt unj^blide ®^Mt^n 9on ®efangenen binweg.
Unb fo grof war bei ben ®(at)en ber @(bre(fen Dor QfflU
bttbS Warnen, ba$ fie nadl^ feinem Sobe — 533—1141
iw(b Dor feinem S^Httten f&rddteten *)• @eitbem war
ibce flftrmenbe Sttaft gebrod^en; ^war wagten fie t)on
neuem tede SinfdSe unb Slaubjäge in bie ®ebiete bej
8tetilb^8; allein e< rif balb innerer 3wief)>alt unter ibnen
ein. Xntcn unb @Iat>en bef ^m^ften fiö), unb w^b^enb be^s
beutenbe ®(abif(|^e «^eerbaufen ftcb an bie 9i6mer bingen,
unb in ben AriegSbienfi ber alten Seinbe traten, würben
anbete bei ibren @tnbrA<ben in bie ©rängen iei Std^ti
oon ben SUmem fort unb fort betriegt. 3n foh^er SBeife
waren in ben 2)onau :: g^nbem bie SiKer t>iele 3a|^re bin^
burt^ in beft^nbigen SÜmpftn begriffen unb bie ®turme
1) Procop. L. m. p. 401. (Stbbon ». X. ®. 228 -> 229.
2) Procop, L. in. p. 405. Striiter T. II. p. 25.
3) Procop. L, III. p. :33« fritter T. II. p. 27.
132 SBanberung bet GUüen nad) 9lorben.
Ux Seit trieben fte im toilbeflcn Sk^^l hcXt t^Uf^in, balt
bort^in.
®6Wi roaten bie Setl^ItnifTe/ bie unt bie ÜRitte bcS
fe4Hlcn 3a^vftunbertö eine gro^e «^orbe bon ®Iaben an ^er
iOonau bemogln, iene unrubigen SBo^nft(e %vi vertoffen unb
in anbete S^nber auSjuwanbem 0« l^nter bem gemeinfa«
men 9{amen bev Seesen )og {te I^ng« ber SBei(^fel gegen
9lorben l[){nauf; bie einzelnen «Raufen aber erbielten nac^
ben Sßcbnft^en/ bie {te nun einnahmen / ibre befonbcren
Benennungen. ®o nannte {t(b balb ein Sb^il biefer 8e(^
yplaneu/ ein anberer ÜRafovier/ ein britter, ber in . bie &e^
biete jn^ifcben ber S(be unb iDber einr&tfte^ Suttcier unb
ein biertet/ ber biö an baS Aäfienlanb ber iDfifee l^inab^
)og/ |)omeraner % Unter biefen ®(at>{r(ben Steigen i>ef^
bienen bi^^ bie Suticier bie wenigfie IBerucfftcbtigung >};
wicbtiger {tnb un$ bie brei anberen anzeige atö Sftaifbars
^hlUt |)reuffen8.
S>ie |)o(anen ober |)oIen {tnb bemnacb ein Secbitifcber
@Iat>ensBn)eig/ au$ ben S^onau^^&jnbern um baS ^a^t
550 eingewanbert, erjl in bem gelblonbe — pole — , in
n>e((^em {te {t(b. nieberliefeu/ t>on ben anbem ®(at>en bun^
ben 9lamen f)olen unterfcbteben unb {lammvenoanbt mit
ben 3Kafot>iem unb 9)ommem ^). @ie bracbten balb in
i) (iwtxifWm Uvfptm^t hH Shiff. etAati 0. 59. ff., fett ben
Vafbru4 Ut ®laoen aai ben SDonauf^nbem na<i( Störten erft in«
7te 3a6r<)unb(rt
2) 9lac() 9lefior von @(^l6iei: &. 80. 2Cu4 Jornand. c. 5. bat
tet btefc 9tamensJBerdnberund ber ^at)en naö) t^ren t>erdnberten Sßo^n«
f^en an: Quorum (^Vinlda^um) nomina licet nunc per rariaf fa-
miiias et loca mutentur, principaltter tarnen SchTini et Aatcs no>
minantur. J(att(om ^omerania 0. I. ®. 5.
3) »01. eeletoel 2Cn(KtR0 |u Cffolinöfi e. 535 — 536.
4) lietewel a. a. £). 6. 533. OssoUnski &. 41. Gervasius
in descript. totius orbis ap. Leibnitz scripta rer. Brunsw. T. II. p.
764 fagt no4 im TCnfangc M I3ten 3a{)r$.: „Intcr Alpes Huniae et
Oceanum est Polonia, sie dicta in eorum idioraate «juasi Campa-
nia, quae a Vandalo llumine suo terra dicitur, ut ab ipsis indige»
ois accepi, Vandalorum. *'
SanbetuRd htv &ia^en ttad^ 9tocben. 135
ftiebliifKn SSen^ItntfTen bad urtoitbtxte, toäfle Saub in
bffferen 3Cnbau ; Sigentlium er}eugte 9{ed(^t unb ®efe<i un*
trr bem Sötte ; eS begann bie erfie bärgerli(|^e IBitbung.
£)te Serfaffung, urf)>¥fing(t(|^ in ben alten Sol^nftten frei
imb unbefd|^r&nft ^), l^tte fc^on burc^ bie SBanberungdjiige/
auf benen gebietenbe %&f)xa an ber 6S)>{^e fielen mußten/
ein anbereö Clement befommen, toeUlfti ftd^ nun im fiö)es
len Satetlanbe immer fefler autfbttbete. Si traten «^^u^
ter nnter bem Colfe auf, Sltd^ter im Sfrieben^ Sfä^rer im
^'^d^/ ^^noi^ unb Jtinige genannt '). Xber bie ttrge«
1<l^t<^te |)oIen8 ift Doli bon unaufli^Nc^en St^t^feln^ benn
wenn loir anä^ f)bxen, baf manche Surften ftd^ um i^reS
Sottet etjle Stibung bur^ ®efe6gebung unb ^taattan^
etbnungen Serbienfte erworben, fo "^at babei bie ^abel* unb
6age aOeS in fo tiefe« 2)unfel ^tx^uüt, bafi aber wenige«
nur )it {teuerer Sewißl^tt ju gelangen ifl *). 7(u(^ über bie
Srinjen ber neuen ffiolE^nfi^ ber |)olen bleiben wir gan)
mgewie. SRorbwJrtS bon il^nen ^atte fid) ba« Soll ber SRa^
foiiier ntebergelaffen.
2>iefe SSafobier, beren 9{amen altere 9oInif(|ie ®elel^rte
¥on bem weit fpiteren SRafo ober aRa<(at> , ber ffdl^ in ber
atitte beS elften Sat^r^unbertS gegen $olen empirte, ^ahm
Reiten wolTen *), fanben bei \f)vex Stieberlaffung ein xoiU
ha, wäfteö 8anb/ xoüä)z$ jjebod^ balb t>nx^ fleißigen 7(n«
bau bewol^nbarer würbe. ®eine ^r^njen fär iene Seit ftnb
ebenfaSö fd^wer )u beftimmen ; bodf fdS^einen fte fi^ bamafö
no(^ nic^t aber bie ^ewen} unb gewiß no4^ nidf^t bi« an
bie iDffa erjirecft gu ^btn. 2)enn lingS ber 2)rewen} oft«
• 1) «te Pr6cop. L. m. p. 338 — 339 f!e f^itbcrt.
2) Kadlubeck L. I. ep. 4.
3) CfroUn«! i Aber Jtab(u(e<t unb Selemet in ben Vnbdngen
^tt biefem fBerfe baben |!d^ Aber biefen Sbctl ber <9eftbt(bte 9>oIend grof e
8c(bien|le erworben.
4) Joh. Crassinii Polonia in Kolof Scriptt histor. JPoIon. T.
L p. 426. Sif;, Si»i^ick£ Topograph. Masoviae ibid. p. 470. Vui^
€ttca< 2)a9ib S. I. C 158 nimmt biefe ^Cbleitung an.
134 {RteberUffung bec 0(at>en im fRotben.
roitt» finben wir auc^ in fy^teten Seiten {mnitr n^ ba$
freie nnt> (tiegerifd^e SSolt bet ®al{nbet^ über I9el(^eft bte
9|{afot>ier^ fo t>iet toix xoi^tn, nie ge^errfd^t fyihtn. Unif
gegen baft iRuImetfanb lE^in gingen bet aSafoDter SBol^n{{(|e
iö)mtliä) miüx aU bis an ben iOren^enj^Sflufi^ benn bi<
bort ^inab mol^nten nodf Ueberrefie toom ©ott^tfd^en Solle
nnb bis in fpätere Seiten toax ti immer beutfc^S 8eben,
xoMfz^ H^ in biefem Sanbe bewegte ^)« 3m Ttnfange bie«
Ter neuen 2Cn^eimung maren aber fonber Streifet aud^ bte
9Rafot>ier ein t>6aig freies unb t>on ben ^obn gan^ unaf^
b^ngigeS SSott/ in n^eI4^m ft^y bte bui^erlid^e £)rbnttng
unb SSerfaffung unter il^nlic^en IBerl(|ä(tniffen audS^ ber ber
|}oIen iffxülify auSbilbeten ').
3n gleidl^er Sßetfe waren urft^ritnglic^ audf^ bte 9oin-
meraner ober |)ommern/ bte, wie Mannt, i^ttn SRamen
als 9Reer::](nwobner ttl^ulUn, ein freies JBolt unter eige^^
nen ^erjogen. 3ns fte in bie neuen SBoli^nfi^ einwanbec^
teu/ fanben fte iDa^rf(()einIi(|^ ^d)on SSeneber ober SEBenben
im 8anbe^ bie na4^ ber ©epiben Xbjug bie $Beid[»fel iibtts
fd^reitenb ftc^ in bem Ieergelaffenen^®ebiete niebergelajien
(matten/ benn im befl^nbigen SSorbr^ngen ber S&Ser Dorn
£){len ^zx unb bur(b «^ermanric^S ftegreid^e fßafftn ge$
fcbrecft unb oejrtrieben l^atten bie SSeneber in 9>teuffen ben
alten ©rdnjfirom ol^ne Sweife( f(()on lange nldft me^r all
@(^eibewanb betrad|)tet unb waren fci^on Mit nai^ 9)(>«m
mem t>orgewanbert 0- Sorerfl blieb ber 9lame biefer fru^
leeren JBewofiner beS SanbeS ber l^errfd^enbe unb ging audi^
auf bie neuen 3Cntimmlinge über. Wlan begriff bemna^
baS gefammte bort wol^inenbe äSoII unter bem tarnen
SSJenben; baS Sanb felbft ^ie|i oiele Sal^r^unberte (linbun^. ,
baS SBenbensganb ♦).
1) ^Darüber rpdtrrbin bie Sewetfe.
2) Sirijrkoivski Sarmat Europ. ap. Kolof p. 55.
5) JCan^om ^ommerama S. I. ^. 3.
4) Wulfstani P«f>plus ap* Langeheck ScrplL rer. Danicar.
T. 11. p. 118. Fragment, vclus Iiland. ap. Langeheck T. U* p« ^'
Vconodland ober Vindlancl. 2f(npecf ISim'änb. Qfbton. 0. 25.
tliigemirfec 3uflattb ber äSiifec in ^reuffen. 135
@o l^tte ftd^ im 2fblaufe be^ fedftften 3af)r]()unbert$
iit Offlatt aUer 9la(|^6arlanber 9>teuffend mit einemmale
S^tic^ t>eranbert. 0lmg^ uml^er voat btefe6 festere Sahb
mit @(aDif(^enS6l(em^ t>em>anbteu 3n>€i9en @tne$ &tanu
mc^ umbogen. £)€r gonje Mfitti^xid) ber iDflfec iDejhoärt^
von ber SBeid^fet an, n>o fr&^et ®exmani\d)( S35((et gc::
loo^t unb beutfi^eS Seben gewaltet batte, er^iett iuxd) bte
Cinmanberung ber @Iaben unb Senben lootn @fiben unb
O^en ^er tln gan} neued (Stement für bte @ntn>t(felung
feinet Softdeigent^^ämlicf^feit %&x btefe blieb aucf) ferner^
bin ber SBeid^feUStrom'bie ®r4njfc()eibe/ benn über bte-
fen Strom nad^ £)flen 1)in n)ar baS neueingemanberte SSoIt
ni^t getommen ^). «^ter^ aber fd^eint fiö) im Saufe biefer
Srei^niffe bte ®eftalt ber S)inge ebenfalls merftic^ ^erin^
bert iu ^ben. £er ®otbif(^e @ef(l^i(l^tfd(^reiber, ber bei ber
Xnfunft ber 0tanbif(^en ©Otiten SSanbalen ober SSenben
befam|)fen unb na^malS iuxi) Jt6nig «^ermanrid^ bte SSes
neber be^n^ingen laßt, Unnt, wie e§ fdE^eint, ju feiner Seit,
alfo um bie 9Ritte bed feä^ftm 3a^rl!)unbert6,' in ^reuffen
fein fBolf biefeS 9lamen6 me^r. 66 trat n)enigfien6 um
btefe Seit ni^t mel()r fo bemerkbar l^eroor, baß e6 ber be^
1) Slavini — in Boream Viscia tenua commorantur : Jornand,
c 3. 2>ie t)on Bteiäfaxb ®erman. @. 202 — 203 angenommene,
wo nnd f^on fräßet einmal berö()rte Unterfc^eitund awifc^en ben 9las
ncn Vistttla unb Vi«da, unter midiem (entern er bte Wisloka, ben
•vftniffttf bfc Ofen na^ Oflen, fdbCicb t>on ber tßoiwobf^aft ihmfau,
jmMtf »ibectedt ftcb bur<^ genoue Sergtet^un^ ber &ttUen im Sor«
•OBbtf M^ti oott felbfi. Sßicf(t(b bdngt au4 bfe QteOe be< Jornand.
c 17y wo biefet bie (Septben atö Bemobner in insula Visciae amnis
nennt, ben eno^bttten ®tU^tten in folcbe Serlegenbeit, baf er gefiebt:
,,i<b fftb^e mf4 ie^t no<^ aufet &tQn\>, biefei Mtf)ftl in t5fen.'' Sßir
jinben fein fo(^e< Mtbfei/ oielmebr aUeö febc er!(Arli<^. IDte Visda,
^cren Snfel ober SBerber ju M Sornanbed s^eit bie SSibioarier be»obn«
tm, fann nacb allen früber ermdbnten bifforif(ben Sewdfen bnrcbau^
Irine onbere aÜ bte fBkUiftl feipn. 9S$enn baber im SornanbeS Visdae
insoia ^t, fo muf man annebmen, baf entweber tbm bte SBeicbfel
oalrc ben beiben 9^amen Vistula unb Visda befannt war ober baf
ber ivctte 9lame bur<!^ bie 2Cbf(^retber )>erborben ifl.
136 Ungdotffec ^ullattb bfc ^hlttt in ^reufffn:
fottbctn 9mi^nuni wert^ . gefunden wotben xoiu. Slaii^
fetner DarfteUung ter JBoIf et s^ Serj^lmiffe fetner Sage (ag
im SBefien t>on ber SBet4^fe( an bai . uni nun fc^on bts
fannte Solf ber Stbtt>arier/ unb btefeS. belE^nte fi(|^ in fei::
nen 9Bo^n{t|en btö an bte ®ebtete ber Xefiier aui ^).
SBo ntn btefe Seit bte @ebtete bkfer betben S&tfer fiä^ bt^
gegnet b<tben migen^ t(i um fo weniger )U befiimmen, « ba
beibe 3n>eige (Sine§ Stammet/ {tc(^ mel^r unb me^r in eltt^
anber Derfcbüngenb^ balb ju (Sinem ©anjen mürben; benn
@ttte/ @))rac|)e/ Sebenömeife unb Serfaffung/ gemifi an fidt
\d)on no^c Dermanbt/ taufdS^ten fidS^ gegenfeittg immer me|r
au& SBaS auS bem ^olHd^xatUv, ber ®itte unbSeben&p
art ber JBcneber )u ben Xefiiem unb SSibiDariem überge^
gangen fepn mocbte^ mu^U um fo me^r in bie (Si^ent^iinui
Itcbf eit bciber SBilter 9erf(bmel)en unb tonnte um fo ' wer
niger t>or^enf(bcnb bleiben, ba mit bem Xbjuge bed gr&^tcn
Sbei(e6 beö SSeneber::SSoI(eS tbm ber fefie ^alt entnom^
men mar unb bie Ueberbleibfet, bte t>on ben SSenebem tima
"^ im Sanbe ft^en blieben ober in bie früfieren Sinmo^net
gleid(rfam f4^on t>erma(l|^fen maren, {eine ®tä^e mel^r barbo«
1) ^ie forgfame Sorfc^ung muf bie stellen bei Jornand. c 5.
17. unb 23. ^enau unterfc^etben. C. 23. nennt er anerbing« bie Ve>
uetos M bte 9{a((baren ber Xeftier; aQein er fpcicit in biefec ^U\U
offenbar Don ber 3eit bed J^öntgeS «^crmanricb/ ber beinahe sn>etbttnbert
3a^re Dor tbm lebte, ^er Jttiegdiug biefe« JC^niged unb bte Ohreigniffe
ton }mei Sa^r^unberten (Kttten obne Stoetfet bxt Bage ber )Dtttge xAtU
fad^, »ie f^on oben angebeutet \% terdnbert. ^a^er fsdt Jornand,
c. 5. von feiner Seit: Ad lituf Oceani, iibi tribut fiiucibus fluenUi
Vistulae ilumiDis ebibuntur, Vidioarii resident, — post guos ri-
pam Oceani item Esti tenent unb c 17: nunc eam, ut fcrtur, m-
sulam gcnf ViTidaria incolit. c. 23 be^icboet er bte SBobnft(e ber Xes
ftier ebenfaUd bur(^ bte tBorte: qui (sc. Aestli) longissima ripa
Oceani Germanici insideni, atfo gletdbf^tltö bur^ bte gegcn»5rtt0e
3ettform. tbieft GteOe htvotiftt au^ sugleicb, ba| man c 5. nicbt le*
fett möffe „ Itemesti ; « ein SoK Stemefien fennt bie iSeTcbicb^e ni^t.
3(b fteOe anbeim, ob man item Esti ober ftatt item eine anbere Ms
alt tt>äb(en rnoOe. Esti aber ober Aesti muf in febem 9attc geUfen
werben.
ttttgei9tffec 3tt|lattb ber SBilfet in ^reuffeit. 137
tflL SteMf^n IfatUn M^ tte übrigen ScÜft^nxAzttt,
wifyctnb welken Tkpn, ®altnber, SSenebet/ ©otJj^en ^er
Btbtoartet mbtn ntib unter einander auf Stnem Sobm
gwo^nt, mit etnonbcr in t>telfad^ec ©emeinfc^aft unb tig«
liebem SSerfef^Te gebbt^ in «^anbel unb SSBänbcl/ in iftrteg
unb Srfeben immer in Seritl(^ntng geflanben fyittmf ^olU
lemmen f^ingereicl^t/ um eine eigent()umUd^e (S^arafterbiU
bung fnr hai in $teuf|en lebenbe S3ilfergefc^le4it in ber
»ml^fetfcittgen SB«rf4^meliung ber (SigentJ^ämltcl^feiten ber
ciRjcbien 3meige ju bewirfen. TCbet bie 3ei(^nung unb ^ax»
fkOung btefe& eigent^ümUclfen SoIfötl^umS mnfl fpiteten
Seiten i>or6e^a(ten bleiben , in benen bit £lueaen {Idj^ teic^«
lU^r öffnen.
Sut biefe Seit be« fehlten Sal^i^unbert« fliegen fär bie
<Befd^ie^te bt$ Sanbed bie ÄueSen nod) t>iel )u f^arfam unb
)u trüb/ atö ba$ n>ir in aQem/ n>a6 fte un$ liefern/ auf
fU^e QeWdiÜi6)t ©emif^eit re4^nen burften. &tatt iid^f
ttt fl^eric^te bringt {!4) üuö) f)itx immer no4^ bie . gefi^wo«
(ige Sabel unb ®age in bai Sßttei^ ber @€\(i)xö)U ein, unb
me in ber dlteren ®€fdE)i(^te alter S&Ker be^u^tet fte auc|^
|ic( i^re bunfe(e 3auber^errf(|)aft M auf bie fetten ^ in Us
nett IftUetti iid^t fU {urucffc^euc^t Ho^ f^ielet fte fonber
äioeifel äut^ Ifiex auf bem ©runbe eineS xcdt)x^(ift ^tfdfiätU
ti6)ai, SebenS/ wel^^eS X>nxd) fie nur uml^üllt, iad) teineö^ •
vegS gan) unfenntlid^ gemorbcn ift. %üx folc^e Seiten muf
il^ ber ©efd^ict^tfd^reiber alfo audS^ i^r Steift laffen; boct^
Uam eS i^m gewif auc^ erlaubt feyn, bie einzelnen SBIitfe
be< gef(H4^tli(^en SebenS, bie fte ber 3iaö)xodt Bemerfbar
getaffen fyit, au§ i^rem £)uu!el ^ert>or6re(|^en unb bie ^aä)t
beleud^ten ju laffen.
iRadl^bem bie @age bie SBanberung ber @(anbianif(lj)en
(Sot^n ins Sanb ber Ulmigerter erji^lt/ xomn {te bid auf
bie Xnfunft iened SoKeS ün ber fAbbaIttf(()en £A{ie mit {u
4»eTem 0eri4^ten )temlid(i genau Abereinftimmt^), fil^rt fie
1) IBdt 8ttca« S>at)ib S. I. @;. t2 f. unb Jornan^. c. 4.
1S8 ®tfd^ii)tt uttb Gage \>on SStbemub mtb fBntttno.
alfo weiter fort. X(S fUEf ba» Sfanbifc^ !Bo(( lutn m ber
tUmigerter Sanbe ntebergelaffen unb ftd^ mit biefen me^
ttttb melier befreunbet unb ju (Einern Solfe üereini^et/ baS
Sanb auc(^ fiie unb ba burcl^ fiSurgcn betoel^rt b<^tte ') , tra«
ten unter ibm ^toei 9R4nner auf^ Srutenp unb SBibeimsb
genannt/ unb beriefen, oieOeicbt an^ IBeforgnifl t)Degen bev
naben 9Rafot>ier, bie Jtlügften im Solle )ti einer Serfammis
hxnQ. & warb beratben unb f&r gut befunben, ba^ ein
£)berbaupt an beS SoIfeS ®pi^ {tebe. tKOer SBabI fte( auf
SSruteno/ SBibewubS IBruber. S>a iebocb biefer fein Seben
bem S>ienfte ber ®6tter gewibmet, fo wanbte er bte SBabt
beS SSoIfeS auf feinen S3ruber SBtbewub, einen beber)tett
unb t>erftdnbigen SRanu/ ber bemna^y auf SSruteno'ft 9lat^
audE^ ium ^6nige ber @fanbianer erforen warb.
jbetradl^ten mir bie @age n^ber / fo weit fte und bie?
»ortiegt/ fo gefit ibre jBe)iebung/ wie Kar einleuchtet/ nur
auf ben X^il bon |)reuffend IBemobnern/ ber aM ®(atu
bien eingemanbert mar, alfo auf bie Sfanbifcben ®otben,
bie ftdb mit ben fogenannten Ulmigeriem Dereinigt bitten,
fragen mir bi^t juerft na^ ber @tammt>ermanbtfd^aft. bie?
feS le^tem SoKeS/ fo flnb biefe Utmigerier/ meU^Soman«
beö mol^ ofine Smeifel richtiger ttlmerugier nennt/ offenbar
ein mit ben @otl^n enge bermanbter dmeig. (3ö)on bte
9l&be ber SBo^nft^e/ in met^^e frubere Sd^riftf^eOer bie 9tu^
gier unb ®otben )u einanber fe|en ') / f 6nnte oon felbfl auf
eine gemiffe ®emeinfc^aft unb Skrmanbtfcl^aft fcblie^en lof«
feu/ menn nidS^t au<brä(f(i4^e Seugniffe eS au4^ be^^tigten,
bag bie 9lugier ein Sweig ®o(bifd!^en &tammii fepen >).
1) Sttca« 2>aDtb B. I. @. 15 — 16. Qi ift an4 (ier »o^C 2»
htad^Un, baf Sucai ^Davib btefe Gage auö brr alten Cfli^ront! bf< Bis
r4o^ C^nflian entnabm, worin au4 0imon ®runau Tr. 2. c.2.
§. 3* AbrreittfHmmt
2) 2ViciA German. c 43.
3) epuren btefer »ermanbtf<!ifaft beiber »&(!er (aflhi IM f4«o »
@(anbten ftnben , benn Jomand, c. 3 (ennt fcbon auf €kanbta rinm
So(!6iioci0 unter bem 9lamen Ethelnigi, welcbe 8iei(barb e. 176
in bem S^U be« 2)rammettf[tsfdf biete! , wo bie Soatri dtbgcn ttedt.
I
Skfclric^tf utib Gage \>on fttkMttb imb CmUtio. 139
Snra nim bte Sage tie Utmi^nitt eUt Ulmentgict )it
ben nreimDo^em f>reufTend ma4)t/ fo bejeicl^net ffe bamit
nf^itt anbere«, alö baß eö jene alten S3e»o()net ^itüffenS/
bt€ ®ot|^n, gmefen fe^eit, iu mldj^en bie @(anbifd)en ®o^
Am f^räbergefommen fe9en. £)b aber in bem 3^ugntffe
rtned altvn Ql^tenipn, baf bte Ulmerugter i^^ren 9lamen
von ben ®atoetben erlJK^tten l^aUn, unter benen fte an
Sliffen i9o^ntenO/ ^tne x^affu jDeutung liege/ ift, toit ti
itni fc^tnt^ eine S^age bon geringem ®en>idl^te.
Unter biefem vereinten SSolfe nun trat nac|^ ber @age
)tt einet Seit, äl^ if^m ®efat^r von ben SRafooiem brol^te,
bnr4 SollStoa^I 9Bibett)ub aU i&bertiaupt auf. SBaö iuerft
jene ®efa^r betrift, fo fdl^einen bie ^JSafobier fdj^on balb
naä^ iftrer Sinwanberung in i^^re neuen SBol(^n{t^e ifyx ®titi^
geUrt äberf4^ritten )u l^im. £)ie Seitorbnung ni<^t beacl^«
tenb berichtet und bie @age , baß fc^on bor ber Xnfunfi ber
Cifmbifi^n ®ot^n ein 9Rafobif4iNer %üift t>ai So» ber
Ubnentgiet &bem>d(tiger, baffelbe jur Xu&Iiefentng einer Ztus
}a^ itinbet att Sribut gejwungen unb ju bejfen (Smpfang
oli^id^ baS Sanb befu^^t iaU. Unb biefeS £)pfer ^itUn
bie ttbnenigier audS^ gerne bargebrad^^t, ia eö felbfl fAr eine
C(ie geo^^tet/ baf ber frembe %&t^ bie f4^6nfien i^eritin^:
ber mit ^ in fein Sanb genommen. ZU aber bie @fan«
bioner }u ben Uimerugiem gefommen fepen, Ritten fte bie«
ftn ben ftl^niben Xribnt att itxd)€n ber itnec^^tfcftaft bärge«
UeOt/ ^ iur ^Befreiung unb )um SBiberfianbe gegen ben
frembcn @ebieter ermuntert unb )u bem Sntfc^luffe be?
|inl«t Procop. L. III. p. 309 aber fagt au^bröcf^id^ : Rugii autem
natio et ]p«a Gottkica est, sed proprüs jam olim yivens legi-
bu«. C£ Hugo Grotius in Prölegom. ad histon Gothor. p. 9. ilo-
deric. Toleian. L. I. c 8. Procop, L. IL p. 258 nennt bie Rugii
socius Gotlhis populus. 3n Arenpeckii Chroh. Aiistriac ap. Pez
ScTiptL rer. Austr. T. L p. 1219 f^xft Hi baf Prussijim yeteres
Mtarigiam Tocavere. SBir wiflen btefen 9lamen nid^t }u rtniten. €^00
r* oieOdi^t Ulmenigiam ^|en?
n encal )Daoib 83. I. e. 11. ^na4 bem fBtfc^of GbrtfKan.
%
140 9tj^x^u uitb Sage von SStb^toub.
mögen / bem !B}afot>ter fortj^m beit Zxibut ^u Demefgetn ^).
' 6e^en wir bat>on l^inmeg/ bafi bie ^age na(^ t^r
Zrt bte Seitfotge nt4^t bea4»tet, fo fd^etnt üUa, xocA fie
uns hmd)Ut, ber Sage bet S>tnge^ fo weit unft bte ®es
fc^tdS^te biefe aufHiSrt/ in fetner Sßeife ju wiberfpre^eit.
S)enn ^um erften ifi eS mol^I btixei^iä), xoit ber 9lafDt>ier
in feinen frufieren Sßo^nft^en an ber S>onau an iKriege mit
Stadl^baro^Ifem^ an einfalle in frembeö ®tbut, an Sftiubt^
uUn, <lr))reffungen unb an ttntenoerfitng nachbarlicher 3n>etge
eined anbem fßolHftammti gewinnt, nun aud$ in ber neuen
•^eimat biefer feiner 9latur um fo melE^r getreu bleiben unb
feinem alten «^ange um fo eifriger na(^gel(^n mn^U, ta
fein milber unb mufter Soben il()n anfangt manches ent«
beeren ^ie^/ xoai er im angebauten 9{a(()bartanbe mo^ teilet
erlangen fonnte. 3um anbem {(l eS ebenfaQd mobi begretf«
H(^/ baß bie t!Rafot)ier babin flreben mußten, au6 bemStacti»
barlanbe , mo feit uralter Qeit %dexban unb mancherlei Se-
trieb bläl^ete, junge unb riiflige SRenfdl^en in i^r Sanb |u
betommeU/ bie fdr fte ben mäflen Soben bebauen, bie raus
liien Sßilber läften unb ihexi^avipt M &eben8 2aft unb
fiSärbe tragen mußten. Unb enbltcf^ ifl eS felbfi aud^ ni^t
unbegreiflici)/ wie baS fo frieblic^ geftnnte *) unb an üotH^
jal^l fo reict^e SSoIf ber Ulmerugier/ um Arieg )u Dermeiben,
lieber ii^iAidf eine TCnjabl junger !Dlenfi^en nacb SSafovien
fleUen fonnte , ba ja baS SooS^ melcbeS biefe bort traf, mo|^
ni(bt9 meniger aU ungläcllid^ gu nennen fe^n modS^te. 60
f^eint alfo/ menn mir folgen Betrachtungen Staum geben,
auif ^iex bie ®age auf mafir^aft gefcbic|ittic(^em fiSoben ju
rufien.
DiefeS Xributi fBermeigerung aber ergeugte bie Oefa^r
eined ^Krieges mit ben 9)lafot)iem. 3n foIc^erSage beburfte
ti eines oberften %&f)xeti, einei S3oIf8^au)>teS unb äBibe»
1) @o He Gage bei euca< )Dat>lb S. I. 6. 39 na(| ber Gbro»
ni( be« Kf^ofi (Sbrifltan; eben fo bei &mcn Grünau Tr. II. c
1. §. 3. Sener nennt ben stiften 9Sta^, biefer fOtafo.
2) eucad ^avib ». I. ($. 11.
#
9t\6fid^u uttb Sage t»on 9Btbe»Qtt» 141
wob »atb na^ bei Qa^e ium Mnx^z erforcn. SS ift feit
altrr Seit btö auf bie jfingfte l&erab aber biefe Srfc^einung
eine« fftnigUcf^en «^uyte« an ben Ufern beS äBei(^fek@tro«
BKS i>on geteerten SRJnnem viel t>ermutl^t, btel geraC^en
unb «ieled, wie man «meinte/ aU reingef(|)t(^t(tdbe6 Grgebs
ntf ^ingefteUt worben, unb bennoc^ lag immer. no(^ über
ber ganten <Srf4^einung ein fo bunfeltr ^c^leter, ba^ ti
Uum m6glt4> feilten, irgenb ^zn Sorblicf einet reinen ge«
fäfidfÜU^n a6)M barin )u ^zmtt)mzn. 2>em einen mar
Stbcwttb/ ben man au(^ Sßaibemut/ Sßatbemub unbSitO'
wubo genannt fanb, ber %ütft cmi 7((anen^ttfenS/ ber inS
iaab eingemanbert bie erfte IBegrAnbung ber ® taatftorbnung
unter ben Semo^ynern Dreuffend oeranlafit tiaben foUte 0«
Sin anberer fe^te feine ®ef(|)tdl)te mit einem Einfalle ber
Sibmcx in f)reuffen in SSerbinbung '). Sin britter ließ ifin
auö ber Gtmbrtfi^n S^erfoneS nac^ 9>reufren manbem unb
ba tin bebeutenbeS Steidf gr Anben 0- Steuere ®ef(l()idj>tfc|)re{^
bqr oemarfen entmeber bie ganje @age bonSßibemubS ein::
tig^ «^errfc^aft aK ein blofie^ ^ii)x^n *), ober fte mär^
bigtrn fte M ,/ mi^rc^en j^nlidi^er Angaben '^ weiter feiner
Xttfmerffamleit')/ ober fte fteSten fte nadFt unb blofi aU
@age ^in unb dberliegen ieglict^m bie beliebige Deutung
unb SrK^rung % ober man fanb ben @(^IäffeI in ber alt«
sorbifc^ett SRyt^ologie unb war bann um ben fBeweiS be$
mil^t, baf ^^ber 9reuf|tf(|^e SBaibewub unb ber t>ertriebenc
£)btn entweber eine Derfon fe^en ober glei(|^}e{tig bod|^ we^
mgfienS in genauen iBesie^ungen )u etnanber ftJnbenO
1) Kojaiawitz kistor. Litthuan. p. 17. Erasnius SteUa de Bo-
nus, antiquii. p. 25 — ^.
?) ^ortfno(^ 3C. u. 9t 9)cettff. ©. 67.
3) Schulz Chron. p. 2. ^ ^artfnoc^ a. a. C). 6. 45. SStbcs
mannö CTf^ron. (9^cr.)
4) 04(6iec <Sef<^td^te t)on Sitt^auen €f. 24.
5) «ac3«o |)rett(f. ©efdjl^tf «. I. ©. 143.
6)Äo^ebue Vettere ®er*i*te f)reu|f. ». I. ©. 37 unb 27(.
7) «Mennig in r. V^^^nblung: Cbtn unb S&aibewut OTme f^iflo--
tifije fJaraUf le , In bfr ^ttn^vix^, SRonatöf^iirfft Shtrtienia 3r ©. ©.
«1 If.
142 9ef(^i<f^tettnb 0ade t>on 9Bt()ei9itb.
uvb Mefet norbtf(|)e £)bm gab aDerbtngS ber Skutung^fiul^t
inxöf feilte grofen unb iDunberbaren aSanberungen Staum
in grofer SäUc/ um mit allem/ xoai man in feiner SBan«
berunsSgef(^i(|)te fanb^), anib n>ol^t ben A6ntg SSibemub
bann ju ru(|)en.
SS itemt ber ©efc^id^tTc^reibung nid^t, auf ®anb |)a^
Ijjle }u erbauen unb bie Grfc^inungen beS ^Uxa Dergam
gener Seiten auf unftd^em unb faulen Soben fpitUn ju
laffen. J)arum ftel^t i^r bie gorfd^^ung jur «^anb, bie b«,
wo bie ®ef(|)icl(^tfcl(^reibung anpflanjen unb an^bavien foS/
}uioor bie @i(|)er^eit beS Sobend )>rufen unb unterfitclKn
mu$. Sor bem ©erid^te btefer präfenben Sforfcbung aber
wirb möft Uid)t eine iener SReinungen unb S>eutungcn be«
flehen ttnnen. «ietteidf^t i# eß i^r gelungen, ber erf*ci*
nung SBibewubS in folgenben 8ieri[)ältnifren ®inn unb jOeu^
tung ju geben- 3ener®efa^r, bie »on SRafoDien l&er brof^te,
fonnte nur burd^ bie bewe^fte SRannfdj^aft be« SoIM mit
Straft unb ®lürf begegnet werben, ©iefe ÜRannfdiKift biU
b^ten bie SSe^ren ber SBibeU/ bie fBibit>arier, ba i^re Se«
ftimmung bie ^el^r unb Sertl^eibigung beS Sanbe« gegen
ieglict^n geinb war. 3ur Leitung biefer 5Bert^ibigung aber
unb )u beS itriege» Sul^rung unb jDtbnung beburfte t* ei^
ne« aUgebietenben Öberiaupte« an ber ©pl&e ber we^r^f*
Un Sßiben unb aU foU^eS warb fBibewub t>om Solfe er<
roi^lt ©ie JBebeutung feine« Slamen« entf^)ridj>t biefer
Stellung. iDer ridfi^tige 9lame ift ieboc^ teineSwegS SEBaibe«
tput, — benn fo nennen iffn nur f»>itere l^ellen — , fom
bem ffiibewuto *), Bibowuto »)/ Sibewut ♦) u. f. w. 3ta
1) ©. Lele4vel &hn Malthaeus Chol, bei Ossolinski <u a. C
@. 561.
2) @o «uca« ©aoib 85. I. ©. 16. 17. 19; Ott* tBibciDtttte
®. 51. 63. Sßarjmann« CFftron. (SÄfcr.)
3) ©0 @imon ® tunau IV. IL c 1 §. 2. abwe^ctab m^ fBi»
bemuto unb Sßibowuto.
4) Schulz Chron. p. 5. — JDaö gragment ber Ö^ronif be« »tf^of«
ejriftian ^at WüdawuUus.
9ef(^i(^te nnb Sage t»oti 9Btbei9ttb. I4ä
Ti4^tigfteii gefc^rteben aber w&rbe bet 9lame SBibebob, fBi::
bmbob ober SBit^bob ^ifien mfiffeii/ benn S3iben ober
Stt^n, Stbtoarier obA ® Otiten ftnb baS ßoie/ über wcU
4ed er (um £)ber^u)>t^ erforen warb. S){efe @teUung be«
in^ntt ber {weite S^eil beS9lamenS/ benn in ber altbeut^
f^en ®ptaöft bebeutet „S6ob^^ @ebieterf(^aft, gebietenbe
9kaöft, ^errfc^erwärbe ^). S>enmac^ be)ei4^net bet 9tame
SBtbemtb, Stbebob ober SBit^nbob nichts anbereS als SiU
beti^Oebfeter, SibensSfürlt, SBiben^f^ü^rer/ ffitbensiOber::
^vpt. So begegnet uni auft fp&teren Seiten ber 9{ame
bc« altyve ttfftfit^n ^rflen SBar^ob ober SEBarbob ') , fo biel
bebcutenb aü JCrtegdgebteter. Surften ^{Benennungen bei
anbctn SSllfem ©ermantfd^en &tamme^ befldtigen biefe (Stf
n^rungen "); ber 9lame SBtbewub ^t feine X>eutung in ben
Srr&^ltnijfen bei €anbed fe(b|l gefunben; SBibewubd .^errs
fclKi^ tft bie oberfte ®ebieterf((K)ft Aber bie JBibibarier unb
eft ttIfeUt ^ierauft abermals ein Seugnif fär bie Setiauptung,
bo0 bie Sage bon SBibewubft ^errf4^afi in 9>reufen auf
^tf^id^Üidftm fiSoben ru^t^).
1) Pf achter GloMar. German. p. 186: „Bod in nominibus
HTOpriis Veterum Tidetur ducem Tel alium aliquem anctoritate ja-
bem4i poQcntem denotasse, a bieten mandare, praecipere. >Dalj|ec
Waltbote, Walbode potestate et auctoritate instructüs ; postea tranj-
ul in nomen genlile Dynastarum et Patriciomm nobiliura. Seherz
Gloaiar. German. s. b. t. Bort^ Urscfc^t^te $8. 11. &, 366.
2) 8ucai iDat^ib S. I. @....
3) iSM^t Setfpietf mh^tn eenAgen. ®oift:Sentobob Seutonetir
yfirlK^fRarbob na4 Sart^ ii.a.0.e.369 9tdtere{sOebieter,obftoon
mar grofr (o(b# ber groSe Gebieter; xkM^t aucb SJtarfomanncnaPrIt
^ttb»0eb6ren oud^ bie 9lamen 8tabbob unb €>i0tbob f. ActaXu^
^^ri ap. Leibniu T. I. p. 86. 88. Xttf gbi^e SBeife vx\<mmtii^t^t%t ftfnb
OcBobaub, ^onnobattb, «(artobattb, aj^allobaub, wie aucb
aXcccbaub: alled Senennundcn von gürfitn Germanircber Cdlfer.
VFachier Glossar. German. p. 186. Xbclutlg dlt. ©ef^td^te bet
SDeutfiben 6. 327. SS^erfebe ^hVttc unb S35lfersS3änbe bed arten
]>cutf4r. e 14Z
4) ^rrbfl bie G^noft^nund ber 9Baf>( SBtbewubö ium oberfieti «Raupte
bur4 bü« CoÜ beflAttgt bie obige 2Cnft(bt. &o ermdt^ten in gleid^er SQcife
au6 btc Songobarbcn nac^ if)rec 2ru^wonberung aud ®!anbtnat)ien au<
144 @ef(^t<^te imb dage t>on Sibetou]^ unb
Vtt nun ffiibewub — fo ctji^ft bie Sage »dter —
)U be« ßoReS £)bet^^t ettoren war, befd&Iöf et mit bem
eoße, feinen Sruber fBruteno, beir fein Seben ben Oittcnt
geweil^t/ aW gemeinfoniett iDbet^errn an juerf ennen / ni*»
©rofe« ober Äleine« ju beginnen o^ne feinen ffiiOen, in
JCBem auf feinen 9ta^ ^ ^6ten unb i^m ®e^0rfam )tt UU
pn wie ben Gittern felbfL X» ben «erfünbet be« ®itter*
SBJiUen« nannten |ie il&n fofort ®ri»e ©riwaito, ba« ifl,
»id^ter ber Stifter, ©atauf bef^Ioffen SÖibewub unb «ni^
teno in ein^eEiger ©eitnnung, baf ibr »ott hinfort leinew
anbem 25ienflf*aft leiten ober ®ef*enf unb Äribut liefern,
fonbem in Jfrei^Kit unb nur im ®e^orfam gegen bie ®6tter
leben fotle, ©a baute SBibewub nun eine fefte »urg, ^Uitt
ober iRo9tto genannt unb jmif^en ber offenen 'See unb bem
grifdj^en «^aff gelegen ^). 2>ie ©fanbianer aber in ber &^nft^
funbe, wie in ber Äriegöfunjl erfal&rener unb geübter, in
i^rer ganjen aeben«weife auc^ f*on gebilbeter, aö ba« im
ganbe gefiinbene SSotf, ba« weber @ö)xift no* Ärieg«*
gefc^aft fannte, erhoben fi* balb ober bie Ulmerugier,
veralteten fie im ©Änfel i^re« ©tolje« unb jwangen pe
mit ®ewalt ju fne(|>tif*er ©ienjlbarfeit. 35a entflanb gro^
^r Swiefpalt unter ben »illem, benn bie Ulmerugier woB-
ttn ft* ni*t fne(li)tif(^ unterbrfirfen laffen unb verweigerten
bfe aufgebfirbete Xrbeit, biS enblic^ bie ©fanbianer von
ben erjurnten Ulmerugiem ubcrfaüen unb mef^r a» ^unbert
bem etammc ijrer bi^Mgen Jfdtjrcr (ducc.) ein oberpe6 *aiipt, einen
Äönl0, regem sibi ad ceterarum iiwtar gentium sfatuerunt; Paul,
ff^arnefrid. L. I. c 14.
1) «uca« ©aüib ». I. «. 17 fagt: ,,swif*ett Jtrano unb
*ailibo/''ba6 »Are jwifdjien Chrono unb ^aatiho, mit »el*en 9lamen er
fpdter^in 0. 60 bie offene ©ee unb ba« grif4c *aff bejei4net. &U
mon ©runau nennt bie «uro Noytto, eben fo Leo p. 2 unb leet
pc auf bie »tet^ring. ,,3«unb'' fagt 0imon ©runau, wirb e< 9leitem
berg, na* Sucaß J)at)ib «fleibcnburg genannt. SBic ^ben aber in
feiner alten SJerf^reibung einen »lamen in jener ®egenb entbecfen f 5n .-
ncn, ber biefem Slaito ober 9ftor)tto Ä^nli« »dcc. SRan f6nnte an
9libben"^^en!en; allein biefeß liegt auf ber Äurif*en 9lejring.
SeTc^te itnb &ütß von SBibmub tttib Um QitAm. 145
t^ ^hU fammt aUtm, maS baxin toax, hutdf Sf^tter un
tiigt lourbnL 3»«c fui^te SBibemub baS cmphitt SSoK }u
(em^tgen; ba er tnbeffen (ein ®e(|6t; unb feinen ®^t)ox\am
ffti i^m fanb/ fo berietld er ^(^ mit bem ®rtwe/ wie e<
ifxiäf bie Sun^t ber ®&tter jur 9iu^ )u bewegen fep. @te
lubeit baS gefammte SoK auf einen Sag bor bie Surg
Salga. TOit erfcl^enen. %ber ii toax fd^wer^ ben Si^teben
unter bie erbitterten S6lFer iuräcfsufäi^ren. 2)o(^ (am e6
tMidf ixoif^ beiben loieber )ur {Bereinigung unb eS n>arb
}ttr SSegränbung beS SriebenS ber JBertrag gefc^Ioffen: ,^eii
MV foUe ben anbem Deracfiten unb wiber SBiSen )ur Arbeit
jiDtngen. SebArfe einer beS onbem ^iA^, fo m6ge er ffe
buT^ freunbli^e ®aben unb ^itUn ober anbere SRittel ber
SJIKIbe in errei^en fuc^^en. Cbler gead^tet foQe nur berienige
ftpn, vhU^x hnxö) eble SEl(iaten jtc^ bor anbem aMitid^nt,
bnrc^ ^atüi^i, fdj^neOe Stoffe ben Sonang gewinne unb
fk^ in KriegSt^ten äbe. @onfi foUe nur M SlamenS Jtlang
ben <S(anbianer' wm Ulmerugter unterbleiben ').
Xtö nun, in fok^er SBeife bie $B6((er wieber bereinigt
uraten, oerorbnete ber ®riwe auf bem Sage bor S<alga
aue^ mel^e ®efete/ weUf^e M Sol(e9 innere» itUn,0ittt
unb ßxM^ betrafen. 2)ie wid^tigfien biefer Serorbnungen,
bereu )um jBfytil wir nad^^er no4^ weiter gebenfen werben,
^tlUn auf bie ®ränbung eine» gemeinfamen ®&tterbienfleö
beS wieber vereinten IBoKeS fiin. Ütac^bem ber ®riwe bie
Derfammelte SSenge jur S3ead^tung ber ®efe^e ermahnt
unb gewonnen ^tte , würbe oerorbnet: SS foSe If^infort'nie^
manb of^ne ben ®riwe bie ®6tter bed SBoKet anbeten unb
(einer aud fremben Sanben einen anbern ®ott inS Sanb
bringen. 2>ie brei oberften ®itter foOfen fepn ^otxmpoi,
9>er(uno unb DibtOoS. Um biefer ®6tter wiOen foUen ber
Sriwe ©riwatto unb feine 9lad^foIger, weh^ bie ®6tter
g^ben unb bie |)rief[er wäf)(en werben, f&r bie oberfien
1) SBie Sttcae jDaoib 8. 1. ®. 19—20 H ottdbrft(ft: „Uä^
biftb ber nnberf^eft, hai ber 6canbtaner 9ta^en f(4 enbtgen auf ein
O, aber bet Ufmi^anet attf ein e,
I. 10
146 ®ef(^t4te tmb Gage t)on SBtbemttft unb bem <8rtiiDf.
.^mn M SanbeS gelten. 3^nen tote ben Oöttem felb#
gebäf^re Surdf^t unb ©e^orfam. aSer Mefe i(inen )oOe, er<
woYte ienfeitS biefe< SebenS ret(^ fBelo^nung; wer f!e ba$
gegen Demetgere, werbe burc(^ £Iual/ Sommer unb Vng#
geklagt HUt ^a^baxn , welci^e biefe ®6tter elj^ren unb mit
jOj^er befd^^enlen^ foUe man lieben unb a^ttti; bte fte jes
bO(|^ berf(|^md^en unb berac^ten^ foDe man mit Seuer unb
Xeulen berfolgen.
Zl& biefe« ®efe6 berlAnbigt unb baS fßo« entlaffen
war, berietlEien SBibewub unb ber ®tirot, wie biefe« SoR
burc^ bie Sur^t bor ben ®6ttern auc^^ fernerl^in in Stulpe
unb Sintrac^t erl^alten werben (6nne ; unb fte bef((^(of en bie
®ränbung eine« Stomowe. S>a fanb ber ®riwe auf einer
anmut^igen 2Cue eine midfüit, bidfeSicf^e/ beren }(efte ^
weit ausgebreitet unb beren Umfang bon ll^ol^m Xlter jeugte.
X>affin entbot er ba«. gefammte Soll/ il^m berfünbtgenb,
baf bie al(mj(|>tigen @6tter ftd^ bort einen jDrt att«etfell)en
tfitUn, an welchem fte unter bem SSoIfe wohnen woOten.
VI« nun ba« SBoK in grofer 3a^( berfammelt war, geigte
man i^m bie brei au& @fanbien mitgebrad^^ten ®htUtbiU
Ux, «oeId(ie ber ®riwe nic^t fem oon ber (Sxä)t aufgefiellt
^tte, a(fo baf fle ieglidt^er fe^en fonnte. j^ai Holt freute
fid^ beffen; am meiften ftaunten be« Sanbe« ältere Sewö^
ner, bie nie jubor ba« Silb eine« ®otte« gefe^en, fonbero
nur (Sonne unb Slonb angebetet fn^tten. S>ann trat SBtbe«
wub auf, ba« SSoIF inm 2>an(e gegen bie ®&tter ermafb
nenb, baf fte i^m biefe« 8anb berlie^en Ratten, unb tfyn
bertAnbigenb, baf e« ifir SiOefe^/ baf bie älteren Sanbefe
bewo^ner unb bie neuen Tintbrnmlin^e ^6) gegen einanber
freunblidi) unb hx&Uxüö) ^txf)alUn unb unter ftc^^ einig Ie<
ben foUten. 3C(« reid^e folgen br&berlict^r Sintrad^t oer^te^
er 9ieg aber bie ffeinbe, 9leidl)t|&um burd|^ Staub, 8tu|m
unter ben S}6lfem. 2)en Unge^orfamen , bie biefer ®ebotf
ber ®6tter ni^t a^UUn , berf önbigte er al« ©trafen Üual
bun^ bJfe ®eijler, Ärieg \>nxd) nad()barli(be JBJlfer, Heber«
wdltigung im itam))fe, Xob unb ®efangenf4^aft burdi^ ffeinbe.
*
»
Cifi^^te mdb Cage t>oii Sßtkewub tmk bem 9t\tot. 147
Awl^tfi^/ (ortt Xrbeit unb Kammer unb SIenb iegti::
ilcrXrt
30» nun baS Solf nac^ fold^et Srnta^nung bem JCinige
bm («^itlbtgen Qc^orfa» gelobt, befalt^I ber ®rtn)e/ m beti
(o|Kn IStd^n^amm biei 9ltf(^en einju^uen, unb ba btefeS
ge^iMcn roat, wutben Don i|im b{e bret ©itterbtiber mit
gEofem ®ei>r2tige unb tiefer (S^tfütöit in biefen ®tanbortetr
üuf^ft^Ut unb jegttdbem @otte fetn Xletnob unb feine iD))fer
borgebtAC^t £iarauf gebot bev ®nme bem Solfe, in foU
gmbet Sta^t an bem £)rte su t)emei(en/ weil ed bie ®&t9
trr wollten, baf er am folgenben Sage i^ren SBiUen bem
Soltc Dertänbige. Gin bnnleled @ewttter nmrohltU in ber
9lad^t Stn «^immel; jBlit unb 2)onner fc^redFten baS JBoir.
TM aber am fnft^en SRorgen bie @onne lieO unb freunbli^^
^nmfPieg, tief ber ®rime einen «^otifiof aufrid^ten; bie
|>rie9er trugen il^n binauf unb riefen bat SoR ni^er ^tf
htu S>am tt^oh ber ®riwe baS SBort unb Spta^: ,3r
babt in «ergangener 9ta^t Demommen, wie unfere ®6tter
bnnl^ f)erfttno'S bonnembe BpxaAt mit mir gecebet unb
§Aottn, tudf (unb ju t|iun, baf il^r liinfäro nur an bie«
fem £)rte unb in biefem l^^eiligen SBalbe, ber SBofinung ber
Oitter, iD)>fer unb ®aben bringen foOet. Sioi) nur aBeiti
gewci^le f)rie9er foDen bie bargebra^^ten i&pfer ben ®&ttem
äberret(tfen. 2>arum foUen aud^ bie 9>riefter/ SBaibetotten
genannt/ immerbar in be< •^eiligC^umS 3l&f)e wolt^nen. SS
foB aber biefeS Sanb, baS unS bie @itter Derlie^n, ^infort
mN^ meinem/ be6 erften ®riwe.9lamen Sruteno, batSru«
tener^Sanb genannt merben, auf baf auä) ^ieburc^ bie
netten Xnf&mmlinge unb bie alten Sanbeftbewol^ner (tc^ iit
Ctnigfeit Derbinben unb bie ®etrenntl()eit unb @))altung ber
BMtef t>erge{fen werbe, dniliäf ift eS auif ber @&tter SBiOe/
bof btefer £)rt, wo an ber beiligen (Sid^e bie ®&tter walten
unb ber ®riwe mit ben 9>rie^em wohnet, binfort Stifaita ober
8tomot»e b^ife/' ^ä) emeueter Srmalinung )um ®e^orsr
fom nnb ^ur QUft^nxd^t gegen bie ®&tter unb (ur Sinigfcit
unter einanber enttief ber ®riwe bie oerfammelte SRenge.
10*
148 @ef(bi(^te unb Gage Don SB3ibe»u() itnb bem ®ri»e.
Itd^en jBebeutuhg unb i^retp (Sinn ftnbet ifire Sbtanttoox^
tung, wie eS unS f^^eint^ in ben SSer^ltniffen M SanbeS
unb ber Seit/ Don wehren bie @age übet @te ipridft
offenbar Don einet Seit wo bie berfc^tebenen fßttoo^ntt
9>reufrenS nocfi nicl^t DiQig ju einem ©anjen berfd^motjen
waren unb no(|^ eine gewiffe ®etrennt^eit unter ben Derf^^tes
benen JB6(fec)weigen l&errfdi)te. IDer eine biefer äweigc war
naö) ber @age ein neueingewanberter^ ber anbere ein fc^on
feit XlterS ^er im 8anbe eingefeffener. 3n ienem erßern er?
fennen wir bie @fanbif(^en ®oil)m, bie SBiben unb SSibt^
Darier / beren £)&er^au))t SBibewub war; in bem anbern ftn«
ben wir bie alten Ulmerugier, alfo ein Solf/ beffen ge?
mifc^te Steile alte ®ot|ien/ ©alinber^ Xeflier unb SSeneber
waren, äwifd^en biefen beiben dweigen brac^ balb, nadb
bem Sbcxidfte ber (Sage, Unfriebe unb ^einbfc^aft auft. 3n
ben Ser^iltniffen aber^ in wel^^en bie @fanbianer ober bie
neuen 7(nf&mmlinge ju beö &anbe< älteren Sewo^nem, ben
Ulmerugtem flanbeU; fcf^eint ein balbiger Swiej^alt unter
beiben S36(Iern alTerbingö eine fo natürliche/ aia lei^^t be?
greiflidg^e (Srfc^einung. fDtit ben SSafen waren bie @(ans
bianer gelommeu/ erobernb litten fte im Sanbe ber tUme-
rugier SBo^nft^e gefu(l()t unb gefunben. & war notf^wenbtg.
1) 9ta^ eucai tt>a^ih ». L e. 17 — 32. & tft nt^t nntol^
tt0, i\x hmettm, baf 8ttcad ^anib bei ber (Sr^^ung tiefer Cage fei*
ner alten duede, bed Sifc^of^. iS^vifian , nt^t ein etnitdeimal erwd^nt.
& tfl alfo |u Uitoeiftln , baf er fte auö biefer CitteUe f^bpftel fBefti*
ttgt mirb tiefe« au^ no4 tatur(!(f, tap 1) (ucad ^DaDit am dnte ber
C^age 6. 38 anhebt: „36t »oUen wir loeitter tie gefc^ic^t, fo f!(b
ungefebr (mte «^err CFbriftianud ter erfie yreufftf^e Bif^off fe^t) im
Sar Cr()nfH 550 Sttgetragen, erfe^len;" taf 2) &imon ® rnnatt Tr.
IL c 2. §. 3^ seq. in fetner 2Crt ter (Snid|)ltttt0 tebeutent Don 6uca< 2>a«
Dit abmetcbt unt tie ^a^ in tiefer Ortnung nt(bt bat, »ie |te Sncatf
SDaoit erjdbtt unt taf 3) ®imon ®runau mit tem Si^agment and CTbri«
ftianö (Sbrontf, welcbee oon tiefer Gage nicbt« n>ef$, iicv genau fiber^
etnfHmmt. &. tae Sßeitere in ter Ztbantlung über tie 6brontI bf<
9if(bofl Qfyciftiaxi, IBeilage 9lto. I.
9tf^iö)U mb €!age t)on SBBibetoub uttb bmt ®rtme. 149
ba^ jte bte SBaffen in bei ^mb behielten; aui i^ux Sal^l
»orjfigltd^ mo4ite bte 9Be^rmattnfdi)aft berSBtben, badIBoIC
ber Sibii^rier beftel^cn. Sßte bte ©etilen äberl^au)>t auf
t^en SanberungSjögen immti ali (rfegenfci^ geftnnt exs
lil^men, i^re ganje ®t\d)iä)U faft immer nur wn^xit^tn,
Qäfiai)Un unb (Eroberungen ipxid)t unb bai gefammte SSott
auf feinen «Heerfahrten im SBafengebraudf^e als n^ett it&b^
ter ^ert)ortritt, weif SSkfeniibung i^m felbft )um @d^eri
nnb Spiele biente ^), fo nennt anö^ bit @age bte einge«
»anberten ®fanbianer/ ol^ne Sweifel in SSe^ieliung auf bie
Siben^SBe^ren, ali im (Sebraud^^e ber SSafen n>ett erfalg^
tencr. Sagegen f(|)itbert bie @age/ n>ie bie ©efc^id^te, beft
SanbeS alte IBewo^ner/ bie Ülmerugier^ alfo bie älteren
(Sot^n, bie Xeftier' unb SSeneber jlet« att ein friebUc^eS
unb nt^Iiebcnbed , bem AriegSgeraufc^e abl^olbed unb beS«
^tb in ben SESafen aud^ ungeAbted ®ef4i(e4it ^). S)aneben
aber ffanb bai ®otff\^e SSoK aKerbingS au(^ in feiner gan«
im Sitbung unb in feinem geiftigen Streben ungleich f)bf)tt,
aß bie anbem barbarifc^ien SSilfer; ^e felbft räumten' ftd^
att Yoeifer unb gebilbeter '). @tel(te ftdi^ nun Dergleic^enb
bet gebilbetere @(anbianifc^e ® otl^e , ber f riegSge&bte SSibi«
oatier bem roheren Ulmerugier; bem friebUc^ geftnnten Xe^
1) Rodericus Taleianus c IX fa^t DOn ilj^nen : Libertatem Mm-
per belJo quam pace poiius servaTore ; in bellandi necessitate vires
prccibiis praetulere, et in armis spectabiles, hastis et jaculU, ar-
nibns et sagittis, ensibuj atque clavis, equestri et pedestrl proelio
confli^ebant. Cura tarnen equorum carior illi» fuit; teils et jaculis
pro recreatione praeludere afiectabant. Ludorum certamina usu ge-
nbaat in armorum experientia* Jornand, c 5.
2) C$(^on TitciL German. c. 45 beutet barauf ^in; no^ beßtmms
^ fiptit^t Jornand, c 5 unb 23; in fpdterer S^it HeUnold. Cbron^
^ L c 1. Adam, Bremens» de situ Dan. ap. Lindenbrog Scriptt
rer. Sept. p. 59. »gl. bamit bte Gaae bei 8uca< ^aofb SS. L
^» • t ■
3) Jornand, c 5: Nee defuerunt, qui eos sapientiam erudirent«
Unde et pene omnibus barbaris Gotbi sapien^iores semper extite-
ninl, Graecis pene consimiles, ut refert Dio. «Domit äberetnfUms
nnMttca« ^atib ». L e. 18.
150 <B«f4tc(^tt unb ®ag« von Sibnoub unb tem IBrim.
^ter/bem in ben SBafen unerfal^ncn ttnb fricgSfc^eum
Seneber gegen&bct, fo war ®to(S/ Sera^^tung «nt li^ems
fdl^et ibmd gegen biefe leiteten wo^( eine natitltd^e itnb
bem menfd^Iic^en Seifte flett eigen getoefene StfÜt^einung,
jttmal ba 2)än(el unb ®toIi bem ®ot^if(^n Söffe ouf fei»
nen 3ägen immer fd^on eigent^ämlid^ n>dr ^). 2)ie< toarvn
bie flueDen beS JDrutfed unb ber tneift^dftn iBe^nblnng,
»el^e bie Ulmentgier t>Dn ben ®fanbianem ju etbulben.
Ratten. Sie gebrätften unb verachteten alten Sewo^ner bei
Sanbeft em)>6rten ^6) aber gegen bie ^errifcf^eir Siben, unb
bfe ^inpttx bet SSoffeft mußten um fo mel^r auf 9RitteI
benfeU/ bie neue Spaltung ju feilen unb bie Sioietrcu^t
ju verbannen, ba bie von 9Rafobien ^er brobenbe Qcfa^
no(b (eine&megt vorüber war. £er ®inn ber ganzen Gage
gielt baber auf eine Xutgleicbung beS SwiefpalteS , auf eine
freunblicbe Serf&bnung, auf eine innigere Sereinigung nnb
SSerf(bmeI)ung beiber JBilEerjweige ju Sinem ®an)en f^in.
& jielt babin jene (tnnvoQe SSerfammtung beiber SoIfS^^
)n)€ige vor ber S3urg fBalga unb aOfet/ xoai bort fAr Ser^
mittlung unb «^erfteUung be6 inneren 3rieben< unb f&r bfe
engere Serbinbung ber Sewobner M Banbeft gefcbab. 9tiäft
obne befonbere gefcbicbtti(be SBicbtigfeit env^bnt bie Gage,
bag ba< alte SanbeövoK, bie Ulmerugier nur wenig auf
SBibewubS mabnenbeö SSort geb6rt unb ibm fo wenig TU^
tung/ afö ®eborfam bejeigt')/ baf bagegen beft ®riwe 0e$
bot unb Sefebl macbtigen (Sinbrucf auf ^k ®em&tber ge?
babt b<ibe 0; baf baber aucbSBtbewub befcbioffen, }ur 8er*
fibnung unb Bereinigung ber fßblUt ben fBruteno a\» ober-
fien ®riwe, als feinen unb feineö CoÜeS oberften «^erm
unb Slicbter anjuerfennen. .^ier aber erbebt ftcb bie Wieb«
tige grage: wer war biefer Sruteno? SBar ber ^amt ®riwe,
ber ibm ettbeilt würbe, vielTeicbt eben fo entftanben/wte
1) ^iefev Ztoli fptid^t ft^ aud^ in CTafffotor« ftorten cM, L.
VII. cp. 25.
2) tucai tbatiih 83. I. e. 19. 27.
3) Sbcnbof. ®. 20.
9tf4fUfyu vanb ßkgt ton Stbetoub unb Um ®üm. I5i
krr Stame Sibmub unb (at er i^nli^t IBe^ie^ungen unb
4t^i(^ Bebeutung? S>&rfen ton tnUi^ Qziö)i6)tii^t fBia^u
^t barin fiicben, baf i(in bte Sage gleid^fallS einen Sol««
fift^rcr aud @fanb{en unb einen Sruber SBibeioubS nennt?
& mag feinem mebr gelingen, btefe %taQen bis jur retn^
gcfi^t<l^tft^n Oewifi^it )U beantworten; aber eö barf wobl
»etfu(f^t werben, ber gefd^ic^tltcben SBal^^rbeit, bie in baS
bnnfele gelb ber Sage enträdt ift, t>ieaeidbt in etma^ ndber
}tt treten«
m ift bei afUn S6lfern aSer Seiten @itte unb S3rau4^
gcmefen, bo^ berjentge unter ben9){enf(|^en, weldj^en tbtp^xs
U4k Sttaft', friegerifcber ®inn unb SKutl^, nidnnUcbe ^ek
beirtttgenb unb Sa^erfeit autjeid^neten unb aM berSRenge.
|^n>orf)oben , ft(^ an bieSyi^e ber itrieger ftedte/ sumSub«
rrr im StampU erloren warb ober )ur SBertbeibigung bie
Cberanfft^rung ber SBef^rcn erbielt; fo wie wteberum ber^
icntge, bem b^M Vtt^^ teic^e Srfa()rung in menfcblic^en
2Hngfn unb tiejfe (Sbrfur(|)t t>er(tel^/ )ur £)rbnung nn^ IBe-
ttmnrang in @itte unb ®efe|, in Stti)t unb ©ewol^nl^eit,
in Oericl^t unb ®ere((^tigfeit berufen war. @o war ti aud)
iet ben S6(tem ®erman{f(|^en @tantmeft ; fo l^ief bei i^nen
bft erflere ber Surft/ ber ffA^rer ober ber |>er)og; ber ans
bcu^ ben bie Srfal^rung bed liöben X(terS jum Sßurbigften
er^ , warb ber ®raue , ber ®rat> ober ®raf genannt ^),
60 war ei bei ben ®ermanen uberaO, fo indbefonbere
«neb bei ben ®otben unb nament(i4» an^ bei ben äweigen
bte^ Colfe« an ben Saltifc^en Käften. SBibewub lernten
wir (ennen aß ben Surften ber äBiben, ben %&f)tet unb
^r}Og ber SBtben 5 SBe^ren , ber Sibibarier, t>om Spotte
gewillt iur Xbwelir ber @efabren, jur @id^erung unb Ser«
^tbigung beS SanbeS burc^ SBaffengewalt. 92eben i^m ftani
ou^ ^ier ber ®raue, ber ®rat>e/ ®rewe ober ®riwe. S>xts
fer 9lame ®riwe ift unbejweifelt ®emianif(|^ unb gwar audf
•ot^ifc^* 3n feiner urf))ritnglidben Bebeutung bejetc^nete er
1) Sttbenl ICaarmciiic 0ffdH4it ber fß^fkt nnb etoaten 2r S^.
m TOHUtil e. 45. IDeif. Oefd^id^te be< beutf^cn »ol» ». I. e. 49B«
152 Sefif^l^te unb ®as« \>tn ffiibewub utib bem (Sritoe. ^
bad weiter; bann ab^t ging in i^xAiöftx SBeifC/ wie bei an?
bern S36l{em/ biefe SSebeutung auc^ auf bie SBärbe, bai
Zmt, bie @teQung unb bie 8eben$t)er^2(tniffe aber, ju be«
ren SSenvaltung unb Vnotbnung baS Xlter bie n&t^ige <Et^
falEirung, baS n6tl^ige Xnfel^en unb bie n&tfiige SBüibigfeit
Derlie^ ^). SSor^figlicb aber bezeichnete man in atter ^tit,
befonberS au4) im @(anbinat>if(ben 9lotben unb äberoB,
wo @ot^n gelebt/ mit bem SBorte ®ren>e ben Slid^ter,
ben Pfleger ber ®eredi)tig(eit 0- ^un liefert aber bte ®e«
fd)i(i(^te ber ©Otiten aucl^ iaf)lm6)e S3eu>eife/ bag mit bem
Stiel) teramte bei biefem Solfe, fo lange ed no4) bem ^t«
bentl()um l^ulbigte, an^ baS §)rie{tertl^um bereinigt toat.
@(|ion bem iDbin wirb bie Xnorbnung wn )tt)Mf gead^teten
unb angefel^enen 9)} Innern jugefc^rieben, weld^e iugietd^ aU
£)beq)riejter unb £)berri^ter bie @orge f&r bie ®toen>er»
elE)rung burcl^ £))>fer tragen unb aber baS Soll bai Sti6fUxs
amt f&^ren foKten *). 3m SSoKdl^eiligtl^ume ju U))fala mar
1) ,/®rauf f (Seronted, ^ruffa, Geitatored, Getiatud, Majores
natu, Veltffle, Q^tbermcn, Senlores, Sel^neun -^ fttib 0011 SebeKtm^
in aUet ®ef(bi(bte/^ (üben a. a. £). 9. 724.
2) Gd^on S$ an mann Unterfud^. öbec bte ®efid^i(bte einiger ttoc>.
S36(eec e. 79 n>ar auf bem rtd^ttgen fBkqe, inbem ec ben Stanen
„Stiitüt'' von ®rewe ableitete, „momtt fo »obi bie ®otben al# bie
0o<!^fen in Ißritannten unb ^Deutfd^lanb unb bie efanbinaoter bir fti^
teciicbe Cbrigfeit be^ei^neten. '^ üud) bemerft «^ennig in f, Xh^nk»
lung Aber Cbtn unb SSaibemut a, a. Z). 6. :307, baf no4 UV in
StieberTacbren, in ber SSef!|>reuf1!rcben Slteberung, wo ft(b bie Ihreuf^tben
®ot^n am Mndfien erbielten, unb an anbern Crten ®rebe obe? ®r{ff
einen ^orfricbter ober C^cbut^en bebeute. 9(ocb ie^t b^tft aucb in ^U
tbauen batf 2Cmtdaei(ben eined &d)Viltieifen , ein hrummer etaf>, bie
^ciwule; T« S)onateitid ®ebt(bt: bai 3abt fiberf. oon 9l^efa &.
159. Bhesa Progr. de religionis Christian, in gente Lithuan. initiis
P. in. p. 6. 3n ben Stieberungen )>on (Slbing unb !Dlarienburd %aUn
bie ricbtccncben unb ))erwaltettben SSorfieber ober b{e Ztx^t unb jDftmm«
^Cnaelegenbeitcn ben ämtli.(ben Flamen ^iibdrdfen.
3) Snorro SturL Ynglinga - Saga P. I. c. 2. y^Skylldo deir
rada fyrer Biotom ocDomom Manna imiJle; dat ero Oiar kaUader
cdur Drottnar, dcim skylde dianoftto veita og Lotning alit Folk; i.
tkf^Ufytt tnib Gogt Doit SBibetviib unb Um ®ctt»e. 155
(er obeif^ 9>rte9er snglet^^ att^» mit ber Surbe etneS £)bet$
ttnified gefc^mäift '). C?» f<l^eittt ftd^ alfo ani^ iurify bie
Scf^ic^te ber ®otl^en bie iBe^au))tung ju beftittgen^ baf
jmter ben bentfd^n JBUfern (eine Driefterfd^aft, b. 1^. fein
geft^enet, aui ber ibrigen (SefeOfcf^aft ber ÜRenfc^en ^r:?
«trttietehber, nnr in £)ingen ber Steligion befd^iftigter ®tanb
im yrieftem ®tatt gefitnben l^abe, baf vielmehr bie f)rte«
fer Stornier ii>aren , bie bom iBoKe ju beflimmten Oefd^ftf?
an 0en»A(lt/ bieOeic^t o^ne Seilte/ ol^ne SSBei^ung^ o^ne
Seibtnbnng nur 9>rie{ier bur(l(^ bie ®efdif2fte würben *). €So
jmben wir in ben @tanbinabif(|)en Stei^ien lange Seit bie
9rieftei»ärbe mit ben ®ef(|)iften ber dttöiUpfLtQe unb mit
M^^teigmolt toereinigt unb ti tn&pfte ft4^ felbft au4^ nod^
in onbemSinbem bei ben ®ot^n unb ben mit ii)mn ber«
HabtUn unb t>ermanbten JB6ltern an bie Siicbtermärbe ein
(0 ^^ XnfefKn, ba$ fogar ber X6nigdname mit bem M
Sii^terd n^d^felte '). Ueber^auf)t gebrau<()ten Me ®ot^en jur
ficjetc^nung t^rer aOberl^duyter ßeber ben SRamen eined Stidfs
M/ ü\» ben eine« J(ftnigeö ^). @(l(^on biefe? bereifet, baf
kci Segrif b€« fftiöft^xamM ben ®ot^n l^i^r jtanb^ aO
e. Bn (sc Asgardi) quoque locus immolationibus et cuku Idolonim
'B>naie conspicuus: Ubique mos obtinuit, ut duodeeim Praefccti
ceicris eminenliores, Diar seu I>rottnar,.boc est, Principes seu Do-
"uu (iictiy curam gererent sacrorufn et populo jus dicerent fß^U
^tttm. ®ff4td)te ber ;Ddnen ». I. @. 50.
1) dti^i ®ef4t(|te oon @(^webea SB. 1. ®. 39. 0tt^m a. o.
a e. 32.
2) 6o euben ®ef(()td^te bei betttr<^. Solfc« fB. I. 9. 568.
3) Jmmian. Marcel, h. XVH. c 12. XXVH. c 5. ed, GronoT.
«»*. d. e. Rodericui Toleianus c. IX.
4) 6o Tagt ThernisUus in Orat. X. ad Valent. ttom Jtdntg 2Ct^«
^^f ben Ämmian, Marcel. L. )^XVII. c. 5 Judex potentissimus
Vnt: Ovrca yci^v t^jv fitcv i?v ßx^iXSt^^ octmc^ioi, t^v tov ^ixk«
«Tov ie Ä^etTra. «Ja excTvo ftev dwafAcw^ 7r^oafjj|üia, to ii o-o-
^^ X^cmtftiud nennt ben Mni^ aud^ ^$01)70^0;, weit er bei ber
^te^aibbtttg mit BaUn< ber SBottfSifrer; »fe Im itnege ber ^etf-
%vc gaocfni war; fonft ahn (leift er bei i{w iauurri^ unb x^^ri)^.
154 <Bef(dj^i<^ unb Sage «on Sibetoub unb Um (Sri»«.
ber bet AirngSma^t, mit oeU^^er brt Solfot Sftet^it t^neti
f((»n>er vereinbar f^ien, nnb »etin fte fic^ aucf) für i^
BoIft^aiq)ter be< it&nlgfoanieitf bebietttcn^ fo ifi bod^ un^
Uftulthat, ba(l bie Sebentung be< iUnigeS für {ie gatt|
anber« war, att f&r B&Ifer f^tettr Seiten ^). ;Da» Drie^
ftertl^um aber war mit bem SHUfttxamtt nur fo lan^e m«^
bunben , alt in bem Söffe ber Oiaube an bie alten 9itUt
ttnb an bie alten «f^iligt^&mer no^ in boDem Scben berrfii^t^
nnb aucb nur fo lange f onnte an feierlicf^n £)))ffrfeften beut
IBoife ®eri(^t gef)>rod(^ nnb beS JBolteft ®emeintoefen tts
xat^n werben *). S>mn M bai Sbrt#ent^um bei ifyax bie
f^riefiermirbe bom SUcbteramte trennte / inbem ed eigene
Pfleger be< ®otteSbienfteft verlangte, blieb bei ben (^rffittr
4^en ®otben bie Sttd^tenotirbe jmar nodf in fener alten ^
ben Sbvfurcbt unb 3C(btung , aber bat Drieflerame marb nun?
mebr einem befonbem gei{tli(!ben @tanbe juertbf ilt« .
Senbett^ir nun, von ben übrigen ®otb{f<ben SMcr^
jmeigen anf bie in $reuffen blidFenb , biefe gefcbi^^tU^Kn
Sebentoerb^ltniffe anf ben Sriwe in Dreuffen an, fo )er?
faBen von felb# aOe fänftli^^en SrHirnngen unb jDeutungen,
in benen man ficb aber bie Sebeutung feinet Stament, fris^
ner Oärbe unb feinet TüaUi in alter unb neuerer ^cit ge-
fallen b<^t*). Ct fcbeint n>obl faum nocb einem 3weife( )tt
unterliegen, baf ber ®rin>e unter bem Solfe in f>reuffea
in eejiebung auf feine SteDung/ fein Xmt, feine Sir&
famleit eine gleich Sebeutunggebabtbabe, wie ber (Srttoe,
•
1) IB(|L oa< 8 üben «on ber Cebeututig ber itdnig<mftrbe bei bes
alten IDeutf^Al a. a. C 0. I. G. 510 f. fagt unb ^ier sam 2beä
au4 2(ni9enbund flnbet.
2) 8tä(< a. a. C €$. 44.
3) C^ne SKenge blefer Xueürgungen unb Deutungen f!nbet man in
^artf tto^i 2C(t unb 9L 9v. €^. 147 unb in ffariknochii Diuer-
tat DC §. 1; au4 fn 9vätoxi\xi G^aubö^ne 0. IV. c. XIL §. 3.
9t n e in f. «er^f 4te be< ^eibent^um« 6. 83 btfftgt bie Vbldtung
be< Stamen« oon Krawia, eint, weld^e« Iftort im Vreuf. Jtate<!^i<nu«
bei Bat er C^. 126 itoat aSetting< einigemal «orfommt; aber »al it
mit einer Mcben Itbieitung gefMert?-
fhfii^te mh Cioge w» flMctmtb ittib btm Oktoc 155
^ 9twc, ter Siotte bei bm anbem Oernianifitben Bil::
froL SBte bei biefen ber *{^t)og bet %&tfl beft •^etlagetf/
to %&fyctt ber Sebtmanneii/ bod £)bevbdupt ber Krieger::^.
Aoaren war, fo #anb bei ben ®tftbif4Kn Steigen in Dreuf^
ftn aMbcwub aM Stben«8Arfi an bet @)>i|e ber Siben^
SBebreti/ ber gefammteti JtrtegSmannfcb^Kf^ ^i^ bei ienen
ber 9vM€ ober ber @taf baS Sericbt Abte, f£r Seltenb^^
flul^ung ber 0efe(|e forgte, Sitte unb £>rbnung in ber
Bolttgemeinbe attfirecbt^ielt/ att <^u)>t be« &aua bie tn$
nere Stube, bte Sicberbett unb baS SBoblfe^n bed gefeHig?
bnrgerU<ben Sufammenleben« ber @aUffßmpimt )u he^
UMbren b^tte, jum f^riefler ber Solttgemeinbe enp^btt beu
<Mttem bie &fent(i(ben £))9fer bracbte unb fo att /^9>rie#er
ta etaaH >) '' ben eth0ang unb bie t>erf^bnenbe Serbin::
bmig be< bArgerlicben Seben6 im Staate mit ber f^htfeun
Sattung ber 9(tter t^ermittelte *), fo flanb bei ben ^otbi'
f^ Steigen in 9>reuffen «ber ®rtn>e att JBermittbr beS
Mttli<ben unb 9lenfcb(t(ben, ali «^bbaber unb 9>fleger
M Oefe^, ber fittlitben unb b&rgerlicben £)rbnung, att
Siebter fir Stt^t unb Strafe, jugieicb aber aucb üU 2>iener
ter Mtter unb ald oberfter Senoefer aüti beffen, n>at 9le?
iigton unb ®&tterbienfl betraf, in ber SoItSgentetnbe ba. &^
na<b entfprd^be alle«, n>a< unS oom SBibewu^ unb oon bem
Ori»e erj^it wirb, ber gemeinfcbafHicben JBerfajfung unb ber
bArgerlicben £)rbnung ber äbrigen ®ermanif(ben S&Oer; eS
entfrr^ ben ewigen Sebdr^iffen aOe« gefeOfibaftttcben tts
beirt; a Umt (SinKang unb IBebeutung in aOet, toa
tat im (Sewanbe ber Sage aud alter Qfit überfommen ifi.
.Senn aber bie Sage femer ben ®riwe mit bemdlamen
Bruteno be)ei(bnet unb ibn einen Sruber Sibewubt nennt,
fb Ibnnte man entn>eber in jenem 9lamen nur einen Serfud^
ffitorer 3iit )ur (hRirung ber Senennung IBrutener, f>ru-
(ener ober |)reuffen erfenncn, wobin bie Sage felbfl aucb
beutet, ober man b&rfte mit grofer Sabrfc^einli^ifeit in
1) yySacerios ciTitatit^ Tacii. Gernian. c 10,
2) eaben m^i^ bre beutf^. »odee ». I. €f. 496. 568.
156 (Sefd^idg^ce tmb &adt t)Oit 9Stbeivub*unb Um ®ritoe.
bem 9lamen SBruteno bte SeieidSmund ber 6tnfK|^t^ ber
Amntai^ unb (Srfa^rung beS ®rin>e a(d 9it(^ter unb fMe^
lier ftnben ^). £)b man m bev iBe)eic^nung beS ®ritDe aXi
etneö 93rubetS SBibewubö na(^ bem @{nne ber @age an
eine wirfltdi^e bräbetlt4»e SSenoanbtfd^aft betbet SoIM^u^
ter benfen bärfe, f&nnte unet6rtett bleiben/ wenn eS ntc^t
wci^t\ö)tinlx^ xontbe, baf entn^ebev bie @age biebunl^ anf
bie nofbtoenbige innere Serbinbung unb SSeretntgung be<
Ariegeß unb beö Sriebenö, beö Sd^merteS unb be6 TOtarS,
bed «^eer^Sagera unb beS SürgertebenS ^inbeuten tooUU,
ober baf DieBeicbt mit no(^ mebr ®ränben ber SSBabrfc^in^
Ud^feit an bie br&berlid^e 83ermanbtf(|)aft ber @ot^tf(^en
Steige in ^reuffen in ber Xnerfennung eineS gemeinfamen
Tbitteufßttt^i biebei gebadf^t werben bärfte. ^ie SBursel
ber 3weige ber Xeftier/ ber ®alinber/ ber tUmerugter oor,
wie bie ber SBiben aui @(anbien unb ber Sibit>ar{er/ uns
bezweifelt ®tt1)i\äf; in allen biefen IBewobnern ^reuffenS
bewegte \i6) ®otbifd(ie8 93lut, bad flSlitt einer gemeinft^affes
li^en SRutter. 3Bar alfo ur{))rungli(^ ber ®riwe t>ieQetd^t
ba6 Derwaltenbe £)berbau))t ber friebfamen Xejiier unb bet
Rillen ttlmerugier gewefen? legten biefe Diellei^^t beS^Ib
auf fein SBort fo ^o^i ®mi^t unb bewiefen fte ibm bar«
um fo willigen ®el^orfam/ weil fte oon alter 3eit ^r fei«
nen ®eboten gefolgt waren unb feinem 9tamen bo^e (S^rfur^t
htifigt Ratten? %an\> bagegen SBibewub/ DieUeicfit urfpräng«
li(^ tai alleinige iDberbau)>t unb ber Sü^rer ber friegeri^
fd)tn SBBiben auö @(anbien , ber Sfirfi unb «^erjog ber St«
bioarier, bed^alb fo wenig @ei)bx unb fo wenig V^tung
feiner ®ebote bei ben Ulmerugiem unb ben anbem «Iten
SanbeSbewolinem/ weil ffe, bem i(riege abl^olb, bie Wta^t
1) 9tätoxini W^uh^nt L. I. c 2. §. 11. enottnt M oft«
prcttflO^n SBorte< pruntu, id^ oecPe^, begreife, ^be (Sui|!4|t uab
Jtennhiif ; bo^ pruou»^ im Sitt^uifd^n protas bei; ßerftanb, SHt^
SUtii^eit; im Settifdjien ift H öbecgegangen in prast i^etfie^n, begreif
fen, nnb prahts bev Serftonb. •ßartfnod^ 2C. u. 9t4)retifr. B* 72
fii^xt Ott: baf pniota aber pnito eigentUilb «ägadtaj bebeitte.
6if(^d^tt unb ®age t>on SBibcimtb tsnb bem 9nm. 157
M @dimtttei nii^t anetf ernten wollten unb barum S>rutf
itsb Aieii&tf(|Kift t)on benen aitö ®(anbien erttogen. muf ten,
M lene t)om @&ben ^r brol^enbe ®cfaf)t in ben beiben
Sbttl^iuptttn ben ®ebanten einer iBetf&|)nung ber ißhlUx,
mit 3(u^(et(^nng ber Spannung/ einer Sereint^ung ber
gefammten SSoUittiftt , einer SerfdEimeljung ber Derf4^iebes
nen SoOSt^ile erjeugte? SBar alfo biefeS unb baS Se«
9B$tfe9n gUtc^r Xbfiammung unb nal[ier SSerwanbtfcfKift
baS Sanb ber fBrdberf(l(iaft, burt^ mUfti ber itriegSfurfi
Sibewnb nnb ber Stiebendf&rfl ®rime fidf )u einanber ^inr
geiogen fällten? ®ona(l[^ b&rfte bieQeidS^t ani aUcm, wai
imS bfe @age t>on ber SSerbräberung beS @riwe unb beS
iBtbemtb unb wn ber Sereinigung unb Berbinbung ber
fB&tterberi^^tet/ bie gef4^i((^tli(l(ie S^atfac|^e l(Kn>orge(^en: ber
SBtbensrgijrfi/ beffen (Gewalt ffc^ Dorbem \>crjüglid^ nur auf
bad aStben^SoK auS ®fanbien unb auf bie Sßtben^SBel^
ren erfirecfte/ beffen Wtad)t Aber bie alten SaubeSbewoJ^n^r
nmigfienö nidiit re4»tlic^ anerfannt toaxb, unb ber ®tiwe,
ber oberfle Siidj^ter nnb oberfie 9)r{e{ler/ iai iDber^aupt ber
oUen 8anbeSbenn)l^ner/ beffen ^errfc^aft ni(^t Aber Hi SSolt
ber JCeftier, ®alinber unb'ttimerugier ^inauftging, vereine
ten fuf^ Ui einer t)on @äben ^er brc^^enben ©efal^r, i|^re
b0n>ett€ 9Ra(^t gegenfeitig au§)uglei(!^en, baS 9tegiment beS
SriebettS unb M Jtrieged über DreuffenS gefammted SSoK
imfer ^ }u tl^äUn, bie ®etrennt^it ber S36((er)weige aufs
jobben / bunf^ Sereinigung bed Solted gefammte i(raft ju
HtftMen unb alleft eigent^ämlid^e ber Sr&berb&lfer in ®ittt
unb SebenSweife/ in ®efe^ unb ®&tterbienjt )u berf^^meU
Jen unb in Sintlang ju bringen. £)ie ©ewalt be6 ®ripe
irjhretfte fid) nunmehr au^ über bad gefammte SoK ber
Siben unb über bie friegerifdt^en SSibensSEBel^ren; fte ge^
IfnifUn feinem ®efe$e im Siedete unb feinl^m ®ebote im
66tterbten1ie. :0er pibensSürfi, SBiben>ub, würbe nun^
me^ J(rieg<oberfter beS gefammten t>ereinten SoIfeS unb
gfbot in feiner «ftriegdmac^t au4^ über bie lUmerugier, ®a:
Uttber unb 3(e{lier. £)arum ifi eS nidl^t o|ne SSidE^tigfeit/
158 8f fc^idE^t» itttb C(a9f «en ttiftfimib nttb betn Ori»e.
n^nn. bk eoge ^r)2^t, baf Sibmub iiitn att4^ im lUftitu
ianU tie Sutg 9la{to erti<^(it ^be, tenn e< et^Dt |»{«^
aus nid^t blof, Uf ibm baS Ttmt Ut tanUi^itt^higan^
aucb bt< botti^itt oblag , fonbem baf fub nun feine iDber«
mad^t aitc^ bis inS Qkbiet ber Xefiier et#iecf(e.
2)tefer Donoaltenbe @inn ber @age t>on einer innige«
Ten Serbinbung unb Berfcbmeliung ber !BiI(ersmeige an ber
.jDftfeesAujie/ befonberS ber ^aupt^miie ber Siben nnb
ber Veflier unb bie ni^t weniger in ber ®age ber^orgebo^;
bene ^inbeutung auf bie (Erweiterung unb SSerbreitung ber
aHacbt beft Jtriegd^rflen Sibewub unb ber @maU beS iDber«
ricbter« unb £)beq)rie|ter« ®riwe Ü^t fub aOerbingS audf
burcf^. mancbe gefcbic^ttidSie @pnnn nixb nacf^oeifen. XM
Sreignif ndmlitb^ wovon biefe. Ummanblung ber 2>inge.
J^olge war, mu{l im ablaufe beS fecbjien ober beS ffebenten
3abrbunbertö t)or ft(!b gegangen fepu, benn in ben Sagen
beS it&nigS Xlfreb beS ®rofen war jene Serf4^niel}ung ber
JB6l(eriweige I4ngfl DoOenbet. ^a^SBiben^&inb oberSBit^
lanb begann um biefe Seit in feiner alten ^rün^e am SBct(^
feh<Strome/ ging burcb bie ®egenb f^inbnxä^, in web^er
ipittx^in SIbing erbaut warb ')/ bann burd(^ ben wefUicben
Sbct( ber nacbmaligen 8anbfcbaft ermlänb unb enbigte nac^
f)>atem urfunblt<ben Seugniffen im fäbwefUidE^n W)eiU &amf
iatiH, wo )wif(ben 9>il(au unb fftfcbb^ufen baö ®ebiet Mn
SßitblanbSort be« SBibenlanbe« ®rk|e bilbete ^). Unb wie
in fo^er SSBeife baS SB3iben(anb ficb weit nadi^ Sloiboften
auSbebnte, fo liefen bie SBobnfi^e ber Xeflier binwiebenim
weiter nad^ ®&ben binab unb ^attm ft<^ berge^alt mit be-
ncn ber'SSiben Dermifcbt unb in einanber bur<bfreu)t, baf
eine fBegrJn)ung gar nt<bt ®tatt fanb/ bie afte @onberung
ber BMfer ganj aufgeboben war unb nur ba< grifcbe «^f
burcb feinen bamaligen 9Iamen beS Xeftr^aXeereS') )tt er$
1) Oüieri et fTiäfstani Periplus ap. ^Langebeck Scriptt. rer-
Danicar. T. IL p. 119 — 120.
2) %I. bte UcTunbe bei jeo(ebue IB. L 6. 418. (Bef^^tr bir.
^be(bfen«®'efeaf*aft In yceulf. ©.206 — 207.
3) Oihtri et fVulfstani Peripl. 1. c. p. 120.
2>ft«Minge9tonieme. 159 9
fencn gab, baf neben ten Stbea ein bebeutenbev Z^H
^tarr Jtuftenbewobner Xefttet fepen. @o (afen «Ifo ba?
matt SBiben itnb Veflier unter unb neben einanber unb
auf btefe 9)tif<bttng unb Setetnigund in StMfidft tbreC Ut::
fpnmgeS beutet offenbar in ityctn Xngaben aucb unfere @age
bin 0.
3Cuf eine foU^ XSetbinbung unb Serf(bmel)ung ber
tMfdbiebenen SdferrSbeile )te(t ßcbtbar au(b aOe» baC bin^
m^ nnC bie ®age t>on ber ®rAnbung be« «^eiligt^um»
Somove erj^btt. 2>a fte 1)m aber mit ben Seweifen ber
9^i^Htte, notb n>el(ben ein folibe» •&eiligtbum / n>ie frä^er
iMrgetban i^, an Gamlanb« Stifte fd(lon t)or langer Seit
v^f^nben bar, in offenbarem SSiberfpru^K t^^^t/ fo er^
bebt fi(^ bie fär bie ganse CunbeSgefdSlici^te ni((^t untoidlitige
1) dl (anii ni(bt ittf&Uia fr^n« bof wir in bem danjesi bfjci^nrs
tea ^Sanbfhüie eine fßUn^t 9on Drttnamen ffnben, bie offenbare Znt
ttdnge auf ben flamen bec bamaltgen Sewo()nec ber Sßtben ober &os'
tten entölten unb einigen Xuff(^lttf aber i(irc SBo^nffte geben fönnen.
3« gro^n XBerber an ber fBei(^fe( enod^nt f^on, nldl^t o^ne «f^inbens
liag aaf bie feieren Oot^, Cluver German. antiq. p. 635 efne0
S)offrt mit 9Unien Gutland ober Gootland; an(^ «^actfnoc^ 2C. u.
HL l^reuff. €(. 27 leitet biefen oon ben ®ot^eit i|^r. dtrif^en iO^arien:
barg nnb C^rijiburg liegt ber alte Ort Choyten, roQ^xS^txtdi^ ein Hn-
ftang auf ®ot^; %^ CRbing ein Sßtttenfelbe ; von ba 6fiti4 in gera<
Icr (tnte baf ®orf 3ttbenborf , in alter 3eit ®ubenborf gefd^rieben, mel«
tir fibbtli« 9ott4enborf , bei Siebftabt n6rbli4 ©ubnif , n>eitet hf^
•vttftoc, bei gieifacf n6rMidl^ Rauben nnb unfern baoon Suttenfelb
(ein bebentenbeC Jtirc^borf)/ M jDomnau ein flßittenfetb unb IDeutifd^«
Wttea, nbrbU^ t^nauf in berM^ be« 9>i^ege(s6tromej abermaU ein
Ssttntfefb nnb babei ein Slittenberg, ein fol^eö ebenfalC« hti Xiltn*
barg; in Gkimtonb bei Stubau ein XBitte^nen, M 9>obettien ein altH
tmf Ootin ober (Bo^tten, ie(t ^^t^nen genannt, (art am 6tranbe
9ebttiifeii ; ^M^n ge^dren oieOetc^t an4 ^Mpbau, SBibitten unb 3ubtt>
ba ; ferner bei Bolga ein 9utUnfab. Xnd^ ber 9lame ber alten ^eibs
aiMen' IBvrsg yartegal ober |>ortegal unfern t»on IBalga beutet auf
9^d^ Urfpnmg ^, benn »ir fiabea bleren Stamen aud^ fonjl bei
bca Oolfm aU 0tabt* ober Burg »Benennung. Co erwA^nt }. 8.
Beakis Rhenamu p. 58 cd. Proben, einer Oot^i^ ciriUs Bürde*
fda.
16a 2>a« ^eilige Slonteme.
gfrage: ®ab eS fäv JbaS gefammte eoK nur etti HnsigeS
foU!^e9 ^eiligtl^um ober entjtanben t)ieaet(^t von biefer Seit
an meiere foM^e lietltge £)rte, betten ber 9btme Slomoivf sn^
ere^eftt watb?
®o wichtig biefe {Nse, fo (((»»fettig tfl i^te Seant^
wortung. Xm aOgemeinften ,iß t>on ie^er bte IBe^u))tang
gewefen: in ber Sanbf^Ktft 9latangen bei ber @tabt, ®<^tp?
^nbeil an berVSe l^be ber ©riwe im beiKgen Stomoioe
feinen @i6 gehabt nnb bie S>&rfer 9tobm«borf ttnb Stptr
garben gäben no(b bie (Erinnerung an bie 9lanten Stotnome
ttnb Slifaita ober dtifta. 3C(S blofie XnK^nge f&nnten tiu
beffen biefe 9lamen fcbtoerlicb wobl eine befonbere SBtc^g-
feit erbalten nnb no(b weniger jur Sntfcbeibnng in ber
@a(be bienen, t)ereinten ft(b bort bent Sorfcber ni^t no<b
einige anbere bebeutfame (Srfcbeinungen , bie ibn aOerbtngS
beflimmen, jener ®egenb eine einjltge wi(bttge flSebeutnikg
beisumeffen. Stacb bent SSorgange be6 i&rben6(brontfien 2>u«r
bürg verfemten, anbere ben b^iligen £)rt m bie Sanbfc|K^fi
9iabrauen, benn biefe warb mit aller IBeflimmtbeit ali bte
beglätfte ®egenb genannt, in ber baö alte •^eiligtbnm ge«
fianben b^be^). 3n ben SSBorten biefeö (Sbronifien aber:
baS 9lomot>e b^^be in beS SSoIfeö SRitte, nimlicb in SRa-
brauen gelegen / erfannte man balb einen ofenbaren SBibers
f))ru<b/ ba 9labrauen in feiner SBeife atö beö SanbedfRttte
betrachtet »erben tonnte. Xugerbem fanb {t<!b in btefer
8anbf<baft aucb bnrcbau« (ein jDrt, ber im Flamen ober
burcb Sage unb IBefi^affenbeit nur in irgenb eitter Xrt attf
1) jDie stelle in Dusburg Chron. P. III. c. 5 tfl felgenbe: Fuii
autem in mcdio nationis huius pei-versae, scilicet ia Nadroria lo~
cus quidam dictus Romow, trahena nennen suum a Roma, in quo
habilabat quidam dictus Criwe, quem colebant pro Papa. Go Uüft
man bie SBorte aitc^ in bem Wifct. ber jDttibttrgifc^ett Örontf in ber
fßetlinn SiMtot^ee. 3n einem fOtfcr. ber an< bem SeroRbin oiebec fite
^itefnifc^e suräcf ftberfe(ten SDuibitretfi^en ^ronif (etft bte etOt aber
fO: In medio eorwn fuit «ita cintas Romowe dicta a roma, in qua
habitabat eorwn nobilior dictus Criwe , quem pagani pro papa ba-
bebant.
2)a< ^eütse Slomotoe. I6t
Dtf ^{(igt^m ^{njubeuten fdl^teti. ^an Mf beSI^Ib ben
SefHmmungen brt G^rontflen nac^^/ n>te man tonnte unb
»eUte. 9lon glaubte ftd^ ju ber 3(nna(^me bered^tigt , ber
(^ni^ l^be in bet: Angabe ber Sanbfci^aft geirrt unb ^a^^
bmuen #att Statangen genannt^ ober man räcfte mit Sßills
fit^ 9labrauen$ ®r4n)en fo n>eit naäf Süben ^inauö, ba^
fie bic ^genb t>on (Sd^i:f^)>enbeil nod^ umfaßten/ unb fo
wuf te man beS Sl^roniflen Angabe mit ienen SlamenisRän«
gen ber 2>&rfer 9lol^m6borf unb Stptgarben in fol4^e Ser^
btnbnng ju bringen/ baß bie fDleinung/ weli^e Stomon^e
in ber ^i^ von @4»t)>))enbeU fanb, neUf ein bebeutenbeö
0eYDtc^t me^r }u befommen fcl^ien ^), 6d Uf)lU enblici) au<l^
m^tanfo^eu/ bie hux^ eine einjtge 9lamen62l^nlic^tett
geleitet baS b^Wge Stomome nad^ ®alinben \>erfe^ten, mei^:
nenb/ baft iD^rfd^en Stom erinnere an ba6 aitt «^eiligtbum %
imb felb^ au^ nit^t an fol<l^en/ n)e(d[)e t^, @agen nn\> auö^
llnbtfc^en Sett4)ten folgenb^ bei ber jetzigen @tabt «^eili«
g^bett ftnben wollten ^), weit ba bie gewaltige ^eilige @ic^e
geftanben f^abe, bie nac^ ber Gage 3(nfelmu§, @rmlanb$
crfer Sifcl^of # im l)eiligen (Sifet umfiärite ^).
@e we^^felten bie fReinungen unb feine bradbte @e^
xrifffeiU 9lur bat @ine war allen gemein ^ bafi fte niä)t
mfftt ^iltge £)erter biefeS 9lamend / fonbern für flreuffenS
gefammted SSoK nur (Sin «^eitigt^um Stomowe fud^ten. S)ärs
in ftimmt mit jener Xngabe beS Sl^onillen auc^ unfere
@age Aberein unb eö fd^eint alfo bie fi3e^au)>tung gewagt
»erben )u {(nnen^ baf e6 fär bie iziUn, t)on weld^en bie
€age fpxi^t, audb in ber Sl^at nur ^in 9lomowe für $)reuf::
1) ©iffe Vnna^me ^^at »orjäglicö Hartknovh in f. Dlsseriat. de
locU diTino caltui dicatU §. XI uitb im X unb 9t ^renff. €^. 124
ta Qmlattf gebracht, unb fte ifl t^m Pielfditid von fpfttrren @(l!)ctftfle(fm:
sia4def4nebcn toocben. @. a. S3 £)ftetme9er crit. SBeitrag iwt olU
preaf. 9Ulldtond0efd^t(^te ©.42-43. Sacifo $B. 1. @. 160.
2) Hartkrtoch Dissertat VI. §. XL Schulz Chron. p. 3.
3) ♦art!no(^ %. unb 9J. *))r. ^, 123.
4) Ärnotbf Äirc^cnacfdjic^te ton t>«ufr. ®. 23.
I. 11
102 Ca< iixii%t Kemotpt.
fetid fdmmtlMl^e Smoliner gegeben ^abe. @ie fleSt aber
bte 2Cnotbnuns beS .^eiHgtbumd aB eine gan) neue ®tun:
^utii bar unb in t|irem ganjen 3n(HKtte fcl^etnt ed il^r 3icl
}u fepn, bie gan^e neue ®(^i))fung ber £)tnge wn bem
Sotfe ber ®{anbifi^n (Sotj^en abzuleiten. Xudt^ bi^t bleibt
bte @age bem (Sbarafter ber ÜRptbe getreu. S» ifl baö QU
gentbämlicbe mptbifd^r Sagen, baf fte bem Se^enben ein
Serben, bem Sorbanbenen einen 2Cnfang/ bem Suftanbe
einen fefien 9>un{t be< 93eginnend }u geben fu(bcn. @o
fannte unfere @age ein im Sanbe borbanbeneS Slomome,
einen m^cbtigen (Ürime; fte erfannte in beiben au(b ®otbi^
f4Kn @eifi unb ®otbifdben 6bara(ter. Xber fte meifi nii|t,
baf f)reuffen$ ^(tefle S3emobner au6 @etbif<bem S3lute toa^
ren; fte (ennt nur fene üui @fanbien b^ntbergefommene
®otben. 7Cn biefe nun {nä)>ft fte aUti an, xoai ©otbif^K»
®ei|i Derrietb; fie la^t aSeö ba«, \oü^ ®otbif4)en Urfprun^
ge6 \oat, bur(b bie bon @(anbien fommenben ©otbenbau^
fen na(b 9>reufTen bringen. @o wanbem nad) ibr aucb ber
®riwe als IBruteno mit feinen ®bttefh unb biefe ®btter
mit ibrem Siomome aud @fanbien b^ruber, n>eit bie @age
biefem ®otbif(ben ©riwe, ben ®otbif€ben ®&tteifn unb bem
®otbif(ben Stomome feinen anbern Urf^rung, aU ben aui
@(anbien gu geben wuf te. Xber au<b bi^i^ n>irft baö Siebt
ber ®ef(btd|ite einen ®trabt in bad X)unfel ber @age unb
ertaubt uni einen balleren S3(i(f in bie Stacbt alter 3eiteh.
& giebt ®ritnbe )u ber Bebau))tung , baß ieneö uralte 9ior
mcme an @amlanbd Aufle, bon beffen 2>afe9n mir fcbon
fruber fpracben, in ber X^at ®otbifcben Urfprungeft mar,
benn eS flanb fcbcn ba, ald nocb baS alte SSolf ber®uttos
nen an ben ituflen ber £)f}fee mobnte unb bie £)fliJer, bie
nacbmaligen Xeflier, ein @otbifcber 3n)eig, an @amlanbl
Ufern ben IBernfiein fammelten.
£)emna<b fcb^int ber gef(bi<btli^^ @inn ber ®age in
8lü(fft<bt auf JRomowe'd ,®runbung tttoa fotgenber ju fepn.
jbit beiben SSolBb^upter, Sßibcmub an ber @)>i^e ber
SBiben unb ®rime, ba§ jDberbau)>t ber alten SanbeSbemob^
X>a€ j^eiaje Stemotte. 163
net/ eifannteti/ Hf wx aJUm ein flemiinfamet ®ittf ibiinfl
unb ein gemeinfdi^aftlic^rt SoI(9^tItgt|ittm bte beiben B6l^
fet|ioetge aufft innigfte )tt (Einem SSoKe t>ere{ntgen unb fit
immer an einanber binben werbe. jDet (Sriwe Abertnig
babcr ben ®&tterbien{l ber alten SanbeSbemobner mit SBi«
betoubt IBeiftanb burcf^ ©ebot unb Srmabnnng auc^ anf
ba« Seif ber ®f<inbina»if(l^en SBtben; bet alte ®6ttetfit
9lomon)e warb nunmebr audf für biefe dn f^^^xii ^tti^
tbttm. S3tenei<bt maren bie njmli(ben ober ^bnlii^e ®&tter
von ben Sßiben aucb fcbon in 0{anbten Derebrt warben;
oieüeicbt gab ed au4^ bort fcbon einen il^nlldttn @&tterptf
wir t>emebmen wenigßenS in ber @age/ bafi bie ®toer
^er alten ^dmat bie <S(anbianer auf ibrer %a}ftt in baS
neue Sanb begleitet. ®ewi^ mag and) ber ©fttterglaube
ber alten Sanbe6bewobner mit bem ber SBiben ani Sfan<
nitn in naber SSerwanbtfcbaft geflanben b<(ben. SBie für
Die alten frtebticben Ulmerugier unb bie füllen Xe^ier ba6
itrieg$oberbau)>t unb bie ftetö bewaffnete SBel^rmannfdl^aft
ber SBiben eine neue, }U))or nie gekannte (Srfcbeinung war,
fo war für biefe 3Biben bie SRacbt M ®riwe mit feinem
beiligen 9tomowe eine neue @(b6))fung im neuen Sater«
lanbe. @ona(l^ gab ti fix biefe Seit b^cb^a^rfc^einlic^
nur Sin Stomowe für ^reufFenS gefammte Sewobner unb
bie ®ewatt unb ^errfcbaft beö ®riwe im Jtreife feine*
SBirfenö Jgiatte ftcb erweitert btd an bie Ufer beS SBeicbfel^
®trome6. 2>a{l jemals feine SRacbt fiö) Aber 9>reuffen bin«
ani, befonberS nacb £)flen unb 9{orben 1)xn erfhedt b^be,
ifi eben fo unglaublicb/ at6 e6 gewif ju fe^n fcbeint/ baf
fpjtere£)rben$^6b^onifien unb unter biefen t>oriägli(^ 2)uis
bürg f^^ eines Xbeil* in wunberlicben S>euteleien gefte?
(en / inbem fte SRomowe'd ^amtn oon ber @tabt 9lom ab«
leiteten unb ben ®riwe mit bem ^apftt Derglic^n/ anbem
XbeilS wobl aud^ nur fp^tere Soltefageu/ bie ft^^ um bie
alte einfadi^e Srfd^einung umber gefdSilungen ^ttzn, treu?
1) JDusburff P. UI. c. 5.
11
164 Aries mit SRafot>ien.
gläubig tiaclifd^tieben ^ wenn fte bt^npteUn, \>xt einzige
^ertfc^aft b^S ©riroe in |)rettffen l^abe ftd[^ audj^ über Stt$
trauen unb bie S6(fet in Sieflanb unb anbem naben Hn^
Um außgebebnt ^). £)bne 3n>etfe( gingen in bem XUaufe
fo Dieler Sabrbunberte in ber Stellung be< @riwe mancber^:
lei SSer^nberungen ^ox, bie, fo weit fte an^tUnUt toorben
ftnb/ nicbt unbeot^^tet bleiben bärfien^ n>enn bie Srfcbetnttng
ricl^tig toerflanben unb gewürbigt werben foK.
3n fotd)er SBBeife waren atfc bie bisher getrennten C6U
terjweige burcb gleichen ®6tterglauben/ burcb tin ^emein^
fami6 SSolt^iligtbum , burcb einen Aber baS gan^e Sanb
gebietenben iDber))riefter unb £)berricbter unb bur^ einen
gemeinf(baftlid!)en Xnfubrer ber iftrieg^webren )U einem ®an;?
.Jen Derbunben. SBte bie @age anbeutet , b<ttte jene ©efal^r,
^it t>on ben 9Rafot)iem brol^te, biefe SSereinigung )una(^fr
bewirft. Sänge 3«it b^^rrete nun ber 9Rafobier $urfl auf
ben gewohnten Tribut. SRicbt obne fiSeforgnif Demabm er,
wie ba$ fonjl fo arme unb bienfhoillige S3ol( „an fßU^,
Soll unb 9labrung merflr^^ luna^m, ®o(b unb @t[ber
batte^ in ^riegSAbungen gewanbter warb, ficb einem JDber^
)>rtefler untergeben unb einen iSrieg^fürflen gewibU ')/^ 2)a
entfanbte ber 9Rafot>{f(be S&rfl 2Cnbi6lau» ') eine SBotfc^aft
in ba§ &anb/ ben fcbulbigen Sribut fär bie ganje t>erßoffene
3eit t>erlangenb, 2)ie JBrutener aber — fo nennt nun bie
1) Sßtr werben fp&ter^in an paRenben Orten. ©efegen^rtt ne(»men,
au(( ober bie poIittf(^sbär9ernd)e unb reltgt6re Sebeutung hii ®nwe
unb be$ SZomome me^re^ ^u fagen unb bort auci^ bie 3n>eifel berüdtft^ti»
Qtn, bie man in neuerer 3ett gegen hie (Sjnflen) M ®nwe geäufert
(at. ^ort »{rb audS) ton ber ^icr nur angebeuteten Sßtcgtigfeit unb
!Bebeutttng ber (Segenb pon ^d^ippenbeil, 9{o$m$borf unb Slpfgarben
unb anberer d^nltc^en Orte weiter bte 9?ebe fepn.
2) 8ucad iDaotb SB. I. @. 40.
3) Sucag iDaDtb IB. I. 6. 43 nennt ben görfien 2Cnbtilaul,
aber auc^ Tint^onivLi, weld^cn Flamen er bei onbcm ^^rontflen fanb.
3ener ifl wo(( o^ne ämeifel ber . richtigere. fSei ^imon Grünau
Tr. IL c 2. §. 8 ftnbct ft(^ ber ^tanu 2Cnt^one£, in ISiebemann«
C^ron. 6. 13 Unt^onint, M Leo p. 5 Antonos.
Jtcteg mit SRafcbien. 165
•
Soge bai t>mtnte Solf — ertlS^tlten bte Xntooit: SBaS
^et ^rfi auS aSafot^ien i%(i(|)en 3tn6 nenne ^ ben er fräs
Iber erffalten, fepen nur S^rengaben unb ®ef(dE^enfe gemfen,
Me fte bem 9tadE)bar entboten. 3u 3inSgaben fe^en fk nie
eeq»tli(l(^(et unb alS ein freiet Solf jletd nur i^ren @&ttem
nnb beren 2>tenern untert^an. SBofle ber SRafoioter bie
fr&^ren ©abtn att )>1IidS^tigen 3tnd betra^iten, fo t)er(angt
man bie ubergebenen Jttnber jurucf. ^riüber emnirte man
Kntmort t>on ben 9Rafot>tern 7
jDtefe Antwort aber verblieb. jBte(m<f^r ruftete ftc^ ber
SRaf^t^ifc^ %&tft mit fiarfer SRadE^t, erbtelt bebeutenbe« ^&tfis
t^olt au^ Storotanien wm bortigen Jt6ntge Ojimbect» unb
lief ben Srutenem bie S>roll)ung entbieten: SßoUten fte
ni^t mStg ben )>flicl(^tigen Tribut Ui^en, fo n>erbe er i^n
mit «peeredmac^t aM if^xem 8anbe einlfiolen. SDa fammelte
Sibetoub eüigfl feine itriegerf^aaren unb 30g ben 9Rafo?
»tem entgegen bi6 )ur ®rJn)e/ benn nur fein Sanb tooUte
er f^^irmen, ben ^rieg nidj^t felbfi beginnen, meinenb, bie
Mtter mürben bie «^eimat mit il^rer SRacf^t Dert^eibigen
^Ifen'). Salb barauf erfd^ien ber Seinb, Xnb{6(aud an
ber &pi1ie unb mit i(im an^ Sjimbecl^, SRoroIanienß Sthi
nig, mit tinem midf^tigen «^eere. (Si gefc^a^ eine gen>a(::
tige @^ladft; lange fd^mebte ber Stampf. X>a erlagen enb$
lUf bie JBrutener beö S^inbeS grif erer &a^ unb ber Uns
tf€i6)^t in ber SBaffenart, benn bie ^afot>ier fhritten mit
fiarfer 9ieuterei mit ^wett unb Sogengefcl^ofi ger&flet,
gegen tveb^e bie lange unb fd^mere @treitfeule unb ber
Surfbiittel ber Srutener in ber Seilte n^nig brau#ar
1) ettca< 2>aoib fB. I. e. 42
2) 9ef(^t(tt(t(6 tft, baf öber^upt fold^ (Sermantfc^e 9rini*^el[!e
coli loie bie 8ibh>ari«r waren, mir hii an bie gef&^rbeten Si^arfen bee
UxM ^ogen unb an biefen aufgeflellt blieben, benn fte ^tten nur hk
Vifdabe, bie ^rdn^en ber ®auen gegen hie Eingriffe beS geffird^teten
9mibee 2« f<b^^/ ni(bt bie IBerpflt^tung , erobemt in feinbUd^ed 8anb
ctaiiibre^en. Xnc^ biefe« giebt ^ler tid^t in bie (SrT^einung. Bg,l
taben Okf^icbte be« beutf^. Soifed ». L ®. 528.
«166 Jtrieg mit SRafooien.
traten , ba btefe SSaffenart xatYß jum ^artbgemetnen <ftam||)f€
btentC/ n>el(l^em beS Seinbeö 9leuteret jtets i^öjuwei^en
fit4^te. @o toatb Sßibemub mit feiner SRad^t in bie ^(uc^t
gefd^tagen. 2)er ^einb bracl(^ in ba$ Sanb, fing bie f^&iu
ften SAngUnge auf/ raubte Siel^l^eetben unb anbereß @ut
unb )og bann fc^mer mit fßtviU belaben in bie «f^etmot
SurAcf.
Vber ei^ entfamen Diele ber frä^er bem Wta^ti^xSifta
Särflen ubergebenen unb in biefem JCam)>fe gefangenen SAngi?
linge, arxi SRafovien flädj^tenb/ ju i^ren SS^tem jurucf ; unb
im SBafengebrau^ie ber üSafoDter ntfAt, in beren itriegSs:
fünften erfal^ren / würben jte in ber ^eimat bie Seigrer frie«
gerifdt^er Uebungen in !RafoDif(|)er SBeife. 3CId nun baS
itrieg<t>o{{ ber 93rutener ' in ber %xt bed feinbltcl^en i(am«
pfed erfal!)ren unb ^tibt xoax, berief ber ®ritt>e mit Sibe^
wub bereinigt baSSSotf t>or baS ^eilige 9tomon>e/ i\^xa na<!^
bargebracf^ten föp^tm t)erf finbigenb : 68 fep ber ®6tter 9tat^
unb aSiSe/ bieSM^macf) unb ^emätbigung am ÜRafobifc^en
Solfc )U rieben im erneuerten Aampfe gegen "beffen Surften.
Sin 9fteubenmal!)l bei Stomowe ermut^igte ^iaf^ SSoÜ unb
als eS {tc|^ bann iura neuen Jtrieg geräflet, gcg SBibewnb
gegen 9Rafot>ien l^inab / bra<l^ nunmehr aber in beS ^etnbH
Sanb unb begegnet^ balb bem aRafooifdS^en Surften ^ ber aucf^
jle^t ivieberum mit bem A6ntge StoroIanienS t>eretnigt xoax,
jur 6<^(a4»t. S>er JEampf aber tntXfyiit ftd^ ie^t bei gleu
dinet Saffenart f&r bie SSel^rmannen SBtbewubö; t>ie(e Sau^
fenbe 9on 9Rafot)iem unb Slorolaniem bebecften ben i(am))fs
)>ta(|, Xudj^ bie beiben ^Arfien fielen m Streite unb eine
grof e ia%\ ber S^inbe erlagen auf ber Sfu4)t 2)ad 9Ra*
fot»if((^e Sanb marb weit unb breit burdS) Siaub t>er)9u{tet
unb burc^ Sntfäl^rung t>ieler ©efangenen entt)Mfert. Dann
fe^rte 9Bibewub mit reid^ier i6i\xtt )um iO))fer fir feine
®itter tDteber l^etm 0«
1) Go erid^t ben fieitattf ber ^a^e 8ucad SDaoib S. I. 0,
44 — 46 unb Gimon Grünau Tr. IL c 2. §. 8. Setbe nennen
^iebei aQ<brft(Ri4 bie QH^ronif be« Sifd^of« (2F(^dflian aM t^re £lttellr.
Stiebe mit SSaroDie». 167
üa t^fTfammette Ut ®ttt9e bad JErtegSDoff t9or bem
kiüiQtn Stomtxot , um ben®6ttem für ben t>er(iel^enen ®ieg
tn ^ftüifm £)4>ffm ^anf ju bringen. Unb bamit bai Solf
jbM banfbar bei feinem itam))fe feiner ®6tter gebenfen
mh§t, warb fär immer t>erorbnet, baf jeglidiier Stoub, im
Jtriege gewonnen unb in bie ^imat gebra4»t^ jeber Seit
in t^ier Sbeile gefonbert unb ein X^eil ben fcf^üf^ienben @hU
km aiB 2)dnfo)>fer gen>ei(^t/ ein anberer bem &tixot unb
feinen |>riefiem bargereid(^t/ bie ibre ®&tter um Sieg ans
gerufen, ber britte X^xl aber ben i(riegem bewilligt toet^
ben foOte, bie ben feinblicl^en CinfaU ind Sanb gewagt unb
ben Steg erfo^ten. S>er vierte S^eil enblid^ foOe benen
Ittgewanbt werben , bie im 8anbe geblieben ber ^timat
9tiMten gegen ben einfaOenben ^einb gef4Ȋ|t ^tten
jDa gefif^al^ , bafi Ggamwig ') , beö erfdt^lagenen SXafo«
^if^tn %iitfttn ®o^n, frember <&ü(fe entbKft unb o^ne
Wta^t in feinem Der^eerten unb entto&Rerten Sanbe, mit
fkatif fetner Sanbedobem fid) )um ®riwe unb )u SBibewub
begab, um Stiebe bei i^nen ju fu4»en. 2>ie ®unfi M
9riwe erwarb ftd^ ber {(uge Sfärfi burd^ bie 93itte um bte
Crlanbnif/ ben ®6ttem be6 Sanbed ein £>pftt bringen ju
bÄtfen. Unb ba fte i^m ert^eilt war, lief er ein weife«
Staf «uf freiem Selbe mäbe rennen unb bann jum iOpfer
bbenbtg iMrbrennen, mit bem ®4^wure, baf er bie ®&tter
WeM SanbeS (infort awif M bie feinigen i»ere(^ren woUe.
Zithtmanni Q^ron. €$. 13. iDer fpätett Leo p. 5 fe(t bie Be^e«
boibeft in ba< 3a^ 586, »o^rTd^dnltd^ aus bem ®ninbe, wiU 8uca<
Daf»ib 0. .% ben erfien Jtrieg ge^en bte SRofooier 40 Sabte natb
bm Sa^ 530 falUn l6ft.
1) encai iDaoib S. L e. 46 — 47. W liegt bieten, wU ei
f^eiiit/ bie Xnbeutmid/ baf bie fibrbrmannei ber XBiben M tbeitte unb
*fli ptei itlaffen lerfiel, inbem bie 0rAns«XB<(tett ,att(b ferner nur bie
^ bec QMn^ unb ben 0<binn hH Sanbe« auf ff^ ^tttn , wftbrenb
bk ttibaaren anberer ^triegimannen in< frinbn^e ^anb einbracben.
9 2>i< €Mbte<bart biefel 9lamen< »ed^felt bei ben CT^ronflta. 8us
cal 2>ao{b nennt ibn balb Gaamrigi ba(b CF^amwig; feinten Orn:
flOtt CTfamolii; ^o bagegen Zangwigu.
168 Stiebe mit aRafot)iexi.
2>4rauf toaxb mit ifym «in ftdJKter Svfebe gefi^bffen. Salb
toergafen bie iB&((ev bet t)ortgen SetnbfdJK^ft; eS trat ^atu
bei unb Sßanbel )Wtfcl()en t|)nen ein; SRafoi^iet Dermi^ten
fidl^ mit Xodjftem ber fl3rutener. Die SBaffenfunfl bet 9ta«
fo\>tei; warb befannter im Satibe bet fBtutenet utib fo baiiette
biefet Stiebe iwifc^en beiben SSitfetn lange Seit 0-
Zl& abtt in fo((^et Sßeife — fo er^ililt bie @age vnis
ttx — bet Stiebe mit bem 9la4^batlanbe ^tfiöfett xoaXf tts
^ob {t(^ au<^ Qxouipalt unb @tteit im 3nnetn beft 8anb€ö
fetbfl. S)aaBiben)ub fc^on l^o#etagt rnat^ fo entfianb un^
tet feinen jn^&If @&bnen .^abet unb äwift wegen bet ^etr^
fc^aft/ benn iebet begel^tte bie iDbetgewatt beS ^aUti, ^^
etjl ind ®el^im^ bann mit enootbenem Tbx^MUt untet bem
äSoUe and) ftfentltd^. @oIdS^em Unj^eiloot^ubeugen/ befcl^Iof
bet ®tttt>e/ bet nun id^on ^unbett unb )t9ei unb btetfig
3abte j^i^Ite, mit Sßibewub/ beffen 2C(tet \iöf auf ^unbett
unb fed^^sell^n Saläre belief/ bie SSotne^mften bei SolfeS
DOC bie l^ilige (Sid)e na^ Slomowe )u oetfammeln; unb att
atte etfd^ienen xoaxcn, txat bet ®tiwe untet i^nen auf, be^^
ri4)tenb: n>ie ba^ SBolf in6 Sanb gefommen fe^/ wie man
H)n ium iObet)}tief!et fut ben £)ienfl bet ®ott«t> SSibeiottb
}um Surften ju beS SanbeS SSett^eibigung etfoten unb bte
JCne(lt^tf4»aft untet bet «^ettfcfiaft bet SRafooiet oetbtdngt
^abe. Dann enod()nte et bei UnftiebenS, bet nun im ei^
genen Sanbe untet SSibewubö @&^nen/ ben SBotnel^rnften
unb bem 83olIe ftc^ etl^oben unb oetfdnbigte, baf et ben
SßiKen bet ®6ttet um ba« Slegiment nad^ JStbrmubS Sob
1) «Die ^tet mttget^eilte (StiiiHnn^ übn bie erfl»» fetnbn4^o IBer?
i;ä(tniffe bcc S^moinn ^reuffenS mit bem fäbCt^eti 9la(^boc(anbe liegra
SWAi; aum Sbet( no(^ mit im S^etei^e ber &a^e, inbeflen ni^ bo4
aud^ jk gemif auf deT^i^tÜ^em ®ntnb unb SSoben. SeitgenöfftTdlb^ Cl»e(&
un fehlen und freiU^ b^et no^ gait}. Suca< jDaoib fomobt al< C^t« '
mon Q^runau f^ipften t(|re Sra^und btefer dui^nifft ait< ber CT^ro«
iitf bf< Sifftofd Ql^rifHan, aOetn bt^e Dcrlprne CXueOe Idft fi4 ebeufdOt
ntd^t mcbr pxtftn unb mir ftnb ba^r qtnbtf^gf , bte 9to4ti4ten jener
beiben (H^ixmftin fo ansunebmen^ n^ie fte on^ oon ibnen bargeboten
Sage über bie eattbelt^eitung. 169
Mmgcn mtfU , bamtt bie ^wittt^t gefKHt unb ber ffnebe
M Sanbe^ befefftgt toecbe. S)ie Siebe befdS^lof bad £))>fet
ftneö Sotfed, ber an hinein Seuer Don ben flSldttevn be9
^üigen (Sif^baume^ gebraten »arb. S)er ^g enbtgte mit
einem Sreubenma^^. Tim fommenben SRorgen aber erfdi^ien
ber (Srme mit SBibewub wt bet l^iligen 6id(^e unb ux^
fitnbigte Um Solfe: iS« fep bev ®<er SBiUe, bü9 ge«
lammte Sanb unter bic jwMf Grübet ^u tl^^iten unt leg«
(i(^m in feinem Steile einen £>tt }u Uftimmtn, wn weU
iim attS er lierrfd^^en foKe. 3eber au& bem SSotfe aber foQe
Um, wKUt beffen «^errf4^aft er (ommen werbe ^ Streue unb
Se^orfam leiPen.
hierauf rief ber ®rime ettn>o, SBibewubS ^Iteflen ®o^
wx bie {eilige (Sid^e unb . ließ i|in burcl^ einen Sib (S^r?
furcj^t gegen bie ®6tter unb ®e^orfam gegen ben ®riwe
gelobt. jDa .^ot^ti gefc^^en n^ar^ ert^eitte. il^m 9Biben>ub
Ui Sanb 90m Soicfo unb 9ttemO/ ben {{iefienben Saffem,
M6 ju bem SSalbe S^l^anfamo. iiMt> erbaute barin eine
Sefe nad) feinem @ol(^ne ®arto benannt unb txt^iiU bem
&mbe ben 9tamtn gitt^auen^). SSadE» biefem berief ber
(Briwe SBiben>ub§ jn^eiten @o^n @amo unb möfbtm an^
biefer ba§ n^mlid^^e ©elöbbe get^an , verlief) il^m SBiben)ub
baS Sanb ixoifö^tn ben @en>i{fern SMno unb «^aatibo biS
an ben @trom @fara/ ber naäfmaU, ba @amo'$ SSSeib
9ergoUa barin ertranf^ ben Flamen 9>ergoUa ex\)ult* Tiu^
@amo erbaute in feinem Sanbe, nadj^ il^m ®am(anb ge«
nannt, eine 93urg/ bie ®ai(tegam>o ffief 0« @amo aber
i) jDie glftffe Boicfo unb 9^iemo ffnb, »ie f^on «Mennig }tt Su«
ca6 £)aotb S. I. ®. ^9 erfif^rt/ offenbar brr SBug unb ber 9tiemen.
Sncr foHte bie fAblid^e, bterec bie nirbli^e ©rdnse besei^nen. ^c
Salb E(Ktnfamo .tff je^t unm^glic^ me^ S« beftimmen; toabrfd^mli^i
brbeateCe hn 9tamt and) über^upt nur fo viel aU (Std^n » Sanb ober
^Siäjm»%elb, benn im (Sft^tfdElen^^ft Tam eine ^d^e unb Semme bes
tatet eine aSaxf, ein nicbrigee i^anb. — ®arto ift ba« alte iS^art^en,
^oi (euttde Orobno, toit 8ucad )Da9tb a. a. C. felbfl ecf(drt
3 ^eno, fonji von Sucaö 2>a«>ib S. I. €f. 17 audk itrano
jfttaniit, ifl na4 Teiner eigenen Orrftörung (&. 15) bie offene ^ee unb
170 9age &6fr bie <anbe<t(^eUittig.
1)attt gt&fm (SUft^t^t t>oi; ben ®(ttem att bie übrigen
St&bet unbfein SBoS btettte benfetben mit mt^x%tbmmi^^
feit/ aM bie anbem ianbtSbtwoi^mt. 3n einem I^Uigeti
€i^m9albe iened ianba untet^ielt man be^lb aud^ mit
l^iliger @d^eu eine 99tenge Sd^tahgen ben ®6tteTn ju 6^
ten ^). jDer britte @o^n @ubo erbielt t)on SBibewub baf
alte Sanb bet fBenebet/ na(^ma(6 Soti))>|iania unb mi^Cus
Wi 9lamen Subauen genannt ^). SBiben^ubC «tertet @o^
9tabro befam fein Sanb jwif^^en ben ®en) jffem ®(ara ober
VetgoDa/ jBoicfo unb JCurtenO/ baute barin eitu Sifle
Gtainbo unb (egte in feinem Gebiete nac^ bet Sage bot
l^ilige 9tomon>e'). 3n gteicI^eT SBeife ftekn aud^ Sibe«
wuW Abrigen @6l^nen @4KiIattO/ 9latango, Sarto, OaltK?
bO/ SBarmO/ «^oggO/ yomejo unb (S^ulmo il^te befonbeten
SanbeStlieite }u unb fte ertl(^eilten biefen bie 9lamen &d)a^
tauen/ Slatangeu/ Satten/ (SalinbeU/ SBatmien/ ^^tt^
tanb/ 9)ome}anien unb ^Imet(anb. 3n ieglic^m iatfbt
^aXbo ba< Stifte «&a|f. ^et 9{ame «^aalibo ober «^aiCtbo , wie fbn
Sttca< jDaoib att<lb fc^teibt, t# au< bem <9otbif(bm genommen/ ipo
hails fdf^» gefunb unb unhails un^efunb, fcanf/ bebeutet; f. Uiphüat
Math. IX. 12. Marc. V. 34. K^h bie ®Ube bo aud bem C^niFilbai
)tt erllAren fep, mo wo ober wee mt Slutb/ einen SBafferftrom be*
beutet/ mag bin unentf^ieben bleiben; oielleidSit aber liefe ftcb and bem
ftotbiftb^ wato, ba< Sl^flinp, eine gorm geminnen. Ueber ben 9lamett
fkrgoOa ober 9>regeao ift fcbon früber geT^ocbe». ^(aittegarwo tft ber
}etige (Berg (SaUgarben in @amtonb/ in ben Urfunben dailgarben ges
nonnt
1) ißobi eine unoerlennbare «^inbeutung auf baS billige Slomooe
ttttb ben ^M^m SBoIb in 0amlanb !
2) 3m Serte be< 8ttcai 2>aotb tft b^/ ^< f4on «ßennig In
einer 2Cnmerf. ju S. I. €$. 62 bargetban/ eine offenbare Sermecbfcbrng
ber ^eren ißobnf^ ber Kubaner mit ibten fpdtern. IDie frikbnen
SlobiMite biefe« Sode« maren im ebemaligen 9)obIa<bien/ im ataflWbea
Oounemement Bialpftotf / bem alten Saterlanb ber 3aa9d«) (Satmin*
g«r)/ t>on wb (te er^ im 13ten Sobrbimbert nad^ ^mUinb oerfett
mmrben*
3) Jbittftto ift na^ eucad iDaoib S. i. e. 63 ba4.jeurir4<
Sage iitt btt Sanbeltlf^etlttttg. 171
aBer etf^ob fi^ eine Sutg, Don meh^er iebev fein )uer^tl?
M @ebtet be(enf(t)en foDte. 3n ®d[)a(auen entfianb bie
lifffe Stügntt/ üom S^uffe Slango fo benannt 9latango
^tte feinen @tt otif «^oneba (^^\%<^, Sarto ben fetnigett
auf bet Surg SSarto; ®aImbD b^rrfdj)te auf einem b^b^it
Berge/ »o feine fBurg ®aItnbo fianb. SBarmo gebot auf
ber SSurg Zolo, f(arb aber nocb Dor feinem Sater unb \x^^
teilief ba« 8anb feiner Sitttve Srma/ nacb melcbet fortan
baS Sanb Srmlanb genannt warb. «f^oggo'S Surg bi^
Zotfo; er binterlieft brei Siebter WX^, 6abina unb |)og^
gejana 0/ bon n)el(ben bie kältere ffd|^ ben ®(ttem wib::
menb eine |)riefiertn warb, im Solfe bo(b geacbtet war
nnb bem Sanbe ben 9}amen 9>ogeianien gab. 9>ome}o fkitte
fernen frfien 9Bobn{t| unb n>obnte balb bier ba(b ba unter
Antm 3elte. Seine fiarfen ®(bne aber, bie aOe itbnige
— Surften — nniren/ bauten ficb fefle Surgen ju Sifno,
Softo, aSefo unb 9targolten«. 6buImo enblicb errid^tete
)ioet Surgen in feinem Sanbe ^ bie eine Gb^lmO/ mo er
ffibjl bf trfcbte , bie anbere ?)oto ffir feinen ® obn f>oto •).
Tk nun ba6 ganje Sanb in folcber Xrt getbeilt n>ar
unb jeber %b^ bie ibm }ugetoiefene 8anbfd[)aft in Sejtd
genommen/ blieb Sibewub no(b eine Seit binbunb oberjler
9ebieter unb Abnig.« Qarauf aber befcbtof er mit feinem
Sruber, bem ®rtn>e/ im b^ben %Xitx f!(b jur fef(en S3e«
lo&bnmg ibrer ®efe|e unb £)rbnungen ben ^\izm oor
ber beiligen Siebe ^u opfern unb fie beriefen bie G&bne/
bie Cblen unb baS Colf oor baS «f^eiligfij^um Slomowe.
1) Offenbare Xnrpfelungen anf Ortsnamen: ISot!o — SoSemit,
Qobia« — Gabinen.
2) jDiefe &age Aber bie t^anbeitbeilnng ersdblt Suca<2)a9tb(B.
L €(. 58 — 75 febr weitf^ioetflg, ICnfer ibm bat |Ee aii<b €$imon
Oranau Tr. II. c IV. §. 1 ^ 13. unb nacb biefea erwdbnett ibret
faf atte 9)rettff!r(ben CFbrontflen. jDaf jene beiben bfc Ckige att< bei
ff^rontf bei Sifcbofi Gb^ifHan genommen batten^ fagen ffe ni(bt btof
attibdkR{(b r^^f^« fonbem e< beweifet biefel att(b ba< anfgefunbene
Sragmeat blefer Gbronif. t$g(. bte Qeilage Nro. I.
172 €$age &6er bte Sanbc^t^eitung:
Unb att biefe etfc^tenen traten ^ traten ber ®riQ>e in feft:*
ttd^em Stltlhtt\6)muit , bod^ ntd^t im 9>ne|lergett)anbe/ unb
Sibewub im. fintgli^en itleibe ^ot iai SSoR, i^m tiet»
fönbtgenb/ baf bie ®itter fte )tt einem S^ubenfeße jen^
fettS biefeö Sebenö eingetaben; barum m&(|iten bie Gblett
na4) intern Sobe einen anbetn A6nig emd^Ien/ bet bad
Soff fdj^u^e/ iOrbnung unb (Siniglett er^falte, auf bie €k:?
fe^e aä)te, bie ®6tter el^te unb bem ®ttive ®e|)or|am leifie«
Die Stuftet aber m6(|^ten einen ®rin)e ernennen^ bet bei
ZmUi unb beö Dienpeö gegen bie ®itter mo^l pflege; i^m
foQe bet J£6nig fammt bem gan}en IBoIfe tote ben ®6tteisi
(elbfl gel^otfam fe^n. 3m SSoKe m6ge (Sinigfeit unb Sfnebe
bettf(t|}enbed ®efe^ feyn; nut bet (Sinttad^t folge bet ®&ttrr
®unft unb «&ulb/ bem Unftieben abet unb bet Jeinbfc^
3om unb SBetberben.
fftaif folget (Srmal^nung umatmten fid) bte beiben ®teife
unb beftiegen «^anb in «^anb untet ®efang ben ^dE^eitec^
Raufen an bet @e{te bet ^eiligen Sicf^ey ben bie f>tieftet
anj&nbeten. .SB3%enb bie Summen em)>orf(^(ugen/ »etfun«
bigten untet bem 3ammet ' unb Gtaunen beft SBotfeft bie
®&tter i^ten SBiKen iuxd) M £>onnetd ^pxadfe in txmm
gemaltigen Ungett)ittet. ^ladf futjet deit traten bie dbkn
}ut neuen it&nigSwal^l jufammen. XQein baö ma^nenbc
äSBott ®tin>e'd unb aßibett)ub« mxb niöft befolgt Bmu
ttadft trennte bif ®emAtl^r/ je langet man bie Sßal^l be^
rietl^ unb niemals wotb mieber ein «ftinig erforen, bet,
wie SBtben^ub/ äbet ba4 &anb gebot ÜSit ben 9lad^bam
abet/ }umat mit ben 9Rafot)ietn/ bie gleicl^e ®&ttet anbe?
UUn, (ielt man lange Seit ungefiirte ffreunbfd^aft.
.X^^ SBie unter ben (SbUn, fo erl()ob ^d) and) Seinbfd^ft
. t^ unter Un |)rieftetn bei bet SBal^I beS neuen ®tiQ>e/ benn
^' einige meinten / bafi IBruteno/ bet JBtubet ^on Stabto'S
SBeib, anbete, baß %püa, bet SBtubet t>on 8ct^o'S SBetb
oon ben ®ittern ju t^rem £)ienfte berufen fep. iDarübet
entflanb audj^ 92eib unb «^abet unter ben beiben SBräbern
f elbfi unb ba einfi 9labro t>on iitfymo'i 2)ienem überfallen
9tf^xdftt unb &a%t hin btt ian\>t$i^txiun%. 173
iMir^ nnb t>on btefen Derf^lgt tn einem Strome erttant,
fe toatb 8tt^Y90/ n)eil er t^em S9|ruber na^ bem Sebeti ge^^
frebt/ 9on ber l(KiIifi^n (Std^e ju dlomowe auf etvtg toer^
baant/ griinbete nun in feinem Sanbe ein eiitnei Stom^tot ^),
fc|te einen ®rin)e ein unb orbnete biefem atxd) 9>riefler ju.
£enne<b aber würben bie wic^tigflen £)pfer aM Sitt^iauen
^ femer^in no<^ an ben iDberyriefler in 9>reuffen gefanbt/
i9ett bort bie ®(tter nicf^t felbfi nmlteten^ unb fo groffwar
bie Xc^tung Ui le^tem audii in Sittl^aueU/ iturlanb^ ®a$
malten unb Sio(anb , bafi man feinen ®eboten fhengen Oe«
Mam leiflete «).
eo er} j^U bie (Sage be« Sanbeö Sl^eilnng , be» ®rime
unb SBibewubS £)))ferung fär i^r Solf unb gittfKiuen»
Zrenmtng bon ben übrigen Sanbfcliaften. — SBerfen mir
)e|f einen * fragenben SBUcf auf il^re gef(l^id()t(t4)e fiSebeutung/
fo ergiebt fd^ und au^ ^ex wieber bie fd[)on eno^l^nte (Sts
f^tnung/ bie in ben 2(nfjngen beft ^eft^ic^tli^^n SebenS
ber S6(fer ftett wieberfel^rt. ;Der fp&Uxe SRenfd^ fu^t beim
8tötfb(i(fe auf bie Sergangen^it einen feflen $un(t beft
SeginnenS f&r hai bor {(m (Sepenbe. 6r ftnbet ben 3Be^
ginn aber ni(|)t in bem aKm^^Iigen SBerben im Xblaufe ber
Seiten/ fonbem im «^ahbein iut^ einen beftimmten SRen^
fdfien, an beffen fefte ®eftalt eö feinem ©eifie Uiä)t wirb/
M fonft burd(^ bie Seit l^inburd^ gejogene SBerben fieser
an)tthiäi>fen. ®ö i{t eS im ®eifte be§ 9Renf(^en in anfan^
genber Stibung begränbet. £)unfe(e Erinnerungen aud bem
«ergangenen Seben^ bon SRunb ju !Runb fortgef)^an;t/ ur^
1) tucai iDdütb SB. I. &. 80 nglL mit Busburg V. III. c.
252. Rhesa Program. de religionis christ. in Lithuan. gcnte pri-
nordns P. II. p. 15. P. m. p. 3.
. 2) jDtefe auSgebe^nte unb tvettoerbcettete (BmaVt fd^ceibt bem ©ciive
«a^ Dusburg V. III. c 5 9U/ inbcm et fa^t: Quia sicut dominus
Papa regit unirersalem ecclesiam fidelium^ ita ad istius nutum seo
numdatum non solum gentes praedictae, sed et Letthowini et aliae
natioDes ÜToni-e terrae regebantur. ^Cbec man ffe^t Rar, baf ber
i|nm|l bttri^ btefe grofe «^errf^aft, bie er bem ©rime beimift, nur
feh» gan} unpaffenbe Cerekid^ung mit brm 9>a9)f!e }u galten ftt(bt.
174 (Befd^tc^te unb Sage ä6et bte Sanbelt^etluitg.
{^r&nglic^ in einfa^icr gefc^td^HidS^er SBal^tieU oom iSater
ouf Sol^n unbSnfet Abogetvagen ^ bann bur4^ Stlb, ^^n^
tafie tti|b S)id(^tung immer me^ir auSgef4^mä(ft unb enblt^
wie Slebelgefldlten im 2>unfe( ber Vergangenheit iuiüdlit^
genb: — folctK Erinnerungen aui bem abgelaufenen Seben
alter Seiten geben ben IBoben unb bilben bie Subne, auf
n^eU^en bie Seit ber @age fpielenb {t^ bemegt SRa6) eu
ntgen Sabr^unberten^ wo fcbon ein beOered i\ö)t auf |>reufs
fenS Qtfdfi^U fiüt, mar baS gefammte 8anb, bem frit^r
ein ein)igeir itriegSfärfl/ ter Subrer ber SBibeU/ unb ein
emjiger oberfier Ütidtiter unb $riefler, ber Sermalter inne^
' rer iDrbnung im ®6ttl{<ben mte im SSenfcblicben , t>orge-
#anben/ in t>ie(e Sanbfcbaften jerfaQen unb in ]egli(ber fa$
auf einer Surg ein Särfi, ber iai if)m jugebirige ©ebtet
beberrf4^te 0* X>ie «^errfd^aft bea 6tnen atfo mar unter
Siele getbeilt '). iDie fpatere S^cit aber fu<bte einen beflimiiM
ten Einfang fAr biefe ©cfialtung ber 2)mge unb bie Sage
tniipfU bie SErennung unb SEbeilung bed SanbeS an )»6lf
t>em alten SBiben« Surften jugefcbriebene @&bne. Sie&anb^
ftbaften unb ibre *&errf(ber?fi3urgen traten mit 9lamen ber?
wx, f&r melcbe bie fpatere 3eit eine SrRarung ibre6 Urr
fprungeS toertangte unb bie ®age (nuyifte in gleicber SSetfc
bie fonfi unern^rli<ben fi3enennungen an bie 9{amen )>f>n
SSibemubS Sm6lf @6bnen. aJie ba« Sinjelne ber @age in
V reingefcbidl^tlidbe SBabrbeit auf}ulifen fep, fji aOerbingS mobl
fcl^mer )u fagen. 3Cber SolgenbeS mhd^te meber bem ®ange
ber ®ef<^i(^te/ nocb bem Qijaxalttx ber @age irgenb mibet«
fpred(>enb fe^n.
1) &o fanb nament(i(b SSSulflian ba< Sanb. 3n f^ul/siani Pc<
riplus ap. Liingebeck T. U. p. 121 ^etf t eS : Daet Eastland ia svide
mycel. And thaer bid sride manig burh and on aeicere byrig bid
Cyninge; i. e. Aeitlandia est admodum ampla, ibiqiie pliirima sunt
castra (arces, burk, IBurgen) atque in unaquaque arce R«x est.
3) Helmold, Chron. L. I. c 1 fagt 9on ben Semobnem |>rruf'
fenö in friner Seit: Nullum Inter se dominum pa(i Tolu&t. Adam,
Bremens* de situ Dantae.
Oefc^ic^te tinb Sage Aber bie Sanbe^tJ^eUatis. 175
XI§ ber SN^Tft bcr Siben^SeJ^rfn^ SBtbwub« an btr
SpUsi Ut gefammten SBe^tmaniui be^ vereinten SiriieS
trat, mu^te er (ur XuSf&^ntng feiner J(rte^c(ote/ fetner
Xwrbnungen unb fBefel^k/ mte ni4)t mtnber jur Samm?
(ttiig beS Stit^iwlM bei bro^^enbet @efa^r not^enbig in
ben etn^eluen Zeilen beS Sanbe6 befonbere iCriegSoberfien,
IMtljigbabet nnb Sorflel^r ber ttkf^xtn ie^üd)tx einjelnett
&mbf4Hift anorbnen. So liegt in ber Statur fobf^er Oer^
ÜlULifie, bafi »or aOem foM^/ bie fUfy bunb {Retc^t^uni/
SRac^t, Xnfelj^en unb befonbere (Krborg(^n)enbe (£igenf(^a^
tra wx anbem auS)ei4^neten / ba^ alfo bie Sorne^m^en in
ben tanbfdi^aften )u folcben aSemniltem be$ ®emeinn)efen<
cno&^tt wttrbem TM \old)t l^atten fte, wie ti \^tint, ben
Sternen Akiige ober nacb ber altgotl^if^en ®pra4^e SUiU.
Co war a ft4^erli((^ bei anbem @ermanif4^en Sblfem >);
fo war eS o^ne Sweifel aud^ bei ben ®ot()en an ber jOfifee«
Jtute. Unb wie ft^ bie ©runbform biefer Serfaffung be?
alcn ®ennanif(^en S6(fem wieber^olt, fo finbet fie ^
oü^ ubert)ati)>t bei ben norbtfc^n ®or()en)weigen. 3n ®!an^
1) Sßtt erlauben un< b^er ^ur Serdletcbnnd unb dtläntetvin^ ber
3a((c eine ^ttUt ani 8uben« ^efc^fictte Ui beutfcf). S3oIfe< S3. I.
8. 513 au^jubeben. — ,;€SobaIb ein teutfcbel $Bo(f (Sroberungen macbte
üb anbrre ^SUnf^n untermarf, fo b^rrrd)te baffelbe Abec biefe Unter«
vorfrnen, nnb ba$ ^aupt be< fxrrftbenben fßolM »urbe im eigentU^
4cn &unt «^en: tn feinem Scr^dUnifle 5U ben Untenoorfenen«. liUi
bann mag ber 9{ame beS «&eraoaö^ ober jebe cutbere Benennung, bie
mm bem «^erffibi^er beilegte, oerinbert fe^n in einen 9lamen/ ber fei«
«er neuen ^tettung cntf))ra4 £)affelbe mag gefcbeben fepn^ wenn im
Snaem £)enrf(bldnb< ein fSoÜ berrfcbenb warb ober batf.anbnt. iDal
itttfte Denfmal beutfiber efpracbe, bie Ucberfetung unferer t^eUi^cn Bflc
4er burtb ben gotbtfcben IBif^of SBnlfUa/ unb ber Umflanb, hat W^^
^rcfd^aften ben 9lamen tfteiä^t erbatten b^bcn, macben e< wa^rfcbein:
&b, baf biefer 9tame 8rei!< geioefen fep ober Sleüifta. 3n ber Solge
ber Seit aber, M bie «&errf<ber»ftrbe crbli^ marb unb in bemfelben
^ittfe fortbeflanb von (Seftblecbt au ®ef<ble<bt, b<^t ficb aucb biefer Stame
Mdotra snb ber 9tame Mni^ ifk an feine &Uüe getreten. " 3n ben
Vnmeihingea 6. 728 belegt biefeö 8 üben burcb hm @pra(bgebran<b im
VSglai.
176 O^fd^i^te utft®os« ö^bec bte ianbt^t^tHnni.
Wna'^itn, fn SD^nemaif» nnb ^ö^xoeUni ilUfktt Qkfd^i^te
^^n glHd^faO^ neben bem iDbetBntge geringere ttnterttnige,
^o^ixticn^ßetwelttt, %iif)xet be6 JCrtegStooIf ed «tn^Iner Sont^
fd^aften, bie ftd^ nac^maW ju freien, unabhängigen {)erren er^
^ben*). 3n |)reuffen waren fel^r maj^c^einlid^ Wefe Sleff* uu
A^rflnglid!^/ fo lange ber itriegöfftrjt Sibemub bie ®efammU
Öewatt über bte gan|e SSBe^rmannei tn ber «^anb ^ttt, nur
blo^e JCriegdoberßen. 9{un erjdtilt aber bie Sage, baf
nac^ SBibewubd Xob lein allgemeiner JCrtegdfärfl/ «^r^og
ober Jt6nig wteber gew^I^ t)ie(me^r feine ^a^t unter
feine @&l^ne üert^ilt werben fep. 3ene Artegioberflen wuf
ben alfb freie «Ferren in ilE^ren Sanbfd^aften; fie würben Steift
ober Xftnige in i^ren {leinen fftü^m, bie nid^t me^r wie
)Ubor im Ariegögebote unter bem allgemeinen SKa^t^aber
aller ffie&rmannen jtanben, fonbern nunme](^r frei il^re ei=
genen SBe^ren föl^rten. Unb foldl^e tfirjlen, JReif* ober
Jt6nige werben au^ wirftic^ me^rmatö in ben ^(teflen £luet
len ber ®efclf)iclS)te ?)reuffen§ genannt«). ä)a biefe frieren
1) &tf)T merfwörbtd unb miä^tiQ ifl in biefer «ßinftt^t eine StelTe
ber SngrtnßasÖage bei Snorm c. 40, wo ed ^)dftt Reges Upsalen>
sium absoluta potesiate in Suionia emincbant, cum reguli plures
ibi dominarcntur , ab eo Tidelicct tempore, quo Odinus in Suionia
principatum tcnebat: monarchae cum absoluto imperio, usque ad
mortem Agni Upsalae residebant: atque tum primum regnum inter
fratrcs partttum est: post haec regnum principatusque inter stirpes,
pro earum gradibus'distribuebantur. Nonnulli etiäm Regeln incuU
tas latasque exscindcre sylvas cocperunty aedificia esstruere, nee
aliii quam bis initiis reg;na sua (irmare. SSgr. fSt^1l)i ^ef^t^te
^cftwcbeng 58. I. ©. 12; ferner fibec bie Cbcr* unb Untetfinigc Im
ältejlen J)5nemarf 0u?)m« (^efi^Hte ö. JDdnemare 3B. I. ®. 82.
2) >Dett triftij^Hen IBewei* für biefe 9itxU ober |)roDfnjialsÄ5ni9e
gifbt bte oben fc^on «ngefÄ^rte 0teUe üuö fTulfstani Peripluj, mo fie
aüöbriirfric?^ „Cyninge, Äöniße genannt werben. S^rer er»d^nt att<i^
Dusburg P. m. c 5 unter ber ^Benennung Reges unb unterfc^ibet
fre noc^ oon ben Nobiles. 3n bem alten |)rioiregium »on 83artenfletn
rom Safere 1332 l?eijt e4, baß „relercs Pmssi dicuntur fuissesub
Regibus; f. ^artfnot^ 2f. unb 9?. f)r. ®. 239. &tlbft ^uca€
J>a»ib IB. I. ©. 138 nennt ffe Kunigs. 3Der Äetm biefer IBerfaifnno
>«
1
9efd^i(^te unb Sage aber bte eanbe^t^eitung. 177
AriegSobetfien mit bem Sttitßif&tfUn SBtbemub ftt» in
eng^er Serbinbung gcflanben, immer nur in feinen ©ebo?
ten ge^nbelt, ifim ju @el()orfam oerpflict^tet unb mit fefier
Steue an t^n unb feine SSerotbnnngen gebunben gewefen
waren/ fo tonnte n^ol^I allerbingö bie @age biefe einzelnen
itriegioberflen ober Sßel()renfä(irer SEBibewubS @&^ne nennen.
Hudf i^re 9lamen fdj^einen nic^t unerHirltc^. 3m ^rtegS^
f^tt, wenn bte SBe^rbaufen ber einzelnen ®aue {ufammen-
fiifin, m&gen bte itrteg^oberfleri atö Saurer i()rer AriegS^
fclKtaren gemeinl^in aud|^ ben 9{amen t^rer 9Be|^rmanneien
geführt / ber Vnfül^rer ber ©altnber mag alfo n)o^( ber (Sa^^
tinUt, ber ber Slatanger tnag ber 9}atanger, ber brr 9t>c
mefamer mag ber |>omefanier gel(|eif en l^aben. Sd ging fo?
mit a(fo wa^rf(t^einli(b ber 9lame M @am^ ober ber Sanb-.
f^H^ft unb beS Solfed auf ben Arieg«fu^rer über, llatt bafi
bie @age ben Stamen beft itriegioberften auf bie Sanbfc^aft
&bertragen l^ft. Qi ifi wenigflenS gefc^ic^tlic^ nad^^gumeir
{Jen, bafi bie 9lamen einiger ber genannten @au^83&I!er
f(^on (ängfi bor ber 3eit, oon meld^^er bie @age jpvid^t,
toirtltc^ oorfKtnben waren. ®o werben ^ wie frul()er tmit)nt
tootttn, bie ©alinber/ bie @ubauer unb wie ed fd^etnt
auc^ bie &d)alamx (?) idfon oon 9toIemduS/ alfo fc^on mtf)Te
Sa^r^uttberte bor biefer 3eit genannt, worauf er^^ettt, ba^,
wenn ber <Sage l^ier irgenb ein gef(|ii4^t(i(^er ®runb untere
liegen foU, ber 9lame be§ Solle» )um 9lamen bed Artegc^«
ober^en würbe. @o war ei wenigf(en» auc^ m ber Sitte
anbetet ®ermanif(ber Sdler begrunbet ') unb borjugttdf) felbft
bei b^n ®otben berf6mmli(b.
fad It^erlict fd^on in bec fcd^flen Oefd^i^te M ^ot^if^en &olUi an
bec £)Wee, benn Tctcil. German. c. 43 fa^t fc^on : Trans Lygios Go-
tbones regncmtur^ paulo jam addictius, quam cctcrac (Tvrmano-
rum gentcs, nondura tarnen supra liherialexn.
. 1) ®o ift 3>uiobob ber SBob, Pf^rer, ^«fe^^aber bf r Seuconr u -,
IBoioriK bebeutet ben f^ixU becSBojer; ZiW</« U XXXIV. <*.. 4/i nennt
augbröcE(t(^ einen Boiorix rcgulns Boiorum unb n)ie f^^on 9Bcr)'f(7
a. a. Ö. @. 118 fai-^t, ^abcn bte SBortc bod unb reib gUi^ljc ^i^i-r
'• 1-
17» £)te 9famen ber tinitimn ian\>\d^afttn.
TtM Ut @age, aber fd^tnen wir ferner auch alft gc$
fd)t(^t(id(^e S^atfad^e ann^^men ju f innen, baf um baS Snbc
t>a fedfften unb im Xnfange Ui ftebenten Sabrbunbertt bte
9lamen ber ein)elnen Sanbfc^aften unb t^rer Sewobner bc«
merfltdj^er b^rvortreten. XU SBtbewubS &ehieUtföiaft mit
feinem Sobe ju (Snbe ging^ mod^ten jene SleiB ober Jtriegd^
oberflen ber Sanbfd^ften, bun^ feine ©efalj^r üon aufenber
m^f)x gefd(}re<ft/ jtdl^ nicbt entfc^liefen finnen^ Don neuem
bem ®ebote unb bem ©eborfam eineS aSgemeinen SBiben?
jBobd ober J(rtegSfurf(en/ beffen ißotbwenbtgfeit nur bte
iCrieg%fal^r oon ben 9Rafootem trjeugt batte, fiif }u uns
terwerfen. äwiftigfeiten Aber bie SBa^l mod^ten bteOetc^t
in i^nen ben ©ebanfen erzeugen/ fortan frei unb umhs
l^ngig neben einanber ba^u^eben; oieDei4)t alfo beutet au4^
iier bie @age in if^rer (Srjil^Iung über ben @treit unter
aSibewubö @6bnen um bie <^errf(^aft auf beflimmte ge«
f^id^tli(be ereigniffe bm. @eitbem aber bie J(riegftoberf(eit
iu Surften i^rer 8anbf4^aften emporfliegen/ mar ein fc^its
fereS ^eroortreten ber einjelnen SioIHtbei(e in i^ren befotu
beren Sanbfcf^aften mit ibren eigenen {Benennungen eine bos
mit natArltdS» oerbunbene Solge.
SßaS bie IBebeutung unb ben Urfprung biefer SSotfS«
namen unb ber {Benennungen ber Sanbfcbaften betrifft, fo
liegen man^^e oon ibnen in fo entfernter 3eit jurädP unb
anbere in fo tiefem jDunfel/ baf et faum migli4^ fc^eint^
bie G)>uren ibrer @ntjlel()ung mieber aufjuftnben. £)b äbers
^u)>t SBortableitungen ju i^rer (Srf(2rung oiel austragen,
mag billig \>ai)xn gefleKt fepn. SEBenn mir auc^ befltmmt
mäfiten/ bie ®a{inber bebeuteten bie Seiten unb 3(eu§erflen
beö ®ot^en 5 Stammet '), fo bleiben unS bie Flamen ber
beatung unb be^i(bnen einen ®e\>ittn. (Bactb 0. I. 9. 296. Go
mag Xmbiorir bra reiks ber Ymbianrr bebeuten. eo f^einen au^ ber
9lome M ^tgamberigürflen jDeubonv/ ber M QimUtntfSitfkn iSt:
foxit n. a. lufammengefett. @o erwd^nt ancb Paui. Diacon, L. XIL
1». 259 finea einß in ^fanbicn gebietenten ®otbcnsJt6nid< Godaricus
— Goda-rcikf , Spater be< frft^r crwdbnten ^Wxmx.
1} IBic f^on oben berä(jrt ift.
Die 9lomni ber einzelnen Sanbfdl^aften. 179
Satenct unb ®fat»anet — Cdfalauzr? — bo^ immer
uiifrK2r(t(t^ ober wemgftenö bo(|^ jweifelliaft ^). fOfanc^e bcr
9(a»m m&gen o^ne 3»>eifel butcf^ bie ®ot|Kn mit aud @fan?
btnai>ien gefommen fe^n, benn hitTU^nli^Uit t»on einigen
in beibfn S^nbem ift offenbar Diel )u grof, aii bafi babet
an btofen 3nfaa ju benfen to^re. S)ie|l ift ber f^aH mit
Sarmten/ SBarmelanb ober Srmlanb')/ toieOeid^t md) mit
Gamlonb/ wiewohl biefer Sßame au(l(^ bie Sage unb Se^
fdJKifen^it be< Sanbe« beseicf^nen unb //9lteberlanb'^ bebeuten
fann *). 2)er 9lame beS IBarterlanbeS fdbeint ebenfaKö ®o^
mfi^^tn Uxfpxnn^i }u fepn; eS mtrb wenigflenS einedJBoKSr
jweigeft, ber bie Satter })Ui, in ber ©efenfdS^aft ber @or
t^ , SBBanbalen unb &avmaUn emi^nt *). 2>ie Kamen
1) Sei ber etpmotogircben (Sr!tdrung<(u{i fn1()erer (Sfle^rtfn ^at ed
frnrt(( an folc^n Vbldtungen ber $B6l0ers9{amen au(b in 9>retiffen nt(^e
ft^n f6tttten. 6e erftdrt 9)rdtoriu< in ber 0d^aubübne !B. 11. r.
13. ten 9tamett ber @ubaaer bur<( Sudyti nebten, Suduns, Sud-
tiims» Sudzia ein Btid^ttv, »eil SBibetoub au< ben ®ubauem, bie tt>c:
flen ber 9täie ber 9)oIen bie gebitbetfien 8anbbewobner geweren , feine
Stifter genommen, ^er qah eö fc^on fo gebilbete |>o(en in ben Sas
gen hU ytolemdttt? — Ob etmad gewonnen tfi, wenn man an bie
gcns Snethans, quae velut Tfauringi equis utuntur eximiis, in ^fan*
biiovifR irobnte (Jomand. c. 3.) unb berftber gewanbert fe^n f^nnte,
bentm mottte, ma^ haf^in geflettt bleiben.
2) jDaf SBarmelanb ober Sßermelonb in ©lanMnaoien eine alte
yc9Dtn)taIs Benennung tji, gebt aud ber YngUnga-Saga c. XLVII.
XUX, avA bem Fragment Island, ap. Langebeck T. II. p. 267,
Adam. Bremens, de situ Daniae c. 231, 9t Ab' ®efcbi(bte ^6)X0tt
Icii e. L e. 9. tt. a. {tor ben»or.
3) jDer 9tatM Gamlanb ttnnte mobi mit bem ber großen Sonb»
r^ft in Ootblonb C^malaab sufammen gefteHt werben , wenigftend liegt
\k Xebnfi<b(eit ber 9lamen febr nabe. «Mennig aum 8uco« jD'avtb
8. L €(* 158 erftdrt ben 9lamen burcb 9liebeclanb , ibn ableitenb vom
Mifcben Sorte semme, (Srbe, Sanb, befonbert niebrig getegeneö 8anb.
64(6 )er 9lorb. 0e[(bi(bte @. 301 nimmt Same ober Suoma na<b
bem gtnnifcben für fRoraft.
4) Adam, Bremens, histor. ecclcs. L. I. c. 3. £)b man ben
9amen ant bem @otbtfcben erfliren bfirff, wo balrthei fo otel aX^
Wr gttttsenb, berflb«t bebentet — mjUas Matb, VI. ß. Luc. XIX.
19. -^ mag babitt geffedt bleiben.
12*
180 DU 9}ameti ber eiiueCtun ?anbf(^aftfn.
•
9lata\\Qen, «^ocferlanb nnb 9>omefanteii fyit man Mi> t^rer
Sage unb natärlidj^en IBefc^afen^eit ju erfl^ren gefud^t unb
in 9latangen bte Sebeutung be^ ^intexlanM, in •^otfer:^
lanb bic beS ©ebtrgS 9 ober iDberlanbeS unb in 9omefanien
bie beS Sanbe^ an ber ÜRafau }u ftnben gemußt 0- ®9 it
man and^ bemüht gewefen^ ber Sebeutung ber 9tamen
SlabrauenS unb ^ogeranienS näc|»}ufpuren unb fucbenb ^t
man gefunben, baf iene§ erftere etgentl{<^ bad Sanb bet
SSBaIbbonigfamm(er unb ^ogefanien bad Sanb ber @tarfen
bebeuten foUe '). ^ad) gleicher @rRarung6meife ift enblid^
im tarnen be^ ^ulmerlanbeö bie JBebeutung bed ^oc^geles
genen SanbeS gefunben werben^); miemof^I biefer fHame
wo|)l elier auf ©otbif^en Urfprung ^injuweifen id)mt TiM
bem aUen aber gef^t ^ert^or^ baf in joläftn Singen fc^werfidt^
immer gef(^idl^t(i4)e ®en>i^li)eit }U erreic|»en ift unb baß bie
meijlen ^Benennungen ber alten &anbf<^aften 3latl)\cl bki^
ben, beren 2Cu{l6fung oieOeicbt fix immer eben fo ttnm6gsr
Iid()^ atö unfru(|)tbar fepn burfte.
git>(|) rÄt^fel^after unb bunffer ip bie ©age in fft&d^
ft(^t beffcu/ maS jte t>on ber jmifiigen äBab( bed ©riwe
unb t)on ber S£rennung S^ittbauend bcricbtet unb welcbe ge^^
fdfl^tlxi)^ <Sre;gniffe l^iebei n>ol^I jum ®runbe liegen m&gen.
& ifi taum mb^li^, in biefem ^l^etle nacbtlic^er Sergan«
genbeit auc^ nur Ginen I;elleu ®tem ju ftnben/ ber und
auf pc^erer IBa^n weiter fubren f6nnte. 9Btr ftnben in
ipaUtm Seiten fafi in ieber Sanbfc^aft 9>reuffend einen ^is
(igen äBalb/ wie er in @amianb baS ^eilige Siomome ums
1) ®o «Mennig iixm 8ucd€ 1tia\>ih SB. I. &. 158. Vbtt len:
bfitgt für btc ftic^ttdfett ber TCbUitan^ 9om€fanien$7
2) 3n folc^en (StUitm^tn gefdUtfl^ befonberd yratoriut C^^au*
bfi()ne S. in. c. 4. §. 11 unb 26. 9labcau<n (ettet er af> oon nadra*
•vrin, n>e((^e« Sßort im 3Clt|>reufftr(^n „fB^alhbitntn t^oni^ etnfammclQ''
bebeatro folt, ii>ett bie ^tobvaviet tinft bebeutenb t)iel Sßdlb^ontg geforn«
md(t ^tten. jDen Stamen ^ogefanien erftört er hutä^ Pojein-siemmr
b. (. ber &tadcn 8anb.
3) 9>rAtortu« a. a. t). $. 4-
8ffd)t(^ee utt^ ®dge ubtt bit Saitbe^t^eilung. 181
KUeS; nrir entbecfen G)>uten^ md) Unn Sebfutung in
Diefen ^tltgen ffiälbent <&emn?Gi|e unb 9{tdbtet«£)tte/
^itUei^t So(»nftge für ©rtwen gewefen }u Uvn f^einen.
<^m btefeS aUa bieOet^it bamal« feine (Sntfiel^ung? ^Batb
wJkiäft tamalB ber Serg ©retoofe am l^eiltgen SBalbe an
brr etrgttne n>o naA^er @^rt|ibnrg gegtunbet würbe, jum
6t^ cineS ®rin>e fär yomefanten erlf^oben? Sefamen
vteOetcl^t in jener 3ett fd(^on bte iDrte Sto^mSborf unb fft\fh
garben unb baS na^eliegenbe @(bip)>enbet(, etnß SBaOewona
genannt, i^re Sefttmmung ali «Ferren $@i^e un\> 9tiä)Uu
firtc "")? Sinbet mtUei^t in jenen Seiten ble @age ibre
Segrfinbung/ ba# im b^iltfi^n tEBalbe iRobrauenö ber @rime
)tt üRomowe feinen &i% gehabt? Sb^itte {nb alfo tvie bii
^a^t be$ aStbenf ArfYen SB{ben>ub, fo aucb bie ®ema(t unb
9Bütbe be^ ®nn>e unb erbielt t^ieUeicbt nun jeglicbe Sanb^
1) ^IrrAber an einem fpdteren Orte bad 9id^rr:
3) TCuftt ber fc^on ertDd^nten alten &aqt, ba$ bei biefen Orten
ba4 9cmowe etntl gewefen r<9, liegen Allerbingd au(b in ben 9(amen
Hefcr jDMn; einige nt(bt «nmicbtige Vnbeutttngen. «Der 9(ame St^fT
gortm beadibnet fo oiel ald ȧerrensSSerg; er ift iufammengefelt an9
Rickjs, Reiks, *&err, ®ebteter, «^errfc^er, unb garbs, garbes, ^ü^tl,
SSecg, mei^ei in aUfamldnbifd^en Ortöbenennungen bfter Dorfommt.
Üa im 9tamen dSomowe bie erfte @{lbe Rom aUerbfngS bt'e mefentlicbffe
it, »eil bte Silben owü, n'ie aud) in Dielen anbem altramldnbtftben
{Mmamen fo ülel aU 3Cue beaet^nen , fo b^^t gemtf aucb ber 9tame
0tDbniib«rf fdnt befttmmte Se^tebung. Ueber^aupt fommen Ortöna«
«en mit folcben 3urammenfetungen in |)reufren fo b&uf^ vor, baf
ifMdd^t aucb b^txaui auf eine beftimmte SBebeutung berfelben au fcbltes
fen ifi, ro 9{obmanen bei £)rte(gburg, !Romandgut Ui •&eÜigenbcUi
too ein betllger 2&a!b war, gto^mau M gapiau /gletcbfam M einem
beSigen SSalbe, 9tombitten bei 0aalfelb, 9tomxtten bei 9r. @ilau,
ftomlott bei ^eujburg <m ^i^ifcbing, 9tom im alten Sanbe (Salinben
tt. 0. 9^^t unnnd^g ift aucb ber Umßanb, baf xoU bei bem fftomowe
11 Ckimlanb eine Sranbfl&tte (ber einfüge Crt be< bettigen geuerd)
oar, fo aucb bei SSobmöborf ein Ort SSranblaufen genannt wirb, ber
fo viel ali Sranbßdtte b^ift, bemx laukas ifi im ^ettifcben rampny.
— ttebrr tlJkKnvona unb ^cbippenbetl wirb fpdter hai 9ibtbi^t gefagt
1
■
182 CSefd^tt^te unb Sage ibtt bie eattbelt()ei(uns.
fcbaft noäf fein Monbereft SRomotoe unb feinen eigenen
@rin>e/ ^Uüei^t in gewiffet Xb^^ngigfeit wn bem alten
®ttn>e unb 4tten Stomowt, worauf bie @age ^injubeuten
f(|^eint? £ie$ atteS ftnb Sragen, bie (einet melft tu (&fen
vermag.
Sßevfen mir nun aber nocb einen &ti<f auf bie ganje
@age iurucf , fo ftbeint eö wobi unbeftreitbat/ ba$ fte in
ibrem innerfien Sßefen auf wirfticb gefcbi(btti(b^ni Soben
erwadl^fen ift unb bafi in ibr beö SanbeS Alterer Suftanb in
feiner Serfaffung/ wenn aucb umbuKt unb umbogen von
bent/ nniS ber @agen)eit angebbrt/ wieber gegeben wirb.
i^awn teugen tbeite JBeweife aui $eitgen6fitf(ben Scbnft
fleUern {lammt>em>anbter S6l(er^ wie SomanbeS; eft j^eugt
baDon tbeilft aucb bie Uebereinflimmung ber Angaben fp2^
terer bewabrter flueOen, bie nni aber SinselncS Sefiiti?
gung geben/ wa9 bie @age a\i (Sage binfteSt ^); e8 )eugt
femer biet)on aucb bie ®(ei(bbeit unb 3Cebnli<b(<(it in Ser^
faffung/ @ttte unb IBraucb beS SoKeS in i)reufren mit
benen berjentgen S&Ker/ bie ibm {lammt>erwanbt unb glei^
(be^ UrfprungeS waren / wie aui ber fpiUtm S)arfleSung
ber Sieligion / @itte unb Seben^weife ber Sewobner |)reufs
fenS Yiocb mebr erbellen wirb; e$ fprtcbt enb(i(b bi^f^t felbft
beräufammenbangunb bie ®lei(bf(immung ber @efcbicbte fp2«
terer leiten unb bed ganjen ®anged beS SBoKSlebenö im Sanbe
felbft/ benn bie ©efcbicbte fennt in ben n^cbpen Sabrbun-
berten wirKicb eine fold^e S^b^itung iei SSolfet in t>erfdbies
bcne 8anbf4)aften ; fie finbet in ber SEb^^t aucb folcbe San^
beSfurfien/ folcbe fSteiH auf ibren Surgen, wie bie ®age
fie f^^ttbert; fie nennt felbft neben ben nodf fortbauemben
9lamen ber Veftier, ber SEBiben ober ®otben andf bie Se«
wobner ber einjetnen £anbf$aften mit benfelben SZamen,
wie bie @age {te angiebt SSSenn alfo ber Urf^rung biefer
9{amen aucb immer bunM unb mandj^eö Sinjelne ber ®age
I) 3. SB. ^Vulfsitm, Pcriplii», Adam. Rrew. , ffeltnald. , J)ii<x-
Xcieg mit ben SDtafoDfern. 183
onatt^ItcM 9iit^a bleibt: — \>ai SBefentlid^f ber @age^
t^ tnnetft SUm beruht unjheittg auf bem @ntnbe eines
wUff^Mt gef<bicbtfi<^n Sebend/ unb eS muf felbft aucb bi«
Seit feflgebalten xottbtn, oon toelcbet bie @age ergdblt;
cd mttfi alfo im ablaufe bed fed^flen unb m ber erfien
^Ifte be6 ftebenten 3abrbunber» baS Sßefentticbe biefe^
Sebend^ wit e9 bie ®age ((bilbert^ in 9)reufjp?n beftanbeu
tebrit').
Son ba an fcbu^eigt bie @age eine Seit binburcb. Stift
mu^ Dielen Sabren, f&^tt fte fort ^), erbob ficb ein blutiger
Stnti iwtf^en bem SSoIfe in 9>reufren unb ben 9Rafootem.
2>ei 8<^be 2(nlaf mar folgenber. @in reicber^ ebler Wta::
foDtet «etnabm, baf ber Särft feinet Sanbed mit feinem
Iffieibe verbotenen Umganges )>flegte. SergebenS warnte er;
unb ba er einfi nacb «^aufe suräcRebrenb bie beiben @dbu(r
bigen in ber Umarmung fanb^ fo bur(^bobrte er fte betbe
mit bem &pit^t. S>m 9{a(b)orn ber SRafoDier fürcbtenb
ergriff er eilig bie Slucbt nacb 9>reufren^ wo er am f^Mi^
gen dtomowe @(bu6 )u ftnben. boffte fAr fein Seben. tinb
er fanb i^n. 2>o^ al8 bie 9Rafot)ier foIc^eS oemabmen^
bra4^ beS ermorbeten Surflen SBruber mit einem grofen
iKrerbaufen auf/ jog t)or JRomokoe/ verbrannte ben ©ritoe
^mmt feinen |>rieflem in tbren SBobnungeU/ t&btete ben.
gefUicbteten SSafovier mit graufamer ^ein unb trat/ alS er
1) Hn eint fefii IBefhmmung ber Sahire tm (Sinjetnen tf( nat&tLid)
tifbri nicfet gn benfen. 8ttcae IDaoib SB. I. &. 53 feit hU eanbe^<
tteifvag nacb bet Xn^abe bee Sircbof^ Gbriftian in ha^ 3a^t 573 unb
ykna fürnmt aacb ®tmon Grünau Tr. IL c. IV. §. 1 öberein.
€Kp4trr^n aber &. 76 giebt 8uca6 jDaoib bai runbe 3abr 600 aU
bie diist bec Sb^Iung unb Cipferung ber beiben IBoItebäupter an unb
6imon Grünau Tr. II. c V. §. 2. b^t bter fogar bad gan} falfdj^e
3(4r M ober 500.
2) Cttcad jDaolb S. I. 6. 92 erwdbnt aber, baf er bfefe (Sr
l^brng aud /,et(i(l|en 0ef(||i<^tr(breibetn ber 9>reufltf(|ien ®tfd^iä)te/'
aqb nu^t ane feiner btiberiden tintUt, ber fronte be^ SSif^ofd <^bri-
|Han genommen b^be.
\
184 Jtcte,9 mit btn SRafooiecn.
in 0er Santfc^aft aUti t>erf»eert unb bte toel^^en Wtks
ner etminrbet datte, t>te fRniUf)t an. 2)a flanben ))li^(t(^,
aufgefddreift butc^ bie iSac^ric^t oon be$. ®rtn>e unb tet
^ttefier (Stmorbung unb oon bet S3enDäflung/ im na^u
li4)en ßanbe bie ®amlinUt unb (Subaiier auf / ereilten bii
9Rafat)fer unb Mntpften gegen fte mit folc^m ®Iä(fe/ bafi
biefe \)xe Slu^t ju i()rer Stettung fuc^ten. Xud^ au< ben
anbem iant>\6faftm , auS 9latangen, @rmtanb/ ^ogefanten/
^omefanien^ ©altnben unb Sarterlanb eilte bie ^rettiare
^annf^aft juramnten, um in äRafotoien einpfaSen imb
an bem freüelnben SSolfe noc^ gr6fiere Sta^ ju ihm. VU
lein bie SSomel^mfien unb SBeifefien t)telten ei H&t d^rn«
U(t)er unb ben ®ittem erwänfdl^tet, sbeüor ber Sret^el am
9ßafot)ifi^en SSolfe t>ergolten merbe^ iai ^eilige fltomotoe
wieber()ersu{leaen unb einen ®time mit feinen 9wftm
n)ieber etnjufegen. @rft atö \olö)a gefdj^e^en toar^ bracfi
ba6 neuioerfammelte J(rieg6t>o((/ t)on bem ©lauben beget«
flert, ba^ bie ®otter felbjl an i^ren ffeinben bie fitr^^tdarjie
Stäche »erlangten, in SffafoDien ein, Dermöfiete baS Sanb
t>\xxd) geuer unb Q^xottt, f^leifte Seflen unb trieb SReiu
feigen unb SSie^ in großen &d)aaxen IS^intoeg. Staum aber
})atte bai <^eer baö oerobete Sanb t>erlaffen/ ald bie SRafo»
mx }ur JBergeltung bed ®rauetö ftd^ t)on neuem t^erfam^
melten.unb unt)ermut^et ini feinblicf^e Sanb einbted^enb mit
gleicber SSermuflung burcti Staub unb Sranb neue 9ta4e
übten. Unb in fold^er äßeife bauerte ber SälnU unb 9taub«
{rtcg elf ^a^xt f)iniuxd), bii bie S3&l(er im S^eoel exAlii)
ermöbet triebe f4)Io{Ten. £)a« SSolf in |)reuf|en mgaf
auc^ balb bie alte ^xoittxa^t unb trat mit ben aXafot^ieni
rvic 2Ut>or burdE^ «^anbel unb SBanbet in freunblid^e ®e«
mcinfdfiaft. 9lur bie SSornel^mern in ?)reufien »aren fct^we*
rer ju oerf&l^nen^ bod) fud^ten bie Sßafotoier fte auf ]eglt(^
SBeife, felbji aucb inxö) xeiä)^ iOpfer an it^xc ®6tter «nb
1) 5ucü6 jDatjib 95. f. ©.03 nennt »labrauen, wert txM
fHcmowc noci^ 9'labrauen fe^t.
Sage t)on 9oUn« «|»errf(^aft fibec yceuffeti. li)5'
bunl^ l^nfigett 0efu(l(» bed lieitigen Ütomotoe'S {u neuev
Sitttfl ju gen>mnei£
Vn btefe Sagen fc^lteft ftc^ enbltd(^ aud^ no4^ bte 9tadb-
tu^t |>olnifcl^er @efd|^id(^tf(d(^re{bet t>on' ber ^errfc^afi tl^tet
olteflen itintge über 9>reuffen an. SBie fte exii^Un, foQ
ft^n ber alte fabelf^afte Stbnii £ef(^e(f ber £)ritte ntdf^t b(of
über bie f)art^er — 9}tetfcl^tnger — / fonbem auä) über bie
(Sot^n im alten ^reuffen feine munberbare !92adl^t6abers
f4^ft auSgebe^^nt unb fetner ©ema^Hn Sulia, mi)' ber @age
einer @(^n>efier Suliud (Safard, bie Sanbfdt^aft @amlanb
jum @efd^en(e gegeben ^ahen ^). hierauf foK au(^ Eefc^ecfS
altefter @o|^n 9)o))ie( ber 6rfte ober 9}om))inu« SBe^errfc^er
be^ ganzen @lat)en-SanbeS unb ber angr^njcnben HnUx
ge»efen fepn ^). SBolf^I wire e« mbilid), baf j»if<^en jec
ner Sage ^om Äriege gegen bi^ 3Rafot)ier unb biefer ^en*
fd^ft 9op\M über bie Stacbbarlanbe ein gewiffer 3ufammen^
bang &tatt gefunben 'unb frembe ©ewaltlfiaberfc^aft wm
1) 2>iefe ttunbcclit^e 9?ad^r!(6t $at Kadlubeck L. I. ep. 16. iSt
fi^t eom Jtontge Srfd^ec! : nam et Gethis et Parthis ac Transpartha-
nis rcgionibus irapcravit. llulc iandem Julius jure affinitatis gau-
det foederarii sogrorem nomine Juliam eius matrimonio social
eique jure dotis a fratre BaTaria, donationis vero propter nuptias
a Tino Sambiensis condonata est proTincia. — ^a< beftc frttJfdbe ttnb
9rr4t<(ttt4e Ortzeit aber biefe fonberbare ©teOe giebt LeletveJ M Os-
soUnski a. o. £), (S^. 553 |f. (Sr Utot\\it, baf bte ganse Stelle fe^r oer«
borben i#, namentltd) ffatt Sambiensis in mehren *&anbr(l^riften Sar-
baensis unb Surbiensis gelefen »erbe unb in anbent bte gange ©teile
^ar ntc^t t>oi^anben fep. Qx ^&tt bie ganje 9la(^d(bt föc eine @rbtd^
rang bed 14ten 3a(ri;^unbert$. ^ann fügt er \jmiVLi ,,3n biefem Se«
f^ ffnben wir bte ®pur von bein 2Cnben!en an bte n>ett(dufttge t^err«
f^aft be^ 6rmanart£ im 4ten Sa^r^unbert/ brm au4 bte GI(aoa!en
untectb^nig toarcn (Ammian. MarceL L. XXXI. c 3. Jornand, de
r«b. Get. c 24.) S)er 9lame ®<tben Iji ber 9lame ber bamaltgen |)rMfs
fafen (Sotöfen/ inglric^en (Sfl^en)."
2) Kadlubeck L. I. ep. 16: Pompilium Tero jure primogenitu-
ne regem omnium statuit: cuius nutu non Slavia^ duntazat mo-
narcbia, scd etiam finitimorum gubernata sunt impcria. Ossolinski
3. 43. Lelewel ebenbaf. @. 560.
I
186 ®age t>on ^cUni Jfftttf^aft &btr ^ttuWtn.
(S&ben l^er ^ aber einen SC^eil |>reuffen8 «verbreitet babe ;
allein eS ifl feiner 8orf(bung mebr miglicb/ in jene^ nn-
bur(bbringli(^e iDunfel irgenb einen ^tVUn Si<btfirabl tu
bringen. & betft iene Seiten bie ewige 9la4)t ber Ser^
geffenbeit.
^ t ittt$ & ap i tti.
^ud) in ben Seiten Ui großen SfranfensSieid^ed bteiben
wir übet bie @(lj)itffale unb SSerti^ltnifTe be» SSolfeS bet
J&bbaltif(4en Jtufienftretfe im £)flen beS SSeicf^feUStromee
fafi gan) unbele^irt; benn fo gro|i wo) bie Bewegungen
ber fßilUt unb bie Umwanblung beinahe gang (Suropa'd in
jenen Sagten waren, alft ber mic^^tige Sranfen^^intg,
laifer 6arl ber ®rofie baS Scepter unb @(^wert fäl^rte,
fe ^ben iod) aUe feine XimpU, fon)ol()l bie gegen bie &a6)^
itn, aB au(^ bie gegen bie norb&f{lid[^n @(abensS35(fer
CeineStoegS ben Srfolg f&r uni ge^iabt, baß bie ®z\ä)id)ti
biefedS^ileft ber iOftfeesSinbet um irgenb etn>aS aufge«
Wit unb bie Jtunbe Aber bie SSilFer im iDjien bermel^rt
»orben w^re. Sßiv erfahren nic^t einmal, ba|i feine Jtrtege
mit ben SBitjen an ber iDber irgenb eine 9lutfmir!ung auf
bie 6(at)ifc|ien 3weige jwifc^en ber £)ber unb Sßeicl^fel utib
itxtd) btefe auf bie IBen>o()ner bed Sanbeft bieffeitj beS te^«
tem Strome« gel^abt baben. 2)ie 9la^xi(bt aber, baf , to&l^
tenb 6ar( mit ben @a(^fen {jm^fte, ein ^eerllK^ufe biefe« fSoU
M, bie bebrängte «^eimat bertaffenb unb auf Schiffen flnifs
tenb, enblic^ in 9)teuffen ge(anbet fep unb liier ruhigere
Solnft^e gefunben ^abe, flammt toenigftend aui fo fp^ter
Seit, ba# fle fc^ioerlic^ iu berbärgen feyn bärfie ^). 9tur
1) Mariin. GaUus \^H,htt ttii< tiefe 9to<l^ri(l^t dtebt (Ir fagt
p. 9t: Non est inconTenienj, rx relatione may'orum aliquid adili>
dissc. Tempore namque Caroli Ma^i Franconim Regia cum Sa-
sonia sibi rebellis existeret, nee «lominationis iugum nee fidem
188 3eic (Sarld be6 @rofen. 2>er ^torben.
baSStne erfaßten toix mit t>6Qtger (Sewtf^eit, baf man im
Sranfen 2 9let(i^e a\i6) gut Seit 6arl$ brd (Srofen bie Se.-
molSiner ^reuffend no(|^ unter bem alten, aOgemeinen 9lamen
bet TCefiter ober heften fannte unb t>on ben @(at)en unter»
^ f(^teb, benn fo nennet Sixn})axt, ber eeben6ber(3[^ret6er Satlö
y/' beS ©rogett, bie Silfer an ber @übfufle ber iDjlfee').
— r S3alb aber fiUt t>om Ütorben l^ierab , aud @Fanbmat>ie]t,
tin neuer l()enerer 8i4^tflro^t auf bte fublicl^en £)flfee$Sänber
unb innid)ft au6) auf 9>reu{fen. iDaS aUüerbtnbenbe SSect
fe|te au4) l^ter fcl^on tn atter 3ett entfernte SS&Ifer unb iin^
ber in ®emeinfd()aft unb SSerul^rung. 9>t^u{Ten ^tte einen
bebeutenben SE^e{( feiner fi3en>o^ner auf ber äBoge beS 9Ree^
red aM bem 9lorben erhalten unb @Fanbinat)ien n>ar fc^on
in uralten Sagen t>on fubbattifd^en ititfien aud mit neuen
2(n(&mmlingen bet>6l(ert werben. Sie gewaltigen Seme-
Christianam suscipecet, populiu iste cum navibus de Saxonia Irans-
njeavit, et regionem isiam (i. e. Prussiam) et regionis nomen oc-
cupaTit. Adhuc ita sine rege sine lege persLstunt, nee a prima
perfidJa nee ferocitate desistunt. Uphag^en Parerga p. 585. ~ Sie
SRartm (BaUa^ tie Sla^n^t giebt^ fann fU fä^xottliä^ »a^cfr^n; bmn
fafl fc^mt ed, 0(0 fpri^e er oom gansen fßotU ber €ki4ffn. Üt
fc^retbt ez.relatione majorum; foQte oiellei^t »irKid^ eine TCuinnuibcs
rung eine« «Raufen« von Saufen btf^ erfolgt fe^n unb ba< fleiiie
Zanb €^affen ober ^^affooien binter 86bau j(woräbec rp&terbm ba< 9U&'
bere) ba^er fdnfn 9tamen erbalten b^ben? Ober qaf> hiefH Sdab^en
mit feiner 0affenpile ober ^Saffenburg Xnlaf jnr Sntflebuttg ber Ckige
Don einer (ünmanberung oon Qa<bfen? SDaf bie alten €ki4fni iMe
3fige sur ®ee unternabmen, ifi befannt» aber eben fo gewif , baf biefe
Sftge ft(b meift auf bie 9lorbfec bef(brinften ; f. Sßerfebe a. a. C
&. 131. <Sine gefcbicb t(i(be Segrünbung ber 9la(^riibt oon STartin
®aSu6 iß alfo wob( fd^toerlic^ möglich. Cf. Eccard de origine Ger-
mnnor. p. XIII.
1) Eginhart c. 12: Dani siquidera et Sueones, quos Nord-
mannos vocamus et septentrionale littus et omnes in eo insula« te-
nent. At littus australe Sclavi et Aisti et aliae diyersae incolunt
nationes: inter quas tcI praecipui sunt quibus tune a rege beUum
inferebatur Welaubi. JDer fQikt<bfe( enoibnt (Sginbart unter bem
Stadien Vistula; r. 15, /
\
€kjit wn ®taffabbet^ Saaten an ber fAbbattifd^n Aftße. 189
pmgtn unttt ben ßbfStm, vHld^e Storni SrobeningSlufl
nnb QüHi beS ®rofien JCrtege t>eranlafiten , trieben S36t(et
an« bem ®uben md) bem 9lorben unb {ogen gtofe «^eet«
^oufirn )»om Korben ' na4^ bem @äben ^). Xucf^ eine grofie
6^Y von ®ot^n n^at/ itote eS fc^eint/ von ben itäften
be$ f4^iiHit)en 9Seere& in @fanbtnai9ien eingen>anbert unb
ein 3S^il bed ^emUt^fSolM, bur(l() eine gro^e @cl[)lacl[)t
gegen bte Songobarben au6 feinen fubti^^en Sßo^nfi^en an
ber 2>onait t>erbrangt unb weiter unb weiter na^ Sterben
QHmbemb/ brang burcb bie weiten* ®chieU ber @Iat>en::
Bittet bis gu ben SSBamern jwifcl^en ber £)ber unb 6(be
Itnburdb unb fette )U ben S>imn aber ')• ®i> war burcb
manilb^S ^in^ unb «^ermanbem fd^on in frAber^eit immer
tine gewiffe Ser&bi^ung jwifcben ben n&rblicben unbfäb:?
Itcben Jtä^enldnbern be« SSaltifcben ^eered bewirft worben.
3n alter Seit mag gum Sbeil wobt aucb jener «^anbet^ ber
tN>n ben fcbjffreicben @uionen betrieben warb, bie ©emein«
fcbftft mit Unterbalten ^aben. 3m 3Cb(aufe be« fünften unb
fMbften 3ab4iunbertd aber gaben nocb man4)txUi anbere Ut^
fuben Ztüa^ }u gegenfeitigen iBerubrungen unb gwar fafi
immer nur gu feinblicben Begegnungen, in benen {tcb bie
Mften einanber gleicbfam naber rAcften. Xucb bier wieber«
ttm m&ffen wir suerft bad unftdj^ere @ebiet ber @age be«
tStUtL
2)er alte @ranbinat>ifcbe '«^elb ber @age, @tar(abber^
©torwer» ©obn, beö iltem ©tarfabber« ©nfel, ber ^er*
CUM be« »orben« /tfl e«, ber unÄ tfitt juerp begegnet. 3Cm
liefe be< Dinen^Jt&ntgS «^aralb mit beffen @obn SBifar
««ferjogen unb fo berübmt aW geffirdS^tet wegen riefenb<ifter
©tirfe, ging biefer •^elb in ben erflen Seiten beö fünften
1) Monitsquieu Consid^rat siir les causes de la grandeur
des Romains et de leur ddcadence c. XVI.
2) Procop. L. IL c 11. p. 259 — 260. TCbetuiig &itera betttr<^c
««faulte e. 82, Eccard, I. a p. XXU — XXIU — XXV. Anna-
Utta Saxo p. 338 fennt hit Herult vcl Heyeldi inter Albiam et
Oderam.
\
190 Gage Don «tacfaWer« S^aftn an bet ftobaliifi^ Jtft^.
SaJ^v^unberM, ba bte einige .f^alfbati itnb ^riebldf unb
nad!> i^nen grobe ber «lerte in 8el^ta — in Dittemaff —
l^trf^ten/üielfa* auf Ätieg^fa^rten, nm ?)toben feiner
gewaltigen «^elbenfraft )tt geben. 2>a warb er etnfi vom
Jtinig Srobe audgefanbt, um bem StbfaQe bftiidftx ßblUr
t>orjubeugen, bie bamald bem Jt&nige ber X>intn jinSbar
maren ttnb begab ^d) juerfi nac^ Stu|i(anb. S)arauf aber
mit bem @tat)if4^en S&rflen SBino {u^ oerbinbenb/ sog er
au(b )um Jtampfe gegen bieJturi^nber, @embter oberGam«
Idnber, ©emgaOen unb aOe anbern 6fili<b mo^nenben ßbU
Uv, bie ftcb ber 2)ien{ibar{eit beS 2)anif(ben JUnigS ent^
fd^Iagen mollten. ©(dnjenbe @iege waren äberaO feinet
^ Gcbmerte« ®efolgen / fo weit er bie Silfer betdmpfte , bt«
ber Stuf beS wunberbaren Ximpftti Sßiftnn i^n mieber nacb
9tu|ilanb jog unb f^dter aud^ f>o(en im Streite gegen bm
itimpfer SBa^ce feine «^elbenfraft bemnnberte ^).
Sreilic^ ijl e& unm>idb iu erforf^en^ xoai an biefcv
unb an dbnlic^en @agen ber ®ef(^i((^te unb toai ber jOtdb«
tung iuge^6rt. Zbex ni<bt unma^rfci^einlic^ xft^ ba|i mir in
@tar!abberd ^elbentbaten ba« Silb beS Sfanbinaoifc^n
SebenS jener alten Seiten ffaben, ba^ bie ®age auf SBaf^r?
beit, bafi fte auf iener (Sitte feerduberifd^er «gelben «Sabrtett
berubet, bie t)on @fanbinat)ien$ Steic^en ani wie naci^ ben
me1Hi((^en 82nbem Suropa'd, fo an^ nad) iOfien bin auf
ber jBaltifc^en See fd^on in frä^efter Seit läufig untemom^
1) 00 ers^f^R hie &a%t, fo totit fii yrcuffen SccA^ct, bie noAU
fd^en ElttelUli: Saxo Grammat ed. Stephani p. 105. Peiri Olai
Chron. Reg. Danor. ap. Limgebeck ScriptL rer. Dan. T. 1. p. 92 :
„SUrcatherus cum Wino principe SlaTorum mittitur a FroChone
contra orientales populoj, jam Regi Danonim sab tribnto serrien»
tej, nunc autem rebeUare Tolentea, ut auf in fide continerety auf
ad juga rerocaret, qui pugnaTerunt contra Curetes, quomm natio
extat in Livonia, et contra Sembos i. e. Pkvicos et contra Seml*
gallos i. e. Tracias, et postremo contra omnes orientales preliati
sunt, et daras Tictorias longe lateque reportabant Gf. Tk. GhejrS"
meri Compend. histor. Danic. ap. Langebeck. T. IL p« 31S. 0ii(iat
®fr4»i4te bft jMnen )B. L 0. 287 f.
fkgt twn 6tAt{abber6 2^attn an be? ffibbaltifd^ Jtftftt. 191
men wntbetu 3u biefer Uebereinftimmttng mit ber norbt«
|(^n @ttte fommt aucb no(^ ^in^U/ bafi t)om Jtittige Sftobe
aii«br&(niii& evg^ll)» wirb, er l^abe oft bie Saltifc^r n ©ew&fr
jirr bunl^ feine feerduberifc^en ^afftttn unftc^et gemad^t Ö-
Cr filierte felbfi aucb JCriege gegen bie ituren in ben £ip
Unbent unb gegen bie Stuffen/ wä()renb auf fein ©el^eifl
Jtinig iDmunb üon @4>Dnen unb «^aSanb an bie ben ^i;:
nen unterworfenen (Statten ©efanbte Watt, ben Tribut t>on
i^en einsnl^olen, ftatt ber @(^a^ttng aber Stäben unb
^tinbe erl^ielt unb bann in SAtianb t>om @tat)ifc^en lBo(fe
beimgefu(|^t warb/ wo er in einer fd^weren &ö)lad^t {teben
6(a\>tf(lbe Jt&nige äberwanb unb bad ganyr Solf wieber
sunt Tribut n6tbigte ^). SSieOeic^t i{l biefeS jum S^eit mit
ber gef4ii<l>t(i(be Soben, auf welc^^em bie @age von ®tar::
fabbert ^^elbentbaten f^ielt. Sßenn baber auc^ t>ieled t>on
i^nen ber 2>i4^tung jugeb&rt., fo bärfte eS bod^ nicbt uns
ioabrf<beinIi(b fe^n, baf bie Sßur^el bed ®an)en auf ge:'
Vfiä}Üi^Tn Seben eingepflanjt ifl, bafi bei folc^en r^uberi::
fi^n ®eefabrten an6) frä^geitig fcbon 9>reuffend iCöftenge«
ftete (uweilen ^eimgefud^t unb t)0n rubmfä(t)tigen @eeriu::
Um, bie man t^ieOeid^t burc^ einige ®ef4»en(e jurSBeitet^
fd^ bewogen f^attt, M unter i^re «^errfcf^aft gebra^^t be^^
tmd^tet würben ')•
jDiefe &rf(t)einungen aber liegen begrAnbet in ber ffla^
tax be5 SanbeS. 3n alter Seit "fyat ber 9torben immer me^r
1) Snorro Ynglinga Saga c 31 : Res Frotlio mare Balticum
piratica expeditione infestum reddidH; c35. (KcbflQrbi (Sffc^ic^te
Uä eiol. fSm tt. Jhictonb 0. 305.
2) eubm SDdn. ®ef(^i(bte B. I. 0. 339.
3) Depping in fetner ge!r6nten yceUfd^dft: Histoire des exp^di-
lioiu maritimes ^tM Normands. Paris 1826 T. I. p. 45, t90 tt oon
Otatfobbeci anboten fpricbt, fagt ebenfadd: Je n*oserais affirmer que
loatcs ces aventureS| racont^es parmi beaucoiip d*autres par les
saps, soient exactement Traies; mais du moins eUes sont con-
iormes aus moeurs barbares des Scandinares, moeurs qui d^g^ntf-
raieni quelquefois, chez les cbampions, en förocit^.
192 €!f anbina\>tf<6e ßettiubet auf bet £>flf<»\
9Rfnf4^n erzeugt, atö bie 9latur unb SBef(|»affen|iett ber
^^nber ju emibren gejtamte. 2}ie 9iaul^tsfeit be« (Sltma^
bie Singe bej SBtnterd/ bie ÜRafJTe ungel^euerer 9Ba(buiigeti^
bie Unieii^mt^it xoiliev @ttomge»a{fer, benen bamatS nocb
(eine iDammgrinsen angewiefen xoaxen , bie Unbefanntfd^afi
ber üRenfc^en mit einem gn^ecfmäfigen Xnbau bed Sanbed,
bie ben S3arbaren eigene Srig^eit unb Ungefcl^idticl^fett im
Tidixban, bie Un{t(|^er(ieit unb @etten]^eit reidj^er Srnten:
biefeö aUti] n)aren grofe «^inbemifTe für bie naturgemafc
UnterlS)attung ber erzeugten grofen 9Renf(lj)ens!DIenge. @o
n>ar 3){ange( an 92al()ning unb «^ungerdnot^ (eine feltene
Srf4^einung ^).^ Sa entlub {t(|) bie UeberjalJ)! ber SRenfc^n^
Sßaflfen, fo lange eS bie SSerJ^iltniffe @uro)>a'd gef{atteten^
bur4^ &ftere ^udmanberungen in fubti((^re @egenben. Ttbtx
auc^ ben Surucfbteibenben boten (Srnten- unb 3agben nt(bt
immer .bie n6t^igen SRittel für 9la()rung unb Unterl^tt.
2>ie ^otl) trieb fte ium Sifcl^fange auf bie @ee; tdgli^c
Uebung brachte tagtidb gr6fere %f<^i(f(i(^teit unb Jtu^n^
i)eit; aüd lei4^ten Sif)ncn toutUn Schiffe; ani Sifd^em
tt)urben Seeleute; baS Sanbteben warb jum beflanbigdk
@eeteben. S3alb n>urben andf frembe Säften be^uö^t, halb
ium Umtaufcl^ mit beren GrjeugnifTen ^ batb ium Staub
beffen^ toai ber l^eimatlic^e Soben nit^t barbot. S>a tarn
eS ^iebei ju £dm))fen unb Sel^iben mit beii Gingebomen;
ber @eefal(irer beburfte friegerif4)er Sa^ferfeit unb Uebung
in ben Sßaffen. Der @ieg braci^^te jugleic^ 6|)re unb S$eute
unb je &fter er biefed brachte ^ um fo b&l^er ftieg ber Stet)
unb bie 8ufi gu immer -mutn SSerfuc^en. (So »arb ber
©fanbinaoier ein (ä^ner @eer juber ') , unb bie Staubgäge
)ur ®ee würben fomit gum (S^rengefd^d^
1) Deppifig I. c p. 9 ^ 11 fü^rt me^n iBeifpide att< ben ^t^
ften äettfn ^n, ^
2) Depping p. 17 fagt: H falloit combattre ou du moins etre
toujours pret au combat; les succes dans ces rencontres bonoraient
le. Tainqueur et toumaient a son profii; c^^tait Fciicourager a en
obtenir de noUTeau. Ainsi Pavidite, Thonneur et la jolousie natio-
6(fitiktnaDifc^e ^tttinhtt auf bec iDßfec. 19a
fBM in fm^flen 3ettm i^itUti^t fettenei: unb nur im
m gefi^el^n bar^ baS watb nai^matt gUici^fam )um
69Pem unb }ur £)cbntmg. 3e ifter man an frembcn Stüs'
fra t>0n ben fiibnen unb tauberifc^en @fanbinat>if(^en
Xbent^urern ,Sriebe unb @cbonung buvdE^ ®ef4»en(e txi
tMftt, lim fo I;<?iifi8er erf^jicnen pe in gvJferer 3a^l aiicl^
mtbtx, xoU biefeg in ben bflüdfen unb n^efllid^en Jtiiften«
Zubern Suro))a'ö gf f(^a^. ^DaS alte , ®ef4^nf n^arb bann
geßetsert/ balb auc^ ertro^t unb atö Sind uub Stibut ge^ '
foibett ©0 locffe bcnn jeber SRaubjug me^r im IBcx^alU
nif fetneö 6rtragc6, unb bie 3a^I ber 9iaubf((^iffe toaxb gro^
ger, ie sch^tt bfc «^olfnung ju ®tmnn unb »eute. 3m
Xotbcn tannte man biefe @fanbinabif(^en ®eer jubet untet
htm SKamen ber SSIKnger *) unb il^re gefammte ©«(niar,
wenn fU auf tÄuberifd(^e gal^rten au«jog, erfc^fen unter ber
Seneimting eine« »ifmg^^glotf *). Die 3aW berer aber,
bie einen fold^en SSifing^SIocf bilbeten, n>ar meijlenS um
fo gr&flev/ ie bent^mter buix^ «Käbnl^it unb Sapferfeit in
fbk^n Unternehmungen t>ai S>bexhavipt ober ber Xnfubret
■ale, et ^elqaefols la ndcessit^ engageaient a cex JaUes maritimes
Jans Ics parages du Nord; bonneur et butin, voila Jes deux aigüil.
kkas dej maiins scandinave^.
1) S/iOrro Har. Ilarfjg. Saga e. 33: Halfdan Svarti oc Ualfdaa
flrih lago I flking oc hcriado um Austurveg, i. e. Halfdanus Ni
^, .ilter(|ue Albus piraücae vacabani, ac in mari OrienUli ptac-
dabantnr. Urter bie mancftfaltigcn 2fblc(tun0en bei IBortcl Vikiqg
fnbft man DidW in Olai fVoj-mU MonumenU.Dan. p. 269 270.
enbm iiebt bif »oa Wig, STUebeilage, aU bie bejie »or; inbeffen f^eint
ba* bie oon Viig ober %Tick, voti^^ bei ben $ähen einen «Keerbus
|«tt, eine »ucbt bebeutete, mebc för ftcb ju baben, Depping T. I. d.
73 blatf)t ebenfaO^ biefe ybWtung. 2(u(b bie 3fnaelfa(bfen nannten bie
DÄaifiben ©eerÄuber Öiccingec ober ^Vygcyng ; f. Atlfric xn Com.-
deni Brittannia p. 161. 8Babrf<betnU(b Wn^t ber 9tame mit ber Cr»
li^ltung jufammcn , bie in Torf ad Histor. rer. Norweg. T. L p. 193
««^. wrfommt. af u* ferbfr 9lor»e0f n »irb jumeilen Vikin genannt,
fo im Fragm. Island, ap. Ltmgebeck T, IL p, 280. Adam. Bre-
mens, de situ Dan. c. 212 fü^rt fte unter hm S^aihen oon Wi-
tkiogi an.
2) enbm Okf^iibte bec 2>anen IB. U. ®. 293.
I. 1#
194 <S!anbinAUtrd^e ®efri\ubtr auf ber iDftfee.
uub je t>ornel^mer baS .®ef(^lc(i^t; aud xotl^m er ffammte.
iSte betrug nt(|^t falten viele SFaufenbe/ ba feTb|t grofle ^ek
ben unb ^ntg$f6l(^ne ftc^ an bre @p{^e fold^er «Sorben
jleOten 0- ^^ ^^^ abgelegene unb befc^ranfte Sanb @fan«
binaDten^ f&r bie iugenblic^ unb ru|ttge Slaturfraft beö
SSotfeS nt4)t 9taum unb (Selegenl^eit genug barbot^ ^df b&t
tig auSjuteben^ fo sog ba$ nabe SReer unb n>ad aUa auf
ibm an ßb^e/ Slubm unb @ut gewonnen werben fonnte,
audS^ bie iBcrnebmfien unb 2(u6geietcbnetjlen aud bem SoKe
auf ftcb bin. .ftiempur^ ^ampe ober auc^ Aa^^ar biefen
bie fampf« unb rauMufiigen @b(en *), bie afö ^ubter unb
<ßdu))ter bie Unternebmungcn leiteten unb Stxx^m unb SBer?
berrlii^ung im ©efange ber @FaIben auf ben Sßogen be^
SWeere« fud^ten. %ud) Äonige unb Ä6ntg§fibne, bie in ber
«^eimat gegen ben 6r|lgeborenen fein Srbtbeit an ber ^tn
fdf^aft fanben ober im SBecbfel mit ben SrAbem balb bie
•&errf4>aft auf bem Satlbe, balb bie auf bem ÜReere ffibr*
ten «), fügten auf ben ©ewäffem ber @ee ibren aRutb,
ibre Slubmbegier, ibr ©treten nacb ibte« Kamen« SBeretoi«
gung, aucb n)obl ib^^ @e(;nfu(bt nad^ etnftiger S3eIobnung
im glücflicben SBalbaOa ju bmaf)xen *). @ie biffen Ui*
balb ©orfongar, ©efonunge ober ©eettnige •)• SBte in
fpdtern 3eiten unb in anbem Sinbern ®tecbbabn unb Surs
nier fiir gürftenf^bne unb Witter bie Siu^nt ntterfit^er
1) »ya.ro GrammaL p. 92. cd. Stephan. 0ubm Ä. I. ©. 219.
2) Bayer de Varagis in opiisc. p. .3.59 — 360. Depping T. I.
p. 39. Kaempe, Kiempur »ar ber JDdnifc^e ^amtt Cappar ber 3l,
Idnbtfd^e, ba^ec JCaper. «^Kbentgum, «Krampf unb ©eeraub nmren bie
bret SBe()rife, bie mit bem 9?amen oerbunben würben.
.3) >Dieß tft baS Divisum terrae et pelagi impenum ober bte pe-
lagi dominatio/beren Saxo Giammat, einigemal eno&bnt. Depping
T. I, p, .30. fa()t: CVst ainsi que les deux fils du roi de« Angles
Rerek-Rrek! regnaient altemativement cfaacun trois ans sur Tun rl
Pautre <^ldmcnt.
4) Depping T. I. p. 17. 34.
5) Snorro Ynglinga Saga r. 34. Depping T. I. p. 30 — 3 f.
eubm ». ir. e. 133. 293.
@fanbinat)ir(^e Sitttaubtt auf ber Ofifee. 195
X^ten unb ber Sc^iaupla^ be$ SRut^e« unb brr SEa)|>fer'
Feit roax^n, fo glaubten in ben altern Seiten be« 9{orben$
Könige unb eble ©efc^^tecl^ter fi^^ nur bann auägejeid^net
unb' il^ren unb bed SSaterlanbeS Stauten nur bann i>^xf)txr^
lid)t iu f^aUn, tomn fte an ber @)>i^e einer ©eer^uber^
f4^aar atö Säl^rer ober 3:i^'ei(ne^mer unter fBlüf)m mt> &e^
fahren ^ unter A2m))fen unb 93(utbergte|i^. biete folc^er
Staubitüge veranlagt ober au%fu()tt f)atten ')• £anbete
mm ein folc^^er 2(nful)rer einer SSifinga^^^orbe an einer
fremben SL&^e, fo blieb eine geringe äJfannfcl^aft bei ben
@4^tffen aK @(|)ugn)acbe iiixüd; bie übrige @(l(^aat brang
unter 9taub unb ^Iiinberung in$ Snnere be6 Sanbed ein
unb griffe n>o ibr fein S93iber{!anb gefcbab/ aUed auf, wad
ibr begegnete, ober fte klagte mit ben Sanbe$ben)obnerit ben
Xampl beffen Gewinn ibr bef ibrer fiürntenben Äapferfeit
unb @treitübung feiten entgiitg ober au^^ fte erfaufti ben
^rieben burcb ®ef(benfe an @otb/ iCoftbarfeiten, &tla\>en
ober Sebendmittcin. £^ann {ebrte fte reicb unb beutebelar
ben unb mit bem Stubme, bad SSoIt beS SanbeS )u Xxi^
but unb @eborfam gejnyungen gu baben, ju ibren @d;iffen
iurficf.
^iefeS Seben aber, mie ed bi^^ jum Smecfe btefe^
SBerfeS nur in einigen 3&gen "^at gefcbilbert merben^ bärr
fen »), bauerte im Slorbcn (Suropa'd mebre Sabrbunberte
1) Bo eci&ilt Snörro in htt Ynglinga Sagji c. 36 »om Mm^i
fHlgtOar: Im virtute bellica damit et in Daribus suis piralicis ut
plurimum Tersabatur. Tunc enim Saionia rrebris bellis a Daiiis
aliisque ex man Baltico piratis rexabalur. Ingvanis ilaque pacta
cum Danis pace, piraticam in mari BaHico aggressus est. Unb in
einer anbem C^teUe ^ft e< : Suh idem quoque tempus multf Daniae
Norvegiaeque reges Suioniam depraedabantiir, nee non plui'i"'^*
reges maritimi (maegir soekongar) validi« sufialti copiis ac i >
licet peculiari regnorum dominio gaudentes. Proinde is merito
maritimus appellabatur, qui sub fuliginoso tigno somnum nun-
quam capiebat/nec ante focum, ez eornu potare solitus erat. SB««
fptcle ^iewn ^tbta Dcpping I. c. unb 9(0 M ^efd^i^te ®(^Wfbcnö SS.
I. ®. 23 — 34.
3) 2Cm t)oa[{iänbtgjten ftnbct man i& bargefteUt in brm fc^on oft
13*
194 ®!anbinAUir<^e ®efrt\ubtr (luf btr iDftfee.
unb ie t^ornel^mer baS .®ef(^lcd|^t; aud melc^em er ffammte.
Sie betrug nic^t feiten viele SFaufenbe/ ha felbft gtofe ^t
ben unb A6ntg6f6llme ftc^ an bre @))i^e fold^er Sorben
fleDten ^). isDa baS abgelegene unb befd^ir^fte Sanb ®faiu
binabien« f&r bie iugenblic^e unb ruftige 9taturfraft beS
SSoIfeS nt4)t Staunt unb ®elegen][)ett genug barbot^ ftci^ t>b!U
Itg auSjuteben^ fo sog baS nal^e SReer unb toai aUti auf
i^m an (S\)x^, fUn^m unb ®ut gen^onnen werben fonnte,
audS^ bie $BcrnelE)mften unb Xu$ge)ei(t)nctjlen aM bem Solfe
auf ftc^ ^in. Stxzmpux, Xampe ober aud^ Aappat Riefen
bie fampfs unb raublufKgen (?blen «), bie att gu^rer unb
^iiUpUx bie Unternehmungen leiteten unb St\if)m unb SSers
^)errii{I?ung im ©efange ber ©falben auf ben Sogen be«
3Reere8 fud^ten. %\xd) Äonige unb Ä6n^göfi^)ne, bie in ber
«^eimat gegen ben Srftgeborenen fein Sxbt^cil an ber ^err^
fdf^aft fanben ober im 9Be4»fel mit ben Sräbem batb bie
•^errfc^aft auf bem 8artbe, balb bie auf bent ÜReere fü^rs
Un »), fü4)ten auf ben (SewäfTern ber @ee i^^ren 9htt^,
x^xc Slu^mbegier, i'fyx Streben nac^ i^re« Warnen« SBerevot^
gung, auc^ wol&l i^xt ©e()ttfu4^t nad& einziger iBeloftnung
im glucftic^en 9BaI{)aaa ju bmaf)xen ^). @te l^iefen be&s
balh @orfongar, ©efonunge ober ©eettnige •)• SBie tn
fpdtern 3eiten unb in anbem Sinbern ®tec^ba^n unb Xuxs
nier ffir SfirftenfJ^ne unb Siitter bie SBu^ne ritterlicher
1) Saxo Grammai, p. 92. ed. Stephan. ® u J W Ä. I. ©. 219.
2) Bayer de Varagis in opusc. p. 3.59 — 360. Depping T. I.
p. 39. Kaempe, Kiempiir war ber JDdntfc^e ^iame, Cappar htt 3i,
(dnbifd^e, ba^r ICapec. «^eCbentgum, itampf unb ©eeraub kDaren tic
brei $Bc()rife; bie mit bem 9(amen oerbunben würben.
3) ^ief tft baö Dlvlsum terrae et pelagi Imperium ober bte pe-
lag! dominatiOf'beren Saxo Grarnmat. etntgemat erwd^nt. Depping
T. I, p, 30. \a^t\ (Test ainsi que les deiix fils du roi des Angles
Rerck-Rreki rcgnaient aUematiTement chacnn trois ans sur Tun et
Pautre dldmcnt.
4) Dcpping T. I. p. 17. 34.
5) Snorro Ynglinga Saga r. 34. Depping T. !. p. 30 — 31.
eu^m ». IF. e. 133. 29.1
0faiibtnai>tr(^e Seeräuber auf bec Ofifee. 195
Z^ttu unb ber ^^auphli bed Wliit^ei unb ber SEa)|>fer'
Uit t9üten, fo glaubten in ben altern QeiUn beS 9torben$
lonige unb eble ®ef4^Ie(|^ter \id) nur bann auSgejetd^net
unb tt^ren unb bed SSaterlanbeS Flamen nur bann \>eri)err3
lidft ju l^aben, n>enn fte an ber @)>t^e einer (Seeräuber^
f^ar atö S^*t^ter ober Z^dlm^met unter SRu^en unb &t^
fahren, unter A2m))fen unb SBhttbergiep^n biele folc^er
Xaubiitge beranla^t ober audgefubtt l^atten '). Sanbete
nun ein ^oid^cx 2(nfui)rer einer Sifingd^^orbe an einer
fremben itnfte/ fo blieb eine geringe 9}7annf4)aft Ui ben
6<^iffen ald ®dinfytoaä)c }uru(f ; bie übrige &^aax brang
unter Staub unb ^limberung inS Snnere bed £anbed ein
un^ gtiif, 100 i^r fein SBiberftanb gefcbat;, alleö auf^ tcai
i^r begegnete/ ober fte nmgte mit ben Sanbe$ben>obnern ben
Xampf, beffen ®en>inn i^r Ui i^rer fiurmenben Sapferfeit
unb @treitübung feiten entging ober au^^ fte erfaufte ben
Srteben burc^ @efd^enf e an @olb , ^oftbarf eiten , @flaben
ober Sebendmtttcln. it^ann {eierte fte xdd) unb beutebela^
ben unb mit bem Stubme, ba6 SSolt beS SanbeS ju Xxif
bttt unb ©eborfam ge}n)ungen gu baben^ ju ibren @(I;iffen
iurud.
jDtefeS Seben aber, wie eö b^er gum 3n>e(fe btefed
SBetfeS nur in einigen Sfigen bot gefcbilbert »erberf bfirr
fen 0, bauerte im Slorben (Suropa'6 meljre 3abrl)unbertc
1) €to etii^lt Snorro in ber Ynglinga Saga c. 36 ocm Mni^i
tllflVKir: Is Tirtute bellica damit et in nayiJbus suis piraticis ut
ploriiimiii Tersabatur. Tunc enim Suionia crebris bellis a Danis
afiisque ex mari BaKico piratis vexabalur. Ingvarus itaque pacta
cnn Dan!« pace, piraticam in man BaHico aggressus est. Unb in
(iBcr anbent C^telKe ^tft H/. Sub idem quoque tempus multi Daniae
Norregiaeque reges Suioniam depraedabantur, nee non pluri''*'
reges maritimi (maegir soekongar) validi« sufialti copiis ac 1 1
licet pectdiari regnorum dominio gaudentes. Proinde is merito
maritimns appeUabatur, qui sub fuliginoso tigno somnum nun-
quam capiebaty'nec ante focum, ex eomu potare solitus erat SBfis
^K(e (tfoon gebot Deppin ff I. c. unb 9(db< ®efd^i(bte ^djtot^etti iß.
1- e- 23 — 34.
2) Xm voSlfiänbigjten fünbet man ed bargefiettt in brm fc^on oft
13*
196 ®tanbtnaDtr<^e eutinitt auf ber jDftfe'e.
j^tnbutd; 0. jDie 9iaub)Age btefer ®(aub{nat>tf4ieti Staube
gelben in bet 9{otbfee an SngtaubS/ GdjottlanbS, Sratif«
m6)i unb (S^nienS Jtüjicn ftnb (linl^nglic^ befannt ttnb
gel^&iren bet ®efd)x6)te biefet Svetc^c an. 3Cber au6^ bie iD^l^
fee warb t>te( t»on il^nen b^imgefudift unb bie flSalHft^en
Sjnber waren o^ne 3weifel bie erjien/ welche fcf^on in fe^r
ftul}er 3e{t bie Sfanbinobifc^en 9iaubl;orben an i^ren ku*
ften lanbcn fal:^n. 3tt n>unbcrbarer ßerbinbung ftanben
bjfr «^anbel nnb ^aub neben einanbev , fetbft fld^ gegenfei«
tig beforbemb ^). Sn bet norbifü^en ®pra(|fe biefi bie £)^£
fee Spfhra^falt/ aucb %uf!utweg unb man begriff barunter,
mie fdbon ber 92ame bcjeid^net^ befonbcrS benjienigen SbetC
ber @ee^ weld>er bie bftlid) gelegenen E^nber befpület etiiKi
t^on ber SRimbung ba SeicbfeU ®tromed bis an ben fBu^
fen Don ^tnnlanb 0- ^^^ fSmmtlic^en Jtuflenlanbet be^
i|Ht^en S:i;eile< ber iDflfce würben bed(;alb aucb bad Xns
jturs:8anb — ba« Öjl«8anb — ober ba8 ÄufhtrsSlife —
iai lÖftfSitiA — genannt unb ed umfofte obne Stoetfel
(S^^lanb, ^ettlanb^ Jturtanb^ SemgaDen, Gamaiten, Cam^
lanb ttnb üUxf)a\ipt gau} 9>teufren Ui an ben ^ti^ftU
cnod^nten SSkrfe von Drpping Histoii^e des exp^dltionii maritimes
des Noniiand« T. I. et IL ttnb W Cfu^^md ^[(^t^tc ber aD&nett
fB. I — ü.
1) 3n ber Vita S. Elpliegi ap. Lan:,ebeik T. IL p. 439 beipt
H MD bielim ecerAubem ttO(b im elftrn Sabcb^nbcrt: Per idcm tem-
pus Piratae (i. e. Dani) pessimmn genus praedonum, propterea
quod illos et cgesta« audacet et error iiivestigabiles et desperatio
facit inirincibiles, ducikus Swano (i< e. Sweno Tiugskeg) et Tkor-
killo, Princibus Danorum fortusimisy nonnullam terrae Anglonim
marulam iiititlerant. Pii*atae omncs portus maris oberrantes et
nunc biCy nunc illic e naTibus proailientes, magno tarn vicinis dam*
no, quam longinquis formidini fuere. Cf. AlperUu de diyersitaie
temporum ap« Ecvard, Corp. Histor. T. I. p. 97.
2) Depping T. L p. 63.
3) Snorro Ynglinga Saga c. 36. Herrar Saga c. 13. Har. Har-
fag. Saga c. 33. Bayer opusc p, 361. Def^nng T. I. p. 68.
® (blaset 9torb. (Skfcbicbte 9-543; ^. ium Kcflor €(.89. Ofiper«
vom UcTtmin^ff be< 8ht|f. etMH C 2f .
7(uflutret(^. Sleitl^dot^lanb. 197
Strom 0* ^^^ ^^^^ A^^^ i^Q ftd; biefed 3Cufhtrret(^ in ^
utikf imnxtcv SBSetie in bie Sdnber l^mein, tubcm man
(eme oOcS unter btefem 9lamen iufammenfa^, xoai man
im fernst £)jh:n fenncn lernte '). ^Daneben freihielten jebodj^
Me einzelnen ?^nber nod; U;re befonberen 9lamen. ®o be^«
jeti^nete man einen grofen S(;etl ber etgentlid^en iDfifees
linbcT gu ber 3eit, atö bie @!anb{nab{f4^en Seer^uber^
jifKiaTen fte plunberub ^imfti(()ten^ gemeinhin aud; mit ber
Benennung 9leitI;got^(anb. ®otI;(anb I;ief er offenbar tot^
jea beö (Sot^nfd^en Urf))nmge8 beS gr&ßten ^ei(e$ feiner
SetDo^ncr^ benn bie Erinnerung an bie alte ^tamnigenof-
fenfd^ft tonnte nod; nid;t erlofc^en fepn. . @itte tiub ^n^
falfung^ S;ebendn>eife unb ©ottergtauben riefen noc|^ immer
ieiü^m bad %nben!en alter S3em>anbtfd;aft {ttrinf. jöoä)
umfaßte man batb mit bicfem 9lamen aud) folc^e ?Shtlit,
bfe iroüt {einedwegS ®ot(nfc^e Sweige n>aren, mit ®oif)U
fd^n Vbf&mmlingen aber in @emeiufd;aft unb felbft burcf^
bie .^eimat in gcwiffer SSerbiubung unb engerer ISerülj)^
nmg flaViben. 9leit^gotI)Ianb marb bief^r Sll^cil ber .€){!fec$
lonber genannt im ©egenfa^ beS eigentlid;en felfigen unb
fefnretd^en @otI;lanbd, n>eil er fid; bur4^ Uitit ebenen^ gum
S^il fcl;r waf[erretd)en/ fum)>fiigen unb movafltgen ©egcn^
^tn, bur4^ feine Stiet^ « ®tvc(f en t>on biefem mtvtliä) unter«
fä^icb *)• 3n fnd;f[er Seit foB biefcr Slame bie ?dnber füb«
1) Snorro Yngling. Saga c. 45. Ileimskiing. Saga p. 485.
I eabm S. U. 6. 214.
2) Siiorro Haraldsons-Saga i:. 81; f^ter ^etpt H 000 SX)Qt^va^*
f vaAf htm. Stid^ter^ quod in vigore aetatis constitutuSi mililaribus ex-
peditionibiiJ ut plurimum inlcntus fiierat, ac quotannis peregre
profectus Finlandiain , Kjrialaudiain , Estboniam Curlandiamque ac
qua late in Onentem extenduntur regiones (Kyrialaod, Eystland^
oc Kurland, oc FjfJa um Auslar laand) in suara potestatem re>
diegei-ii. Bayer opusc p. 362.
3i S^tetb/ STiet ober 9leit6 ifl eine fumpiige^ moorigf ttegenb»
hBC aSebsutung / bie i^ oielm ®eafnben jDeutfc^tanb« no4 je(t gang:
bor ift Ibn gonie mit IBkUb bcioa^fene, niebrige 6tdd^ am 8i(iein
Mit Im (Slfof ba« sriffi» iiiib audb tii Sftänffn gisbt e< nod^ ^i^genben
198 TTuflurretd). Sieit^got^anb.
roatti t>tx Öilfee t)on bcr SBeid^fel an bi8 an ben giimu
fr^en 9)leerbufcn umfaßt ^aben, wo naö) alter ©agc £)bin
an Ut 2)una baS neue ^Sgarb grunbete. 6^ ifl ni^^t ab-
julaugnen, baß ballet »iellcidjt baS 8anb ben Slamen er^aU
tfn fonnfe ^); boc^ ift n)a^rf4)cinUci>er^ baß ber 9lame be<
SStbcutanbed unb be$ SBtbenDotfeS in 9>reuffen ben erftcn
2Cn(af gur @ntj!e(nmg bet IBenennungStett^got^laab batgebo^
ten unb b{efcr92ame alfo biet feinen Urfprung gefunben 1)ahc,
benn baß namentlich atid) ^^rcuffen t)om Sßeicbfel^ Strome
an mit biefem 9{amen b^dä)mt unb in ben fpater tvtotU
terten S3egvijf feiuc§ UmfangeS mit eingef^Ioffen wurbe^
ifi feinem Stoeifet untcmotfen ^). 2)tefer frAb^re Umfang
be§ Sleitbdotblanbed erweiterte ftcb in ben fcigenben Sitten
unb e$ um^a^tt bann bie gan}e tocite SanberfirecFe Don
Sngermannlaub (angS ber iDftfee bin bis nac^ SSagricn
unb umfcbloß fomit aucb ba$ @Iat)ifd|)e ^ommem^ Aber
»elcbe ©ebicte nacbmalS mebre Sanifdi^e SCbniQt bie £)btu
berrfc^aft bel)au^UUn ober bd)ax\put ^abm foDlen '). 2>0Tt
ging freiri(b ber DSame miebcr eber unter; aber für 9)rcuf:?
fen> Aurlanb unb Sieflanb erbicit er jtd; weit langer.
Scn frubefter 3eit an f4)cinen biefe SZeitbgotbtft^n
£anber ben r^uberifcben Angriffen ber @fanbinat)ifcben &tt*
fabrer am meiffen offen geflanben gu baben; fte n>aren of^
fenbar bie erffen Sauber, ju wcicben bie SSifinger fUl) bin
n>agten unb eS crjablt aucb bie norbif4)e @age fcbon in
btcM 9{amen^. I)te @c^rcil>art ,,9eicb'' ^iSrt 2CbeIung ffir nid^t To
n<btid, alg 9liet^ ober 8?eft^; f. 2CbeIundd beittf^. 9B6rtetbu(b.
I) €$0 ift ®u^m6 ^cinun() 16. I. 6. 45 — 46.
10 9ladf hem FragmenU Island, ap. Langebeck T. U. p. 280.
rr^aCt fftt^mz 8ob&ro!d brittec 8ot^n <f)wibfrrf bei ber SE^^cilung be<
odterdd^en fRtiöi^^ ReiilogolanHiam et VindJandiam: tDlefed (fitere
ift ^iwiixi unb namentu'c») 9«>'^unern ; jen'ed ahtt begreift bie 6ft(i(b
%iU^tmxi Sdnbci;, alfo aucb ^reuffen. »Damit ftimmt audb Depping
T. 1. p. 68 öberetn: la Reidgotkic «itaee aussi aur la Vislule, «t
c|ui avait e'Ul probabiemcnt pcuplee par Ics Gotli« ou par quclqtic
peuple du Nord.
3) 6u^m ». I. ®. '27.
Xrieg^^ltg 3otmeri{6. S^l^ben mit ben SiKngecu. 199
frü^it Sdl[)r^unberten' Don manchem fu^nen XtiegSjuge
Sfanbinavtf^er See^^elben, n>el4ie ben Unftnrtoes ju Stufjm
ttnb Seute befugten. So^ f<^etnen bie fru^eflen liefet äu^je
vo^I me^r bie noitifc^en SE()(t(e 9teit(igot()lanb$ gegen bie
Duna/ 6fll>(aub unb «fturlanb betrofen gu l(^aben ^). Die
Settbdot^tf4^ii @ebiete in 9)reuffen unb bie näheren 9la<b'^
Kirlanbe fallen bie «Raufen ber SSifinget unb bie 9iaubpot=
ton ber @fanbinat>if(ben ®eef6ni9e meifi erjl um bie WtitU
unb baS (Snbe bed fünften Sal;r(;unberti^. Unter bie erftcu
mit geb&rt ber^riegSjug Sarmerif^, be$ JionigeS ^on^aU
(anb. 9la(bbem er frul|)er fd^on unter feinem SSater, bem
ShxA^ @it>ar/ gegen bie ®la\>Qn in Sommern geltvitfen,
boTt im £am)>fe aber gefangen wovbeu war, bann fic^ be^
firett unb f^Uxaiif ben ©(broebifcben Äonig Öttar ober ®i?i
rt^v befam))ft^ ubenvunben unb fo feinet SRei^eif fid) be^
mi^ÜQt Ifattt, gef^ab e§, baf {)elge, Aonig t)on Dane-
marf/ bie ®(at>en befri((gte^ ba fie ibm mebre Snfeln meg:?
genommen bitten. 3u *£>u(fe gerufen jog ibm aucb Sar.-
metit tu, fe9 ti baf er ben @(aben feine einfüge ©efan^
genft^ft t)ergeUen moQte ober baß ir aucb nacb anbern ©e-
winnen «n Sribut unb S3eute ober nad) Erweiterung fei«
ne& ^rtf(bergebieted ausging, dx bracb in baS (5(auen(anb
ein; ber SBenbifcbe <K6nig @fa(( warb im itampfe über«
iDttnben unb erfc^Iagen unb fein Sanb ber fremben «^err:?
fcl^ft unterworfen. @o grof aber war SarmerifS 3tai!^s
wu^/ baf er bierjig gefangene @laben an SBoIfe fefibinben
unb tum i^mmerlicbjten Sobe in bie äBaiber treiben lit%
Unb att er biefeS i^anb bewältiget unb feiner £)berberrfd()aft
geftclbert ju fyibm glaubte^ ging er weiter ^ bracb aucb in
9reuffen ein^ bejwang bie @amldnber/ barauf bie Aurlins
ber unb anbere 6j!licbe SS6(fer oft mit f^werem fBIuttoer:?
gtefen unb großer ®raufam(eit. 2)a l^atttn bie ^(aben,
biefe Entfernung benu^enb/ ftcb wieber ermutbtgt unb em^
phtt unb waren, naci()bem fie bie )ur SBacbt bei ibnen ein^
1) Dr^ping T. r ^68. <^\x\\xfi ». I. ®. 175. 177. 22.*.
200 Jttiegf ins 3armerttt. Sef^en mit ben Sttingern.
getegten «efagungcn fimmtlt^^ ttf^la^mr v^««*«"«* »»
©ittcmarf cingcfalfen. Sörmerif eilte Don feiner greibeu^
terei jururf, fc^lwg unb jerjheutc bic geinbe uicf)t nur
g^tiiUc^/ fonbem uhU an ben gefahrenen ®Iaben auci; eine
fo nnmcwföfÜ^e Sraufamfeit, ba^ erfct;rec?t ftc^ ba& ganje
JBolf feiner SJi!ad()t wieber untcmwrf. @old)e Ärieg«:? unb
9Iaubiuge in bie 9teitI;gotI;if(^en Saaber fe^te Sarmerif
and) no^ f^ater fort; aber fie fc^incn t>on bem an ni6)t
mtix |)reujien betroffen ju traben ^).
3n glei^er SSSeife Wören auc^ biird)« fcd^^fe 3abrf)un*
bert ^inburd(^ bie JBJlfer bieffeita «nb jenfcit'3 ber SSaltU
fd^en See noc^ fort «nb fort unter ber Sfil^rung ttieQUiu
piger Surften in friegerifd>en Bewegungen gegen einanber.
jOenn na<^bem bie @Iat>en\>&(fer an ber £)ftfeetuße üon
©Fanbinabien ani burd; j)lunbembe »ifingers.^ufcn oft
gereist, bur* fricgerifi^e tteberfaCe rauberifd;cr ©eefonige
fd(^»cr iiArurft unb befelS)bet worbem- waren, ti-icb anö) fie
bie JRacl^gier jur SBergettung unb 9taubfud>t ju »erl>ce*
i^ungSgugen nad) X>jnemavf. jBicIeS, wa$ auf fold;eii etn^
jelnen äugen mit mamli6)tx 5£a\)fevfeit unb Äu^nl;eit »ott«
bracht würbe unb waS }um Sl^eil aixd) anbern gelben beS
iBolfe9 aut biefer 3ett ange()6ren mag, i)at bie @age in
bem «^Ibenleben beS &a^i]ö)tn itonigeS SBi^t^mir, ben
anbere SSmar nennen / ju Sinem S3ilbe ju t^erbinben ge«
wupt '). (Sin gleich tl>atenrei<^er 9tame war ber beS Eii^
nen gelben unb fiSifingS^^Sul^rer «^eibrecF, eine« SnFel»
bet m^i^tigen unb bur^^ @falbengefang weit gefeierten
1) iSa.ro Grammut, p. 155 — 156. Pc'ri Ohti Ciiron. Reg.
Dan. ap. Langebeck T. I. p. 106. Ghejrsiner. Compend. ap. Lau-
gebeck T. II. p. 334. jbepping T. I. p. 62. Gu^m SB. It. e. 6.
2) £fefe Sftd^ berührt au(^ KaMubeck L. 1. ep. I. B^I. ü^ec
biefe Stelle OssoJinski übet StaUixhtd &. 42 mib hefonUti Leieu ci
ebenbaf. 6. 4.58. 2(it4 «^^«^o emd^nt ber 2Cnfdae ber Gtoven auf
JDdnemarf oft, |. ». p. 84. 155 — 156. 204. 266 — 267. & waren
»orjüglü^ bie fSknben unb 9)omaimr4en eia^an, toelcbe mit ben jDS«
tun in bfttvn itriegi^beln labten. €t. Depping T. L p. 62.
%t1^btn mit beti iBifitisecn. 201
Mimpftti VxiQantpx, Uv t>ie(e Saf)Xt lang auf Sel^beti mii
Xxit^henttmm in beti ©cbictcn 3UiÜ)iotl)lanb& uml^ers
m unb tnVli^ SSBinb(anb ober bcS l^anb bcr Seitben,
»e((^$ |>ommem getocfen fe9n foll unb bamaB noc^^ 5)vcitl)$
jo^tanb be()r^nste/ ju feinem JBeft^e emarb. 3n?ar I^ft
ft(^ baS einzelne feine« tl^tcnret(|)en £'cbeud iä^xotxM) fe#
Begloitbigen ; allein ci ijt ba3 kbcnbigjle fi3ilb eineS fiiO»
nen norbifi^n Xbent^eurerS , eineS ta)>ftrcn (Stanbinat^i::
fcben ©ectelben an ber @))t^e fctneö Siftngcr^^^anfen«
^nli4^ in ihm attfgefteQt ^), tmb tt>er {6mrte ober wer
voQte bad @ema(be t>cm)ifd;en nnb bie «Harmonie bcr Sars
ben tMrtilgen, um bie ?eiuen)anb gu uuterfitcl;en , anf bcr
fit i^t Seben unb ibre ^xiföft ^aben?
3n gletd^er 3Crt erja(;It bie ®age auc^ nodS^ tut ablaufe
ht* ftebenten Sa^rlntnbcrtS Don man^cr Inl^ncn ^clbcn^
fa^rt ®fanbina9tf4)er Aamipfct; aber eS fanu auc^ t^ier ber
forftf^nbcn @ef($td;te nod; Icincdivcgi gelingen, ft(l;evcn $Bos
ben gu gewinnen. Xujler bcm @trcitc, bcn ber tamp^iixs
#ige JCinig «^ogne in Stingfkb im 3(uftiim>cgc geflirrt (^as
ben foE/ itm baS t>on ®(abcnbo(fern immer mel;r bcbr^ngte
imb beengte 9tei%otl^{f(tie 9{ei(^ ju fd;(rmen '), fül()rt bie
Sage aii4^ ben ma4rttgen ^onig Sn^ar äßtbfabme t>on ie^
%t als ^enfdj^cr in ba$ Zuftnvveid) unb (ajit ii^n bie Kei«
neu it&nige ber Siei^at^ifd^cn Saubc , alfo aud; bie in
ben Qebieten 9)reufrent bii {ui* Jtned^tfcbaft baruteber brus
den ■). j^oi} biefe Jlonige, offenbar !eine anbere ali lene
Steite/ »ie fJe na(b ber .^errf^aft SBibcwubä auftraten ^),
1) SRan finbet bai fBilh hei e>n(m S3. U. &. SG — B'J ^t-
fiiitbftt
2) €In^m IB. li. G. 103.
3) Snorro Ynglinga Saga c. 45. ^ul^m IB. U. 0. 214 — 215.
4) Xtt<^ Depping T. I. p. 27 fo^t bei bicfcr ^Belegen^eit: Le
lilre de roi ne signifinit que cbef ind^peacUnt; le maitre d*un viU
läge Ott «Tun Hot s*en d^coi*ait. hcs auteurs du Nord ont compai-^
avec raison ce payi a la Gi^ce, teile qu^elle ^tait dans Ics premicrs
ages, lorsqu^one mukiludc de petits rbefs, doiil les ^tats «e tou*
202 Serben mit h^A Steingern. 9Iegnar Sobbrof.
ett)oben ftd^ baü> toiebtt, benn aK ^atalb «^ifbetan am
@(|)lü|Te be8 fiebentcn unb im Anfange bcä ac^^ten Sal^r^un-
bcrtö in jDmiemorf regierte , ftanben (te in i|>ren einjeln«n
Reinen 9lei4>en ober Dielmeftr Xanbfc^ftften »iefcer frei ha
unb ((feinen wd^renb ber »ielfa<^en uxi^ »erwirrten ^riegS^
feliben ber 2>anifcben £)6erf6nige {iemlicb unabhängig re-
giert ju ^aben. Sn biefem freieren S3er{)altni{fe fleben fte
wenigfenS nocb jur ^dt be$ £)anif(ben ^6niged Slegnar
Äobbrof.
SBenige Surften @fanbinat>ten6 bfirjteten fo na^ beut
®iiide, ibren ^amtn burcb ben @efang ber @fatben oer»
berrli^t ju feben^ nacb bem Siubme, ibrem SSaterlanbe unb
ibrer «^errfd^^aft bie entfemteflen 9S6l(er unb Sänber unttt^
werfen ju b^^^^n, unb na^ ber «ßoffnung, bereinfl in SBaU
balla'ö glötfli^en Tlntn bie SSerbienfle ibreS |>e(bentbumeS
belobnt }u finben, atö btefer Jlonig Siegnar Sobbrof , ^cr
in ber ^itte bed ad^ten 3abrbunbert8 }ur Stegentfctn^ft tarn.
Um bie abgefaOenen 9ieitbgotbtf(()en Sanbe »ieber in {treiu
gere Untertbanigfeit ju bringen, unternal^m er mebre Säge
auf bem Xufiunoege, fietö t>on ben ta))ferjien unb (ubnfleii
itam))fern feined fRdi)a umgeben. Xuf einem jbet n^icbtig^
jlen btefer 3uge, ben man in bie 3abre 777 unb 778 feH
n>ar ti fein ^toed, hai S3o(t S3iarm{en$ im Sfinnifd^n 9tor$
ben, wtld)e^ glei^^falU ben 3CbfaU berfucbt batte, bon neuem
jitm ©eborfam }u bringen, benn fd^on l^ngjl f;attz Sßiats
mien8 9tei(t)tbum an ©etreibe unb an (&ft(idtiem 9)e(}wcrfe
bie Staubfd^iffe @fanbinat>ien8 )u ftcf» bingejogen 0- 2>a
aber eine fd()re(fli4ie SBitterung in jeneip Sanbe ben
cfaaient, se parta^aient Pautorit^ et guerroyaient les uns contre
les autres.
1) Deppin ff T. I. p. 68 fagt: Sous le nom de Biarmaland , ou
Biamuey on d^ignait la Permie des Kusses, ou les pays arrosds par la
Drina de la mer Blanche, c*est-a-dire Perm, Viatka, Vologda et Ar-
changel; un peuple finnois, faid^pendant, habitait les bords du
fleuTe. Les Scandinaves, surtout les Suddois, paraissent avoir ti-
sile ce pays de bonne heure, pour se procurer d*abord des grains^
puls de.\ pellrterirs, r| prui^^tre aii5si des pniMons.
JDanifdf^e Jto(ottien an ber ffibbattifd^c it Jt&fle. 203
Süta^p^ oer^tnl)erte unb »tele t>on beö Jt6ntg8 Stteitntans
nett bf m «junger ttnb ber @eucl^e erlugen muf ten^ fo bxaöf
ex fü^li^ ^rab in bai @e6tet ber iturlinber ein unb aU
biefe ben gefuril^teten itintg' o^nt ffiiberfireit aI8 x^ttn
«^rm aufnahmen unb letfieten/ n>ad er »erlangte/ jog er
tDettft abtoittt auHf in bod Sanb ber @amlänber/ bie i^n
gjlii^faUi ol!)ne «fittmpf a(d i^ren ®ebieter begrüßten. Sn
folcl^r Seife bur^S ©(ucf ermutl^igt unb bun^ ®toIs er::
toben/ überfiel er bon neuem bai ®ebtet ber JBiarmier unb
oeieinte mm axi^ biefeö mit feinem ma4)tigen 9iei(^e ')•
^6f be6 iUnigeS S^cb aber n>arb bief?« Steidb unter frine
6b^ne alfo vert^etlt baf ^er eine t>on t()nen/ «^mibfert ge^
nannt/ aVe 9ZettI)got|)if4!en 8anbe nebfl einem SEl^eile beS
Senbenlanbed erhielt/ unb biefeS Sitid^ be()errfd)te er bi$
gegen ben Xnfang bed neunten SaI)rlt^unbertS / wo er butd)
jDaron/ einen 9Ieittygotl^if4)en Unterf6nig, feinen Zob
fanb «).
@ett biefer 3eit nuit/ — e^ n^aren bie großen Sage/
in weisen ber mächtige (Sari ober bad n>ette f^ranfenreidl) ge?
bot/ — nalj^men nun $n>ar bie Jtriegjs unb 9iaub)uge ber nor^
bifc^en Abenteurer mel^r att bid^er i^re Slic^tung na^ ber
9)orbfee/ wo ffe bie bortigen itufiengebiete nid^t feiten in
gro^e fiebrangnif unb ®efa^r brachten; allein ed blieben
au<l^ fortbin no^ bie Sinber im iDflen unb im @äben bed
Saltifd^en SReered t>on feinblid^^en Sinf^den aM @fanbi$
iiat»ien feine8n?eg8 berfc^ont unb für unb für trieb noc^
1) Saaco p. 173 ev^&Ut, naä)Um er Ui du^eö gegen bte 83tarmter
enoibnt ^tz ita Danorum plerique dubia coeli qualitatc conclusi,
passim oborta corporum pcstilentia cfecesscrunt. Gumqiie se Reg-
ficrus adulterina magis quam vera aens vi pi*appedilum animadyer-
tcrcty utcunque navigatione producta, in Curonutn Sembonanque
TtpancTEL accessit, qut majeslatcni eins pcnnde atque bonoratiMiini
«ictoris amplitudincm impcnsius vcnerati sunt. Quo beneficio Rex
magis adversus Riarmomm insolenliam cfTeratus, sprelae majcsta-
tü suae -vindictam inopinalo petiyit assultu. 6$o bfdd^tet bie €^<(e
4r.4 Ghejsmeri Comp. p. .'542. ®ubm SB. H. €1. 32« — 327.
2) Sa.va p. !74. ®uhm «. If. €J. 37|.
204 ^inxi<fyt eoUttien an bet \ühhaui\^tn Jtujle.
dial^mfiiüft unb Stanbhxft @{anbtnat)if<l;e £5ntoSfM;ne uub
ewe an ber ©ptfee ftatfer fBifmaS^ •Raufen auf bem Xil::
flurwege nad^l 9Jei%ofl;Ianb, «lamten itnb mtbcjcc nitb?
Udfc gflnbcr, An biefen fcinWic^en 3üä^n faiib au«& jdjt
no4f bie friebüc^e ®emeinfd[)aft be^ ^anbcU tl;rc Qt&fjf
unb «^alnmg unb e« bcjlanb neben bcu gcl;bcn nnb Sümc
yfcn ein Scrfclj^r, ber t)on be:i i^anbeföortcn bev ^'jlfcc an$
bVL:6) 9{u^(anb btö an bai ^ad))ifd^c ^ccr unb bii mi^
Arabien unb |)etpen l^tnein ging ^).
Sßa^renb aber jene feinbltd^en SlarxhiÜQe in alter SBcife
fortbauevten, ftebelte fiify ait^ I;ie unb ba mand)cr ^neßcr?
^aufe^ ber aud @faubinaii>icn jun^d^fi um Staub unb
^ute audgejogen «oar^ im ubcrfaSenen nnh gctooimcnen
Sanbe an. ^te erfien uwi be!annlen @))uren fol^er S)c£
nifc^en Kolonien jctgen ftc^ nni in ber Wtitt^ bcS neunten
Sal^rl^unbertt / aU ftdb unter bem ^>intge 8otI)efout/ bem
®alE^ne SxiH Sanv eine bebeutenbe ®d;aav gemeinen Sok
M, au^ Anetten unb anbem 9Keuf(^en niebrigen ^tün^
beS be^e^enb/ in ^anemarf gufammeufahb, über bie 0ee
fe^te, an ben fübbalttfd;en ^ttflen lanbenb ganj f>renffen/
®emgalTen, Sarelien uub anbcre Sauber burcliu^anbetfe/
bte (Gebiete einzeln untcnvaif , bie jßewol^ner ixim SJ)eil
ermorbete unb fi((^ bann ba anftebelte/ n>p baS ®liid ^
begunjiigte unb bie 9latur fte anjog 0- ^^^ tpeitere ^x«
1) Fräh/i lbn-Foszlaii*s unb anberer 2Craber Beriete iV>etbit
«Ulfen älterer 3cit. |>eter«bur0 1823 0. 79. Brppmg T. I. p. 67.
2) Petri Ohii Clii-on. Reg. Dan. p. 114: „liOÜiehiul, ßüw
Erici Baniy regnaTit XI annis. Huius tempore quiübet tertiu^ de
serTis et popularlbus cxivit deDacia, totamque PrutUinh ^c""^'
lianiy Kareliam aliasque piures teiras Ticenint, ocrisis rins, re-
wfiaiiCtUque ibi iiäque in pracsrns. gafl eben fo ba< Clwonic.
Erici Regis ap. Langebeck T. I. p. 158, nur baf h\t\H W^ ^^''
SUfftgt: delectatl terrarum ubertate noluerunt redire, sed ibi rrma-
nent usque in praesentem diem; WOCau0 }U f^Ue^n ifl# ^^ ^
^^at eine fönnltc^ JColonte tourbe unb ftdft M fol(^ lan^e 3^it tP
bielt. Depping T. L p. 12 nennt biefe« eine «Emigration provoqiM^
par la disette; et fagt: Comme il iCy eut pa« assex de vivre« ^^
thifi^t Solonttn an bec f&hbaltif^tn Sthftt, 205
^^ aicT, ob iamali and) f>teuffen fo(d>e 2>an{f(d^e HiXi
fiibelungen in P; aufna^^m unb in xoelä)en feiner Sanfte
fi^n ffc ftd; efma nieberiiepen/ mad)t }ur Seit ber SRam
te( tmb bie £)ttrfttgfcit ber £lueUcn no$ unm&gltcl^.
S>oc^ l^^tten bie Juanen in glei^^r Htt }um SCf^eil
fi^oii fntixr in ben anbem ©ebteten ffttit^^cifflanU unb
iefonbetS anö) f^on in bcm g^nbcrfhidde t>on bet SBcid^
M hü möf SteHcnburg l^in einjefoe Stieberiafpungen ^t^
grmibet, bie in ben erften Seiten ibreS Safepnt n>ol^l mtis
M ber ^rrfd^aft be< SRutterlanbed untertb^nig blieben
irnb burc^ «^anbel unb X$erfelS)r mit i^m in Serbinbung
ftanbcn. :t:)ft wav eS 9lotI; unb SRan^el^ n^eld^e ba< Ca«
teilanb 5n>an()/ einen S^eil feiner Sbmo^ncx in bie Stembe
ouSjufcnben, um eine neue .^eimat ju fuc^en *); nic^t
{eitfii Ai^r m5gen aucb anbere frein)iOig ben befc^ränften
bitetliti^cn Boten t)erlaf[en b^^^eu/ um in fremben SBelins
l%en ftc^ t)on neuem einjubeimcn. 3mmer qibtt lennttn
fob^ Stieberlaffungen t)om Saterlanbe ou< nid^t anberS
^ mit gunttigem Xuge betrachtet unb in ieglic^er Seife
kfoibert iverben , benn ffe mußten md)t blog ®tögen für
W« f(&on begrönbcte ^^crrfcbaft ber ©anen fepn ober ^alU
mtlt, i>on wef^^cn aM bie ^errfdj)öft flarfer befefligt unb
«»eitert ober and) beim etvoanigen ÄbfaDe ber begwungets
wn Mnber bie SSiebercroberung immer bebeutenb erCeic^
Warben tonnte, fonbem ffe boten and) in frieblicben
ßnWltniffen, im ^anbel unb «erfejjr für ba« STOuttertonb
itbttttenbe !Boitl;eiIe bar, bie t)on einem SSolfe, mU^i
^c U population, il Tut r^olu que chaque troisieme serf et
warnt du penple s^expairierait On tira an sort; ceux qui furent
^'•ijnA dfirent chercher a Tivre aiUeurs. Or f<ett bie Bfgebeilbeie
^ ^ 3a(r 880; bo4 läft fi4 bicfe Settangabe qn$ Un nneOeii ni^t
Mnbea. SicOiicbt fiim»t biemit ilberein, wal A>«/or in bei;Vu0gabe
84Uiet< 6. 154 fagt: „3m 3abre 859 famen Sardger ienfettl
^ aittcfi ^ unb beiraten bie eiaoen , Zf^vihtn , fBttun unb 3Mf
"%v mit 2ribttt
1) MftHcie bei B^ppin^ T. L p. 10 _ 11.
206 SunetU 3ett SBuIfflanö 9tdfeberi(^t.
fdl^on fv&l) ittoo^nt wax, fvembe Jtuften ju befiid^en, geiDtf
nü^t unbeac|)tet bleiben (onnten. Sbaff^x ifi eS tool;il aud>
erfUrltcb/ wie e8 bem 2>antf(ben ^kige ®onn bein 2C(ten
im ®an)en fo leicht toaxi, feinen 6)eboten au(^ in einem
gtofen ^^eile bef^ SSknbenlaubeS, in 9)ommem unb 2Sich
lenbutg fo fieberen ©e^orfam }u oerfc^afen 0-
@o oft inbeffen im Saufe biefer Sabrbunberte |>reuf::
fen t>om SRorben f)n befucbt worben n>av/ fo nian^faltig
unter folcben Sreigntffen bie 83o((er fi(b begegnet unb be-
rubrt b<xtten unb fo Diel in biefen 3eiten aucb immerhin
in einem regen unb bewegten geben auf feinem SSoben ge^
fcbeben fe^n mqg^ fo fyit baS a(Ie$ bcä) auperjl wenig bei::
getragen, ba8 alte S>unfet liber bed SanbeS SSerfaffung unb
beö SSolfeS @itte unb Xrt mebr aufjul^ellen. @o loabr
ifi ei, bafi Sabrbunberte unb bad Sebetv unb SBirfen
i^on Saufenben in ewige yia(i)t t>erfinfen/ wenn nid^t
bie ®ef(bid)tfcbreibung/ t)on ©efcblecbt ju @ef4lle4t loets
fänbenb; wa8 eiuft gefcbab unb bur4)lebt würbe , fte ber
9la4^welt überbringt 2)em @tatbengefange, ber @age unt
einigen ff>ateren 6bt^(>uiflen Derbanfen wir t6, baf mebre
Sabrbunberte in biefeS Sanbe6 ©efd^^icbte nic^t ganj ini
i(>unUl ber SSergeffenbeit übergegangen {tnb, unb liegen bie
@reigni{fe biefer Seiten au4^ aUerbingS in einem wunber?
lieben 3wieli4)te gwifcben ber 2)dmmerung ber ®age unb
bem b^Oen Sage ber ©efcbicbte, jwifcben 2)i(btung unb
SSirtlicbfeit, fo ift ei uni burdti jene bocb m&gltd(^ geioot::
ben, dne TCbnung ju faffen t>on bem Seben unb S^reiben
ber SSolfer bed 92orbend in biefen 3abrbunberten. SSo bem
®ef(bi4)tf4li^^i^<^ bie Sarben feblen, bie bem 93i(be ithen
unb S^raclie geben, ba geziemt ti ibm nur, fo weit er
t>ermag, Linien unb Säge }U (ei^inen, bie einft bem t^g
rafter bed ®emj(bed )um ®runbe lagen.
Xnber« fcbon ift ei mit einer Crfcbeinung, ber »tt
im legten Sbeile iei neunten 3abtl()unbert8 begegnen: et::
1) Adanu Bremens* histor. cccle«. L, I. c. 47 — 48.
SunfeUSett. 93u(fjtan^ Sletftbeci^t 207
ne» eveigntife, wtiäfti in aOer «^inftd^t für Dteuffen«
Htm ®tW^t€ Don^auferfler SBic^ttgreit tft.
ein füf^net Seefahrer, SSuIfflan genannt, über beffen
^imat unb |>erftinft iebo4^ feiner und genon belehren
brnn ^), untemabm gegen hai (Snbe be9 xunnUn ^a^t^ntif
Ut», wie eS fc^eint, auf TCnlaf beS £&nige8 Xtfreb beS
Srofen t>on <Snglanb eine @eefa^rt an 9)reu{fen6 Jtufle
ttnb berichtete bann, gl&(flic^ b^imgefe^rt, bem einige ak
M t>on bem SBege, auf n^et^m er ^reuffen gefunben,
unb t>on ber Sefcbaffenbeit be< Sanbed unb ber @itte be«
»olle«, wie er fte felbp gefeben b^tte «).
fBon bem t>ie(befu(bten unb burd[^ reichen SSer!ebr be^
lebten ^nbettorte ^att^nm — l^ebabp in @dble§n>ig — »)
-y^^'i
1) Uibev SSulfflani IBatertanb, wie fthzt feine fonfH^en Sebenöums
fiohe l&ft ft(^ bttcibaud ntd^td ermitteln. . «Daf f^in man^e einen (Sn^t
(inber nennen, beruht eben fo wenig auf {teueren S^eweifen/ a(ä bie
ICnnabme, baf et ein ©(^(e^wiger gewefen feip. Langebeck, ber in
^ Sktmmlung ber Script, rer. Danicar. T. II. bie Ütrifebefcbretbung
ober ben 9)eriptn< t&ulffiantf mitt^^eUt, nimmt in ber Sorrebe p. 107
Ck^Mwig dU feinen IS^o^nort an, aber aucb nur aud Um nic^t ans
trii^enbeii @ranbe, weit er oon ba auö feine Geefafirt antrat. Upha-
gen Parerga p. 589. — Uebrigend f!nben ffd^ bie literdrifd^n 9ta6)t
rieten üt^er bie froheren ^Bearbeitungen biefed SReifebericbtd bei Lange-
heck L c. 3n btr neueften Seit t>at ffd^ S)at)lmann in feinen S^r»
ftoagen auf bem (Gebiete ber ®er4<4te SB. I. ®. 403 — 456 am bie
Qd&ntmtng unb ^CufCldrung biefed f&r bie norbifc^e Cfkograpbi^ unb
Ocfd^i^e mtfbtigen 9{eifeberi<(td duperft iserbient gemalt.
3) Langebeck T. II. p. 107 nimmt an, baf fßuTfßan einige iiit
Mr bem Sa^re 890 ^um Mnige Vlfrcb gefommen fe^. ^ \hft f!(b
bogegen ^erabe nidfttS SSebeutenbeS einmenben, fo wie el aber au(b fftr
bicfe 3ett feine be^mten Cemeife gtebt.
3) Daf «^aet^um ber alte ^nbeUort «^ebabp in C^d^teiwig fe^,
Irigte fi^on Langebek T, II. p. 116. gorfter in f. (ier<bi<bte ber
OttbecL unb ^^ffa^tt. im 9lorben €$. 95 muf te ftt^ mit biefem Orte
Bi^ (ured^t au ßnben, obgleich er in ben norbifcben Cluellen fo ^u»
|ig oorfommt. 9ta4 ^at^lmann 0. 427 ogL mit €^. 441 mar
el fub» anggemaibt, baf {»ebabi) mit feinem «^afen barnnter ju i»ers
Ik^B r<9. 2)ie gdlnbU^lk gforfc^nag tinb bie DoO^Anbigflen 9ta(bri4K
ten aui ben CXueOen Aber b{efe$ <^bab9 finbet man in Oufeen*^
208 aSulfftanSSleifetecicf^t &Jbec f^ceuffen.
fü^r Sulfflan mit feinem @d;tfe atiS. Xuf feinet So^tt
lag tlE^m nun tut redeten ^anb ober, »ie er at$ (Seemann
in bor @(]()i{ferf)>ra(|^e ftd) an^brucFt, am @teuerborb ein
iani, n>eb^8 SSSeonobbinb ober bai Senbenlanb genannt
warb ; }ur Un!en ^anb bagcgcn ober am Sadfborb bliekn
ifym 8an<)elanb unb SaUmb, bann Salfler unb ®4^onen —
Sconeg — liegen. 7£Ht btefe Sanbe geborten bamald, mie
ber SRetfenbe berichtet, ju £)anemar(. 2)ann weiter fa^«
renb l^atte er jttr lin!en «^aub S3urgenbatanb — Sonu
l^olm —f tt>o ein eigener itonig berrf((^te. Stacb fiom^
bolm tagen i^m }ur Iin!en ^^itt bie Sanbe IBIefingen,
bann aR6re — ÜReore — , £)elanb — @ot>Iaitb — unb
®ot()tanb — ®ot(anb — unb biefeS^ Sanb gel^orte ju Scfftoc«
Um. 2)a$ SSenbenlanb aber blieb ilE^m ben ganjen Seg
über bi9 an bie SB5ei^fel$!D!ünbung }ur fRtd)Un Hegen.
®4^on bi6 l()tel)er ifi unö SBBulfItand Seri^t oon iw
f er SBid^ttgfeit SBad oor aOem bie yia6)xxiift oom Sern
benlanbe, für uns aU SRac^borlanb 9>reuffen9 bad wid)tiip,
betrifft, fo be^nt eS SSutfjlan, wie Kar |iert)orge^t von ber
9Runbttng ber SBeic^fel an auf bie ganje @ubFufle ber
, Oftfee, a(fo bii über SReflenburg nadf bem alten Sagnen
()in aus. S)iefen 9{amen ^atte biefe ganje Sanb|lre(fe 9on
i^ren fBewol^neni, ben @laoen erbalten, bie man, fo per^
f^ieben and) unter fic^ i^tc einzelnen 3weige waren, unter
bem ®efammtnamen t)on äßenben begriff unb fte behielt
biefe ^Benennung and) no<^ in ber folgenben $tit *). &
Uttterfutiun^n übet bte bcnCmArbidflfn 3(Ctrrt^dmet e^Mm^i. tU
tona J826.
1) IDaö Fragment vetus Island, ap. Litngebeck T. U. p* ^
xtmnt bai an 9)rett|fen »»efilt^ gr^njenbe Sanb ebenfalU iio4 Vmdbnd.
(Si ^pt ndmli<^: Vindland er vestast naest DanmorL En aostr
fra Polena er Reidgola land, i« e. Vindlandia renus occidenten
proxime ^d Daniam vergit. Sed in Oriente a Polonia est Reidgo-
tia. jDa< VOR IBfCd-mann ^attddfQebene „gragment einer ttcfun*
be ber aitrfbtt etotdnb. Okfc^icbte i^impt^) e. 25 besdc^net gbt^«
faltt yommem tto4 mtt bem 9te«e& „IBentlaabe.'' tM Stit^^
W4te Ck^meben« iB. I. ®. 96 oerft^cxt, baf bei ben e^nb<em üu^
, SSulfßan« dtetfebetidl^t hhtx ^reuffen. 309
tf( itnö fenter ober auc^ t>on SBid^ttgfeit, bafi SSBtt{f||tan \Azc
fe& SBfRbenlanb unter bte «^errfc^aft ber jO&nen oerfe^t^
benn e6 befiotigt ftc^ IS^tebun|» bie Sladj^rtd^t^ bag ®orm ber
' %X\t, Shxi\% oon £^anemar(/ ber äber^au))t aU @d(^&))fer
bcd heutigen SdnetnarfS unb att 9tei4idt>eretntger att)ufe$
^en ifl % feine |>errr(d()aft OiViisf über einen S^il beö Sem
benlanbeö t>erbriitet ^abe ^).
9lun betritt SBuIfflan ba« ©ebiet bed SBeicI^fel ^ @tro^
med. S)te SBei4^fe(, fagt er, tfi ein fe^r grD^er f^u|| unb
^t iur @eite Sßit(anb unb SSenbenlanb. 2)ad 9Bit(anb
neigt {t(^ ju ben (Sjlen l()in. £)ie SSBeic^fel aber lommt
aus bem SSenbenlanb ^erab unb flieget in ba6 (Sflennteer.
£>iefeS Sflenmeer aber iji jum n>enigflen funf}e^n ÜReilen
(fett ferner I&uft ber Sl^ng im iDj!en in bad (Sflenmeer/
Wi xozl^ fEReered ©eftabe Xrufo liegt. fi3eibe firimen
gemeinfam ind Sftenmeer/ ber 3(ftng im iDflen t>on Sflen«
lanb unb bie äBeic^fel ^on @uben t)om SBenbenlanbe; unb
^er benimmt bie SBeic^fel bem Slfing feinen 9lamen unb
ge^t aud biefem äXeere norbwefim^rtd in bie @ee; ba^er
^tfet xawi biefed SBeid)feImünbe 0-
iie4 nm« 3a^c 1000 bie ^ommerird^e ^öfie Sßenbtanb geheißen %<kht,
Slfreb nennt in feinet ©ennonia (Croffud) ba8 8anb ebenfaUd Vine-
daland obrt SOSenbir^eö 8anb, fögt aber ^tnjU; ba$ man ed aud^
@9f|IS^e ^'fc; vgl. ^al^Intann a. a. O. 0. 419. liefet leitet baf)er
and^ ben 9lamen SSenbeird^ weld^en TOfreb bem 9){ittelmeere gfebt^ gar
ai^t untva^rfd^einlid^ von ben Sanbalen ()\if W ju beiben leiten bef?
fefbftt'in €^panien unb xa TCfcifa n^o^nten.
1) -Uphagen Parcrga p. 586. ©a^lmonn 0. 433 — 435.
2) Seixo p. 179 fagt von ben @dl;nen ©ormd: Haraldus atque
Kannttts cum virilem attigissent aetatem, exerta dasse enrenatam
SdaTonuD insolcntiam dorauenint. Uphagen p. 590 fpric^t nur
oon einem Srennbr^aftöbünbRiß gwifc^en ben S&enben unb ben )Ddnen.
3) 3n bet Urrprad^e (reifet bte QittiU fo: Seio Wisle lasWdemj-
cd ea y and bio to lid Witland and VVeonodland. And thaet Wiu
land belimped to Estum. And sett Wisle lidut of VVeonodland,
and lid in Estmere. And se Eslmere is Iiiiru fiAene mila brad
Oonne cymed Ilfing eastan in Estmere, of tbam mere tbe ^Truso
standetb in Stade. And cumad at samod in Estmere. llfing eastan
*- 14
210 aSurfftan^ 9leirebeci€l^t über 9>(ettfren.
<3(^en!en mir biefem SS^eiU ber fSt^^ttibun^ bei Ean^
teS an ber Sßetcf^fel unb bem Slbtng einige Xu^erffanu
feit fo treffen n>ir l^ier auf bte überrafc^enbfie SSeife wies
ber auf ba^ alU Sßibenlanb, bie frul^iere «^eimat ber SiU
ben^ ber. @i>t^m, ber S3ibtt>arier/ nodS) }u SBuIfpanö Seiten
SBittanb genannt, wie »ir biefed 9{amenS anäf no4^ in
ben folgenben Sa^yrl^unberten ermahnt ftnben 0- ^i^ SSeic^
fei bilbete and) je^t nod(), n>ie in ber alten Seit ber Sibtr
barier, bie ©rdnje gn>tfdS)en bem @(ät)ens ober SBenben^
lanbe unb bem Sßiblanbe. 2>iefe6 le^tere jog ft^ na4^
ber ®egenb ber Qftm, ber TLtftUt, f)in '). 2)en Stamen
ber SBiben atö ben eine^ SSoIfed fennt SBuIfjian f4K>n ntc^t
melier. S^m Reifen alle fi3ei90^ner biefpeitd ber SBeic(^fe(
Sfien; ober man mu^U annelfimen, bafi er but^ ben SRa^
men SBitlanb ebenfo juglei^^ and) bed SanbeS S6me1)ntr be^
teic^nete, wie biefeS burcf^ tie 9lamen Sßenbenlanb unb @ft:
lanb gefd^a^. SBie meit ftct) aber biefed äSittanb na^ iRorb^
efktn txfixeät 1)ahe, ftnben »ir nietet angebeutet, t>ieQei4^t
weit ci SEßulfjfan felbfl ni6)t ganj genau wupte, ba er in
bie norb6ftlidiien ©egenben 9)reuffend ni(^t Ifiinauf ^efom::
of Easlande. And Wisle sudan of Winod lande. And tbonne
benimd Wisle Ufing hire naman, and liged of thaem mere Test
and nord on sae, fordy hit man haet Wislamud. — ^eine Zb*
»ei(^unden in ber UebecTe^und Mefet stelle oon ber iDabtmannS
»erben ftcb aus tem Slacbfoldenben ergeben.
1) JJpha^en 1. c. p. 591. SSei Spulfilan »irb eS Wi/land ge^
fd^neben; fpdter flnben wir Wi/^and.
2) jDablmann überfedt hit SBorte: tliaet Witland belimped to
Estum» burcb: f,ha^ SSttlanb gebart ben @f!en.'' 2)te alte £a*
teinifibe Ueberfetung ^ah fte ebenfaUS bur^: „Witland vero per-
ünet ad £sto3. 34 dlaube, baf haA €ftamm»ort bed SBorteS
bellmped taS Sßort to lean ober to line ifl, »elcbed tem ^rie^tftben '
kXfl/ctv entfpnibt unb //anliegen, lebnen, fub neigen,'' %t\iviXxif fo baf
alfo belimped ni<bt ben IBefl^ ober bod Sugebbren, fonbern bie fS&ify,
tung fetner 8age bejeicbnet. — Uebrigend iß W (Snbigung be« S^amenS
Estum in bie 6ilbe um in jener ^iVt nicbt ungettbbnltcb , mie benn
•ßebab^ in hvca |)erip{ud au^ Haetbum beifet; «gl. SSeirpiele in £)tti
$en'< Untecfucbungen über bie acitertbömer @(ble<wigs €$. 40 — 4L
?E8ulfflan« 0tetfebei:id[>t Aber ^ceuffe«. 211
mm }tt fe^n fci^eint, t)ienet(^t au^ weil iit ®r(Sn)e föfxoet
)tt Bejttmtnen roax, ba bte ^en ober Xeflter unb bie SBis *
ben ^(^ t)enntf^t Ratten, bie ©rittjen t>en9omn burc^ ein«
anbet liefen, @flen fäblicl) |)erunter unb SBtb(2nber n5tb!?
[id^ (in am Sxi\ä)m «^afe btd an bie fubltcf^e Jtäfte @atns
lanbl n)olE^nten> »o nacf)ma(S Sßiblanb bei ber fpdtem £)rs
benSbutg 8o(l[)ftabt enbigte ^),
• 3)ic SBeici^fel ergießt ftdj) nac|) SBuIfpanö Äerid(>t in
ha 6|{enmeer. S>a$ biefeö ber alte 9lame bed $rif(^en
"^ttlfe« fep, leuc^^tet Har ein. @§ ifl ber erjle beutfc^e SHame,
unter welkem n>ir e§ erwähnt ftnben. SBort einer Sl^eilnng
be6 ffieid^fel s @tromed in mei)xe TCxme ft^efnt Sßulfflan
feine Jtunbe gu ^aben; n)enigjien§ erwähnt er n)eber beft
»eftlic^en Zxxne^, ber na^ S^anjig ge]()t ttnb bei bem fp^s
teren Seic^fetntfinbe in bie @ee fällt, nocf) audS^ ber 92Dgat
unter biefem Slamen ^). 2Cu|ier ber SSBeidS^fel nennt SBulfi
^n r>on ?)rcufr^n6 gluffen nut noc^ ben Slftng ober ben
eibins im iOften t)on ber SBeic^fel au^ '). 3)ie IBreite
1) S^r bürfen ben fpäter oorfornmenben Spanien Sßitblanbd toobi
Bt^tjur 9{onn feines fcö^^ern Umfanged nebmen, »te Sorfier in f.
84d|i4te ber antbecfun^en unb (^cbiffabct; ®. 97 t^nt, inbem et
tlBütanb tttti; aUetn in ®amlanb fuibet, ipeit ed bort nodb ivoci Urtun»
n aas fl>dteren Sa^cbunberten nennen, ^aber ift au(b feine Ueber'
4^9 ber SQSorte : and hio to lid Witland and Weonodland bur<b
nxath nabe ba^u liegt SSittonb unb SSSenoblanb" weber tiä}tiq, nocb
Vit feiner fißtetnung ju vereinigen.
2) Sßuiffton bat bie Zt^lüHQ M ©tromeS, wenfgfhnd in feinem
^4te, nur unbeacbtet getaffen; benn bed breifatben XBet4)r^s2Cnnej
^'Q^Rt ftbon Jornand. c 3. unb 3. unb im sebnten Sabrbunbert
ttixb aud) im Seben be« b* ^alberts gefaxt« baf biefer ju 0(bi1fe auf
Nr Sei(bfcl na(b ^ansig gefabren fep. Sgl. Upha^en p. 591.
S) 2He 9Borte: Donne cymed Ilfing eastan in Estmere , of tfaam
''Kre die Truso standet in stade. And cumad at samod in Est-
nere« Ilfing eastan of Eastlande, and VVisle sudan of Winod-
^<ie» bat jDabIm an n fo Aberfe|t: „jDerStftng ((SIbing) lAuft von
^Un in ba0 d^nmeer von ber '®ee ber, an betfen (SejlabeSntfo
I4t; Ite ^xatn beibe gemeinfam ind (Sftenmeer aud/ 3(ftng aud
^K(R von (Sfttanb unb bie Sßei^fel aud Gäben vom IBettbeniaobe«'«
14*
212 ©utfftan^ »«ff«fr'ett<l(>t 4bec 9>tettffe«.
U» 8r{f4>en ^affe« »op fünf je^n CngKfü&en obet brei »cut*
' f<|^en SXteiten ifi im ®an)en bie nimli^t , bte eS an
mmäfen Orten ju unfercr $elt no* ^at *)• SB^«« K*o*
biefe Stette an t)telen iDrten )e|t aud^ weit geringer
ifi unb etwa nur {wei SReilen beträgt^ fo Ifiat biefel UU
ne^KoegS feinen ®runb in ber oon mand^ien ©elei^rten be?
I^n^teten Zbna^mt ber äBajTermafTe ber iOflfee ')/ fonbem
b{{ «^aupturfad^ie liegt ofenbar barin^ 'baß bad <^ajf fidt^ in
feiner ifKid^en ^CuSbelt^nung, tote anbenoirtd ermiefen wtrb^
wirfli(^ t)erl2ngert f)at ttnb bagegcn an mand^en £)rten
bttrd^ Xnfe^ung neuen S3Dben9 mtf)t Sanb gewonnen unb
fona(|> in ber SM bie ^Breite be« *^affeS benringert wor^
ben ift.
@obalb nun aber nacf^ SBuIfflan^ fi3emer!ung bie
©eid&fel unb ber (Slbing im grifc^en ^affe |t(^ t>ere{nigten,
benal^m iene bem le^teren feinen SRamen unb fte jloffen
^,ttorb»ejhoÄrtö" in bie See, wol&er ber SRame SBeid^feU
m&nbe entftanben. @o befrembenb biefer Seric^^t beim er^
flen UeberMidfe immer auc|> few mag, fo erleic<>tert ber
giame SBei(|^fe(münbe bod^ be9 StitS)fM Sifung. aSenn ber
SDiefe VUhetf^txnQ aber fdmmt mit ber öctltc^en aScft^afen^t bH be*
r<bnebenen ©egenflanbe« fn fetner Sßeife dberein. ^af SG^Ifjlttn fi4
geirtt ober bie Sage bec jOEngc äber^upt nic^t re(bt gefannt babe, fami
tun fo toeniger angenommen werben^ ba er bte Sage von Srufo fo ge«
nau besdd^net nnb cäfo offenbar autb ben retbten Sauf M 3q!ng«
(annte. ^teTet; fann nun aber au0 SocaC^UrTacien nfema» t>on Ofen
^ ge!ommen fepn, am tDentgjien ,,oon ber ®ee ^tt," toit iDa^ann
fibcrTelt (Sd ift fein Smetfel, baf er f^on bama» feine aHc^tnng von
eüben na4 9lorben, alfo gegen bte ®ee If^in (Kitte. SBenn bemnac^
bte SEBorte ber Oiad^t nid^t wiberfpretben ToOen, fo muf eastan nnr bfe
dfUic^e Sage hei (Slbtngd gegen bte wefUtc^e Gei(^fe( bebenten nnb bte
Sßorte: Ilfing «asian of Easlande andWisle sudan of Winodlande
^^ banu : ber C^lbing gebt (lUtd^ von ober att< htm 'Qftlanbt nnb
bie XBetd^fet oom @üben ^ att« bem IBenbenlanbe ober ani bem
fHbttd^n aSenbenlanbe in bat (Sftenmeer.
1) 9) i fand! i Semerlnngen Aber bie Oftfee 6. 46.
2) XSorfiber bad ©rünMit^fte in i». «ßoffi ®efd^i<bte ber natkO»
(^tt Cerdttbeeungen ber CEcboberflA^e Ir Z^,
Sttifftatt« Sttifthtxi^t Aber ^teuffem 213
9bime beS ShifTe« eibtng na(|^ feiner Seremigung mit bet
SBei<^feI {tc|f berlor ttnb baS ®eY9Jffet jened ^uffeS nun
aß eeio^fTet ber Sßet4»fel 6ei Sei^felmünbe in bte ®ee
munUte, fo mu^ biefeS Sßetdl^relmänbe ofenbar bie tiuts
ti&ntung aui bem «^affe in bte offene @ee fe^n^ bie toit
jett ba6 Sief tu nennen )>flesen 0- *&ier aber er^bt ^^
mm bie ffrage : SBo n>ar )u Sultane ^tit btefe SRänbung
ber Sei<^fetn|>ber baS fogenannte Stef? (S8 i{l belannt,
ba^ biefe Xudmänbung be8 «^affe« im Saufe ber Seiten
«ietfadb gewe^ffelt 1)at 2)a« iltefle Sief, fo biel un6 bie
9tiöfi6^U barAber Ul)tt, ftnben wir na^t an Samlonb«
SBe^tikfte/ bei ber nachmaligen £)rbendburg Socf^fidbt 3u
m\^ Seit biefed Sief entftanben tf(, mi^ bie ®tW^tt
ni((t }U fagen, Unb felbfl bie 9ladl^ri4it t>on feiner SSemid^«
tung bur^ brei ungen?&^n(t(^e @tärme l&^t ftdS) auf feine
Seife ganj ftc^er oerb&rgen ^). Siefee Sief ii\>o^ fann
SBuIfßan ata meieren ©rauben burc^^auS nit^t gemeint IJKiff
ben; benn }um erjlen ii^t er ba6 SEBenbenlanb fld^ bid ge^
gen Seic(^feImAnbe ^in erfhreclen. S6\i in bie 9l^e bon
Samlanb aber auf ber 9lel()ring ^n bcfanben fl^ in biefer
Seit fic|^erli4^ feine @(aben/ we(4»e SBenben l^atten genannt
»ctben f&nuen. 3um {weiten I&^t SBulfßan bie b^iben
S&ffe^ nai^bem fte fic^ vereinigt/ „xoeftliö^ unb nirbliil^/'
loie er ft(^ autbrücft, loom «^affe in bie @ee fhr&men. S>iu
1) jDaf SBulfßan buc4 bie SBorte: and liged of thaem mere
vest and nord on sae, bell 2Cuipuf bfC Sßrtcbr<?l aui Um «^Off ober
ai< bem eftenmeere in bie offene ®ee be^eicbnett wollte, ifi nad^ bem
^aä^thtau^ tocl^l gan} fiat, benn bad Sßort Sae gebraust audb
Ottec immer von ber Oftfn, fo p. 108. lOg. 112. 115. Mere bagegen
ili bei SSulffIttti immer baS *&aff.
2) CN bembt biefe 9(a(^ri4t «^enneberger« ^reafT. 8anbtaf* e,
264 auf ben ^^49 ttnf{(berett ^Cngaben oon Sßälfelt^ (Sbronif nab
6imon (Brunau'«, bie für biefe &a^t gar fein (Bttüiö^t baben. (SU
aige feien biefeS (Sreignif in« Sabr 1311, anbere in baS Sobr 1595.
äeitgcttdflffcbc Vnnalen nnb Gbroniflitt, mie Dusburg mib 3obanttel
9on ber |)ttfi(ie ((inbenblatt) enb^nen in btefen Sabren biefelfSr
gani Vvrafien fo mistigen Umftanbe« mit feiner €titbe.
214 ' ^utftiand Stetrebetid^'t &ber ^reuTf ett.
feS aber toiberfpri(|it burd^ue gang ber &flltd^en Sage bti
unt befannten iltejien Siefed bei Soc^fldbt^); oielmebr loek
fen und bte SSorte bed Stetfebef^retberS gang ofenbar auf
eine weftlid^t Sage feinet SBeicbfelmunbe bin. 3um brttten
batf wobi ficb^t angenommen tverbeu/ baf Sßulfftan ft(^ in
feinet Angabe nicbt imte unb baf er bie Sage' be$ bama::
ligen ZitUi ober feinet SBeicbfelmänbe ganj genau lannte.
Ott tanntt, wie aM feinem ganjen 93eri(bte b^^orleucbtet,
bie wefHicbe ®egenb 9>teufren§ unb namentli(b aucb ben
wefKid^en Xf^eil bei «^afed roeit genauer; ald bie 6{ili(^en
©egenben, bie er n^obl f(bwerli(b au(b gefeben b^^tte, benn.
fonji b^tte er ben ¥regeU@trom gen>tf eber^ atöben min$
ber bebeutenben ^(uf Slbing nennen muffen. 9lad^ bem
ipanbettorte Srufo^ wo er n)abtf(^einlt(b n^ar, f)atte er ju
&dfifft nur burd^ bie (Einfabrt in äBeid|^fe(miinbe gelangen
f&nnen. 6r l^atte alfo feine 9la(bti<bt über Sßei^^felmänbe
xoo1)l feinedn^egd burc^ «^ftrenfageU/ fonbem er gab fte ali
Xugengeuge. 2>iefed aOed bere(btiget und nun }u bem
@(bluffi{, baf biefed SBeicbfelmAnbe ober baft Sief }u Siulfs
itani Seiten im wefKicben Sbeite bed Srifcben «j^afeö ge?
fücbt werben muffe. Sßo ed aber bamaie gewefen fepn mag,
ob dem ®tdbtcben S^oIIemit gegenüber, n>o auf ber 9lebrtng
Vit ber £)tt Aabiberg, bie. 9}ebring giemlicb fcbmal ifl unb
bebeutenbe ®anbb&b^n neben fiarfen äSertiefüngen befinb«
Ii(b finb, bie aHerbingd bort auf grof e SSerdnberungen bin^
jubeuten fd^einen ""), ober @(bing gegenüber ober t^ieOeicbt
1) Vtijune^meii/ baf im ^tiqinalsZextt ofeUei^t ftatt „vest and
nord geftanben ifaht eastan nord, bafär fehlten unö aOe fßemtife.
2} Xuf einem im ge^imen TCt^ioe au ^dnigöberg a\x9>tmfycttn,
genau gegeicbneten Slif dbec bte ^te^ring unb bo< 8nT4e >&a{f auö ber
mtte tu 17ten Sabr^unbertd tfi bei htm ^täbtä^n Zolttmit gegen»
über eine eben folcbe S^ectiefung in bec 9{ebring beiQerHicb gema<|f/
n>ie bei bem dltefien JSief bei So^fldbt, um aniujeigen, baf bort etm
mal bdi Stef gnoefen fepn fönne. jOie boctige @egettb ifl bann auf
meine Seranlaffung buccb tinen in ber Serratniunbe bewanberten SRü
(itdr genauer untnfud^t movben unb feine aXeinung gebt ebenfalU bas
bin , baf bort ein altti Zief geiocfen fei^n m&ffe.
Sulfjian« Sleifeberid^t Aber ^^euffen. 215
n^ miUt VHfüi^ itnb nÜfet bc m einlbiffe ber 9logat
ynb M SBeicf^feforme« in bcrt ipaf, btef iji bei bem g&nts
S4ien Scf^wetgen aOet alten gefc^tc^itltd^n ilueKen unb bei
bcr grof en SSetJnbentng^ to^ldftt bte 9te|^vtng fcl[iDn t>on ißa::
tot ttnb biiT(& t^ve Sage }wtfd[^en ben @tunnen unb ben
gnoalHgen Araften jweier ©ewiffer untemorfen ift^ bunt^*
dvS nic^t me^r ju etforfdl^en ^
eon großer SBtc^tigfett tfl ferner m SSul^ani ^ts
nift bte (Snvd^nung be9 «^anbeUorted SErufo am ©erlabe
M 6ilenmeere6 ""). ;Diefed Srufo war baS 3tel bon SBuIf«
foni @eefa|irt/ weld^ied er t>on pit^utn — «^ebab^ — aut
Zag nnb 9tac(^t fege(nb in fteben Sagen erreicht l^atte. üi
tji ^i<6ft t9al^rf(|^emli4)^ baß biefed 3te( feiner ®eefal^rt bem
Stt(f|^an/ »enigftenö bem 92amen na(|i/ fc(ion tH>r feiner
Sa^rt (efannt war. (So fann bemna4^ biefed 2;rufo an^
too(( fc^koerltd^ etwaf anbereö, als ein «^anbeldort unb ein
&tapt\pUi1i fär frembe Aaufleute unb @eefal(irer gewefen
fe$n^). iOer !Draufen:s(3ee/ weldj^en man früher zuweilen
darunter eno&l^nt gefunben ^at; war eö fic^erUc^i nxift; toaxs
om ^tte biefer gerabe unb nxdft lieber bad weit gr&fere
SetDifTer bed Srifd[ien ^ajfe« SEBuIfflane {Reife ^Biel fepn
folen? Srufo war alfo ofenbar ein -£)rt/ bon welchem ber
1) IDte S^ad^e iti/ t9te bte Sßorte SBSulffiaRd vor nn< tit^en, ni^t.
nf^Mnc gii britt9fn. Vu<^ menn angrnommen wücbe, Sßulfßani
&mMcImftiib€ f€9 bei Jtabtberg geweren , paffen bie SBocte nt(bt denau,
ktoL nVest<< ober wefUicb ifi btefe« i>on feinem bei; beiben giftffe. SBeicb*
ftbBkbc bei 2>anaid anaunebmen, gebt nocb weniger an, benft SSulfftan
^4net bur<!b bie SSßorte : Wisle lidut of VVeonodlaud and lid in
E^ere, ganj Rar ben in baö grircbe «^aff gebenben XBeicbretorm unb
Bit i(m Üfiag cumad at saraod in Eatmere^ alfO beibe l^ereinigen
4» 9flüAf)er im gfrifcben >&affe.
2) Qie Sßorte: of thac^m mere the Truso standeth in «lade (6m
M »obl [(bmerticb anberd Derflanben werben.
3) ^Darauf beutet tpobi aucb f^on ba& SBort im ®tnne be< Qtn^
%ii to stand ^in. £)effelben SBorted bebient ji(b au(b Otber, um
^ ^fle bed «^afenortei «^aet^um anjudeben; e^ b<^ift p. 116: Se (u
e. die port, Üie mon haet aet Haedum) «/^n/ betxnh Winedum
aad Scaxum eU*.
216 SBulffian« Sleifeberid)t ihzt ^t^euffen.
i&raufen:s@ee erfl feinen Flamen erhielt; unt) xoafjjtS^inf
Ud^ ba gelegen^ wo bie ei^le ©runbung 6(bingd gef^ai) ^).
Sdr ben «^anbel aber, bet in jener 3cit t>on t>erf4iie«
benen Sinbern l()er mit 9)reuffen§ fi3en>ol&nem betrieben
warb/ war ein fotc^er ©tapelpla^ auc^ burd^auS not^men^
big. (Sd ifi gewi^, baf um bie Seit bed ^aifer^ iDtto be«
@rjfen , alfo gegen breif ig 3al(ire nac^ ^tlfreb beS ®roßen
•S^ob/ ein nic^t unbebeutenber «^anbetöt>erfe()r jwifd^en 9^u^
fen unb @dt)weben befianb. Sn ©Sweben war ^irca obct
@igtuna/ unfern t>on bem beräumten ^eiligen Stempel }u
U))fala ber ret^befuc^te ^anU^ott, wo ftdi^ bie ®^iffe ber
SZormannen^ S>änen/ @(at>en unb anberer norbtf(|)er 9ihU
Ux, aber and) bie ber ©aml^nber au6 |)reu{fen jum Um--
. taufc^e ber »^anbetewaaren ber loerfcfeiebenen S^nber infm-
menfanben unb ein fe^r lebenbiger SSerfeJ^r bejlanb *). J)ie
1) göc einen ®topelpla| ober ^afen na^m eß aviä) fcfton Z««^^-
AffcAc I. c. p. 120 not h., wo er fogt: Fuil ea sine dubio portui
sive secur^ navium statio et quasi emporium quoddam, a merca-
toribus et nautis propter electriim aliasque raerces adducendas an^
tiquitus Tisitalum ac situm eodem circiter loco , quo postea £U>iiiga
ciyitas scculo XIIl fundata est. «^temit flimmen duö) 2^^unmaQn
Unterrud^. übet einige norb. fßblUv (2. 50 unb Sor|!er a, a. £). @.
96 öberein.
2) Adam, Bremens^, histor. cccies. c. 48 fagt aber btefen Cfk^ens
ftanb: Birca est oppidum Gothorum, in medio Sv^oniae positunii
non longe ab eo teniplo , quod celeberrimum Sueones babent m
cultu Deorum Ubsola dicto. In quo loco sin'us quidam eius ire^
quod Balticum vel Barbarum dicitur, in boream vcrgens, portom
facit barbaris .gentibus , quae boc mare diffusi babitant, optabileni;
sed valdc plericulosum incautis et iguaris eiusmodi locorum* Au
quam stationeni, quae tutissima est, in maritimis Sreoniac regiooi'
bus solent Danorum, Nordmannorum , Slavorum atque Sembonan
naves, alüsque Scytfaiae populi pro diversis commerciorum neces-
sitatibus solenniter convenire. S. Anscbarii Tita per Rembert ap>
Langebeck T. L p. 459. Chron. Slavor. ap. Leibniu T. IL p. 744.
(Sine fe^r DoOflänbide 9la4ri(^t über SBtrca gtebt bie %mx^n ^
Langebeck T. I. p. 445. »gl. auc^ Bayer opusc. p. 433* Stf4«<
^cfd^ic^te beö beutr^en «^anbeld ». I. e. 214. 2(nberfon W0f^
bf« ^nbeW ö. I. 0. 393 — 394. 47».
»ulfjlQtt« 9leffebecid?t über ^reuff'en. 217
Sefc^i^^te fptt^^t ferner aud^ t>on einer fe^r regen ^anitttf
mbtnbung )wifd^en ^reuffen unb SuUn, btefem alUn,
weitber&^mten ^tapelplaii ber @(at>if(li^en ^äjfe^ ber an
Sletcf^tt^um in jener Seit unter b^n norbifcf^en «^anbelSorten
M^t wenige feineS ®(eic|^en fanb. Son tl^m auS ging bie
Mebte «^anbeKftra^e ^unic^ji naä) £)emmtn an ber $eene
unb Don ^a fegelte man na^ |)reujTen^ natnentliö) audi^an
bie SSernfleinfujie (SamtanbS ')• ^^ne äweifel ging auf
btefer ^anbetöfhafe bamald borjitglid^ ber S3emf(ein nac^
2>eutr(^{anb/ ber bort in grofer SRafe }u Itrcbli(i()em SSer^
brauche t>ettoanbt warb^ benn biefer Umftanb ^ab im ^iU
telaltet bem fiSemftetnl()anbeI eine ungemeine Sebenbigfeit.
Qlttfetbem wiffen n>tr bejlimmt/ bafi a\x6) jwifcben ^reuffen
ttnb jenem wichtigen «^afen «^ebabp in @^te8mig, t>on n>o
an$ Suffflan eben ^reuffen befucbte^ eine rege «^anbetöge^
meinfc^aft ®tatt fanb. Stembert/ ber bad Seben- bed beili?
gen 2Cnf(ibariu$/ beß befannten norbifcben 2Cpofletö/ befc^rieb^
traf bort Jtaufleute aud aQen AAfienlanben ber £)flfee/ ^ou
weget/ Schweben/ Sluffen/ ©lauen u. f. w. unb ben «^afen
fob er angefudt mit ©cbiffen aller norbifdE^en SS&lfer^ bie
mit ^aufgätem belaben bort gelanbet n>aren '). S3efonber9
mat t>on bort aud ber «^anbel mit (Snglanb febr (ebenbig^
woburdb be6 iRorbend (Srjeugniffe; atö $elin>erl/ S3ernftein,
Sifdbe unb bergt, aber Snglänb nac^ Sranireicb/ @]>anien
unb anberen »efHicben 8anbern gingen ')• 'Die ®efc^td^te be»
1) Adam. Bremens. hisL eccies. c. 66. Nobilissima ^ctvitas
Jnlinuni celeberrimam barbaris et Graecis, qni in circuitUy prae-
stat stationem. Est sane maxima omniuniy quas Europa claudit,
d%itatum, quam mcolunt Slavi cum aliis gentibus Graecis ac bar-
bans. Urbs illa mcrcibus omnium scptentrionalium nationum lo«
cnplcs, nibil non babet jucundi aut rari. Ab illa autem civitate
brcvi remigio ad urbem trabuntur'Deminem, quae sita est in ostio
Peanis fluvii, ubi et Rbuni babitant. n>i ad Semland provinciaio,
quam possident Pruzzi\ navigatur. Änbecfon a. a. £). 85. I.
C. 475.
2) Remhert. in vita S, Anscbarü c. 21. 29. Cf. Langebeck T.
I. p. 443. not r.
3) Cu(en a. a. O. &. 80 ff.
218 9Butfflan6 ateifebettdfft^bec 9>reuffen.
itu^tt aber auiix&dliH^ , bap aixd) iwifäftn «^ebabi^ unb
@am(anb eine «^anbeföDerbinbung @tatt fanb unb baf
@clS)iffe auö jenem ^afen au(lE> nad^ ber äSernjieinfujle fe«
gelten 0. Auf erbem ging and) übet 5)reuflen ein bcbcutem
ber £)urc^gang^^anbel au$ Quxopa'^ tveftUc^en Sanbern no^
Sluflanb unb DteIIetcl[)t aM ben norbifclieh 9tei4ien Sfan«
binaiofenS burdS) ^reuffen aixd) ncid) $o(en ^m. 6d I09 ja
mitten im Äujlurmege/ ber t>on ben norbifd^en ©ecfajrem
fo t>ielfa^ t^til^ jum @eeraube tl^eitö an^ für ben «^an^
bei befud^t würbe =). 3Cuf biefem 3wif(ben()anbel bun||
Stuftanb gelangten ^reuffenS @r}eugni{fe fogar bü naii
2(ften unb befonberS nadj^ Zxabien, wenn gleich im*
UlHft bleibt, ob xti^t bie 2(raber t^teOeid^t audi^ fc^on bo^
mali ben 93ernf}etn unmittelbar au§ 9>reuffen felbjl a^oU
ten ^). Sie «^au|)tgegenjf£nbe biefeft «^anbelS (toifdi^Q
1) )Dte gut; 2Cuffrdruna bed 3me(feS von Sßulfftang dtei^ nad^ |)rettfs
en fe^r toi^tiqt ^ttUe im Adam, Bremens, de situ Daniae c. 20H
tfi folgenbe : Hanc quondam rcgioncm Caesar Otto tributo subji>
ciens, in tres divisit Episcopatus, unum constitucns apud Sliaswig,
quae et Heithebu dicitur, quam brachium quoddam freti Barban al-
luit, quodSIiam vocant, unde et civitas noxnen trabit. £x quo portv
naves emitti solent in Slavaniam vel in Suedtam, vel ad Semland
et usqiie in Graeciam. AnndlUta Saxo ap. Eccard Coq>. histor.
' T. I. p. 282. jDaber sog ^ebab^ feinen ungemeinen Üt€iä)t^nm, fo baf
ba6 Cbron. Holsatiae ap. JVestphalen Monument, inedit T. lU.
p. 26 fagt: Sleswicensis civitas quae alio nomine Heddabu dida
fuit, illis diebus ditissima fuit. SSgl. Cu^en a. a. £). ®. 81.
2) SSgC. ^ä^lhitt gum Seeflor (S. 88 — 89.
3) Frähn gu Bbn-Fosilan u. f. ». ^. 79 faßt: „»ir wiffe»i
baf bie im 9?orben beö ^aSpifc^en unb ©d^toargen ^tM bAufcDbra
$ß$t!er, ntd^t blof gum ZJt^il mit ben ® necken , fonbern au(b mit b«
Erobern, nacbbem ijjre SKacbt jicb über ^erfien unb bie benad^barten
|)cot>ingen »erbreitet \^attt, in monniäfoltigen IBerubrungcn unb in «*
nem tebfiaften »^onbelööerfe^c flanbcn. ©ben fo !ann e« eeinem 3»«*
fei mebr unterworfen fe^n, baf eö t\n^ 3eit gob, wo eine ©traf« SKor-
genidnbifcber «&anbeW s (Karawanen »om Äa«pif<ben SReere an burcb S««!-'
lanb nad^ ben ©tapetpldftcn ber Oflfec fftjrte unb bi« ju 2Cnfan0 W
- Uten Sabr^. beftanb." Unter ben ?4nbern aber, b^ren ^anbeWßemein:
SBatfjlan« 9letfe6eti(^t aber ^reuTfen. 21^
Dfcttifen unb bcn enod^nten Eanbern nniren t>oriuglt(^ {oft«
bated ?>e{)toer(, rozlö^ei auf bte rei(^befu4)ten SR^rfte iDon
Sirfd/ Sutin unb .^ebabp gebracht toaxb, mo e§ fel()r ge«
f<^^t n>ar unb jum Umtaufc|)e für kooDene Kleiber btente^
bte man bort 9)albonen ober Salbonen nannte ^X ^u^er::
bem bot ferner auc^ um biefe 3ett no^ ber fi3emftein ein
eben fo meit gefudE)te6^ al$ l^oc^gefdi)dgte6 üßittel jum Um^s
tauf^K gegen anbere ©egenftdnbe bar^ benn n)enn biefeS
Srieugnif auä) ntcbt me^r^ toic m alter ä^it ju Stom, in
bem 9Raafe }u @(bmuct unb t>erfc^n)enberif<^em ®(an}e
Denoanbt lourbe^ fo gebrauc|)te man ed nodt) um fo reic^«
lic^Kt als 9laud^n>er(^ t>or}ugltc|^ mie fc|)on enpa^nt ift,
beim ®ottedbienj}e '). ^.bi}\t n>a^rf(|fetnlicl[^ maren aud^
bie manc^faltigen ©egenftanbe beö Aletberfc^mucteS/ bie
idfbn gearbeiteten 3Crmf))angen/ fSlinQC, «^aamabeln unb
voai fonft ald @4imu(fn>er{ in ben alten S3egrabnt{fen
|)reuf{end gefunben mirb/ burdE^ S£aufd()^anbel aui 3ulin^
^ebabp unb anbern totftli^m «^anbeföorten naü^ $reuffen
gefommen unb eö barf ni^t unbemerft bleiben^ ba|i t>ors
}üglt(^ bie ©egenb/ mo einfi ber «^anbetöort 2;rufo gele«
yn ^ben foQ, in btefer S3e)iel^ung ftc^ Dor aOen anbern
f^oft mit ben TCtaUtn f!4 <tud 2Ccat>ifc^en SO^üngen nad^toetfen (äffe,
nmnt Ut erwähnte ®^Ui)vU au^ 9)auffcn.
1) Adam. Bremens, de situ Dan. c 227 fa^t OOIt ben ^ceuffett
in Se^tebung auf bfefen «^anbel: Aumm et argentum pro minimo
dacunt, pellibus abuudant peregrinis «~ itaque pro lancis induraentis,
quae nos dicimus Paldones, illi ofTerunt tarn pretiosos martures.
C£ Helmold. Chron. Slavor. L. I. .c 1., tOO flatt Paldones — Fal-
dones ^^t «^üKmann beutf^e gftnan3s@ef^tc|)te M ^xtttloXtM
tMxt e. 84 Paldones burc^ 9)ob;6c{e b. %. Saltrdcte unb erwähnt,
bof fi^on früt^er bte aßenben folcb^ ben granfen aU Tribut ^dtten lies
fern mö|fen.
2) Bayer de numis Roman, in opusc. p. 432 — 433 meint, baf
bee «ernPrinbanbel je§t aufgebort l^aUn mfiffc, weil beffen feine Sr»
»ibnttn« 0ef<bebe. ÄHein ber ©cblup oom ©tiUf^weiflett ber »enigen
64riftfteaer bec norbifcben ©efcbi^te biefer 3eit auf ben ©tifi|lanb bei
Srrnfieittbanbrtö ifi offenbar )u »oreilig.
220 SBulfflaii« 9teifeberi<^t übet f)reuffei!.
auäjetd^ttct 0. 2)af ani), wie Uiauptet ift, 9lenf(^enl^iu
bei naö) ^reuffen betrieben werben fc9 unb baf bie ^teuf:
fen on bie @Iat>en unb Stuffen i^re @Rat>en Derfauft ^a^
ben, tfl »enigjlend nicbt fid?er gu erweifen *).
3u btefem gangen «^anbeldbetrtebe tbettö in f^reuffen
felbjl/ t^ettö nad[^ btefem Sanbe f)\n, f^eifö, t)on feilten itus
ften aud in anbere Sänber^ war nun o^ne 3n>eifel ein tbtn
fo(4)er «^anbetSort gum Xa\x\6) unb Umfa^ unb ein foli^er
Stapelplatz notl()wenbtg. wie t^n Schweben an fßitta, baS
@lat>enlanb an 3ulin, &^Mrt>ls an .^ebab^ u. f. w. ^t^
ten/ unb ein folc^er war ofenbar \>ai Don SBuIftian befu<(^te
a^rufo am f^ifc^en ^a^e, bem bamatö wabrfc^ein(i(f^ i^m
gegenüber beftnbli^en S93eicbfe(munbe ober Sief gerabe am
bequemfien gelegen'). S>aber bürfte wo(yI audi^ bie Se^
l^au))tung Statt ftnben, bafi Sßulfftan biefeft S^rufo t>or}ugs
tidl^ aud «^anbelSintereffen befu(|it b^^be unb bafI feine IBe^
rid()terjlattung aber bad Sanb unb beffen iBewobner ntcbt
eigentlich Swed ^ fonbern nur So(ge feiner {Reife gewefen
fep. Söb bamatö fc^on neben S^rufo au6) no(|i einige om
bere «^anbelSorte unb Stapelplilie an 9)reufrend Sti^m
ober in beffen ^if)e gebläßt l^aben, ift in früherer Seit
}war ^te unb ba bel(iauptet/ aber ntc^t ^eng erwtefen wor?
1} SBd^. ^teräber bie Zh^nhlun^ t)on Traufe ober bie 9ta^tafi
bungen ju SBefHi unb fStei€tatein bei (Slbing in ben SBettrdgen ivx
Äunbe 9)reufr. ». vn. ©, 72 ff.
2) Stf^er in f. ©efcbtcbte beö ^anbe» SB. I. 0. 191 fiellt btefe
Sebauptung auf. ZUein bie i)on tbm angefäbrien SBemet^flellen finb
ni6^t iMngHiä), benn Adam, Bremens, de situ Dan. c 224 fprt^t
nl^t, wie ^i\ä)n annimmt, oon |)reu{fcn, fonbern oon Q^l&nbrm
unb eomonofoff 6 alte SKuff. ®c\6^id)tt tfl fär btefe 3eit feine hetoä^ttt
ClueSe.
3) iDaf in ben novbifdjtn Öueffen , bei Adam. Bremens. , Hel-
mold.y in ben Script rer. Danicar. ap. Langebeck, faft immer nur
@amlanb ald bie ©egenb ^reuffend genannt wirb, nacbweCcber btn unb
oon wel(ber aud ber ^anbel gegangen fep, fann ntd^t befremben, fobaCb
man weif, baf Gamianb wegen het Skrnfteinö im ^Cuötanbe fcbon im
KUertbum immer ber befanntefle Zi^\i |)reu|fen< war unb M pars pro
t oio genannt würbe.
Knlf^ani 9letfei)cric^t über ^ceuffen. 221
tat. Wtafi M 2>aniig/ <&ela un\> ^u(m f&r foU^e £)rte
ongefe^ S>a^ ®anyg um tiefe Seit xooil fc^on atö
Stabt bellanb unb aud^i fc^on einigen «^anbel trieb, lann
nic^t beliritten n>erben; oQeia t>on feiner •^anbeK::SBic|^tig$
feit barf fcf^tverUc^ ie^t fj^on bie Siebe fepn ^). «^ela'ö ^in«
fKge SIut(ye unb lebenbiger ^anbeKbetrieb berubt auf eU
ner SRut^mafiung, bie gränblt(|^ wiberlegt ifl '). ^ulm enb?
(t<^ ift aOerbingö ein fel^r alter £)rt/ o^ne 3n>fife( n>o^l
Uter, atö bie Xnfunft bed beutf(t)en £)rben8 unb ma^rfdl^ein::
It^ um biefe 3eit fc^on bor^anben. Ueber feine ®rilnbung
aber, n>ie aber fein fru^ered «g)anbe(9leben weif bie ®e$
f(^i(!t)te biefer Seit hidS^td ju fagen unb nur unftc^ere SBer^
mut^ttugen ^aben aud) i^m fdj^on jje^t eine befonbere SBid[^
tiiteit jumeffen moQen ^). SCrufo bleibt alfo jiemlict^ fi6)ex
ber etnjtge iDrt^ oon melc^em au§ ber «^iinbel auf ber £)p
fee mit 9)reufren^ (SrjeugnifTen betrieben n)urbe unb ber
ittm SRtttelpuntte beft «^anbetö ber meftlic^en @Iat>enl^nber/
ber norbifd^en Steic^e^ SÄuflanbÖ unb t^^ieUeic^t au^ $o(en$
ütnte, wenn gleicf^ nunmel()r ba(b and) ^anjig unb &ulm
betbe an bem natärlid^en «^anbeföwege beS Sßeic^feU @tr0^
vM gelegen, mit in ben ^Betrieb bed «^anbe($ befonberS
nadl^ 9oIen If^in eingegriffen l^ben m&gen.
1) SU<(er a. a. £). €^. 195 gfebt htm ^anM Don ^anii^ au4
r4M fnr btere Seit eine (efontere SS3t<^dfett. ZUtin er folgt l^ierm
c&i|ig nnr Uphagen Parcrg. p. 398 — 402, ber freittc|| Im ®tante
BOT, fdr fem oXX»^ |>(eufren unb Tefn jDanaig bur^aud Wjt^ )u bemet«
Vbbu 21tt< bem ^eben be< (eit 2CbaIber» Idft ftc^ fein Sewetö für
Dositd« bebentenben «^anbcl fü^cn, Tonbern nuc bact^un, baf ^ansig
bomott r^on eine Gtabt war. CS. §}reuff. ®amm(. fl3. I. ®. 340 ff.
2) Uphagen Parerga p. 187 seq. glaubte gegen Langebeck T«
n. p. 113 — 114 ben)effen ju finnen, baf ba< in £)t(^ 9ertp(tt< fünf«
mal Mtfommenbe Sciringes-heal fein anberec Ort, aH <^fo fepn
Bnae «nb er fanb.Vn^nger fn biefer TCnna^me a* S^. @ommer, SBufs
ffatf, Sift^ tt. a. ^COein SDa^lmann a. a. £). @. 441 — 443 ^t
«hN fUirfle bewiefen, baf Sdringes.heal \>a^ SRormegif^e Skirings-
tal t^
3) Uphagen I. c. p. 313 — 318. Sir4et a. a. £). €^. 193.
222 9Sttlfflan« ateifebf ric^t fibec ^reuffen.
93ei btefer «^anbeföt^erbtnbung aber Um SBuIfjtan ffis
wrß a\xd) niä)t ^ani unbcfannt mit bed SSoÜeö ©itte^ ii-^
bmirveiU unb ©prad^e na^ $reuffen; benn n>ie man
<Sd)iffe auö 5)reuffen in JBIrfa fal^, fo fcjelten anbcrc jt*
ti^crli^ auä) nai} ^ciab'o, wo SBwIfjfan t>on S)reufftfd)en
®cefaf)Tern fc^on t)orl?cr Me n5tbis« Äwnbe «bet Solf unb
8anb eingesogen l()aben mt^c^tc *).
Sloc^em nun SBuIfPan in folc^er SBetfe be« Eonbe*
©cwaffer, fc weit er mit il)nen befannt war, unb bejfm
wid)ttgen «^ÄnbelSpIafe nac^ feiner Sage erroi^nt l^at, fa^rt
er in feiner JBefc^reibung in folgenber %tt weiter fort:
„2)a6 €f!Ianb ijl fe^r groß unb e6 liegen bort Diefe S5ur*
gen unb in jieglic^cr ISurg ift ein JE&nig. 2(u<^ ifl ba t)iel
*&onig unb gifcl[nJrci, unb ber Äonig unb bie rei#fn
SRanner trinfen 9)ferbemil(^^/ unb bie Unoermigenben unb
©flauen trinfen aWetf). di ifl t>M ©treit unter ümn.
S5ier wirb bei ben Sjlen nid|)t gebraut, ba bort SRet^l ge-
nug Dorl(^anben ip *). ''
%u(^ in biefem Zf)dlt feines 53ertd()te8 giebt un9 SB#
lian wieber manchen ^ic^ft wi^^tigen 2(uff<|)lufl über be^
ganbed iltejfe JBefdJ^affen^eit. ®em efttanbe ert^eilt er eine
febr grofle 2tu6bebnung. ®iefi fann fd^werlicft etwaö «n«
berö ^ei^en, atS baß baö SSolt weld[)e§ man ju äButfftanS
äett mit bem 92amen ber Sflen bejeicbnete, auf einem n^ti-
ten Sanbgebiete wobnte ober baß ber Sflen Partie {t(^ ^^^
i) Adam, Bremens, hist eccies. c 48 "^a^t dUJbrilcRt^/ M
nad^ fBfrfa in @4weben aud^ Semborum naves solent conrenire»
baf olfo f)cettffen auf ijren eigenen ©djiffpn ba^in ffgctten. 3« ben
beiben anbern emibnten 0teQen (^eift eö bagegcn nur €ui Semland mr
▼igatur; na res emiUi solent cui S.emland,
2) SDer Original sSSert ifl folgenber; Dact Eastland \s sride m/-
cel. And thaer bid svide manig burh and on aelcere byrig i>i"
Cyninge. And thaer bid svyde micel bunig and fiscad. Ana ^
Cjning and tba ricostan men drincad myran meolc. And tba uO'
spedigan and tba tbeovan drincad medo^ Der bid syide mycel g^*
tinn betveonan bim. And ne bid tbaer naenig ealo gebroten
mid Estum, ac tbaer bid medo genob.
aBulfjlan« ?ltuf^betid)t über ^reuffen. 223
mit \>etbxtiUt i)atte. Wim tvtrb alfo je^t ntd^t mel[)r an
ten geringen Umfang be& atten SBo^nftgefr ber 2(e{lier in
6amlanb benfen bürfcn. ©er Slame ber Sßiben unb ber
Stbi)>arter war um biefe Seit, wie e8 fci()eint, in ben ber
6^en übergegangen nnb wenn QUid) audS) ber 9lame be§
ffiiÖanbeS bie alt^ Erinnerung nod^ lebenbig erl)iclt, fo ^ic^
fen boc^ offenbar btefe§ ganbe§ IBewo^ner ebenfalls f^on
Cften; benn nur biefe »eftticben ßjten an ber SBeicfefel t?nb
am @(6ing lernte SBulffian am genaueften fennen unb t>on
i^nen üor aKen gilt bie @d?ilberung ber ©itten unb S3rau?
^e in feinem S3eric^te. SSon bort erf[re(fte ft^ nun baS
t>on ben (Sjien bewohnte Sanb aber ben größten Sl^ett Don
|>Teu1fen naä^ Offen, fo weit wir frölfjer SBol^nji^e ber ®o*
^en fanben unb im 9lorben lf)inauf lief eS in unbefttmm^
baren ©ranjen fort *).
Sn btefem ©jllanbe, erjil)lt ber norbifd^e Sieifenbe, be?
fwiben jtd^ triefe JBurgen ainb auf jeglicher JBurg *) ein
1) Adam. Bremens, de situ Dan. c. 224 tVCO^xA ebenfalls
Aiied @fi(anbe£ unb begetti^nft eö atd eine grofe 3nfel: „Pmeterea rc-
cHalum est nobis, alias plures Insulas in eodem ponto ^^%^^ qua-*
mm ana grandis Estland dicitur. 2(Uein Wt\t% C^fllanb tft Offenbar eilt
.9pxL\ anbereö, M baS SButffland. 2Cbam t)on ffiremen, ber gegen swet«
bnibeit 3a(»re fpdter fc^rieb, meint barunter bad n6rbn4)e @fUanb, tt)te
ft^en barauö ^eroorge^t, baß er ed fcgleidd nad^) ^urtanb erwähnt.
3m c 227 nnterfc^ibet er baoon au(^ auöbräcfltd^ bad il^m wo^l be«
bante ^mtanb, md^renb er feine S^ac^rtc^t Aber fein @fi(ilanb nur
bic(^ «^^renfagen ^atte — recitatum estnobis. ^aramfind $Bei^au|)«
tttBg ra feiner ®ef(^i(f)te bed Situf. meic^ed JB. I. e>. 215, bap @^(anb
bei ben €$fanbinat)iern in ber S^orjeit Ht ganje 5flli(^e ^Afle bed JBat«
19^ S)^eered, Don ber 9){änbung ber SSeid^fel bis jum ginnifc^en ^ttxt
bafes tnnfaft i)abe, tft wo^l fc^wertic^ in aller SSe^ie^ung x(^\x%.
2) SBamm Sorfter a. a.£). unb 2)al^(mann ba6 ^CngetfAd^ftfd^e
Sect barfa unb byri^burc^ ;,€itdbte/' äberfe^en, ift nicfft abaufe^n.
I 2)cr fateinif^e Ueberfe^er gab eö ebenfaUi unrid^tig bur<^ oppidum,
' maeoy unter biefem SBorte nac^ bem Latein beö fRittelalterd no<^ e^er
bec ri^ttge @tnn au finben fe^n xoA6fi.u Wa fc^on Langeheck T. I.
p* 445 bewiefen 1^t, \^ ba< VngelfS^tlfd^e burfa unb byrig gana ent»
liPtt^aib nnferem „ SBurg ".
224 SButfflan^ Stetfe^ecic^t &6ec ^ceuffen.
£6ntg. &tliW "^attt f)reufren bamalS totl^l eben fo menig,
al§ t)ie 9lac||barl2n^er $oIen/ Stu^Ianb/ @4^n)eben/ Jturianb
unt) Sieflanb. UeberaU aber mirb bagegen auc^ foUt^er
befejljgten ßrte ober S5urgen. ewi^nt, wie fte, Dreuffen
l^atte 0* 9It<^t nntoiö^ti^ iß bie Ueberetnfitmmung btefer
^aä)xid)t mit ber früher ernannten ®aqe, naö) loelcber jie«
ber bon 3Biben>ub$ @6bnen ftcb in feinem «^errfd)ergebiete
eiife S3urg erbaute / n>o er mobnte unb b^rrfiCbte. Einige
nennt SBuIfflan btefe SanbeSfurflen ober bie SttiU ein}e(ner
@ebiete ^reuffenö/ u>ie wir fte fröber aui ber @age fennen
(ernten; aber e6 tfl wabrfcbetnitdl)/ bafi er bie S3enennung
SteiU ni6)t fuglicb anbeK, aU \>\xxd) baS 2(ngelf2^ftf(|K
SBort //Äpninge" geben unb DerjlinblidS^ macben fonnte *).
9leben biefen fRdU ober Einigen bejetcbnet ferner
SBuIffian oucb einen gewiffen ftinbifcben Unterfcbteb unter
be6 ganbe^ SSewobnern^ berubenb nacb feinem naturgem^^
^en Urfprunge auf Sieicbtbum unb 2Crmutb/ auf Sretbett
unb ^ienftbarfett. Sie 9iei(ben waren bie SSornebmen %
biefelben, welcbe in anbem £luellen bie @b(en ober bet
Xbet beö ^olte^ genannt werben ^). jöurä) welchen 3ta^
men fte t>on bem übrigen Solfe unterf4){eben würben, ob
SBuIfflati« JBejeicbnung „bie Sleicbjlen — 9ticojtan" —
t'br wirni(!ber Slang r^Slame war, laft ftcb jwar nitbt Kar
bartbun; bodf^ ift baS le^tere febr wabrfc^einticb. ^Dagegen
1) Kadlubeck L. I. ep. 16. Boguphal ap. Sorrunersberg Script,
rer. Siles. T. II. p. 21 -^ 22. Leleppel hd Ossolinski^. 55S. —
.Searamrin ©efc^icbte M Sluff. dtei(^< IB. I. &. 52 — 56, &^lb:
ittti 9^or ®. 55. 126. ^tinitid) ber eette tn Gruber. On^n.
Livon. p.4. §.5. d(üf)9 ®ff(^. @(^»eten< fß, I. @. 62.
2) &tt€aö 2)aotb fß. I. CS. 138.
3) ff Da odre heah dungene meii/< toit fte gtetd) na4^ üon SSnlft
^n genannt metben.
4) ^yNobiles et potentes'' Dusburg- P. III. c. 133. y^Prutbesos
nobiles " ibid. „ Namiie quidam Nobilis de Pomesania ," c 140. Be-
lieb ow Nobilis de Pomesania'' c. 143. „Plures de NadroTia nri
potentes et Nobiles" c. 17a 181. 200. 202. 8uca£ jDaoib S3. I.
€J. 19. 45. 51. ,54, befonber* 139 unb öfter.
SEBnlfßan« Steift berid^t i6er ^reuffen. 225
tiKtecitegt €i (einem Bmifd, ba^ tiefe SSomel^meren eben '
io wenig 3tt»Hine. gießen, OS bie 8anbe6fÄrjlen ?)ane, benn
tiefe« ftnb äBejeid^nunflen, bie wir nur bei ternfTatoif^en
KiOem, nie aber in ben>i|)rten jÖuelTcn ber ©efc^ic^te
yreuffend ftnben, ohiUid) fte burd^ 9Ri^t>erf}(lnbntf[ ber ®e^
fc^id^tfc^reiber in ber lefetern lange eine möftiie SRoHe ge^
fpiett ^ben *). ©ie forgfamere gef^icf^tlic^e Sorf^ung fcnnt
jie in Dreuffen nicj^t unb wir bfirfen bater au^ Don bem,
»aS tiefe f)ane,3ni)ane unb »ie bie 3Rac?)t^aber bei ben
6Iat>if4Hm »6l(em fonfl noct l^eiflen mJgen, bei ben (Sias
tjen n>aren, bur^^auö (einen Schluß auf bie 8anbe§tcrren
ttttb ben Dornetmeren ©tanb in 9)reu jfen macten , ba tier
gewt^ ,in aOen Seiten ba« »ertiltniß ber SKadf^ttaber jum
»pr& ein gan) anbere« war, ate bei ben ©rat>en. Sn
9teuffen ^ttt fic^ offenbar bie Sage unb 9latur aller itin^
ge me^ au« bem ©ermanifct ^ ® ottifcf^en S3o((« :: Starafter
tetau^gcbiltet unt bie io:fyl ber SSometmeren bejtanb tier
f^nhax nur au« fol^^en, n^elc^en größerer 9letd^ttum an
Sanb6efi|(, an SSie^, an @(Iat)en unb bergleidi^en metr ^iu
tel an bie «^anb gab, fid^ toi(»e« Xnfeten bei bem SSoUe
mit Sinflufi unt ®mii^t bei ten 8ante«furjlen, ten S?ei(«,
)u enoerben '). tiefer Einfluß mod^^te tie legteren n>of)l
1) 2>a« fßoxt Pan ifl ^olntfd^ ober überhaupt ^avtfc^ ; ebenfo
Sinipan ober Zupan. 9tüT bei Gtaotf^en fSbltetn würben bie 2:$et(s
M^tner ber oberfien ^ad^t htttd) bte 9tamen Bojar, Wojwod, Knjas,
Päd, Shnpan, Karol ober Kral u. a. bcjcidjnet; f. Jtaramfin ©.
I. e. 61. 279. 2Cnton üben bte alten &ai^€n ®. 87 — 91. ©c^lis
|cr< 9te|bc €5. 33. 174. ISei ben 9)oIett ift bte «&eiTf(b'aft ber ^ani
nctttt; t Kadlubeck p. 32. Lelewel bei OssoJinski p. 479. 541.
Guiala cbenbaf. 6. 363. ,StriUer J. c. T. IL p. 395 — 396. Con-
tkuitin. Porph, de Admin. imp. 29 — 30. «^artfnod^ 2C. U. fft,
9Bntff.6. 239. |)rdtorlu< ®(taub.SB.I. 6. 820. «Mennig aum Su»
ca< 2>aötb B. I. ®. 139 beflritt f^ori bte 2(udbrdde^ |)an unb Supan.
2) 9(a4 Bttbeni (®ef<if»icbte be< beutfc^. fBolfeä 83. 1. €f. 719)
r4orfiittni0er OMamn^ bed Sßorteö Edelingus, AdaJingus «on Od,
Hb Auti ein Beft^ttum , niArbe attct ^ier ber Betriff 9on ©öten 9tet(6:
tfvm nnb VbeCt^tt anfbmmen fallen.
^- 15
226 . SBulfflan« 9tetfe6eti((»t ftiec^ceuffeii.
ifter au^ Uftimtntn, ^6) M SSeixat^ ttnb ber SStt^uIfe
ber Vornehmeren in fingen ^ toeläfe \>amaü Ui ianUt
Verwaltung betrafen^ }u bebtenen. (Sd finben fidf bo^r
au6) @puren/ bafi biefe Sornebmeren (uwetlen }U SSerfamnu
lungen berufen würben ^), unb felbfi bte im SBoKe noc^
fortlebenbe @age fpri(|it ^ie unb ba t>on ben £)rten, mo
unter großen ^ weitt)erin)etgten IBiumen fol(|ie ßerfamnu
lungen gehalten morben fepn foUen '). 3m Kriege btlbete
biefer Domebmere @tanb naturlicb ben Jtem ber itHegS«
macf^t unb mit ibm berietl^en {td(^ }ut>or n>o^t au^ bte
SleffS über bie 2trt ber gul[)rung »).
Unter biefen Steidt^eren unb Vornehmeren jianb nun
}un^c|)ji biejenige ^ajTe t>on 9Renf(|fenv bie (war ber %t^u
l)ut genofi/ aber in i()rem SSeftgt^um unb SSerm&gen be^
fc^r^ntt war. SBir burfen fte atö bie maliirfc^etnli(^ ^tffts
jabl wol^l fuglic^ t)a6 eigent[id(^e SSoIt beS Sanbed nemten ^).
3n tveld^en SSer^altniffen aber baS Volt um biefe deit ju
ben Sanbe^furllen unb }u ben Vomebmeren geftanben unb
ob bei allgemeinen S:anbeSangeIegenlSietten Verfammlungen
unb S3erat()ungen beffelben @tatt gefunben ^aben, wie fok
4^S bei ftammoerwanbten Vollem aOerbingd ber %äXl
war '}/ baruber ge^en unS bie genaueren ^a^ti^Un ginj«
1) 3. S3. tn ber auö ber Qfyconit hei fBifö^ofi (Sfydfäan entUbnten
eage bei ^iicai ^ar>ib 83. I. &. 44. 54. 57. 79.
2) ®ol4^e ^^agen ffnben 6tatt ober ben ttodft ieft oor^nbenen 0es
wattigen SBaum bei Stoman^gut iwifd^en «^etligenbeil unb Sranbenbutg;
femei bei 9)obunben im @am(anb, reo unter einer großen tinbe, ha
wo ieftt bte 9tttinen be< &d)loffci fie()en , roI<l)e S^erfammlungen ge^U
teti toorben fei^n foQen.
3) eircad SDaoib $B. I. 6. 19. 45.
4) 2Cbel unb fßoll unterfc^eibet au^ 8ucad)DaoibSB. L>6. 95
— 96. 139. 3m Scrtenfteinif^^n |)rit)i(egium ^ift ed e^enfaS^ : re-
ge«, nobües et comoiunis populus. Hewtknoch Dissert. de repukL
▼eter. Pruss. §. VI. |)rdtoriud ^aub. IB. II.
5) SBir finben (ie mie bei ben alten IDinen, fo bei ben Cd^vebes.
JBei ienen t^ie^en fte Thing, bei biefen Warph. Cf. Adam, Bremens,
de situ Dan. c. 229. Gu^m S3. L ®. 237. ftft^ ^3^ ®- ^*
«ulfifan« aUeifeberld^t Äb«r 9>teuffett. 227
Ü^ ab. Sn fri^eren Seiten toirb n<i(^ ber <Sage t>om
Jtriegifiirflen SSBibewub unb t>om ®tiwt bad ^^gefammte
SoS'^ me^rmatö t>ot bad ^eilige 9lomon>e sufammenberu:;
fen. 3(^t fonnten fol^e aSgemetne SSerfammlungen fc^toers
(u^ me^r ®tatt ftnben; e$ fd()etnt btelmel()r^ bafi in biefer
3ett nur ba« SSotf ber einjelnen Sanbfd^^aften balb 100m
iaabt^fuifttn, halb bom ©riroe jur ®eri^t$))ßege unb jur
Berat^ung über bk gemeinen ÄngetcgenllJeiten ber einjel« </ ^^^
nen (Saue jtiweilen jufommenberufen worben fep ^). '
2>ie niebrtgjle Älaffe ber JBewo^ner DreujfenS waren /
ja SaSulfpan« 3eit bie ©Kaben ober Änet^te »)• lieber i^r ^
6^idfal aber tptffen n>tr aud biefer Seit nod^ gar nichts.
3^r Sooft ^tte t^nen jum S^ei( n)ol()( ganjltc^e SSerar^
mttng, )um gr&^ten Steile iebo(I^ ol^ne Sn^eifel ber Arieg
iuge}0gen^ benn ed vvirb ai^rutflt^ berid^tet, bafi man
bei einfallen in feinblic^eft 89 oorjuglidS) auc|^ gro^e SRenr
Vfmtauftn in ®efangenfd?aft mit fortgeführt l^abe, wie
feb^ im JCriege gegen bie SRafooier namenüiä) immer
ber %aU roax '). 3(uf i^nen lag aber ol^ne 3tt)eifel ba§ ge^
meine Seben mit feiner ganzen @^n>ere unb mit aUen feu
nen SRu^en unb rajftofen 3(rbeiten.
Unter biefen t>ier ÜRenfc^en :? AlafTen bemerfte nun
Sttlf^an einen i^m fel^r aufaOenben Unterf4)ieb in StM^
Wt ber ©etrinfe. 9lur bie 8anbeöfurflen, bie SteiH unb
bie 9let(^flen tranfen 9)ferbemit(^ ^ bie niebrigeren unb in
meren Alajfen bagegen nur 9Ret](). -Qi tft fo aujfallenb,
oB ti fc^wiertg ift^ ben ®runb auf^uftubeu/ n>arum SSuIf^ »
1) Xnbeutungen , haf fol^e lanbf^aftlt^en fßtxfammlnnQen fjpäUv,
aU Vte Orbcndntter bfe ^reuffen befdegten, miüli^ btftanhen, ftnben
M bte imb ba M bem C^^roniflen 2)u<burg.
2) jDem SBorte TheoTan, womit XBuCfflan btefe ^(affc bejeic^riet,
f^cint büS C^dlfftbc down ,,niebrh3'' unb aii Sdtwort /^eipiipbddfn''
iom 9runbe {u liegen.
5) tttca« 2>aoib IB. L €$. 46. 95. )Do(( nennt bieTer ^rontfl
asrbvei Ctdnbe 0. 138. /,jDie J^unigd, bfe ^ubpanen unb bad ge«
wme SoO." (Kr Cennt olfp biefen Gtanb ber Jtnecbte nic^t.
15*
228 ^utfjiand flttWth^tid^t &6ec ^ceuffem
flan gerabe 6tefen 3ug ber @ttten beS SSoIM fo befonbet«
^ervot^ebt. @tanb er t>telletdi^t am meijien im SBtber^nu^
mit ber @iUe in feinem SSater(anbe? 2>a$ aufler bem
äBaffer auc^ SRef«/ SRilc^ unb befonbetS 9ferbemtl(|^ bo»
itrohf)nlid}t ®etr£nt ber f)reuffen tvar/ melben un9 aud^
anbete IBeridl^te ^). @tutenmiUE^ war ein uralte« @etriii(
ber S3ewo^ner biefeS SanbeS unb ei i^zint, baf {te mit
SBIut t>erfe|t unb baburd() in ®2^rung gebradSit würbe, oo«
burc^ bann bad ©etränf eine jlarf beraufc^nbe Araft er«
^ielt JBei ben ®ot^i\d)en SS&lIern war eS ^ot langer 3ett
im ©ebraucl^e unb fel^r beliebt ') unb eS mag baffer baS
SSolf in f)reufren biefe Vrt bed ©etr^nfed immer als ein
alteS/ t>aterl^nbird)ed betracl^tet l(iaben. Snbeffen tränt man
e9 wenigfiend in f)>2terer &dt nie el^er, al§ bi$ eine Tbt
t)on SSBeibe iiber baffelbe auSaefproc^ien war 0- UebrigenS
genoffen fte biefeS ©etrant, ^pinal wenn ®i^e i^nen htu
wol^nten ober wenn S^fte begangen würben, bU }U d&Hü
ger 3;runFenl()eit unb ciä)Uten ben ®a{i fdi)Ie(|it bewtrt|»et,
wenn er mit i^nen nx(^t gleicl^eö tl^at % 2>ie berauf(|^be
1) Adam, Bremens, de siUi Dan. c. 227. Dusburg P. DI.
c. 5. eucad 2)ai)ib S9. I. 0. 15. 150.
2) föet ^<iar/i. Bremens, c. 227 fte^^t tn becdteldec gel&ddeen Gtetle bie
alte ®c^0li£: Gothi a Romanis Getae vocantur, de quibu« Virgiliiu
(Geor^. HL 461) : ^
acerque Gelonus
Quum fugit in Khodopen, atque in deserta Geiarum
Et lac concretum cum sangiiine potat equino.
Unb beö toUben ®eloner<
SBann er jum SR^obope jiörmt unb auc @tnöbe ber ®eten
Unb geronnene SXitc^ aum 2!runC ft^ menget mit atof Mut
SSgr. IBof enö 3CnmerF. 6. 649. 2)er erwA^nte ®(ioltaft fS^
^injlt: Hoc usque hodle Gothi et Serabi (nadb anbem GemBi ober
8embi) faccre dicuntur, quos ex lacte jumentorum inebriari cer-
tum est. ^9l. baräber «& a r t f n o (^ 2C. unb 91. ^reuff. @. 196 — 197.
5) Dusburg P, IIL c. 5: Pro potu babent simplicem aquam,
et mellicratum scu medonera^ et lac equarum, quod lac guondtMm
non biberunt, nisi prius sanctificarentur.
4) Adnin* Bremens, I. c. Games etiam jumentornm pro cibo
Sttlfftan^ Ke.tfebertd^t über ^reuffen. 229
traft tiefes 0etrSnfe8 voat xoo^ o^ne 3n>etfel a\x<i) bei*
8ninb> mamm fein ®enuf nur ben SSorne^meren jugeflan^
bcn war; benn aHetbingS ftnben xoit and) bei anbern nod^
tingebtibeten SiSem bie @itte, taf nur bie SSoine^meren
fdf tem fftauf^e äberlaffen fonnten '). TCtö Solge folci()e§
üermiftsen ©enuffeS f&^rt SBuIfjlan an^ baf t)tel Streit
wob ttnfnebe unter i^nen l!^enfd(^e ^). äRigtger blieb ba$
jtmere Solf beim 9Retl^/ btefer fafi allgememen ©etrjnfart
M Kerbend, benn anö) bei $reuffen§ 9la(l()ban)6lfern xoax
^ SRefb t^on ie^er ein beliebtet ©etrant unb ifl e$ in
tnan^^en (Segenben nod) bis auf unfere Seit. 9Ran n)ufte
tbn bnrtb binittgefel^te Printer n)oI)lfclt)me(fenber unb be^
ratifdl^enb jn mad^en unb bann ()ief er 9>of fat(e6 '). £)a
gur Sifbereitung beö WteiUft^ •£)onig genug im Sanbe n^ar,
fo war, wie ti föfdnt, ber uralte ®ebrauc() beS fBiered,
beffen fcbon |)9tl^ead tvroil^nt, in Xbna^me gefommen ^).
jDa^ fot^^S bcm norbifd^en Sieifenben bei ber fonjügen 93es
liebtbeit biefe« ©etränfeS im Slorben*) befrembenb war,
)etget ber Umfianb an, ba^ er eS afö eine befonbere Sigcn^
{(umlicbfeit bon $reuffen§ 93ewo^nern bemerlte.
smuiukt, quoruni laciu vel cruore utuntur in poiu, ita ul iiiel>nai*i
dicaniur. Dusburg I. c. Non vldetur ipsis, quod hospites bcne
procaraTcrunty si non^usque ad ebrieialem sumpserunt potum
saimi. *
1) S0l. Sorflerd ®efc^tc^te ber @ntbec!. 0. 99.
2) SDte ÜSOcte: Der bid svide mycel geTinn belveonan him
Afmie^t ber tatcinirdbe Interpret: Multum vini est ctiam intcr eos
«nb Langebeck p. 121 gfebt ffc^ t)ie(e fDlü^e« aud fpdtereti SBetfpielen
in beoetfen, baf in Vreuffen tDtr!(t4 auc^ fSettr gebaut wotben fep.
f[ni<!^ofe Oele^rfamfeit! SSom SS^etnbau wav m loten Sa^r^unbert
tB yteuffen 0e&tf nod^ feine €fpur. Gcvhiu t{i o^ne 3n>eife( bad ^n*
9iSA4ftr<be Win etrett, 5tamf>f/ Jtrteg. @f. Sa^ftenfrügecg ^ngl.
Sirtfcbtt4 ». I. ©. 1202 unter Whinvard.
3) eitcoi SDaeib S. I. @. 57. möM ©efdE^ic^te ®(^meb. SB.
L e. 64. Jtaramfin 8. I. (S. 277.
4) )Do4 enoi^net Sßulfflan be€ SBiereö fpdter^tn relbfl nod^.
^ Kftb^ tt. a. b. DcUnos ober ^itt(auir(i(ie SSoIföIiebec von
«Jefa €fc 311 - 312.
230 SSulffiane 9tetrebcct<^t Aber ^tenffcn.
«hierauf fitfit SBulfflan in bed SSoIfe« ed^tlberung
alfo iveiter fort: //@$*i1i @{tte unter ben Sflen/ taf
tt>enn jemanb geftorben tj!/ er im «^aufe unverbrannt bei
feinen Serwanbten ttnb Sreunben einen, }utt>ei(en auc^
»0^)1 )n>ei SRonbe liegen bleibt ; unb ^war bie iUnige iinb
bie anbem loornelimeren 9)?dnner um fo Idnger/ je gr&f er
t^r 9!etd)t()um iß; {uweilen dauert ei ein l^IbeS Säfyc,
ba9 fie unt)erbrannt bleiben unb au^er ber @rbe in ifymn
•£>(lufern liegen/ unb in ber 3eit, baf bie itlift im «{Huis
fe liegt/ /oU ba Sprinten unb ®)>tel fepn biS )u bem Sage,
ba man |te Verbrennet 0-
S>ärauf an bemfelben SEage, an welc^^em fte ben 83er?
ftorbenen }um ^c^eiterl^aufen tragen wollen/ ba t^eilen fte
feine ^abe, fo t>iel bat)on na4^ bem S£rinfen unb JSpielea
noc^ übrig i% in fitnf ober fec^j, jun^eilen aud^ in meiere
S^iiU, je nad^bem bat>on noc^ übrig ift. «S^ierauf legt man
fie t)ertl6eilt au8/ ben grofiten S^^eil menigftenS eine 9leile *)
t>om «^ofe entfernt/ bann ben {weiten/ bann ben britten
Sl^eil/ bid a aUed auf bie SBeite einer ÜReile auSgetbeitt
tfi. S)o4^ ber geringfte SEl&eil muß am ndd^^ften an bem
•^ofe liegen/ wo ber tobte 9Rann beftnbli(^ i|i 0-
1) )Der C^vxQinal'-Zttt t|i folgenber: And thaer ij mid Estum
deav, tbonne tbaer bid man dead, tbaet he lid inne unforbaermcd
mid bis magum and freondum monad, gCTbilura Uegen. And tba
Cyningas and da odre bcab duugene men, sva micel lengc arä bi
mavan speda babbad, byilum bealf gear, tbaet bi beod unforbear-
ned. And licgad bufan eordan, on byra busum. And ealle tba
. bvile tbe tbaet lic bid inne, tbaer sceal beon gedrync and plega
od tbone daeg bi bine forbaemed.
2) & ift f^ier natürUc^ überall nur i^on (Sn^Ufd^eti SKetten tie
3) yyDonne tby ylcan daeg bi bine to thaem ade beran Tillad^
tbonne to doelad bi bis feob, tbaet tbaer to lafe, bid aefter tliaem
gedryncc and tbaem plegan, on fif odde syx liTilum on ma, fra
sva tbaes feos andefn bid. Alecgad bit tbonne for b^acga on anre
mile, tbone maertan dade fram tbaem tune, tbonne odeme, tbonne
tbacne tbriddaui otb tbc byt jsal aled bid on tbaere anre mile '
Sttlf^anl 8lfire6ert(l^t Aber yceurfen. 231
(Sobann ^x\<immAn ffd^ aQe biejentgen ^inmx, xocU
d^ bie rafd^eflen Stoffe im Sanbe ^abett/ wenigflend tnffinf
ober fec^S Steilen t>ott bet «^abe. Vlm f)>rengen fte aDe
«nf bie 4^be loS. ,2>er 9Rann, ber bad fcbneOfie 9tof bat/
tommt iu bem erften unb gr&fUen Steile/ unb fo einer
nAdf bem anbeni/ biS aQed genommen i|}. S>er aber er::
ffÜt ben geringfien XÜ^il, weld^er am n^(|^f(en }um «^ofe
mif ber «f^abe reitet 2>ann )ielS^ ieber feined SßegeS mit
feinet «^be ttnb barf aUed für fi(^ behalten. X)arum ftnb
te bie fc^^neOen f>ferbe and) ungen>5l!^nlt(b treuer 0-
SBenu nun alfo bad @ut aded jerftreut i% bann trjgt
man ben Sobten l(^inau< unb t>erbrennet mit i^m SBaffen
nnb JHeiber. WUi^entl)(itt aber n>ii^ aUe feine ^aU t^er^
fc^wenbet burc^ bat lange 2>arinliegen bed SEobten unb
bnn^ ba$, wa^ fte auf ben SBeg auflegen/ wonacb bie
Smnben reiten unb ed nebmen. & ift femer ®itte bei ben
Cften, ba$ bie (Sebeine eined ieben tobten üD?anned^ ani
wdi)€t ®egenb er auc^^ fe^^ t>erbrannt wetben mAffeU/ unb
oenn jemanb irgenb ein unt>erbrannteS ®ebein ffnbet, fo
mnfi man ti mit tttoai ©rofiem erbitten '). & ift bei ben
And sceaU beon st laesta dael nyhst thaem tune, tbe se deacU
oian on lid«
1) „Don^e «ceolan beon gesamnode eälle tba men^ tbe Bryf»
UMle hors babbad on tbaem lande , for hvaega on fif milum odde
oa jyx milum fram tbaem ^ feo. Donne aemad by ealle toTeard
tbacm feo. Tbonne cymed se man se tbaet sviAe bors bafad to
Üoem aerestan daele and to tbaem raaestan. And sva elc aefter
odnun , otb bit bid eall genumen. And le nimd tbone lacstan daeJ,
IC Bibsl tbaem tune tbaet feob geaemed. And tbonne rided aelc
kis Tegea. mid tba feo, and byt motan babban eall. And fortby
dacr bcod tba STiftan bors ungefoge dyre.
2) IDIe fBMti: bi bit jceolan miclura gebetan werben Ofrfd^teben
ttcife|t fbn (atemif((e Snterpret gfebe fte buri^: id grayiier Tindi-
«■t gorfter ftberfe|te f!e: &o erregt ei einen großen ^roift; IDa^l»
■aan bagegen: fo fod man H mit großem ({)pfrr) ffi()nen. 34 glaube
lir IBptaä^ am getreufleii au bleiben / wenn i^ e$ gebe: fo muf man
« Um imoerbrannte (Bebein) mit etmat 0rofem erbitten. To bet i$
232 9Bu(f{iattd gieifebertd^t &ber 9>rettfffn.
Sften an^ eine itunji/ ba$ fte t>er1iel^n, Jtilte ju brnb
!en unb barum liegen bie Siebten fo lange ba unb Dem«?
fen ntd^t/ ba fte eine foldjie ifi^Ite um fte betottfen. Unb
wenn man jmei @efdfe boU fiSter ober SBaffei; ^tnf(|t; fo
f6nnen fie eS ta^in bringen^ baf fte äbetfrieten/ ei fe;
@ommer ober SBintet 0-
@o tDett gel^t SBulffianft tnterefTanter Serid^t ibet feie
tl()m meifwfirbtg fcf^inenben ®itten unb IBtäu(^e be< Sok
(eS in (Sftlanb ober f)reufren. S>te Xrt ber Sobtenbe^attung
mufi i^m befonberS n>t4^ttg gefct^ienen ^aben, ba iieräber
feine 3laöfxxä)t fo fel^r inS <Sin}eIne gel(^t. Hu^ f&r un8 ijl
eS ein belef)renber unb lieOer Blid auf beö SoIfeS Sitte
unb Tili unb bei^alb no^ nm fo to{(|^tiger, ba anbere fpi^
tere Quellen l^ieriiber im @an)en mit fSnl^ani @(^ilbes
rung fo fel^r äbereinflimmen , nur baß im Ginjelnen {t4
man^^eS in f^aterer 3eit oer^nbert ^att^^ mooon n>ii f^ttt
nod(^ nj^er fpred^en werben ^). SSBir erfahren aber aui SMIff
jlanS Sßcxid^t, baß auc|^ bie 9>reuffen bamaM fc^on ber alt
gemeinen norbifd^en ®itte^), bie Sobten ju t^erbcennen,
ergeben gewefen. S>o6) fc^eint aud^ ber @ebraudb ber ümt
fo viel aU to beg, oermanbt mit to bid, bur(^ bad (Sot^ir^e bidjao
bitten, erbitten; betteln.
1) And thoimc bis gcstreon beod thus call aspeded, ibonne
byrd man bine ut, and forbacrned mid bis Taepttum and braegle.
And suldost ealle bis speda by forspendad mid tban langan legere
thaes deadan manncs inne. And thaes tbe by be tbaem Tsegiim
alecgad, tbe tba fremdan to aemad and nimad. And tbaet is void
Estum tbeav, tbaet tbaer sceai aelces gedeodes man beon foibaer-
ned. And gyf tbar man an ban findetb unforbaemed, bi bit sceo-
lan miclum gebetan. And tbaer is mid Eastum an maegd, tbaet
bi magon cyle gevryrcan. And tby tbaer licgad tba deadan men
sva lange and ne fuliad, tbaet by Tyrcad tbone cyle bine on. And
tbeab man asette tvegen faetcls füll ealad odde yaetere«, by gedod,
tbaet otbcr bid ofer froren , sam bit sy summor sam vinter.
2) >Dtefe fpdtere ClueUe ifi ooridglii^ eucad2>ai>ib, ber ml
IB. I. ®. 138 — 143 bie iBedrdbntpart bec alten yretiffen f^tlbect.
3) &u^m 18. 1. &\ 51. 167. müH ^- ^ &• 67. itaramfin
». I. e. 83.
SButfflan^ gteifebecidS^t Aber ^reuffett. 233
bi^ng ipenigfUnS in e^aS fpäteret Btit m<l)t ungewi^n«
Iti^ getoefen }u feyn ^). SEBit erfe|)en femer aud(^/ baf ^reuf::
fen bamaB fi^on ttt^id^ ^offe jog unb baf fte in ^o^m
Sitt^ tanben ^). 6$ erhellt att^erbem barauS aud^ bte
oon onbcm oft evtoi^nU ißcigung ber alten ^reuffen )tt
fc^elgmben ®aflgelagcn, n^obei t9ot aUtm bem Smnfe
ftaä gefr&^nt wuTbe. S&ai enblid(^ bie Aunfl belangt, butd^
ioe(4»e man eine gen>ifre ^^tte ju fd()atfen toufite, fo fclieint
eS am beften, )u gejle(^en/ baf n^ir nidi^t n^iffen, toeUt^e
SRittel babei im QpitU toann, ba eS boc|^ immet nuir SSer«
mutbungen bleiben / auf xodd)c man biefe ober jene SSei^
ttung baut 0.
^^ gefammte SSolf alfo , ml^a äßulfilan im jDften
beS Sßei(tfreL:@trome$ fennen lernt/ bezeichnete man ju fei«
ner 3ät no(b mit bem 9tamen bev Cften. iDb if)m auflf bie
9lamen ber einzelnen Sanbf(|iaften befannt geioorben ftnb,
Ueibt ungen^iß. Sr fo menig/ aU £inig 2Clfreb in feiner
Sef^ibung ®ermaniend enodbnen i^rer. £)er le^tere ^tte
ober^upt nur eine ungefil^re SorfteQung loon bem Sanbe
mib bem Solle bieffeitö ber SBeicbfeL //£>e{lli(b t>om Sonbe
ber 9Rabren, fagt er, liegt baS SBeid^feOanb unb &fHi(b t>on
biefem 2)acien, wo fräber @otf)in nmren. S>ie 9lorb^nen
baben nbrblicb t>on ftcb benfeiben 9]leere$:sXrm, ben man iDfls
fee nennet unb &fHi<^ t>on ibnen n>ol^net baS SSolt bet
fifien unb bie iDbotriten fübltcb. S)ie £)fien b<^ben n^itttd^
«on fUb benfelben @ees3Crm, wie bie SBenben unb fiSorn«
1) tucas IDaoti B. I. @. 13a — "Kvi^ Ui dntgen SSufltfc^
SdKtem fanb bte &itte be< SBedrabend ber Zoittn fd)on fnl(iaeittd Gtatt;
f. jraramftn a. a. O.
2) jUam. Bremens, de situ Dan. c. 223 fagt aud^ OOn ^ur^
(anb: ibi equi optimi.
3) gorfier a. a. £). 6. lOl meint, bie ganse Stixnft ^aU in
tttcbtö netterem , M in einem guten iSidfeKer beflanben , ben jebei; axt»
Sefe^e ^enfle in ober neben feinem «^aufe gehabt. Sarum aber
9toe H bann föutflian M it»ai gana SBefonbered., M eine Jtunß
a]ifilt^ren?'jDa^lmattn glaubt, baf bocb wVi au(b no(i^ anbere Jtdnfk
bobei im 6piete getoefen fcipen. 2(ber mel^e? (Stwa bie (letttigett?
234 Jtcieglfe^be mit bett 2>inen.
^olmet unb fäbltd^ t>oti i^nen wohnen bie «gebettet — ^ifck
ban^). — ®e^en wir audf» ben f6ntg(i(^n 6tb6ef4frct6er
fic^ trt ber SRid^tun^ ber SßolSinff^e ber berfc^tebencn SBitfer
etmaS bemtrren, fo f6)cint bo((^ )iemU(|^ fixier/ baß feine
iDften feine anbere ftnb, ali SSuIfjianö (Sjten, befonbert
»entt man bie nitbU4^e Smeiterung i^^rer SBo^nfi^ bi^
gegen iturlanb l^injunimmt ').
Sßeit befannfer atö bem J(&nige 2C(freb n>arb im Saufe
beS )el(^nten Sal^r^unbertö ben @fanbinabtem/ inöbefenbeie
ben j^imn 9>teuffen mit feinen Sewol^nern. SBir fo^n
fräl(^er^ bafi bie 2>inen fct^on Idngfl l^^ie unb ba an ben
fi3attif4)en.itü{len Eroberungen gemad^t unb an berf(|iiebe?
nen £)rten an^ fc()on f5rm(i(i^e 9{ieberla{fttngen oerfuc^t
ISKKtten. itinig ®orm ber %IU (latte fu^ auc^ f4)on einel
bebeutenben 3^^ei(ed bed SSenbenlanbed bemeifiert unb fu
dftxüdf toärbe er toetter gegangen fepn^ menn ni^t itinig
^einridl^ ber (Srjie bon 2>eutf(^Ianb i^n }u felEir bef^^ifUgt
l^tte. Jtacl) il^m beftieg nun um^ Safir 935 fein ®o^
«j^aralb ber äto^ite ober Slaatanb 2)(!nemarM S£^ron, no^
eifriger in fremben (Sroberungeu/ atö fein SJater. 2>a be^
m&ibtiiU er ft(|^ nic^t bloff cined 3^^eile$ be8 ®(aben(anbe<
unb {inerte Sulin in biefem Sanbe burct) jiarte IBefa^sun«
gen, trie nidl^t feiten Sanb unb 9Reer mit um^er tntd) t(te
9taub}äge beunrul(^igten '), fonbern er n^anbte balb fein
Xugenmert au(^ weiter ISlin na^ £)ften. Set eine feiner
6il^ne/ «^aqnin^ untttna^m ed, S^^nemarB 9lei(^^rJn}en
auc^ in bie (ftlid^en Sanbe weiter ^inaud )u ftecfen. fion
92atur burd^ ®aben au^geftattet, bie i^m beim SSoKe Sets
1) 9to4 jDabCmann a. a. £). ®. 420 ^ 421 unb fforfler a.
0. £). 0. 82 — 84.
2) jDerfelben 9{etnung ftnb au4 Sorfier unb 2)a(Imann. 9tf
fbtut ^itht in feinen ^Cnmerfungen bie ndt^igen ^rlduterun^en lu 2C(>
ftebd ^Cngaben.
3) Pelri Olai Cbron. ap. Langebeck T. I. p. 117. ffTiidundi
AnaaL ap, Meibom, Scriptt rer. Gemiaii. T. I. p. 647. WtülUt6
<Skf(bi(bte oon fbänmatt, fß. h e. 223.
Jtctegefe^be mit ben Z)inen. 235
tnmen cmarbeti/ fammette er leidet eine 3al^( v&fiigfr un\>
täfynet StwQiUnte, mit benen et nac^ 3trt bev alten &€ts
ttntge bte iDflfee burd^fegette unb an @amlanbft £&fte (an«
betr. 2>a fammelten ftdj^ bie Samldnber in gtofen
&iKtaten, ben StembUngen ben weitem eintritt in boS
Sanb iVL welken unb baS alte ^eiligt^um 9lomot9e'< ^u
beff^ä^en. Sd er^ob fid) ein blutiger itampf , in web^em
bie jD^nen bei ibrer geringen Qaf)t bixxö) ber @amldnber
2a)>feTfett fo ermübet würben, bafi eine SIu4^t auf iffu
&^ife unb großer Serluft ju be^rdt^ten mar. ®oU!^m
borjubengen/ feine JCrieger )um Stampft auf Seben unb
Xob itt smingen unb in ber SSeriweifelung ber ®tm&tlf^
netten SRut^ ju enoetfen, ließ «^aquin pÜlfiidf bie gan)e
Slütte bur4^ ^euer bertiigen. @o war je^t nur bie fBMjH
iwififfetr @ieg unb Xob unb nur im «eriweifetten Stampf
bie 9Rigti(|^feit einer r&^mlicben Siettung. 3n boppetter @e<
fabr erneuerten bie ^Ddnen ba$ graufame Qd^ladfUn. iDie
ta|>fercn €am(dnber mürben übermältigt/ bie majfenfdl^igen
9Unner burc(^ bie erbitterten X>imn jum gr&ßten Sl^eite
ermorbet unb bie Srauen gejmungen/ fidf mit ben @iegem
el^lid^ )u btrbinben« @o ließen flc() nun bie 2)inen in
bem gewonnenen Sanbe nieber unb grunbeten in @amlanb
eine eigene (Solonie/ wedl^lb au^^, wie norbifdi^e £luellen
bnnetfen, bie @aml4nber ni^t ol^ne @runb il^r Qtf^Mft
«on ben jDdnen (lerleiten 0-
1) )Die metfwärbige GteUe M Saxo Grammat ed. Stephan p.
1S4 ift folgfflb^: UaraMum duos ex Gyritfaa fdioj sustulisse memo*
riae proditum est Quorum major Uaquiau« excellentissimac indo-
|is babitu ac foelicisflimis naturae incrementia , fratris Sueonis ful-
gorem suppreiserat Idem Sembos aggressus, cum militum animos
periculosi belli respectu aliquanto infractiores animadTerteret, quo
raeUus fluctuantibufl fugae spcm demeret, ignem subductae dasai
siib)ecit, eoque aeccMitatis duramento imbecillitatis ignaTiamrepu-
Gt Efiecit enim, ut navigiorum facultate defecti, reditum vidori^
slmendam animadTerterent Itaque quo aequiore animo ae ipsuiA
dasse spoliaTit, eo tutiore bosti spolia detraxit. Miseiia eat tunc-
profedo fortuna Danici ducisi a naTigiorum jactura nautarum prae»
2i$ ^inifc^e 9lifbeciaffuns auf GamUiib.
3n totUl^tm 3a^re ber Stegientng «^aralbS bed Stoei«
ten biefe etobetung @amlanb8 bun^ bie S)inen erfolgt
fe^n nukg, ijl fd^toerltcl^ ftd(^er ju ermitteln. Sfir Sam«
lattbS IBerfaffung aber unb ferneres ®di^t(ffal war a fonber
äwetfel ein Sreignt^ t^on ilufierfler Sid^tigfejt ®etoi^
teilten ft4^ bie glä<Flt4^en Sieger in bai gewonnene Sanb
in ber SBeife, baf jeglidtier in bem &tbUu, wtü^ i|»m
ju^ftel / be< ©ebieteS eigentlicher «^err blieb , toi^renb bte
atten Setool^ner beffelben als Uebenounbene feine bienfk
pfiiäfiiim ttntert^ianen bilbeten. & entjlanb in fo%r ICrt,
loenn man ben XuSbrud gebraud^en barf, ein firmli<^
ar{(lofratif(^eS ^errent^um^ unter loeU^em fAr bat eigent^ *
I{(^e fBolf nur fo t^iel freie Seweglic^feit be< SebenS Abrtg
blieb/ als ®unji unb SBille ber «Sperren julie^en.
Unb bte ®^ii)i6)tt beftitiget wtrflid^ in ben nac^fob
genben Sfa^rl^unberten biefe aufgefiellte SSermut^ung. ®{e
weifet in ber S^t eine für @amlanb gang eigentbfimlic^
unb t>on ber ber übrigen 8anbf(baften 9>teu{fenS bebeutenb
abweid^enbe jBerfaffung unb ®ef(altung ber S)inge nad^.
@ie jeigt uns eine foldi^e Xnja^l oome^merer unb aber
gewiffe Sanbgebiete l(^errfd^enber %amilun, benen bie ibri«
gen fBewo^ner alS bienftbar untergeben waren. 3ur Stlt,
als ber £)rben baS Sanb f(|)on in IBefi^ genommen , et«
fc^eint bort ein eblerer unb Vornehmerer «Ferren ^ @tanb
unter ber allgemeinen Benennung ber //alten SBitl^inge^^
})h6)fl waM4^(inlidE^ fo genannt alS }(bfimmlinge beS SSi>
sidia mutuantis« cum summam claasis inopiam opem yictoriac cer-
neret. Igitur ut prudenti, ita pcriculoso consllio salutarem mini«
stravit cventum. Potiti enimSembia Dani, nccatis maribus focminas
sibi nuberc coegcrunt, rcscissaque domesticorum matrimönioruni
fide, extemis avidius inhaerontes, suam cum bostc fortunam com-
muni nuptiarum -vinculo partiti sunt Ncc immerito Sembi sangui>
nis sui contexlum a Danicac gentis familia numerant Adeo enim
c^ptiTarum amor Yictprum animos ccpit, ut omissa redcundi cupi-
ditate, barbaricm pro patria coTercnt, alienis quam suis conjugiis
propriorcs. — fß^U ^teröber a\xd) Peiri Olai Chron. ap. lAingebeck
T I. p. 117. Ghejistneri Comp. ibid. T. II. p. 347.
Z>2titf<^e 9ltebev(arrtttis auf 6amtanb. 237
bensBoffrt obeT M ®otl)tnsetamma^ aber iu^Ui^ ein
9tame/ bet )ut äett Ttbami wn Sßumta an^ ben f&l^netr
xixAmid^ Xbenteurem eigen toax^). Sot M £)tbend
Xnfun^/ tote eS fc^eint/ mit reid{|U4^em Sanbbeft^ t^erfe^en^
mit man^et(ei bebeutenben aSom(|^ten audge^ei^^net/ burc^
ffü^ti 2Cnfeben unb mdc^tigen (Sinfluff auf bad fBotl ^er$
t)orgUn}enb unb barum aud^ nacbmatö wm iDrben gan}
Befpnbetd begunftigt/ f innen fte ^ö)mxli6f tUoai anbetet,
aB bie ^aäfhxnmtn jener S>jnifd^en @teger fepn, bie \UI)
ha Sanbe6 äli Gröberer bemäcl(^ttgt \)atUn. @elbfl i^r 9lame
fd^^int auf biefen Urfprung ^injubeuten. Unb fo m&d^te
biefed bie eigenttid^^e 3ett fepn, in n^eld^er biefe SBitl[^inge
)ueT^ nacb @amlanb {amen. SEBte jlarf ibre 3ab( Ui i^
1) «ßfr^r qtfiM toti^^Xid) bte f^on oben anae^ogene GteUe M
Adam. Bremens, de situ Dan. c 212: Lundonae in Sconia aurum
est plurimam, qiiod t*aptu congeritur piratico: ipsi enim 'piratae,
quo» iUi fTitkingos appellant, nostri Ascomannos, regi Danico
tributam joitunt , ut iiceat eis praedam exercere a barbaris. SDiffe
Sorte geben ttn< aber bte in Urfunben fo ^uftg Dorf ommenben SQStt^tnge
ZoxBäoxM allecbfngd mand^ erfreultcbe ^d^t. 3war meint Bayer in
opusc p. 359, e< muffe in biefec Stelle fiatt Witbingos gelefen wer»
ben Vikingos, »Teil eigentli^ bte (Benennung Wikingar fht <3$eerdtts
ber bei ben norbifd^n (S^rtftfleUem t)or!omme. ^COetn H fcgeint fein
Cronb t)Oc^nben, marum bie le(tere Senennung bie erftere oerbrdn«
^m foOe, iumot ba Clamlinbifdtie Urfunben aud bem 13ten So^r^un«
berte ben 9tamen Witbingi (Id^er loerbärgen. Cid »dre mdglic^, baf
btcfer 9tame Witblngi ivA Wikingar entflanb; aber ma^rr(^etnli<^er
% bo4i baf Witblngi ein ©efc^ted^töname i{i unb auf bie ^bflam<
muttd eon ben IBiben, Seiten ober ®of(ien ^tnbeutet, benn hit aucb in
anbem 9tamett oft Dorfommenben S^ilben ,, inge '< ftnb nic^tö anber<,
oU bod alte Snge/ Sng/ Sn^Ie, unfec Sunge , SüngiinQ , in 9{amen fo
viefaK @^r6fttnd, worüber eergl. SBartbd Urgefc^id^te IB. U. €^.
369. €$0 eno&f^nt Jornand. de reb. Gel. c. 3 äu4 eineö IGoIfed
OAtngi, m, 9Ume, bem gewif eine d^nli^e «f^ertlammund sum ®runbe
Ucst 6u(m S. II. ®. 111. 2Cu4 bie Stlbung bed aSortd Litbingi,
»omit M, ben Songobarben quaedam nobills prosapia besei^net würbe/
i|l fc^ A^ttttd^; Paul. Warnefrid. L. I. c 21. Vm Chtbe fommt
e< frcil^ auf ^ni (tnaud, benn SSit^inge maren @eerduber, alfo SBis
Koger {(rem ®efd^dft unb ®otbett ober SBtben i^rem Stamme na^.
238 'iOÄntfd^e Sltebertaffuttj <iuf €5am(ttttb.
m Änfunft gewefen fep, »ito un« nic|>t berietet; »ir »ifs
fett jebDC^ ani anbern fl5e{fi)telen , böß foIct)c ttntemc^fmuns
gen t9on @fanbinat>ien attd oft mit eincY fe(fr ja^Ireiitien
^filfÄgenoffenf^aft, juweilen mit zieren SEaufenbcn aüSge«
fö^rt unb ber @ewtnn aM ber ©efal^r baburc^ um fo ft«
euerer fleftettt »utbe *)• 25te neue Slieberiaffung in ®am*
lan% gefc^alf^ aber t>or}ägIic() in beffen mittlem (Segenben,
n&rblid^ bon Saptau l^erunter über dlubau, am ©altgarben
bis 9Rebenau berab unb bann fort bid £luebenau, benn in
biefen ©ebieten fcbeint ber urfprungHcbe ®tammft| bn
SBitbinge gen>efen )u fc^n^ t)on welchem au8 bann i^
n>e{tere SSerjweigung in bie i{Ui(ben Steile gef(bab ^). ®ie
batten alfo in biefer ^dt ibrer erften (Sroberung nur ben
gr6ften SEb^il beö weftHcben @am(anbd/ bad Jtäftengebtet,
an wel^e« ber SBernjtein auögefpült wirb unb folglicb jn*
glei^^ aud) bie ®egenb im S3e{tge, mo bad ^Mxit SKomom
(ag/ unb ^WUeiö^t, bafi biefer timftanb aucb am meinen
baju beitrug, bie alten Sanbe^bewobner in ibrem ©eborfam
jtt erbalten.
3n »etcbem SSerbaltniffe aber biefe £)intf(be Änjtebe^
lung in @atnlanb fortbin mit bem SRutterlanbe gefianben
babe/ ob fte mit biefcm in freunbfcbaftlicber SSerbinbung,
t)ieUei(bt in «^anbeKgemeinfcbaft ober in einer Zxt t)on Un«
tertbänigfeit geblieben fe?, ober ob fte ftdb gkicb Anfang»
atö D&Qig unabb^ngig betracbtet unb t>om SSaterlanbe g^n)--
lieb loSgerifTen babe, bad aUed bat in biefer (Srfcbeinung
bie @parfamleit gefcbid^tlicber flueUen t)oIlig im Sunfel
gelaffen. @§ fcbeint jcboä), ali b<tbe bie itolonie ftd^ gleicb
Xnfangd für t)6Uig frei unb unabbangig Don 2>änemarf^
1) Adam. Bremens, liistor. eccies. c 73 — 74 fft^ fo^öt
einmal txne ©((aar t>on 20,000 an. Unter, bem 9lamen oon Ziaman-
nen fielen fte im 3abre 996 in bebeutenber 3a^l aucb in bie ^egen«
ben ber ölbe hti &taU ein ; f. Bitmar Merseburg, p. 77 — 78>
fSebefinbö 9(oten 3a einigen Gc^tiftfieaem M ^. 2C. 4^. I. €^.3a
2) IGdL meine 2Cbbanb(ung ober hit SBitbinoe in ber (Stf^id^tt Ut
(Sibe(bren«<9efeaf(baft ®. 221.
DAnif^e 9}teberlarrttng auf 9amlanb. 239
^ttfc^aft angefe^n^ wd^renb man im ÜRutterlanbe feKfi
eine getoiffe iObet^errfd^aft an^ übet biefe Aolonie, wie
Aber bte anbem im ®(at)enlanbe bel^aupten ju finnen ge$
gtottbt ^be. 3n ben erften leiten frei(i(|^/ alS nadf^ «^atalb
Sloatanbft Xob A&nig @wen ber (Srfle auf bem SDinifc^en
Z^ne fa^/ jogen bie beminten Kriege mit Sloraegen
onb bie toieber^olteti Serfudi^e )u (Snglanbt SroBerung bie
S^otigfeit ber X>inen yiü )u fe(i¥ nad^ ißorben unb nad^
SBe^en f)in , cXi ba$ man ber neuen &flli(|^en ^ftolonie be^
fonbete ICufmerffamfeit l^ttt fd^enfen f&nnen. SBir merben
aber fpitet fe^eU/ ba^ nad^ (Sng(anb£ (Eroberung, aU SLa^
nut ber ©rofie )um S^rone S> jnemarf« gelangte , aud[) bie
®efUU ber JDinge in @amlanb ^ merflid!^ inberte.
Senben n>ir 5uer{i nun unfern IBIidf auf |)reuffenS
fäbKd^ Sanbfd^aften unb auf ben erjien SSerfu^i l^in, bad
80IF im itäjlenlanbe ber £)ftfee jum d^rifKid^en ®lauben
jtt bePebren. 1
SBierted & a p i 1 1 i.
^reujTend ffibltd^e Sant^fd^aften fyittm aSafom'eit unb Do«
len )u 3la6)batlan\>m. ®(ibon in ftüffm Betten roaxm bie
9S5lfet biefet i&nUv, tote oorl^in erj^^^lt »orbett/ ctnanbet
me^tmafö feinblid^^ begegnet Sn^ar fyit bie @age bie 9la(^^
tickten aber bicfe feinb(t(ben IBerul^rungen ^Ulfad) umioebt
ttnb t>erbunfelt; adetn auf ber 9Silbung6{tufe unb unter ben
SSer^dltniflfn/ in n>eIdE)en bamald 9Rafot)iend unb ^oUnt
S&lfer ftanben/ liegen ^Begegnungen foldi^er 2Crt ber Statur
beS ÜRenfdi^en Diel )u na^^ atö bafi niö)t aucb Sterin f(|^on
eine gefdl^idt^tlic^e Segrunbung fär jene Sreigniffe gefiinben
n>erben b&tfte. £ie ©efc^iicl^te aber ful^rte auc^^ bier ben
ÜRenfc^en n^eiter in ber ©ejlaftung feiner SSerb^Itniffe unb
in ber £)rbnung feined Sebenl ^ad) jenen Aam))fen unb
Sel^ben gwifc^en ben 9S(IIern 9Rafot>iend unb holend usb
ben IBewo^nem ^reuffenS machten bie innem fBewegungen
unb bie gj^renbe Unruhe/ bie in 9>olen mit ber «^eranbik
bung beS getlEieitten fßolfeö )um Serbanbe unb ium ®an«
Jen eine^ .Staates «erfnäpft waren, auf t)iele 3a(re ^n bte
IBeac^tung beS SriebenS mit bem n5rbUdi^en 9ta(^barlattbe
fd^on t)on felbji not^wenbig.
es n>ar n^mlidSi in alter Seit aud^ |)Dlen, in gletcf^er
Sßeifi^ n)ie |)reuffen, t>on einzelnen fteineren S&lferfd^aften
bewol^nt. Swar n)ar eS (Sin ^tamm, bem fte aOe ange::
flirten; allein bei ber @inn>anberung in baS Sanb l^atte
ftdi^ ba$ l^erangie^enbe SSolf in einjelne @(^aaren ^ttbtiit
unb wo eS i^nen gefiel/ li^atten biefe «Raufen i^re SBBo^nft^e
9>0CeRl fru^efte Briten. 241
rinjenommeiL SDte SfA^ret biefer SSo(Btaufen xoattn anö)
nt^ erfolgter 9lteber(a{fung afö ^&upUx unb Sorjiel^er übn
i^nen flel^en geblieben unb orbneten unb regierten nun bai
8emeinn>efen in einzelnen ®ebieten unter ben 9lamen Don
Jtniaften^ |)anen/ SBotiooben ober Susanen. Sänge ftanben
biefe Denoaftenben ®eb{eter obne ein gemeinfame$ fi3anb
frei neben einander ia, baS» S^olf Unter i1)nen ixoax in
pfU^tiQtm ©eborfam, iebod^ immer aud) in {iemlicb freier
Seweglicbfeit ').
60 war in ben aUgemeinflen 3ügen bie ®t^att Ui
ConbeS unb baö S3ilb be6 gebend in jenen bunfeln unb fa«
geuMOen Seiten, als ber $&rjienfiamm ber it\6ftH unter
ben £)berb^u))tem beS fBoKed mebr unb mebr b^noortritt.
&d)on be< britten SefcbeCS ©obn, 9)o))ie( ber (Srfte, «^erjog
ober Sürß Don ©nefen, b<^tte über eine t)iel bebfutenbere
Vla^t 3U gebieten, atö beS Sanbed übrige Surften neben
ibm, benn aufler ®nefen {tanb aucb f(ibon 6rufcbn)ll^ unter
feiner ^errfcfnift ^). «^ib^r aber erbob ftcb md) ibm ber
6tamm 9)iaflS/ als beffen @obn burcb bie @itte ber «^aar^
befcbneibung }u be$ SoIIeS «^eerfubrer unb beS SanbeS
Segenten erforen ^) unb @emot>it genannt, jeneS ^opiM
9^e6ft bunb 9lorb vertilgte unb in folcber SSeife bur(b
filttt unb ®riuel bad •|)errentbttm ber fräber gebietenben
Surften ntebr )um ©anjen einer feflen «^errfcbermadbt Der«
einte *). S>iefe 9Ra4^t aber n)ir!te balb nocb weiter; benn
6empDit erweiterte bie ®rdn)en feineS ^errfcbergebieteS
oudb f<^on na(b au^enbin, wiewobl fte bamalS ftcb weber
fcbon auf 9>ommem, nocb auf |)reufren erfiredften 0* ^ucb
1) 2>te Btmife fftr b(efe ^baxfteU\xn^ ber SDinge liegen bef Kadlu-
heck Im L ep. 16- p* 76; Mariin GaUus p. 58» Boguphal Chron.
ap. Scmmeraberg script rer. Siles. T. II. p. 20 — 21. JBgl. au(^
leXnve/ bei Ossolinski &. 572.
2) Bogupftal, p. 22.
3) Martin, GaUm p. 56. LeUwel a. a. O. 0. 574.
4) ifar/i>i GaUua p. 58 — 59. Kadiubeck L. II. ep. 3. p. 104.
Boguphal p. 23.
5) Mariin Gaiius I. c — 9tnt htt fpäUvt, niihiti\^ Dlugoss^
1. 16
242 Gtnf&^ritng ht$ 6^rtf[ent|^tiiii< tu f>o(eii.
w6f untet feinem ®o(ne it^^tt unb feinem <Snfe( Siemes
ttv^il, betbe AriegSIufltge unb burd^ Xapfetfeit im Jtamtyfe
^en)orgIin)enbe Särfien^ unb felbfi no4^ }ur Seit ^e9Wi,
ber me^re ^tai^batohlUx mit Arieg fieimfU^^te tsnb loielfa^
beunrul^igte, blieben bod^ immer nod^ Dreuffen fowo^/ att
baS na4^baYli(be 9>ommem 4>on ben SBaffen ber 9)obn um
ber&^rt unb .noc^ ging l^ier Irin (Sebot Aber |)Dlen< ®r2ns
)en l&inau« 0-
Surc^ biefen legten Surften aber erl^iett nun aud) ber
i^t\^lxd)z ®laube feine erfie fette Segränbung in 9oUn,
benn SRiedto'S Siebe ju ber f(b6nen Sil^mifd^en Surften»
toc^ter !Dombrowfa^ bie feine ®ema|^linn loarb, bmog ^,
feinen fieben Stauen )u entfagen unb bie SBei^e ber Saufe
iVL em))fangen. @oUi^ed gefd^ab im ^\)xe 966. Unb bem
IBeif))ie(e beS Surften folgte bann au(b bad So(f, b^ meit
mel^r burcf^ üRittel be$ 3n>anged getrieben, burcl^ ftrenge
@ebote unb It^arte Strafen }ur ^Beobachtung dt^rifHic^er %ets
men unb c^rifiiicber ®ebraudi^e gezwungen/ ali gewonnen
bun^ beiebrenbe Uebergeugung unb l^ingejogen burdt^ bie
3Rad^t ber d^ri1llid;)en SBabrbeit *).
3la6) alten ®agen aber toat eS mid^t baS erftema^
baf baS gbtttidbe Sid^t (^riftlid^er Crfenntni^ in ben norbi<
fd^en Sanben }u leuchten begann. Siele 3abr^unberte jus
wv foQ fcbon ber b^ilige TCnbread nad^ bem Korben »ans
bemb im @c9tif(ben Sanbe ben ©lauben an iai Jtreit)
toeit unb breit t)erfänb{gt b^ben *), unb nacfimaB ift bai
4iri{llic^e Sßerf^ mie bie @age weiter er^^blt^ an^ hntd^
histor. Polon. T. I. p. 85 wetf Don iiiaii(l(erlei Jtriegeii ge^en bie |)ccttfs
ftn, |)otnmeni unb J^affubeit unter etmcioit }tt ec)ft((eii«
1) Leletvel bei Ossolinski &. 574 — 57a
2) Mariin. Gaüus p. 59. Bogupfud p. 24. Kadiubeck L. U.
ep. 9. p. 121. Dümar Merseburg, ed. Mader p. 89. AnnaUsta
Saxo p. 345. SSgl. ooraüglic^ Lelewel bei OssoUnski €(. 565 fii
bem befonbern 2(br(bnttte aber bie Ginfttbmna bed ff^rifknt^ttm< in
yolen.
3) Marion. Scoifi Chron. ap. Pistor. T. I. p. 555. Nicephori
etttffi^ruttä be« e^rijlent^uml in ^oitn. 243
bte ^tligen ax^rtprer ^imon mi Xfyi\>\>i\x6 t^itt xoUh^u
um neu begonnen^ tfftiü roziUx fortgefe|t n>orben ^). ha^
anbem Seric^ten tarn im jtebenten Sal^rl^unbert ber l^etltge
euibtxt av» ^Britannien na^ $reuffen, um l^ier bad @t>ans
geltum Saläre lang unter ben «Reiben ju Dertfinbfgen =).
Zbn fic^t laf t |i4> fotdj^cö nf4>t begrÄnben. ^J^ete ©e^:
wip^it ^t v\>od) bte 9Zac^ri(|^t/ baf ju ber 3ett, atS bte
bfiii^mten «^eibenbefel^Yer 9Ketl[)obtuS unb QpxiUui unter
ben Wl&fyrtn ben ®(auben prebtgten, mebre t)on tbnen ent^
fenbete Zptftel aucb unter bte nirbltcben @(at>enffSi(fer
nacb G^Ieften unb 9>olen gewanbert fepen unb bort \>ai
SBSort be6 ^errn nicbt obne ß'rfolg t)cr!ünbtgt böben »). ^
Senn aber bamalS bei biefen S&Ifem aud^y wirfitcb bte ex^
ften @tiab(ett beS (brtfUi(ben Sicbted ju leucbten begannen,
fo untren bo<b jene S&rberer bed ®(aubenS n^eber nacb $reufs
fen, nocb bift inS nacbbarltcbe |)ommern gefommen. .^ier
»ar neö) bis inS )e(inte Sa^rbunbert fein iaut einer ^xip
It(bm Setlänbigung t>ernommen »orben, benn e$ ift fe(b|t
j»ftf«ns«ft/ ob nacb ber ©rfinbung ber 9>otnifcbett IBißtbfi*
mer baS Sort bed 6t>angeltum8 b^^äber tnd Aulmtfcbe
' Sanb gefommen fep. 0- X)edg(e{(ben 1)atteau^ aufbad benac^«
iarte fJommem ber Dolen frubere JBefebrung »eiter feinen'
Ctnfiug; aucb bort lebten nocb bie alten ®itter in t^t^Un
Jtraft bei ®lauben$ ibrer SSere^rer unb ber 9)rieffer ®n>an::
CalUgli histor. eccles. L. IT. c 39. Cf. Schotfi Prussia Christiana
stre de introductione religionis christianae in Prussiam per Mar-
tjres tentata. Gedan. 1734. p. 8 — > 10.
1) Oüo Frisihgens, Chron. L. III. c. 15. 2Cnbere nennen flatt
bei &imcn ben UÜ. iBart^ofomdud. Hartknoch Dissert de origine
reli^onis christianae in Prussia §.1.
2) Clagius in Linda Mariana L. I. c. 7. Leo histor.
Plnut. p. 34 fagt gerabe^m: Suibertum per biennium primum in
Pnusia CTangelium Christi praedicasse.
3) Baronii Annal. eccles. T. X. an. 867. Hartknech I, c.
f. 2. Schott I. c p. 11 — 14. Lelefipel a. a.,t). &. 565.
4) Srhoä. I. c. p. 15.
16*
244 X>H Jtittb^ett be« ^. Xbaliect«.
Utoiti jlanb nodf^ ba in feinet ganjen ^0(|^ ct^bemii
Wladft unb in bem ©lanje feiner «^eitigfeit ^).
£a gefc^al^ aber, baß um ba$ Sa^r 950 in ber @taf-
f4)aft eubif in fi3&^men bem ®rafen @lawn{t ein.@o^tt
geboren n>arb ^), n^ef^iem bte 2(e(tern ben 9tamen SBopc^
ertJ^eilten, wie man fagt, nic^t o^ne «^inSlicf auf eine ^an%
anbere JBeftintmung beö @ol^neS/ atö fte i1)m na^maU )U
S^ei( würbe 0- ^^ iCnaben 3(eltem waren mit mehren
färjHic^en >^iufern nal(ie )>em)anbt/ unb wenn be< SaferS
$Berwanbtfdt)aft mit bem bama(igen t&nigli(^en ^anfe
^eutf(l(^anb6 anä) nidbt f(ar na4»)u weifen ifi, wiewol^I t>im
manchen fte t>orgegeben witb^)/ fo war bo4^ SBoyced^
üKutter, ©triejiölawa genannt ^), aM bem «&er}og«|)att1c
in fiSb^men entfproffen unb, wie einige bel^au^ten, tint
1) Helmoldi Chron. Slavor. c 6. L. iL c 12.
2) Ueber bad ©ebuctdia^r^ TCbalbettö ifi man im Smcifel, tobe«
bte alten £eben66ef((reiber beffetben nf((|t ermd()nen ; ogt. Hehvioh £xer-
ciutio historica de Tita S. Martyris Adalberti, Re^oroont. 1693>
$. 1. ®e9[er im (Sridutert. |)reuff. S3. IL €^..8;2. «^artfno^S
Jtirc^engffcgtd^te @. 13 unb 2Ci*noIb in f. Jttrd^endeTciidfite 6. 69 oeb*
men, auf Tp^tere Angaben geflößt unb o^ne »eitere Snoeife, ba< 3abt
939 M ba^ (Seburt^ia^r an. «^c^^^ L c. ®. 19 bringt me^re Orünbc
bei, bag 2(balbert fpdtec geboren fe^; bO(^ tfi bal x>on i^m angenom*
mene Sabr 950 ober 953 wo^l feineöwegtf gan} ft^et ju fteOen. .^-
/}a/»/a 4^a^o p. 333 fe^t ben S:ob brd SSaterd 2Cbalbect< (von {(ni
Dux iSlaswe genannt) in« Sa^r 981. JDie SWutter #arb 987 no^b be»«
felben ©^roniftcn p. 346.
3) S)ie Legenda de S. Adalberto (von n)e(d()ecein oltetlDriKt mit
ber 2(ngabe: Impressum Cracovlc in edihus proTidl viri Joannis
Hall er. Anno partus virginalis Millesimo quingenteaimo undecimo.
die Merciirii. yigösima quarta mensis Decembris 9or mir liegt) CC*
fihxt ben 9{amen Woycziecb ex vulgari bohemico burd^ bellttm ^nie-
ians aut mitigans seu bellatoccs consolans, unb Helwivh L G. {. L
fdbrt vXf baß Boleluczkjr in rosa Bobem. P. IL p. 32 ben 9tanea
hvit^ consolatorcm exerdtus beute. UebrtgenJ fommt ber 9^mc oft
fe^r wrborben »or; Annah Saxo fc^reibt Wogieb.
4) »gl. Schott, p. 23 — 24.
5) Lrgenda de s. Adalh. p. 90. KadJubeck, cd. Gedan. p. 34.
^U Stin^titbttf}.^^baibttt^. 245
edfWifUx M -^erjogS fBoIeöIat) be§ BroeiUn unb äßenced^
iaoS üon S&l^men^). Vn 9{ei(l(^t^um unb l^ol^em Xnfe^en
unter ben ®b(en S&l^menS/ -tpie an aQgcmemer STc^tung
miter bem SSoIfe famen bem ©rafen wenige unter S3i()::
menS^ Profilen gleid!^ unb an n>eibl{ci)et Xugenb , an %xhm^
migfc'tt ber ®eftnnung unb an fStein^tit beS SBanbetö unb
ber Sitte tonnte bie SRutter faum äbertrofen tperben;
fi^on i^t ^amt \>tixM auf t()red bebend Steinzeit l^tn >).
Son biefen 2(eltem im Greife feiner anbem iBruber
fergfam ^epfltgt, xon^i ber Anabe jum Sungltng l^eran
unb feine audgejeidf^nete Utpcrlid^e ®^bxif)dt ließ fte bie
^otfnvng faffen, bap er einfl fein ©lAd in ber ®un{l färfl:^
Hd^r ^i^ ffnben werbe. @eine (Sriielfiung jielte bal(ier in
allein auf meMid^e Stibung för ^i^ctt StxeiU Un '). IClc
lein ba$ @d)idfal woQte eS anberd. £a eine f^were^ l^^g^
U(^ itranf^it bed Sänglingd bläi)enbe ©efunbl^eit gins?
(t(^ jerröttete unb ber Sob il|)m bro()ete^ fo n>ibmeten bie
f(^erbe(Ammerten ZHUm in ber Xngft ber SobeSgefa^r
tN)r bem Tfltare ber ^eiligen Jungfrau ben^ wiebergenefem
ben &of)n bem 2)ienfte @otteS unb ber &ixd)t. Unb ba
1) Autor Chron. Magdeburg, in Meiboniii Scnptt T. 11. p.
275. Schott p. 2L 3Dte Legenda de s. Adalb. p. 90 fac)t: beatus
Adalbertus cz nobili et prmiaria ducali ac christlana sllrpe progc-
nitHs unb OOn ben 2CeItem: bi parentes cjuemadmodum illustres ge-
I, sie et cclebrcs noniinibus claruerunt.
2) CosnuMS Prägens, vita s. Adalberti in Freheri Scriptt. rer.
I Bokem. p. 74. 2)er fBater ipirb iebo^ beS unerlaubten Umgange«
I «it mehren Sfrauen befc^ulbigt; f. «^e/nV vita s. Adalbert. SSom 9{a'
ber 9ihttter fagt bte Legenda de s. Adalb. : nomen Slrzezyslawa
prae se fert famae bonestatisquc custodiam. Uebec bie bebeutenben«
Scfltttngeii, toeld^e 2CbaIbertd ^\3Xzt %Mz, Tpnd^t AnndtUta Sclxo
3) Legenda de s. Adalb. p. 90. Cosmas Prägens. 1. c, wo
bk ftotte: inter magnanimos juTcnes , quos procreaverunty natus
est Ulis puer spectosior cunctis }u ecFennen ^t^tfi, baf SBoQced^ not^
«f^e hiüxz Srüber t^atte. AnnaHsta Saxo p. .S61 nennt no4 f&nf
SBvIbec Vbalbertö, n&mlic^ Sobcbor, Spitimir, Dobraulau, Porei
mtb Ca«lau; 03I. p. 400.
246 KhaiitvH SSitbttttg in SRasbeburg.
ber SängHng feitbem genaS, fo erf&Oten bie Xeltetn baS
fromme ®el&bnif. 69 mar ber gl^ubtgfromme ®etfi ber
Seit baf bie neue ®abe beS «^immeß auc^ nur aOein ber
®a4^e be« ^imtntl» gemibmet fepn bärfe ^). 2>ie fromme
SRutter leierte il^n nun bie 9)falter beten unb gab i^m Utt<
terrt(|)t im ®lau6en«
S>a aber.aSopcecb in baS 2Clter eintrat, in meldf^em et
)U feiner einftig^n jBeflimmung beö emfieren Unterrichts
unb umfaffenberer Sele^rung in g&ttlidt^en unb meltltd^en
jDingen beburfte, fo fanbte if)n ber SSater in bie }mar un«
l^ngft erft gegrunbete, aber f^on in großer SBlütbe fle^enbe
@4)ule an ber iCird^e }u SXagbeburg im JUofler beft bett
SKauritiuS *). 3lod) ni(|it ein 1)alhei Sabrbunbert t)orban'
ben, )>erban(te biefe mit bem erjbif^i&flicben @ttfte in Str«
binbung liebenbe Ttn^Alt i(iren fdSmeUen ®Ian) unb grofen
fRu^m bem bamaligen (Erjbifcbofe 2tbalbert, ber juDor M
Tiht beft AloflerS ju SSSeiffenburg im iBi^t^um 0))eier )ur
jBerbreitung be« ®laubend nacb bem Slorben ') gemanbert
mar, aber ol^ne Erfolg }ttrA(fge(ebrt unb )um ex^bifä)ifU*
^en @tuble erhoben, in feinem Timtt fiäf l^obe SSerbtenftc
n>ie um ben ^tttar, fo um bie äBelt ermarb. S)iefer Wtatm,
in bem bamaligen Greife bed gelehrten SBiffenS butc(^ fru«
f)m @tubten a» 9R&n4^ im Atojler @. SRanmin ju 2riet
eben fo bcwanbert unb in feinen itenntniffen bemunbert.
1) y^Parentes yeniunt ad templum cum magna hnmilitale et
dejeclione cordi$ ponentesque pucrum supra altare S. Mariae to«
tum placabile TOTcrunt cum Domino.'' Cosmas Prägens, p. 74.
Legenda de s. Adalb. p. 90.
2)9eat(»mann ©efc^tc^te ber 6tabt SD^adbeburg IB. I. ®. 43.
3) 9{ad^ eim'den begab ffcb 2CbaIbert na4 fRögen/ ndc^ anbem nai^
Slußlanb. SBenn inbeffen manche ben Hht ftatt na^ aiu$(anb na^
Stdgen wanbern laffen, fo f^etnt Med nur ein Srrt^um bed Cbron.
Magdeburg, ap. Meibom. T. IL p. 273 — 274 px \t^n, bet att<
Dümar Merseburg, p^ 29 jtt oerbeffern ift jDodb föiintc %i€t »obC
audb eine SSerwecbfelung 3»eter ^D^dnnec be< 9lamettd 2Cba(bert Gtolt
llnben; f. Chron. Hirsaug. T. I. p. 104. Annalista Saxo ap. Eceofä,
T. I. p. 302. 317.
3(bat(ettf SBtlbungin ÜRagbeburg. . 247
aU »egen ber Steinl^it feine« SBanbetö unb ber IBieberfett
feiner ®e{uinting/ wegen feiner aufn(|)ttgen ®ottedfur(|)t
nnb wegen feines täglichen &tteUn^, burdS) ^^^^^t i^nb |)anb::
bmgen )u be wirren/ waS bie Siinge Ufyrtt, afö SRenfdE^
fo io^ geacl^tet but^ bie iDffen()eit fetneS (SÜ^arafUt^, aK
|>rtefter bur^^ Sa4ifantfeit unb Sreue in feinem ZmU fo -
fe^ aller Serel^rung wfirbig/ bie i^m auö) na^ie unb fem
)tt Sl^il warb/ unb di SS^tfänbiger bed ©laubend unter
ben ^hm, bomebmIi(b unter ben ® laben ::SS6(fernfo \)o^
beibtent/ fo iianb^afi unter allen Wtütftn, fo U^anlid)
fttbft in ben Gefahren feinet SebenS, bafi tbn ^aifer unb
9<xp^ mit bober ®un{i befcbenften ^) , biefer SRann^ beffen
9lame im gan^n SUid)e mit %(btung unb ßbtfur^t ge^
namit warb, nabm ben iungen ®rafen SSBo^ce^ mit einer
ütbe unb Sreunblicbfeit auf, bie ben Säugling nicbt min^
ber äberrafcbte/ ali jte ibn mit wirmfler Siebe erftidte').
eeitbem war 2(balbert bed Säugling« 3Rufter unb Siel ^);
für ben 2Cufr<bwung feineS ®tifttS ein micbtiger Xntrieb! ^
«cofc Seifpiele ftnb immer bie fcb&njle ®<bule beS its i^^^>'
bm«. ' ^\\
Co trat ber auf)irebenbe Säugling in eine grof e Sabl ^- ' *^
bott jungen ^eutfcben ein, webbe ber weite Stuf ber SRag^
beburgifdben @(bule aM allen Sbeilen be« SSaterlanbe« f)kt
jttfammengefäbrt b^^tte, benn für ben b&beren @tanb gab
eC in bamaliger 3eit feine anbere SilbungSanjtalten ^ oli
foUbe mit geijtlicben Stiftern berbunbene ^flanjfcbulen.
Sie |tt SRagbeburg gl^njte bamatt aber bor allen b^tbor^
benn fte fianb junäcbft unter b^r Leitung iDtbericb«/ eine«
9tanne«, beffen ©elebrfamfeit in aUtm, wa« m jener Seit
ben Arei« be« menfcblicb^n SEßiffenS bitbete/ in ganj ^eutfcb^
lanb gerubmt warb unb bie fiSIutbe ber Scbule nicbt we=
1> Qiron. Magdeburg, p. 273.
2) Cosmas Prägens, p. 74. Legenda de s. Adalb. p. 91.
3) Uebcr TCbätbett^ Sob gtebt e€ nur Q^ne stimme; Bitmar Mer-
*^burg^ p. 29. Annalista Saxo ap. Eccard. Script!. T. I. p.. 302.
tegeiub de s. Adalb. p. 90.
248 7(t>a(bect^ SStIbund in SRadbeburg.
ntg mit befSrberte ')• 3^^ ^<^tte Der iSr)Mfd^of Vbalbett
ben 3ungltng iun2(l(){i antoertraut utib an i^ fd^(of .{u|
biefer and) mit aUtv SS^rme feineS «^crienS an. XIS nun
naä) SSerlauf einiget Seit ber Stibifd^of bem jungen SRanne
bie SBei^e }um geifllid)en @tanbe ertlfiettte/ legte et t^
flatt feines n>eltltc|)en Stamenö SSois^cedf^ ben fetnigen bei,
jum fiSen^eife/ n>e(c()e «Hoffnungen in feiner neuen Seflinu
mung auf if)n gefegt fepen ■). ^er iunge Xbalbert ent^
fpradl^ audl^ balb folgen @martungen bun^^ feinen 6ni|t
beim Unterric()te , burc^ bie lebenbigfte Sl(iei(nal^me in aDen
Uebungen gur SSilbung feined ®eifleS, ni(^t tninber aber
auä) burc^ bie flrengfle 9teinl(ieit unb f^6ii!m{g(eit feinet
SBanbetö unb burd() ben regften Sifer in aUen gftttlic^en
S)ingen. £)l^ne jemaie Xl^eil ju m^men am luftigen @))iele
unb an ben SSergnugungen feiner @(^uIgeno{fen )og i^
bie Steigung einer {Innigen @d[^n)annerei^ bamalS ber Seift
ber Sfr&mmig!eit/ ni4)t fetten l^in an bie Segr^bnifie wts
el^rter SRartprer, ober an Jliüe, einfame jDrte }ur Xnba<(t
im ®^hete ; bort fang er bie f)falme ^atoibS )u feiner 9u
. Hebung, unb oftmald brad^te er 9li4)te in ben Ain^en*voi
ben JBilbnifTen ber «^eiligen/ ober in ber 9tleg^ ber Xrmen
unb Traufen ju. Sn folc^er SSeife aber erwarb er fu^ bie
unget()ei(te unb mdrmlle Siebe bed @r}bif(|)of& unb feinet
8e^rerö .Ot^ericf) »). 2Cnbere Seiten würben ber ®eijle«fr4fl
3Cba(bertd eine anbere Stic^tung unb feiner fBilbnng einen
r
1) «Dtefer Ot^ertd^ mar @4o(a{ttniö be0 ^loflerd stt atag^fbnrg.
Cosmas Prägens. 1. c. nennt t^n philosophus. jDad Chron. Magde*
bürg, p, 277 fagt »on i^m : raullos liberalium artium disdplinis no-
biliter instnixerat, quia et sapientia et facundia sui teraportf na'
gistris incomparabiHs erat SBgt. aber t^n bte gefammelten €fte&rB Ül
^<r/»'^ de Tiu s. Adalb. §. 2. Urber bie bamaltgen e^nren }«
iO^agbcburg f. 9(atbmannd (Sercb* b. <Stabt fO^agbeburg S. L Cf. dO«
2) Lcgenda de s. Adalb. p. 91. Cosmas Prag. p. 75. Paui^
Langü Cbron. Citicens. ap. Pistor. T. I. p. 1127. Canisü tiU ^
s. Adalb. p. 334. ^
3) Cosmas Prägens. 1. c Leg«nda de s. Adalb* p* 91. Cantsä
vlta s. Adalb. p. 334.
3(ba((>ertö Silbung in fDtadbeburg. 249
wJbem (Straftet gegeben o^et ioentg{lend iodf m&gU^ qc^
ma^t ^ben; t>^matt abix "^iz^ ed ®r&pe Ui ®txfta, du
Menuett uut) dbelmut^ bet @eele^ Sugenb in Saaten unb
Sefmnungen/ fo ju (eben, n>te Vbalbert //liefen S&ngs
,,Itng ^t ®ttt gefegnet/ tet f4)on fn fo jarter Sngenb }tt
„fohben b^rrlicben unb ben>unberungftn)ürbtgen SBerfen bet
,,Sugenb ft^^ erbebt !^^ fpra^en bie, n)el&e tbn in feinem
Seben6n>anbel lennen lernten 0. 3u bet^aber, xoai 2CbaU
bert voatb, f)atttn ibn t>or)ägli(b ber (Sribifcbof unb fein
Sebrer £)tbcricb gebilbet; )U beiben b^gte 2(ba(bert fort unb
fort bie innigfle TCnbinglicbfett unb xoixxaftt £tebe; betbe
waren ibm bie b^4)1ten 9Rufier in aUem, waS in g&ttli(ber
unb mtnSi)lxdfcx @r(enntniß unb im frommen SBanbel t)Ot
(Sott unb SSenfcben ju erfireben \%
2CbaIbert genoß iebod(^ £)tberi(bd Unterriebt nur einige
Stebte. <Sin 3toifi jmifcben biefem ]^od!)gef(b26ten Sebrer
nnb bem Sr^bifcbof ben>og ben erftem^ feinem Sebramte ju
entfagen unb f[(b an ben «^of bed iKatferd iDtto be$ Swtu
ten }U .begeben / xoo ibn biefer ju feinem 6a))(an erbob ^)«
tlm fo mebr fdf^Ioß {td!) nun ber lunge Zialbtxt an feinen
boben ®&nner/ ben @r)bt|(bof, mit ungetb^itter 8iebe an;
aSein aucb biefer n^arb ibm am 2iflen ÜRai bed SabreS
981 }>l6^li(b burcb ben Sob entriffen^ unb TÜalUxt begab
{ttb je^t/ nacf^bem er gegen neun Sabre in SRagbeburg im
9tort(iQoiier «erlebt ^attt 0/ tiad) SSbbmen surutf, um in
1) Talibus et his similibns ▼irtutnm ezercitiis deo pleno« pue-
rnlos multorum in se deiuit oculos nürantium et dicentium: Bene**
dicens benedixit hunc puerum deu5 , qui jam in hac aetate tarn
tenera ad optima et adrairanda Tirtulum opera sie consurgit. Le-
genda de s. Adalb. p. 91.
2) ^te Legenda de s. Adalb. 1. c. br&cft hiefti fo au<: Magistro
nio nomine Odone quodam philosopho in tota Saxonia faniosissinio
in dientelam Imperatoris transeunte. 9la(b 9t a t b ni a n n a. a. C
& 91 «ertdeb Otb^cben ber 9ldb be^ (Svfiif^ofi. Cbroa Magde*
borg. p. 277. Cosmas^ Prag, 1. c SchotL p. 29. Cahisii Tita s.
Adatb. p. 335. AnntUUta Saxo p. 331.
3) Vita s. Adalb. ap« Surium. 9tad^ Costnas Prag, Cbron.
1
250 Zhalhttt, SStfd^of t)on $taa.
f)rag unter bemStfdf^of 2>tet^maf^.in ben 3>ienfr bet JtudiK
iu treten, «^ier befleibete er Hi Timt einet ®u6btaco«
nni ^), unb gemann \>ntd) feinen (Sifer im ftr4)(i4<n
jDienfle unb \>uxdf bie 9tein(^tt feiner @itten balb eben fo
ba« Vertrauen unb bie Siebe feinet fBiiä)o% atS bie ®ttnfl
unb ^o^adftaxiQ feines Särflen ') ^ bed ^cx^o^i SboiOU»
be« (Erfteu/ ber erß (ur) }U)>or baS fi3idt|^um 9)rag eni(ti«
tet l&atte.
' ILuöf 1)Ut Uhu Ttbalbert nur bem iBerufie feinet Ums
Ui, feinen Dflid^ten bet ®ottetbienftet , ber aBo^tt^^atigfeit
gegen Ztmt unb 8eibenbe unb ber Sefcb^ftigung in feinen
jBAdE^eni/ bie er in großer 3a^I aut SD^agbeburg mit ^
gebract^t fkitte 0- Unb ba ber S&i^of 2)iet^mar balb n^
^er gegen bat Sabr 983 jlarb unb ber bif(^&f(i<^e @ttt^
iU Drag oon neuem befe^t werben follte, wufite «^rjog
Sotetlat) unb bie ®rofien bet Sanbet, bie }ur SBal^I benu
fen waren^ feinen »Arbigeren 9la((^folger, alt ben frommen/
t)om JBolfe ^oöfita^UUn 3(balbert ^). @o marb er ein«
tnutbig unb mit iaudj^ienbem Burufe Ui gefammten SoRei
}um JBifcbof bet 8anbet erm^blt 0/ «nb buxdf bat ganje
p. 15 toat 2CbaI6ei:t iebo4 länger a(< gr^n 3a^re in SO^agbeburg 9^
Wefen. 3n Canisii Tita s. Adalb. p. 3^ ^tft e< : Quol annis stu-
duity incertum est XSenn nad^ AnnaUsta Saxo p. 333 Xbalbert^
Sater im 3a(»re 961 fiarb, fo fann i^n au(^ btefer Umftanb s»r M^
hit nad^ B6t^men bewogen ^ben. 2Cu4 bicfer Qf^vonift giebt 3(ba(bertS
Zufentf^alt in SXagbeburg anf etwa 10 3a(re an.
1) Vila s. Adalb. ap. Surium. Cosmas Prag, Cfaron. p. 1^-
•Canisii vita S. Adalb. 1. c Annalisia Saxo p. 33>5.
2) Legenda de s. Adalb, p. 91.
3) o^o^ inodicam librorum copiam referens.'* Annalisia Saxo
p. 335.
4) Cosmas Prag. Chron. 1. c ; bo4 irrt btefer (S^i^ontfl in M6
fi<|t ber Settangabe. Sgl. ßaronii Annal. Eccies. T. X. p. 839.
Dubraoii Historia Boheinica p. 44. SfihoU p. 32 — 34*
5) Inquisitione facta » quem sibi constituaat episcopura, rc^
ponderunt clamantes unanimiter omne« una voce coelitu« iospirati:
quem alium nisi indigenam nosti'nm dominum Adalbertum, cuiu«
actus« vita alque nobilitas, diviliae, scaenlia et lanctUas cum ho-
Sanb verbreitete fk^ bie aDgemetnfie %teuU unb Sufrtebeiu
Mt nber ben neuen «Wirten ber Aird^^e. 2>a he^ob {td^
Xbalbert na(|^ fBerona, um boxt, em))fo]^len t>on bem «^er«
)oge feinet Sanbed, Dom itaifer jDtto bem 3n>e{ten burcf^
Sing unb &tab bie fBeftatigung 0/ »nb bann au4^ nad^
Wtami, um wn bem bortigen (Sr^bifdi^ofe äBitttgeS/ unter bef::
fen get^ttbe löi^ut baS Drager SSiMbum gefteOt war^ bie
bif(b&fii(be aSetbe ju erbalten 0« UeberaO begleitete ben
neuen Sifcbof ein bebeutenbeS ©efolge^ xoüdjei ber {^ergog
)n feinem ®6)ui^ ibm jugeorbnet b<2tte: VIS er aber b^itn«"
febrenb vor 9^rag n>teber anfam unb baS \au6)imU 93olf
in großer ^affl ibm entgegenjlrimte , jog er baarfitf unb
ebne Sd^mucf unb ©lanj in bie @tabt ein unb bejiieg
nun erft ben Sifdj^ofSIlubt 0.
3Cber nur {u balb t>em>anbelte {tdf^ ber gan^e äuflanb
ber jDinge. S)enn fo grop au(b immerbin bte Vcbtung unb
bie Hebe xoax, bie ibm beim SSolfe bie ftttlicbe Steinbeit
feine« geben«, feine 9Rilbtb(itigfeit unb fein 9Ritleib gegen
Xrme unb VtngH&dli^t , unb fein frommer^ gottergebener
SBanbel em>arben, fo tt>arb bodf^ balb auä) ' fein Sifer in
Bore concordant Legenda de s. AdalL. p. 91. Canisii ^ita s.
Adalb. p. 336. AnnälUia Saxo p. 335 bertd^tet, baf ,, facta est haec
dectio noo longe ab urbe Praga in oppido Levigradeo XI Kai. Martii,
eodcm anno, quo obiit Tbietmanu Episcopus, qüi IV non. Ja-
Bnarii decesserat. ''
1) AnnaiUui Saxo p. 336 idf t bte SSefidttgung am Steil 3tttti
ctfeXgcn.
2) Vila s. Adalb. ap. Surium. CcuiUii vita s. Adalb. p. 336. c
10. Connas Prag, 1. c. Legenda de s. Adalb. p. 91. 9tad^ Anna-
Usia Saxo p. 336 toac ber ©rsbifc^of i»on ^aini mit gu IGerona unb
«nietete bort bte föetbe. 2Cber ei: I&pt i^m bort aud^ er|l ben 9t^men
Xb<|(bcrt ert^etleti, fägt freiließ ^inju, bap i^n au<b ter (^bifc^of oon
Stagbeburg fc^on fo genannt Ij^abe.
3) jDte Legenda de s. Adalb. 1. c giebt triebet bad 3abr 9$9 an
n»b fagti TShoXbnti SBet^ung fep gef(^^n in feste apostolorum Petri
et Panli. ^it\t U^ S3efHmmung i)Cit<iViä) bie Tita s. Adaib. ap. Canis.
^QKeia jene« offmbar gaon unrid^tige 3a$r (dft biefe toeg. AnnaUsia
Saxo p. 336 Dcrbeffert jene« Sa^r 969 in bad SMt 983.
]
252 Hbaibtvt, aSifd^of uon ^rag.
SSertilgung Ut Sajler nnb ®ximl, btc noöf aU ttebenejie
be8 l()eibnif(^en SebenS im ro^enSSode 1)ett\(i)Un, ber fitelmU
bereif ber nodfi bie 9{et(ben unb ®rofiett Sübf)m^tA fafl ubet^
aU ergeben maren; ed warb feine fcbarfe 9rebigt gegen boS
robe unb ftnnlic^e unb genu^füc^tige Seben unb bie grofe
@ittenloftgfeit^ n>el(ber felbfi bie ©eijtlicben^ bie berufenen •
SSerf^nbiger ber SEugenb/ frbbnten; eS marb fein Va|Hofer
^nipf g^g^n alU^, toa^ ba0 SDangeliunt funblicb unb utu
(brifllicb unb t)erbammli(b l^u^, bei {>bben unb Stiebem
mit fobbem Unbant unb ^a^, mit folcber S3erl4umbtmg
unb Verfolgung belobnt^ baf er nacb furjem fcbon befcblof/
iai gottlofe uni tro^ige Solf wieber ju t>erlaffen ^> Swar
batte ÜRIaba / bed «^eriog« BoU«la\> \>on fi3&b>nen ®(bn^
fler^ n>ie nicbt minber ber «^er}og felbfi, bem Siftbofe oft
fcbon große JBeweife ibrer «^ocbacbtung unb Zuneigung ge»
geben unb burcb reicbe ©efcbenfe ibn unb feine itinbe )tt
erfreuen gefucbt ')• JÖa aber Vbalbert taglicb mebr be*
merfte, baf man fein mabnenbeö Sßort unbefotgt (ief tmb
fetbjt t>era(btete/ feine firafenbe ^rebtgt loerfpottete/ baf man
ibn unb feine itircbe t>ermieb^ unb bafi ed eitel unb fruc^t^
loS fep^ bai fänbbafte SSoIf jur Sugenb ju fubren, ta
tonnte ibn nid^t^ mebr tr&flen aber ben quaatooden 9ts
banfen^ baf einfi bem «^irten bie ^erberbtbeit ber *^eerbe
iur @4)ulb werbe }ugemeffen werben '). @ine ^id^AUit
6rf(beinung^ bie ibm ein SEraum ^ugefäbrt, worin i^m
. Gbriflud frf^ien, gab bie Sntfcbeibung. Unter bem fSots
i m II
1) Cosmas Prägens, p. 77 füjrt an : Ad ultimum cogiUt, me-
lius esse relinquere, quam in caeco et sponte pereunte poptiio
operara perdere, quod mazime de tribus causis actum ease dicunif
qui huius rei ordinera , ipso narrante , compererunt. Prima et ▼»-
lut principalis causa, propter plurcs uzores unius viri. Secuoda
propter detestanda conjugia Clericorum. Tertia propter captrtof ^
et mancipia .Ghristianorumy quos mercator videns infelid auro eraerat,
cmptosque tot Episcopus redimere non potuiL DubroQÜ Histoi**
Bohem. p. 45. Canisii vita s. Adalb. p. 339.
2) AnnaUUa Saxö p. 336.
3) Legenda de s. Adalb. p: U2. AnnaL Saxo |>. 348.
3(baUert« Jt(oflertf 6en gu 9lom. 253
$Atn timt f)Ugene{fe ium fieHigen (Stabe beS «^errn )>ers
lief 2CbaIbett im Safire 984 feinen bifcb&fitcben @tubr unb
trat in Begleitung einiger feiner SSertrauten eine SBanbe^
nsng na^ 9tom an ^).
Qeber bie Sefe^ung bed (eiligen (Stubtö (u Stom xoax
bamaß gerabe/ M 2(balbert' bort anfant/ t>ielfacber @treit
fti befaf tbn auf tur^e Seit ^PlEHtnned ber SSier^e^nte»
Xbalbert erfcbien wt bem f)a))fte mit^ tiefer Sf)tfnx^t unb
eröffnete i^m bie beträbenben UrfacbeU/ warum er fein
hi^h^ie^ Tlmt babe t>erlafren möffen. 2>urcb bie 3u$
flimmung beS b^il^g^n SSaterd getr5tlet unb erfreut^ legte
Xbalbert feinen jBifcboföftab in M Dapfled .^jnbe nieber
unb begab ft(b barauf nacb bem JClofler Qaf^no, um t>on
»ort and feine SBanberung )U bem ®rabe beS «^eilanbeS
anjutreten *;. Sr loermeilte bafelbjt eine $eit lang; allein
ie langer er t>en9eilte, belio mebr feffelte ibn ber 9{eis beS
einfomen AloflerlebenS auf bem fiSerge Safftno. iBalb 1)atU
er aQe<, roaB er befaf , befonberS aber ein reicbeS ®elbges
fibenf, loelcbeS / ibm bie ^aiferin Sbeopb<tuia^ bamatö }u
8tom, fär feine Dilgerreife inS b^ilig^ ^<^nb gegeben f)atttf
miter bie Xrmen unb Aranfen ber umliegenden ®egenben
»ereilt S)a beburfte ed faum nodj^ ber @rmabnungen
M bortigen ZiUi, feine SSanberung nacb Serufalem auf^
)ugeben unb ft^ bem füllen unb befcbaulicben Seben beS
Aoßerft iu , wibmen. SRan^ wänfcbte/ bag 3(balbert im Alo«
fer )tt Qafflno bleiben mige^ ba er atö geweifter SSifcbof
f&r biefeS itlojter in toerfcbiebener «^tnfi^t febr b^ilfam
btoe wirfen (innen *). ®erabe btefer Umffanb aber^ bafi
man ibn W^ no(b atö Sßi\6)of betrachtete/ )>erleibete ifym
. 1) Legenda de s. Adalb. p. 92. Canisii vita s. Adalb. p.
• 339 c. 14. Schott p. 38. Leo histor. Pruss.p. 37.
2) Cosmas Prägens, vita s. Adalb. p. 78. Canisii vita s. Adalb.
p* 540. «Legcnda de s. Adalb. p. 92.
3) 2)ie Legenda de s. Adalb. p. 92 unb Canisii vita s. Adalb.
p. 341 c 18 beuten biefe« auBbtMiid) ad.
254 Zbalhttt^Xleftttithtniufftom.
ben längeren TlvL^tntfydt auf 6af|ino unb et begab fU^ bolb
barauf in baS Slo^n SaUid SuctS, bem ber beräumte Tiht
SHUni borftanb, beffen ®tU^amMt tinb frommet SBanM
weit unb breit befannt waten. SBeil iebodj^ in biefem Jtio*
ftet nut grte(lS)if(i(^e fSRhä)t ttad^ ber Stegel bei billigen So«
jtliuS kbten , fo berwetgette bet Xbt Vbatbetti 3(ufnabme,
tietb ibnt bagegen , nad} 3tom jurud jufebren unb bort in
bad Alofler bei ^tiliitn TttexiVL^ eixiiutteUn. Xbalbett folgte
bem fteunblicben Slatbe^ watb auf bei fflilni Sm))febluitg
in 9lom aufS liebeboQfle aufgenommen / unb em))ftng oom
Tibi Seo bai 9R6n(bigen>anb ").
9iubtg betlebte nun Vbalbett mebre Sobre in feimm
Alofter auf bem 2(benttnif(ben Serge entfernt bon oOen
Sßeltgetteibe. S)ott untetjog et ftcb in tiefet S)emtttb unt
in b&Qiget SSetgeffenbett feinet ©eburt unb feiner frd^
SBirbe / ben niebrigflen Kifierlicben ^ienften unb ben k«
f(bn>erlidb9en arbeiten. £arin fanb bie Seit bie Seiten
bemitbiger ® ottergebenbeit @(bon a» SBifcbof batte 7Mf
bert (Entfagung aUeS SBeltli^^en unb (Srtibtung alle« irbi--
fcb^n jStrebenS Sag fär Sag al8 bie erfie unb no^n«
bigffe fiSebingung gottfeliger Sugenb geübt; fcbon iümM
fcblief er mit feinem oertrauten Sreunbe @aubentiu§, ber
fein lieter jBegieiter mar ^), meifl auf blofiem nacften So«
ben im ffitemn ®emanbe. ®en)ibnli(b tubte fein ^txft
auf einem ^axttn @teine. Sage lang entbebrte er cXi
@))eife. ®eme barbte er^ nm in Sobltbaten unb im ttU
1) 9la4 Cosmas )Prag. Chron. p. 16 gefc^a^ biefH im 3^^
99a Cosmas Prag, vita j. Adalb. p. 78. Leo OsÜens, L. II c 17.
Baronü Annal. ecdes. T. X. p. 850 — 851. Legenda de s. Adali».
p. 93. Canwi* vita s. Adalb. p. 342 c. 19. Leo 1. c p. 37. SdioU
p. 40 — 41. — 3n ber Legenda ^etft ti : Anno domini noniB^ftn-
tesimo octuagesimo nono , die qua dominus pedes discipulorum »'
yit, susceplt habitum monacbalem. AnnäUsta Saxo p. 348.
2) „Solu« frater Gaudentius secutus est eum, qui carne el
spiritu germanus sibi ab infantia ei fidelissiraus comes fuit." I^
gcnda de s. Adalb. p. 93.
7(ba(6ert« StiefttvUhtn ju 9lom. 255
ifm Tamofen Serbtenfi unb Seligfeit im ^immtl }U ftn^
beiL @anit Stielte brac^^te er am Aranfenlager leibenbet
Xmien ju; nur wenige @tunben g&nnte er bem Sthtpzt
&I^Iaf ttnb Sr^olung. %uf Steifen war fein 9)ferb fein
bejferei, aU bad eined {Bauern^ 'geleitet huxä) eine fd^Iecl^te
Alfter aus «^anf '}• Vud^ im ^lofler ju 9Iom fanb Xbal^
bert in fot(^en Uebungen ber (Sntfagung unb Smiebrigung
ba6 3iet feiner SEugenben. Qx toerwattete bort wie ber ge«
ringfle «ftlolierbruber bie gemeinen SBd^^enbieiifle / reinigte
bie JRJh^en/ f^uberte bad S^ger^tJ^e^ )og SSaffer ani bem
Srunnen, bebiente bie iCIoßerbruber am Sifdf^e n. bgl. 3n
fold)er SebenSweife unb in ber flrengflen Seoba^tung feiner
{ir<!bU(|^en 9)fU(bten/ im Saßen unb ®ebet fa^ Vbalbert bie
wUtnMt SrfäQung aHer Sotberungen feiner Sugenbkbre.
Unb in folcber Ztt bxaä)te er mi^ feinem gleicl^geftnnten
SXitbrubcr (Saubentiud in fliUer (Sinfamfeit gu Stom meVe
Sttjre bin »).
S)a gef4»a^, baf ber Sr^bifc^of Don SRain) auf bie
JUagen bed b6^mifid|)en «^erjogS SoleSIato aber ben g^njs
U(^n SetfaO beS iKircf^enwefenS w>%enb XbalbertS Tibxot^
fen^it }wei IBifcb&fe nad^ 9tom fanbte^ ben 9^pft So^n«
ne$ ben Sunfgebnten nm eine neue flSefe^ung beS biidfhflU
4en @tit^(e8^ ober um ZialUxü 3tiidfd)t na^ 9)rag ju
erfitcf^n. €d warb fofort eine @t)nobe sufammenberufen^
unb na^l i^rem fiSefd^luffe erl^ielt TiialUxt t>om $>ap{le bie
Seifung, ^um «^eil feiner Mxö)t na^ 9)rag iurAtfjufel^ren
unb fein h\fä)hflid^t^ TLmt toon neuem )u übernel^imen. Uns
gern folgte er biefem IBefe^Ie; unter SEf^r^nen fcf^ieb er an^
ben ßiQen SRauem beS itlofierfi , in benen er fo lange in
(hrengen Uebungen unb f)arten ^ienjten ^eube unb SEroft
1) 89L. Cosnuxs Prag, vita s. Adalb. p. 74 — 75. Legenda
(ie s. Adalb. p. 91. Canisii yiU s. Adalb. p. 538.
2) Legenda de s. Adalb. p. 93. Canisii Tita p. 343. Baronii
Anaai eccles. T. X. p. 851.
256 SSifd^jof Hiaibttt t)on neuem ^u ^räg.
gefunben ffatte, unb fumntcn>oH jani fd^wet beforgt fam er
im 3abte -093 in 3)ras n>teber an ^).
(Sr fam aber ntc^t b(o§ mit bemje(bigen ®eijle unb
mit berfelben Ueberjeugung t>on ben ^fliö^Un fetneö Xm«
te6> fonbern ei maren feine ®runbfi^e aber, baö, mi et
a(§ Su^enb)>flidiit eineö leglic^en SRenfc^en anfab unb wa
naä) feiner Sugenblel^re jeglid^cr Gb^iß üben unb unterUf:
fen foUte, xoi^xeni feined ^loflerlebenS in dtom unb unter
feinen SRinc^däbungen nur nocb ungleid^ ffrenger geworben,
ttnb n>er fann beS^Ib ben frommen fi3if4^of tabebi, ber
t)om ©eifte feiner 3eit burc^brungen mar? SSer x\ä)Ut
aber XbalbertS innere Ueberjeugung t>on bem, toai t^m
als }um tugenbl^aften Seben not^menbig erfci^ten? Srr
entfdf^eibet in menfcblic^er Sinjtdf^t/ mad bi^nieben in ber
Seit Sugenb l^iei^t unb maS t)or ber ©ott^eit SEugenb t^?
^ Siai ifi in ber ®efi$i(|)te Xugenb^ maS ber SSenfcb mit
m&gli(|)er @in{t(^t feineö SSerftanbed atö fol4)e ertennt unb
in reinfler unb tieffler Ueberjeugung bed SBa^ren^ be$ Sn-
ten unb beö Siedeten aü foCc^e äbet. £ie SReufdlien fel^n
bie Sorm unb ricbten über fte anbecS unb anberö ; t^or @ott
gilt nur ber @eif!/ bie ©eftnnung unb bie tteberjeugung.
ibai aber fann fcbmerüc^ einem Zweifel unterliegen, ba$
Xbalbert in aDem, mad er mit fo(c|)er ^raft ber 6ntfa<
gung, mit folc^er <^tixh beS SSiKend unb mit fo((^cm
geuereifer feiner ©eele erjirebte unb übte, nur bie ?)jli(bt
beS (Sbriflen, bad ®ebot beS @t)ange(ium$, bie gebre ber
Jtird^e unb baö bHfte ®efeg ber SSugenb erfannte.
ZU baber 2Cba(bert wt $rag mieber anfam, fonnte
tbn baS SauclE)jen unb ber 3uruf be$ entgegeniiebenben
SSolfe« »obl wenig erfreuen *). 6r fannte be8 gemeinen
1) Canisii vita s. Adalb. p. 344. c. 2-5. Cosmas Prägens» ^ita
5. Adalb. p. 80. Legenda de s. Adalb. p. 93. Baronii AiiDal. ec-
de«. T. X. p. H60.
2) Venientibus Pragam omnes ipsum pari voto et ardenti sus-
cipiunt afifectum. Oranis aetas et conditio cum laetitia ei obviain
exiemnt Denique spondent pristinam vitam secundum consiliuni
S3if(^of 2(ba(6ert \)on neuem ju ?>caö. 257
«^tifmd wanbetbare ©eftnnung, ber @rbpen «^artn^tgFett
in t'bten ®Anben unb tbre ®d)Wa6)i)cxt in tbren £u{fen,
tmb Ifitxaui al^nete er bie Buhtnft. @ob4(b er aber fein
Ttmt iDOtt neuem ongetreten, ffinbigte er ben gajlern beß
Softes unb bem funb(idl)en ^Seben ber ®rof en abermals ben
Äam})f on, unb brang mit nocb jlrenc^crem Slacbbrurfe auf
Serbannung ber au« bem »^eibentbum nocb jurücfgebftebe^
nen aRif brau^^e wnb ber nodf) immer feftgel^altenen uncbrift^:
liefen ©itten; unb biefe« uncbrfjincbe i^bm beS SBolfeS,
We ®rSue( unb iapt in ber gebenSweffe ber Vornehmeren
unb bie ju<bt* un^ gefefelofen Sitten ber ©eiftlidfjfeit öer^:
folgte et mit folcber Strenge/ mit fo feurigem ©ifer unb
mit foltl^er «ficffW^tSloitgfeit auf 9)erfon unb ©tanb, baß
tote Erbitterung unb ber <^af gegen ben l^jttgen Eiferer
ba(b mieber auf ben b^^ften ®tat> fliegen ^).
jDa brachte folgenbeö Creignif bie Stimmung jum
Tbiibxndf. jDie Stau eine« Dorncbmen ÜRanneS lebte mit
einem @e{fHi(ben in f)rag in t>erbredl^erifcbem Umgange.
t\t Weitem beS gefrdnften SßanneS {feilten bem SBeibe
nacb/ um nailf alter SanbeSfttte ibr aB @l[)ebrecberin ben
Jto^ abf^^Iagen ju laffen. Zum '{!e flucbtete ftcb in ben
S(btt^ beft IBifcbofS, ber ibr baö S. ©eorgS^^lofler al6
Suflu^btSort ann^ieS. S^arfiber erbob ftcb in ber ganjen
6tebt ein fd^recFlicber Xufrubr. SBie fann ber Sunbenei«
Icter, riefen bie erbitterten «Raufen, eine Sb^brecberin in
64u^ nebmen unb ibr in ben gen^eibten fSRauern etneS
5MojlerS ben Ifufentbalt gepatten? SSon boppeltem 3orne
entbrannt {türmte baS JBolt mit SESafen gegen beS SSifcbofS
Sobnung unb t^rlangte unter Scbmabmorten unb ^ro^
tongen bie Auslieferung beS t>etbred[ierif(b^n SSSeibeS. S)a
trat Vbalbert mutbig unb gefaßt unter bem erbitterten
Boliebaufen auf, in feffer Qwtx^d^t, bap er gen)iß als £))>«
et praeccptam sandl praesulis emendare; sed noii post multiim
lemporis ad refroacia scelera rclabuntur. Lcgcnda I. c.
t) Cosmas Prag, vita s. Adalb. p. 80. ' '
I 17
258 S3.if(^of TCbalbfrt opn nettem }u 9ca^
fer M fStÜiffa^i faOen loeAe ; ex, t)enoetgette nid|^ btof
aufS jtanb^H^ftefte beS SBeibei SfreilafFung/ fonbmi ^eBte ^
fogar felbfl aÜ ben SSetbrec^et bat '). XOein bat 8e((
glaubte feinen äBorten n^t; t>ielnte|)r jlfirmte ein gcofet
•^aufe gegen baft @. ®eorg6«AIo{ier an, erbta^ bie Statu
eni/ bemJcf^tigte {td^ bet (El^e6re(|^eritt, überlieferte fte i^vi
9^anne jur gerec^^ten @trafe , unb weil biefer fte ni(^t t)olt
)tel[^en moHte/ fo mufite il[^r eine gemeine Dirne mit beut
&dftotite ben ^opf abfd^Iagen ')•
2)iefed (Sreigni^ aber griff tief in Xbalbertt 9eelt
(Srsfirnt über bie gewaltt^^tige (Sntbeiligung ber Il&{ier(i<^
Sreiftitte/ erbittert burd^ bie toerl^umberif^^en @dfmi^taiP
gen unb Drohungen , xoü^e \>ai SSolf in feiner SBut^ flf<
gen if^n audfKef / unb t^er^meifelnb an ber 3R&g(idi^eit bet
fBefferung legte er abermato fein $ßifc()of$amt nieber ttiib
ging im Sa^re 995 wieber na^ Slom in bie StiOe M
Jtloflerlebend }urfi(f. 6r na^m ben Sßeg burc^ Ungern upb
weihte )u ®ran ben Ungerifci^en 9)rin}en unb naitWS^
Stbnii @tep^an ben «^eiligen in ©egenwart beS JtaijM
iDtto bei Dritten unb be9 •^er^ogS «^einrtcl» üon fßaim,
ber nachmals Aaifer toaxb, buxä) bie Saufe ins S^rifl^
t^um ein *).
1) Crimen quo^ie in se referre voluit, ut se sceleriJ andore
magnum aliquid fierct, scilicet ut pro poenitentiae fructtbip vA
illam vitae servaret aut ambo aimul juaii morerentur. Qua Tohm-
täte, quia znartyrii coronam ezposcens erat, adimplerct utique qood
To1itIt| nisi eura prudenter Dominus Willico prohiberet Cosmös
Pniffens. Tita s. Adalb. p. 80. jDte Legenda de s. Adalb. p. ^
fa^t ebenfaOd : Tunc desiderio martyrli quasi in auctionem scelenf
in JC ipsum crimen retorqueri Toluit.
2) 60 Itefrm hU (St^d^ung Cosmas Pra^* 1. c. Legenda de f.
Adalb. p. 93. CanUü vita de s. Adalb. p. 345. c 27. B^rtmü
Annal. eccles. T. X. p. 861.
3) Chron. epp. Verdens, ap. LeibniU T. II. p. 215. BaronU
Annal. eccles. T. X. p. 861. SchoU. p. 45 — 48. gfcfUr <9»
fd^t^te ber Ungern S. L e. 3ia 369. <Snq^e(of>ib. ber WSütvS^ ^
Jtaa^ %%^ I 0. 397.
Zbalhtxt 9LhttmaU tm Jtiojiec m 9tom. 259
3m SLUfUt M ^iU ItUiAva }u 8{om toarb Vbalbtti
Mm ben 9tftml^n unb ifyttm Zbtt mit auferorbentltcl^et
Srenbe wieber aufgenommen 0« äBi^renb et aber ^itx in.
Otter SBetfe ftc^ »ieber ben jhengen ttebungen beS bef^ou«
It^cit Sebend f)iniab, xoat in ben 836l^men bte S3egietbe
iia(b Staäft an bem entmidiienen SStfdj^ofe it>on neuem er^s
MdS^t S8 gef^K)^ n&mltc^ auf 2Cbalbertö S^etid^t loon bem
fitib^ften Seben ber ®ei{Kidt)feit unb tM>n ber ©tttenloftg^
fett ber ©rofen unb bed SoKeS/ baf ber 9)aj).fi bie Säbfy^
mtn mit bem Xtrc^enf[u(|^e belegte, j&aburd^ mar ber 3om
be« SoSee, mel(^d ben fBifd^of ali ben 2CnjKfter btefer
6trafe anfab/ oufS (^ic^fte gefteigert morben^ unb meil man
an ifyn felbft feine 9ta6)^ > üben tonnte , fo überfiel eineS
Xagß ein mifber <&aufe 2Cbalbertd ®eburt$ort, ermorbete
feine Sruber unter graufamen £luaalen^ unb fuc^e burcl»
Berbrcnmtng beS £>rteS aUed )u t)ertilgen/ mad nur irgenb
bie Crinnerung an ben oerl^a^ten 83ifd£)of ermetfen tonnte 'X
Ttbalbert aber Dermetlte biefeSmal nur furje 3eit in
feiner Ro^erli^ien (Sinfamleit 68 gefd^al^ n^mlic^ im Sa^re
996, ba$ Jtaifer iDtto ber S)ritte in {Begleitung be^ (S^^
tifil^ofS t>on fDlatn) unb oieler anberen @(eifili(l^en ^d) na^
Som begab. jDa erfud^fte ber genannte Sr)bifd[^of auf fi3o«
hAatoö/ beft b&^mtf4^en «^erjogS anliegen *)/ ben neueres
»i^ten Dapfi ©regortuS ben fünften abermals um TCbaU
lertt Surädlfenbung in feine Derlaffene Rixd)e. anfangs
inbeffen t9ar biefer burdi^ feine S3itten )u bewegen / fein
bif(^6fl{d^ed Xmt mieber aufjunel^men ; er bat ben ^apft
aufg bringenbfte/ i^m )tt geftatten^ baf er ba§ @hbe feiner
1) Legenda de s. Adalb. p. 94.
2) SRand^e fe(ni btefe SBegebet^iett in bie 3ett tod^irenb beö erflen
KofenCj^alt« 2Cbalbert» in 92om. ®ie ge^rt inbeffen offenbar tn bir '3ett
fcinec ioeitcn 2Cn»efen^tt ober tn« Sa^r 995- Sgl. Co^ma« Prag.
Ckron.- p. 17. £iusd. Tita s. Adalb. p* 80. Vita 5. Adalb. ap. Su-^
mm. SehaU, p. 49. jinnaüsla Saxo p. 361 erj^K btefe Segeben«
Nt mtcr bem Sof^ 995.
3) Annalisia Saxo p. 361. ^
17*
260 Xbarttrt am Jtaifer|fdfe.
Xdge in brt Sinfömfeit brt JUojlft« «verleibe. ®te((orttt6
fdi^ten btefcm SBunfdi^ geneigt; aDein fortioi^nb bund^ bte
Jtlagbriefe be« SQMfdi^i)^ befiurmt, lofinfd^ er enbli^
ffibfl audi^ beftStfit^ofe SlödRel^r naäf ^xag; h9df grftilttb
et biefem aucb gerne bte 83ttte )u, baf er^ fofem bie IdUtt
men Jl^n mit benfelben feinbltd^en ®eftnnungen au^^men
ttnb feinen Srmal(^nungen ni^t folgen lo&rben, in bie Siiu
ber ber «Reiben (teilen ttnb ba baS Sbangelium bertftnbi«
gen btirfe *).
@o t>er(te9 Tibalhext f4)on im Sa^re 996 üoQ Srauer
itnb S3eträbnif fein Alofier n^ieber, ging über bie Xlpen
)urtt<I unb begab ftc^ juerft nac^ ÜRainj/ too baxnali ge*
rabe Jtaifer £)tto ber 2)ritte «^offiatt ^ielt '). ®(!^on in ttngets
ttnb nad^maU auc^ in Stent fyitU ber Jtaifer TtboXbttUA
Unmn - unb fcf^i^en gelernt ; an bem (elfteren £)rte »ar bic*
fer faji befidnbig in bed Aaifer^ Umgebung geti^efen. 3u
aRain) aber nafim il^n £)tto mit ganj 9or)&gU(^ Xtrt'
}ei(|^nung unb 3freunbl{(biFeit unb mit aUen iBeweifen eiwi
befonbern Siebe an feinem «^ofe auf, unb je Idnger Xbalkft
bei bem Xaifer Denoeiite, um fo inniger warb fßtiitt
greunbf^^aft unb t>ertrauung«t)oI(e Siebe. Stein Sag ging
t»,oriiber^ an n^eldj^em £>tto 2Cba(berten nid^t um 9^ M
unb ^dt xdit i^m in ®tipxi^en t>ergnägte <). TM ^
1) Consolabatur tarnen per hoc animam e\u$f qiria si in p<H
pulo suo frtictum salutis operari nequisset, gentibus non baptiiatis
auctoriiate apostolica predicalor fieret destinatus. Legenda de J«
Adalb. p. 94. Baronii Annal. eccies. T. X. p. 907, CanisU ti'U «•
Adalb. p. 348. AnncUista Saxo p. 361.
2) Vita s. Adalb. ap. Surium. Canisii vita L c Legenda p*
94. Cosmas Prcig. p. 81. ArmaUsta Saxo 1. c.
3) Venenint Moguntiam, ubi regressua ab Italia Otto Imptf*-
tor tunc morabatur, quoniam beato Adalberto erat famiIiariisnDi>*
Imperator; cbaritate autcm ipsius astrictus mansit aliquot diebat
apad ipsum amiciMimusque sui cubicuU secretarius noctc ac «M
ipaum ad conlemptum mundi atque ad amorem cbrisli ac patnaa
coelestis desiderium sanctis cxhortationibus indacens'OomnM^^^''
Legenda de s. Adalb« p. 94. Cosmag Prag, p. 8L
2Cbir(6ert am Jtaiferl^off. 261
JUtfetS nlitjihfe Sknlaxt, tote ibtxffaupt auf feine ganje %ns
Mt ber aBett ^tte btefe tdglic^e gegenfeUtge !0»tt(iettung ttnD
tttttet^ttung jibev ®egen^2nbe be$ ®lanUni unb beS ge?
beitf Qt»i^ einen fe^r bebeutenben Einfluß. ®e(bft au^
bie Xrt ber Steiif^toenvattung n>atb juweilen bet @egen^
{bmb i^red Qtfpti^i ')• 2)ur(|^ Mefe ^o^ ®unfl unb im
ntge Sfveunbfd^aft be« Aaiferd toarb iebo(^ Xbalbert in fei::
nen Oninbfdden bet ^emnt^ unb (bttfUtdE^en Smiebrigung
(eiiteSioegS erfd^&ttett/ benn er fanb l^terin nun einmal iai
Xtt)et(^n unb ben SEBett^ ber n^a^ren Sr&mmigfeit. Hudf
am J(atfer|^ofe unterzog er ftc^ ben gemeinfien 2)tenfien un6
HmiiUU felbfi bie arbeiten ber faiferlid^en 93ebienteri.
S&^b fie be« fflad)ti fd^fliefen, pn^tt er ^eimlicb bie
&^u^ unb Stiefeln be« fimmtlicben ©efolge^/ t^orn Sbir«
warter an biö ium £aifer binauf/ fo baf am SRorgen jeber
bte fetnigen in jDrbnung fanb; unb ie niebriger fol(^e
Dienjie waren, um fo lieber ubernabm er {te ').
3n SRainj fam 3(balbe;tö Sntfcbluf , fobalb bad Soll
ber §ßbf)mcn ifyxt aucb fortbin nocb mit folc^em Sro^e unb
in fo fetnblicbcn @eftnnungen entgegen treten n^erbe, bei
iigenb einem b^ibnifcben So((e ba6 Soangelium }U oer«
funbigen/ gu o&Iliger Steife. S^eitö n>irf ten auf if)n bie
Cnaunterungen beS iCaifer^, ber ibn (fter auforberte, ba9
Sbrifientbum unter ben @(aoens3B&Ifem beS ütotbenS iu
verbreiten *), t^Ui blieben aucb mancherlei Srdume unb
ni(bfli(^e Crfcbeinungen auf Xbalbertd aufgeregten ®eift
Rillet obne bebeutenben (Sinfiuf *). ®ie befefligten in il^^m
i) Instruebal euni eliam, qualiter io republica gubemanda et
ia facüs suis omnibus coram dco et hominibtis se regere deberet.
Le^nda I. c *
2) Cosmas Prag^. vita s. Adalb. p. 82. Legenda de s. Adalb.
p. 94. Canisü vita s. Adalb. p. 348.
3) Theodor, de AiVt» Nemoris Unionis Ijabjrinth. Tr. VI. c.
33. i»eT»e(brc(t Otto I. mit £)tto III., wenn er F^gt, baf Jener ben
I M. Ibalbett ivx SStfe^rung ber ^reuffen auddefanbt (abe.
I 4) Sgl. bte rtm^bnten SBiogrop^n, He ffe oOe era&()len.
262 Hbaibtxt bei bem «^et^oge t>oii ^oitn.
immer tiefer bie tUberjeugung / ba^ er üon Sott beftimmt
fep unb eine I)il^ere Stad)t ed il(im bef^iebfn l^be^ ^ im
SBerfe ber fBerbreitung beS ®lavbenS bie i(roiie bcS fStin
tprertl^umeö ju erwerben ')•
Tlufi \>ai anliegen be« Sribifd^ofS t>on SRain) befi^I^
ieiod) 3(balbert/ juerfi bie ®e{tnnungen beS bftl^mifd^n 8ok
(ed gegen i^n nä^er )u prüfen. 9la(l^bem er auf einer Stiife
in Sranfreicf^ bie bamotö feliir berAl^mten SObfUt gu Xourt,
9ari$ unb S^eurp befu(|)t UtUf i'egab er fic^ sunJM^It iuk^
9oIen/ weil }u bem «^ergoge biefeS SanbeS^ föoUSla» bem
Sapfern ^ ftd(^ einer feiner S9r&ber gefi&c^tet t^attt, ber atu^
ie^t bei il^m nod^ in AriegSbienllen llanb. 2)et ^ergog
na^m ben weit gefeierten / t)om i(aifer fo li)0(l^ geadl^titni
9Rann aud^ fc^on um bed gefd[^&|ten 93rubetS »tSen mit
großer Siebe auf, gab i^m überaQ bie Seweife ^o^r C^
erbietung unb fanbte fofort auc^ eine SotfdJKift an bie
IBi^meu/ ju erforfc^en, ob fte ben Sifd^of toieber »iDig
aufnebmen unb feinen Xnorbnyngen Solge leiften ooDten.
S>ie fßb^mcn aber ert^eUten eint t>emeinenbe, ja felbjl
^pbttii6)e %nttooTt, meinenb, er lomme nur jurucf/ um
bntti) Stai^t an il^nen gu befhrafen, xoai ße an feinen Sr&i
bem tjeröbt l&atten »).
3n foI(|^er SSeife .t)on feinem SBoIfe unb Sateriaiibe
t>erf(^mäl()t unb ani feinem 2Cmte auf immer jurätfgeoie'
fen, t>erweilte 2CbaIbert guerfi noc^ eine Seit lang bei bem
^erjoge t>on ^olen, in bejfen grofer Xd^tung unb tirk
er immer b&^er fKeg, je n i^er biefer i^n f ennen lernte ')• ^
1) Cosmas Prag, p. 82. Legenda p. 94.
2) Fragment, ex Chron. Magdeb. ap. CanUium T. IH. p* ^*
Cosmas Prag. I. c Legenda p. 95. Canisii Tita b, Adalb. p. 35(X
C.-36.
3) Kadlubeck L. IL ep. H. p. 128. Martin, GaUus p. 60:
yylpse beaium Adafbertam in longa peregrinatione et a sua rebelb
gente Bohemica multas injurias perpessum ad se Tenientem, cmn
magna venerattone susccpK eiutque praedicationtbiu et inititutio«
nibus fideliter obedivit.
Hhaibttt bei btm <&er|oge von $oIcn. 26S
war no<l^ uitentf4itof[en, )U ti>eU(iem Colfe er fU^ att Ttpe^
fM beß Ohiubnift tomUn foOte. einige Seit arbeitete tt
mit grofem Stfer an ber 93e(el^rung beS SSoReS im Ära«
fanif^^n Qfycthatun, ober fu^te bort bie 9leube(ebrten im
Slanbcn noä^ mzfyc )u befeftigen; er begab f{(b na^b^r gu
bimfrlbni 3»eife au(^ nac^ Ungern unb in bie nacbbarli^
4en Sinber ^): TUi er inbeffen t>on ba nacb 9oIen )urä(f^
trbrte, tootb eS immer mebr baS 3iel aOer feiner ®ebanfen/
bei einem nod^ ganj b^ibnifcben 83ol(e ben 9tamen SbrifK
jtt «verbreiten unb fo ber c^riftlicben Stixöfe ein gang neueS
&mb itt)ttweifen.
3a iHeler «^inftc^t befaß Vbalbert au(^ bie treff(i(^{ien.
Cigenfil^ften ju einem Xpofiel be9 (StvangeliumS. X>a bie
0^mtf4Hr ®)>ra(be feine 9ßutterf))ra(be roax, fo lonnte ed
ibm nt^t fcbwer werben^ aucb balb bie anbem oemvanbten
ClMifdfin SRunbarten genauer fennen )U lernen. £>ie
beutfdbe ®pracbe war ibm fcbon wdbrenb feinet Xufent^
l^lUi in ÜRagbeburg gewiß belannt genug geworben/ we^
nig9en6 Jsou^U er jicb fcbon bamaU in brei t>erf4iiebenen
&ftaäf€n auft)ubru(Ien '). Bor allem gl^ngenb aber war
feine ®abe ber IBerebfamfeit (Sr ^ptad^ ftM vom Sßorte
SotteS mit \oiä)tt Segeifterung/ mit fold[^er iSalbung, mit
fo Diel innigem ©effi^l^e unb fo b^nreifenbem (Sifer/ baß
feiner/ ber ibn b^rte^ unerwjrmt unb unerfc^ättert bliebe
M bof felb^ bie ®age entfianb^ Zi^im bitten , ibre Statut
Hthi^tmb, mit Staunen auf feine SSBorte geboni^t '). Xn
Cntfogung unb Sntbebrung aber, an (Srbulbung unb dts
tragung aOer ÜRuben unb IBefd^werben fonnte Xbalbert
1) Legenda de s. Adalb. p. 95.
2) fyie Legenda de s. Adalb. p. 91 fagt: Fertur etiam les «tu-
peada quod tribus Unguis pro una locutus sit inter flagellai ma-
iptlnim precibus inteq>ellaiis.
3) QÜ»ae wniibmt4 brft(f t ff(b barüber Duhrav, bistor. Bobem.
f> 47 attl: Ret tmn dictu nira contigit, ut stareut arrectis auribus
boves, eqiiiy asini, caprae, sue«, et quasi benc per Adalbcrium *
monita scntirenl iiitcUigerenique nulu illa eapituni approbabanl.
264 3(b<il6ert bei 2)atttie.
n>o^( ^to^lid^ t)on irgenb einem äbertroffen loeibetu Sa9
fein ganjeS geben xoüx eint fortgel^nbe ttebung in btefcn
S^ugenben gewefen. @r fannte leine an\>ext SSebixrfhiffe,
al9 bie ^ui^ f)>är(id[^en Srijlung beS gebend aufd ftmigjif
not^tvenbig fthb. Unb eribiiö) toat »o^I f4^ioerli(^ je. in
einer Seit ein 2C))ofleI bet «Reiben me^r ali et t>on bev le^
benbigften Ueberseugung gu feinem Berufe unb wn ben
glubenbften @ifer für bie SBerbreitung bed @oatige(ittmt
entflammt. 3e weniger ed ibm gelungen n>ar/ auf bem
SSoben, t)on melc^em er felbft flammte , bad wilbe Unfraut
auszurotten^ vodckci bort ben frtfcben 2Cufmu^6 ber $f[an«
jung bee (S^riftentbumd t>er^inberte , um fo bringender
mar jeigt fein SBunfdj^^ auf einem gan) neuen Soben ben
J[)ei(brtngenben @aamen ber (bri{l(id;en S3er{unbigung anis
jujlreuen/ S^ufenben jum iSegen unb ^ur eiotgen Qtnts
tung! Surmal^r ein Sntfcbluf ^ ber bie @eele einei fo
fromm geftnnten SRanneS bid 2^^ bocbften SSegeifierung td
greifen fonnte!
gange fann 2CbaIbert fc^manfenb/ meld^^em ber noc^
barlic^en «^eibent)&(!er er {tcf^ mtbmen fonte^ ob ben |)re#
fen ober ben gutijiem/ einem @(aDen ::%ol{e in $ommem.
6r entfc^ieb ftd) enblic^ für bie erflem^ weil ^e bie niäf»
fieu/ i^re ganber bem «^ergoge bon ^o(en am meinen be«
fannt maren unb biefer bort()in aucb am Ieid()teften bie ni«
tOige «^iilfe unb UnterftiSfeung bringen fonnte 0. 2)e8 freute
ficb ^erjog JBoIetiat)^ benn ber roben $reu{fen JBefedning
im 9^a4!barlanbe mußte ibm aQerbingd too^ am envünfc^
teften fe^n. Son ibm erhielt 3(balbert ein @(biff nebfl
breif ig SSemaffheten ju ^Begleitern. 66 befanb fic^^ aber
bamafö bei ibm no(l() ein anberer frommer SJtann / ber bih
ber faft aUe @cbi(ffa(e mit i^m getbeilt unb bedb<)l^ ^^^
bertS innigfted SSertrauen unb marmfte lÖrubertiebe fidf ets
1) Cosmas Prag, p. 83: Tandem altemandl potior «^cnlenUa
successit animo , ut quia haec regio proxima et nota fuit Duci pr<^
dicto, Pruziae Deos et idola irct debcllaturus.
ivottot ^tte. 2){efi toat ter fdj^n ft&^r genantiJte 9au«
tcntinfi, Settoe umf<d[ilang tin fo fefieö Sanb bir ttmigfiett
Srennbfdi^aft unb be? treuefien. ^et^enSUebe , ba|i man fie
fftr Uibltct^ Sßt&Ur gehalten/ beim feit ber frul^flen ^
grab toattn fie »n)erttennlt4^ ^X
9)IKt biejem ®aubentiu6 unb einem anbent getreuen
Qk^ulfen, bem 9)redb9ter S3enebictO trat SCbalbert, tau
be< Vertrauens auf beffen fiSeiftanb, beffen äBort beö Sidi^
M unb beS gebend er toerfunbigen wollte^ bie gefalj^rt^oOe
Keife inft ^eibnif(|ie 8anb an. fiSegleitet Don jener ben^afs
neten (Sdi^aar fu^r,«r bie SBei(|ifr( l^inab biS S)an}igÖ.
1) iDastt ^t offienba« ber TCndbntdE „frater/^ mit welkem &auß
bflrthtf att ehifU^ei; S^tod^ beidi^iiet whb, Unlaf eedebni. Gr xoat
olvr Jia(( foodi ber hm&iftttfUn CiutfUn nur, TCbolbertl greunb onb
9ertrantrr SSegleitet« Cosmas Prag. L c fagt ^ dilectiu et a puero
sibi comes irater Gaudentius erat jDaß n ftin befidnbtgrr Segletto:
tfob in dtom an(b aKdn<b in bem nämli^en SClofta Qcxoe^en, beipetfen
av4 anbete ettUtn, ali p. 74. 78. 79. ®o (et^ ed: Duo autem ex
fralribn«! T^ ^^''^ ^^ erant, jam dudum videntes, quia se moiia*
dumi iacere Teilet , non bene relicto clypeo fagam dederunt. So^
las Tero Gaudentiua, exemplo constantis Tiri, remanens cum beato
TITO, Monacbicam atque probabilem conversioneio consecutus est:
qui etiam sibi came et spiritu duplex germanus et ab infantia sem-
per fidissimus comes ädhaesit ' 9^tt bteren legten SBottett will (Sei*
mal ebne Sweifel nur fo 9te( T^den, baf Oaubentiul mit Setb unb
CSeele . fein ffreunb unb M Jtlofterbruber wie in Qeftnnnng }e(t feto
Brnber gemofben fep. IBgL CanisU Tita s. Adalb. p. 351. c. 39.
Qebrigenö fc^eint ®aubenttul {önge r M SCbalbert gewefen )u fepn ; bef n
vnl 3a^ 995 wirb jener in ber Legenda p. 92 validus juTenis ges
nannt
2) CanisU Tita p. 351. SBenn tVDX%t ben smeiten (Begleiter So#
nifacuil nennen, fo fcb^int ^iebei nur eine Betwe^felung m^ bem Tp^
tccR Sonifaciud tum ®runbe )u liegen. €5. Baronii Annal. ecdes«
T. X. p. 91& jDer ^^oüiifc^e €^crtbent Lubienski in Tita Episcop.
Ploc p. 312 nennt auferbem no^ aU (Begleiter 2Cbalbertl einen So«
\omAf ajlattbdul, Sfaac unb CT^rifün; aOein alte Cluellen unb nat
nentli«^ au(^ Vbolbertd IBiogrop^n wiffen 9on biefen ni^tt.
2) Ipse Tero primo adiit urbem Gidanie , quam DuciJ latiasim«
rrgna diriroentem maris confinia tangunt Cosmas Prtig. p. 83*
366 . Xbalbect atl V))ojtelitt ^rettfren.
^ier tMrnAl^ et baS itfte Sei«^ ber ßkUlUlfm 9ii4te,
bte fein SEBerf )tt begänfltgen fd^ien. ®n>f e C^aacctt, bte
^dS^ um i^n \>txiammelUn, fein Sott ju ^iten, .emj|)ftti^
von t^m in ber Saufe bte SBei^ beft S^tißen^umft. <&ier
lai et bie etfle ÜReffe unb opfette bem Stlifet, bem et na(^
loentgen Sagen felbft ium iDpfet n>etben foOte. &Ba< bon
bem Eiligen iD))fetbtote äbttg blieb/ ließ et fammeln unb
in einem teinen Xndft ju weitetet SBege^el^ng oufie»
wagten *).
Son (iet bef(|^lo{l Xbalbett f!d^ in« ifHid^ 9tettffen *)
iu begeben unb befKeg ba^et bed anbeut Sage</ nad^bem
et bie 9leugetauften gefegnet, mit feinet Segbitung bot
@(li^iff unb fül^t ben ffieid^feU ®ttom ^inab in bie offene
®ee. 9Rit g&nfiigem SBinbe gelangte et in fd^iteOet %aitt^
an ba§ ttfet be« «^afeS, wo et (anbenb ba» ®d^iff nebft
ben betoaffheten fBegleitetn jutfitffanbte. JBei i^m blieben
nut feine beiben t>erttauten (Sefi^tten ®aubentiu9 unb fie»
nebict/ benn getoiß l^atte Xbalbett bie gete<^te Sefotgnif/
baß bie bewaffnete {Begleitung üM einem Solle, iveU^
mit ben 9teuffen fd[^on ifTet Atiege gef A()tt ^tte unb be«(a((
gef&tcl^tet unb gefaßt toat, weit ma)t 9)lißttauen unb 9tf
bittetung etregen, aU i^m unb ben Seinigen &dfü^ tt^
Witten wetbe. 3n fo(4)et SSeife nun t>on aOet dufeten
<&ulfe entblißt, a&et t^oQ bed SSetttauenS auf ben ßtiftüv^
beS Ctl&fetS bettaten fte l^ietauf eine (bine 3nfel/ bie ein
l^etanfttimenbet Sluß in geft&mmtem Saufe ringsum ein^
fd^Iog. es wat bieß wa(^tfd(feinli(|> in bet 91^^ bet bo«
mali gan) anbetS geftalteten üRänbung beS |)tege(<®tm
Sil bet Legenda de s. Adalb. p. 95 bHft e<: Praestante t^^
nio sibi duce Boleslav praedicto et suis militibiu faonesto condttdtf
in dritatem Gedanum penrenit. C£ SchoiL p. 58 — 62.
1) 6ö Cosmas Prag. p. 83. Canisü tiU «• Adalb. p. 351.
c. 38. Legenda p. 95.
2) Transituni decrerit facerc in Prussiam uUeriorem* ^
^enda I. c*
:i) P6st paucoa dies ^ft cd in ber I^genda I. c
I
XbaCbert aU Zpofltl in ^ceuffen. 267
meS tos %tifitt ^a^. Statxm aber liiatten bie Sembner
be» £)]rte« ben äwetf bet Xntunft ber SrXnblmge i^emot^
men^ aU {te in l^aufen l^etbeuilten/ fie }tt i^ettteiben 0-
1) 6o ersd^Un bte oft mod^nten IBiograp^n. ^itt (te^t ai&er
nun bte grage am ndc^ften: S(Bo gefc^a^ hai eben @rsi^ltc? 2Cac ^Cn^
gaben (äffen Ybaiberten na^ feinet Entfernung aui jDanitg ({naud atif
Me offene ®ee fahren; benn bei Cosmas Prag, p. 83 ^ift e<i i«-
ponhar carinae et pelago; bie Tita s. Adalb. »p. Suriwm ^. 836
fagt: non post mukös dies' carina secante terga .maris, Deum ne-
scientibtis illabantur Pmssorura terrU. ^te Le^enda de b. Adalb.
p. ^5: Ab ipsis nayem imponitur et post paucos dies transcurso
pelago remittit navem. 2Cber n>o lanbet nun 2CbaIbert? SDie 2Cngabfn
bet Biogtap^ finb \j\zt fe^t bunfet. Cosmcts Prag, !. c fagt: nau-
licum iler yelocissimo cursa peragens post pauco^ dies maritimunk
Httus egredituTy — tuac intrant parvani insulam, quae ciiryo amne
circuiiiTecta formam cireuli adeuntibus nioDStrat: eben fo btftdt fülft
bte Vita ap. Canisium aud. 3n bet vita bei Surius ^eijjt eö: Miles
Dei cum dttobus sociis intravit in parvum quendam locum, qui
circumbibente unda fluminis imitatur insulae vultum, JDte Legenda
fagt: naTigio penrenit in quandara insttlam, ex curro amne haben-
tem formam circali in transitu ianuae strictam. 2(ui biefeil XngiM
bcit r^nnt iVLXih^% (erpot}Ude^ , baf ICbalbett in« %vSfiß «^ff tin«
Regelt fepn m^ 3oar »irb biefed in feiner 0teae audbröcRicft 90
fa^; aaein eine 3nfe(, bie bur4 ben 8auf eineö Strome« gebtibet würbe,
iß QQ^ bet Sefc^afenbeit bet ®ees Ufer in biefer ©egenb aüfer^alb bed
•&a(fe< aar nic^t benfbar. 9ßo aber (ag nun biefe Snfel, auf welcher
Vbalbert (anbete? 2Cae SCngaben f^einen un< auf bie ^h^ ber bamas
ligcn |>rrdelsa)Hinbttttg (^iniubeuten; benn erfleni fabrenfle velocissimo
canu ttnb bennb^ pa^ucos dies; fie mfiffett atfo eine bebeutenbe ®tre(fs
»OH SkuQio entfernt getonbet fepn. Streitend ifl au^demai^t, baf ba«
■sott bie ajtönbung be< ^regett gan) anberS bef^affeQ war unb »e^
U4<t Vx%f M 'yt\%, inbem ba, mo fte flc^ Je^t befinbet, nodft ein %iüß
fec fOn^ be< Stifd^n ^ffed fefle« 8anb war. »Dritten« ifl au« Ur<
fnnben 5U erweifen, bap in frä^rer Seit oor bet SOlftnbung be< yret
%iM witfii4 3nfeln tagen, weiche in fpAtern Seiten burt^ bie ©ew&fTer
ttater^raben unb ^xxX'i^^ worben ftnb. (@. meine ©efd^i^te ber CH«
beeren '®rfellf(^ft 0. 208). (Sine biefer bitr<6 bie 2Ctt<fb:tottn0 be«
l^tegel« gebitbeten unb etwa bem ie^igen Orte Sranbenburg gegenftber
getegenen 3nfeln f<^t e« gewefen )u feipn 1 auf welker Vbaibert auetfl
lanbctf. )Dief wirb aa<^ babutdd nod^ befUtigt, baf 2(balbett, oon
tert vertrieb, o^ne wertere« in ba« na^ ^^amlanb ge()tf a(fo fc^n
268 ' Z^aibttt aU Xpofiet in ^ctuffctu
ttnerf<l(HW(!en unbyxnbcl&mmett um bcS fßoVM mIM 9tt
f^tei fang %ialmt einen Dfalni/ at» ^(6^(i4i einet an5
bem «Raufen ^ oet i(^m }un44^fi jianb/ t>a8 Stubec einrt
@c^ijfed ergreifenb bem ^etenben einen gewaltigen Sdl^Iag
jwifct^en bie Sd^ultern t)erfe|te. 2>et f)falter flog au8 bei
^anb; ZbalUvt flurgte wie tobt )u IBoben; bo(^ batb fülli
wieber ermannenb rief et feufjenb au&: ,,2)anf bit, <^ert
Sefud ! bafil iö) gewiitbigt wövUn, wenig^enö Sinen @(|>l6g
fät meinen @eheu){gten gu etbulben!''
£a begab {td(» 3(ba(bett auf bad anbete ttfitt be< 81«^
fe§ 0- @S n)at an einem &abbaU unb a(S bet %benb (et«
anfam, ful^tte il^n nebfl feinen ®efd(|tten bet <&en eine«
^otfeö in feine aSeft^ung, bie, wie a fc^eint, ein «^
bel^ett wat '). «^iet t^etfammelte ftd^ abetmaM ein gtefet
•^aufe M umlietwol^nenben JBoReS/ wU (Srnrnttung, mt
bie ffremblinge wollten unb }U weld)em Swetfe fle gefom«
men fe^en. So witb geftagt: wet fte fe^en? wollet fie ti^
men? unb auS weldj^et Utfacf^e {te iier gelanbet? 2)arauf
etwiebette TCbalbttt: „^on ®ebutt bin id^ ein @lMe, mtU
nem Solfe nac^ ein fBO^rne. Sd^ l^if e Xbalbett, wat Dot«
maU S3if(^of, bin ÜR&nd^ unb fel^t meinem Zmtt na<(
euet 2())oflel. S)et äwed meinet Steife ift euet «^eü; i4
bin gelommeU/ auf ba|i il^t euete jhtmmen unb tautoi
in bet 9(d^ gewefen r«9n ntaf. -— fBenn Schott p. 63 ben £)rt Cko-
mor aI0 tiefe Snrel nennt, fo tfl et basit nut bttti^ bad befonnte 9ri»
t^Üegittm Dom 3. 12^9 Detldtet worben, too gefagt ifl: bfe f^omefaniir
fönten ttntet anbetn au4 eine Stiv^t etbauen in Chomor sanctt Adal-
berti. Xbet in ^omeranien fann boc^ 2Cbaa>ett unm6glt4 ^tUtM Mi
unb t»tc Wieb btefen Ott bei 9tamna Vbalbettl »ea^n in 0am(aiib
ftti^n!
1) Transiens vero in aliam partem fluminis, fagt Cosma* Frag-
L c; au(b biefe« ^^tA ouf bie angeseigte ^egenb bin. Sßit fe^ bat»
aitl/ ba$ nut bet %\a% jene Snfel 9on Gamtonb trennte.
2) CosmoM Prag. 1. c unb bie Legenda nennen ben £)tt f^ic^t*
locg yilla. jDie vita ap. Surium aber fagt: ▼eniunt in mercatam, i«
e. emporium, iSHtattt^Uden , <&anbetdort Canisä Tita p. 352: Teaperc
facto dominus WUae divinum heroa Adalbeitum transdnxit in
0i|ni »etlafet snb ettemt &äfh\>fit evfennct, ber nur ein
einiget {(l unb attfier welchem eö leitiWi anbem @ott
mUft ffitbt, bof t^r glaubet in feinem iRamen unb ber
ümmlifK^en Steuben I3efo|^nung empfanget. ^^ itanm l^tte
VMhnt btefe Sorte gef))rodS^en , fo erl^l^t ba^ 93oIf ein
iipcmbeft ®ef(^rei gegen i(in unb ben @ott/ ben er i^m
«etfänbtgen »oQte; ooQ ®ximm breiten bte Erbitterten
i^ ben Xob, gerftam|>fen bie Srbe/ fcl^wingen tlE^re ^ulen
über fein ^aupt unb rufen t)on SBufl^ entbrannt il^m )U:
„& fe9 bir genug/ baß bu ungefhraft |)ie^er gelommen
iifl; ie(t rottet bein 8eben nur bie fcf^neOfte SHudU^t;
ber gering^e IBerjug bringt bir ben SEob. ttnS unb biefeS
gän)e 9tei4^/ an beffen Singang tt)ir n^o^nen, bet^errfdS^t nur
Cin ®efe| unb (Sine Seben^weife. ^i)x aber^ einem anbetn,
mi< firtmben ®efe^ untergeben , ftnbet morgen ben Xob^
Mm Oft niibt biefe ffla<^t no(^ entmeidS^et 0- ''
^ begaben ftd[^ in folgenber ^dft bie frommen 9)i($
ger auf ein Sk^^ifftein, fuliren mieber tiätoitt» unb (anbes
tni an ber fubioeißlicf^en Stifte Samianbi, wo {te in ein<m
2>orfe fänf Sage lang verweilten '). «^ier berietK^ fi(^ VbaU
krt mit feinen (Begleitern ^ ob e« nic^t beffer fep, biefeS
1) S^erfwürbig ftnb bie SBorte : Nobis et toti huic regno, cuiuM
noi fauces sumus, coromunu lex imperat et unus ordo Tivendi,
tM\ matt bi^^ n<4< oteUei^t an hat SRomowe, 9ti(ta ober dltfaita
Mm, an bffien fSbUd^flem Chibe ICbalbett gelanbet war?
2) €So Cosmeu Prag, p« 82 ; bte Tita ap. Surium^ bie Legenda ;
aiu( Üt Camsii Tita f« AdaU>. (eif t etf : Ipsa nocte naviculac imponeban-
teret retro ducä maiiieruiii quinque dies in Wco quodam. Qtiiftwüiv
9i^ iu bcfUmmen, »>eK4e(£)st l^ientntei; gemeint fep. 3uerfi befanb
f^ Vbalbert auf einer 3nre(; bann ahet transiens in aliam partem ,
fluminii fc^t et ba< fflbdjUid^ Ufer 6am(anb< an ber bamaliden
Wnbtttt0 betreten iU ^en. SDort fonnten bie SBemobner toclil atUr»
^^ om paffeitbflcn fagen cuius sc regni nos fauces sumus. IBepn
wn Ybolbert in fol^enbet 9tai^ mit feinen SBegleitem loieber ^vi^
hbr ^ retro ductl — , fo fonnte bad iDorf/ tt)o |te Dem^eil^en, nur
«K fibiocfUi^ett Ufer 9on Cktmlanbi etwa in ber 9M^ ber ie|tgen
CKobt DtOatt Iti^eB.
27a Hbalbttt» WHttptttsZ6b.
^rtnMige Soff toitbet gu Dctfafien «nb Un Sntijtetn
(if SflS^e beS (Sfytx^entfynmi ju t)erfAnbtgeti« SIKttUiweib
ober offenbarte ftd(f VbalberM na^S ^fd^itffal buni^ man«
geriet Sr^ume unb erfd^inungen xAd^t b(o$ einem fetner
traueren SRitbräber in einem fernen iUofter Stalient/ fon?
bem felbfi aud^ feinem treuen @ef&fyxttn ©aubentiul^ @o
faf) biefer im Zraume einen golbenen SUl^, ffatt^oU Sein,
auf einem Xltare. Jtein S&id)tet toat in ber 912^. Sk
er aber M Seinem fofien wollte/ trat {|im ein ^ttar^SDie«
ner entgegen unb n^e^rte ilS^m mit Srnfi/ ben SUVif ju be«
r%en/ fpred^enb: ber SCtld^ fep am n2(|^fien siage für
kalbert gef&Qt. SSei biefen Sorten emaiftt ®aubentin<
aus bem ^lafe unb jittemb erjA^Ite er 'Ttbalbttttn M
Xraumgeflc^t ^a rief ihm biefer }u: „%&it eS.®ott,
mein Sol^n, baf beine ^nung in (SrfADung ge^; bo4
foK inan bem trAgerifc^n Traume nic^t trauen!'^
V(S nun ber SRorgen anbxadf, manberten fte »eittr,
<S^ri1htm im ®ebete preifenb unb ^^ ben SBeg burd^ brn
®efang eine« IHalmed Derfär^enb. & war fd^on 9Httag,
aK fie aus ber milben SBalbgegenb^ bie fte burcf^gogen ^i^
ten, auf freies^ angebaute« Selblanb l^erauStraten ^). Sib^
1) Bd Cosmas Prag. p. 83 ^tft fAi 9tad^ Serlauf M fftnp»
Sa^et jam exsurgente purpureo die coeplum iter agant, et DaficÜco
camnine Yiam sibi adbreviant et dulcis Titae gaudium continuo ap-
pellant Christum. Inde neniora et feraUa lustra linqueotes, sole
ascendente ad meridiem, campestria loca adienint. Sbie Legend«
p. 96 fagt: Mane autem facto procedunt inde et da^dioo cannine
Tiam aUeTiant, dominum nostrura Jesum Christum, duloe refit-
gium, ex oratu continuo iuTOcantes: unde nentora etfercMa hatra
linqüentes solf ad meridiem ascendente in löca campestria perv^■
nerunt Sa bet Tita ap. Surium aber (eift H : Ipse beatus Adal-
bertus in terra pagana cum sociis suis carpit iter secua iUtora ma-
Ha et fit repente collisio undarum , quasi se moveat hellua mans«
^ Sexta feria Gaudentius, sancto riro duplex gemuniis» cum
scandens sol tres horas prope complesset, Misaamm solemnia m
laeto gramine celebrat IRe^men »ir aOe tiefe CMbe3fi(bnui<d^ ^'
fammen, fo paffen fte auf feine (Se^nb btffft, M auf bie {tpiftf»
^iSau unb Sifd^^aufen. jDort wat noc^ )ttr Seit bec Xntttnlt M ^
mb ^er OaubentiuS 9teffe Ui, nol^iit ^tbattert toi Zeitige
SRo^l tmb genpf bann einige Speife, um ^ nad^ lurjem
Gd^Inrnmet jut neuen {Reife )u ^Mtn. 2)arattf legten fu^
bie frommen SR&nner jur fftu^ nieber, Xbalbett einen
^teinwurf mett toon ben S^^eunben entfiemt TCbtt eine
{i^re(f(i(^ ®efa^r fd^webte über il^ren ^inpUm. £>^ne e9
^ abnen^ ^tten fie ben l^eiligen SBalb burc^^wanbert unb
ba« beHige Selb betteten/ »eI(|)eS ft(^ t>on ^ux bi« nad^
Komowe ^inaufiog. 3(u(^ ba nodj^/ wo fte rubten^ war ge»
mi^^teö/ beiligeö Sanb, weUbeS nad[^ bed Saribe« ®efe^n
fein Ungen^eibter, <im n^enigfien ein Sb^ft berAl^ren burfte,
ebne mit bem £eben ju b&f en ^). ®o b<^tten bie frommen
9ilger in ben Xugen beS fieibnifc^en SSolfeö ein Serbrec^n
begangen^ fär mldfti ti feine fBegnabigung unb feine
anbete ®äbne/ M bie burc^ ben Sob gab.
jDeffen unbetou^t rubten bie frommen Pilger forgloS
im ecbUife. S>a fcbredte {ie piblili^ dn n>i(be9 ®ef(brei
auf. Sin ergrimmter «^aufe (leran^rmenber «Reiben {iiür)te
Aber fte ^r, umringte unb feffelte fte im fcf^redHidi^fien Un^ •
gefliim. Unb cM Xbalbert fo. in Sanben feinen beiben @es
tteuen gegen&ber jlanb, ba gebadete er MSteld^ti, ber i^m
gcfftOt war; bo(|» unt)ersagt unb ftanbbaf ten ®eifted fptadf
er ben Steunben bie tr&flenben Sßorte ju: ^^Srauert nic^^t^
meine SSrjtber! benn i^r wiffet, wir erfeiben fotcbeS alleS
nur f&r ben ©tauben / für ben glorreidj^en 9tamen ®otteS
ttttb unfere^ «^erm Sefu (S^rifti^ welcbet allein «^err ifi &ber
Seben unb 2ob/ beffen Sugenb über aOe XugenbeU/ beffen
I tal aM wM§i Qkdenb. jDcr Wi^ WMb lief tiic<6 eamtänb (m;»
il bü an« gctfdbe «^ff; b<er bief er Poys. 2Cber er crffamfte ffcb auib
iicnfi^ »dt in ber Rtcbtung gegen |)taatt (in. SDiefen fIBalb , nemora
et fieralia lustra, bitr<bwan(^rten bfe IXtgrime unb famen bann in cam-
pctiria loca; bief xoax m ber 9tAbe bed SDorfe« Senfitteni unflnm 9om
I ttfer ber Cef; bamoM tnbeffen no<b weiter von ber OWee^Mfie ent«
I fmit. Vtfo lann reibt gut gefagt »erben : carpit iter secus littora
rnuif,
1) HelmöJd, Cliron. SlaTor. L. I. c. 1. 8ucaS »Daoib !B. I.
6. M. JdUi/t Cfaron. Pnua. p. d.
272 2(bal6ert« Stittpceci^Zob.
;^mll<fi(ett ibtt aOe Sferbe gel^et^ baffen ^^t iinatiS«
f|)red(fttd^/ beffen ®äte ol^ne Qnbe, beff<n Sft&mmigfott uni:
emi^^t tfl! Sßaö tfl et^abenet, n)a$ l^ettCi(|teif, n>a6 fupcr,
üK fät @^r{flu8, ben ^ctlanb, iai geben j^iinsugeben!''
Unb faum maren btefe SBotte beS Xrofted uttb bn
Segeifietung Qt^px^tn, ba {iär)t pI&^Uc^ au§ bem ergrimm»
Un «Raufen ein @tggO/ ein 9>rtejlet l^ettoor unb ft6f t mit
oOer Straft einen ftarten SBurff))ieß burdfi Xbalbertö Stuft
Skr @&^ent>riefler^ ^ä^rer be$ wilben Raufen«, f<|»ien a
ber $fli^t fc^ulbig }u fe^n^ bie erflen Sßuhben ju t>eTf^
|en 0; t>enn nun {tarnen aOe l^erbei unb f&^UnS^xcn Sl(di^
}om im 93(ute be6 «^eiligen. Son fieben Sanjen loirb et
burcl^bol^rt; üui fteben S8unben rinnt bad JBlut; nüdd {ie|t
er mft^t; ](ugen unb «^jnbe betenb gen «^immel. 2)ie
SSanben werben gel&fet; bie ^rme audbrettenb unb fib
feine SRirber bei ®ott um ®nabe ffe^enb flfirjt er in Sotm
eine« Stuu^a )u IBoben unb giebt ben frommen ®eijt
auf). &o ftatb Xbalbert am brei unb }n>aniig{}en Xprii M
Sa^re« 997 »).
' 1) SDte Legenda de b. Adalb. p. 95 fagt: Hie autem, <|ui lioc
fecit, sacerdos erat ydolorum dmque diabolicae cokortit et Telati
ex debito prima inferre vulnera tenebatur. Ißot^t nennt |ie (^
lictor fenis; ben 9lamen Siggo ^t tte nic^t; rDtr ftnben ü^n aber in
Canisii Tita mit bem S3eimo(t igneus, ebenfo bei Cosmas Prag.
2) ©0 erädbren einfKmmig 2Cbalbett« ^ob Cosmas Prag, p.' W.
Legenda de s. Adalb. p. 95. Canisii vita s. Adalb. p. 353. c 45.
9lttr bie Tita s. Adalb. ap. Surium p. 839 wei^t etioa< ab , infees
fte enodbnt: Aiunt, qui illi agoni interfuerunt, quod nee vedbimi
unam ediderit, pallens episcopos, nisi quando ligatum ad montis
saperciliimi duxerunt, ubi Septem Janceis pulcbra eiUf Tiscera fo-
rarunt, ad iUum tunc, cuius lancea debtiit ictirni et torvo adspedtt
occidendum martyrem in loco statuit/boc unum, Terbum: Quid
TIS? pater exili voce interrogans fatup. i^H supcrcilium inc«ti$
müfte bie 3(nb6be \t^n, ^xt ft« im Cflen be< 6eeu^ et^t; fent it
in ber bortige;! ftegenb !ein eigentliiber SBerg oovbaabeii; Cf. Schon
p. 66.
3) »9l. Ober biefe Seiton^obe Schou p. 67 -- 69, W man bie
IBetoeife bo^u sufammengefteSt flnbet «Die Lftgenda fagt: Pasros est
Tlhaib^vti !Rirt9r<r«Sob. 273
s
&0 Yoar bte Siai^t um Sntmet^ung beft (^etligen JBo?
ben9 geübt; bie beleibtsten ®&tter n>aren tpteber t>etf$li)nt;
baS Sefe^ war erfüllt unb baS burcf^ ben Sufl etneö ®^xi^
jten entweihte Sanb toax bur(l(^ bad fiSIut bed Serbrec^r«
oieber gel^etligt ')• 3(uf bte ^adfti6)t be« (SretgntffeS aber
fMmten balb 4Rer ®ett6 SBoItdl^ufen j^erbei^ fielen über
ben entfeelten Aotper l^er, um aut^ tl^re 3lad)e )u tä^ten^
trennten bte ©lieber unb baS ^anpt \>om Mtpet, ftecften
baS le^tere aufweinen ^fal^l/ liefen ben 8etc|^nam auf ber
Crbe liegen unb jogen bann mit jau(l(^}enbem ®ef(^rei je«
ber in feine «^eimat jurücf '). ^(balbertS treue ®ef Jbrten
GaubentiuS unb Senebict mürben in Seffeln ^inmegge:»
Wftt; nadi^malS aber frei gelafTeU/ entfamen jte nac^ 9oIen/
tem ^er}oge SoleSIaü ben traurigen SEob i^re9 Sel^rer^
nnb SfreunbeS t>erl&nbtgenb ')•
b. AdalBertus anno domini DCCCCXCVII. IX calend. Maji, feria
seita, die qua dominus Jesus Christus dignatus est pro omnibus
Bobis pati. Ditmar Merseburg, Lamb. S. Scbafinab. . S^gL b{e
Mlage Nro. HL
1) fBeac^tet man bett danjen 3ufammen(and ber ^in^t, fo.fc^etnt
Ibadfttt Zeh me^r eine SBe^afung m^en (Stittoeü^m^ M ^iltgen
Bobend, M eine gol^e toegen feines strebend jur ^Cu^brettung bed
Vt^nfteat^umi Qtwefen'irx fe^n. SBenigflend ^tte er btefe f^itt, wo. er*
fotb, fo oiel wir »iffen, nocb gar nicbt ^»erru^t. jDamtt t&ßt fi(6 bann
Ofl^ peretnlgen, ba^ nur ei; aUein, nnb nic^t aucb bte betben ©efä^rten
cmotbet warben. Qkin ßlnt genfigte f(^on sür $Berffi^nung beg SSers
oceilbeQi. «
2) Cosmas Prag, p. 84. Legenda p. 96. Annalisla Saxo
p* 363 fagt: Ad augmentum sui sceleris, divinaeque ultionis corpus
beatuiB pelago mersenint, Caput sude conviciando Hgcntes ac exul-
taado redeuntes.
3) Cotrmu Prag, unb bte Legenda fagen t)on ibcem weiteren
C^icfTole tti^ti. Ibvt viu s. Adalb. ap. Surium €Vi&t)lt bloß: Impii
m dtttM fratres immisericorditer ligatos secum ducunt. fiSon tf)rer
8i»aa|fttn0 erw^nt jwar fetner ber SStograp^en etxoa^. »Da inbeffen
4<ciog Boteltao hit genaue 9la(bri(^t Don i^baibertö &ä)i^a( nur bur^
fie erbauen ^ben fonnte unb ©aubentiuS nacbmald (ivibi\d)of r>on ®ncs
fen »ttcbe, fo liegt i^re SreUafung fc^on im 3ufanimenl;ange ber ^in^e
Rlbft 0^. Schott p. 6U
I. 18
274 Saifct jDtto in. an Tl^aibttti ®raie.
SRittlemeUe gefcl^al^en an bem t>erfl&miiie(tett Set^
nam unb am getrennten ^anptt man^tlei SBanber uHb
äetc^en, in beten finnigen ttnb fcb6nen Sri&^Iungen bte
Sage }tt bezeugen fuc^t, wie in bem b^ibnif(ben 8anbe bet
l^ltire Sei^^nam be< Sl^rt^rert burd|^ bie gebeimen Jtrifte
feinet «^eiligfeit bii jii feiner fernem widbngdreicben SSe«
flimmUng er^^alten werben fe^.^). SBai iebodS^ au^ \m
merbin an biefen @agen nur fromme S^id^tung feyn mag:
- att «&er)og SoteöIaD 9on 9oUn hai unglucKtcfie ®4ii(ffal
be6 SR^rt^rerd erfahren/ befc^Iof er, bie t>erg^ngli4^ «^ulb
beS entfeeiten f^eunbeS aB tbeueren (Scba^ um ieben $teii
von ben ^reuffen gu erfaufen. Sa «erlangten biefe aber
fo toiel an @ilber, ali ber ^6rper f(bn>er fep. 2>enno4
cntfanbte ber «^erjog feine S3oten nacb 9)reu{fen. S)er Sei^
nam warb gewogen; aber wunberbar leicbt gefunben unb
nac^ $oIen in ein ittoßer gefu(irt')- 93alb barauf aber
Derorbnete ber {)er)og/ um ba6 ^tnbenfen bed frommen
Sreunbe6 unb beö jlanbbaften Aimpfet^ in ber @a(^e Sot»
teS nocb mel;r gu toerberrlicbeu/ baf ber Seidbnam in ctnem
feierlicben 3uge nac^ ®nefen gebracht unb bort in ber
^auptfircbe beigefe^t werbe *).
«^ter aber fa^ man balb an 3(balbert« ®rabe Sunber
unb $exd)en, Don benen bie (Sr)ä^lung burc^ 9oUn, fßW
1) SO^an f!nbet biefe SßunbersChrid^Iungen in Anonymi Gknpo.
fiohemlc. ap. Mencken, T. III. p. 1648, jum «C^eil. att<^ tn bcrl^
genda de s. Adalb. p. 97 — 98.
2) IDen Aauf be6 Jt5rper< bei beiL 2Cbalbert^ burd^ ben ^eW
oon 9)oIen beräbren otele alte dueOen; unter anbecn fo^t iforANi*
Gaüus p. 60: postea rero corpus ipsius ab ipsis Pniisu Bolcslaiif
auri pondiere comparavit ; ferner au<b ha^ Cbron. Magdeburg, ap»
Meibom. T. II. p. 280. IBet Diiimar Merseburg, ap. LeibniU T.
I. p. 353 (>etpt tii Quod Bolislaus Mlseconis filius comperi^oj data
mox pecunia Marfyris mercatur inclyta cum capite membra. DUi^
goss. T. I. p. 137 nennt baS Jtlofier, mobtn 2Cba(bert($ 8ei(bnam %w^
%thxa^t würbe ^ Tnemesno unb bejetd^net e< M ein 2Cu9u|Ka<^
.tlofler.
3) Chron. Magdeburg. 1. d p. S80. Martin, GaUuM p. 60.
JCaifer jD.tto UI. an Ziaibttt^ ®cabe. 275
men/ S)ctttf(^(anb unb btS nac^ Statten l()tnab ging. 2)ort
«ema^m fte au4) JCatfer £)tto ber Dritte mit Ux traurigen
Sotfc^ft t>on 3Cbalbert8/ bed treueren Sreunt)e6, jammere
ooSem Sob. 2)ie bäßere @cbn)ermut^, bie {tcb fd[)on jut)or
iDtto'8 jugenblic^Kt @ee(e bemi^tigt l^atte, warb f)ki
iura) ned) t)ennebrt. :£>em SSaterlanbe entfrembet unb un^
ter Stalten^ «^immel t)on @eban{en getrieben ^ benen bie
Seit/ wie fte war, feinblic^ entgegenftanb , bef(^Io^ er^ baS
»unbert^attge ®rab fcineö £e^rerg unb f^reunbeS in ®m:
fen )u befudl^en. 66 war gerabe baS wunberbare 3afir loöo
nad> unfereS «^erm ©eburt^ atö iDtto bie 9)itgerreife ans
trat ^). ®än ßmpfang bei bem «g^crjoge bon S)alen war
iberatti glinjenb unb pxa6)VooÜ, benn aUe&, waö Sieicbtbum
utib Sc^^e ^ief/ war toon biefem aufgeboten ^ ben ^aifer
würbtg in feinem Sanbe auf)unel()men. S)ie @<|^aaren ber
{Rittet, bie 3a^l ber %ut^en, ixt grofe SRenge ber (Sblen
nnb fßomebmen/ ber gtanjboUe ^of beS «^erjog«, aKi^S bie::
frt war auf einer weiten (Sbene berfammett/ in ben foß$
barjlen |)runfgewclnbern/ gotbrei^^en Kleibern unb feltenem
|>el)werf/ unb bon ba bie ganje @tra^e nacb ©nefen ^in
an )wei 9Rei(en (ang mit ben fd(i&nften Zixd)ttn bebecft ^}.
2)a nun ber ^ifer ber erfel^nten @tabt fo na^e fam, ba^
er fte fc^on fcben (onnte, flieg er von feinem Stoffe unb
1) KadUtbeck L. II. ep. lt. p. 129 mad^t ^tn SSefud^ M Stau
icrS bei brm «ßersoge S^oleölao gur {^auptfad^e unb bte 9>i(0erf(^aft irxm,
(Srabc Vbalberti gum Stebenawecf; er Ta^t: Imperator Otto rufus,
desiderio^ experiendi ea, quae fama de Boleslao difiuderat, Polo-
Biau in^edltur, qua^i beato Martyri Adalberto votiTani exhibiturus
reverenliam. »^Boguphal ap. Sommersherg p, 25 fleUt bagegen ben
ficfa^ bcft ®rabed 2Cbalbect<, quem Imperator in vita valde dilexerat,
att ben «^ttptiUOecf bar. Sben fo bie Annales Hildesheim, ad an. 1000
Ulb Chronogrtiph. Saxo an. 996. Annalista Scuco p. 372.
2) JlfarA/t GaUus p. 60— 61 gtebt bte 9oaflänbtg|lc SBcfc^rdbung
be« ^aifitoVinn C^mpfanee«. Ditmar Merseburg, p. 83 faßt nur:
Qsditer autem Gae«ar ab lodern (Duce) tunc susciperetur, et per
•u« oique ad GnesiP deduceretur, dictu incredibile ac ineflabile
»t 6o au4 ÄnnttUsia Sitxo p. 372.
18*^
276 ' :Ded ^ei(, Vbatbett« Vnbenfen.
ging baarfuf bt< an bte Stix^^, wo 3(baIberM tSebeine nu
Ijeten. S^ort fiel et im ©ebete t)or ben Ueberreften be<
«j^eiligen nieber ttnb bat in tiefer 3(nbac^t tinb in Z^rinen
ber Sßel^mut^ ttnb ber (Srinnetung an ben einfügen ge»
treuen Se^rer unb Sreunb um feine Sdtbitte bei bem du
«fer ^).
S>arauf folgten bie Sage fefKi^^er SRa^Ie, an benen
^er)og SBoleStat) feinen ganjtn außerorbentlic^en Stti^i^tm
offehbarte. £>a foO/ toenounbert über bie 2o^})t unb bt$ AofU
barfeit ber @^^^e/ ber ^aifer bie eigene iCrone bon feinem
.Raupte genommen unb fte bem «^'ergoge aufgefegt i^Un
mit ben Sßorten: Sineö folgen Surften iß ei nicf^t w&tbi^
baf er «^ergog l[)ei{le; er muf burc^ ben ®6)fnuä ber
Arone auf Un Königsthron erhoben n>erben. S)ann be/
f(!^enlte il()n/ wie berichtet wirb/ ber Aaifer }ur (bniglt(ffen
•^eerfalf^ne mit ber Sang^ beS l[)eiligen 9Rauritiu6 unb tu
nem 92agel t^om l^eiligen iCreuge. S)em Jtoifer bagegen
»erel^rte IßoIeMat) einen 3Crm t)om Zeitigen kalbert'),
ttnb um baS 93anb ber ^eunbfdE^aft beiber Siegenten no4
feftet gu tnüpUn, gab ber ^ffaifer feine (Sc^^wefter S3oleS(at><
1) Ditmar Merseburg, p. 84. Chronograph, Saxo an. 99&
AnnaUsia Saxo p. 372.
2) ®o erjd^leir bie ^oln\\^vci (^^romflen; f. Mariin. Gaüus p.
61. Kadlubeck L. II. cp. 11. p.-130; ogC Struoii Corpus lustoriae
Germanicae p. 267 — 268. 3n ber vita s. Stanislai (fÜfcr. be< 04
3(r((b6 }u Jt6nt()db.) ^etpt eö: Decet utique, ait Imperator, Tiniin
tarn magnificum non principem, sed regem censeri nostrique ac
Romanorum Imperii socium et amicum appelJari et reg;io diadenate
injigoiri. Dcinde de capite suo coronam deposuit et capiti Bolet-
lai imponens, ipsum in Regem Poloniae et omnium circumjacen-
tium regionum nationum, quas suo subiugaverat imperio consecran
praecepit,' deditque Imperator Boleslao Regi pro regalibus insigniis
lanceam Leati Mauritli et davum domini. VLi^c autem regalii in-
signia, Corona vidclicet, sccptrum et lancea usque in bodiemum
diem in armariö Cracoviensis Ecdesiae ad meraoriam posterionm
jacent rccondlta. Sß{e toett dUx hxtftn 9ia4n4ten sn träne» firpi
fann.^iev ni(^t ipetter erörtert tperben; i^gL Conring de finibos Im- ,
pcrii c, 18. aSogaer ®ef(^t(^te von |)olen 0. 65.
£)e« ^iiL HialbttU 3(nben{en. 277
6o^n unb etnfitgem 9la(|^folger 9Rj|e8lo gut ©emaJ^Unn >).
jDorattf erlE)ob jDtto ®nefen )U einem (SrgbiStl^um unb be^
^te oU beffen erfien 6r}btfd(^of/ wenn glet(b ebne Qxnftimc
mung be$ StfcbofS t>on ^ofen, beffen ^tr((^enr))rengel @ne::
fen bis babin untergeben gewefeniwar, ben getreuen ®ei
jf&bTten XbalbertS, ®aubentiu6/ tnbem er ber neuen ®tiU
tung bie SiMbumer Jtolberg, Xrafou unb 93re61au unter«
gab ")• @o baS Anbeuten feines f^eunbeS- iduf lange Sei«
teil binau^ t>erbenli(benb/ gog iCaifer iDtto in fein Sleicb
mteber jurucf.
Vu(|^ «^ergog S3ote«Iat> fucbte bie Erinnerung an biefe
Segebenbeit auf mancbertei SBeife fefi jü l^altm. @o Kefl
C¥ unter anbem eine golbene SRunje prigen, um ber
9Za4we(t aucb in foI((^er 3Crt lunb ju tbun, n>el(ben ©lang
unb tpeUbeö ^ei( ber beilige ^Cbalbert feinem 9ieicbe ge«
bracht b<ibe '). — ®nefen blieb lebod^ ni(bt lange im JBe:?
1) Bogupfial ap. Sommersberg T. II. p. 25. jDod^ unterliegt
dtt<b biefe 9la(4ri(bt einem SweiTel/ bentt wir ^nben nur Dlid^fa, eine
Soibter be« .9>falagrafen *&eaUo t)om aibetn ; al$ 9){jed!o*d @cma^(tn ge^
naast
2) Ditmar Merseburg, p. 84 nennt ben erfien ©ribifcftof -pon
(SBCfrn Radim; tt ift btefed aber nur eine SSerflämmelun^ beö 9(amen(>
Radsin tuib biefer 9lame ifl nidjtö meiter M eine ^olntfc^e Uebetfe^uno
bd n^men« Gaudentius; vgl einbe $o(n. 3B$rterbud) S3. V. ®. 7.
.^iif. Naruszevpicza Historya Narodu Polski ego T. IL Ksiega
Pierwsia p. jL04 seqq. )Da$ ©aubenttud }um @r3bir<bof 9on @nefen
rmannt würbe; erwdbnen au<b Lamb. Schaffnaburg, an. 1000.
OwonograpK Saxo an. 996. AnnaUsia Saxo p. 372. Dubrav.
Histor. ßohem. p. 47. 60. Dlugoss» üistor. Polon. T. I p. 149.
3) Sm anfange be6 acbt^bnten 3abrbunbert6 würbe eine fold)e
Mn^e beim IDorfe ®embice in ber bamaligen SBoiwobftbaft t>on ^ofen
in einer Urne auSge^flägt. ®ie nei^tt auf bem 2(Qerd ben geh:5nten Mi
mg fBcMtav mit einem über ben Anien (iegenben breiten ^cbwerte unb
ber Umftbrift: Biüedaus; auf bem 9leoerd ben Stopf M bei(. 2(balbertd
nit einem *^igetts®(bein unb berUmf(brift: S. Adalbertus. ®ie befanb
M fröbet in einem SRänsfabinet au jDan^ig. IBgl. über fte eine Reine
Vbba«blimd im Cblittt. 9^***' fTen Iß. IL ®. 79/ wo ftcb au(b ein 2(bbru(f
bavon beflnbet 6. Ihreuft: Camml. IB. IIL e. 133 — 134.
278 2)e6 l). Hhaibtxtt Unitnltn u. folgen f. !Riit9rcfZoM.
ft^e Iber tounbert^^^tigen Uebemfie beS frommen Vtixtfttd;
tenn alS um6 3al^r 1038 ber 93o^men <&er}og Srjetitlat) -
im Strieme gegen $oIcn ©nefen erft&xmU, entfäfyrte et aiu
$er manc(^en anbem «g^eüigt^iiment auc^ Xbalbertt 8e{(^
nam nac^ $rag unb ®et>eru</ bamalS S3if4^of biefet
@tabt/ (enu^te ben nun etfl ermatten ©tauben bet lbh\^9
men an 3(ba(bertS «^ettigfett unb an feine SSunbett^ten,
um ben ®el()orfam gegen bte .Strebe unb bie {hengfte Se«
oba(l()tung cbrtflltcber @itten unb ®ebrau(be ali bie einjige
SSebingung ber Serfobnung beS SSoIIeS mit bem «^eiligen
unb ber SSerfegung feiner i^tfjxtn tteberrefie in feine 9Klte
nad) $rag fttr immer feft yii fteDen 0-
Sn fotdS^er SBeife batre 2CbaIbert6 aS^rt^rer^Xob unb •
baS 3Cnbenfen an baS, xoai er gemoUt unb ergibt, eine
SSirlung^ bie aQeS äbertraf, xoai er burcb ba< lebenbige
Sßort feiner Siebe unb burd^ ben feurigen (Sifer feinet ®tu
fteS bei ben S3&bmen fomobl^ att bei bem Solle ber 9)mif^
fen in^ 9Ber{ ju fegen gefudi^t b<itte. Sarum "fyat ibn bie
Stacbmelt aucb toeit mebr oerberrlidbt unb Dcrewigt/ att
feine 9Ritme(t ibn fcb^gte unb feinem SBorte folgte. Sa
frommer Erinnerung an fein SEBirfen unb (Streben unb im
frommen ®(auben an feine6 9{amenS «^eiligleit erbaute
man ibm Jtircben in Statten^ in ^olen, in JB6bmen, in
@(bleften, in Ungern, in ^ommem unb in |>reufren')i
3n bem legtem Sanbe warb fein UnbtnUn fpiterbin no<b
oielfadf^ gefeiert '); er würbe alS @4^ugbeiliger bet Sii«
1) Dubrcw, Histor. Bohem. p. 60.^
2) Schott, p. 72 — 73 ji^tt jie ber «eije nad) auf.
3) €5, Xrnotb« Äir<bengef<^i(iite »on ^xtuffen ß. 73 — 74. ©ie
ditcfle Jtfrcbf / koet(b< bem ^etl ^balbect gu (S^ren in |)reuf|en erbaot
)i)urbe, war fn |)omeranten in htm »Dorfe Chomor s. AdaUberU, oficie
in bem ÜBertriige vom 3. 1249 bte ^omefanier {u erri<bten ^ntpn^
mußten. &, Sab er « TCbt^anhl Aber bte S^dlung 9)omefanttn< ^fä)ia
bem Ccben unb bem Stfcbofe u. f. w. in ben QeitrAgen |ur JCanbe
^euff. $B. III. 0. 34t. C6 2CbaIbcrt an btrfem Orte geCebrt ^attt vaA
warum biefed jDorf fd^on oor CM(btttttg ber Air<be €homor ober Ko-
)DH ^. }(baibetM }Cnbfnfen u. afotgen f. Sltit^ut^ZobH. 279
t^umS Gamlanb angerufen ')• ^i^ £)omftr(l()e }u Sthni^^s
berg watb t^m ju Sll^ven unt unter feinem 9lamen ge^i
gränbet"). Xn tem iDrte/ too er erf(l()Iagen n>arby unfern
9om SReereSufer n>urbe i(^m in fp Jteren Seiten eine StaptU^
erbaut unb nai^ feinem 9lamen benannt; ju tbr famen
$t(gnme aM weit entfernten Sanben, benn ^apft (Suge?
niu8 bet Sierte f)atlt aQen benen, bie Ijiier in Hxiba^t unb
®ebet XbalbertS 3(nbenten erneuern unb bie Stiftung burcf;
@penben mit unterbalten würben, eine Ijiunbertt^gige Sn^
bttigen) ertbeilt ')• ^un ftnb eS nur nod(^ wenige SRauer«
ffeine, wel^^e bem Sßanberer biefen einß ben «Reiben / wie
ben Q^riften beiligen Soben bejeicbnen ttnnen ^); aber e<
finb Ueberrejle/ an weUS^e ftc^ in ber ©efcbiübte biefeS San^
bed eine grofe Erinnerung (n&yft/ bie Srinnerung an ben
SRann/ beffen @eele innigfi Don bem SSBunfcf^e ergt&^te,
^on bierauft ben erflen iid)t^af)l ber Sebre be< ©efreujigr
ten Aber bai ganje Sanb leuchten ju laffen.
Vbalberte 9{ame aber warb fogleit^ in ben erffen Sab-
an m^ feinem SRclrt^rer^Sobe äberaU, wo man ben
frommen/ gottergebenen SRann im Seben i^Unnt, }u bo<b
gefeiert unb toerberrtidi)t; be« i(aiferd |>ilgerfabrt an fein
6rab gab ben Serbienfien be6 SRirtprerd in ben 3Cugen
ber SBelt eine )u grofe SBBid(^tigfett unb erhabene ä3ebeu$
tung; bie ©agen toon ben Sßunbertbaten an feinem ®rabe
batten auf bie ©ebanlen unb ®efuble t)on'SEaufenben eine
)tt tiefe SSirfung ; e6 war femer ani) biefer Seit bed WliU
telalter§ nur ju febr eine fromm))b<tntaftif(be (Schwärmerei
in Sebanten über SSerbienjle um ben «g^immel unb feine
nor sancli Adalbcrii tfitf, bleibt ungetoif. G'oUte blefeö Komor i^itU
(fl^t fo mel brbeuteti aU Jtummer, atfo ®. ^batberttf Jtummet?
1) 9la(b bnn Sfugnt^ oieUr Urfunben.
2) eucad IDaotb 83. I. 0. 157.
3) Hartknoch DiMcrtat de on^, reIVg. Christian. §.,XI1I. p. 232
4) Urbec bte (Srncbtung unb bie 0(bWa(e bierer Jta)>eae, \o wie
ibrc Mrf4iebenr aiibere |U er6rtembe Scagen in Beitebun.; auf TTbals
(trN Men i>oL bie IBeitooe Nro. JIl.
280 S)ed t). Tliaibtm tnbmtm u. Sonett f. SR^rtpctrsZobH.
^atS)e iatii befonber^ ergeti/ unb bie getvalttgc @))annuiig
ber ©emät^er bet c^ttflltd^en SBelt/ bie mit bem taufettb^
flen^Sal^re na^^ bc^ <f)eilanbe6 ®eburt eine gon) neue
9Be(t mit n>unbetbateri @rfcbeinungen/ ja fogar bie SBiebetr^
lunft beS Srt&ferd felbfl unb bie 3(uferfie|»ung aOer 3:obten
erwartet l^atte, war noc^ )u neu unb in bem 3nnem bet
gangen ä)xx\tliä)en Üßenfc^bett no6) ju lebenbig, alS ba{i
nic^t bie ndmlicbe glubenbe @el^nfu(^t nacf^ Serbienfien um
ben «^immel unb um bie @acbe be6 «^eilanbe? / . unb ber<
felbe ©ebante^ ber ben b^iligen 3(balbert unter bie «£)eibeii
bed 9{orben$ getrieben 1)atte, aucb balb in einem anbem
SRenfcben t)on neuem "^atU cvtoadfen m&ffen. 2CbaIbertS
©cbicffal unb fein Kammer ^S^ob fonnten bamalS, wie bte
X. SBelt geflimmt war, toof)l feinen abf(|)re(f en ; er (onnte ^Ms
mel^r nur anreigen^ ettoaxmm, beteben unb begeifienu
Srgrijfen t)on biefem ©ebanfen unb benc^ogen burcf^
JCbalbert« ÜRSrtpreraSob foU jundcbji nad^ biefem ber »e«
nebictiner jBonifaciu«/ ein SSermonbter be6 ^aiferd iDtto
be^ dritten unb auSgejeicbnet burc^ feine geleierte JBilbiing
unb feine iftenntnif ber Wlix^l, juDor aucb f^on ium Srjs
bifcbof im ®ebiete ber Ungläubigen geweift/ nad^ |>rctt{fcii
gebogen fepU/ getauft unb ge))rebigt unb )ule|t ebenfoIU
bie SRdrtprer ^ Arone errungen ^aben. S>{e ^räfenbe Uns
terfucbung inbeffen t>em>eifet biefcn Zpoftü inS ®ebie.t be<
Srrtbumd/ fobalb t)on i^m al6 einem befonbem Sefe^
ber 9)reufl|en bie Siebe ijl 0-
1) >Dfefer SSontfoctuö tfl iwat r^on hnt^ einen frü^n firünMU
Ö^tn Sorf^er, n&mlt4 turc^ Schon Pruss. Cbristiau. p. 81 — 85 an$
ber ^efci^t^te ^ceufTenö mit aUem diente oenoiefen worben; oOein er
ijl befTen ungead^tet bo4 immer wteber in bfefe(be aurütfgefe^rt; f.lCt»
nclbd ^reuff. S^it^n^eW^te ®. 76 — 77. «^artenod^d JCir^ens
Gefc^td^te <S. 22. ^o^ebue 9)reu(r. Alt. Ofkfc^. ». L 10. 119. 2>tc
®a(^e beruht offenbar auf einer blofen StamencOermed^felttRg. jDec
«^(benbefe(^rer SBnino ndmltc^ f)atU bei ber gtrmttttg nacb bamaliger
@ttte ben 9^men SBontfactud erholten. jDai Chron. Magdeburg, ap,
Meibom. T. IL p. 284 nennt attlbrü(ni4 Bninonem cognomeato
2>(c «^eibjen^S3efe(^rer SBcune. 281
@onber äweifel aber war biefer SSonifaciuS fein an^
Um, afö ber SBenebtcttiter Sruno, ber bur^ XbalbettJ f)Os
M SSetfpiet getrieben unb gelocft ben ©ebanfen fafte/ beS
gefeierten IBorgangerS SBert nodt^ einmal ju beginnen unb
»0 m&glic^ JU DoUenben. @eboren toax SSruno }u £luer$
fDrt^ aus bem @tamme eineS eblen freiltierrUci^en (StS^U^^
M^), weld^eö lange fd^on ftc^ bei ben Aaifem be6 @d(^
{if(!ben «^aufeS burd^) l^ofie SBerbienfie nicf^t minber um biefe
felbjl, aH um beS SReic^eS (^irm unb iBertl[)eibigung
Sunfl unb «^oci^ac^tung erworben l[)atte. @ein Sater n>at
Sruno ber anleite / g^rä^mt toon feinem Seitgenoffen unb
Senoanbten, bem (od^üerbienten JBifcf^of 2)itmar toon SRer»
feburg, bem ®ef(t!i(^tf4)retber biefer 3eit/ unb feine ÜRutter
3ba ans einem et&fl\d)en «^aufe '). S>\t Weitem, lange in
Bonifäctum Uttb p. 275 ^etf t Ci : «anctus Bruno qui €i Bonifacius.
9bin Unnt Petrus JDamiani in viu s. Komualdi btefen SBruno nur
unter bem 9lamen SBontfactud, nennt t^n einen martyr, einen Xpoflfl
ber dtaffen nnb erjd^It ^itW t>on feinen Serfuc^en jur Kudbrettung be<
CE^nPent^umS. Baronius Annal. eccies. T. X. p. 906 unb 918 —
919 aber , ft4 9^enb auf 9>etrud »Damianf , na^m btefen SBonifactuft
fftr eme oon SSruno gan) verfd^iebene 9)erfon unb führte i^n M einen
b^f^nbeni «ßetbenbefebrer in hxt ®t\6^\^tt ein.
1) Langii Cbron. Citizens, ap. Pistor, T. L p. 1127: y^natione
Saxo, ex iUustri baronum de Querfurt prosapia genitus. Ditmtir
Merseburg, p. 177 fagt blof: ex ^nöre clariKsinio editus. — Ueber
Stono'd Seben bdben toir eine eigene ®4rift unter bem 2ttcl: Bruno
Apostolus ober bei Sldmif^^n XpofieM in |)reuffea Brunonis Men#
2db ttttb ßere^rung na^ bem Slobe, wie and^ ber hv, feiner GapeUe
anbSaafabrt auf ber G^eU^SStefe ^u 0uerfurt entftanbenen Öfter»
iSarf beftineben oon B. L. S. ^aUe 1714. iDer Serfafler i% wie
Sehoü 1. c p. 79 bargetban, 2). ®. SSüttner, iDioeon in Duerfurt.
6. 22 f. fprif^t ber SSerfaffer oon IBruno'ö ebter Vbflammung. — (Ue*
brt^e ifl biefe Stograp()te faü o^ne aOen Ißert^.)
2) ®o nennt Ditmar Merseburg, p. 177 bie beiben TCeltem. IBom
Sttter fagt er: Pater Bruno e^egius iet per concta läudabilis, ami>
CBS mibi consanguinitate et omnibus erat proximus familiaritate«
Qiron. Magdeburg, p. 279. Annalista Saxo p. 409 nennt aufeT
^Men Mtrm aucb einen Sruber SBruno'« (Seb^rb. (Spangenberg
^«nfurt ^ron. S3. ü. c 7.
282 2>ec ^etben«Se(i^rec IBcuni;.
ftnberlofer ß^t fiöf einen ®ol()n erfe^nenb nnt> ben 6n9arj
teten fid^on r>ot Ux ®e^urt bem geifKid^en ®tanbe »tb»
menb/ pflegten ben @pt&{lling t^rer Sl^e mit »drmjfer Siebe
unb folgten treu fär feine Silbung. @ie Iteflen i^n juer^
in ber 2>omfd(^uIe ju SRagbebutg unterriclS^ten / wo bamate
ein beröl^mter Sekret ®ibbo ber Tlnftalt 9orflanb 0- ^ort
geno^ }u ienet Seit audi^ ber nac^^malige ä3if4^of S>itmot
t)on SRerfeburg beS Unterric^fteö , ber und berichtet, ba$
fd[)on in biefen 3ugenbia^re.n S3runo bie @infamfeit getiebt
unb w^btenb bie ®(|)uIgenofren ffd^ im ®puU t>ergndgt/
ium ftiKen ©ebete ficf^ gerne an entlegene £)rte entfernt
^abe '). SSie lange er bort mit bem tttoa^ älteren 2>itmat
}ufammen gelebt*)/ ijl ungemiß. (Si idfeint iehadf,
baf üBruno fc^fon nm^ 3al^r 988 ein Sanonicat an ber
^irc^e t)on @. SRauritiuS gu SRagbeburg er^lten ^bt^ su
n)el(|^em 3Cmte i^n feine SBi^begierbe DoKfommen f^^tg unb
fein reiner, frommer SBanbe( auö} t)6nig wärbig gema^^t
l^atte ^). ®ein 993er{ xoat bamaK ber SCufbau ber @(|)lofk
fir4>e ju jQuerfurt *).
SRittlenoeile »ar Sruno bem Gaffer, £)tto bem jbriU
ten, beUnnt geworben / benn biefer liebte fotdjie Scanner,
bie ft(^ burdi^ Silbung/ bntd) ^rdmmigfeit im ®eijle ber
3eit unb iuxd) eine gewiffe @dE)n)ärmerei ber ©efu^Ie t>or
anbem l()erbort()aten/ wie folcl^ed fc^n feine gro^e Siebe unb
SSertraulid^^feit ju Xbalbert bemied. @r jog aud^; ben inns
gen S3runo an feinen ^of, o([ne ba^ unS berichtet mtrb/
1) Diimär Merseburg, p. 177. 205. ÄnnaUsta Saxo p. 409.
^pangenbecg a. a. £).
2) yyCum mane ad scholam ire debuisset, antequain ab liospi-
tio exiret, veniam petiit et ludentibus nobis in oratione is fiih.*^
Ditmar I. c AnntiUsia Saxo 1. c.
3) Ditmar nennt t^n contemporalis et conscbolasUcus.
4) Ditntar I. c fagt: Otio negotium praeposuit et sie frnctifi-
cans ad maturitatem perrenit S)ad Gbron. Magdeburg, p. 384 nennt
il^n Sancti Mauritii Magdeburg. Canonicum. Gpangenberg S« H-
c. 8. Bruno ApostoJns ®. 34. AnnalUia Saxo p. 409^
5) Bruno Apostofus c. 35.
£)er ^fi^tn^tStU^ttt SBruno« 283
loch^« Xmt biefer bürt Gemattet |Hi6e '). 9lac^ jDitmart,
feinet äettgenoffen unb SSenvanbten äeugnif , bürfte man
faß glauben, baf t^n bev Xaifev blof be« Umgänge« unb
ber gelegen Untet^Itung toegen )u {tc^ gerufen ^abe ')•
9tun gefc^afy aber, baf Aaifev £)tto im Saläre 996 mit
feinem Üteffen Sämno, bem @oine be5 ^er)og« SOtto Don
Saient, nac^ Stallen )o^ t^etU um biefen na^en SBetmanbs
ten auf ben pipftliä^m @tul^l ju ergeben, t^eilS um bann
1) SRan nimmt aOgemein ati/ baf fßtnno am faiferlid^en «^ofe bev
Sorfbber ber fatrerttd^en JtapeUe gewefen fep unb gränbet biefe 2Cnna$me
auf Peints Damiani in Tita s. Romualdi, »et^er fagt: Erat autem
apprime Uberalium artiuxn doctrinis instructus, maximeque in roo-
dnlationis musicae studiis approbatus. Is itac[ue in capcUa regia
TDorabatnr. Co \^t btefe C^telle au4 Baronius Annal. eccles. T. X.
p. 906 anf feinen oecmeintlt^cn unb oon fBnsno verf^iebenen ^Cpofkf
Som'focitti bejogen. Schott in f. Aniss. Christ p. 83 [((rieb obne
loeiteced \ii\xt bem Sarontuö na^ unb lief unfern Bruno ebenfalls Jtas
IKOen f SBorfle^r fe^n. <Sd beruht aber au(^ biefeö aUe< auf einer SBer«
tpe^lebrng be< 9tomend, ju welcher 9>etrud Tamtam ben erffen 2(n(af
906. Sencr IBruno ndnUid^, oon welchem ^. Skimtanf fprtc^t, war
faoe<»e0i ber unferige aud Duerfurt, fonbern e< war Otto III. 9lcffe
Snrao, 6o^n be< «^erjogi f^tX^ oon 1b(ikai\ f. Ditmar Merseburg
p. 79. I^ott btefem Bruno wirb nun burc^ ben iettgenöflif^en IBerfaf«
jer ber Tita s. Adalb. ap. Canisium p. 347 gerabe alteö er^MIt^ wad
ber fpdter Icbenbe Petrus DamUmi auf ben nad^maligen *^eibenbefeb<
m Bruno übe rtr>. (Sd (eift nftmlid^ : Erat item in Capella Regis
qnidam Clericus Bruno, secularibus litteris egregie eruditus, et ipse
regio sanguine geni|j ferens^ magnae indolis; sed quod minuj bo-
«HD, multum fervidae juTentutis. iDtef mar berfelbe, ber um biefe
3rtt unter bem 9?amen (Sregonui V. ben pdpfllid^en ®tu^l beflieg.
DUmar. 1. c Tita s. Adalb. 1. c SSowerö ®ef(I;i(ite ber ^dpfle B.
H 6. 339. — «Eternit fdUt bann au^ bie oon Schott p. 82 be(Kiup<
tfte Berwanbtf<baft unfered Bruno mit bem itaifer Ctto lü weg unb
gctött jenem Bruno an , ber mit htm Jtaifer^aufe wirtU^ ))erwanbt
»ar.
2) Ditmar p. 177 fagt n&mlt(^ ganj einfad^: A tertio desidera-
tor Ottone et suscipitur. Bon einer ^CnfieSung in £)tto'^ JtaipdU
iMif alfo jDitmar burc^u« hi^t«. jDaS Cbron. Magdeburg, p. 284
Tagt gld^falU nur: poitea (b. ff. nad^ feinem (Sanonicat) in palaiio
1^0 adsumtum.
284 Der «f»eiben*S3efe(^rec Stuno.
t)on i^m bie AaifetirArone ju empfangen. 2)a war ond^
jener SSruno au6 £luerfurt in bed .ftatferd fBeglettung/ fal^
ie^t Stallend freunbltc^en ^tmmel unb begr&f te bort n^af^ts
fcf^einlidE) ben bamatö noc^ in 9lom (ebenben 3tbalbert/ ber
ju jener Seit ja t)ie( um ben JUifer toax. S)i bieOetc^t
auf Sruno'S Stimmung ber Umgang mit ^atbert ober
xoa^ fonft in dtom auf feinen ©eifi eingen>ir{t f^Un mag:
— j{/runo bef(|i(of/ ben faiferltc^en ^of mit aller inft ber
SBelt ganjltcl^ ju t)erlafren unb* trat ^ wie einige meinen,
butd) ben 3(nbli(f ber Air(|)e be6 alten SRjrt^rerd unb
®(auben6f)elben S3onifaciuS auf bem ^CoenttnuSs Serge tief
erfd^uttert, in ben aR6n(^$s£)rben ber S3enebictiner ein.
<^ier fäl^rte er mit )n>ei gleidE)ge{tnnten Sreunben unb £>«?
ben6br&bern SolE^anneS unb fiSenebict ein fhengm^ndt^if^ie«
unb einffebterifclieS itUn, nur ber S3ef(()auung, ber @orge
um bie @eele unb ben 9)f[i(lt)ten feineS iDrbenS (inge«
geben *).
@o berweilte IBruno in Statien hii nac^ iDtto beS
Dritten Sob. Da war in if)m aber, oieKeid^^t gun^c^ft
burdS^ ^^n weitgefeierten SR^rt^rersSob Xbalbertö aufgeregt,
ber ©ebanfe l[ebenbtg emad)t, biefe(be Sal^in ju betreten/
auf weI4)er 2Cbalbert fo grof en 9{u^m unb foI(^e SSer^m
liä)nnQ unter ben Üßenfc^en, fo ^o^e9 Serbienfi unb fo
biet ®nabe bor ®ott ftc^ erworben "^attt. Sr legte bem
|>a)){ie, bamaI6 war eS ®9lbefter ber Sweite, feinen 6nt^
f^lu^ t>or unb erhielt toon i^m nxd)t bloß bie Srlaubnif
}u bem frommen Untemel^men/ fonbem (ugteidf) au^ bie
Särbe eine6 6r}bif(^of8 in bem Sanbe ber «Reiben. &ot
1) Ditmar Merseb. p. 176 fo^t: Quem (Ottonem) non lobge
post desereas, solitariam quaesivit -vifam. jDad Chron. Magdeburg,
p. 294 nennt i^n „Fugientem cum delicüs suis seculum , ut sibi lu-
crifaceret Christum, sicque apud Italiae ereroum cum beatis sociis
Benedicto atque Jobamie in monacfaica religione perfectiscime con-
Tcrsatum. SDed bur(6 bie Jtiri^e b€< ^U. IBottifadttS bewicetrn %v
laffed enc^nt Petrus Damiani vita <. Romualdi. Annaluia
Saxo p. 41(X
2>er ^txbtn»S8tU^ttt IBruno. 285
fM Uiüh n fU^ jur Seit/ aU ^e{nr{(|^ ^r Streife beti
baitf4ieti ittntgSt^ron fcf^on be|itege|i iattt, nadf SRerfebur^
snb erhielt wm 6r}btf(bof 2)aginö Don Slagbeburg bie
SBei> unb ba6 er)btfdg^6ili(l()e 9>aaium. 2)iefe$ gef^^ad etwa
um ba« 3a^r ioo4 0-
2)er Arieg iebodi^, i9el(|^en «^erjog SSoleSIat) ber ita^
pfm von |>oIen fcl^on fett mehren Sanften gut Gnoeiterung
feiner Steidfigtirnen nail^ Seutfcblanb bin mit bem Aaifer
f&^rte unb an^ in bem eben bejeic^^neten Sabre nocb for^
fette, mag S3runo gebtnbert b^^ben, baS SBerf fogletcb }U
beginnen^ {u webbem er ^df bunb dne ^blfttt ©ttmme ba
mfen glaubte. iOa aber 93oIe$(aD burd^ ber 2)eutf(ben
Za)»feifeit unb grbfere Jtrtegderfabntng gebem&tbtgt/ ber
Streit fomft beenbtgt n>ar unb ber ßr^bifcbof Z)ag{no oon
Stagbebnrg im (September beS 3abred loo5 nacb $ofen
)tim «^erjoge ging/ um mit ibm in M Aaiferd 3lümm
ben {rieben ju t>erbanbeln ^), föftint Sruno^ ibn beg(ei^
ttai, an ben «^of beiS 9)oInif(ben Surften gefommen }u fe^n.
Cr fanb bti IBo(e6laD/ bem bie SemAbung um bie SSeUlfi
nmg ba naben fBoIfe^ ber $reufTen jeber Qeit erwänfcbt
hm, bie gdnfiigfte Xufhabme , »arb Don ibm unb ben an^
bem ®ro^n be6 .^ofet 6fter rei(b(icb befdbenFt/ Dertbeilte
jebocb ane6 »ieber unter bie TCrmen unb Jtranfen ober an
1) Diimar Merseburg, p. 176. Cbron. Magdeburg, p. 284:
Deinde a Romano pontifice ad regem Henricum et eundem Archie-
pbcopiun (Daginonem) 4irectum consecraverat Archipraesulem gen-
ihiiii, eique, quod Apostolico ' detulit, circumposucrat pal-
fiura, ^i postbaec signis dam« pro Deo ab ipsis gentibus cum
ttt mariyrisalus, sicut indicat über gestorura eius, veraci relatione
eonscriptus. AnnalUta Saxo p. 410. .jDagIno tourbe im 3a(re 1004
SciMf4of «Ott 4Xa0teburd unb umntttelbar na4 feiner SBa^t begob ^ä^
^rii( na(( fOtetfeburg ; f. ViU HenHci S. Imperat ap. LeihniU
T. L p. 437. Diimar Merseburg, p. 119. Slatbmann Gef^icbte
•Ol ata0b€burd ». I. 0. 121 — 122.
2) Diimar Merseburg, p. 137 — 138 fagt: Tagino Arcbiepis«
copiu cum aUis famüiaribus regis ad dvitatem (9)ofen) a Bolex-
W rogatuj, Yenit. Chronograph. Saxo p. 218. Ännaiista Saxo
p. 403 -- 404.
286 S)er ^eiben-iBefe^rer SScuno.
^ie Stxtäf^n, um in feiner !&ugenb ber (Sntfagung unb Gnt-
l^altfamfett fejl unb treu gu bleiben ^).
S>o6) ni^t fo gänfiig/ wie SSruno'^ 3(ufhal&nie bei bem
«^ergoge/ n>ar fär fein äßerf bie.äett/ in n>eI4)er er eö be?
ginnen n>oate. 3n 9)o(en felbft n>ar fett be6 i(aiferS iDtto
Sob aSei in (Sil^rung unb Irtegenfcl^er S^ewegung, benn
ber fo fdm))f{uftige al6 JS^errfd^begterige «^erjog I^Httte e$
feitbem f(|^on nadi^ meieren @etten f^in Derfu(i^t, bte ©rängen
fetner «^errfcf^afi gu enoettem. Sßte $ommem^ fo f4^eint
au(^ 9)reufren t)on ben SSaffen ber $olen ntcbt gang unbe^
räl^rt geblieben gu fe9n/ xoimofjll bie S&rftigfett ftdS^erer
jQueQen über btefe Zeit bte näheren SSer^dltntffe beiber iijus
ber im S>unfel li^t '). Sßenn ei bemnacf^ anö) ungewif
bleibt/ ob 9)reu{fen unb $oIen f(|)on in biefer Seit ber
^tn\6)aft IBoIe6lat)S in SSafen gegen einanber gefianben
l^atteU/ fo mar bocf; ftcl^ertic^ nodf^ nichts gef^^eli^en, um ben
alten ^a^ unb bai SRiftrauen ber ^reiiffen gegen baS
9ta4»6arlanb gu befc^n)t4)tigen ; t)ietmel()r mufte ti ^oltii
Iat)6 «^enfc^lujl unb Segierbe nac^ Srmeiterung fetneS
SReid^eft nur noc^ me^r t>erft(!rfen unb toon neuem aufregen.
@elb|i bie SBeenbigung bed iCriegeö mit S)eutf$lanb/ ber
bi^^er IBoleSlat)ö gange TCufmerffamfeit nad) SBeflen gego?
geu/ mufte unter ben ^reuffen bie SSeforgnif erregen, baf
SßoUiia^ bie nie ru^enben Sßaffen nun gegen i^re Srei^tt
1) Diimar Merseburg» p. 176: Debinc ob lucnuh animae Ia~
borem subiit diyersae ac grandis viae , castigans corpus media el
orudans yigilia. Multa a Bollslavo caeteriscpie divitibus bona aus-
cepity quae moz Ecciesiis ac familiaribus suis et pauperibos nil sibi
reiinendo diyisit. AnntUisla Saxo p. 410 fc^ret&t jDitmar na(^
2) ffelmold, Cfaron. Slayor. L. 1. c. 15 fagt jmac: Eodem quo-
que tempore Bolizlaus Polonorum Cfaristianissimus Rex, con/be~
deratus cum Ottqne* teräo ^ omnem Slaviam, quae est ultra Odo-
ram iributis subjecit, sed et Russiam et Prussos, a quibos passua
est Adelbertus Episcopus, cuius reliquias tunc Bolixlaus Iranstalit
in Poloniam. Mein bte (ter sufammendefaften (Std^nifft gelten of«
fenbai; oerfcftiebenen Seiten an. 2Cn eine Untenoerfung ber |)ceQffrn fvt
Otto bei JDntten itit i{i »emgflend n>o^( fcfttoerli^ in beulen.
SSruno'^ aXictyrer^Zob in ^tc^ufren. 287
Mnben ttnb an t^tn 8anbc Derfuc^n werbt, toai i^m M
feinen wejilic^en ^atSjIbatn niä)t gegliiA war.
eruno, biefe Ser^Itniffe em^genb/ btiäfUf ballet,
fein jBefe^rung6wetf noc^ einige Saläre au6iufe|en/ gugleid^
au^ um Seit su gewinnen , burdb Erlernung ber |>reuffi^
fcben &pxa6fe fl^ m6) beffer auf baffelbe Dotjubereiten.
Srfl aU ber Jtrieg {wif^^en S3oIe6laD unb S>eutf4)Ianb Don
neuem begonnen l^atte unb bat «^eer ber 9)o(en 6iS an bie
Clbe etobemb t>orgebrungen toax, trat S3runo im Saläre
1008 bie SSanberung nadji $reuffen an ^). Hdftii^n feiner
1) Wx mftffen uni l^ier üf>^ einen Itretttgen 9)un!t in Setreff
bicfec fikittbenind etwas nd^ erfiftren. >Die metften neuern ®efä^i^U
f^reiber, mt Bruno Apostolas ®. 125, SBac^lo 9)c. ®ef4i4te ®.
90 nnb in ber encpflopdb. ber SBiffenfc^a^. unb Sttn^t nnter bem Xp«
tOrf Sruno, Jto^ebtte SB. L ®. 120 nehmen eine bopj^elte Steift
Bntno*< na4 9)reuffen an unb feien bte er^ere ini 3at}v 1000/ bte
}»elte aber tnö 3abr 1009. 6te folgen (iertn oorjüglt^ ben Angaben
inGpandenbergd Gbron. oon Cluerfurt &, 125, ber luqUid^ bes
tanket; baf Sruno im Sa^re 1000 ben Jtatfer Ctto }ur 9i(derretfe
ia Kbalberte ®rab burd^ Ueberrebung bewogen unb t^n ba^tn begleitet
tobe. jDabei flütt man ffc^ auf bie ICnna^me, haf IBruno erft na4
ftiser MctCebr oon fetner erfien 8tetfe bie stelle eine« S^orfleberd ber
(acfetti4en StaptUe in fO^erfeburg umd 3a^r 1004 übernommen (labe.
lyiefe 2(ngabe i|t nun von uni fc^on wiberlegt; aber wir f6nnen unS
an4 na4 genauer 9)rdfung ber ftiteften unb auoer^nfgflen Duelle »on
fitter boppetten S?etfe SBruno'< naö) ^reuflen auf feine Sßeife öberjeugen.
64oa Schou in Pruss. Cbrifiian. p. 86 — 88 (at {!(^ bagegen grftnbs
64 ctfiArt jDer wic^tigfle SBeweiS fdr hit 3Cnna^me t>ott nur einer ein«
i^en atnfe liegt offenbar in ber 2(ngabe bei aeitgen6fp[f(^n unb mit
Bntno'i Bd^iäfaltn gewif genau bef annten Diimar Merseburg, p. 176,
iabem biefer fagt: In doodedmo conTersionis ac inclytae conTersa-
tioBis suae anno ad Pt'ussiam pergens, steriles hos agros semine
£?iao ttttduit foecundare. 9la(^ Statten unb in ben aX6tt(b^flanb be>
Dib fül Bruno im Sa^re 996 in {Begleitung be6 Jtaiferd. 0on \>a an
0ac4n<t umr bat 3a(r 1008- duodecimus conversionis annus. IBon
riacr Steife na4 1E)reuf{en aber in biefer Swif^en^ett weit >Ditmar burd^s
AM li^t«. IBie tfittt er fte aber in SOterfeburg, in ber 9ld^ beS no(^
bbcttben Boteri feineg grt unbe« ni^t wiffen foKen , wenn fie t>orgefa(«
Im »dcf ? Unb wie tjhttt er in biefer Hxt fd^reiben finnen , wenn Bruno
l^on ciamoi im Safere 1000 in yreuffen gewefen wdre? (&t fommt
289. 83runo'6 SRArtptefStob in ^reuffeit.
®ef(Sl^rten/ unb unter biefen au^^ 30l(ianne$ unb fl3embict,
)ehe iwei SRim^e beS SSenebicttncr^jDrben^/ bfe mit i^m
im bertrauteßen Umgange in Stalien in bev Cinfamfeit
gelebt/ begleiteten ilfn. S)te 9>reuffen aber litten 2(balbert0
SBemäl^ungen ^ur Vertilgung i()re$ ©laubenS unb feine
®(^m£()ung unb SSerad^tung il^rer (Sitter unb ^eiligt^ib
mer nitSf (eine<weg6 toergeffen; oielme^r war ifftitn feitbem
aOeS, n>a8 cf^rifUid^ 1)it^, nur noc^ Der^ßter geworben.
SBamenb rieti^en {te bal^r bem neuen Ttpoftü, bie 9)rebigt
gegen i^re ©ottlf^eiten nt((^t fortjufe^en unb gur ^ttirng
feines SebenS baS ^anb eilig {U t>ertaflen. XOein baS ®&d,
toomit im Sit^jetnen fein IBemul^en begleitet gen>efen feyn
foS/ fcf^eint ben eifrigen ©laubenSDertänbiger bewogen {u
l^beU/ ber SSSamung nii)t ju folgen , t>ielme]iir in feinem
SBerfe mit 9Rut^ unb freubiger «Hoffnung fort)ufa(ren. Cr
iDar iäfcn weit in bieSanbfd^aften'^tneingeiogen unb na^te
9)reuffenS dftlid^en ©r^njen/ ali er eine« Sage« wa^renb
ber iBertönbigung beS ^riflltdi^en SBorteö pliglic^^ Abetfal^
"Itn, gefangen genommen ^ am t)ieriel|)nten Februar 1008
mit aDen feinen ®ef^^rten entl)MpUt unb i^re idi^mmt
an •£>^nben unb Suf en aufS fd(^retfli4^|le t>er{tämmelt mu
ben. S>er £>xt, wo fold^eS gefi^alii unb wo il^re Mtptx un«
beerbigt liegen blieben/ wirb unft nirgenbS genannt; ff*
wif ijl aber/ baf Sruno @amlanb nic^t. betreten, vielmehr
weiter nacl^ jDfien 1}in feinen Sob gefunben 'l^atte ^)« Vi^
bitt}U/ baf au(^ ba6 Chron. Magdeburg, einer boppeUen Stetfe »it Cri<
nee eifibt enp&bnt. X>it inrige 2Cnna(me beruht alfo gann allein auf
bem \ip&tttn , oft fo gani unentifd^ett &pangenbero.
1) Ditmar Merseburg, p. 176 htfä^ttibt IBntno'« So^ ntit f«!"
genbcn Sßorten: Tnnc in confinio praedlcUe regionis (PrussUe) el
RuMiae cum praedicaret, primo ab incolis prohibetur, et pi*''
«▼angelisans capitur, deindeque amore CbrUti, qui Ecdesiae capnt
est, XVI CaL Marlii mitU ut agnus decollatur cum suis XIIX. Cor-
pora tot martyrum insepulta jacuerunt, quoad Boleslavus id com-
periens, eadem mercatur ac domui suae futurum acquisivit solaUmn«
jDen Sobe^tag Bruno'« giebt Ottmar febr genau an ; ba< Z^^
bejeicbnet er burcb duodecimo conyersionis anno» wd6^ 1006 i|t
r
S3runo'6 SRdrt^rer^Sob in ^reuffen. 289
*ttn ^ex^oi iBoMfa» btefeS traurige ®ä)idfal JBruno'ö
ttttb feiner Segletter erfuhr ^ fanbte ^r eine fBotfd^aft nad^
9reufTen, ße$ bie SeidS^name (oSfaufen unb ^^jum fiinfH«
gen Xrofle für fein ^ani *' na^ $o(en bringen. Sruno'd
SSater, ein |)o4^betagter ®reid, afö er bie 9tadE^rid{!t t>on
feines @o^neS SRdrtprer ? Sobe üemabm^ begab ftc^/auf
beffen frül^er fcf^on ert^eilten f^% in txn JKIoßer^ flechte ^in
nnb fiarb unter ©c^merj unb Sammer ^).
®o l^atte S3runo auf ber n^mlicben Sal^n baffelbe
Soo8 gefiunben^ xozU^ti feinem grofien SSorbilbe/ bem ^eili::
gen Xbatbert, ben er noc^ felbfi in ^taXitn gefe^en^ beffen
Seben er befd^rieben unb ju beffen Sugenben unb Serbien^
flen er immerbar ^mangeftrebt ^atte, ju X^eil geworben
»ar. 2)ie Schriften religiifen Sn^lte^ bie er ber Ütacb^:
»eft ^ittterlaffen xotüu, ftnb längfi ber SBergeffenf^it über«
geben; fte ^ben feinen 9tamen nic^t t)eren>igen foOen. SSeit
glÜnjenber ift biefer burcib feinen SR^rtprer^Xob gett>orben^
ttenn glei^^ er au4) nid^t in fo aOgemeiner Ser^enlid[^ung
g^iert tporben x% wie ber SSlamz Xbalbertö. 3n 9)teuf|Vn
fUl na4^matt SraunSberg, fonft a\xi^ S3run$berg genannt,
biefem 9llUirt9rer )tt (S^ren erbaut morben fe^n ').
firrin fKmmr mit i|^m ais4 Abcrcin Marion. Scotus an. 1008, »o
Cl ^ift: Bmniu episcopus a Prucis, ifiultis suppliciis aflectus et
pci9>iu et manibiu absciMis, postremo capite plezus coeloj petiitf
fmcr Chron. Ursperg, p. 164. Chron. Siederburg. ap. Meibom,
T. L p. 450 tt. a. Siegebert Gemblac. ap. Pisior. T. L p. 827 ^t
tel Skk^r 1009; eben To Annalisla Saxo p. 409. 3n Slöcfß^t ber
Oc9enb, oo Scuno flarb, ftnb aUe TCogaben nur (e^r alTgemem, »ie
bei jDttmar. 3in Chron. Magdeburg, p. 275 beift e0: in confinioRiis-
aae et Lituae r^gionum martyrisatus est Cosmas Prägens, Cbron.
p. 21 figt ftber^Upt nur in partibus Poloniae. Annalista Snxo p.
4tO fagt: in confinio Rusciae et Lituae.
1) Ditmar Merseburg. I. c AnnaUsta Saxo I. c.
2) Haräcnoeh ad Dusburg Chron. P. III. c 27. p. 113. Wx
Mibcn fp^trr bavon ^nbeln, bemerfen febod^ \\xt f^on, baf wie \xi ber
brionnten Snebeneurfunbe vom 3. 1249 ber 9tame 6. 2(bolbert0 burc^
cÜK Jtic^e in Chomor S. Adalberti «er^rUc^t werben föSte, ou^
L 19
290 S^riftent^um uab ^eibent^um.
3n foUt^er SBeife waren alfo beibc Setfuc^, ttntet bcm
Solte ber ^reuffen ben @amcn beS (S^tifient^itittt an)us
))flan}en unb fo einen neuen IB&lfer)we{g bet (j^riftU^en
Xix^z )U)uf&^en/ ol^ne aUcn Srfolg geblieben; [a {te |Mit«
ten üielme^r in bet Stimmung unb ®eftnnung ber |>reufE
fen gegen äUei, wad ^^rtßttc^ f)uf, eine SBirtung er)<ugt,
nadj^ welker glätf(td[^ere (Srfolge f&t bie nac(^{ie Sufunfl
n>o^l unm6g(id[^ gema4)t würben unb eine balbige Sefd^
mng bei Solfed )um (Stoangelium ni^t }tt erwarten mt
@ie liatten baS ®^rifienttium ben 9>reuffen nur no4 me^
t)erl&a^t gemacf^t unb in ben ®tm&a)€m bti fßtlM gegen
aUeS (Sl)tiftliö)e ein SRiptrauen unb einen SBiberwiUen auf*
geregt/ ber Sa^r^iunberte ^inburd[i nicfit wieber t)ertt(gt oci^
ben fonnte.
iDiefe erfolgloflgfeit aOer Semu^ungen )ur fBete^ung
ber ^reuffen fann iebod^ ben Setra^^ter bed Silfer^ebend
in ber ©efc^idE^te gewifl in feiner SBSeife befremben. & if
an ^äf fc^on bie gefci^ic^tlid^e (Srfa()rung aUbefannt, bo^ bie
SBMter auf t^rem url^eimatlicf^en fBoben unb im alten «im
berdnberten Sater(anbe/ wo bie 9latur beS 8anbe</ vto
S3erge/ Sluffe, SSaiber unb ^ainc mit in ben ®6ttei»(SIaiM
ben bed SReufdE^en ^ineingewac^fen ftnb unb ber WanU
^inwieberum ba$ ®httli6)t in bie 9latur (^inäbergetragcn
^t, wo bad 3rbif(^e ^m ®&tt(id^en ni^t melf^r }U tniu
nen unb baS |>eilige mit ben 2)ingen ber SSSett innig ^^
fdj^wiflert ift, weit fc^werer ju befel()ren unb in ben StttÜ
ber ©ebanfen unb Seigren eined anbem ®{auben< äber)tt^
f&^ren ftnb/ alS foUS^e S6(fer::3weige, bie burd^ aßanbenin^
gen ober intd) Kriege üon il^rem a(ten IBoben Idinweggejo^^
gen unb ben a(ten |>ei(igt^umem bed Saterlanbet ent^
frembet/ an^ für bie 2(nna^me eineS neuen ®lauben« »eit
geneigter unb empfänglicher würben >). •— (Se^n »ir
»raun0berg ()64fhoa(rfd^etnlt((, ba el in betfefben Ur(niib€ in iUi^Beil^
fyxnQ genannt mirb, feinen 9lamen oon bem SRdrtiprer Sruno ec^Itea tatte.
1) €^0 bie €>a4fen im atten Ga^fenlanbe unb bie 6a<bfen in Ba*
tannicn ; — bie (SotbiFd^en »((fer im 9(orben unb bie im Gfibeii n. f- >«*
(S^riflent^um unb ^^cibent^ttin. 291
dtor n^ ni^x auf ben SSorgang unb bte {Bef4»a1fen|^ett
ber £)mge/ wie fte in |}reufPen «Daten/ fo tonnte ber @vs
folg aOet Semu^ungen ber ®(aubend :: SSertünbtger audg^
iimtlidf toof)l ein anbetet fcph, atö b{e ®ef(^i(||te ilE)n be^
richtet 2)enn t>ot aSeni/ n)ad bot baS S^rißent^um^. jumal
m feinet bamaligen Sotni/ bem SSoIfe ^^teuffend auf bet
@tttfe feinet SSilbung an bte @teT(e feinet alten ®&ttet«
8(auben6 bat? Sal)tl^unbette Ratten biefen alten ®(auben
mit feinem ^eiligen Stomo^t, mit feinen ^eitigen^ anmu?
tilgen «Rainen, mit feinen ja^Iteict^en Steuben^ feinen^^eften
unb mit aUex feinet Suft gezeitigt. @on>eit baS Xnbenfen
in bie ^iUn bet UvoiUx jutucFging^ to^x bad Soll in
treuem (Se^otfam unb in fefiet Siebe }u feinen ®&ttetn
bur(^ @lu(f unb äBo^Ifal^tt in feinem l^duölidE^en Seben
nnb 6ut4^ gfrei^eit unb Unab()jngigfeit in feinem ifentlir
(^n Set^dltniffe gefegnet gewefen. j^vlx^ bie alten ©ittet
WBb Dem ^eiligen Siomome l^et mat il^m bisset alled guge«
(ommen/ waS bad Seben Ifieitet unb fteunblidE^ gemad^t^ aU
M ®ebei^en/ allct S^^idftlium, aUtx SBo^lftanb^ alleö S&o^U
f(9Q; an fte maten bie ft6blid[)en S^fte gefnupt^^ tnit i^nen
tKtbsnben waxm bie fti^Ud^en ©elage^ hex n^eldl^en bet
fmn(ic(ien Statut beS Solfe9 in fo - äbetüollem ^aa^e ge^
Migt n>utt>e. SBaten ed avti) tobte SSilbniffe^ bie in bet
ttiligrn Sic^e ßanben, fo lebten bod^ bie alten ©ott^eiten
in bem Seben ^ in bet Sufl unb in bet Steube i^tet SSet«
(^t 2)et ganje l^'eitete S^eil biefei Sebend felbfi mat
V^^ii^ ein Seben in bet Sete^tung unb «^eilig^attung bet
fffti^nben ®6ttet. 2)ie ^Religion mat Steube unb bie
Steube wat Steligton. Unb toai fteltte bagegen nun baS
Q^njient^um auf? 6$ t)etlunbigte t)Ot aU^n einen am
^^t gejlotbenen «^eilanb^ einen @ttettet/ beffen Seben
fdbfi boU Ttxtnut^, Sammet unb ^Stübfal gewefen mat bis
on feinen Sob^ beffvn it^xe, wie fte bamal§ ge))tebigt matb^
nut Gntfagun^ unb Sntbel^rung/ nut S^tauet in bet @um
be, nut <Stt6btung beS S(eifc^e6 mit allen feinen Suften,
»ur gapen unb jBettiibnifL an feinen ©ebd^itnißtagen unb
19 *
292 G^rtflent^^um unb'^eibentbnm.
eine Anbetung olline ^ejigelage un\> o^ne Sfrententage foc«
bette. & lehrte einen ®ott, ber geftorben nnir, bet nur
im ®ei{le üere^rt fepn tooUU, beffen Sitb nur ben TCniM
eines iammen>oU fterbenten 9Renf^en barbot/ ber^ »ie ti
f^ien/ 4>om iSreu)e6tobe ft^ felbfi ni^t ^ttt ntttn {innen;
einen ®ott^ beffen ^ittfe^ beffen Sitten auf baS Seben, bef»
fen 3(Uma^t in feinem o(^nmid{!tigen unb b&IflofenSuj^anbe
am Stvauie ^ax nxä^t ju begteifen xoax. Sie tonnte ber
l^ibnifc^e ^Preuffe e6 fajfen, wenn bie Xpofiel bet (btiftli«
d^en Se^te biefen @retbenben einen Swiglebenbtgen , biefen
£)bnmi(btigen am Jtreu)e ben 3(am&(|^ttgen , biefet BiA
beS SRitleibS unb Erbarmend ben <Sn>iggüttgen unb Swig«
tettenben/ biefen Stmorbeten ben «^eilanb M Mtii
nannUn?
Unb ferner^ wn n>aten biefe 4^tift(i(^en Dtiefter gegen
bie beibnifd^en^ bie mii bem alten ®(ttet:s®Iattben )Ug(ei<b
untergeben foQteti^ bie man t>etbannen unb Dettreiie«
n>oate? 3)iefe. b^ibnifcben ^tieftet, {ugleic^ au<b 9titbttr
beS JBoUeS/ b^^tten t}on iebet beinabe bad gange Seben bet
SolFed in ibten ^dnben; fle gaben bie n>i<^tigften ®efe(e;
fte |)Pegten bed 9lecbt6 ; fte brauten bie fBefeble be< iDiet^
pxitfttxS }u Stomowe, beffen ®eboten alled unterlag; fie
tt>aren bie 3R44^tigfien im gongen SolFe ; ibten Sebren unb
Vnorbnungen waten aUt, fe(bf( bed ianUi iDberjlen unb
Sf firffen, untetwotfen ; ibte »^ettfiSiaft unb ^adft wat bunb
baS weitet t)on üiele;t 3abtbunbetten fafi unetf(bfitterCi(^ f^|t
begtunbct. 2)utcb ibte ®btUt abet fonnten pe \dftiäm
unb etfteuen, »ie e« bienlicb unb xatf)fam festen, benn i>«
®ett>a(t tubte fefi auf be$ iSolfa altem ®Iauben ; ffe ru^
auf $etFunD'6 3otn unb ftrafenbem SSotte Im 2)omier/
auf $ifullo'< btobenbet SSetnicbtung unb getmalmenbem
Sobe ; mie auf |}ottim))o§ fteunblicbem unb ^exfi^nunifi*
whm Sälide aufi batgebtacbte iOpfet/ — Unb biefen
mdcbtigen ^tieftetn gegenüber etfcbienen nun bie beiben
cbtijiticben Xpojlel mit ibtet ^Begleitung Don Vlbndftn
unb ®eifilidben, fDtiinnet, bie aUn iufl bet 6ibe unb aSer
S^riflfittl^ttin ttttb ^etbent^um. 293
Srmbe ber SBelt burc^ i^xt ®elA6be entTagt, nur bem fttU
bn itnb befd^H^uIid^cn 8eben ergeben/ nur in ßntfagungen
nnb Entbehrungen i^re Sugenb unb i^x Serbienjl, nur in
ber 6rt&btung unb 9)eintgung i^ireö ^eif^ei i^xt eu{l unb
ireube fanben; fie erfclitenen einfach)/ t)oI( X>tmu(^, of)nz
fxai^t, o^ne 9lan)/ ol^ne SRaclit, jipar mit bem feurigflen
Stfer t^8 Sorte« unb mit IBegeiflerung in i^rer Siebe/
aber mit einem Xltar ol^ne £)|)ferfeuer , mit einem tobten
Btibe am tobten «&oI)e/ nid^^t mit ber ewtgbrennenben
9amme unb ber ewiggr&nenben @xä)e in Slomowe'd «^ei^
Itg^m; jie erf^^ienen olE^ne einen @ott/ ber, wie ^otrim^
|)o9, ewig ÜdftiU ober bux^ ben 2>onner bet ^xUfttx SBort
betrifiigte unb bem ttngetiorfamen augenbli<f(id^e^ Serbet^
ben unb fit^neDe SSemi^^tung fanbte. — Unb biefe ol^n^
mi(^tigen unb armen ^riefter nannten nun bie ztoigtoaU
tenben @itter jlumme unb taube ®&^en 0; f^^ leugneten
bat SDafe^U/ ba« SBalten unb bie ^a4)t ber @oit\)tiUn,
tu ft<!^ fo lange fdj^on fo mdc^tig unb fo gewaltig gezeigt
(atten/ unb mal^nUn an bie S3erel()rung eine« SBefen«/ ba«
ni^t )u fdE^auen, nie ya begreifen unb beffen Wia^t unb
2>a|(9n nie )U i^emel^men mar ')! ®ie magten bie l^eili?
gm SUlber unb ben geweiften SSoben ju betreten^ molfiin
ni<(t einmal ben (Singebornen ber Zugang t>erjlattet mar^
sab entmet^tcn fomit aUa, maS biete 3<tll^r]!)unberte l^in^
^ f&r ^itig gehalten toarb 0- ^ ßnbtic^ Famen biefe
yticjler iebetmal t}on bem SSolfe ^er, mit melc|)em \d)on
^ man^e feinb(i(|ie Seru^irung unb felbfl 93egegnungen
Vit ben SBaffen Statt gefunbeU/ beffen ^ürfi in eben been::
^ifin Jtriegen fein ®ebiet immer )u erweitern gefud^^t/ ber
^täf Erhebung feiner ^aä)t feine« SSolfe« Stei^eit fc|)on
ctbiAdt unb iett/ wie e« fcfieinen tonnte / nicbt o^ne 3wedF
1) ySimulacra muta et surda;*' cf. vita s. Adalb. ap. Cam's,
^352.
*) tßie 2(balbert ben f)r(uffen gurief: „Agnoscatis crcatorem
vcttnim, qui solns et exlra quem alter Deu» non est."
3) Adam, Bremens, de situ Daniac c. 227.
*
I
294 Jtrteg mit ^oten.
unb 9)(an fic^.ali gfreunb unb IBef4^&(er btefer 9)ricjter gc«
jeCgt liatte. Sßif ^atte m6)t iai SRtßtrauen unb bct {^af
gegen ienen Surften unb jeneö Holt anöf auf bie ^i!^
(inge unb t()ri Sef)re übergel^en mäJTen, unb »ie fonnte
iibert)au))t Ul fbld^en obn^altenben SSer^4(tniffen baS SBetI
gelingen^ für tt>e(c^e$ Xbalbert unb S3runo mit it^n 9es
(hälfen t(ir Seben einfetten? 3n ber S^at/ e8 »ire ein
SBunber^ rotnn ei auf btefer Säa^n gelungen xoiu !
Sßaö aber bem friebli(^en SSorte ber |>rebigt nid^t ^ts
lungen mar, baS foUte bad blutige @(bwert erzwingen,
^erjog S3oleS(at) S^robri ober ber 3:apfere t>on Dolen (attt
bereits Sommern jum größten Steile untermorfen ^). 2>a
befd[)lop er, bem (Sbrifientbum h\ix^ Xamp^ unb @ies
bei ben ^reuffen einen gläcflidj^eren Singang ju eröffnen
unb mit ber.4)ri{UidE^en SCix6)t a\x6) feiner «&errfd[^afl ®r^
)en bid über 9>reuffen au6)ubebnen« ^pitexe ®ef4ii#
fc^reiber bexidfUn, baf «^ersog SSoleSiat» fd^on wm Jtaifet
£)tto bem £)ritten bie Srlaubniß erhalten ^be, bie Sc«'
ben, ?)Dmmern, S)reuffen unb felbjl bie Sluifen au öbct*
mattigen, um jte )um S^riftent^um )u fä(^ren ^X Sie
bem anö) fep, S3Dle«Iat> fammelte, fo mirb txi&lfit, um baS
3abr 1015 ein mdclitigeS Jtrieg^er unb bxad) iuxd) bot
6ulmer(anb l^erab in ^reuffen ein. 2)ie menigen Surfen,
melcbe bamald bort ba$ Sanb bef(bi(sten, obnebem ouc^ nnr
au8 ^olj erbaut, fielen in be« ©ieger« ^^nbe; 8l|>eben —
Slabjin — |>oneba — flSatga — unb mandj^e anbete wat^
ben bur^ geuer üernidj^tet; nirgenb« fanb ber geinb SBi*
b^rftanb, benn bie Semobner b^^tten \idf in i^re bi(^t<n
SBdlber unb un)ugdnglid[)en SßxiSi^t ge^äcbtet. S>ai Sanb
marb meit unb breit t)ermäflet unb felbfi baS ^Uii^ Ko^
mome entmei^t unb bie ®&tter::äBo|)nung t)emi(^tet. i>a
1) Helmold. Chron. Slavor. L. I. c 15: omncm SlaTiam, qiue
osl ultra Oderam tributis subjecit. Martin. GaÜus p. 60. Kadüi-
deck histor. Polon. L. II. cp 13. p. 138. Dlugoss. T. I. p. 16L.
1?) Jtan^ow ^omerama, lE»(rau<gegeb. oonJ^offe^krtca^^
0. 47. Nariiszewicz l c. T. II. p. 152 — 153.
Jtrieg mit 9olin. 295
msweifetten tote %&xfim unt bie SSomel^mem M bcbtdng^
tcti SoffeS/ eff^^ienen t)or bem *^et)oge mit SSttten um
@4^onung für {(^r 8anb^ gelobten @el^orfam unb id(^r(i(l(^en
3tn8 unb untetgaben fid^ mit bem ©eläbbe ber Saufe ber
iDbetf^errfc^ft 9^tni. ®toI) in feinem Siege jog nun
ber «^rjog mit feinem .^eere {urucf. Xm Sluffe S>f\a aber
lief er al§ 2>enfmal feinet ^eere^jugel in ber fDtitte ber
SeOen eine grofle eifeme @iu(e erri^^ten^ bie man ^UU
Safytt nac^l^r an^ wiebet aufgefunben l^aben toiU. @o,
bert^^ten ti ))olnif(^e unb ipreufitfd^e ®efdi^i(|^tfdbretber ^p&f
tmx äetttn. Xber warum, fragt fc^on ^»eifelnb ein ))reuf?
füfi^t S^ronift, lief ber Stolie bie ®iegedfdule ni^^t lieber
in ber Stemel ober in einem Sluffe 9labrauen8 aufftellen^
totnn er Ui in biefe Sanbfdt^aften botgebrungen xoax 0?
& bUiht bem Smeifet in biefem IBerid^te iiUx^vipt n>ol^(
nü^ mandt^er Staum; ho^ fo t)iel fc^eint gen^if^ baff «^er«
iog fBoleölat) bai Sanb feinbli^i aberzogen ^ einige Sanb^
fc^ften bewältigt unb aU neue Erweiterung feinet Siti^a
feetradi^tet Inibe. @o biel nur berichten ältere unb b€Xoif)ts
tete ClueOen ^). ^iäf^tliä) erfannten <mä) bie Dreuffen bie
1) medto&xhiQ ift, hat Kadlubeck L. I. ep. 13. p. 138 bie
9ta4d4t von Ut 6te0f«faure auf Me edd^fffd^e ®aale übertragt, in*
bOB er fagt: Imo et Saxoncs indomitos adeo domuit, ut in Sala
flamine columnam fixerit ferream, quasi quibiudam gradibus sui
fincf imperii ab Oriente Occidenteque disterminans. jDalfelbeberid^«
trt eine oXU yolnifd^ Gb^ontf, betitelt: Chron. pnncip. Po^on. {^tx.
im ge^ 3Cr«bt9 3U A.) S^gL Lele<»el M Ossolinski p. 577.
2) Martin, Gaüus p. 60 nennt au(^ ^reuffen mit unter ben
von SBoIeüa« beiwungenen 8dnbern, tnbem et fagt: Ipse nam^ue Se-
lendamy Pomeraniam et Prussican usque adeo rel in ^erfidia re-
sistentes contrivit, Tel conversos in fide solidayit, quod Ecciesias
ibi muteas et Episcopos per ApostoHcura , imo Apostolicus per eum
ordinavit SSei Kadlubeck L. 11. ep. 13 p. 138 ^{f t e< : in armo-
mm strenuitate resplenduit, quibus Seleueiam, Pomeraniam, Prus-
sUun, Russiam, Moraviara, Bobemiam suae subjiciens ditioni, suis
posteris rdiquit vectigales; unb in bet iDansiger ^Cutf^abe be< Kadlu-
beck p. 13 ^efft e< ncäi: Hie Boleslaus Prutbenos in tanta stra^it
copia, donec flumeo ci^uoris concretum est coagulo. TCudf Heimold.
296 £ic ^dniTc^^ (Solonie in @amlattb.
«^enfc^Hift ber 9)olen me^r nur in ber Setteten SRrinuttg,
als ber 3S^t naify an, unb ber ©ebcrTam batterte xori/i
o^ne 3n>etfel ^^mtli^ (inger , ali bli fBoU9U» be< im
M ®rdn}en ipteberum t>eriaffen ^atte.
Stanm mar biefer ®turm t>om ®Aben ^r t^orAtor/ fo
brol^te f(^on t)om 9torben |^er ein anberer. Sit (ie(ct
fcl^wetgf bie ®efd>id|)te t)on bem Sortleben unb ben @4t&
falen jener b^ntfi^en Kolonie in @amlanb« Xnfangt t>iet
leidE^t mit bem SRutterlanbe burdf^ «^nbel unb Serte^r n^
in SSerbinbung fie^enb^ ^ttt fte in btefem^ n>ie e< fdjfeint,
ben ®ebanfen einer gemiffen Xb^dngigfeit lool^I um fo me(r
erhalten f6nnen/ ba i^x freies Seben babur^^ nic^t befonbcit
gejiirt n^erben fonnte. 2>{e atten SSerJ^^AttnifTe aber migm
ft(^ mit ber Seit t>erdnbert^ bie locferen 93anbe m6gen fi4
t)&IIig aufgeliji unb bie jBermenbung aDer jtraft ber Ibif
(!)hroii. L. I. c. 15 fft^rt tte 9)rfu|fen unter ben be^toundenen 06(fmi
auf : ODinem Slaviam , quae est ultra Oderam , tributis fubjcat, sed
et Russiam et Prussos; er fe^t btefen XtitQ aber in eine fcfib^ce 3d|
wenn er fagt ; Reliqui. s (s. Adalberti) tunc Bolizlaiu traostalil in
Poloniam. Boguphal p. 25 Idf t nur im aOgemetnen bte 9xhpL
|)o(en0 btl SUm mare septeintrionale audbebnen. jDte Chron. princifk
PoloniaeTagt: Contra ruthenos, pomeranos, litliTanoa, GeUas,Dan9i
pugnans continue necnon Saxones et nationes yicinas perdomnit jDaf
bie ®eten bie ^ceuflen 1tnb;bett)ei|lau(b W (Srabrcbnft f&^lHMii Tu
possedijti — yelut athleta Christi — regnum Slayorum — Gotbo-
nun seu Polonorum (,,seu« im Satein be< SRittelatteri bdufta fb
et; f. Lehfvei M OssoUnski p. 555.) Unb feibfl au(b biefe ®ra^
fcbrift aeugt für bie Unterkperfung ber ^reufTen bur(b 0o(e<(a9. 6.
«^artfnoib V. u. 91. 9)*i:euff. e. 27. — 2)ie fpitem Gbroni^ bo^
gegen, loelcbe nacb obigem Sericbte bie 6a(be eridb^n, ftnb l^A^Mf*
T. I. p. 162 — 163. Mathias de Mechow Cbron. p. 29. Owur
de orig. et reb. gestis Polon. p. 62. 9ia(^ biefen erjdbtt ttU(b CttC«'
S)aoib B. I. e. 96 - 98, bo(b mit 3»eifeln an ber »a^tb^ bee
yornif(ben Gcribenten ; ogr. 155. tteber bie 3eit M itriege« g^ ^
tXVLtVLtn dlterer 3eit gar feine IBefHmmung. Dlugoss^ fe^t ibn ini 3^
1015, 8ucad )Daoib in« 3abr 1015, NaruszewicM, T. II. p. i^
tnl Sabi: 1014. tiefer Idft auc^ ben ^xy^ So&^Iao mit M <^
rauften ^6rpcr Sruno'i »urOd^ie^n. (?) ->
2>U iDinifc^e Kolonie iti @am(anb. 297
Hill auf SnglatiM Eroberung ma^ bii Sod^tcr gegen beit
atuttetiiaat ^uM6)t and) Udtx mh fünfter jgema^t l^ben,
atfo ^{1 um btefe 3etten fc^on feine &pnx wn 3(b^jng{gs
bit in>if(ben ®ani(anM itifien nnb ber iDinifd^n ^en$
fc^ft mebr i^or^nben i9)at. & i^ nidft unn>abrf4^etnli(i^,
bftf and) bie aSeibreitung bed (Styti{lent()um$ in £)inemaT(
vieles baju betgetragen b^be^ bie blut6t>emanbten ®am*
i&nber t>om 9RutterIanbe me^r ju trennen ^). 2>urd() ibren
XbfftO ermut^igt bitten bereits and) bie b^nif(|^en Xnftebes
lungen in 9)ommem ftd^ üon bem SRutterftoate loögerifTen
unb ibre alten @tammbrüber (fter fogarjcbon feinblic^ be^
banbelt (Erlaubt ed bie Xrmutli^ unb bie äerrifTenbeit ber
gefibi(bt(i(ben £luellen biefer Seit an^ nld)t, ^kx bie ein^
seinen ereigniJTe unb Srfd^einungen )u t)erfoIgen/ meb^e
ben Saben ber SefcbidE^te bilben^ fo liegt eine fold^^e &6fung
ber erften engeren SSerbattniffe jn^ifc^en bem SRutterfiaate
unb ben (Solonien gu febr in bem gan}en ®ange ber ®es
Wd)tt begrunbet/ atö bap n>ir nicbt bie allgemeinen Ux^ad^m,
bie jeber Srennung ber 9>ßan)f}abt t»on bem SRutterlanbe
)ttm @runbe liegen^ auc^ f)itx üorauefe^en linnten.
itaum aber tyitte na^ |>aralb beS £)ritten Xobe ito«
Bst ber @rope nmi Sabr 1016 ben Sb^on 2>dnemarH be«
Wegen / ald er bef4iloß/ bie abgefaOenen Xb^ile feinem ®e«
böte mieber )u untermerfen. (Sr röjiete fofort eine mid^s
tige %lott€, unb mit jiarfer ÜRannfi^aft bejn^ang er ni^t.
blof @lat>ien ober bie £)dnif(ben Solonien unb anbere ®es
biete in |>ommem mieber^ fonbem er unterjochte audj^ wn
neuem ®amlanb unb anbere Heinere IBeflbnngen. Ueber
Sommern unb oieHeicbt s^gleicb ctn^ aber @amlanbfe^te er
M @tattbalter feinen @ol^n@ueno % 7(ber and) aber Crm^
1) Saxo Grammat p. 192 htxx6)ttt un< nur, ba# ber 2tbfaS
eamlanH balb na^ «^quM, mie e< fcbetnt; getoattfamen Sot er»
9 Sttxo GrammaL p. 193 (at bie loicbtfge 9to4ri(bt: Can«tiu
DiBonun solio functiu ^ — primum Slaviae ac Sembiäe^ perinde
ic debilioribiM regnis ferrum injicere statuit. Quamm dteram
298 iDte £dntf<^e SoUrtie in @amUnb.
lanb f4^eint Ainig Stannt feine «^etrfdt^afi ausgebest )u
^Un, alfo bafr t>{eSeic^t ber gt&fte S|ieil bet itüfte M
Srifd^en «^ajfeS bamaK bad £)intf(^e ®ebot anerfcnnen
mufite 0* Sn folget SSeife befam alfo. bet ©ebante, bof
Sueno, tametsi grames injurias pas^us, obsiante religioob irinctilo,
concutere fomiidabat; altera- ab Haquino opprcssa, absumpto C0|
rebelies Dani« manus exercuit Solerter igitur a Danici rcgiminit
succesjore proyisum est^ ut in bac patemi gravamiiiis , in ilb de-
fectionis noxam puniret. — Cuius propositi compos spcs suas duabui
splendidissimis yictoriis aUtas ^ tertiana ab Anglis expelere docait
— 3n Petri Olai (zcerpt ap. Langebtck T. *II. p. 205 unb 206
Wieb aufec Sclaria au4 Sembia vel Estonia ^u ben Sdnbent df)A(|ttr
ttUt tvdfc^e Stamxt ^lerrfd^Ce. Unter Estonia begreifen bte effanbiMoi»
fd^n C^roniflen äberbaupt oft aOe Itöflengebiefe , weld^ bie alten Xes
fHer in tbrer nad^^gen wetten Serbrettung einnahmen. jDa^ (erft
e< bei fbnen balb Sembia vel Estonia, balb Sembia et Estonia; f. ap.
Langebeck T. IL pr209; au^ bte Vnmerfung ibid. p. 158. Sueno
Aggon, bistor. Regum Danor. ap. Langebeck T. I. p. 54. Gheys-
meri Comp, bistor. Dan. T. IL p. 351. Erici Regis Cbroii. ibid.
T. L p. 159.
1) «hierauf fä^rt bte &teUe in ber Genealog. Regum Danic. ap.
Langebeck T. IL p. 156, wo e< ^ift: Roanos qiioque, Pomeranoi,
Sclavos , HemUnas et Samos , omnes paganis ritibus deditos , sibi
fecit tributarios. Langebeck ift einer 9lote }U biefer Gtelle etCUtt
f<^on, baf ber Vbt SBil^lm, ber Serfaffer biefer Genealogie, »oV
f(^werli4 bei ^vn 9{amen Hermini an bte Henniones ober Herminoof
be< ytintul nnb Sadtu< gebucht baben fdnne. 3war fe|t au4 ^^'
pon. Mela L. III. c. 3 bie «ßermtonen an hit duferfle ®rdnie von
(Sermanien im .9{orben; aOein e^ tfl wo^ faum gu glauben/ baf tfc
allgemeine Gtammname im 13ten Sabr^unberte (ber Seit ber ICbfofftotf
iener Genealogie) no4 beffanben b^be unb ie^t einem fo {(einen jtvQ^n
ben yommem unb Gamidnbem wobnenben So(!<2wetge eigen geveTfi
fep« JDaber fagt Langebeck i potius Herulos, quos gentem forte
Sclavicam putaTit, aut Pnissos Yoluit, siquidem eos ioter Slarot
et Samos nominat Vber att<b an bie «(^eruier Mnnen wir in biefer
Seit wobt f(bwerlt(b beulen. (SN hUiht alfo, au4 f<bon ber ^age naäh
nur ein JBoff in ^reuflen fibrig unb bie Chrmidnber yKtfien auf jebe
IBSeife ffiti am bellen. Ynbere norbifcbe Duellen umfaften Snnf^nber
unb Gamldnber unter ber ftbon befannten fienennung 3(efKaBb; p
fagt bol Fragment. Island, ap. Langebeck T. IL p, 427: Sua legtt
Danskir menn, at KniUre Konungr vann undcr sek AistJand.
r
!•
fRamen be« 8anbe6 ^teufren. 299
He Xbni^t S)attemarU n>egcn btt ft&fyeun SlteberiafTung
attc^ Xafpxiiöf^ auf @amlanb l^ätten unb ia^ biefe« ^um
Sc^orfam gegen t^r ®tbot ^etpfLxd^M fep/ n>ieber neue
SefKgfett unb bel^ielt biefe au^ noc^ in ber folgenben Seit.
Unb auf biefe neue Snoerbung '®amlanbd legte ^anut tu
xan fohlen Sßert^ , ba^ er fiä) in feinem Zitti ifter anö)
Jtinig in Samlanb nannte ^). Sße(4)e Xnflalten )ur IBe«
l^ti)9tung btefeS Sanbe« t>om Sieger getroffen tüorben fepen,
Ueibt uni )n>ar unbefannt; aber ju t)ennuttien i% baf er
9on feinem S^inglitlf) ')/ einer «g^orbe ber auSgefudbteflen
«nb trefflidl^fi ben>a1fheten ^riegMeute, eine ^njall)! atö
Sefa^sung inS Sanb gelegt unb einem tapfttn unb erfaljire::
nen Su^rer untergeben ^abe.
jDurcb biefe iCriegSjäge ber 2>dnen gegen ^reuffen
obtt, imi) bie eroberung«t>erfu(|^e bed «g^erjogö S3oIedIai>
M Xa))fem, nidE^t minber au4^ burc^^ bie SSemä^ungen
jener X^oßel jur Verbreitung beS &?angeliumS unb burdS^
bie TMd) fortbauembe ^anbeÖsSScrbinbung iwif^en ^tmf^
fftt unb ben Äöften ber iDftfee, warb biefe« 8anb ben Stacks
Zwittern um biefe Seit immer mel&r befannt unb eS er«
. WU ft(^ aUmifylii bai ge^eimntfüoUe X>mfA, mit wU
4nn biefer Sb^il be« 9lorben« bi%r immer noä) bebedt
{noefen n>ar. fiSefannt aber n>urbe ba$ SSoIf in 9)reuffen
^n Sremblingen unter manclS)^tIci Flamen. S>ie ®Fanbis
naüier nannten zi halb nt^ mit ber a(ten SSejeid^nung
^{Her unb ba« Sanb 3Cefllanb, Sftonien >)/ ^<^i^ <^^^ <nit
feer Benennung Samen^ (Semen, @ember unb ba« Sanb
1) Svcnonis Aggon, faistor. legum castrens. Regis Canuti
Wagni ap. Langebeck T. III. p. 143 not X unb T. IL p. 158: „in-
ter Uto^s , quibus Canutus in legibus suis castrensibus salutatUTi
<^uiTit et „Konung i Semland" Sembiae Rex.
2) Soeon, Aggon, histor. ibid. p. 144.
3) Fragment. Island, ap. Ltmgebeck T.Tl. p. 427. Erici Äe-
iit Onron. T. 1. p 159. Petri Olai Excerpt T. U. p. 206. »U
<^ eno^Qt t((, »urbe ber SSegriff Don Estbonia oft au^ iveiter au^
Saaco Grammai, p. 212.
300 Stamm be^ £anbed ^rtuffetu
&amhHn, ®emMen itnb ®amlanb >). Xn beti Stotttüfkn
S)eutf(d{^(anbS (annte man in früheren Seiten^ fo ^M mit
miffen^ no^ Feinen anbetn Flamen ali ^arnUivb, fein e<,
baf man hierunter nur bie einjelne 8anbf(|Htft meinte, bic
no4^ ie^t fo benannt witb, ober bof barunter im aligemeu
nen ^axn i)reu{fen bis an bie SSei^fA begriffen warb. 2)en
9lotbbeutfd^n iiiefen bie Sewol^ner balb 6ember ober So«
men, ba(b Xefiier, Sflen ober SBit^en * mit ben le^temiBei
nennungen bejeiciinet fte wenigfiend ber @cefa^rer ffinlf«
flaxL Xkx ütarne 9rtt)ien ober freuffen lommt in ben
norbbeutf^^en tateUen erft etn>a8 ^piUx oor *). Sei ben
9)o(en [(i^eint ber ^amt @ot^en , ®etl&en ober ®eten 'bie
^Iteffe fBejetclinung fär il^re n&rblicf^en 9la(^bam gewefen
)n fepn ; er mar in uralter Seit allgemein unb nai^mV '
au6) in bem 9tamen 9{eit|^gotli^Ianb aufbellten morbea Cr
^ttt ft4^ inbeffen au(^ no4^ biö auf biefe ieit l^erab ttl^U
ttn unb me(|^felte mit ben 9lamen 9)ruffen unb 9)ru{|ten *).
1) XBie bie bi^^r angesogenen stellen an^ ben 0(anbtnaoif4n
C^contflen f^on binlängltd^ bargrt^^an ^aben. SSgl. aud) bie gelehrte
. Xnmerfung- bei Langebeck T. II. p. 157 — 158.
l>) 3n ben norbbeutfc^en tluellen finbet ft4 ber 9lame Pniui rtit ,
bei Adam, Bremens, H. £. c 66., alfo erft in ber ^\t^ be< Utni
3abrbttnberte. IDte 9tomen Prusü ober Pnitü (mie ber Slame de liio
Daniae c 227fle^t) unb Sembi (tnb bem Xbam oon SBcemen no4 0AB)
gld(l()bebeutenb, »te att< ben 6teaen de situ Dan. c. 227. H. £• c
66 unb c 48 ^roorge^t @o f^etnt t^m au^ ber 9?ame Semland
ba(b eine fienennung für gan} ^^i^euffen, ba(b nur fftr eine 8anbf(toft
gewefen jfx Tepn; balb nennt er e< «tne insula, balb eine proTiDda.
TTuI t^m enttebnte Hehnold, Chron. Slayor. L. I. c 1. ben Spanen
Prusi ober PruMi c. 15. 3m Jansen aber ^tte Adam, Brement,
einen fe^r befc^rdnlten Segriff oon ^reuffen ; benn bte ^btete ^i^
oon ber fBkid^fü gehören nac^ ibm f^on au ^^len, mld^ glett^ ^ntn
yommern liegt unb f!(bbi#9lttf(anberfltc<ft. Cf. de situ Daniae c 221.
CJeine 9{amen be^ief^n fi(b alfo blof auf bie n6rblt(ben (Segenben.
S) SSir finben ba^ bei ben diteften 9o(nif(ben Gbronifini tH<
ben 9lQmen Prussi, tf^eüi bie Benennung Gothiober Geiiiae. Martin,
GaUuM p. 60. Kadiubeck p. 138. JL U. ep. 15. p. 150. UL 31. p.
374. c. 19. p. 5ia 3Cu4 Boguphal p. 26 brauet Gotfai unb Pm-
theni fftr einerlei; bo« liefet bie ^nbf(brift be« ge^. XxäiM {u ^
Slamett be6 2anbe^ .^teuffen. 301
3n mittfent ^utfdE^Ianb bnnte man bai Bot! nur unter
bet Benennung wn Dnijjen unb ba« Sonb unter ber wn
|>rtt){en ober H>t\iiiun, unb naä) bem TQter ber bor^nb^«
nen flueOen finben wir bort btefen 9lamen mä) am fru«
^en im ®ebrau4^e. @aubentiu9/ ber S3egletter unb it^
ben«bef(|^retber ^atbertS, i{l ber erfte, ber nta }n>tf(^en ben
Sa^en 997 unb 1006 ben Flamen |)reufFen entit^infi
bringt '). Si^ ba^tn iji er in ben £lueUen nod() ganj un«
betannt, benn ber @eefa^rer Sßulffian , obgleich er fe(b{i in
f)reuffen war, l(yatte in biefem Sanbe oon bem mamen
9reuffen nidit& gel^6rt; gewifi n>&rbe er il^n genannt (n^ben.
SernJc^fie aber^ weld^er i^n nac^ (Saubentiu« nennt, ift ber
@ef<t^i(^tf(^reiber2)itmar t)on 9Serfeburg/ ber x^n l^&c^fl wafya
f^eitdiif erfl burd(^bie ®4^itffa(e feinet Sreunbei Sruno erfal^
ren^tte^). Sonbiefer Seit an wirb erbann bei ben 2>eutf4)en
fowobl/ als bei ben |}olen unb anbem na^n SJilfern' mit Tibi
Yoe<^etung ber fd^on em>&^nten Benennungen ganj gen)&l(ynU(^.
Sttweilen wirb Uhoäf ein Unterfc^ieb )wif(|ien @am(dnbem
nnb |>reufPen hzi ben Sc^riftfteJIem bemerflidi^ gema^^t/
alfo ndn7(i4i ba^ ^reuffen bie S3en)of)ner ber 8anbf(|iaftett
von ber SBei4ifel an nad^ £){len l^in^ @aml4nber bagegen
bie t)on ben ^reuffen t)erfc|^iebenen S3ewo(^ner @amIanbS
tinb ber niä)^ umliegenben ®egenben (reißen ^).
R^iberg ^att Gothos ~ Gethas. ferner bte ©rabrc^rift SoUAIaioJ
W LeUivel p. 555, SBie ober biefrr ©elcbrte nacb ber Tfnalogte fei'nec
))e{afen unb ^(avafen ben und nie oorgefommenen unb an ft<b fcbon
woiUxixö^ 9tamen yruffafen $at bilben unb gebrauten fdnnen, tfl
onbegiripi^.
1) Vita S. Adalbert. ap. Cemis. p. 351, tt)o Prüzsi »nb Pnizia fte^t.
2) ©ei Ditmar Merseburg, cd. Mader. p. 176 f|«bt Prussia;
W Leämiiz Scriptt. rer. Brunsw. T. I. p. 353 finbet man Pruco-
rum (benn paucorom tft eine unticbtige Se<att). ^u(b bte Legendi s.
Adalbert. bat ben Sanbednamen Prussia einigemal, ißaitxt Vngabe
i» feiner 0(%nft: ^e ©praebe ber alten ^ttrx^tn 0. V., baf 3Cbam
»Ott Cremen ben Flamen f>reujfen juerfl nenne , ifl; fc^on t>on ©ab U
«ann in f. gorftbungen im Q^biete ber ©eftbid^te SB. I. ®. 220
«ibctlegt
3) jDiefett Unterfcbieb fcbeinen wir n^enigftenS U\ ben €^fattbtnai>{«
302 Urfprung be« 9)amend ^reuffen.
3n foI(|ier SSeffe tritt unS alfo mit bem Xnfante
beS elften 3al^rl^unbert8 ber 9lame Druffen ober |)retijfcn
tntt etnemmak entgegen ^ o^ne baß wir trgenb bur«!^ bie
jQueUen/ bie ilS^n ^uerfl nennen^ über feine (Sntfie^ung
unb feine Ableitung im minbef(en unterrid^tet werben, ^iti
feS 2)unfel aber^ wel^ied über feinem Urff^runge liegt,
forbert ben Sorfcf^er um^ fo me^r )ur fi3eantwortung
ber fo , oft fc^on erhobenen ^age auf : n>ie mag ber
9lame 9)reufpen wol^l entfianben unb wie mag er )u er«
flÄren fepn? *
3ur &6fung biefer 2(ufga6e fc|retnt ti t>or aOem noi(«
wenbig/ auf bie SSer^altniffe ()injufe](^en/ unter benen mi
ber 9lame )uer|l entgegen Fommt 2>er Se6endbef4irei6et
beS l^eiligen HbalUtt, ®aubenttu9/ ber feinen Sfreunb tinb
Seigrer auf feiner 9teife na6) Dolen unb 9>reufFen begleitete/
i% wie erwähnt/ ber erfte, meld^^er biefen 9tamen nennt
{Beüor Ttbalhtxt naä) $oIen tarn, fc^int i^m ber Slame be^
SSoIfeSv bem er fpaterlSiin hai (St)angetium t)erf]inbigen
xooUte, no6) unbefannt gewefen ju fepn^ benn erfl am «^oje
be$ ^erjogS 93öledlaü mürben ilj^m bie Suttjier unb bie
^,|)rufFen" aB bie beiben SS6H!er genannt/ bie. ber c^rijls
liefen SSerfunbigung beburften ^). Xtö hierauf )e|fn ^n
na^ 3(balbertd Xobe ber Sif4)of S3runo ju Um «^etioge
t>on $oIen Um, mürbe anä) i^m mieber burc^ bie |>oIen
baö SBoK/ unter metc^em er ald Zpo^tl auftreten woUU,
^^^ruffen'^ genannt/ unb fein 3ugenbfreunb^ ber Sif^of
f(^(n Quellen ma^en ju mfiffen. 60 fagt hai Chron. Danicom a[».
Lemgebeck T. IL p. 172: facta est expeditio in Pruciani et Sam-
land; eben fo ^etft ti tn Peiri Olai £xceq>t. p. 256: fecit eipedi-
tionem in Prucicmi et Saniland; fo aud^ In Erici Regis Cbron.
T. I. p. 165. Annal. Esrom. p. 243. »Die AnnaL Minomm Wis-
b/ens. p. 254 fagen: in Prjrsciatn et Sameland,
1) y, Animo deliberare coepit, utnim LuüicenseM, quos Gbri-
«tianoruin praeda miseronimque hominum damna pascunt; vxkPruZ'
xonan fines adiret, quorum l^tus venter est, et avaritia itincia
cum morte est. ** Vita s. Adalb. ap. Canis, p. 351. Cf^smas Prä-
gens, vita s. Adalb. p. 83.
Utjptun^ be6 9lamen6 ^teuffen. 303
SHtmüx t>on aRerfe&urg, ber bie ^^tiöft übet S3tuno'8
Märtyrers Sob nut t>on |>olen l^er ^tte erfa^^ren thnnm,
(((rieb ben 9lamen be9 SoKed nac^z wie er {|in t^emont::
nun ^tt^ ^). Sd unterliegt alfo tooi}l taixm npc^ einem
3»eifet/ baf wir ben 9tamen |>reufren juerfl bei ben nad)s
terlicben 9)oIen finben^ benn ed gebrauchen ibn jugleicb
dttcfi i^re ^(teflen ®ef(bi(btf(^reiber '). @r{l t>on $olen au&
fi^eint er pcb unter bie @laüif(^en S&({er unb bann^auc^
1104 ®fanbinat>ien t>erbreitet )U b^^ben, wo fruberbin
tarcfi ^nbelftgemeinf(baft nur ber 9tame ber ®aml&nber
ketannt geti>efen war ")•
& erbebf fub aber bter bie neue- ^tage : wober ^atttn
bie $oIen f&r ibr nirblid^eS ina(bbart)ol( biefen 9lamen er^
^Iten? — jBei ben ^uu^tn felbft iß er bi6 jum Xnfang
M }el^nten 3abrbunbert6 ftd^erii^ no^ nicbt oorbanben ge«
»efen, fo wenig M iamatt unter tbnen ein einzelner S3(t
Nt9eig )u ftnben war, ber bur(b überwiegenbe Wla^t ober
bund etwantge «g^errfcbaft über bie anbem fi3ewobner feinen
9tamen geltenb mad^tt unb bie @ingelnamen ber übrigen
3i9eige in bie . SSergeffenbeit jurudbr^ngte; benn ber nor«
bifi^ ateifenbe SBulfjlan, ber und bie 9lamen ber Silfer
iiQ^ufTen nennt/ b^tte beibeS unfebibar erw^bnen mäfTen.
Thi^ in anbem idueDen ber ©efcbicbte leud^tet feine ®pur
bOQ einem SotfSjweige unter biefer ober einer ^bnli^^en
Senennung/ ber erweieticb um biefe Seit an ben £)flfeefäs
üen gelebt ^tte. & ifl bemnacb wobt aufler aOem ixoeU
fei/ bap ber ^ame nicbt unter ben 9)reufren felbfl entßans
ben ifl; ed barf t>{elmebr bte S3ebau))tung audgefprocben
»erben: ber 9lamc |)ru(ren ober i)reuffen 1)at nicbt blof
feine Serbreitung unter anbern S6lfem/ fonbem anif feine
1) Dümar Merseburg, p. 177 t^at nur ben 9(amen M (anbeS
I — Pniteia.
2) SgL Leietvel M Ossolinski p. 556.
3) ÜztavA erfldrt flc^ bann auc^ ber Sßed^fct in ber fBenennung
Mtt 6amldnb<m unb ^vx^tn, »te er flc^ bei 2Cbam eon SBremen unb
M ten S^fonbinaotrcben GTbrontlten ftnbet.
304 Urrptong be« Ütamen« yteuffeii.
dnt^t^nni iuxify bte 9oIen ctl^Iten. S>te Xtt feitoe« Ur»
f)>ntnge& war, wie et und fcf^etnt, folgenbe.
S>te alten aDgemetnen {Benennungen, SSBtben oberSBi«
ten, Äeflpet ober Äefti^r, unter benen man fru^r^tn f)rttif*
fend gefammte fi3e wollener begrifen l()atte, n>aren bunt^ bte
(Setrennt^eit bed Solfed in einjetne Sanbfct^aften unb bunft
bie 9lamen, burc^ welche ftd^ bie IBewolE^ner biefer iavbth
t^ile von einanber unterf(dt)ieben , faft gänjUcf^ untergegans
gen. 3war fannte SSBuIfflau noc|^ bie 9tamen ber Sjten
unb beft S9BitIanbe6; aOetn betbe ^Benennungen begriffen
erjlend bei to^iUm nid^t aOe IBewo^ner 9>reufren<, ba fie
fU^ Dorjfigtic^ nur auf bie n2l()eren TCnwo^mt ber JtAjleiu
gebiete begogen; fte waren aber jwetlenS atxdf um bai
elfte unb )n>6(fte Sal^rliiunbert fo ungew6^n(t(( gewotben,
baf wiv il)tex faum no4^ erwähnt ftnben ^). 9lun ^tfen
)war bie |)o(en, wie eben gefagt .i|l, für t^re • n(rb(t(^tt
iRadt)barn bie IBenennung @iet^en ober ®ot(ien/'er{nnenib
an bed SSotfed alte 2Cbfiammung, womit aucf^ ber 9iame
SBtben in * engfter SSerbinbung fle^t ; aDein and) unter bie«
fem 9{amen berftanben bie Dolen ebenfaK6 nur einen SOitii
beS gefammten im na^ibartict^en Sanbe wo^nenben SoIM/
nimtidt) nur borjuglicb bie unS fcf^on befannten Stben,
alfo meijl nur bie ituflenbewobner am ^rifc^en <^jf ent»
&cmif gab e6 alfo für bie 9{a(bban)6lfer etgentli((
^ar feinen allgemeinen SoIKnamen, mit we((bem fte bie
gefammte SRafTe ber {Bewohner in ben ®ebtetea oon ber
SBeict^fel an biö gegen Sluplanb 'bdtten begeic^nen (innen;
fein Bweig in biefer SoIfSmaffe war fo ubermdcbtig unb
t>orberrf4^enb unb feine Sigentbümttc^feit war in bem
1) )Do(b enod^nt htt 9tamtni @ften ober Yejten noc^ Jnnal Saxo
ap. Eccard. Corp. Lwtor. T. I. p. 283, jnbem et fagt: Ad littw
australc Slavi, Haisti aliaequc diversae nationes incolunt.
2) 2)tfM sebt au« aUen fc^on oorerio&l^nten StrOen br< ^artis
(&aVtai unb Jtablubecf bervor, tn xotX^tn ber ®et()en ^rrndf^nund 0f'
fcbiebt.
i
r~
ttrfi^runj ke« 9?amen^ 9)reuff*n. 305
9aafe (^erttorftedben^ tinb burc^gretfenb, f>a^ Don jenem
ober von biefer aui ffc^ ein aOgemetner SSoIf^name Jj^attc
biTben f6nnen. SoOte mah hü^a hai ganje' SBoK ober
Me gefammtf SRaffe ber fBetoo^ner biefer metten @e6tete
mit einem ©efammt? Warnen bcjei^^nen, fo blieb nidS)tt on^
bete« fibtig, att bie ©errtid()feit unb bie «öge ibrer SBobn*
gebiete jum ©egenlfanbe biefer «ejei^nung ju »oi^ten.
@o natmten a(fo bie ^olen bie f^mmtlid^en ißmo^mx beS
ttiiMi*en SRad^barlanbed ,,bie an ben «uffeit'' ober „bie
an ben «uffen SBofMienben/' in ibrer &pta^ S)o:rJ«uffen
ober ySiuifen, wrKrjt ?>ruffen >). Slacb bamaHger «an.
betinnbe n^mlicb grinjte ba« 8anb ber 9)reujfen im jOjicn
munitff Ibat an bie atuffen, benn bad äwifc^entanb 8ittbauen
mnrbc fr&ber wie fp^ter mit unter 9iuf{ten ober 9tuflanb
iegtiffeir*). ä>er 9tamt «uffen aber, fcj^on über l^unbcrt
1) 3» ber yotoffcben Gprac^e ift Po eine |)rd|)ofttiott , werd^e bie
9ocal«8eteutnn0 ,,an, bet^ ^t^ locum indlcans, quo Tel »uuer
quem qnid yersator. 2)af ffe befonbevO audft a»r 9{amen » QFompofttton
g^caiitbe »irb, fa0t ni(bt Wof ber dtfinblid^ ^olnffd^ ®pra<W<J«fcOer
Jinbe in f. yoInffc^enaBörterbucbea. b. ▼., fonbeni eO betoeifet H au4
bie 8eiieiinuii0 Pomcmni-Po — morski, b. b» bic an bem SJ^eerc
an bcc ©erfülle gelegenen; bojcr anä^ Pomorje ein Äöffenronb, ein
tob am C^ttfrr; aljo Pomerani, quasi niariai sive accolae mari«.
tcxaui erfidrt H M au(b , baf hd ben f)olnir(i^en QF^rontflen fo oft
antcr maritima» regio maritima |)ommertt JU l)erfte(en iH.
2) a>af mit bem 9eamen ^ntflen ftdj aucb ber SBcgriff t)on ber
St4^ ober ber (Srdnse ber «uffen oerbreitet fyittt, erfe^^n toit heuttidi
«15 DUmar Merseburg, p. 176, »0 biefer (l^roniff öon JBruno fagt:
er (abc O^rebtgt in confinio praedictae regionis (Prussiae) cl Rus-
aae; aiiO met<ben SBorteli man faf» f<bliefen m6(bte: XA\xci<xt \^<Cot fi(^
bm «dornen Pruwia erfiton laffen unb er fei^ ifim erRÄrt worbcn burcft
regio in confinio Russiae i. e. Po - Russia, P'russia. 3n aletrf^er
Ätt \^^ Adam. Bremens, de situ Dan. c. 227 »on ©amlanb, auf
»efcbem feine Pruwi ober PmUci wohnen : biefes €anb lit^t coniigua
Riwws; baber er au(b Pnix«i ft^rcibt. JDaf Sittbauen m mit in ben
Siffea geb6rid betracbtet »urbe, »eil e< biefcn lin^at toax, unb haf
bie eitt^ncr feibjl fftr «uflen anßefejen »urben , ift unbejjoeifett JBgr.
barftber Frähn Ibn - Fosalan's unb anberer Jfraber «erid^te über bie
^ 20
306 ttf^prung l^e0 9lamett« 9c<uff^n.
Sa^re DDt TCbalbertd erfc^einen in ^rettflen cntfbmbcn,
xoax, menn aud^ t>ieSetdt)t Mä) nii)t im innetn ^ni^f
laxib, wo man t)om Solfe unb Sanbe no(|^ gut Seit toentg
wußte/ bod^ in ben SRacf^barlanben unb namentlich auc^
tn ^o(en buni^^ frieblid^e unb burcl^ ftiegertfc^e Beru^rum
gen fcl^on allgemein befannt unb fut bai gefammte ifiUt^
Solf hinter $olen unb 9>teu{fen um biefe Seit f(^on bet
gep&bnlidi^fte geworben ^). @onad^ t^eitten bie §)oIen bie
gefammten n&tblid^ t»on {(inen wo^nenben S&(fer in bem
ganjen großen S^nberftridi^e Don bem iDber^Gtrome an bif an
atuflanbd ©ringen bem 9lamen nadl^ in gwei große Z^ile;
beibe begeiAneten {te nad) ber Sage unb jDertticbfeit üfta
äBol^nft^e; ben einen 2%ei( biefer ühlUr, bie ba6 Jtiiflen«
(anb t)on ber SBeid^fel an^ xot^&ttt ben>o|}nten , nannten
fie ,,bie am SReere," Do^moröfi, |)omeranen, f^emmem;
bagegen |)ief bei ibnen ber anbere Xbeit ber tB6(fer/ tie
i^re äBobnft^e ofiwart^ bon ber SSeicbfet biS an bie ®ran^
jen ber Sluffen iatUn, „bie an ben Sluffcn/' ?)o«8lul|en,
i}'9lufren ober ^ruffen. & fltmmt aber enblicf^ mit biefer
TCnna^me über bie @ntfiebung biefeö 9lamen8 )U i^nr
jBellatigung and) bie ®(breibart befTelben fowo^I Ui
ben dUefien S^roniften^ aü in ben d(te{ien Urlunben ool«
fommen uberein^ benn in beiben £luellen ftnbet fu^ ^
SRame $ruffi unb 9)tufita, Druggi unb 9vu^ici, $ru)i unb
Brugia, ober $ruda/ $rufcia unb auf d^nli«^ SBeife ff^
fd^rieben *).
aruffen Älterer ^tt @. 171. Jtaramfin ®ef4t4te M S^nfT' 9td4l
* ». I. 0. 190 uab 378.
1) SSijT. über btc ^oWt^e ber drtefirn 9hiffen, 0enbr4teibeii os
dwetg. jDorpat 1825 ©. 23 ff. Äar«mfin o. a. C ©. 40 — 41.
2) XuSer ben fc^on onßeffibrten ete^n ber (Sf^rontflen 9ql We ötr
funben hH Zucai ©at)ib SB. IL 0. 22 — 23. 24» 27. 38. Ach
Bnruss. T. L p. 414. 403. 405. 406. 417. Breuer Cod. Po»e-
ran. Nro. 58. 3r ber ©^eneung^urfunbe M Staiftta griebri^« ß-
Nro. 65 werben bte ^renffen Pruthcni, bal 8anb aber PnisMa ^annt*
eben fo in Nro. 70 unb 72. ©er SBtfc^of ton yrocjf nennt bie f)f<«P
ttrfpirttng bt€ fRamen^ 9teuffen. 507
Semnori^ bebarf e^ )ut 3(u96fung bet Sr^ge aber ben
Urfpntn^ iinb bte «^erfunft bei^ ^Ramend ^reuffen Weber
eme^ uralten ®tammt>aterö/ nocb etneS befonbem S3olf$s
jioeigeS/ nocb eineS «f^eerfu()rerS unb £&ntge$/ bte btefen
Slamen geführt bitten , nocb and) ber fonfltgen fo jablret:;
(t)cn Xblettungeii/ auS benen man ben ttrfprung beffelben
avliuforfcben gefucbt b<it. IBet aOen ^orfcbungen fruberer
Seiten »ar hai 9latbfe( über bte S3cnennung ^reuffen im^
mer um fo f(bn>ieriger unb bunfeter gen>orben , je weiter
man ftcb~ im @u(ben unb Sorfcben au6 ber ©egenb ent:
fentt b<=Ktte, t^on n^elcber. aud e$ feine S6fung trbatten
muf te ^).
frn Prusd unb ta« 8anb Prussia Nro. 78. $BgI. 0acj!o S3. I. &,
125 — 12a 132. 133. 2Cuf biefo Silttfte ^(b^ibatt weifen au4 f(l)on
Sncai jDavib iß I. ^. 4. (obelct^ er feiner TCbleltung von ben S3nis
ten ober |>rttten getreu buibt) unb «^arffnocö 2f. u. 91. 9)reuJT. ®-
1 — 2 Kitb DisscriaL II. §. 1 lil. §. 13^ xoo er qucI& »on ber oben
rcodbnten Vbiettung Ui 9tamtM fprid^t. - >Die SSerdnberung be0 9t<i*
wo in Proteni ^dngt mit ber beg 8{uffifc^n 9lamen8 Russi in Ru-
tkeni jnfaaimen, benn auc^ Ruthen! würbe fd)on fe()r fcü^ gefc^ciebcn.
BUmar Merseburg, p. 251 b^t gwar nod^ Ru5si unb Russia, unb
Adam, Bremens, de situ Dan. 227 unb 239 Ruzzi unb Ruzzia;
aber S^at^äuö im Kadlubeck L. II. ep. 13. p. 140 fc^reibt neben
Rujsia fiJ^on Rutheni, tbzxi fo in ber edit Gedan. p. 28. Martin
GaUuM p. 61. — SBie maii nun Po -Russi unb Pliussi fagte, fo bil^
Mf man au4 Po-Rutheni unb FRutheni ober Pruteni nad).
1) Um ben Sefern aucg unter ben Abriaen QCbteitungen bei 9lamen$
bie SSot^l gu flellen unb fie mit ben früheren TCngaben fiber biefen ^un!t
befannt ju machen, werben bte wic^tiöffcn in ber IBeilage Nro. IV an»
flifft^rt werben. 9ßir bemerfen aber ^ier am (Bdiluffe/ baß wir bxt
64rribart 9reuffen fär eif^tiger galten, M bie gewöhnliche yreuf en.
20*
S u tt f t e $ Kapitel.
^Ca^ jenem ittiegS)uge gegen iit f>reuffen fianb {ktjog
Sote&(ai> ber Sopfere Don 9>oIen no^^ jel^n Sahire ber <^m
\d)aft t)or. 3n bicfer 3ett aber l^idUn ii}n beft^nbige JUmpfe
unb JtttegSfef^ben inm S^tt in £)eutf(li^Ianb mit bem Xau
Ux, «^einttc^ bem äwetten/ )um ^ei( in 9tu^(anb gegen
ben ©roßfütlien' SarograD ') fo unablnfftg befcb^ftigt, baf
er mit ^Jreuflen in weiter feine S3eru()rung gefommen )tt
fepn fcbeint @g mirb ung ntrgenbg berichtet/ ob bte ge»
ftellten Stiebengbebingungen Don ben |)reujTen erfüllt mtu
ben fe^en; ob ffe loirflicf^ ben ji^rlidl^en 3ing entric^et unb
ob ber '«^erjog weiter auf bie 2Cnnal[^me ber SEaitfe gcbrum
gen l^abe. Unb alg nun ber Ic^tt jener Kriege mit fRn^
lanbg ©ropfärflen beenbigt unb itaifer ^tinxi^ im 3a^
1024 gcflorben mar^ ba glaubte *&er)og IBoleghiv je|t m
Vbenbe feined f}urmt)oUen Sebeng ftc^ enblidi^ aui) M
Siele aller feiner JBefhebungen. dt entf((^(ng ^di^ ber Itn<
terwfirftgfeit gegen Äaifer unb 8teidS>, na^m ben Jttnij*«
92amen an unb tie^ fö) unter prunfenben S^{i(i(f)(e!ten bie
itrone auf bag ^aviift fe^en. 2Cber neben biefem $UU fei«
ner Sßünfc^e ftani ai\6) baä 3iel feiner Slage. @ein Um^*
boUeS eeben enbigte mit bem Srä^ling beg ^aW^io25 *).
" • — — -^— — ^— — ^-^ ^
1) ©lefe Ätiege irjÄ^lt 2>i7y/2ar Hftrst^burg. L. VU. Ue6ft M«
Jtnfde 9ri)en 8SufIanb «gl. Jtaramfin 93. IL 6. 9. ff.
2) fJ''ippo in viia Conrad! ap. Pisior. T. HL p. 470 Wt bif
Ordnung unb ben Scb fBoledlaed in nate IBe^ie^ttnazBolisbus» Seh-
%-igcjiny Dui BolanoniTn, insignia regrilia et regium nomen in *n-
|>oteit unter SKietfco II. 309
2)avanf btttat ben neuerbauten it&ntg&t(yron fein (So^n
9Iie<co ber Stoette, noc^^ ein junger JNlrfi, ^en freiU^ wif
ber be« SaterS Sigenf^ften, friegerifc^er ®€ift, ^u^n^ett
Der ®ebanfen unb entf4)Ioffener Wtatfy im Stampft ben
Srtnben beS Steic^eS furd^tbar/ nod^ mtlbe Sugenben feinem
eigenen SSoSe befonberS toert^ unb ad^tungön>Arbig machen
fonnten ^). itein f6mgIt((Kt ®ebanfe begleitete if)n auf
ben X^ron; er erbte, n>ad er »eber be^u)>ten tonnte , nocb
ieffen er fl^^ toirbig jetgte. Unb bodS^ Rauben ringd um
M neue Sibni^xzi^ bie burc^^ $Bo(e$Iabft ^od^mnü),
itriegSbift unb .^errf^^begier aufgereihten unb tiefgetr^n^
trn Silfer att Seinbe ba, nur bie Seit )ur ffta^e ttwau
tmb. ^n Jtinig t>on ^eutfc^Ianb aber ^üUn nur Wieb-
tigere SretgmfTe bon bem SBunfc^e juräd , bie Strafe be&
XbfaUeö \>om ^i6)t, bie ber Sater berbient, am @ot)ne
av^iuäben ''). Sieben biefen ®efa|)ren aber, bie oon aufien
bro^ten, nnir boi «Seben beS SoKed aucf^ im Snnem t>oO
Seinbficf^aft unb Swietradl^t unb nirgenbS «^alt unb Sufam::
men^ang. 6in n>i(ber IBruberfrieg Derifteerte bad 8anb,
benn 0oM(aM )n>eiter @ol^n iDtto maifU feinem fiSruber
9tie<co ben S^ron flreitig unb mufte juie^t M %l&^tK
ling baS Sanb t^erlaffen. £aum ai^et befreit bon biefem
Segner, ber bie wenige iCraft 9R]e&co'& nod^ in X()£tig7eit
ersten l^tte, Aberliefi ft4^ biefer bem Xriebe ungesäumter
ti^€ unb bem Sturme feiner Setbenfc^aften, unbefömmert
um &tMt unb JBoIf unb nur barauf bebac^t, mie bem
Senuffe bed bebend ber locfenbjte 9lei) berfd!;afft unb bie
^ube in boQen Sögen genoffen werben f6nnte.
Aein SBunbcr alfo, bag unter bem f4)laffen @o^ne
inriam Ghuonradi Rqgis sibi aptayit, cuius temeritatcm cita mors
ciinaniTit. Mariin. (raUus p. 67 — 68* Kaäiubeck ed. Gedau.
p. 12.
1) Kadlubeck L. II. ep. th, p. 146: fagt OOn t^m: ncc cWibus
lam gloriosusy ncc kottibui adeo visus est terribilis.
2) Wippo \, c. p. 470 — 471. TM efne injuria Rrgi« (II»ikui-
radi macb 9c(c<(ao6 rcgiuni iiomen an^cfft^en.
310 ^oUn unter SRietfco 11.
bamiebeifanf^ ma§ ter ftarfe Skitet emyotgel^oScn ^to;
benn faum ^mafyrtm bte naiven S6ffer btefen dttfimb bei
neuen JEinigrctc^ed , fo Denpeigerten fte ben abgetro^ten
Bind unb entfdEiIugen fid} bei erzwungenen ®((^orfam6.
@o ging unter anbem f>ommem eine Seitlang lotebet
berloren unb gen>i$ f)aUn ftc^ bamatt auö^ bie Zivile
^reufpend ^ bie burcl^ S3o(ed(aod @(l^ert einige Seit )ttni
®tl)otö^cn unb )ttr Sinftleifiung gejmungen gei9efen fepn
m&gen^ bem l^fligen Soöfe wteber entwunben 0- Son foiu
berli(i(^er S3ebeutung mag überhaupt btefefl untert^ilnige
SSerl^jltniß fon>o^I ^ommemS/ aU 9)reu{fen8 au^ o^nebem
woljll nicf^t gewefen fepn; nirgenbft l^iren wir »enigjlenS;
baf Stxxti^\>blUx an^ ^reuffen ben «^eeretfal^nen CohttaM
att gejwungene «^älf^genojfen l^^tten folgen mäfTen; IjUif
flenS m6gen alfo bieSeic^t nur bie ni^ftm ®ran)s®ebiete
)ur @rll)altung bed Stiebend bunl^ Ueberfenbung allij(ir(i<^er
Sindgefcf^enfe bem ©ebieter $olend ben iminf^aften @(^e{n
bed ©e^orfamd gerne gelaffen \)aUn. SRiedco'd Dermimingi«
DoDe «^errfc^aft aber n>ar aucf^ nid^t einmal geeignet/ feKjt
nur biefen @cl^ein beS ®^^oxä)tn^ in irgenb einer äBeif^
au^xeö)t }u erhalten. 9)ommem foD er ixoav wieber unter
fein ©ebot ju bringet) Derfud^t unb S3eia/ ben flöc^tigen
fi3ruber beft £6niged @tcp(an beö |)eiligen t>on Ungern,
bem er feine Sod^ter gab, bort atö Statthalter eingefe(t
f^aUn ^); aSetn mit Dreuffen fc^eint er biefen SBerfndfi ni(^t
1) Kadlubeck ed. Ged. p. 13 nennt bte ^hlUx nt^t etnaein;
aber H tfl 0enttg, »enn er fagt: coeperunt extraaeae nalioDes, qua«
principi suo vectigales fuerant| minus timoris, re%'crentiae et boDO-
ria eidem impendere et tributa regionum dcnegarc. Boguphal p.
2 ) ermd^nt ebenfaSd feinem 9{amenS , bröcft It^ aber noc^ ttxoat fAv-
fer QViif tvenn er fast: Tempore etenim sao exterae nationes ab
obedientia sua rece«serunt et desidiam suam considerantes tributa
patri suo consueta dari, solvere deneganint. Dhigoss, T. I. P' 185*
i^uca« ^ar>ib, IB. I. @. 157 fil^rt unter ben ^bgefaOenen S&IIeni
bie ^r^ufTen audbrAcEltd^ on.
2) 2Ce(terc £IuelUn wiflen freiließ von biefem (EreidntfTe ni^tl «b
nur b e fpdtcrn ^^ronif^en Dlugoss* T. f. p. 185 9cq. Cromer, p.
9otctt unter Sftitßco U. 311
etmiMl setoogt )u ^ben^ fo baf nun auö9 felbfl (er id^m^
ian ®if)orfüm ber Dteuffen an Un (Sranjen fut |>o(enö
Saft )e(»n Saläre brachte fOtjedco ^in unter Säften unb
@(bQ)e(gereien/ in einem Jtriege mit bem iCaifer Qonxob
Um Smiten, unter einem feigen Jtam^fe um ben X1»ton,
beffen fid) fein fBruber jDtto bemi4)tigte/ in einer (c^impf^
licfien Sfbic^t nad^ Si^men^ n>al()renb weUber unter bti Xa'u
fert Beiflanb iOtto bie fcblaffen Sugel ber 9{egentf(baft
(ielt, bann unter bemät^iger Stucftel^r auf ben n>&rbeIofen
Zfynn unb unter ber emeueten iDber^errfd^aft bed «SaiferS
unb beS Keic^ed. Unb aii biefe @tttrme if)m a\x6) bie
Siiaft jum. ©enufie ber alten Sufle gebrodl^en )u b<(ben
fi^ienen, gebacf^te er enblidl) unter ber @änb^n Saft burdl^
@runbung frommer Stiftungen unb burcb bie Sinrid^tung ber
Si<t^umer in !Rafot>ien unb (Suiat)ien ben beleibigten
^immel {U oerfil^nen; er ftarb inbeffen mittm in biefen
Stflrebungen im 3a^re 1034.
@ein Seben i}attt Dolen tief in ber Vc^tung ber übU
fet btrabgewärbigt; fein SSob fd^ien ba& fRci^ ber t)6Uigen
XafÜfung nabe )u bringen. Swar binterlte^ er einen @obn
Saßmir, bem bie *&errf(baft nun jufaUen foQte; aüm
MM»n frAber wegen ^^uMic^^r Smietracbt mit feiner SRutter
Sicbfa aus Doten gefldc^tet, lebte biefer ie|t a» mni)
im Senebtctiner^AIofier (Slugn^. Tlu^et il^m aber war
feiner, bem ein fReöft jur 9ta(|^falge juftanb, benn £)tto,
<i8. Meehot» p. 36 unb anbrre er^d^Ien baoon otefeö. S3g(. Naru- .
tzetvivz T. IL p 193 -^ 195. Kannegießer ©efc^ic^te von Vem*
mn ». I. ®. 308 — 314.
1) Naruszeivicz T. II. p. 370 Nih>. 412 be6au))tet, aber o^;ie
«B^nbrten (&mt\A, baf bie i)reu|ffn um btefe ^\t ben na4)bar(id^en
Vommcm gegen bte |)o(en a(6 «^älfdvolf betgef!anben. <Dafreibe be^up«
M au4 itannegief er a. a. £). Ol. 311; aUdn bte duelTc be0 left«
tmi iH ber einzige Dlugoss, p. 186, bei U)e((^em mir ber |>reuffen
ai^t einmal enoi^nt gefunben unb auf beffen einaclne SBorte Ui feiner
clc4^tt •ef^ivi^igeeit obnebfcf au4 wenig ®eii>i(bt oeregt wcrbm
botf.
312 2Ra^Ur>^ <Sm|>orund flegett 9o(en.
SRieSco'S fBrubet v^at etmorbet ®o fannte man im 9lei(^
nun n>eber «^errf(|)aft/ no<^ @e(^orfam. Salb fianben |)ars
tetcn gegen |>arteten^ jjebe bon i^ren , eigenen 3me<f en ber
®e(b1ifuc^t getrieben. Seber ^iöfüQt etf^ob {t(|^ itim iöi^f^
ten berer, bie er bebr&tfen fonnte, unb ®r4ue( unb (Se^
toalttt}aUn gefi^al^en im ttebermaafie. Staum gab e6 nini^
irgenb ein ®cfe6 unb eine iDrbnung. 3n mehren Seilen
bed fRt\6)a iöfln^ fogar bae ^etbent^um mieber neue
SBurjeln im bermilberten ®emiit()e unb bie eble ^^fianjnng
beS S^riflent^umd erflarb unter bem Mangel ber ${Iege/).
Sa f[äct)teten biele bon biefem Sifanplal^ ber ttnorbnnng
unb ©efe^loftgfeit l^inmeg/ t^i» um beS ®lauben§ wiOen/
tl^eiU um ber SBut^ ber 9>arteien gu entweic^ien, unb be«
gaben ftc^ in bie rul^igere eanbf((^aft SRafotoien, |)reu|fent
ndc^jteS 92a^bar(anb, beffen IBeboKerung ^teburcft balb uiu
gemein bermel^rt marb. «^ier l^atte aucf^ Wtaüar>, SRjeico't
t>orma(tger SRunbf^enf unb ©ünflling, . @i(^er|^eit unb Sute
gegen bie SBerfoIgung ber |>artei gefudt^t, t9elc^e bie Sutf«
fei)r beö berfloflenen bringen Gaftmtr betrieb^ an beffen
Vertreibung WtaUai^ mit grofem ffifer gearbeitet Set»
3uf[u(^tSi^rt marb balb ber @ammelpunft ber Slud^nge.
Sa fliegen ^il^ere ®ebanfen in t^m auf unb gug(ei<^ bnnl!
(S^rgei) unb «^errfdSituft, iDte burcf^ Surd^t bor (Saftmirt
fft&iUlx getrieben / fc^mang er fi6f intn %&tftm SRafobien*
auf unb ben»cg bie Sanbfc^aft SRafobien gum SCbfaOe ^en
bem fafi f((^on g^nglid^ OMfgetöfeten Steic^^e >).
SRittlenoeile bxadf «^ergog JBrecgi^tob bon Bbtimtn,
bie SSerwirrung ber Singe benu^enb, um alM Unrecht ber
i) fBMd^m iammer»offen Snftanbe 9>o(ett bama« (in^egeben war,
berieten Kadlubevk L. U. ep. 15. p. 148 * 149. Martin. Gaika
)i. 70. Dlugoss. T. L p. 193 — 194.
2) Kadlabeck ed. Ged. p. 14. BogupJuü p. 26. 3n 9lii<4W
brr nicbn'den «ßerfunft QladCao« jHmmen ble|)o{nif4eit6l^omfto }«mi«
(i(^ al(e fiberetn; nur in ber 0(^reibart be« Stamend ftnb fie oeiftubfiir
benn fie nennen i^n Mexslaus, Maslau« , MauUus, Measiaus; Naru-
äzet\'icz fdjretbt ben SRamen Miec»y»law.
90ka Oft feinem i^et)ogt^itme ^u xi^tn unb )ttft{ei4» bie
®ran)eii fetner ^tt^d^aft )u emeitem, umS Sa^r 1038
in 9>o(en ein unb ba niensanb wiberftanb^ btang er bii
Dofen unb ©nefen, bemi^tiiU ^ bort ber Seidl^name beS
(eiligen ZbObttt, be« ®attbentittS, Sruno'S unb beffen
®efa^rten/ unb ^1)xtt fte mit Dielen anbern 9ieliquten,
JtinlHrnfcb^^en unb fonjiigem rei^n Staube m6i J936bmen ^X
2)iefe^ Unglutf be« ganjen SanbeS aber, |>o(en& fdt^recf^
Ii4^ Serwußung burd|^ ben Seinb/ bie giln^Ii^K Xuflofung
aOer iDrbnung im Snneni/ bie feit Dieien Salären fortge«
fe^te äertretung üUe^ Sted^t» unb ©efegeS 4M|ten enblic^
berjjenigen 9)drtei baS Uebergewid^t t>erfd(fafft/ bie in Saft^
mird Suructberufung auf ben X^ron baft «^eil unb bie ein«
jige 9{ettung iti Sieicbe^ erfannte unb M^alb fort unb
fort für fte tf)attg gewefen war. Tili man ftd(f ba^er um
SaftmirS (Sntfagung beS geweibten @tanbeS mit bem 9)a))fle
* unb mit bem ZbU t)on (Slügn^ abgefunben, folgte ber
junge Surft im Salf^re 1041 einer IBotfcbaft 9)olnif(|Kr Sb«
(en unter einem «^älfS^aufen beft ^iferS, feinet i6|ietm8/
nacl^ Dokn ^uxid, um ben entw&rbigten S(^ron feiner S32?
ter ju befteigen *> Sr bejiieg i(^n aber mit tvArbigeren
Oebanfeu/ ati fein JBater; benn faum ^atte er bie iCrone
aufgenommen unb faum war bie mi(be ®2^rung im 3n«
nem bef(tin)i4)tigt unb £)rbnung unb ®efe^ mieber ^erge^
fteOt/ M er ftdt^ fofort )um Kriege gegen SRaöUio rufiete,
um 9lafoDien feiner «^errfdf^aft wieber )U)ueignen.
2>er neue Särfi SRafot^iend aber fiatte Ulngft aOe 3kiU
tu aufgeboten unb mit ftugem ®eif[e b^nugt^ um {{<b iti
feiner neuen SBärbe ju be|^au)>ten. 3Ra8(at> war bamaK
gewif einer ber audge}ei4^net|len SRänner bei ianbci, ooU
!Rttt^ unb entf4^(o{fenen ©eißeS/ be^rrlicb in feinen Se«
ftrebungen bi« jum legten ^Cugenblicfe, erfahren im J^iegS«
1) Cosnuu Prägens, Cliron. p. 25. Martin. GaUu9 p. 70*
IhArat?, histor. Bofaem. p. 60.
3) Kadbtbeck I. g. Mariin. GaUm p. 70. Boguphal p. 26.
tHugoM. T. I. p. 198 — 207.
314 ^tteg tmifc^^en Gafimir unb 9Ra€(aD.
tiefen unb faum iberttoffen in ber Xap^iXtit beim
XampU^)' Seiner Serebfamtett gelang/ bie ®eiiiut(ier
ber SRafor^ier ju geivinnen; feine flSetriebfamfeit unb tis
füge Sl()dtigfett brachte fd^neQ aUe Xnftalten }ut ®egett$
n>el^r gut SoKenbung. 2)ie fBome^mem beö SanbeS folg«
ten t^eiK ben Sodungen feiner ®ef(^nfe unb SBei^tftro«
geu/ tl^ettö fd^recfte fte fein ^errif<f^er 3om }um @e^orfom.
3n fo^er SEBeife ^tte er im eigenen Sanbe alled gumSu
berftanbe «vorbereitet Sr recf^nete aber bei feinem $Ion(
aud^ auf bie .^ätfe beS 2CuManbe8; er lannte ben |)a^ ber
9{ad(^bart)<er gegen $oten unb rief bie :£>dnif(tien @am$
IJnber/ bie 9>reuffen unb Sluffen gegen XSnig Saftmir }um
SBeif^anbe anf^). S>iefe le^teren waren wal^rfcf^einlid^ Sit
1) Bogupfuü L c fcj^ilbect i^n M atrenua« et robusUis animo^
ferox ac bellorum ezercitatione consuctus.
2) 2)te au4 in anberer «^tnftc^t T^br merhodrbtge Stelle bei i^^ t
ßuphal {im fit\vi, bei geb- 2fr<bit)d iU Jtönigdb.) tfl folgenbe: Quidamde
infimo genere, sirenuus tarnen et robustus animo, ferox ac bellonun
exerdtatione consuetus, Maxslaus nomine, Mazoviensem prOTindam
occupaTeraty proceres proyincie illius quosdam muneribus, qiios-
dam tyranide ad sui ohedientiam atraxit, Dacosque, Getbai wa
Pnitbenos et Rutbenos sibi in auxilium contra KasimiruminTOcaTit;
quorum .adjutas presidio bellum campestre Kazimiro indicere pre-
sumpsit 3n ber 2(udgabe bei Boguphal bei Sommersberg T. I.
p. 26 flebt fiatt Dacosque Getbas bie mnnbfr(t(be Sedart Ducesque
Gothos. jDaS Dacosque Getbas bie v,^txqß Mart ift, bemetfrf bie
®teKe bei Kadiubeck L. IL ep. 15. p. 150, wo e< beift: non Aiino-
res yirorum rursus Tires instaurat, quatuor marilimorum acies, tO'
tidem Getiers, nee non Dacorum ac Rubtenorom larga asciscens
sufTragia. C^ben fO bie edit. Gedan. p. 14. >Dte Chron. prindpum ^
Polon. fagt: Maslaus mala malis accumulans congregata multitudiöe
Pnitenorum , Danorum Maritimorum , Gettarum , Rutbenonim et
MosaTionim. S^an muf btefe stellen gegen einanber baUen, tsenn
man Ite n^j^ttg »erfleben »iO; fte Kdren f!4 gegenfettig auf. jDie Daci
ober Dani ftnb offirnbar feine anbern, aU bie 0am(Anbif(ben SDinfSf
jene 9oionifien in 6amlanb, bie^ wie wir bi^bfi erfabren, um btrfit
^\t no(b ibren alten 9{amen jDdnen U\ ben f^len fährten unb f!4
ftberbaupe von ben anbern fiewo^nern f>rfuffen« , ben Gethis aeu Pm-
thenis, nod) unterf^ieben. @£ barf faum erinnert werben, bat ^^
Xrteg smifd^en Saftmir unb 9)ta^Ut>. 315
t^uer, tenn um tiefe 3ett warb biefeS JBoK n^ mit bem
Atomen ber Shiffen bejetc^net. So jogen nun auf baS
SBerfprectien eine« bejttmmten @otbeJ ju SRadlabS Sei«
fbrab oief «^eetbaufen auS |)ommem nadj^ 3Rafot>ten f^in«
anf; eben fo t>iele ®(^aaren folgten audi^ au& 9>reuffen,
va(tf(^tnti(^ bon ben SanbeSfärften ober ben ffteiH ange«
fü^; bocf^ fc^etnen bie Saml^nbifc^en £)2nen mit bem
«^cet^nfen ber eigentlichen Dreuffen ober ber ®et^en nidj^t
«n&miben gen>efen ju fe^n; andf biefe ftanben roaf)t\ä)ütis
lic^ unter ber S^^rung eine« eigenen ^rieg^oberflen ^).
9li(^t minber t^^tig unb eifrig t^atU ^ i(6mg Qa^ifi
mir }um Kriege geruftet; aucf^ er n>ar auf frembe fBei^ätfe
iitai)t gen>efen; ipm )og fein <S4^n>ager, ber Qrof^rft
»atf hamM au(^ ^cten — Dada — unb bie jDdneti Daci genannt
»urbm. ^ieftv SBenennung bebtenten {t(^ namentlt^ au(b bie ^olnU
\^tn (St^xcnifUn, fo Martin, Gailus p. 57. Cromer p. 23 u. a. XBenn
nun in ben erwd(^nten ©teilen neben ben |)ommem — Mariiimis — ,
Vrnifrn unb SKeuffcn auc^ Daci genannt »erben, fo fann man bar^
nnter but^auf feine onbem ; atö «Ddnen oevftrb^n. Leietvel bei Osso^
Kinski 6. 461 ift fretfic^ anbetet Sjiteinnng, ba et; nnbefannt mit ber
2)inir4en Kolonie auf ®amlanb, biefe ,,jDaCen" in yteuffen nic^t un«
tnriubnngen metf. Ott glaubt ba^er, ,,man f6nne hen 9lamen auf bie
9obIa(^ifd^en Sagb^winger anwenben unb von ba gu ben in Xiadtn
iM^nenben Saaiget Garmaten weitet geben, um fo bie |>obra4ier,
tin^uet unb ^reuffen, bie von Vltetd betaut^ ®eten (2)afen) genannt
mlt^en, oon ben @armaten ab}u(eiten.'' SESit febcn biebei abet nnt
^fCnoe» Sktlegenbeit; et giebt fogteicb auc^ felbft «u t)etfte(|en, haf e<
i>m nit biefet Q^tfCdtung bet Gacbe nicbt teertet Qtmfk gemefen ftp.
Btr !6anen nacb bem @pta(bgebraucbe ber Seit bie ^afen (Daci) fAt
Bi^tS onbetS ^iUn, ald fätjD&nen, unb ba nun an.bieiDdnenjenfeitd
ter ^fifet gat ni^t iu benfen unb ibre SSetbinbung mit ben ^teuffen^
9ommem unb Shiffen gan} f(at ift, fo he^upUn toit: e< waten bie
6<i>n(inbif(bett jDAnen, n>eCd^e oon ^üMm 3ut «ßölföteiflung gemonnen
ttittrbett. jDie Cfaron. princip. Polon. nennt f!e obne weitetet Dani;
ivat fSnnte bei i^t an |)ommetif(b< 2)Anen gcbac^t metben ; bagegen
aber fj^t ganj Rar Kadlubeck. jDie ®etben flnb bie Bewohnet ber
^nbf(baften 9)omefanten, 9)ogefanien u. f. m.
1) Diefe« gebt Ui nhf^tt Setra^tung aus ben envAbnten Stellen
^ 9oCnif<^ C^toniflen ^ertjor.
316 Xtit^ itnifdftn Saftmtr unb ÜRa^tat».
Saro«{ai> aui Slttfilanb itt'> ^it btefem «^ftlftgcttpffen
unb mit ber iStiegSmacf^t feines SanbeS brac^^ nun (Safimtt
gegen baö 3abr lo42 tn aRafoi^ien ein. 3Ra«tao fleOte ftcb
of)m Säubern jur @cb(a(bt; aSetn fein .«^eer würbe ge?
f4^lagen, burcb bie Slucbt aufgelifl unb t)om Seinbe^ fo 9tt$
fo(gt/ baf aRaSl(ii9 ol^ne Sdj^u^ unb ^ülfe feine 9lemtng
i^ei ben f>reuffen fu^^en mufte '). 2>ort gen>ann er aber
balb burcb bad Serfyrecben eineS bebeutenben @olbe$ eine
neue beträdf)tti(be Xriegdfcbaar / {ebocb ^ t)ieaei(bt mebr nur
in |)reuffend fubU(beren Sanbfc^aften, unb (ebrte mit biefer
{ur Sebau)>tung feiner Surften ^SSBürbe naäf SRafoDien ju^
rttcf. 6aflmir führte if)m biefeömal ein xotit f(^n>i(bere<
<^eer entgegen^ benn audj^ bie 9Rafot>ier fielen ibrem %iu
^en SKaSIat^ wieber in großen Raufen gu. jOiefeS ®efiibl
ber ®(i)xoid)c, innere ©ewiffendqual über bie nicf^t erfält
Un ©el&bbe fetneS itlofterlebend , über wetd^e fiö) Qafimiti
®ei{t and) auf bem S^rone nic^t ju erbeben wufte/ vor
allem aber ber entfcbloffene 9Rutl^ unb bie Zuneigung beS
9Rafot>tfcben SoKed )u feinem neuen «^errn mac^^ten ben
A6nig bei biefem {weiten <Jtriegd)uge t>iel jagb^fter unb
fi^wanfenber ali )ut)or. Srfi dn Ztaum im AriegStager
brachte i^^m ben n&tbigen ^nt^ jum itam^fe unb mit bem
ÜRutbe au(b ben abermaligen ®ieg. £ie (Scblacf^t foftete
bem Surfen ÜRaSlat) eine fo grofie 3abl feiner ta)>ferflen
J(rieger, befonberS aud^ feiner ^ulfftoblfer aui^ ^reuffen,
baf er abermaU fiöcbtenb feine Siettung in biefem Sanbe
fu^en mufite >> ^udj» jegt «erjagte er nocb nic^t, b^ffenb,
1) JCaramrin fß, TL &, 2Z fßitM^t ftanh aviä^ SaroilaoS
Xnsriff auf bie Sitt^uer in fßetbinhvLn^ mit bteTem Sttie^t,
2) Kctdlubeck ed. Ged. p. 14.
3)Kadhibeck L. II. ep. 15. p. 150; ed. Ged. p. 14. Sine
iwetmaUoc «ßülf^oerftdifung aud |)teufffn »irb beutticb enodbnt; Cliroii.
Princjp. Polon. 8ttca6 iDavib IB. I. (S. 158. Mariin, Galius p.
71 fpri(bt nur wn einet etnsiden ®4la(6t unb weif ni(bt< oon 9lad«
la«< 8lu4t iu ben ^reufjen. VuiJ^ Boguphal p. 26 eru^bnt nur Gi«
ner dcblac^t, lAft nacb biefer aber ben Sörf^n na<b |>itttf|en ents
fUefien.
6afinfir Don ^^(^n »nb bte ^rtiiffen. 317
er VHtU f^kt aittmatt bfe nit^i^t Wtaä^t fammtln f6miett^
um ben Jtrieg t>on neuem ju beginnen. VOein bie |)teiifs
fen, tDol^I erfennenb^ baß ber Stembling i^tt Sttiftt nur
für feinen ^l^rgeti Dergeube^ S&bem Mä> fd^wet erbittert
jiber bad ^infdfia^ten il^reS SoSeS }ur (Sättigung bet
«^errfi^begier M 9&Tftm, verlangten nun Don i^m bie Qts
fiSnn^ ber IBer^ißungen^ forberten ben 0olb unb ba er
i|n nic^t tu entrtcl^ten t>emn><IS^te/ fo legten fie ben TCbetu:
teuerer in ®efangenfd!^aft. 2Cttf i^n aDein laufte man nun
aSe ®(f^ulb beS SerberbenS unb ber neuen Don ^olen i^tt
brol^nben (Sefal^ren. & traf ili^n bie 9ta(be be» erbittere
ten Solle« )um .Opfer fär bie ®efaOenen. ®(bn>er gepei^
nigt fnäpften i^n enblid^ bie (Sr)£mten an einem Saume
auf^ if^m iphtti^ {urufenb: ,,£)u 1)aft bie «^i^e erflrebt,
ie|t halU bic^ in ber ^ibe!'' >)
3n folc^er SBeife mar aRafot>ien f&r ben it5nig Don
9o(en mieberum gewonnen. %ix bie |)reu{fen aber mar
biefe« ein Sretgnig, xoü6)a feineSmegS eine rul^ige Sufunft
9etfpre(ben lief/ benn nun grjnjte GaffmirS 9leid^ an
^reuffen mieber att unmittelbares 9la(|^barlanb ; Dor atiem
)ebo<|^ mar }U befurd^ten, baf bie eifrige Unterfld^ung be6
1) Kadltibcck I. c. Ambitionis ille Princeps ad Gelhas Irans-
fitgit, ubi celsiorc dignitatis gradu sublimatur. GeÜiae namque
non parra saorum caede saucti, omnes in illum causam conCcrunt«
omniam in co necem ulciscuntur, quem post multa demum sup~
plicia emincntissjmo afligunt patibulo dicentes: Alta petisti, alla
tme. Boguphal p. 26 eben fo. jDif Chron. Princip. Polon. fa^t:
Quorum (sc Getbarum) etsi princeps factus fulsset, tarnen propter
Becem illorura alto patibulo est appensus. ^\X ben SGKorten bf< er«
fen Ga^ei ^X ber dbronifl o^ne Smeifet nur fagen moUen , baf SKals
(ao im jtrie^e ber OberanfAbter au(b ber ^reuflffcben «&A(fd96((er war;
tarn baf er ibn ni<bt M eigentltc^en dürften ber tyreuffen \fiLt besetcb^
aen »ollen, Üfdt im Surammenban^e ber (Sr^dblung ber CFbronie felbfL
Qebtioend ft&eint Slalloo feinen Sob in einer ber fübticben Eanbftbaftm
<- apud Gethas — - gefunben ju baben. 9lo4 ifl Aber blefen JMeg,
fo »eit er bte Sbeilnabme ber fiteufTen betrifft, ju vergUiiben Dlugoss.
T. I. p. 194. Cromer p. 74 — 75. Mechow p. 40 — 41. iVorr^
«eiwi T. n. p. 216 — 219.
918 (Safimtr Dott 9^len unb bie ^ttufftn.
(imp^ti in SRafo9ien t>on Dolen« en&mUm Jt&nige mit
f(^n>crc¥ 9ia(|^e u>ätbe Dergolten werben, ba tgm fcbwcrlii^
unbefannt war, ba^ nur ber ^a$ bet DreujTen gegen bie
9olnif(be @emaltberrf(|)aft fte )ur S()et{nabme an !DlaSIati^6
t&^nem Untemel)nten getrieben If^atte. Unb m ber Sbat
warb ed ben 9}reufjfen auö) nid)t t)ergeffen, ba^ fte einem
2(btränn{gen beS «ftinig^boufed S3ei{ianb unb @4^ttg Derltes?
ben ; benn ba(b nai^b^r ruflete ftd^ Saftmir ju einem Jtrtegis
)uge nac^ 9>reuiren, um an bem üoiU Staöft }u üben.
XUetn bie ^reufjen/ um }u frifttgerer Sertbeibigung bie
n&tbige 3eit )u gen>innen, obnebtefi aucb bur(b bie UnfdDe
ber b|ten AimpU in t^rer Jlrieg^ma(bt bebeutenb ge^
f(bn>2cbt, tou^Un burcb ben @(bein ber Unterwerfung
unb bed ®eborfam$ iei £6ntg8 3orn )u befcbwtc^tigen.
@tntge ®et^e(n unb ©efcbenfe, unter bem 9lamen eimi
SErtbttted bargebracbt/ bitten bte erwänfdiite golge unb er«
f^arten bem SSo((e bie iDpfer eined fcbmeren JtriegeS *>
. @o ttep ftcb ber Ainig gerabe ie^t um fo letcbter beliften
unb betbireU/ ba obnebtefl fein befcbrdnfter (Seift, an m&n«
ä)i\^n (Sotte^bienft unb ftifterlicbe Uebungen gem6bnt,
^d) mebr in frommen Stiftungen t>on Jtl6flern/ in S^f
fcbenfungen ber Mxd)en unb in anbem SSerten bußfertiger
$r6mmigfeit unb ÜRilbt^ätigfeit }U gefallen fcbien. '
Sß^lirenb inbep bie ^reuffen in $o(en für tributpflicb^
tige Untenoorfene geUen mocbten, blieben fte immerbar macb
unb tb^tig fdr bie IBebau)>tung ibred freien SebenS. £>b
fcbon bamafö bad n^\)t gelegene Sulmerlanb in einer ge*
wifpen ^(bbdngigfeit Don 9>olen geftanben b^^be unb bie
iDffa bee^iatb ald ber (Srinsfluß beö il&nigreidi^S betracbtet
morben fey, l&^t ^öf für biefe Seiten nic^t gan) fiöftt bts
1) OK fpre^en Mli4 oon biefei; Untertoerfttn^ ber Ptmffm audi
Bisc bie fpdtereii |>o(nir<beR Gbronijlen, a» Diugass, T. I. p. 237.
Cromerp. 76; mit tab^m ba^er bie €(a^ ni^t flans oei^egen;
ober vir f6mien fte att<b niitt wesldugiieti , benn mhgfi^ mist H, baf
Dhtgoss. fte att< einer itn* fremben, ölten CUeSe f(bi|>fte. SaT. eu«
cod jDaoib IB. L 9. 159.
r
0aftmir t)on ^oUn uttb bie ^reuffen. S19
hupten, totewo^I ni^t ntma^x^^tinli^ tft, Mf hU ®age
oon jener im £){fas9[U]{l burc^ «^erjog SSoleSIat) errichteten
S^ule eine sef(^i(^tli(iE)e «^inbeutung auf biefe fiSegr^njung
be^ [Reic^eö enthalte 0* Saft fc^dnt e«, baf aud^f bie
9>reu{fen baS Sulmerlanb fc^ion ni^t mel^r afö ju i(irem
Sebiete gel^irig betra^^tet, bielmelS^r fc^on felbft bie £)j|a
ali bie ®rin)e i^xa freien Sanbeö angefel^en Ifaben.
&ixtl\df fjütte au(^ bie Statur bie ©r^nje borgejeidl^net,
benn ti trennte bort bie ferner burc^^bringlidE^e, fafl ^atii
nnwegrame SBSilbnif einer bid^ten SBalbung iai Sulmetb:
lanb oon |>omefanien/ M ein natärlicl^er Sc^ugwaU gegen
$o{nif4)e« @efe| unb 9>oInif(|^e ®en>alt^errfc^aft ""). S>iefe
SBolbmÜbnif aber benugten je^t bte fi3en>o^ner 3)omefa<
nieni jur SBerwa^run^ i^rer Srei^eit/ benn U)^|irenb ^6n{g
Qa^mix, begnügt mit bem @(^eine einer «^errfcl^aft über
|)reuffen unb eine S^itlang get^ufd^^t über btefen @(^etn
bunf^ bargebotene ®ef4)enfe, in anbem 2>ingen befc^^ftigt
nnir/ erbauten bort bie 9>reufen jur «^ut i|irer ®rdn$e ge^i •
gen bie 9>o(en an ber S9Beic|^fe(, ba mo bie iDjfa ftd^ mit
biefem @trome t>erbcnbet/ bie ftarfe IBurg ®rauben}/ mU
d^x 9lame, t>ieUeic^t urfprdnglicl^ bon ber angrinjenben
SBalbwilbniß ^erjlammenb/ bon ben 9>oInif4)en 6^roniften
in Srobed umgemanbelt n)arb ')• @(^on il)xc Sage itou
1) jDaf man fpdtertin ba9 CTulmerlanb oK )is 9^tn ober ^u tBt^*
fd9ifn 9ef^6rig anfaif, ifl Mannt; f. Dhtgoss. T. I. p. 118. Cromer
fa0t hfil^ gans btYlft btn: Caetemm Culmensh ei Pomerania Polo-
niaCy non Pmssiae partes faere.
2) Sgl. meine ®ef(bt(bte ber @tabt unb bed Orbendbaufed a){av
rienbnrg €^. 3.
3) üraubenj f^etnt n^obl aUerbtngd ber t\^tMi&^ dltefte 9lame
unb <Srebe(f nur ber ^otoniftrte gu fepn, benn n>ie lernen ben le^tem
Mof bttr(b bie |>oInir(ben C^bronifien, %. SB. bttr<!b Martin, Gailus p.
71 Fennen. IBgL Narusze^i^icz T. II. p. 459. Vu4 8uca<2)aoib
S. L e, 159 nennt un0 nttc ben 9tamen ©robecf unb ©cobna, ^a er
ftber tiefe Seit au(!b nur att< yolnifcben ^ronifen compitjlrte. IDer d(<
teile £)rbend4rottifi Dusburg P. in.-c. 187 unb bie «(anbfefle bft
C^tabt (ftraubena b^^ben bagegen ben 9(amen Gruden«; f. 9)reuff. Gamm»
320 Safimtr t>eii ^oUii unb bie ^reuffen.
fc^en ben ®ew2ffem btt fO^a nnt beS SBet(Mel^®tiem<e
ga6 {l!^r eine fär bamaltge Seifen au^erorbenttic^ SMtig-
feit, unb eine ^de(e Sefa^ung machte fte fafi un&^minbltdi.
~ 6ajimirt fBefc^^fttgungen im Snnern feine« jentStteten
Std^i ISiatten i()m meber Seit gelaffen/ auf baS 9la<l^bar$
bolf )u acl^ten, nodt^ auc^ J(taft/ b<n TCufbau ber gef^^i«
d)en JBurg ju ^inbem. iDl^nebte^ bm<i!fyttcn au^ bte
^reuffen bis }u beS it6nige« Sob im 3a^ 1058 mit ab
ler Alugl^ett ben ^rieben. Zt» hierauf akr 6af{miT< ittc«
fier 0ol&n, SoleStat) ber Smeite, ber A&^ne }ubenaniit, ben
S(^ron befiieg/ t>en9eigerten jene ni4^t bloß bie bitMd^n
dStibutgefti^enfe, on U)eU^e Dolens itinige bie 9Retnung bet
Untertl^nigfett unb beS ®e^orfamS tniipfttn, fonbem a
ftet au^, wj^nb JBoIeSIao in itrtegen mit ben S&^meii
befc^ftigt n)at, bie 9)tannf((^aft iener SButg wiebet^foU ju
Staub unb ^Iji^nbentng balb in bie naiien ®ebiete $oni$
mernS/ balb an^ in 9>oIen ein ^). JBoIeSIat), no4i ein reu
f($et, junger gArft, babei ftiegerif<|^ geflnnt unb e^tgeiiig;
luns SB. I. , e. 161. 4^6411 ma(ifd^etnnd() ^ing bicfec 9iame mit bfin
Sßorte Grauden jurammen/ eine auc^ in fpiteret 3dt in ^nffrn
^ewifinlic^e {Benennung fär SSÜbnif, bic^t unb wifb oerwacbfnte SaU
bung, tote fte bamald in ber 9{dbe bet neu erricbteten fBntq mirffit
mar. Naruszeivicz a. a. O. , mit biefer Benennung unbefannt, b^lt
ben 9(amen Probet! f&r €SIat)ifd^ unb jurammenb^ngenb mit best Sottr
grodkanii ober d^rodami, toM^ (Sorten bebeutet; er meint au^, baf
bie eiaoen bie Surg fcbon frA^ erbaut unb bie 9)reuffen fid^ tbrer svr
Serwa^rung ibrer €^(bi|e nur bemdcbtidt bitten. 2(ber too ^t)eo bk
SBeweife fSr folcbe SSebauptungen? IBer ffnb bie 6(at>en, hit bie Sur^i
erbaut baben Tollen? C^twa bie 9)olen? Sßenn 9larur$ewtc3 obne bicfe
TCnnabme bie ^ercbwinbigfeit M ^Cufbaue« ber »urg Tonfl unbeoreifüt
llnbet/ fo (inben wir ed no(b unbegreifliiber, wie 9larufaemicg oon bie«
Ter (Seftbioinbigfeit irgenb tt»Ci^ weif; feine Altere ClueOe enodbat ibcrr
unb im Sttfammenbange ber (Sreign'fle liegt ffe m<bt im minbeflen.
1) Boguphal p. 27: Tempore autcm, qi|o in terris Bohemo-
nun et Australium Rex Boleslaus intraret, eonim terrae bostiliter
derastando Pmtheni et aliae nationes paganicae, de reditu Boleslai
diibitantcs, Pomeraniam faostilitcr inradnnt.
Jtrieg fi9o(e#Ui}d N. gegen ^i^^ufrem 321
oor aOem aber in ter jugmbUc^ (Seele ben @kbanfen
n%enb, bap er aQe feine fBorfa|)ren auf bem Sl^rone $o^
knd an 9Rad}t unb ®r6fe ubertrefen miifjfe/ fonnte eS
ni^^t ertragen, bap ba6 9{a(|^bart)o(f/ weI4)eS unter feinem
Bater ft(|^ fo rulS)ig t>erlEialten , nun unter feiner •^errfd^.aft
baS 9tet4) xtaX ^lunberung unb S3erl[)eerung ferner(iin l()eim<
fu((^e. @d(ineQ loermittelte er Snebe mit ben ®&()men;
bann fe^rte er eiligft nad(i $olen jurfidF/ fammelte raf4» ein
flarfe^ «^eer t)on allerlei SSolt unb {og l^eran, um vor al«
km bie &3urg ©rauben} )u erflärmen. @r fanb ben Seinb
fd^on auf neuen 9)lunberungen va Sommern/ n^arf il^n yiXi
tui bid an bie iDffa unb rätfte bann ^exan, um bie S3urg
angugreifen. XQein ber ^reuffen 3;a)>ferfeit in ber SSer^;
t^ibigttng/ bie Unerfa|frenbeit ber $olen in ber ^Belagerung
unb bie Sejfigfeit unb gunjiige Sage ber SBurg t)ereitelten
aOe SSerfuc^e beS J:5nige6. Znd) i)atU SRangel an Staub
unb Seben$mitteln in ber 92d|ie ber großen Sßilbnifi ben
9lut^ feines ^rieg&tooKeS fo gef4)n>ädi)t, baf er bie fernere
Selageruitg aufgeben mn^tc, l!)ofenb/ ben beutegierigen unb
raubfucbtigen 9>reuffen balb mit grißerem @Iu(fe in offener
Selbf4)la(!&t ju begegnen.
«gieburd^ nun ermut^igt wagten bie $reuffen abermate
einen @infaU in Sommern / gen^annen einen gro§en Z^ül
be^ SanbeS unb bewogen bie S3en>obner ju einer SSerbin^
bung mit ibnen unb ju einem Eingriffe auf 9)oIen. 2>a
nun in foICber SBeife burc() bie Dreuffen aucb 9>ommem
i>om SReid^e »ieber abtrünnig geworben, war ber 3om be*
itiniged boppeit gereijt. (Sc^neU ein neueS «^eer fammelnb
bracb S3ole§(ato in $)ommern ein, ti)Mi um biefeS wieber
ium ©eborfam gu bringen, tbettö aucb um bie ^reuffen/.
febalb {te ben Sommern jtt <£>älfe eilen würben, in offener
6(bla<!bt anzugreifen. jDurcb Aunbfcbafter unterri^tet, baf
{tcb ein fatUi «^eer t)on ^reuffen am Ufer ber £)ffa gum
6(bu6e ber ^urg ©rauben} gelagert b<)be, }og er b^rbei,
et f^neQ ju * überfaQen. allein ber fiarf angefcbwoDene
iUx% binberte ben Uebergang. S>a warf ^ ber it6n{g,
L 21
523 Jtrteg fBoU^fai»! II. gegen 9renffen.
getüflet wie ev toar^ W^n in bte reifenben ®en^ffer; fein
<^eet folgte il)m naäf; hie Sc^merbewaffheten gingen in
ben SSeUen unter; au^ btele t>on ben übrigen <^eer(aufen
ertranfen. ®ie Sc^aar ber ©eretteten aber, ber Wl^nc üh^
nig an it)rer ©^>(6e, griff unt^ermut^ct bie f)reu ffen an. JDet
fd^nede Xnflurm beS $etnbe6 (ie$ biefen faum Seit übrig,
i^re @treit]()aufen ju orbnen, unb in offener Selbri^tac^t
nodf toeniger geübt, M im Jtam^fe burcb wed^felnbe SMt
unb Angriff aud bem «^interl^ialte unb aM i^ren SBilbern;
erlitten fte eine fo fc^redlidE^e 9lteberlage/ baf nur wenige
{tdE^ retten fonnten, ber X6nig ba6 wel^rlofe Sanb weit unb
breit äberjog,. )um ®el!)orfam gwang unb jum Sribut m--
p^id^UU. ®erne mod)U 3StMla\> be< Seinbe« ®(^re((en
|u weiteren Eroberungen benu^en; ba aber fein J(rieg§^er
fd^on ins fiebente 3a^r in ben 9la4^barMnbem ^olcnS in
unauf^&rlidi^en Kriegen ermubet unb burc^ ben SSertuji in
ben ®en)^ffem ber iDffa bebeutenb gefc^widi^t worben »or,
fo Derlangten bie S3efel[)tö^aber nac^ ber «^etmfe^r unb ber
Jt6nig sog nad) f>oIen jurätf. Sg erfolgten übrigens biefe
«reigniffe im 3a^re 1064 ").
1) ^i ift ^54fl r^mieng, fafl unmbQlid), über Hefe ^tgnifTe qm
1n< Jtlare jn lommen. €^e(bß bte älttften SlutUtn ber ^olntf^en 9tf
fäfi^U — unb btefe jinb lerter bier ganj aOetn unfere gÄbr« — ftnb
In ibrer «DarfteSung oon etnanbec eben To oerf^ieben, aXi fte fi(b tu 4<
ret ttnmtfrenb<tt Ober bte ndberen -(Berb^tntffe ber 9taäif>avtbfXet , m
In ber ©efi^u^te ftbecbaupt etnanber «dUtg glet4 .ftnb. Marän. Gal-
§us p. 71 n>eif nt(btd tjon ben «orbergegangenen (SinfdtCen ber yreitf*
Jen in ^olen, becdbrt aber bte fni(b tfofe IBeCagerung i>on ©robetf, in*
bem er fagt: Cum in principio sui regiminis et Polonb et Pome-
ranis iinperaret, eorumque multitudinem ad castnim Grodeck ob-
Jidendum innamerabilem congre^ret, sum contumaciae ne^Iigca-
tia, non solum cactrum non habuit, ventm €tiatn Bohemomm in-
•idias TIS evatit, ac Pomeraaorum dominium sie amisit. €^ WA*
ren atfo na^ U^m ^broniflen au&i Sommern bei ber Setogfcnnfl
OrobidM in Boledlav« ^ttt unb Dteffeid^t »ar bieref ber @runb ^r
Seinbreftgf' tten ber ^re^iffen gegen |>omniem. SSBae foffen aber bie
Abrlgen Sporte be< clbroniffen fagen? 9t eroberte bie Ourg ni(bt «»**
9rettffeii0 Seretngelung 4m Jtttege mit 9o(en. 92S
3n folget Seife mar ber me^Hcle S^i( ^reuffetit
abermaK bem Ainigretd^e Voten )U Srtbtttgefc^enfen bet«
conlumaciae negligentia? Der C^onifl ft^t fttillä^ ben A^ntg all
rinen SXann an, y,quem quedam vel ambicionis rel vanitatis supef-
Anitas agitavit; aber lag Sterin hai ^ifiinQtn ber Eroberungen? Unb
bann Bohemorum insidiäs vix evasit? 9Bad t^un bfe SSö^men l^ier?
Ober trftumt ber (ff^ronifl (ter noc^ oom IB6bmen>^rieg unb miS er
»OD 9rettf|^n ffatt t>on B6(nien fpred^en? ^Der ^(frontfl Kadludeck
L IL ep. 19. p. 167. ed. Gedan. p. 15 meip 9on ber IBelagerung
Orobecfd oieber gar ni^H, fptid^t nur oon ben Sidubereien ber 9omt
mern, o^ne, fo loentg ald fD^artin (SaUui, ber l'reuffen ju erm^^nen.
Sic biefer nennt and) er ben ffluf nld)t, an welkem er bte ^ä^la^t ge<
f((e(en täfi, 6onfl fHmmt er in ber ^auptfad)e mit bef anbtm OueOen
fiberdn. Vm »M^tigilen ift ()fer o^e Sweifel Boguphal p. 27, ber,
oa^bem er ben (StnfaH ber ^^ceuffen nnb anberer ^ibnifcteii IB6lfcr in
yommem erjA^It ^t, alfo fortfä()ct: Quod cum ad noticiam Boles-
lai penrenisset, Bohemorum et Australium impugnatione obmissa
ad propria convolat et bestes (affo bte ^redffen) in Pomerania
reperiens invadit; quos fugientes in Sarum fluvium insecutuS|
ibique non pauci de suis , non ab bostibus , sed aimorum pondere
pressi in profund um demerguntur. Ob boc Polonl in antea plenis
armis noiebant; (biefe ^ttVit ifl oerborben unb mufi oa^ Kadlu^
heck p. 15 tra0rf(6cinlt4 ()cipen: Ob boc Poloni ut antea plenis ar-
mis uti noiebant). Bostibus itaque sie fugatis, 'eorundem bostium
et alionim dominia decreverat impugnare; sed quia septimus annus
ab esitu sui ad prelia jara finero dabat, in quibus Septem annis
tarn ipse, quam proceres Regni illins Polonie oxores et pueros non
viderant — ad propria sunt reversi. IBogup^I fprid^t Olfo beutfi((
MD ben yreulfen. 2Cber au4 feine (Srüd^ung ift verwirrt. 83o bleibt
bei t(|ji bie Belagerung oon (Srobetf? Sßeld^n Stuf meint et. unter
bem Sanis? liefen 9{amen ^t Weber m gfiuf in 9^ommem, nod^ in
f>te&ffen. SieHetc^t'iß ber 9tame (bei bem obne^in fo fe^r oerborbenen
Zcrte be« 0ogU))fKiI) nur oerfiftmmelt ^att Ossa, benn ben Sarut in
kr ftafTorge ^u finti^n/ mie NarusMentfiejt T. U. p. 460 min, ift oict
in gewagt unb paft nic^ in Mifffd^t ber tege. 3Ctt4 bie Chron. Prin-
dp. Polon. ap. Sommersberg T. L p. 23 ^t hd i(frtt Uebereim
Kmmang mit ben enodbnten dueOen fein weiterei £i<^ Unter ben
\9itatti \ft 3u wrgtei^en Dlugöss. T. I. p. 255, ber bad 3a$r 1064
BCRttti Cromer p. ,81. Mecho«P p. 43.' (uca< X)a«ib S3. I. 6.
159 (dft fl^ an bief^ fpdtfren f>oIen. Gtmon Grünau Tr. IL c
^•1-5 nennt bie fBddjfü fiatt ber Dffä.
21*
$24 9(eu(fen^ Sereinielung im Kriege mit 9ottn.
pfitddtet; ber ifilt^^e bagegen unb bet n6YbIi^e, bte (einen
Sb^tl am Kriege genommen/ blieben ofenbar frei.)>on bte*
fer Sajl. Ueberl!)aupt ffnben fidS^ wenig @))uren toon einer
engen XSerbinbung ber Sanbfc^aften unter einanber, dU((
felbji jur Seit (riegerifcbet ©efabren nicbt; fe^ eS, baf bte
fo b&c^fi burfttgen gefcbicl^tlicben Quellen über biefe äeii;
o^nebief audf oUe nur im feinblic^en Xutlonbe fliefenb/
t^iel SU tvenig auf $reu{fen$ innere SBef^af enl^eit unb Set^
fajTung a6)UUn, um uni in biefer IBeiiel()ung beffer bele^
ten ju (innen/ ober fep eS auc^, baf mir((i4^ eine engete
jBerbinbung unb ©emeinfcbaft ber einjelnen 8anbf((Ktftett
gar nic^t @|itt fanb. S>{efeS Untere ifl aUerbingS M
IBa^rfd^einficI^ere. <Sine bunbeöm^^ige . Sereintgung ber
Sanbeetl!)eile / über welcbe bie etnjelnen 9let(ö oin%ix^t(i
geboten, f(^etnt in ber Serfaffung M Sanbed äberl^oupt in
(einer 3Crt begränbet gemefen ju fepn; benn nac^bem bie
fräb^r beftanbene unb in ber gefc^i4^tli<^€n @age vom ge»
meinfamen SSBibewub unb bem gemeinfam^n ®riwe ange<
beutete Sinbeit unb SSerbinbung beS gefammten Sotfrt
burcl^ bie SanbeMbeilung jerfaOen mar, fc^eint (ein auf tr*
^enb eine SEBeife t)erbinbenbeS SSer^iitnif an beren QttUt
getreten )u fe^n. X>k Sürfien, mie bU S3&l(er ber üer^
fc^iebenen Sanbf^Ktften fianben t)erein2e(t fär fic^ ba, jebei
auf eigene ®efaJ()r fär feine SSetir unb @ic^crl[^ett beforgt.
^ie unb ba mocbte too^l bie geneigte @eftnnung unb
Sfreunbfc^aft ber S3oI(6s«^2upter ober auc^ bie nacbbarlidfte
Buneigung ber Saubfcfiaften bei bringenbcr Slotf) unb ®c<
falE^r \>on aufen ju gegenfeitigcr «^ülfeDerbinbung 3(nldf
geben^ unb fo fc^^einen aUerbingS andf bie Kriege mit ben
Königen t>on |)olen eine ^Bereinigung einiger fübmefUi^lcn
Sanbfdi^aften iumiUn btxoixtt ju l^aben ; aOein eS blieb bie^
fe$ U)a^rf(^einli(!(^ immer nur @ac^e ber einzelnen ^rßen
unb t^red SSiQenS ober äußerer fiSebr^ngnig. Slirgenbj
l^ren mir in biefen Ariegen ben 92amen eined aDgemeinen
itrtegfiü^rete, ber an ber &pHjß be^ Jtrieg<^ere^ M ff*
fammten SoKed bie oberjte Leitung beft itam|>feS 4^r ^
9(earffn^ Screin^etung im Jtriege mit ^oitn. 525
iefyAt ^&ttt; nie tritt ein £)berl^upt ^en>or, welches bett
Jtrteg bef^^Iie^et obev im 9lamen ZUex bem Sieger bie
Srieben&bebingungen t>erbärset; benn xoai eine fyitere trabe
unb ungefauberte £lue&e ^ t>on einem (Stngreifen beS iDber«
pxiefteH ®xxm in biefe (Sreigniffe t>orerjäbIt, ba8 jinb
jtcbtbare (Srbicbtungen/ bie feine S3ed(btung t>erbienen. @o
f^einen bemna^ biefe6 aQed nur St&mpU mit ben JBen^ob«
nem einzelner Sanbfcbaften gewefen ju fe^n, bte {!egenb aU '
ien ®en>inn, beftegt aOe Saflen tovgen. SBieOeicbt alfo mag <
^ au(^ ber Xrieg xaxt fi3ole6(at> bem ^ubnen nicbt t>{el
weiter, M über ^omefanien unb baS junj^^fHiegenbe 9>os
gefanien erfhedt b^^ben %
@o lange biefer friegerifc^e Särfi lebte unb in ben
Jtampferi xaxt ben S36bnien unb Stuften bad ®lä(f feinen
SBafen unaufbaltfam nacbgmg / n^b^ten bie IBen>obner \u
ner Sanbfc^aften burdj^ 2>arbringung ber gen>ibnli(|^en Sri^
btitgefcbenfe bei ben $oIen gerne bie SReinung bom un»
tertbanigen ©eborfam. iBei 93o(eSlaii>ö friegdfiärmifcbem
Seifte tofirbe ber Serfuc^ )ur ^Befreiung t>on biefer Soft
ebne 3n>eifel nur febr fcbwer unb ber Srfolg beS aSiflin«
genS getotfl nur nocb ungbicb brädenber geworben fei^tu
X(8 aber biefer %üx^, eben ^rft )um Ainige geft&nt/ i9on
Ȇber Segler unb Seibenfcbaft getrieben unb i9on 3om
unb Slacbwutl^ bingeriffen, ben i^m mit Strafen be5 «g^inu
me(5 brobenben IBifcbof StaniMauS t>on Jtrafau an %tilU
ger ^tatXz mit eigener «^anb ermorbete, unb ber IBanus
i?ru(b bei ^opfle« ©regoriuS beS Siebenten ibm baS 9lei(|^
ttnb x>ai Seben raubte ^), unb nun, um'i Sabr 1079, fein
Sruber SBlabiSlaio «^errmann bie «^rrfd^aft iiUxxtioaim $ bü
1) Gtmon Grünau an webrrn Crten.
2) jDiefed r<b<int att(b Boguphal ansubetiten / nwnn er oon 8ok
IrtUlo fagt: Eommdem hostium et aliorwn dominia decreverai
impugnare.
3) ViU s. Stanislai {^tt, bed ^e^i. 2Cr(bi««) Mariin. Goibu p.
7^ Kadlubeck L. II. ep. 21. p. 176. Chroo. Princip. Polon. ap.
Sommers^rg T. I. p. 23. ^' '
$26 Artrj0}ug ber )D4nen gegen €atn(anb.
tMrftti mit ben 9luffen unb Dommetn, bte t>on So(e$la(»
in glei((^ev SBeife behtedf^tet n>orben/ andf bte 9)teufren fe(bß
ben . Gemein einer JBeio^ung von fiöf ab / inbem {te bte
SributCeifiung t>en9etgerten ^). ^
9Rttt(enoetIe M^en au(b bte n6rbli(ben Sanbf^Hiftcn
|)¥euffen& nicbt immer frieblicbe Seiten gefebem SBor aOem
(ag ba9 burcb feinen «g^anbettbetrieb rei(bere @amlanb av4
ie|t no4^ ben raubfücbtigen 2Cbenteuerem ber norbifcben
9iei(be t)iel iu bequem fiir tbte ätoede unb bie gewonnene
fl3eute mar i9tel ju locfenb, aß baf ed nicbt immer xoitber
i9on tbnen t^tU beimgefu^t »erben foOcn. ®emtf mag
foIcbeS no(b totit 6fter gefcbeben fepn, aU bte b&ifttgen unb
(&(fenbaften flueOen bat)on (Snoibnung tbun« Xucb v%i
nodb waren bie ©ebiete i9on Slaoien, ^reuffen/ @amlanb
unt Sftblanb felbfl f&r Jtinig«f&bne gerne befucbte JtriegS^
pülie für ritterliche «^elbentbaten , für 9lubm unb Sianj,
fir Seute unb ®Minn , wie Aberbauyt für bie Ttuttebnng
iugenblicber Xxaft unb jugenbli(ben SRutbed. HuvSf fobben
&bbegeifi getrieben/ um nicbt in fcblaffer 9lube unb ru^m^
lofer 9ht$e bte Sugenbiabre )u t>ergeuben, iammtUt in bem
leiten Ctertel be^ elften 3abrbunbertd ber tapfere lannt,
€obn M ritterlicben itinigS ® ueno Sfliritfon t>on 2)2--
nemarf unb JBruber be$ it6nigS «g^aralb beS 2>ritten, eine
friegtbtflige @dE^aar unb )og mit ibr auf Staubfabrten in
1) Martin. Galius p. 80 fpric^t nur vom IChfaVU ber ^^mtutn
ttnb oont Jtnege XßIaM<lat)< QCQen btefe ; eben fo exm&inen au^ -K^
iubeck L. II. ep. 23. p. 188 , BogupJial p. 29 unb bie Cbron. Rio-
cip. Polon. p. 24 nur ber yommetn in btcfer i^jie^ung unb friner
ber t)reuf|en. Vüein ungea^tet bieM e4»eigeiid ber ittvren yobit»
f(bett dueOen bürfen toir bo(b annef^men, baf aucb bie 9)rettf|ett blift
9elegenbett ni^t unbenuftt eelaflen babcn mögen/ bie Srtbiit0(f<tenfe
itt oermeigern, benn oon tbwa eigentlichen %\>\a\U, mt bei ben Vom«
mern« fonnten bie Oueden in dtdcfft^t ber 9renflen auib ni^t wVi
fpre<ben. 8on ber Sermeigerung be« Srtbutt ber 9)rettffen icngea a«4
Ipdtere fimeOen/ M JDiugoss T. I. p. 317. MechotiP p. 54. O»-
mer p. 94. .J^aptpipg yommeranitt (B. L 6. 66. 8n€a.4 l^ütih
j
JtUed^ftttd bft £)Snen 9<sen GamCanb. 5:27
Die tmiintm Sanbet; benn immer noc^ fyittt btx Slorbiit
9llenf4^n in UebevjadI/ bie ^ä) gerne f&r foldl)e UnterneJ^*
mnngen gewinnen liefen ober fetbft aud^ bun^ ÜRanget unb
9lot^ geiwungen U)urben, ben (leimifdS^en fiSoben ju oer»
hjlen^). ^anutö iRamen aber ))erl^rrli(l^ten Jdl^on in fei:r
aer 3ngenb manche iti @am(anb tmb Sß^ianb errungene
Siege unb um fein S3ater(anb erwarb er fi^ neue S3ers
bimfe burd!^ Sertilgung ber ®eerduber ^ S^H^aren auf ben
ojifeeif^^en ®en)afrem '').
@^ f4^eint aber, bafi £anut biefen AriegSjug in bie
OpiJnber mz^x im 3Cuftrage feinet S3ater9 @ueuD d^U
fon unternal^m/ oieUeicI^t audl^ um baS t)ermeinte Siecht ber
£rone £<inemarf$ auf @amlanb$ S3efi6 bur(|i ben @di^re«
den feiner SSaffen aufrecht ju erl^^alten; benn f(|)n)erlt(|^
migen bie Saml^nbifc^en 2>^nen biefed Stecht auf bag
buni^ il^re Sayferfeit gesponnene unb mit i^rem S3Iute be«
)a(Ue Sanb )e anerlannt l^aben. 3CIö nun ^nut im Sal^rt
1080 aM ®4in)eben l^erbeigerufen ben ^E^ron 2>^nemar(ft
fctift bef{ieg/ befcf^Iof er einen neuen £rieg6)ug in bie Hn*
ber, bie er fcf^on in feiner 3ugenb tennen gelernt, bo4^
1) @. bei DepfAng T. II. p. 267 bfe gffammelten »,t^moignages
des historiens au sujet de Fexpatriation de la jeunesse du nord.
2) Saxo GrammaL p. 211 — 212 rc}fii%\X\ Veniam nunc ad
Canutum «^uenonis filium, qui propitiae fortuuae beneficio summia
ttaturae dotibus cumulatus, ma^o cum indolis experimento aeta-
tem animo praecucurrit Quippe contracta juventute, myoparo-
nnm piratica monstra perdomuit, Sembicis aique Esthonicis il-
lutrein trophaeis adolescentiam egit, novüque virium gradibus pa-
terni roboris fundamenta transcendit Quae Tictoria futurum eiut
dominium ominata est 3n Ghejsmeri Comp. ap. Langeheck T.
IL p. 357 (^tft eö: Kanutus, filiu« Hegis (Suenonis) statim in ipsa
adolescentia mix^ probitate pollebat. Nolens autem inercia et de-
ndia gravari, sicut frater suus Haraidus, coUectis sociis, de Sem*
hia ei Estonia tropbaea sollempnia reportabat, atque pro tuenda
patiia jugiter circulbat piratasque consumebat, adeo ut eum regni
dominam futurum nuUus dubilaret. — Peiri Olai Excerpta ap.
Langebeck T. II« p. 209 ; cf. p. 158.
328 ^anbe(6t>ei:(e^r ititC ^vtu^U^-
Vit ni6)t wie bamaü intö) S^u^mbegter unb iugenbti^K
Sel[)Mujl getrieben/ fonbern t)on bem ®ebanfen geleitet,
bie 6ll(t(i^en iinbtx burc^ ^Cnpflanjung beS @t>angeliumt
für bie Airc^e ju Qminnen, mie er benn aud) in feinem
eigenen fRdd)^ ben ö^n\tlxä)tn @lauben mit allem Sifer
t^erbreitete unb ftdS^ iuxd) feine Serbienite um bie SUxi^t
ben fiSeinamen beS «^eiligen ern>arb ^). @r begann fein
SBerf in Samlanb, gog bann au^ nai) Aurlanb nnb<Sfl^
lanb; aQein e6 ijl unS ni^t t)erg6nnt gewefen, aber ben
(Stfoig feiner 93emäbungen genauer unterrichtet gu werben,
benn eS wirb und nur ergäbet, ,/er ^abt in feinem Segim
nen nic^t eber nacbgelaffen^ ald bis er bie Sieidi^e ber @am$
linber/ ber Jturldnber unb @f(bl^nber t)on ®runb aud get»
1i6rt gebabt^)/' 9{ic^t minber bunlel bleibt und aucb al<
leS über ba6 SSerb^Itnifi/ in n>e((|^em bie ermahnten iivlbtt
naä) biefem Jtrieg6guge beö Jt6nige8 Aanut gum SD^nifcM
Sleicbe geltanben b^^ben mbgen; \>o6) febeint ei, ba$ eS bai
alte geblieben, bafi alfo aucb bie Saml^nber, na^bem ber
iDilbe Xriegdjlurm DorAber mar, fortbin nod^ eben fo frei
unb unabhängig ftcb felbfl regiert bitten.
®e})en mir aber t>on biefem @turme friegerifcf^er Um
gemitter einen 3CugenbIi(f binmeg auf bed SanbeS frieb?
licbeö 8eben, fo fcbeint burcb jene blutigen Ariegdguge bie
<&anbeUt>erbinbung unb ber SSerfebr ber @am(änber mit
ben mefUid^en @tat>ensejnbern nacb Sulin, mit ®dfMw\i
1) Chron. Erici Regis ap. Langebeck T. I. p. 160. Saxo
p. 221.
2) Stixo GreunmaL p. 214: Canatus fratemis suffragiis in re^
ni fastigiam revocatua, Orientale beUum, quod in adolescentia or-
•osy in exilio anspicatus fuerat, accepto solio, potius amplificandae
reUgionisy qnam explendae cupiditatis gratia totis Tiribus ionoTan-
dnm curabat, cnm increraenlis fortunae etiam daritatis augmentam
apprebendere cupiens. Nee ante manom ab incoepto retrazit, qnan
Curonum, Sembonumque ac Estbonum funditus regna delestet
ICe^ttKcbel in Peiri Oia» Ezcerpt. ap. JLangebeck T. II. p. 209. Gheyt-
meri Comp. ibid. p. 358. 0gl. fk^M%\% ^^^ifit MnlMnenoif
■ .^anbeCdoerte^r mit 9^tu\\tn. 529
na^ «^ebabp/ mit ^^toiben naH) SBtrta unb onbern U^
beutenben ^anMiotttn mejflic^er Sanber nic^t tveiter ge« .
fkhxt iDorben ju fepn, benn gerabe in btefer Bett bewegte
^^ auf ben ®en)2{fern be$ S3attif4)en f^^eetee ein du^erfi
teged Seben im «^anbel unb SSer!e()r. 9lamentlt^ aber
giebt und ein äeitgenofTe, ber berul^mte X)om^err %tam
t>on Sternen / bie yiad)ti(i)t, ba$ aud) mit @amlanbd SCin
Sengebiet bie •g>anbe(6gemeinf4)aft in U\)x lebenbiger Xf)as
tigteit gefianben/ bie SEaufc^waaren ber @amlänber befon«
berS %oö) gefc^ä^t gemefen unb «^anbetöfc^^iffe au§ <Baxnä
lanb in aDen befu4)tepen *^äfen ber £>fifee gefeli)en morben
fepen '). UebrigenS ober bej}at\ti( and) nod) um biefe 3eit
btefer ^anbel mit ^reuffen ein}tg unb allein im Umtaufc^e;
er loar alfo reinet Zau^^f^anM, benn ®o(b unb @ilber
in ^lunje unb M ^Rittet be$ gegenfeitigen 9Serfe|)red jtanb
bei ben ^reuffen in feinem 3Bert(^e ^). £)ed (entern be«
bleuten ffe fid) au4i ie^t no^) nur )um @c^mutfe in ftiber«
nen @)>angen ober fingen. @omit erlebigt fid) and) bie
oft getraue. S^age: ob bie ^reuffen in i^rer l^eibnifc^en
Seit n)ot)l fc^on eigene^ ©elb Qt^aht ? . wenn fte ni((^t
audf fc^on babur(^ bemeint würbe, bafi unter ben «Runter«
ten in Xobtenurnen aufgefunbener 9I6mifc|^er äRunjen nodf
|ur Bett feine einzige alt))reuffif(^e angetrofen worben ifi
jDtefeS wenige aber au^nommen, wad und %t>axn i9on
Sternen, t^teUeid^t im^ ^au^ute baruber unterrid^^tet,
ober burc^ ben jD(inifc^en ^6nig @ueno im ®ef))rd(^e be^;
l)'lDarüber ffnb fräßet bie IBek&eife geseben. $Ba(. noc() Annalista
Saxo p. 339.
^ yyAunim argentumque pro minimo ducunt^' \Ci^t Adtxm. Bre^
; mens, oon ben |)reuffen. SDiefer eittenjud muf te bem jDom^etrn mit
I am meiften aufgefallen fepn; bodj) erwd^^nt er de situ Dan. c 229 et«
MM« 2Cc(^i(icl^ed au4 i^on ben C^^meben/ wenn er fagt: Omnia instru-
menta Tanae gloriae, hoc est, aurum, argentum, sonipedes regios,
! pclles castorum et martunim, quae nos admtratione sui dementes
fadunt» illi pro nihilo ducunt. SOtan {fe^t, bie Semerfung ifl ni(^t
0^ beifftfltgen IBticf auf bie Qlinfa^^tt b^r SB5tfer, unb nit^t o^e
Sobet gegen bie 4>ntttfrtt(it iener Seit gefcl^rteben.
550 Acieg ffitobieiat)^ «f^eccmann gegen Komment.
le^tt 0/ ^ont «&anbe( btx Dreuffen unb einigen äugen i^ier
ftttltcften 93i(bung l|^interbrac()t (lat/ crfafiren mir auö bie<
fen Sa^t^unberten fa(l gat ni4)td über bed Solfed tnnecc6
Seben/ über feine S3er()ä(tniffe im QtaaU, über fein b^u<s
lic^eö SSefen unb SBtrten^ über feine @itten unb iitiu^
ober n)obur(i() fonft ber 3Stenfd) in ber ®ef(^i(|)te beacl^tungfc
mxti ^ert)ortrttt. @o liegen biefe Sa^rl^unberte bei ber
2)iirre unb Zvodenfjüt ber 6broniflen in ber Seftbict^te ba
. wie eine leere unb {ItUe äBufle, bie xvix burdt^nxinbern mifs
fen^ jufrieben/ ba^ bie Kriege mit ben 3laiibat^hlhm
und ^ie unb ba noc^ bie SRerfseid^en geben, baf bad alte
SSoIt ben alten S3oben w^ bewohnte, benn aucb btefe
Jtriege (leKten bie itenntni^ be$ SSolted an ber Jtöfle ber
£)(lfee ni4)t befonberd t)iet auf; Aber ba< innere Seben
im ianU laffen {te taum ^ie unt ba einen fc^toacf^en
fblid )u.
!Oce itriege mit $olen aber bauerten anöf nix^ in
ber nacl^fo(genben ätit in gleicher SBeife fort; bo(^ fc^tnt
ber mui itönig ^on $oIen SßlabiMab «^errmann bie ^reuf«
fen mel^r nur aI6 SSerbönbete ber abgefallenen f)ommeni
unb in beren ^riegd^eeren, aii in unmittelbaren Xngrtffim
beläm^ft ju ^aben. £)enn nur in Sommern l^tte ei ber
iftbnig gemagt/ }ur 93eioc()ung unb t)60igen fl3e}^|^mung
be< SSoKeö frembe «^auptleute unb 3B>e einjufe^en '), bie
burd^ gebieterifc^en ©tot)/ l^errifcben 2)ru(f unb b^rte iSxs
it)refTungen bad Derjweifelte SSoK jur @m))irung reijten unh
ed ben)ogen, bie nac^barlidiien dreuffen, melcbe, t>on gteid^em
^affe getrieben/ aucf) ©leicbeö }u befiircbten Ratten, ium
SSeiflanbe aufzurufen. TM baber ber fonfl gutmut^ige unb
1) jDo(I 2Cbam oon IBcemen oom jDdntf^en Mni^t €Sueiio, bcc
er oft übtt hii ©efd^id^ten ber 8&nbe( unb fßbltn befragte , vitM m
f\Xi)t , fagt er felbft: — Narravit nobis tWu. rnemorandus Res Dano-
runriy qui omnes BaFbarorum res gcstas ac si scriptae esscnt» in
memoria tenuit. Annalista Saxo p. 283. 337.
2) Mariin. GaUus p. 80: Suos vasaldiones et comites in locb
principalioribus et municioribus ordinavit.
Amg SBlabid(Qi»6 ^ermann gegen ^ommecR. 35t
faitfte , aber burdE) ben XbfaD ber $B&Iter fc^iver gereifte
A&ntg ffi(abtdlat) «^etnnann im ® ommer beS 3al^re6 109 1
in Dommem einbracl^, um bte @m))6rer )U jucibtigen unb
»on neuem ju be)0(|)en, flanben aud^ S^i^cufltfc^e «^älf^^au^
fen mit va bem «^eere fetneö Seinbed '). Unb in biefem
«^eere warb in bem blutigen ^am^fe unfern oon 9lafel
bei bem fejien IXa^e Staciaf) am Sage "o^n Üßaria'd «^im«
melfa^rt — am I5ten 2(ugufl — <kyxd^ bte @(i()aar ber
|>reuffen mit ben 9)ommern t>om Einige fo entf^^ieben ge^
{plagen/ ba^ baö SSoIf, burd!) ber ^iefaUenen groj^e 3a|^I
gef((^m24^t unb am ferneren ©lucfe in ben SSBaffen oerjmei*
felnb/ ben ^o(en mieberum ®e(^orfam unb @rgebent^it
gelobte ").
Xber feiten mod^^t ba6 ^rieg$g(äd ben @ieger magig
ttob^bebact^tfam. (So waren auc^ bie SRittet, bercn 9Bla$
biila« «^errmann {t4) bebiente^ ba$ bezwungene 83o(f ^om^
memd in ^yxisii unb Saum ju j^alten, in (einer äBeife ge:s
eignet ben JBefiegten ben ^©eborfam ertr(igti4^ ju machen.
ZlgU<J(^ erinnerten gebrochene Sanbe^burgen an bie Seiten
alter ^ttW^xi, ^w erbaute ämingfeflen an bie neuen S>efs
1) Kadlubeck L. II. ep. 23. p. 185. 188. Boguphal, p. 29.
2) Pomerani cum barbaris Pruthenicis juncti; Dlugoss T. I.
p. 317.
3) ^ie diteren |)a{nif4en C^^roniflen betca(bten biefen Jtrieg nur
016 einen 5(rteg mit ben Sommern unb enodf^nen baftcr aocb 6ter ber
nur M •ßöiföoolf baran Zf^til ne^mcnben ^reuffen nic^t brronbecd.
XW Cetbünbfte werben bfffe genannt »on Dlugoss T. I. p. 317 —
318, tOO e6 beiPt: Hac pugna Pomerani et Prutbeitifracti ad ob;-
dientiani rerersi, se suaqite omnia WJadisiao Duci tradunt, veniam
cerlatira deprecantur; Cromer p. 94. Mechow p. 54 — 55. StaXiß
|o» 0. I. e. 66. eucad jDaotb $B. I. @. 162. — @tne rpecteOe
Sef^cftbung btefer |)ommertr(ben Stxxt^t fann \j,xtx Idnrr ermatten;
man flnbct fiein JCannegteferd ®er(bt(bte oon |)ommern 93. I. ®.
331 , wo sugleicb auib (Sr^rterungen über ben ^äfia^toxt dtactaf) ge»
geben ftnb. ®en>t^ aber !ann babei an bte @egenb t>on d^beben im
tfnlnetfanbe in feinet fSeife gebaut werben; U nmr baber toobC tSsnß
Wf%, bleTc «&9potbere mitiutbeilen.
552 ftries S3labt«(at>6 «^rrtnann gegen ^ommecn,
Utn, geforberte dehnten unb eingetriebene Steuern an M
liarte Sod^ unb an t>ie fne^ittfd^e (Srniebrigung^ übermi'
t^ic^t ®ebote unb ^errifd^er S>ru(f ber SS6gte unb «^au^t«
(eute an bie iammert)oOj}e @tlat)erei unb bte befohlene
£)uibung d()rt{l(idi)er ^rebtger an ben Untergang beS altm
®Iauben$ unb ber alten ®6tter ^).
£)iefe$ eingepreßte Seben aber , biefe^ @(enb ber S9e«
(nediitung unb biefen @c^tmpf beö aufgebrucften 3o(be>
fonnte ba6 .ä$D(( nid^t ertragen. ®dE)Dn im nSc^flen 3a(te
1092 ging burd^ bad ganje Sa'nb eine neue @mp6rung;
baö S3ot! trat n^ieberum unter bie SSaffen unb bie 9m\*
fen fc^Ioffen abermals ein «^ulfSbönbnifi mit ben Hemmern.
iDa jog eitigfi SB(abid(at) «^errmann mit einem Reinen,
aber wol&lgeübten Äriegö^eere hierbei, ef felbjl gegen 9ms
men l^in^ fein Se(b]^err Qc^ed) aber, 9>alattn toon Jtratau,
gegen ^reuffen mit get^eitten AriegS^aufen , um in fo(^
SSBeife bie SSerbinbung ber SB&lfer ju berl^inbern unb ben
Jtufrul^r im Äeime ju erflirfen*). 3Cber weber bie ?Pom«
mern, nodb t^ie ^reuffen, in i^ren SB^lbem unb SBilbniflen
terjiecft/ n>agten ft4) jum offenen Kampfe ^eroor, wÜ^ttvlt
baS AriegSüoIf ber ^olen im SBerlaufe ber eben eingetreten
nen f^aflenseit bie S^nber n»ett unb breit burcl^raubte unb
burd^)>lunberte. 2)a entfdiilof ft4^ SBtabiSlat), na4 Dolen
}uriidiufebren, aI6 i^m auf ber {)eimfebr bei S>riefen/ ba<
mald S)rien genannt, burci^ Aunbfc^after bie 9{a4^ri4t übet»
braci^t warb, bafi ein fhrfeS «^eer bon ?)ommern mit ?)rettf«
fen in SSerbinbung in f6)\uUcm 2(n)uge unb nur nocb fünf
9Rei(en Don feinem Sager entfernt fep. 2)ur(^ bie auSfunb*
fc^aftete geringe 3a^I ber ^olen ermutbigt n>ar btefe^ eilig
gefammelte «^eer bem f^einbe nac^ejogen, ifyxi tm lieber«
faOe bie gemad^^te iitSeute mieber ju entreifen. anfangt
1) Kadluheck L. fl. ep. 25. p. 188. Martin. GaUus p. 80.
Dlugoss. p. 318..^
2) 2Cu4 bier nur bte fpdteten iS^rontflen Dbi^oss, T. I. p. 321.
Croffier p. 94. MeOtow p. 55. Cbron. Princip. Poloo. p. 24w
imifelnb/ ob fein geringerer ^eerl^dufe ber n>eit m&c^ttgeren
&^üt Ut |)ommem unb 9)reufFen im ^am)>fe gewac|)fen
fepn toerbe/ befd^^lo^ äB(abid(at) enblicf^ benno^ ben 2(ngri{f.
€r gefc^ab- £)er ®trett n>ar iu^erft l^artnacfig unb bluHg;
man f^mpfte betber ®eiti mit größter Erbitterung/ bie
9ommem itm aUt^^ xoa^ ibnen m ber «^eimat l^eilrg unb
tvertb war. ^rub am SRorgen toax begonnen unb btd jum
3(benb ^n)anfte nod^ ber @ieg, a(S er bei anbrecbenber
SRacbt fid) ben SBafen ber $ommern )U)un>enben fcbien.
2>a ejrmannte ficb aber ber @trettbaufe ber $o(en no(^
einmal/ brang t)on neuem mit ÜRutb unb SSer^n^etfebing
in bie Sieiben beö SeinbeS ein unb bracbte ba$ ^eer ber
9ommem unb ^reuffen )ur %lviä)t, bodb obne eö gu bu
ftegen/ benn ber SSerluft ber $o(en mar fo bebeutenb unb
tbre Araft fo ermattet unb gebrod^eu/ baf fte ben Rieben«
ben Setnb nicbt )u verfolgen magten unb ftcb ber ©rdnge
9oIen6 eiligfl }umanbten ^). 3mar erfcbien SBIabidlab im
Saufe beö 3abre6 1092 nocb einmal in Sommern unb bie
^reuffen f!anben aucb je^t mieber treu an ber @eite ibrer
Serb&nbeten; allein e$ tarn }u feiner entfcbeibenben
Geblaßt; ba6 Sanb marb meit burd^)»Iunbert unb ba man
<nb(i(b iur Sroberung ber @runbfefte 9ta(e( fcbritt, mürbe
baS |)oInif(be ^eer Xag unb ißacbt t)om Seinbe fo genecft
unb ifter in fotc^e ®efabr unb 93ebr^ngnif gefegt/ baß e6
obne Srfofg nacb ^oten jurucfeilen mn^U ^).
S>U KhtUx aber maren biel 2U febr gereijt unb ber
$aß. gegen ben b^i^i^^begtertgen SRacbbar mar in aQen ®Cf
1) Martin. GalUis p. 80. Kadlubeck L. II. ep. 23. p. 188.
Boguphal p. 29. Chron. Princip. PoJoo. p. 24. jDer |)reuffen toicb
a«4 bier nur bei fpdteren CF^rontf^en ertudbnt; f. «orsftgtid^ !>/<#-
gats. T. I. p. 321 — 322. Naruszewicz T. III. p. 49 seq. crjd^lt
mcift oOeS na^ Dlugoss; woraus ya fc^en ift/ baf H aucb tn ^^^tn
Iffiiie befonberen/ nocb ttn^^ebtttceten SlueUen thtx, btere ^t\t mebc geben
nittf.
2) Martin. GaUus p. 8L Cfaron. Priocip. Polon. p. 24» Jtan>
^0» B. L €$. 66.
334 itritg fBtobiftai»^ «^ermratm gegen ^ontmetn.
m&t^ern Diel )U tief gewurzelt, att baf SBIabtttat» irgenb
@e^orfam gegen fein ®ebot ober anif nur 9Iul)e f&r fein
Steicf^ f)kt^ enoarten bdrfen^ n>enn er bte nirbltd^en 9la(^
barn nic^t v&Qtg beftegt unb it^d}tv&d^t mit ben JUtlen
feine« ^errfdbertbum« für immer gefeffelt b<^be, benn w^^r
fB6(fer ^reibeit ift immer um fo f4)werer }u erbrucfen, je
einfad()er bei ibnen noc^ aOfe SSer^^ftntfTe beS SebenS ftnb,
ie Uiö^Ux baS 2(ufgel6fete tvieber t>erbunben unb W ^^^
ger no(^ bie £)rbnung beS @taated burc^ Sturme beü Stxit>
ge« bei i^nen gefl6rt werben fann. — SJIöbiSfat) erfannte,
wie notbwenbig für ba§ (Sebeiben feineS 9tei(^eS bie Ibtt
}2^mung ber nadi^barlic^en SSoIfer fep unb brac^ im Xn«
fange beö @ommerö beö nid^fttn Sal^reS i093 mit (lufet^
fler Xnftrengung ber SttifU feineS Slei^i^ abermaU in
9)ommern ein. 3a^trei(ber ali je juoor.war biefedmal bie
ßa(|I feineS' «^eere$. Xber bie Vorgänge im t)or{gen 3a^
bei ber ©rinifefte 9}afel b<^tten ibm bie Srfa^rung gebradjit/
bafi ed gegen ein folc^ed Sotf nic^t fru4)te^ Seit unb*Jtraft
bur(i() {Betagerungen ber 93uvgen ju bergeuben. Qt burc^
SOjs baber mit Staub, IBranb unb S3er()eerung bad gonje
Sanb/ um burcb bie feigen Mittel ber |>Ii«nberung unb be<
Seuerd bed Solteö itraft ju fc^wdd^eu/ meb^e ba« 6<^»eTt
feine« ^eere« im gerect)ten Jtam)»fe nodi) nidS^t ^atte bre^^en
f6nnen. Unb in folc^er Zxt fte( er atx^, Sber bie SBeic^
fe( jiebenb/ in baS ®ebiet ber ^reujfen ein unb a\x6f (ter
mit fBranb unb SBem>u{!ung burdfiS Sanb l^inburcf^ loiU
tl^enb^ lief er eine grofe @cl^aar ©efangener unb gerauk
M Sieb als eitle fBeute mit ()inwegfu^ren ^). Siege unb
Jtriegdrubm batte SB(abidIat> nidl^t enungen; aber hmS
auc^ bem Stciuber unb bem SRorbbrenner gelingen fann:
ermatte bie S&nber bmd) feine JBer^erung mit fofa^m
Sammer unb Slenb überfüllt, ben SSBo()l|tanb ber SSötfer
in bem ^aa^t zerrüttet unb ba« frifc^ unb mut^ige Se«
1) Dlugoss, T. I. p. 324. Cromer p. 96; na4 ftnes Nar^
Mtewfcs T. IIL p. 48 -^ 49.
jttieg 93(abUta«f ^errmann flegin ^tuffm., 535
ben ^nrit feine ®riuel fo bamiebergetreten ^ bafi bie fßtxs
{loetfetten burd> ©efanbten fär ®e()orfam unb (Ergebung
^ebe ^tm ihm erbalen, bo4^ mit ber 93eotngung/ baf er
ibnen Ser}ei^ung unb ®nabe iviberfa^ren laffe. 9B(abid?
\M Derfprac^ il^nen roIcf)e$; bennocb Iie§ er n>ortbriid[)ig bie
S3ornel()m1ten ber |>ommern/ bie im Kampfe an ibreS SSoU
M €pi|e geftanben fjatt^n, t|)eil§ IS)inricbttn^ t^eitö in an^
bere @egenben t^erbannen ^).
@o \)atte SBföbiMat) erreid^t, »06 er erjlrebt; e§ trat
auf mebre 3abre fiSr bie |)reufren frieblicbe Äu^e ein.
S)enn al$ im Sa^/re 1096 9B(abigIat)'^ natur(i^er @D^n
@btgneu), ein raf4)er/ fraftiooOer unb mutbiger Säugling,
ba$ Älojler in ©acbfen, wo man feinen regen unb aufjhe:!
benben ®eifl in 9}f6ncb$äbungen unb ^lofterbufen f)atU
etbru(fen n>eDen; burcb tibf}exe ©ebanfen getrieben leerlief
unb jum £am)>fe gegen feinen $Bater au^ frembe «^älfe
fuct^te, traten }n)ar mit ben erbitterten Sommern anify bie
9>reu{fen in bie ^a^l feiner «^älfSD&Ifer unb f(li)(ugen mit
ibm am @ee ®op(o bei iRrufcbn>i^ bie unglucfli^^e ^ö^laä^t
gegen SIabi§Iat) '); aUein bie innere 9lube ^reuffend n^arb
bieburcl^ ni(bt ge{i&rt unb an bem ferneren SSerlaufe jeneö
AriegeS fdbeinen bie $reuffen aucb tveiter feinen Xl^eil ge?
nommen }U b<^ben 0* 3(ud^ liefen itranfbeit/ Xlter unb
Jtriege mit 9{uflanb unb 3>ommem ben fc^mad^^en SBlabtS«
U» nii^t an Stad^t n^egen jener fl3et^ulfe ber ^reufTen fär
ben emp6rten ©o^)n benfen.
Unter biefen Sreigniffen mar SBlabidIat)8 längerer
@o^n SoIeSIat) }um tapferen unb (riegölufiigen Säugling
• 1) Boguphai p. 29 unb bie TpAteren (Sbroniflen.
2) Martin, GäUus p. 82. Kadhtbeck L. II. ep. 25. p. 191.
leq. ed. Gedan. p. 18. TSXt «£>fl(f0)95(!ec ermd^nt bec ^ceuffen Diu-
^aci. T. I. p. 535. Cromer p. lOO. Mechow i^, bl, JtantOO
B. I. 0..67. Uebec ben J^rteg ogl. ^anngiefcr a. a. C S« L
6. 554 ff.
5) )Dte gcnamiten C^^rotiiffen etto&bnen tbnr »enigfienf m(bt
«efttr.
3S6 S>if $reuffen, ^ilf^r>ilUt gegen 9o(en.
|)erang€i(9adtifen, unb b(n mannl{d(»en Sollten ni^t gefom^
tnen, (latte er m ben ilim)>fen gegen bte |>ommem unb
^teuffen fid) burdj^ gefct^irfte fful^rung beö .^eere§/ wie nidjt
tninber burc^ S£apferfett im @trette in aBer SSeife fo toiiu
big gezeigt/ bag 9B(abt§(at), ber «^errfc^aft mübe, am 6nbe
feiner Sage ber4}(of/ bte SSenvaltung nteberjulegen uni
bie ®ebtete feincS 9lei<^eö/ um funftigem Swijte borjubeu«
gen/ unter bie @5l[ine ju tl^ei(en. S3o(c6(ab er^itelt in tie«
(er S^^eilung itratau, Senbomir/ @irabien unb ^k[m,
ofenbat ben toorguglic^eren Unikal; @6tgnen> bagegen, bem
älteren/ aber unehelichen @ol^ne, ftelen Sommern, ein Z^U
toon ®rof$9)oIen/ Sancjp), ^ujjabicn unb SRafobien )u *>
%Ut aui^ t)m ging bte itlug^ett }ur @(f)anbe an ber
Setbenfc^a^. SSßlabtötab Uttc auS SJorliebe für ben jäiu
^eren @(y^n ungleid^ get(^eilt unb fo (ag fct^on in bieftr
SMIung wteberum neuer @toff inm 3n>ifte unter ben
IBrubern/ ber nod^^ oerme^irt n^arb burcf^ bie große SBer»
fä)izUn^it i^rer ®efinnungen unb allet i^rer Sejbe«
Zungen.
£aum war bal()er 9BIabi$(ab , im Saläre 1102 gefiorben,
<M ibvc bte berfugte S£(iei(ung ber befurcf^tete @treit aui^
bxa(S). fßoMlav, unter bem SBeinamen Jtr)9n>ou{i9 —
Jtrummmaul — belannt^ (latte noc^ im 3a|»re bor feinei
SSaterS Xobe bie 9luffen bd&mp\t unb e$ n>aren in biefen
Arteg bur4^ «^utf^bunbntffe aixi) bte au iegUd^em Siam^
1) Martin, Gallus p. 83. Cbron. Princip. Polon. p. 26. -D'**"
^«f. T. L p. 338. jDa« aXfrfto&rbfdfle /öc un6 bft bferer 9ei4<t^
lung i|! obne 3n>etfel ber Umflanb, baf »eber ganj ^reuffentf, no4 ^
ned einjelnen Sbeife< beffelben bei trgenb einem C^roniflen/ fetbft iii(^
etnmaC bei ^Xugof , ber fonft fo gerne bie Vreuflen au Untertanen ^
Voten ma^tt mt einer @übe enodbnt wirb — ein SBetoet6 mebr/ b«f
IBIabitfla« unb feine S^orgdnger 1!(^ nid^t etgentlt<b ol6 «Ferren 9on
9>rettffen anfeben Sonnten, fonbern hat ganje abbdngige SBecb&itnif
9>reufen8 von 9>oIcn , von »etcbem in ben fpdteren |)olnir4en <S(roni*
^n To viel bie {l?ebe ift, in nichts weiter beftanb, att in ber ^Setftsn»
ber a«n)5bnli(ben er^mungenen JSributgefibenfe.
2)ie ^reuffen, ^iiiU\>hlltt gesen ^oUn. 337
ifitn 9>0len bereit flefienben 9>reufF(n unb Komment f)xns
eingebogen werben ^). X>a< SBoffenglAtf aber, mit welcbem
fBoMIat) biefen Jtrieg fi^neQ beenbigte, unb ber &toii,
ben er bie IBeftegten fublen lief, f)atUn aUt biefe 836({er
ft^er gegen i^n erbittert; ba^tt fanb nun aucb fein fiSru::
ber @bignew um fo Uiäfttt on ibnen bulfSt)er6unbete
Srrunbe. @o fianben Diele 3abre l()inburcb in bem beiUö«
fen Surgerfriege ber beiben 93rüber audf bie $reuffen auf
@bignewS @eite al» Serbänbete; fte folgten i^m, fo oft
er fte inm ^myfe gegen ben fl3ruber aufrief, unb felbft
ungerufen fielen fie ni^lt feiten mit fRaub unb SSerbeerung
in So(e$Iao< Sanbe ein, ebne baß biefem bie fcbweren
Jtriege mit ben ißiifymtn, ben 9luffen unb Sommern, ber
Jtam))f mit feinem SBruber unb bie Seb^en mit bem Jtai«
fer |>etnri(b bem fünften ') nur irgenb deit unb £raft
übrig ließen, ben ^rcnffen ju oergelten. 9lur einmal mar
a ibtn t)erg&nnt, burcb einen SinfaQ in i^re ©ebiete am
fittnUt^^en SSoIfe {Racbe su nebmen. X>a aber nirgenbS
ein {>eer jum offenen itamyfe entgegen trat unb bie ^reuf:
fen na(b gemobnter SBeife ficb in iW Sß^Iber i>erfietften,
fo bur(b)og er ba$ Sanb mit ^euer unb 9>länberung unb
1) 3n Anonymi vita s. OUonis ap. Ludevptg Script, rer. Ger-
man. T. L p. 649 ^eift t% oon S3oled(a9: Erant autem, cum quibus
«Utisim, diTcrsis temporibus, certamen faabebat ". ex alia parte
Rutbeni, gens crudelis et aspera, qui FlaTorum, Prussorum et Po*
meranonim freti auxiliis, acrius diutiusque illi restiterunt, sed frus-
tra, quia tandem superati ab eo contriti, post muJtas clades, pa-
cem ab eo postulare cum rege suo decreverunt. fßtn btefem Jtriege
cqd^t au4 Martin > Gallus p. 85, aber o^ne ber |>reuffen ju ermi^»
nen. Chron. Princip. Polon. p. 26. Sdagner ©efc^tc^te )9on 3>olen
6. 113 brinet alleö in fßtttoivtixnq, »enn er bie Rutbeni fAr 9tvxU
fen nimmt unb ben 9tamtn ^flaven/ Fla^i ober Pla^vL (oerfc^frirben für
SlaTi; auf fte anmenbet. SBa^rf^einltcfiei; tonnten bte Rüthehi £tt*
t^ner fepn.
2) Uebec btefe JCrtege, beren (Srift^tuna nt^t tn btefe« SBerf ges
(irt, OgL Wtlü0ä) Martin. Gallus p. 84 seq. Boguphal p. 29.
seq. Naruszewicz T. III.
I. 22
338 2)if 9reuffen, J^&tf^D&trir gegen ^olen.
fe^rte bann mit fcbwerer fBeute unb einer gtofen Cä^^x
©efÄngenet »ieber l()eim *).
3iirü(fgef(|^re(ft bon fernerer tft^tiger SfeinbfAaft nmren
bte ^reuffen au6) bnx6) btefe SSer^eerung ifycti ianM no4
(eine$n>eg8. JBielme^r war i^ir ^^ gegen ben 9oInif(^n
9lamen feit bie(en 3a(ir)e^nten (u tief gen>urielt in i^m
(Siee(e, unb bte mec^felfeitigen St&mpUf Sl^ubereien unb
SonbeSberl^eentngen litten bie Crbttterung in aDen Semit'
tfiern t)iel )u iod) gefleigert, a(8 ba§ fär IBhlUt, benen ber
itrteg Sufl uttb SiebUngefac^e, ber Staub wiOf ommene( Se»
^d)iift, unb 93canb unb S&nben>erl^eerung @xttt unb Seitbet?
treib geworben waren / für bie nidfftt Seit dtufft, Sriebe
unb JBe^rfi^nung au^ nur btnfbar gewefen w^ren. 2>ie
9)reuffen ftanben balfier auc(i fort unb fort mit Sotetla^i
feinbfeligem Sruber gegen ben IBruber^ unb mit bem ftm
/membolte/ feibjl mit ben SlufTen gegen bie ^o(en in (ülfM
^ßic^ttger JBerbinbung. @o traten ffe mit ben 9>onnnem
ins IB&nbnif , a» im Salj^re l i08 ber fo taf^fere, aU f4ilane
®newomir, «^err bon Sjarnfow, welchen SoleUab )ttm
{Befehlshaber Aber einen ^ei( |)ommemS eifioben ffattt,
i) Mariin. GaUus p. 91 fagt «Ott bteTem Qmfalle in yrrvfn:
ffptur in 'russiam, terram «atli barbaram est ingressus, unde cun
preda multa, et factis incendti« cum pluribus captivis, querens bd-
lum nee inveniens est rerersua. i)lugoss, T. L p. 406 fe(t einen
fOl<ben ^infaa in« Sa^r 1t15 unb i(m er}d(i(t Naru9zewicx T. liL
p. 153 na4. Sßcnn bicfee jebo^ brr n&mli^e Tepu ToS/ beflen ftaitiii
®anu< enodbnt, fo mäffe er no(t vor hat Za^x 1110 raOra^ besB
mit biefcm Sa^jre ftjliffet biefer feine ffijrontf. J)(f Cbron. Prindp.
Pol. p. 3.5 (jiebt brer folg^nbe SJacftti^t: Postea Bolcslaus non telot
desidosius jacnit in ^uiete, sed dum tempus byeraale adcsset, for-
tissimts terra coHslricla fiigoribus Prussiam intraTit, et gladebof
in iliis paludosis partibus pro ponlibus utebatur, cnmque perlraO'
'sitis paludibus ad* terram babitabilera perrenisset, et quia ibidem
non sunt coroperta Castella seu Opida invadenda, sed eierdtoi
Boleslai passim discurrens, cepit predam immensam, viros et nra'
liereSy pueros et puellas captiTas abdiixit, nee non Yillamm edifida
concremaTiti remcans Poloniam sine bello bostibus circumqiiaqve
plurinittm rcfrcnatis.
1
j
2>U 9rettffen, J^iif$^hlttv gegin 9>olen. 339
imttr ben Sni^emn tiefet SanbeS ben (Sebanlen ter flSe«
ftetung 9oinmem< von Dolens 3o(^ t>on neuem lebenbi^
enoetfte unb einen abermaligen XbfaO t^on bet |>olnif(|ien
^tnf^ft bemirFte ^). ®ie t>etbanben fUlf ferner au(^ im
3a^ 1112 mit ben Dommem }tt einem Derl^eerenben
CtnfaOe in SSafooien/ too M ianta @tattl^Iter ®raf
aSaanttS il^ret viele «^unberte erfc^lug *). @ie flahben
bann meber im nic^ßen 3a^te mit in ben «^eei^aufen ber
Pommern, bie butdb S3oledlai>8 gläcflic^e SBaffen jene furcht»
bat blutige 9lieberlage bei ber Srjnjburg 9la!et erlitten,
burdi^ wetdl^e bie meiflen SanbeSburgen DommemS in ber
9oUn ^adft Famen unb fottfyin Dotnifc^en ^atxptltnUn
ibergeben mürben >); — einer berfelben mar (Suantepotc
au» bem alten Dolnif^ien ®ef(|^(e(bte ber ®t9pf)en ^), befis
fen Slac^tommen und in ber ®efc^i4^te DreuffenS nocb oft
begegnen werben. — Sie fdj^lofTen ffc^ enbli(|i im 3abre
1119 aud^ biefem ge^^^erjoge @uante»)otc Don Hemmern
an, atö biefer ben ®ebanten fafite, ber Dommem feinbltd^e
Stimmung unb (Erbitterung gegen bie Dolen gu benu^,
um ficb einen unabhängigen «^ersogS^Stu^l aufzurichten,
ft(b ium freien Surften Ui bflli^tn DommemS }u er^leben
unb fo'bad3o4^ ber £)ien{lbarfeit f&r immer )u }erbre(^en:
— ein 9lan, ber freiließ t>uv^ SöoleilaU ®ieg^ über &nans
tejjolc balb nac^ feiner Cntftel&ung wieber vernichtet warb »).
1) JBoguphalp. 33.
2) Chron. Princip. Polon. p. 31. Dbigou. T. 1. p, 392.
3) Martin. Gallus p. 96. Boguphal» p. 34. Gbroii. Prindp.
Polon. p. 31. Dlugoss, p. 394 •- 399. Jtan(on) IB. I. G. 80
— 81.
4) Dlugoss. p. 398. Stann^itUt o. a. fö. S. I. 6. 487
5) Chron. Princip. Polen, p. 36. Dtugoss. p. 412 — 413. S>iet
Icr IttUxt fagt f)iebd: £o praelio Pomerani et Pkiitheni, Telut fa«
taG et ezträmo victi, quod ingentem luctum simul etpayorem apud
eofl coocitaTerati quippe in eo quo<i floris, quod roboris in res-
lante lurentute. erat, amiserant, ae in gratiam BoIesJai Ducis Po»
lononim dedidenint , nee auii sunt ultra calcaneum suae rebellio-
22*
340 2)te 9ttufftn^ ^iilfi^hlttt gegen 9o(ett.
®o ^tte ftd^ a(fo bad CoK "bet Dreuffen beftinbig
ju ben Sfeinbett 9>oteng gehalten unb @ut unb Slut geo;
^fert/ um bu alte Srei^ett bed S3aterlanbe< sü tetten ge«
gen bad frembe 3o^ unb bte ge^af te .^errfcf^aft beö 9{a4i?
hati bon ben itäftenlanben ber £)jtfee iutudjul^atten obei,
toenn fte auf eine Setttang an^ errungen \d)ien, fie loieber
ju i>erbr(lngen ^). 3u btefem Snlereffe aber f&r Svet^it
nis contra Boleslaum movere, ex eo quoque tempore Diu usqae
ad Titae suae terapora utramque terram Pomeranicam fidelicet et
PruUienicara possedit.
1) @6 muf bem £lue(tenforfc(et, wenn er ba« ®cmid)t reiner Üuel;
Ion att4 na(^ beii Seit, in weC^e fte fallen/ fnttr4 abwägt, aSerbing^
tooffi befrembenb fr^n , haf bte ältefttn Gl^ronifien ber 9>o(ett in i^iirii
Sed^ten i&bet btere Segeben^iten be< ^unbe^oer^dltnifleS iwtfc^n trs
9ommem nnb ^^reuffen nur fetten ober auc^ gar nic^t envät^nen usb
bie itTtege faji burc^^gangig nur aU jwifc^en ben |)o(en unb ben |)om:
mern geführt barfieaen. 9Kan »trb baber too^I ^ie unb ba i^erfu^t^ 3"
glauben , biefr« Ser^dltnif möge oieQeic^t ni^t fo oft eingetreten fepn^
ald na(( ben fpitern CF^ronifien ansunebmen ift 93et genauerer (ft»ls
gung finben ftc^ tnbeffen (Snbbe ju ber 2(nna^me, baf bte fhrttffen
faft bfll&nbig mit ben nad^barltd^en 9>onimem wirKt^ im SSunbe gc
ffanben ^aben. )Denn 1. fagt Mariin Gallus, ber gleii^ietttge 6^
nifi, im Eingänge feiner CDj^rontf p. 57 mie m* für allemal, baf
contra fcrocissimas nationes, Seleuciam, Pomeraniam et Pnissiam
Polonorum Dbx assiäite pugnat, 2. beutet au4 Kadlubeck in nieb'
ren €$tcnen eine folc^e X^erbinbung ber iBemo^ner ber oftfeeif<!^en AiWeS'
Idnber, ^ommernd unb ^^euffend an. 3n ber SSe^dc^nung ber Vom'
mern wed^felt er mit ber SSenennung Pomerani unb Mariiimi ^\ in
etnselnen ^tVitn aber, 3. S3. p. 17. 20. 2t. ed. Gedao. fAeint er oi>
ter provinciae maritimac aut^ 9>reuffen mit gu umfaffen ; unb biefe«
attgemcineren 2Cu8bru(fel bebtcnt ft^ oft auc^ BoguphaU miebo^ bi^
frr au(^ ba/ wo nad^ außbriicfricben Seugniffen bie f)reuffen mit ben
^ommcm iufammenftanben / nur ber Sommern allein ermi^nt 3. Siegt
offenbar ber ȧauptgrunb / toarum ber |)ommern namentlich ttub wtt
augöweife (Srmdbnung gef^ie^t/ in ber ^a^e feCbft. Um 9>ommetii
warb immer (auptfdc^tid^ gefdmpft; 9)ommern war faf( immer brr
^riegöfc^auplal; W f)ommem btibetcn beftAnbig bie «tauptma^t brr
'^riegdf^ecre/ alfo natörlic^, ba$ bte 9>reuffen/ immer nitr att 4^ft#
^.ufen crfcbeinenb/ in ber SSeaAtung ber ^broniflen surücffbanben. 4.
^xto^t eine ©erbinbung bciber Söffer jitr ^Tbwe^r ber bfiben gfei(^m5p3
Secbceitunfl bei S^rtfient^uml in ^oRimern. 341
unb Saterianb trat im Soufe btefer JCrtege no(i() ein ans
bereS/ im ®ei{ie jener SB6(ter ni^t minber wtrffameS unb
mächtiges j^tnju. jDie alte Erinnerung/ baß eS Don f)olen
au< f<f^on einigemal Derfucf^t worben n>ar/ iuxö) bie 3(n$
p^anjung eine$ neuen ®(aubend unter ben ^eibenDÖltem
bie ttfte ©runblage ber |)errf(^aft holend }u erric^ten^ war
in ben ^reuffen ftct^rlid^ noc^ nic^t er(of(|>en ^). Zn6) Söo^
le^t) warb t>on biefem (Sebanfen geleitet; feinen Kriegen
lag immer au^ bie Xbftct^t unter, }um wenigfien gab er
a aU äwecf berfelben au6, bie ^eibnt|1^en S6l(er ber (i)xip
li^n Stiid^ iuguwenben. Buweilcn f4^ten ft^^ biefer 9>Ian
beft «^er)og$ (u berwirtlic^en/ benn e6 gefc^ai (u äeiten,
baf bie Samel^meren, bie freien |>erren an beS S3olfe6
@pi|e, t)on IBole&tab beftegt, bie Saufe nahmen ober ffe
oenigftenS }tt em)»fangcn gelobten / um be6 Sieger« 3orn
)ur milben Vlaöffid^t unb jur @(|)onung }u bewegen. 3e
öfter aber ba$ SSefenntnif be« 6()riftent|)ttmd i^ntn a\i
Sriebenöbebiugung (lingefletlt warb, um fo me^r betrad^^te«
ten fte fo(^e« aI6 eine (afiige ^aäfxoz^ beö Kriege« unb
a(S ein feinblicl^e« ^06), beff^n fte ftdi^ ftetS wieber entlebig«
ten, fo oft fte neue ^raft unb neuen SRutl) in ft4^ f&l^t
ten 0. 2)aft aUe< fteigerte bie Abneigung ber S36Uer ges
gen ben c^rifitic^n ©lauben immer f^hl^^x unb f^o^er bid
tum @rabe beö bitterften «£^affe§ unb be« Vbfd^nteö. ^cnn
gefft^rti^en fremben «^enf^aft fd^on in 'ber Cage ber ISer^drtntfc fetblt.
Die 9icttfien (ettete fkcd ein fe^r nafie lirgenbe« Snterefie, bal Points
f4< ®rbot anä^ im SRad^barlanbe Sommern mit oerni^ten $tt (reifen.
1) 2)afär fpric^t au4 bie ® teile be< aeitden6ffir4Kn ^«/a^/i. ifr<r-
mens» de situ Dan. c. 227.
2) Marlin Galhis p. 57 faßt ^ieröber: Ad mare scptentrionale
tres babet (PoJooia) afllnes Barbarorum gentilium ferocissimas tia-
cioneSy Seleucianii Pomeraniam et Prussianiy contra quas regiones
Poloaorum Dux assidue pugnat, i// eas ad fidem conoertaU StA
nee gladlo predicationis cor eorum a perfidia potuit rcvocari, nee
gbdio jugulacionis eorum peultus viperalis progcnies aboleri
sepc tarnen principe« eorum a Ducc Polonie prelio superati ad
baptiamum confugerunt, itemque collectis viribus fidem Christia*
nam abnegantes, contra Ciinstianos bellum denuo paravcruat.
342 Secbreitutis be« 6^riftcnt^um« in ^otarnttn.
abacfe^cn wn il^w inntflen unD treuen etgeben^ett ou
i^re alten ®itter unb an il&re ^efHgtJümet, mi l^nen
bat €t)an8elium liet» nur eine bem unglutfli^^en *a«#
na^folgenbe 3i*«9ttttd «»*> ®*^ö^' *>" *^^ ®**«^ ^
Jte t>erffi8te.
9lutt 8eW>a^ aber, taf um biefe Seit a\x^ nm «?o*
fiel be« (^rijHid^en ®orte« in Dommern erf(!(>iettett. Cin
tu Stom geweifter öif*of «em^^arb 0/ wO^x lange 3eit
in ber einfamtett gelebt unb ft(^ burc^ Uebungeh m6n^t^
fd^er ©otteÄfuw^t mit Cifer i>orbere{tet, fam um6 3a^r
1122 }U9i «^erjoge fßoUilM bon Dolen, lf)m feinen f>Ia&
eriffnenb, ben 3)Dmmem baä (gt>angeHum ju berttnbigeit
ÄBetn ber ^erjog, mit be« Borte« &t\mmma unb ©ejin*
ttung »0^1 befannt., erwieberte i^m »amenb : ber f)em*
mem tro^ger unb »ilber ©eifl ge^^e fo weit, ba^ fie i|ftt
m^l elder t&bten, atö ftdi) bem 3o(^e beö ®Iauben6 f&geit
würben •). öemlJK^rb wagte bentiocl^ ben gefä^Iic^en Ber*
fuct^, warb aber ni<^t ge^&rt, unb unter aXif^nbtungen
na4^ $oten }uri(fgef(||i(ft.
SBBenige Sa^re nac^^er rief «^erjog S6oU«la\>, ber enb*
lidf nur in ber ®ewalt be« (^rifilicf^en Stauben« auf bte
®emut^r ber aRenfcf^en baft fid^erfle SRittel sum bauemben
©e^^orfamber 9)bmmem fanb, ben«tfdf>of iOtto wnfbam
berg iu bem SBerfe ij^rer »efe^rung auf, unb biefer er«
f*ien im Saläre 1124 unter be« «^erjog« «ei^utfe unb
&ä)n1i in $ommem ""). 3^m gelang bte Xn))flan)ung be«
<S^riftent|)um«/ befonber« im weftlii^n Sommern, }war ab
1) „Episcopuj quidam mirae sanctitatij et scientiae, Beroliar-
duf nomine , Hispanus quidem genere , sed Romae ad episcopa-
tum electus et consecratus,'' Andreas de Tita s. OUonis ap. Lude-
wig Script« rer. German. T. I. p. 461.
2) Diu benigne respondit: Se quidem ardori tarn sanctae ▼<>-
luntatis eiuj congratulari ; sed tantam gentis illius esse ferocitatem,
ut magis . necem ei inferre , quam juguni fidei subire , parata sit
Andreas Yita s, Otton. I. c,
3) Andreas vila s. Oltoo. ibid. p. 469.
Verbrettung bei d^riftent^^uml in 9ommeri^. 343
ktbtng* mit weit gCAAt4^rem Srfolge; allein bort gerabe
otrften in jDtto't Sert au(^ gan) anbere Ser^Itniffe ein,
M fte im &ft(idE^en Dommern unb in $reu{fen &tatt fan*
ben ^). X>ort toat namentli(|i ber «^af gegen |)oIen nnb
ber ®ebanfe an bie mit ber Znna^mt bed (SfiriflentfinmeS
ber^unbene Jtne^^tfcliaft bei mittm nid^t fo lebenbig auf*
geregt unb fo tief in bie @ee(e gegangen, a(6 in biefrn
Sanben. Unb n^enn bie f>rettfren nun auf ba8 4irifili(|i ge«
»orbene 9la4)barlanb 9>ommem ^infa^en unb bie Solgen
betrachteten, weld^e bie SEaufe bort mit ^df geführt; menn
fte bemerften, wie neue @teuem unb fc^mete Saften baf
Sanb brädten, meiere Sinberfireden ben flSewofinem ent)0«
gen würben, um Jtir^en unb £I&jler bamit ju begaben
unb 3u bereict^em, wie grope @4Ktaren wn Sremblingen
befonbetS au8 2>entf4f(anb einmanberten, um bie frudE^b
bargen @kgenben in Sefi^ {u nehmen, mie ber Slabe )U<
fU(fgebr<ingt, gebrAift, berad(^tet unb in 7(rmut(^ gefläraf; bet
jDeutfc^e bagegen ^rborgel^oben, bebortl^i(t, beborrecf^tet
unb berei^fert marb, xoie @itte unb &pta6)e unb Serfaf«
fung ber Uno^ter erbrutft unb berbannt, xoie ba8 alte ie*
ben mit Semidfitung be< atten @(aubenS tief in ber SBur^
iel i^ertilgt unb ein frembartige6 unb nngewo^inteS Sefen
an feiner @telle geltenb gemacl^t würbe*): — in ber X^t
wenn fle biefeS alleft bon i|)rer Xn{td[)t aui uberfa^en unb
erwogen, mupte ei ben «^afl gegen bie Sl^riften unb ben
Vb^iftn gegen ba6 Sl^riftent^m nic^t no6) um fo l^&der
{teigern, ba i^nen biefeS aOed al$ bie unfeligfle %olie
ber IBefe^rung erfc^einen mufte? @o warb im Sotfe bie
Debet ieugung immer tebenbiger unb ber ©ebanfe fc^Iug in
ben (^emät^rn immer tiefere Sßurjeln, ba^ bie fieif^it
unb baS alte l^eitere Seben aud^ fdxt^in nur befielen t&nni
1) SflL Stann^ieftt ®e\^i6^tt ^cmmttni im 5ten Sud^, wo
bk 9t(^iä^t€ ber SSefebrung ber i)oi9merti srünblt^ befd^rieben ifl.
lCo4 in Busch Memoria Otlani's £piscopi Bamb. Pomeranor. Apo-
itoli. Jenae 1834.
2) Jtanto» ». l. ^. im. 217. Äaniiflicgfr ?ö. I. ©. 827 f.
344 . fi5o(e«(at) IV. Don 9oUti.
in unb mit bet tteueflcn Ttn^ingUc^feit ünb bet feftefieii
CrgebenISKit an ben alten (Stauben ttnb bap bet 2)ien{lbac«
feit/ ber Jtne(^tf(|Nxft unb bem Sammer an^im faOe, mx
bie @6ftet unb bte alten «^eiltgtl^fimer toetlafTe.
7iufte6)t er^lten u>atb biefe Uebetjeuguns beS SSoltei,
bie SRutter ber 2a)»ferfett/ ber friegertfc^en SSeget^erung
unb bed unbeswingltc^en 9Rut&e6/ audi nod[^ fernerem bur4
ben fortbauemben Stampf mit ben $oIen fär ®tauben unb
Srei^ftt, für @6tter unb JBaterlanb. IBoleSIat) tl^eilte am
Xbenbe fetneg SebenS fein 8anb unter feine @6bne in bei
Xrt, baf ber jttefie üon i^nen, aSBlabiMat)/ bie ®(biete i>on
Jtrafau^ ^irabj, Sancic)/ @(||teften unb f>ommem mit bem
S$orre4)te ber £)berberrfd^aft über feine {Bräber, JBoleSIao,
ber }n>eite (Sol^n, !D^afoDten/ j&obrtn^ 6uiai>ien unb M
dulmerlanb/ ber britte @ot;n, aRje^co, @nefen 9>bfen/ Ao«
Iif(^ mit ben iugel^ortgen SanbeMI()et[en/ unb ber Dterte enb»
Iid[^, «^einridl^, bte Gebiete bon Senbomir unb Subltn a*
f^teUen. 2>er iöngfte ber &h^ne, Qafimix, ber bamaß no<^
ein ^inb n>ar^ warb bei ber SCl^eiding weiter nicf^t bebaut ').
XOein fc()on in biefer fo ungleichen , ali ungered^^ten fB^i*
lung felbft lag ](iinljng(td[^er Stoff ju enblofen tlnru^n unk
Swiftigfeiten; unb (aum war Soledlato ber ^Dritte im
Salt^re 1138 geftorben, ald biefer ®tof bur4^ menf<|(i(^
Seibenfcl^aft audl^ fogleid() jur ^eHen ^amme ber äxoitttüi^t
unter ben IBrubern entjänbet warb. SEBIabiSlaM ®ma^
tinn ®^riftina , beS itaifer« ^einric^ be6 fünften Ze^Ut,
1) Kadlubeck L. III. ep. 27. p. 347. Boguphal p. 41. IBon
btefnn ^roniftrn toirb Ht (Sutmerlanb au6bräcRi4 M ein Um ^tofiten
Cldbne; 8ote<IaO/ gugcfaUener l^onbe^t^tl angefft^rt unb Culmensis Ca-
steOania gencutnt iDiefci ijt und infofern von SSH^ttgfeit ^ M mc ^xft-
aus bffltmmt fe^, ba(l ba« ffulmecfanb \t%t fd^on a« gum 9o(nfr(6rn
9lrid^e ge^ftrig betra<^tet mürbe , bie (Srfinje yreufen« alfo bie Cjfj
mar unb ein ^olnifclfter Gafteaan btefen 8attbflrf(^ t)en»aUetr. )&>'
Cfaron. Princip. Polon. p. 37 nennt bei bifffr ZX^fbxn^ ^^ Culmf^
lanb ntc^t unb f&^rt blof ffujavien unb S^cifooten oM bif bem 9^'^'
lao ittgeifallenefi 8anbe<t^l« an.
S3oled(au« iV. itttes^guj nad) 9(euf feit; 345
tüot be< ttfifnebend Stifterinn, benn tntdf ben Sorget)
biefcft Setbe6 bewogen, fuc^te SSlabiMai» jtd^ auc^ ber
iinhetfl^iU fetner JBritbet ju bemächtigen Ö* ^^ ^^^^
tin b^iOefet Surger :: itrteg aud, in micbem 9)Dlen bis jur
](ttp6fung aQer iDrbnftng unb Serfaffung t>em»trrt unb t>ers
»nflet »atb/ biS Sß(abiSIat9/ {um J(af fer Sonrab tnt^U^n\>,
bie «^errfd^a^ feinem nicbfien Sruber S3o(eSIat9 bem fBiet^
ten, mit bem JBefnamen beS Araufen l^^interliep). i£>ie
f)reuffen l^atten biefen Suftanb ber IBenotrrung in 9oUn
Weber gtim JCriege^ no^ ju ben gewobnten riuberif^en
einfallen benttgt, fep eS, bafi bo« SBafenglätf SdoMU\>i
M 2>rttten ite ju febr etngefdS^retft, ober ba^ fte ungereimt
unb obne juferen Xnlaf ni^t gerne itrieg begannen.
SMefen ^rieben bewabrten bie |>reuffen anö^ nocb in
ben erfien Seiten ber SlegentfdS^aft SBoIedlat^S be§ SSterten.
2>{efer fo ruflige^ ali ta|)fere 9Ar|l aber, beffen Sanbeetbei(e
97afot>ien/ 2>obrin/ 6uiat)ien unb €ulmer(anb t^Mi ben
f)reuffen fo naf)e lagen, t^tili unmittelbar an beren ®ebtete
grinsten, mufite wol^l balb Vnlaf fut|ien ober fol^^en audj^
tx^lUn, um ben alten ©ebanfen ber ttntenoerfung |>reufs
fenS «oteber au^ufaffen; unb an biefen @ebanfen fn&p^t
9^ anä) bei ibm bie 9Reinung, baf nur bie 4ftifttxd)z SBe^
februng baS bezwungene Solt im 3o(be be$ ®t1)ot\ami
fe^bitUen werbe. «$>ed JtriegeS ndbere ttrfa(be bleibt unt
iebo(^ unbetannt/ benn no^ in ben 3al^ren 1156 unb 1157,
al9 IßoMla^ t>om itaifer Stieberic(^ bem Grften um feineS
Hu^^tigen fBruberd SBlabiötat) willen mit £rieg überwogen
warb, fe^en wir bie 9>teufFen im ^olnifc^en ^eer/ ate
SunbeSgenoffen ober boö) wenigflenS ald SRttfhreiter ').
1) Kadlubeck L. III. ep. 27. p. 348. ep. 29. p. 358. Boguphal
p. 41. Cbron. Montis - Sereni an. 1146. p. 38.
2) fO^ati liefet ben JCrieg ber ©ruber gegen einanbec genauec bei
bni l^n ertDdbnten ^rontflen ; auc^ in Kadlubeck ed. Gedan. p. 50.
in ber betgefftgten (^ronü; am wortrei^fien aber hti Dlußoss. T. 1.
p. 456 teq. C£ Chron. Mont. Seren, p. 38. . •
3) Günther. Ligurin. L. VI. ▼. 103: . . . . co caslru Polonos
346 OoU^lat)^ IV. Jtrtfg^iUd nad) ^ccuffeit
f&ai lebodE^ immerhin bte 3n)tetra(JE|t atxät t^tanlaft
^aben mai: «^eQog SäoUiUi» ruflete .ftd^ halb mi^ jenem
Xruge mit aKer 3Radft ju einem «^eere^juge in Ui Sanb
ber ®etl£^en, benn fo nannten bte 9)olen abwec^felnb auct
no(|^ um btefe 3eit \>ai SSolf ber ^veuffen '). Wlit einer
^idCen flRac^t bradi) er inS na#arli(be Sanb ein, unb mit
tbm )uglei(^ eine XnjabI ^^rißlicber 9>i^i^{i^t; bie, »o boi
@(bn>ert bie ÜRenfcben gebeugt unb gebemät^igt, fte »ieber
erbeben feilten }ur Xnbetung Ui einzigen ®otte8 unb M
Srl6fer8. Unter grofen JBefd^^werben/ benen fein «^eer un?
termorfen n>ar, gelang eS ibm, einige Sanbfc^ften )ur TLn^
ertennung feiner «^nfc^aft )U bewegen. jE>a erlief er bai
®ebot: wer wn ben Uebermunbetien ben ö^ti^iä^en @lau«
ben annebme/ folle \iöf ber DoUtommenften Sreibeit erfreuen
unb an feinem S3eft^tbume burcbauS {einen @(baben erbt«
ben; wer bingegen ben b^ibnifiben ®6^nbienfi nicbt t)er»
laffen werbe, foIIe unY»ev)&gli(b mit bem Seben bafur b&
flen. @omit fucbte Sßotaia^ ber SReinuna ju begegnen^
baf mit bem Untergange be6 alten ®6tterg(aubend aud^
aUt Sreibeit beS Sebent eiilerbe unb beft ®iegerö 2)robung
beugte bie SrftbredC ten ; loiele empfingen bie Saufe, gelobt
Un bie 6ntri(btung einei iif)xUi)€n äinfed unb {^riog So«
UilMi in freubiger «^opung, ber @aüme fei^ nun geleimt
linb bie junge 9)tlan)ung burfe nur burc^ bte «^anb iuxU*
Pomericas, Bruscos, Parthos simul atque Rutenos,
Atque truces populos Scythiae totiiu faaberent.
Rßdewic. Append; ad. Otton. Frising. L. I. c 3, wo Pnucbos
(lebt fßtim ^id^ter l^at eine anbete (Hart Prussos» o^ne 3»e4ef bie
ri^tidete. — jDte Srage: ob bie |)reu|fen U\ bem $orntf(bett <&eere ad
^ettoinige ob<jr eritoungene Sunbeögenoffen obec 9ieIIei(bt (i^^^ ^ S^
»onnene €(oIbtruppen geftanben ^ben , ifi fc^toer i\xc <Sntf(ietbung it
bringen; bo<^ tfl ba< Scjlere nic^t ba« i&a^rfd^finltc^ffe, benn »e(<^ ei"
Sntereffe tonnte fk hmt^tn, freimiQig ben 9o(en gegen ben Jtaifer bei>
ittffeben?
i) 00 nennt fle .namettt(i(^ Ktt no<4 ber 3eitgcno{fe lOtattti«^ ^
Kadbibeck L. III. ep. 37* p. 374.
S9ole6Cat)« IV. Jtrug6)ug nac^ ^rfuffeit. 347
gefaffener yrteftet ferner no(|^ mit Ctfer dn>fbgt wetben,
ff^ naäf 9oIen jurätf. 2>oc^ btefe ^offinung t&ttfd^te;
benn faum war baS Sanb t>em fremben Jtrteger «Dtebet
frei, üU ermut^igt burd^ baS Skrtrauen auf il^rer ®6tter
^filfe ba6 Solf bem nur jum @d^etne berloffenen (Slauben
ber fßita wieber iufiel, bie 96tter burd^ neue £)pfer ber^
fi^Kte itnb bie d^rifKic^n f>rie1ler üu» bem Sanbe ber^i
trieb "X
3n Seforgnt^ aber, bag 0ole«lab bet^alb 9ia4»e üben
werbe, fanbten bie 9>reuffen )u i^m eine IBotfc^aft, i|^m
bie Sitte bor^ulegen/ baf er fid^ mit ber Seiflung beS
ZributS begnägenb i|^nen gejlatten woOe, {um (Stauben i^
rer S4ter {uräAe^ren )u b&rfen. £)a bem ^erjoge baS
(S^iflentlium nur baS SRittel {ur fefleren fSegränbung fets
ner ^vx^d^aft ^atte fepn foUen, fo legte er naif erreicf^tem
Swetfe auf bed SRittel« Sortbau^r nid^^t befonberen SBert^
unb gew^lirte ba6 9efu4^/ ni^^t ad^tenb be< ®ebote9/ „baf
tti4^t mtrbemiCaifer, wa9 Ui iCaiferS, fonbem aud^ ®otte,
wa8 (Sottti ifi, geieiftet werben foHe/' TOUin bie ^Ibe
ftaafregel iK^tte andf ^ier i^xt gew&^nlic^e ffolge; benn bie
i) jDev 3eitgenoffe S0{att(^a6 bei Kadlubeck L, III. ep. 31. p.
374 etläfHt: Praecipuum industriae Studium in populandis Getha-
niiD proTindis Boleslaus impendit, quos non tarn personisi quam
aajinabtts conjtat es^e infestos. Quorum quibusdam tiz tandem
posi multa beilorum discrimina subactis, boc edicto jussit promul»
gariy ut qni Cbristianae caracterem religionis elegissct, absol|itissima
donatus libcrtate, nuUura in personis, nuUum in fortunis pateretur
dispendium, qui autem sacrilegum gentilitatis ritum deserere ne«
glexisjet, ultimo caj^itis infortunio indilate plecteretur. Sed ad mo«
dicnm parens yapor illorum religio fuit| tanto Tidelicet brerior,
qoanto coadior. Mos etenim fallaz illa raraunculorum lubricitas
10 a!postasiae resifit gurgitem, inclytis (inolitis) idolatriae sordiboa
obscurius immergitur. gaft mit bftt tldmlt^fll SBottctl flt^ hitfi
9tiSfßxm^ in Kadiubeck ed. Gedan. p. 52. 3n bem tBorte Getba-
nm ff (iet )itr Secbcutft^ung no^ ^iti)ttgefe(t: et Prussorum. SDem
9ed4le bei KadluSeck nad^gebttbet . ift bie (Sts^uod bei Boguphal
p. 43. ettcal S)avtb S. I. ®. ia3 — 164.
348 S$o(rdlat>d IV. Xrieg^sug nad^ ^reuffen.
9>rett{Tcn, bnx^ S0leSlat>« (et(|itfereige 9la4rft(^t im Stut^
gefi^rft/ i^emeigetten ba(b niö^t b(oß ben oerfproc^eiten Sti^
but , . fonbern fielen auc^ in bie nal^n (StAn^lanbe ein,
t>länberten alleS au9 unb fef^rten bann mit grofer Sentc
va bie «^eimat {uräcf 0-
Sa bcrfammelte IBoteSlab im Saläre 1161 ein fe^
)a|)(rei(^e< <^eer ber geäbteften «ftriegev unb bra4^ wn %tm
erfdnt inö ®ebiet ber @et|)en ober 9)reu{Ten ein. 6r er«
fc^ien aber btefeömal nidj^t in ber %h{xi^t, ba6 ^6rrige unt
abtrännige SSolf wieber unter ben ©e^orfam i\x bringea,
fonbem mit bem Oebanfen, aUe« im feinblic^en £anbe h\%
<titf ben leiten SRann aufzureiben unb fo baS ganje Soff
iu vertilgen. 2)ie StiSe bed JCirii^l^ofe« »ar baS 3ie(i bem
biefeftmal ber •|)er)Qg nac^ßrebte. 2Cber ed fiel bad Soel
gan) änberd, att er eö erwartete. @(biHi bie Statur beS
Sanbed/ wie fte batotalS xoox, fieberte unb bewahrte me^/
aU anberSwo fBurgen unb Soften, bed SoUeft Sreifieit
2>{(|lte Sßalbungen unb grofe, unburci^bringli^^ SBilbnifie,
ia%ixtxi^ @een, eine 9Renge unjugängticl^er @ämpfe uat
aSorafte/ aOe« Ueberbleibfel au8 ber alten Seit, alt 9)reiif'
fen no(|i Dom SReeredgew^ffer bebetft mar, unb felbft bie
nocb unge}dbmten ®em2ffer ber @tr6me liefen bamaU
weit unb breit burd^ baS Sanb unb legten bem Sortstige
feinbli^^er •|)eere unfSglicbe @(|^mierig{eiten entgegen. Z^
(Eülmerlanb unb 9>omefanien trennte, wie friiber fc^on er^
x^i^nt, eine bicbte, taum bur4)br{ng(i(^e SBtIbnifl unb bief?
feitS biefer unmegfamen Sßalbung lag wie im SSorbofe ti-
ne§ 2)ur^ganged jum bebauten Sanbe $omefanien< ein
mit milbem £omgeftrauc(^e bicbt t^ermailt^fener <&ain, in
welkem ein bobenlofer 9Rorajl unter bem üppig aufgema(b?
fenen ttnfraut berborgen mar. 3n biefet ®egenb brang
1) Boguphal p. 43, »0 ti Oon fi!p(e<raD ^fet: SuHTicere si-
quidem sibi arbitratus est Boleslaus, si quöd priacipis est, dcfcratv
priDcipi, licet quod Dei est, Deo denegetur. ®gr. Oticf^ KadkAeck
I. c. unb ed. Gcd. p. 52.
jBoMiM mit feinen ftaVltn «^eerlmufen in |>teuffen ein ^).
2>aS «^eer war in brei «Raufen iet^Ut, beten einen \
^xiOQ SoIeMat) felbft, ben anbem SRieSce, «^erjog bon
9rof coolen, ben britten aber «^erjog «^einricf^ t)on @en$
bomif anfuirten '^). 3C(S biefe @^aattn ben Stuf iDffa
ttberf4)ntten fiatten, erboten jt^ bem t^erjoge SoIeSIab bier
^leitffen tome^med (Stammet ali IBSegefä^^rer bur^ bie
Silbnif unb bad gef^firiicf^e ®eriim)>f/ unb ol^ne )tt a^nen,
bof biefe SR^nner, benen er fonft ftf^on SSertrauen gefdl^enft,
9en it^ren SanbeSgenoffen ju feinem Setberben gemonnen
«Miren, na^m er il^r anerbieten gerne an, ba fte ^etfpxc^
6ftn, iai l^eer auf einem fieberen unb gebahnten SBege
t^ono^rtd }u fähren. @o 50g ter *&er}og in bafi &anb f^u
ein, balb mitten in eine wilbe unb wufle ®egenb gelau:?
genb/ wo ringdum ®efum))f unb SRoraft unb nur ein eng?
begranjter SBeg )um S>urdS)gange no^ übrig war. SBiS
(ielier Ratten ilt)n bie %ü^tn geleitet; ba fliir)en. pibliliif
bie im «^inter^Ite verborgenen «^eer^aufen ber 9>reuffen
mit @4^Iai^tgef(brei fierbor, fclileubern ifyßc ®efd(^offe in itm
ftgltctier iaU auf ben Seinb unb bringen aSeS in bie
fnr^^tbarfle Verwirrung unb Unorbnung. 2)a bie 9)oIen,
1) ^tf euUen hti Kadluheck L. III. ep. 31. p. 375. ed. Ge-
dan. p. 52. Boguphal p. 44, WO \>vt SBef^retbund ^tcfer ©f^eab ^u
finben ifl, finb auferorbentli^ orrborbcn. iDer leitete Cr()tonifl fagt:
Tandrra Boleslaus congrcgata exerciiatissimorum ionuinera xnulti-
tudinc Polononim provlncias Gclbarum feroci anlmo aggreditur,
liostes non tarn propuL-^ans , sed aniino delcre intendens, quorum
proTincie nulla prorsus arte munlte, scd nature situ inaccessabiles
extant. Est autcra locus transmeatus de vestibulo densatis dilu^io-
nun undiquc consertus paludine, in quo limosi bituminis abissus
sub quadam graminum virencia degliscit. S3ei Kadluheck ed. Ge->
dan. %A%fX fd bagfgen: Est autem lucus in ipso transmeatus vesti-
bulo, densatis undique dumonim rapsalibus consertus, in quo li-
mosi abysjus bituminis sub quadam graminis vcrnancia delitescit.
Die Xtt<0abe oon Dobromil unb ^<k% SD^fcc. beö BogupJial wfid^en
im (SmifiVLtn pon bieten ©teilen ebenfaEfä tpirbfr ab.
?) Dlugoss. T. I. p. 505.
350 (Bo(e«(at>«. IV. itriegfiug nac^ i>cfttffen.
auf bie Cnge beS SEBege« efngcinre^t/ foinen eigcntli^fni
SBtberflanb ju leifben txrmoc^ten, fo fohnte rt nu^t |um
Jtam)>fe forntnen^ benn ber Seinb brängte fie immer m<^
aufs ®ef&m)>f, wo ber weicbe SSoben balb embra^^ unb Pe
oerfdi^Iang. Stele |(0g bie &d)Xom i^rer SBaffenrufhmg in
bie gtunblofe Siefe btnab unb xoai in fol<bet SBeife nt4it
in bem Sumpfe iammerltcb umtam/ erlag ben itetilen unb
aBuvffptefjen bed Setnbe«, bcnn ntrgenbft UHir ein Xtt<»eg
jur 9tettung unb ic me^r anbere @cbaaren jur ^t(u(fe
ber)uei(ten/ um fo fd^recHicber matb bte ©efabr, um fo ge«
tDiffet ber Untergang. iBiele/ t>on ben 9>teufren ergrifeoi
, würben mit {uf^mmengetounbenen Stnt^m unb 3n>etgen
em>&rgt ober jlarben unter ben fcbre(fli(bfUn ©raufamleitcn
unb fo erlag bem )ammert>oUjlen @cbt(ffa(e faft ber gaiqc
fcbinße Sb^tl be« •£)eere6. Xu4^ be« «^tjogg IBruber/ <^iiM
rtc|^/ bem 2(nfu^rer beS einen «^eerbaufenS/ xaaA ba<fo UR^
glddRid^e/ att unrubmiicbe SooS. SBaS fidS^ gerettet Wt,
fiob jer^ut ber «Heimat )u. 93ole§Iat) entfom mit einer
fletnen 3ab( bem aOgemeinen Serberben unb 9on ben
9>teufFen «erfolgt erreichte er unter grofer ®efabr taum
nod|^ |>o(en< (Srinje 0-
1) Boguphal p. 44 fdjrt in fdner Sl^eWcelbung fo fort: Per bec
autem loca quidam Gothe seu Pniui Boleslai familiartssimi, sed
prodiiores nequissimi Pmthenoruin denariis corrupti, turbas elec-
tissime gentis Lechitanim ducere aflirmant securiMime, transitom
planum et secunim profitentes^ in quo turbarum prime munt acies,
per . angtistum semite limiteni. Videntes nam ex insidiis bostcs
ebuUiunt, spicula lactant et ^quasi cuiusdam torcularis impressos
absque prelio conculcant; Lecbitis ullro aprorum more in cnspi-
des irruentibus; nonnuUos arraorum ponderc pressos abissi pro.
funduni absorbuit — Kadlubeck I. c f&get (linsu: Quidam raina-
lium nexibuj ac Tepriuoi intercepti obtruncantur, omnes repenbn^c
caligo mortis involvit. SgL ed. Gedan. p. 52. 2>af ^ttlt^ ^*
ri4 ^on S^totnir babei umtam, beutet itid^t b(of Kadlubtck p. 377.
an, fonbem bie altt (fronte bei Kadlubeck ed. Gedan. p. 36 Mt
el au4 auibr&cea^. 9la4 triefen dltefirn Cff^ronißen ifl hit obige (br*
id^ng gegeben. Spätere Vudr^m&cfttngen hH Oin^taen fintet man
SBoU^Uo^ IV. Jtrte9«iiis >ia(^ Vreuft^n. 351
So roat im ru^mlofefien Sobe feie ganje 0(ä^ ber
9>oInff(l^en ArtegSmannfiliaft jum Sammet beS gefammten
SanbeS bntö) bte 8tft ber 9>reufren iDemtdS^tet unb baS 6ub
merlanb nebfl SRafoüten waren ber f^^redltc^ften fBerbee«
Tung unb ber ^Pliinberungdn^ut^ bee t^erfolgenben SetnbeS
9retS gegeben. & war ba6 ung(utf({(^{ie Sabr^ xoAd^a
9lafot>ten itnb |>b(en iemaU gefeben 1)atttn, benn unrö^m^
Heller unb Derberbltdj^er war fajl no(^ nie ein itrieg ge^l^rt
vocben'*'). «pertog SßoUSlM, burcb bad f(bma(|)t)oIIe Un^
glutf )U einem Slacbefrieg gegen bte ^reuffen t^iel |u fe^r
entmutliigt unb jugleid^ bur^i innere Unruben unb §6mes
in Jyiuffoss, T. L p. 509 — 512. Cromer p, 150. Mechow p.
93 — 93. euca« ^avtb S. I. G. 163. f gtebt einen smiefad^Q
Seri^t au^ |)clnif(^en «nb |)reuffifd^n ©efd^i^tfcbreibem. 9lamcnUi((
euD&^nt er att< bea tetteren emed SBänbntffeg mit ben gärfien ber
yommern unb dtägiec bei bem GinfaSe \xA %tWi be6 «^io^ö oon
f)o(rn. ^tefe ClueUen aber flnb aui au Tp^ter 3eit, M baf t^nen ooU
ler Glaube ju f^enfen »dre.
1) Ueber bie Seftimmund btefe« Jtrieddia^re< ^errf^t in ben £lttel>
ITA gtofe Cerf<^iebenbeit }Dtc meiflen 9{eueren, namentlich att(9 iVaru-
«scM^Ärx T. III. p. 293 n. 451 folgen in ber QCnna^me be< Sahire«
1167 bon Dlugois. T. I. p. 5o9. I^nca« SDavib S. I. e. 171
nimmt bie 3a^re 1164 unb 1165 ^'h, mogegen anbete ^olnif^e ®e<
f^t^tff^retber, mie Mechow p. 93, bie Segebenbeit ind 3a(M; 1173
9etfi(^n. TCm grünbltc^flen (^at bie Settbefhmmung fäv biefe< Sreignif
LeUivel im TCnbange su OssoUnski p. 440 f. er6rtert. <Er bemeifet,
bof baö 3abr 1161 ba^ rt((tioe ift 0eine «^auptgtönbe fUlten ft^ 1)
auf bie ^rottif bei Kadlubeck ed. Gedan. p. 36., mo e< bei bem
Sabce 1161 ^fet: Diu Sandomiriensis Henricus una cum ezerdta
occisas est in hello in Prutsia. — (greilic^ilt biefer 6()ronifi in feinen
Seitangaben ntc^t immer ganj ff^^ec, benn er fe(t fogleid!) in biefel3a(r
au4 W SerßSrung SO^ailanbö , obgleii^ biefe erfl im 3a$re 1162 et»
folgte) ; 2, auf bad ISobeSja^r bed S3if4oft ^atGfivLt oon ^of au, ber
biefen ^teg nod^ bef^reibt unb im Sa^re 1166 ftorb. Qt Ihnntt ba«
^ na<b ber Seitangabe in Dlugoss biefen itrieg gar ntd^t gefannt
baben. iDiefec (^O^ont^ fe(t o^nebem auc( felbfl fcbon ben Sob Ut
IXatt^ftn< in6 3a^r 1165. SDa nun ber Arieg offenbar no(^ oor bei
fRatttdud Sob fallen muf , fo giebt jene 6()ronie Un Vu^fd^ag fir
ba< 3a(|r 1161. flSgl. OuoUngki 0. 113.
352 0(t(f auf ^ommnn itnb Dinematf.
gütigen in feinem eigenen iani^ (efcl^ftigt, fonnte an
{eine SBetgeltung Ui ttn|ieiled benfen. 2)aft Seftdt^um
feined gefallenen S3ruber$ ^mxid) libenoied er Einern
iungften SStuber Qa^mix, Ux, wie ftu^t erwähnt, bei ber
S^eilung beS Sanbed nid^t bebad^if worben war. @eit je«
nem traurigen @4ii(ffa(e feinet «^eered in 9)reuffen bege^«
neten i^m wenige erfreulidbe Sreigniffe mtf)x, wietoo^ er
nod) iwMf 3a^re burdj^Iebtc. @r ^ (larb f ummeit)oK im
3a|)re 1173*).
fiRit S3ole«Iai»d Sobe aber trat fär 9>teu{fen eine }iem«
lid) lange Seit ber 9lu(^e ein. 2)aö SSolf n>ar frei Don at
lern Sinfluffe 9>olen9; au(|» frei t^on ber IBeforgni^, baf
t)om erbitterten 3lai)hax noc^ einmal 9{a4^e geübt loetben
thtitit, benn biefer triebe warb au(^ unter SSo(e«(a9J 9la4K
folger, feinem fBruber SRie^co aufrecht erlitten , unb er
dauerte felbjl no(|^ fort/ alö ber iängfte ber IBr&ber, &fts
mir, weldf^er ben JBeinamen be« ©erec^ten fül&ret, im ^oSft
1178 iur 9legierung gefommen war. Und) (f)n l^telten in
ben früheren Sabren bie inneren Ser^^Itniffe feinet ianM,
t)ielfa4^e @treitig(eiten mit ben ®&l()nen fetner 93ruber 9ie(
gu fifyc befc^jftigt, um nur irgenb an bie alten vermein«
Un %nf))rä(^e auf ben ®el()orfam ber ^reuffen benfen ju
fJnnen.
aWit 9)ommern waren bie alten freunbf(^aftli(^en pt*
It^Atniffe gan) aufgel&ft. £)aS 6^rif{entlE)um war nun pon
bis an ba§ Ufer ber SBeicf^fel fortgepflanzt unb ^tte iwi"
fd[)en bie beiben $B6lfet eine gewaltige Atuft gebracht 3»
ber Seit, a» in 9>oIen SBoCedlat) unb fD^jedco regierten,
]()atte «^interpommern fc^on feinen erflen d)xiflli6)en ^rften
an ©ubiölat) bem (Srlten, ber ftcft fcurdj^ SBertilgung ber
ttebertefle .bed ^eibenti^umö ihm fo ^o^eö SSerbienft um
ben @(auben erwarb, alt er burd^ bie ©ränbung be< fcffi"
nen XlofterS iDliDa bei iCanjig nm baS ^x 1170 feinen
3) cf. NqruszeiX^Lz T. IIL p. 290.
i
S9(ic( auf Sommern ixnb Ddnemacf. 353
9lamen oerewigte 0* ^(ud^ für 9)teu{fen» ®€fc)»t(|rte mar
biefe« (Sretgnifi t>oit ^ofiet 9ßi#ttgfett, irenn m £)Iil)a )9ar&
Me f>flan}f(^ute gegränbet, auS n)el^r ber ®Mme d)xifis
li^tfMinntni^ tinftauöf auf $i»tiffen$ 83oben au$gei9orfett
werben foBte. S^orevß aber f)atti bad SJ^rtfient^uin / btefer
i»on ben ^reu^en fo ge^af te uiit>, fo oft i^erfolgte @Iau6e/
alte Sanbe ber alten S^^imbfcl^aft uicf^t blof gelofl/ fonbern
felbß Seinbfc^aft unb «^f unter t^nen erjeugt. dlamentf
li^ foUen bte $teti{Ten aütn «g^anbel mit bem Slacl^barlanbe
unterfagt, bte Jtaufleute au§ $)ommern gefangen genom«
men/ i^re @4^{ffe angegriffen uifb me(^rmatö in @tretf)üs
gen baS £anb btf gegen Stettin l^in t^erl^eert. unb burc^^
ytttnbert nnb viele IBemo^ner M befangene l^tnn>eggefia(^rt
^aUn, hU .enbti4^ bei einem n^ieber^Dtten SinfaSe bie
9>Qmmem fte äberfaUen unb alle erfctilagen l^aben foQen ^).
lieber bie Ser^altniffe gn)ifd;en jD^nemarf unb ^reuf*
fen bleiben* wir f&r biefe ^eit in t>6aiger Ungewifib^tt unb
wir mäffen t^rmutben, baflz weil ^'e Sb^^oni^en bariber
Diele Sabre binburdj) g(in)(icb fdb^eigen/ aucb ni(^t6 g^(bes
ben* fepn möge/ wad ber 2Cuf}et(bitung wertb geacbtet würbe.
SenigflenS fcbeinen bie Kriege beö £6nige8 SSalbemar
be9 ©rofen mit ben ^ommerifcben Senben unb mit ben
Stngiem bie 9^reuf|en nid^t weiter berubrt {u baben^ ba
biefe an ben (Sreigniffen in Sommern überbauet feinen
1) iDa0 Chron. Oiwens. p. 3. (Mscr. ) tmb ade anbern hts
miißeun dla^ricbten geben biefed Zai^t a(S bal ber (Scbauung £>tiiM'i
an unb bte iltefie Urhinbe M gc^. 7Ct6)M iix Jtönigtöerg, woxin bei
^ttioQi &\xMlar) 0o$n ®ambot hat bloßer mit flfben ^$rfecn be*
fö^tt, bcweifet aucb; baf eö fc^on oor bem Sa^ve 1178 erbaut gemc^
fen fepn inu$, benn o.on btefem 3abce ifi bte ertod^nte Jfrfunbe, Sgl.
eell Okf^tcbte ie$ *&er|ogt$umö 3)ommern fB. I. @. 308.
:9 ,/€Men,'' benn btefe 9to4ri4t t(e|(^ utiö nur ber fpätne
6troni|l 4l«ii0om 9)oiiimeranta 9. I. €L 127 •— 128 mit^ bemerkt
babei abefr, bof Vnbece btefeö oon ben 9lögietn etrsd^n. etell a. o.^
C. €i. 142 beliebt bie 9iad!)rt(bt ebenfaird auf bte Mgier VLt^ von biK
fen tft (te tvofil au4 t^obefcbeinllcb^r.
l 23
354 {ßltcf auf 8lttf(anb.
S^il mefjt nafjm^n ^). @elbfi nic^t etnnuil Me %^,
tpel^ SBa(bcmar mit Um na^n j>er)oge GubWat) von
^{ntet^>t)mmem fufirtc, fi&rte f)reufrenö 3lu^e*). Seim
alfo iener \ft6nig «on Um itaifer Sneberid|^ bem Srlten
au6f toittli^b baS f6rmlt(|^e 3Cnrr4)t auf bte «^errfc^ft ganj
9torbatbingten$ nnb aDer im Ütorboften bet ^(be gelegenen
Sanbe er]()telt '), fo bell^nte ev ed bo4) ie^t noc^ nic^t auf
9>mt>ffen auS. 6ben fo bunfel ftnb und bie Serl^(tnt{fe,
in toelcf^en um biefe Seit ®am(anb )u iD^nemarf gejlanben
^ben mag. Sßaren an6f bie alten vermeinten Xnf^rAc^
ber 2)inif(^en Jt6nige auf biefed iant, mie wir fpiitet^in
fe^en miUn, nodj^ feineSmegS bergeffen, fo fonnten fie m*
nigftenS ie^t, mie ed ^6)dnt, nii)t in äBirlung treten nnb
@amlanb genof bal^er gegen feinen <tKen Sfeinb iDinematf
berfelben Stulpe unb Si^ei^eit, mie bie fAbliclKn Sanbfi^af^en
ieftt gegen ?)ofen.
Wtit benStuffenftanbenjur 3eit bie 9)reuffenln noöf gat
feiner n%ren SSerbinbung, benn Aber ben wn 9)retifM
AA^en ani na6) 9lu^lanb ge^enben«^anbel jtnb n>{r in biefer
Seit biet )u wenig unterrichtet, aß ha^ wir babon auf eine
befonbere ®emeinf(^aft beiber S3i(fer f((^(tepen bArften.
©elbft mit ben diHid^en unb n6rbKc^en »a^am, ben «fr
t^mm, @ama\ten unb JturUnbem fanb {eine enge 0^
rfil^nmg ®tatt, wenn gleich einmal bie fhreuffen ben 8it-
t^uem (ober ben Siujfen) a» .^ülfSboff jur ©eite geffan*
ben )u ^aben fc^einen *X ^b biefe »Jlfer nt^it etw« b«
1) Helmold. ChroiL Slavor. L II. c 4. fßtatttt Sfftji^tr
»on SDÄnematf ö. I. ©, 324 ff. dtaumer ®ef(mte ter ^ojenfau*
fen SB. II. ©. 216.
2) aXal^t 0. 0. O. ®. 347. ©etl a. a. £). SJ. 308.
3) Chron. Danic. ap. Langebeck T. II. p. 171.
4) fBenn nämli^ J»iMd) Me Ruteni fn ber Hiitona AnoDjmi
de Tita S. Otton. ap. Ludetipig T. I. p. 649, mit i$ tlHlM<^*^
ifl, eittffaner »arm. Jeaeamfin 0. IL e. 68 erwähnt, ,Mt "'4
ben ma^xiö)tin M »etfaferd von bem Üben be« ^igen Otto tM
9tvifftn ^t SBort gegeben, nie mft ben f>ommem nnb onbetn «M^
93lt(f.auf 9luflanb. 355
^bel ben 9>teuffen n^^et ^tbxa^t f)aU, bleibt g^njltd!)
imgemif. 2)ie Ariege aber, tpelcbe tte Surften 9luflanb6
m i^erfc^tebenen Seiten gegen bie Sfd^uben ober 6jl()länber
tinb bie n>i(ben nnb grattfamen Sitt^auer wegen xt)xcx Stanh^
}&ge nad^ Stuflatib ful^rten 0^ ^^i^^ ben 9)reuffen ofenbar
t)iel }u ferne unb berührten baö Sntereffe i()rcö 8anbe6 üicl
i» wenig/ aK baf fte jur X^eitna^me wclren bewegen
morben.
@o waren alfo eine Seit binburd) 9)reuffen§ SJer^affe
niffe mit allen feinen Slacbbarlnnbern frieblid[)er 2Crt ober
ti war wenigftend bie Sage ber ®inge nac^ aQen Seiten
bin fo geflaltet/ baf e6 nirgenb^ ju ofenen ffeinbfeltgfriten
mit Vteuffend {Bewohnern tarn. Unb in folcber SSeife geben
faft iwanjig 3abre unbefannt t^oräber, t>on benen ber ®^i
f(l^{4^tfi^vetber nichts berichten fann, üielleicbt ati$ be^balb^
weil nidE^tt in btefer Seit gef(i()ab/ wad ber JCufjeicbnung
o&tbig fcf^ien. JDen ftiOen ®ang beS inneren SebenS aber
baben bie nteiften ®efdi^i(btf(breiber ber bamaligen Seit aud}
in Se$ie^ung auf ^reuffen fo unbeachtet gelaffen, ba^^ber
matte ®rifel i^rer @efd^i(|itfd|^reibung ruben mn^U, wenn
nic^t bie @xi/if)lvinQ t)on itrieg unb @cb(a(f^t ibn fnIBewe«
ipmg fe'lte.
«sb %eixAen wn fSoUtiw, nie mit ben ^rruffen unb ben $o(om|ern
itt ein Sfinbntf su treten. " «Die von Jtaramftn gemeinte stelle fd^etnt
in ber ffistoria Anonymi etc. p. 651 jtt fe^p, »0 frettid) nur »cn ben
yommcm bie Stebe iji.
5) iCaramfin ». ü. @. 144. IB. lU. e. 5Z
23
©ed^fled ^ a p i t tl
i&ineS foIdE^n SfnebcnS ttnt) einer folgen bem ianit ge^
UxW^ti inneren 9lu()e/ n>ie 9)reu{fen fie im Verläufe 9on
}n)an)i9 3atren genoß, erfreute jtc|> n>ill^renb beffen feinefc
meg9 ^len nnb Saftmir bei ©ere^ten Siegtentng n>ar nic^tt
weniger afö ni^ig unb glA(f(i4). ®ie iQueOe aQed UebeU
unb fafi aded tInfriebenS in biefem Sanbe voüx ber ÜRangrl
einer feflen £)rbnung ttnb gefe^(i(^n Sejtimmt^it in ber
Stegentensgfolge: ballier ^arteiitngen unter ben fBomeffmen/
SBetrit^ereien unter ben Großen , Spaltungen im Solfe,
Sruber s unb IBurgertriege unb aUti Ungldcf unb aUn
Sammer in beren IBegleitung. %nd) bie 9te^ierungd«3eit
Sajtmir be9 ®ere(|^ten jleOte bat>on ben 93en>ei6. 2)er matte
unb tr^ge Sfärft 9)?ie$€0 n^ar bnrd^ bie Umtriebe M fdu
fdi^ofd ®etto ober ®ebion t)on £ra{au t)on feiner SBärbe
«erbringt n)orben ')• @S jeugt fftr SaftmirS geredj^te @e«
finnung , baf er nur im 3n>ange unb md) t»ergeMic(^r Siu
gerung in feinet fBruberd SteUe trat. Xber fnn^^n Satire
lang bauerte nun ber itrieg ber 9)arteien unb ber 'SBec^fei'
tampf M 93ruberö gegen ben S^ruber um ben beneibungl^
lofen {)er)ogetitel, biö enblic^, afö iai Sanb bemüflet unb
- 1) S^et(t4 toar bte iDro^ung, bie er gegen bte ®rofen — optina-
Ubus SUIS — att6ft)ta(^: minimus digitus meus grossior est dorio
p^tris raeiy pater tneus cecidit tos Tirgis, ego scorpionibiis tos ce-
dam, eben au(^ ni^t geeignet, t(m bie «bergen 3U gewinnen; Kadiu-
deck ed. Gcdan. p. 53. ed. Dobrom. L. IIL c 3 — 4. Boguphül
p. 45.
6aftniu< betf Oerecf^tt n Jtticg gegen 9tfuffen. 357
oflM ®(ä<f unb SSo^^Ife^n be< Sol((< untergraben war, bte
fetnbl{(^en Sräber im , Solare 1191 ftdE^ loerfi^nten unb Qat
ftmtVn bte «^ergegSwArbe nun unbeflrttten Aberlaffen loarb.
Jtaum roax lehod) bad itriegdfc^wert im 3nnem be9
Sonbe« gur Stu^e gekommen , att Saftmir bef4)Iof , baffelbe
gegen bie na#arlt(|^en $reuf[en ju t^enben. 8Baö if^n jur
(Erneuerung beS Arieged mit biefem Seife bewogen b^be,
ift f4^toer SU fagen. SBieHeic^t woUte er mit Iriegerif(^er
älacbe jene Seibäife bergelten, m\^t bie 9>ommern unb
wifyc^dftüdii) aucb bie 9>reufren oorlangft feinem Sruber
9Ije6co in jenem Kriege gegen i^n geleifiet b^^^tten 0; biet»
lei^^t aucb waren feinbfelige Vergebungen ju befirafeU/ rotU
(be bie f)reuffen w^bvenb jened .ftrieged im ®fbUU ^olenS
verAbt bitten'); bocb W man aucb gemeint/ ber «^erjog
babe je^t erft baran benfen f innen ,. ben S^ob feinet bereits
9or brei^ig 3abren t9on ben 9)reuf|en erfcblagenen S3ruber9
^inric^ ju racben ^). SRag nun irgenb einer biefer iBe^
weggränbe bei bem <&er}oge üorgeberffcbt/ ober migen wie«
berboUe 9taub}Uge ber ^reuffen ibn gereift ober aucb Sr«
eberungdluft getrieben b<kben; — er röjlete im Sabre 1192
}n einem fcbmeren Kriege* gegen bie |>reujTen/ entf^lofTeU/
biefeS Sott tnbli^ für immer ju bej^bnten.
@pfort euging burcb aOe S^b^tle $o(enfi ein aUgemeined
•^eergebot unb an bie t^enoanbten Särgen feincd «^aufeS
oanbte ftcb Saftmir um Seibäife mit ibren £riegebaiifen.
1) Kadlubeck L. UI. c. 12. p. 472. S^teHeiibt gefd^ot) l>ie »ei
^fe ber ^reuffen )u ber itit, al« S){|edco CTuiavien unb SO^afooien er«
oberte. Cronter p. 164.
2) ^{efe< !6nnte man auö ben BS^orten bet Kadlubcck Ij. UI. c
19. p. 510 f4(teflen: Horum (i. e. Prussariim) latrunculos quiden^
Rutbenoruin Drohidnensi» Princeps foTere 4tlaaculo oonsuereraL .
5) 2)tefen SBetoeggrunb giebt Jülugoss T. I. p. 564 an, inbem er
fagt: Ad oldacendum fratris Henrici primi Sandomiriensis Ducis
et ezercitos Poloaici frande a Pruthenis locorura iniquitate circum-
tenti mortem, animum intendiL »Dem fUmmen au(^ Crofner p. 168
Mechom p. 105 unb «ttcal )Dat)ib S3. I. G. 173 M. Snbcffen bat
btcftf ge»if bie loenigflt flSa^Mfd^nficbieft fftr fi«.
\
558 (Safinitrd hti Oerec^teit Xcteg gtgtn ^ttnfftn.
SRjie^co ber Vlte, ^crgog loon ®to^::f>oren, fattbte feinen
@o]^n 8)o(f8(a9 mit einer reiftgen &d)aat. 2)te Sib^fen
9on @(^Icften aber, «^erjog Seledtat) ber Snyfe Don Srei^
tau unb 9RjedIat) «^erjog bon 9tattbor, ^ifimirS Stefen,
führten ibre ^er6etgebrad(^ten «^eer^Ktufen felb# an. Unb M
bie einsclnen @c^aaren gerufiet unb aUed )um Stampft bt^
reit nrnr, jogen {te )ur ©ranje (yin unb fammelten fl^ in
einem Selblager in ber ©egenb, in meiert nac^maUS^orn
erbaut marb, n)o fte Un 9Bei(fyfeU@trom äberfidbritten 0.
hierauf burd^ baS Jlulmifdb^ ®ebiet binburcbiie^enb^ betrat
\>ai ^ctx, ald ed über bie iD{Ta gegangen mar^ baS (Sebiet
ber $reu{fen. 2)te mamenbe Erinnerung fruberer @efabten,
benen f)itx bie |)oIen fdt)on mebrmaU unterfegen Ratten,
rietb }ur Sorftcbt im Sortfcbreiten, wie jur Sebutfamteit
im Sager. 9ta6f alter SBeife bitten bie ^teuffen ftcb audf
le^t in ibren SSB^Ibern unb binter tbren kämpfen loerftecft,
»^bi^enb ber raubluflige $oIe baS Sanb bi^btn unb bort^tn
unter 9)liinbemng unb IBranb bur^^jog. S>ocb bie unb ba,
mo Qeit unb £)rt ^affenb fcbien, magten bie 9>reuffen &fter
))l5^Ii(be Ueberfille gegen ben beutegierigen Seinb unb eS
ifam nicbt fetten ju blutigen @efe(bten. S)em Solle ^xtuff
Uni bracb ten jebocb folcbe Kampfe wenig «^eil, ba bed Setn^
be6 flRacbt 9tel }u fhr! n>ar, ali bafi {te burcb fold^e %€^
ben b^tte gef(bn>4(bt ober aucb nur ermübet werben t&nnen.
2>a erfcbien enblicb / M baö 8anb fcbon xoeit unb breit t>er«
wiijlet war, eine ©efanbtfcbaft ber SBornebmeren bedSoffe<
bor bem «^er^oge Saftmir, hat um @cbonung unb Sf^iebe,
erbot ftcb wieberum }u Sribut unb ©eborfam unb gelobte,
aOeft iu erfüllen, wa6 nur irgenb ein nacbftcbtiger unb ge^
re4)ter £)berberr t^om Sol{e berlangen werbe. 2)er <^er)og
forberte ben rdtffiinbigen, bi^b^r verweigerten Sind, ^u
1) Dlußoss, T. I. p. 564 fa^t: Cum autera singulae copiae ad
oppidum Thorun super Wlslam silum convenissent etc. fBof^
f(beinU(b »oOte ber .$olntfd^e (S^ront^ mit btcfen IBBorten nur btc Öe«
genb bc^dcbncn, xoo bod «^eer ft4 Derfämmeltr, bcnn er m«fte bo(b
wo(>I rniffen, baf bie Gtabt S^om bamaU no^ nitbt »or^nbea toac
<Saftmir« M Oerff^lm Art^ dfg^ti bie 9#Upiatiir. 359
»
^eiuitd Ux ®efan§e«en unb l^urAett 9f ti|e( jut S&rgfc^ft
lenimen SviebeM unb ber t>erfpro(|^enen Setßitngeit Unjb
b« bte f>feitf)en aSe btefe Sorbentngcn toiUii etf&ateii/ tag
er mit feinem ^eerlKiitfen naä) Do(ni wieber jurätf >).
jDo(^ .au4^ je^t mar be« «^r^ogfr SEBaffen nodE^ Um
9tüf)t ^9t^btmti beim in ben ^reuffen mar nur ber eine
Setnb beft dUUf^i iüm Stieben gcimungen; m anberer ne^^
|efa^i4Krer las an 9)oIenS ifKid^er ®rdn)e. jDort m«l^
lett a($ ^dfbaw>9 bie (^eibnif(|ien ^olei^ianer/ ein Stpeig
bei alten Solfeö ber Sajminger, ber ftc^ fc^on in frulieter
Seit t>on Stuflonb unb SBo^nien bif gegen SRafoDien/
Sitt^uen unb Dreuffen meit ^in auöbe^nte ^). iDaö Sanb,
in mehf^m biefrt SSotf in {erfreuten 2BolSinfi|en faß/ um$
fafite bie meiten ©ebiete ber ledigen Sanbfdi^aften Doblejien
ober 9>obla4»ien/ Sineic, 9lomogrob unb (Sbetm unb im
Storben ging ed berauf bid an bie fub(i(be @(rAn)e t>Dn ©ol^
tnbten. ^o6f fc^einen um biefe ^eit bie ®rdn)en ber SBc^nr
jt^ ber ^olerianer fk^on befcbrdnfter^ atö frü^er^in gerne«
fen )u fepu/ nur baß bte n&rblid^e S^rAnje immer noc^ an
1) SDte wUftänbiglfti SXutUt ftt»er tiefe Unternehmung gegen bie
j)rettffen ifl iwat nur Dlugoss. T. L p. 564; allein auc^ bie diteren
(S^rottijlen beuten biefen Arieg menigflend an. 0o fi^gt Kadhibeck
L. lU. c 19: Corapos itaque Regai Gaiimiriis , certus amiconim,
scd'incertas amicitianiro , Getbicos niagnanimiter sudores aggredi-
tar. Quorum contiguis per Dimiura affliciis et per crekerrima vix
adactis praelia, in PoUexianorum cervioosam feritateuL aniraoaius
acdfligitur. 2)amit öbereinftimmenb Boguphal p. 49. ($d gebt ^fixx*
and fttglei^ beroor, ba9 ber Jtrieg gegen bie VrenfTen bem gegen bie
9o(crtaner voranging.
2) Sgl. Aber bie dCtere «ef(bi<bte be« Sastdngetr« SoOe« Mennig
GoBMuenL de rebus Jaxjgum sive JasTingomni ex Asia.in Unga-
riam et Poloniam transgrewomm , in Pruasia exUrpalorum. Regio-
mont 1&12. Ueber bie XBobnlt^e beffclben ^\it H bier p. 10: Inka-
biUTeruni 1) occidentalem Polestae partem, quamobrem ei Polte-
xiani dicii sunt; 2) lotani Podlackiae proTinciam; 3) totam illam
MasoTiae paiiem, quae inter flu^ios Walbosckum,. Nareyam in-
tnntem, et Bugum sila est; 4) Teierem >SudaTianiy Prussicam et
Samaitico - Littuanicam.
360 Safimtrl be^ OtCM^ten Jlctes gegm bie 9^FiAiifr.
bie ^ttf{tfd)e eanKc^fr- (Stefinbten fH^^). T>\tft 9la46a&
ficbaft Qkilinbten^ ^tte )utSfo(ge gehabt ^ ba$ bie Doleiciann
fid) m«tui^ed auS ben Bütten unb ®ebr ju^^en bet (Salinbiir
angeeignet t)atten; t>ienet(|^t ftanben beibe SSiOer au^ in
«^anbel^erfebre mit einanber; ti ift wobvfcb^nltcb/ baf t)eii
bDttber bie 9)reitffeR einen SbeK ib^ev foflbawn 9>el)»etfe
unlb anbete ISaaren )ogen, mit n>elcben fit ben «^bel
nadb SBefien trieben. I^a nun bie 9)obrianer »eber jum
®(aiotfcben ®tamme ^ bei ^olen , nn^ }u ben eigenöicffen
dtttfTett gt)^It lüetben fonnten^ obn^bem aucb too^I mit
Den 9>rett{ten ba(b gemetnfcbaftitdi^^ baib bocb »entgfM
gleicbjeitig unb au$ gteicbem ^((\\e gegen bie 9)o(en Sim
fjKe unb Staubjäge in beten Sanbe unUma^mtn, fo tonn^
ten fie Don ben Scb^iftfleOetn ienet Seit, bie mit berSSit
(et^ßetmanbtfcbaft obnebem l^6cbft unbefannt UHiten, we^i
U\6)t f&t einen äweig bed 9)tenfftfcbcn ßoKed gefnilten »et?
1) IDte gele^ Vnmerfung bei Narustef^icx Historya Narodo
Polskiego T. IV. L. L c. 26 Nro. 115 aber bte »ftammund foimK
qM aber bie SB3obn{t|e ber f)otertaner ftberbebt uni f^vn einer »eitmn
2(u4einanberfe^ung btefed (Segenflanbed, ber obnebem aucb bte ®ef4i4^
9reuff^n< mebr nur beräb<^t, M tbrem Gebiete sn^ört. 0o lan^e
man fräbcr (mie t4 felb# irrig in meiner ®ef(bi4te fRarienbitra^ 6..2
^etban) biefe« Soi! m6^ Vreaffen fe|te, f<bien tt aui^ fllr biefe« Htfi
bee ®er<bidft'te »on 9r6^mr föi^tigleit 3e(t fann e< unftce Xnfinecb
fftmfeit nur aU 9to(bban>olf auf |t(b sieben , inbem ed etntgenial vä
9reuffen in Ser&btung !am- Snbem wir baber ben 8efer ^nr »eiteccB
fSelebruttg auf "Stwcixiyttoiti i^erweifen, iit^t und bi^r nur bie oon bicjen
^cbriftfleaer nfcbt gekannte 9ta(bbarfdKift ber yolerianer unb Miabcc
Dor TCugen. Ißerfc^iebene Urfunben beweifcn W 9(a(bbarf4a|t bcibcr
^dttber gan^ unsmetfelbaft. SMe eine iß vom 3ab<^« 1255 in (es Act
Bonus. T. m. p. 140 nnb filbrt bie betben Cattbf^ftfa Pblaia mb
Galenz ((Balinbien) all ilebttt etnanber licgenb am (Sine anbere, oo»
Sabre 1277 nennt bcibe Stacbbarldnber Polexia unb Galandia (im 0<9*
2Cr(bi«> ®(biebt. I. Nro. 4.) ogL Jlo(ebue Bi L e. 313, »o jlatt
1250 fleben muf 1257. «Riebet barf XixifL ux^tn mrrbesi, baf MiO'
bien ft(b iiemliib tnett in hk ^egenb bei Sparern binab^og unb eisen
a^beil bei nacbmaligttt SRofooifcben ®th\zUA umfafte, »ic oxi onbess
^Orten biefel SBerfel beriefen ift.
Oca ^). Staute unb loUb / tro|ig unb ^uflerfl gracfam^ trie«
gftif4^ unb raubgierig, wie biefe^ Soff bam«tt no^^ »mt,
mufitf e^ t»im bc<i Sta^bam nodt» um fo me(ir gef&nlj^M
unb geliofit werben, ba unabfe^bare SB&ften, grauen»i>Qe
aialbioitbniffe uob grofe SRord^e unb ®um)>fe in feinem
Sanbe eS unangreifbar unb baburcb ^v^ fo feder unb ti^^
ner bei feinen Staubjügen in bie nac^barlicf^en Sanbe mad^ten.
@dbon I^ngfi ^rrft^te ba^r aud^ jn^ifcben ben^ 9>obn
nHb jenem Sötte, wie }n>if(^en il^m unb ben bena^^rten
Stuffen arge 8einbf<(Kift unb bitterer |)a{i , )uma( ba e6
au<|^ iebem anbem ^inbe ber beiben S6tter ftetd jum IRaubs
friege gegen f)obn ober 0lu6(anb bereit flanb ober gerne
tttjog. Sin foI4^er 9einb Dolend n>ar t>or)äg(i<^ aud^ ber
Surft 9on JDrobic}9n, bef|en ^errf((^aft um ben Sug lag
unb ber f4ion lange ber f)oIer{aner rduberifci^e SinfdUe in
bat ®ebiet ber |)o(en im geheimen begänfligt l^atte ^). 2)ie«
(en bef((^(o^ (Saftmir juerfl feine 9lad^e fällen )U (äffen. (Sr
)og t»or aUem i^or be6 Surften SBolinftQ 2)rol^ic;9n, bie
4>auptflabt feines S^iitent^umd am SSug gelegen unb be^
br&itgte fie mit einer fo l^arten {Belagerung, baß Ite enblidt^
nad^ toerweigerter Sebingung ber Uebergabe auf ^nabe, jt(^
}u ewiger fttabtf((^er Untert^i^nigfeit bem @ieger unterwegs»
fen muf te ").
£>a 30g Gaftmir weiter, um nun auc^ bad Soll ber
1) 64011 KtidUibeck L. III. c. 19 fagt: Sunt PoUexlani Getlia>
mm seil Prussorum genus. C^ben fo Boguphal ap. Sommersberg
T. IL p. 49. {Dagegen tiefet bad SJ^fcr. bcö SBogup^al im gr$. 2Ci;4ioe
fbrtt Gethanim — Lechitarura , rechnet ffe alfo SU ben ^oUn. ^te
Oiroii. Prindp. Polon. p. 41 nennt Ite ober ebenfalU Gethae. Dlu-
go9*. T. I. p. 394 f^t bie SBemetfung: Gens Jacwingoriim natione,
lingtta, riUif reKgione et moribut magnam habebat cum Lithuanis,
Pnrthtmiii et Samogitia conftirnutatem , cuhui idolomm et ipaa
dedita.
2) Kadlubeck L. III. c 19.
3) iDie CScs^ng oon bec Belagerung iDro^tcs^n'^ \fat weber
KadUibeck ed. Gedan. no^ BoguphaL ®te befinbet ft4i obeclm
Kadlubevk ed. Oobrom. L c.
362 Gaftmicl M (Stced^teii ittieg gegen bte 9>ob]Raiifr.
9oIenanet }um Xampie attf)ttfu(t^en 0- ^tei Sage buig
ging baS <^eer tm eiligflen Soitjuge burd^ mite, faft itn^
2itg(Sng[td^e äBuften. %m ttietten %ige mit ber @onne Xu!»
gong liefl er bem ganzen «^eete buttf^ ben IBifc^^of t>on 9>(o€)I
baö lE^eiltge Xbenbmabl teit^en unb ben lArtegem loerfdnbt«
gen: ber ^amt)f gelte bie Seinbe beS ®IaubenS unb üfeup
Ii(be ®6^enbtener; be%(b nicbt auf bie SBaffen, fonbem
mcf)t auf ben ®(aul^en an baS 6t>angelium muffe ba< Skc^
trauen ium @tege gebaut feyn. 2)ann jog bad <^t »oc?
WiirtS/ ben Xamp^ }u fud^en. Xbet ntrgenb^ geigte fi^
ber ^tnb, ber ftd() in feinen SB^Ibem unb ®di>lupfoi>\nhla
«verborgen "^klt, benn nid^t gerne wagte er fi^ in ofene
Selbfcblad^ten , mebr gewohnt , ben ®egner burt^ fu^ncB
UeberfaD ju über(i{len. 2)a überliefen fi(^ bie $o(en ber
9Iunberung unb f4ionung6(ofer SBermufiung; SBurgen unb
s S>btftt unb ane$, vo^i bem fBoHe n>ertb unb l^eilig mar,
t>erni((^tete ba8 S^uer ober bie mutbn>inige «^anb be6 9)(un$
bererd , bid enblicb ber Surft beS 8anbeö — ^oUejriuÖ nennt
ibn bie W^tonil^) — im @4^etne bemAtl()iget Untermerfiittg
Dor 6aftmir erfdj^etnenb , fid^^ für befiegt erfljrt, um mittei«
bige @di)onung febet unb ftd(» jubienfinoiaigemSeborfamunb
.)ur dindleifhtng erbietet. $Bertrauung8t>Da nimmt Saftmir
ben SArften auf; gefleQte @eif ein, beren 3a(|(ber ^urfiniK^itt
1) 2afo auerfl wtttbe ber Jürfl i>ott jDro^iqpn; bann bad 9olmfls
net'^ißote befdmpfc. @o tji Crbnung itoi IBerlaitfe b<r Cfodgnifff. Na-
ruazeivicz oem^trrt biffe £)tbnttng> menti er bad |>olntr(be «^eer ccft
nad^ bem breitägtgen 3uge burcb bte Sßöflen vor jDrobfcspn anfommeii
lAft. 9iad^ Kadlubeck I. c. mar biefe< fd^on erobert, aU 6a^ir
bann — subinde — bur^ ^a^ mfifle ®eb{et gegen bte 9)ole]cionec |0j.
QSo au^ Sßagner ®t\^x^tt t)on 9>olen SB. I. 6. 153.
2) Kadbibeck 1. c. Naru^zewicz irrt, iDenn er benPrinceps Dro-
hicinensis fftr einerlef mit btefem Poll^us ^&(t; t9te b^tte Kadluäeek
tbn einen Pnnceps Rutenorum nennen, fönneti / ha er bte ^ciepamt
la fftr 9etben ober 9)reuffen b^^^* Vn4 diebt ber richtig iserfbrnbene
XtKt JtabtubecK fc^on von felbfl ^u üerfl^en , hai beibed Derf^tebene
^erfonen ftnb. Uebrigen« muf ed babtn gejteOt bleiben, ob cS mit
tem tarnen Pollcxiuf feine richtige S3emanbm| b^^be.
6afimM tei &ttt^m Jtrieg gegea bie ^^Umntt. S65
l^ijgteii nodt» }u vetbäi^en unb bad 9>oIntf(t^e |)eer^ {!(|^ t>&k
lig ft^r gtaubenb/ beginnt fi>rgIoS ben dlätf^ng.
äXtttlemeifo aber "Ratten bie 9>oIerianet^ wo ni4)t@um«
))fe unb SRoraß ben SSkg fi^erreten^ butd^ jalS^Iretd^e unb
jtarfe Ser^ue bem Seinbe nid^t nur ben ^ätfjug ^ fontern
aa^ ben Srmerb ber not^^igften Lebensmittel abgefd^nitten^
ntil^t odfMb beS gemijfen S^obeS ber überlieferten ®ei$eln/
ba fte meinten , ibr Seben b&rfe beS gefammten SBoIf eS %ttu
^it unb Smttung ni^t inm |>inbernifl bienen, unb ba
be? @ebanfe ber @ee(en^9BanberungO^ ber fte belebte^ fie
ttbn bie fteinli^e Surdj^t be« SobeS eben fo Uid^t f)inn)eg«
^ob/ att er im Aam))fe ilS^re 2a))fer(eit erl^6lE^ete. ®o l^tte
au(^ bem rollen SSoKe bat 8eben nur einen 9Sett^ in bem
SBertfie be6 &eben6. 2>te ®efal^r aber, in weldi^e beS «^r«
^ogd ^eer auf fob^e SSeife berfe^t iDar, erzeugte bie ^&(bfle
Serstpeiflung, 3ett galt feine @(|^onung unb fein Stbaxs
mm me^r. jQie 9>oten toitl^eUn gegen ben Seinb mit %tmt
un\> @<bmert auf bie fur4)terli(()fle SBeife ; alleS, waS je bie
atenfcl^en^anb erfd^affen, nnirb ber Sernicf^tung $reid gege«
ben / bis cnVli^ bai ft^redHicIie JBIutt^ergiefen unb baS Sienb
ibex bad gonje 8anb ben n^ortbrAc^^igen 'Sörfien unb bie
9td4^igen be9 SoIfeS bemog, ^ bem Sieger )u ergeben.
Bor (Saßmir erfc^einenb baten fte in 2)emutf^ auf ben itnieen
um 6(|^onung unb Stbarmung für baS, toai ber Sngrimm
beft %dnbti nodj^ nidi^t bemi4)tet l^atte, unb erboteti bien{ts
nriOigen ®ef)orfam unb i^^riic^en Xribut. 2Der «^erjog be«
willigte &naU, empfing bie bargebrac^ten ®efdS)enfe als
er^ deichen ber ttnterw&rfigteit unb als er ftc^ beS befteg$
1) Kadlukeck k c. fa^t bei biefer ®dffdrn^ett/ aber in nd(|ftec
ScjielwnB auf bie §)ole)ciatier: Est euim omnium Getharum com^
/teunU dementia, exutas corpore aniinas nascituris denuo infundi
ccvponbtu. f&xt »erben f|>dter()tn t)ierftbrr weiter fpredifen. fBSir f^n*
nea ober bter fd^on barauf aufmerlfam machen , baß audjf Hcrodou L,
IV. c. d3 bie rir«^ rov^ a^xvxri^cvrx^ nennt unb c 94 bie 2(rt
iSfsH ®tottbend an UnfUtbÜ^Uit weiter bef^rctbt
364 ßaflmic« hH SkredE^ten Atteg gefeit bte ^«(maiitr.
tett JBoOeS t>iQtg üerfut^ext glaubte^ fe||tte er' mit SiegeS^
ttt^m in bte «Heimat }utä({. (Sd mar bte (e^te S^t, toeU
<|ie @afttntr t>oUbtac|)te; bentt aI3 er l^eimgefe^rt am Sage
be$ ^tt SlDrtanud ein ptat^t^oUe^ Sfreubettfefl iDegen ber
@tege über beß Sleicbed fSfetttb^ f&r bie ©rofen feine6 Sam
1>e6 feierte unb att ber retcbett Xafel bed «^erjogS ®Iud gc^:
^riefett unb fein ®tegenul^m unb beS Sanbed fegenSreii!^
ä^it erhoben warb^ jiarb Qdflmit plh^U^ jum Scbtetfen ber
i^erfatntnelten ®ifa unb )um Sammer bed ganzen SanbeC,
im 3abre it94 ^). *- SBie. lange aber nacb M *^r)ogS
Sob baS be}n>ungene SSoK |)oIerten8 unter ber £)benna4^t
ber ^olntfcben «^erjoge geftanben babe^ tft uicbt tu bzftims
mexL SBir werben jebix^ fpitcr feine ®dbi^fale toeiter i>et^
folgen^ fo fem fte bie ®9^(i)idfU f)reufrenö irgenb ni^i
beräl^ren.
Unter (Saftmir6 bed ®ere(|)ten 9legentf4faft toar 9o(e»
mebr aü te )u eiitem ©anjen üereint gewefen unb im 3n^
nem gegen bie ®ro$en be8 ianUt ti>ar triebe ^ tote naät
auflen bin i^^^^ bie unrubigen 9la(bban>&((er bie @i(^r^it
unb bie SSobIfabrt bei Sieicbed aufrediit erhalten toorben«
9Rag in 6a|tmir$ fonfiigem Seben man4)eS mit Stecbt ^rt
)tt tabeln fepn : ber Stubm barf ibm ni(bt befhitten toerbeiv
baf er baS &ctpUt mit einer Araft unb SBürbe }u balteti
mufte^ xou wenige bor feiner Seit ®an) anberC ober loatb
ber 2)inge ©eftatt unter feinen 9ta6^itttL
SBer aber foOten biefe Slacbfolger fepn? S>iefe %tagt
fe|te abermals me^re Saläre binburcb SBaffen unb Soll in
aQgemeine {Bewegung. SRocb lebte ^Rje^co ber Tüte, Qa^
mird S3ruber^ ber mit biefem {t(b berf6(^nenb nur auö Slücb
{t^t auf beffen ©rofmutb ber SBemaltung entfagt iatte,
je^t aber bie alten ^ il^m jugebracbten %nte^tt auf 9oten6
•f)errfd^aft tt>{eber gältig ju macben beabftd^tigte % @e{ne
1) MkJtuÜubek L. III. c. 19. Bogmphal p. 48. Chron. Prracifk
Polon. p. 40* Xüt bret fagen : Morbo incerlum est extinctus an Yeneno.
Vttd) Dlugoss. T. I. p. 567 fä^vt bie Gtage 9oti Hner Vergiftung an.
2) Kadlubeck L. III. c. 22.
frine« Xitert nnb bie ®€neigfbett eint« Zbeile« be« SoSef
D^icRcn i^m (|mtet(benbe Gtä^en im fiSel^uptung feinet
Seilte. XnbetB geftntit toaren bie ^rofien^ befonberS btc
tt^n @etfHidtKn nnb unter biefen tH>r)ägIt(b ber angefelSiene
Bif^of Suico t>on Jtrafau. Gaftntt? binterltefl jwei unmAm
bige 6ibn<^ beten itteflet Se$co, bet anbete (Sontüb l^ief^
XKefe empfafji bet genannte Sifc^of tn einet betnfenen Set^
fammbmg bcn ®tof en iti SanbeS aH bte einjig te4^tm&
fi^en (Stben be^ «^etjogtbumd. unb ben ittetn^ 8efc0/ oM
kcn gefefsm^f igen 9tac^fo(get feine« ^Ut» ^). Sfuko'a ge^
t9t(^oae Stimme in ®a(ben bed Sonbe«/ baft Xnfe^en feis
nef finibetS/ beS bettü^mten Sotwoben SticefauiS tH)n Ai»r
hn unb bie für bie @to{len be« ganbe^ et&tfnete XMftcbt.
)tim freieten &^lUn unb SBalten untet bet «^ettfi^oft bet
Sittgiinge gaben bet (Em^fe^Iung beö Sifc^ofS baS enoiUif4^te
8ei9i4t. 8e$co wutbe aU M Sanbed Slegent begtäfit unb
feinet Stutter, mlifz dbet bie @6^ne bie SSotmunbfc^aft
fft^ foDte^ tüutben Sfulco bet Sifd£^of unb fein Stubet
Rtcolattt, ^oittobe t>on JCtafau, att 9titt)otmänbet unb
(«ttbeSoenvelet )ut ®eite gefe^ ^
Somit begann nun um bie *&ef}ogdmitbe tin wiVbex
ssbUtttiget Sätgetttieg. Stjeto^ entfd^IofTen feine Tir^ptiift
taiKb bie @kwalt bet Safen geltenb )u macl^en^ tief bie
•ßetjege t>on ^dfie^tn, Stje^co bon iDpeln unb Slatibot
«Hb SoIeUat» ben @to{ien t>on flSteft(au um 0ei#anb an.
Skner fam felbft; biefet fanbte feinen ®ol^n 3ato«Iat> unb
au4 au« 9)ommetn eilte eine «^älfBfc^aat l^etbet 0* Sn
1) JuUo'ö 9?fbe in ber ^erfammlung bei Kadlubeck L. III. c
21; Boguphiü p. 5o. Dlu^oss. T. L p. 569.
2) Dluffoss, T. I. p. 569. Som SBoitooben ooti 5(rafats (dft e<
M Boguphal p. 51 : Primus ille Comes Nicolaus prineeps milicie
Omnibus summe negociatus, oranes de constancia et forma fideli"
tatis ammonet et infohnat, eosque, ne cuiquam in contrarium suam
postint mntare Tohiiitatem, jusjurandi religtone constringit.
3) Boguphal p. 51. Cbron. Prindp. JPolon. p. 40. Dbigass*
T. L p. 571.
366 Settoirruns 9D(m< unttt (Safimifl fRo^folgcm.
gbidi^er Seife fuc^ten au4) 8e0f o'ft SonnAnber Sei^tib im
KuManbe unb fanben foldEien bei bem bebr^ngten SArftin
Sol^nienS Slomart ^fitflawitfc^, ber ^ t)on f)okn an<
ttntei^^ung gegen feinen ®c^tt>{egen)ateY Slurif^ ben %iift
ften t>oit AieD \>etfpxa^ ^). So begann bet JCam)yf i«
3abte 1195. SRiedco ftegte ixoax in ber blutigen ®4la<^
^int Sflufie 9lo)gat>a unb Sloman/ fc^mer vemunbet unk
M bie @tinif SfHi^^nicni gebracbt^ fonntt auf {eine Seife
ben>ogen »erben ^ mit feinen JMegem jur Srrettung St^
f au'S wieber fKrbei}U)te^en '). XOein fo lange biefe ^«t^
ftabt be< &inbe« in ben .^dnben ber Seinbe SRieSco'd Hiei^
brachte i^n bai augenblitftt^e Safengläd feinem Stele ni^t
nitftx. @o )«g ft4) bet fret>el^afte ®tieit um bie ^vn^
fJofenö nod^ 3obxt lang ^n unb je langer er bauerte/ ttm
fo fdSire<nid(i«Y loarb ber Suftanb beft SanbeS , um fo grifet
bit Xu(l6fung aOer iOrbnung/ um fo gefal^rooSer bie Sm
wiming unb bie ^orgloftgfeit in ber Cermaltung. tkkts
n^ng, &dpcۊen unb Safengetoatt martn bie Stittel, in
welken bie 9>Arteien fAr i^re Smetfe gegenfeitig Wetteifer
Un 0* Unb bicfer ^etOofe Secl^fel ber 2){nge , in vkU^
balb SDtfeSco^ balb loieber Sefco «^err M ianM (iep, wo
tutr 43etrug unb ®m(At bie SRaSfen Huberten ^ »o man
Me fparfame «Kraft audf noäf in Ariegen gegen bot TM'
totibT/ befonberft gegen 9loman , ben Surften SoI^^nienS «et-
geubete unb $oIen wn biefem me|^rmaK feinblicb überM^
marb: biefe miberlic^ Steige wn fiSIutfcenen unb anbem
etelMten SreignifpEn^ bie nur in wilbefter Segievbe tmb
itnge)Age{ter Seibenfc^aft i^re iCateOe unb i^re 9tt(|^tung ftfn*
ben, fAnt bie gange ®ef(|)i(^te ber Seit bis )um 3af^ie 1^06,
na6)Um ÜRjeSco f4)on im 3a^re 1202 unb 9loman wn
1) Kadbibeck L. lU. c 23. Jtaramfin ». IIL e. 77.
2) Sgl. Kadhibeck L.IILc.23.p. 540^544. Boguphal
p» 51.
3) Sidere Casimiri «iccideiite, ezortum>est quati «{uodiltiii €l>*^
et quaedam rerum ac personanun confaaio, fagt KadhAeek !«• ^'*
c. 21. p. 527.
4^er)os Conrad üon 9tafot>tem 367
Se^ynten im 3a^re 1205 gefiorbenO/ ^^^^^ ^^^ ^^
9Mxäb, nun toodi^^rtg gewott^n^ unbefhitten «^erreti ber
ftmbe i^ft SaterS maren *).
S>a gef(dbab nun im Sa^re 1206^ ald jene ft&xmi^
Seit üuSgetDbt ^tte^ baf beibe S3rüber ft^) in bie t)dter«
It^^n Sanbe alfo tb^ilten/ ba^ *&er)og Segco alS ber Stfi«
gebonie bie @ebtete t»on Arofau^ @anbominen/ |)ommem/
Sandc) unb S^robien/ Gonrab bagegen/ 6a{imtr'6 {weiter
€^n, qmi 9tafobten tinb JdtfatHen nebft ben ^obttntxis,
fti^^ner:: unb JCutmerlanben exf^itlt^). ®o'nmtb SRa^
festen/ n>tlö)ei unter 6a{tmtrS «^errfcboft mit bem ®<inien
vereinigt sen>eren^)/ nun atö ein eigene^/ unabb^ngigeS
^rßentbum oon 9oIen wieber getrennt unb blieb fortbin
einem befonbern ^et^oge untertban.
Diefer «^erjog &>nrab t)on !Rafot>ien bat im Betbmfe
ber ereignifTe f&r bie ®ef((^i(bte 9>reufien« eine befonbere
^be IBtcfKigteit gewonnen^ aber feine^wegft burc^ imieten
IBertb unb eigene^ 9Berb{en|t^ benn er n>ar nii^tt xotnijg&i
üU ein ÜRann, beffen bie ®ef(bi(bt« mit Slubm gebenfen {onit.
2Ke Settgen^en baben über feinen Sbarolter geft^tviegeny
aber bie 9la^n^It bat in ber ®ef(^i(^te Aber ibn gerfd^t
Ctint «^anblungen ftetten ibn bar atö einen ^ufferfi leiben«
ft|afiti(^n !Rann, milb unb jAgeOtS in feinen @itten, ebne
ataaf unb &^am in feinen SAften uifb SSegierben, grau«
fam unb t^rannifd^ in feinem Sotne, unt>erfb^nli<^ in ftU
nem ^ffe^ äbermA^ig im ®lMt unb feig unb frafKoS
i) Alberici Chron. in Leibnü. Access, histor. T. II. p. 439.
2) S3er bie $Ber^äItntffe ^olcn6 in bterer itxt n&ber fennfn lernen
Witt, mag bfe ©c^ftbening M Kadlubeck L. HI. c, 24 — 26 unb
Boguphal p. 53 — 56 na^tefen.
3) «€^0 en9&(^nen bec« Ahnung Kadkibeck ed. Gedan. p. 30 unb
Boguphal p. 56 y gttm S^feU au(b bfe Chron. Princip. Polon. p. 40.
Diefe (entere nennt ^nxir ott Gonrabd Xnt^U nur SRafooten unb itu«
iooien / begreift barunter aber ancb bie ftbrigen brei iBebtete. Dlu^oss.
T. L p. 602, n>el<^ bie S^Uung fArfcblicb in« Sabr 1207 fe|t; er^
9dbnt auebrft<f({(b aucb bee jDobrtners vmb J(u(merlanbe6v
4) Dlugoss. p. 549 — 551.
368 «l^erjog 6ottrab t»on 9R.Afot>itii.
im ttnglitfe. 9tid)t» i9«r t|im tottOf nnb l^ttig/ feOt Mi>
t)et(i4^e Siebe ntd^t/ wenn trgenb iobnxäf bie Befriebigmit
feinet lö{lernen SBänfd(;e t)erf^inbett tpatb. 3Ctf einen \Mtfn
bewies ftdb (Sonrab bor^ugfidi^ gegen feinen e^iematigen Sr^
jie^t unb Sekret Qxi^in, SBoiwoben bon SRafobien, einen
^ann t>on au^eroibentltcben Serbienften um baft S^anb, tN^n
aUgemetnfler |>o4^a<^tung fction wegen feiner t^omelmen ^
fünft, nod() me^r aber wegen feinet tinetmiiMi^ien 30^^
Uli )ttt JBefötbetung beS ®emeinw9^ beö iatä>a, fo »k
wegen bet Steinzeit feine» QHtatatttxi unb berSte^efcMf^
^eit (eine« SBanbe». 3m @efä(|k biefe« feine» SBett^
nnb feinet 2C4itung unter ben 9Senf(^en glaubte Srilltn m%
eS über ^if nel^men )a f&nnen / bem ittttgen «^erjoge iuesft
im geheimen ^ bann aber an^ bffenüid^ in ber SBerfamms
Imtg-ber fftit^ aber fettfe tabe(n«wertf^n @itten unb ikr
fein ttitge}ugelted Seben emfKi^^e fBorfteUungen )u mactfen.
Itiletn bie Solge biefer wolE^Igemeinten (Ermahnungen wx
ftott fiSejferung bittere Seinbfdlntft unb ungefhimer «^ gt*
gen ben re4^tf(|^affenen ^am, ben SrifiinS Steiber unb @<g»
ner ba(b audf )u SSerldumbungen unb Xnfkgen bei bc«
;^)Oge benu^ten. S)iefem fam bie @e(egen4Kit/ 9^ M
SSonned ju entlebigeu/ fe^r erwdnficf^. * <Er lief i^ gefoS'
gett nehmen unb in einen f(^mtt(}igen Aerfer fe^K^/ Mi neue
Xnfd^ülbtgungen unb Serlaumbungen bem ^erjege Xntef
bi»fen> ben ttnfdi^ulbigen juerfl be< JCugenli^tö berauben/ nnb
balb barauf unter grauftmen £lualen etw Argen ju laffen^.
Unb biefer SRann 0f)ne eigene «Gattung, o^ne fejifn
SBillen, o^ne jene mora(tf(l)e Jtraft beS @eiflee, bie im
@turme ber Seit nur um fo mel;r im SSertrauen auf ^
ielhfi erftartt unb toi^ft, ol^ne Siebe unb X^^tung unter
ben SRenfd^n unb ol^e dubermt auf bie J^ülU einer W
1) Biu^oss. T. I. p. 620 — 621 Wfhni (Sxifti» <M Milhem
«trenuitsimum , totius MasoTiae florem , Tintin darum et beroiai
splendentem operibiu ; id «ibi nomen eamque famam a propra« ci
exteris quaesicrat, ut magnus MaaoTiae Palatinus a proprii« ^^ "'
Bitiniis Yocitaretur.
tetm Ttai^t, biefet 9bmn; ber {!d^ fclbfi ni4^t }u lenfen unb
iit be]^nf4^en t>€rfiaiib, loat befittnmt, ein Sonb )u regte*
nn, in bejfien Snnem baS ®efe& t>ergefrcn^ bie £)rbnttng
{ertreten ^ beV SSoblßanb tj^emic^tet, baS @Iu(f t>erf(l^eu(|^t
ttnb bie 95o((fa|irt unb ber Stiebe bet SBtxooffnzx bnti) lang«
totenge S^bben faji untergraben waren ^ <^err }u fe^n in
einem 2$rftent|^ttme/ beffen €inn>D^ner 3a|ire lang bnrc^
Ai^eg nnb @rduel/ burcf^ Staub unb $Iänberung ^tn unb
ber getrieben unb an ein »ilbed unb n>ufle8 tzUn gen>&](int
«Kiren unb beffen ©rinjgebiete augerbem nodf loon gerei)ten
unb erbitterten 9la((^ban)6l(ern fort unb fort überfaUen,
bisnl^t>länbert unb i^erw&ftet würben. Unb gegen biefe feinb*
lt(^ S6lfer/ gegen bie ^reuffen im 9)orben unb bie un»
ter jenen Unru^n tt>abrf(()ein(i(i^ wieber frei geworbenen f)o«
leirianer im £)^m, t>on weU^en beiben (Sonrabd 8anb ints,
mer nü6) am fd^^werflen l^eimgefu((^t würbe ^)/ war weber
in feinem eigenen Solle bie n6t|)ige Jtraft loorl^anben , no4^
aui ben übrigen 9lacbbarlanben «^älfe unb SSeiftanb )u er«
warten. Jtlarer wirb biefeS einleuchten unb IS^eDer nod^ wirb
boS Si(b jener Seit ben^ortreten, jd)tnUn wir sut>or ben
ge^i^tliCien fBerJ^dltniffen biefer S^nber einige 3(ufmerf<
famfeit.
jDad 5fl(i(|^e 9>ommem — benn nur biefeS aOein l^ben
wir etwas nd^r ju bztxa6)Un -r ^ttt fic^ in bem langen
Soafe jener jlurmt>oaen (^Sreigniffe, bie in $o(en bieder ob^
gemattet/ t)on bem alten abl^ngigen IBerb&Itniffe su biefem
Sonbe frei gemacht & waren, begAnftigt bur^^ jene un«
rubet)one Seiten in Dolen, eigene «^erjoge aufgeftanben^
bie nun fc()on ali t>&t(ig unabhängige «Ferren aber bad 8anb
geboten. & iji frulEier f4^on tttoÜ^nt, wie einer biefer ^e^^s
|oge, GubiSIat)/ bem jungfl erfi i^erbreiieten cf^rifUic^en ®Iau«
ben bur^^ bie @ränbung beS f^^bnen Jtlo^erS iDlit>a einen
eben fo feften^^alt, a» freunbli^^en iii^tpnnH ber bis Jl^ie»
^ \^on gelangten (^riftlidE^en Srtenntni^ gegeben hatte.
1) Boguphal p. 59.
'• . 24
a70 SSlict auf 9<^ntmftn.
ttnb voit (in StebKngdKnb M ianUi ongefe^en watb rt
t>on t«t>^nt ^erjogc neu beTetd^crt, nen begünfligt, ntu je*
^>Pe8t unb ieberfu(^te In fetner SBereidberung, SBegünfHflung
unb ypege bie JBefJrberung beS einfügen ^ile« feiner ©eele
ju ftnben. SSon @ub{$Iab'$ jwet ®himn, Sambor unb
SRejhtoin, fcbenfte il^m ber erjtere, ber naöf feinem JBater ble
^erjogSwfirbe erbielt, im 3abre 1178 ffeben J>6rfer irnb
begabte c6 mit manchen wichtigen Sfrei^iten *). C« fawi
feinem 3n)eifel mebr unter(tegeny baf auc^ btefer «&et}og
®ambor fcbon a(d t>6IIig unabhängiger «^err unb frei von
aOem ^olnifcben iDbergebote in feinem ®ebiete betrfcbte unb
über feine 8anbe unb SBeft^iingen berfügte «)• ©einen SBp^»
{t^ b<^tte ber «^erjog auf ber alten IBurg )u ^Danjig.
(Sambor n>ar jebod^ feineSwegS <&err ber fdmmtHcben
Sanbe £){l := $ommem$ , benn f4)on um biefe Seit faf neben
t^m tn ben ®ebieten t>on (Stargarb unb @(f^we| ein anM<
rer »^erjog, welcher «^err biefer CanbeStbeile war unb jtc^
felbjl einen ber gärjien 9)ommernS nennt. 2>{efe& n>ar6rif
1) jDad Original tiefet 64en!ttnddnr!unbe im gf^cim. Xtä/to i»
SttniQ^b. (Q^^iebl L. V. Nro. 1.); abgebtnidK ifl fte in Kerfes«
^vinhU ^aä)ti^t 9on ben «^erjogen t>on yommem» ^Danjiger iünkt €f.
25. SSgt. aud^ Annal. Monaster. Oliv. p. 2 — 3.
2) SDiefee bewcifct «ud^ fcfton bie eben erwd^nte Urfunbe, in wd*
((er €>ambor ftc^ princeps Pomeranomm nennt unb 9on ben 9Xbn^
4n OtiDa fagt: quos Det pietas coUocaTit in löco, qui Olyra didtor
constructo in niea proprio possessione , que mibi evcnit de pa^
tema herediiate. %tz\ix6) liegt fhreng genommen in biefen Sorten
bie Unab^ingigfeit bed «^er^og^ nic^t audgefproc^en , benn eö bftrfte no4
gefragt werben: waö war jene propria possessio? JDaö i&erjogljttw
der (Erbgüter im «^eQOgtl^um? 3m erfletn €Sinne wdre bie ttna^
gfgfeit gan} f(ar. S>er «&aiq>tbewei< für biefe aber ift offenbar ber 9^08«
gel oller bfinbigen IBctoeife von bem ob^dngtgen Sor^dltntffe 9)ommecBl
mm yolen au4 uoc^ in biefer Seit; benn aVlH, »atf hierüber in ^
9<(rift: ,,(Sfirenrettttng ber Alteren Volnifi^en ®ef4i4tf4reiber gegoi
bie nenlid^ im S^rüde erfc^tenene: ©rünblid^e Slad^ric^t oon ben «^^
gen oon Sommern 2)an}iger, Sinie^' gefagt ift; l&ft fftb b<4t nnbrn
legem
SBUd/nuf 9ommetit. 371
mtHat> ^), ber gegen baö 3a|^ 1 198 tine 64»aar t>on So«
tamitetsSiittttn in feine Se{t(ttngen rief unb für feiner
6ee(e «^eil i^nen feine S3nrg @fargarb ait ber Oeriffe (Serfe)
gelegen nebfi meieren ginbereien t>erf4irieb. 2)ie jBetoo^ner
biefed ®ebtete5 t)on aDen fonft i^m^ bem SanbeSfiirflen/ ge«
lieferten Xbgaben unb ge(eifleten 2>ienflen frei f^^re^enb nnb
f{e an bie (herbeigerufenen iBräber bei Sobarihiters£)rben6
veifenb, er|iob er biefe gemiffermaf en )u freien «Ferren über
btefe< Seft^t^um unb grunbete bieburcb bie erfie 9{teber-
hffung btefeS ^paUt in |)ommem weiter t^erbreiteten Stitters^
Drben««). ©d^on l^terauö leud&tet ein, baf audj) biefer
Sftrft r>m |)omniem ein t>&aig unabhängiger <^err feiner
Sefi^ungen xoat, benn fcbon feine SSorfabren fyntten biefe
®ebiete feit (angen Seiten aI8 eigene Srbgiüter befeffen *)
Sitte ^anbelSfhaPe/ welche loon 2)an){g aM na6^ ®targarb
bun!^ be6 S&rfien Sanb ging unb feinen 9lamen führte, li^t
1) 6(Jbon in ber Urfunbe beö «^cgd Ckimbor vom 3afire 1178
tHi^ nnter ben ^ugen ein „Dominus Grimizlaus aufqefüH^vt; roofjlL
m5dlt4 unb fe{b# fe^r »afirfc^einUtd , baf btefeS ber iwansig Sahire na<^
)a nntcr bem ISitel etneö pnncepsPomeraniaeborfommenbe^rimiSfat»
tft iSi btftätiqt fid^ biefes anä) burc^ feine eigene UcCunbe, inbem amb
in Wcfer einigemal ber „via domioi GrimislaVi ," erwd^^nt wirb.
2) 2)a6 Cnginal btefer Urfunbe im geb- ^Crc^io ju JtdnigSb.; ob«
gCbntfft in Dreier Cod. diplomat Ponieran. Nro. 32. QMmiiiaiD
ncttftt ftlb barin Dei gratia nnus de principibus Pomeraniae. S)af
rr btc 3o^nniter » atitter aum Gd^u^e gegen hit f)rettfren berbeigerufm
^, »ie man(be oermut^n, ift in ber Urfunbe loenigfteni ni(bt
0cfagt. (Sd ^ipt l>ietme(|r: dudum audiens a multis de hospitaK'
Aerosolomitano y quanta in eo misericordie opera circa panpcre«
elinlinno« perrisitatores dominici sepulcri jngiier exhibentur, tante
mercedis tantoninique keneficiorum atqoe orationnm tante multi-
todinis ob remissionem peccatontm meornniy quibiu me graTiter
opprestom recognosco, aliquam cupiena pordonem habere, ad bec
se4|aenda prefata miiericordie opera me coadjutorem conitituer*
tolenj secnndum facoltatem mihi diirinitus conceuam.
3) 2)a(er ^aqt ond^ (Srtmi^Iat» in btefec Urhtnbe: Ad honorem
Dei sanctiqne «epulcri sanctique Johannis baptiste de propria here-
ditate mca ab aHt et attaVis meis mihi relicta.
24*
I
M2 IB-U(f auf Sommern.
i9oll)I aud^ auf einen «^anbeUt>er!et)r unb auf eine Serbin«
bung mit bem @ee(anbel f4)Ue^en. S)a ©taigarb gewifi
tetneSroeg^ ber n>i(()tige £)rt toar^ baf biefer <^anbe( bort
fein 3ie( %l\Xz finben tinnen, fo ijl tvo^I ju t>ermuf^n,
ba$ biefe ^anbetögemcinfc^aft ftc^ nocl[) weitet na(^ @ubei(
etflrerfte. 2Cud^ bot pc^ biefer l^anbeföweg* na4)bem no(^
me^te So^rlS^tinberte ^inburd(^ er()alten ^). @ett me^r ol^
swanjig Salären war f(l(ion in biefen ©egenben ba^
Sicfft be6 6l^rijlent^.umS aufgegangen unb mancher St(^tfitaf4
beS @Iaui^n$ mod[)te ftci> loon £)Ut)a auS auct^ l^ie^r oer«
breitet ^a^en. S^rifilic^e Airc^en ftanben um biefe 3eit
f(^on in SubiffoW/ in SSBiffegrob, unb in @(!bn>e| am %v^
feU®ttpme n>arb gerabe in bem erm^litfteti Sa^re ii98 eine
neue SXxA^ eingemeil()t @ie gehörten -aOe )um Jtir^n^
f))rengel beS 93ifc(»o^ von Sefilau '). UeberaH alfo (ier
fd^on bie 2Cnfdnge auffeimenber S3ilbung: S^riftent^uni/
<^anbe( unb 2(tferbau ^).
2Bie in biefen ®ebieten bon ^anjig unb @targarb/ fo
fa^en ft(|^et(i(() aud^ nod^^ in anbern S^l^eikn beS ifHi4eit
^ommernS hfCjXiX\i:iz Reine ^ aber freie unb una^ngige S^^'^'
^en ober «^erjoge ♦) , xozXi^t ba8frö^re ?)olnif(()e 3oc& Won
lange nt(!^t me^r tannten ober bo4) (angft fc()on nic^t melr
atterfannten. 3u Surften bed Sanbed erhoben %MiCi fte {üb
u)0^l aQe }ur Beit iener flurmifd^en Sreigniffe in 9olen.
Urf^rungUc^ reiche S3eft|er großer Sanbgebiete/ mie bieSb«
len in^reuffen, mochten fte wegen i^re6 Änfetw6 unb ßin-
fluffcS auf baö um^em)ol()ncnbe Solf t)on 9)ofenS «^erjogen
1) iDief i|l bie via dommi GriniisIaYi.0te fommt no(^6t'in§14tr
Safl^bttltbert 90r; Cf. Dreger 1. c. p. 61. not r.
2) SBdI. ®rimU(a9d Uifunbe bei />r^^ffr I. c
3) %VL^ übet ben SCcIecbatt unb bte IBte^suc^t enteilt \M txa:^^
ttduttbe XAbeutungcn.
4) JDarauf beutet fc^on bie »ejeiiftnnng %\xk , todi^ ficft ber SJftrf
(Sdmiitot) gJebt ; benn wenn et ft(b «»«^ ^ pHncipibus Pomerania«
nennt, \<i mäffen aufet t^m in bem dflri^en f)ommem n(K( vf^f'
W(^e gßrflen baöcwefen fe^n.
iid auf $ommecn. .373
in ber Bett (riegerif4>er Uebem^tttgung ju fßb^Un unb
&tatlf)alt€in jber uml^erge(egenen @kbtete ernannt n>0Yben
fepn. 60 }u abl^ngtgen £>betl)enen emporgejttegen Ratten
jte gebotd^t, fo (ange fte geborenen mußten. $o(en$ unnt^
(ige unt ^moitrte Seiten aber, in benen feinet «^err tvar^
loeil biete «Ferren T^^pn wollten, n>aren gen>i{| fär biefe Statte
büUer in Sommern 2(uforberung genug, bti |>flicbtigen ®e=
borfamd ntc^t ferner met^r ju a^Un, ba(baud^ i^n ju ber«
D)etgem. Unb wenn nun ieneS @treben nac^ ^reilEieit unb
Unab^gigfeit in ibnen toad^ geworben war, wer anberS
M fie mußten bei ben Serfucben be$ S3oIfe§ jur jßefiieiung
t>on 9oUn^ ^errf4)aft ftcb an bic @pi^e ftellen, bie «^eere
anfuhren unb bad ©anje leiten? Sßa0 war für fte }u t)er^
(ieren unb }u gewinnen? Sl^re 93ef[|ungen, mit ber Seit
gewtf auü^ vergr&flert/ bitten fte ja erblicb unb an bad
Erbgut fnäpfte fid^ Uxä)t and) bie 6rb(ic^feit ber amtficben
Särbe. IBei bem 3CbfaOe bon $o(en blieben fte bann, wa6
fte borl^r f^ongewefen, SBorfleber, SSerwefer unb .^au)>ter
bed Solfed; aber unabb^ngig über t'brem SSolfe ftebenb unb
frei t>on $oIen8 Soc^e nannten fte ftc^ nun Surften unb
«^erjoge ber BanbeSgcbiete/ aber welche fte atö @tattbalter
geftanben l)att^n. 3n fo(^er SBeife ju unabb^ngigen Sür^
fttn emporgefliegen mochten fte iebodS) wobt fcbwerticb bon
ben «^eriogen Do(en6, bie ba6 alte Serbaitnifl nicbt bergef^:
fen fonnten, al§ freie fjfiirflen anerfannt werben; bietmebr
Wieb e« fiet6 ber festeren SSeftreben unb ber Serfud(> warb
\)on i^nen nic^t feiten gewagt, ben frfib^ren ©tanb ber
Dinge in 9)ommern wieber geltenb ju madj^en 0«
1) jDtefei fcbeint im TCOgemeinett bev 9and gewefen gtt fe^, auf
»efaiem bie ^txioqt von yommem }u i^rer Itoabbdti^igVett getaugten;
n »ibfi#n4t locber brc SUbund unb (SatimcTetuti^ fotiber Skrbdttntffe
Abrt^upt, no4 ben befonbeni ^tnbentmiden ber @ef(^i(()tebiefe^ Sanbe^.
Vuf roI<be SB^tfe läft ftc^ bann aucb ber oft fc^on enodftnte Sßiberfprufb
iNtteit hm ^Cngoben ber Urf unben , nacb toei^en cf)nt 3»etfe( bte «ßer«
loge oon 9)ommertt ganj unabb&agtg maren, unb benen ber 9>otnif(ben
%OAiftett, nacb »etc^n f[(b Volena «^eraoge immer no(b ald, Oberb^c*
974 SB(t(f auf ^cmmttn.
SSie toemg bkfe6 inbeJTen gelang unb xoxe oiel f(^(<
ter ein folcllee ©eltngen im fBerUiufe ber 3ett immer. loer^
ben mu^U, betveifet fc^on bie ®efc(^t4)te ber niif^en Sa^i«
jebnte. ©ambot/ «^erjog t)om' 2)an)iger ©ebiete^ jeigte ft^
toie in feinen frommen Sc^enfungen^ fo niö^t minber au4l
in ber Sergr69erun9 feinet «^ersogtbumS unb in ber ®rib
bung t>erf4^tebener @tibte unb Sänt^m, tinter benen @4(o:
d^an, Stoniii, &d)UipHi, 3)irfd^au unb 9Reme genannt xm»
ben^), atö ein freier unb unabb^ngiger unb für bat Xuf^
fommen unb ®ebeiben feinet £anbeS eifrig tb^tiger «^ett.
2)er Stuf bief^r fArßlid^en (Sorge für fein Sanb oerbreitete
ren 9cn Sommern anfa^n, auf bad beftt befeitigen. Sßenn a(fo Mad-
luheck ed. Gedan. p. 30 ergd^fU: LcsUco aUiiu Pomeraniam inlnl,
ibique honorilice ^b omnibus maritimonim proceribus tanquam le>
gilimus eorura Dominus est susceptus, statuto itaque loco sui pro-
curatore seu 'capitaneo terre, viro utique potente SwantopelkoDe ac
Omnibus rile ordinatis, ad sedem rcgni sui revertitur, fo XOttVAz SSb
fonnte n, — ber fa als ^eitgcnoffe auc^ f&r feine Sectgenolfen f((tif(
•— aewif feine Unwabr()eit fagen un^ e« fann bo^^r wot;l on ber Stot*
fa4ie f^werlt^ gezweifelt werben; »ob( aber barf an ber (Segnung sab
an ber ^(nerlennung M Oberem oon Sommern ))ei»eife(t wertes,
»eld^e JCablubecf ben Sommern unterf^iebt. Sefco (am, »ie toxi f^ien,
^iebli4 tn bad Sanb; feiii (Srfc^einen \^attz offenbar aucb »o(l ben io^i
bie tto4 immer fefeejaltenc 3bee ber Ober^H?rrf<^aft ber ^otaiftien ^
)O0e Aber 9>ommern burc^ bie alte gform tm^ Gtatt^oCterd ober ^v^
manned wieber geCtenb m ma^en. aCber würbe biefer iwt^ erfUKt?
®ilt H für einen IBeweiS, ^ai wenn £eico bonorifice anfgenommeo
würbe, man i(;n aucb tanquam legitimus Dominus anfa^i? S^rieb
Xiii^t au(6 .^ablubccf in ber $o(ntf((ien 2Cnft(bt? iDaf in Sommern felb|i
bie Oberjerrfcftaft 8efco'ö ntcbt mebr ancrfannt würbe, fe^en UrfcmbfB
aufer aUtn Zweifel. IDaß ferner auc^ @ambor nicbt ein ^ef^dpf ffa>
fbnir« be3 ®ere(^ten, au(b ni4t SÄarfgraf »on SOanjig — wie eine
arte ^Inifc^e CF^ronif btnter Kadlubeck cd. Gedan. p. 55 belattptrt
— fonbern unab^dn^ider 4^tio^ Don Sommern war, bat f((oii 9f^
f fn in f. grfinbl. 9(a(!^rid^t von ben «^erjogen oon 9)ommeni 0* 3^
bewiefen.
1) @ea ®er4i<(te t)Mi Sommern ». I. e. 311 f^rt (ieau a»
OueOe Olngelb&e^t« ungebr. (SeiieaC an. 0gl. an^^ itanto»
I
fBitd auf 9oinmttn. 575
ff^^ baVb audf in baft 7lufHan\>. S< »anberten ' &dfaaxtn
))eutf4ier Aolontften auS @a(^fen , SSraunfc^wetg/ S&neburg
ttnb anbem Banbem in bie menfcbenlecren ®ebiete 9}om'
mernS ein unb fo bie S3et>&I(etung beö «^eriogtl^umS be«
beutenb Dermel^renb brachten fte }tt ber <l^ti|ilidS^en dtUu^
tunj andf ben erfien ©aamen beutfc^er SSilbung/ beutf^^eS
2)enlen/ beutfcbe iOrbnung, bentfc^ed ©efe^ unb beutfcf^
Sitte in baö ®(at>ifd^e Seben ')• ^ie frieb(id|;e Seit aber,
unter n>eI4^er ^ambor lEierrfct^te/ f&rberte audf^ unb beg&n«
fiigte baS ben)eglic|ie unb rul^rige |^ortf(|)reiten unb baS ®t^
bei^n biefeS neuen Seben< in jeglicher äBeife; benn fe(bß
mit ben nad!)barli(|)en ^reuffen fc^eint/ mnn audj^
(eine befonbere freunbUc^e ©emeinfdt^aft — baS S^rifiem
t^um ^inberte foldt^e —, bocb Stiebe unb Stube @tatt ge«
fünben )u l^ben; tDenigftend ift t>on ^rieg unb pfpener
Seinbf4iaft ber S5((er (eine @pur loor^anben. Unb unter
biefem frifc^n unb )ugenbli(|)en 3CufbIu^en be6 Sommern«
lanbeS foD.«£>er)og ©ambor fafi breifig 3al()re regiert ^oc
ben unb erfl 1207/ alfo n)enige 3alj)re nac^ ber SEf^eitung
Dolens in )n>ei «^eriogt^umer / geworben fepn ').
S^m folgte )uni4^ji fein einziger @ol^n @ubi&Iat> ber
3»eitC/ obgleid(^ auc^ @ambor& iBruber SRefhoin no(^
bbte ; woraus erl^eOt/ ba$ unter Dommernd «^erjogen bie
9legierung in geraber Stnie forterbte, ©treng gebrbnet xoax
inbeffen biefe erbliche 9{ac()fo(ge in ber ^crjogSmurbe no4)
(etneSkoegS. & fcbeint t>ielme^r/ ba$ biefe SBurbe, gleid^^
fam nur als 9la(^((ang ber el^^maligen %mtSbe}ei(l(^nung/
»on bem etgentlt(|ien Sanbbefi^e im «^erjogtli^um tiodt^ gan)
getrennt war. SS (onnten bemna^^ )u gleicher 3eit meiere
Gprbftinge beffe(ben @tammeS ben ^erjoglid^en 9tamen
fuhren unb jeber burfte aber baS i^m burc^ Srbfo(ge iu^
1) A an 1 010 S. I. 6. 215 — 216. X)a(er fpiUvf^in m ben Ut«
(tmben au4 bie fBten^t beutfd^ec 9^am(n in btefen Qegenben.
2) S^r hiefe^ ZoMiaf)v ft^Un itoav ur!unbU4e SScweire; aber bie
AnnaL Moaasu Oliv. p. 5 unb Jlanto» fß. h &. 218 nennen e«
unb t^neii mftffen mit (jiet folgen.
576 Sntf auf 9omm»rit.
gefaOene eanbeigent^um na^ freier StOf&^ DctfSgeii.
3n fplc^er TM regtette neben @ubi9(at> au^^ ^mbort
Sniber SRefhoin M xoittliöfex «^ertog t>on yommem in
£)an){ger 8{nie 0- ^u8 intern 8eben |i<Kt aber bte ^r»
liebe ®ef(bt(bte btefer Seit fafi nichts weiter anfbebatten,
aU bie Seioeife ibrer frommen ^etsebtgfett an bie Jtttfbt
)um *&et(e ibrer @ee(e. ®o zeigte fiäf Wtepoin, überbau^
ün friebeliebenber nnb frommer Surft, eben fo mtlblbitig
unb freigebig gegen iai neue itlofler ®udFi>n>, bem er an«
f er mebren ((Inblicben SSefi^tbämem aucb ben britten 3^i(
M Soaeö in £)aniig oerlieb')/ aU gegen baS Softer £)liM,
bem aucb er bunb reicbe 0(i(^enIungen feine befonberi gro^
@unft bewies 0. Unb burdt^ gleicbe Sorliebe ju bfefem
A(ofler bewogen bereicberte aucb «^erjog SubiSlao baf^tUf
ßerlicbe Seft^tbum burcb bie ®(benfung t)on fünf XAt^
aus feinem lotlterli'cben Srbtl^eile mit aUzn ba)u ge^&rigen
8te<been unb grei beiten ♦).
1) 3u biefei; 2Cnftc^t, bur(b welche fic( bie nocb nirgenbd ve^t mt'
widtlU Semirning in bec ^ronologte ber früheren «^ersoge ooBf)oB<
mem am bejien aixflifet, fft^cen bie nocb aufbcbaltenen ttrfnnbett (Utf
bieTev Seit eo fagt in ber einen ber na^malige «f^er^g Gnantepolc:
Mortuo Samborio firater pro iratre, pater meus sdlicet cepit re-
|[nare. ^Clfo trat na4 9ambor< 2obe S^efboin mirf(t4 bie ftedienua
an. jDaf aber ju eletc^er Seit auä^ @ambor< ®o^n Gubiilo)} (in ber
Urfunbe Sobeziaus genannt) aU «ßeriog regierte, bezeugt t^iU tifff
Urfunbe Guantepolcd felbfl bur(^ bie @rio&(nung einer oon ifem gef^e*
d^nen €{<^enfung Don jD5rfem an ha$ Stloftex Olwa , t^eiU' aa4 ^^
bi^Iaoa eigene Urfunbe, in »eitler er ft(b I^ux Pomeraniae nennt
*2) ®raratd< Beltt&ge gur ®cMi4te üon <^a in hen ftaf'
eiefentng. S. I. e. rdi. Werfen ®röttb(. Stad^ri^ten n. f. »• ^
28. SRefhrin nennt jt^ in ber ®(benf ung^urfunbe , bie oom 3a^
1209 ret)n ToU, Dei grdtia priuceps in Gdansk. g^ac^ biefec Ucfasbi
muf bie etabt ^Danjig mit ju bem 8eft6t()ume hitfei «^erjogi ge^^
(^aben.
3) tdie Aniial. Monast. Oliv. p. 8 fagen: lUc Mitlwinus Prin-
oeps pacißcus sane et devolus extitit, qui et ipse Monasteriiun ^oc
benigne proseculus favorc ootabilibus illud possessionibus et liberta-
tibiu juxta ducalem munincentlam cumuiavit,
4) Urfunbe iin Original Im gej. TCr^io , ©*ieb(. LV. tM »»»
Stiel auf 9onsmern. 377
@D t^kl befannt ifi, tief au(^ ttnter liefen %&tftm,
wxiig^ita M )um Sa^re 12 io bie Seit in DDtnmem tu«
Mg ^tn unb bie jBer^<i(tniffe mit btn na^en DTettfTen \^tU
nen in biefer 3eit ft^ no4^ 'ni^t berdnbert ju l^aben.
Snb nmS ^tte fte and) «>er^nbem foUen? S>er Sße{d(^fek
6trom bilbete eine naturlidt^e ®rin}f4^eibe }Wtf4)en ben
Sanbern betber S3&(fer. 2)ie «^erjoge DommemS Ratten
ned^ nie ben minbeften SSerfuc^ itmaift, biefe Slatnr»
Stanje )u fiberfdj^reiten. 7lvi6) iux SSerbreitung beS (Sj/tU
Itent^umS unter ben ^euffen xoax bis je^t bon Demment
Atij no4^ fein Stritt genmgt 6< xoax uber|iatt))t toon bort
l^er no^ nicbtft gefc^e^n^ xoa^ ben 2uferen f^rieben beiber
fitffer irgenb T^lttt ji&ren f&nnen. Ungereimt aber unb o(ine
gegebenen Xnla^ }>f[egten bie 9>reufren bie 9{ad(^barlanbe nit
mit SeinbfclHifit/ mit Xrteg ttnb Staub ipeim^ufucben. @ie
Ratten bon je^er ben Stu^m Uf)anpUt, baf ße ben Sieben
Hebten. — Ueberblitfen »ir nun aber biefe IBerfidltniffe
}u 9oUn unb su ben VreufTen^ fo (onnte «^erjog Sonrab
t9on SRafobien ju feinet SanbeS @i(l(^erung unb JBert^eibi::
gung gegen bie Staubjuge ber gerei)ten 9>reuffen »o^l
ft^werlic^ Seiftanb bon Sommern aM ern^arten. äBte
burfte er glauben, baf bie ^etjoge ^biefea Eanbeö/ um Sias
fobten unb bad Aulmerlanb gu \d)&1itn, bai fxuHid)e ßa^
^Unifi mit ben $reuf[en bxe<S)tn unb biefed S3ol( )u glei^
4en 9lattb)igen in il^r eigene^ @ebiet rcijen warben? Unb
mit tonnte folcf^e Seitiälfe, n>enn fte nic^t fretwiSig er::
folgte, bon 9>olen an^ geforbert n>erben, ba bte «^erjoge
9ommem9 be$ alten untert^dnigen Sertidltniffe« gu jenem
Sanbe f4;on Idngjl ni(^t mc^r ad)UUn unb ^xi^ a(S obQig
tum b€tfet&en if: Gdancz in Yigiiia riativit. Mariae M. CG. XV.
Sterfwürbig \% baf unter ben 3ettgen auc^ fte^t Swantopolcus frater
noster. jDa 0ubig(a9, fo mel wir »iffen, feinen leiblichen k3ruber
(atte, fo fi^eint unter bieiem ^uantcpolc feinet £)(ietmg ®o$n gemeint
iu (tpn unb „irater<< nur bie na^e Serwanbtfc^aft mit btefem ju het
Kienen, ober man mftßte mtrfUc^ einen leiblichen Sruber @ubtl(ao6
annehmen.
578 fSiid auf ^oltn, fftufianb unb iitt^autn.
freie unb unabljidngtge ^enen iljiteS ®ebtete9 betou^teten?
ißo4^ jjertnger aber toax bie «Hoffnung )u einer Sei»
Itiulf^ d^fi^n bie ^teuffett/ »enn Sonrab t>on SRafooten auf
bie Sanbe feineft fi3ruber&, beö «^erjogS £e^€0 t>on 9>oIcii
1}in\af). SBJren auc^ beibe Gräber in ibrer gegenfeitigen S>en{»
art unb ©eftnnung einanber geneigter unb ni^er geioefen,
atö e< , me a fd^eint / ber ^aU toax »ttb ^tten au4
beibe Surften nicbt f4)on in anbern S3erl}<lltniffen fo febr
entfernt oon einanber geflanbeu/ fo war boc^^ 9oUn^ gan^e
innere Sage unb befonberö auc^ feine @teUung )U fetnen
iRacbbaren nicbt im minbcften ju einer bebeutenben Zn^
(Irengung feiner gebliebenen Araft geeignet. S>h tiefen
SBunben, i9el(be jener fd^redflicbe S3ürger(rieg gefcf^Iagen,
tonnten fd^werlicl) fcbon alle gebeilt fepn; t>iele n>aren in
(aum begonnener •g)eilung burcb neue Kriege feitbem tou^
ber aufgerijfen n)orben. @o f)atU jener ^urfi t>on SEBoI^ijm
nieU/ 9ioman SRjiiflawitfcb/ uneingebenf Sefco'ö fru^^tn
•^ulfdleif^ungeU/ 9oUn in ben legten Sabren feines SebenS
mef)xmal^ feinblic^ burcbgogen unb felbfl aucb na4^ fftos
manS SEobe }ogen ^) bie unrubigen unb t^enoirrten ißtu
biltniffe 9!u^lanb6 £edco'S Xugenmert unb (riegerifcbe Sb^
tigleit fortm^bi^enb auf [xö) >). 3n folc^er Sßeife loar olfo
9>o(en t>on allen @eiten It)lnlängli4^ mit ftdj^ felbfi befidt^f«
tigt.
Sm\ä^n Stu^lanb unb $reu{fen fanb auc^ ie^t no4
faß gar (eine ®emeinf^aft @tatt SBenn aucb, wie frü^r
erwabnt ift, im itriegr beS «^erjogS Saftmir gegen ben
neuen Surften aRaSlat» üon SRafoioien «^ulfSt^&lfer au» bet^
1) Sßenn luir bem Blugoss, T. I. p. 602 etma< traoen tibfnir
fo setgtelft^ (c^on^bei bec S^eitung ber i^dtetltcben Sanbe 9on (^oncaW
Gette eine unfreunbUc^e (Sleltnnund^unb gegen Sefco'd Sßittwe unb
@o^n bemted |tcfi toentgllene CFonrab nac^maU ntc^ti menteer aU bdl-
berlid^ geflnnt; )>9l. Boguphal p. 58.
2) iV<r5tor t)on @4erer €$. 265. Blugoss, T. I. p. 596. Jtas
tamfin ». m. ©. 92. 276 — 277.
3) SgT. hierüber ^taramfin ». m. e. 105 --^ 106. 109.
aSlttf auf ^oitn, tftufianh.unt Stlt^atten. 579
ben einbetn tn ben beeren beiber %&tflUn einanber fetnb*
iiöi gegenüber geftanben l^atteti/ fo wat bocb blefe« o|ine
Spigen f&t ben na(^IE)er noc|i fortbauetnben Rieben gcbUe^
ben. Selbjl bie Kriege 9tufitf(ber Surften gegen bte 9)os
brianet ober 3a}Wtnger unb beren Staubjiige in bie 9tuf«
ftji^n Sebtete/ befonberS in bie ®egenb wn SBIabtmirO
litten baS frteblicbe »er^iltnif ber SMfer im ©anjen
teinetwegd ge|l6rt. 9{ur mit ben iittl)autxn, einem armen,
aber lotiben/ raubgierigen unb graufamen fßolU, f&brten
bie ShtfTen fcbon feit langer atö iwanjig Sauren abn)e(b«
felnb blutige Jtriege. ^ruber ben Stufltfcb^n SiUjlen uns
tertban unb )um Sribut oerpjlicbtet^ ber in 9>e()n>erf/ felbft
in flSefen unb Sinbenborfe beftanb , ^attm bie Sittbauer,
bte tmiete Zerrüttung Stu^Ianbd unb bie Scbno^cbe ber eiti«
)elncn Surften^ ibrer £)berberren^ benu^enb/ {t(Jb M 3o(beS
niibt nur ju entfcblagen gemußt , fonbern aucb bur(b*6ftere
9lanb}&ge unb burcb SSerbeerung t>on gelbem unb 2>6rfem
bie naben @ebiete Stuf (anbf wieberbolt b^^imgefucbt Strebt«
bar maren bie SSenQu^ungcn^ bad SRorben unb bie ®ratts
famfeit, n>el(be bad flucbtige unb leicbtberoeglicbe 9leitert»oU
uberad ba ausübte, n)o ed feine Slaubjuge bin ricbtete^.
ttnb mit bem 2(nfange be$ breijebnten Sabrbunbertö wur?
ben btefe Kriege mit nocb größerer Erbitterung gef&b^/
aü ie )Ut)or. 9lun n>anbte gwar jener Surft SSoIbyniend
Stoman na6) SSt^win^un^ ber übrigen ffurjlen 9iuflanb$
feine ganje Araft auf nie Unterjocbung ber unrubigen Sit^
t^aueo eroberte nacb mebrcn @tegen einen grofen SEbeil
M Sanbe^ unb lief bie Sittbauifcben ©efangenen wie baS
Sugoieb bor 9flug unb SBagen fpannen; )mar f^mpften
ferner au4^ gegen bie Sittbauer nicbt minber glAtflicb bie
Äuf|Jf<ben girflen loon ajicbemigow '); attein nacb 9loc
1) Jtaramfin (B. III. 0. 106.
2) e^raaerd ^^d^id^te 9on ZiW^uen 6: 3Z JCaramfin SB.
m. 0. 52 — 53.
3) Kojalowiez Histor. Lithuan. p. 49. Jtaramfin SB. III. 0.
9a 92. 277.
SSO mid auf SitXanb« dittfie ®*fi^i(^te.
maM Sobc ermanoten ftcf^ bie Sitt^uer mtebet^ Aberfükn
t)on neuem unter fc^^toeten Serl()eerunsen unb SRifMbbm^
gen bie ®ebtete bon 9lc90grob, £uc)f unb SBlabtmir itnb
feierten tnit unfdgtic^er Seute }uru(f. 3war wutben {ie
auf bem 9tu(fn>ege t>on einem Warfen Stufjpifdtien |»em er^
eilt- unb fafl bid ouf ben legten SÄann erfd^^lagcn 0; «**
fen Rotten ^temtt bte attgemo^nten Slaubgäge rnx^ feinefe
n>eg$ auf.
2(m metjien aber iief)t in ber ©efct^i^te bed 9lorbetiS
um btefe Seit ben fi3(i(f eine Srf4»etnung in i'voka^ auf
H(^/ bie fd^on ft&l) in il)xtt (Sntflei^ung^ t>or aDem aber in
t()ren großen folgen bie ®e|lalt aller 2>inge bort wAn:
b^rte unb ba$ ganje alte itUn g(et(^fam umwarf. 3>ie
®ef4)icf)te biefeS SKbeile^ beö 9{orben$, namlt^ iii^km
^urlanbS unb @ftl!^(anb6 in ben früheren Seiten fann frei?
Iid[) mitnidllten in biefe6 SBer{ gejogen xoet\>en, benn ta^
mal^ beru()rte fte baS SSoIf, beffen @efd(^ic|)te bier «&au)>tgcs
genfianb i% fafl noc^ in fetner ^inftc^t weber bur4 Xnege,
ni>4) burc^ «^anbel, »nod^ burd() fonftige SSer^faftniffe ').
1) KoJaloiVicz I. c. p. 50. fagt: Repetitis interea Lituaui per
inlerraUa pracdationibus et amissi anno prozimo (1205) eserchus
dainnum insigniter ulti sunt et praedis ingenlibus rem suam aute-
runL Dlugoss. T. I. p. 599. Q^lhitt (u a. £). &. 5Z
2) aCu4 t>ur(^ SemanbtTc^aft bH ®tammf< fbmben bie Sdoo)"
ner biefec ISdubei; bem SSoiee in 9>i:euflen nic^t na^e. imx ift in we«
Un gef^tc^tUc^en S33er! en bte SSe^auptung auddefproc^en , bte IBemo^nec
(Sfl^Ianbö fepen bte alten 2Ceflier in ®ani(anb; aUerlet Unglfid! ini^ttm
eanbe, ^insüge fcember fßhVttt in ifyct ®ebtete, (Sroberungen tfiter al^
ten «Heimat ^dtten fte (ter oerbcdngt unb metter unb treftec na4 9t9P
ben getdeben; aUetn H ift und faam begreiflich, »te biefed (tflocif4<
^uftgeb&u ftd^ To tange ^at (alten f6nnen, tict, l^m ntc^tl »ettfr o»
bec Moße d^ntid^e 9iame olö ®i:unblage unterliegt, — ein 9laine, xo^
d^er SU folgen @4(ufforgerungen nic^t im minbefieh berechtigt, ho. n
dberdaupt ja nur bie (fttid^ Sage ber fiWerft^ Uydi^nttt. SRantenfe
an 2Cufhtrmeg, 2Cufiurrife, Spflarsfalt, Cflfee. ^n grihiUtc^ed ^^'
btum ber dlte^en ©efc^ic^e biefer ®egcnben wirb jeben äberietigrn, M
\ik »efticr unb (ffl^en in Xbflammung \xvi\> IBerwanbtfc^apt burtjau«
Brief auf ett)Unb« auefle ®efd^td^te. Sftt
ianQt aber ^tten bie Setool^ner SivldtiM .unter einer Ser?
Mung ttnb ©eflalt ibre6 inneren ©emetnwefend^ bie ber
in 9)mifren nid^t un^lSinlic^ gemefeh gu fe^n \d)iint, ein
fieie^/ bnrc^ feine frembe «^errf^aft gebunbeneö ober be^
fcliränfteS geben genojfen; ioö) um bie 2tit, atö 6a{tmir
ber @ere(bte in $olen bad @cepter ^klt, war biefe Srei^
bett f(bon ba^in unb bie Siioen trugen boS 3o(|^ fremr>
be$ ®ebote$. £)ft fdbon l^atten bie durften t>on 9lot>gorob
unb f)0lD}f bad SSoIf bef2m))ft unb (ange l^atte e8 mit
feinen geinber gerungen , um feine %uif)nt ju belfiöuipten;
aber an fl^^ fc^on arm unb nit^t fe^r ^abtreic^ an friegc^
rifc^r Sffannfd^afi fyittt e9 nidS»t ba« Ql&i erreicht, ba<
le^te unb ^6(^ftc ®ut in feiner Xrmutl^, fein freiet unb
unabbangige§ Seben ju erl^alten. SArft SB(abimir t)on ^o^^
(0)1/ 9ht{ilanb$ anbere @ebieter in feiner Wlad^t weit äber#
wiegenb/ batte fein «^errfc^ergebiet burdf) feiner SSafen
Ql&d bereite an ber 2)i!ina l()erab bid ju beren Sltänbung ,
au^ebei^nt unb mit ben übrigen S36(^rn um^er mußten
ibm au^ bie Sioen burd(^ Seijlung eine$ SSnbute« il^ren &t*
bcrfam bezeugen "). X)a^ SoK ber SiDen aber ^ielt biefer
nictti gemein ^aben. 3'xv aUjCRicinrn SBele^rung bienen r<9^on aufer
64ld|fc6 unb ®cb^arbr6 (Scf^ic^tc ven 8itt^auen, Jturfanb
unb tiefanb, unter ben Steuern befonberi £»ai critique sur Fliistoire
de la LiTonie, par L. C. D. B. (Bray) Dorp. 1817. befonbetd bcrXb?
fi^lltttr Etat de la Livonie, avant Parriv^e des All^mands uAb
9Bat foul 2Cb^nb(ungen: Uebec ben Settifd^en C6l!erfittmm ; ober b>
TCbftammunq ber 8etttf4en Gprad^e ton ber &iMifä)t9taf9f6)en unb
ftber ben @influf hei ®ot^tf<(en unb Sinntfdien auf^ l^etttft^e; unb
Dorflellund ber atten ©nt^eilung üon Jhtrlanb, mte hit iDeutfitfn
fol^e oorfanben. ®ie befinben ftc^ In ben So^reöoer^nMunden ber
iTutianbtr^ett ®efeaf((»aft für 8iteratur unb Jtunfl 2ter SSb. Stietau
1822. — 2)dA bei bem aUen — btefe &änber ermarten nod) tf^rm fri«
ttfd^en Sorfi^er unb ibttn ^efcbt^tfcibreiber.
i) Arnold, Lubec, Chron. Slavor. L. VIL c. 9: Res Russiae
de Plosceke de ipsis LiTonibns qiiandoque tributum coUi^ere ccm-
sue^erat (S< erü^nt biefer CSac^e bett^uftd aud^ «^einric^ ber
^ette in Gruber Originet ^ivoniae p. 3. Pontan. Rer. Dan. L.
VI. p. 290.
382 S3li< auf tti»Iatib« iltefie Sefi^i^te.
Sfütfl wegen fetQeS (angeti Aamjpfee um feine Stei^it in
befonberS jltenger Untertb<lntg(eit unb ie^lii^tt SBerftic^ }tt
jBefreiutiS n>arb oon tbm mit ^rten ©trafen gea^iiibet
£)bglei(^ er felbfi f^^on 6briji n>ar^ fo gefcbab bix^ nic^tt
Don i|im )ur Serbrettung ber (brifKi(ben Seb^^ unter ben
i^m untenoorfenen Sbifem, »ie benn }tt jener 3ett in
9lufi(anb uberl^upt wenig Sifer jur Srmeiterung ber 4ri{b
liefen JCircbe lebte. S^agegen b^tte man t)on @4ii9eben
unb 2)dnemar{ axxi am Ufer be< S3alt{f(ben 9feereS fi^on
ben 83erfu(b gewagt, bie beibnifcf^en SBewobner )um (SfA^
flentl^um ju )wingen; allein ber 3n>ang bun^< &ijmtt
batte grofen SSBiberflanb erzeugt unb fo waren biefe fie^
mä^ungen ol^ne befonberen (Srfolg geblieben ^).
X>^ bad beilige Sidf^t M ©laubend leu(btete aui
^ier balb m^cbtiger auf, aber aud anberen ®egenben 1>nt
beigebradi^t/ att ti früber t>erfu(bt werben war. 2)ct 3v<
fall entjünbcte feinen erften gunfen. 6« gefc^^ab gegen M
3a^r 1158, ba$ iCaufleute auS Bremen, fep a burcb^tünnc
au8 il^rer Stidj^tung na^ anbem ©egenben t)ertrieben ober
wie wabrf4ieinli(^er ift bnxdf ©cwinnfuc^t )u biefen i^li--
6)tn Sanben ^ingelocft, in ben Stigaifcben ÜReerbufen eiiu
laufenb an ber ÜR&nbung beS £una ^ Stromes lanbeten ').
1) Bray Essai critique sur rbistoire de la Livonie.^ T. I-
p. 67.
2) Bangert in f. Xttdgabf be« Arnold, Lubec, Ctron. p. 513
ttnb Gruber Origines Lhron. p. 3. flretten f!(b dbec bte Sro^f: 06
bie Jtaufteute au6 Sremen ober auö 8i!lb<(f demcfcn f^n; cr|!mt ifl
fftr 8übe(f(r; Icttftet badfoen ffiM ba6 xoi&^Ü^t Seu^nif ^einrit
be< «etten an, »el^Kr f«0t: MulU quidem et glorio» contige-
nint in Livonia tempore conTersionis gentium ad fidem Jesu Cmw»
per annos LXVIL praeteritos, ex quibus prinio inventuj est a mer-
catoribuJ Bremensibus portus Livonicus. (Segen btefe Vttjfddt F^
Sanaecti (Srünbe »on feinem »elange. Sb» föl0t< «u* HaHknoeh
in t. XttSddbe oon Busburg P. Ul. c 28 a. — Uebec ba< Sabr Ü^
Ifl {tt OgU Gruber I. c* p. 2. c. Cbron. Bremens« p. 71: Bremen-
les — — - — noTi honoris gloriaeque et commercionun quaercB-
^anbe'Ut^etfe^c t)oit SBtemen nad^ Stblattb. 385
7n>tt au^ f^ieY litten bie früheren SSerfuc^ie )ur Setbret*
tung be^ @^nftent^utnS burd[^ @d[^wert unb IBIut im Solfe
gegen aUe^, maS c^tijiUdEr ^teg/ «^af unb SBtberwillen aufie
geregt/ i^or allem aber gegen bad SSoIf ber ^amtt bittere
^einbff^aft erjeugt. Sarum »ar auc|^ bie er{!e Begegnung
ber Sremtf4)en <^anbe(ö(eute mit bem ann>ol()nehben SSotfe
m4^t§ minberatö frieb(ic|^; benn fo batb bie Sit^en^ gewol^nt
nur Seeräuber ober feinbfelige ^eibenbefelfirer au3 ©ine^
marf an i^ren Ufern lanben ju fe^en, bie Änfunft be«
©c^iffirt gewöl[)rten, t)erfammelten fte jic^ in großer 3aU ju
feiner |)tünberung unb jum Äampfe mit ber Sffannfc^aft,
bie fte für ©anen hielten *)• ®^ '«»« jw ^tnem blutigen
Streite unb I9ie(e \>on ben Siüen n)urben erfd^(agen; ba fte
aber enblicf^ fal^en^ baf i^re roheren SBaffen ber weit gedb«
teren JtriegSart ber 2)eutfi^en nicbt n>iberfte^en fönnten,
fo hüten fte um Snebe^ ,ben fte erlangenb md) i^rer ian«
bedfttte tnt^ einen ©c^wur bei ber SBeibe ober einem
Gtritfe t>on SSeibenrutben ju ^a(ten gelobten unb nun ben
jtaufleuten a\x^ erlaubten^ i^re SBaaren gegen Srjeugniffe
M ianba außjutaufdj^en ').
S5et biefem frieblid(^en SSerfe^re modf^te ber ungl£(!x
K(^e Srrtl^tim ftc^ audgewiefen ^aben; benn freunbli(|^ t)on
ben Stoen eingelaben famen bie JCaufleute auB 9$remen
domm causa tei^pestatibus adacti sunt in fluvium Dunam. Gbron.
ordin. Teuton. ap. Matihaei yeter. acTi Anal^cta T. V. p. 699,
1) 3>aö Chron. Bremens, p. 71 ^\M M .f aupturfat^e ber fefnb«
txfyn IBfgegnung an, baf bfe 8tt)en bie TCnf^mmlinge für Danos sibi
tone temporis inimicissimos ge^(ten.
2) e$. S^agment einer Urfunbe ber &rtejten ^it)Mnbtfd)en ^efcbi^te
in SBerfen; ^u^ befannt unter bem 2£itel: IClnpefd Stefl&nb. fftdtsip
(S^n./ b^rau^gegeben ocn Dr. Siboriud SSergmann. 9{tga 1817.
jDal ®ebi(bt felbft ift betitelt: „^a Stitterlfd^en fReifhr unb SSruber
in 9ttef{ant (Sefc^ic^t, »ie |!e 9on wegn beS @()ri|tenglauben< pom tu«
fmt bunbirt unb bri oiriig iar an, bis uf tufent smep b^nbirt nenn^ia
tar mttt ben Reiben gott |ur ere, inen lat feien feltdfeit gefod^ten
i baben-«
384 ^anbeUt)i(fe^r Don SBrem^n tta<^ tt))tanb.
nac^tnätö nod^ iftcr ju i^nen l[^tn unb würben {leti mit
Siebe unb S^eunbli^feit t)on ili^nen aufgenommen, ba m«
her ^errfd()tujl, noc^ JBefel^rungSeifet bei ben giwn 5DKjJj
trauen enoecften/ t>ielmel()r ber Saufc^b^^nbel bie friebltc^
SSerbinbung immer mtt)t t)erftir(te lyib bie ajtenfd^en tm^-
mer nSb«« i« einanber führte 0; jw^««» wußten bie Deut-
f4)en ber Sitten Sreunbfd^ft unb äuneigung auc^ bunfi
®er4)enle t)on aXet^ unb SEBein ftd(^ {U erwerben ""). 2bi
fpl4)er ®etfe f)attt urfprüngli^) nur ber friebfame Beifetr
beS t^anbetd bie Si«>en in bie erfte S3eriibrung mit be«
jDeutr<l^en gebrad^t unb ei war für bie (Sreigniffe ber^ob
genben Seiten wn grofer SBi4>tigfeit, baß bie Deutf*e8
t>ai SSolt ber Siüen in feinen @itten unb ©ebrauc^n, in
feiner ganzen 2)ent? unb Seben§weife fennen lernten «nb
biefe wieberum ben ©eutfcben mit offener Suneigung unb
mit SSertrauen entgegen famen. Die IBerbinbung aber
warb balb erweitert ; benn neben &it)lanb« Srucbtbarlett
unb beffen eigenen erjeugnifTen lodte bie 2>etttf(^ Mäj
bälb ber weitere <&anbetöt>erfebr mit ben tiefer in &tnbe
wol^nenben Stufjtfcben S&lfem, mit benen man im iwU
fdben SRorben lange fd&on gerne in ^anbettgemeinfcbaft ge*
ftanben b<^tte unb ju beren Sinbern ber S>üna ^^tromnitn
ein ^ben fo erw&nfd^ter/atö fel^r bequemer Rubrer mt^l
1) ^tinxiÖ) ber Ztttt p. 3.: Teutonici pauIo ante mcrcalo-
res, LiTonibiA fämäiaritate conjuncti, LtToniam frequtnier nifi-
gio per Dunae fiumen adire tolebant 3(Inpef < StffLSbnili0|roii-
@. 6. Cai>ron. Bremens, p. 72. SDa« Chron. ordin. Tenton." ap.
Matihaei Analecta T. V. p. 700 berietet bierübet mebtel.
2) /,S5efbe mete unb »in — bie Jauflöte fcbenfeten bo — b« Jel*
ben unb waten wo — " ÄlnpeJ. @. 6. iDo« Chron. ordin. Teut
I. c. fpricbt y>oxi bem Snbalte etne« mit ben Cioen 0ef(bfo||ene» ♦«»*
be(6t>ertrageö. /, ®p mancten bor »oirt enen ©often webe mittw W
benfd^ Sieflanber«, M bat fe babr toeber comen fouben. Gnbe »ottbr
oic i;^emant mit b^m comen om comanfcap , bie foabe oic mebe in ^
orebe »efen enbe »ittecoem ftn. " SDann fpri<bt e« oon bem Jortganfl«
biefeö «^anbete.
3) Frähn Ibn-Fosslan etc. p. 79. Bray Essai crilioceT .l«*.**^
^tinf}avh, ^tttf)ttt htt iivtn. 385
@o fyittt ber «^anbel bte erfte Sdaf)n gu ben grofen
ffrfc^inttngen gebrodS^en, bte nun in furjer Seit baS gan^e
Scben M SoIfeS in biefem Sanbe t>erv9anbe(ten. Hn ben
«^nbel f<^Io^ ftcf^ au^ ^ter bte ®a(l()e ber Sleltgton. ^Uhx
ütt iwatiiii ^fßt ^attt biefet SSerfe^r {wifc^en ben imn
nnb b<n 2>eutf(^en fci^on beftanben/ ali etnft bte mi) ii\>^
(anb fegeinben Aaufleute au$ Bremen aui) ein Xusufiiner::
3Rimi^ au$ bem ^(ofler @igeberg tm «^olfietnifi^en bellet«
tete. SReinl^iiYb n>ar fein 3lamc ^). iDbnoo^l fc^on ^odl^ im
XtterfA^tte ffc^ ber fromme, titgenbreine, gottergebene ®rei«
bO(^ no4^ looU frifc^en Wlutf)^^ unb jugenbltcf^er JCraft für
^a« SBer( ber SSerfunbtgung be6 6f)riflent()umd, unb tief
ergriffen unb begeiflert für bie erfannte ^eilige ÄejHmmung
ber Skrbrettung beS 6t>angeliumd unter ben «f^eiben wagte
er no(|^ am fpiten Xbenbe feiner Sage bie gefabn)o(Ie Sabrt
auf ber flärmifd^en @ee. £)a§ ifi bie SRac^t ber 3bee
im ®etfte be6 SRenfc^en , ba^ jte, )ur SSoDenbung unb }ur
SirKic^feit fhebenb/ unbeffimmert ift, ob ba«, »aö ber
6rbe unb bem Staube iuge^6rt, jerbredS)^ unb }ertritmmere.
2)a$ ®ef&^I ber «^eiligfeit feine$ Unternehmens unb bie
fcfk 3ut>erft4>t auf baS ®elingen {isincS SBerfeS trieb ben
frommen ®rei$ t>orto2rt$ unb er vereinte ^iemit eine Xlix^^
init, eine fiSebac^tfamfeit unb eine SSorftc^t iti aQen feit|en
@(firitten/ wie ^c fe(ten ben S3efe|^rem ber {)eiben eigen
}u feyn pffegt ^).
1) e^Qtt Gruber Origines Livon. p. 2 bemerft/ baf bie eigentr
O^c 3cU ber Änf unft «Wetnbarb« itoeifelboft fep ; er f*»anf t fe»fl ymU
r4m ben 3abren 1170 unb 1186. ' gür beibe gicbt er Scünbe; boc^
catf^etbet er ü^ am meiffrn fftr lai 3abr 1186. IDtere« befldtipet au<^
Aiuelmi Gemblac. Chron. ap. Pistor. T. L p. 995. JDaö Cbron.
Bremens, p. 74 ^iebt bad 3abc 1188 an. ^t'xnti^ ber Sette nennt
Stein^rben Saccrdos ex Ordlne b. Augiulini in coenobio Sigcber-
gensi; Ansctm. GembUzc, 1. c. aber f acerdos Lubecensis. Sfta^
j Arnold, laibecens. L. VII. c. 8 »ac Ä Sigebcrgcnsis Canonicus
ttib fo UytO^titt tjn au* ba« Clwon. Brem. I. c, fügt aber tiniu:
jelae Genbune na^ Siolanb fe^ ßeft^e^^n consilio Arcbiepiscopi ei
I Gapituli Bremensis.
i 2) Xlnpef < aedm^C^rom! e. 6:
J. 25
386 SSein^arb, Scfe^rer bet 2tt>en.
Im Ufet ber X>ina glAcfUcf) angelangt/ bat et, bevor
er baS SBerl begann, ben «^ertn beS Sanbed, ben Surften
SGBIabimtt t>on ^olojC um bie (Srtaubnig, bem ^ibntf<fKn
SSoIfe ba$ d^rifHi^ie SBort ))reb{gen }u burfen , unb aU i^m
biefe bom f^ürften x\\d)t blo^ bercttn)tatg qrt()eütn>arb/ fom
bem audE) ®efi^enle t^m SBlabtmtrd befonbere ®unjl be)eug«
ten, unternahm er fein SBerf ber fi3efebrung mit eben fo
t)iel SSorflc^t unb £ul)n<)eit, atö S3egei|lerung unb (brifUi-
c^em SSertraucnO- Unb in \oli^tm SSertrauen gefjyro^fen
erwedte fein eifriges SBort aucb wicberum SSertrauen bei
bem ?)eibnifd[)en äJoKe ; in fo fejler 3uüerf[(|>t be« Oelinjen«
begifidte au^ xoixUid^ ben eifrigen ^ann baS ©ettngen
feinet {^eiligen Unternet)mend. S3ie(e/ übepvaftigt Don bem
Seuer feinet SBorteS unb überjeugt toon ber.Sßa^rf^ett feiner
^rebigt entfagten bem alten trofitofen ©tauben unb empffn^'
gen iuxä) bie SEaufe bie Sßei^^e in$ (S^rijient^um. Sor
aUem wtrfte ^ieju einflußreich ba§ S3eifpiel eined ber Tta?
gefel^enften unb SRic^tigfien unter bem SSotfe, SL^upo ober
jtobbe genannt ^), ber mit iaf)lm6)en SSermanbten unb zu
9lu mag alö i^ (an Dernomcn
@tn ivifei: man mit in lomen
»Der in fanc unb M
SBen rr ein retner prifler \»ai
IDer bere (teö mepnbart
@r »aö mit gucbten wol bemart
Unb wai wiö unb c(ug
@r ^attc tugenbc genug.
1) ^einric^ ber tette p. 3 — 4. Bray T. I. p. «8. Äo*
tamfin 85. UI. ©. 72.
2) ^iä)t ber erfte, »elcber ßetauft »orb, fonbern ber 2f ngefeienfr
unter ben ®etauften tvar biefer Jtaupo. ^afdr fpnc^t ba< Seu^nif
^einric^ beö Setten p. 4, woerfagt: Ex cadeni villa (Ykeskola)
primus Ylo, patcr Kulexvcnc, et Viezo, palcr Alonis, primi bapli-
santar: aliis Ticissim sequeniibus. Jtaupc'Ö Saufe tnolt^nt er xddjit
(»eftimmt; Dgl. p* 18 not. c. SDagegcn nennen 2(lnpefö Steim^con.
&, 7, bie iDrbend(bronif p. 27 unb baö Cfaron. ordin. Tcut. ap. Mattb.
T. V. p. 200 jenen Jtobbe ober Äope (na(b yinpe!« ©(^reibart) oM
ben erflcn (Betauften.
9t€xn^atb, SSefe^tet ber 8tt7en. 387
ner gtofen 3^ anbcm SSoIfeS bem (l^nfUtd)en ®(äu6en
jufagte. 6r f)attt feinen Sßo|)n{t$ auf ber Sutg Aubbefcle
im @ebtete t>on .Sbore^ba^ toax einer ber @tammj(te{len
ber Stioen^ Don loelddem^ wie ed im 8anbe @itte unb Se^
fsffung mit ftcf^ bra(l()ter ein grofea um ibn ^er n)o(;nenbe§
3ef4^Ie4^t geleitet unb gemifiermo^en be^rrfc^t roath. Sßc^
gönnen ^atte SReinl^arb bad S9Ber{ feiner ^ete^rung in %)fed«
fote *) nun jur 3eit 3rful genannt, einem £)rte an ber
Dana auf einer S3erganl)&^e gelegen, n^o bie S>eutf4)en fSr
ft^ unb^t^rer SBaaren @i(^er^eit fd^on eine 93urg erbaut
batten. linter bem ®d[)ul|e i^rer SRauern aber xiä^Utc aSein*
^rb fär feine neue ©emcine bie erfte (|iriflIidS)e JCitd>e
auf«).
SS^I^renb aber SReinf^arb in freubtger S3egeif|erung unb
mit nie ermübetem Stfcr fein S3etel^rung6n>ert fortfe^te
unb unter ben uml^ermo^nenben $B5({ern bie ^aH^xi6)t be-
Fannt marb, bafi unter ben £it>en ba6 S^riftent^um \i6f
weiter unb metter verbreite, fammelte ftc^ im ndc^ften SBin^
ter eine grofe Scidaar üon 8ittl)auern, JRujfen unb anbern
beibntfc^en IBblfern unb mit fd^merer SBermuflung in Sit)?
fanb einbreclienb unb all€§ mit fidf) fortreipcnb, jogen pe
gegen bie S)äna an, um bort ben neuen ®(auben ber i^ren
9htt€m ^ibnte unb ben Untergang Jbrol^te , mit benSBafen
wieber ju t)ernidbten. 2)a trat aber Tlcin^axb, ber l^oc^berir
tagte ®veid, an bie @pi^e feiner iReubefe^rten; aOe bie
oon i^m bie äßei^e ber ^aufe empfangen , flanben i^m jur
Seite, begeistert burc^ iai S3eif))iel be6 frommen Se^rerS,
ber mit bem @4^tt9erte nun t>ert()eMigen mollte, mad fein
Sifer angeipflan)t unb aufgebaut @ie jogen bem milben
Seinbe bid in einen SBalb entgegen unb griffen il^n bort
i) ^tinxi^ ber Eette p. 4. Zlnpet ®- 6. Chron. ord.
TcuL L c.
2) iDie grage: wo b!e etflc (l()ri|Kid^e Jtird^e In £ti?Tanb erbaut mor-
ben fep? etttf<f^eibet Gruber Orig. LWon. p. 6 fßr 3yfai «a* »cm
^vLfiniffe •&etnncbö M Seiten, anbete geben Jtir^^olm M bie etftt
JCird)e an unb Brajr T. 1. p. 88 flimmt biefen bei.
25*
\
988
^iinf^atbf Sefe^ter bet Stoen.
mit foUl^em ^Stnt^Q an , baf et eiltgfi bie Sfltt<!^t ftt<^tc unt
eine grofe Seute )urii(f(tef ^).
Sur SDtetnl^arbd XnfelEien ttnb für bie @d4^e beS @(att?
benS n>ar biefet @teg ober bie «Reiben loon ungemeiner ffiid^ '
tigteit; benn er befi^rfte nic^t 6(0^ in üieten ©emiit^ni
bie Suneigung }u bent neuen %\a^xhv^, fonbern er &6et$
geugte bad SBoK tuviä^ leicht t>on ber 9lDtfin>enbig(eit/ baS
8anb burd^ iBurgen unb SSerfcbanjungen gegen bie (eibnis
fc^en l^einbe ft^rfer ju loermeli^ren. ^dix nal^m nun Stetiu
^arbS f^^^ mit ^eube an unb im nid^fien @ommer rief
er «^anbwerfer unb 3Crbeit6leute jeglicher TCrt au$ @ot^(anb
herbei , bie ben ^au beginnen muf ten^ benn noc^ mar bal
SSoIf im Sanbe mit bem ^auerl^anbn>cr(e gan} unbcfannt
£)a()er gcf^al^ au^ / bag bie heibnifd^en @emgaUen auf bie
Slad^ric^t t>on bent 3(ufbaue biefer S3urgen, einji in großen
@4)aaren ^eran^ogen^ um mit @(titffdfeilen ben fieinemtn
fi3au in bie S)üna ju )ie^en^ benn ffe n^ufiten nic^t^ bof
.©tcin mit Stein burc^ 3R6rtel gufammenge^aften »itb.
SRan empfing fie aber mit ftarfen ®teinn>urfen bur^ SBurf*
mafi^inen gefdS^Ieubert unb fo jogen fie mit grofem Sm
tupe bat)on %
Snbeffen begleitete baffelbe ©lud/ mie e$ !D?ein^rbeo
im {Beginne erfreut %(x\Xz, fein SBert ni^^t vx g[eic(ier Xrt
beim weiteren Sortgange. iOft fc^wanfte au(^ bri bem »*
^en IBoRe ber (SSIaube unb ba$ SSertrauen ju feinem Sortr;
oft bra^ man bad gegebene SSerfprec^en/ bem Gl^riflent^ume
getreu }u bleiben; n>enn Xnforberungen gefdS^a^en^ bie man
nid^t erwartet/ ober SSortl^eile ni^it erfolgten / auf wW
man gered(^net ^atte. ÜRancfie/ benen ber 9{u|en ber neuen
SBe^rburgen batb einleud^tete^ 4u(^ten burdii ben 6m{)fang .
ber Saufe (k)xi:j i^re %%Wit burd(^ ' fo(d(^e 93urgen gef((ti|t
tu fe^en unb traten bann, wenn fie rAayxX jianben/ jum
1) <ßettirt(^ ber eette p. 4. 2C(npee ®. 7. Chroii. onfin.
Teut. ap. Matth. p. 701. Bray T. I. p. 88.
2) «ßeinrid^ ber UXU p. 4. ^ro/ p. 88.
Oloubcii an t^te alten @otter iut&d. '60 QzVM ^ ^on
ben na^n SSeiool^neni »on <^oIm ^).
00 warb bod fo eTfreuIt4^ begonnene SSerf tmmet
fid^tertser unb Wttxnf)axb, immer me^t "fyetanalUmb , fa^
ein / baf feine Straft aUtin }u beS Solfed 43e!e^ntng teinefc
»eg< me^Y ^inretc^. St ermog )Uglet(f^ au4^, bof eS in
leber Seife ^tlfam n>ivlen werbe/ menn t^n bie mdc^tigere
^onb beS 9a:pftt^ tmterftit|e nnb wenn ed i^m geKngen
Ümu, mit ^i^rer SBurbe unb |»&l^erem Xnfe^n unter bem
Boffe aufnutreten. Unb fein Sunf4^ gelang. Son ienem
SUtüpo^ bem ^awpte feiner neuen @^rifiengemeinbe/ be::
gleitet begab er ^ä) gegen ba$ Sa^r 1191 na4^ SSremen')
nnb »ie eö fc^eint/ t)on ba aud^ nadf fftom, erßattete bem
9ap^t Sendet aber bie 8S6Ifer unb £dnber bed Slocbend,
1) ^teincfcj.bei; 8ettc p. 4 — 5-
2) (^ tft hierüber noc^ mancfieö im ^unfel geblieben, tt>ai aud^
9rubec6 €(rilnb(td^fett nid^t anf^n^Ucn t>ermo((t ^at. @o würbe n
fäbf über bie Btftmmunq M 3a^re< ntd^t sewtf , in tott^em ^tin*
tub pim 0if((ofe oon Siolasb ernannt nntrbe. iwat giebt Arnold.
Lubec, Cbron. L. VIL c. 9 btefed fc^^r be^mmt an, inbem er fagt:
Anno Teribi incarnali M. C. LXXXVI fund^ta est sedes epIscopalU
in LiTonia a \eaerabili yiro Melnardo, intitulata patrocinio beatae
Oei genetricis Mariae, in loco, qui Riga dicitur. TlHein biefer 3Cm
oabe ifl ItinHxot^i }u trauen, ba 2Crnolb mabrfd^einlic^ (ier ba^ 3a(r
bcr Xiävtnft S^ein^arbi in üvianh mit ber $tit ber C^rrit^tung hei
fliM^nmö oenw^fftt unb o^ebem ou(^ hit ju frä^ (Srwdbnung oon
9ti0a bte ganse eteUt ft^t oerbA(^tig ma^t & ift oben baS 3a(|r
1191 aU hai ber @rri(^tun0 M SBiöt^umd angenommen; aber e< ifl
cbenfiilU eeineöweg« ganj gewif , benn fd^on in ber SBuIIe M 9>apfte<
Qemeiig 111, ber im fRdr^ 1191 ftarb (f. Gruber Orig. LiTon. p,
205) wirb M fßiit^umi in ^olanb tmäi^nt Snbeflen ift bie 3(e4t(eit
Mifcr fßnJU ni^t anfer aOem Zweifel, iptc trüber f(^on erwogen ^t
iQb lie »Arbe alfo bie Unnü^mt beö 3a(re6 1191 gerabe ni^t witm
legen. 9(a(^ bem Sufammen^nge ber Steignifie, wie «^einric^ ber
8ette p. 4 — 5 fie er^d^lt, maßte O^ein^arb f^on nad^ bem erflen
Sab« Mner Vnfunft, a(fo fc^on im 3a^re 1187 nac^ SBremen au^c^
gegangen unb Sif^of gemcrben fepn. TOLtitt au(b bfefe 2Cnna^me ift
Ictr ^»dfOiqft f benn «&eiad<b ber IttU er^d^ ^ier ft$btbar \i^t abge»
tüieQ nnb Kil<lrtt^aft
I
I
590 aSein^arb, fBtfc^of r>cn 8it>(attb.
befonberS au^ über bai SSolf ber Stoen itnb ibet btn M»
berigen Sortgang abrer IBefebrung unb warb bi^rauf Mf
bed ^apfled ®^beif t)on bem Sribifcf^ofe ^axtwiif bon Sm
men jum Stfcbof ber neuen Jtir^^e in SiDlanb feterliib ge^
weibt *).
asilirenb ÜRetnbarbd 2Cbn)efenbett aber toaren bie fuv
ben @(|iu| be$ 8anbe^ begonnenen Sßebrburgen faum oolk
enbet, a(S bie meinen ber getauften ü^en, lange 3ett von
tbrem Scbrcr loerlaffen unb obne bad beft^nbig mabnenbe
SBBort jur 3^reue unb Sebarrlicbfeit^ bem d^tx^ii^n ®(att«
beii n>tebcr entfagten unt ibrer ®elubbe t)ergejTenb in @(iiao'
ren. ftcb an bie jDüna begaben^ um bur4^ ^^ SBaffer M
@tromed/ wie fte wäbnten^ bie Saufe »ieber t>on fub ak
juwafcben. SEBobl mocbte ber ®Iaube bed Sbrijlentbumd/ fe
weit fte ibn bamal^ lannten^ ibr Seben no4^ t)ie( ju wenig
erfreuen unb bie Seere ausfüllen, bie burdb bie Sntfagung
ibrer alten ®6tter unb «^eütgtbümer entflanben war; gcoif
Ipar bie ibnen ertbeitte cbrifilicbe Sele^rung nur fe(ir rnan^
geibaft unb fiucbtig gewefen, unb wad war Don ben na^n
beibnjfi^en SBoIfern aUcö }u befurcbten, wenn pe fernerhin
bem neuen ®Iauben getreu blieben! %I8 baber ber neue
JBifcbof in baS ganb surürf febrte , fanb er, tief betrübt; fajl
fein ,ganie§ SBerf wieberum \)erni(btet; nur febr wenige W*
ten ^m ®(auben feflgebalten unb begrüßten ben ijurudfe^
renbcn gebrer mit greube. 2)ie meijlen empfingen iftn mit
unfreunblicben ®efinnungen. ÜRan woUte ibn fe(b|i c^ni
i) (3Uid)e Ungewift^eit iexvf^t ou4 ober ten Umffanb, ob fllkiii»
i^xb nur na(b SSremen gin^ unb Y>on bort ou^ bem ^opfie feinen S»
riebt erftattete, ober ob er 9^0« felbfl befugte, «^einriii^ ber Cctte
unb mit ibm auc^ etntge anbcre CtueOen toiffin ni(iti wn einer 9ei|f
nacb atom. ^aaegen er}&bCt 3CI npefd 9?eim < G^ron. @;. 7 — 8 wlf<
4i)on SD^etnbarbd fReifc unb 2Cnwefenbeit in Slom/ xoo btefer bem 9M^
bie SSer^ftCtntffe ber äS6lfer im Sf^otben au^einonber gereftt b<>beii T^*
S)a(( nimlidie bertcbtet avtd) hie £)rben<(bronif &. 27 unb hti Matüiaeiu
T. V. p. 701. Offenbar ober t|l bad 3abr 1170, »el^e« Jicr «'« bie
3pit ber Änwefenhfit SWeinbttrb« in »?om anflegeben tft, ijan} n»«
ri(btf<;.
bftn Sanbe vertreiben. @etnen neuen ®ef j^rten im Vyos
jtelamte^ ben 6tflerctenfers9R&n(|^ 2)ieteri(|^^ Ratten bie St^
»en aitö bem ®ebtete t)on 3%oretba^ n>elc^ed jegt treiben
^ift/ }ttm £))>fer fdr il^re ®&tter bejitmmt; bereite n>ar
über t^n bie Soofung angeorbnet unb nur ber glucfbringenbe
Zritt beö wabrfagenben Stoffe^ fonnte ben ®efe{|elten bom
3ammertobe retten *)• Sn^ar gewann 9Retn^arb \Xi biefem
®ebiete bei bem SSoIfe batb wteber me^r Sertrauen burcf^
bie •f)ei(ung etned t)ome()men £tt)en t)on einer f(^n>eren
Jtranf^it unb eö gelang, if)m audS)^ einige t)on neuem )ur
Zaufe }u gewinnen; allein er fal) boc^ immer flarer ein.
bof bad frtebli4^e SBort ber f>rebigt feinen erwänfc^ten 6r«
feig vM\it ^abe unb bef4)lo|i bal^er, auf ®d!?iffen, bie eben
auö ®ot^lanb gelanbet waren, nac^ 2)entr(blanb jurucfju«
fe^ren, um "bort neue ,4inb fraftige SRittel ju beö SBolfe«
Sefe^rung aufjubringen. S>a erfd)rafen bie Siüen^ ber at
ten 3eiten gebenfenb, in weld^en @tanbinat)ien§ ^&nig^
mit @(|^n)ert unb ©ewalt ben alten ®5tterglauben ju iDer<?
tilgen gefu(|)t unb baten ben SSifd^of aufd bringenbfte/ fte
nicj^t }tt toerlafien, unb ber ©efalS^r ifjrer Jcinbe 9)reid ju
geben. @ie r)erf})racl^en fammtJic^, abermaK bie aiaufean^
junef^men unb bem neuen ®(au6cn foitf)tn immer getreu
iu bleiben %
9Retn^rb traute biefen SSerfpred^ungen unb blieb xwx
Sanbe/ nad)bem bie itaufleute aud ®ot^(anb il^m bie >fejle
SerftdS^ping gegeben, baß fte ftc^erlic^ bie *^älfe bewaffne-
ter SRa^t auö 2)eutfc^lanb unb @!anbinat)ien ^erbeiful^ren
würben / fobalb er ivgenb burc^ SBantelmutt^ unb Untreue
beö Solfed in neue ®efa^r tommen werbe, ^ie @^iffe
^tten aber laum bie 3Cnfer gelichtet unb bie ®efabr fcl^ien
entfernt, al6 man bemStfdS)ofe wieber mit berfviben fetnb»
liefen ©eftnnung, felbft au4) m\X Spott unb SSerac^tung
begegnete, „©ep gegrüßt, Slabbi/' riefen fic i()m t)orüber5
1) «ßeinrt^ ber ^ztU p. 7. 3htercfrant |!nb (iebct bie ^\XUx\>
iikjc, »elcbe biefer Q^ronift übet bad SoS mi^t^SX.
2) ^cintid) her t^tXt i>r8.
592^ üRein^arbi Slfcl^of t^on £it>(aiib.
getenb entgegen/ „xok %uer fauft man @al) unb gcoUi
Z\x6) in ©ot^Ianb ^) ?" einft bi6 ju a^^nen Setrubt übet
folc^e S3erlS)o^nung fetner 33emäl^ut\g um bed Si)I(e6 ®(ä(f
begab er fic|) na^ ^fedfola tn feine S3el^aufung unb orbnete
bort einen S3erfatnm(ung6tag , an, um bai »antelmut^tge
JBolf an fein SJerfprec^n ju erinnern. 25a aber niemanb
auf bcm Slage crfc^ien unb leiner i^n me^r l^^^ren nnx^te,
fo befd^toß ÜRcinlS?arb, baS 8anb lieber ju tjerlaffen unb fw^
xxaä) @jllS)lanb ju begeben, um mit ben bort übemintem*
bcn ^aufleuten im ni^ften S$rü(>ling nad^ @ot^(anb }u fe^
geln. 35a faxten bie 8tt>en, I)tct)on bena^ri4)tigt «nt
bcforgt, baf er mit frember SBaffengewalt juruÄe^rc«
mbd)U, ben 9>Ian, i^n auf bem SQBege ju ermorben unb
ÜT^ein^arb würbe bem Xobe faum entgangen fepn, toixt et
nid>t \)t)n einem eblen 5Dlanne auS^bem ©ehitU »on SI^o?
reiba t)on bem SSorl^aben feiner Seinbe unterrichtet unb ge?
warnt worben. (3o tjerweiUe er nun lange 3eit furomer«.
DoH unb t^atloö auf feiner 85urg ju?)feSfola. SRittlerw«««
aber gelang e6 feinem ®e()iilfen ©ieteri(l() / unter bemSBot«
geben ^ an ber ©ranje einen <Rran!en ju befuc^^en, au^ bem
Sattbe )u entflicl()en. @r begab \i^ eili^fl lum 9>a))|i/ ^^
üon SRein^arbS trauriger Sage unb »on be« SBoIfeS ^«rt--
natfigfeit unterrid^tet, fofort ju einem Äreujjuge nac^ jenen
®egcnben aujforberte unter SScrfünbigung rei(|>er ®unben^
Vergebung für alle, bie im SRorben bie (Sa(|^e beJ ©lauben*
mit bem Schwerte befirbern wütben")-
1) Post discessum inercatoruin redcuntcm Episcopum Holraeu-
ses salutatione et animo Judae salutaot: Ave Rabbi , dicentes, et
qub prclio Sal aul Watmal in GoUandia comparetur, inquinn*
htintiö) bcr fiette p. 9. Obne3»eiffl »oren biefcä bit iwä^vpt-
!;anbeläartifel| bie man au$ ©ot^Ianb nad) iwlanh' brachte uub nu»
j«r fiSfr^6^nun0 bei: iBecbintung SÄcinJorbö mit ben Staupiuten w«
(Bot1)lanh bienen mußten.
2) ^einrieb ber iette p. 9: Summns Ponlifcx, audlU) nu-
mcro baptizatonim , non cos deserendos censuit; »ed ad obscrr*-
tionem fidei, quam sponte promiserant, cogendos decrevit nciaii'
äionem quippe omnium peccatorum indulsit omnibusi qui •<> ^'
^finfyütb, fBifd^of t9on 2it)lanb. d95
fiScDor tnbeffen )u biefet •$)&((€ anöf nur einige «^off^
nung war, t>erfte( 9)2etnll)arb unter bem JDruife Ij^o^er 3at)re
unb tinter SRä^^en unb Jlummer in eine fernere «ftranfl^it
unb ba er ftc^ balb bem S^obe na^e fäblte/ lief er biejieni:?
gen ber @tammilteflen be& SBoIted/ bie im ®lauben treu
geblieben waren, }u ftdj^ rufen, fie }u befragen: ob fte na^
feinem Xobe i>()ne 83if(|^of bleiben wollten ober einen an-
bem an feine @telle xonn\^ten? Unb atö fte einftimmig
einen 9ta(|^folger «erlangten, lief SReinl()arb ben @r}bif(iSfof
bon IBremen t)on biefem SGßunfc^e no(i) benacl^ric^tigen unb
^arb balb nad^^ev im Safere 1196 ^).
Sofort fanbten bie 9teubefef)rt<n in tWaxA, bie e$
mit ber fefteren S3egränbung beö Glaubend reblid|^ meinten,
eine Sotf4)aft an ben (Srjbifd^of t)on Sremen mit ber S3itte
um einen würbigen 9lad(^folger im bif($6flic^en ZmU unb
jener erw^^^lte li)ie)u ben 2Cbt SBertl^iolb t>om Sijiercienfer::
jtlofler Succa in 9lieber::@a(|)fen, einen fo frommen unb
tugenbrctnen, ald in ®efa()ren fianb^aften, entf(|ilo{fenen
unb in jeglicher ^infid)t fe]|)r ac^tung^wert^ien SRann^).
suscitandam illam primitivam ecclesiam accepta cruce tran«eant.
Arnold, Lubec, c. 8 rrt^eilt a){etn()arben gewiß gu viel ®Iöcf , wenn
<r 90n t^m ffigt: Ipse (Meinardus) humilis et devotus suis auditori-
bat verbi spargens semina, arguendo, obsecrando, magis tarnen
obtecrando duritiam geatiliura. frangens^ ipsonim corda non minus,
munerihus, quam exhortationibus paulatim ad quod Tolebat, J}to
annuente, perducebat Uebrigend n>ct$ webet ^Clnpefö 9{eim < (S(>rott«
ao(i bie £)rbenö(^ron{( ir^enb itxoai oon ber SStberrpenftigfett ber
8ioen nnb oon aden btefen aw^ tbc bert^ocge^enben SSerbiltniffen.
1) 3n biefer Settangabe flimmen dltcre unb neuere ©efddtc^tf^reiber
ftbccein. Gruber 1. c p. 10 ermittelte bie Sitc^tigfeit biered 2:obe«j[abre<
9Ketn^rb< auö bem Sobeöja^re fcineö 9ta4foIgerd 11^, tnbem W^n
frin bif<45flt4eg Vmt nur an>ei Sa^re verwaltete. Vlnpeei STngabe
6. 10, baf SRein^arb 23 Sa^re in Stolanb tbdtig geweTen \t^f tft of>
< fenbar gan^ unrt<^ttg. 3Cud) SOleinbarbd (Srabfcbrfft im SDom ju Stigo
bat ba« 3abr 1196 a» fein Sobe«jabr. ©abebufcb eioldnb. Sabrb.
S.L e. 24. •^tdrnd (S^fis, eio« unb ^ettldub. alkrcbicbte 6.92—93.
2) „(Ein oromer belt" fagt Vlnpef ®. 10. ReTerenda persona
nennt i^n feinricl ber Sette @. 10. Sgl. Aber t^n: De origin«
594 ^itt^elb, eifc^of tvon 9it)(anl>.
Ungern leerlief er bte ftiDen Stauern fetned AloflerS/ warb
in Bremen gemeint unb begab iiä), nur ben Sitten be$
6r)btf(|)ofd unb bem Stufe ®otteS }u fetner neuen Seftinu
mung fofgenb/ ^u @(^iff nacl^ Stt>(anb. dn>an)t9 Start i<I^s
Itclier Unterflu^ung l)atu i^m bte itirc^e }u S3remen hmiU
Kgt/ weil bte iunge ci^rtjKic^e @emetne in StDlanb M Su
fcl^ofe Unterart nod) nxd)t befiretfen fonnte '). 3u 9feSto(a
t>on bem bortigen SBoIfe mit allen 3etd[^en ber Sreube tm
pfangen, lief er bie Somel!)meren unter benSit)en/ Reiben
fowo^^l aK 9{eube(eliirte, 5U ftc^ einlaben , 6ef(^enfte uitb be«
wivt^ete fte unb fu^te in jeglicher SBetfe bed SoRe^ Su^
neigung unb SSertrauen ju gen>innen ^). J(aum aber f^atk
er ba$ SBert ber 93efe^rung begonnen, a(§ au(|) t(|m9teitts
^arb« ®d)id\al, ^a^, geinbfc^^aft unb 5Berfolgung von ben
^eibnifc^en Siben ju 2:bei( warb, ^au befc^Iof feine 6r?
morbung bei ber SBei^ung bed £trci()^ofeS ju «^olm unb e<
n>ar nur no(i() 3n>eifel unter ben Erbitterten^ ob man t|n
mit ber Xixd)e felbfi Derbrennen ober plh^Ui^ öberfalTen ober
in bie Siüna flArjen xooUU, alö er gewarnt bie SBetbung
unterlief/ ft^ inö gelj^eith ju @c^i{fe begab , {uerfl mSf
®otl^Ianb unb t)on ba nad^ ^eutfc^lanb fegelte/ um )ur
Ses&t)mung beS treulofen unb Ij^algflarrigen SSolfed mit be^
waffneter !ERa(^t iurficfiufeliren. 2)em Zapfte, bem Srjbi«
f(|lofe Don fl3remen unb wo er ^in fam, fcf^ilberte er ben
troftlofen Suflanb ber jungen Jltrcf^e in .&i)>[anb unb bie
®efa][)ren berer, bie bort baS Äreuj bereit« erfannt ^wtten*).
et abbat Monasterii Luccensis in LeibnU. Script rcr. Brunsw. T.
ni. p 693. ^af tte Sitxn felbft btefen QCbt Bert^olb tmm ^^/
»te ®abebuf4 a. a. £). €^. 26 annimmt, tft unwa^rf^etnlic^/ obglrül
Arnold, Lubec, 1. c. barauf (inbeutet. «^etncic^g bed 8rttfB
3eu0nif toiberfpn^t bierem au(^.
1) jirkoiä. Lubec, c. 9. jSro/ T. I. p. 90. .^idcii a. a. t«
0. 93.
2)*&etnti(^ bec Sette p. 11.
5) •&einrt(( bec eette 6. 11. ^tArn e. 94. «abebufit
6. a. C ®. 26.
SSert^olb; SSifc^of 9on.eit>(an». 395
Ha gebot ber 9ap^ &U^n ber dritte abermals, um
ter Serfünbtgung bed ©änbenerlaffeS gegen bie b^tbnifcben
Stoen ba6 .ftreuj )u ))rebigen unb ert^eilte bi^)u bem S3u
fi^Dfe JBertbolb felbji utfunbltcbe SSotimac^tSbriefe ')• <Sd
war getagt hie Seit, atö im @ei{le ber ^reug^uge (Suroya
in fo aUgenKkltiger Sen)egung war unb jeber glaubte, im
Streit unb «ftampf für bie Atrc^e . bad 3ie( ber @eligfeit ju
ftnben. Sa fcbicn eS manchem ermönf^t, baS abgelegte (9es
liibbe lieber binnen ben ©rdnjen Guro)>a'd gegen ein minber
. furchtbares S6lfle{n, al6 ber ®laubenSfeinb in Xften war,
auf biefe SBeife erföDen ju f6nnen. 2Cnbern b&nfte eS eUn
fo gottgefällig unb erfprießticb für bie @elig(eit, ^tx ben
(SHauben mit bem <S6)xottU )u t>erbreiten, al6 bort bie
Jttr^K unter £dm))fen }u loertbeibigen. 2Cu(b war um biefe
äett gerabe (ein Jtreu})ug tnS SRorgenlanb in S^ewegung
unb bie jBerbienfte um ben «^immel waren im Gewinne
iUid)f benn ber Dapft l^attt bie «^eerfajEirt nacb Sit)lanb im
Sienfle beS ®e{reu}igten mit eben ben @))enbungen be9
@egenS ju belobnen t)er^eifen, wie bie an baS ®rab brt
i^eilanbeS "").
(So gefcbab/ baf auf bie $reb igten Dom Areu)e flcb
^vA @a(bfen, ^tftfl^aUn, SrieSlanb unb anbem ®egenben
ntd^t unbebeutenbe @dS^aaren fammelten, 6ie fkb in SAbetf
Deiftnigten unb bort audgeräftet unb mit Lebensmitteln
i»erfefien unter beS S3ifcbofS Seitung ben SBeg )ur @ee nab^
men. 3m ÜKeerbufen an &it>(anb angelangt, fubren bie
@(biffe ben (Strom ber 2)ima aufwärts bis in bie @egenb,
wo nacbmatS an einem SBerge, Slig^e genannt, bie @tabt
l)^ein(i4 bei; 8ette p. 12.
2) Arnold, Lubec. L. VII. c. 9: Quia profectio %vrt peregri-»
natio HierosoJymitana tunc yacare Tidebalur, ad supplementum Iiuiua
laboris Dominiu Coelestinus Papa induUerat, ut quicunque pcre-
grinationi memoraUe st Toyissent, liiiic ilineri , si tarnen ipsis eom-
placiussety se «ociarent, nee minorem a Deo peecatonim remiasio-
nem reeiperent
396 Strt^odx, Sifc^of r>on eiolanb.
Sttga erbaut t^arb ^). S)i)rt bie ®4^tffe junUKaffetib )0d ber
fßi^öf^f fl3crt^olb mit bem itreu^i^eere bid an bie fiurg
«^olm (Jttrcbbo(tn)/ bte in ber SSitte M ®tromed auf et;
ner 3nfel fianb. Son ba aui fanbte er einen 3(bgeorbne$
ten m bad Soff ienfettö bed @tromed, eö }u befragen: ob
€i ben cbrifHtd^fen ®(auben annehmen unb femerbin auif
feft unb treu an ibm b^Iten wolle? Sie 2Cntwort be<iBoIs
fed n>ar Demeinenb. ®eme bitte ber Sifdbof bie SiiUu
f^enfiigen fogleicb mit feinem «^eere aberzogen; aQein bie
<5<b{ffe lagen ibm }u fem unb er fanb f&r befier, mit bet
Ariegöfd^aar bid in bie (Segenb beS 9itgbe mieber jtiribt
jufebren *).
^&f)nnb bier ber Sif^^of ftcb mit ben %&^m feintf
«^eereö berietb; wie baöSSoK }u bezwingen fey, bitten {i((
bie Siben jenfei» beö @trome$ in bebeutenber SabI g^ftn«
melt unb bem cbriftlicben «^eere nacbjiebenb (agetten fie ^
bem fl3erge 9ligbe gegenüber aU ium Kampfe bereit. 9t
begannen nocb einmal Unterbanblungen. ,,€ntla{|e Sein
itriegdDolf/ liefen bie Sioen bem SBifcbofe antworten, unb
febre mit ben 2)einen frieblicb in bein SiStbum )unil;
bann magft bu immerbin bie bereits ®etauften mit 9e«
walt iur Streue an ^eimm @lauben jwingen; anbete aber
mnft £u mit Sorten beS Stiebend^ nicbt mit bem &ftu
tfen ber SBaffen ju gewinnen fucben.^^ Der IBtfcbf^f be&
langte bagegen ®eifeln {ur S3iirgf(ibaft M liebend. Tßni
bie 8it)en verweigerten biefe; bo<!b erboten fte ft(b ju timm
SBaffenftiaßanbe unb nacb Sanbe^ittte fdj^idFte man ft(b its
genfeitig 8an)en aH Seid^en ber fBefidtigung ber SBafrn^
rube. XKein fcbon nacb wenigen Sagen würben mebre 9i^
gerbräber, bie für ibre |)ferbe gutter fucbten , t)on benWwn
erf^^lagen. 2)arob erjümt fanbte IBertbolb fogleicb bie %titt
bentjeid^en )urü(f unb ber JCrieg war biemit angefünbigt *).
1) •&einri4 ber 8ette p. IZ Bra/ T. I. p. 157.
2).&etnrt4i)er 8ettep. 12. «idrn ®. 94. «abcbar«
a. a. C ®. 27,
3)-&eini;i4 bet 8ette p.l2 — 13; tta<t i^m Oabebuf^C^^'
2)a 0ef4KklS^/ baf bte Stoen am ^itt unb snxmjtgflen
3tt(i M 3aM 1198 ))l&(Ii4 ein wtlbe^ ^msösefcitft
ft^oben unt> bad «^eet ber i>eutr(|ien jum ^Kampfe aufor^^
berten. Gtltgfl trat bie Qö^aat ber JCreu^bruber in S^Iad^t::
orbnun^ unb t^t bann auf bie Setttbe einen entfd[^loffenen
Vnsnff. Tili biefe flof)en unb SB{f(|iof 93ert^o(b , ber erften
einer^ ,^ein «^elb jur 9lot^/'^) fte aHju nalS^e Derfotgte^ fo
geriet^ er, nid^t me^r * bermftgenb , fein unbdnbige^ Slof
}nrutfiufialten^ mitten in ben fliel!)enben ©treit^aufen ber
Sit>en. Qtoei wilbe Jlrieger ergriffen il^n unb ein britter^
9mcint genannt, flie^ i^m x&diln^i feine, Sait^e burcl^ ben
Seib. 2>er iti^nam warb jerßeifdS^t auf bem ^elbe jurutf^
gelaffen ^) unb bie Siben^ t>nx6) einen ber S^rigen, ber ft4^
ben ^elm eined erfd()Iagenen JDeutfc^en aufgefegt/ ^ttin^dft
unb meinenb/ baö Xreu^beer folge i^nen auf ber ^\xd)t
, nacb/ )ogen ft4)' n>eit jurid; biS i^re Sßalbungen fte ftf^ä^s
1 ten. Zl^ aber bie JCreuibrüber fBert^olbö loerfttimmetten
iii^nam aufgefunben, noarb bie Erbitterung fo grof unb
ber 2)urft na^ dtad)e fo aDgemein / baf man feinet iiien
mehr id^enU, baf man bie reifenben @aaten anj&nbete unb
mit 9euer unb ®^mert alle« bernicl^tete. £>a ttfd^xas
(en bie Siioen aber bie furchtbare Sermuftung, baten nnt
triebe unb ®c^onung, luben bie ©eiftlid^en nad) «^olm ein
nnb nabmen an funfjig auö ber ^a^ ber Sornebmeren
unb am anbem Sage noct^ ^unbert }U ^feSfoIa bie Saufe.
1) „aSon er wai ein (ett ^ur not,
(gr Weib Me ftnen fd^afen tot." Älifpe!« 9tetm<G^ron
e. 10.
2) ^einrt(5 ber 8ette p. 13 bejefc^net ftrirH ben »iftjof aH
I efnen fcbte^ten aSetter, {nbem ec fagt: bfefer \e^ cqui, ab eo male de-
teati Telociute in ben geinb gerot^en. Sei i(m Jeift ed au<ft:
«quem (Epistopum) alii membratim dilacerant. 9ta^ Arnold,
Lubee. L. VII. c 9- bagegen: inTentum est corpus Episcopi intac-
t«in et incorruptum. Ueber bie fftidftigfdt be^ Zoht$taqti ift na^
♦einrieb ^« ^rtten äeugnif fein 3wcifel. «ein 2£obe<ja$c 1196 giebl
atti( AJbert Stadens. ap. Schilter. Script rer. Germ, p, 298 ri($«
cifl an.
39S Hemmung bir Sefe^tting bct t'mn,
Unb nm ba^j feinbUc^e ^ecr jum balbigen 2(b}uge )u be?
tpegeti/ nabmen fte bte dS^rtfUtd^en ^ttefter in i^re Surgen
auf/ belegten )u beren Unterhalt ieben f>f[ng mit einer
itontfteuer unb bejitmmten alibalh auc^ eine ®efanbtf<!^
an ben Sr)bifdS)of t>oif ^Bremen mit ber SBitte um einen
neuen SBif^^of ^).
2)te Jtreu}brüber trauten biefen 9Raafirege(n ber Stft
unb beS Srugeft unb UaUn baü> bte Stucffe^r an. 9m
bte (SetfHid^fen unb ein «Xaufmannöf4)iff blieben }urc(f.
JCaum aber (matten bie ®d()iffe bte Sßunbung ber 2)una
t)erla|fen, at9 bie Siioen in Raufen an ben @trom fom^
menb n)te*}ubor baS SEaufioajTer tvieber abwufd^en; um,
wie fte fagten , ben 2)eutf(ben ibr S^riftent()nm auf ben
bellen ber 2)Ana lieber nacb^ufcl^itreti '). Tiu^ eitt Der?
meintet ®6(ienbi(b bev* S)cutf(^en/ einen in «^ol} gef^^nit«
ten SRenfc^enfopf, warfen f!e (^6l^nenb in ben @trom/ ba^
mit er ben itreujbräbem nac^fliefe ^).
«ftaum einen SRonat f)xelUn fte ben 6^ri|ien im Sanbe
ben angelobten Sieben ^ nal^men balb meiere unter graufo^
men 9Rif^anblungen gefangen ^ plunberten unb i^erbeerten
tl^re Selber, raubten t^rc Dferbe unb festen bie ®eijKi^
c^en, bie fte am meiflen ^a^ten, iu(e|t in fobl^e Sebring?
nif / bag biefe t>on 9te6fola nad^ «^olm tnt^iet)tn mupten,
in banger Seforgnif , wtlä) ein 8006 i^rer no(^ enootte.
Unb in ber Zl^at warb um bie Sajien)eit be§ näcbfienSai"
reS 1199 in einer SSerfammlung ber 8it)en aucb befc^Iofien/
^d) für immer bon bem So^^e beö S^rtjlengtauben« ju be^
l)»&e!nr!<^ ber 8ette p. 13. ^lÄrn &. 94. 'XlnptU
9reim»C^b^n. 0. 12.
2) ))De balneU egressi Dunae fluminis aqua se proAuMfamtf
dicentes ; Hie iam baptismatis aquam <!um !paa cbristiaoitale re-
moTcmus aqua fhiminis , et fidem susceplam exTestucantes, po<t Sa^
zones recedentes transmittimus. „^eintlii ber 8ettep* HUrf*^
dgenö gtcbt ^btefed einen Raren fßüotii von ber mangelbaften IMdjcat^,
bte man ben (toen ertbeilt batte.
3) *£>einridb ber Zette p. 14.
Hemmung htv Sflt^rung bfc Sitten. 399
freien nnt> ieben @etfin^en }tt txmoxUn, ben man na^
jDftem no(b tm Sanbe ftnben iperbe. ^xewn btna^xid)^
tiit, entfiol^en biefe balS^et inSgefammt nac^ iOeutf((^Ianb unb
bie bott }urä(IgeMtenen «Kaufleute fonnten tlS^r Scben nur
bttt(() rei(be ®efc^en(e an bie @tamm^Ue^fien retten ^). 3n
fohb^r 3(rt war in (urser 3cit in Sit>lanb fafi aUeS, n>ad
(^rifilicl^ gen>efen/ mieber uiniä^Ut unb burc^ bie SRad^^t
be$ alten ®(auben$ vertreten. S)ie n>enigen nott) bort ge$
bliebenen (S^riflcn IE)atten ftcb jum @^u^e für i(^r Seben
in bie S3urg ^feSfoIa geflöcbtet unb n^aren faum im
©tanbe, ft(^ gegen bie 2(nfdae ber «Reiben bii jur 2Cnfunft
neuer «^ulfe gu tert()eibigen. SBBaren aber anbere Erfolge
jtt ern>arten bei foldj^em @tanb ber ^Dinge, atö bie ®e^
{(Siebte i^n loortcgtf SBer waren biefe eifrigen Z^^opl, bie
ben @(auben t)erfunbigten unb mit welkem ®eifle fprac^en
fie Dom Sßorte beS @bangelium§? & roarm, wie bort
bie .g)eibenbe(ebrer in ?)reuifen, fo au^ tier nur 9Ä6nc^e,
£(oflergeifilic^e^ unerfabren in fingen ber SBelt, unbefannt
mit ben @itten unb eigent()ümli(bteiten ber S36(ter, felbft
avL^ beS SolfeS/ unter meld^em fte atö 3C))ofteI aufjutreten
wagten unb gewiß anü) fe(ten t>erm&genb, .mit bem SSoIfe
in feiner eigenen (Spracf^e )u reben. @o (onnte SBertbolb
ben (Sbriften gewiß in aller ^\nfUi)t ebrwurbig unb aü^s
tungiwertb erf4)einen^ aber faum befaß er unter allen fei«
nen Sugenben unb @igenfci^aften^ bie bei ben Sbi^iflen Tiii)s
tung unb @btfur4)t erwetften, eine unb bie anbere^ we((^e
1) SDic iJauptqueüc bleibt Ijiicr immer ber S^itgenoflfe .f>cinri<^
ber Sette. 3m 9Bffentli(^n (ttmmt mit i^m Arnold, Lubec. L.
VIL c. 9 immer überetü/ unb aud tbnen fc()6pFten «ßidrn, ®abec
buftft unb baö meifle an4) ßrax. deiner oon bicfen %at tnbef{en
Xlnpe!^ 9{etm«<$troniF benu^t. SreiUc^ tfi biefe ^ter eine fe^c unlau«
trte nueae. @te lAft bem Bif^of l^ert^olb fein Xmt e{f Sabre fong
ocnDattcn unb jte^t ba^er mM in feine ©efd^it^te (itttctn> ma« f^oa
in ber Seit feinet Sta^fotjserd liegt. 9ta4 2C(npee mirb ba^er bur^
Bertbolb au(( ft^on bie 6tabt dtfoa gegrönbet unb fo oielfad^r Ber«
»irrung in bem Surammen^nge ber Chreigniffe veranlaßt.
400 Zlitti,^xfd^of \}on ett>(aiib.
ben «Reiben {u t^m ^ittjog unb Bletbenb gewann ^). ttnb
in xoAöftm Reifte fpxai)tn btefe SRinner )u ben ^tben
t)om (S^rtjient^um unb n>ei((^e Ee^re brachten fte i^nen au(^
^ter entgegen? ®te brodl^ten t^nen baö (S^rifient^um bri^
sRittelalter«/ bie Steligf on ber !97&n((^eieaen^ bie Seilten t)on
(^riflUcl^er SEraitrigfett/ cbrtfHic^er @ntbebrung unb Sni^t
gatii in Saften unb iBufen^ cbrtf}It(^er Seracf^tung aDer
Sreuben ber SBelt unb alter ftnnltd^en 2)tnge^ bte £etire
t)on einer ^immigfeit in ber ^reu)igung bei Wf^
unb in t>erg6ttli4)ten @d()merien unb Setben, unb aU äei^
<!(^en be§ JBefenntniffe^ btefeö ®(aubend doD trauriger Cnt-
menfc^(i(|)ung ^ ^oU Sammer unb 6(enb galt bie Saufr,
ein leichtfertige^ unb flädS^tigeS 93ef|)rengen mit Saffer.
JCein SBunber^ n>enn bie «Reiben mit gtei^er Seic^tfertig«
fett biefen armfeligen ®Iauben mit SSaffer wieber abfüllen.
SBie eS f4)eint/ ernannte man in IBremen bei ber
SBa^I eines neuen )Btf(bofS fär &it>(anb, baf bie Xugenbfit
beS itloflerS ben 9R6n(^ nur el^rmurbig unb (obentotrt^
in feinen SRauem macl^en unb baf ber IBe(e(ntr ber ^U
ben gan) anbere (Sigenfc^aften unb ®aben beft^en unb in
gan) anberem ©eifte gebttbet fe^n muffe. !Ran fa^ akr
gleid^faOd ein^ baf für bie Sage ber ^inge in Siolanb ein
ÜRann erforberlic^ fep, ber in aQer «^inftcf^t rotit me(ir in
feinem ©eifte )>ereinige, a(d toa^ fonfl bie gewb^nK^eii
geiftungen in einem b{fcb6fli(^en Xmte erbetfcben motten.
Unb einen fo((^en ^ann glaubte ber (Sr)bif4^of ^attwiif
t>on JBremen in bem bi6berigen 2)om^rm feinet @tifitifi
Xlbert ))on 7C)>eIbem ju fi'nben *). 3n ber Zf)at mt biefer
1) SSenn alfo Arnold. Lubec, 1. c. an ibm rübmt gratiam cob-
▼jersationis, iemperantiam •obrietatis, modesHam patientiae, virtV'
temque abstinentiae, instantiam praedicationis , iocunditatem afibi-
litatis, fo- waren tieTei aOed feine (Stgenf^aftett nnb Sor^ftd^/ bte ^
inm t^benbefebrer machten ; benn bie gratia conTenatloms trab io-
cnnditas aCfabiliutis gingen obne Sweifel «ectoren^ wenn er gn ben €t'
oen in i^rer €^ra(be reben foSte.
2) Uebec ben ti^^^ta (SefcblecbtSnamen XlbertS f!ttb bie Xnstf^
Zlbttt, S9tf<f>of von iiiolant. 401
Sann üu6) in aUex SS^utjUng ^ju geeignet/ ben «^of«
mtngen }tt ber ße):brettung be€ SDaagdtumd in &it)lanb
wx beften )u ent^ra^n. fltod) in bem frdftigfien Sebend«
altft^ Don %tuet unb (Sifet ju bem mi(^tgen äBevfe, }u
welchem er berufen n^ar, nicbt obne ^enntniffe unb gelehrte
Sitbung, )ei(bnete er {uf^ baneben aud) burc^ ben ftrengs
fien ^tttlid)in SSanbel, burd^^ (Sntf4)Io{Tenbeit in ®efa(^ren
ttnb (Srfabrung in ben SBeltbdnbeln, aber nicbt minber auc^
buni^ IBefonnen^it/ XJerftanb^ falte Debetlegung unb Stlu^
Mt aus. »)
@oba(b Xlbert bie bifcb&ßiclie SSeil^e empfangen ^atte,
begann er bie SSorbereitungen ju einem nenen ^reujpge
nocb Sttotonb mit ungemeiner S^dttgfeit unb mit bem le$
benbigfien ßifer, benn »ie ber @tanb ber SBerbdltniffe bei
ben eit>en nun tinmal war, fanb aucb er f&r notbmenbig,
bo^ Saffengemalt bem SSorte Araft unb iRa^brucF geben
mäffe. @(tion feine 2(bftammung wn einem vornehmen
Sefcbl^te^ bie gro^e äabl feiner SSerwanbten unb ^eunbe
{ie|te tbn in moncbe fAr fein Unternebmen febr günjiige
Serbinbungen '). %bex aucb bie ®rofien ber äBelt^ Einige
unb Surften gewann er jur S&rberung unb Unterflugung
feine» SQBerffcd burc^ feinen tf)&tx^tn Stfer. SSon ©otblanb,
n>obin er ftcb n)egen bed Sntereffe/ xodö^ei biefc» megen bei
^anbelö aa<b &it)lanb an ber SBefebrung ber Sitten nabm,
\wcHjl dttcrer M ntnexev ©elc^cten r4r t>err(^iebfn. Scriptores Lito^
nid onmes AUbertum de Biuhoeveden Tocant, fagt Gruder Orig.
Livon. p. 16. unb neuere @ef<^t(6tfd^reiber i^. §B. «g)tdrn 6. 95.
Bntjr T. I. p. 93 he^UtUn tiefen Si^amen bei , obgleidft Gruber 1. &
oOe 9k&^ aufgemonbt fyit, ju beweifen, baf 3CCbert 9on 2CpeIbern fein
ticbtiaer 9lame fe^. iSt fiic^t barjut^un, bap TClbtxt ber^o^n 2fbel(^tb6,
einer {)albi€k^9er M dtibif^cfi ^axtwiä^i non SSremeU/ alfo mit
biefem siem(i4 no^ nenoanbt getoeren.
1) ZU folcben hztoä^vt ev ftd^ in feinem ganjen 8eben unb al€ foU
4cn f^ttbem i^n aud^ bie ClueQen. Arnold, Lubec. L. VII. c. 9.
2) Arnold, Lubec, 1. c. : ^, Qoia vir parentatus erat, ornatus
Cratribiis et amicis, in vinea Domini cooptratores babebat plurimos,
Qrubtr L c
^ 2 6
4o2 Jtreusjttg na^ SioUnb, unter SBifd^of HiUit
(ttetfl U^ab rxKb w> erregen fänf^unbert JCrteger )« ei?
aev Sa^rt nacl^ &tt)(anb mit JCreujen bc)etdj^nete/ ging et
na(l[^ 2)dnemar(, tpo t^n ber ift(nig JCanut bct SSierte, ^
|0g SSalb^mar tinb ber erjbifc^of .Xbfalon von £ttnb mü
reidt^en ®ef(|)enlen beel^rtetu «j^terattf m^ 2Deutf4iIanb )n;
tä(f Iel()renb^ begab er ftc|^ nad^ 3Ragbeburg , wo .batnoli -
hn Sanuar be6 3a^tti 1199 — ber eben je{r6nte £&ntg ^u
tipp «^bfflatt titelt, ber i^m bie 3uflc|^ntng ert()eilte, i4
bte ®äter ttnb aOe^ (Stgentl(^um berer, bie an ber Snup
fa^rt nac^ &it>lanb S^l^eil nähmen, eben fo bem ®(^ut)e be<
a))ofti>(tf(^en @tul^leS anlE^eim gejieat fepn foUten/ »ie a
f&r fol(|)e t)erorbnet UVf ^<^ )uni l^eiltgen ®rabe mdf ^
rufalem pH^cttm, ba ja für iene au(l() gletcf^e S&nbenom
gebung berltelS^en. fe^ ')• Ueber^au|>t fanb 2CIbert aOent^
ben bei get{lli4ien unb bei weltlid^en Surften rege 2^ü«
nannte unb aufmuntembe Unterjiü^ung f ir feine &ai}t ').
3n fo(4^er äBeife n>o^l vorbereitet trat 83if4of Xt
bert im Sa^re 1199 in {Begleitung beS ®rafen xon»
rab von ^ortmunb ^), beS ebCen Stittext J^axUtt (»00
1) ^Zintiö) ber 8ctte p. 17: Coram eodcm pcgc (PhiKp-
po) m sententia quacritur, si limina in Livoniam peregrinantnioi
sab tttitione Papae ponantur, sicut eorum, qui Hierosolymam ▼>'
dunt Responsum vcro est, ea sub protectione Apostolicl compre-
•hendi, qui peregrinationem LiToniae in plenariam peccatorum re-
laissionem coaeqaaril viae Hierosolymilanae.
2) Arnold. Lubec VII. c 9: Ncc facile exprimere potero,
quantam' invencrit gratiam apud Reges et magnates, qui ei coope-
rabantur pecunjis, armis, naTibus, Tictualibus, intcr quos Dcnun^
Andreas (?) Archispiscpus Lundensis^ Bemhardus Padielburgen*
sis, Iso quoque Verdensis manus suas Domino consecraTcnmL
^txnx\6) ber ^ttU, p. 75 enoi^nt biefer fpdtrrt^m ebenfoS«; ^
Pachelburgensis ffl ber öon |)oberborii, ben «&etnrt4 Paihelborneiw»
nennf.
3) Qi gab \n biefer 3ett meftre trafen btefe« SiamenS. CRn ^^
rab Don iDortmunb, weiter beutTc^er JDrbenöbruber war, ffeC im 3a^
1243 in einer @4l<it^t gedcn ben «^rsog 0uantepolc oon yonmeni;
P0r. Dusburg P. IIL c 34* JBicUei(^t ging biefer bamo» att jhw«<f
Jtteii)ittg na(^ Sit^Ianb irntet SSifc^of 7((6ett. 409
Sbittg ^) unb einet vAi^t unbebeutenben 9^ai von Jtreu)^
(tubem auf bret unb swanjig @(|^iffen bte Sa^rt nacf^ iios .
bnb an '). ®{ii^i\^ mürbe bte SRunbung ber £)&na er?
tetc^t tinb bort mit allen ben ^eintgen im ®e6ete ftd^
®ott t>ertrauenb/ ^og Xlbert mit bem Jtreu}t)eer gegen
^obn )tt, um Don ba weiter nac^ ^tetf ola }tt gelS^en. 3mar
griffen bie Stioen bie (S^^riften auf bem SSBege an unb tib?
teten me^re; ^Mn ber IBifc^of langte benno(^ na^f biclen
Sef4^i9etben bei ber letztem fiSurg an unb ün ^eubiger
Sitbel unb ein aUgemeined 3au(^}^n ber 6^rifien, bie ftdg^
bM ie<}t nodb in ber Surg gebalten, famen il^m bort enfe:
gegen. S)a erfcbienen bie Sitten mit ber ^itz \xm eine
breitigige SSBaffenrube/ ba fte m^^renb biefei^ %t\fi erft il^e
Jtriegömannfcbaft Derfammeln »oUten. IBifd^^of %lbert ge«
ftanb ffe gu , um beut £reu)b^ere einige Sage 9lube )u
gtnnen. allein bte «Reiben brad^en ben @ttllilanb fd^ion
Wi anbem Sage, inbem fte bie SRannfc^aft ber ^btiften^
bie au« ben @(!bifen be« SBifd^oj^ ®4)mu(f unb ®erät|ie
berbetbringen follte, ))I&6Ii^ öberfielen unb ermorbeten unb
borauf ben 93if4)of, ber ftc^ naii «^olm begeben (atte, in
ber IBurg bel&gerten. 3n)ar n^urbe bie in ber jBurg batb'
entfianbene ^unger^notb burc^ ba* in ©ruben unter ber
frbe aufgefunbene ®etreibe wieber gehoben; allein ber
mtec mit bem SStfcibof albert nacb Stolonb/ trat bahn in ben ®((n>ert«
Mbri;>£>rben unb ging M ber Ißerdnigun^ biefefCrben^ mit bem
tMtf^n Orten in ben (ettem Aber. (Sxn anberer ®tof J^onrob von
^)ortmttnb ßanb um< Sa^r 1214 mit auf ber (SKette hU ^aiferö Ottp
IV. nnb wart bei l6ootne6 gefangen; f. Alberid. Gbron. an. 1214.
dtn britter ®raf birfe^ 9lamend lebte umd J3abr 1225 am <&ofe bed
Qrsbtf^ofiS t>on SihVa, SBtetleic^t Ic^oX Gruber Orlg. Livon. p. 18. ni(bt
Snreiibt/ menn er aICe bvei für eine nnb biefctbe 9>^rfon %hit
1) tiefer «^arbert oon Sburg mar auö bem OinabrOcfircben unb
fommt ald Seuge im Sabre 1189Mn £)lnabriü(ür(ben UrFunben t)or; f.
m\txt C€nabr. ®efd!it(bte 2. ISbl- tm Urfunbenb. @. 109 unb 115.
2) 4^einr{(b ber Sette p. 18. Arnold. Luhec, L. VII. c. 9.
fpiam sequebatur muhitudo maxima et militum manus copioaa.
Tbat Chron. Bremens, p. 76 nimmt ba< 3obr 119B txt,
26*
404 Arettitug Ȁd^ Siiitanb ttntec SSififtof X(6ert.
Seint) gab btriBeldgernng ntifjt.djet.üuf, aU btt et feim
(onb in fdtaxii gefiedft fä]£^ unb ati^ ^efatgni^ no^ dr&^er
rer 93n()eentns9h nnt Rieben bat.. £)ec IBif4M)f betotOigte
btefen itoav, beg^ ftc^ mft feinem ^eerfKtufnt unb triefen
@tamm^ltefteir:ber;&it)en gegen ben Sltgbe binab unb Utf
bie legteren ba taufen; Inbeffen traute et ibtem frteUüb^
fBevffHecben nitbt uiiK lief fte babecaUe^ unter bem ©d^inc
eine^ ©aflmobled- gu ibm eingelaben, in fetle Senoabtung
bringen. %u8 ^ti^^^t nadE^ S>etttf4^(anb entfanbt ju werben,
ueranftalteten fte, baf bem fl3tf(bofe ba(b baraüf breiftg tb«
rer bomebm^^ 2Ningltnge aul lotn ^bieten ber fMma
unb 9on Sb^^^^^iba a(fi ®etße(n unb }ur S£rgf(bäft bc<
SriebenS gejieSl k9Urben ^).
£)tefe 3eit; ber Stube befcblofi ber S3ifdi^of Xlbert jur
SSermebrun^ ber @icberbett ber 6l;riflen im feinblt^KU Sanbe
j,u benu^en, benn er ertannte iDobl/ baf bat Ungeiottter
bed 3orneS unb bet Erbitterung ber |>etben ne(b iii4t
ausgetobt unb ^ ber @turme nocb mebre folgen iiHirbeii.
^rum fafte er ben @ebanfen, an bem SttgbetSBrrge«
bart am ^un(^^@trom unb unfern bon beffen 9R&iAung
in ben naben iDZeerbufen, too bie SSerbiftbung mit ber t^^
fenen @ee buxcb bie 9latur gegeben mar, bie @tabt SRiga
aufjubauen. SSeabftcbttgt foU ibre @runbung fcbon mebre
Sabte iUbor gemefen fe^n, benn naä^ einer nocb berbanbe»
nefe Urfunbe bed SZ&mifcben £6nige& ^einrieb beft &e6fMm
foU biefer ben bamaltgen Sifd()of bon Sit)(anb Sertbelb
nitl^t bloß unter bie 3abl ber S?e{4)8ffirflen aufgenommen
unb mit oberbobeit(icl()en Steckten in feinem ®eikU berfes
ben, fonbern ibm and) fcbon bie Sriaubniß }ur ©runbung
einer @tabt am 9itga ertbeitt fyiUn ""). 3fl n^irlCicb bamaU
1) ^einti^ ber Zttte p. 18.
2) SDtefe Angabe, ift l^'er abftAtU« M ne^ iiMtfd^ft ^ndtfMt
Gie beruht jmor oitf etnir ttcfunbe, bie (!4 im 0e^tm. 3Crc^ an M»
ntg^betj) auf^efimbeii ^t ttnb in bec Bettage Nro. V. obgebnift cn
btefer f>Ia9 f4on i^«»rl^n^iiti getpefeii^ fb mögen totljl Me
fo fcl^wanfenben unb unxuf)e^oUtn Btxl^Uni^ brt iSotibrt
ittt Seit be^ iBtfdii^ofö SSert^olb bent Xufbau einet neuen
4rrtfUt4^en @tabt befHnbtge ^inbentiffe in .tien SShg geUgt
tNtlmt. f&t{id[^Df Vtbevt üUt, von bet 9tf>tllS)»enbigIeft eme9
fiAtxtn SJetemigiing«<Jttnfte« föt bie:€6tiften ju fe^r ftfeet«
leiigt, bot aOed duf, ben ©ebanfen in VuafA^ntog iu-brin«
gen un\> in mentgen Sotten iianb Sltga buvc^ it^n gegv&fi^
bet ha ') un^ bema^rt banfbat i1)tei &v&nUx6 Xnbedlen
nocf) M^ tiefen Sog.
3e me^r inte{fen bet SStf^^of Wbert bie ^geijtige (£u
gent^ttmlid^fett unb ben ganjep Qf)mit^^ ^^ Sit>tf^n
SelfeS fennen fer^^teunb je t)telfiltigev.eti bie (Erfahrung
fd^'iit; aUein iftre Ifed^t^tt ifl md)t fhreng ju-feewrifen, »fttn audj
OttCe «rftitbe bafftt fpreti^eif. .®t# ifl not noic^ ii( etriinr öUen TCbfi^tift
»oi^iibrtt unb fein ^u>fibbir4er GfdftttftfteUet f(!^t.1ie drtannt |«:(K^«
hin. SSenn man ben . ^Cnfan^ bec Snbiction mit b^m etfien Sanitär
annimoit, fo !ann ba^ 2)atum faum rlc^ttg fepn/ benn bie Indict. XIV.
fdirt ins 3af^x 11% utib im iDecembet biefeS Sa^ui befanb 1t(^ ber
Äöniö ^einxiä) VI. fn Italien. 3nbc|fcn mad^t boc^ befannttid^ eine
fdtl^ Angabe ber 3ttblctibn alTein eine Urlunbe ' no(t nfdjt gerabesu
miäd^t. S^bdd^tiger.mdc^te bet gonje Sn^aff^R^n^ befonbete wenn
man ün bte nad^fotgenben argen ^treitigfetten' brö Qttibif^ofi : »on
SKga mit bem beutf^ Crben benft {för unfern 3n>e(t wärbe eine
griknb(id>e ttnterfu^ung uni ^ier }u mett fähren unb ti mag alfo ges
nag fepn, üorerfi auf biefe tirlunbe aufmerffam gemacht 2U ^aben.
1) Ueber bte C9rdnbung .S^iga'd ifi wl hin unb ber geftritten mot:
ben^ 9lad^ «ß einrieb bem 8etten p. 19 fd)einen bte €$tammdlte*
ftrn bet Sioen felbft bem SSifc^ofe ben Ort jur 7tnte()ung ber ®tabt be
mecfti^ gemalt ju'^aiften; er fagt: Livonum Seniores Episcopo \t^
cvaaa civitatis commoQjtranty quem et Ri^;aMl äppeilant vei a Riga
facuu 3Cbet aud^ M IjBetg; wirb t)on «^einriA bem Letten ber Riga
etatgemal/ ). §ß. p, 1^, angefahrt Ueber bai 3a(ir«ber (Srünbung/
kodi^e «^einrid^ ber Sette p. 20 im @ommer 1200 erfolgen l^ft,
fmb bie Don Gruber Orig. Livon. p. 20 angebogenen ^toniften unb
eabebQf4 d. o. £>. ®. 33. |u «)erg(ft(6en. UebttgeM fagt ba<
Cbroo. Brem. p. 76; Nova civitaa Rigb.Brei{9ciuis civitatis insig*
nia sttscepit .
I
406 Oränbuns Sttga'^butc^ Sifil^of Xlbttt
maö^U, toetd^e Uebemtnbung ttnb welchen Stampf eS ietb|l
efoidlnen fofte, flcf^beS alten Solf Sieben«, beT atten Sit
ten unb Sr^uc^e in ber Sebendweife unb beö alten Sitter^
glaubend ju ent^^Iagen; um fo fldxtx fa^ et ein, bof baS
wanbetbare unb unftc^eie SRtttel ber ^H^tt^xe in fcinit
Seife \)xnxzid^tn f fthne, ber neuen Seftaltung ber £)tn9e im
Sanbe irgenb fiebere «Haltung unb ffefligfeit ju geben. Sbuft
3al[)re<t>er{auf feierten bte Jtreujbräber faji immer oieber ^in
unb fomtt fe^rte aud) ber bange 3uftanb ber ^utfloft^it
unb beS SRangetö einer {ureic^enben ^riegSmannfc^ft $tt
gen baS n)an(elnmtl()ige Solf ber Siben immer nriebet )tt^
räcf. jDiefen rhißlicben Ser]^d(tniffen glaubte VIbert bun^
jmei SRittel am bejten begegnen }u f (nnen. jDa« eine bte^
fer !RitteI ){elte barauf l^in, bun^ 2(udt^ei(ung lanblitM
Se{t(stl^um8 an auSge^eid^net tapfere Jtrieger bad Snterefie
tiefer üRinner an bie Sr^altung unb SJert^eibigung M
Sanbe« auf immer feft )n fn&))fen. SBetl ithodf )ur »ei^
ten %u6bel[)nung biefe« ÜKittetö — benn nur in »eiter
Verbreitung fonnte e8 ben Swecf erfüllen — fc^on eine
bebeutenbe SRaffe bon Sanbbeft^ jur SSertl^eilung in feinen
•^&nben fepn mu^te, eine foldj^e aber ben Sanbe^eingebore^
nen oljine gefleigerte Erbitterung Ui ganjen SSoIfeS oi((t
entjogen werben fonnte, fo foQte ein anbereS 9Ritte( bie|et
juerft bcrbereiten. Unb biefeS jwefte 9RitteI war ber ?)lan,
einen befonberen SRitter körben ju jh'ften, beffen imi e*
fepn foOte, ba6 Sleid^ bei ®Iauben8 unb ber Aird^e unter ben
JB5l(ern be8 Sterbend immer me^r ju erweitem , baS für
bad (S^rifient^um gewonnene 2anb unb bie in i(im gegräm
bete ^xiftli^c itirc^e gegen ben f^eibnif^^en Seinb mit aOer
^adi)t )u t>ert]()etbigen unb fo in feiner ganjen Seliim«
mung eine feftftel^enbe/ bem Sanbedbif((^of in iebem Xugem
bttcf bereite «^eeredmac^t f&r bie ©adj^e Qfjxiftl ju bilben ').
1) 9{a(b ber ZnqaU man(ber CtueOcn foK Xlbert bfeTen 9^ vnb
fo axxäi f(bon bie Qtlaubtiif |u feiner 3Cu4flibrund t)er feiner etften ^
reife nacb ^iolanb, alfo glet(b m^ ber Uebema^me M bif^^fti^en 3^**
Um bfefen Sebanfm auösuffi^^^ begab f!4^ ber SU
|d^ Mif im 2(blaufe be^ Sal^red 1199 nacf^ Deutfdj^Ianb
{ttrötf. Seine nidfftt Xbfidj^t n>ar, ipin neued Areuj^eet
a»f)ubringen , ttm unter beffen @(^u| bte erfle ®runblage
feinet 9>Ianed beflo ftc^erev aufbauen ju f6nnen. £)ie (Sin^
wtStgung bed ^a4>fiie« Snftocen} beS 2)ritten brachte if)m
ber f^on fräl^er env^^nte £)ietert4^ t>on Sll^oreiba/ fein
gteunb unb Se^ölfe^ ben er, eingeweiht in feinen @ebans
Un, nacb Stom gefanbt unb mit einem Sntmurfe feinet
IHane^ t>erfel^en l^atte ^). aRittlermeite war er felb^ etfrigft
bemalt gewefeu/ eine neue @c^aar i»on Jtreujbr&bem ju^
lammen ju bringen unb (e^^rte bann mit biefer im nclc^lten
Saläre nac^ Sii^tanb jurärf. 3H>eten ber mit xf)m getom^
menett Slitter S)aniel Sannerow unb' ^onrab t)on SRe^en?
berf übergab er nun in Sel()n6n)eife bie betben SSurgen it^
newarben unb ^Uihla '). S>ur(^ bie ßntfc^ieben^eit unb
tH gehabt unb bie Gtiftung beS £)rbend aUbalb na4 feiner 2(n(unft
im 8anbe Qudgefötirt t)ahen, JDarauf beutet fd^on Arnold. Lu6ec. L,
VIL c 9 In ben Sßorten (in : Obtinuerat etiam a sede Apostolica;
vt st quos inTenitset riros religiosos et verbi Dei erogaftores, »ve
de ordine Monacbonmi , sive regularium CaDonicorum Tel alionun
refigiosorum y ipsos <uo labori cooperatores eiliceret 2(U(^ 2C(np^M
Stdms^ron. @. 12 unb bte Crbenöc^romf bei Matthaeus T. V. p.
702 unb anbete (^roniflen folgen bterer 2Cnna^nte. Snbeffen fibenoiegt
Mefe bo<!6 aOe bad ooUgälttge äeugnfß be^ s^itgendUtf^en unb wo^luns
trmci^teteR *£»etnri4 be« 8etten, ber ben Urfprung biefed fo wichtigen
(Ssft0nt{fe< dfwif genau unb rtd^ttg lannte unb bie SSegeben^Kiten in
bec Zeitfolge ersd^It / wie fle oben bargefleat finb.
1) 34 besiege hxt bunfefe ®teSe in «^einrit^ bem Letten p*
19 i- 6 auf biefen |)(än. Offenbar war )Dtetend() oon S^oreiba ipegeit
b€r€$tiftung bed neuen 9?itter s £)rben6 nac^ 9{om gegangen unb braute
Me SefUtigung be< |}a)>fte^ — literas ab eo praenominatas et benigne
porrecUt -^ nun }Urü(f.
2) jDie Samtlie ber ^Ote^enborfe ober SRetnborf war im 4>otfiein&
f^ciif fOtagbeburgif^en unb in ber SJlar! fe(|r ausgebreitet. fBgU Crru-
^r OVig. LiTon. p.20. SBo^lbrücEö ©ef^i^tli^fe 9{a(iri(()tett oon
bem ®ef4tc(^te oon 2Cb)enSIeben S^. I. 6. 86. 2>ie 8urg 8enemarbeti
l<d dXn^faStf an ber ^taa, ha too je(t ^nettHibett fiblidft ^on Utidhit
liegt.
\.
408 Stiftung hH £)«bf 11« M aUttfrbim^d S^.
Ataft be« SBiOlenS aUx, mit ml^t \>tx Sifd^of in aOem
g^n bie Stt>en ^ctfnt^t, würben bte £url£nber unb ^U
t^uet bewogen/ frein^tdig um Stieben {u bitten ttnb 20^
erfreut/ gegen biefe beiben naben unb gefdl()rli(^n Silier
ge|t(bert gu fe^n, bewilligte ibn 0.
' 2Ctö (hierauf )ur weiteren SSerbreitung beö Goangetiüml
bttrcb SEBort unb Seigre in Sti^a aud) fiibcn einige 9RM^
£(6fier gegränbet waren/ ging 83if(bof Xlbert feinem mi<ii«
tigen ^(ane ber (Stiftung eined befbnberen 9{itter$iDrbeiil
nun ni^et en^egen. 3u biefem @eban(en gefüi^rt war et
offenbar burcb bie Erfolge, we% bie Stiftung ber gei^i«
di^en dritter ::£)rben im SRorgenlanbe in bem Stampfe für
bfn ©tauben Sbi^ij^i - unb in ber SSertbeibigung feiner $>n»
(^ gegen bie Ungläubigen gebabt ^U, woDon Xlbert ia
Deutfd^Ianb fic^ genau b^tte unterricbten fonnen. @ie wo«
teil ibm baf)tt aucb fär feinen neuen i&rben SRufter tmb
S3eifpiel unb wa^rfd&einlic^ ^atte feine unb feinet Sreunbed
2)ieteri(5Ö SReife nac^ 35eutfdi)Ianb *) unb Stallen iUjUicJ
ani^ mit ben Bwecf ^el^abt, bie SSerfaffung unb bie inne^
ren SSerbaltniffe biefer gei{llic()«ritterli(l(^en Stiftungen aufS
genauste fennen }u lernen. JBor aflem aber war ed ^it
Siegel unb SSerfaffung beöSEempler^iOrbenö, wel(^ berÄi'
ft^of nad& be§ ^apjiefi Änrat^en bei ber Stiftung feine«
neuen £)rbenö gum ©runbe legte %
1) ®o ^ci'nrtdi^ber Zette p. 20 — 21. & begifften ft* Jtet»
auf auc^ bie aßortc bei Arnold, Lubec, L. VII. c 9: Cumquc fire-
quehter aestivo tempore excrcitum duceret contra crucis Christi im-
rnicoSy non solum Li\ones, verum etiam alias barbaras nationes
ita sibi subjecerat, ut ab eis obsides acciperet et pacis conditione*
cum eo faceret.
2) »^Mitri^ ber 8ette p. 21 etwdint oujer ber erjlen 8Mfe
na^ )Deutf(^{anb im 3a(re 1199 nocb einer ^twittn, Ut er M 3ä^
' 1201 fett/ inbem ber »if^of bie sttrücfEe^renben itreitabrftber be^Ieite^
• 3> *einri(S ber 8ette p. 22 fat^t: Qnihtw (fratribus) Ddmi-
nns Papa Innocentius III. Regulam Teroplarionim coramisit p^
mit fKmmen audj anbere Clueden überein : fo Arnold. Lubec, L VH.
c. 9. Sn 2Clnfef< 9Jeim • (J^ronif €5. 12 fagt ber ^t^ 1«»
»bert:
Sie ®Ueber be« neuen £)vben« nannte Vlbert „^^
ber bee Süttenblenfieö 6^ri|lt ^)/' um fd[^on in btefet S3e«
nennung be» £)rben« 3«9ed utib IBeflimmung }u bejetcf^nen/
benn baS ganje Seben unb aUeö 3%un unb.SBirfen bev
neuen 9tittet$S3rAbev foKte nur bem 2>ien{ie 6t)tiftt, ber
Serbrettung unb Srl^aitung be^. ®iaubtni an ben ©efreu^
)tgten/ bem @d(^u|e unb ber 8$ert()etbigung fetner Aitö^t
gewibmet fe^m 2>iefen @inn iptad)en aucb bad Areu^ unb
ba^ @4^mert auf bem weifien Sßantel au$, n>el4)en 2C(bert
ben 9{itter4Br&bern atö i^r iOrbenöHeib be fltmmte ""). Sia
bad Jtreu} baö gemeinfatne 3eid|^en aOer folc^r geijlHct^^t?
tertt<l^en £)rben war, fo gatt baö 3et(t)en bed @(!(^n)ette9
für baS audgejeidl^netere unb man nannte balb nacb t^
bie Kitter btefeS £)rben$ and) bie @c^n^ert«IBrt)ber ober
Schwert s SEr^ger «). <S^ marb femer at|(|) «erorbnet^ ba$
bie Sittter btefeS £)rbene im ^ienjie für bie Jtirc^^e bem
<Stnt bie lant {tu atfo geflatt
ettfi< dn geifltid^ö leben
9la(b bem tempi( ni 0e9eben
jDie 0Oted rittet Reifen ba.
1) y,Fratres MUitiae Cbristi.'*
2) Der ganje fröjer jur äett ber 0(^)urifleif<be — cf. Sehurzflei-
schü Hlstona Ensiferorum — über bie 3nffgnten biefeä &rben< ge»
fftbrte &tceit loftrbe ni^t entftanben fe^n, menn man flc^ mebr an bie
«^oiqttqiseae ber Sef^icbte biefe« £)tben<, an •E>einriib ben Letten
gebalten unb ' niö^t burcb bie vetborbene eteUe hn Dusburg P. II.
c 4, mit fte in ber Vuigabe oon «^artfnocb fiebt, b&tte t)erf&bren
toflhi. Sßir merben oon biefer Stelle no(( fpdterbin fprecben , bemerten
icbo<!b bi^ f<b^n , baf oon einem Sterne bei ben SiDlAnbifcben £)rben6*
|et<j^n in feiner V^\^ bie 8tebe fti^n fann. «^einrieb ber ^tttt
p. 22 fogt auSbrficRicb : Signum in Teste fcrenduni dedit, scilicet
Gladium et Grucera. Arnold, Lubec. L. VII. c 9 enoib^^^ nur
be< audgegeiibReteren Seicbend/ n&mli<b bed ^^xotttt^t profetsionis
•oae Signum in forma gladii ^ quo pro deo certabant , in suis Tcsti-
bus praefereb'ant
3) 2Cit(b biefer 9lane mürbe ibtten f(bon m ben erflen Seiten gege«
ben. 0r fommt f<bon bei «^etnritb bem Betten p. 136 dmt, mo
tiefer |ie gbdiferi nennt Ensiferi beißen Ite bei ibm aber niemaii.
* 410 • Stiftung M lOrbeci« M {RittetbtmfM 6^.
i^titltiim S&ii6foh beS 8ttnbe» aM i^^rem oberflen ^tm
)um ®c^orf«m oerbunben fepn foDteit >). 3u intern Mm
^$Ui würbe ber britte Xf)tii bed S^nbeS 6e<iimmt, »eb^
bem S3tf(^ofe betet» a» 4ltt1iti<^ »Ude^&rte *). XIS i^
erften SReiflet n)et(^te')(Ibert bett ritteritdS^en Sinno Don
9tolE)rba4^ '^)r einen erfal^renen itriegSmonn / ber jtcb Mßu
bend ^ufFommen unb Sdlntl^ auc^ m aOer SBeife fefir aiu
gelegen fepn lief« 2>ie 3<tbl ber iDrben8:iS3r&ber war \p
toäf im 3Cnfange nur gering; fie i»erme^e fid^ aber in
ber Solge t)on 3abr ju Sobt ttnb fc^on im 3a(re 1202
traten andf bie eblen Stttter Xmolb t)on äXe^enboif, Ißtm
larb Don Seebaufen^ 2>ietert(^ wnZptibtm, M fiif4)ofl
Xtbert iBruber, nebfl mebten anbem ritterlicben Jtrtegen^
wMt ben IBifc^of auö £)eutrd^Ianb na^ Sit)(anb begleite^
ter./ in ben £)rben ein^)^ fo baf in n>enigen Sauren bit
äa|il ber iDrbenes83räber f(^on siemltdi^ bebeutenb mar *>
JBei bem aOen bänite jebocf) bem fiSifd^ofe bitft }u
feinem £)ien{ie ftet§ bereit |ie()enbe Ariegdma^^t nod^ feinde
wegS surei(^enb , um feine neue ^jlonjung gegen bie nt^
uml^er bro(^enben ©efa^ren ganj fEc^er )u fteOen ; benn M?
fer ben 8tt>en^ Sfi^^en^ Jturl^nbem unb Sittbauem, iit,
1) yy£t sub obedientia sui Eplscopi esse xnandaTit:'' i^Ctnti^
ber ietU p. 22.
2) 60 war o^ne Sweifel ^Cnfan^d bie SSe^mung / äbcc »^
na(^(er ber £)rben mit bem IBifd^ofr in qwfen 6trdt gtriett».
3) £)b i^m ber 9tamt t>on 8lo^ba4 mit Btcä^t ^uUmmt, 9 N^
li<( nt<bt ganj ßemif / wie fd^on Gruber Orig. LItou. p. 58 angießt
(Oean ^at i(in frdter fo genannt. <S. ifra^ T. I. p. 97. t>\t öjw»
nifen nennen i^n befidnbtd nur Sinno ober Sinne. Uebrigend i|i fo4
feine ffamiUe gana itnbefannt. fB^^. 2Crnbt< €i))Cdnb. (S(ton. a;(^ I^-
e. 5.
4) «^einrtd^ ber Ztttt p. 23.
5) Arnoläi Lubec. I. c faßt: ifK//i ctiam contiocnliai voreii-
te« et soll Deo mililare cupientes, forma quadim Templanorun
Omnibus renunciantes, Cbristi militlae se dediderunt. S^ *$^
1206 bemerft ^^einrii ber iiettt p. 47: Factum csiauiem eoaen
tempore, ut augeret Dominus de die in diem numerum et&iniua"*
Fratrum Militiae.
eüfbxtii bf« iDrbtn« M 9txtUMtnftt9 a()rtjit. 411
}mnn ÄUd& t)orerjl ben Snefctn ncd^ j^ewö^renb, bodi^ tm-
mer mit fetnbltd^em Vttge unb mit ®xoU im «^erjen ben
neuen ®Iattben weiter tinb weiter t>er6re{ten unb mit du
Weiterung btefe* ©tauben« audb eine neue frembe «^errfc^aft
Aber f!c^^ ^erann)a(l()fen \atjen, regte {tcb balb auc^ in ber
©eele bee ^rijiltc^en gfirften t)on ?)oIoif STOf^trauen unb
etferfuclit bei bem , »aS in ii^lanb t)or9ing ^). Unb biefe*
9tif trauen würbe bopi^elt bei il^m lebenbig/ ali er jene
geiftli^^ritterlicbe Jlrieg6mad()t ft(^ immer mel)r erweitemb
auf ben ®ebieten emporfteigen fab/ auS welchen if)m fon|t,
wenn gletcb nur in ixmliö^tn Seiffungen, bocf^ im i&^xU^ .
d^en SEribute bie 3ei(ben ge{)orfamer Unterwärftgfeit waren
entgegen gebrad^t worben. 2)iefe mißtraüifc^e ©efinnung
bewies ber %irft fd^on im Sabre 1203 bei einem Einfalle
in 8i>Tanb, aW er einen unbebeutenben SSorfaH benu^te,
um bie JBurg ^Mhla gu betagem, U^oö) obne fie ju er^
ftörmen , ba er ftd^ burcb ®elbgef(^enf e ium ^fbguge gewinn
nen Ke§ «). 6r jeigte biefelbe feinbfelige ®ef!nnung aber
t»on neuem im ^ab« 1205/ att bie 8it)en il^n für ben
JBerfuc^ |U gewinnen fuebteU/ bie 2>eutfc|^en mit ber 4(e?
walt ber SBaffen aM Sit^Ianb wieber gu t)ertreiben ').
2)iefe$ aUeS macbte e$ boppeit not]()wenbig, bafi ber
Sffc^of fort unb fort bemöbt fe^, auf er ber flebenben Äriegä^
ma(bt feinel^ £)rben8 a\x6) immer nodf) bie ^reuggäge nadf^
Ciblanb in ^Bewegung ju erl^aften, we^^alb er aud^ fall'
iebed Sa^r nac^ £)eutrcbtanb ging, tf)ei($ nm bfe in Sit);
1) m<i Jeararnftn S3. HL 6. 116 f^tU htt Sdrfl eine fefte «
Sur^ an ber ^öna, Jtu!enotö je(|t Jto!en^ufen, in S3efi$. X>itfe^ hei
fiati0t anc^ ^einrid^ ber tetie p. 33, 36.
2) «Peinri<$ ber 8iftte p. 26. «ei Arnold, Lubec. I. c $eift
C<: Verum inter haec prospera non defuerunt adrersa. Siquidein
Res Russiae de Plosceke de ipsiv Livonibus quandoque tributum
coDigere consueverat, quod ei Episcopus negabal. Unde saepius
graves insultos ipsi terrae et civitati saepe dictae faciebat. 9la4
itaramfin 8. UL 0. 117 l^ob ber gürft bie SBeladerung auf, weil *
er ge^6tt/ baf frembe 6(^tffe fi(( ben Jtflfien t>on ^Dlanb nd^erten-
3) 4>etnri<( ber ttttt p. 35.
412 4^tntie.rntffe tn ber ^etej^rung htt i^to^R.
lanb gemefenen ^UgertKtitfen in t^e «^eimat int&äyaU^litu
tm, tl^dii t)or}U9lt4^ and) um immer neue ^c^i^fae^ i^on
|)t(gerbrübern aufzubringen unb nad) iiplan^ yu fÜiten %
@6,U)ar aber ferner aucb nietet minder not^menbtg/.tiaf ^r
fi3ifc^of in bejlanbtger SBerbtnbung mit bem beutfd^m SUu
((^e blieb ui^^ bafi er am SHomifö^n .gofe imnur euif U^
benbige S^beilnabme an ber ßrmetterung ber iftiftlidtm
S^ixd)c in 2it>lanb aufredi)t )u erbalten fucbte« 3ened be?
U)ir!te er burc^ feine 6fteren Steifen nac^ idtnf^lanb, mo
el: bie Stetcb^grofien unb Surften, für feine @a(be getvann;
biefeö erreicbte er, tnbem er ben $apfl beftonbtg Xfo^ ben
Sortfcl[^ritten , tpit t)on ben «f>inbemiffen unb «^emmitiigen
feines äBerfeS in itenntnifi fe^te. @o gefcbab biefef unttr
anbern fcbon im'Sabre 1202, atö ber 2Cbt ^ietertdS^ Don
Sb^teiba mit bem be!ebrten @tammjlteften bei ^J^tM
bon Sboreiba, jenem \äfc\P envabnten Staupfi^^), bonb
£eutf(blanb na(b Stom io^, m biefer le^tere iwm 3)at>9e
Snnocen} bem S)ritten mit aulgegei<bneter Vcbtung bebon«
belt unb rei4) bef^enft würbe: ein @reig,ni§/ ml^ auf
ben, Sortgang ber iBefebrnng in ^Dlanb ben g&njiigfUn <Etm
ffuß ^atU. . . .
Snbeffen gelang bocb biefel SBert ber jBefe^rmig in
8iDlanb aucb in ber nacbfolgenben 3eit nur unter loielem
IBIut unb @cbn)eifi unb unter unaufb&rlicben ftb^ren unb
barten £am))fm tbeifö mit jenem f^ärflen von |)oloi{, ber
balb al6 ber erbittertfle ®egt(er^ ber £it)if(bett iSbriüen aitf^
trat unb an melcben ftcb aucb anbere Siufftfcbe ^üt^tn jener
®egenben anfd()loffen »), tbeiK anä) fortmdb^^nb mit ben
umberwobnenben b^tbnifcben SBilfent/ bie {leb lieber ber
i^errfcbaft jener SJufftfcben gurjlen fugen, .all burd^ bie
1) 9la(b .«ßeinrtcb ^^^ Letten .gefcbab Mefed in ben Sa^rm
1203, 1204, 1205.
2) ^tlntid) hit ü:ctte p. 25 nennt bei biefer ®eUern(eit bicfet
JCaupo quasi Hex et Senior Livonura«
3) &. {)<tnrt(b ben Seiten p. 40 - 41. ^aramfin ^.
lU. ©. 117.
Ttette bet ^rtften bie Silbnilfe ttnb SESi^tifl^« il^m (Bittet,
M mii^tfgta SSeltfc^&pferd Sumala/ Deß S)onnergotted
9etfttn, bed Sru4)te^enbetö 0emtnit j^rträmmern (äffen
tooUten; benn fo ^Milte' ^c^ hei ben 8tt)en bev «^af gegen
bie £)ciitfc^n gefleigert/ baf fte ben 0terbenben mit ben
SBorten ju tr&lien pflegten: v, ®el^e Unglä<fti4^er in bie bef>
ftxt fESfltf mor bie S)eutt^n nic^t met)t 2>etne ®e6ieter,
fonbern 2>etne Änec!btc fc^n werben.'" 2)iefem »g>af|e in«
beffen «nb jener feinblic^en ®efinnung ber SRufpf^en gär*
feit {ietiten bie ^reuj^eere, \>ot allem aber bie 9titter be9
neuen iDrbtn^ bejiinbtg eine ■ fo auSl^arrenbe Slopferf eit unb
einen fo unerfcl^ätterlic^en «^elbenmuti^ entgegen, bafi bie
@dc^ be6: ©(oubend , n>enn aud^ t>telfac^ geli^mmt unb in
xlfttm trotten @tege oftge^inbert, boc^ ihtifter meiter t>ors
xo&ta ^itt ^). 2>er JEtteg mit ben 9lu{fif((^n'9fttften n^ar
eigentticl^ fttiliä) nur ein ^ampf um Sanb unb jßeft^tl^um,
bo(^ ^ritt au6) ^ier bet fBifcf^of mit ben Seinen im @e$
f&lKe einer geredt^ten @adS^e; benn menn 'auö) jwetfet^aft
tkiben mag , ob fd^on ber JCaifer «^etnrid^ ber @ed()fte bem
Sifc^fe 9on Stblanb \>ai Seftgred^t aber bd« ganje ganb
mit ^ol^en ßorre(()ten jugefproii^en ^atte ')/ fo ift bod^ g^^
«91$ ; bof if^m ber 9i6mifd!)e ^6nig 9IS)ilip^ *) unb nad!^
1) IDte (Sefc^t^ie btef» Jt^mpfe ge^drt nfcgt in bieTed fißerf unb
nraf bem Oefcbt^tfcbretbec faier S^tibo; fiberfoffen bleiben, «ßtec fann
aur ber ®a»9 bei: C^eigntffe im ^Kdemetncn unb bejc Sufammenbattg
bec SBecb^tniffe Dorgeieicbnet necben. Ueber jene ma^ nacbgelefen me^s
ben ^einrtd^ ber 8ette, 2(lnpeN {Retm^^^romf, Vrnbtd Sit»
Iftnb. ^bronlf, Brajr, &6)lbievi unb ®ebbai:bt'<$ ©efcbtcbte dod
CittfKtoen, ^tlonb unb Bi^binb u. a.
2) 9l&ma(b. in ber Urfunbe «einctcb« VI» in- ber »etlade Nro. V,
009 webber oben 6$. 404 bie S?ebe gemefen.
3) SBtr bef!|en biefe Sefiatiaung« » Urfunbe |>bt(ipp« m<^t ni^t
ncbr im £)riginal ; aber <f>einri<b ber Sette p,46fa^t: (Albertus)
perlustrata Saxonia, Westphalia , Frisia tandem ad curiam Aegu
Philipp! penrenit ^anno 1205) et cum ad nullum Regem auzilii ha-
beret respectum, ad Imperium se con^ertit et Imperium salutat,
ac ab eo ex communi ImpertUoris et MtaUaun suf/Mgio Lwo-
414 3t9i|l ittif^en JBifd^Df Qttlert «nb bem iDtben.
tna(6 au(|^ ber itaifer £)tto ber Sterte iai gan|c Sonb att
ted[}tmäf tge6 a3eft^t()um f6rmli(tr unb ttrtutiMic^ jueftami«
ttn ^>. «^ieburc^ aber toistbe bte ^Jerbtnbung 8tüIanM mit
bem £)eutf(^en Slet^ie nietet nur immer inniger unb enger,
fonbem z^ warb anc^ bte Unab^ingigfett bed neuen SM«
tl^umd, t>on aUer fremben «^errfd^aft burc^ bte Sbee, bof
ber Aaifer mit Metn Sted^te über bie S^nber ber «^fben
t>erfägen Ihnnt^ immer ((arer gefaft unb aOgemeiner an«
erfannt.
Sk fe{nbUdf)er aber unb erbitterter bie geretjten unb
von ben Stuffen aufgeklebten ^eibntfcf^n S6lfer ringS um hai
fleine bereite ^tii^liö) geworbene Sanb flete {um itam)>fe
ger&fie.t {lanben/ um fo gefa^n^oDer marb ein @trett, ber
fdi^on nai) SSerlauf ber erfien Saläre jr^ifc^en bem Sifd(^ofe
Vibert unb ben £)rbends9iittem auibrad»/ tnbem bun^ t^
bie fo notiimenbtge (Sinl^eit unb t>ai bisherige innige iBer«
f^ilttii^ M 83if(^of8 unb beö jDrbenS jum erßenmale ge«
ftirt mürbe» ^ £>ie 3al^l ber £)rben6ritter ^atte ftcf^ , wie
fcK^on €Yto&f)nt, in menigen Zaljun anfebnlicf^ t>ergr^ert
9lid(it feiten maren beutfdlie Siitter unb Jtrieger, bte mit
ben @dbaaren ber ^ilgerbriiber l()erbetge)ogen/ am Jtam^fe
gegen bie «Reiben SSergnugen, Sinf)m unb ®elegen(^tt }itr
Uebung ritterlicher Sugenben fanben, oli ©lieber in ben
£)rben getreten. SRun reichte aber ber }uert|ieilte Sanbbe^
it^ iu intern Unterl^alte balb nid^^t me^r If^in. 2>a^er (egien
jte im ®eftl^le bed 3tzd)t», bafi tl^nen bei bem Stampfe ge^
gegen bie «Reiben unb bei ber .^inopferung i^reS JBluteS
auc^ ein SEt)eil beS ©ewinne« im Äampfe jufatten muffe *),
niam rccipiL Rez vero anterllctu« Philippus quolibet anno stbi in
auzilium dari centam mascas argenti promisit, si promiMts qui»-
piam dives e%9^ poterat. Unb p. 48 ^eift ef : Ipse (Alberhts) U-
»oniam cum omni dominio et jure ah Imperator, recepcrat
S)iere 2Cnaabe flü(t f!l( xoit\^\ offenbar anf eine bamaU tvorf^anbme ttn
funbe.
i) IB^l. * bie 2Cbf<brfft ber «lefldtfdnndgmfunbe fft ber Betloge
Nro. VI.
2) «ßeintttb b«r %tiXt fagt p. 47: Qitibus (firatribus) Tuiim
3»t|l itoi^^tn Sif(^of 2((ftett unb Um Otbiii. 415
»em Sifdf^ofe im 3al^¥ 1206 ble Sovbmtng t>orr ,Mf er
{^nen Mort ben brttten S^il von gati} Siolanb aU Ce^
to^ung« i(^et fOtät^n abtreten mfrge; baf {(^nett aber in
ber %clQt ber Seit aud^ noc^ ber brttfis 5{^l ber )ur Seit
mdf nidit befel^irten unb nod^ unerobert«!n 84nber }ufal(en
m6ge, fobalb fte fär ben c^rtfHtdl^en ®(aubeh getoonnen
warben, bamit fte in fot^er SEBeife für i|ire erweiterten Ce«
b&rfntfTe ttnb xfyce t>ergr&f erten SSenoentungtrofien ^ audj^
ret4^(id^erer Stnfänfte ju erfreuen ^tten ')/' S)er SSi^dfol
bem unter ben bro]()enben ©efoil^ren aOee an bem Huflcms.
men unb an ber Serme^iTung bed £)rbend in feiner Stitter«
la^ gelegen fe^n muftC/ erfäOte ol(^ne befonbere @di)w.{erig«
feiten boö eine ©efuct) ber iDrbene^Sr&ber, inbem er i^
nen ein jDrittl^eil beS ianbti, fo wie ber ^ifer a if^m
3«0ef|>ro4^en/ mit aUen «^ol^itSred^ten abtrat^). ^CUein ber
£>rben U^n&ite ftd^ l^iemit nocl^ teineSwegS unb brang au^
auf bie t>»rl2uftge Abtretung be8 bntten SO^tiUi von allen
ben Sanben, bie burd(^ feine SRitbemA^ung femer no((^ bem
(E^fkntl^um sttgewenbet wetzen mb^Uxu 2>a foU^eS ber
Sifi^of entf^ieben bermeigerte nnb ber erhobene Streit m^
tn betben auf feine SBeife beigelegt werben fonnte^ fo
est, nt^ siciit accresceret eis in personis etlaboribas, sie accrescere
deberet et in rebu« et in bonis, ut qui in beHis et aliis laboribus
coatinuis portabant pondus diei et aestus, simul et reciperent con-
solationein laboris sui, denarium <Kumura.
1) '^iinviä) ber tctu p. 48 belebet ttn< ihn t^re gotbentng
bOClb folgmbe Sßorte: Petebant a Domino Episcopo instantia quo*
tidiana tertiam pnrtem toHus LiToniae, nee non et aliarum terra-
nnn Tel gentium in circuitu, nondum cocTersarum ^ quas per eos
Dominus simul cum aliis Rij^ensibus in posterum fidei subjiceret
clirislianae , ut, sicut maioribas soUicitarentur expensis, sie pluri-
bus gauderent reditibiis. Arnold, Lubec. L. VU. c. 9.
2) «^etnric^ ber ^tttt 1. c: £piscopus — laboribus et ex-
pensis eonim respondere dolens , tertiam partem Livoniae eis con-
cestit Et quia ipse Livonianir eum omni dominio et jure ab Im^
\ peratore receperat, eb suam tertiam partem cum omni jure et do-
«ninio reliquit.
416 3m{ft imif^tn fBtf<^0f Xlittt unb bem Drbeit
btai^U matt bte @a^ enbltdi^ an ben ffthmifiäftn &tu%
bei melc^em bte @ntr4fetbttnd boJ^tii ftel, baf bei ben noc^
nid&t eroorbenen Sinbem eine S^eilung no<(^ ^r nic^^t
m&gltc^ fe9 unb ber £)tben ^df ooterfl mit ^m britten
S%ei(e bed erworbenen SanbeS begnägen muffe; bo4^ foOe
au(^ bon biefem Steile ber vierte X^il bed Sefinten M
äetd^en unb'atö Xnerfenntnif bed @e^orfamS beS iDctenS
(legen ba$ ®e6ot beS iBifc^feft biefem überliefert werben ^).
@omit war ber bebenlitdi^e @treit borerft befdj^mi^ttgt.
2(uf \>a IBifc^ofS JBitte t^Iten bte £)rbenS::Sritber gani
gtülanb/ fo weit eS dfxiftlid^ war, in bret S£(^tle. Zkm
'Sifc^ofe, atö bem eigentK(|^en iDber^erm, blieb bte SBa^
bei^ erften SH^eileö unb er wi^te al6 folc^en <Kaui»o'< «^rr^
fc^ft ober ba^ ®ebiet bon S^oreiba. 2>ann wA(^lten bu
jDrbenS ^ IBräber bie Sanbfdf^aft Saccalanien jenfeitft bed
©oiwa^^uffeS ald i^xtn S^etl unb ber britte Xbtil |iel
iDon felbft bem JBifc^ofe. }u« S)tefem fowol^I, aU bem Z>u
ben war Aberlaffen, in ben i^nen jugefaSenen Sanbfc^ftm
bte SerfafTung unb Serwaitung. in ber 3Crt anguorbnen^
wie eö t^nen gut bttnte '). 2>er 3wtft aber ruf^te nur,
benn b&Kig ^igelegt war er no^^ fetneSwegd, ba ja mit
jeber neugewonnenen &anbf4)a^ audf immer wteber neuer
@toff }ur (Srwecfung bed Streitet gegeben würbe.
@ofort orbnete nun ber iDrbend^SReifter Sinne in ber
1) ^tintid^ ber ittte p. 48 faqt ober bte (Sntr^eibiuig be<
^apfleö: Qui (Pontifex Romanus) simili seotentia terra« nondam
acquisitas Deo commiitens , de acqiiisitis iertiam partem eis assoip-
siif relicia etiam Episcopo LiTonieiisi quarta parte decimamm id
partibus ipsorum ad obedientiae recognitionem. jDtefe ^Cngabe oers
OOQfldnbtgt Arnold, Lubec. 1. c inbem er fagt: Dlcebant sane in-
tres, ipsorum juris ts»e tertiam partem totius gentiÜtaliSy quam
Dominus Episcopus vel Terbo praedicationis Tel Tiolentia ezpedi-
tionis obtinere potuisset. Quod cum Episcopus omnino eis negaret,
facta est iaier ^o» grayis discordia, ita ut multum contra ipsum m
curia Romana laborarenty nee minus Dominus Episcopus suan
sentenliam confirmaret.
Z «&einri4 ber 6ctte p. 48.
2)er jDrben6«!Ret1tet Sittno. 417
beut ^Tben jugel^irfgea Sanbfd^aft bfe nitl^ige fBemdltung
dir. 2ln SEBenben erl(^o6 fidt eine iOrbenS^IBuirg, bte i»on .
2>enian a» ber «^au^tftl be6 £)rbenS galt tinb aI9 erflen
£)tben«::ieomtl^ur ben dtittet 93ertl^o(b er(>telt 3ud(et4»
aber toar fte aucb ber SßobnftI bed £)rbend ^ SReifierS
Sinno ^); bocb ^telt ftd^ biefer ifter and) in Sliga auf ^).
3nbefren fianb biefer ^Seifter nur noct^ furje 3eit an be$
£)rbett« ®))i^e. S>te %tt feineö SobeS , aber ifl gleidf^faHe
ein 93en>ei$r bafi bie Stoktxaö)t }n)if(^en bem £)rben unb
bem {Biftbofe noc^ feinedwegS gelegt^ t)ielme()r bte fetnb«
(icbe @)>annung smifc^^en i^nen no(|^ in fortm^enbem
(Stetgen »ar.
(Si gefcbalE) ndmiicb im 3al^re 1208^ bafi ber j&rbena«
Xitter SSigbertOr ein 9Rann, ber eben fo febr Don ber
Suft $um SBeltleben (lingenffen/ ald t)oa SBibemiDfenö ge^
gen bie fhenge £)rbnung unb fl&flerltdE^e @ntfaguhg beö
Stifter 2 £)rben$ n>ar unb barum unter ben übrigen £)rbeng^
Sräbem aucb f(!^on öfter Unfrieben unb 3n>ietradE^t erregt
l^tte, aus bem iDrben6$.^aufe }u äBenben entflof) unbftcb
}u einem ^rieflet: nad) ^bumea begab unter bem Sorge?
ben/ bort n>o0e er bed S3ifdEipfe6 erwarten unb ftd^ biefem
bann ju ®e^orfam ergeben. ^ XUein bie £)rben§«S3ruber;
ber J(omt|fur 83ert^olb t)on Sßenben an i^rer @))i|e/ festen
t^m nacl^ unb }U ^bumea gefangen genommen brachten
fte il^n nac^ SBenben intS ©efängni^. HÜ er ^ier nun beS
Sifc^ofB SCnfunft \)cmaf)m, bat er um feine {Befreiung unb
um bie Qxlarxhni^, mö) Stiga gelten )u bürfen^ um ftcb
bem Sifc^ofe unb bem £)rben bort )u neuem ©el^iorfam
}n )>er)>fi[ic|^ten. 2)er .ftomtl^ur Don SBenben , ben Sßjorten
I
1) ^elntid^ ber 8ctte p. 56. 58. 59. 60.
2) Gruber Orig. Li von. p. 56. not. d.
3) (SiniQc fp&ute ®4rtftjlellrr nennen i^n SBSfgbert ))on ®oe|i; fo
HlnpeH fRnms^tcnif ^. 13 „fßon fofat einen ^nnt gebur. "
Braf T. I. p. 10.5 föbrt t^a unter bem Flamen Wigberl de Serrat
auf.
• 27
41S J)cr Drben«^aReifter Bttttto.
be« 8M«er8 tratienb tinb I)cffettb, et »etbe in reuiget »u^
p^ ben ®cfrfeen beö Drben« fügen, na^m i|>n tn bte ®e^
meinfc^aft beö Ötben« wieber auf unb fanbtc il^n feinem
SBiinfc^c nad) gen »190. 2)ort fann ober ber ergrimmte
giltter nur auf eine ®etegenl)eit, feinem ©roUe gegen bie
OrbenS^Slitter fRauta ju geben. XI« einft an einem geiet?
tage bie £)rben6 * »rfiber mit ben übrigen »euten in« AIo^
jicr jum ®ebete gegangen waren, berebete er ben ©tbenfc
gjleijter SBinno unb einen ÖrbenSs?)riefler Sobanne«, mit
i^m in ein entfernte« @ma6) ju ge^en, borgebenb, er
wolle ibnen bort berfcbiebene gebeime ©inge erJffnen. Äanm
aber war ber SReifter in ba« ®emacb eingetreten, att tbm
ber aSifewicbt mit einer ®treitart ben Äo?)f f»)altete, an^
ben ?)riejter ermorbete unb fi^ bann in eine nabeliegenbe
StmVic flficbtete. ©a bie furchtbare «bat ben anbem
«rubern-befannt warb, jlurjten fte bem SRJrbernacb, nab^
men ibn gefangen unb übergaben ibn bem wettli^en ®e*
ri(bte jur »erurtbeitung unb ^inri*tung *). @o enWflte
bur* eine gottlofe ®rducttbat eine« iOrben« ;r «ruber« ber
erfte ÜKeifler mitten in feineu Berbienjlen, bocbö^Ä^tet Don
feinen Ärubem, gefür^tet bon feinen geinben, jlet« tapfer
unb ^elbenmfit^ig im Äampfe gegen bie .Reiben.
2)a traten bie iDrben«^3litter na* ibtem ®efe6e jur
Äftr eine« neuen «Weijler« jufammen unb erwdbtten ju if^
rem •&au^>te ben braben unb tapferen ÄriegSmann, Stitttr
»olquin^), benn ibn am meijlen empfabl ber aOgemeine
1) 00 ctjWlt bie SeßcbenWt *&<inri(bbereettep. 60—61,
mit il)m im ®angcn fibcreinfKmmcnb au* 2( r n p e f « Sicim^^^ron. &.
13 — 14 unb bie iDrbcn6:6^ron. bei Mauhaeus T. V. p. 703. a)nr4
^einrid)« be« ßctten Seugntg »erben m^tx^ ««* «tte TCngaben anbe*
rer fpäterer GucOen »iberleat, m6) weldjen SPinno fein ümt bC« Jörn
3abre 1223 »erwattet b«ben foU. Äud^ 2f l n p e f Idf t ibn a^tse^n
Sttbrc lang baö SReifter^Ämt \^^xtti.
2) Ueber feinen »ottHÄnbigen SRamen ift e« f^wer, etwa« p^errt
(U ermitteln, ©cbon Gruber Orig. LWon. p. 61- fam batfiler lu fei«
2>er £}rbrn9«9Ret)Iec Solqutn. 419
Stuf fetner l£iol^en Sttgenbeti/ fetneY grimmtgtett unb miU
ben ®iU, feinet 9leblic^ett unb SBa]()rbet»(tebe, mc nicbt
minber fetner (rtegertfd^en Stgenfc^^aften ^). Unb etneS Wtans
ned 9on folc^en Sugenben unb Stgenf^^often beburfte e6
gerabe um biefe Seit auc^ me^r ali je, benn f(^on t)er{lan$
ben ftc^ gcgenfetttg bte um^ern^obnenben fernblieben SBilfer
immer mebr in bem ^lane einer aQgemeinen SSereinigung
il^rer Jtrdfte jur SSertreibung aUer S^rifien unb 2>eutf4^en
aui iMaxiM @ebieten. 9Rel)rmalS )>er6anben ftcf^ ju bie^
fem ämecfe bie nocb unbefe^rten Sitten mit ben (S{!lS)en^ SiUf
ren, 8itt^auern, ©emgallen unb Stuffen, griffen balb Sttga,
batb anbere 93urgen be§ S3tf4)ofe$ ober bed £)rbene an
unb boten aUe^ attf^ um ben d^rtf(li4)en @Iauben mit ber
cbrifili(ben «^errfcbaft im ganjen Sanbe bi$ auf bie SSurjel
»teber au^jutilgen^ benn fo feinblic^ ftd; avtd) fonfi einige
biefer IB&(fer einanber bebanbelten^ im «^affe gegen bie
(Sbriften unb in bem @ebanfen ber SSernidS^tung ber beut^
- f(^n «^errfcbaft waren fte aHe @ine$ @inneS unb Sinei
SBiUenS ^). ©ei einer foldjen vereinten feinblt^^en 3Ra6)t
net ®€mtp^(t ; ei; liep eö toentglleng baraitf berufen , ob S)o(qufn oon
SBinterfteben bec rid)tige 9>lame fep. ©qI. 3Crnbt« Siöl. ^^ron. Ä^.
U. e. 8. ®abebufd^ ebl^nb. Sabrböc^. ^(). I. e;. 6t.
1) ,,Non minus pium ac benignum, quam in omnibus Turtnti«
bns institutum nennt t^n «^einric^ ber ^ette p. 61. ^inpel
65. 14 beflngt i^n ald:
äBa^baf^ ^it Pnen Worten
(Sc »a< an allen orten
@etrume unbe ftete
Uf alle falf^e rcte
ICä^t er mtnner ban ein iat
JlBad ci; getubete ba< tvai toar.
I 3) @o bn6t eö unter anbem im Sa^re 1209 hti «^etnri^ bem
Letten p. 66: Mjserunt inTicem nunclos : Livones primo ad Cu-
roncs, Curones ad Estones, niecnon ad LettboAes^ Semigallo« et Ru-
tbenos, quaerentes omne conatlium^ qnaJiier Rigam delerefit et
TeutonicoJ omnes do^o tenerent et orciderent
27*
420 ©er Orbett«s3Reijler SJolquin.
aber tparen bfe ®efa^ren unb SBebr^ngntffe für bie mit
geringere @treiter::Ba^( ber ^riflen oftmaU unbefc^reib«
lic^ grof unb nid^t fetten breite bem ^reuje ber t)5&ige
Untergang, ©ennoc^ blieb e6 unter allen ®turmen unb
Ungemittem ba aufrecht fte^en^ n)D e^ einmal I^ingepflanjt
war unb t)orji}glic^ l^ieften e§ jwei Umpanbe gegen bie
•Reiben em^)or; benn erjtenö war ed bei ben geinbcn W
©laubenS bodf) meijl nur bie @tar!e ber ttq^etlid^en ^raft,
bie man }u bewältigen ^atU, einer JCraft^ welcher meifiend
alle Hugc Leitung, \>erpänbige SSerbinbung unb SBereini*
gung unb gefd()i(fte ^Cnwenbung abging. S)er ®taube an
bie alten ®&tter f)5tte biefer Äraft wobl atferbingö feff^n
^alt unb @inl^eit geben f6nnen; aber aucb biefer ®Iaube
war bei toielen fdj^on untergraben unb er wanfte in ben
®emutl>ern um fp mel&r, wenn man fab, baß bie IBeilc ber
Sbt^iften bie SBilbniff4^ ber alten ®&tter unb ibre^ b^iltgcn
^aine i»etnid()ten burften^ obne baß biefe im @tanbe toa^
xm, ftd? felbfl ju t)ertbeibigen ober bfe ^eöler ju beflrafen.
äweitenS aber feblte audj) ber tjerbunbenen "^aÖ^t ber ^a-
ben bie' innere ©inigfeit unb gejiigfeit. SBaö ber ^aß gcr
ge^ bie ßb^ipen unb ber ®eban!e bet ^Befreiung üon ben
^eutfd^en auf einige 3eit oerbunben f)atU, bad riß bie
geibenfi^aft, bie Seinbfdf^aft unb ber S^iefpalt unter ben
)>erf4)iebenen SS&tfern n\ä)t feiten wieber au^ einanber. j&a^
t3anb ber SSereinigung biefer S35.Ifer warb gefcblungen unb
I6|te ftd)/ je nac^bem ®efabr unb SBebrdngnif ober innerer
Unfriebe jlirfer auf fte einwirften. 3war berrfcbte au^ un$
ter ben Sb^^ipen nxd)t immer innerer griebe unb Ginlb^tt;
aber eine große, mÄd()tig wirfenbe Sbee ging bur^ all ibr
Seben unb (Streben : bie Sbee be^ ®lauben$ unb be§ Q}»an^
geiium§, bie tiefe Ueberjeugung t)on bem Siege be6 Äreu*
)c6/ ber ®eban!e be§ großen S3erufe§ jum Aamf>fe in ber
©adj^c beffen, ber für 2ClIe am itrcuje gelampfet. Unb bies
fer ®ebanfe/ t?orjügli(b immer fej!gebalten bur^ bie SSrfir
ber be$ SRitterbienfteS Qi)xi% erzeugte bie berrlicbften SSf^c
ten im Streite gegen bie «Reiben, burd[^ beren {Betrachtung
9huer Stoifl }iDtrdl^en SBtfc^of Zlbnt mth bem IDrben. 42 i
au^ ber ffiUte 9Renfd(^ ^ingeiogen wirb iux IBewunbcrun.a
unb lioldcn 2(cl()tung.
2)tefer @teg be6 ^reujeft aber to&rbe gewiß tt)ctt frü^.
^r gefeiert unb ber QlnäHd)txt ffortgang ber dS)rtf[ndS)en
@ac^€ bebeutenb geforbert werben fe^n, wäre bte (Scwält
jener grofen Sbee in il^rem SBirlen nxd)t bur^ toM\i}t
feibenft^aft unb irbifc^eß Sntereffe fo fcl^r 3elf){nbert unb
D^re nicl()t ber 3n)ifl jn)ifcl)en bem SBifc^ofe unb bem '£)r^
ben über bie Sl^eilung Sit>lanb$ unb nun auö) fi^on 6{l^s
lanW wie ein fiorenber £)imon in bte beiitge @ac^e getreu
len. äBeibe, ber »ific^of unb ber iOrben«:r3Reijier ffil^ilten
biefeS; beibe b^gten t>t^\)olb ben febnlidl^fien Sßunfd()/ ben
Streit enblicb t>oIIig beigelegt }U fei)en unb begaben ftdti
babet im Sabre 1210 nacb 9!om, bort toom ^a)>{}e bie
6ntf(|»eibung ju erbalten ^). @e^r freunblidi^ aufgenommen
unb in ibrer ®treitfa(^e t)erb6rt/ erlangten \it am ixoaxn
{igftm £)ctober 1210 toom $a))fte Snnocenj bem 2)ritten
ben ricliterlid^en^ IBefcbeib : bie fiSräber ' beS {RttterbienffeS
e^rifii foDen ben britten ^b^il Sit)Ianbd unb SettlanbS
Dom 83if(bofe jugetbeilt erhalten unb \f)m bafär {u feinem
anbern seitjtidl^en S>ien{i loerbunben fe^n, atö weld&er jur
SSertl^eibigung ber ittrd[)e unb beS SanbeSi geffirt. £)er gei^
tige iDrbenS :?!Reitler aber bleibt bem SBifdf)ofe t>on 9iiga
{um. @eborfam t)er^flid[)tet; bo^ ftnb bie £)rben8 ^ 9iitter
unb ^riefter ^ fiSruber t)on 6ntrid[|tung beft Bc^nUn, ber
Srftlinge/ be$ iDpfergelbed unb ber j^l^rlicben Seiflung ^nm
Seid^en il;red ®eborfam§ ^ fortl^in DÖUig frei. Stur bie
Säuern bed £)rben6t^ei(e8 foKen t)on ibrem ^ (Sinlommen
ben Sehnten an bie Airc^en liefern unb beffen vierter SEbeil
1) «^einrid^ ber ^ette p. 74. Ätnpefö 9leim5<5j)ron. @.
15 — la
2) ^er ^opft nennt in ber SßnUi biefe Tib^ahc caUicdraiicum, i.
e. pensioy quae Episcopo ab ccclesiis quotanuis solvitur in Signum
snbjectionis ; f. Du Fresne Glossar, ad scripl. med. et Inf. latinit.
9^a\)t\>'\xfdj a. a. £). e, 7'^ giebt eä burd^ ^tu^roetb.
422 9leuec ^mi^ st9if(^en Stf^of ZKnt unt htm Ccbeti.
foQ bem JBtfdi^ofe zufallen > toofetn er ni^t frei)»iHtg unl»
aud not^ioenbigen Ui^a^en fo(4)en eriaffen toiB. äur Se^
fe(}ung bet £ir(()enamter feinet @tbicM foQ ber iDtbm
bad Siedet "^aUn, bem fi3tf(fiofe t>Dn 9ttga ^offenbe Derfo^
nen t>oriuf(()lagen/ bamit btefer fte jur Seelfotge finmet(ie.
Son aOem A&rtgen Sanbe aber, toeldi^eö ber £)rben au^et^
balb &it)Ianb8 ober &ett(anb6 fortbin noö) erwerben wirb,
foK er an feine dtedE^enfcbaft gegen ben $Bif(^of gebunben
fepn unb biefer bie £)rbend^9lttter ^ieräber in feiner
SBeife belafligen. 9{ur mit ben bort }U n>i^(enben Si-
fc^6fen foU ber £)rben ft^ in fuglic^er Tltt t)er{!anbtgen
unb baran JE^alten, toad ber a))o|loIifdi)e ®tul^I barüber aUf
orbnet. Tixi ber Sorm unb Stegel bed SempeI>iDrben§ fot
len bie iOrbendi:S3ruber an^ ferner|)in wd) fefl^alten, anf
bem jDrbene^JUeibe jebodl^ ein anbere^ 3et(^en tragen, um
barjut^un, baß fte jenem £)rben in tetner Sßeife untenoür^
fen fepen *).
®tmf}iger If^atte fürwal^r ber plipftUd)t Tiuifpnt^ fix
ben iOrben gar nid)t fepn finnen. ®ä)t>n bierin fpta^ ^
eine befonbere ©enctgtbeit beö 9)aj)jle8 für bie ©rben^
gtitter an$ unb eö jeigte ftcb uberfiau^t am p^fKicdett
•^ofe för ben iOrben ein« SSorltebe unb ein SS^toeHen,
»elcbeö bem «if(bofe in feinen firc^licben »ejlrebungen
nicbt feiten binberli4> entgegentrat % 3e mebr nun airr
1) ©iefe« t(l wie Ueberge^uno einiger minber wi^tfgen 9^nft(j
tie bei Äirt^enöffitattoncn bem »if(bofe ju Wffenben Subnn unb bif
«egcdbniffe bev £)rben«s«itter bettefif nb, ber mfentüAiSn^lthtt ^f
(t<ben Suae, in »eZ(6ec Snoocenj III. feine <£ntf(beibund ütt«rpra4-
SKan flnbet fie oottllänbig bei Gruber Orig. Livon. in ber Silra i)o-
cument,. nro X., unb bie an ben Orbenö*2Äeiflcc fSolqain geriitete
«uae qUid^U 3nbatte« ebenbaf. nro. XI., au« in ten EplstoUs /noo-
Cent. m. L. XIU. cp. 141 — 142. p. 479 unb im Cod. diplo«»-
Polon. T. V. nro IV. JDcutf« in Ämbt« Ciöl. ©bwn. 0. »7»
Ö^L ©cblijeri; ©ef«. don eittjauen, Äurtanb u. f. w. ©. 33i ö^«'
bebufcft CioL 3abcb. Ä I. @. 72 — 73.
2) aÄepfwürbia ijl für unl bie Veufentnd ^einri*« hti ^^^'
{Retter Jtr«uaiug nad^ Ciolanb. 425
ber DxUn im Streite gegen bte «|>eiben feinem eigenen
Sort^ei(e na^^ging, um fo n^idj^tiger war eö bem S3tf(^ofe/
f&r feine Qtoede and) fernerhin noi) bie iftreu}fatirten nac^
gitflanb in befi^nbigem ©ange )u cx^lUn. Sfla^Um et
ficb ballet t>om $a))fle eine neue .SBcUmadl^t jur itceui^re»
bigt audgen^irlt/ begab er {tc^ nac|) £>eutfdi^(anb )urucf^
fammelte neue @(|^aaren t)Dn |>ilgerbr&bem unb trat mit
biefen bie 9tu(fretfe nac^ Eit)(anb an. @d begleiteten ifftt,
n>al^rf(^einli4^ auf beö ^}>a^fteö Xufforberung > auct^ brei
beutf4)e 9)ifdSi6fe; 9Wipp t)on Sla^eburg, 9fo bon SSerben
unb JBem^)arb t)on 9)aberbom ^); auf er biefen jogen mit
i^m aucb ber ritterlid^e S3emlE)atb t)on Sippe / einfl 3(nfäb^
rer ber «^eere ^einrid^^ö bed ihrem ') , ie^t im Ueberbruffe
be^ SSeftlebenS Giftercienfer^SSindti '), femer «£)eImo(b wn
9>{effe unb mancher anbere tapfere itrieger.
iDie ®egenn)art biefer fSt&nner war f&r bie wjl^renb
^ ber öfteren 2(bwefen^eit beft fi3if(l!)ofed unb bcS iOrbenft?
SReijierS ni4^t feiten fcl^wer bebrdngten ©(iriften in Siblanb
eben fo tt^xtuliö), atö fte für ben Sortgang ber c^rifllidi^en
@a4^ unb für bie neue @e{laUung fo mandi^er'SBer^dlts
ten p. 75, wo er üom IBifä^Oft fagt: Et missU rescriptis pmile^o-
rum versus Prussitan^ in Livonia omnem populum non modicum
laetificaTit 2)ief foU aber xoof^H f(^u>ei;(t(^ (etfen: er fanbte bte 2Cbs
fünften ber |)n9Ue0ten nat^ ^reuflen, tvte ed 2Crnbt a. a. O. ®.
86. genommen iiQit\ »ai b^tte man bamaU in ^reuflen bamtt t^tfn
foQen? jDer 0bronf{l »oUte alfo offenbar nur fagen: er fanbte bie 3Cb<
Ariften ber f)nt)Üedten auf htm Sanbweg bunb 9)reu|fen na4 Stt>(anb/
um feine ®eiftli(^fn oon ber SSeilegung bei ®treited iu .benad^n^tigen/
benn er «erweilte erfi noc^ in jDeutfd^Ianb unb na()m bann ben SBe^
iur 6ee.
1) «^einrieb ber ttttt p. 75; aui!^ in mebren Urfunben bei
0Cb- 3(r4io# iu ^iniglberg.
2) Chron. Moniis - Sereni p. 43.
3) Alberici Chron. p. 445 fa^t 90n \fyPM Albeito EpUcopo as.
iodatiu eit in praedicatione vir mirabilis et nobilts Comes, Benu
kardiu de Lippa in Westpbalia. Chron. Montis - Sereni p. 80.
^etnrii^ ber ttttt p. 79.
424 Steuer Areu^ug nad) 2it>Unb.
niffe t^dtt beS Stitä^tnxoc\tn^ fi)eiü and) btt 8anbe$t>ers
waltnni })bd)it totd^ttg würbe« Sor aOem aber benugte
man fofort bte anwefenben $i(gerl^ufen jur Sel^mpfung
ber Sjiben unb bte •g)otfhung tbrer IBete^rung warb we^
ntgUend bo4^ f4^on fo weit erfällt, baf Stfcf^of XlberC bar^
an benfen (onnte, ein neueö SßUt^um )>on <Sfl^(anb cin^
iuiid^Un unb 2)ietert4^/ ben 3Cbt Don S)iinam&nbe ^ jum
fdi^d)oU ber @fil[)en p ernennen ')•
2>aneben wtrften bte oben enoal^nten S>eutfcb^n §iu
fdb&fe befonberS aucb fär bte IBefefitgung unb «^erfieOung
bed inneren unb ^ufleren Sriebend. Bwifc^en bem Stfc^ofe
Don 9iiga unb ben neubefe^rten Sioen oermitte(ten fte tu
nen Sertrag wegen ber oon ben (enteren erbetenen 6rlei(b^
terung bed Sehnten ^^ um burcb folc^e 92a(|)ft(^t unb @(^o$
nung tbre Sreue unb tl^re Steigung jur d^xiftüi^tn Sixd^
immer mti)t ju befefitgen '). @ie wären femer and) be^
mubt/ ben (Sroflf&rjlen oon ^olojl Don ben b^tbnifcbm
S36t(em ju trennen, fär bte ßb^iften }u gewinnen unb fo?
mit einen ber gefdbrli^flen @iegner beö iDrbenS )u oerfob^
nen. JBifcbof "Gilbert oerfpracb bie Uebernabme beS Sribu?
M, welcben fräb^rbin bie Sioen bem Sfurfien entridbtet fyiU
tm unb um beffen SBerweigerung jum Zficil bi^t^x bie
Sb^iften in 8ioIanb bon ibm b^friegt worben waren ').
SRai) oerfcbtebenen Unterbanblungen uberUc^ ber Surft bem
93ifd^ofe nicbt nur gan} Stohnb frei unb obne Xribut,
1) 9^ad) ^einrieb bem Zeiten p.76«--78 tiat biefei bec 9i:
f^of accepta asummo pontifice auclorilate, intransraarinisterrisy quas
Deus per Liyoniensem Ecciesiam fldei subjiccret CbrisUanae, t^ict
Archiepiscopi^ £piscopos creandi et consecraodi.
2) ^tinx'x^ tec Seite p. 79.
3) 9^0^ ^einrtc^ bem 8etten p. 85 crftfrte ber atuflif^e
Surft Riebet gan^ offen: In sua potcstatc esse, servos suos, livooes
vel baptizare, vel non baptixatos relinquere ; est enim, ffigt ber Gl^ro»
ntfl ^tn^U/.consu^iudo Regum Ruthenorum , quamcunquc gebtem
ezpugaaTerinty non fidei Christianae subjicere, sed ad solvendam
iibi tributum et pecuniam subjugare.
Sortgang bec d^vi^lii)tn &a^$ in 2it>lanb. 425
fonbetn er fcf^Ipfl mit iffm aui^ ein inniges gUieVienSbunbs
ni^ foYool^t gegen bie auc^ i^m gefäl^rlic^en &itt()auer, ali
gegen aUe ^eibnifc^en SS5(fer 0* @nbli(() n>arb auc()/ um
^infäro aUen ätDifi jtDifd^en bem S3if(fiofe unb bem £)r::
ben iu entfernen, burc^ jene £>eutf(l!)en S3if4)6fe bie San::
beStbeilung aufft genauefle beftimmt unb mit migli^fier
Sorgfalt ber ben £)rbends9tittem jufaKenbe Xi)eil txmiU
Uli unb be)eid(^net % @§ i^\M biefeS/ u>ie eS fdj^eint/
im anfange beS 3a^red 1211/ unb um bie namli^t Seit
nabm anä) ^aifer iOtto ber SSierte ben Stitter^JDrben
fammt aUen feinen ie^igen unb ferner noc^ ju em>erbenben(
Seftgungen in feinen befonberen (aiferlidi^en @(^u6/ jegli^
d)€n mit einer naml^aftea @trafe bebro()enb/ n>eld^er bett
£)rben in irgenb einer äBeife belifligen ober in feinen jBee ^
ft^ungen befd(>5bigen »erbe »).
SSiavf müti nun nac^ folc^en (Sreigniffen um biefe
1) (SUnhaf. p. 86. '
2) jDa tte hierüber abgefaßte UtrBunbe; fo otel mir koentgflend bes
»oft, no4 ungebeugt ift (f. ^ro/ T. I. p. 110), fSr bie folgenbe
QiUn^i®t\dii6)tt ^renffenl imc^ ber IBcrbinbung hed ^(btoect s Cr»
bend nttt bem beutr^en Orben abec au4 fäc und i^re befonbece SOStcbtigf eit
bekommt/ fo mvb fte biet in ber SSetlage Nro. VIL- mttgetbettt. ®te
bcfmbet ftcb im geb. Tivä^m au ^. in einem 9totamti\nftüxment, beffen
Sormetn aber jur €fparung ^6 SSaumeS tm Xbbrucfo meggelaffen
finb.
3) ^ie Urfunbe M Staifev^, von welker ^o^ebue fB. I. €$.
329 — 330 eine fcblecbte beutT^e Ueberfe^ung in einem eben fo fä)U6^
ten nnb febterooUen 2Cbbru(t gegeben i^t, beffnbet ftcb in einet 'Kbf6)xift
and bem TCnfange M 15ten 3abrbunbertd in 8ateinifd^er ^pracb^ im
9rb. Ztö)ioe. SBir geben fte in ber Beitage Nro. VI. £0(an fyit M«
boib an ibrer Xec^t^eit ameifeCn »ollen/ meil bann fc^on Don einem
^bif^ofe t)on S?iga bte Stebe ifi; ba befanntli^ ber Sttgaifd^e Sifcbof
est fpäter au biefer SBörbe erhoben mürbe. 2)a inbeffen btefer S^tfcbof
Tice Archiepiscojsi mtr((t(b f<bon erjbtf^ftflid^e Offtcien Dermaltete, ba
»ir fnrner au4 t)on ber Urfunbe ha9 Original ni6)t mebr fetbft heften
nnb toobl febr l^i^t ein Gc^retbfebler oor^efallen f^n fann — meieret
fc^ moirf^einltd^ ifi — , fo, Idft ficb bie ttrfunbe feinedmegd f^Ud)U
bin M undfbt oermerfen.
426 Soctgang ]^«c dirtflUc^en Sac^e in Slt>Un5.
Seit etneti tSlidf auf Sit>Ianb9 Sage unb auf ben @tanb
feiner SSerfi^Itniffe/ fo tief fid) aOerbtngd in»at no4» mam
4^er bebeutenbe Sturm/ nod^ mancl^er l^arte Stampf envar*
teU/ ber mit ben nachbarlichen «Reiben ^S&Ifern um t(»ren
@{auben/ um t>a^ aiU SSaterlanb, um i^re Sret^eit^ um
l^tc fBerfaffung unb ibre Qetoo^xite, Don ben Untätern er«
erbte Seben^weife gefdmpft merben mufU; aber cd lief
ffcb unbejtDeifelt in ben ^^mpfen bod^i aucb ber enblicbe
®ieg entarten/ ber @ieg für baS Siebt beS 6bri#entbum9/
ber ©ieg reinerer ©otteö^Srfenntniß/ ber ©teg f&r ben
®eift S)eutfcber SBilbung^ 2>entfd[)er S>en(^ unb Seben^weife
unb S>eutf(ber @itte. Unb e6 (ief ftd[) btefer @{eg um fo
fieserer erwarten, wenn man binfab öuf baö rege Sntereffe/
welcbed bie ^aifer unb Surften be$ 9tei^e§ an bet neuen
2Cu§))fIan}ung S)eutfcber SigentbämlicbFeif in bie entfernten
norbifcben Sanbe nabmen, an bie warme unb tb^tige Sbeil^
nabme, welcbe ber «^of }U Siom an ber Erweiterung ber
^rijtli^en Aircbe unb an ber SSerbreiiung cbrifUicber Sebt?
fd^e in feinem ©eifle, tok nid)t minber an ber Unibt^
nung feiner SRacbt unb feines 2Cnfebend in ben ®Tinilaru
ben ber bamaligen cbrifllicben SSeit bejeigte. Srwarten
lie0 fiä) enblicb iener @ieg aucb fcbon fiberbaut)t aui bem
®ei{le ber bamaligen 3eit/ inbem SSaufenbe unb aber SUiüs
fenbe an ber Sertbeibigung unb Erweiterung ber c^^rifKi'
eben ^ircbe unter ben Ungläubigen t|[et$ bad beiligfte SSer^
bienft fdr ben ^immel, baS wirffamfle 9Ritte( für @iin^
ben ^Steinigung unb ben ftcberften SSeg für ber ®eelen
einftige ©eUgfeit ju ftnben meinten. iRocb war in 3kiU
wirfung jeneS ®eijie§ ber 3eit ba6 ^rebigtwort beS Sßis
fcbofeS 3((bert nie ebne befriebigenben Erfolg geblieben;
immer b<^tten ibn bebeutenbe @cbaaren t>on itreu)brjibeni
an^ £)eutfcblanb ^um t)erbienftli(^en Aampfe gegen bie ^tu
ben begleitet, ^er @ieg über baS *^eibentbum fonnte alfo
nunmebr fcbon nic^t gweifelbaft bleiben; bie Sbee ftfrbt
nicbt aui, wenn fte ben SRenfc^n im 9Senfc(ien ubenv^
tigt b^t; bie tteberjeugung fennt feinen Sob aU ben im
Sottgang b«r c^riflCtc^^en ®a(^e in ett>(atib. 427
Siege unb iaf^ (St>angelium mußte enbltd^ fiegeti/ toeil bte
Slenfc^en ntcl[)t anbete xooUUn, al9 ba$ eA ftege unb ^txs
trauenb glaubten/ be^ ^eilanbed Qa^e (6nne ni4)t anberS
M nur ftegen *).
1) <Sd bürfte am ©bluffe biefeö Wd)nitte^ mo^il bte ^merCung
ni^t unnu^ fepn, baß bei bet »DarjfeUung ber aeittgen ^eigniffe in
Siolanb e^ fo n>eni9/ al6 hei ben «g^inbUcf^n auf bte übrigen dtaä^bat»
Idnber |)reuffeng auf eine frgeob ooUftdnbige , eigentliche ©efc^ic^te bte<
fer Sinber abgefe^en fepn fonnte. ^\xt bte n^it^tigflen ^reigniffe unb
Snr^niffe mußten jum Uebcrblicfe unb für bm Sufammenbaug mit
aacbfolgenben S3egcben()eiten b^ioorgeboben n?erben. )Daf Siolanb etteai
nd^ Uttad)tet unb bei: ®ang bei; »Dinge boit etmaö mebr im ^in^els
nea gejet«)! tverben mußte/ ^at feinen ®runb in ber nacbmaltgen SSeri
binbung bed @(bivftts£)rbend mit bem »Deutfcben Crben unb in bec fo
lu^eii unb engen 93erä(it:ung / in toelcbe Siolanb mit |)reu|fen fam.
2)e6ba(b mirb fp&terbin bie ®ef(^i(bte ben ^iit untecbrocbenen ^abcn
»ieber aufnehmen unb fortführen.
^iebented St a p i 1 1 i
^em «^ctjog ßonrab tjon SWafoDien in fol(^)er SBeife t>U
md)baxliä)tn ianU um ftd^) ^er uberfal^ unb t(^re SSei^dlt?
niffe enoog/ fo fonnte i^m \iftoexlid) entgelJKl^/ ^^f ^^"
iffnen ani jur Slettung fetned «^erjogt^umS unb )ur Xk^
YPelS^r gegen bie Slaubguge ber l()eibntf({)en ^reuffen bun^uS
feine «^älfe }U erwarten fep. 2Cber ein fiJUcf auf bie Um^
wanblung ber S^tnge in Sit)Ianb muf te il()n batb uberjeus
gen/ ba^ nur int Sbi^ifientl^um/ nur in ber |>reu{fen fßts
februng fAr fein Sanb «^eil unb 9iube }U ftnben fep. iDieft
Sefebrung warb alfo balb fein wicbtig^eS 3ieL @ie loaib
eS jeboc^ feineöwegö um ber @acbe bed 6t)angeltunt$ Sit
{en; fie xoaf niä^t ®ad)t feinet «^erjend/ fonbem t>telme^
nur @a(be feinet SSerftanbeö, nur ein poIitifcfK^ ^ug^iM^
mittel jur Gicf^erfleDung feined Sanbed, nur Sßaffe gegen
baS nadl^barlidde «^eibentoolf. S>aber begunfitgte er gerne
aucb jeben SerfudS), welker biefen Qtotd ium Biete ^tU,
60 gefdbab ed wabrf^eintidti auf feine Ermunterung, baf
im Sabre 1207 juerfl wieber ^) ber^Cbt ®ottfrieb bom SUt^
1) 9tad) TChalUvt^ unb Sruno*^ fBemöJ^ungfn war birfed obnr
3metfel »{eber ber erfie neue SSerfuc^ jur SBefe^cung ber |>reuffen £te
Se^au)>tun9 «^artfnocbd in feiner ^'rd^ngefc^t^te G. 26, bof an(b
ber 9(orwedtf(be ^5nig Olof ber «fettige, ber um$ 3a^t 1032 nf^IageB
»arb; nt^t offne C^rfolg bie S^brung bet ^hmtffett unb namesHicb
ber eamr&nber oerfuc^t babe unb baf ei bamaU in Gamtonb f^on
(brifUicbe Gemeinen gegeben baben möffe/ berubt {t(berli(b auf einem in
voreiligen 6(b(uffe; »elcber auf bie @teUe M ^dam, Bremens. Hi-
stör. cccle3. c. 96 gegrönbet ip, tnbem H %\tt betft: Cuiiis(sc* Rc-
Setfud^e {ut SBete^rung bet ^t$ufftn. 429
fler 'Sttftna in 9)oIen in {Begleitung be« aR&ndj^ö 9)^tli>|)
bte SSei^^fel ^tnabfu^r unb int ®ebtete ber |>reuffen lan^
benb ft4» t>or allem ba6 S3ertT;atten unb bie Suneigung bet
oberften »olK^dupter, ber Sleifö, ju erwerben fudbte. Unb
in ber kf^at gelang e§ i^m aucl(^ ba(b/ jwet t?on ben ^an^
beöfiirjlen mit Kamen 9)ta(ct unb beffen ©ruber @obre4>
jum IBefenntniffe be$ ®(aubend gu gewinnen , betin beibe
tiefen fi^ taufen. 2)a man aber/ "^ubntä) ermutfiigt/ baft
fo gtödlic^ begonnene SBerf weiter fortfe^en wollte unb nun
oieUeic^t nic^t me^r fo bebac^tfamen ®d)ritted borwdrt^
ging, warb ber 2R6n(^ ^WpPf wir wiffen niöft burc^
»wichen Xnlaß/ t)on ben^Jreuffen erf4)Iagen unb wa^rfd^ein«
(ic^ ^inberte bicfer Umfianb alle weiteren fiSemä^ungen be^
»tc« *).
gts Olaph) passionis festiTitas iV Kai. Aug[usti omnibus Septentrio-
nalis Oceani popiüis, Sueonum, Gothorum, Sentborum^ DaDoruro
alque Slavorum aeterno cuitu mcmorabilis. SSjiewo^I aud btefcr
etfSe au<( ^rdtoriud ®(baubii()ne ®. 506 (fOtfcr.) auf einen JBer-
fiiti 3UT »efebrung ber ^euflen fd^riefen su börfen graubte, fo b«^
bo4 f<b<>n 2CrnoIb in f. Jttrd^engeft^iebte €^. 83 gegen btefe Xnnabme
3»etfel erregt. SBir bfirfen aber »ob( fäbn -bie Sebauptuna ^artfno^S
o^Otg (dugnen, benn erfilicb fagt fein emsiger alter @d)nftfletrer beg
Serben« trgenb etn>a6 oon Ctofd SBerfu^ 2ut SBefcbrung ber Gamlän«
betj 5»etten« flebt bfe Sebauptung mit Adam, Bremens, de situ
Daniae c. 77 unb Helmold, L. I. c. 1 in offenbarem SBibcrfprucbe,
inbem \^xtt hr^ au«brödKi(b fagen, baß hxt ©amlÄnbrr ober ^reuffen
\Vi Ibwr 3ett ba« ©brtftentbum nocb ni(bt bekannten , Dtelmebr beffen
praedicatorcs immanitcr persequuntnr. 8Bie fonnte brittend 3fbam
Mn Bremen bie SBebeutung eine« fot(bcn Jefle« hä ben ©amidnbem fo
genau fennen? Unb warum b^ben fi(b fp5tcrbt:T nic^t bie minbeften
6pnren wefcer «on biefem gefle, nocb ^^^m ^^riflentbume fiberbaupt in
S^amranb erbatten? l©ic bfirfen eö alfo mit ferner Äufjdbtung ber
»6r!er, bei meldten Ctof6 3Cnbenfen gefeiert warb, nicbt fo gans genau
Mbnen.
1) SDiffc 9^a(bri<bt giebt unö \i<i^ Chron, AlbeHci p. 444 — 445,
inbem cfi fagt: De principio Christianitatis in Prutia. Abbas Gode-
fridus d« Lukina in Polonia cum Monaclio suo Phtlippo Wiselam
fluTinm Paganos dividcntem et Christianos transiVit, et Prutrnsibus
'Prulcnis) pauUilim pracdirarc inripiens Dwrrm Phalct ad fidem
430 Set SBtrn^arbiner fBtinif (S^rtfltan.
Sßentte Salute nadd^t aber ttat suerfl ber SRann auf,
ber unter bem Solfe |>reu{[end nunmehr ein bkibenbe^
Std()t beS göttlichen ®(au6end entjunbete unb bur4^ ben du
neu Gebauten / ber feine @eele bis auf bie legten feiner
Sage trieb unb belebte, M SanbeS @4)icffale fAr me(e 3abr^
bunberte l^inburd^ befltmmte unb geftaltete. jQtefer SRann
n>ar S^riftian, ein SRincb be§ 6i{tercienfer^£)rben$/ unb
bad g6ttltcbe Sid^t, we(cl(ieS er auf 9>reufren bratbte/ tarn
au6 bem fcb6nen £(o{ler iDIioa in 9ommem/ beffen ®rön^
bung wir fruber geba^^t baben.
©eboren }u Sreienwalbe in 9>ommem jet^^nete ftcb
(Sbriftian fcl()on atö ^nabe unb Sungting in ber @(bu(e burd^
S(ei$ unb Sembegierbe t?or t)ielen feinet ZlUxi an^ unb
bie i^enntniffe, welcbe er ^d) erwarb, waren, wenn an^ nic^t
auSgejeidl^net, bocb för jene Seiten nidi?t unbebeutenb 0- 6§
war m5n^if4^e S3i(bung, tn ber er aufgewacbfen war. HK
er böbft bie gcfefelid()en Sabre erreidbt \)atte, bcf^lof er,
bem SBeltleben ju entfagen unb trat a(6 3}{6n(b in baS
fiJembarbiners^Ktojler ^olba^ bei 9{eumar! in ^ommem,
n)el(^ed t)on bem ^ommerifc^en Särfien SBrati$(at> bem
Sweiten gejliftet unb reicb begabt war. SBie lange bi^r
6^ri{lian t)erweilt, ift unbekannt; aucb wiffen wir nicbt,
burd^ welcbe Urfacben er bewogen warb, bicfcn 2(ufentba(t
gu t>erlafren unb ftcb in bad Alojler iDIioa bei S)an}ig )u
begeben, ©ewifl aber ifl, ba^ er ni^^t atö übt babin ge^
convertit, et postmodum fratrem eius Regem Sodrecl\: monadiuj
Philippus ibi martyrizatus est et post euin fuit quidam iLpiscopus
nomine Cbristianus. 9}{eren)örbtd tfl in biefei; "©teile bte Sßa(( hei
SBorteö Dux för ^f^aUt unb M SBSortc^ Res fär @obre(^ JDccfe«
Rex ofille^fn n>ti; al6 eine SBejetc^nund fät einen ber dteiH he4 (nnbri.
3ji bie anbere tBe^ei^nung Dax für ^pf^Ut abfid^Uidi gewägt niib
rooUte hex 6^ronifl ^iemit einen bcflimmten ttntcrfc^ieb angeben, fc
mfifte ^Wtt ein Jtriedöfü^rer, mUt\d)t im Gebiete feinet SBntber« ^tt
wefen fepn.
1) 8ucad 2)a9tb S3. I. 0. 9: „9ta^han er in feiner Sud'Rt
}{mUd)en bur6 gotted (^nabe unb feinen 1Iet( in ber f^nlen ittgenom:
men unb ein gelacter gefeH jetporben." —
Set ^ttnf^atbin$i^*Wtlnd) (St)Txftxan. 431
fommen tfl 0- ^i^^ ergriff t^n halb ber @ebanFc / unter
ben naiven (etbnif(()en f>rettfren .aM 2()>o{leI bed dt^cijKtdl^en
®(au6cn6 aufjutretett/ fe^ e6 ba^ bcr erjie gütnfttge @rfo(g,
welcher ben 3(bt t)Dn Stiltna im {Beginne fetned SSerteö et::
freut/ biefen (Sebanfen in feiner @ee(e enoecfte, ober baf
er fe{6ft Sterin feine fi^eftimmung erfannte^ benn färwa^r
wo maren fär einen ^ann, beffen S3e{trebungen für (Sfytis
fientlS^um unb menf(l|)enfreunb(t(beS SBirfen im @tnne S^rtftt
über bte bef(|irdn(ten/ ermattenben unb alltdglidE^en ^Cnbad^tS^
Übungen unb S3uf|n)erFe be§ £lo{}er6 binauögingen/ i)bf)txc
unb bleibenbere Serbienfte n>ie für ba6 @t)ange(ium felbfl^
fo für bie ^irc^^e unb SSlen^i)l)tit }u enterben ^ aH in ber
Xuöpflan^ung einer Se^re^ bon bereu l[)eilbrtngenbem ©eifle
er tief bur(()brungen unb t)on bcren Äraft für Seele unb
@e(igfeit er auf« innigjie erwdrmt war ! Unb in ber Zf)at
)>ereinte um biefe 3eit and^ fd^werlic^ irgenb iemanb mebr
aü er aUe bie S^ugenben unb SigeufdE^afteU/ bie }ur Säe»
1) eucaö £)aDtb-$B. I. @. 9. II. &, 5 hat bie 9ta6)ti^t,,haf
(Sfydfdan aH Tibi nad) £)ltt>a gerufen »orten fri) unb 2Crno(b o. a.
0.€J.86. Jiajerop\isc,p.372. SBacaCoJB. I. @.92. Äogebuc S3.I.
@. 122 ^aben btered auf fluten @Iaubcn na(^gef(j()rteben. ^tefe SBe^aup*
tariQ mt ft(^ iebo4 burd^auö nic^t begrünben, otelme^r beweifen; ba^
OJrijtian nie Hht eon £)tt»ö genjefen ffipn f5nnf. görß erfte flimmen
baQtt bie Annal. Monaster. Oliv, qav xild^t oberem ; fte nennen ben ttt
Ben Tibi ücn Olwa ©if^arb; biefem folgte ber 2Cbt ^einrit^, ber fein
3fmt jur 3ftt beg ^ergogö SÄfjlwin I, olfo gerate in ber 3eit oenoäfe
tete , in welcher ©^rijlian fein SBefeJrungöwert begann ; eben fo, »irb
au4 unter *f)einnd^giRad}folgern fein ^hrifhan ali 2(bt Ui StlofUti ^t»
nannt. 3n>eitcni bejeidinen biefe Annal. Monast Oliv, ben (5{irifKan
immer nur fö)Ud^ti)in mit ber ^Benennung: Dominus Cbristianus Or-
dtnis CistercicnAis et Monaslcrii nostri Olivensis Prqfessus. SBär«
ben fte ni^t gerne unb flofji biefen berühmten ^itbruber i^re6 SUofttt^
ibten ^bt genannt (aben, n>enn er ed gemefen n>Are? IDrittenö giebt
r€ feine einzige Urfunbe, felbfl unter ben frä()flen päpfKic^n Süllen
feine (ogl. Acta Boruss. T. I. p. 249. 251), in melc^er Don il)m, ob»
gleiA er bartn dfter genannt wirb, cid ZH oon Citoa bie Stthe w&n^
ä^n^ian fam alfo ald bloßer fSItbnd^ na^ Olwa unb blieb t€ auc^ bat
feibft.
432 Set SSernl^arbtnersiBtind^ Ql^tiftian.
feffrung <imi JBoIfeS erforberlid^ waren ^ tn YDeld^m
bte btö^ttgen SSerfuc^e jut Serbr^ngung fetneS altät ©lay«
benS eine fo gewaltige JCbneigung gegen ben 4)rtfUt(l^en
9tamen erzeugt unb in ^axl unb Slut bc6 SBoIfed etnge«
f[6f t l^atten. 9Ri(b in feinen ©eftnnungen , flecfenretn in
feinem SEßanbel^ beb^d^tig unb t)oa Sotft^it int «^nbetn,
Kug unb t^etflanbig in ber ^0, unb 93ered(^nung feiner
fOiittel^ belel^rt unb t>ielfac^ gewarnt burc^) bie ungtä(Ktd[>en
S3eif))ie(e berer^ bie t>or il^m mit gtei4)em SßiOen nad^ tu
nem gleidf^en Siele gejirebt l^atten, gefi^idft, fi(^ in »ier
®ifxa6)zn, in ber 8ateinifd()en ^ S)eutfc^en^ ^otnifAen unb
f>reufpfdS>en bem 3ül^6rer leicht t)erjlinbti4) ju machen *),
mit ber ©itte unb 8eben6weife ber ?)reujfen vöiit mebr
befannt, M alle feine SBorganger, babei a\xi^ fonfi in at
lern bewanbert/ wa6 in bamaliger Seit jur gcifllicben S3tt
bung ge^6rte, fo flanb Sl&riftian am fKorgen feinet SBetfeS
ba^-fo trat, er biefeö SBerf in aller IBeife roobl vorbereitet
an^ fo begann er e^ mit S3orftd(^t Ui jeber 3^^at/ mit 3|as
^igung in jegli(i)em ®i}t\itt, unb bennod() t^olt S^uer 9e^
®eiftc§ unb be6 »irmfien ©ferö, mit feflem Sertraufn
auf birö »g)immel§ SBeijianb unb bocb auc^ mit bem lebenr
bigen ©efiible einer in il^m regfam erwachten Äraft für
feine IBefltmmung/ mit ftd^^erer 3ut)erftä)t eineS 3tpof}efö eu
ner g6ttlicl[Kn Sebre unb bennodb ^ audS) mit fluger 9{a(bft<bt
gegen bie ©itten unb Strtbämer berer, bie er ju 8id|^t unb
ffiabrfieit föbtcn wollte.
DladS)bem Sb^iftian mit feineS 2Cbte$ Cfrlaubnif no(b
einige anbere feiner £)rbendsS3ruber/ beren einer $f)ilipp bi^f/
für baS Unternehmen ju gewinnen gewußt % bie tbm
1) 00 bezeugt H Sucais iDaotb IB. H. 6. 5.
2) 9fa(^ Alberici Chron. p. 445 t|l e< bur(^au6 untoabrf(bffaIt4,
baf <S^d|üan mit bem 2Cbte ©ottfrieb ^on Eufina in SM^inbung cjf«
jtanben ^abe, benn bttfer (^^ronifl fagt aii^brüc!(t<^ : ei post eum fnii
quidam Episcopus nomine Christianus. V(fo XitCX att(b bfT 9X6ild)
^btttfP/ ber M ^^rifHand SBeglettec genannt n>irb, oerftbi^n oon
bem ®ef5trten jene« 'KhMf ber aW SWdrtijrer in ?)reufren flarb. 6Jri:
©et S9etn^<irbitiet'!Rittd^ C^tijliatt. 433
nadE^tnalS lange 1)ilM^ jur Seite fJanbert, ging er mit
t^en Aber M< SBeicWcl in« Äulmeriönb. iD^ne äweifel ge^:
fdfüien feine etpen »efe^rungSDerfudS^e unter bem ©d^ufee
bed <^er$ogd 6onrab Don SRafet^ien t>om Aulmer(anbe auS
im ©ebiete Don 85bau *) unb an ben ®r<lnjen Don S)omes
fanien/ benn bort war ben ISieibnifcben |)reuffen wegen ber
9Ui^e ber ß^riften im Au(niif4en ©ehiete \>ai Qf}tiflens
t^um in feiner äußeren ®ef!alt wo^I fc|)on am befannte»
ten; bor^ modiiten DteUeic^t au4^ f4)on bie S3ele(^ningen beS
XbteS @ottfrteb Don Snfina einigermaßen Dorbereitet ^aben
nnb e§ burfte felbft ni^t unwabrfcbeinlicb feiert, baß e« bort
baS ®tbUt Ui eanbeSfürflen Cobrecb war, welcbed (S^tu
fltan iuerfl Uttat @ewiß aber war e9 in aler SBeife Don
bebeutenbem @txvid)U in feiner Sac^^e, baß er nid)t wie
bie bi^b^rigen 9)rcbiger be« S^riftent^ium« au« bem Der^
ia^Un |)oInif4>en Botfe ber, fonbem au« bem immer mebr
bcfreunbeten Dommem beri5ber fam. iOaber gefcbab «ud^>
baß feine SSemäbungen ba(b t>\xx6) mancf^en gtudticben (Sr«
fo^ belobnt würben, ffla^bm fd[>on mebre »ornebme au9
bem SBoRe ftcb jum neuen ©lauben befannt unb bie Sau^
empfangen batten, begab ^H) ^briftian in ben S^bren 1209 /
unb 1210 in Segleitung mebrer feiner ®ebü(fen nacf^
Rom, um- im Auftrage feine« Tibte^ bem 9>apfte Snnocenj
bem 2)rttten Don ben Erfolgen feine« fi3efebrung«werfe«
8le^enfdS)aft gu geben *)•
Wand .©efi^rte mtrb ofinebem au4) oom ^apfle in feinen fßnUtn f^d^
tei^in au^brütfltcb no(b genannt. Sgl Acta Boniss. T. I. p. 249.
251.
1) 8uca« ^artb IB. I. e. 9. 8. U. &. 6.
2) dKntge nel^men tiefe 9^eire nacb 8?om mei trüber an. 9tadf
Bajrer opufc p. 372 hfyctt Qi)v\fticin f(bon im Sabre 1198 aixi fRom
jucüee tinb braute be0 9)apfte^ SuQe an htn Chrsbifcbof von @nefen
mit; y>g^ Acta Boniss. T. L p. 249 nnb «ßartfnof^d Stitd^tn^efd^.
e. 30. Offenbar aber bot IB aper ba« Sabr ber SBabl Snnocenj be<
iOrittftt unb ba^ SDatum biefer 0ulle nicbt sufammengebalten^ benn im
Saniiat 1196 koorbe Snnocen) erfl gttm ^ap^ erforen. ^Den erfim
i * 28
434 SSatbemat^ H. Atieg^sug nad) |>riitffen.
9B&|)renb (Sfyci^iani 2Cbn>efen^ett aber bxaif fibet bte
nort6flli*en Äljeile Dreuffen«, bic fo lange gricbe genofTen,
etn toittex iCnegg^rm l^eretn. 9Rit bcn $ommem fmtte
berettö .fcbon ber jbinifd^e Stbnli SBBalbemar bct (Srfte wfe:^
bcrbolt gludlic^e Äriege geführt unb in mejtien Stteben«^
fc^luffen war e6 ibm gelungen, bte 9)ommenfc^n Surfen
balb ium fiSefcnntntffe ber Untertbantgfeit/ balb wcntg^en*
jur entiid&tung betr4<l()tlid!)er ©elbfumnten ju jwmgctt *).
3u>ar l^atten bie bebrdngten Surften mtcl^maB @c^at unb
{Rettung gegen bte 2)antfc^e «^errfc^aft unter bem SUiöfis
)>amere gefucf^t, n>aren t>i>m Aitfer )u atet(i!)Sf&r{ien unb
«£>er)ogen )>on 9>omntern er^ben worben unb bitten, um
ficb bed £>^ntfcben ©ebote^ ganstt^ ju entfcblagen , tbre
Sanbe uom Sletdbe ju Seben genommen'); SBalbemarS Sta^r
fQ(ger aber; it6nig @anut ber @e(bfte/ erfannte btefed SSer?
b^ttntfi nii)t m unb ben Arteg in Sommern unter fcbvetf?
U(f^en Serbeerungen emeuemb }wang er vben «^er^og So^
Xnlaf jut 2Cnna$me tintt fo frä^n 8?etre mag Sucad ^aoib S. U.
e. 5 gegeben ^ahtn, ba et fagt, bte 8{etfe fe^ gefc^e^n }tu: 3ett bc<
• f>apfieö (^6lcfKn6 III, mXd^et im Sanuot M Sa^red 1198 ftarb. 3ii
bieTem gaUe mdfte fretltc^ <^^tt{ttan ctma in ben Sagten 1196 ober
1197 In S(om gemefen fepn. 2Caem ^ncai ^Daotb mtbeilrgt ftc^ fUifl
SB. I. 6. 9 , inbem er in tiefet; BteUe (Sf^mati^ Steife in bte 3ett Säi»
nocen} III fe(t. Sär bag Sa^t; 1210, wefd^ed wir aU bieSeit ber Steife
nacb 9tom annebmen, fprtd^t rrftlic^ hai Chron. Montis Serenl ad
an. 1209, inbem e« in biefeS 3abr 1209 ben erflen neuen IBe!^brttiig(M
verfug in 9i^euffen fe^t, ba ed fagt: Primi praedicatores genti Pro'-
tenorum missi sunt ^briflian t)atte aber hai dbangeiium fcbon eine
Zeitlang' geprebigt/ atö er nocb 8tom ging. S^eitend fü^tt ber 9)q^
in bem Cfc^reiben on ben (Srjbifibof Don ®nefen bte oben ntoäifoten
^bn^e au6 |)ommern ald „nuper ad Sedem ApostoHcam Tenientes**
an. )Dtefe< „nuper<< aber im Sa^re 1211 gef^bneben »ürbe geioif
f(6»erlt(b ium Sabre 1198, wobi abe;; auf bad 3abr 1210 paffen, i^r-
naJä, Annal. eccles. an. 1210. Nro 27.
1) Saxo GrammaL L. XIV. p. 317. L.XV. p. 362. ffanner
Okfcbicbte ber .^obenftoof. S. U. 6. 216.
2) Sttxo GrammaL L. XV. p. 371.
SBBalbemar^ II. Jtrieg^iUj nad^ 9)rettff$tt 435
iiilM, fiäf feiner .^ertfdlKift loieberum )u fägen ^). @obalb
mbefTen IBogiSIai^S 5toet @il()ne, (Saftmit ber 3wette unb
Sogidlat) ber 3mette ber SRinberjldl^rigfeit enttvadf^fen unb
{itr «^erfT^^aft getommen Toarett/ fudS)ten fie, )toet entfclS)Ior«
fene unb mutl^oUe Surften, {td(^ bem S>dnifd(^en ©eftote in
ieber SSetfe gu entwinben unb bie Bett/ in meldtier GanutS
beS @<4^flen 9lac|)foIger, itinig SEBalbentar ber Bmeite, auf
feinem @ee)uge nacb Sfi(^lanb unb Sitolanb ')/ tnit tinblis
(^n Ser|)j(tniiTen feined Sanbed unb in Serben an ber
&bc fort unb fort tefd^dftigt mar""), f(|)ien il^r @treben ju
begiinliigen. SSalbemar aber fann auf Staö)t unb Bü^tt^
gavLQ. 3m 3al^re 12 lo räflete er ein mÜftiiii ^rteg%er
unb fe^te biefe« auf einer jal^irei^^en Slotte )uerfi nacl^
9>reu{fen über. @am(anb/ too no6} bte ißadj^fimmlinge
ber alten £dnifd(^en JCoIonte wo^^nteu/ marb burd^ bie SRadj^t
be$ $einbed Ui^t unterworfen. 2)ann )og ber Mniq, aU
M wie im @turme äbenoaUigenb, >urcb bie «Küfiengebiete
am Srifcf^en «^affe ^in bi« an bie SBeidj^fel. SenfeitS bie«
feft ®trome8 warb 2>an)ig erobert unb ber «^rjog beS
ianiei, SRefhoin ber Qi^e, jur «^ulbigung gezwungen *).
^ier^uf brac^ baS «^eer weiter in ^'otninem bor unb n&?
4(^igte audf be6 Sanbeef äbrige Surfen , fid) ber ^errfdj^aft
be€ it&nigeS bon neuem }u unterwerfen. @o ging ber
Gturm über $reu{fen f4)nell unb wie eS fdi^cint.auct^ o^nt
befenbere Solgen ooräber; benn mochte ben ftol^n ®fanbis
nat>iem ber Jtr{eg6}ug bun|y bie Sanbfc^aften ^reuffenS im^r
mer^in eine Eroberung unb Unterwerfung l^ieifen, fo war
er bo(!& ber Zfyit nad) offenbar nidj^tS weiter aK ein bloper
fXdnberungS :: unb Serbeerung^jug, ber freilid[» «ieled, xoai
1) Chron. Danor. ap. Langebeck T. II. p. 633. T. HI. p. 261 :
Bu^sIauSy dux Pomeranorum facius est faomo regia Canuti.
2) .f>einti4 ^^^ ^ftU p. 42.
3) Petri Olai Ezcerpt. ap. Langeheck T. ü. p. 256.
4) Chron. Eriei Regit ap. Ltmgebeck T. I. p. 165. SRefbvfn
^ft ^er n^^^^ Poloniae.*'
J8*
436 ^tv ^hni) 6^ttjfian, fBefe^cet bet ^ttufftn.
in Ux Stulpe eineS langen Srieben^ ^tUi^ii^ emptx^tflm
gen roat, toitbn ntebetfittrjte unb t)f mietete, aber bo«^
|^6d^flen$ für X)immatt nur bä^ alte t>ermetnte Xnrec^f
ber it6ntge btefed 9let(|ie6 auf ben 93eft^ wn @amlattb
wIeber in ©rtnnerung bringen f onnte *)•
£^S 8anb toax a(fo t)om ftärmenben S^tnbe fc^on
wfeber frei unb bie @tiDe beS f^ebenS lieber eingetreten,
att ©^iftian mit feinen ®efi^rten aud SRom na^ f>reufr
fen iurädtel^rte. 9Rit Svettbe f^attc ber 9>apft ben Söexidft
Aber ben glicRidi^en Serfnc^^ ber SBefe^rung ber ^reuffen,
,fbai gebei^(id()e Xuffeinten be6 auögeftreueten @amenö in
benuSBeinberge beö ^xxn^' t)emommen; mil ft^^tbaifm
SBol^IgefaKen ll^atte er ben f^^tigen €ifer bemerft, mit wtU
1) Pe/rus Olaus in Excerpt. ap. Langebeck T. II. p. 256.
fagt dbec Mefen ^rieg^sug: Eodent anno (1210) Waldemarus fedt
ezpedition«m in PrusciarA-et Samland et Finland et subjugaTit sQh
terras illas. Et Mistivi Dax Polonie ( i. e. Pomeraniae ) homaginn
fecit Regi Waldemaro. Waldemarus auteia multis jam victoriis
auctus Prusciam sibi sii])jugaTit, ut dictum est, inde movens cod-
tendit adversus Duces Pomeraniae , quos ut Obotritos sue Toloit
-parere ditioni, quo expedito, jam omnem marilimam teneret Wan-
daliam. Sefidtigt »itb btered in Petri Olai Chron. ap. Langebect
T. I. p. 121. Erici Regis Cbron. ibid. p. 165. Anoal. Afinor.
Wisbyens. p. 254 n. Annal. Esrom. p. 243 , wo abev fSlfc^tid^ bie
nnterkie()mung in baö Sat^r 1209 gefeit wirb. 3n Hams-Fonü
Chrono!, p. 284 f^eift ed nur: Dani populantur Bonisslam. dtoige
norbtfd^e ^(proniften (K^ben Finland ftatt Samland. SBte |>etru< tAavA
befbe Sdnber neben einanbec nennt, fo fagt GhejtsmeH Comi^. ap.
Langebeck T. II. p. 385 : Anno suo octavo misit exercitum in Pm-
ciam et Fynland et subjugavit sibi terras ilW. SDiffe^ Fyniand a6er
ift offenbar nid^ts anbere<, M hat oiU Vyndland ober Windland,
fBSenbenCanb ober |)ommern. IDiefe^ beflätigt aud^ bie Chronica Sla-
Tor. ap. Leihnitz T. iL p. 751, tnbem fte fagt: Waldemarus, Rex
Danorum, -terram Prutfaenörum suae subjugaTit ditioni, et fecit
eam sibi tributariam Tirtute gladii. Quo expedilo, exercitmn svmn
direxit in Stetinensem ^ueaiwn f in quo sibi subjugaTit -cifitatcs
et oppida multa. Hennan* Corneri Cbron. ap. Kccard, T. II. p.
835 \t%i \At SBegeben^t in ba< 3a(r 1211.
»
t>tx aSiiK^ (S^ctfiian, ^tU\)ttt bec ^reuffeti. 437
(^m <S^fHaii unb feine @el^&lfen ,Mt TCnpflanjung Ui
Sorte« ®otteS im @c|^atten bed Unglauben« unb in ber
Sinfiemtß ber UmiHJTenl^eit 0'' begonnen l^atten"^). 2>iefe
freube \pxa6) ber,9ayfi au4) in einem €dE)reiben au$/ in
n>ebf^em er bem <Sr)bifd[)ofe oon ®nefen auftrug , ftc^ ber
neuen Vnpflan)ung beS (Soangelium« in |)reuffen ti^^tig
unb mit (Sifer anjune^^men, bie 9K&n<^e unb t^re l()elfenben
Sräber bei bem SBerle ber SSele^yrung l^älfrei^^ )u unter:s
pS^en unb bie ®emeine ber 9leubelel()rten fo lange in feU
ner geifilic^en £)bbut ju lialten, bi« fte jfi^Xxtxii genug fe^n
werbe, um ober fte einen eigenen SBifi^of ju fe^en; enb<
Mii aber auc^ bie ©eifilic^en unb bie gärfien ber nadj^bar^
(ic^en Sanbe angelegentlich gu ermafinen , bafi fte ftd() allen
benen, welche baS SBerf ber f3e(el()rung' auf ftd^ genommen^
gjbiflig unb l^lfret(^ beweifen m&d^ten ').
iDie. freunblicl^e 3(ufha(me bei bem l^apfie^ beffen Sm^
(»fe^lung an ben Srjbtfd^of t>on ®nefen unb feine lebenbige
Z^ilna^me an ben gläcflic^en (Srfolgen, ba« ^ieburdE^ in
^fdfdaxA @eele felbfi nodii flarer geworbene SBemuptfe^n
bct Serbienfie um bie Jtirt^e unb \xxa alle bieienigen,
web^e er au« ber Sinß^tnif be« ®6^nbienfte« ^um Sidj^te
1) „Sermonem verbi Dominici seminando in ixmbra infideli*
Ulis et tenebris ignoraatiae. <' Innocent Epistol. in Baku. T. II.
L, 13. ep. 128.
2) a)<c ^aip^ fagt m bem eben enodbnten ©d&rcibeti: „Quidam
Magaates et alü regionis illius sacramentura baptismatis receperunt,
et de die in diem proficere dignoscuntur in doctiina fidei ortho-
doxae, sicut iidem Monachi nuper ad Sedem Apostollcam yenien-
iesy nostro Apostolatui referarunt.
3> 2>tefe< an ben (^jbtfcbof oon (Snefen genditete ^cbretben bed
ycq^ fiebt in Bäluz, Epist Innocent. III. T. 11. L. 13, ep. 128;
au4 in ^en Actis Bomss. T. Lp. 249 — 250, »iewobl b»<r fe^r
febterf^aft unb in «^attVnocbö J^ircbengefd^. ®. 30 — 31. 2)a$ SDa«
tum ifl: Pridie'Nonas Septembr. Anuo poni. XIII. $D(efe< tft Qibtt
hi^t bad .3abr 1209/ xoXt in ben Actis Bomss. I, c. ffebt, fonbetn bad
, 3abr 1211, inbem Snnocena im Sa^re 1198 jur pdpfUi^en Sßürbe ge;
langt »or. %
438 Set ^bnd} G^tifitan, Seff^rec ber ^cettTfen.
beS SoangeliumS fäHe/ o^ne 3t9eifel au^ baS etmitm
tembe Setfptet bec Dinner, bie in üManb jur fclbisen
Seit auf g(ei((^em SBege biefe Setbienfle in toeiter XuSbe^
nung fi<^ fcfion erworben unb i^re Selol^nuns in bet (Et^s
bung jur bif4)&fli(|^en SBurbe gefunben fyitUn: — baS oQeS
mn^U (Si)xiftian^ (Stfet unb S^attgteit in feinem Setfe
nac^ feiner StüäU^t Yoof)l ni6)t in geringem (Krabe er^ben
unb beCeben. Um fo bebeutenber aber waren au^ bie iSu
fotge; benn im 3a|^re 1213- war bie Qät)l ber SReubefe^rten
fdi)on fe(^r anfel(inlic|^ unb berme^rte ftc^ im ®ebiete bon
ihbau unb an ben ©ranjen 9)omefanien8 no(^ bon SEog
ju S£ag ').
£a^ 2Cnfel()en aber unb bie ©unfi, meldte ftcf^ 6|Mrtfiian
mit feinen ®e^&Ifen auf btefe SBeife bei ^ixa Cr}bif<|^Dfc
bon (Snefen unb felbfi bei bem $a))fte erwarb^ erregte andf
batb bei i^yren eigenen £)rben£:^rülbern 9leib unb 6iferfu4it.
(&i war bama(6 wie heutige« SEage^/ baf ber 3ltenf4^^ weU
4ier grofe SSorfS^e berfoigt unb feine Xraft unb fein Se^
ben an gro^e Sntw&rfe fc^t, niö)t unangetaflet bleibt Dorn
b&fen Seumunbe unb gemeine ®ee(en im @(f)mu$e neibu
f4)er &eibenf4^aft UnCraut in feine ®aat ju ))flansen fucfyen.
SBeil jene ebten 3Slhn^e, flets mit bem äSerte ber SBtUt^
rung befdE)jftigt, feiten in x1)x Slofitt tarnen, feiten bie tlht
flerlic^en Uebungen beforgten, fiJi) wenig um baß gew&^^n^
lxd)z S£ageögetreibe in ben iCIoflermauern befummerten unb
überl^aupt ftd^ an bie ftrengen ©efe^e unb Stegein bed AIo-
jlerlebend nid^t gebunben glaubten / fo fc^alten i|ire eigenen
iOrben6-S$räber fte mit bem alten ^ gemeinen @(^impf?
6) 3n btefem Sartre f((rctbt hev 9)apfi an bie TCehU M CTtflrtcteiis
rer>£)rbend fn SBejte^ung auf bie SeYef^cung ber ^reuffen : Sicüt enim
comperimus yeridica relatione roultorum, Dominus eis firatribas
apcruit ostium, ita ut per rainisterium eorumdeiu* inteliigeDtibiis,
qui non audierant et Tideotibus (quibas non fiierat nuntiatam)
muJii ad agqj^onein perveniunt Teritatis. Sttbu. EpisL InnoceoL
L. XV. ep. 147. ^
2>cc SRin^ (S^rifiian, 89e(e^cer ber ^reurftn. 439
»Prte ,,bte ^upttoUn'' ober ,^Tltepf)aUx ^y Unter bem
SDrmanbe, bof {te burc^^ folgte SoSfagung wn beti ftrens
gen aB&n(|^8regeln an^ bent £)rben audgefc^teben fe^en^ Der«
weigerte man i^^nen ^ie unb ba auc^ bte 3(ufnabme in bte
^of))t tien ber (Sifiercienfer«A(i{ier. S)iefe JBef^inbung l^iatte
bereit^ ntandj^e/ welct^e ben (warten @(IE;m£lt^reben i()rer £)rs
benS:::IBniber ju entgelten fu(^ten/ fogar bewogen^ ftc^ toon
(S^ijlian ju trennen, um ftd^ in anbere ©egenben gu be«
geben *). 2>er 9^p% bem folcl^eS aUed (unb gen>orben mar,
ragte in einem ernjien Schreiben an bie 2(ebte ber Stfler?
cienrer«Jtl6fler bie 3(u8brä^e ber Stferfucf^t mit ber na^
brAct(i(^ßen (Srmafinung an biefe %ebte, ba^ {te fofort foicf^e
Unorbnungen abfletten unb ben SSerfänbigem be^ @t)ange«
(iumS in aOer SBeife f&rberli4) unb bel()üipid^ fe^n foUten.
3uglei(^ aber trug ber ^apfi bem Srjbifdi^ofe t)on @nefen
au^ auf, biejenigeU/ melc^^e er }ur SSerfunbigung bed Qf)tU
tent^umd unter ben «Reiben gefc^ictt ftnbe, mit (SmpUf^
tnngdf4^reiben ju t>erfe^en; bamit md)t fol4^e/ bie ^ö^
fiVdfUd) fär (^xiftxMi ©e^ulfen anii&bm, ben Al6jlem
bef:(^toerIid^ faOen {&nnten "). 3u berfelben d^it eriie^ 3ns
1) „Eos acepbalos reputatis'' fa^t ber ^apft in bem erwA^nteti
€k(rfiben. Od toar biefed eine alte ^^hnpfbenennun^ für f4)t6mQt(f(^
Vti^n^e. Urfpründ(tdj) nannte man {o „tlntn «Raufen ^egpptift^r
9tin<ie unb ydefter, bie fi(^ Don ber (Serid^tlbarfeit unb Stit6)tn^ts
mänf d)aft bed Vatriardien oon 3((e);anbnen, §)etrud ^on^u^, (oefa^ten
unb abgefonberten ®otte<btenft hielten. *' Sftaä^^v n>urbe biefer 9tamt
aof mebre 9){5ni^<feGten aulgebe^nt. €>. ^rfd^ unb ©ruber Cincp«
efopAb. ber föifTenfc^. unb JtAnfle. 2$. II. @. 291.
3) jDiefe« bezeugt ber 9)apfl, bem ford!)e« beriefet morben war, in
bem genannten €{d()reiben feCbfl: Quidam Testri Ordinis Fratrcs in
iilit partibus conjtituti eisdem inhospitiis dehila humanitatis solatia
noa itnpendunt: quin imo adeo verbis exasperatis eosdem, ut pro-
pter increpatiönes Testi'as multiplices nonnulli eorum dicantur ab
illis vartibiis abscesaisse. Baluz, 1. ,c.
3) jDiefe« ©dj^reiben befinbet fidS) in Baluz. Episiol. Innoceni. III.
L. XV. ep. 147; in Acti« Boruw. T. L p. 251, biec fe^c fe^lerjaft
unb in «actfno4< Jtirc^endeT^. 6. 31 ^ 32.IDo< 2)atum befTel-
440 ^ftWtind} (S^rifltati, aSefe^rec bet ^teisfren.
nocenj anö) ein @4^retben an bie «^erjoge von Sommern
unb ^olen^ ba er bena^^ri^^ttgt toat, baf btefe bie Steuie?
feierten gleidSi aia i^re Untertbanen oft mit ffiaDifd^en Mafien
bebringten/ jte etma^nenb, ,,bte neuen @i^ne ber Stiv^t^'
l^tnfort nicl^t mel^r um irbifc^en @en>inne8 SBtKen mit un«
btOigen gforbetungen ju bel^jltgen, ^ielmtf^t t^^nen mit
9li(be unb Schonung entgegen ju fommen/ meil fie fonfi,
no4) fd[)n>a4^ in bem neuen ©tauben ^ lerd^t n>teber in ben
alten Srrtbum be(( ^eibenti^umS iurucffaffen (6nnten ^).
@o mifc^te {id^ au^ n^ieber in bie reine @a4^e ber Ser^
tunbigung U^ ®laubene fogteicf) irbif^e SSegier^ menf^Kc^
«g^errfc^Iujl unb weltlicf^e ^abfuc^t ein, benn ofenbar be»
trad^teten bie S&rjlen bai .(S^riflentbum alS ein 3o(b/ burc^
meld^ed ber «^eibe unter ben dn>ang ibrer ®ebote gebeugt
»erbe *).
SßiewobI biefer Umflanb ben fcbneOeren Sortgang be«
S)efebrung<n>erlee fn mand(^er ^nfii)t febr gebtnbert batte,
fo marb bocb im niäf^en 3abte 1214 6bnftian'n bie
Sfreube ju 2%eil/ bafi abermaU )mei Sanbeöfürflen, SSSar«
poba, @ebieter unb ^err beS SanbeS Sanfanien in ber
Sanbfcbaft ^ogefanien unb ©uatoabuno, <^err be6 ®ebieteS
wn Sobau^ ftcb ^nm (briflUdj^en ®(auben befannten. iDbne
Ben tfi: Signiae IV. Idus Aug;usü pontif. nostri aono quinto de-
dmo; biefed tfl bad 3a^r 1213, ni^t abec 1211 ober 1212, xok btr
Acta Boruss. unb *&artfno4l anheben. IBgl. an^ Hvnolhi |)re«ff.
Jtird{)endefd). ®. 88. RajnaJd, Annal. ecdej, T. XIU. an. 12li?.
Nro. 5.
1) BcUuz, Epistol. Innocent UI. L. XV. ep. l48. Acta Bomss.
T. I. p. 253 — 254. Dogiel Codex diplom. Polon. T. IV. Nro. I.
2) S)er 9ap|l bejd^inet btefe ®eftnnung bec gfttfl^n fdbfl in bem
iSd)retben an fie, inbem ec von tf^nen fagt: Quam cito mteUi^[ii]ii,
aliquos e gentilibus per Prassiam constitutis noTae regenerationis
gratiara suscepisse, stalim oneribtts eos senrilibus aggravaiit et ve-
nientes ad Christianae fidei libertatem deterioris conditionu effi>
ciunt, quam estenti dum sub jogo servitutif pristinae permaa-
jenint.
Q^tiftian, «rfter »tfd^of \>on ^tttxfUtt. 441
3n>etfel alfo toax nun fcf^cn ber gt&fite S^l^il btefe« Unteren
Sttnbed bem (S^i:ifientl()ume jugemanbt unb ti ^äfeint, baf
Gf^nßidn feine Semä^ungen nun an^ fct^on in bie ttmge?
genben bed 2)rauren:^@eed xi^utt^). ^ladf bem SSeifptele
TObeta, be§ 93tf(|iofd t)on Sit)(anb, begab er ^d) mit bie»
fen beiben ^rflen not^^ in bem nimlic^en Sa^re nadl^ 9tom,
um fte bem 9)apf{e Dorjujiellen unb biefem miünbficl^en IBe$
m^t über ben gfovtgang feines^ SSerfed dhiu^atttn. 2>a
nun bie 3a^I bet 9{eube{e]^rten in ^teuffen, n>ie CEl^rijiian
bem 9<x)>fle hcxxä)Me, fdiiDn )iemli((^ bebeutenb toax, beibe
Surften ibre SanbeSgebiete ilEirem d)xi9lid)tn ge^irer au«
S)anf barfeit ali ®ef(|)enf angeboten l[)atten/ baburc^^ alfo
and) fd)on für feinen Unterl^alt geforgt xoax, unb ba enb?
Ucf^ aud[^ erwartet n>erben tonnte/ baß S^riftian, t>on feinen
n&fteriidl^en SSer^dltniffen t)&aig befreit no4) n>eit erfolgrei*
c^er merbe mirfen {6nnen / fo er^ob i^n je^t 9<ipft Snnos
cen} )um ä3if4)ofe t)on ^reufTen, lief bur4^ i(in gu 9lom
bie beiben ^rflen feierlid^ taufen ^ SSarpoben unter bem
1) 3n ber Urfunbe bei eucaö )Dat)tb $B. TL ®. 22 ^dpt ba$
bebtet SSarpoba'd Lausania. Unter btefem 9lamen ahn ^at ftc^ in ben
lo^tetc^en SSrrfdireibungen M Sanbed fein (Sehiet auffinben (äffen.
2>a^0en lag tn bei; S^d^ oon (Sibxnq ein ®ebtet Lansania ober Lan>
laaia, meld)ed »o6( of)ne 3weifc( hai Sanb Sßarpoba*« »ar. 2)a mir
bie Urfunbe bei Sucaö ^Daoib nur in 2(brd)rift (aben, fo fdnnte wo^t
let(^t Lausania für Lansania oerrd)rieben fepn / toie benn and^ S u <& ^
ts f. (3efä)i^tt oon (Sibtno jeneö @ebiet Ui (SIbina »ieber Baufanien
8att 8anfanien nennt. 3n ber 9on mir felbjl copirten Sunbationd^Ur»
futtbe ber @tabt (5(bing ^abe ic^ aber audbrilvfüd^ Lanzanla gelefen
imb an btefem 9lamen ifi um fo weniger a« iweifeln, ba bad SCitä^*
borf Senden ^mifd^en (Sibtng unb Solfemit no4 auf ben 9tamtn Lan-
sania ^inmeifet. — jDen 9iamen Warpoda fönnte man au^fen in
War, itrie^ ober Sße^re unb bod, ^ä^rer, 9efe^^ber, alfo Stäeqi»
ober !Sef}renfö^rer. jDiefed m&rbe mit ber SSeseid^nung bei fdj)on früs
^ erwd^nten ^tKtlet hnvä) Diu tooffi öbereinflimmen. -^ iDad (anb
be< anbem S^rflen beift in ber Urfunbe Luboria, rwlö^ei offenbar ber
9tame tom Söbauifd^en Gebiete i{l. jDer Slame bei Särflen biefe^'^an»
bei lotrb fe$r oerf(||teben gefunben. 3n ber Urfunbe lautet et Suaya-
bano. Baytr Opa«c. p. 372. fanb '^n SaaTabrim gef^rtebett.
444 S^riftiait, erflet Sifd^of \>on ^r^uffcti.
unget^etttem Sifer in gan^ anbexn ^Dingen befi^igt^).
Cd xomie bamaU gerat>e im 2CbenbIanbe baS Ateuj f&v
bte 9lotlSi beS Storgenlanbed aQen Gdrifien 9e))rebtgt itnb
in neue 9>apfl betrieb bie @ad)^ btefed neuen £reu))itg(S
mit eintt Zf^iti^Uit unb mit einem ^euer % baf er faum
mit einiger SE^eilnabme an bie neue SCixifyt im Slorben ben^
fen tonnte. @o ging ein ganje« 3abt ][)in itnb erfl am^
btttten 9Rdr} 1217 erbiett Sbtitian bttrd^ eine piffHUft
IBuDe bie (Srlaubnif/ jut Stettung bet neuen ®i^fi»n oit^
ibrer Sebrdngniß in ben nacf^barlidb^n Sanben aUt biejents
gen mit bem itteu)e ju be}etcbnen/ bie )ur «^uife ffeiAtu
fommen moUten, bocb bie ausgenommen, melcbe bad Areu)
f(|)on för baS billige Sanb angenommen ober bun^ i^re
®aben ben üreujjug in6 äRorgenlanb )tt Unterstufen on?
gelobt. 2>o(b foDe jenen bie n&mlicbe SSergebung ber &hf
ben berliieifen fepn, wie folgen, bie gen Serufolem »olb
fabrteten »).
2)a inbeffen ber @turm ieneft SinfaUeS ber .Reiben
ini d^rifitid^e ®ebiet fcbneU tDoräbergegangen unb feitbem
toiebev einige 9{ube, wie eS fcbeinty }urä<fgefe(^rt toar, fo
macbte ber IBifcbof nicbt fogleicb &ehxauiS) »on M 9^^
Sriaubnif. fiSefonnen unb mif ig, mie et immer b^nbeltef
^og er e8 t)or, in feinem fi3etebrungimer(e mie biif)it, fo
ani) femerbin fo lange ali m6gU<b auf bem ^ege bei
SriebenS fottjageben unb ti zeigten fiöf bolb auif in bet
vermebrten SabI ber S3e(e(irten mieber erfreuliche Srfolge
feines SSerfa^renS. (&x melbete btefeS bem $ap^e mit ber
Sbittz, baf ium befferen ©ebetben feineS IBefIrebent il^m
nur eine grifete Sal^l bon @ebu(fen )ur &tiU treten mi(^
1) 8uca< iDaoib $B. ü. @. 23. 9laumei: ®ef<()i(^te brr*^^
tenflaufen S. IIL 6. d06.
2) ataumer Qr a. £). ®. 311.
3) 3Die »uSe Mt in Act Boruss. T. L p. 262 — 263; £aca«
jDavib ». n. 6. 24. »acjfo ». L ©. 131. Bgt. au(b Äif»»'*
Annal. eccles. T. Xm. an. 1217. Nro. 47.
Q^tiflian, ecfier 9iifd!iof Dott ^teufren. 445
■
tm, inbem bie (Smbte bed S^menö; ben er ^uSgejheuet,
f(^on ^te unb ba AberaU }ur fN^t reife ^). Unb ber 9apft
tttf)cxlU ifynt l^ierauf bie iioUma^, an paffenben £)rten in
9reuffen unb naö) Sefc^affenl^ett ber JBer()j(tni{fe Status
broIsJtirc^en ju erbauen unb }u bem ZmU ber Ait^e
^idti^t Sitoner ju IBif(t^6fen ju ein>^()(en unb foI(|»e im
flSetfepn t>on jwei ober brei anbern IBifc^fen an beS $at)?
fti @UUc in tl!)re SBärbe einjumei^en ""). SSar biefe fiSer^
•rbniing be6 $a^|led n>ol^l aUerbingö nocf^ ))iel }u frä^i, fo
%ah fte bem neuen ü^c^ofe $reu{fen8 boc^ immer ein 2Cn«
fe^n/ n>etc^e$ burdi^ W$ in i^n von Seiten be6 «^ofeS )u
9tom gefegte Vertrauen in anberer ^inftd^t fär feine S3e^
ftrebuttgen gen^ifi felS)r gänftig n>irfen fonnte.
jBalb aber würbe Gl^riftian^ frtebnc|)ed SBirfen bon
neuem unterbrod^en. £)ie ^'veuffen »ieber^olten im Saläre
1218 i^re feinb(i($en (SinfiOe tl()eitö ind Jtulmerlanb, t().ei»
am^ weitei^tn in baS ®ebiet ÜRafotoienö unter ben jd)xtäs
Itd^^en SSerl^^eerungen unb mit toilbex Senoüfhing alle«
beffen/ mad d^rifKi^ ^ief. IBalb )i()Ite man in beiben 8an:r
ben breit^unbert Jtirdiien unb ^a|>enen^ bie bon i^ynen
burc^ptAnbert/ Derbrannt ober fonfl t)emid^tet morben xoa^
ren»). 2fm graufamften be^ianbelten fte bie 4)ri jWicben |)riefter,
mnn biefe in i^xt ®walt geriet^en. 3um 9lä(f}uge (onnte
man bie raubgierigen «Raufen immer nur burdf^ Xributge«
f((^enfe bemegeu/ unb ie bereitn)it(tger biefe bargeboten tonvs
ben nnb je me^r bie ^reuffen l^ierin bie @(^^4^e unb
1) Sei bem ^StattQtl onberer Clurllen fd^Iiffen toit fold^ed nur
<Ki< ben S^ortrn hti 9)of>fle6 in fetner SBuUe »om 3a^re 121S: Cum
in partibus Prussiae multipücata , per Dei graüamy messe fideliüm
et re^onibus circuin<iuaque albescentibus jam ad messem, necesse
Sit, sicut asscrisy operariorum numerum adaugeri, ^b. Gf.Acta B(k
nus. T. I. p. 264.
2) 2)te fBüUt in ben Act Bornss. T. L ®. 264. Cttcad jDat
9ib S. II. 6^* 24. $Dad JDatum ifl: Romae apud 5. Petrum UL Non.
Maji Poiiti£ anno secundo — 5ten 9Rot 1218.
S) OthtM iü^toxL 0. 22. (axr(r.)# bei MaUhaeut^ T. Y. p. 692.
. I
446 ftreuHug iia<^ 9<^<ttff<n-
*&üI{lo{tgfeit be$ «g^erjogd ^pn SRafovien etfannten, bcjlo
hft^t unb sdl^Ii:etci)er erfdj^tenen fte immer toieber. 3(^ De^
langten ®aben waren metfienS f((^&ne iUeiber uni 9fefbe^
unb von btefen n?ar ^erjog Sonrab burdb baS iftere 9tf
f4)etnen be6.Sfetnbe$ enblicb fo entU&^t, ba^ er einfhnatt>
aii bie raublujiigen f>reufTen fein 8anb abermaK Äber)o^
gen "^tten, bie rei^^ften unb loomeldmften ®rofen M San«
be6 fammt i^ren Stauen )u einem ®aflma^(e einlub unk
wd^renb fte am !£if4^e fa^zn, i^nen i^re abgelegten JUeibet
unb i^re 9io{fe »egnel^men liefi, ui^oldj^ ali Xnhvitgts
f^ienfe ben |>reuffen übergeben gu lapn *).
Unter folcben €reigni{fen fa^ IBif<|»of Sbri^ian nun
Aar dn, bafi nur ein Areuj^eer feiner neuen S^rifhnsOt?
meine bie nit^ige (SicI^er^eit unb SonrabS 8anben bie tu
wänfd^te Stulpe ))erf(^ffen (inne^ benn bai^ fr{eb(i(^e ffint
ber ' JBefebrung unb Srma^nung fanb nun fc^on feinen Stn«
gang me^r in bie erbitterte S3ru|i be^ raubgierigen %i\tif
be& Subrte bod^ bamatö gerabe an^ ber Sif4)of TEbttt
t)on 9tiga fotc^e ^eer^aufen auf betti mett bef4^wer(id^Kn
SBege ber @ee bis an \>ai Ufer ber Düna, unb mai mx
biefem bort nietet aOeS f(|)on gelungen! @o »arb benn
t^eil« l>ur((^ <S(»rifiian felbft, tbeil« auf feinen Xnlaf bot
Jtreuj für einen <£^eere6}ug na^^ $reu{fen in faß aUen no^
Uegenben Sinbem geprebigt unb e8 fammelten fU& bal%
betrac^tlidS^e .^eer^aufen in X^tnt^^axA, IB&^men, 2Ra(iien,
0c|i(e{un^ 9>oIen, Sommern unb Ungern "")• !Ku(^ ber 9^
mirfte ^iebei mit regjlem (Sifer ein; benn auf be6 IBifcd^f^
bringenbe {Bitten^ ber iungen Jtirc^e in Dreuffen ie((t in
il^rer grofen S3ebrdngnifi ju «^ulfe ju fommen, erlief er
im Suni beS 3ahted 1218 2Cufforberungen on bie Srail'
fc^Jfe »on SRainj, SErier, Min, SRagbeburg, ©aljburg, 9ne^
1) Orben^s^^ton. 6. 23. (fOtfcr.) unb bei Maühaeus I. c.
' 2) 2Cae biefe 8dnber/ mit ^Cudna^me ®(jf)refteii< , nennt bec Itavt
in einer IButTe; f. Acta Boniss. T. L p. 265. jDap ober an4 ^
Qld^teften baö Jtreuj geprebtgt mürbe, le^rt ber dhfoCg.
- 1
//
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9i
9f
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ff
ff
Jtteusius nad^ 9tettfffn. 447
fen, Steinen tinb Sunb unb (k^^ il^e Guffragane, baf fte
bteientgen, ioeI(f^e mit bem Jtrett)e bejeic^net bie ^flger?
fo^Tt gen 3enifatem nid(^t untemelimen (6nnten> ermahnen
micbtcni^ ft(^ ber Jtrenifa^tt na(^ 9>reiiiTen an)uf(|)Ite^en.
£)ort ift ein Sotf/' fd^rieb ber 9><)^fi, ,,n)e(dE»eS t>on al^
bm, was ©tauben ^ei^t entfrembef unb me^r atö t|}terts
ft^et SBilb^eit ergeben ift, in n>eld^em ber Sater 40e %h&^
Ut, bie i^m bie ©attin bringt, bis auf Sine ermoi^t
»0 obne @4^u unb @c|iam SE6(|ter unb Stauen wUber
„Sufi greift gegeben toerben, n>o man bie ®efangenen ben
®6^en opfert unb @(t^mert unb Sanje mit beren Slute
firbt. Xu« ber !Ritte biefed «olfeS l^at ber ^err f^^on
,,etne ®emeine jur Srfenntni^ feineS SBorteS geffil^rt; fte
,, unterliegt aber f4^rectli4^er IBebrdngni^ unb loielfjttiger
„Xnfed^tung/ vm jte in bie Sinfiemi^ beS >^eibentl^umS
,, oieberum jur&rfjuf&l^ren. 3)er fi3if4)Df t>on ^reuffen unb
,,bie ©el^älfen feineS SSSerfeS ftnb gefonnen, fobalb ibnen
bie n6t^igen 9RitteI )ur «^anb ß^nben, bie jum Xobe be«
flimmten S&d^ter (oSiufaufen, ^e erjiel^en ^ laffen unb
,,f&r baS (S^rifientl^um ju gewinnen, femer bort . ffir
//9>tettfftf4^ Anaben 0d(^u(en gu erri4)ten, yxm Wi biefen
##gef(!&idfte ^rebiger unb Se^yrer beS 4)ri{l(i(^en SßorteS ViX^;^^
„ter il^rem eigenen SScRe )U bilben, weil biefe ij^re eige^
„nen SSotBgenoffen gewifi weit wirifamer im <Et)angenum
,, werben belebren finnen^ aU bie fremben %nf&mmlinge.
2>arum rufen ber IBifcbof unb feine äSitgebälfen ben SSei^
fianb aller berer an, welche baS Seidf^en beS JtreujeS no4^
xAm em|>fangen ^aben ober jum ^eereSjuge in baS
„genannte Sanb t% vM^X auf %ii nehmen f innen, baß
„fte in folcl^er fBeil^Alfe ein firommeS @eläbbe erfäOen
„m»gen*)."
ff
ff
ff
ff
ff
1) Ra/nald. Annal. eccies. T. Xm. an. 1318. Nro. 43 — 44.
(Ü ift bi^ biefem p^pftti^en €<l^rei(en bie Bemetfung beigefägt, haf
het 9afß donationem insuper jam ante, nimirum salutis anno
MCXn. ab 'Wratislao Duce de Kalis Cluriitiano PruMiae Episcopo
M48 Areugsug nac^ ^teuffen.
3m ^Wh ^^9 äal^reS 1219 jogen nun bie SM^
ren be« AreujbeereS gegen $reu(fen ^ran. Xber ei leite
leinejwegfi tn aQen ba6 retne 3ntereiTe jur @a4K beS Skiu
benS, ber retne (Stfer }ur SSerbrettung unb S3ertb«tbi9un|
be6 6t)ange(ium$. SBenfge f)atU bte (S^xt M «^eilanbeS
tn hai ungläubige Sanb getrieben; t9ie(e loiu nur irbifdjiei
®en)tnn tl^eifö am eroberten Sanbe ber Ungloubigen, t(ieiU
ait forträumten 9leicbt^umem. Unbext, meinenb, baS Sank
müfTe erfl jur SBufte umgett)anbelt unb baS Unfraut M
.^eibentbumd erftt(ft unb bt6 jur SSurjel ausgerottet mu
btn, trieb ber milbe ®Iauben6etfer jur iD6atgen fi3efne((tnAg
unb Serttlgung bzi betbnifc^^en fßolhi ^), wet( bann er|t
wie fte glaubten , ber reine unb wabre @(auBe werbe p
beiben f6nnen. £)er ^apfl «^onoriud fannte feine Seit;
er n>u^te, mie {td^ iai toütli^t Sntereffe^ bte falte Sete^?
nung t)on 8$ortbeiI unb ®en»inn über^au^t fcbon in tie
beiligen Heerfahrten für ben Glauben etngemifd^t; au<| bie
felb{lf&(|)ttgen Seflrebungen ber J^u^rer beS JEreuj^eereS,
tozld)zi nacb ^reuffen jog^ waren tbm ni4)t unbefannt.
2>arum erliefi er am )w6lften 9Rat 1219 an ben SSif^of
(S^rifiian ben SBefel^l/ bie %i^m M ^ilgerl^eere« tibet ben
wahren 3wed i^^rer «&eerfal[)rt ernfllicl^ )u belehren; nsr
)ttr SSert^yeibigung ber neuen Strebe unb ber ÜteubefeficteOr
nid^t um weltU<ben ©ewtnned SBilten fe^ tarnen baS Jtien}
ge|>rebtgt; nic^t gur S3e)&^mung ber «Reiben unter M
3o(^ ibrer \ftne(()tfd^aft fep ber ^reujjug t)erorbnet wotben,
ba biefe «Reiben bann nur um fo ^artnddtger in ilftm
3rm>a(^ne beharren wArben; t>telme^r fepen fte nur auSgc«
sogen für bie ®a^t bed ^eilanbeS al8 gere4)te &lm^,
bte ft4) aQer unerlaubten «g^anblungen entbalten unb in ^
Um nur bem Statut unb ber $iil()rung bed S3tf(tiof9 bei
Sanbei ®e|^orfam leiflen mähten, dniliäf bevollmächtigte
factam sua audoritatc munrnt firmavifque. 2(Uetn bttfe 3ettan0A^
ift offenbar falf^).
. l) Acta Bonus. T. L p. 265. eaco« IDaoib IB. ü. Z. A
Xttunu» ttad^ f>rettffeti. 449
bcr Dopft ien Sifc^f 6(^r{{l{an »ur ©trafr bc« Sannefl
geficn jealid^en, Ux »ibcr feine SBerorbnunöen l&anbeln, i^m
bot ©el&orfam t>eTOetfleim, in irgenb einer IBBetfe bie Se*
fe^ntns ber .Reiben *>erl&inbcm ober bie Sage ber fc^on
«efel^rten t)erf*limmem werbet; «nb itm bem ©anaen
We nitbige SBirfung unb Six^tnnQ ju geben, fibertnifl ber
9opft bem (SrjbifdE^ofe 9on ©nefen \>ai Tlmt einee ))^fiai
<^n ii^üUn in lyreuffen •)•
£)^ne Sweifel xoat biefe )>^jiltd^e SSerorbnung burc^
ben «if(|>of S^iftiön jundcbjl veranlaßt warben, 6« fonnte
tl^m bei öfteren Unterrebungen mit beibnifcf^en Dreuffen
mäft enigangen feyn, baf fte mit ber tKnnabme be« dS^rifU
Kilben @(auben8 ftM du^^ ben SSerlujt ibrer bt^berigen
Sretbeit in @itte unb SerfafTung befärcbteten unb baf
btefe Seforgnif ben Sortgang ber Sele^rung befl(lnbtg fe^r
gebtnbert fyittt. 4Sr fanb ei beSMb.f^r fo not^menbig,
M ^tlfam, bem SSoIfe biefe alte Steilheit in aUer SBeife
ftdl^r )U fieDen. JDaber fianb er, ali ba$ iCren^beer im
8anbe eingejogen war, aucb faft unauSgefeftt ate g%er an
ferner ©pifee »). Drei 3abre lagen t^tili biefe .^eerl&auferi
im Sanbe, t^eilS erfe|ten bie absiel^enben einzelnen ^üfM^
tm Immer wteber neue »nfSmmlinge; benn auf er %tt
ftiaxa fortwÄ^renbcr ST^atigfeit in ber »crfünbigung be6
itreuje«, to\xä)i mit ben Erfolgen in bem ®lauben6n>erfe
tn |>reufren an^ bei bem $a|>|le bie SE^ilna^me unb ber
Ctfer. 3n einem ©cbreiben, welcf^eS «r im 3a^re 1220
an bie 9teubefe()rten in ^reuffen erlief, ermabnte er fie
mit t>dterli4)er Siebe nicbt blof jum dj^rißlid^en S>uU>tn
1) 5Di«f< «ötte fte^t m ben Act. Boru»». T. I. p. 265 — 266.
2)a< SDatum tft: Romae apud S. Petrum IV Idus Maji Pontif. no>
stri anno lerdo — l2tm SRai 1219. ©. »acjf o ». I. 0. 132.
2) Rajrnaid. Annal. cccics. T. XHL an. 1219. Nro. 34.
3) 3m Sa^re 1220 befanb ff^ (Sl^fKan miebev in ^eutf^tanb,
w^fffbcinli^ um bif 3a^( ber ^Treuabrüber noc^ ju »erme^ren. Sto4
bem Chron. Mont Sereni p. 81. lOQ^nte er bamatt ber CHntyei^ns
ber S^x^ au «fralber^abt bei
I. 29
450 J)a^ Äreuj^eec im JtulmecUnbe.
unb %uif)amn in i^ren »ebrangniffen unb »erlief t^»en
«u* fortbin feinen »rofl unb feine ^itfc; fonbem et Der*
fpxa6) aixi^ , i^rc %mf)t\t in aßer «Beife aufregt ju er^fc
ten, fte mit feiner ®nn|t ju erfreuen unbfobalb bet Arieg
gegen bie Ungläubigen im 3»orgenIanbe beenbigt fep, be*
beutenbe ©d^aaren \>i>n ÄteujbtÄbem ju il&rer ^nlf^ ^et*
beijufenben »)•
2tber felbji Ui biefer langen ^auA, in welker bw
^ee:^aufen ber Äreujbrfiber in ?)reufien t)ermeilten, fc^tnen
fie nie tief in« Snnere beö 8anbe6 t)Drgebrungen ju fepn.
äOem »ifc^ofe (S[)riiiian lag immer nur am mefften an
ber SBefreiung unb ©ic^erpetlung be« Äulmerlanbe« wnb
be« ©ebiete« t)on 86bau, »eil biefe beiben f(*on c^rifaic^
gewogenen 8Änber \\)m jur ©runblage unb ju fieberen
.^alt|)unften b^fm weiteren ffortbau be« ä)npU^n SBerfe«
bienen mufften. XlS ba(ier im Sa^re 1222 außer anbem
Äreujbrfibem ^) au* ber »g^erjog ^einri* Don ©einleiten,
bie «ifc^Jfe gaurentiuö t>on «5re«tau, gaurentiuö »on 8e*
1) SDtefe« ©ddtctben beö |)a|>ftrt beflttbet ü* bei Rajrnald. Am-
n^al. ecclcs. T. XUL an. 1220 Nro. 40 — 41. Utttei; anbem b<tft H:
Vobis in oranibus, quibus possumus, libentissime assistemusy omne
vobis solatium ei auxilium impensuri, cl quoniam in libertatejn
vocati estis adepti* gratiam fib'orum, tos conrersos et caeteros ad
Dommum conTcrtendos in omni cousenrabimus libertate, aliisqne
dignis üiToribus protequemur. jDa^ 0<j(|reiben ift gegeben Viterb.
VlIL Id. Maji ponu an. V. — 8ten SÄai 1220.
2) ©0 crj5t)tt untfr anbein baö Cbron. Mont. Sereni p. 82.
Anno MCCXXII. Poppo Novi operis et Oilo S. Mauricii flallensis
i'raepositiy XVII. KaL Juni a Sereno-nionte in- Pmciam profedi
siist. 2>alm beift H ahn in bem nimlidK» Sabce no(b • P^eponius
vero paucis post festum Purificationis diebus domum rercrsiu est,
absolutione profectionis suae in Pmciam. sttb testimonio litteranim
poenitentiarii impetrat») quia ad sub«idiam terrae ülias cmce si-
^natus erat Modus autera absolutionis erat, ut tres marcM anais
9ing^Us terrae ilU ^oiteret , donec XX marcarum numems eipje-
rctur.
^ai Jtreujl^eer itti 5tulmer(anbe. 451
bnS unb me^re SBatone jene$ Sanbed J^erbeigejogeK waren ^),
bffid^Ii)^ man, 9or oQem unter bem @d^u^e ber neuen ^eer::
^ttf^n bai Autmerlonb/ beffen SESe^rburgen fafi aUe ^erntc^«
Ut waxtn, beffer ju befefitgen. aßtt be$ IBtfc^ofS (SintoiUu
gung unb auf bie 83ttte beS ^erjogd 6onrab t)cn SRafo:?
t)ien^ bem immer am metjlen bie @i4^er(^ett feineä SanbeS
am ^erjen (ag, übernahmen t)or)dg(ic^ b(e ermcl^nren ^iU
grimme ben SBieberaufbau ber t>on ben 3)reuffen fc|)on
lÄngfi jerjlJrten äBurg Äulm «). 2)en ^gerjog ^einric^ öon
€!ct^leften leitete l^iebei au(|^ eigene6 Snterefle, benn andf er
fi^tnt Seft^ungen im JEuImif^en @ebiete ge^bt ju ^a?
bm '), bie t>on ben ?>reuffen r^ewfif et werben waren.-
9B%enb nun in foId[)er SBetfe bie Surg JCuIm au«
i^ren Ärummetn wieber emporjlieg, bemühte man fic^ Don
aHen ©eiten, iit SSefifeungen be6 neuen 85i§tlf)um§ ju er^
weitern unb bem S3ifdS?ofe 6(>rifHan fiir feine ®emu^ungen
um bie *&erbeiful;rung ber Äreuj^eere ©eweife beS ©anfeö
bac}ttbringen. SSor aUem gefc^a^ foId^eS imd) ^erjog Son«
mb wn SRafoioien^ benn er t>erlie() i^m erftltc^ einen X^eil
beS JCuImerlanbeö unb bie einßmaligen iSBurgen ©rubenc^
SBabafo, Qopvxmn, SBiffifa«, 6oIno, Studj), SlpjTn, ©lam*
bofi, SEurno, !Pin unb ^lo^^) mit aEen i^ren ©Jrfern
1) Henclii ab HennenfeJd Annal. Siles. ap. Sommersherg
Script, rer. Siles. T. II. p. 244- : Cnice signati milites in auxilium
contr» Priitenos undique evocati, qüos inter fäcile Principes fuere ;
Heoricus Dux Slesiae^ Wratislaviensisquc et Lebusiensis Episcopi
multi^e e nobilitate Polonica ac Silesiaca. Nee tarnen perdomari
ab eo exercitii Pruteni potueront. Bxovii Annal. Eccies. T. XIII.
an. 1220. p. 18I. Cgt. bte Urfunbe b« Dreger Cod. dipl. Pomer.
Nro. 5a. p. 106,
2) Dregef I. c. — IbU SJurg Jtutm pöttb bcmna^ fd^on (aiiöe
»or ter 2fnfunft bc« Orbcnö bo. Uphagen Parerga p. 313.
'^) lS\i\t% koirb burfb btc Urfunbe brt Dreger 1. c (}5(bfi wabrs
4) S>te Sbimen ber,md|lfn biefer Surdcn laflen (idb au4 in {c^i»
gm £)ctiiiamen im Jhidnifc^en (Siebiete no4 auffinben. (Srubenc
29*
452 SDa6 5tteu)^eer im Jtttdnerlatibe.
unb fonftigen Sube^itungen unter fierjoglicf^em obet oUu
(enli^em Steckte ^). 6t trat t^m ferner no(^ Ij^unbert 2>fos
fer/ jBeff^ungen unb erblid^^e ®runbfiA(te im Jtulmifdlcii
©ebiete ab^ welci^e jum Xb^il nm Jtu(m t>orfier ein Ofof
69ro befeffen b<^tte '). @Dmtt er^t«lt bai SiS^um itiibii
fdf^on eine bebeutenbe SRenge wn eigenen Seft^ungeiu
Stoiber ^atte im Au(mertanbe au(^ ber S3ifi$of t)on 9Io€|f,
SU beffen Aircfienfyrengel fräßet bi«fe Sanbf^oft ge^to;
me^re S3e{t^ungen ge^bt. Sr trat ffe ie(}t olle an bcn
JBtf4lof t>on Avilm ab 0/ Giftete aufierbem au^ üt^i^t
auf jegltdE^eS geijUici^e unb mlttid^t dUd^t, xotW^ er fonft
im ^ulmer(anbe gel^abt, unb übertrug biefrt aber baS gan)e
Jtttlmifclie ®ebiet an ben neuen Sifdiu>f wn f>reuffen *).
tft Oraubetti/ in beffen 9l&(|€ unbeiweifelt eine alte fßnxq flanb. Goln o
ift ha€ je^tge ^iln ctwad n6rbl^ ))on Jtutm an bet SESrKbrcI- 9> t n
unoerfenntltc^ ha$ je^tge ^ien, ^art an ber fS^et(^fel, n6rblt(( oom
Jtir^borfe Oftrome^fo. ISurno lag |^6d){l n>af}rf(^dnCt(^ an bemOttr,
wo nun 2Clt«S:^om tft nnb wo fc^on vor ber 2CnluBft bed Ottenf * cbir
alte (Burg geflanben |)aben m(^ 8t ud!) mbäfte ftogcwo nocb6Pfi<l() 9M
S^m fepn, benu bte beiben legten ^tXbtn M 9Umtai foib .^oliiM.
Sei 9t^\in barf nid^t an baö ®ebiet Soften in 9)ome/antei: gebaut
loerben; ba aber ein d^ntidfyr 9{ame im ^ulmifc^en nid^t sn ftnbea tfK,
fo m64te »o^ bie Seöart Jt^f^n in einigen Vbf^riften btefer Urfitiibe
ri^ttger fepn unb ha^ je^ige (Sa^n n5rbli(| oon Ofhrometio ben Ott
ber alten fBurg be^eicboen. ^öd^ ifi aiu^ m5gU4, baf e« eine fBut^
fft^fin m itulmifd^en .^b. SBgl. unten @. 456 9lot 1.
1) yyCiim yiir« duccdi in remiasioBem ^peccatoruin meonun
iiberrime donavi.*'
2) Son bie^n 2)6f|«m (äffen |t4 je^t nur aaferfl wenige wieber
aufftnben; auc^ lauten hit 9tamen in ben t)erf(^iebenett ^Cbrc^riften ber
Urfunbe fe^r t>erf(^ieben, wie fd^on aut einer Berglei^ung bei Dreger
1. c. unb in ben Act Boniss. T. L p. 63 ucb 269 beroorgebt.
3) »«Ut predicti episcopi Pnissie ad reedificandum castram Coi-
men bona Toluntas et consensus accedcref \^%t eS in ber Urfunbe
IDer bamalige IBifc^of t)on 9toc)f mar (Sef^fo.
4) jDdd dominium Culmense, über wel<l^e< bem fllifc^ofoen 9>Ioc5r
ba< erwA^nte S?e(^t bisher sugeffanbrn \^\Xt , wirb in ber Urfuabe fo
bejeic^net: Ab eo loco, nbi Drew^ansa de-PHissi« egreditur luxta
)Da0 f8x€t^um Xo(m. 453
3ii jotäfex SBetfe nf)xelt in 93tfc|^pf (S^vtfltan ie^t bie
ganje 3tnUni\i^t Sanbfcf^aft ju feinem btfd[^&f{td^en ^pven^
gel uttb e< entflanb nun erji iai etgentlid[)e Sidtl^um
ititim, loiemol^I bet SBifi^of an6) fortl^tn nod) fBtfd^of t>on
|>reuffen j^tef. iDie Surg Jtulm warb }ug(ei^ für U)n
itnb bte um tbn fe^enben ©etftU^en )um SBoJ^nftge be^
pmmt, benn bidfier l^atte ber nme 93tfd!)of nod[^ feinen
feften ICufentbaltöort gel^abt 0- Um biefem enblid^ aud^ bie
nit||i0en Sinfänfte ju {{((^ern, marb bur(|) ben «^erjog äon*
tab fetlgejleBt, baf ber ieberjeitige ^err ber Sanbfi^aft
SMm, mit XuSfd^bif ber SSefillungen bed a»ifd[^0fe|S, alTe
ata bem Sanbe gewonnenen Sintunfte mit biefem jur
^^{fte tbetlen foOe. £)er SSifcbof t)on ^loc}! aber trat ibm
ben ganjen Sehnten aud bem Sanbe ab, ied) alfo bafi^^r^
sog i^einridl^ t)on <S(bIeften ftdb Aber feine ^eftgungen nod[)
befonberS mit bem S3if(lf)ofe (Sfirifiian t>ereinigen foUte ^).
terminos Pnisaie in Ossam (btefed if! bic hfUify ©rfinjc bi< ö«*
gen 0traöbttcg ^tU/ bann an ben ^tdnjen |>ceuffend ^tn an bie Offa*
birp trifft gerabe auf b<e &tqcnh, too bie alten ^ulmif(^en ©rdn^burs
gen 9^loioen|, £)ftro»)iU/ Sßan)inO/ ^omatecf u. a. bie ßanbfd^aft
Staim OOn |)reuffen trennten ) et sie inferlus per 0.<«sam in ,Wis-
lam et sie per Wislam sursum usque ad Drewanzam (jened bie n6rbs
(ic^e, biefeS bie Wefhtd^e ©tdnje) et sie per Drewanzam sursum usque
ad locum^ ubi Drewanza egreditur de Prussia (fäbltd^e ©rdnge).
1) iDte Sßorte ber Urfunbe: Preterea in castro Colmensi euriam
propriam et eonventum qualem Yoluerit, [pse episcopus Prussie'
habebit» unb hit üon bem SBifd^ofe ^(^nflian erfi erbetene Srlaubnif
ium TCufbau üon Sbilm, mSgen 2Cn(aß gu ^er SBe^auptung (SSacjfo
S. L 6. 106) gegeben (aben, baf ^^erjog @önrab {t(^ Jtutm tt)teber
Sttgedgnet iaht. Wtb^iid) mdre biefed; aber ftreng erweidlitl^ ift ed
m<i^t. ^bä)fUn^ na^m er nur bie Sße^r« unb C^c^u^pflid^t ber SBurg
auf ft(^.
2) jDie ttrfunbe hierüber in Leibniu Cod. jur. gent. diplom. p.
6 — 8. 8engni^« ^otn. fiSibliot^. @t IV. Acta Boruss. T. I. p.
62 •— 65. »gl. 0. 268. JDreger Cod. diplom. Nro. 58 p. 106.
Dogiel Cod. diplom. Polon. T. IV. p. 2. (^iti TCudgug bei IBacjCo
0. L €$. 133. 2Cber beinah feiner ^n biefen TCbbrücfen fümmt mit
bem dnbern gana 4berein/ befonberS fuib mitunter bie 9tamen fe^r fe^s
454. S>a« a3t6t^ttm Jtatm.
VKe biefe IBefdE^enfungen an bai neue fBBl^um beftitigte
bann im folgenben ^al^re au(|^ ber §)a)){t but4^ eine SuBe 0-
@o n>td[)ttg aber unb v^ttbeilbaft biefe (Sewinne an
Sanb unb @infommen für bad Autmtfc^ SiStbu^ immtu
bin aucb fe^n mocbten^ inbem e8 in ibrem Seft^ feine
erfie f^fte ©tunbtage erbielt^ fo lag bodb etgentlicb in ben
fBefcbenfungen felbfl fein aOiUgtofeS Setbtenfl. S)a5 gan^
Sanb war ia ni^yte weiter^ al$ ein oi(b t>en9Üf}ete8, ^um
Zbeil fetbfi gan) menfcbenleeree ©ebiet ®eit slabten battc
bie 9ta(bgier ber ^reuffen in ibtn aOed jerworfen unb )cr$
ß&rt; faft aDe SanbeSburgen waren abgebrocben ober auU
gebrannt/ bie meiften Sbriften bunb bie feinblicben einfalle
loerfcbeucbt/ bie itir($en fSmmtlicb in ^dfutt unb @tcin^
baufen iDent>anbe(t SSa6 alfo wm «^erjog Sonrab fon>obt#
aU wm SifdEiofe t)on $loc)f burcb iene Cerfdbenhingen
afö eigener jBef!^ aufgegeben marb^ baS n>ar für beibe ges
wif f(bon (dngji ebne 6rtrag unb ebne SSortbeiC gewefen.
Sßett n)i(btiger war fär ben «^erjog ber ©ewinu/ ben er
gerabe burcb bie SSerfi^entung einee Zf)tiUi bti Aulmer^
(anbe$ für feine eigene @i(berbeit erlangte. (Sr gab eine
SSäße bin, vLm baburcb eine SBormauet för bie Stube feu
nei <&er)ogtbumd }u gewinnen,* benn nunmebr war e^ f&r
ben {Bifdi)of Gb^ifti^^n nicbt mebr b(ofi bie geijlige Xnpflans
(ung beS (Sbnflentbume / bie in ibrem ©ebeiben ju ftd^ern
war; ed waren nicbt mebr blofi bte beiben ibm fr&ber ge^
fcbenf ten S^nbcbcU/ we(£b^ t>ertbe{bigt werten mußten; ein
f&rmlicbeö jBi6tbum unb nid^t unbebeut^nbe eigene Se^
fifeungcn t>erlangten - je^t \>on ibm, ald eigenem oberften
lerdaft. jDad jDatum tjl öberaa Lonys anno 1222, Non. Augusti —
5. 2CU0. &att Lonys muf aber o^ne 3»etfel Lovys gelrfen »»erben,
benn Somit, fünf SO^eiCen t)on 9{a»a , »ar ju Seiten eine Slefibeni ber
(3r}btf(bdfe üon @nefen mit ttiitm er^bifdjjdfti^en €l4loffe. jDer (Sqlbu
r<bof oon ^nefen aber mar bei ber 2(ud|crtigttng ber Urfnnbe gegen*
n>drttg.
1) 3n ben Act. Borusj. T. L p. 271 — 273. Dogiel T. IV. p.
3. Sgl. 8uca< ^aoib ». n. &, 2S.
2)a^ IBi^t^um Xuim, 455
l^erni/ @td^etl^eit unb ®^ug geg^n ben l^etbnifc^^en Semb,
fe9 eS burd(^ femer IE)etbetgerufene Areu^lE^eere ^ fep eS auf
anbete Sßeife. ®et9tf a(fo l^atte «^erjog Sonrab feine 9le4)s
nung loo^l uberbad^t unb e^ mod^te tt)tn im @efulSile fets.
. ner (Sdfroid)t lein geringet ©ewinn fd[)einen, fein «^erjogs
t^nm butc^ iened Säiitffum^ fo meit eö ftd^ an feinen ©tan«
}en auSbel^nte/ gegen ben l^fltgen $einb t^om 9{otben l^et
gerabe am meißen gebebt )u felE)en.
S9Bäl()renb abet bie «Raufen bet ^teu}btubet aud^ no4^
im Salute 1223 im Sanbe lagen 0/ folgten bem JBeifpiele
beö «^erjogö 6ont<ib unb be$ S3ifcl[)ofee t)on ^locjf in bet
S3ef4»enfung beS fi3tfc|)ofe6 6^tif[ian aud^ no(^ manc^^e an^
bete. 2>et «f)et2og Sefifo t)on $olen, 6ontab6 S3tubet/
i^etlie^ i^m bad ®ut ÜRaIpmnon) mit SJJarft^ unb 3oIU
ftet^eit fät bie Seu>ol!)net ^). (Stucco, ein t)otne]S)met Un«
tett^tt be« »^etjogö t)on aRafot)ien, fd^nfte il)m baS ©otjf
SofTebube mit aUen 3ubell£)5rungen »). £et Stittet (Sf)riftin
bon @S)to8na t^etfc^tieb bem S3tfd^ofe feine beiben ©utet
Xatcl^omino unb ©tabcomo mit emigem JBeft^tec^te ^). TLm
xiimixd)tn Sage fugte biefet S3ef(^enfung bet |)eriog Qom
tab au(^ no(^ eine anbete äbet bie S)5rfet @))arnO/ Stubh
unb Sufcliino ]()iniu 0- ^ufletbem faufte S3if4)Df 6f)tiftian
1) jDaf fic^ aud) im Safire 1223 noc^ ein ^veus^cer in 9)reuffen
befanbf htwtifen bie Seugen s 2Cngaben in ten llrfunben t}om ^fugufl
btefed Sa^rel. @o ()rtgt ed in bet Urfunbc hei iixca^ ^aoib S.U.
6. 28 audbtä^(i(^: bie Utfunbe ft)^ gegeben „coram omni exercitu
cruccJignatonini. '<
2) Urfunbe in Act. Boruss. T. I. p. 273.
3) Urfunbe ebenbaf. @. 274.
4) Urfunbe hei tuca« JDaoib 85. II. @. 27. S^t SDatum i|t:
Bresno X Kai. Aug. — 23. Suli — 1223, coram omni exercitu
cnicesrgnatorum. SDiefe« SBreSno ijl wa^rfdfieinlid) ber fefige Ott
SSrspösno notb51l(td^ «)on Storn. ^eninad^ tt/ürbe bamali bad ^retigs
Vet bort fein «^eerloget gehabt ]()aben. ^dhe babei liegt ba« Äird^»
borf ®rono»0/ »eld^eö »iellei^^t ba« bem S5ifd)ofe gefd)enfte SDorf ®tob*
ccwo feipn fdnnte.
5) Utfunbe in Act. Boruss. T. I. ®. 275. ©iorno Wnnte ba«
456 Z)a« fBi^t^um 5tulm.
■
fettfi and) nod^ bie ®£tet Stabjtn — \>at naddmalige 81^«
ben — für neunzig SÜavf ®t(&et t>on ben Sorm&nbem
ber @hf)nt eine$ gewtjTen ^rtjitan }ut XuSt&fung ber SkU
$eln, bte für beffen ©efangenfd^aft ben 9>reufren l^atten i/ts
fUüt werben muffen *).
2Cbet audE^ nttt t>on tiefem fc^neDen Vufwud^fe bei et^
fien jBtöt^umi in 9>reufren w^^tenb bet Sa^rc/ in bene»
bie DilgetlE^aufen im Sanbe lagen ^ M unS bie ®ef<!^{4te
genauer belehren wollen. 2>arAber l^at jte ben Sturm M
JCrieged unb ber JKdmpfe ber itreujbrdbet ^egen bie ^ib$
nif4^en 9)reufren entweber gjnjli^ i^ergeffen ober wenige
flenS ber Xufjei^mung nxd)t mxtf) gefunbeu/ weit er o^iu
befonbere Solgen unb ^urloft t>oruberging. ßUM^t aber
barf man ani bem ®(i>weigen ber idueOen aud^ f^Kepen,
bafi bie $reuffen/ bie gut ger&jieten/ jiarC gepanjerten unb
wol^l geäbten Jtrieger bei JKreujei färdf^tenb, ft(^ im 8er;
laufe biefer Saläre meiji ru^ig loerl^alten unb bei etmantgeo
(SinfJUen ber Areu)brAber in t^re ®ebiete in bie iin)tt»
g^nglidE^en @d;^(u))fn>ineel i^rer SB^iber ftd^ geflü^tet '). @o
tritt alfo in biefer ganjen Seit fein bebeutenber Äamtf
unb teine grof e !£l^at aud^ nur irgenb bemerlbar ^roor.
^um aber ^att^ bai Areuil^eer nod^ im Sattfe bei
iCIr^borf @arno»o unb SRubfo bai ttma^ nbMi^t Itegenbe ibibnt!
awifd^en ^ulm unb ©rauben^ fepn.
1) Uirfunbe in Act Boruss. T. I. &. 276. SDie &^üt
Swebor unb Peierco. 3n einer fpÄtcrn Urfunbe (1231)/ in wd4«r
biefe JBell^ung bem Clrbcn übergeben »irb , ^ift jte ni<%t mhiin, fo««
bern predium in Rezin; fo in bem Original im ßeb. 2fr4i» «»b to
ben Act BoruAs. T. I. ®, 411. @ö f^eint alfo \>a$ 0ttt um bif
fBurd 8«9jin gewefen ju fepn , ©ieHei<li)t ba »o nac^Jer 8l^n «rbottt
mürbe.
2) Qinitlnti mag öorgefaHe« fe^n ; man Wnnte biefe« wenigfr«*
baraud fd^liefen, baf wn bem «^eete bed «^erjod« t)on G^leffen gefügt
»irb: ncc tarnen perdomari ab eo exercitu Pruteni polucrunt 3W»
lein au4 Suca« 2>aoib JB. IL &. 26 fagt f^on, ibhf er über bie
friedcrifc^en iSttmiffe ni^H Don fBi^^tigeett in feinen £lttcnto geftf»'
ben (abe.
;Da« SSUt^umJtulm. ' 457
3a^red 1223 baS ianb tyeriaJTen unb ^erjog QuanUptlt
wn frommem, ber eS mit «^filfe untetjlii^t ^)/ feinen @txe\U
^ufen über bie SBeidE^fel {urudgefäl^rt, al6 bte 9)reuffen/
burd^ bai «herbeirufen beS iCreuj^eered nur um fo mef^r er^
btttert/ bie n)i(ben Staubjäge Don neuem begannen. @ie
flärmten juerft abermaM in iai JCulmerlanb l^ineip/ aUa,
roai in ben wenigen Sauren neuangebaut unb n>ieber^rs
gejleDt war, mit fold^er 9Butl^ burcl^ SHauh unb ^euer t>er^
l^eerenb/ baf baS ganje Sanb wteberum n>ie iixx SBüjie unb
6in&be loarb '). S)arauf aberzogen {te aucb 9Rafoi9ien/ loer«
toäfteten bort bie Aird^en^ erfc^Iugen bie ^^rießer^ raubten^
nmd fte fanben, brangen o^ne Sßiberbalt bi$ ^lot^f, eu
ftiixmUn, ))(änberten unb loerbrannten bie @tabt unb Uf)Ts
ten bann mit SSeute belaben in bie raul^e «^eimat }urä(f ")•
S)er reicl^e 9laub aber lodte ba(b ju wteberl^olten Sinf^Qen
in «^erjog Sonrabd Sanbe. 3n)etl[)unbert unb funfjig JCir^
i^* unb ilapeUen würben gej^^lt^ bie in fo((ben Staubj&s
gen t)om Seinbe waren burcbplunbert unb t>erwäftet mor^
ben. Zm meib(i(^en @ef(f)Iedi)te würben bie fcl()redF(idE^jien
®rattfamfeiten unb ©ewalttl^iaten t>eräbt unb ganje Qä^M^s
ren t)on %xavim, Jungfrauen unb ^inbern in bie ®efan?
genfci^aft binweggefu^rt. ©eijllict^e unb aRindE)e fanben ftetS
ben iammert)oniten Sob ; ^tonnen epUxUn bie wilben ^ftrie:;
ger i1)nt Seibenfd^aft ober trieben i^ren ®pott mit il^nen *).
1) 2>tefe< ^tf^t aus ber Urfunbe M ^ev^oq^ (Sonrab in Act Bo-
nus. T. I. @. 275 j^rvor. 3nbeffen ifl (aum gu glaube»/ baf <Suans
tepolc. unb fein SSruber ^rati^lao eigentlid^ mit gum ^reug^eere ge^6rt
baben. 6ie unterfhl(ten btefed tt>a()rf(^etnli4 nur bur^ einen äuge*
fft^n «&üif«(Kiufen.
2) Anna]. Monatt. Oliv. p. 11. £)rbends(Sbron. ®. 23 (aXfCt.).
Set Ifa/iAaeuj p. 692. Suc a « >Dat) ib JB. II. €(. 30.
3) euca« jDaoib SS. II. @. 30 — 31. )Dte Orben^siS^ron. 6-
23. Dlugoss, T. I. p. 628 fe^t Mefen (SinfaU untid!)ttd in bad Sabt
1222. jDamali foOen bte |>reuffen auc^ burd^ eine «&ülfsfd|)aar au«
Cittbaaen untetfU^t worben fepn; Kojalotvicz L. III. c 62.
4) Dusburg P. II« c. 2. Annal. Monast Oliv, p.ll*
458 SSebtängniffe aRafooten« buc^ bte ^ceuTren.
Unt> btefe« fuvä)ti>an Ungläcf, btefeS 6Ienb unb biefen
Sammer t>om Sanbe ab}un)e]^r(n, n>ar «perjog Sonrab »e<
ber burcl^ feine ^xU^^ma^t, noä) na6) fo oft f^yon mtebe&
Igelten ®))enben an ben habgierigen ^einb auf eine anbere
SBeife irgenb mt\)t im @tanbe. aSon aUtn feinen Sanbrt^
bürgen unb fonfligen Sefeftigungen xoax if)m ^nUlit nur
noöf bie fefie Sße^rburg $(oc}{ an ber SBei(i)fe( }um fude«'
ren TCufentl&alte übrig geblieben 0-
@o bradS^ unter fd[^u>erer JBebr^ngnifi unb l^artem iiU
ben beS SanbeS baS 3a^r 1224 an, aber o^ne irgenb eine
'K\x^fid)t jur 9iettung/ ol^ne ein fr^ftigeö ÜRittel jur biOi«
gen ^Befreiung t)on bem wilben Seinbe unb in ben bama^
ligen IBerl()dltnifren ber 3eit^) and) ol^m bie «^opung,
ba(b ein neueä JKreuj^eer nadS^ 9)teuffen f^erbetjunifen.
Sßire inbeffen biefe «Hoffnung au4^ mtnber id^toaö) unb
fc|)n>anfenb gen)efen/ fo fal^ bod^ ^ifd^of G^riflian, mie bor^
bem ber j8ifc|)of 3(lbert loon Siolanb^ auc^ balb tkt ein,
bafi in ber tt)ieber^)o(ten •&crb6ifü()rung t)on ^reuj^erwi
burd^auS fein bauernbeS «^ei( unb feine fiebere 9lu^f {u
entarten fep. Sßeit {wedPbienlidE^er mufite xf)m U6 WlittA
\d)dnm, weldE^ed biefer 93ifd)of oon Siolanb ergrifen ^tU,
wenn er fal^^ n)ie toeit bie IBefe^rung uttb bie S3ent(iigitn0
ber ßioen bur4> ben bort geftifteten Slitters£)rben MSliU
ter^2)ienfte8 6^ri{li bereits mxtlid) f(()on um biefe Bett
gebfe^)en war, wenn er ^)inblidfte auf ben ritteritc&ett
Äamj>f, ben biefer üon Skig ju 5Eag heftiger aufioa#nb(
iDrben nun fd^ou jwanjig Sal)re binburd; für bie Sert^i'
bigung, wie für bie Snüeiterung ber Äir^e in jenem
ganbe gtfampft l^atte. 2)a flieg in ß^riftian« ®ei|f ber
©ebanfe auf, einen afenlidS^en 9iitter::ßrben für bie 8«^
tljeibigung ber neuen Äir4)e in Dreuffen unb jur 7[fm^
be« na^m »^eibeni^olfe« t)on feinen unb «^erjog ßonrob«
1) Dukburg P. n. c. 2. 3. Örbcn« * öftron. bei MatAaeus l c.
eucad jDaotb fß. II. ®. 30 — 31.
2) Ißdl- Seaumer a. a. &. SB. m. @f. 3&3 — 384.
fBebccitigniffe a)tafot>ieit« bntd^ bie ^reuffeit. 459
ianbtn }U fttften. Skx «^rjog/ bem et btefen @ebanlnt
mtttl^cttte^ griff ben ^lan mit t>ieler Sreube' auf unb t)ev»
fpxai), iu befiett VuSfu^ntng auf aQe SSBcife mttiun>trren 0.
jDa Q^fdfai), ba^ gegen baS Snbe bed 3al^red 1224
ber |)a|># *^onotiud bet dritte ben in bet ®efd^ic||te be<
StorbenS fo beraumten SBilfielm bon @ab09en/ bamaU
Sifc^of bon SRobena/ einen in Sad^en ber Six^^ unb be<
SlaubenS eben fo eifrigen / atö in £)ingen be$ SBeltlebenS
bewanberten / biel erfal^renen^ U^t gebilbeten unb fenntnif«
reitl^n SRann, in berf^iebenen firc^^Ii^en ®ef(^aften, ju^
nac^fl auf bie Sbimn be$ J93tfc(^ofeS Hibtxt bon git)Ianb/
.^rauf in bie norbifd^en Sdnber afö pa)>f}li4ien Segaten
fanbte. @eine «^auptbemu^ungen betrafen jwar bie Uns
orbnung be# fird^lic^en SBefenS in Siblanb/ wo er ^ä) bei^
dalb auc&IingereSeit aufl&ielt«): ba er inbejTent)om'?)a))ile
ben auSbrädUcl^ea SSefe^t fyittt, auf feiner @enbung a\i^
|>reuf[en ju befuc^en^), fo begab er ^d) and) in biefeS
Sanb^ xodfix^^einlid) in baS £u(mifd^e ®ebiet, unb ber*
n>eilte bort bei bem SSifdE^ofe (S^riflian fo lange/ bap er bie
f>reufftfd;e Sprache erlernen fonnte; unb aW er biefer fo
x»€it funbig war, bap er jtd) fu^lid) in i^x berjlinblic|) ma*
eben tonnte/ bewog er btele au$ tum l^eibnifc^^en SBode
bur(^ feine jwedEmafiige JBele^rung gur 2(nnä(me beS ^xis
flentdumS unb äberfe^te bann and), tokroo^ mit bieler
Shi^e/ ben 2>onat/ biefen Surften ber ®xammatxt, in bie
1) Sucad ^aotb S3. II. @. 6 fagt anöbtiicetid^/ unb auö) aixt
ÜMMsburg P. II. c. 4 tft Rar ju fe^n, baf ber erfic (Bebanfe aur @tifs
tang eines £)rben6 oom Sif^ofe, ntc^t aber, n)te mand^c fpdtere
G^nftfteHer woSen/ üom «^erjoge audgeaangen fep.
2) 2>ie ooSfidttbtgfle 9lad|)n((ft hierüber giebt «^einrieb ber
Itttt p. 172 seq. Sg(. aud^ RajrnaUL Annal. ecdes. an. 1224.
Nro. 3H. an. 1225 Nro. 16.
3) S$gl. bal einreiben beö 9)a))fle0 in RaynaJd. 1. c an. 1224,
Nro. 38 unb in Gruber Orig. Livon. p« 265. WO * namenttic^ unter
ben Sdnbern, tt>ei4c ber SBifc^of befugen folUe, aud^ Samlandia genannt
»irb; bamaU no(( oft hvt SSenennung für t)tettfren.
460 CSttftuttg M &rbett6 htv Stkttt^SBt&hn Dott iDoWn.
f>teuff{fcl(^e Sprache/ n>{e e< f^^eint ium ®e6rau(^ in 64u<
Uli/ in n>eId(Kn Dreufftfdfie 3ängltnge untemd^itet rnntbeti *>
3n biefer Seit nun, atö bev ))ä))jilid[)e Segat im Aob
merlante bei bem Sifd^of @(»nfl{an tyenoeilte/ a(fo im 30^
laufe M SabreS 1225 war e$ I^Hfi »a^tf^einlict^, bof
biefer unter bem Seiratbe unb ber SRitoirfung be6 Segos
Un feinen |)(an jur Stiftung eine6 eigenen SRttter^iOr?
benS auSfä^rte '). 2>ie (Erlaubnis beS 9^pfta ^Uiu, mm
1) SBfr »erbanfcn bicf« tntereflantc 9la<^r((W bem AWerici Chron.
p .527, n>0 ei (letft: In Prutla ▼ero, quae est ultra Poloniam elal-
tn Pomeraniam Episcopus Mutinensis Guillelmus miisns a Papa
Legatiu ingenio et sapientia sua , non fortiiudine multos paganoi
ad fidem attraxit^ et linguaia eonim ex maxima parte dididt In-
scper principem artis grammaticae, scilicet Donaium in illam bar-
baram linguam cum maximo labore transtulit; erant autem boc
anno in illis partibus quinque tantunimodo provinciae paganoruiB
acquirendae, ista Tidelicet de qua agitur Prutia, Curlandia, L«lbo-
nia^ Withlandia et Sambria. jDer SR5n4 ^Clbent^ \t^t hW 6«'
bttog M Legaten vmc erft in bad Sa^r 1228 ; oMn H ift Im 3oei<
frt na4 ben eigenen Briefen bed 9apfU$ ^onoviui III. (ber am ISta
flSSdr} 1227 f(^n |larb ), baf bte ^Senbung ind Sa^r 1224 ober wnl^*
ffeni in ben 2Cnfang hei So^red 1225 fJidt, tooräber ^einrt^ ber
Cette p. 172 seq. £)jfenbai: wrwed^felte ÄlbericJ mit ber »fiBreife W
0ifd^ofe6 IB^r^etm feine gtätheife, bie na4 Godefrid. Monach. p.
296 im Sabre 1228 erfolgte, benn biefer fagt in bem genannten 3a^:
Eandem etiam excommunicationem postea ligat (legatus) pro m^
quod Episcopuni Mutinensem ae Pnitia post legationera suam rc-
deuntem dicti fautores Imperatoris Aquisgrani ceperant et capiiun
detinuerant, magna quantitate auri oblata.
2) 2)ie SefKmmuttgen ber C?(»rontfien über bie itxt ber e^ffm
ftnb fe^r unffd^r. Dusburg P. IL c 4 gtebt Ui feiner (SxfiVm
ber 0a(^e gar feine 3eit an. euca« SDaoib S. II. 0. 6 f^wanft
^tt unb ^ unb ift in feinem gan^ (Beriete Aber hvt C^tifhing M
}u irrig unb t)ermtrrt/ M baf er trgenb eine Stimme abdcbes
fbnnte. & liegt an ftci fd^on in bem ganzen Snfammen^na ber w^
folgenben Creigntffe, bof ber Crben nod^ »pr bem 3a(re 122§ gefb'pft
flMr. jDiefe ünnai^xat beftdtigt aber au4 Dusburg P. U. c 5.» inten
er fogt, erft ex quo Tideret, quod fratres milite^ Cbrisli P«r <^""^
ad boc inatituti non proficerent in bac causa, fiabe Gonmb 909
Ckifteng M £)cbnt« Ht {Ritter sSSrAber t»on iOobirtn. 461
^e itginb nit^ig toat, l^atte tyteKetd^t ter i^^t fdf^on mit
ans Stom gebracht ober er erteilte biefelbe traft feiner
9tUma^t. JDffenbar aber M Stfd^of (S^tiftian bei bem
(Entnmrfe }ur SSerfafung unb SebenSweife btefe$ iOrbenS
auf bie SBräber be« Slitter« jDienjleft 6bri{tt in git)tanb
(in ^) unb webbeS SRsfier lag x1)tn n>obl n^ber bei beit
glädlicl^en €rfoIgen/ wehbe biefe fär bie Sertbeibigung unb
Cnpeitenmg ber iCircbe in ii^lani bereits f^yon bewirft
botten ! jDemna(b n>ar l)te SBerfaf^ng unb Siegel beS Sem«?
petorbenS an^ bei biefem neuen £)rben bie e{gentli(ibe
(BntnMage beS ritterlicben SebenS. äBie anbermirtft bie
fromme fBegeiflerung ber Seit fAr aUa, tvaS @(bu(} unb
SeYtb^ibigung bed ©laubenS f)ui, bie fcbon beflebenben
getflHcben 9litter «j&rben ^k^lid^et Xrt )u großer jBl&tbe/
9te4^t unb Umfang gerabe in biefen Sabren aufkrorbent«
Ii(( emporgebobeu/ fo fanben {icb ba(b burcb 6onrab6 unb
iS^fiiaxA SS^ilbungen aucb me^re ta)>fere Siitter, mel(be
flUaToDten an bte Untet^nb(un9 mit bem ^Deutf^en Orben gebockt.
9tan Qtf^a^ aber btefed leitete f^on im Sa^re I22ß$ nr rnnf atfo bte
(Stfaf)K\xnq, baf ber neaerric^tefe Orben gur IBert^eibigung nid^t ^iii«
teU^, um biefe Seit f^on gemäd^ ^aben. St aber ber £)(beit ni^t
früher, a» 1225 QtfüfUt morben? iDie G^roniflen geben aaerbtngd
eine früi|ere Seit an; fo Schau p. 16 fc^on bad 3a(r 1222; ebenfo
Henelii^^ab Hennenfeld Anual. Siles. ap Sommersherg T. II. p.
244. Annal. Mon. Oliv. p. H. Dlugoss, T. I. p.,631 fe(|t bte mif*
verflanbene SSecufung bed $$d^»erts£)rbend attd Ciofanb menigflenl
f4on in« Sa^r 1224. 2({Iein mir fdnnen biefen oerfc^iebenen d^roniflt
f4en Angaben fc^merlid^ ml trauen, ba jte alle nid^t üon ber Stiftung*
emed neuen iDrbend, fonbern oon ber ^Berufung Ut ^c^mertsSSräber
an^ eiolanb fprec^n, unb (i^^er M etwa in ben Xuögang bed Sal^ir^
1224 ober in ben IBerlauf bed Saferes 1225 (dnnen mir bie ®tif^ng
1) Dtuburg P. n. c. 4 fftgt att$brfi<ni(l^: ber Orben fep gefttftet
mmebeil ad modum eorum^ qui tone m partibiu Lironlae fiierunty
«Ab 4^et3og CTonrob nennt bie neuen £)rben<sfi3rAber£ra^res imJitatuii
ooBtn Pnitenos more IjTOBieiui; Urfunbe in Act. BoruM, T. I.
p. 396*
464 Ztt Ctben bet 8tHtec«S9rftbec tio» Deirin.
S>d nun ber Ißau bet 83utg balb fo »eft t^oDenbet
n>av/ baf bte £>tbmi « 9{itteir in t^tcn SRauem &f^ tinb
®i4)etl^ett fanben^ ^rxöfUn fte tf^ted £)rbenS{Rtt^ au^
burc^ jXfyiUn §u begr&nben^ fielen 6fter in bte nirbH((KQ
Steile bed Stnlmi\ä)tn ©ebteteS ein , um bte Dreuffeit^ bte
(t^ bort l^te unb ba feflgefegt/ aM bem Sanbe ju bettiei«
ben. 3(re Aä^n^ett unb feder Ttni^ trieb fte felbfi btt
nadf 9>omefanien binab äberaO t>om ®IädFe begleitet unb
fte bracl^ten nid^t feiten an Wten\äfen, SSie^^ unb fonlUgem
®uU betrJc^tlidS^e ^eute jurttcf ^). Die ^reuffen befretn^
bete 2(nfangd ber feltfame JCnblid biefer Stifter unb ^tuifU
fte juruc! in \>a6 £)unfel ibrer äß^lber. 3e ifter aber bte
n>unberbaren Krieger }u Staub unb ^l&nberung iit M
Sanb fameit/ um fo mefir erbittert unb gereift ftimmelten
fidb bie $reufien gu einem m^d[^tigen .^eere unb braitgcB
bur^ ba« Aulmerlanb l^inab^ um bie fiSurg ju t^entidiMv
100 bie 0iitter (aufeten. S)a bie iDrben$«S3rdber ben tnf
}ug beS flarten «^eereS t>emabmen/ entboten fte fcfineD betn
«^erjoge, baf er eiligft feine ganje SRannfd^aft farnmeb
unb il^nen ju «^ulfe f omme ; ibre 3abl fep gegen ben mi4«
tigen S^inb t>iel ju fc^wacb; if)mn bro^e ber unt^ermeibli^e
Untergang/ feinem Sanbe fd^^redlicbeS »erberben. 3n grificr
(Eile ma^te ftcb ßonrab mit feiner ganjen Xriegimacbt
auf unb ba bie 9)reufren im Aulmerlanbe ftdii im |)(üinbeni
unb Stauben verweilt/ fo gelang eß il)m, fiä) mit ben Sife
ter^SSräbem loon £)obrin ju loereinigen unb bem itrieget^
f(b«oarme beS Seinbeft entgegen ju geben. Sr fanb i|n in
ber ®egenb/ mo naclimaK Strasburg erbaut warb *)* 2)ott
gef(^a^ ber 2Cngriff. X>U £)rben$ :: Stitter fianben an ber
aedificavit castrum dictum Dobrin , de quo ipsi firatre« poste> dt
Dobrin fuerant appellati. 3n einem anbem SRfcr. M Du^^burg (»0L
®ef^icbte bet ^tbe(^fen*®efeaf(b. @. 257) beipt ti bagegen: Ew ^^w
dedit castnim Dobrin edificandum. Sucad S)aT)ib S* H. 0* 7*
1) eucttd SDaötb SB. U. ©.7.
2) eucad jDaoib S. U. @. 7 — 8.
Öd^Ud^t bei ©tra^bnrs, 465
&pili^ Ui SBafbDif^en ^tmi mb leiteten bie «*Ia(^t;
mmo^ fU ober bie ^xie^ima^t bei •f>er)i>s« mit beffer
jtt^ orbnen berjlanben, aW bie S>teuffen bie irrige, fo
»flirte bod^ ber Mutige iinb graufe Stampf jwei wUt
S^Äge Vtnhntd), benn feiner woHte »eid^en; jeber burflete
na^ Steg. 9Iur (Einern gebrad^ ed enblicb am fRutbe in
ber aJruft, am »ertrauen auf ficb felbjl, am minnlicben
®efä]^(e feiner Sftigenb. ©a8 war ber »^erjog bon 5Wafos
t>ten. »erjweifelnb an bcm ©iege ergriff er bie Slu4>t;
tbm folgten au^ feine im XampU ermäbeten unb gefcbwic^«
Un i(rtege^aufen. 2>a war fein SEBiberftanb /mebr mogIic|^.
Äle iörben« ^Slitter bi8 auf fünf waren im ©treite gefaU
Im ttnb faum bem Sobe entrinnenb lebtten biefe wenigen
in ibre fi3urg )urud(. S)aS .«^eer be« SeinbeS aber eilte
ben ^Adj^tigen nad^ unb umlagerte bie fBurg, fo baß bie
fHitttx, obne «Hoffnung jur gntfettung^ pbne JKraft unb
Wtxttel ber fBertbeibigung, bon «junger unb S)urft gequält,
unter Xngft unb 9lotb ^^ Unm in ibren äRauern balten
fonntem Aeiner bur^e fiä) aui bent SBurggebege bert)ors
wagen / benn fo tubn war burcb ben @ieg ber Seinb ge^
werben, baß au6) naöf bed grbßern «^eereö 3(b)ug t)ier bis
fünf 9>reuffen bit unter bie f&Iauern ber SBurg nocb oft
beran^rgten unb aUei in 3(ng^ unb @dS)red(en festen ^\
®o traurig unb nieberfd[^lagenb war baS iooi, mU
i^ ben ta))feren 9ttttem Don S)obrin glei^ in ben erflen
Sagen tbreS S)afe9n$ gefallen war. 3war loerweilten bie
wenigen £)rbeni?Sräber nod^ mebre Sabre in ibrer SSurg,
#etd bt>ffcnb/ ibre 3abl werbe flcb bei ber etwanigen Un*
fünft einei Areugb^ereS wieber' balb t)ermebren unb ber er^
littene SSerlujl erfe|t werben'); «^erjog 6onrab aber unb
. 1) Dusburg P. II. c. 4, 7. 8uca8 SDat)ib ö. IL ©, 9,
2) Ucber bie 9iaö)xi^t M Suca< IDauib SB. IL 0. 9 unb an,
besft iSfyconitUn, baf bie 2)obrinerf»tflbec uacb Biotanb auröcfgegan,
aen fe^tt unb bie Surg aufgegeben baben foden — eine 2CttnabntC; bie
an^ in aUtn neueren ®ff(bt(btr(breibem yrrufTcn^ Glauben ^funben
L . 30 ^
466 a}iad)t bei SStra^bucg.
ber $ßff(i()of (S^riftian Ratten feft jenem uttglädtld^en Xamif^
aVi \f)x SSertrauen unb t^re ^opung auf biefeti 9litUtf
f)rben imfgegeten *). SBie fonnte erwartet werben, baf bte
fo Fletne 3a^l t>on SXtttem in turjer äett aud) nur irgeiib
jlarT genug jur Hito^x ber tagltd(^ me|^r unb me^r brofietu
bcn ®efa(;ren I^erann>a4)fen werbe? 66 erlofd^ aber in htU
ben au4^ noc^ ber lefete Sun!e biefer «^opung, wenn ffe
auf bte bontaltge ©ejtalt ber 2>tnge in 2)eutfd^Ianb fal^
unb e$ bei ber aDgemeinen S^^tigfeit unb bem aufetor^
' bentlicl()en Sifer beö 9)apfleß, toorerfl nur affeS in ber Sl^ri«
ftenl^eit fär bie grofe JCreujfa^rt in§ SRocgentanb in SSts
wegung iVL fe^en, gewi| fär ganj unm5glid(^ galten mn^Un,
je^t a\xä) nur einige irgenb bebeutenbe «j^eer^aufen t>on
^reujbräbem nad(^ ^reuffen l^erbei)üfäl^ren. Unb bod; wat^
feit ienem unglö(fli4)en S£age bei Strasburg bie 9letf) unb
SBebringnip immer ^6)xeHxö^tx, benn baö fecfe JBoK ber
|>reuffen erneuerte feine Slaubjüge mit feiner alten Seutes
gier unb SSerni^tungdwutb ni^t nur öfter wieber in8 StuU
nterianb unb bi9 weit na^ SRafoDten biuein ")/ fonbem e*
überwog t)on 3eit ju Seit mit feiner Slaubluji felb{i bie
naben ©ebiete t)on Sommern unb befc^iaftigte aucb bie
gÄrjlen biefe§ 8anbe6 mit bejl5nbigen g?bben»
9>ommern nimlidf^ war feit einiger Beit )u ben fheuf?
fen in ein ganj anbere§ SSerbaltnif getreten. Ferren bie^
fe« 8anbeö waren um biefe Seit ÜReftwin«, be« fc^on fx&l^x
erwc!()nten «^erjogS toon Sommern, @6l^ne &nanttpok,
®ambor, Statibor, unb SBarti$(a)) <). 3>iefe Srttber battcn
^at — pnbct man hie SBibcrlcgung in Ux ermÄb»t«n ^fb^onblung in
meiner ®fWt(!) tc ber (SibedjfensS/feUfdi). ©. 262 ff.
1) Dusburg P. IL c. 5.
2; eucQd )Dat>ib SB. II. ®. 10. Otne alte C^romf and ber £)r:
benCaett fagt: ,,£obam unb ^olmerlanb bt< n>aö otitö xotft^, er ben bt)
bruber bcwtfd^eö orbcnö quomen pn 9)rufen.''
3) Ueber bie fon^ fo »erwirrten c^ronologtfciben 85e(hmmungen bie*
feö Srb«^«« J>« ®efcl^i(^te ?)ommem« tfl gu t>erölei<ben Lucas de bel-
lis Suantopolcl Ducis Poraerao. Regiomont. 1823 unb meine Bnttt*
s
9ommetn0 {Bet(i2(ttisfre ju ^reufren. 467
fk^ fit bie 8anbe bergelialt g^t^ilt, ba^ ®uante)>oIC/ ber
(Sfftgrbetene, baS @ebtet befaß, weld^eö t)om Speere unb
ben ^(ufFen SSt>)>et, S3ra unb ber 99Betcif)fe( umfdE^IoJTen
wirb ^). ©einen SBo()nft^ l^atte er auf ber alten «^ofburg
)u 2>aniig/ »eJl^alb er aud£) oftmaU f(|)le(l^t]^tn «^err ®uan^
tepolc t>on S^anjig ober «^eriog bon^^anjig genannt warb').
2)ie läbrigen ®ebtete beS SanbeS befahlen bte bret lungeren
jBrdber/ alfo ba{l ®ambor feine Sßo^nburg ju &ubefow
ober SpubefowO/ Stattbor bte fetntge %\x SSelgarb ^) unb
aSartiSlaw feinen *&offt<| ju Wtmz ober ©pntew ()atten^
tittb nac^ btefen {Burgen {t(i^ meiftend au(|) benannten 0-.
lieber bte beiben ]&ngften S3r&ber Statibor unb @ambor
führte ®ttante)>oIc eine ober^rrlicbe $Bonnunbf4iaft; fo
^tte eS ber alte «^erjog SReftoin t)erorbnet/ benn als btefer
bem Sobe nal^e toar, rief er bie @&lfine Dor fein &ager unb
vaxpW bem iltefien @uante)>ok )unJcf^ji feinen SBruber
@ambor unb beffen SanbeStl^il in feine Pflege unb feinen
6(^u^ auf iwangig Sa^re 0« «^tenac^ verwaltete «^erjog
@uante)>olc von £)aniig cMi ben gr&ften X^eil be$ $otnr
f[on btefed aeMcgetien Sßerf(^end in bcc 8et))stg. Sfterat. 3eit. 3a^().
1824 Nro. 306 — 307; wo ^uglei^ au^ We abwld^nbe ©(Jrefbart
M 9tomend @fuantepolc gecec^tferttdt ift.
1) Dr^ger Cod. diplom. Pomer. Nro. 39 p. 72.
?) Dre-^irr Nro. 77. p. 135. Urftttttc bei Cuca« 2)a»ib ». IH.
(S. 5. 2(tt(4 !ommt I90r Princeps de Danzig.
3) Dreger Nro. 7?, Urfunb« im ge^). 2frd)itJ/ 0d&ffbl. LV. 3nr
tPfUen ^tft bte Sarg oudf^ Stpnbefom.
4) Dreger ibid. Urfunbe im Fol. 9nt)tlegten Dom Q,vXmtX''®v
biet p. XXVII. II. Im gej. Xr«».
5) Dreger ibid. Lucas de beUis Siiamtop. p. 57.
6) 3n 3eugent2Cngaben ftc^n f!e in folgenbec SUd^e: fßarti^Iao,
eambor, unb SRattbcc. SieOeic^t gilt biefe golge aud) in mücefid^t i^«
cee TCttere. $EBartid(ao war wentgflenS na(^ 0uantepolc beif dUere; f.
Suca^ 2)at>ib SB. UI. IBeiU @. 4. 2Cber «attbor m6(j^te »obl Alter,
M Gambor gewefen fepn.
7) JDic Urfunbe bei Äoftebue 85. I. ®. 398. Äanjow ». I.
®. 227.
30*
468 ^ommecne Sßtvt)iitnx^\t tu ben^teuffen.
mert[4)en Gebietes im £){!en unb gerne nannte et ^ ha^
f)ex a\xd) ol^ne befdjränfenbe äöejeid^nung * „ «^erjog t^tm
?)ommern 0- " 3)ie ©efd^jc^te aber nennt ibn faüm sunt
erflenmale, alS er foglei^) wit freiem unb feflen ®etfle
attf'tbrer Subne t)af!e(;t. @tn ®ebanle gebt bun^ fein
gangeS Seben binbur^ unb biefer ©ebanle erfuOte febon
je^t feine ganje ©eele^ bemegte aUzi ©innen unb 2)enfen
feinet großen ©eifieS unb bejeicf^nete aUe feine &d)xitte.
di wax fein anberer, ali unbef4irän(ter <^err unb freiet
Gebieter be6 ganjen hftU6)^n '})ommerntanbe8 }U fepn. Son
9>olend £)berbenfd)aft über Sommern tonnte ie(}t f^on
gar n\d)t mel^r bie Siebe fe^n*). 2Cber fcbon in ben erften
^a\)tcn fetner Slegicrung befreite er baS &anb aud^ »iebet
t>on ber «^errfcf^aft £)anemarlö/ melcf^er fein SSater fü^
batte untergeben muffen. SSon SBalbemarS/ bei 2)anif(^n
it&nigS ©efangenfd^aft in feinem Unternebtnen fel^r begun^
fligt/ bertrieb er bie ^anifdfz ®efa|ung axxi ^n^ig unb
jog aU freier eigener *g)err in feine ©urg wieber ein *).
3n ienen 3abren aber — 1222 unb 1223 — , M
' bie Äreujb«^re gegen f>reuffen l^erbeijogen, fc^^Ioß fi6f bie^
fen jum £am))fe gegen bie «Reiben auc^ «^erjog Suatite^
))o(c mit feinem S3ruber 38artiS(ab an, beibe an bet
@)>i6e jweier nidi^t unbebeutenbet «^eer^aufen. 2)a btS ba«
bin jwifct^en beiben Sla^banjolfern, fo biel wir wiffen^
griebe^unb SRube geberrfi^t })atU, fo fcbeint e6 (ftrijHicbe
Uebergeugung unb bai ®efub( cbriftUcber ^^i^t gewefen
}U feipU/ weites angeweht burdE) beS ^ap^a 6rmabnung
1) @o nannte ffch €Sitantc))olc fd^on in ben Üttfin Urfnnbrn unb
wie werben fpäter Tcb^n, baf roI(9fö ntd^t ebne ®ranb def<bab- i^dl-
/>rirÄ'<?r Nro. 39 p. 71. guca« JDaoib ö. UI. öett. Nro. I. ©. 5.
5Co6e&ue S3. I. 0. 402.
2) ißQl (<Ser!en) ©ränbltcbe 9tocbri(bt oon bei «^ogeo oon
^ommecn SDiinjigcc 8inie 0. 9 — fl.
3) Peiri Olai Eiccrpt. .ip. Langcheck X IL p- 258. Jan«
eoiP SB. I. ©. 228,
^Pinmern^ Sler^altntfff )u ben ^ceuffen. 469
^ie <£>er)09e )ur Sl^eilnal^me axi bem Ateujjuge gegen btc
^iX>mid^n ^reuffen bewog/ benn eine fromme ©eftnnung
im ®eifle ber Seit Ratten beibe fd^on oft bewiefcn 0- 2(U
lein feit biefe «^etjoge im ©ebiete ber f>reuffen, ,mit ben
Saffen geflanben/ faben aucb in ibnen biefe le^tem bie ge«
fo^rltc^en unb feinblic^en iRacbbatn^ welche auf ibre6 ®lavic
benS unb ibrer ^reibeit Untergang bebacbt waren. Unb eS
»arb ibnen nicbt t>ergeffen, baß fi^ im Slacbbar ben greunb
Aufgegeben, um ibn im ferriber fommenben Sbnpen ju
^ben. 2)enn faum ^attt ba9 ^reujbeer, in feine Sdnber
betmfebrenb/ bie ©ebiete am Sßeicbfel - @trome toerlaffen,
aK im ©ommer be§ Sabre« 1224 ein großer «^eerbaufc
aus |)reuffen, meip ouö 9)omefaniern unb ?)ogefaniern be^
ftef)en\>, über ben @rJn}s@trom ficb' nad) $ommern
^tiU, bas &anb xotit unb breit mit Staub unb SBranb
t>erbeerte/ Aber ^anjig binaud bii ium Alofter £>li^a Dor^
btingenb biefeS ct^&xmU, bie 9R6n^e gefangen unb unter
ftf^recflicben SRißbanblungen nacb ^anjig fubrte unb bort
oOe um 27{ten September mit graufamen iQuaalen ermor^
bete ^). 3Bir ^6ren nirgenbö, baß bie 9)reufren bei biefem
9laub}uge bebeutenben ^iberftanb gefunben, n)eber baß bie
SMttet be6 3obanniter:!£)rben§, bie in biefen ©ebieten
9>ommemS ibre ^eft^üngen batten, jur ®egenn)ebr aufge::
fianben fepen, nocb baß «^erjog @uantepoIc feineS SanbeS
Xkrbeerung am feinbltcben 92a4^ban>oI!e ju racben gefucbt
babe, au4^ nicbt tinmai, baß biefer S^rß ficb mit bem
gleicbbebrängten «^erjoge Gonrab t)on 3Rafot)ien jur fßc:
{Impfung 'beS gemeinfamen J^einbeS t)erbunben ^abe. SRur
fo t>ie[ erfabren mir, baß, to&t^urib er bie gefcblagene SBunbe
feines SanbeS toieber ju b^il^i) d<;fu^t unb baS aufgebrannte
Atofier £)Itt)a balb nacbber burcb bie Seibülfe frommer
0penbcn feiner SSruber wieber aufbaute % feine «f^offhung
1) Dreier Nro. 59. p. 71* Schutz histor. rer. Pruss, p. 13.
2) Amial. MonasL OIW. p. 11. Schütz p. 32. 8tt€aöS)a)>tb
fi. II. @. lo.
ö) Annal. Monast. Oliv. p. 11. iDer bamaltge 2Cbt be^ JtIo|lei'b
470 9ommern6 93et^i(tniffe ju beti ^i^^uffeti.
jur SBcjil^mung beS nafien SeinteS au^ auf bem £)tben
ber 3txttzt t)on ^obrin gerul^t ^be, benn et fuc^te ha&
3(uffomnien unb ©ebeil^n btefeS £)rben$ au^ baburd^^ ju
befirbern^ bafi er t^m in feinem Sanbe unbefd^r^fte S^eu
I;ett ertlS)eiIte/ t^n in feinen befonberen ®^u^ na^m unb
iebe S3ele{bigung unb ä3eetnträd^tigung ber S>tb0nisfftittn
in feinen ©ebicten preng uuterfagte. *)•
«^erjDg ßonrab loon 9Rafot)ien l^atte bereits feine «^off?
nung jur Errettung Don ben JDrangfalen U6 ^äjibawoVta
auf eine anbete ^älfe gefegt. 2(u§ feinem eigenen &inbe,
burc^ bie jSBei^älfe ber na(^barli(|)en Surften/ bon bem bid
jur iDl^nmad(^t niebergefc^Iagenen i&rbcn ber Slitter Mn
2)obrin/ nirgenbS um i^xi ^er n>ar gegen ben 3ammer ber
Ser|)eerung unb 6r&bung feinet SanbeS ^ilU unb Streik
tung ;u erwarten. 9lur eine f^arfe, immer im Sanbe i>ers
n)ei(enbe unb fort unb fort mit ber S3ef2m)>fung ber ^U
ben bis )u i^rer lobDigen S)emätl(|igung befc^dftigte ArtegS«
maö)t tonnte 93efreiung bringen loon bem (Slenbe unb ben
^ aR&l^falen beS SanbeS, bte bisher faji iebed 3abr meber«
lebrten. 2)iefelbe Ucberjeugung tl^ieilte mit if)m ber IBis
fdg)of S^ritltan> ber mit jammember @eele feine f^&ne
^ief (St^iiv. (Sine @(i^funglurfunbe M «^erjog^ €^amlbor — f. bei
Lucas de Lellis Suantopold p. 51 vtnh tm Oü^inal tm 0e^ ICni^io
au Mni^tibnq ^d)kbU LV. — tft außerbem auc^ noc^ ba^urc^ merfs
to&rbig, baf ber «&er}oo fie mit bem sigilfo fratris Floreadi magUtri
fratrum Calatraviensium in ThymaTa beffegeln lief unb aufec btcfcm
au4 no<b ein Siegel mit bem Silbe ber SOeada unb bee 3efud»iCinbe6,
nebf! ber Umfd)rtft siglllum fratrum Sancte Marie in thimaTa baron
befin6li(b ift @nbii(b finb unter ben Sengen au(b bret fratrcs de iby.
maya genannt. Qi gab alfo bamali in bem Orte Simau iwif^^n
9^en>e unb 9?euenburg eine eigene IBdlberf(ba^ bed £)rben< Don ^afa«
troDO, von toeldjtt aber ade anbere £lueUen gAnjliilb [(bmeigen.
1) jDie Urfunbe bi^räber ftebt M Sto^ehru SS. I. €^. 402 unb
im 8ucad jDaoib S3. III. IBei(. Nro. L, mo «^enntg ganj cicbtig
bemerft, ba$ Ite nic^t, »ie ^o^cbue tbati auf ben 2)eutf(ben Crben
iu f>eiiet)€n ifL €Sie ifl ebne 2Cngabe M Sabreö, mu( ahn im 3abrf
12:>6 ober 1227 au^getieSt fepn.
SuDecftc^t )ur ffUttun% burc^ bett £eutf<^en £)cbett. 471
9^ii)ttn8/ baS SSBerf fo mancliet £)))fer, fo man4^er mu(|€s
DoDen Safire, in ben ©tütrmen bet Seit fafi g^lnjlic^ n>ie5
ber Dcrni^^tet/ IS^ter DoIItg vertreten unb ausgerottet/ bort
«oemgjlend uom naiven Untergange bebrol()t fa][). £a warf
er einen @ebanfen in be6 «^erjogS @ee(e/ ber, als er nadf^^
maU atiSgeful^rt tDar, aUe ®efa()ren/ bie bem ^rieben ber
Sanber unb bem @ebei^en beS Sb^fient^umS itof)Un,
befettigte, bie ©c^iicffale ber »6lfer im SRotben auf 2a^r=
(unberte fiinauS beflimmtC/ fafi cXiii ummanbelte unb um«
geftaltete^ n)aS in ben IBaltifd[)en ©ebieten auf ber IBilbung
ber ganjen IBergangenbeit rul^ete, in feinen ^oigen für bie
ganje ©efd^idf^te ber (Suroipdtfcben ST^enfd^b^it t>on feinem
&Uxbli6)tn ;u beregnen ift: — eS n^ar ber ©ebanfe; jum
Srieben unb jur Slul^e ber Sanbe, jur fi3eid(;mung beS
na^en f^eibnifd^en S^einbeS , jur 2(n)>f{aniung unb ^üm ®e$
beiden beö ©laubenS an ben Sriofer unb jum unerfd^iätter«
ticken TCufbau feiner ^irdi^e ringS in ben Sanben ber ^d^
ben ben £)eutfcl^en 9iitter::£)rben J^erbeijurufeU/ beffen gro^
fkn SReifier »^errman üon ©aija ber äBifcbof frul^er^in in
Italien fennen gelernt \)atU. SS n>ar fonber 3n)eifeC ber
gr&fite @ebanfe/ ber je in 6E;riftianS @eifie ettoaö)t ijl;
aber freiließ al()nete bamalS feiner / waS bie Sal^r^unberte
ber Sutunft an i^n anfnü))fen n)urben. SSSie ber S3if(|)of
&ftifiian, fo bere^inete \f)n ber »^ergog Don üRafotoien nur
für bie Sßotl^ unb ®t^a1)x ber ©egenn^art/ nur für bie
9iettung ber Sanbe t>on ben SRtil^falen beS S£ageS. Unb
nur in biefem @inne griff «^erjog 6onrab ben ©ebanten
mit Sreube auf. £)odS) audf^ in feiner S3ered[)nung für bie
®efal^r ber Gegenwart »ar feiner fo^ n)ie 93ifdS)of (S^rifiian
im (Staube / biefen ©ebanfen flar in feinen Solgen ju
bur4)benfen. (Sr. fannte jenen 9litter::i&rben in feinem
friegerif4)en ©eifie, in feiner 93lutl^e unb SRac^t, in feiner
ganjen £)rbnung unb Sßerfaffung. 2(ber er tannte anä)
wie fein anberer bie ganje SebenSweife / bie^enfart/ ben
Sbarafter, bie SBerfaffung, bie ÄriegSfüirung, bie Sieligion
unb bie ©itten unb SBrindf^e beS SBolfeg, gegen wettfieS
472 3ut>erfi(^t suc 9Uttuttg bucc^ ben Seutft^ jDtbeii.
iener jDrben Stettung unb Stu^ bringen unb in xod^i er
Durc^ {IS)n bie ^eirne eblerer SRenfdt^Iic^leit nieberlegen
foUte. 68 mar t^ieQeicf^t um biefe Seit, ftlS ber 9i{<<>of
bte totc^tigflen Säge t>e$ SebenS biefe« Solle« , n>te er tB
bur(l() Umgang unb langen TtnUntpalt (ennen gelernt, in
einem eigenen SBerfe' auf}eic(^nete ^), um foI(|)e« bei ber
XuSful()rung feine« ®eban(en« ju benu^en.
^ie 2dt 1)at biefe« Sßerf nic^t bi« auf unfere Sage
tommen (äffen unb ba« eigene SBort be« ßi\öfofi i^ fAr
un« t>erf(ummt; aber ju f)>ateren ß^ronißen ^t er bur^
biefe« SSSerE über ba« alte SSoIE ber ^reuffen no(|^ felb^
gef)>ro(|)en unb fo burc^ biefe i^n jum ^ä^rer ne^menb,
fo weit er un« je|t ntdf bte «^anb bietet, moKen wir ba«
gefammte innere ieUn be« SBoIfe«, fo t)iel e« ^ im 2>uns
fe( ber Vergangenheit nod^ äberblitfen I^ft, in ben wic^^
tigfien äfid^n nacf^jeiclinen.
1) Sßtr «etioeifen auf tini^t nä^etre 9tad^rtd!|tftt über bteftf unter
bem Sttel: Libej Filiorum Beb'al be!anttte SSetf auf bte Setla^
Nro. I.
%^ tt $ ^ ap ittt
W ffnb bte SdS^eibeia^re eine« alten ©laubenS im ®etfle
b<6 {)eibent^um8 unb eineS neuen ®(au6en$ im ®eifte
Ui &)angettumd/ an beren Tiblauf wir in ber ®efd|^{(|)te
9reuffend jeigt loemeilen; — in bem ganzen bisherigen
Stben beS fBoUeS fonber 3n>eifel bte toicbtigfle unb bebeus:
tungSooQjie 3eit; eine Seit, Don xoAö^zx an aUti nun ficb
^nberte unb bemanbelte, toai hiSI)n in irgenb einer .^in^
{tc^t ber 9latur biefeS fßotXei eigen toax unb fein .eigen«
t^dmltcbe« SBefen bejeicbnete. 9>teuffen« Soll tbeilt mit
ben eitlem anberer S^nber ni^t iai &d)id\al, ba^ ber
Stamm beS SebenS, tvie er im Ttbtanfc ber Seiten f{d^ im
(Stifte beS fBoReS fe{igewurjelt unb in ben SBer^^ungen
urtb SerjtDeigungen ^iner SSerb^ltniffe ausgebreitet ^atte,
aud^ fir fp&tere Seiten fteliien blieb unb baö Gbnjientl^um
nur M eine geifiige Sereblung feiner 9latnt auf ft^^ na^m,
um bie frif^e Sugenbtraft, bie in bem &tammc lebte unb
wtrtte/ ber neuen berebelten fBl&tl^e ^nm Serttrtebe/ }ur
<Sntoi((etung/ jum ®ebei^en unb ^ur Steife fcb&ner SrA^te
(Uiubtittgen. '(&i wucbS in Dreuffen nid^t, roie in anbem
Sinbent/ auf bem in ber SSerfaffung, im ©efe^e, in ber
SebenSweife, in ®itte unb &pva6ft auSgefprocbenen iz^
benSgei{le M SoUed ber neueingepflanste ®laube beS
(EbtiftentliumS in baS alte, ibm sugebrad||te unb bur4^
Sa^r^unberte feftbegrinbete Seben l^inein unb gab tl^m
474 Snnere^ Seben.
einen ebleren ©^araftet/ geifttgen Xbel unb ^i^reu
®d)tonni; fonbetn bte^ ©d^tcfrale, bie t)on nun an bem
SSolfe 9>reuffenö bet)or{lanben/ rtffen ben alten @tamm M
Sebenö fo iiniUi) mit feinen SBurjeln auS bem Seite
au^, bur(|)bra(|)en unb vernieteten bie bisherigen SSerl^ilt^
niffe i^n^^ alten &eben6 bergeftalt/ unb wanbelten alM,
xoai in ber SBetfaffung^ im ©efege, in bet SebenSioeire ^ tn
ber @)>ra(^e unb in @itten unb Sbxanö^en buxd) bie 3et^
ten ^erangebilbet voax, fo ginglidl^ um^ bafi mit bem
neuen ©lauben bed Sl^tijient^umS aud^ baö ganje £ebcn
in allen feinen^ @rf(|)einungen unb SrieugnifTen fi6} t>&atg
ueu gefaltete.
TCbtt bet gewaltige .Kam)>f/ ben e8 foliete, e^ baS
ftarle unb traftige Sali biefen alten Stamm feine9 S?b€iiS
batniebenoerfen lief unb bet Umftanb/ bafi roit iai Soff
biSl^et nut meiji in feinen SSerAl^tungen mit bem Xttfts
lanbe, in feinen SSetbinbungen mit StemblingeU/ in feinen
iKtiegen unb ^el^ben mit ben ^ad)ham, wie vbtt^anpt nur
in feinen Set^dltnifTen nac^ aufenfiin ^aben lennen lernen
ihnntn, madft ti notlS^wenbig/ baf roit ie^t am Xbenb fei?
neS ^eibnif(l()en &eben6 nod) einen 93li(( rucfmdrtS toerfen
unb ben ®ei{i betracf^teU/ ber fu|) In feiner burgerlid^
iDrbnung unb Serfaffung/ in feinen ©efe^en, in feiner
Ariegöfttlirung/ in feinem inneren frieblidS^en Seben, in fei-
ner SEl()2tigfeit unb im l^^udlid^eii ^Betriebe/ in Sitten unb
fBxinö)en unb iti bem ^hd)fttn unb ^eiligfien / xoai ber
SRenfc^ in fidf ixi^t, in feiner Sieligion geoffenbart ^t
SBbl^er aber bie reinen %axhen für biefeS S3tlb/ auf
baf e$ nidS^t blof 8eben erl^alte unb burd^ ®eifl jura
®eijle fpred()e/ fonbem and) innere SSal^rldeit unb Sreue in
ft4) trage? 92ie |iat einer an& bem SSolfe felbf( über fein
CoK gef)>roc|^en. VBiei, xt>at wir an £luellen jur ®ef(|»i4»te
bed älteren 9)reu{fend beft^en, ift weber in irgenb einer
aSeife t)oa#kbig, noäf \>büi^ iut^ert jf{tg , weil ^dli nur
feinblidl^e ^6)baxn ^ie unb ba ^einietner Säge beS inneren
SebenS erwähnen, t^eilS nur fpjtere (Bft^niften, befangen
3nnere6 Seben. 475
in ben IBegttffen unb ®itten i()ret Seit, ttnbetannnt mit
ber ©efcbid^te anbetet SB<er, boK <^af unb min(|^tfc(^er
Sera4)tung aKed beffeii/ toaS ^eibntfd^^ jj^iefi unb t)on einem
Sl^riftent^itm ersrifen, n)el(be6 eine geredete SSärbtgung,
beS SebenS l|)eibnif(^er S36l{er unm6gUcb madiU, einiget
Don ben inneren Sebenötoerbiltniffen bet $reuf[en an^m^
jei^nen bem&^t gen>efen ftnb. Unb \>oä) ift ber ©efd^i^^ti*
fct^reiber bei feinen ^orf^ungen über beS SSoIIeS inneres
@ti(I^&eben nur aUein auf biefe trüben, entfernten, nic^it
feiten entgeifligten unb ermatteten/ oft ^kViad) bie SBa^r:^
beit ber ®ef4)i(|)te entfteUenben £IueUen bingen>iefen. (Sr
wiQ ani bem SBerle be$ 93if(bofS 6briflian f(l^&)>fen; aber
et tann ti nur brei 3a|irl^unberte naä)iet ani einer £luelle/
in roel^t jene frul^ere £lueUe ubergefloffen ift unb nad^
bet TLxt unb nadi^ bem Snbalte , xoit jened SBerl in ben
®efcli^i(bt$bäd^ern SucaS X>a\>iU unb @tmon ©runau'S
nod) t>or unS liegt; er ifi auf ben £)rbenS$(S^roniftenS)u8:r
bürg ^tngen)iefen ; aber wie wenig toerflanb biefer eine ge?
rechte Sßurbigung bed l()eibnif(i)en SiolM, wie t)ie(e8 war
}u feinet 3eit fdE^on ))ergeffen unb untergegangen/ wie we^:
mg war il^m bie alte Seit befannt unb wie. oft Derfannte
er @tnn unb fi3ebeutung beS SOBenigeU/ wa6 auö alter Seit
noö) öbrig war! @o bleibt 4i bem ®ef(|)icbtf(breiber nur
mh^lid), SoIgenbeS al6 bie ©runbsuge ober bie ©efialt beS
SanbeS unb aber bad Seben beS Sollet in alter 3eit ^inr
jujeii^nen.
©eflalt beS ganbeö.
^6x^nUä)t Crbnung unb Serfafuiid.
iDie Teilung unb ®etrenntl()eit beS Sanbeö in einjelne
8anbfc|iaften/ beren (gntpel^ung wir in frul^^erer $ext fdf^on
erwähnt/ beraub and) ie^t nodi^ fort unb eö {tnb noc^ bie^
felben SBenennungeU/ mit benen fte bejeic^net toor unt
476 , 2)a« Jtulmerlanb.
Hegen. &6)on in alter 3ett würben elf btefer Sonbfi^f:»
ten ges^^lt unb bur(& bie 9lamen: J(u(merlanb, |>omffas
« Tiien^ 9>ogefanten, SEBarmten ober (Srmlanb, SZatangen, Sar«
tieit ober SSarterlanb/ ®altnbien, ©ubauen, @amlanb, 9la<
brauen unb @(^alauen unterf(|)ieben 0- l^^^^^^ it)^^ S^^
gränjung. Sage unb ®eftalt tfl und Sold^nbe« überliefert
löorben.
Aulmerlan b.
, S£>ai J(ulmertanb war ba$ unmittelbare 9la(bbarlanb
9Rafot){en8/ t)on welchem e6 bie 2)rewen} ald ®r2n}{Iu$
trennte. @eine wefllidbe ©r^nje bilbete ber SSSeic^fek
@trom, ber e8 fäbweflltcb t)on (Su]at)ien unb norbwefllicf^
t>on 3)ommern fcbieb. Sm 9{orben f(|)nttt eS bie jDJTa wn
ber S:anbf(|)aft ^omefanien ab '). 2)aneben aber biente
aud^ bie fcbon eno^bnte gro^e 3Ba(b ^SBitbni^ iur @rdn|^
fdfäbe beiber Sanber, wtewobl fte ftcb in unbeflimmbater
9tid^tung unb 7(u6bebnung in bie ©ebiete beiber Sanb?
fd^aften hinein erftrecfte '). ®en £)f!en ging t>ai SLulmtxs
lanb um biefe Seit eigentlicb nur biö an baS Ufer ber
^rewen}/ wo fte t)on 9leumar( unb (Strasburg l^erab nac^
®olub fiieliet. 3m ®egenfa^e ))on i^m nannte man baS
8anb ienfeit« biefeJ SluffeS fm ÄHgemeinen f)reujfen ♦) ;
fn befonberen {Benennungen aber granjten bort ba§ ®ebiet
bon S&bau unb bad S^nbc^^en @a{fot)ien ober @affen. 3n
weiterer VuSbel^nung ge^irten fie beibe / gewifL wenigfienS
t) Dusburg P. lU. c. 3. eucaö 2)at>ib fß. I. @. 60 (f. Oiae
{(eine ICb^anblung übet bte S^amrn b» 8anbr(()aftfn , bie mir ttf fp6^
ter ins ®fbd4tni$ aurAtfdcfe^rt ifl; ftegt im 9)reufr. Sempe 178a
Öuart. IV. e. 639.
2) 0on btefcr ®rAn^ i^ frü^r defpro^en.
3) Dusburg P. IIL c. 12. Solitudo, quae fuit inter temun Po->
mesaniae et Colmenaem. (Sine anbe» (S^ronif nennt fte duerUim
inter Poroesaniam et Culmensem terram. (nca< jDat>tb 0. II.
©.77.
4) SDaoott ber Semd« in bet ttcf unbe bei Sif^ofl oon yiöcif f
oben €f. 452 Vmnecf .
©a« Xttimertattb. 477
in dxöai fpiurtx 3ett^ nod^ mit )um Jtulmertanbe unh
a rief bann btefe Sanbf^^aft fort 6t6 an baS @riln)gej[»iet
®ölinbien§, b: ^. bfö gegen ^ojenjfein unb Mcibenbarg *).
SDa§ Weine Sonb ©äffen, früj^erbin in feiner gögc fo mbu
flimtnt, flieg im SBeflen an baS Söbauifc^e ®ebiü unb l^te
feine ©ranjen im Slorben am 2)ren)cnis©ee bei iOfterobe;
im ©üben am 9toman^@ee bei ©ilgenburg unb gen iDQeit.
an ber SDrewenj *). SBie biefe« 8dnbc|)en an feiner «urg
1) 2)af baö ©ulmers unb Söbauertanb iufammenqel^btttn, tag
f4on in Ut 04enf ung M ®ehieM von 85bau an hm Slfd^of ^rk
fftan unb erbeut au(| aud bem ^tptome hei Staifni ^tithvi^i lU
f. Dreier Cod. Pomer. Nro. 65. p. 118 unb i>atttnod)i V..ttnb
^' l>reun: 0. 273 Dgl. mtt Dusburg P. II. c. 5. ^Dwfer (JJroniH
Si^t f!e bfibe in ber ©teffc P. III. c. 3. aud) aH (Sine «anbfe^aft W*
benb auf. SDaf beibe immer nod^ neben einanber genönnt merben,
ftrritet ntc^t geßen hxt Annahme, hai |te ©ine «anbfc^aft bilbeten," benn
eeosrap^ifd^ n>aren fle eigentlidb immer au fe^r getrennt, aH baf ftc$
i(re 0rdnaen (dtten oerlteren fdnnen. (So blieben alfo immer 8anba«>
biete, aber in C^iner eanbfcgaft. 3n folcber weiten 2Cudbebnung morb
au4 boö Sinbc^en . ®affen ober ea'fTooien mit sur Jtu(mtfc^en 8anl^
fil^aft gerechnet, wie ed benn nadjmafö au^ mit in , bie Jlulmifd^e 5Dt6s
cefe geborte. Dreger Nro. 352. p. 463.
2) gör bie »efKmmunfi ber fcü^in fo jweifeÜS^aften Cage bie«
H Canbeö €Saffen '^ eine Urfunbe Don aB3id)tidfcit, in wetcber hei tu
nem Streite be« Birc^ofd «gerrmann t)on Jtulm mit bem 8anbmet^
Gonrab @facf megen ber (S^rdnjen su^if^en 8bbau unb bem 8anbe <8lafs
fcn biefe (Srdnjen in folgenber 3Crt be^eic^net werben : A primo tcrmi*
no, qui est super Driwanzam, ubi in ipsura fluTius Griselancs in-
finit, per ascensum ipsius fluvii ascendendum consensimus usque
ad vallumy quod Sasscnpile dicitur in yulgari ad nos (sc. Episco-
pam) integraliter pertinens, a quo dirccte usque ad Campum
Mole (ba< ie|ige ^ir^borf !l]?ä(^(en ) et abinde directe usque
ad locum, ubi fluvius Raranite scaturit sive oritur, deinde .yero di-
recte «uper flurium Wykaram, ubi lacum Roraan inikiit (tiefer
lettcte lag bei ®Ugenburg). ^Die Urfunbe, m Sabre 1303 abgefaft,
^ im f ol. «^anbfefl. be« Jtulm. 8anbe< p. X. Sßie ungewiß man
in früher W^ aber bie tage biefel 8anbed gewefen, erfie^t man au<
^etttteberger in berSanbtafel SSorrebe p.3. ttnbp.436. yrdtoriu«
e^attbi^ne S: I. €(. 191. 9ti4t ju oerwe^feto i^ mit biefcm 8anbe
478 ^ai Stixlmttlani,
©affen^^ile — ©affenftutg ~ fdne befonbete ian\>tiUftt
](Kitte/ ^UUtidft bte SBol^nbttrg feinet £>bct^tm, fo wann
anif ba$ ®ebtet Don 8(baU/ befonbert aber baS eigentliche
Jtttlmerlanb f4^on in bamaliget Seit beindbe ganj ange^
fuQt loon fo(4^en festen ^Bürgen, beren Btotd t)ot allem be$
Sanbei ®i(|)erbett gegen bie naben feinblidl^en §}reuffen
xvar. X(8^bie nambafteffen n>erben und genannt bie SSuvs
gen Sinlm, wabrfcbeinK^^ Don ieber bie <&au))tIanbeSburg,
©tubenc — ©raubenj,. Solno — Sthln, 9in — ?)ien,
Äumo — SKborn, SRud^ — Slogowo, Sipipin — ©jpn (?)
ober 9lb«ben, £)fe4>it)o — iDrjiecbowo, 3ablono»o — ®af
blonowo/ SBiStfae — SSieironS, ferner SSabdfo, Qopxincn,
®lambofi, ?)locb, 9)o|loK!o, SBelfe, SReDir SBobroftp «. o-
9){e^re foId;er IBurgen lagen in bem bftii6)tn Xfytik beö StuU
merlanbeS gerabe in ber ®egenb Don wober bie ?)reufTen 6fter
in baffelbe einiufaUen )>flegten; bort ftnben wir {»ifcl^en einer
Steibe Don ©een^ welcbe bad &anb befcbu^en b<t(fen, bie
93urgen ffianjino — SBonbgpn/ bti bem ^ircbborfe Sem?
berg am @ee; iOjtroDitb ■— ßflrowitt, ein Äir<bborf in
föblicber Slic^tung Don äBif(IE)of8n>erber ; 9)lot)enjo — f)lo*
wen}/ dn ^ircbborf unfern Don £)jtrowttt an einem
<3ee; ÄoDalero — Äowale!^ über 5?Ion)enj am nbtblis
(ben X^iik beS @ee$ ^). Wtan^t biefer IBurgen mbgen
ii)re @runbung Don 9>oIen unb ÜRafoDten aM erbalten
baben, feit baö Äulmerlanb ber ^errfcbaft ^olen« unb Wta^
foDiend untergeben toav, ba man burc^ ffe bie Sanbfc^aft
gegen bie riuberifcben Sinfille ber 9>reu{fen bewebren unb
(SofoDten bie Burg @affot)ten im ^^alavLiJd^, Dusburg P. Ui.
c. 182.
1) G. bie Urfunbe bei Dreger Nro. 58 unb in ben Act Bonus.
T. I. p. 62; aber an beiben Orten ifl fic xd^t gan} ooHpftn«
big. 2Cu(^ ffnb in ben 3fbbrü(fen bte 9{amett sunt Zi^il fe^t t^erfUhn«
vatlt, felbfl in otten 2Cbr(f)riften oft fe(^r unri(bti0. .^aber i9 H ni^t
m6gli(^f aSe genannten IBurgen in blutigen £)rten wieber außufin<
ben. 9)tan(be m^gen na(^ ibrer 3etfl6rung du(b nie toieber aufgebaut
morben unb fo bie 9tamen untergegangen fe^n.
9>oiiiefaitiett« 479
ben im Sanbe »o^nenben (S^rtfim an i^nen ft(!^te Su^
^ud^Motte sebcn »oDte 0* anbete aber m&gen in ifyczm
VIter n>«it |f6^r/ üteOet^t in bie äetten bet ®ot^n hinauf::
feigen unb in i^nem 3dl|)r^unbette erbaut fepn/ i>on iDel-
äftm t9tr fru^rtiin bie @age I^aben fprec^n ^6ren '). Se^t
fxtüidf waren biefe Surfen aOe gerfKrt unb ba5 gan)e Sanb
mit bem ©ebiete wn ibbau wie in eine SB&fle berwanbelt^
anß webl^er aOeß^ waS (l()rifili(b war, ftc^ (linweg geflä(|)tet
^atte. (Sin bebeutenber S^eil biefeö Der&beten Sanbed war
Gigent^um M J(ulmif(|^en 93ißt^um$; ein anberer ge^irte
no(|^ bem *£)er)oge bon 3Rafot)ten/ obgleich er fär i^n (aum
n»d^ einen SBert^ l^aben fonnte.
Domefanien.
9l&rblt(^ an baS Aulmerlanb grintte bte {Weite Sanb^
fdJKtft ^omefanten/ t)on jenem burdl^ bie £)ffa unb bte SEBalb?
SBilbniß getrennt '). ®en 9ior6en bilbete ba« grifc|)e ^aff,
wie gen Sßeflen bte Sßeid^fel t^re ©rinjen. 3m £)ften lief
if»r ©ebtetbt« an ben 8(uf @Ibtng, ben Traufen ::@ee^
bann in geraber JRtcfitung am gluffe ©trgune — ©orge
1) jDaf [(l^on lange 3ett C^riflen im Jtulmerlanbe wo^nti'it, be«
joigt bie fäpfUic^e fBuUe M Breuer Nro. 160. p. 246, fo »ie eine
anbete IBuIIe ©regoriuö IX, bfe totr an ihrem Orte mittf)eilen »werben. .
2) 8uca« iDaoib ». I. 0. 74 — 75. Äulm loirb audbrärfH^-
M hamM erbaut genannt unb offenbar tfl biefe SBurg fe{)r alt unb
(Sot^ifc^en Urrprungö. @elbft i^v ^amc beutet bärauf ^in. S3ei ^ulm
»ntbe bamall auc^ fä)on bie SBurg ^otterberg erbaut, wie 8uca$
£>ai>ib a. a. £). bezeugt; f!e »urbe fp&ter gur Seit bei Erbend »ie«
ter aufgerichtet/ f. Busburg P. HL c 46. SÄanc^e ber obigen »ur»
gensS^amen finb Itc^erlicft (5'otbifd), fo 3. 85. S?pjin, wie S^efien, SWefen/
bad 0canbinaotf(^e Risar, Risaland; f. Rasmussen de Arabum Per-
caniinque commercio cum Russia et Scandinavia. Ilavniae 1825.
3) IBon biefer SBalbsa&ilbniß Ceitet Ofiermeper m |)rettff.
2empe 3. 1780 6; 641. btn 9{amen |)omefanien ah% medjs, medüo
ba4 ^ola, ber (Baum-, po-medziani Ztwtt, bte an einem ®zWyt wo^^«
nett.
480 q>omefanten.
— ^inanf bt§ an bte ©ff« / fo bafi bte ®ebiete t>on (SfyA\U
bürg iinb Shefenburg nodS> innetl^alb biefet 8anbf<f>aft lagen *>
@ü umfaßte ffe , wenn glet^ minbet grofi aW baS Jtulmer*
lanb / t>o^ etnen jtemlicb bcbeutenben ganbprtc^, %btx ein
großer a;^eiI?)omefanien6, befonber« in ben n5rbli<!b^n ®e^
genben ber SRteberungen, in ber SladS^barfc^aft bet SSeicbfel
unb ber Slogat, war jut bamaligen Seit wegen ber jabU
reichen Seen unb Sumpfe unb wegen Jfterer Ueberfc^wem»
mungen ber ungeji^tcn ©tromc S"«» ^^^^ fl^wi w«*^
wobntO, jum Ä^eil wenigpen« minber tollrei^^ aW an^
bere ®ebiete ?)reuffenö.
SaSir treffen aber l&ier juerft auf eine ®rfc|^einung, bte
fafl in allen 8anbf4)aften ?)reufren8 wieberfe^ret unb noife
Karer b^rtoortreten w&rbe / wenn bie flueOen mö)t fo un^
lauter unb trübe fl6fren. 3ebe ßanbfd^aft |>reuffen8 jerfiel
wieber in einzelne Heinere SanbeSt^eile , einjelne tCeine
®am, Territorien') t)on ^alb fleinerem/ balb griferen
Umfani^e^. meifl n(:tcb ben «£)auf)torten ober na^ ben Sam
be$burgen genannt ^ bie in ibnen lagen. (Edifl faum )tt
bezweifeln / baß biefe eingelnen SanbeStbeile ober fletnen
(Saue bie S3e{t|tbumer ber t)ornebmeren Sanbeöbewobner ober
ber fogenonnten Sblen be$ Sanbed unb bie Sanbedburgen
beren SBobnft^e waren. 2)aß nicl^t bloS in fruberen Seiten,
wie wir fcbon erw^bnt baben*), fonbern aud^ in biefen
1) ^i€ hmd^e CSrfinse ^omerantend tp{rb auf btrfe SBetfe üidU
bur^ CT^ronüenr. t^Uö burd^ Urfunben befHmmt; f. Du»hurg P. IIL
c 14. euca< )Dat)tb S3. I. ®. 73. «ßennebetger iBatibtaf. 6.
a57. 2)terer erwi^nt iebocb filfc^Ud) ber ^^UU unb ber 2>retO€ii| M
®rdn2f{öf{e ; bte crflere flof fd^on in ^ogefanien, bie (entere mar ®rdBa«
f[tt( Swif^en ^Imerlanb unb SOtafofien. T>\t f)ie^ gcb^rigen Iti^ons
ben ftnbet^man in gaberd Xbbanblun^ Aber bie Sbeilung yomefa«
nien0 in ben aSeitrigen gur Jtunbc |>reuffentf S. III. 6. 331 |f.
2) eucaö IDaoib IB. V. @. 81. S^g(. meine ^efdftid^te 9)(arfen*
burgö e. 32.
3) Go nennt ffe beftinbig Dusburg, mie »ir in oiddi etelfrn
fe^ loerben.
4) SSgC. nHi0 oben Aber ben aietfeberi^t »ulffians geTagt i|L
ypnrefanten. 4SI
3a(id^nbetten wie in 9^mzfan\tn, fo in aOen attbetn iaxAs
f(|dften ein t>omel^meret &tan\>, eine Xlafft 9on SanbeS«
ebleti aber bte itxohWi^e SRaffe bet ianMhmo^mx tm»
poxxagtt, liegt Kar am Za^e. ttnb ivorin anbete ^itte
^ bei einem Solfe, wtlöfzi fcbon feit Sabrl^unberten ben
SJert^ be6 ^tcfetbaueS lannte^ bet Steic^tbum unb^ in bem
fHüdftfyumz bad ffb1)ext Stnfeben, baS b%te ®mi<l)t, bet
bib^te ®tanb/ ber 2(bel mebr geigen {6nnen^ atö in gr&:
f erem Sanbbeftge ? @d waren alfo biefe (Sblen bei SanbeS
bte reid^n ©utdbeftler/ bie «Ferren ber Keinen ®ane, ble
Sigentbumer ber einzelnen &anbeSt^ei(e ber Sanbfcbaften.
Tbif ibten SBurgen wobnenb n>ar il^nen ba$ äbrige ärmere
So(f i^red ®avia aia eigen unb bienp^^flicf^tig untergeben^
xoxt fte benn felbft toieber ben SanbeJifurfien ober ben SteifS
nnterworfen waren.
@oI4>e eble, üomelS^mere ®au ::«£)erren fafien au^ in
Domefanien ^) unb wä) biefe Sanbfc^aft war in \ol^c San?
be^tbeile ober ®a\xt getlf^et(t. %l& fotcbe werben erw^bnt
ba§ ©ebiet ^on^CIpent/ wo nad^matö ba$ erlE^abene £)rben6s
^aui SRarienburg erbaut würbe ^); baß ©ebiet f[>on Stefim
ober Steffen/ t>o'n einem befonberd rußigen unb tapfem
J^egSt>oIfe bewol^nt^ t>iellei(|!t bie 9ladt)fommenf(baft ber
alten taf)feren ^riegdwebren / b,er SSibioarier^ bie ben frie«
gertf(!(ien ®ei|l i^xex jBdter nodi^ in ficb fortgeerbt «) ; femer
1) @0 mtrb enodfint bei Dusburg P. III. c. 7: Pipiniu Nobilis
de Pomesania. Hic Pipinus fuit pater illius Nobilis viri de Pome-
sania, (jui dicebatur Macce: ferner c. 140: Samile quidam, NobilU
de Pomeaania; c 143: Nobilis de Pomesania dictus Jones.
2) Dusburg P. lU. c lö8. ©ef^td^te SOlanenburg« 0. 1.
3) Dusburg P. ill. c 14. : territorium dictum Reysen , in quo
xvd famosi et bellatores morabantur. 8ucad ^avtb $B. II. ®.
71. 82. Sab er a. a. £). jDte nad^erigen Orte Sttefenburg, Siterens
{»4/ 9tlefen»atbe, in ben dltefien Urfunben Ste'ftnbnrg u. f. ». gefc^ries
ben, lagen in biefem Gebiete unb {»aben t)on i$m ben 9lamen. Uebri*
0enS war bie (Segenb oon Sliefenburd nod^ mit einer IRenge von ®een
verTebcn/ bie je|t xd^t me^r »or^anben ftnb; me^re werben nod^in bein
ynoftegium 9on Stiefenburg oom 3a(r 1330 enoA(int.
I- 31
482 9omt\atixtn.
bie ©ebiete Drejla, Daffötac, ?)ofotaa, Äpttguat; «o^wi/
«omot unb me^tc anbere 0- 5Cuc^ mit »urgcn war Me
^«nbW^aft 9)omcfanicn t^etB jur ffie||t gegen bie Jefabe,
tbeiie aW SBo^npfee ibrcr (gbtcn iiemKd(> tctcib tcrfebeiu ®ie
IButg fi3eIi4)on>, auf wel^^er bet &>U SoneS ^ufete, tog
unfern bon bet ßffa, in ber fHa^t bet «inbingS :: «etge •).
ethc »urg auf bem SBetge Stewofe , auf xotU^em twc^-
maß bie atte eiriflbutg etbaut »utbe»)/ *>Ä^ bie«ei*t
eine f)h^xt ffli*tigfeit gebabt baben; bott war in i^
n&^c ein beiliget SBalb; alte ®6ttet^9lamett beuteten auf
ein altes ^eiligtbum ♦) unb fo wirb eö ni*t unwabtfcbeitt*
llij^, ba$ bet 8anbe«s®ti»e ?)omefanien» auf ienet »urg
feinen SBobnfife gebabt. •
Ttnbete SBebtbutgen be« 8anbe» lagen bei &iu^m, W
Doilolin, im ®ebiete Sleften, am ©taufen^See, in bei
®egenb' be« iefeigen J>otfc6 SBillenbetg unb an bem Bei^
1) iDie mmen laffen p* in ^^eutigen Orten ni*t nie^ir atte auflm»
ben. epnguac, ouc^ Sinque« «ft o?>nc 3wcifei Sinfcn , ffibwÄrW m
C^riflbuca; ?)ofoluQ bas ie|ige 9)ofHge, eo9|)icj, au4 «Wlcj, ba« i*
(fge eiwift öftti* oon ebnftbucg. SDa« gfüifiben, on wlä^ W<«
Ue0t, eommt in Urftinben nod^ unter bem Spanien Loypi« oor; (o i»
Sa^te ia03.
2) Busburg P. III. c 143. JDer Ort ifi nocb »orjanben nnm W
|)o(omiirten Sffamen »ialoc^owo, bei bem Jtir<bborfe SKofrau/ «nf ^
ndrbltc^en Uferlanbe ber Offa.
3) Dusburg P. III. u 57:' castorum Pomcsanorum, quo^ "*""
tunc fuit in loco, qui nunc dicitur Chrisburg anliquum ; eine öw"^
e^jronif faot: Castnim in Pomczania in loco, ubi adhac Talloni
castri manct, dictum antiquum Chrislburg ; Dusburg P« !"• ^ '
3fu(i Urfunben qu« bem 13ten unb 14ten Saftr^junbert cttohiim w
öfter eines alten SBurgwaUe«. 3)en ««amen be« JBerge^ C?lre»ei> ««»
uns 8uca« Oavib 25. HL ®. 87.
4) 3E)ie Oeoenb beö SDorfe« ^eUiöcnwalbe ^it in UfW«'^
no(^ Silva Sacra. ®fibK(^ »Dar ba< l^eiligt^um , wie ba« ^^^
©omlanb, burd& eine 8Be^ befdS)üet gewefen; in einer ^^"^.JL
Sajre 1303 !ommt bort t)or ein locus, qui jacet inlcr Koe*««*^
TÜlam et antiquam ciTitatcm, quem nos Lantwrr dicimw >"
gari. '
^omefanten. 483
frUGtromi ^). @o mif«t au^^ fd^on bte Sage biefer fBuu
gen batottf (^tn^ baf ber &fKid(^e ttnb fäbHc^e SE^eU 9>ome?
faniett^ bamalS weit bolfreic^et/ ber nbrblid)^ grofe 8anb^
fri(( bogegen t^on aXarfenburg bi§ Clbtng (^tnäber unb
)i9ir4^n ber 9{ogat tinb ber 9ßet4)fel nocf^ ivenig ober gor
ntcl^t betpol^iTt war. S)o{fe(be bezeugen att(|! bte £>rtdnamen,
bte im @äben unb £){ieit ber Sanbfd^iaft )um gr6fiten S^^eile
altyreufftf4i ^ tn ben n&rblic^en ©ebteten bdgegett faft aUt
beiitf^n UrfprutigS ftitb. 3m SSeften, n>o ber 9Betd[^feU
Strom bte Saabfc^aft fc^arf begranjte, gel(|kteti }U i^V au^f
niH^ t>erf(|^tebene äBerber ober Stifeln, n>el<^e fpjter M
Gfromeö retfenbe ®twaU jum Sl^ett oerntd^tet ^ai dint
foId[|f war }. j93. bte 3nfel £luibUio ober fluibiin ^ £)a«
gegen waren bte Snfeln @antir ober' 3<^nt^tr, JBem unb
einige anbere in biefer 3eit noc^ im äSeft^e ber «^erjoge
oon 9)ommern. @nblic|i burdi))ogen ba8 8anb bamatö au^
no(^ bebeutenbe SßaCbungen. 3(ufer ber SBalb^SBilbnif im
@&ben bebetften an^ ber ®on>eten«9ßalb unb ein anberer
ifotfc^en ®tubm unb SRarienburg einen bebeutenbcn X^eil
be« 8anbe8 »).
^ogefanien.
S>ie britte SanbfdE^aft 9)ogefanien grinjte wejilic^^ an
9oniefamen/ oon mel4^em fte burc^ ben @(bing unb ben
2>raufen^@ee getrennt war. @en Storben war fte oom
1) Busburg P. lU, c 14 nennt fte propugnacula ; etne anbere
(S^conie fa^t oon t^nen : caatra, quae Kabebant (Pomesani), ubi modo
sila est Resenburg; et Resenkirche, juzia Postelen et Stume , WiU
denberg, juxta Stagnum Drusin. 2Ctt ber SSet^fd lag bie SOSctd^fels
bitrg bei htm Jttrdtfborfe d^ebtau, beren Vlter ebenfalls in bie ^tbnu
f^en Seiten binaufging.
2) Dusburg P. III. c 9. 44. Urfunbe in gfoberö 3Cb(anbt. a.
a. O. ^. 337.
3) )Daf 9)omefan{ett bantdte weit me(r mit 8ßa(b bebecft toüt,
§^ aiU ben Urfunben bed 13ten ' 3a$r(iunbett$ fftvwx. 3n i^nen
»itb ättdj^ ber genannten Sflra Söweten envAbnt 1Cn4 bie ^egenb
»•4 bem fl)raitfen ^nülber war ooc^ mit fßatbnngen üerfe^n.
31*
484 9>osefanutt.
Srifc^en v^affe um^ffen , im i&fen butd^ bie Daffarge unb
im @&b€n bui^ ben SSeöte^^uf eingef^Ioffcn, mnigpmS
fibeint fte bi^^ titci^t bebJutenb aber btffeii Slufi 1iKnau<ge:s
gangen )u fe^n, toenn fte bie |>(ben i^on «^oOanb an^
tieOetcbt nodf^ tn ftc^ fdfite 0. ®d|^on biefe Segrittsung
jetget, ba|l fte eine ber Heineren Sanbfc^aften »ar. ®egett
ba§ Srifcbe «^aff l^in meniget icijbctxii bewegt, t9et{ fk
bort jtart mit SBalb bebedt war, emJl^rte ße ein (räftigef
unb tapfere« äßenfc^engefc^Ied^^t auf ibren fäblid^en ^IX^tn,
auf itm «^ocblanbe/ melc^er Sanbftri^ nad^matt ben 9la»
men be6 «^olerlanbed erhielt '). 3Cm meiften fi3ea<|^tung ut^
bient in biefer Sanbfc^aft ber nralte .^onbetSort Shtfo am
2>raufen«@ee/ n^abrfd^einlici^ in ber ®egenb gelegen, ts
xoilä^tx nadS^mald (SIbing erbaut n)arb. ^er feine @4i<b
fale ftnb fo gän)lid(^ bunfel, ba§ n)ir ni^t einmal beftimmt
miffeu/ ob er um biefe 3eit mirflid^ nodfi toori^nben gern«
fen iti. iDIE^ne be9 norbifd^en @eefabrer$ SBuIfjjlanft SSertcbt
aber biefe ®egenb n>ärbe ibn äber|K)Uf>t bie ®t\äi\6)tt gar
n{4)t fennen. £)ie fp^tere Seit aber bat au« biefer Seit
nod^ manche @puren eine« gewtfTen SBo^Ifianbe« entbeA;,
ber ol^ne äweifel feinen ®runb in bem «^anbel Srufo'«
l^atteO* ^er 2)raufen::@ee l^iatte bamal« einen ungleich
1) iDte ^tp, 9lorbs nnb Cfl»® einten |)Oderantend finb feft bet
fHmmt; f. «^enneberger eanbtaf. @. 352. UngeioifTfr tfl bie 6tti
®rdnje; bod^ wirb faü cXL^zm^in hxt 9&e«!e atS fold^e angegeben, fo im
i^ucaö ;Dat)ib S9. I. @.72. ^rdtortud ^(^anba^tte S. L e. 185.
Slanctie ^^roniften, xo\t aBaiffel @$. 4. 2:iebemattn SHcr; u. a.
bei<i4nen bte föbltd^e ©ränge nid^t nbü^tt, ma$rf((etnlt4 toetl fte fol«^
nic^t genau fantiten.
.2) eucaö jDaiotb a. a. £>. «^enneberger a.'a.'£). SBaiffel
@. 4 r^reibt «^oggerlanb, t)om m^t^tf^en görfben «^oggo, bem Satcr
ber %ix^ lyogefanio.
3) ^Darüber ijl [(^on früfier einige« gefagt. 92irgenb< in 9ceiif]ai
|;at man Ui ben Sla^graigtngen alter IBegrdbniM^ fo »iei eku^
oott Gilbte unb aOrd fo f^dn unb jterlii:^ bearbeitet gefiitibcn , M im
ebemaUgen ^ogefanien, nomentlid^ in ^er Wl^ oon QEtbiitg, i» iBcBS^
unb SO^eÜlatein. €Son^^l bie GegenfUbibe »on aSetaS, Ott bie mit
9og#fanien. 485
Meutenbeven Umfang unb na^m fomtt and^ einen gr&fieten
X^il Wefer ftanbfdi^aft ein. 3m Wotben jog er fid^ offen«
Jar t)tel »efter nadf^ ber jefefgen ®töbt eiMng ^erab, bfe
ie^t eine SReile von t^m entfernt liegt ')• %uc^ in fäbli«
iftt Stiftung lief er üiel n>eiter in bie ©egenb t>on ©^rift*
bürg ^in. es gab eine i^it, in welcl^er er bii an baS
2>orf ißaumgart ging unb frä^er|fin !&nnte er ftc^ biö in
bie ^Hft t>on 6()riftburg erftretft fiaben«). Znöf in ber
fireite l^atte er einft einen n>e{t bebeutenberen Umfang
benn xot^im tief no(^ in f^&tmt Seit fein ®en>^ffer
bis in bie S^Ibmarf beS Jtirc^borfe» S^iergort *) unb im
£)ftett ^ben einfl bie ^bf^en t)on ^oOanb feine (Sr^nje ge^
Mtbet, wie fc^riftlid!^ fien^eife unb bie Sefc^affen^ett be«
SobenS beutlic^ bart^iun %
<9o(b öbersogenen SBac^^pevlen unb (SMlovaUen, bie aum S^ü wie
Aofotf gearbeitet ftnb, jeic^nen ft(^ in ber ganacn 2Cltert^ümer > ®amm«
tmiQ ht$ 2(r4iüd ju Jtdnigdberg t)or allen onbern aud. 2Cu(^ bie auf
gebranntem SS^one geformten Jtoraden ftnb mit n\«^l\ä)en S^ersierungen
9erfe(en, mie man fotd^e fonß reiten Ij^ier ftnbet. fßql J^raufe'd 2Cbs
^nbtung aber bie Slad^grabungen ^u SBefltg unb SO^et^fotein in ben
Seitragen iur JCunbe |)reuff. ». VII. €. 72 ff.
1) S u (^ S3er<|^rei6und ber (Stabt @(btng SB. I. ®. 336.
2) Se^t ifl CTfirifibura too^l über brei Steilen oom Traufen s®ee
entfernt ' 3m 9^rit>Uegium oon ^rifiburg aber oom 3a^re 1290 mirb
be« 2)rauren a($ eined na^ hti (sivxflbixv^ liegenben @ee< eru>i(int. M
(etft: Preterea conferimus inhabitantibiis prefatam dvitatem hanc
libertatem, quod quiliket in propria cymha sive naTi nuUo dato
naolo potest facere passagium liberaliter trans lacum, qui Drusin
est appellatus. gfemer erbalten hie ^rtfiburger au(^ bie freie gfif^eret
mit bem ^e^^amen in ber 6irgune (@orge) bi0 an ben Traufen »Cee.
2>ie Mift be< >Draufens®eed bereifet ferner au^ bie i3err<^reibttng be$
jDorfrt Saumgart vom S^tft 1554. iDann beuten auf ba« aamd^Uge
3ttrd(ftreten M €^ee6 a\x^ bie bortigen JDrtdnamen/ benn e< 1!nb oIM
neu gebilbete beutfc^ 9lamen, »d^renb bie £)rte ber um^iegenben
^ii^ faft ade ynreufltfd^e 9tomen (aben.
3) aSerf^reibung M ^Dorfe« S^iergart vom 3. 1350 im ge^
4) Pisanski de montibiu reg:ni Prussiae notabilioribus p. 7.
freuff. SemiM £Luart. IV. €1. 757. 1780.
486 q)ogefani#tt.
Xu* toiefe 8attl)f*i»ft toax in «etnere «anbfieMete ohs
QCtWt, bic in fllei^er SBeif« wie in ^omefanien t)ie »es
flftt^fimei: einjelner (gWen waren. Sin fpl((>e« fin*«« w«
unter bem SRamen ßanjanien ober 8anf«nien in norb&ftti^
(&er SM^tung t)on (Stting, wo lieute noöf ba« S)orf ftenjen
ben 9lömen erljdlt *). ^in anbere» war ba« ®ebiet Äabie^
nen, unb fo m63en au* bie ^6^en biefet 8anbf*aft in ein«
jelnen ä^eilen üerf^iebenen Ferren m0xt l^btn. Vu*
|)08efanien l&atte feine eblen ®au sperren, bie im ganbe
umtier auf i^ren JBurgen wo^nenb ba« um^rlitgenbe ®e*
biet al« i|ir eigent^um bel^rrf*ten '). @cldit fanb ^ter
fcbon ber ©eefal^rer SBulfftan unb Ite ffattin fi* et^Iten
bi« auf biefe Seit 2)ie alte 93ttrg Aabienen ftanb tinft
ba *)/ ^0 na*ma(« im SUo^cx gleite« 9lamen« bie 9Rim
*e iire «^oren fangen; eine anbere jwif^en ftolUmit unb
^auenburg auf bem S3erge Solfo % 3m fiib(i*en Xfyzik
ber 8anbf*aft f^fifetc auf , ber ^6^e bie «urg SBeflift ba«
umlierliegenbe ®ebiet bi« gegen ben £iraufen (in, eine ber
bebeutenbfien Seflcn ^ogefanien« ^X @o mögen au* no*
in ben anbem Sl^ieilen ber &anbf*aft meiere {Bürgen wie
iur «^ut be« Sanbe«^ fo jiUm Sßoltinjt^e ber (Sblen bage^
jtanben l)ahen; allein bie Seit mit il^ren wanbelnben @*i(fs
falen 1)at i^xt @puren gingli* loertilgt unb {einer fagt un«
mel^r, wo bie wa^rfagenbe 0ii*terin Dogefana im ^Uigen
(Si*walbe i^ren ©i^ gehabt 0-
e r m l a n b.
©ie toierte8anbf*aft|>reufFen«ermtanb/ in alfer Seit
1) |>cii>i(edium bec @tabt Qrlbtng Dom 3a^r< 1246.
2) Dusburg P. III. c. 163: QuiHam de Pogesania nobiles.
3) euca< jDaotb S3. 1. ®. 72.
4) Sttcoö S)aDib a. a. X).
5) Dusburg P. III. c. 164 not c ®ne anbere ^ontf iieiiae
fte Wenüiu. SSgl. Airattfe'd ^bfyknVL über b(e Vnftd^t ber 8«fle bct
SBeflt^ m ben »etcrdg. |ur J^unbe |)rettfr. S. V. 6. 539. S$. VII.
©.75.
6) 8ucad )Dai9tb S3. I. €f* 72.
Srmlanb. 4S7
•
audf Satmten genannt, grinste weftto&xti an |>ogefanten
nnb mav t>on biefetn bur((^ bte |>a{farge ober @erie getrennt
Sttt nirblic^en ®r&n)e l^atte fie baS griffe <&aff. 3m i&flen
ßief fU an bte Sanbfcfiaft Statangen unb an iai IBatter^
Umb, unb \ibxüixtt lief fte l^inauf bt« an bte Sanbfi^Hift
Soltnbien. Ueber bie genauere IBeßtmmung btefer £)fls
unb ®fib« ©ringen aber fc^wanlen bte £lueOeu l;tn unb
^ unb eS ift faft unm6gUd^, l^ier ttxoai @t4^ereS fe{i)Us
fteOen, benn f)>dterl^tn waren bier offenbar bte ©rinjen gan}
ooberS; att in fr&^eren Seiten^). ®en Sßorbollen be(>nte
^ Skmtten frä^rl^tn fo weit an^, ba^ ed noc^ bte Surg
Salga ober ba6 @ebiet bon .^oneba in ftd(^ fafte, ja felbfl
eine @trecfe naö^ SRorboften ^tnauf lief '). 2>ort foDen e»
einige Reine glüfTe t)on 9{atangen gef4iieben l^aben >> Son
^ier lief bann bie &tinfi\nk {Wifc^en SBarmien unb 9la^
tangen )Wif(i^en ben @tibten £reu)burg unb Stnten burd^
unb ging bis an bie XKe ^). «^ter ivar bie ©rinje ber
Altern 8anbf4^aft SStormien unb jenfeitS btefeS gluffeS fiob
1) 3tt tiefer Semerfung !am au(^ fd^n Hartknoch ad Dusburg
L. in. c 18. n. a.
• 2) ©ie Seweife Weoon liegen In Dusburg P. 111. c. 18 unb 20
anb bei «^enneberger Sanbtaf. ®. 24. 2Cu(b bte Urfunbe bei J(o«
tebue 0. I. €{. 419. (bie wir im ^wetten Zt^eiU biefeö SBerfed rid^Hd
abgebnicft liefern werben) bftrfte biefe norb6tlti(!be Vu^bebnung 9Q3ars
mten6 beft^tigen.
3) €$0 geben S^aiffet ®. 2. Siebemann ö (Sf^ton. ^\cv* bie
Ordnie gegen Statangen an. (Sd müßten biefeö bie fleinen güiffe T^pn,
bie bei &ä^bUn, gebberau unb Sommern in< ^aff geben.
4) 9ta(b Dusburg P. III. c 27 geb6cte bie @egenb oon JKreu^«
bttrg f<bdit offenbor jn 9latattgen ; äinten bagegen na^ alten Urf unben
la SSktrmien.
5) Sartenfieind Umgebung geborte offenbar nicbt mebr iu SBar>
mien; eben fo »entg bie ®egenb Don «^eiUberg unb nocb toeniger hai
Oebiet von 8l5ffel/ wie fcbon au« Dusburg P. III. c 27 bevoorgebt.
jDaf «^llberg bt«r M in SBarmien gelegen bcgeicbnet wirb/ beweifet
nur, baf ber (Sbronift bie fpAtere (Sintbeilung ber bi\ä^hfli6^in jDiöcefen
ni4t nergeffe» fonnte. Sßarmien ging ni<bt ober bie Wt, benn ^fUi<b
oon biefer begann fpglei<b ha4 tBarterlanb.
48S Srmlanb.
fegleidS^ iai fßaxtttUmb an. 9lo4^ unftejKmmter tft bu fib«
IM^e ®dln}e, n)o ffiavmien an ®alttibtett ftief. €S fcl^efttt,
baf ein Dunft biefer ®r2n}e bei SRol^ntngen war, )90 tti»^
ie(}t bat ^orf @allinben ben fHatnzn etl^dtt @o »at bet
Umfang biefer Sanbfd^aft aOerbingi bebeutenb unb umfdf^Io^
in ilEiren Stinjen bti weitem mel^r bewol^nbaret ianh, M
bie bi%r enodl^nten Sanbfdf^aften. 2)af au4) in ifyt ha»
jgefammte Sanb in einzelne @ebiete serftel/ ift fc^on Mf
l^lb ni^t )u be)weifeln, ba e$ aud;^ l^ier eble ©efdj^te^trr
gab/ bie in ^Mä^ex Sßeife bie @igentbämer bebeutenber
Sanbftreden fepn moci^ten. di ftnben ^6) fetbft @)>ttrett, baf
bie (Sblen in ffiarmien ncd) reicher unb m^ci^tiger geioefen
fri^n m6gen, aU bie in ben anbem Sanbfcl^aften *); xoeni^
ften« Dtermocl^te ba« fel^r md4)tige ebb ®efc|^(e(^t ber ®Cots
tiner aQein eine felEir anfel^nlic^e «^eereSma^t )itr ßttt^u
bigung be« 8anbe8 ju {teilen '). @d bel^errfc^te wafirfdEKin«
lic^ baa ®thUt um ®tittftabt jwifdEien ber Züt unb 9af^
farge, wo ber uralte 9lame nod^ iii bem 2)orfe ®Ii)ttatt
aufbel^alten i{i '). 2)iefe» ®lottau unb iBalga (<^oneba)
ausgenommen, tennen wir feine SZarnen ber Surgen mtfft,
bie fonft gewif bei ber SRenge ber @bten in SBarmien biefe
i;an^\ä)aft gefc^u^t unb gef^mütcft l^aben m&gen.
9{atangen.
®en SRorben grinjte an SBarmien |>rettfren6 fänffo
1) Dusburg P. III. c 21 : Plures nobilet et potentes viri de
Warmia; ferner c 26.
2) Dusburg- P. UI. c. 23: In terra Warmiensi fuerunt qui-
dam ifiri praepotentes dicti Gobatini. jDad C^ingifc^ Stfcr. liefet,
»ie ea r^eint c^ttger Glottini , unb fo muf auc^ in a(ten ^anufcnpe
te» be« )Dtt0bitrd ber 9lame drlantet ^aben , benn In einer ^tn M«
f^rift bei geff. 1Cr(^to« ift er ebenfo. 2)a< föerßner ^r. ^t Goko-
* tini. fhxtixt lDat)ib ». IL ®. HZ
3) Dusburg P. III, c. 268: Territoriiim Glottowiae Wannien>
sis dioecesis. {^enneberger Sanbtaf. €^. l4i. (N n>to mdatu^,
aber ni^t fo maf^^^nlid^ / baf ba< X)orf CKautiettiii bei Siiitni bie
e^oltge Sage beS Canb^ebieteft (Slottowien anbeote.
9laUn%tn. 894
eanbfd^o^ Slatangen. iDo« Stif4^e ^aff btibete il^re mp
Ud^e unb }um Steile au(i^ n6rbli4)e ®t2n)(/ toel^e bann
am Dregel^ Strome fott lief 6td an bte Me. Diefer gfluf
war tl^te hftlidft ©rinsfc^eibe unb trennte fte t>om fi3artets
lanbe ^). 9latangenS fubltc^e ©t^nje war bte fcbon begei^::
nete n&rbli^e t>on Sßarmien/ lief alfo tttoai n&tblid^ wn
fialga Dom Srifdf^en «^affe aM, ixni iwifcl^en Sinten unb
Areugburg alfo burcb/ bafi ba$ fäblic^ t)on J(reu)burg (te$
genbe 2>6rf(ben Jtrufe nodt) ju 9tatangen gered^inet würbe
nnb pt$ bei @(|!if>f>enbeil wieber auf iai JBarterlanb ^).
Son Sebeutung war bemna4^ ber Umfang biefer Sanbfcbaft
tetne^wegd; alldn fte galt in 9lä(fftc|it if)xtt inneren jBes
t<ib<tffenbeit für eind ber fdEi&nflen ©ebiete $reu{fenö unb war
t>on jel^er Don einem triftigen/ tapferen unb arbeitfamen
8ef(ble^te bewohnt. 7iu<i) ^xtt ftpbet ftd() wieber bie ^ei;
btng ber Sanbfd^aft in einzelne Heinere Sanbgebiete^ bie
einzelnen eblen «Ferren geb&rten. @o (ag in ber ®egenb,
wo nachmals Areujburg erbaut warb , bad ®ebiet @oUbaU/
einem Sblen }ugeb6rig/ ber auf bem Serge feine SBo^ns
bürg 1)atte, auf weI4iem nad^mafö bte JCreujburg emf>or:!
jKeg '). 6in anbere« folcbe* ©ebiet war ©clumen unfern
1) 2Cu0 Dushurg P. III. c« 72 erhellt, baf bad Oebtet^ tpo nacb-
mM bie 6tabt Sße^Iau erbaut »urbe, fcdon i\x 9tabrauen geödete.
3Cu(b hat ®ebiet oon SBo^ndborf am ifl(i(^en Ufer ber 2Cae würbe nid^t
i« 9labrauen geregnet; f. Busburg P. III. c. 73 ^ 74. 2)tefe< be«
fiatist au^ eine S^ilungdsUrfunbe oom 3a(re 1326 in bem S3u4e:
9ttdatf(be «^anblatid p. 104 im gebetmen 2Cr4iD.
2) Busburg P. III. c 65. «^enneberger Banbtaf. e. 327 ges
ffcfit ofrn, baf er bie fäbli^e ®rdnse 9on Statangen nt(bt anaugeben
»tire. SBenn er aber 6. 328 nodf) fitelga , «^eitigenbeU unb ^intiu gu
ftatangen rennet, fo ift biefe« oflienbar für bie Seit, von welker wir
bier rfnre^en, gani unri^tig. SBaiffel @. 2 unb Sie bemann taf»
fett 9^atangen fogar hU an bie 9)affarge ge^n.
3) Busburg P. III. c. 125: Territorium Nattangiae, quod di-
dtar Solidowy circa castmm Cruccburg. fbet 9tamt ift no4 le^t in
ben OHrftrn (Srop* unb JUeinsCoKau aufbe^Uctt/ wei^e in ber 91%
von Jtrett)burg ftegeii.
490 ' ^atatti^n.
wn JBartenflein ^). Sei {Branbettburg tag bai ®ebiet 9os
fanoen'^) unb fubtv^ttS üon biefem bom Sluffe Stif^N
an bis gegen 93alga bin baS bebeutenbe ©augebiet «^oneba
ober «^onebau 0. 2)ie 9lamen ber alten b<^ibnifcben Sut«
gen/ bte etnfl auf 9latangen ftanben, f)at bte Seit fafl alle
betgeffen. 3m ®ebiete t)on «^oneba aber lag eine fofabe in
ber 9l&f)c beS Srifcbingd unfern t)om £)orfe DermUten, fib«
ojhvirt« t)on SSranbenburg. @te n>ar DieÜetcbt bteJBobn*
bürg ber ®an -> Ferren Don «^oneba «). £)ie alte Surg
fi3efelebe/ unfern t)on Sartenfiein / toar ebne 3n>etfel ber
äBobnftg ber SbteU/ bte über bad ©ebiet bon @(lumen
berrfd[)ten *).
©arten ober ba8 SBarterlanb.
93arten/ bie fe4^f(e Sanbfcbaft, lag im @äbofien 9t(u
tangenS, bon welcbem fle bie XKe trennte. 3m Slorben
lief fte VA an ben kregel unb gen £)f[en t>ieQei(bt bii an
bie 3£ngera)) ober bocb wenigüenS bid in bie ®egenb m
3)rengfurt. 3m @uben grjnjte fte unterbaib 9ta|ienbuis
1) Dusburg P. ni. c. 25.5 fä^rt ten 9lamen Sdumen ttob
Sclunien an. TCnb^re f^refben Slumen. 8uca6jDaotb$B. V. @.
124 ^Qt @clunten nad) ^Dudburg.
2) Dusburg P. IIL c 24. 86. «ucaö IDa»ib' ». IV. 0. 90.
•^ettnebergec ®. 352.
3) Uebcr btcfed ®ebiet »irb fpdter mcbreö ^u fagen f(9n.
4) jDfC ^anbrat^ bed ^eifea bedeutet hierüber, baf no4 jedt ^»
Spuren btefec Surg am 9Ba(be \^ivittt ^enoUten oor^anben ^nb. ,f(li*
netr alten ^oge na^ foQ ooc atten 3ett(n bafetbft bte Surg «ßiuueta»,
bewohnt Dcn bem Se^rrfd^er biefer ^egenb/ deuten ^abes.''
5) Dusburg P. IIL c. 169 Jagt, blef« »utcg Jabe drirge« m
syKa dicta Kertene juxta Bartenstein. >Diefed be^eic^net i^ ^9< M^
genau bei bem je|tgen IDotfe Beigleiben auf bem Sßege Don Sartenfbin
nad^ 9)r. C^lau. 2)ort ift im Sflamen bea SDocfrd j^drtben auii ^
8?ame beö SBSalbea Kertene no4 oor^nben. «^ennebergec icvM
e. 51 fagt/ baf man no(b 8U feiner Seit ben €$4fofberg tmb bie
ed^anitti uon S3efelebe geTe^ien ^be. & ift ba^r unn4t<d/ ^"^^
eucaa IDat)tb ». IV. 6. 125 bie Surg ^efeUbe (ßaifMa)
&imon ©tunau ind ^lalinbcrlanb oerTett.
SSartetlanb. 491
an b(e iant>\ä)a^ ©aUnbien-^*)- @onad() xoat bai ^attcu
binb eine bev bebeutenberen Sanbfcb^iften ; ed verfiel aber in
i»ei gt&^ete ^^beile, in ba« eigenttid^e 93arten unb in
f)rica:^IBatten, welcbe SEbeilc fpitetbin burcb ®to^^ unb
JtUins «Arten tt»terjibieben würben «). 2Cußerbem aber ent-
bielt aucb biefe Sanbfiaft ibre einjelnen Heineren ganbge^
Mete. (Sin folcbca war Dor allem ba6 ©ebiet üon SBoben«:»
borf, SBobnöborf ober ffiunöborf ffibwir» t>on Xßenburg
jwifd&en ber TOle unb bem iDmet 6? Weint biefen ©er«
manifcben 9tamen fcbon in ber b^ibnifcben B^it ^effaht ju
baben 0* 3n ibm lagen bie 93urgen ^apojtete / Ci^toUU
ten, wo iel^t baS Jtircbborf 3(ugtitten ben 9iamen no6) tu
b^lt^); Un^tra:|>i$, worin man 3nflerburg erfennen willO;
1) @o waren bte ^rina^n t)cm Sartcrlanbe na4 b^ Sufammens
llfllund aud Dusburg P. IIL^c 27. 111 ^ 112. .^ennebec()ec
9. 26. Sine Urfunbe Dom Sa^i; 13'':6 befldttgt biefe ^^roniften. Gte
jd^lt ben e$ee 9{eefaa, bei ibr ^efou> genannt, h%\6) Don Drengfiirt
ttocb }nm IBartertanbe. jDie Sanbfcbeibe t)on Q^altnbien unb Barten fe^t
fie in bte ©egenb oon l93o)»e(au!en h^ 9taflenburg.
2) Dusburg P. III. c. 3 nennt oia bie etfte eanbfc^aft Barthe et
PiJca - Barlha , quae nunc major et minor Bärtig dicitur. (Sin
^fcr. be< jDudbucg fübct ben Spanien Plica-Bartha nicbt an unb fagt
b(of : BarlkinensCy quod modo Tulgariter dicitur maius Bartin et
minus. Hartknoch ad Dusb. p. 75 oermutbet, baf plica ein ^*
pceuf^<bei$ fßort fep unb ,; flein '' bebcute. 2Cbec liepe ftcb bec 9tamc
nicbt oiedeicbt auö bem ^ettifcben erfidren, mo pUks fo Diel b^i^t M
lo^^ nacft, bloß/ To'baf |)lt€asS3artba bad fa^te, malblofe Sparten be&
beute? Damit ^mmt ancb O^erme^er fm 9)ifuff. VUm^ 1780
0. 645 äberein.
3) Dusburg P. IIL c 73 nennt ed terra Wohensdorpf; ein
SRfcr. beflelben territorium Wunsdorff.
4) 2>er ^'omt btefer SSurg wirb oerfd^ieben angegeben. Dusburg
P. III. c 74 ^t Ocbtoliten; 3erof(bin liefet Auctolite; .anbere
Ocbtadite, fogar Holite; SucaS 2)ai>ib IB. IV. ®. 14 Ouchtolitten.
jDieff« vttb Ocbtoliten fcbeint mobl ^tm ricbtigen Slamen am nd(^fim
Ml fommen, benn hat im Sobtt<borf!f(ben Of^ebiete llegenbe )Dorf Vugf
(ittni %at obne dweifel ben alten 9tomen ecbalten.
5) 3Cii<b bte 0<breibart biefed 8?amenS wec^rdt Dusburg L c*
^t UoMtrapis; ein Stfu. oon i^m Satrapis, tttcae Daoib a. a.
492 $Bacteclan>.
ixt Surg ®ttnbau/ beten fflamc no^ ie|t im 2>0rfe ®uiu
bau aufbel^Ktlten xoitb unb Ttn^et^tn, toieDetd^t unfern ba^
Don beim 2)orfe Snglau 0- 9'^e]^re foUf^t {Burgen bat bat
S3arter(anb ol^ne 3»eifel aud[^ an anbern iDrten gehabt/ benn
baS SSoK ber SSarter jetgte ffd^ nad^imatö^eben fo ^anXfykft
unb entfdl^Iofren in ber Sertbetbigung feiner 93urgen unb ian^
ititot^xtn ,1 al$ tapfer unb friegerifd^ in offener %el\>i6)la^U
Zm n>i(|^t{gjten aber ifl in biefer Sanbfd^aft fär bie ®^
fd^id()te biefer Bdt bie ®egenb/ wo fub ber ®nhns%ln$
mit ber XOe Derbinbet unb fe^t bie @tabt &^iiffpcnUU
liegt. @ie i)üt immer f^fon bie 3(ufmerFfamteit ber %ot^
f^er auf ffcb Idingejogen unb man fanb fo manche* bort
Dereinigt/ roai bie Slermut(^ung begrünben fonnte: bort
mäffe einfl ber beilige ®6tterft^ 9tomot)e geflanben ifahtn*).
Wtan legte biebei freilicb nur bad meifte ®mi^t auf bie
bort beftnblid^en £)&rfer:: Flamen StomSborf unb StpdFgarben.
XOein a bezeugen bie einfüge grofe SBid^tigfeit ber ®ts
genb um @(|)i))))enbei( nocb g^n) anbere Umfl^nbe. Unfern
bei einanber lagen bort am Ufer be^ @uber«ff(uffed }t9et
£). Unsapotraps. Se^t erinnert fein 9iamt me^r an tiefe ültt fßnxg,
^an |at ben 9tamen ableiten »oUen t)on Inster unb Angerap unb
bann Snltcrburg barin gefunben. SBdre aber biefe ^Cbleitung attcb nt^t
~f» degwungen, fo (tegt Snlterburg t>od) oiel au entfernt vom SSo^^
borflfil^en Gebiete.
1) 2Ctt4 ben Atomen ICngetete, toie Dusburg L c. f(breibt| baben
bie ClueOen oerfdjiieben; Sucaö ^aoib Angelitten; biefe< entA>ri4t
bem 9^amett beS ^orfed @nglau. Hehving in f- H^opodrapbie Don Hn^
gerburg be^uptet, bie IBurg ^obz am 9)^atters€^ delcgen. 9iaä^ jDu«'
bürg aber ifl bief unglaubli^.
2) 4>arteno(l(^ 2C.U.91. ^n\x% 0. 124; beronberd Oftermeperi
erittTc^er SBettrag ^ur altpreuff. Steligiondgef^i^te @. 42 — 43. atan»
(^ erMrt biefer jmar gan^ unrt<^tig %. SB. A^cfgarben bttril^ 9x/tt
batf dteid!) unb ®arbe bie Q^re, al{b bie «f^enfic^feit be< 9anbe<; aOein
er txxoifyxt bort vtned i%m fe^r meremürbigeii (Sid^enwolbe«. Xtif bie
@ad()e felbfl ge^t er fretltd^ tttd|)t grünblit^ ein. IBgt Jeschke Disser-
at bistorica de quercu RomoTe gcatflibus olim Pruttis aacra. Re^
giomont 1674. i
SBarUrUttb. 495
Sttigen/ bie eine SSeiftote:? 911/ bte anbete wn ben3>teuf::
fenS^aHewona/ na^mali ober SBifenbutg genannt 0. ^iefe
Giemen beiber IButgen aUt fyxb^n ebne Smifel t^re eigene
Sebeutung unb SSesiel^ung. SEBet{iote''$il ober n>of)( ri^
tigerSBaifiote«9)iI mar bte ^^Sur^ be$ 3(uffeberd/ be6 Uiox^
gefegten, beö £)ber^erm'^ ber ganjen Sanbfd&aft') unb liebt
fona^^ itn @in(lange mit bem 9lamen St^dgatben/ xoü^n
ben ^etm«" ober ©ebieter-üBerg bejeicbnetO- SßaOewona/
ber 9tame ber anbern JBurg^ ber ftdE) nocb biS biefen Sag
erl^Iten 1}at unb eine aüfgefc^^ättete {teile Stn^l^e mffz bei
@(l^t)>l>enbril / ^att am XOe^SIufi begeicbnet ^) / M eine
1) Dusiurg P. HL c. 109: Castrum dictum Weistotepila, si«.
tum in liitore flavii Gobonis (i. e. Guber). SttCad jDat)ib S9. IV.
€5. 64 — 65 fd)reibt haVa WaisiotepiU, balb Wcistotepil. tteber bie
anbere SBurg fa^t Dusburg c 111: Castrum Wisenburg, quod a
Prothenis Walle wonna dicitur, situm fuit in terra Barthensi in
littore fluminis Gobrionis.
2) )Der ^ttt^auifd^e ®pra4!ennet fhrof. SR^cfa t^etlte mir folgesibe
GrC&ntng bkfe^ 9{amend mit: ^yWalstotepil ift au< §tDet SOB^ctcrn
iufammengefe^t. IDie @t(be PUe, Pille, ~wel(^e in vielen altpreuffir^e»
Ortsnamen fld^ t}orfinbet, bebeutet urfpründlic^ eine 2Cufr(i^üttun9,
©4)onse, gefie/ »on pilti ft^ütten, JDaö erfh Sßort Waistoie fti^jeint
oenoanbt mit bem Sttt()auif^en Weizdeti fe^en nnb bem 7Cltpxt\x%t
Wen Waidintwey jeigen. Waiadas, Uzwaizdas ^ift eiu QCuffe^,
Soraefrtter«
3) Ryluy Reiks tft «^errfd^er, ®ebieter; ^garbs obec garps im
X(tprettf{ir4en ein Serg.
4) jDer eanbrat(} M i^eifeö bedeutet ober biefen ®egenflanb goU
genbe«: /,S3ei @<(^ippenbeil, 9011$ no(ie am abel. ^rfe ^Cngec unb $aet
am ICOe^Sluf bcfinbet ft^ bei f. g. Sßoa« ober SBaOsSBerg, eine ßeiie
ICn^i^/ an »elfter nid^t }u oerfennen ifi/ baf hit J(un|l fie [(^f.
SXef Biertf^ berfelben »«rben burd^ einen Kraben htm'fyct'^ ben «iets
im, fäb&fbMKtt S^eit befpälet ber %\U*%iVih tiefer S3erg i# beinah
gani nmb unb ^t auf ber J^rone eine grof e IBertiefung , bte runb
(eniin mit einer ffarfen 93rä#ung umgeben ift 2Cn ber norbmefili^en
CSette f<b(Attge[t iu^ ein 9M, ber im "^erbfl unb Srü^af^r flarl an«
f^^ttrfOt unb bei 2Cnger {tc^ 4n bie VOc ergieft 2)ie SBermut^ung, baf
anf biefem Serge frö^^r tint Surg geftanben %a\>t, geminnt babunb
Ofottbeai baf ber SBeffter beö abel ©utd 9)rant(ae M ber Seacfetung
494 fiSdtterlanb.
mit bem 9lamen SBaifiote = 9t( {tentUd^ gleite fiSebcutung^
benn er f)^i^t fo t)iel aK y^Scbteter^JOrt, «^errfc^etsSBo^
nung *). " @o f6nnten'n)ol(^rft^on bfefc SRamen ju einer SSer?
mut]()ung über bie einflmaKge SBfc^ttgTett unb 83ebeutung
biefer Oegenb ffi()ren. 2tber anbere alte 6rinnerunflon UU
ten nni nod) xoeitct. TCIU Urfunben ertoi^nen unfern t^im
@d[>ippenbeil einea ^eiligen SBalbeS. S)iefe3 »öt ol^ne Sweu
fei ber SBalb, weldj^Jr fübwärtS t)on jener ©tebt, in ben
©rdnjen befi ®nM ^xantlal liegenb, jefet ber »nrgwölb
genannt wirb unb eine «^albinfel bilbet/ inbem i^n einer
@eitö ber ®viUt:%in^ umgiebt. S>ie anbem leiten utm
Iduft ein tiefer ©raten, ber in alter Seit bur^ ben 2fluf
;nit SBaffer gefäUt war, fo ba^ ber SSalb eine t^Oige 3n^
fei n>arb. Tin biefem SBalbe liegt eine jweite aufgefcf)&ttete
{teile ZrifjhUf auf welcher einft jene jweite 93urg 9Sai{tote^
$U gefianben ju ^aUn fc^eint @o burfte nun bie Se^
I^au)>tung nic^t \\x lul^n fepn, ba^ in biefer @egenb beS
JBarterlanbea bie SBoi;)n{t^e bed &anbei$färßen, bed SItexti
unb be$ (Sriwe gewefen fcpen unb bie eine 93urg itxm SBefin?
orte beö einen, wie bie anbere jum SBo^nfige beS anbem
gebient ^abe. SSie am l^eiligen SBalbe bei bem StomoDe
in @amlanb eine Sranbftate ben £)rt bezeichnete, mo einft
baS ewige, l^eilige f^euer brannte, fo beutet f)ter ber 9lamt
^rantlaf — S3ranbla( ^) ober Sranbfelb auf eine glciAe
etned IS^etlS beö SBecaed eine 9Ren^t bf^t neben etnanber fn brr Qite
Itegenber Steine gefitnben bat tinb nod^ je^t oovfFnbet.' 0le fil^enfn
t^ Ueberbtetbfel M ^unbamentö alter IBUrggeb^ube ^u feon.''
1) ^^eTa gab ton biefem 9tamtn folgenbe CMftrung: 9i liegt
^ier ba0 ^ttbautfc^^ Sßort Waldawimas nafie, todä^ „<(»erxf4aft^
(e{ft/ t)on ^alditi, im 2Clt|>rettntr(^en waldintwey, ^nrfd^tn, Im 9o«
t^fd^en waldan; D^t Ulßlas Marc X. 43. ^ie i^nbong wone lomnt
bei me^n «Hauptwörtern t>or, beren oerwanbte Terba im Sitflttitm
oti baben, }. S3. dekawonc )Danf, ^cn dekawoti, buddaMrpne 0an,
Don buddawoti u« a. 2Cud^ in anbem Ortsnamen fommt bfe ^birng
wone t)or, 3. S. Galwunen im Slafirnbttvdtr^ett ^ft fn ttrinaben
Galwone.
" 2) tiefer £>rt ^ef frü(ier(in Brandlaukcn: in eitter Ulrfuiibe 9om
S3atter(anK 495
eto#{ge {Beftimmung l^tn. «f^ier toalUtt bemnac^ ter San^
beSfurft Dom SSarterlante; l^ier opferte ber ®xme beS S<ins
teS am ^eUtgen Seuer ; l^ier fprad^ er ba« ®ertd^t. 3n ßU
(^er SSeife no&rbe audii ber ^ütnt ber je^igen @tabt @ö)xp^
ptnUil auf bie einjimaltge SBtd[^ttg!ett ber @egenb (^tnbeu«
ten. 3ftt alter 3eit „ ©4)ep»)enbil unb ©cfceffenbil'' ge*
nannt ^), märbe {te bte Sßotinburg ber 9{td()ter, bet ®d)ipf
}fm ober @4)offen getoefen fepn; unb fo loörbe fid^ aud^
bie •^aritiadigfeit beS Kampfes erffaren laffen/ ber nad()«
mali ton ben 9)reufren gegen bte £)rbene4Rttter jur SSer^
%ibigitng btefer ®egenb gefdmi)f,t warb %
® a l i n b i^e n.
3m @äben fiie^ an ba§ S3arter(anb bte jtebente Sanb^
fd^iaft ©alinbten, ein yiame, ber, wie fc|)on frfil^er bemerft
tfl , big in bie Seit beS €tbbefcli)retber$ ^tolem^ud jutäcf^
gel^t nnb, burd() bie @agen)'eit loon 9Btben;ub l[)inburd()Iaus
fenb, [id) biö auf biefeS 3al;rl)unbert l^erab er|)alten l^atte.
(Sr umfagte ^reuffend bebeutenbfle Sanbfc^aft 3m SBeflen
bob i^re ©ränge am 8anbe @affen, in ber 9tic|^tung Don
«l^o^enflein unb Sleibenburg an ben iDueUen ber TÜlt an
unb fcliieb ftc^^ }ugleic^ bur^ biefen ^lu^ Don ber Sanbfcfiaft
SBarmienO* SQeiter fort grcln^te fte norbwdrt^ an baö
Sa^re 1468 ift er Braii(llauwk}nn qt\ö)mhtn ; lauck ober lack ift hts
fanntCi<lb f^ ^<e( atö Selb. SBet biefem S3ranblau!en mtrb fernet in aU
ten ttrfunkn auc^ ertoi^nt etneö Rotten ^SEBolbed, einer 5^o(ten«9ßtefe
unb eineö 9>o(leQs (kartend, tiefer 9lame ifi !ein anberer aU ber an«
bfrtDdrtö i^orfommenbe ^otolto, i SB. hei bcm e^emadgen t)e\l )Dreis
falü^UiUfStlo^tt, ttnb »yotoKo ift \>ev oerborbene 9tavr.e bed ®otM
1) ®o i^ ber 9lame in ttrfunben fdibn^in faft immer gerc^neben.
^p bas SBcrt 0d^6ffen, Gcbeffen, ^(^eppen für 8Kd^ter fe^r alt ift/
fn^t }ebed (Sloflor.
2) «gr. Duiburg P. IIL c. 109 - 112.
5)«9enneberder Banbtaf. ®. 156 nimmt bie ©rdnje ^mifd^en
Grmlanb vnb Qatinbien bei ^^ertung, nnfem oon ben Quellen ber
XXte an. IDie (Segenb von SBartenbui^ lag aaerbingt' ft^on in ®a^
linbien.
496 ®a(ittbiett.
93avtetlanb, alfo ba$ in ber SUäftana wn Sl&ffel unb Sto«
(ienburg bie @(lf^etbe betbet ®ebtete war. ®en @&ben wot
®alinbiend 9la4)batlanb 9Rafot)ien; aber ein bebeutenber
X^iil beS &anbe&/ xotldftx ^ itl^t ^um Stetcbe |)oIen gebirt,
Yoar in bamaltger Seit nocb ®alinbif4ied ®ebtet & hts
gann nhm\x6i bie ©rdn^e aRafot){enS ttnb ®alinbien8 an
bem S>xtz, wo bev Slttß äBpfa {t(b in ben Sobr ergiefet;
bann f&^rte bev ^u^ SSpfa {te »ettev btS an ben SBalb
9{arwomebe; t>on ba lief ffe biö an ben Sfluf Sincente,
wo ftc^ biefer in bie ^ifd^ verlieret SSon l^xtx jog fie Kotu
ter am ^ee StibnO/ bamatö SlubinS/ t)oriibev biö )uat
Stuffe Suro^jt^ bamafö S^urgawiten genannt; l^ierauf bunb
bie SBalb'9Bt(bntf aber ben %i\x^ @rn>a bama» 2>it»o,
bi§ an ben %\\x^ Sioroga^ früher Stujogo genannt; bann
weiter wejilid^ fort über ben iOmuIef/ bantald Sufo, bift
an ben gluf iprjiC/ welcher in jener 3eit 3CretiS bief ')•
@onad^ geborte a(fo ber ganje betrad()tlicl^e Sanbflric^ Don
bem <Sih\>tä)tti Stabjitowo an ber Sßpfa b(6 gegen bie
@tabt Sborjele um £)r2icsf^nffe in bem ©altnber:: Sanbe.
®en iDfien erftretfte eS {tc() in unbeflimmbarer ©rinje bit
an ba$ 9lad()barlanb 3>oIe?rien/ beffen fruber fcbon in 9Iii(fs
ft4lt feiner Sage gebad[)t worben x% iR&rblic^ binauf granjte
©alinbien an bie ganbfd^^aft @ubauen; aber aud^ bier ifl
f£r biefe 3eit bie @d^eibe beiber Sdnber unm&gli4^ ^u tu
mittein. äßie eS fcbeint^ begann fte am S^irbing :: @ee
iinb 50g ft^ bann na^ ber ® olbap binauf.
«^ieburcb aber wirb begreiflid;^ wie baS 93oIf biefer
auSgebebttten Sanbfi^aft fc()on t)on alten Seiten ber alS ein
fo m&d^ttged unb jablreicbed gefcbilbert werben tonnte, baf
bie J(ttnbe Don x\im felbft 3)toIemdu8 erhielt @on(l war
1) iDtefe fuc bie dltere ©efc^t^te 9>seufren< wtcbtide S^mmoiig
über bte f&bltd^en ©ringen be^ ®almbers8anbed beftnbet {t4 in einem
Folianten M geb. Vnbtoö betiteCt: Vdofifedien bed 6tift6 6am(aii&
p. 227 unter ber Ueberfd^cift: Hec Jtuit aati<]ue granicie siTe gacles
inter terr&m Galindin et MasoTiam* SSgl. |)ccttff. @{ammIttQ0 S. U.
®. 640 — 641.
^ (SaHnbien. 497
feine anbere 8dnbf(|iaft bm^ eine fo erflaunlidl^e fTOenge
t»on gt&fieren unb Keineren @een nnb ©en^dffetn fo t)teU
fact» aerriffen, mit bi(|!ten SSalbungen unb SBilbniffen fo
#arf bebest unb in Serg unb S^al fo Derfcfiieben xot^^
felnb/ wie (Salinbien. 3n foId()er SBeife wicd auö) fc()on
bie Statut t>on felbfl bad SBolI in feiner 9lal)irung auf'Sagb
unb 8if4f<tng ^in unb barum war eS naturltd(), baf bad
weniger angebaute &anb {td() leicbt mit 9Renfd[ien uber^:
fuDte 0/ h^"^^^ ^^ 5Ertege unb f^e^ben in bem toAlbs unb
feetei^ien ©eldnbe bie SRenfdi^enjal^I tooU fc^merli^^ je be^
beutenb loerminberte. Sn feinen weftlidl^en S£^ei(en mag
ti t>on frÄfien Betten ^er wi>f)l immer am beflen ange::
baut unb am jlarfpen bei^olfert gewefen fe^n. 25ort mJs
gen anif JBurgen feine SSertbetbigung gegen 9)2afoi9ien unb
Dolen erleid^tert ^aben; aber t)on feiner b<^t und bie ©e^:
ff^icl^te einen Flamen überliefert; fte fagt und nicbt einmal,
wo jene ^eilige 9roplE)ettn faf ^ bie burc^ ibr 2(nfeben unb
burcb ibi^ ma^rfagenbcd SBort fafl aQed im Sanbe lenfte
unb leitete *). ®er gurft beö 8anbe8 — Sefugub nennt
ibn tin f^)dterer ßb^nift — foU unfern Don gSfeen in ber
^itte eineö ®eed feine SBobnburg gehabt b^ben 0- ^on
einer Slaffe i^on (Sbicn beS Sanbed geben bie fo au^erfi
fpixttä)en Quellen feine ©j)ur; aber ibr ©dj^meigen gebie^
Ut no4^ feinen Sweifel.
@ u b a u e n.
Tin ©alinbien grdnjte norbmdrt« bie acbte 8anbfdS)aft
©ubanen, loon jenem burc^ ben ®^)irbings®ee, burdf^ bie
biß naä) JRbein ^in gebcnben SKalter :: ©ewiffer unb bur^^
bie ^een bei Sol()annidburg getrennt. 3m iDpen fließ fte
1) Dusburg P. 111. c. 4. 8uca« JDOüib IB. I. ®. 70.
2) Dusburg P. III. c. 4: Domina, quae secundum ritum ip-
»onim Sacra et Prophetissa reputabatur, ad cuius imperium huius
terrae facta singula regebantur.
3)*enneber0er eanbtaf. 0. 136. 2Cber wo %Qt biefer Ö^ronfft
bie fRac^ric^t ber?
I. 32
498 ®ubauen.
an Sitt^aueit/ in einer iinu, bie t>on ben £lueQen bcr
SSincenta au8 über ben ^uß Sptf, bann übet ben (See
bei Staigrob unb notbwclrts }n>if(^n £)(e|fo unb {Batlars^
jen>o hinauf bift an bie 9{omintff4)e ^eibe ^inQ. Sen
Slbrben fcbetnt bie 9)9ffd in il^rem S^ufe i>on £){ten noib
SBeflen i^re ®ran}en gebilbet unb @ubauen wn Sc^a«
(auen unb. 9labtauen getrennt ju l^aben. 3m SBefien enbr
l\^ grinste fte an baS JBarterlanb 0* ®onad) umfaßte bie
Sanbf4)aft @ubauen bie ganje ®egenb/ in weldl^et ie|t bie
@tjbtc iDlel^ro, e^tf, Sßiala, TLxx», dtf)tin unb S&^en lie^
gen 0- ®t'^ Sefc^afenl^eit be$ Sanbeft gab ibm feinen
9{amen @ubauen^ ber fo Diel bebeutete alS @um;)f$
ober @een := Sanb , benn aud() btefe 8anbf4^aft n>ar
einji nocb n>eit mebr ali ie^t t)on @een/ @fimpfen unb
Seiten angeffiDt ^). Sßir ftnbea au^ l[^ier n>icber bie (Sin«
t^eilung in einjelne Sanbgebiete; e$ werben genannt baS
8anbgebiet bon itemenau mit einer S3urg g(ei(!beS 9taf
mmi, auf welcber ein ebler @ubauer M <f)en bed ®ebtes
M ^aufete ^); femer baS Sanbgebiet Airfau in ber ®egenb/
1) «^enneberger Sonbtof. €$. 442 «Mennig ju Suca« 2)as
«ib SB. I. 0. (S2 fast: Zubauen ifi hai ebemaltde |)ob(a((ten, ba»
je^ige 9luff. ®out)ememeiit SStoIpliocC, bad Ißaterlanb ber Sai^gen ober
Saawefter (Satwinger). )D{efe unricbttge Sde^jauptung dnberte «^ennf^
felbft tn f. Commentat. de rebus Jazygum slye JasTingorum. Re-
giomont 1812. 6!. 35 babin ab : Zubauen ift, fammt bem atten 9>obs
(a^ten; ba« fpdtfre iBaterlanb ber Saapgen ober Saatotnger. &ani
ncbt{0 fagt er: Sudavia continet regionem paludibus repletam, Ma-
sOTia, Podlachia (terra Bielcensi, hodie Gubemio Russico Bialj-
stock), Littuania et antiquis Prussiae orientalis proTinciis, Nadra-
Tia, Bartonia et Galindla indusam, nunc regimini Littuanico-Pms-
sico subjectam. ^
2) Henniff Commentat de reb. Jaxygum p. 3S 9t(i^ «^eiine*
becger G. 136 loftrbe freütcb S5(en ni^t in Zubauen sti rennen
fepn.
3) Hennig I. c.
4) Dusburg F. m. c. 212: Territorium Sudariae dictum Ki-
menow et castrum eiusdom nominis; c. 214: Jcdetus quidam tit
n^bilis et genere et moribus potens et dives, Capitaneus Sadowi-
Zubauen. 499
wo itlit Z>U1ih liegt 0; bann bie (Sebute Wt^tnmiten,
yolinett, Stxafinen, @eUen ttnb mandf^e anbete*). Me
btefe Sanbgebtete n^aten auc^ ^ter m^^ttgeren @ubauem
vntertf^an, u>eI4ie ben <Stanb bev @b(en bilbeten '). Socb
fa^en ^tet in einjelnen ©ebieten auc^ me^re «Ferren ali
Sigenti^ämer; fo würben etnfi im ®ebiete 9Rertmt8Ien
ntcbt toeniger als acbtje^n fetten erfc^lagen ^). SBBte @u^
bauen im fttbli(|^eu Steile flarf mit @een unb @um)>fen
&berfi&at/ fo toar ej im n(tbltd()en bageget^ mit großen
SBalbuttgen bebedt Semna^ mag and) biet ein großer
SbetI beS SolfeS feinen Unterbalt in Sagb itnb f^ifcbfang
gefitnben b<^ben; bo^l trieb ber @ubauer aucb TMexban
unb eie^u^f^.
Stabrauen.
9lorbn>irtS gr2n)te @ubauen an bie neunte Sanbfcbaft
9tabrauen unb n>o bie ^pffa jliefet fi^einen beibe iani^
f(baften ftcb t)on einanber getrennt ju ^aben. SBeiter wejl^
lt(b ^in mar fBarten ba8 f&blicb liegenbe 9ta(bbarlanb / fo
baß ber $regel«@trom unb bie 3Cngera^!|) bie Sdnber loon
einanber fcbieb/ bo(b ftnben tt>ir in \piUxix ^tit, baß 9la«
brauifc^ed ®ebiet btö gegen 9{orbenburg binauf lief «). ®en
jDjien grinjte bie Sanbfcbaft an Sittbauen unb (Samaiten;
bo(b f^nb bie ©ransen fär biefe 3eit bier unm&gltdb ftcber
tanun de Kymenovia. Hennig 1. c oermut^t, H Untit Dielldtbt
t^ Dusburg P. III. c. 213. «f^ennebetdet Sanbtaf. e. 244.
2) Dusburg c 192. 197. 204. 206. 207. i^^/i/i^ 1. c. p. 36.
3) jDtefe^ ®tanbe< ber tfblen in Cubauen wirb 6ftei; erti^&bnt. ^
Dtisburg P* IIL c 200 fagt: Uzores Nobilium, filios et filfas et
familiam captiTayit; c. 202: quidam NobiJis Sudowita diclus Hussl*
gcncu ; fo att(b c. 207. 214.
4) Dusburg P. III. c. 192: Occidit dominos huius territorii
[amosos XVIII.
5) Dusburg c. 194.
6) Urfunbf vom Sabre 1326 in ftnem Sncbe bH geb« 2(rd|)f9«/ be«
tttrit: SRigatfd^e «^anblung p. 10.
32-^
500 {Rabtauen.
ju tejjid(>nen. »elltmtnter war bte n6rbltd^c (Srinjlinic
\)üx6) ben gBemfl»@trom fiejogeit, »el#«r SRabrauen »oii
bet 8anbf(^aft ©«^otouen f(^ieb, benn ju bct lefefem ge*
^8rte offenbor f*on bie Uwgeflenb t>on Stagnit Xm
f^arffJen trennte im SJejlen bie ©eime SRabrauen »on ber
8anbf(^aft ©awtonb. 9fn fdd&er ®eife war SRabrauen «n
bret ©eiten bur* trei gtfiffe jtemlid^ genau begranjt «);
ober e« be^nte fi4) «n«^« »on SBeflen m^ fijlen in We
eange, ot6 in bie «reite ou8. «u* 4n i^m wieber^t
jt4) bie Jfter erwähnte eint^ctlung in einjelne gonbgebiete.
XtS ein folc^el wirb bo« ®ebiet »on Äat^au genannt, wo
bie SBurg ßt^oli<l^ien tog *). @in onbereS war 9le(|»ow ober
8le<l^ou, in roeld&em mel)re «urgen ftanben ♦). t>\e ganje
8antfd)Äft war öber^oupt ja^lretc^ mit ä3«rgen unb 2B<^
ren »erfe^e-, bie i^re florfe Jtricg8mannf(*oft a«d[> ru^m«
li4> JU »ert^eibigen wü^te *)• ®o »«r^ »>J« ®>"^8 SSk^lou
no(^ in ber |>eiben«3eit gegrfinbet •). SBeit aiter ober »or
ebne Swcifel bie SBurg (JominiSwife an bem AamSwifu^
aScrge unfern t)on Sntlerburg , in »et^cr fid& eine e^aar
1) Dusburg P. in. c. 176.. 177. (gine flanj f^arfeOrdnj« f^eint
fwltt* blc aÄcmet ni(!()t ßebUbet ju ^abcn, benn Dusburg 1. c bfc
merft: Terra Scalowitarum sita est in utroque lillore Memclae.
2) 9la(^ Dusburg P. lU. c. 170. 171. 172. »genne'ocrger
eanbtaf. @. 331.
3) Dusburg P. in. c 172. ®tt SKfcr. x>on Jöuöburg nennt ba«
©cbtet Kaiiowyn. @ö i|t W*|l »a^tf^eintt^) bie Oeßenb norbdftti«
Don ©umbinnen, »o ber IBerg unb ba« IDocf Jtattcnau ttegen. *en*
ncbetßct ßanbtaf. 0. 331 ffi^rt beibe no(^ unter bem Flamen Cot^
towen ouf. 2Cn bie »urg Öt^oli^ien ober Öt^oli« erinnert fein djnt
X lii^et Sriame mc^r. JBuca« JDaüib ». V. ®. 3.
4) Dusburg P. III. c. 171 nennt e« teiritorium Rethowi; dB
SOlfcr. beö 3Du«bur0 Wvnt aber ri^tiß«« Rechow au lefen. 3>ct ^am
beutet auf bie ©egenb »on SBel^lau bin, In »erd)er me^e Orte wä
Flamen 8«diatt liegen. @rwäf;nt »erben au3brücf(tc^ %mx »urgen in
Wefem ©ebiete. ßucaö JDäüib SB. V. 0. 3.
5) Dusburg P. HL c. 175: Nadrowitnc liabuerunl magoam
p<Aentiam arraatonim et plures miinitiones.
6) Dusburg V. III. c. 72. 170.
\
9labraueii. 501
von in)etl[)unbert Kriegern l^alten tonnte ^). S)ie @age cr^
ia^^It/ ba^ lE^iet einft bcr Sanbeöfurft t>on 9labranen ^arnid^
U)ig)Cid feinen äBof)n|t6 ge][)a6t/ unb auf eine |)6^ere S93icl[)?
ttgfeit beS £)rte§ fc^eint aOerbingS auä^ mand)^i 2(nbere
^injubeuten *). «Ferren biefer jSBurgcn xoaxen bie @blen
be§ £anbc§, benn anä) \)Ux ragte ein teid^erer unb üornel^--
merer ©tanb über baS übrige Seif l()eroor *). 2n feiner
9laturbefcfeaffen^eit unterfc^ieb \iö) 9?abrauen t>at>nxä) üon
ben bisher erwal&nten Sanbfc^aften, ba^ eS fajl gar feine
@een f)ütU, befio reic^lid[)er aber mit grofien unb bic^tüer-
u>a4)fenen SEBalbungen bebest n)ar. (Sine bebeutenbe SBalb^
tptlbni^ / bie und nad^mal6 unter bem Stamen beö ©rau«
ben genannt n)irb^ jog faft burc^^ ben ganjen 6f[(idS^en S^beil
ber Sanbfc^aft bin/ (ange Seit bie S3el()aufung vieler railben
Sbiergcfcbtec^ter %
1) Dusburg P. III. c 173 nennt bie SSurg CaminUwika ; an*
bere Kamcnswik. ^er £)rt ^amdwif Ui Snfler&urg würbe an fcb
f4on bie Sage btefcr SBurg fe^r genau be^id^nen^ menn nic^t tkud) bie
Ueberbtdbfel altec IBcfefHgungen am jcftt f. g. Äam3n)i!u§sSBer0e beut«
lidb barauf ^\xm\t\txi. 5Der Sanbrat^^ bf6 i^etfe« b?nd^tet barüber gols
genbe«: //^er SBer0 ift ein ^o^^er ^aVi, ber bie nad^ einer florfen
JCnümmung ber 2(ngerap)) h\i auf 100 Su$ ft4 nft^rnbe» flei(en ttfetr
bei 8^<ö oerbinbct unb fomit eine «^albinfel von ber Sanbfeite befe«
^'get. 3n einer (Entfernung t>on 50 ©df^ritten t)on tiefem «^auptmaUe
na(^ ber SBinnenfeite ift Ut .^albinrel burd^ einen \z%\ noc^ 15 guß
tiefen Kraben burd^fdjinitten , ber ju beiben (Seiten ftcf^ in ben fieilen
Ufern bed S(u|fed üerliect. 2fuf bem SBerge felbfl !ann \>\t alte ()eibnis
fcbe SSurg unrndglit^ geftanben ()aben , ba ber Siaum oben t)iel gu be<
l^vdnft t|l; hvt ä&o^nung beö Surften muf alfo inner{»aib bei tiefen
(grabend unb bed SSuaUed gelegen baben. ®onft iyit man auf bem
Serge mand^erlei 2C(tert^ämer , ©treitijrte, dringe, ^Dtän^en/ Sob^en^
^onen gefunben."
2) Pisanski Disputüt. de montibus regni Prussiae notabiliorU
bus p. 17. SBerner ©efammelte 9?a(^ri(^ten u. f. tt>. 6. 203: ^U
fiorifc^e 9la(^ri((t «on bem cm ^reuff. 2Cmte 3n|lerburg bei ^ame^wid
gelegenen ^^lo^sSBerge. «^ennigd )£opograp^. ^iflor. IBefc^reibung
9on 3nfterburg. ^6nigdb. 1794.
3) Dusburg P. IIL c 170: Plures de Nadrovia viri potentes
et Nobile«.
4) .^ennebetg^er 8anbtaf. ®. 143. 331.
r
502 ®atn(aiib.
@ a m I a n b.
3m SBcjten iRabrauenS (ag b(e je^nte San^fc^aft <Sami
lanb. SBenige 9lamen au8 bem Ütotben ^aben 6i8 in hat
l^ol&e 2(Itert|)um hinauf im fRnfimc bet 9tenfid^en fo ^oc^
geflanbett; faji (einer (lat in fo entfernte SSißer iinb fo
entlegene Sanber weit f)inaud deg(än)et unb ben dattber» .
glanj feines ^eimät|)li(^en SrjeugniffeS, beS jBemjietne«, in
fol^er 3Crt auf ftcf^ }urttd(genommen/ wie ber 9lame (5am^
lanb$. steine Sanbfd^aft 9>reu{fen8 iji t)on fem^^ertommen^
ben Sremblingen mebr befuc^t/ (eine warb in i^ren ®es
f4^en(en ber 9latur mebr beneibet, (eine ift burcj^ i^re
®^id^aU in ben alteren Sa^r|)unberten beS ^eibeiit^umS
ber ®efi^i(()te wertl^er unb wichtiger geworben / al9 btefe.
steine aber ijl enilid) in allem/ wad in Sinbem unb S6U
(em {tdj) jnbem unb wed()reln (ann, aucb me^r umge^altct
unb umgewanbelt/ ate gerabe fte. 3m XOgemetnen waren
freilidi^ bie ©rjnjen @amlanbd meift immer biefefben ge?
biteben: im äBeften trennte eS bie Seime Don 9{ab?auen;
im @uben ber $regeU@trom unb baS Sfrif4»e «^aff t>on
Statangen; gen Sftorben unb SBeften umarmten e< bie @ee
unb baS iturifd^e «^aff. Xber benno((^ war baS flSilb, weU
d^eft ^amianb in ben Sagen beS «^eibent^umö barbot^
gan} anberS al$ in fpjteren Seiten, jumal in feinen we^
liefen Sj^eileU/ wo bie jebrenben unb }erret^enben @turm$*
gew^lffer ber £){ifee unb beö Srifd^ien «£)afe8 bie it&^enge^
genben fafi ind unglaubliche oer^nbert ^aUn'). 3n ber
3eit n&mliif, Don welc^^er wir l^ier reben^ alfonoc^ t)ar beS
Seutfd()en £)rbend 3Cn(unft unb felbft noc^ in ben erften
Saf)tief)nten feiner «^errf^^aft war bte hfttiöfe JBefc^affhu
1) fl^anc^e gute SBemrrfungen (ierdber, To »ie äber^tq^ über bte
(Srbobrrflic^e ^amlanhi ffnbet man in einer TCbtianblnng Don fßrebe:
{Rtneralogif^ ' deognoflir^e SBemerfungen über bie oftprenfT- |)roo{n|
^arnlanb im Mniq^htt^ev 2Cr4iit) für 9(atucn>tf1enr4. unb SJtatbeniatK
IB. JL C 41 f. Sßrebe flimmt in manchen feiner ICnfic^ten mit ber
fcü^r aufgeftelltett tDleinuna über bie Q^tfie^ung ber Chrboberp&^c
yceuffend obttig übetrein.
\
ISamianh. 50.1
Uit beft 9rtf4ien *^{fe4 offenbat gan} anbert^ M in fpj?
teren Sagen. 3n ber 9tic|^tung t)on Sod^labt unb ^tOfau
^er&bet ge^ JBranbenbuvg unb Solga (tn, ba wo ie^t
ba< ®eto2ffer bed «f^affeS tief in baS 8anb e^toitti (etein^
gebntngen ift/ n>ar bamaU nad^ ftc^eren S$ett)eifen alle<
nocb fefieS iani, auf welchem gemetbet ttnb Qtpfl&it n>arb.
9lan ging anf feflem ©runbe oon bet ©rdnje (StmlanbS
unb t)on bem wefKidl^en 9latangen bi0 an bie fäbweßlicbe
itAfle i>on @amlanb. 6& tt>ar fonacb n>eber iene tiefe Sbu6)t
t^ori^anben/ toM)t hai «£)aff ie|t Don X(t«|)iOatt biS nad!)
8if(^b<Kufen bin tinb n>eiter ofhodrtS biCbet/ no(b f))tang eS
in ber anbem Sänd)t natb £){ien in ber 9{i<btung gegen
it6nig0berg fo xodt t)or. Sex 9tegeU@trom munbete nicbt
»ie je((t bei ^olflein^ fonbem n>eit mebr n>e{lti(b bin inS
Sfrifcbe *^af. iDort nabm er ben 9tamen Sipye an unb
bilbete an feiner SBänbung ^nen feinen «^feu/ beffen un^
ter bem n^mltcben 9lamen enoilbnt n>irb. 3n fokber SBeife
grdnjte a(fo ba5 füblitbe @amlanb unmittelbar an 3tütans '
gen unb mabrf(bein(i(!b aucb nocb an ben jufierflen norb?
toe{ili4^en Sb^il Don SSarmien. ibiefeS fpiUxl^xn burcb bie
an))raOenben Sturmgew^ffer bed «t^affeö unterfpulte/ jerrifs
fene unb enblid^ Dillig Derf^memmte unb untergegangene
8anb geb6rte jebocb ju feiner ber eben genannten Sanbs
haften, fonbem e0 n>ar ün Sbeil bed ebemaligen Sitlan«
beö, beffen ^tarnz in ben früb^ren ^üUn xodt na(b ®Ab«
toifttn auSgebebnt gen>efen / nun aber auf biefen fkineren
SanbeStbeil juriidfgetreten mar. (Sr b<ttte ficb Üi auf biefe
äeittn erbalten unb ti f)u^ beSbalb aucb bie mefllidS^e
®r2n}e, mo biefed Sanb bei &o(bftibt enbete, nocb lange
Seit SitlanbS :^£)rt, b. b- SBitlanbS^Snbe '). 60 tn&p^
ftcb biet in @amlanb an biefen 9lamen bie Stinnerung
1) Sötn btplomatir^ ^tfä^i^tliä^m SBewetI übet ba< einffanolige iDd«
fei^n btefe< tanhei Uefttü xoix in ber SSeifage Nr. VIII. Sßrebe in
ber enodbnten TCb^anblung berührt biffe im Guben erfolgten f^tofen
akrAnberuttgen ni<bt; et fptiibt nur über bie im fSkjlen unS tm 9tcts
ben Ckimlanb^.
504 @am(anb.
. iener aUen bunfelen Reiten ^ ba bie Sta^t ber fBiUn c^cr
9 @amlanb ^in ben Flamen t)et(te|ien. *
9Bie ISiter aber bte ®e»(ifret beS «£)afeS btc ®e#alt bH
Sanbed im Saufe ber 3ett fo iinjjlid) Derdnbert/ fo loacb
in s(ei4)er äBetfe bur((^ ben ifter fo gett)altigen Vn^urm
ber aReere^jIutben bie »e|ili4^e Mp @amlanb8 im TEb^
laufe ber 3alE)r]^unberte bebeutenb umgen>anbett, benit ba^
@tranblanb lief in früherer Seit offenbar betra^fltc^ weiter
nac^ SB^jfen fort unb n>o Ul^t bie Sßelt ber Sifc^e fptett
unb ber SSernftein in gr&ßtem 9iei4)tl^ume aui ber ge^tnu
nifooUen SEiefe M SReereS )u Sage fommt, »ar cinp
mali meilenweit no4^ fefteS Sanb. Vber Saufenbe Don @ees
{lärmen unb ber ewige %npxaU ber fEReereSwellen untere;
wul}lten, burc^gruben unb 2^^^<1T«n 3al^r|)unberte (itnbun^
ben fejien S3oben me|ir unb^e^r, unb entführten fomit
ein Sanb/ t)on welcl^em nun feine @^r jurüdFgeblieben t{i ^).
Unb fo l^at unter gleicfien SBimingen be$ SReergeto^fferS
^ anö) @amlanb6 n&rblid^e ittüfie gleicl^en bebeutenben Ser^
anberungen unterliegen muffen, wie fd()on jeglidiien bte Ses
trad()tung Jener @tranbgegenben felbfi überjeugt^ wenn auc^
au$ jenen Sagen, t)on benen ^ier gerebet, feine gef^td^t::
licf^e äengniffe ^ief&r mebr au^uweifen ftnb ').
fl3li(£en wir aber auf @amlanb6 inneren äuflanb tn
bamaliger S^it, fo ift aucb ^ier im Ttblaufe ber Sa^r^un^
berte man^eö ganj anber6 geworben, ^afjlmäft @een ftnb
oertrocfnet unb wo fonft große ®äm)9fe unb 9Rora{ie*)
1) S^dt. hit ermd^ttte Betloge Nr. YIII. RappoU Mediutio epi-
stolar.^l« origine succini in littore Sambiensl p. 6. f^tfanif i fßes
merfungen aber bU £)jlfee 6. 47. t>. <&off ^efö^i^te ber ®rtobecfIdcbc
S. I. G. 73. U'ebec bte geognofüfcben ißemtift fär ben Untergang bte«
fed bebeutenben 8anbflrtd^$ DgL Sßrebe in ber erwftbnten ICb^anbf.
®. 47. ff.
2) ICbet bte 9latur liefert ^ie^vi fBaotife; f. Sßrebe a. a. £).
3) (SS liefen fi<b ()t^f^^ <^ue urfunblicben 9la(brt(^ten Selfpiele
in fDlenge anführen.
^beti/ bli^t ie^t bem Sanbrnanne bet ®egeti fetiwc %xs
btit. @tofe Sanbdcbtete iDaven t>aniaU nod) mit Ij^o^en
unb bunlelen SBalbungen bebedt, bte ^reuffenö binnen::
lanb gegen bte @tttrmn>tnbe auS SSSeften unb Sterben n>eit
mebr fd^u^teu/ aK nun gef(i;^Ui;)t. <So lief im SSefien bei: Sanb?
f<|Ktft ber große bejüge SBalb, in befTen Snneven bet ^eilige
@&tterft6 gZomot^e (ag/ )>on ber außerften 9lorbf u{le bur4^ ganj
@am(anb l^inburc^) biS ^exab an baS Ufergebiet beS Srif4ien
^affeS 0- Rubere grof e äSalbgebiete gingen in wäUt Tluis
bebnung t)on SBeften nadt^ iD{len fort, aUe ber 2(ufentiiiatt
milber 3^bicrgefdS^Ie(()ter; nocb ^ümmt an6 jenen ä^Un baS
in @amIanbS SBalbungen Ijiaufenbe (Slenbt^ier. 2(uf ben
^6ben bed SanbeS flanben alte {Bürgen/ S9$olE)nft^e ber
^uptcx unb (Sblen ber Sanbfc()aft. (Sine fold^e trug ber
giinau/ fcf^on in alter Qeit aucb ber ©ailgarb ober @atgar^
ben genannt/ auf beffen ©ipfel bie ®age fd^on SßibemubS
®o^n @amo eine S3urg )U feiner Sürflenbel^aufung erricb^
ten lafit ^). TLuf feiner ^hi)t , meilenmeit xn @amlanb unb
9latangen gefelS^^U/ feilen jur 3eit friegerifc^r ®efal()r bur^
auflobembe^ Seuer bie« 3eid[^en jum friegerifcf^en 2(ufjianbe
beS Solfeö unb atö 3(ufruf ber äBe^rmannen jur SSert^ei^s *
bignng bed Sanbed gegeben motben fepO/ menn ber an ber
itujle getanbete Seinb }u 9taub unb 9)länberung tnd Sanb
bereinftflrmte 0* ^<^S ®ebiet ringS um|ier/ mo^c^einlic^
1) ®. W SBetlage Aber bad {»eirige 9lomot>e Nr. IL
2) eucad S)at)tb IB. I. @. 60 ragt: ,/(Sr (€{amo) baioete auff
einen me^ttgen S^anbbergf; bec bad metfle befd^üttet n^arbt; eine fefie/
bte nannte er ©aütegarwo." S)emno(^ war bec 9tame ©atlgarb ober
®al0arben Te^c alt unb |5(^ft »a()tfd^e:ntt(^ ber urri>rändnd)e / benn er
ifl dc^t altpreufftf^. SBie f^on ertodfint, bfbeittet garbs ober garbe fo
x^lA M JBerg unb ed fommt biefe^ Sßort in aufammenderelten Flamen
yreußenö unb befonberd ®amlanbd, namentlich in bergigen ®egenben
fe^r ^Auftg ))or. @o^ ber Laygegarbs in beriRd^e ber alten SBurgäie»
genberg/ feener Mantegadbs, Lulegarbs, Lappegarbs, Smaidigarbs u. a.
3) «^enneberger ^anbtaf. @. 136» PUaruki de montibus
regni Pnia«. notabilioribus p. 12. gab er gef(^dj)tlid^ 9la(^(|tett
506 ®ain(anb.
fo roeit cd bem Surften aitf bem ©algavben a(8 etgeti )tir
gel^6rte^ l^te^ baS 9ltiiauer «.Sanb 0* Vuc^ }u SKebenau
fcf^eint eine foUf^e jBurg gejlanben ju baben, ber Stamme
ff^ unb 9Sof^ncxt eine« ebleii ®ef(^(e(|iteS/ bie Sanbeyne
gel^etf eti/ bereit 9lame natfymatt in Ui Sanbed @ef<!^t4^te
)U l^oliem 9lubme gelangte. @te waren |>erren beS ®€biti
ta Don SRebenau ^). Xnbere eble @ef4»Ie(^ter , aU bie <Su
t^apne/ bie XaxioUn, bie Qrepbower^ bie ®9fen, bie aSay?
boten u. f. xo. be()errf(^ten Don i^ren IBitrgen ^erab bte
ganbgebiete Don £luebenaU/ ®ermaii/ 9tubau, SBalbou,
(Sahnten , ^onounben , Sapiau itnb onbere ')• ^^t Surg
@ttgurben/ ba wo ie|t Sapiau liegt/ unb ber jBurg- bei
9lubati, fo n>te ber Sblen^ biz bort fafien/ wirb auSbt&ds
lid) enod^nt ^). Sngleic^en werben aucb &äfaUn, SBats
gen, ^obeten unb ißztben aU folöft etnjctne Sanbed^iie
in @amlanb genannt ^^ ^i ^'^^ f^^i^ ^i^f^ Cint^i«
lung ber &anbf4^aften in einjelne (Siaugebtete nirgenbS fo
f^Kirf unb Kar b^roor^ atö in ber Sanbfcbaft ®amlanb. @ie
waren fonber 3toeifeI inSgefammt baS (Sigentbum folc^r
eblen Familien, wie fte ebm genannt ftnb. & mocbte ober
wobl f(^werlid(^ einem fiSebenten unterliegen, ben Urfprung
biefer ebleren ®efd()le4lter @amlanbS in ben &dfidiaUn )u
t)om 9altgarbenfd^en i^erge in ben IBdtrfioen {ur Aanbe 9)rett(fai6
fd. IV..®. 122.
1) JDusbwrg P. in. c. 105 — 106.
2) Dusburg P. III. c 70 ermd()nt biefed (Sefdftle^ted unter bem
9tamen Candym; gens iUorum, qui dicuntur Candym. Xui Urfauu
htn ober er^Qt, baf bad ©efcblec^t Candeyne fftcf unb bei 9{ebenan
feinen @i| ^atte.
3) Dusburg P. III; c 70. unb urfunblid^e 9(a4ri(^ten quI alten
Gamldnbifc^n SkrTd^reibungen.
4) Dusburg 1. c. jDie Bur^ (Sugurbi '<yber @ttgurben foff no4
im 3a(;re 1262 ouf bem je(t T 0- G^Iof« ober ^olbberge bei Sopian
geftanben ^ben. Slodji oor wenigen Sauren fanb man bort CSpncrn
alter SefefH^ungen unb ein S^l Ui alten Surggraben« ifl bo4 je^t
(t<(tbar.
5) Dusburg P. UI. c 102 — 103. Cefier au^ m Urfunbcn.
&amtanb. 507
ffnben, toüifen biefe 8anbf4»aft f4^ott tu frä^n Seiten l^ite
unretitegcn m&ffen. Senn e^ waten tiefe opme^meven
<^mn beS Sanbe^ offenbar nidi^tö n>eiter, afö bie 9la4^
f6mm(inge jener @(anbinaDtf(^en JtriegStiotben ober beren
Vnful^rer, bie ^ö), wie früher btxi^M, beS i^anbeS bemei»
^ert, bie bewaffnete SBe^rmannfcl^aft ermorbet, ba$ Sanb
nnUt ft(b getfieilt, iai übrige 8otf }u @e|iorfam unb
£>ien{tbarfeit gezwungen , ju il^rer ®id)txf)tit ^ auf ben
^iten beS SanbeS fejte JBurgen erbaut unb in foldl^et
SSeife fiöf atö Ferren beS ianUi feflgefe^t Ratten. S)ie
@prifiltnge biefer Gröberer t^attzn bie «£>errfc|^aft über bie ben
sitern jugefaEenen 2anbeöt^i(e, jene genannten ©ebiete, toon
®ef4ilecbt )u ®efc|^le4it aufrecf^t ju erl^alten gewufit Xld bie
@ebieter unb reidj^flen Snbaber beS Sanbe« biefien fte bie Sbs
len unb at$ 9la4^imnilinge jener @fanbina9ier mochten
fit gerne burd^ einen 9lamen an bie einf fo md((^tigen
@tamnio2ter ber ®ot^en ober SBiben erinnern unb nann»
ten ^ bie SBit^inge "). Xl^ .^erren be» &anbe< waren
fte nur i^rem @riwe }u {Romobe untergeben, benn eS xft
niö)t toa^rf^dnlx^, bafi über @amlanb in biefen fpiUwx
äeiten noc^ ein befonberer Sanbedfärfl aI8 iDbergebieter get
^rrf^t llabe. <5ie kxUUn jur ^it be$ itriegeS bie wel^r^
1) Ueber tiefe f^it^in^e ogt. * meine Vb^nblung in ber Q^eT^l^^te
ter Sibec^ren « ©efettfcb. in ^reuff. @. 204. 3Dte SBe^uptung aber tfl
bier neu, ba| hu SBit^inge hU ^bfimmlinge ber etnfl in ^amlanh ^
{anbeten Gtattbinaotfc^en GeerAuber ober jener feefa^renben Adegdfc^aa«
ren waren. 3n Betreff ht$ IBeweired b<crüber htiie^t id^ miöi auf ba<
fcä^r aber jene 9{aabra(irten anr &tt (Sefagte. di tfi aber biefe Bei
^nptuttd wo^l um fo loit^ttger, ba W> burd^ f!e au^ bie legten an«
aufUMt(b fibeinenben gragen unb 3»etfel b^ben, bie in jener Vb«
banMnna no4 uner5rtert blieben; benn e0 wirb nun (ei^t begreillic^,
UKirum fte SSi^inge bitf en / warum fie aucb nobile« genannt »erben,
(C 22Q, femer »arum man fie mit ber Benennung antiqui et primi
Withittgi unterfcbieb (6. 227), warum fte gerabe auef^Kieflicb nur in
€lamlattb gefunben unb M bie oornebmfien «ßdupter ber obengenannten
^btete angefeben würben (€f. 213 ff.), warum ber Orben fte fo oor«
Ittglwci^ begftnfKgte unb bcMrre<j^tigte u. f. w.
.S08 @amUnb. ®<l^a(aueit.
^afte SRannfd^aft; auS il^nea n>avb alSbann au4^ ber oberße
SetblEierr cnoä^It, ber n>ie einft ber SanbeSf&tfi atten ütbrigen
Dorjianb 0- @o ^<^i^ ^^ <^Ko/ w^nn man fo fagen batf^
nut ber retd^e unb tnid^ttgcre Xbel/ ber eble, freie Sanbbe«
fi|er/ ber gebtetenbe «^err be0 einjetnen ©ebteted^ tvelc^er/
jeber nad^ eigenem SBunfd()e unb fBiiUen, ben i^m jugebi-
rigen Sanbe^tl^eil bel()errf(^te unb über feinen ®autf)eil bte
SSerwaltung fölSirte. SSer fonfi in feinem ©ebiete lebte^
biente if^m atö Untergebener unb ali frieg6)^i(^tiger
8BelS)rmann ^).
£te elfte ber Sanbf(|)aften enblid^», @(f)alanen genannt,
fcirieb an if)m fäblidS^n ®r inje ber SDlemel < @trom \>on
SftaixavLexi; im SBeften begrdngte fte baS iturifd^e |>aff;
gen £)f[en lief fte mal^rftbeinlicb bi^ an bie @n)ente. SSte
xozit fte ftcb aber im 9lorben binaitf erftredte / ift für biefe
Seiten niä)t gu beftimmen; .boc^ n>arb baö ®ebiet Don
SRemet biefer Sanbf^aft no^ jugeredSinet 2>ort gr4n)te fte
hfüid) unb nörbtidS) an ^amaxUn unb jum Sb^il an ÜU
tl^auen '). Zuö) biefcd Sanb xoat bamali fcf^on 1)u unb ba
mit ftarlen IBurgen verfeinern ®enannt wirb eine foU^
auf einem fiSerge bei 9iagntt/ xoo nadj^maß baS £)rben85
J^aui gletd()e8 SRamenS erbaut tt)urbe ^). @d(^on burd^ eine
1) jDer bei Dusburg P. Tfl. c 84 ald 2CnfA(rer unb itrieg^upt
genannte Glande war ^bd^ft wa^xfä^tinUd) ber im VriDitegium ber oU
ten aSttbinge (in ber emdbnten 2Cbbanbl. 6. 214) M SBitbins ange;
fä^e Glande. 3Cnbere »eifptete f. G. 319.
2) jDarAber bad 9idbere, »enn oon ber Untertoerfüng 6amlanb<
bitrdj) ben iDrben unb ber nad^maligen fBedönfitguna ber SBtt^tnge
bttr(b bte £)rben$:a{ttter bie Siebe ifi.
3) JUtne ZXtitUe giebt über bte ®rdnsen bieTeö 8anbe< nur crgenb
genaue 9(a(bn<bt; auf bte Angabe Ui 8uca< jDavib B. I. 0. 65 t^
nicbt fottberltdf) gu bauen^ unb«&enneberger &. 410 weif ebenfaffi
feine genauen SBeftimmungen au geben. |)rAtoriu< &<battbitbne
s. I. @. 19a
^ 4) Dusburg P. III. c. 176. 177. SDie Sttrgi wetl^f Dusburg
®(||alauen. 509
TCit t>on fBorbnrg befefltst^ l^atte fte in t()rer 91% noc^
mand^t anbere ®th&uU, ber erjle S3eg{nn ber nat^mali^en
®fabt Stagntt. Sine gwette S3urg bet @c^alauer^ an ber
SrJnge gegen Stttl^auen gelegen^ war @arefa/ ber SBo^n^
ft^ beö m^c^ttgen unb taipferen ^c^^afauifd^^en Jtn'egerS @a«
refte unb »a()rfd^etnlt(l^ iur SSert^etbigung ber (Srdnje ge$
gen baS xoifbt Soll ber gttt^auer errichtet 0- ®ine ber n>t(^^
ttglten %t^en beS ganbe^ war bte alte JBurg ®affatt am
Ufer eincS S^uffed gelegen; bo4^ tfi tf^re Sage unbefitmmt;
benn einige fud^en fte an bem gluffe @c^ie«je, ber ftd) in
bie 9lufi ergießet, anbere in ber 9li^e ber Snfler, wo alte
Sefefligtingen bei bem £)orfe @affu})5nen allerbingg auf
eine fiSurg ber beibnifdf^en 3eit binweifen *). @ol(|>er fejlen
fBurgen mag auä) biefe Sanbfd^aft no(^ melgire gebabt b^'
ben; aber 9lame unb Sage pnb in bcn f argen äBericbten
Aber biefe§ Sanb ni(bt aufbebalten worben. 2(u^ @cbalauen
fc^eint um biefe Seit feinen 8anbe«ffirffen mebr gehabt ju
r. 178 unter bem 9tamm Ramige önfötjrt, f|l feine anbere alö Äag«
nit; ber 9tamt Raraigc ift in ber Aufgabe »&ttrtfno(^« nur »crfWmmert
^6 älterer. bedge^.TCrc^. (latRagnita; ba6S3erltner fD^fcr.Ragaiiito
tinb Serofc^in Ranginte, e u c q d 2) a \) i b JB. V. S. 5. 8. &$ befxnben |i(^
aber au(( unfern oon Stagnit bei bem )Dorfe Gd^uppinnen nodf) Spuren
alter SBefefKgunöen, »ie e« ft^eint aus ber ^leibnifdjen 8eit.
1) Dusburg P. III. c. 181. Sßenn biefe ©urg @are!a »ieOeHt
ba^ je^ifle 0(^arCc unfern oon ©dielen ifl, fo ging hat (Sihitt be€ ba
maUgen ©c^alauend metter na4 Oflen ^in, M bie j[e({ge ^euflifd;«
Q5r5nse. iiucaö JDaoib ». V. 0. 9 fagt: bie JBurg ©areffe ^abe
gelegen ,,auf ber anbem ©eiten be« gluffe« SReniel, nemlic^ bie an
eittauen flößet."
2) Dusburg P. in. c. 183 bejetd^net bie 8age ber ©urg ni^t
weiter. yrAtariua ©d^lubü^nc SB. I. ©. 192 fe|t pe an bie
©4ie«xe, eftemalö 3pfc ober ©uffa genannt. 8uca3 »Daöib ®. V.
©. 11. fagt ebenfalls ober i^re Cage nid^t«. Swif^en ben beiben glöf,
4en ©menini« unb ©affuppe; fubJfllidi vom Äircfeborfc Jtrattpir<!)fen
an ber 3njler, liegt tin mit «Jatt unb ®raben üccfeöcncr SBcrg , »om
»olle ber ©(^lofberg genannt, eine alte »efefligung i(l biefe« o^ne
Smeippl unb ber S^amc ©affupönen Knnte ouf ©offau Mnwelfen ; als
lein biefe O^enb liegt eigentlich fd^on in 9{abraucn.
510 fBetfaffung unb bftrgerdc^e JDrbnung.
^ben. Sßir l^6ren nur t»on mebrcn m^c^ttgen ^mn, bte
aber ianb ttnb Solf geboten unb aber fein @4^t<ffa( Der^
fftgten; ali fotd^e n>erben genannt @ui^ni8, SutSbcta unb
©urbeta 0- 2(u« ber Qaift bjefer t^omebmeren Sanbe^r^r
ren cmitjlUt mm ben Selbberrn; ein folcber war @Iinegcta
ober @tenegaube »). SStcbttge Serb^Itnifpe berietben bie
j(teren SRinner bed SSoIfeS in berufenen Serfammlungen,
wo fte iugleicb jur JtrtegSjeit bie Jtrieg6(eute nacb ibrcr
3abl unb Sä4^igleit erforen unb ibnen ben ats Sibter t>or<
feiten, bem fte }u Xampf unb Jfebbe fofgen foOten').
(Sonacb wirb jt(b aM bem, waS' biSb^r Aber bie ein«
{einen Sanbfcbaften gefagt ifi, wenigjienS im XDgemeinen
ein Ueberblid unb SSegrif t^on ber bamaligen auferen Se«
f4yafenbeit unb ®ef(alt be6 SanbeS gewinnen laufen. S>te
jQueKen aber, auS benen wir )u fcbipfen genitbigt ftnb,
fliefen m'el }u bärftig, biet }u tr&be unb biet ju entfirmt,
als ba$ ed m^gti(^ w2re , bie Za^ ber fragen )u l&fen unb
bte S)un{elbciten aufjubeUen, bie bem Sorftber uberaU cnU
gegen treten. @o bleibt au4y ^ier unfer SSiffen tmmetbar
nur ©turfwerf.
9ti(bt minber fcbwierig unb t>ieDei(bt no4y fcbwierigcr
ijl eine aucb nur in einiger «^inftd^t genaue unb Hau X>at^
fleltung t)on beö &anbe6 inneren SSerbaltnifTen, bärgerli(ben
£)rbnung unb etgentlicben SSerfaffuug. ÜRancbeS, wa8 bie«
(en ©egcnftanb berührt, ^at fcbon frA^er ^ie unb ba in
1) @o Busbwg P. ni. c 183. (Sine alte «^aubfcbr. naM ftc
Surbantz, Swucete unb Surdete; Suca9^at)tbS. V. 6. 12GllC«
\>axf%t Gwifiete unb Gaebete.
2) jDen erflim 9tamen bat Busburg c 180. 2)a< atte SUfcr.
bagegen Stenegote; To au(b Cucad S)aoib S. V. G., 9; ba« Seifü
ner SXfcr. von iDttöburg Stinegota. 2)ad dttcbtigfie [(belnt mobl ^^-
negaudts {u fc^n, benn bfefer Stame fommt in alten 6am(fob^(bett
IBerf^reibungen febr bAal^g vor.
3) darüber gfebt Dusburg P. in. c. 179 ehiigc Xnbetttunsen.
Setfaffttttg uttb 6&tger(t(^e jDrbnuns. 5il
biefem ffiette Cmi^nung geltmben unb lonnte bM, um
baS S)ttntel etnigennaßen in einjelnen Stfdi^inungen auf^
intl&xm, ni^t f&glt^^ übergangen wevften. ffiir faffen jene
3Age ^ier jum ®an)en etneS IBUbeS }nfammen.
Zn ber ®))t^e ber einzelnen Sanbfc^aften fianben anäf
ittit no4^/ tote fc^on in früherer ätit, iwti leitenbe unb ge^
Metenbe £)ber|i^tt)»ter/ beren etnet att oberfler SanbeSf&rft
ber Steift ober Jtinig/ tai anbere ber ®riioe l^tef. 3eber
biefer ffttlH war nur ber oberfte ^err fetner einjelnen ganbt?
Maft unb galt a(S folc^er gegen bte äbrtgen für t>illtg unsr
abli&ngtg 0- hieben t^m aber flanb in ieber Sanbfci^aft, wie
eS fc^eint/ ein ®riwe^ ob i^m borgefe^t/ ob i^m unterge^
otbnet ober ob in g(ei(^m Vnfel^en unb gteidt^er VXadft
neben xf)m gebietenb^ !ann feiner beftimmt me^r fagen.
2>ie ee^au)>tung aber beruht ofenbar auf 3rrttium unb
3IKft>erflinbni0 , baf ein einjiger ®riwe/ ber iDberpriefier
)tt 9lomot>e / beffen ®eboten im ganjen Sanbe ber ftrengjie
®e^orfam geleifiet worben fepn foQ/ au6) immerfort unb
1) )Daf for<te 9ttiH in 9)rniffen f^on in Alterer dett oor^anbcn
»aren^ ifl frä(fec hmiefen »orben. Zbet au^ tn btrfer ieit fianben
jie no(^ qU «^dupter ba. Busburg P. III. c. 5» ber feine 9ia(i^rtd^ten
Aber bad Solf auö ber 3ett nabm , M ber ^eutfcbe Ctben int 8anb
trat, erwAbnt i^rer auöbrücfti^ unter bem 9(amen Reges unb, n>te mir
feben merben, au^ unter ber SBenennung Capitanei. Hhzn fo Cuca<
SDaoib S3. I. €^. 138/ toelc^er bte IBenemiuttd pfStmxqt" a\^ tbren
eigent^ümli^en 9tamen anfährt; ogL bie Xnmer?. «ßennigd @. 139.
3m yrtDilegium oon Sartenftein fommen fold^e Steffi , freiUcb in einet,
grofen Umwanbtung it^rer S3erbA(tniffe, ebenfalls no(^ t>or, inbem eö ba
%^it; S\ Pniteni sub regihus PrutenicaUbus residentes et alü
Pruteni advenae adTenientes in supradicto ciTitatis judicio czcesse-
rint seu duzerint contendendum, cives ipsius cmtatis ipsorum cau-
sam prout |ustum fuerit, judicabunt. ^a$ btefe Wüt^ au(^ ber (9er«
monif^en IBerfaffung entf|)re<^en, ffi frA^r f(^on berA^rt; ogl. aucb
Sartf^ö iDeutf^ranbö Urgercbtc^te S. II. 6, 395. Buben O^er^ic^te
be« jDeutfd^. S3olFe« 93. I. ® . 5t4 vermutet »o^( ganj rtcbtig , baf
ber 9iame aeei!^ ober Steififla ber dltejle unb urfprAn0rid)e fAr *^errs
f(^er getoeren un> bie SSenennung J^ning, Jtonung, StVivX^, S^hnx^ er#
rpAter bttr(( bie (Srbli(^feit ber «ßerrfc^enoArbe entftanben fe^.
512 Serfaffutts unb b&t^ttli^t jDrbnttsg.
in atten Seiten mit gleicher Wla^tfiUe ber £)6ev^rr aDet
9tet{6 beß SonbeS gewefeh fe^ unb über aOe &anbf(^aften/
felbfi bis nad) Sitt^Htuen unb £it>lQnb feine SRac^^tgebote Iktbc
au$gel;en (äffen 0* 3CHerbtn<(6 gab eS eine Seit / in n>ek
d(^er ber iDberpriefter )u 9lomot>e biefe SuOe t>on SRac^t
tinb ^nfel^en befaf; biefe Seiraber \x>ai langfi t>oruber
unb im ablaufe ber Sa^r^unberte l^atte fic^ l^ierin aU
M gejnbert. ^olgenbcS möchte, über biefe Umn>anblung
ber aden SSer^^Itniffe unb &ber bie Sntfte^ung unb (SnU
n>i(!elttng ber neuen Sage ber 2)inge bieKeic^t einiges iiö^t
verbreiten unb mand^e fonft bunfele @rfid[)einungen ettoai
nd^er aufHdren.
(SS gab tine Qcit in ber ©efd^idt^te biefe« SSolfed —
unb teiner, ber nicbt baS Bttö)t ber @age im itiä)i^tli6)tn
(Stebiete mit itiä)t^nn vertreten rciü, barf ffe lecf fjinxot^i
Idugnen — , in welcher bie SBermaltung ber Ser^Itniffe
bed SanbeS jur SriebenSjeit t)on bem 3Cmte ber ^riegSfii^
rung infofern getrennt mar^ aI6 ein aQgemeineS JCriegS^
obei^aupt ^ur Seit dunerer ©efa^r aQeö baS (entte unb
leitete/ mad jur 2(bt9e^r bed f^einbeS unb ju be6 SanbeS
^i6)er\)eit inxö) ÄriegSmac^t unb 3Baffengen>aIt nur irgenb
bienen mod)U, SBir fa^en, bafi 9Biben>ub alS SBe^renfüb^
rer ber SHame biefeS friegerifcl^en »^au^JteS war. 2)e5 Han-
beS innere SSenvaUung bagegen fu()rte inxd) Qxfä^xunQ be§
XlterS unb bur4) ))riefterI{(()eS 3Cnfe^en im SSolFe ein boc^
geachteter iOberric^ter/ ber jDberpriejier ©riwe, beffen92amc
fci^on auf feineö 2Cmteö äBürbc unb Söefiimmung ^inteutete.
SBir fal)en aber baS 2Cmt jeneS allgemeinen ÄriegSoberbauysr
teS untergel^en / fobalb bie ©efa^r bon au^enber vorüber
unb bed SanbeS @i(|)er^eit nid^^t ferner me^r bebro^t nnir.
SBir fa^en bamal6 audi^^ tvie bie einzelnen JSriegSfA^rer ber
aScI^rmannen ber Sanbfd^aften an ber @pi^e i^rer SBe^ren
fernerl^in noc^ \tcf)en blieben, wie ffe nun, bem aÄgemei*
uen ÄriegSfnrjlen n\6)t mebr untergeben unb untergeorbnet.
1) Dusburff P. HL c. 5.
m
aOetfafftttis ttttb bflrgetnil^e £)rbttung. 513
frei in il(^ren ganbfddaften ia ftanben ttnb unter bem ^men
Don Steif d/ «^errfd(^er^ ©ebieter ober £&ntge ^a& JCrtegSge^
bot über bie SBe^rmannfc^^aften i()rer ©ebtete aOetn unb
unabhängig in Uftix «^anb btf^iüUxt. 3n btefer SteQung
nun blieben fte ofyxe 3n>eifel a\ii^ fernerhin; ber So^n unb
Sntei trat l^in, n)0 berSSater unb ttrbater geflanben Ratten.
Sie «^auptbefc^dftigung i^red %mM ali Sanbe^furflen blieb
}ttmei{i immer, voaS fte urf))rungli(l(^ gen)efen n^ar, nämlich
bie ^riegdfu^rung unb bie Sanbeötoertl^ibigung , unb aU
fo(4ie erfi^eint fte au^ fe(b|i no^ in ben Seiten, \>on xoeU
4Kn ^ier gefproc^en wirb; e6 erfd^einen lene &anbe6fur{!en
befi&nbig unb l^auptfac^tic^ immer nur atö JCriegdoberflen,
«^auptieute unb «^eerfu^^rer. @olc|^e waren 6obrune unb
|)9opfe im ®ebiete SBarmien^, ein foIdS^er Xitico in ber
Sanbfdl^aft Ütabrauen, ein fold^er ©obutfe im Sanbe Satans
gen, ein folc^er, aber gewählter AriegSoberjl war ®lanbe
in ©amianb, ein fotd^er 2Cutume in ^ogefanien, tin fbb
6fex ^xMti im ©arterlanbe u. f. w. ").
konnte n>ol&( aber eine fo n>id[)tige (Srfd()einung ,' n^te
iene SErennung beS ianM in einjetne Sanbfc^aften, ba§
«^rDortreten jener 9?ei{S in.i^ren einjelnen ganbedtt^eilen
<M Sanbeöfurften, bie nunme]()r auc^ eintretenbe Sefd^rdn?
{ung ber mic^tigften S3er|)ältn{ffe ber burgerlic()en £)rbnung
unb Serfaffung auf bie ©ebiet^bejirfe ber einjelnen Sattb^
fc^aften : — tonnte biefet aKeS ol^ne ben n)i(^tigf}en Sinflufi
1) JiU fo((^e Jtrifddoberften obet M «^auptfeute t^red fßoHH
Utnte fte nachmale bec Osten in feinen Stegen mit ben ^reuffen fens
nen unb a(d foldj^e' nennen fie aucg bie Orbenös^^coniften. Dusburg
nnät)\\t ii)vct beftinbig unter bem 92amen Capiianei ober Duces
exercitus; t>ql. P. III. c 19. 20. 70. 75. 84.85.99.112. 130 etc. J)ar,
att$ erRdrt fid) dixä) ber fonft fo auffaaenbe Umftanb , baf btefer Q^vo-
nift P. in. c. 5. ber Reges ber ^reuffen ermiSlimt, o^ne biefe Reges
unter biefcr SSe^eic^nung au(^ nur in einer einzigen ©teUe feiner (S^to^
nit micber ondUfü^ren. (St fü^rt ffe aOerbingg fef)r oft mteber an, aber
nur unter ber ^Benennung Capitanel. — IBeilduftg mag erinnert wers
ben, baf ettoa$ ^biefer SBerfaffung 2(e^nÜd^e< Procop. L. II. p. 260 moxk
Z^rxU berichtet.
I. 33
514 SJerfaffuttg unb bfitgertfdje jDrbnting.
itnb of)m eine t^&Htge Umwanblung in bet S&itie, in bm
TlmU unb in ber SRad^t bed ®xirot bleiben? 6$ ift Um
benfbar^ baf l^iertn nid^t aucb notl^wenbtg eine g^n)Ii((e
SerJnberung in ber Sovm aUer S>inge ^abe erfolgen muf«
fen; ed ifi bielmell^r fe^r n>a^rrc^einli4) unb bem ®ange ber
®tfä)i<i)tt, xok einzelnen @))uren iz\^i6)Üiöfet £lttdlen
t>5ll{3 entfpredE^enb / ta^ in eben ber Sßeife mie bad Vmt
be^ oberfhn AriegSfärflen , aud) b4e ®eti>a(t ttnb 9Bdrbe
bed oberjten Sticbterd unb £)ber^rte{}er6 ftd^ itx^paltm unb
getl^ctU/ bafi alfo in ie({li(i[»er iaiibid^aft , in mUfet nrni«
nteir ein befonberer SteiU fa^ , aud^ ein eigener ®riioe jene
@en^a(t unb jene äSiirbe , jene ®efc^<^fte unb jene Xknoat«
tung ber inneren £)rbnung in göttlichen unb menf(li>U(bfn
Dingen für feine bcfonbere gonbfct^aft geübt babe, bie friS«
Ijziijxn bem iDbtrprielfer unb Öberridbter ®riwe über bö8
ganjc i^anb juftanb. 6$ flnb un6 ^ie unb ba @))nren 6e^
gegnet, auö benen »ir fdiiließen burften, ba§ »oJ|i jebe
einjelne ganbfdS^aft i^ren eigenen Öberprieffer unb iOberrii^
ter, ibren befonberen ©riwe gehabt IJiaben unb bie bieifit
tigen SIKeinungen über ben @6tterjt^ JRomoüe unb ober ben
SBol()nort beS ®riwe ni^t tH^m fi3ebeutung fepn migen.
®ir fanben fo((^e ©puren in ^omefanien am Eiligen
SEBalbe bei S^rifiburg auf bem 93erge ©ren^ofe; wir Wirten
iif ©alinbien Don einer beiligen 9)rop^etin, beren »oWa?
genbed SBort Aber aUe Serj^altniffe be$ Sanbed entfcdeiben^-
bed ©enudE^t l^atte^ in ^ogefanien Don ber ma^irfagenben
JRic^terin ?)ogefana im b^ilig^n ©h^jwalbe, bie (ic^ bem
®6tterbien|ie gcweibt SBir faben im SBartertonbe in einer
ber aSurgen SBallewona unb SaSaiftote^?)!! am l^eifigen SBalbe
ben äBol^njt^ eineS @rtn)e , einen foI(IS)en au(^ im @amlanbe
bei bem l^ettigen Stomobe. SBir b6ren bie 9{ad(^ri(tit/ baf
ein fole^eö Stomot>e/ ein ®6tters: unb ^tieflerft^ du^ in
Kabrauen, bei .^eiligenbeil im ©rmlanbe, in ber 8ttnbf(j)öfl
Slatangen unfern ^on ©omnau, wo nad[)maf8 ba§ JUojier
ber beiligen Sreifaltigfctt zxiawt warb, gewefen fcpn foBe.
2)ürfte bie 2fnna^mc -alfo wobl ju fü^n fepn, bap neben
SBetfaffuttj unb bfirgertic^e iOrbnung. 515
bem 9iet(d/ bem Särfteit/ welcl^er bte @ad^e be$ iCriege^/
bte f)flt(^t ber Sanbefttoett^etbigung^ bie «^ut ber (Sicher:»
^it feine» ®ebteteS Aber ft((^ f)atte, in jeglicher Banbfc^aft
an* ein befonberer ©riwe für ©efeife unb ©erec&tfgfeit, für
£)tbnung unb inneren ^rieben unb uberl^au))t für bie frteb^
(id^en JBer^iltniffe beS b&rgerlid^en @tiU(eben& gen)ad()t/ baf
aber femer dud^ in jegltcl^er Sanbfc^iaft an ben l^eiligen iOr«
ten, in ben ^e;l{gen 9Ba(bem aud[^ ein eigener @rin)e aM
£)beq>riefler auf bie SSere^rung ber ®itter geachtet/ bie
SBet^o:|>fer bargebra^t/ ben g&ttlid^en S93iDen t)erfänbigt
unb aOea, \oa% Steligion unb ®&tterbienft betraft geleitet
unb gepflegt ^abe?
Sreiti^ war baS %xaX beS @riwe in feiner Sßeife %z^
eignet^ feine SBirffamteit in Seiten bed Jtrieg^S — unb
nur au6 folc^en l^aben wir unfere 9{adE)ri(l(^ten Aber ba$
fBolf be« Ranbe» — befonber^ bemerfbar l&erbortreten ju
taffen; freitidl^ m<ki^X^ ed auc^ bad ®efe^^ n)eld()e6 iebem
Srembtinge ben Sugang ju ber ®6tter* unb ^riepcm>t>l(^5
nung unb gu ben l^eiligen SSi(bem bei SSerluft be$ Sieben»
Derbot/ fc^on an ftc^ unm6gK(l()^ aber taS SBirFen unb SBe^
fen^ ja felbfi au4y nur über ba$ S>afei^n ber eanbe$«®rin>en
bellimmtere Sßacl^rict^ten {ü geben. S)arum ijl alle» fo bun^
fei unt> gelS^cimniflDoK; barum ftnt> n>7r aber bii Stellung
bed ®rime jum ^anbeSfürjien , über feinen Stnflup auf bie
jDrbnung beS bürgerlichen SebenS^ über feine SBirffamfeit
in re(igi6fen S>ingen unb über aU fein Wcjyxxi unb Sßalten
fo ^6c^{t bärftig unterrichtet unb nur So(genbe$ nt^d^^te bad
SBid)tigjle fe^n, wa8 wir baüon xax^iXi.
2>er ®riwe war in ieber 8anbfd[iaft Stic^ter unb ®e«
fe^geber^. @etne ®efe^e unb SSerorbnungen waren für
1) du bem f loaö fth^x T((on dt^er bie Ybftammung unb S3ebeus
tung biefee 9lameng tv(oh%Xit toorben ift, barf ^iei: nur noc^ (^tniuges
fügt werben, ^iX^ au^ in ben ^Cngelfd^flf^en ®efe|en ber Gerefa,
Sciregercfa fftr bie d^tige ^fuffaffung ber S3ebeutun^ bed ®nwe man»
c^en 3Cuff(feluf giebt; »gt. Leg. Edowardi Reg. Angl. c. 35 bei V^ü-
kins Leg. Anglo Sax. p. 204; @i(^$ocnd S^eutfc^e Gltaatö« unb
B3*
516 SBerfaffung ttnb börgerltd^e Dtbttuiig.
«
bie ganje Saiibfc^aft gültig unb l^ttm felbfi wä^ für btn
Sanb^Sfärftcn t>er6tnbenbe Jtraft unb SttfTamlettOf {te
mod^ten nun burdE^ tl^n felbft ober buvd^ einen feiner jBluflf
Dem>anbten ober burdb einen feinet fiSoten^ bie ftdd aß fot
(|)e bur(^ einen @tob/ eine @rimu(e ober ein anberei be«
fannteS Seidigen bemerHicl^ machten/ in ber 8anbf(Mi gebe«
ten werben ^)^ @4^on fein ober|)rie{terli<|^d Xnfe^n unb
feine ^ol^e SBArbe gaben feinen ®efel|en tint gewiffe ^AWp
feit, jumal ba man im SSolfe ge^ijfentticf^ ben ©lauten
unterhielte baß ed @efe^e ber @itter fe^en^ nur bund M
©rimen fDtunb toerf Anbigt '). (Sd n>irb t>ermut^t; baf auilii
bie ^anbedfurften felbfi für i^re Sanbf(|)aften ©efe^e gegeben
\^Uxi, bie aber bed ©ritten ®ene|»migung unb Seftati«
gung beburft * 3n>ar ifl foI(|)ed {etne6weg$ unglauNii^/
jumal wenn man an Serorbnungen benft / xo^t M to
beS iDrbnung unb @id^er^ett betrafen; bo4i läßt fi(^ btefeS
burdS^ {eine t)oagölttgen Beugniffe ganj befiimmt nacf^mu
fen "). @$ gab %h\it, in welchen ber ganbe^fArfl bor bem
©rime im ^eiligen ©itter ::«^aine in 9)erfon erfclieinen burfte
ober aud^ einen angefe^enen IBoten bal^in fenben fonnte.
Segleitet t)on feinen t^ome^mfien S)ienem fanb er bann ben
©ritte auf zxmm l^oj^en «^ol^flope unb fragte il^n in feiner
@ad()e um Statl^. Sremben ©efanbten aber ttar ber Sn^
gang bt$ iVixa iDberpriefter m^t geflattet^ i^nen UHtrb im
naiven Sßalbe ein Seit angettiefen^ tto fie verttetlten/ bi$
S«cc6t«9ff(5t(^te 83. L @. 47 unb »aß f)^ tili p 3 in f. »erfut^e t\m
J)arfleirun3 ber ®efdbi(l!)te be8 JfngctfddEijIft^en SJfc^tö @. 78 - 8?-
171 barfiber fa^t
1) Dusburg P. III. c 5.
2) Dusburg P. HI. c 5. ®tne alte yrettlf. (S^roni! (SBfct. tiob
meift au« jDudMirj) entnommen) fagt ®. L: ,,€l9 »oren 9m ade us:
, bertan , @p icbotin pm groje ere unb wirbifeit unb wo ^c pn bp tanb
epnen boten fante, ber f^n Cieic^en weifete, ben boten erten fonige «nb
|)eren umb fcpnen »iUen." *&od^metflers<2?{iron. (SRfcr.) ®. 20.
3) eucaö »Daotb tB. I. @. 27.
4) ^ratoriuö Gc^aubä^ne SB. IL ®. 1252.
SS^rfaffung nn\> h&tittli^t £)rbnung. 517
ber @nme f^nen bte Tlnixooxt auf i^t SSorbrtngen t>ntd)
einen anbem jufommen Ite^ ^).
TCußet ber Ätiegöfü^rung — in ftiegerifdSren Seiten ofe
Ierbtng§ immer bnS mic^ttgjle unb au$fd[|Ite{IIi(i()e ©efdE^^tt
ber SttxH — mag in frtebltc^en S^^^n wol^( immer «au4)
t^re nic^fle ^flic^t bte 2Cuffed^t()a(tung ber gefe^(t(|)en £)rbs
nung i^rer 8anbfc^aften ^ bie IBeobad()tung ber gefelglt((^en
®en>D^nl(}etten unter t^ren Untert^anen gemefen fepn. @ie
malteten unb regierten; bie ©riwen richteten unb ftraften;
boc^ ift ti fc^wer^ ia toof)l unm5g(id)/ bie ©rdnjen ju be»
ftimmtn, über n^eld;e bie Sßtrtfamfeit ber 9tetfö unb ber
®rtn>en nidj^t ]()inau^ge(ien burfte. jBei ber @infadE^^eit beS
SebenS unb' alier feiner S3er]()2Unij[e gab ed ol^ne 3t9eifel
nur n>enige ®efe^e im Sanbe unb meiftenft modj^ten bie
alten ^ im Seife aU geltenbeS dit^t fortlebenben @itten,
SraudE^e unb ®ewo^n]()eiten im XUgemetnen tool)l 3ureid(^em
VttS alter 3eit werben folgenbe ali bie wi^^tigfien zti
2>er 3Rann burfte brei ^auen jur 6^e nel^men ^) ; eS
wirb inbeffen ^iemit nidf^t gefagt, baf ]egli4^er immer and)'
fo biele ^auen gel^abt f)aU, benn wa^rf(^einlid[^ galt an^
Sterin bei ben 9>reuj)en überhaupt nur bie alte ®ermani^
f<^e ©ewobnbeit ')• SBer auf er feinen Stauen ncd) eine
Sungfrau erlannte^ ben foKten )u @4^mad^ unb @(^impf
bie <^unbe ^erreipen ^). SQSenn aber el^elidl^e Sreue aud^
1) ?>rdtoritt6 a. a. O. S5. I. e. 360 fagt oumürftt«, ba$
aSte tiefen, beffen (S^ront! er benu^te, btefe SRad^ncbt quo ber Gbro»
ntf hei Qifd^ofi ^rifüan entnommen fyxht.
2) 3)te »ielmeiberei »ar obne 3»elfer ein Ueberbleibfel ber atten
®ct(en«deit. SEßenidfteni erwdbnt baö SS3iftdot|itr(^e ®efe| L. IV. Tit.
V. TTbr. 4 berfelben e(enfaa<. C^ben fo mar Ißtermeiberei bei ben &6^m»
ben; Adam. Bremens, de situ Dan. c 229. 9{ftb^ ©efcb- 6(btoes
bend S3. I. e. 57.
3) fi^dL baräber Cubend ©efd^icbte bed beutr<ben IBolfed ». I.
©. 578^
4) 8uca0 iDa»ib SB. I. ®. 21 — 22 crwdbnt biefer e^idien
Qefete« l3on ben 0ibweben fa^t Adam. Bremens. 1. c »egen Ser^
'518 Secfaffung unb 6&rge((i(^e Dtbntttig.
butc^ ba$ ®efe^ als l^ilige Sügfttb geboten unb beten
SSerle^ung felbfi mit ente^renbem ZoU bejiraft warb/ fo
foU bod^ &c\xii)f)cit , (Snffydt^amUit unt> ®<i)am nx^t uber^
alt im SSolfe gefunben morben fe^n 0- ^^v Sb^btec^^et nnb
, bie Sbebreclierin n)urben nac^ ^beip ©efege mob( aucb teben«
big \>exbxamt, if)xt 3(fcbe auf tfl.n SSSegett )er(heut unb t^
9{a<i^fommen bed 9)riejleramteS für unmätbig ertannt &
xoax ferner aucb ®efe^ / baß n>er burcb unftttlicbeö S)etafiin
eines SSkibeB ober einer Sungfrau @(bamgefub( t>er(e(ft/
nacb bem SQSiDen beS beleibigten SEbeileS bem S^uertobe
öbergeben n>erben foQte. SSerfagte baS SSkib bem 9Ranne
bie ebelicbe 9^i6)t, fo fleOte baS ®efe^ a in ben Utjfim
SSBiKen/ ob er fte verbrennen »oHe. ;Dann maren iufftifi
mä) beS SBeibeS @(bn)efiem fhafwärbig/ mei( jte eS t^r^
abfSumt/ bie @(bn)efler aber ben )){li(btigen ®eborfam g^
gen ben SRann gebubrenb }tt belehren '). @(batt ober flutte
bie ^au bed SRanneS SRamen^-fo Derorbnete M @(fcb
bafi ibr t>iex grofe @teine an ben J^M gebangt unb {»
bamit burd; eine Zttia^l nabet 2)irfer um(^erge trieben mtbt,
bis ber ^CuSfprucb beö ©ringen fte Don ber Safi befreite,
gaji eben fo bejlrafte ber ©ermane in alter 3eit ben Sie»
brucb °)* @ofern bie f^rau ben Wlann, voinn aui^ nur
burcb einen @d)lai, mißb<^nbelte/ fo fcbnitt man i^r bie
92afe ab unb nabm ibr aKeS SKecbt im «^aufe; nur i(irSte«
bitU burfte fte behalten. Sßenn ein iungeS SBetb M SRan^
ne6 9lamen beimlicb toerunglimpfte, fo warb eö mttSut^en
ge^eitfcbt; gefcbab aber foIcbeS von einer teiaffxten, nüt
mebr ÜnberfdbigenSraU/ fo büßte fte baS Serbre^en buri
ben Äob im geuer ♦)•
Iflun^ e^elic^ec iSrcue: Capitali yero mulctatur poena, s\ quis alte-
rius uxorem cognoverit aut vi oppresserit Tirigioeiii.
1) astentgflen^ fa^t ber ^apft «^onorfud III in efn«m eäitafa^
(ibet \>k ^reulfen bei Rainald. Annal. Ecdcs. an. 1218. Nro. 43;
Passim et sine verecundia phtres eonim prQStituunt filias et nxorei'
• 2) eucaö jDat)ib JB. I. ®. 22.
3) TäciL German. c 19. fiuben a. a. £). 6. 58L
4) 8ttcad jDaoib S. I. 0. 71. ^xt\t Vt^tm» ®cMe ivetMi
SSetfaffuttg unb biirderltd^e £)rbnung. 519
Sieben btefen ©efe^en iüt "^iuttiöfen Rieben unb e^«
{t4^e einigfett; erlaubte e« bad 9le4t be« ÜRanned, bet
mit franlen Stauen ^ ^ftinbern/ SStäbern« ®d)we^ttn ober
®eftnben betaben ober felbfi auö) tränt »ar> bie {tecbenbe
|)erfon ober pcb feIbfljut>erbrenneR, „benn, fügt e6 binju,
unferer ®6tter 2>tener foOfen nidl^t {I5bnen , fonbem Men. '^
(Sin anbereö ®efe^ gefiattete: ^/SBenn jemanb bei gefunbem
Selbe fli) felbft, fein .ftinb ober ®eftnbe ben Gittern o))fem
ttnb t»erbrennen xoiü, fo foU i^m foIcl()e$ un)»erwebrt fepn,
Una bur(b& Seuer merben fo((|^e gebeiügt, feiig unb wArbig^
mit ben ®5ttem }u ia^tn unb »obl ju (eben ^y^ ^atU
ber ^anSDater gebrecblidjK / l^inbe ober mit irgenb timm
Segler behaftete &hf)ne, fo erlaubte tbm ba6 ®efe^/ foU^
im SSSalfer }u ti>erfenfen ober bur<b Seuer ober mit bem
&^tottU umzubringen/ „xo^il ba6 @(enb ber SRenfdl^
Gtoem unb 3Xenfc^en eine Srauer iji ')/' 3u »iele S&d^
ter bed «^aufeS »urben get6btet/ bi^ auf eine/ toilöit be«
{iimmt toar^ baS ®ef(blect^t fort)u)>fIan}en >); ed f(^eintau(^,
ter (Stma, ©ema^lin M SBarmO; Banbeäfürfien von Sßarmten 3119c»
f((rieben , tnbem gefagt wirb : ,/ 2)tefe @rma bf ö 9{ecbt in gant ^tute*
Uta mit SSemiUigunf) bei; (Sottet; fa|te. '^ (56 ift ^t^ft ma^tT^etnli^,
ba^ 8uca^ tDaoib btefe ®efe(e bucd^ hie (Sf)vmt bed IBifc^ofd C^^rtfifatt
eennen lernte.
1) 8ucad ^at>lh IB. I. &. 21. 22.
2) 8ucal ^at>ib S. L ®. 138. «&art£no4 ^. ü. 9^. |)reuff.
0. 178. S>af bie 9)ceu{fen in fold^en unb &^ltd^en S^Oen ibce Jtinber
ti^teten, befldtiget au^ bad befannte |)rioiIedium oom 3a(re 1249/
tt>0 e< ^ft: Quod nuUus filium suum TeKfiiiam quaciinque de
causa per se rel per alium abjiciet vel occidet de' caetero publice
%el occulte Tel ab alio talia quocunque modo ileri consenliet ve'
peimittet jDiefelbe @itte bcrrf^te au4 M ben ^^weben, [• 0lü^i
s. I. e. 59.
3) ,, Quotcuinque foerainini sexus mater pariat, perimunt prae-
ter unam^ fagt ^apfl «^onoriu6 III. in bem ermd^nten Gd^reiben von
ben ^reuffen; f. Ra/nald. 1. c Z)amit jlimmt aucb überein, ttHtS
Dusbiirg P. IIL c 4 oon ben ®alinbern erjdblt: Istis videbatur con-
sttltum, quod quicquid nasccretur sexiu foe/ninioi, occideretUTi et.
masculi ad bellum serrarentur.
520 SSerfaffung unb b&vgetlic^e jDtbnung«
bafi man fte ^ie unb ba an ^emblitige üetfaufte 0* @d
gab aber ein ®efeg tjen @&^nen au4^ ba§ Siedlet/ ttanU
unb traftlofe ÜCeltern ben Reiben unb 9Rü^en bed SebeitS
burd^ ben Sob ju ent^ie^ien« ^).
®tonj{ rnarb ieber eigentUcl^e 3Rorb mit Sluttacl^e be«
ffraft S)e0 @rm erbeten Sreunbe l^atten aber ben SRorber
boUe ^ad)t ju Seben unb S£ob unb gemeinhin tourbe ber
SK6rber getobtet @ine SBel(^r(etfiung ober dn SSe^rgelb —
ßompofttion -r atö ©((labenerfa^ fanb nt4^t ®tatt, bet>or
ntc^t ber SRorber ober einer feiner SSenDanbten t>on be»
SSern?anbten bed Srmorbeten get6btet mar^« ®i4^er^t
beö @igentl^umS gewährte ein fc^arfed ®efe6 gegen ben j£>Hbc
fia|)I; benn bei bem erjlen SBerbrec^en würbe ber entkecfte
2)teb mit füut^n ge)>eitf4)t; bei bem }n>eiten mürbe er
mit An&tteln gefc^Iagen^ unb ergriff man i^n bei bem MU
Un SSerbrec^en^ fo mürbe fein ^bxpzx iux^ milbe ^nv^e
jerriffen ♦).
Set bem aUen aber liegt nodf) über t^iele biefer Bet::
j^dltniffe ein unaufflir(ic^ee S>mUl £>b über f4^mere Ser^
breclien unb über wichtige @treilfa4)en ber @rime immer
1) jDtcfeö re|t hai erwähnte &ä)vcibtn M ^apfia «ßonoriuS »^
ntgfienl vorauf.
2) eucaö ^aoib S3. I. @. 138. (Ü tüat btefeS Abrr^itpt dn
im fRotbm stemtic^ aUgemetner (BebtavLä), &. ^aramfin S. I. ®.
51. (Seb^arbi (Sefc^tt^te ber SBenben SB. I. ®. 9. @e(l ®<r<^i<^tr
»Ort |)oinmcrn SB. I. ©. 10. Kojalowicz L. I. p. 6 — 7. 18.
3) Dusburg P. IIL c5: Si bomicidiuni committitor , inter eos
nulla potest compositio intervenire , nisi prius ille homicida xel
propinqui eins ab occisi parentibus occidatur. (@tatt propinqui
(efm aber bte «ßanbftbriften ri^ttger propinquus). £uca0jDaotb
JB. I. e. 22.
4) 8ucag jDat>tb IB. L ®. 23. «^artf no^ %• u. 91. |)reu|T.
®. 165. fBon btefen ©ere^en, bte gum S()eile bem SSibemub ^ttdef^ne*
ben merbeit/ fagt jmac Hartknoch Dissertat. XVII de jure Prussor.
§. 2: Verum ut omnia propemoduin, quae de Waidewuto et fra«
tre ipsius Bruteno feruntur, fabulas redolent aAiIes, ita^etiain quid
de legibus bis sit senticndum, nemo non inteUigit. 2CUetQ lOtr bf«
ate^en unö ^tei: auf baö früher über SBtbewub ®efagte.
SSerfaffung unb b&rgerlidi^e iDttnung. 52t
aSetn, ober in Serb^nbung mit bem Sanbeftf&tfien ober mit
S&titatf) fetner 9)tiefier unb Untetrici^ter bad ©ericl^t ^zs
fproc^en; oB über manche S3ergeli)ungen in femer &anbf4^afi
ni^it attc^ ber diziK bie Sntfc^eibung unb Strafe S)erl^angt
unb ob mit i^m oieUei^t bie SBornebmeren unb 6b(en
eine Tixt oon SiidE^teroeretn für ptanc^e SSer^dltntffe gebilbet
babeU; ba« aSeö ifi in Duntel geJ^üUt. £04^ ifl bie Tlns
nabme tool^I ni(^t unn)abrfc|)einli(i()/ bofi bie (Sblen ober bie
Ferren ber einjelnen Sanbgebiete tpenigjlenS auf ibrem l2nb$
Heben (Sigentbum über bie barauf wobnenben Samilien bie
@eridbtebar!eit auiuiUn ").
Sieben biefem fSalten unb SBirlen beS ©riwen in &a&
eben bei SriebenS unb ber Srbnung bed ganbee unb ne«
ben biefer ffirjincben .^errfcbaft ber 9lci($ fanben aucb 3u$
fammentunfte Ui SSoIfeS eber SSoIföberatbungen (Statt
SbeiU wirb ibrer einigemal auöbrädiicb emibnt')/ tbeitt
fcbeinen mancbe ^ngelegenbeiten ni(bt anber6/ aü in aO^tf
meinen SBerfammlungen ber fi3emobner einer Sanbfc^aft \)as
1) fBtan barf btcfrd ^xtMö^t a\x^ ber (3i\(i}iä)U ber Sßtt()tnge oer*
»at^U/ ba man t^neit bei ber großen SSegänfligung / bte fte bei htm
Othtn naÖ)maU fanben, hod) gemif alle Steckte lief, bte ffe t)orbem
getKibt Ratten, fßql meine 2fb^nbL ober bte SBttbinge in ber ®ts
f^id^U ber (Sibed^fen « ©ereSrci^. ^. 223. {>temit jümmt auc^ i^art^
fno* 2C. tt. 9t 9)reu||: @. 239 — 240 fiberein.
2) @ine aulbrücflic^e @teUe barfiber befinbet ff^ ^ei Dusburg
P. IIL c. 5» mo ed (^etft: Quando inter se tcI ipsi' cum aiiis all-
quod placitum et parlamentum Tolunt servare, datur certus nume-
rus dienim. Qint anhext ^anbfcdrift (tefct: vel ipsi cum alienls, fo
au(b ba< ^Berliner SO^fcr. 3n ben 9)reuff. ®dmm(. IB. lU. 0. 549 wirb
bie Sedart vorgewogen: inter se yel ipai, vel cum aliis etc. TCber man
maß hie eine ober bie anbere biefer Cedarten m&ilen, fo ifi bodb offen«
bat barin oon dffentlt^en S^erfammlungen ober IBerat^ungStagen bie
9lebe. @ine anbece GteUe über folc^e öffentlicbe IBer'at^ngen ift in
bem lyrioiiegtum oom Sdire 1249, n>o ed t)on ben fhreuffen beift: ba-
liito inter se consilib. SS^e^re IBemeidgrfinbe ffir bie ®a4e finbet man
in ben f)reufr. 6amml. IB. III. in ber 2(b^anblung: Srei^iten ber
9reuffen in ^anbeösSfac^n.
522 IBerfaffung unb bätgerltd^e £)rbnnttg.
ben htxatfyen werben )u linnen ^). £)^ne Swetfel ftanimteti
btefe ©au-Serfammlungen ani ben dlteßen Seiten b^t; ben
©otben maren fte/ wie aOfen ©ermanifcben SSiltem eigen ').
8Bo ®otbtf4^e S&Ifer ftcb nieberlajfen/ erfcbeinen folcbe Ikv«
fammtungen aucb immer in tbrer SSetfafTung *)• SBir jhu
ben baber foI(be SSetfammlttngen bei ben Sewobnern ^tcuf«
fenS aucb f^on in ber frubem @agen)eit, mien>ob( f^^ bort
meifienS nur ali t)on ben beiben ^oiU^upUxn, bem SBi«
bewub unb bem ®riwe/ berufen unb geboten etfib^in^
@ie fanben bamaI6 ium Sb^il am beiligen Xomo^e Statt ^)
unb eS lie^e ftcb bemnacb t>ermutben/ ba^ auäf in fpiUitu
Seiten bie fBeratbungtorte in ber Mlfe ber beiligen Silber
unb ber ®rin>e ber &anbf<IIS)aft n>obI nicbt obne befonbeten
Sinflufi auf bie fBeratbungen gewefen fep. 2>&rften xoit
bem Xudbrude beS Sb^^oniflen in aOer ^infi^it (Sfamben
f^fenfeu/ fo f&nnte man fcbon bamali eine bo))pe(te Xrt
folcber beratbenben 83erfamm(ungen anntfftnm, tint Sei««
tbung ber fBoIBb^upter mit bem gefammten Solle 0/ >'"
loelcbcr Dielleicbt fpittt^in ber ©riwe einer Sanbfcbaft bie
fBeratbung leitete ^ unb ^ eine anbere aui bem Stanbe ber
iBomebmercn/ aM einer 2(n)abl angefebener SRinner M
Solle« f in toelcber nad^^maM ber 3UxH ben S^rft^ i^
1) 3. S. bie oon Busburg P. III. c 4 eridbUe Bedcbm^ Mn
ben ®al(nbern; ober hk SBerat()ung fibec ben ZbfaU oom £)rben/ i^ctf-
bürg P. III. c 84. »
2) IDte befannte stelle in Tacit Gennan. c 11.
3) 9asic ftnben fCe in ber fBerfaffung bec Gfanbinaotfcben S60fr.
S^Otl ben Gcbmeben fagt Adam. Bremens, de «itu Dan. c. 229: Con-
cUium populorum commune , (juocl ab ipsis Warph , a nobis TbiBC
Tocatur. ferner c. 230: Histor. Eccles. c 22: generale popiüi pla-
citum. Vita Anscfaarii per H^mhert. ap. Langebeck T. I. p* ^TS*
S^on ben iDdnen f. Gubm S. I. G. 237. 0o(<^e BerfamnUttnden
fanben aber au(b M ben anbem na^en^ ntc^tgermanif^en fNßa^
Ztatt, ffir fit waren \M unb ba bieGonttnen be^nrait; f. etil 0' '•
©. 67 — 68. Äaromfln ». I. ©. 6a 77. 279.
4) ^uca< IDaotb S. I. e. 19. 35. 39. 44.
5) 3n ben eben enodbnten SteOen be< ftucat SDaoib.
6) 8ucad ^aivib S. I. 0. 15. 54..
Serfaffttttg unb bfirgerltd^e jDrbnuttg. • 523
"bäht t)ai>en thnnU. ®en)iß ifi n>entg|ienS^ ba$ attdS^ tn
fpiteun fetten noc^ bei brol(^nben ®efa|)ren ba$ SSoIf tU
ner Sanbfcl^aft t»on feinem 8anbeSfur{len obet JCrieggoberflett
)tt SBerfammlungStagen geboten mürbe unb bann bemaffn^t
erfcbien/ um be^ Surften ®ebote ju t>ernebmen ober mit
ibm ju b^ratbenO*
3m übrigen fdf^eint in bem Serb^ltniJTe b#ö 9let(d st(
feinen Untertb(Aten für biefe ein jiemlicb M^^ unb bemeg«
licbeS Seben @tatt gefunben ju b^ben. @d n>irb ntcbt er^
toi^nt, baf fte 5U abgaben ober fonfiigen getfhtngen an
tbre SanbeSoberen t)ert){ll(btet gemefen. £)ocb {6nnten fohf^
in eben ber Hxt, wie bei aubern ©ermanifcben S36l{em/ iit
tintt gemiffen JBermigenöfieuer befianben baben^ bie ber Sreie
t>on feinem freien (Sigentbum ber fBoIKobrigfeit^ ju leifieit
batte^ eine «^eerbanndfieuer/ bie jur 93eftreitung ber gemein^
famen £rieg$beburfntffe bermenbet loarb')« @onfi reicbte
f&r beS f^urfien eigene fBebürfniffe bei ber Sinfacbb^it beS
Seben^ obne Smeifel fcbon ber (Srtrag feiner SBefi^ungen
btn^ benn ber SttxH fc^ieint in feiner Sanbfcbaft immer and)
bebeutenbe eigene fiSeft^ungen gehabt {u baben. SBabrfcbein^
K<b gebirte ibm als eigene« ®nt immer bad n^cbfie ganb^
gebiet im Umireife feiner SBobnburg '). Ueberbau))t htigen
bie einzelnen Sanbgebiete, iene SerrirorieU/ beren wir in
ben Sanbfcbaften fo oft enoabnt ftnben , mobt immer tbei»
ben SteHt, tl)eild beren ^aöftommtn ober ben Sblen uttb
1) DusbuTff P. in. c 8^ u>o freiließ fkie()r ber Sag )um Xni»
bnt^e einer $Brrr4»6rung gemeint ift/ aber eine oorau^aeganqene Se*
ratbung bocb notbmenbig toav. }Deutli(ber ift bie Stelle c 98» mo K
beipt: Cum Prutheni per himc modum non proficerent, convene^
runi iterum ei excogiiatU oariis modis , quibus inceptani mali-
liam perficerent, omnium senlentia conTenit in hoc, quod elc.
2) eat>C9n9 ®ef4ft(btB bed Mm. Ste^ti im «OKttelotter IB. I.
C. 173.
3) jDtefe« ^^t siemKcb dar aul Dusbwg P. III.« c 75. ^ix«
60 mo^te frd^in hat (Sebtet 9011 Slinau bem ®amldnbtf((eii dMId
auf bem (Salgarben auge^^rt baben.
524 • aSetfaffung unb b&x^etlii)t ibrbnung.
Somcl^meven atö eigene 93e{t^ungen gel^fttt l^ben '^). Sin-
jelne Steile biefer Sanbgebiete l^atten fte 3Cnbeni jur Se?
nu|ung übergeben unb em)>ftngen t)on biefen atö ®runb^
leerten einen Sl^eil beS (Sttraged; ^in unb wteber mod^ten
fte foI4ye auc^ n>o^{ ju S)ienf!en t)er)>fli4^en. Sßir ftnben
biefe SBelel^nten f^2terlEiin unter bem ^men ,f%amilitn^'
nod^ in bem nämlichen SSerl(|ii(tntffe *).
lieber bie Sttad^folge in ber görpenwärb^ ober im f&t^s
U(i}en Xmte ber {Reifs ftnb n>ir nicl^t n^etter unterrid^tet;
bi>ö) ift nU^t unwal^rf4)einlid^ / baf ftetö ber ittere Qofyx
itm SSater in ber SBärbe folgte^ fobalb i^n feine Stgent;
fc^aften ba}u nur irgenb tauQlUfy ma6)Un. 2)ie übrigen
. @&|ine bagegen m5gen wol^t immer mit Sanbbefi^ befrie^
bigt morben fe^n unb bann gur 3abl ber Sanbe6«6b(en
ge^irt böben »).
£)tefe8 ifl \>ai SBefentlid^fte, waS über bie ©eftalt,
^ Jbürgerlid^e £)rbnung unb SSerfaffung be« Sanbeft att 3üge
beS alten fBilbeS t>om SSoIföleben ber 9>reuffen aui ben fo
dufierft fparfamen TCngaben ber i&ueOen l^at bingefieHt »er?
ben {innen. 3Cber 2>unlel^eiten in 9Renge ftnben {eine Vnf?
n^rung^ Sragen in großer äa^I erbalten {eine Ißeanttoor^
tung/ba üon benen^ xozUI)e in jener früheren itit auf baS
$Bol{ in ibren @4yrtften binblidten ober e& auci^ befonbert
jum ®egenftanbe ibrer gefc^i(bt(i(i^en Ueberlieferungen mad^
ten^ bäd innere ))olitif(be geben beffelben nur iuferfi tot^
ntg beacbtet tourbe. £)ie Stürme bed JCriegeS befdbclftigten
if)t 2Cuge; barum ftab auc^ ibre 9la4)ri(bten über beS fßoU
Ui ^riegSart unb {riegerifd^ie SSerfaffung fc^on mer{(t4i w\U
flinbiger.
1) 2)antm (liefen fte bie Ricostan» bie Sldd^llett, mie fte f&iOfii
ftan nennt / ober Potentes , Nobile« y tvie ffe bei Dusburg oocforninen.
2) Steine 2CbbanbIuns Aber bie SSitbinge a. a. £). e. 223.
3) &o toat Pipin Capitaneus b. f). 9(äH oon |)omefonien ; fein
®obn Macce wirb aber blof Nobilis genannt ^ Dusburg P. IIL c.7.
9leunted & a p i t c U
Ärte9«»erfaffutt8 «nb ÄriegSart ber 9)rcuffen.
cOn ft&^Ttt Seit bel^au^teten 9)tett{TenS IBetoo^ner in na^s
1^ ünb fernen Sanben ben Stu^m frteblid^er unb mens
f4^en^eunbli(^er @eftnnungen ^). SntmerbaY nur befcl[)^fttgt
mit bem 2(nbaue if)xe6 TUltx^, mit ber Pflege i^rer ^tixs
ben unb mit bem SSetriebe i^reS «^anbetö f)atten fte feiten
ober niemaß 3(n(aß itnb 2(ufmunterung , ft(6 in ben Auxts
ßen be$ Krieges )u üben. £)aruht blieb lange äett bti i\)c
nen att(|i alle&, n)a& JCrieg$fä()ntng unb Jtriegöioerfafrung
^i^, in gr&fiter (Sinfad^^ett unb gr6fter Stobi^eit. dtft
9t0tif unb ®efa()ren bradj^ten £unft/ ©efc^idC unb SrfaJ^rung.
Wtan lernte erft bann ben JCrieg/ afö man {l()n lernen
mu^te' Tim frulj^eften migen bie fubifilidS^en SBilfer ber
@alinber unb @ubauer in baS ®en>irre friegedfdS^er (Sreig«
niffe mit hinein «verflochten worben fepn ober fitb auc^
wol^t gerne felbfl mit l^ineingemifc^t l^aben^ benn bie 3agb
gegen bie wtlben Spiere il)rer SS^lber war tl^'nen ISorübung
jum Äriege gcwcfen unb bie 8age if)xcx iitibcx forberte jte
metir als anbere jur Z^cilna^me an ben ^iegSflärmen im
6fiben auf «). 3n ben toz^liä)en unb n6rbIiclS)en ^anbfdj^afs
ten wittttn am meiflen bie feinblidf^en SBerJ^altniffe mit ben ^
1) Jornand. de reb. Get. c. 5. „pacatum hominum genus.'*
Adam, JSrem* c 226. „ Sembi vel Prutzci hominum humanissimi. <*
Helmoid. L. L c. 1. ^
2) iDatiei; an^ i^te ftt^xt SSelanntwerbung im ©oben — bei
9)to(emäuö.
526 Jttieg^t)etfaffung unb Jlrteg^art.
9>oIen Jinb ben S3t(inder:s@4^aaren auS @fanb{ndt>ien auf
bte Vuebtlbung be^ ^riegSwefend ^tn.
SßaS aixi ber Sagen^Sett über bie (rtegenfc^en Ser^
balttftfTe be& Sanbeö aufbel^alten tfl, n>aö bie 6rfd|^etnung
993tben)ub& afö etneS friegerifdlien £)6erbau^teö ber SBtten
bebeute^ toev bie SBibtoarier afö Kriegs ^SSe^ren gewefen
ttnb tt>{e ftdS^ beim^ Untergange jenes aOgemeinen «^eer^up^
M bie JCriegSoberjlen bev SanbfdSiaften aii Steift t^rer
biSl^etigen SSSebrgebiete )U Sütflen unb Sanbe^lj^erren em?
jporgef^oben : bae( aQe& i^ f^on frä^er in biefem SBerfe )tt
feiner ^tit berührt werben. @eitbem aber biefe SteiB alt
freie ,®ebteter in i^ren eanbf(|iaften aufgetreten »aren,
blieb eS ba6 wic^tigjle ©efc^ift ibre« furftlid^en XmfeS, i^re
©ebiete gegen ®efa^ren ftdf^er ju flellen unb gegen bie
bro^enben geinbe mit ^raft {U Dertl^ibtgen.
Sur ^^it beS ^riegeö alfo trqt ber Steift jeber Bett
an bie @pi|e feinet ^rieg§t)oIfe§. 2(6 ^eeroberfter bte6
er ber «Hauptmann ober ^ul^rer 0- Suweiten fanb auc|,
n>ie eS fc^eint/ eine SSa\)i ber £rieg§f%er (Statt, tHeOeicit
n>enn ber Steift ))on 1)cr ^rtegdful(^rung abgehalten nnirb
ober fonftige SScrlj)iltniffe eine foldj^e 2Bal()l n6tl[)ig matteten «).
@en)&^nlic^ mag fotc^eS gefd)et;en fepn/ menn mebre Sanbr
fc^ften i()re einjetnen «^eerl[)aufen gu einem großen «ftrieg^
(eere gufamment()aten unb ein gemeinfamer £)beranfu(rer
ber gefammten ^riegSma^^t ertoren werben mufte. £^nn
1) Dusburg in ben früher cnv5()nten ©teilen bebUnt fl(^ tmmec
nur ber 2Cuöbröc!e Capitaneus unb Ddx; P. 111. r. 85 ocrbinbet er
hxt SSorte Capitanei et Duces exercituum.
2) SBenn eö M Dusburg P. 111/ c. 84 Don ben Semo^nem ber
verftitebenen Sanbf^aften \^\iti in Capitaneos et Duces sni exerci«
tus eUgerunt^ fo fc^eint btefed aüerbingd auf eine fold^ fiSo^ (^tn^or
beuten. 2Caein in biefem ^QOe ifi bie ^oc^e fe^r }n>etfe(tKkft ; benn mo?
]()er mufte S>ndburd in feiner "^xX ettraö ^emiffed 9on biefer SBa^ itnb
wer fa^ um bie 3eit biefeö SreigniffcS fclbfl fo ftc^er in ba6 Snnere
f^reuffeni unb in ben ßufammen^anc) ber Serf^n)6rung jum Xbfaffe
t)om Orben (itnein?
5(tteg6t)etfarfutt9 unb Jltteg^art. 527
»utbett/ tventgflenS in jpiUtex Bcit, n)oI)( fe(b{i au^ frembe
prfien )u oberflen %nfäl)rem ber «^eere gewcSl^tt ; fo Qefd}äfy
ti etnfl bei «^ergog @uantepoIc Don 9)ommem ^) ; fo bei
bem Sätften SSi}Iat> bem S)rttten t>on Stäben'). ®tant>
ber XtiegSoberffe ober ber Steife an ber @pt^e fetner %^eer»
fd^aar, fo l^tte er tn aOem ^ wa^ ben ^rieg betraft bfiDtg
unitmfc^r&nfte ®en>oft unb fein SSetfpie( f)>rid^t bafär, baff
je eines (Sriwen ^aä)t unb SBirffamfeit bte beS Xnfäf^
2(u^er ben Steif S obet ftanben iftet atxä) bte @bten ber
2anbf4^aften / tapfere unb entf4)(offene Spinner au& bem
Gtanbe ber Sornel^meren an ber &px^e etnjelner Stm^^s
^ufen. fi3ei groflen «beeren fährten fte unter be§ SteiU
jDberbefe^I wal^rfd^einltdi) bie ein)e(nen 3(btbealungen ber
Jtriegfttnad^t. li^oä) traten f!e oft auc^ ganj unabb^ngig
mit einem eigene gefammeKen «f^eerbaufen auf '^) unb go^
gen auf eigene <^anb gegen ben Seinb beö SSaterlanbeS,
ober e$ tl^aUn ft^» aud^ roel)l mebre folc^er Sblen mit i^
ren @(|^aaten jufammen % ben Seinb in il)tet Sanbfdb^^ft
bel^igenb/ bebrängenb unb befamipfenb, wie unb too f!e
hnnten, ober fte fielen ))Iunbernb unb t>er()eerenb in bie
feinblic^n ®ebiete ein. Tin eigentliche Ariegdfunfi aber
mar bei allen biefen ittieg^oberflen in einem SSolfe^ meU
^ed feit alter 3eit ben £mg fo menig betrieben f)atte^ '
1) Dusburg P. III. c. 34: Congregati ergo Prutheni omnesy
quasi Vir unus et idem Sventopolcus factus fuit Dux et Capitaneus
eoruni.
2) Dusburg P. III. c. 222.
3) SRan 1)at aud hem IBorfaUe, (effeti Dusburg P. MI. c. 86 er»
»dbnt/ fogar bftoetfen tooUen, (ap fcCbfi bte 9>nefler ^ SBefd^lftffe i>on ben
Jlrtegöoberflen auweilen umgangen tvecben burften; bacöber |)rdtos
rtu< 0(^att&äbne @. 1203.
4) Dusburg P. III. c. 7
5) Dusburg P. III. c 23. 26: Omnes potiores Warmiae, Nit-
tangiae et Barthae et alii ad belium apti convenenint; c. 133: Duo
(«obfles et potentes Stumo et Stutze cum magno exercitn renerunt
aofe ßalgam.
528 Jttied6t)erfaffund unb Xtit^^avt
\6^w^xU6f )tt benfen. St&^nf)t\t, Sa^ferfeit, iift, Cetfc^bs
gcn^ett unb 3(udbaue¥ waren f[et6 tote «£^au)>ttugenbeii et^
ne& foldlKn 93efe^tö()abert unb hierin fu4)te er flc^ wt ben
Vtigen beö angefälirten «g)eer^aufenS befonberS auSjus
jeidi^nen *).
@o wenig ber Xnfäl^rer etne6 «^eer^ufent eigentlich
Xenntniffe im itrieg&wefen befafi, fo wenig war aud^ baS
ieriegdt)o{f felbjl in ber SSBajfentunfi geäbt 9lur eine ge$
wijfe 9{aturgabe gab für jenen ^ wie für btefed bie 9ti<^
tung )ur 2(nwenbung ber £rafi. jDiefed <ftriegS«>o(t aber
bilbeten ^ur Seit grofler @efafyren bie gefammten we^r^f^
ten Scanner einer Sanbfd[iaft unb i^ve gefammte 3a^l (ief
bie £rieg§ma(i)t ober ba& «l^eer beS SteiH, awS) wenn ed
ni4^t berfammelt war'). SBie lange iene Sße^innannfd^Kift
ber SSibiDarier ober ber 9Biten::SBe^ren bef(anben unb fletS
geräjlet bie ©r^njcn t)erwalS)rt unb bewacht ^abe, ifi ni^t
beflimmt }U fagen; fte burfte ftc^ aber wo^I attfgel6# unb
in bie SBewebtung beS ganjen Sanbeö gewiffermaßen wr^
loren f^abtxi, at6 bie 9ieifö in i\)xm Sanbfc^^aften als un«
abl^ingige Surften auftraten, äßenn aber ber fRexH eine«
8anbeft ba« Äriegögebot ergelfien ließ, fo mu^te jeber SBk^^r«
l^afte auf bem Sage unb an bem be)ei€(^neten S8a{fen)>Ia|e
eifcl^einen; jeber mix^U für ^au8 unb ^eerb, fär SSater«
lanb unb Surjlen f amyfen. 2)aber ifl eS audj^ wo^t -gtaab^
Ixä), bafj bie Äriegö^eere ber S>reuffen, felbjl wenn bie
SBeljrmannf^aft nur aM einer cinjigen Sanbfcbaft Derfam^
melt war, oft fe^r bebeutenb unb jal)lreid(> waren '). 6ö
wirb berichtet/ baö iDolfrei4)e @amlanb f)üU eine ^eerfc^aar
1) SBon iß^oipfo, bem «ßauptmanne bec S93armter, ^ift H bei
Dusburg P. III. c 20: Quia caput fuit aliorum, ipse ut Dux belli
prae aliis in praelio se Toluit osteiitare.
2) Dusburg P. in. c. 20: Congregata omni potentia excrci-
tus siii ; c. 72 : congregata magna exercitus sui potentia ; c 85 :
Capitanei et Duces cxercituum statueriint diem certum ad hoc, ut
omnes convenientes in armis.
3) Dusburg fpnc^t fe^r oft t)on ben fe^r ftorfpn beeren brr
fJrtulfen; fo P. III. c. 11. 23. 54. 72. 99. 112.
« t
»Ott 4000 ffttiUtn unb 4o,eoo %u&impUm fteOen f &nnen >)/
intern auS ef nem efniigen iDorfe beS ®ebteteS t>on fBet^n^
190 bte 3alE)I ber ipaffenf^^tgen Jtrieg^kute befonbert ftaif
wat, eine @4^aar Don 5oo fheitbaren 9RJnnem aufh^ten
(onnte '). ©nbanen 1)attt eine Jtrieg8mannr<d()aft Don 6000
SUittm tinb eine un^Ä^Iige @(|^aar t)on SuflDoIf '). 9las
btauen foQ überhaupt eo^ooo^ 9{atangen 56,ooo, Svmlanb
60^000, 9>omefanien 8o,ooO/ baS «g)o4)lanb 44,ooo^ ©altn^
bien 16,000 nnb ®(|ia(auen 32,ooo ()aben aufbieten f&n^
nen ^). IBei einer «f^eeirfd^au ber gefammten 9reuf)tf(d!m
JttiegSmadElt foQ ber SteifS t>on @ubauen feine Jtrieger)a(il
16,000, ber Don Gamtonb bie feinige 12,000, berv^on
Stabrauen bie feinige 11,000, ber oon @(|»alanen bie fei«
nige 9000, ber oon SRatongen bie feihige i4,ooo, ber
Dom Sarterlanbe bie feinige i4,ooo, ber Dom «&o(^(anb'e
bie feinige i 0,000, ber oon ©alinbien bi^ feihige 4,ooo>
ber Don SEBarmien bie feinige i5,ooo unb ber Don 9ome«
fanien bie feinige 20,000 SRann flarf gefunben bdben 0*
Sbtmnad) w&rbe laut iener erf(em Slad^ridi^t 9>reuffenS ge$
Sammtc JtriegSmacl^t über 4oo,ooo 9Rann unb nac|» biefer
Stufierung gegen 125,000 9Rann betragen t^Un. Saffen
ft<|^ immerhin gegen biefe 3(ngaben bebeutenbe Sweifet er*
ieben, bie felbji bann anö) niö)t )u I6fen ftnb, toenn man
aUt n>afenfd|iigen fDtdnner beS SanbeS mit in, bie @4iaar
1) Dusburg P. III. c 3: Sambia populosti et opulenta potuit
habere quatuor millia equitum et XL millia pugnatorum.
2) Dusburg c . 103 : In terra Sambiae est quoddam territorium
dictum Betben y in quo bomines feropes babitabant et adeo poten-
tes, quod de una TiUa quingcnti Tiri ad bellum babiles poterant
proccdere.
3) Dusburg c. 3.
4) 2)iefe ICii^aben liefhrt freill^ nur yrdtoriae tn f.C^^attbfi^e
e. 1206; }»ar »te ee fc^int aue firett^eiK C^f^rontf , aSdn U ift an
t^ctr 8U(btt9eeit »o^t fc^r in atveifelm
5) eo ^\itht bie Saufen Sttca« IDaDtb IB. II. @. tR äue 9)ot
ntf^en Ql^onilteii an ; aber au<b bier bleibt nian(bcm dtvrtfsl Baum.
I. 34
530 Arieg<t)erfaffun9 unb Jtrteg^art
ber Arieger i&^It'); fo mag \>od^ fo t>tel too^l geioifl fq^n,
baf bie ^rteger)al^l auS aUen Sanbf4^aften 9)rettfreti8 aUm
btng& immer fel^v bebeutenb getoefen unb baf ti feine Sanb«
fcl^aft gab/ totli^t ni6)t toentgjlenS an 2,000 Steiter unb
eine gKO^ @(|iaar Su^bolfeS }um Aam)>fe gellen tonnte ').
iDft f&m|)fte nur bie iCrieg&mad()t einer Sanbfc^aft at
lein unter ber Sälgirung ilj^reS eigenen 9leiB fär eigenes
^aui unb «^eerb >). 3n ben fr&^ren Aimyfen mit Dolcn
n>ar, wie eS fd^eint, biefe& immer ber SalL 3la^mati aber
traten cucf^ nt^t feiten bie SBel^rmannen au$ meieren Sonbs
f4^a^en ju einem gemeinfamen <^eere ^ufammen ober
eft l^ilbeten bie <Kriegdfd(^aaren berfcf^iebener Sanbfc^Ktften
md) abgefonberte «f^eere, bie aber gemeinfdi^aftttcl) unb na^
einem einberflanbenen 9>lane lianbelten ^). 9lu aber finbet
fk^ ein S3eif^iet/ ba0 ^reuffenft gefammte AriegSmad^t unb
bie SBe^rmanneien au$ allen Sanbfcl^aften gum JCampfe ge?
gen ben Seinb aufigejogen wären.
2)re Jtrieg&ma(^t Aber^aupt befianb aut 9teiteret unb
Su^bolfO. £)iefeS le|tere bilbete beS «^eereft eigentft«^
(StJrfe; USt)alb bebiente man fiöf feiner auöf t)or|ugU4^
bei jSBelagerungen unb jum fefien unb jldtigen \ftam)>fe *)•
£)ie 9teiterei benu^te man gu fdt^nellen ©treifjägen, gut
1) ®o mbä^U 114 an ber dä^tiqtcit jener Säulen jmetfelnb fragen
laffcn: ob ed ben ^reuffen benn »0^ att(b mögüc^ tcat, fo grofe 3abs
:en n>irfli(^ }u jdb^en ? Sßenn fte na(b Busburg P. III. c 5 eine
fleine ^a^i oon Sagen auf eine fo unbe^ölfUibe Sßetfe bunb Jtnotcns
fdE)ärien beaeic^nen muften, fo fd^etnt jened feinedmegi ber ^aS ges
wefen su fepn.
2) j^ad 9ßal)re mag alfo fepn, »ad Dusburg P. IIL c 3. fagt:
Vix aliqua isiarum nationum fuit, quae non haberet ad b«Uiun
duo millia virorum equitum, et multa millia pugnatonim.
3) Dusburg P. IIL c 99. 112. 119.
4) Dusburg P. III. c 72. 85. 89.
5) Dusburg unterfci^etbet fte met^nS burc^ bie XiMtMt Equi-
les unb Pugnatores. jDtefe Zedieren ffnb ht\ \\^m immer {fupooO.
2)o4 gebraucht er för biefes an^ ba< gew6$nltd^e IBort Pedites.
*&artfnot^ 2r. unb 9(. ^reuff. ®. 217,
6) Dusburg c 100. 112.
Jtrteg6t>^tfaffun9 unb Sttxtiiatt 531
f)lAnbetitng / )ttm püiiliöftn UeberfaDe beS SetnbeS u. f.
xo. 0- SEBer gefe^lidi^ )u ^f {heiten fonnte unb mt ^u
9iof erfd^etnen mufte^ n>trb ttn& nirgenb& gefagt; gewif
aber entf(^teben (hiebet ^tanb unb SBermigen iai SReifte.
2>er Sßajfen ®thxanä) war md) ben Seiten betfcf^febeti.
3n ben fräj^ejlen SEa^r^unberten waren etfetne SBafen fel-r
im unb ungett>5l^nHdj^. S)te ^Ceflier kannten ali Übli^t
Saffen nur ^ulen % S>ie SBenben l^atten ouc^i @d(^ilbe.
SBeil bamalS ba6 SScIf wenig Jtrteg führte, fo blieben ble
Saffen lange Seit nodE^ einfac^^ rob unb unauegebttbet.
Statt gab ber Aeute na6)mM baburcb eine nocb ftitfen
Sirfung/ baf man fEe Dorne mit fi3(et befcbwerte/ um ben
Siib^ung iu Dermebren ^). <S& geborten jwei ©(^ttungen ber«
felbenjur Lüftung/ eine (attge ®trettfeu(e^ beren ieber Streiter
nur eine trug/ unb Heinere SBurfleulen^ beren jeber SBebr^:
mann fecbS b{6 acbt ober aucb mebre in einem ®ärtel um
ben izib bei ftcb b<^tte ^). £)en f (beren SBurf mit biefer
Saffe Abte man jum @|)te(e in Sriebenöjeiten ^ Sdnglinge
am melflenO/ SBar bie SBuyffeule geworfen, fo griff ber
Streiter jur ®teinf4)leuber, ju feinen fpifegefi^irften SBurf*
fleinen ober er ging mit fieinemen @treitb^mmem unb
1) Dusburg P. III. c. 138.
2) T{jcit, Geiman. c 45. 2)00: rarus ferri, frequens fiistium
usus, f^ltefet fttilxd) anbere SQSaffenarten nid)t ganj oud. jDie SttuU
aber toar über^oupt eine olCgemeine beliebte ^treitiüoffe ber diteflen
(Sot^etr. ^aä^ Ammian, MarcelUn. LXXXI. c. 7. bebtenten ft(|) bfc
®ot^n ber davae pracustae gegen bie 9{5mer. Loccenius Antiquit.
Sueo-Goth. L. III. c. 2.
3) Sucad S)aoib fd. L @. 44. 9lur auf bie frä^eflen ^iten
paft bie 9la(bri((t bed 8uca< ^a\>\\i , baf bie ^reuffen feine anbere
SBafen gefannt ()dtten , aH biefe beulen. @. bie £)rben6(^ron{f Ui
Sacalö IB. I. @. 242.
4) Sucal >Dat}tb a. a. O. «ßartfnoc^ 2C. unb 9l. ^reuff*
©.224.
5) SDiefe Uebung xoiXi ^vätoxivii {f. Sd^aubä^he G. 258)
nod^ SU feiner Seit unter ben SRabrauetn gifunben ^aben. (Sr befc^teibt
^e In ber i^m eigenen SSeitfcbmeiffgfeit genauer.
34*
9
bh2 Jitteg^t)erfaffttng unb JtrieflSart
®tre{t2)rten )um l^anbgemetnen itam))fe. ^te ktsteten ^tte
man t>cn ®btn unb (Sifen^). TCud^ SBurff^iefe timtcti
t)en 9>tettffen f4)oh ftd^ befannt '). 2>te übrigen SBaffen?
arten famen Dorjägttcf^ erjl burcf» bie Artege mit ben 9>os
(en in ®ebtau(^. fiSei biefen fodeti jte iuerjl baS @(^wert
fennen gelernt l(iaben'); faben f!e biefeS aber ntdi^t t>tel?
Iei(bt fdE^on fr A|)er bei ben jD^nen unb in il^ren fublic^
Jt^mpfen? ©ege? bie 9o(en bebienten |t(^ bie yreuffen
aucb f4)on vergifteter SBurfgefc^offe unb eS fc^eint, bof
foIdS^e Ux ibnen au^i fonft fdt^on £blt4i getoefen^). 6rß
fpiter ftnbet man in i^ren Ariegen ^yxi^ ben @ebratt<^ bet
@(bilbe unb ber Sanjen^ n>e((be (enteren )um ^Cngriffe auf
feinblic^e Steiterei bienten. 3ur Seit beS Aam|)fed gegen
bie 9lttter beS £)eutf(ben iOrbend fdjieint bfefe SSSaffe bie
gewibnli^)^ gewefen ju fepn ^). jDie ^Crmbrujl foQen bte
|)reuffen erfi wilb^^^nb il^reS Jtam|)fed mit bem 2>eutf(ben
£)rben fennen gelernt liaben % miewof^l ed aufaOenb n>äre/
1) IDie ^Cltert^dmers Sammlung M ge$. 3(r4io< ju AtoigiM:^
bef!|t i^rer eine stem(t(^e 2fnaa$C Don oerf^tebenen Sormen unb oide
flnb im Sanbe n^^ aerftreut in ben «^dnben bet Sfinber. jDie bem 9to
ben eigent^ümlic^ ®trettairt finbet ftd^ aud^ in fDdnemarf unb 64»cs
ben no4 aur Seit fBalbemorö I. Scuco GrammaL p. 296. 9,h\^%%^
I. ©. 47.
. 2) ®4on t)on bem ^xxf^x, bec ben ^eil. 2CbaIbert ennotbete, Ictft
e^ in bet Vita S. Adalberti ap. Cora» p. 353; Totis Tiribus intens
jaCMibim moTens.
3) 3ut Seit ^affmitl I, M bie ^reuffen bem SOIarooiet Stje^to
ald «^filfdool! bienten, toav bie ^^clnifd^e Spata im Qkhtan^e. Kad-
lubeck ed. Gedan. p. 14 fagt: spata est gladius ab utraqoe parte
acutus, .quae Tulgariter szabia ( ®dbel ) dicitur.
4) Kadlubeck L. III. ep. 21. p. 37^ ffi^tt eö M tta>at ScfOtt:
bete« an, bQ$ {14 bie 9)reuffen bet vergifteten ^efc^offe im ittiege ge^
gen fBoIeeiav von |)oIen nid^t bebient Ratten, toie (te fonjl )q t^un
pPegteU/ — nee venenatis, ut aliai' assolent, jaculantur spiculis. —
Utttet spiculis finb $iet n>o^[ offenbat oetgiftete SBurffpiepe gf>
meint
5) Dusburg P. m. c 54. 65. 165.
6) Dusburg P. UI. c. 100 etad^^It ba« Clteignif , bei «ebben bk
Jtrteg<t)e(faffund unb Jttteg^att 533
totnn ffe tiefe SBaffenart niöft fd^on fräl^er in il^ren Jtrie^
Sen mit Un 9>0!en/ mit ben jD^nen, ben Areu)6räbem/
ttnb mit ben Siittem beS S)obviner::2Drben& gefeiten unb
il^re fi3enu|ung ztpxoht "Ritten. Unb 1)ittt n\6)t au^erbem
bet «^anbel il^nen biefe SBBafe möf frttl^er fd^on befannt
mad^en f innen 0?
SBSar iai itriegSgebot ergangen/ bie SSe^rmannfc^aft
mit biefen SSSaffen geriüflet am beftimmten iDvte berfam^
melt unb adeS )um 3(ue)uge gegen ben* ^einb bereit/ fo
ging mon ^uDor ned) )u bem tRatf^t ber ®itter/ benn eS
xoax IbbUifyt @itte im !Bo(!e / in aUem, wa^ man SBic^ti:»
ge6 begann/ burc^^ ein AbIi4ieS n^al^rfagenbeS 8ooS ber ®bU
Uv ^iUett unb 9latl^ Aber (Srfolg itnb 2(uSgang ju befras
gen *). 2!>er ®ebraud(^ war f olgenber. 9Ran bemäl^te fi^,
nüi) bor bem XuSjuge au$ bem fetnbH^en «^eere ober au&
befFi^n Sanbe einen befangenen )u erl^alten. (Sobalb man
einen foI4)en be!ommen/ feffelte man il^^n an einen SB^anm —
it^ nie an eine 6i((^e -— unb fdf^of nal^e * ftelf^enb einen
f)fetl ober @)>iefl in fein «^erj. SBenn nun \of;Ui6) baS
eiut (eftig unb xd^Ud) lienoorquoU/ fo erfreute ba6 «^eer
ein glücfbeutenbeö Qeiäfen^ benn e6 galt biefeS att SScmii,
fhvttffen bfe balista luerft gefr^n unb fagt: alii drcumstantes admi-
rati fuerunt ultra modum, quid esset, quiaprius talia (sc balistam)
non viderunt jDaf (t(t/ me tm Sotefn M ^ittclaitM thtt^avipt
balisu eine 3Crmbru{l bebeuten folC, beweifen anbete @teUen SDudbucgd,
iDorin er btefef SBort in eben biefer SBebeutung braucht; 5. $B. P. III.
c. 117: cum balista sagittans.
1) ®a alle biö^igen Sf^inbe ber 9)rett1fen bie 2ftmbnifl im Jtriege
gegen ffe gebraucht Ratten unb btered (Befd)of namentlt^ <^u(b ben SDAs
Ben »obl befannt »or — Saxo Grammat p. 191 — , fo f^en toir
auf baf oon ^Duiburg attfbebattene ®efdSit(^t(ben nicbt befonbereö ®en>id^t.
2) Dusburg P. III. C.5. Prutbeni raro aliquod factum notabile
indioabanty nisi prius missa sorte secundum ritupi ipsonim a diis
«ttis utrum bene Tel male debeat eis succedere sdscitarentur. Ueber
ben ®lattben an d^nHcbe SBorbebeutungen Itm Kriege bei ben «^nilem
Procop. L. IL p. 258 unb Aber eine gleite ^xttt ber (eibnifd^en yom«
mern |U Xrfona Saxo Grammat. pt 321. €^eU IB. i« @. 62.
534 JtriegeDerfaffung nnh Atieg^art
baf (te ®&tter ©leg \>txUxl)cn würben. SBofern abtt tat
jBIut nur langram ttnb mafiig l()ett)orbrang/ n>ar ttnr
()eil bei bem Xutjuge gu ^xö^Un, tnbem ber ©ittet SBiDle
baS t^eer bann nidf^t begleitete ^).
3od nun ba6 «f>eer )um i£am)>fe aud/ fo foQ ein gto»
feS JCtiegS^aniet bor i^m i(ier getragen n>orben fepn: ein
toei^e& Xnä) an einem @yeere mit ben IBilbem ber brei
«&au)|)tg6tter in blauer %axbt, ober baS fiSilb etne$ t)on )iof t
SlojTen gelEialtenen @d()ilbed, auf xotlibem baS fiSruPilb eu
ned SRenfdE^en mit einem S3drenfo)>fe unb geiffhetem Sta»
4ien*). Xtö ein anberei^ panier ber 9>reu{Ten oirb un8
ein in )n)ei ^ilftcn get|)eilte$ @4iilb bejeict^net/ auf xotU
^em iwef itronen {ianbj^n, beren obere gerabe aufretl^t lies
fienb mit htatitt %axbc im gelben Selbe/ bie untere jener
entgegengefelirt mit gelber Sarbe im blauen Selbe/ beibe
alfo bergejlalt gejleOt/ baf bie iDeffhungen berfelben einan::
ber gegenüber {fanben 0. 2(uf bem einen biefer AriegSpas
niere/ bem Schübe mit bem SDtenfcl^enbilbe unb bem S&
1) Sucae )Daoib fß. L ®.. 47. Qimon Grünau Tr. III. c
V. §. I. Henneberger de vet Pruss. p. 20,
2) 00 ßucttö >Daoib S3. 1. €{. ^^ Gimon (Srunau Tr.
IL c. V. Henneberger I. c p. 21. «^artfnod^ X U. 9t. f^Cfttff. ©.
226 — 227 smeifelt an ber $ßa(fr^it bec ea^f. ^COetn »tc flnben
fo((^ i^egöfaf^nen bo4 auc^ öberad bei ben 9la(^baro6(feni. Set ben
Sommern ^tep bie <&eerfa()ne ®tant(. Stuco GrammaL p. 322 foge:
Inter q[uas erat Stanitia magnitudine et coiore insignlsi cui tan-
tum Tsnerationis a populo Rugiano tributura est, quantum om-
ninm pene deorum majestas obtinuit. £am enim prae se ferentes,
in humana dWinaque grassandi poteatatem, habcbant, nee quic-
quam eis, quod libitum foret, illicitum habebatur. Sgl. Ditmar
Merseburg , L. VI. p. 135 ed Mader unbp.l5jL — 152 ed. Wagner.
2(tt(^ in ©fanbtnaoien »aren ^«göpaniere bie SSereinidttttgliei^en tec
cinselnen «Raufen; €^ubm SB. l. @. 268 — 269. ftüM B. I. 6.
48. SBarum a(fo au4 folc^e ni^t bfi ben 9)reuffen ? (Sine anbete gtagc
aber x^hxt , ob \>\t und äbeilieferte SBer^reibuna berfetben gan| xxifi%
iß? äßaren oieOei^t bie Seichen bec ^ber, beren TaciL Genn. c. 45
\>d ben 2(efHern enod^nt/ etwas 2Ce(inli(^?
3) euca« iDat)ib IB. L Q. 41.
Jtrte9dt>etfarrttnd unb ftciegöart 535
xtntvpU^ foDen @(IE^nft)etdiien geflanben f)aUn, um bettn
(Entjiffening fiä) fd^on Idngfi gele()rte SorfdS^er Diel bemuli)t 0.
Äam baS JtrtegdlSieer in beS SetnbeS 3l&^t, fo nal^m
e^ ben Xnftunn beö ©egnerft^ tt>enn biefer ben 2Cngri{f be^
gann^ mit (eril^^after XufyxUit auf unb ^oö^t bie @(bta((^t
ta|)fer bntcb/ felbjl toenn fte ftc^tbat unglädnicl^ ^t feine
Salfen enbete '). iDftmatö aber, wenn ber ^einb ju mi^^
ttg unb ju ftärmenb einbrang/ ergrifen bie freuten anöf
fc^neQ bie Slucbt")- Sieben gatt nicbt für fcbim^jlicb/ fo^
balb t6 gefcbab/ um ba& Seben für fernere kämpfe }u ret^
t€n. S)ie eigentli4ie offene Selbfcblac|t mieben fte mebt/
aK fte fle fudbten'^). Sarum griffen ffe ben jum Aam))fe
georbneten Ifeinb nidi^t gerne felbft an / fonbern )ogen ed
wv, burcb Xujiauem )um plhiiU^tn Xnfade auf ben uns^
vorbereiteten Seinb gänftige ©elegenbeiten ju erfpcSben, ftcb
in AläfteU/ ©cblucbten utib Sßalbern ju t>erbergen/ um un«
erwartet baS feinblidi^e <^eer burcb UeberfdUe ju verwirren ^)
ober zi in @ämpfe unb Wlox&fte ju toerlotfen unb aui bem
<£>tnterbalte b^i^^orbrecbenb )u t>erni(ibten ober gefangen )u
nehmen <^). Sn folcber SBeife/ bie aud^ ben @(at>ifd^en SSM«
fem eigen war 0/ madj^ten f!e oft bie itrieg&iäge bebeuten«
ber 9>oInif(ber <&eere unb-beren gänflige ©tellungen t)6Qig
erfolglos unb entgingen ben ©efabren be§ ofenen J:am))feS.
2)arum {tanben {te bei ben 9ladi^bart>ö(fern aucb mebr im
1) SBir llelTen bie dtefnltatt biefer gorfd^ungen in ber SBeilage Nro.
IX. aufamtncn , ffe mit einigen SBemerfungen begteitenb , »obitr^i bie
TCutenticität ber @d)ttftaei4en aOerbindö t^arfen 3toeifeln unterworfen
wirb.
2) Busburg P. III. c. 26.
3) Dusburg P. m. c 11. 17.
4) }Do(!^ ^ft ed eiumol au(^ bei Dusburg I. c : Invenerunt Pkii-
thenorum magnum exercitum congrcgatum in annis et paratutti
jam ad proelium.
5) Kadlubeck L. IV. c. 19.
6) Kadlubeck ed. Gedan. p. 52. Dusburg P. III. c. 67. 111.
7) Heltnold, L. 11. c. 13: SlaTi dandcstinis insidiis maxime
valent ©^Ujer 9lorb. (Sefc^icbte 6. 349.
536 Arted«t>etfarfung unb 5(rteg<att
Stufe CriegertfdE^er Jtjil^n^it unb fnegerifc^er Sift, att tnts
gertfd^er Zapfextcit SBodte ballet ber ©egner baS Arie^
DoR ber ^reuffen mit Srfolg 6efdm))fen, fo mufte er
mit i^rer eigent^umltd^en AriegSart betannt fepn 0« ^^
Unerfal^rene loarb leidf^t butcb DerfteHte glud^t t>on t^
nen getiufcl^t ^ aM Um {Hinterhalte fiberfaOen unb taim
®eme fammelten ftd^ and) grofe ArtegSJ^ufen )ttm
Uofen 9>I&nberungSlriege ober gu r<iuberif(|Kn SinfiOen
tn ^einbeö Sanb. J^ SSomelS^mer raffte eine Gc^aat itu
fammen/ trat atö si^er an i(^re ®))ige/ bracl^ inS fettib^
licl^e .©ebiet ein^ raubte toai er fanb^ t>ertoii|lete ba< Sanb
burcb Seuer unb @dE^n>ert unb teerte mit ber IBeute in bie
^timat 5uräd( '). (Bol6)e Siaubtuft war urfpnlng(i4H nic^t
in ber ^reufTen 9latur; fte war wtt ifyctn Seinben ju i^
nen übergegangen unb warb an^ jletS nur gegen biefe
geäbt
3n ber SBer%tbigung ibrer Sanbeöburgen bemiefen fte
ft4> eUn fo tapftt unb bebarrlicb^ atö gefcbi^t unb umftdiM'
tig in beren 3(n(age. Zm liebflen ei^auten fie fobbe %ttt
auf natärlicben ober aufgefcbätteten 2(nb6ben ju SBebr unb
0d^u(s ber ©r^njen^ tbeitö an Släffen, @een unb ^oxifttn,
Alfo bafi gemeinbin fcbon bie IBefcbaffenbeit beS £)rteS unb
beffen n^cbfte Umgebung enoünfcbte @i^erbeit gab unb bte
iBertbeibigung er(eid|[terte. S)iefe fiSurgen, burcb 9B4(Ie uisb
®raben umfcblofTeU/ oft t>on mebren @etten mit SBaffer
umgeben, juweilen an groflen Sßalbungen Hegenb unb für
frieblicbe Seiten aui) )ur SBewobnung eingericbtet, f(beinen
meift nur Don ^ol) erbaut/ bie fBiUe mit einem ^aQifa^
1) «^rjog euantepclc unb fein iSrubcr Gamboc gewannen na^»
moU ben ^teg an hn ^firgune; weil ffe expeiti in hello Pratheno-
mm vias circa indagines cum suis armigeris occupaYeranL Dus^
bürg P. lU. 11.
2) Jüusbutg p. m. c ia3.
3) Anna!. Monast OUt. p. 11. Dusburg P« IL c 3« HL c.
72. 119.
Jtrtes«t)etfarfung,ttttb Jlrits^att 537
bensS93erfe btm^xt^) unb ber 3ugang ntrr Don einer @ette
m6gU(l^ gewefen )u fepn *). 2(ttf erbem gab ti im Sanbe
au^ Seiten ober fBefefligungen/ bie in blofen fBerfc^an«
gtmgen burcl^ SSBiQe unb ©raben befianben^ in weld^^en bie
Arieg5mannf(|iaft beim jiarf en Xnbrange beS Seinbeft ftdi^
9ert|eibigte unb M ©eguerS $Borr&d(en l^tnberte'> 3n
bringenber 9lotl^ bienten i^po^ biefe S93el^rf4ian)en aud^ jur
Sewo^nung *).
3ttr Belagerung ber IBurgen bed Seinbe9 fdS^ritt man
jletS mit einer ftarten JtriegSmad^t 0/ fo baff fte ring6 um^
}tngelt »erben fonnten unb ben IBetagerten jeber 3Cudgang
ttnm&gli4^ gemacl^t n^arb'^). 3ur SSemicf^tung ber feinb«
Itd^en IBurgen bebiente man \id), n)enig|lend }ur ^tit beS
StampUi tnit bem beutfcl^en iDrbeU/ aucf^ fd^on mel^rer SSe«
lagerungSmafi^inen 0* * ®erne em6)Ute man in ber 3l&f)e
1) SDa^ev (onnten bfefe IBurgen eben fo Ui<i)t unb fcbneU aufge»
baut »erben, atö fte (etd)t unb f^neU »erbrannt tourben ; Busburg P.
III. c 7. 14. 26. 73. 74. etc.
2) SDabon Aberseugen an vielen btefer alten beibntftben S3efefKgun«
^n bie nocb icgt oocbanbenen €^puren/ wk %t\ ©d^tppenbett, am |)ta«
berge unfern von itönigSberg u. a.
3) Dusburg ttnterf(beibet in i)ieten Steffen Castra unb Propug-
nacula, 3. S. P. III. c. 14. 18. 22. 23. Q^. Unter ben propugna-
culij (tnb in ber SRe<)eI blope SBe^rfcbansen au )>erfteben / obglet(b 2)ttfe
bürg im ®ebrau(be biefed 9(&orted in biefer S3ebeutung ft(b nic^t immer
aanj aletcb geblieben }U fepn \6^z\nt. @(bon . in frä^eren Seiten fielen
bie vielen IBurgen im Sanbe ben gremblingen auf; fo bem Geefa^rer
IBulfllan unb aucb Dusburg P. UL c. 3. fagt nO(b: QuaeÜbet ista-
mm gentium habebat multa castra et firma. SBenn ba^er Mariin*
£aSus p. 91 fagt: Terra illa laciibus et paludibus est adeo com-
munita, quod non esset yel castellls Tel civitatibus sie munita, fo
, hatf man biefe stelle niä)t, wie gef($eben if, fo oer^b^n, all Idugne
bieburcb biefer ^ronlft hau ^afeiE)n ber (SaftetU.
4) IBei Dusburg P. III. c 7 ^eift ed menigfiend von htm \hUn
|>omefanier 9)ipin : Circa stagnum, quod a noraine suo dicitur stag>
num Pipini, habitabat in quodam propugnaculo , cum multis infi-
delibus latrodnia ezercens.
5) Dusburg P. m. c 20. 21. 23. 110.
6) Dusburg P. III. c. 23. 90.
7) Dusburg P. HI. c 89. 112. 113. 114. 117.
,^38 Jtrieg6oerfaffun9 unb 5(cieg6att
ber belagerten fiSurg ftarle Sk^t^^atn^n )tt eigener ®u
4^erl&eit^ n>enn ber Seinb ttma Xu&fdQe »agte ^). 99Sat man
burdS) fol^^e gegen ben Angriff beS ^ SetnbeS geft^iert/ fo
warb bann bte SSeflärmung ber fetnblt4^en jßnrg mit foU
(^er <&i^e l^egonnen unb mit folä)ex 2CuSbaitet fortgefe|t
bap feiten ein Sag ol^ne Jtampf boräl^rging '). — ®r6feie
SanbjlredCen/ befonberd SBalbungen^ bie man gegen bad 6tn?
bringen beS S^inbe& ju »ert^eibigen fucl^te, bewehrte man
burcb ftar!e Sittf)ane, l^inter weldt^en ft(^ bie Jtriegdmantts
fc^aft jum ©egenlampfe auffieOte ').
Jtebrfe baS «^eer^ burd^ @ieg erfreut, in bie l^imot
iurutf/ fo brad^te man gerne einen ber tnomebmjlen ®efaiu
genen ben ®6ttent i\xm £)pfer bar *). ®(^on ben ®ot^en
war biefe @itte eigen / ba fte meinten, bie ®6tter bunlf
fi3(ut gefangener Seinbe am Ui^Upn 9etfbbnen iu tim
nen 0* ^i^i^ entfcbieb bai Sood unter ben IBomebnijten
ber ©efangenen. SBSel^^en fohl^e^ traf, ben banb man in
1) Dusburg P. m. c. 90. 93. 113. 114. 115. SRetjt mm d
brei f&^%t\^axiltn unb bm SSetogerungdmafci^üictt , loHd^e bd einer 9r>
lagecung gebraud^t »utben.
2) Dusburg P. III. c. 117.
3) Indagincs nennt fotd^e^er^aue Dusburg P. III. c 11. 118:
Prutlieni Tallati indaginibus fortiter in primo restiterunU SJ^AO
mad^te burt^ fold^e aud^ SS^ege fftr \>tn gemb ungangbar; r^ bet ben
|)oIej:{anern Kadlubeck L. IV. c 19. «^enneberger 8anbtof.
©. 413.
4) Dusburg P. III. c. 5: Post victoriam Diis suis Tidnoam
offerunt Procop, L. II. p. 261. ^QPJt •^onorittd III. fagt tn einem
SBriefe von ben |)reuffen: Captivos immolant dlis suis intiagentes
gladios et lanceas, ut prosperam foriunam habeant in sanguinf
praedictorum. Raynald. Annal. Eccies. T. XIII. an. 1218>
5) Jornand, de reb. Qet c 5: Martern Gotbi semper asper-
rimd placaTere cultura; nam Tictimae eius mortes fuere captoronii
opinantes bellorum praesulem aptius buniani sanguinis efTusione
placandunu Huic praedae primordia Tovebantur, buic tninas suf-
pendebantur ezuviae. Solinus c 24 fagt oon ben 9lorbl2nWrn ftbet*
()au|>t: Populis istis deus Mars est, pro stmulacris enses coliurtt
horaines yictimas habient| ossibus adolent ignes focorum.
Jl(ieget>etfafrun9 utib Jlrteg^art 539
wUtT JtriegSnifiuns auf fein @trettrof ^ beffen Süfe an
Dier tief in bte @rbe gef4)lagenen 9>fi()len befeftigt maren-
jDann t(^urmte man einen ftatfen «^oljftofl um unb unter
bad |>fetb/ jänbete biefen an unb t)etbrannte fo 9lttter unb
9to$ mit SaSaffen unb Stäftung ben ®&ttent )U (S^en ')•
3(u4^ gefangene Jungfrauen, mit IB(umen ^ti^mnät, xouu
ben ben ®6ttem )um iDpfer gebracl^t'}. iDiefe ®ittr ber
aRenfc^enopfer l^atten äbrigen& bie Dreuffen mit ben mei?
ften il^rer 9lad(^bart)6lfer gemein *).
2)ie befangenen würben meift fe^r graufam bejubelt,
oft jimmerKdi^ ermorbet/ mit fcfiweren arbeiten )u Sobe
icquiXt, felbft grauen unb itinber m6)t gef4)ont % Suwei^
Un würben fle and) ju ewiger ©Raberei am ieUn ex^aU
Un. %m graufamften berful^r man mit 4)rifili4ien ^rie»
fiem ober fold^en, bie fon{i ben 3om bed SBoffeS erregt
f)atUn. @o gefdj^a^, baf man ben ^ali eine$ ^riefterft
iwifclien jwei @tangen pxe^U, bii er ftarb *), ober man
1) 8uca« SDüöib 85. I. 0. 47 — 48. Dusb-irg P.IH. c. 86.
«&art(no4 2(. u. 91. 9)reuff. @. 15a 229. 2)tere(be C^itte ^rrfd^e
Ba4 Sßiganb von SRarburg in Sitt^auen qo(^ im 14ten Zahl*
^imbcrt; bo4 gefd^a^ bort bte £)pferung ntc^t immer bur^ ffeuer, benn
SBtdaiib tqfiU^t im Safere 1376 )9on ben £^itt(auern: Quendam fratrem
captiTatum alligabant ad arborem et lanceolis suis multis vulneri-
bus occisum diis obtiJerunt. @in SBeifpieZ oom geuertobe ersd^lt
Dusburg c 331.
2) IDer |)apjt ©regoriud IX fa^t in einem ©(^reiben bei Raynaid
an. 1232 nr. 6: Juvenes, q[uos capiunt, continuis et borrendis la-
boribiiJ coBsumendoi Tirgines pro ridiculo floribus coronatas in
ignem daeqioniis immolant; senes occidunt, pueros necant, quos-
dam infigendo Terubus, quosdam ad arbores allidendo.
3) ®u6m ®ef(^. ber ^dnen ®. 56. Schaeffer Upsal. antiqua
p. 137. 149. atü^d S3. I. 0. 40 beimeife'tt bie fOTenf^enopfer , aber
mit f4»ad)en ®rönben. ®ie fanben au(^ tei ben Glaoen in |)ommem
@tott; Helmold. L. I. c 52. §. 2 S^on ben ecrittfinnen fagt Pro-
cop. li. IL p. 261: Hostiarum potissimum bomo babetur, quem
primum bello ceperint, eum Marti immolant^ summo apud ipsos
Deo.
4) Dusburg P. lU. c la 34. 35. 164.
5) Dusburg F. III. c 85.
540 ' 5trieg0t>erfarrung unb itrieg^art
fcbnttjt bem ®efangenen ben 9labet ani Um itibt, nagelte
biefen an einem ^\xm^ an unb trieb bann ben ttngl&fs
U4ien mit Aeulenfd[)(jgen fo lange um ben Saum b^ntm,
iii aOe (Singeweibe ^erauSgetounben waren unb ber 9lenf4[
tobt nieberfiel *).
Sie bem S^inbe genommene fBeute warb ieber 3<it
in bret Steile getfieilt. S>er erfie unb auSerlefenfle Z^il
fiel als Sanfopfer ben ®ittem }U; ben anbem S^tl er»
i^ielten ber ®xitot unb feine 9)riejler unb ber britte oer^
blieb ben Ariegem unb Uebenoinbem').
1) Dusburg P. IIL c 65. ^Dfefe Gtrofe ftbte aud^ ber ^Ddnif^c
^6m0 (Sti^ ^jegob an ben ju ben 3u(tnecn geflöcbteteii jDdnen; f.
«S'oxo GrammaL p. 225. ^ie Slaoen in ^ommem oerfu^ren mit
^'^ befangenen auf gleid^e SESeife ; Helmold, L. I. c 52. §. 4
2) (U ifi bi^rüber feine UeberefnfHmmund bei ben ^ronl^n. Dm-
bürg P. IIL c 5 giebt ebne 3»etfel bie cid^ttafte 9la4n4t , inbem a
fagt: Omnium eorum, quae ratione Yictoriae conseculi tunli ter«
tiam partem diclo Criwe praesentarunt, qui combussit talia. sDcns
na^ der<bab alfo bie 2%eUung in bm Sbetle. 9tacb Sncal^avib
S; I. e. 46 tbeilte man in vier Zii^\\t unb gab ben vierten Sbeil bci
nen^ bie babeim geblieben xoaun unb bad Sanb gegen ben gprisb ^
f(bö(t batten. ®ne alte mit SDuöburg öbereinftimmenbe i&fycotiXt (Slfcc.)
fagt: ba< britte teil i9om robe gobe fpe dringen ^ ber fö csu bontfivi
g^ten üorbrantf scu eren. ®. «^artfnocb 2(. u. 9i. Vrenfil ®* 229.
B t^ n 1 1 ^ ^ ap 1 1 tt
Der |)rettff€tt ^ivL$Mä)t& unb gefenigeö Beben.
Sitten nn\> ®ibtiui)t.
„^i thmU otel ihiüäfa {n feinen Sitten t)on tiefem
Solfe gefagt n)erben; wenn eS ben ©lauben 6^riffi ^jtte/'
fdgt ein 6^ronijl be< 9lorben$ t)on ben 9)reujfen ^) ttnb
biefe SBorte er^(l[ien ben 9lei)/ ber immer fct^on in ber IBe?
trac^tung liegt^ xou fi^ tin SSoIf^ Ur>ox iai ü^t iei
6^ri|tembum$ fein urfprungltcl^ eigent()ämli(t}e8 SBefen t)et^
^nberte^ in feinem b^uS({(l|)en ünb gefeUigen Seben, in fei?
nett (Sitten unb ©ebräuc^en auSgefprocben/ n^ie ei bie ei«
gene/ ibm eingeborene ^atixt in ben SBerb^Itniffen ttnb Ser«
imeigungen feine6 inneren ^ frieblicben SßirFen$/ Sepnd unb
S>en{en$ entfaltet unb roit ficb ber !lRenf(bengeijl in feinem
eigentbämlicben SBefen ebne frembarttgen Sinflufl in fei«
nem @itten - ©emilbe ofenbare. Tibet feiten Ü^t uni bie
®ef(bi(bte in fo entfernten Seiten iai ©anje eineS folcben
Sitten« unb6bdraft^r«S3ilbe< äberbliden; ei pflegen meift
nur einjelne ääge^ einzelne Umriffe^ einzelne Scbatten«
ttnb Sicbtyunfte ju fepn, mit benen ber SBetrad[)ter \l^ be«
1) Helmold, diron. Slayor. L. I. c. 1: Mulu poterant dici
de boc popiilo laudabilia in moribiUy ai baberent aolam fidem
Cbriati.
542 ^i\itl\d)t€ unt gefeUige« itUn.
gn&gen muf unb felbji biefe etn)elnen nod^ übrig geblieben
nen Steile bei ®an)en {leben ntcbt immer t>or unS ba in
i^rem wa^^ren iii6)tt, in tl^rer ^^Utn %arbt Sremblinge
baben ba$ 83tlb na(t}ge)eid^net/ meiji mit unbebuljltcber
unb Dermibnter <^anb / 1)aUn ben alten ®eifl beS ®emi(be<
\>tttoii^t , mtf loerflanben , falf(b gebeutet unb tn einer SBetje
entfleUt/ bafi eS unm&gli(|^ n>irb, ben maleren @inn bei
®an}en n)ieber ju erfennen. Unb fo ift eS teiber auc^ in
biefem S^^eile ber ®erd[)i4)te 9)reuffen« }ur 3ett beS ^eiben^
t^um$. 2(ber foUen n>ir aud^ ^ter bie alten klagen hiebet:
bolen unb ben SSerluft aKeS beffen bejammeni/ toai in
en>ige SBergeffenbeit übergegangen ifi unb nie ein SterNi?
4^er wieber bert)orfubren wirb? SSeffer wir wenben uni )u
bem^ ma$ un$ al8 t)a8 SSicf^tigfle (kxA bem einfligen
SebenSbilbe nodS^ aufbehalten worben ijl.
@d^on in fe^r alter 3eit war Xcferbau eind ber g«
wi^nlicbften ®ef(i^ifte ber S3ewo(ner ^^teuffenS ^unb fte bt?
trieben fo(d[)en mit einem Sifer unb einer (Smftgfeit/ bie
felbfi fern b^tf ommenben Sremb(ingen febr mer!wurbig f(bi^
nen. @o erw&bnt/ wie wir faben^ fdj^on ber fERaHtlier ^pt^at
be$ fleifiigen ®etreibebaueö in biefem Sanbe unb ber Se^.
nu^ung beS gewonnenem Ueberfluffed ivlxcl ®etrdn!e. Xu4
bie 3Crt, wie man in groflen <Sd^eunen bie 3Cebren attSjU'-
bref4^en ))flegte^ erregte feine 2(u^er!famleit, weil fie »on
ber ®ewoiinl()eit ber @iibldnber abweidl^enb' war '). 2)ie Sr«
w&]()Hung ber groflen @4)eunen aber \l^i jugleic^ wxi^ attf
rei^lid^en Srtrag f(l|)Iief|en. SeS betriebfamen ^Ccferbaiiei
gebeult femer nactimalS audf^ Sacitud in feiner @4iilb^^^j
ber TCeftier unb ergebt beten 6m{ig{eit in ber Selbarbeit
xxxi ®egenfa6e ber gew&l^nlid^en ®ermanifd[ien Srigbeit').
SaSirb nun f»)3terbin in ben ®ef4)idS>tf(breibem biefer emft*
gen IBetriebfamfeit in S3enu|ung beS S3obend jum %AiM*
bau aucb nicf^t weiter erwd^nt, fo tfi bocb nic^t )u }t9ei^
1) Straho Rer. Gcogr. L. IV. c 5.
2) TaciL German. c. 45.
^itxHl^t^ unb.9er«t(tae« Seben. 543
feto/ bafl ber Xtfetbau, auf n)cI4^en fction t)te Statut ben
Sewol^ner U6 Sanbed loon ie^ier |itngen)tefen ^ aucb in ben
fblynben inUn mit fletfitger <^anb betrieben worben fe^ ^).
Xber gen)i(l war bamal& ber ^Betrieb bed TCcferbaueS noöf
1jhä)ft einfad!^ unb bie frtfcl^e Araft be8 fBoben$ erfegte^ xoai
an JCenntntfi unb i(un{i gebracli. SSerebelte Sru(f»tarten
^ab ei in fr&^erer Seit n^entge ober leine. 68 würben
.^trfen unb «ftäd^enge» jdl^fe gebaut, aber audf^ anbere Snid^te
unb ©urjeln ali ©peife benufit «). — Sieben bem 3Cdferr
Itoue warb andf IBiel^iuc^t betrieben, bodf^ in ditefter Seit
weniger, al8 in ber \pitmn "). ^afi ftd^ in folc^ien fßt^
fc^dftigttngen im TCblaufe fo \>itUx Sa^r^unberte mancf^eS
t>erdnbert liabe, anbereS ^u t>oaFommnerer 3Cudbi(bung ger
bte^n fepn m(ge , liegt im Sortfd^reiten menfcl|^(t4ier SSiU
bung au^ felbfl no(|! b^ibnifctier SBMfer. 3u Sagb unb
8tf(bfang lotfte unb trieb ben 9)reuffen fction feines 8anbe8
Sefd^affenlEieit Sene ibU er aber nid^t allein ber Sla^rung ^),
fonbem aud^ ber f oftbaren $el}e wegen 0/ ntit benen ^an^
bei in ferne Sanbe @tatt fanb. 2)ie groflen SBalbungen
unb SEBilbntffe, mit benen bamalS ie^t angebaute, weite
SanbfiredPen nod) bebedt waren, liegten eine ungemeine
SRenge wtlber S^iergattungen, auf weictie Sagb gemacl^t
1) Ercurrms Stella de Boruss. antiq. p. 12 fagt itoav: Terram
hanc Borussi undiquaque foecundam longe lateque incolentes, ?p-
sam tarnen minime excoluere, ^rel ob ignorandam rei rusticae, yel
ne bonitate soll deprehensa, et ipsi finitimorum metui obnozii fie-^
rent» indeque ^liminarentur, ye] quod dictum e terra nascentibus
nondum novere. 2Cttetn tiefer Gcrtbent benft ft(b bie ^reutfen in aU
lit Sßeife gar ^u einf<i^ unb feig. 0eine bett>ei<lol (eingeworfene
Sebauptung ^t att<b T^on ^artfnocb im 2C. u. 9?. |)rettfr. 0« 204
nnb in f. Dissertat de re oea>nom. veter. PruM. §. 7 Wihers
legt
2) Stroko L. IV. c 5.
3) Sirabo L c. fagt: ^mmv lifjJfmv oTravjv.
4) Dusburg P. IIL c 130.
5) „PreüoMoi martures*', mit ]te Adam» Bremens, de litu Dan.
c 227 nennt.
544 Jpitx€liä)t€ unb gefeUige« Seien.
tDurbe. QaUrci^ xoaten bantatt notS) in ben gewaltigen
ffiilbniffen bie @efdE^(edE^ter ber 2(uero(9fen unb SlenbU^tere 0/
bie man iuwet(en audf^ lebenbtg fing unb ini TCuftlonk,
unter anbem bis na<|^ Stalten 1)in im Saufcf^^nbel t>er?
fafifte. 3Cuf erbem l^ufeten in ben Sß&tbem anä) no(^ iöif
ren unb n)ilbe ^ferbe, unb fßhVie, in^\t, SRarber unb 3U
tiffe tt>aren nocl^ weit ial[)Iretd!^er ali iz^t, ni^t ju gebend
fen ber bamald nodl^ t>iet |f juftgeren übrigen Silbarten ').
SJorjAglidE^ forgfam gel()egt würbe bie Siene wegen beS ^ars
fen SSerbraud^ed beS «^onigS inm SRet^ ")• ^ie ®tunben
aber^ welcbe ber ÜRann nicf^t auf ben 3C(f erbau / auf Sagb
unb Sifcf^fang t>erwanbte/ füllte tt, wie bie ^au, mit
S(a(^Sf)>innen unb SBoOenarbeiten au8 ^ ; fonacb muf im
Sanbe atx^ fc^on ^^6ban unb @d^aa^u4^t betrieben wor«
ben fepn *)•
&^on in frül^efier Zeit fa^en wir ben IBewo^ner Dteuf^
fen< in ^anbefögemeinfcbaft mit bem XuSIanbe unb gerne
taufdftt er feineö SanbeS 6r}eugniffe gegen frembe SSSaaren,
9R&n}en> woUene .ftleiber^ @(f»mu(f fachen unb bergleic^en
1) «&art!no(^ 2C. u. R ^reuff. @. 211, mo sugleic^ att<^ bie
Xvt UJ6)t\el>en ift, »te bie Zvitvod)\en lebenbt^ ju fanqtn maren.
2) Ueber Dcrfd^iebene Sl^iecdatttingen be& 9lorbeni im fOtittdatttr
f. Otheri Pcriplus in Langebeck Script rer. Dan. T. IL p. 111.
3) Str'abo L. IV. c 5. fTulfstan£ Periplus ap. Langebeck
1. c.
4) Dusburg P. ^III. c. 5 fagt: Mnlieres et viri solebant nere,
aliqui linea, aliqui lanea, prout credebant Diis suis complacere.
iDie €^telle ifl in ben le|ten ^Sorten bunM. «^errTci^te etwa ia ber
fßaffl ber 'KxUit ober in ber Jtleibertrad!)t ein celigtöfer Vbecgfattbe?
Ober ge^dren 0ieIlei<bt bie fBorte: prout credebant Diis suis compla-
cere 2u hem Dotbergebenben @a|e, ber bal IBaben betrifft itnb %u
tt>el<bem fte aucb mett beffer pajfcn toürben? (Sine attt ^anbfcbrift bei
SDu^burg bröcft bie ©acbe fo au<: Utriusque scxus Priitenorum fila-
bant 3ene JBorte fehlen bie^ d<tn3.
6) 7Ca(b bie SBenben in |)onuneni oerflanbAi fcbon frftb bie Jttinfl,
Seinmanb }u ipeben, unb bauten ibren 9la<b( unb «^anf fübfL Vita
Otton. p. 324. etlt 0. 1. e. 16. 4>önmani^beutrcb. Stnanaeo
f^iä^tt im a^^ittelolter 6. 85.
Jßiuilx^t^ uttb i^felltiti Seien. 545
«Dtttge um. ein anbcrev «^anbeUbetrieb aÜ Umtau^d) fdEieint
bei i^nen nie ®tatt gefunben ^u 1)ahtn, obilLeid) ®elbe<::
loert^ ipatzx^in ibnen ni(|^t unbe!annt blieb; benn fte liefen
Gefangene bur4) ®elb au6(ifen ^>. SSSir fa^en f4)on früher
«^anbetöleute au6 ^teufTen fiduftg jur @ee felbß frembe
Sdnber befudf^en ; man fegelte ^on @amlanb auS nadf^ Sulin
in Sommern, n^ ^zb<Ap in @4)Ie6Q)ig; man fanb ^am^
ianbifd^e @d^ip im *^afen bon fßixta in Sd^weben 0* @9
f(|Kint alfo, bafi man au^ f4)on mit bem S3aue foldt^er
@(|^iffe tsnb. Sal^^rj^uge befannt loat/ bie fidf) ben ©ewdffem
be? £){ifee ant)ertvauen tonnten, äßenn ber ^rembling ben
9tamen @amlanb6 nicl^^t gar }u oft auf gauj^reuffen aMs
gebe^nt l^itU, fo tinnte man nac^ hex öfteren (Smd^^nung
biefet ^anbfd^^aft in 93e)ie^ung auf Seefahrten unb «^anbel
fc^lieflen/ baf ftc^ bie @amldnber 1)iexin ganj befonberS
<^u6ge2ei((^et. 2)a fie bie ©efal^ren bed 3J2eereö felbfl fann»
Un, fo lamen fte fe^r bereitn^iQig aucf) folc^en ju «^ülfe^
bie auf ber @ee ®efal^r litUn ober ^on Seeräubern t)ers
folgt n^urben *). X>ai td^mUn felbjl f^remblinge bon if^nen.
Zuweilen n^anbten fie fpdter^in ifire @c()iffe audf im .Kriege
gegen tl()re geinbe'unb ^toax mitunter in großer 3al&l an^).
tteberl^au)>t n>ar S^^dtigfeit im ganjenlBoIfe eine rä^m^
Ix^e SEugenb, unb SKrdgl^eit unb 2Crbeit6fc^eu galten ffir JJajier,
bie ben Flamen f^dnbeten. 9tur ba$ TClUx befreite i[)on iti
Ubtn^ Winsen 3Crme ©reife n^uiben bon J^au^ }u >^aud
t^rpflegt unb gefpetll. SRan fanb im gangen £anbe feinen
Settier. jDer jDärftige, ber fic^ burc^ 3Crbeit nx^t me^r
emi^ren fonnte, burfte frei in jebeö '^ani einfel^ren unb
em})^ng jur Sättigung , wa« man f)atU «). ©al^er warb
1) Urfunbe oom Sa^ce 1233 (?) in ben Actis Boruss. T. I.
p. 276. .
2) AdofFu Bremens» Hitlor. Ecdef. c. 48.
3) Adam. Bremens* de situ Dan. c 227: Qui (Sembi) ob-
▼iam tendunt ad auxiliandum bis , qui in man periclitantur yel qui
a piratia infestantur. fireboip Gart b. 9r. 6. 57.
4) Dusbyrf P. IH. c. 97.
5) Dusburg P. III. c 5:' NiiBof intcr co^ permittitttr mendi-
L 35
546 «^iulHd^e« unb seffUigt« ithtXL
wie (et ben na(^barlid|^en 9>ommem aucb in Dreuffen feiten
2>tebjfal^l ^et&bu unb menn ®))etfen ober ®zUinU ^tmli^
ober mit ®exoait enttoenbet würben , fo entf((^ulbtgte man
foIc^eS (et(f)t mit bem IBormanbe ber ®aflfreunbr<i^ft >).
^i^ti galt beiliger, ali biefe ben 9totb(4nbem aOgemein
eigene Sugenb '). 2>en Srembling^ ber bef i^nen als (Saft
tin^pta^, betrad^^teten {!e al8 ein loon i^ren ®&ttem ^uge^
fanbtea ®l&d. konnte er bei bem (Eintritte in ba« <^irt
beS SSirtl^eö 92amen nennen^ fo fianb i^m aUti }u ®ebote,
was im «^aufe war unb er blieb fo lange , aM eS tbm ge*
ftel. 2)en ®aji gegen ade ®ewalt nnb ®efabr }U fd^äten,
war lieiligfle Vflidft (Sine IBeleibigung beS ®aiitteuttM
im «^attfe warb mit bem Sobe beflraft^ benn fie galt fär
eine Serfd^m^bung beS ®ef(benFeS ber ®6tter 0- ^«n |te(t
eS f&r tabelöwertl^e @orglo{tgfeit um ben ®a^, wenn man
mit xf>m am Xrinigelage nicbt btS }U boOer Srunihibeft
gefeffen b<^tte. & war @itte im SSol!e/ baf man
eare ; libere Tadit inter eos de domo ad dommn , et sine Terecimdia
comedit, quando pJacet. »DCe Crbend*^ronif fagt: jDtffe ymu f m
fetten cpne folt^ Qitoonl^t, »etd^er unber pnen arm mai, bor nuiPr
iiid^t betteten 9m lanbe umbdan, funbec af bewte« rn^t epncm, »0x901
m^t bem anbetn unb gaben pbme wai von notben mal^ mdkM >mI
ba< befte unbec aS pb^en »enfen wa<, To |te an Snen bctteii unb
brauxbten. '' Sucad ^ax>ih fß. he. 145. SDiefelbe 0fttr bei ben
yommem f. Tita Otton. p. 292. &tll 13. I. is. 9.
1) Heimold, L. I. c 82.
2) Adanu Bremens, de situ Dan. c. 229 fagt OOB boi SM^
Uttbeni: QuamTis omnet Hyperboraei liospitalitate sint, praedpui
sunt nostri Sueones; quibos est omni probro grarius, bospiiiiiiii
negare transeuntibiu , ita ut certamen habejnt inter se, qoia dig-
nns sit, hospitem redpere. Cui omnia ezhibens humanitatia yaatm^
qaot illic commorari yoluerit diebus, ad amicos suos illiim ccrbH
tim, per singulas dlrig[it mansiones. Hugo Grotiut Hiator. Golhor.
p. la 9t6b< S3. I- e. 65.
3) 8tt€a< 2)aT)ib ». L @. 145 — 146. Dusburg P. UL c.
5: Hotpitibus sitis omnem humanitatem, quam poMunty oitendaal^
nee sunt in domo sua esculenta Tel potulenla, quae non oommi»-
nicent eis illa vice. Kojalo^icz I* L e. 19.
^dullid^ed uttb flefenigc« itbtn. 547
arinfgetoge p<^ desenfetttg ju gleldS^en unb itnmaf igen Dor*
tjotten \)oii Qztt&nUn r>iTpflitbttU, Äam nun ein @aft
itA ^au«, fo äbemt<^te il^m jeber «f^auSaenofie ein gemtr»
feS aRaa§ t>on @etr4nf unter ber Xnmutl^ung, ba^ »enn
er getrunfen iaU, ber ®a{l baffelbe Wlaa^ entgegen trinfr,
unb btefe Darbietung n)arb bann fjo oft Q>ieberl^oIt, bis
ber @ü\t mit aOen •&au«genoffen, bie grau mit bem SRam
ne, ber ©o^n wie bie SEod^ter t)6Dig beraufd^t waren. J>a«
galt ffir gejiemenbe Sewirt^ung beS ®aftei unb fär erße
|>fK*t ber ©ajlfreunbWaft *)• ©iefe Sugenb ber ©ajlfreunb»
f4^ unb iene iBereitwinigfeit jur ^ulfretjlung gegen Uns
glAcHi^e befonber* auf ber ©ee litten bie 9>reuffen im
3ttt«tattbe in guten J»uf gebrad^t unb man rühmte jte a»
metif4>enfreunb(i(^ unb milbtf^itig gegen Slotl^Ieibenbe <).
nngerei}t waren auä) in ber X^at bie Dreuffen ein fneb^r
tiehenta, ftiUeS unb gutmöt^ige« SBoß^ xotldft^ in fVäl^e«
rer Siit »eber bie fftad)bax\>hlUx je beunrul^igte/ no4> ©ee^
riuberei trieb *)•
Bon jel^er war ber f)reufltf(dj>e SBoIfejlamm ein gefun«
b€# unb Wftige« ®efc|^Ie4>t; ber Äirj>erbau fejl unb gebrun*
gen, ber SBud[)« gerabe, ^oif unb fd[)lanf, alfo bafi flc^
lange 3eit bie Sage t>on einfügen wunberbaren Sliefenge*
1) IDtcfe Gttte befd^mbt Dusburg P. IIL c 5. (Sh'ne a\U iSf^t^
tat (SRfcr.) 6. 1 erjibtt: „ntn pn gefte quomen, beit toten [pbai
bnk, baS |9 »io<bten. O^ banx^te fp ba< fl^ ba< bp ge^ ni(bt »d
ifttUn drpftoden, wenn fp aOe nicbt «o( »orben, baf fp S^Un, alfo
ttanf epner bcm anbem acu bomben unb ooOen unb ber oil unb Uffen
bett Aoppc feyne rub/ b^ itf b9R «nb (if (er, tcjunt doI, tcjunt Ictr/
alfo fonge treben f9 baö ba^ wclb unb man alle trunKn »orben ; baö
bannte fp furche weile unb grofe ere fepn. Seiner ber ^reufT* Stt«
tbauer ,0.4a
2) Adam. Bremens, c 227 nennt fte baber au(b bomines Ini.
Dumbsimi; UelmoJd, L. L c. i: Lomines inulti« naturalibus boDis
peaediti, humaniMimi erga neceasitatem patiezttes.
3) ® e»if au<b auf bie |)rettffen fann man anwenben , »a< Smmxo
Grammai, p. 186 l»on ben 6(0«en fagt: £o tempore piraticac usot
noAtris creber, SlaTis perranu exstitit.
35*
548 4^iu«(t(^e6 ttttb sefedigi« itbtn.
ftalttn unter bem SSoIfe erfidten ^at ^). SBol^t mag bte
®r6f e unb Sefitgfett be8 i(6rperbaue6 ein dtbt^l ter X&«
{lammung unb eine So(ge bed A(tma'S fe^n. 2)er Slotten
erzeugte überl^aut)t von jel^er gro^e unb fr^fttge 9tenf<^ens
gejlalten '). S)ie ®ot^^n aber^ ber ^reuffenUro^ter^ itiä^
neten {t(^ t)or}öglt(^ burc^ ®r6fle unb JKraft t^rer Jt&iyer
au8 >). Xbli^rtung unb (Stnfa4)I)ett ber Sebenön^etfe ^d^etU
fefte ©efunb^ett unb berlte^ lange SebenSbauer unb no4^
in fpiterer Seit xcax befonberS bei bed SSoIfet weniger mit
Sremblingen üermifc^t^n 3n>efgen in ®am(anb/ 9labrauen
unb- ®(^a(auen ein 2C(ter t>on melS)r afö ^unbtxt 3a^en eine
nid^t ungen)&^nlid()e erf(()etnunjg ^). 2)er feflen ©efunb^^tt
Seuge, bte S^rbe be6 ©eftc^teö nnir rot^ unb frif^i, ba<
Vuge blau^ ba6 «^aupt {tar! mit gotbfajrbigen langgennu^
Tenen paaren bebest ^): aOed ^ennjeicben ber alten IBer^
1) 9)r&toriuS in f. @d!)aubü^ne &. 142 rebet in dnem langen
Kapitel Don ben SRiefen in ^ireuffen. 2Cud^ bte friü^en G^rontflrn fpccr
(^en $ie unb ba «on auf erocbent(i(^ großen , riefenattigen SD^enFc^ in
yreuffen ; fo nennt Dusburg P. III. c. 148 einen Timm lon^pssimooi,
qui plus quam ab kumero et sursuni omnes alios in longitndme
ezcedebat; hat aber u>ar freilt(^ au(^ eine befonbere XtStng^fym* BgL
*artfno<% 2C. u. 9t 3)reun'. ®. 81 — 8Z
2) Vitruo, L. V. c. 1 fagt Don ben 9{orbldnbem: Sub septem*
trionibus nutriuntur gentes immanibus corporibus, candidis colori-
bus, directo capillo et nifo, oculis cacsiiS| sanguinc multo, qno«
niam ab humorum plenitate coelique refngerationibus sunt confor-
mati. 3Cud) PUn, H. N. L. II. c. 78 ertf^eilt ben 9torbianbeni über»
^npt proceritatem corporum. TaciL Gerraan. c 4. 20. Paui VFor-
nefrid. L. I. c. 1 erfldrt: Septcntrionalis plaga, quanto magis ab
aettu solis remota est et nivaii frigore gelida, tanto salubrior cor«
poribus hominum et propagandis est gentibus magis coapiat*.
3) Isidorus JCthron. p. 371 ed. Hugo Grpt. fagt 9oa i^en:
Robore corporis yalidi, statiirae proceritate ardui habitaque cmk-
spiciii.
4) i^artfno^ V. u. 91. ^reuff.'®. 82 ^ 83.
5) Adam, Bremens, de situ Dan. c 227 nennt He OttlQ f)vetl^
fett bomines caeruleos , fade rubra et crinitos. Heimold^ L. I. c 1.
Tacü, Germ. c. 45 ett^eilt ben 2Ceflieni ritus babitusque SneToram;
c£ c. 4. 38.
^in^li^ti un\> Qtftlli^U Seben. 549
watMi^a^ mit norbg^nnantfdj^n S&Kem; fonji bie Mx^
perfarbe blenbenbioeif , wie bei aUen Storbldnbern 0. S)et
Sart blieb ungef(|ioren unb galt für be9 SRanned @d[)mu4 *)•
jSie Jtleibung war einfach) unb fcbled^t in ber üxt, xoit
nocb U%t bei bem gemeinen SSolfe im 9)oInif(ben Sitt^auen ')•
Xuf rei(|^lid^e unb (oßbare bleibet legte man (einen fonber^
Itcl^m SBertb; aud^ n>e^fe(te man fetten; man trug baö n^ms
lid)^ StUib SCag fär Sag unb im 2(n)uge ^errfcbte @org«
IcfiiUit*). (Sin enger Stod, bei 3(ermeren loon Seinwanb,
bei Steicberen t>on jd^Uäfttm weiflen /£u4)e/ burdf^ einen
lebemen ©Artel jufammen gebalten ^ reichte bi& an baS Jtnie;
^IS, IBrufl unb Jtopf blieben im @ommer unbebecft; nur
im SBtnter erwärmte ben Unteren eine 9Ru^ Don fJeli^
werfO; ^<^^^ fcllä^ten überbauet X^icx^eUt gegen bie Jtjllte*).
Sbtn Unterleib biö an tie %uitnhä)tl bebecften xotiu 33eim
Hetber^ ben Sufi xau1)^i Seber ober }ufammengebefteteS
jBaumbaji '> — Stiebt minber einfa^ war bie SSedeibung
ber Sfrauen. Sin langet linnened ^eib Don bleigrauer
Sarbe reid^te biS an bie Sxibd)el unb Itefl fiSrufi unb 2Crme
1) PUn. H. N. L. U. c. 78. f7/rwp. I. c. Procop, Ilistor.
Vandal. L. I. p. 5. fagt DOn ben ®Ot^en: Neque alio ii, praeterquam
nomine, diiTerunt; candidi corpore ^mnes, comas rutili, proceri,
pluckra facie. IBgt. anbere duellen bei «^artf noc^ 2(. u. 9(. yreuff;
0/ 77.
2) Vita S. Adalb. ap. Surium p. 837.
3) £epner ber yreuff. Sitt^uer ®. 62 — 63.
4) Dusburg, P. III. c. 5: Yestes superfluas aut preciosaj non
curabant nee adhuc curant, sicut quis hodie ipsas exuit, ita erat
induit, non aUendens, si sint Irans versae; Orbend « CT^roit. 0. 20.
5) 8ttca« t>atx\> flS. I. @. 61 — 62. (Sben fo bei ben 0<bwes
ben, StüM ^« <• ®- 64; bei ben SlBenben, ®ell SB. I. 6. 16; Ui
ben Htt^ucrn, Sepner @. 63.
6) Tacit, Germ. c. 46 oon ben Sinnen vestitui pelles. Adam,
Bremens, d. s. D. c. 227. «^art£no<b 2C. u. 91. 9>rentf. 6. 203,
7) Oi>M^ fügt Don ben (8ot(ien: PelHbus et sutis arcent mala
frigora braccis. ^Die Sitt^uifd^e Sufbefleibung fommt ber altpreuff!«
f4en »0^ am A^nlid^ften. T>it Sttt^ouer nennen W bafienen C<4ube
paTcakai. ^yrettff. Sempe 0ttart. IV. 0. 797.
.550 ^iuHi^t€ unb seffUige« 2e6im
unbebecft @o be^avb alfo gentcin^tn bie Aleibung M
Soße« aus beS SanbeS Srjeugniffcn. Socff tauft^te man
au^ aniünbi\d)c& Xnä) gegen 9^1^x0^x1 tin, bii man eS
fe(bji iu berferttgen letitte 0* S3on je()et m&gen bte 8orr
ne^meren, (efonberS bie «^eerffil^rer unb 9UiU fläf bcffet
geKetbet ^a6en^ alö baS gemeine Soll 3ut Seit ber Jtrfege
mit bem <&er}oge t)on fERafot^ien wann fie eS wenfglten«/
bie t>on t^m an^ f(^6nfar&ige Jtteiber att Ztibut unb 9n^
benS})re{S wriangten *).
9Ran ta\x\d)U aud) gerne frembeS Sc^mucfmert im Vti<<
lanbe ein. 2>ie Sfr^uen begnügten fidf nld^t mit bm ein*
^tmif4ien IBetnfieinfdE^nuren an J^att unb fBrufl; fle idtmU*
ten gerne Singer unb£)|iren mit auSI^nbtfcben Stingeu; bte
Srufi mit funffUd^en «Retten bon 9Reff!ng, bie Vrme mit
}ierl{4^ gearbeiteten @pangen. 2)aS ^auptbaar ^ielt eine
gebogene ^aamaM, bat Sruji!(eib am ®aume eine fdl^in
gearbeitete. (Sfd^naae ober@pange/ iuxoeiUn fe(b|i i>ott eiU
ber. Xttd^ ber SRann t>ome^meren ®tanbe8 toerfc^mi^te
i!fynl\i)zi ^u^n)er( nidf^t; audf^ er liebte an feinem Jtletbe
ffinfl(td[)e @(!^naQen unb @pangen bon Silber unb aXef?
fing, am |)alfe aierlicbe Letten'}. 2)iefe 'SRetaOe id)i^ttn
bie ^reuffen aber nur in ^(f»mucln)erfen ; fonfl ()atten®oIb
unb @i(ber bei idnen fo wenig/ ali bei anbem nac^badi«
dfen fShlUm einen befonbem SBert^ ^); unb toxi btefc ^atf
ten aud^ fte fld[)erli(|i ?ein eigenes ©elb, ba i^nen bie ittinfl^
üRetall }u aRänjen in prigen, jur Seit noc^ gan) unbe^
1) Adam, Bremens* I. c. 3n 9)onifnfm (egten 9tei4e unb Sor»
ne^me fd^on einen ^o^en 9QSert() auf feine unb (oft^are Sü^er. Vita
S. OUon. p. 8a
2) Dusburg P. IL c 3.
3) Son aOen tiefen Sinieto^iten be< Od^muM ber tSIdnner unb
grauen %at Heb tbeiU burcb Sammeln unb fceunbU4e Beitrdde, t^eili
bttr(b Vufgrabungen beibntfcber Segrftbnife eine ni^t unanfe^Ii^e
Sammlung im geb. Tit^m üu Jt6ni9^berd oeranflalten laffhi.
4) Adam. Bremens* 6. s. Dan. c 227 fagt »Ott ibncil? Aunun,
argentumque pro mininio ducunt. Hehnold. L. I. c. 1.
^äuUid^ii unb d^feUtge^ Sebin. 55i
fannt mix ^). 9Bo)tt bcburfte ei auc^ bei t^en f (ingenber
Wtinte, ba i^r betrieb mit fretnben S6lfem no(|^ aufe
fdt^Itefltcb nur im Saufcf^fianbel beflanb? Snbeffen fyittin
ioäf bie frembcn SRün)en, mldft frfiberbtn bun^ «^anbel
aus bem 2Cu«Ianbe/ befonbetft burcb bie 8l6mer inö Saab
gebmmen matcii/ für fte etn^n eigenen SBert^. äBenn fit
aucb ni(bt ^um ©((müde gebient ^abm m(gen, fo waren
fte bo(b immer/ mie a f^zint, ©egenßinbe lUbtt>oUen Hn»
benfen«/ mit benen man {icb degenfeittg befcbenfte unb bie
man unter bem Abrigen @cbmu(fe aü «ftleinobe ben SSer«
ftotbenen in ben ®rabbiige( mit}Ugeben ))flegte '). (Stft in
fpitcttx Seit burcb bie Jtriege mit ben |)p(en b<^ben bie
9>rett{ren ancb ben ISebrauc^ unb «^kinbeMmrtb bed ®elbe8
me^ fennen gelernt unb nailf unb nacb in TCnmenbung ge<
hta4H ').
@o fc^Ud^t unb einfacf^/ mie fein ganjeS aSBefen^ mar
au(b ba8 *^au»/ melcbeS ber Dreuffe bewohnte« Um liebs
ften «lebten be8 Sanbe« iltefie Semobner in ben freien Ums
1) «hierüber ift bereit« frft^r gefprod^n utfh ei bärfte ((er nur
iio4 9U oergleid^en fepn, toa< bie Chron. Slavica c XV «on ben
Mgicns fagt: Porro autem apud Ranos non habebatur raoneta,
sed comiDUtabaiit pro panno Uncoy quotquot Tolebant, aurum et
argentain, quod rapinis et captionibus bominum Tel undecunque
acqnisicrunty cultibu« uxorum iropendebant aut in aerarium Dei
soi conferebanU
2) Bayer de numis Röroan. in PruMia repert p. 450 fagt-
MoBetae memoriae cauaa atseirabantur et denique inter pretiosas
res in tumulos inferebantur. Romani morit fuisse, pecuniam con-
dcre cnm mortuis, satb conitat Omnium fere teptentrionalium
populonmiy Scytbarum etiam eadem contuetudo, ducta ab anti-
qiussimi« communis religionia temporibus fuit 2(ttc(bei ben ®ot||en
mat f<bon bfcTe Gitte.
3) S)ar6ber U oben &. 240. 2)ie 6teUen bei Dusburg P. III.
c 5: Uzoret suas emunt pro certa summa pecuniae unb SucaS
Daoib 9. L <g$. 40 be|ie|fen f!d) offenbar me^r nut auf einen for»
meflcn 9ebrau(bf benteifen aber bo<( ba< Sorbanbenfepn fremben %tU
ht$. 2>tt<bttra beaie^t bie Gitte autb me^r eigentlid^ auf frine 3ett
bttr<b bie IBBorte: habent Pkutbeiii in usu adhuc.
552 Jp&niliiftt Jttnb gifeUise^ 2eben.
gebungen ber 9}atur iinb bai ^aM toat nur £)i\>a^ gegen
XaiU unb unfreunbltdl^e SBitterung. SHnrum toanhU man
an6) nur fo t>tel Aunft ünb Sorgfalt auf feine (Erbauung,
atö btefi;r Sn^edP erforberfe. 3n beh ^tteffen Seiten foHen
be< SanbeS S3en>o^net ben etgentlid^en «f^auferbau nodb 'nt(^t
gefannt unb ald robe @&^ne ber 9latur in ^il^Ien itnb
@cl^t(fbutten om ltebf(en in ber 9ti^ ber gpfuffe unb ®trSme
gewohnt l^aben 0- Sßfe alfo in frul^eren Seiten ben &Uls
Den/ fo genögten and) if)titn anfänglich blo^e äBo^inungen
Don iufammengef(ed[)tenen SSeiben unb iBaunisn>eigen *X
ein eigentlicbed fßomabenleben ^at ba8 Soll/ fo Diel nrit
löiffen/ nie gefülbrt; ba6 binberte ber Xtferbau. 1b^ fob
len frAber einzelne Sanbedfdrßen feinen fefien SBobnfi^ ge«
babt l^aben >). Sßie biefe aber f^iterl^in in Surgen wn
.j^ol) unb ^Uxn wol()nten/ fo erbaute audS^ baS gemeine Soff
batb @tetnn)o|inungen / in beren SRitte ein großer auSge«
l^(|i(ter (Stein }um Seuerbeerbe biente *), bali au^ ^üfn
M^ «^ol}. 3n bem SSerlangen na4^ nad^barCic^er ^iW)€u
(ung unb «^älfe tutfte man biefe na^e an einanber^ unb'eS
entjlanben 2)6rfer 0- 3n n^eld^er SBetfe aber unb unter welcfien
1) Suca« ^ax>i\> SB. I. ®. 11 na<b tec (S^tonif M Stf<bofl
2) Procop. Uistor. Goth. p. 339 fajt »on Gtooen: Vimiil io
miseris tuguriis, satis longo interrallo separat!, nee ibidem dio,
sed mutatis crebro sedibus. Helmold, L. IL c 15: Nee in cod-
struendis aedificiis operosi sunt, ^in potius casas de Tirgultis con-
texunt, necessjtati tantum consulentes adversus tenipestates et
pluvias. I
3) «^ennebccger Sanbtaf. 6. 357 beri<^tet ed ). S. ooq bcn
8anbeSfär|ien 9on 9omeran<en.
4) €$oI(be (Steinwo^nungen fanb no(b 9rfttoriad (@(battb6bn«
®4 1322) }U reiner Seit in htn bunfelen flBatbutiden doii Stttbauen,
9labrauen unb €$(balauen; fte maren 9on allen Letten mit fO^oof tt&b
(Srbe dberwacbfen. Sigentltcbe« SD^auemerf mit ^tolf fi^eint im 9torr
ben Oberhaupt in froherer 3eit no(b ni(bt belannt ge^eTen ya frya.
9tttmobr @tomml. fidr ^unfl unb «ßifiode S3. I. G. 27. 31. Vita S.
Otton. p. 306.
5) )Die erfte Gtod^nung ber SSurden unb ^5rffr in 9)re«fieii dc
^iudttd^e« utib gefeUige« Sebem 553
gtegeln bet iDrbnung bie.S3et9o|iner eined ^orfeö mit ein«
anber gelebt Ij^aben migen^ bav&ber fyit un< nietnanb fBe^
ridi^t gegeben. @t2bte (annte fheujfen in bamaUget 3ett
Sm «^ufe felbfl (ebten bei beut 3Ranne meiere Srauen.
X>üi ®efe^ erlaubte xf)xet yoti ober brei^ ben StziH unb ben
BornelNeren t^ieUeic^t no4> mebre 0- ^(f^ bev @age foS
Sibeioiib ^itfndft })aUn , bie ^%t mit (Siner S^au im Sanbe
jum ®efe^ ju mad[)en , nac^mald aber bot^ brei Statten ges
^Mzi iKtben , Don benen bie eine flete bie erfte unb oberfte
fepn foUte % SSBa^dl^einU^ bebingte bie Satil ber grauen
t>oriiigU(|^ ber äußanb beS IBermbgenS/ wie bei anbem
S&Item beö 9lorben6 0; bfr Xermere mag {t<^ meifl mit
Siner grau begnügt ^aben. S)te ^inber würben betracf^tet
Ott beS SSaterö (Sigent^um unb fia^ibcn unter feiner wilt
(ö^rlic^en ®en>a(t S)atum muften nadE^ alter @itte bie
SE6(|^ter )ur «^eiratlf) Dom SSater bunf^ ein gewiffed &&fegelb
freigelauft werben ^). 3n frA()erer 3ett »ar ber Aauf^reiS
ber IBraut eine gemtffe SCnja^I 93te^ ober ein befiimmteS
SRaa^ ®etreibe/ an beren @teQe wol^t erft fp^ter^in eine
gemiffe ©elbfumme getreten ifi % 3n ber SSBadl ber 83raut
f^ie^t In fTulfsiani Peripliis p. 121 unb 122. Sene «cnnl ber 2Cii*
gdfadbfe l>urh, biefe tune (town).
1) iDie oerfd^iebctten fOteinungen unb ^Cngaben ber C^roniften i^iit»
ibec flab gefammelt in Hartknoch Dissertat. de nuptiis Teter. Pnis-
sor. i. 2. 3m IBertr'ade t>om Sa^re 1249 i^errprad^en bie |)reufTen
tem iDrben: quod duas Tel plures .uxores simul de caetero non ha-
bebunt. XxnlxtU Crimbrift^. Vltert^. Sb* I* ®* 112.
2) euca« jDaoib S. L 6. 21 — 23. Hartknoch 1. c. JSTo-
jaiowicx Histor. LittfauanT p. 18. ^te erfte unb oberfte %ta\x b^/
»ie e< f^nt, üor^ngdwetre bie ®emabUn. Dusburg P. IIL c. 75.
3) 00 fagt Adam. Bremens, d. s. D. c. 229 9on ben Cld^weben:
Quisque secundum facultatem Tirium suarum duaj aut tres Tel am-
pliiu simul (mulicres) habet} dlTites et Principes absque nuroero.
Slübd ». L e. 57.
4) 9{od^ aar Seit ^u«burg< toar nad^ P. in. c. 5 bie Gitte nid^t
gonj untergegangen.
5) 8uca^ JDaoib S. I. 0. 133 — 134 nennt bie 9)rei6fumme
554 ^iuiii^t^ tttib dffedtgf^ itUn.
fanb gar tetne Studfi^t auf SewanbtfdSKift Statt Zn
eo^n fonnte {i<^ na6) beS fBater^Xob fclbß mit bet Sticf'
mutter ^eret^elic^en ober e6 fiel btefe , t9enn ber Sater M/
fd^on t>on felbfl aU ertaufted Sigent^um unb att ein Z^t
beS SrbeS bem ®o^ne }u^ bem fie aU Sfrau btenen tnufte^.
3Cu4) bem SolE^ne erfauftc ber Sater tinc Ißtant, fobalb
jener )u bem Ttttex minnlidftx 9leife fam ■)• Sie man in
f6I4ier SBcife bie %tatx M @a(^e erlaufte, fo toar au<^ {|n
Oe^K^nblung im «^aufe bed fDfanneS nic^^t oiel anberS, att
bie einer @nat>in. ®ie biente bem «^itS^erm »ie eine
SItagb/ warb t>on i^m mit Strenge jur Seforgung ter
i^auSgefd^jfte angehalten unb unterlag jeber Ctxaft, bie
i^r ber 9Rann »egen Sat^rt^ffigfeit unb Serfiumnif }ne^
fannte. ®ie ag mit il^m nic^t an einem Zi^^, mufk
aber jeben Sag i^m, ben ©affireunben unb ben fonjltgea
m Jnttlt4^en *^au8ben»o(inem bie %&^t n>af((^n *). 6ie ^tti
alfo anä) in 9>reu{Ten, mie äberl^tt))t in ben notbtfc^
Sünbem^), ni^t bie geringfle Sebeutung einer b&rgerü^cn
von 10 9kaü. 2Cu<^ bnr Ißtttta^ oom Sd^re 1249 enp^nt ber CKttr
in ben SBorten: Promiserunt etiam (Pnitheni) quod uuUus eonin
de caetero filiam suam vendet alteri matrimonio copulaiicIaiB et
quod nuUu« uxorem filio sno emet vel sibi. »Diefet Sratttfatif fas^
über^upt in ben metffen (dnbern be^ 9lorbett< €^tatt; ogL fllftb< 0.
L 0. 57. TCntcn von ben alten ^toen 6. 127. «&artftto4X
lt. 9t yreuff. e. 177. %tnf itH Crimbdf^. Vttert^üm. S^. L 6.;»4.
1) tutai SDaoib ». I. 0. 133. 8on biefer Gttte Nt taf
fBettra^ oom Sabte 1249: Inter illos (PmtheDOs) tali« coiisnetud<H
ticut intelleximus y inolevit, qualis nee inter gentes, ut Tidelioel
uzorem patris sui aliquis habeat. Cum enim pater aliqaam tuorem
de pecunia communi Mihi et filio emerät, hactenoj •ermTcnnlf
ut mortno patre uxor eius ad filium devoKeretar, sicut alia hcre-
ditaa de boni« commombus comparata. 0^' 9ttftot DOS Gj^I^*
3<r 6. 135.
2) &. ben Bertrad vom Sabre 1249.
3) Dusburg P. III. c 5: Unde senrat eam sicut aocUlam nee
cum ea comedit in mensa et tingulia diebna dome^connn et bo*-
pHum lavat pedes. €uca< Daoib l6. I. 6. 133.
4)8tüb»fB-i'e^-^-
^iu«(i(^«6 nttb sefetHge« ttitn. 555
f>erfon. jöod) warb fleM bie erfte ber grauen auS t>oniel^
mcrem ®eblute beffer gel^It^n aM bie Abrigen, bte auc^
t^r aU 9R^gbe bienen mufiten.
Unter ben ^etratl()0gebr&u(l^n waren mandS^e ftnntg
unb f4f6n unb jeugen t>on einem treffltcben @tnne f&r
^£ueii4^reit unb weibliche IBeftimmung. ffiar bie Sraut
wm Sater erlauft unb l^atte ber ffreier i^r M S3rautge?
^tnf eine IBorbe unb einen WlanUl berfprodE^eU/ fo ber»
fantmelte fte t^re Sreunbinnen, Sfrauen unb Jungfrauen
unb flimmte mir i^nen ein JUagelteb an^ Xeltem, Ste^
unb 9euer bejammemb^ bie fte ungepflegt unb ungehärtet
im <^aufe juräAaffe. iDie Sreunbinnen ftimmten ein, fie
balb beRagenb , balb trißenb ^). iDann fanbte ber S&üntU
gam einen SBagen , bie JBraut l^eimtufa^ren. SBenn fte beS
fftnfttgen SRanne^ ®rin)e erretdE^t/ tarn {(^r ein Stann ent^
gegen/ tn ber einen «^anb einen lobemben geuerbranb^ in
ber anbem tin boOfeS Srinlgef^ entgegen^altenb. ^Dreimal
umrannte er erft ben SSagen ; bann tbr baS ©etrkl äber>
reid^enb^ rief er ber Sungfrau ju: Sie fonfi in X>timi
Saterd «^aufe^ fo bewalf^re nun bad Seuer in 2)einem eiges
nen. Saugte ber SSagen bor beS IBr^utigamS «^aufe an,
fo mn^U ber Su^rmann, in ber 9>teufftf4fen &pxaä)t SteUe^
wefe genannt '), ftc^ bel^nb in9 ^aM fHifUn unb fdS^neO
einen @tul^I/ mit blau bur^iwirftem Sinnentuc^c gefcbmäcft/
ergreifen. ®elang i(m ber fcf^neOe Sprung , fo war iai
Xud^ fein So^n; mifgtöcTte e« i^m, fo f^^lugen bie ®&^e,
fo t>{ele i|rer toaren^ auf i^n Io8. S)ann warb bie |3raut
mit S^ren im «^aufe empfangen. JteQewefe rei^ite il^r ben
l)eiica< 2)ai>ib ». L 6. I34w 8on folä)tn Sdamff^H^n
ber Sraue aun ben arfn^reuflir^en «&od^3eitdebrdu(ten i)ai>in |!4 uneet»
tattbate d(^{4( Gpuren in ben ett^auif^en fiolKUebeni btt auf
birfen ^ag etbaUeUr noct ie^t im SRunbe be< Solle« lebenb; ogf.
Kbefa'i DaiDot ober ettt^autfd^ »olfdlieber e. 14S 177. 181.
2) S)te Benennung KeUewese ober KeWewtut l&ft f(4 ani bem
ettt^ttiMrn erdilren , mo Kelis ber SBeg unb Wenti filmen bebeutet>
oTfo fBe^efftbretr ffu^rmann. &. (epner ber 9>rrafr. Sitt^uer
es. 44.
•, ^
556 • S^iuiii^ti unb gef<Uige6 Seien.
eroberten &tn% ®te trani jum )wettenmdte imb an ben
Seuerfieerb gefA^vt wufc^ man if^t bte Safe unb befprengte
mit bem Sßaffer ®äfle/ Exanthem, SSieb unb aOeS ^u&:
gerät^e. «hierauf benel^te man t^r ben SRunb mit «^onig
itnb f&^rte fte mit t)erbunbenen SCugen an iebe SEb&t^ ^^
^dufeS. Xuf ben 3uruf bed i93rautfu|)ret&: @tof an! fitef
fte mit bem Sufe an bie S^äre unb iebe &ffnete ^df.
2)ann mit (betreibe iegli(|)er 3Ctt fte beflteuenb^ rief man
ibr entgegen: «^alte fefl am ©lauben unferer ®6tter, fo
werben fte bir aUeS geben! 9{un folgt ein 1)t\Uti6 SRäÜH
mit Suji unb S£an} bi8 fp^t am SCbenb, mabrenb eine
Sreunbin ber fi3raut baS iungfrduli^e <£>aar abfcbneibet
unb einen Aran) mit n^eifem Sucbe umn&bt ib^ auf ben
Aopf fe^t Sbn trcSgt bie junge $rau alS @(bmu(f btd }»
beS erjien @obned ®eburt 3um S3rautbette treibt moa
bie SBraut mit @di^(agen ; jubor aber bringt man bem
IBrautpaare einen gebratenen «^abU/ ber IBrautbabn ge^
nannt/ nebji i93oc(d«unb S3Jren« Stieren , inbem man-btefen
®petfen eine befonbere SBirlungöfraft ber ^u^tbathit
beilegte *)•
£)er anbere SRorgen mar für bie Srau ber erfie Sag
eines ftreng untergebenen SebenS. Sie Ainber^ bie fte bem
9Ranne bcacbte, unterlagen aÜ fein Sigentbum betradj^tet
feiner freien SBiQfubr; franfe unb gebre(blid[^e tonnte er
ausfegen ober t6bten/ um ftcb t>on beren Saji )u befreien 0-
Sidl^ter galten alS bom ^eifcbe ber ÜRutter/ @&bne ali
l)*<Sben fo nod^ Ui ben fp&terrn Sttt^auetn; Eepner 6- 41.
2) SBti; 1)ahtn biefe «^o^seitgebräuc^e ntcbt gan$ äberge^n migot,
obgleich nt(6t ftd^er audaumacben tfl, ob jle in ber Titt oJU f^on in ber
ij^etbtttr^en iiit iS^ecrf^enb gewefen ftnb. Sßi( b^^ben f&c i^te Seft&ttc
gung feine dltere ClueOe a» 8uca6 IDaotb IB. I. 6.134 — 137 itiib
bfe Sßalbedtfcbe Ocben« * (S^tonit 2Cber in tsiete» Gtnseln^iten ftimmea
bie fpdteten Hittt^uif^n «&o4}dt|)ebrdudi)e mit ben ^Itprcttfltfc^n Übte*
dn; ogl batäbet 8e|>ner ®. 35 — 48. Ztnlieli Qimbrtfcb. lOtas
t()fmi, Z^. I. @. 216.
3) 8ucai IDaoib §8, 1. &. 21. C^ben fo bei ben 64weben|.
f. Btti^i ». l.ß.59.
^liniixä)^^ unb gefeUige^ tebeti. 557
rmn %ldf^t Ui SBaterS entf^nrngen 0« ®i^ JttnberjttdE^t
toar fn aUem l^art ttnb llreng. @obaIb ber @o(n emad^«
fen war/ trat er {n allen ©efc^aften bem SSater jur @eite/
ging mit U)m )um Jtriege unb tt)cilte mit Ifitn Sfreube
unb Setb unb ieglicl^e SBefdE^werbe '). 3n bad biterltdS^e
Sr6e tl^etlten ftdl^ na(f) beS SSaterd Xobe ani) nur bte
66^ne ; bie unt>ere^en(^en SHter blieben ber S^etgeMg«
feit ber «ruber fiberlaffen «).
ÜttemoIS ^atte ber @o^n ben ^lamtn beS S3oter9 ober
ber SSruber ben beö JBruber« ♦)• ?Dlan Ifiat t>erfudS)t , bie
9lamen alter 9>reuffen in i^re «ebeutungen aufjulifen unb
eS fd^int/ baf fte meiften^ S3e}ie(>ungen auf bie |)erfonen,
balb auf i^rcn SBol&npfe, balb auf if)xe ßigenfcl^aften , auf
il^re f&r!))er(idf>e fi3er(^affenl()eit/ if^re «efdS^jftigung ober auf
trgenb eine fonflige iperf6n(ic()e 6igen()eit in ft^ faffen *).
@o wflrbe ber Sianie Aerfe fo biel bebeuten aI6 ber Sin«
ger/ Sl^iei^fote ber ®cTii^mU, SSargule ber &d^roi^lini,
®ebaut^e ber iRe^en^eber, SBe(ote ber dxto&n^öfU , &pm^
mute ber ®d|^iefmäulige ^). 3(nbere l^aben biele biefer alU
1) 8uco8 SDaDib 83. I. @. 137.
1^ SBif finbcn nic^t feiten ^atn unb @of)n im Artege vereint;
j. IB. Dusburg P. IIL c 72. 75.
3) Sertrag t)om Sa^re 1249 in ber Tiu^oibt jDuSburg« oon
^rtfnod^ p. 464. .^artenoci 2C. u« 9i. ^miff. @. 566.
4) jDtefed gel^t f<^ott au6 Dusburg P. HL c. 7. 70. 72. 96 ^er.
por/ unb anbere aud Urlunben entnommene SBetfptele befldttgen fol(|e<.
Grasutbe unb Symeko ffnb IBrüber; Pamana unb Temperbut f&xifi^
ber unb Manata \%t QxiUL Gedaute unb Panote SBräber; Masicken,
Sadir unb Powiren SBräber; Waydole unb Keytine S3cäber; "Wis-
sebuthe unb Nidioxen 93ater unb @$ol^n ; Mantot unb Tawikin Später
unb C^O^n; Nassude unb Kypene jBrüber; Sang;awe unb .Gaudesse
Crfiber; eben fo Wlndeko unb Qeilang;; Nakaym unb Medilen;
Gastune uttb Lucbymer u. a.
5} jDer angebcutete $Berfu<!^ tfl gemacht oon SSater in feiner
64nft: IDie Gprad^e ber alten 9)reuf|ett €^. 145 ff. (i^ iß aber )tt
bemerfen, baf bie Don Sater erfiärtcn Stamen. ni^t aUe ri^ttg flnb;
fo nennt er ben fn ber vorigen TCnmecfung genannten 6o(n be<
SBiffebttt^e Indios, ha ^n bie Uclunben bo<() Nidioxen nennen.
6) S^at^re (aMIärung mei|l na^ bem Settifc^n unb ^itt^auifc^.
558^ ^iuHx^i^ unb sefelttge^ ee6en.
ptmffiUfin |>etfoneiis9{amen mit Sfatibfnaiiif^^ infame
mengefiellt isnb l^te unb ba t>emanbte TintHnnt geftttibcn,
tu aDetbtngS nic^t ol^ne 3ntevefFe ftnb ^). 3ebtr ffruffe
fiatte nte mebr aB einen etn)igen skamtn, beffen Sefttm«
mung ol^ne 3n>eifel t>om Cater abt)tng. 2){e IBilbung bte«
fer DerfonensiRanien blieb in ben t>eii((!(^iebenen Sanbfilaf«
ten im SCttgemeinen fidf glet(b unb wir ftnben oft ben
nJmlidS^en 9lamen in @ani(anb/ in SSannien unb auf beit
^i^en beS iDberlanbeS. 3n ben meiflen iptid^t ^ tint
gewifTe fanfte SRilbe ibreS Alangeft unb eine liebUctie fBts
wt^li^Uvt in i^ren Si(bung6formen aui, fo in ben 9{fte
men @amile, SRautinge/ SSBiffemante, Slafpne/ ®(bubie/
SBob^ne, SlapeOe/ ©rafutbe, ^pmefo/ SttUfebe, @ttbe,
Samofe/ SRirfotl^e/ Saleibe, ®ebutbe/ @angebe/ Aapbutbe,
SRebite, SBifiewU/ JBaubin/ @ambangO/ SRtgebe ti. ü,
8vauens9lamen ftnb weit wenigere übrig geblieben unb H
Idfit ^äf nic^t entfdE^eiben / ob bie Srauen ibren Stungfrau«
9lamen bei ber SSerebeligung ge^nbert ^aben. Xuf er bes
9tamen Stomeba unb 9{amego fennen wir faum nod^ ei«
nen anbem grauen ::9lamen '> Xuferbem gab eS auö) noc^
fol(be 9lamen/ weld^e ganje ©efc^lecbter fubrten; t^orjügtici
ftnben fid^ folc^e in @amlanb/ wo bie ®^idfU^Ux ber ®ts
))a9ne/ ber Jtarioten, ber ©repboweu/ ber (Sanbe^nen leb«
thi "). 3n Sarmien wol^nte baS m^cbtige ®€\djlMft ber
1) Sil einer eon ^Dorow mit' (^tf^t^tnen ^kitt^Üttn^, beten 8er»
faflhr TCtnbt in Sonn fe^n \oU, merben lufammmgeflfttt: Rigen pr.
ttttb Reginn fcanb.^ Schade -Skuta, Symmate-Sigmundr (?), Au-
stigaudis, Astioth - Ajtgaul (fem.), Steynegaude - Steingamtr, Skoliii-
Skull, Keytil-KetiU: anbere ftnb freiß^ nf^t fo na^, att: VVf>lat.
Valgautr, Tustim-Tkortlein. Xbit H ttttfptiö^ {t(b Witsebutlie
tmb Wisivaldr, Ybutke unb Eyraldr, VHnn man bie Silben bmke fir
ba< altbeutf(^ bod ^£tt> tok in fiScibomtb.
2) Dusburg P. HL c 169. emA^nt bec Nomeda. Namego toat
eine Ckimlänbctin ; fte (ommt in dnec Ui;!ttnbe wm 3a^se 1348 vor
unb wirb barin Domin» genannt
S) IB9I meine XbfKmbtund Aber bte IDMt^inge in ber Oef^i^^
ber CEibe4ren«9(fear4. e. 222.
^inili^t^ unb gefeUige« ititn. 559
efottfnet; l^iet fiatte f!4^ aucfi noify ein ®ef(^(^t unter
tem alten iSamen bet SBiten ober ffiiben er^en; bie ob
tm yteufTen Qeln^t, X>v»M, 9>anfttbe unb Sanfete ftn*
ben totr ali 9(tebev beffelben an bet 9)afiarge genannt ^).
60 (ebte in ber 8anbf(l(Kifi Savten baS ®ef(tfle(9t ber SDton«
temtnet*). (ES fdj^int aber, bafi folcl^e ®efd()Ie4^tSs9tamen
nur ben (Eblen unb Conte^men eigen waren unb audj^
nuv t^on biefen gef&^rt »erben burften,
epaxfym unb einfad^^ n>ar bie Aoji/ mit welcf^er ber
IHmtffe fui^ begnügte. ^leifcb t)on ia(^men unb wtlben X^ie»
fen galt bei bem 9tab(e a(S baS t)oriAgIi(^{ie ®eri<|^t ^),
£>af e9 bie 9>reuffen aber, nad^^bem {te fc^on fo t)iele 3a(r»
^unberte fiinbutdj^ mit foI4)em ^leifle ben Xtferbau unb bie
tBte^)tt(^t betrieben / nidS^t einmal ju (o4^n berjianben Iki«
ben foUm, ifi faum ju glauben^). fRi(^$ unb ^aferi»
i^ifen me^ifelten mit bem, toai fonft ber TUltx ober ber
SBoIb ober Sltiffe unb ®een ibnen barboten. 9lur Ariutertr
fl^eifen genoffen f!e nid^t unb munberten ftcb nadS^maU^ aI8
9t Demal^men/ bafI bie iDeutfd^n Stitter au4^ JEraut M
1) 9ta4 einet Urfunbc vom Sa^re 1348. ^ad gelb Kems an bec
yatfar^e war {(t tBeff^tbum.
2) Dusbürg P. III. c. 23. 169,
3) Adanu Bremens* de situ Dan. c 227 |ebt btefcl/ wie e<
fcbeint, gana ablUbtli^i ^ervor, inbem et r<i0t: Garnes etiam jumento-
mm pro cibo sumunt.
4) )Die €>tben<sCtlS)tonte @. 20 fagt: f/8tf4ei {U^fcb wuften
f{e ni^t stt focben, ttO(b einid^lei fi^utcae cju effen.'' Cffenbat abet
ge^t biefe C^tonif nut batauf aud/ bie l^teuflen 90t bet ^Cafunft bes
Otbcne fo tob unb nnfiebttbet oie mdglicb bataufifSett unb fte bat in
ber Sbat nicbt menig betgettttaen, bie b^nifcben lytettflcn wie Vmeti*
lomr«^ fBilbe au benfen. 3ebed a:bietopfd^ fftt ibte ®6ttet i^htU bie
|)tfitffen äbet bie S^nft unb bie Sottbeile be< .ftocbeni unb Stateu^
bcie^n miffen. 3Cu4 wibetn^<bt e^ bem, wai Sucai ^Davib bt<
ttttb ba, a- S- S* I- ®- 102. 137 fagt Unb enbli<b (etnten bie yteu^
fm bttr4 ibte SetAbtuttgen mit ben 9olen, l^mmetn, auf ibtev ^Mt
bcUmegen au ben 04weben, e^Mwigetn u. a. benn gar nid^t<? ICu^
m<bt einmal ttma^ ^ Sunge unb •aumen?
560 ^inili^ei unb sefettige^ iiUn.
Sta^rung benu^ten 0- ^ud^ fBrot unb Stuäftn wtftanS^m
fit }u baden'). 3n ®etr^n!en mag bte Qittt geioec^felt
iHtben. @d[fon in frä^ev Beif waren S3tet uifb !Ret^ bie
beltebteflen ®etrdnfe ') unb beibe im 9{oiben £bci^u)»f
n>ett t>erbrettet Vlaö^maU ma^ ber ©ebraucl^ bed jBtereS
etwad fettenet geworben fepn unb Ttetf) unb @tutenmtU(^
würben Dorbenft^enb / jener bei ben (Imkeren Seuten, btefc
bei ben SSornel^inieren unb fRtiöftn ^). fBHiUi) txanl man
iebod^^ nicbt e^^er, a(6 bid fte burd^^ einen ®pxvii) ge^iligt
werben war ^). ©egobrene 9ßt(cb unb 9linberb(ut *y wotoi
wegen i^rer beraufcbenben 9Bir(ung befonberö beliebt unb
wurben«ian fefiUdE^en 9Rablen bt^ ju D&Qiger Srunten^lt
genoffen. Ueberbau)>t war ber fPreuffe wie ber alte IStu
mane jum Xrunfe febr geneigt unb fanb am 3e4^lage
fein gr&fted SSergnägenO- 2)aber hei Sremblingen boS
&px\^xooxt gatt: „ber 9)reuffen ®ott ijl ibr »au^^»)!"
— 3ur geibe$))jlege geb&rte enbUd^ no6) baS Sab; boc^
1) Dtisburg p. UI. c. 69. ^att ftto 4 2C u. 9^. 9rrtt|f. e.
194. IDie ginnen aber afen nac^ TaciL Germ, c 46 jtrdntecft^eifni,
victui herba. SStellet^t War manc^ed Z\ttfym\^ ®tx\ä^t, xoxt Sfp-
ner ei befc^reibt, au(( fd^on bec ben alten ^reuffen de«9d^(1(^.
2) 8uca3 3)aoib IB. I. 82.-83.
3) Strabo L. IV, p. 139. Stü^« ». 1. 0. 64.
4) VFulfstani Peripl. ap. Langeheck T. IL p. 121. Suca«
jDat9tb SB. I. €$. 15a «^artfnocb X u. 9t. ,9)reu|f. 0.197. en«
ca6 jDaoib em>df)nt IB. I. @. 57 aud^ eined @etrdnM 9>offaiM ge*
nanntr au« gutem SDtetbe berettet, oieUetc^t ber 2aiau< ber Sitt^aer.
S0l. Dainos ober 8ittbauif(^. Sotfdlieber oon SK^efa 0. 312.
5) Ihishurg P. III. c 5: Pro potu habent simplicem aquam
et mellicratum seu medoneniy et lac equamm, quod lac qucmdam
noil biberunt, nisi prius sanctificaretHr.
6) Adam. Bremens, d. s. D. 227: Quorum ( jamentontm )
lacte et cruore utuntur in potu ita, nt inebriati dicantor. SieOcÜle
wuf tetr fie, mie bie ^d^weben, au<^ nod^ bur^t binjagefette ^rätilrr bie
®etrAnfe wo^irdi^mecfenber unb beraufd^ber yix matten.
• 7) Dusburg J. c iSben fo ber Sitt^uer; Seiner 6. 93b
8) „PiruMorum Deus venter est!*^ Vita s. Adalb. ap.
p. 353.
^iu6{t((^ed unb s^fenise« lieben. 561^
WLX btefeS ni(|^t altgemetn/ benn nur \etdfc, \>k Ui ®oU
te6bien<ie$ pflegten ober iDpfer ita^Un, gebrauchten baf::
felbe Sag für Xag aud (S^rfurd[^t gegen bte @6tter. Xnbere
babeten ficb niemöW ^). '
2)ie JCunfte bolE^erer 93Ubung n>aren im S3o(Fe gum Steile
Mi) ganj unbefannt, jum Sbetle n>entgf[en« nt^d) l[)6c^ft
unwUfommen. 68 wirb bericbtet, baf no^ jur Btit ber
Änfunft beS ©eutfdS)cn ßrbenö ber SSewoJner 9)reuffen«
ber ©d^rift unb ©^reibefunjl fo unfunbig gewefen fei?,
baf er ficf) gen>unbert b^be/ wie jemanb einem Xbwefenben
burd^ ©^riftjeid&en feine ©ebanfen mitt^eilen fSnne*).
@o befrembenb biefe Unbe!anntf4)aft mit ber @^rribe!un{i
bei ben ^anbe(§beruf)rungen mit fc^on gebi(beteren 936({em
tmmerbin auä) i% fo i^at ftd(^' \>o^ in Sinflimmung tnit
biefer Slacbrid^t no4) bi§ jelät'auf feinem eingigen alter?
t^itmlicben S)en!male au$ beibnifi^er 3eit irgenb bie ge^;
tinglle Qpux t)on @dS)riftjfigen aiifgefunben 0- SBBenn alfo
man^ie aucb t>ermutbet l^aben, baf wenigjiend bodl^ tool^l
bie ©riwen unb bie ^riejler imJBefifee einer Art t>on StiXf
nenfc()rift gewcfen fepn m6dS)ten unb baß bie @(|)reibefunfl
aus S)ommern ober 5>oIcn l^eruber gebracht fcpn f6nnte, fo
fyit jt4i folcbeö bo(|f no^ gur B^it bnxöf feinen ^ S3eweid
irgenb ft^er begrAnben laffen. SRiglicf^ wäre ed inbeffeU/
1) Dusburg P. IIL c. 5 : Aliqui omni die balneis utebantur
ob rererentiani Deorum suorum; aliqui balnea penitus detestaban-
lur. I^reuff. Stempe Cluart. IV. @. 799.
3) Dushur^ I. c: Mirabantur ultra modum in primiÜTO, quod
qiuj absenti intentionem suam potuit per litteras ezplicare. O rbe nd«
(S^ront! ®. 2o. SucaS jDat>tb IB. I. ^* 11. wx^ ber ^(^ronif
3) 2)er S3rtef bcö Ofl^otfitT^en Röntge« a:^eoberid^ an bte QTefüer
mit fcbtt>erli(0 a(d ooUEommener SBemeiö btenen f^nnen, baf bie ^xt^\*
fen €f(^rift unb @(!)reibe!unfi üerflanben. SBic ffnb übeclj^aupt über
biefe fo etnjeln baftebenbe Slfiatfacfte mX ju »entg unterrtd^tet, alö baß
wir barauf fefie Sfd^Iöffe bauen f Junten. SSgl. SBacjfo Xnnalen be<
JCdntgteii^d ^ceuff. Iffcei Cluart. 1793. 6. 20 eine {(eine ^Cb^anblung
flbec bie @d^t:eibe!unft bet 2Ceper unb ben SSdef bei JCfinigS S^eo-
^eridd«
I. 36
$62 ^linHii)t^ unb sefellige^ itbtXL
ba$ einjelne 9ioxnif)mm, beren Silbung im XuManbe
mel^r gef6rbert wat/ no4) t^or bei jDrben6 Vnlunft mit ber
®(l^nfrtunbe unb @(l[^retbe!un|i (eine^weg6 ganj unbeFannt
geUieben witen ^). — SSBaö )u }2l^len xoax, Ui^id^nttt
man burd^ man4)etlei ftnnli^e SReifmale. @ie berfianbeti
ed nidtU Sage unb 92id)te auf eine gewifTe äettbejittntniing
burdE^ 3al(;Ien jufatnmen gu }i^(en. SBat bemna^) trgenb
etn>ad/ }. S3. eine SSerfammlung ju gemeinfamer Sera^
t^ung auf einen befttmmten (finftigen Sag berabrebet/ fe
merfte ieber t^on i^ncn auf einem «^olje an legHc^em Sage
ein 3eid()en an ober fnipft^ einen Anoten an einem SHie^
men ober am ©Attel^ bi$ ber Sag ^eranfam/ über n>eI4^en
man ^ö^ t>ereinigt ^attz '). SSal^rfcl^ieinlid^ beßimmten anä)
bie 9)reufren nad) üxt aller ®ermanifc|)en SSoIfer bie Seit
ni(|^t nad^ Sagen, fonbern nad^ 9ldc^ten "). 2>en Sag
ttiei(ten fie in t>erfd[^iebene Seiten ein, aber nic^t naif
®tunben, benn foId[^e fannten fte nii)t, fonbern nacf^ bem
@onnenlidE)te unb naö) i^ren iBefd[)aftigungen ^). Sur
1) Dusburg I. c. fagt aud^ nur „ in primitiro '< unb man f5nnte
biefeö SBSort n>o(t au^ überhaupt auf bte fröf^erm Selten be€ ^cXtH
beate^en. 3nt ^utmertanbe xoax of^ne Smetfel bie ©d^retbefunfl fd^on
frü^ befannt. Unb wie fonnten auc^ bie öbrtgen ^reuflen bei bem
Umgänge mit ben fremben, ind ßanb fommenben «^anbeUfeuten unb
bei. idren ©eereifen tnö 2Cu^Ianb mit ber @4nft fo gan^ nnbefanat
bleiben; baf fle ftd^ wunberten , tt)ie Oberhaupt iemanb feine (Sebanfen
burd^ bie Gc^rift auöbrücfen !6nne?
2) Dusburg I. c. ^ne ^anbfd^rift bed SDuöburg^ n>eld^e btefen 5^
terö umfc^reibt; fagt: Nee habebant differentiam dierum aut septi-
mananim, sed quociens aliquid agere aut consiliare proponebani,
tunc Duraenim dierum notabant ad zonas nodis \el ad baculam in>
scidebant. 8ucad iDat>ib SB. I. €$. 11.
3) Stallet SB. I. ®. 174. müj« ». I. 0. 72.
4) SOtan barf ^ter bie 2CnaIogie anberer norbtfder l65tCer ipo^l
unbebenflid^ M SBemeid gelten laffen. ^alUt a. a. £>. 2Cnton tUt
bte ®lat)en @. 161. ^tdtoritt« Gc^aub. €$. 404 giebt folgenbe Sat
geSsunb 9(a4t«@intt)eilung on. >Der SO^orgen, Ritas genannt, begann
iait ber €$c^immernng Briegstiks; bann folgte bie ^txt bed fBotfen?
brec^en^ Priblindums, bann bie fOiorgenrdt^e Auszra; Gonnenanfgaug
Pusriiis; IQSormittag Puspietus; «^o^mittag Pietus ober Tikras pie-
«^itt^lid^e^ -unb sefeKige^ ithtn., 563
Kimmung ber Sal^ted^eft bUbete wal^rfdl^etnlidS^, wie bei an^
bent naben BiRern/ bie (Smbte ben voicbtigflen Seitab«
fä^nittf ttnb wie e$ fc^eint, begannen aucb bie 9)retiffen ba»
mit ben Anfang eineö neuen Sabreö *)• 2)a5 3abt jetfiel
ait(^ Ui i^nen nur in }wei Sb^ile, in @ommet unb SBin<.
tet ttnb biefe Seiten bejlimmten fte wieber nacb bem WtoxAs
wec^feL 9locb in \pätmn Seiten i^atten bie 9Ronate tfie
t>on 9laturerfc^inungen betgenommenen finnigen 9lamen:
Sßinter«, Ar^ben^, Stauben«, ®nd\xd^, Sirfen«, @aat«,
ginben«, ©etreibe«, »runj!«, «MtterabfaU8«, ^rbfrojl?,
bärret SJonat ^). @o war eS alfo gewiflermaf en baS pn«
nige Sufammenleben mit ber SRatur, nadl^ wüä)em ibre
Seit nacb einzelnen Seitrdumen berecbnet würbe. — 3n
wie weit bie fünfte ;ur S3eflreitung ber fBebärfniffe ibter
t&glicben fiSefcbiftigungeU/ atö be6 3((!erbaue6, ber AriegS«
wertjeuge, ber 3agb, be$ Sifcbf^nge^ unb bergl, ^on ibnen
auSgebtIbet unb iDerY)oSfommnet gewefen, baröber b<^t unS
(einer belebtt. S>a8 meifle aber, wa$ ibnen f)Uin notb«
wenbig war, bereiteten fte wobi felbfl, }war einfacb, fcblid^^t,
unb grob/ aber bocb wie e$ f&r ibre ®itte unb Titt am
^fTenbpen war *)•
tus ^ rechte ^itta^; 9tad)mitta^ Popietus; 2Cbenb Wakars; Sßtis
perseit Palodenis; S^ie^fätterung Apilope; >Dämmerun0 Prietemis;
{fhtftenoerben Wakaris ; fpite 2Cbenb Iszwakaras ; erfte Gd^Iaf Immi-
gis; 9K{tternaf(bt Guddumas; Jj^ainen^tfä^tei Gaidgyste. & ift fnbeffen
nt^t aud9ema<^t, baf biefe 3ettefttt(>et(un0 nad) btefen SBenennttn^en
wtte(t(b f^on tn frü^ Seit bejtanben b<^be/ benn ^ritortud erwdbnt
attdbrücKicbr ba$ er fte au feiner 3«it bei ben 92abrauern fo gefunben.
1) iDtefed ift angebeutet in Sucad >Dat>ib S3. I. ®. 91. @ben To
bte ®(btt>eben; ^t^^ f&. L &. 73.
2) 7u(b biefär tfl freiließ nur |)ratortu« ®4aub. ®. 405 bie
Cüselle. jDie 9)reufTif((en SBenennundrn ber a){ottate in obiger Sleibe
gtebt er fo an: Wassam (ober Wassans), Kowinnis, KarwelinniSy
Gegiutinnis, Birzelis (aud) Sultekis), Semeuis, Lepinnis, Wisjau-
wis, Rujos Tnenuy Lapkristis, Grodis, Sausis. ^iefe S3enennungen f!nb
jebocb etdentri(b aUe eitt^auifcb. ^ql |)reuff. Zt^ir> ®. 211. ^reuff.
Zempe Cluort. IV. ®. 799.
3) 2)a wir ben ger^waftigen ^rdtoriud, ber ICHei, ZiM unb
36*
564 J^iudlidS^e« unb defellige« eebeit.
SSeftel ben Sßatm / IbefonberS ben auö t>ome^meicm
©efjd^Ieci^te/ eine fc^kueve Arantl^ett/ fo rief man einen 9rie^
{ler lE^etbei/ ber ben Aranfen SEag unb 9la(i()t xoaH^U unb
tJgUc^ eine gewiffe Httiatjl @egen^formeln übet t^n auS$
Spxa6). @el^r n)al()rf^etnli(^ waren biefeö bie 9)rie{ter, mehf^e
SSuliffonen unb Sigafcbbnen ^'e^eti ^). 3^ren Segen festen
fif fort/ bis )tt>eima( b.^r SReumonb erfd^ienen n>ar. ®ann
gef4)a|i }ur S3erf6I;nung beS 3ome6 ber @&tter ein @ts
lübbe. 93lieb auc^ biefeS clj^ne Srfolg, fo nafiten bie |)rie?
fter ber fieiltgen Stelle an ber ®6ttenoolS)nung/ na'^mtn Don
ber Xfd^e beS l^eiligen SeuerS unb gaben fold^e bem Aran^
(en ali ®enefungSmitte(. ißtai^U enblid^^ au^ biefeS feine
«^&(fe/ fo hielten ^inber unb ^reunbe einen Slati) aber ben
£ran!en. S3efci)Iofren fte^ jweifelnb an aQer Stettung^ ben
Sob beS Traufen / fo erfricften il^n bie ^rießer mit ^nem
^iffeu/ benn ein fo(c|)er S£ob fi^ien eint freunblic^e ®abe
gegen bie @c|)mer}en6Ieiben unheilbarer iKranf^eiten '). (Sin
Iran!eS Ainb ober Sunglinge unb Sungfrauen wxnt^mzt
Xeltern würben in fc^meren^ IS)ojfhungSlofen Aranf^eiten auf
bem @4)«iterl^aufen Derbrannt »).
Sur bie 2Crt ber SEobtenbeflattung war bie Serf(^tes
9(eueS bunt bur(^ etnanber toivft, burd^aud ntcbt tült anbfte ({. SB.
Ao^ebue) fär eine ctittfc^e unb fe^r glaubbafte OueOe anfeben Unwn,
fo mbgen toit m Ermangelung anberer fi(berer Duellen feioe ^vaÄbrt
gegebenen 9taä)nä^Un ntcbt aufnehmen.
1) Tulissones Tel Ligaschones nennt ffe ber SBcrtrag t>om Z^f)ze
1249. SBtr merben btefe Benennungen glet(b n&b^r gu erü^ren fnö^xu
2) ®o ZvLcai iDat>tb S. I. @. 137 -- 138 unb bamtt ubers
einjltmmenb ^rdtortud @(baub! @. 479 jf. ^attlnod) Z. u. 9{.
9reuff. @. 181. Kojalotvicz Histor. Lilhuan. p. 18 £)b btefe Sttte
t)on ben ®otben b^jlammte, tjl nicbt gu befümmen. Bon ben «^eru*
fem aber/ bie lange ^t mit ben (Sotben in Serbinbung ftan^en, er«
idblt 2Cebnli(bed Procop. Histor. Gothor. L. IL p. 256: Neque seni-
bu4 neque morbid is .permissum Tivere, sed ubi gravis aetas aut va*
letudo deterior, tenebantur ipsi supplicare propinquis^ ut se aeruiii-
iiii rebusque faümanis eximerent Slur gcfcbab hti ibnen bie SAbtttng
burcb t>cn jDot(b. ZtnlieH ^imbrifcbe 2ritertb&m. Sb* ^ ®- 257.
3) Vu<b bi^ TCei^nlii^ bei ben «^enilern na^ Procop. I. c
J^ju^ltcf^e^ unb gefedtged i^bcn. 565
benl^ett Ui @tanbe8 Don n^id^ttgem (SinflufTe. (Si ift f(|^on
fräl^cr em)&l()nt/ n>eld^e§ SRtttetd man ftdS) im neunten unb
je^nten Sal&r^unberte bebtente, um ben Stovpex eines SSer«
Wordenen mefcre 9Ronate, felbfl wol&I ein \)albe^ 3a^r lang
gegen 'bie S&emefung }u ft(l[^ern unb n>etd[)e ®ebxi\x^e ba*
ma» ber @eefal()rer ädutfflan bei ber IBejfattung ber Sob«
ten unter ben ^reuffen ^errfdS^enb fanb. SSxaä) nun ber
2a^ l^erau/ an n>eld)em Jbie legte ^eiev )ur @l^re beS SSer^
{lorbenen begangen werben foUte, fo warb ber Seicfinam
noc^ einmal gebabet^ bann mit meinen ^(eibern Qcfö^muit
unb im Greife gebetener ^reunbe unb SSerwanbten auf ei«
nen @tu]f)l gefegt. @Ö begann ein .JSrinfgelage, bd »et
^em au6) bem SSerftorbenen unter ^ietcm SBe^Kagen noc^
einmal gugetrunfen würbe ^). 33eim 3Cbf(^teb3trunfe trugen
xfym bie @ jfte ®ru^e an it)re loerflorbenen SSerwanbten auf,
fid^müitten i^n bann mit einem anbern iKleibe, gurteten
i^m ein SReffer ober dn Qd)Xo$xt um unb gaben ifim eU
roai jur 3e()rung, ben Srauen aud^ 9label unb 3n>irn mit
auf ben Sßeg. 2Cuf einem SSagen warb ber Seid^^nam bem
»egrdbnif plage na^e gebracht*), ©ie greunbe begleiteten
i^n unb fudf^ten bftfe ©eijier bon i^m fem gu f)alUn '), wa()::
renb anbere nad) oben erw2l()nter SBeife ben SBettlaUf um
beS Serßorbenen «^abe l^ielten ^). Sßeiber folgten webflas
genb bem SEobten nur biSjur ©rdnge beS £)orfe6, wo
1) Ztinf^tlaQt bei Setd^enbeHattunoen h>aren überhaupt unter ben
norbtf4ien S36lfem eine aUgemeine &itte. ^o fagt ^einviä^ ber
Bette p. 58 t>on ben <Sß()en: Funera igne cremantes, exequiascum
iameutationibus et potationibus mulüs more suo celebrabant Cf.
p. 93.
2) euca$ S)at)ib IB. I. &. 141.
ö) 9{a(^ ber vita s. Otton. ^errfc^te biefetbe @ttte and) bn ben
Sommern, nur baf man flatt ber @d^werter, »omit bie ^ceuffen bie
b6fen ©etfler von ben SSerflorbenen entfernten, bort |t(^ gemeiner ^v^
gel (fustes) bebiente unb biefe bann auf ben @rab()dgel legte.
4) iStwa^ 2Ce^nli(ied xoat bie Trizna ber alten Siuffen, worüber
Nesior oott 6d)l6aer @. 126 — 127. itaramftn IB. I. @. 93
nennt ei ein ^ampffpiel ju- ^(^ren bei Sobten.
569 ^in$lxö)e^ ttttb sefeUi^ed Seben.
biefe^ SBettrennen begann. SRtttlem^ile warb um ben Set<|^
nam (auteS unb I^rmenbeS @ef<t)rei jur Vertreibung ber
b&fen ©etfler fortgefegt, bi$ er am jDrte be^ S3egr&bniffed
angefommen war. <^ter war jur JSefiattung ein SBegrab^
nifl^ägel jubereitet auf beffen nirblicbem arbeite ') ein'ScI^i^
ter^aufen aufgerichtet jfanb/ auf welchem ben Seic^^nam ein
fiSette bon @trob empfing. SBi^renb nun bie ^amme bed
@^eiterbaufen$ emporloberte/ erhoben jene emi^nten $rie?
ftex, bie SEuItffonen unb Stgafd^onen, ba6 Sob beS Serflor^
benen/ priefen feine Xi)aUn, bie er auf SfaubjAgen im
feinbli4)en Sanbe ober fonft im Seben^begangeu/ unb flam?
menbe Ziä)Ux IE)od) ertipoflE)aItenb riefen {te in lautem ®e<
f(dt)rei ben Umflebenben }u: @^on feben wir ben SSerflor^
benen am «^immel binburcb auf einem Stoffe eilen mit
bligenben Sßaffen gef(f)mu(!t, einen Staubt) oge( ") in ber
•^anb \)aiUn\) unb mit groflem ©eleite in bie anbere SBett
l^inubergelf)enb ').
1) SBte bie (Stfai^tun^ hei bftexen d^acbd^abungnt mir • be»» reu.
Xuf bem ^Sttel^upfec au biefem Sßerfe ifl f6 in Nro. IIL ber nbiAlid^,
buväi einen Kraben oon bem öbrigsn^ $Be0rdbnif$(l9e( abdefonbeccr
7&eir.
2) JCogebue SB. I ®. 66 aiebt bem Siebten bm Gterne in btc
Sterte unb ben Ralfen in bie 8tnfe. @in (ufltger 8ei(^tftnn! 2>ad Sott
nisum ^atte berjem^e^ oon welchem «^artfno^ ^* u. 9t. ^renfT 0.
187 reinen Zext na^m, nid^t (efen !5nnen unb bie Hde bva^ bvti
&tetnt be^eic^net. Unb Jtoftebue — bec bie £lueUen getefen ^ben »ill
— giebt flu^i biefe ßäcSenbüper bem SSerftorbeuen in bie <&anb.
3) Die merfwürbige ©teQe bierüber in ber Sertrag^ < Urf «nbe ixm
1249 tautet fo: Promiserunt etiam, quod inter se non babebunl de
cetero Tulissones vel Ligaschones, hömine^ Tidelicet mendacissimos
histriones, qui quasi gentilium sacerdotes in exequiis defimctonun
ne tornientorum iüfernalium pena premerenlur dicentes malum
bonum et laudantes niortuos de suis furtis et spoliis immimdiciis
et rapinis ac aliis viclis et peccatis, que dum viTerent perpetramiit,
ac erectis in celum luroinibus ezclamantes mendaciter assenint, sc
videre presentem defunctum per medium celi volantem in eqno
armis fulgentibus decoratum nisum in manu ferentem et cum co-
mitatu magno in aliud seculum procedentem. SSad'bie 9tamen ber
^liutiid}tß unb gefeUige^ ieben. 567
S)a (ö ®(au6e im SSoIfe war, ba^ jeglidE^er/ er fe^
arm ober xciö), })hl^cxen ober nieberen @tanbe6/ bai itbm
bteffettö in g(eidi)cr SBeife aixä^ im jenfeitigen mieber fort^
fe^en itnb unter gleichen SSefdl^äftigungen unb SSerljiJItniffen
leben merbe, fo t>erbrannte man auf bem namlt^en @(^ei«
terl^aufetj .auc^ beß Serftorbenen SBaffen, ®eratlS)e, Stoffe,
Aneckte unb SR^gbe, Kleiber, Sagblj^unbe unb Sagbb&gel
ober n>a§ i^im fonft ju feinem Seben n&tl)ig war. 2>enen
geringeren @tanbed gab man bie ®eritt)e i^rer Sßt\dfiUi*
gungen unb i^reS ©emerbeS mit in$ S^uer, in ber 9Kei-
nung, baf i{)nen foIc|)ed aOeS in jenem Seben mieber bienen
linne ^). j£>a^ wie bei anbern S3&(fern bet 9lorben6 fid)
ani) bie Srauen mit i^ren SRclnnern l^aben verbrennen laf«
fen ^); tji nici^t waMc^einlic^ >), unb eUn fo wenig, ba$
Sttliffonen unb Hgafci^onen anlangt, fo f!nbet man eine TCbUitnnq in
Hariknoch Dissertat. de sacerd. veter. Pni3s. §. 5; aSein fte W^t
^ auf eine falfc^e Sedart ber 9{amen. Sßte fte ^ier nad^ bem Oti^U
nai bet Urfunbe gefd^yrieben ftnb, !6nnte man |te aue; bem (Sft^n\fä)en
berleiten, »o TulH ober TulIe \)ai geuer unb Tülle rüt ber ©d^eiter,
baufe ^cift. Ss Wnnten alfo biefc ?)rie(fer fo genannt fepn, met( ffe
ben &(!beiterbaufcn för ben S^erftorbenen err!d)teten unb angönbeten;
ober ber 9{ame mdre gufammengcre^t au6 Tulli unb Sosna, hai SQSort
{xoo^et Sonneleraa f. 9. a. Sßorte toecbfein), alfo |)riefier, bte hAm
Seuer ober 6fcl()eiterbaufen fprecben, »omtt bte SQßorte ber*Urfunbe febr
gut paffen würben. SDer 9?ame Ligaschones bescic^net offenbar, »ie
Idbon ba« »erbinbenbe „vel" bemeifet, bie ndmlicben ?)ncf!er unb ifl
aifo nur eine aubere ^Benennung, ^an tbnnte i^n ahUiUn t>om @tlb'
nif^en Sßorte Leek^ gen. Legi unb Lege ^(amme (baber Tülle leek
geuerflamme, legima flammen) un5 Sonna ba6 Sfiort, arfo in berrel«
ben SBebeutung wie Tulissones, ^tieftet, bie Ui ber JBerbrennung ber
lobten lobenb rebcn.
1) Dusburg P. III. c 5. Orbengs^bron. ©. 21. Cucaö
©attib SB. I. 6. 130. 2Cu^ W SJertraggs Urfunbe »on 1249 erwdbnt
ber ^xtie, Kojalowicz L. I. p. 7. iDa|felbc Don bi'n Cittbauern.
2) 808le bei ben ©cbwebcn , mo ficb bie S^acbrid^t freilld^ mebr auf
@agen f!ü^t; f. ^öb^ ^- I* ®' 67. SSon ben @(at)en wirb eg be.-
Rauptet; ®en SB. L @. 19. Ueber bte alte Quitte ber «^eruier f.
Procop, L. II. p. 256.
3) 3n feiner einzigen alten ÖueUe wirb ber grauen in biefer Segies f
bung erwdbnt. 2Cu(i) erbielt ja ber ^ol^n bed SBaterö grau M (Srbtbeil.
568 ^iuiiii^t^ unb gefeUtge^ Seben.
m
jtc^ ^eunbe mit ^reunben ben Slammen l^ingegeben ^).
SBar nun b^r Set^nam loetbrannt/ fo fammelten bie
Sreunbe bie übrig gebliebenen 6(ebeine fammt ber Xf4e
nnb brachten fte in eine balb iierltdl^ gearbeitete unb gcr
fd^mädte/ balb auci^ ganj einfach unb grob loerferttgte Urne,
in xotlä)e fte iugteid[^ a\x6i alleS anbere^ waS bem.SSerfior^
benenlieb unbn^ert^ gewefeU/ Stingc, @d()mu(f fetten , Xrm^
f|)angen/ «^aarnabeln, funflltd^e @cbnaUen/ auci^ fonfliged
@dE^mudFn?er( bon iD2efftng unb Sifen, ^ugel({)en t>on far^
bigem 2!()one/ Korallen / ^ernftetn balb te^, balb aucf^ ju
kugeln bearbeitet, fSlungen befonberö auä dtbmi\d^ex äett
unb anbereS fold&er 3frl beilegten 2). ©0 warb bie Urne
in ben ®rabl{)ugel betgefe^t
S)iefe @rabl^ugel n>aren berfd^ieben nac^ bem @tanbe
be§ äSerflorbenen. fßornel^mere begrub man gerne auf Xn^
\)bi)en in ber 9{a()e i^rer SBol[)nft^e. £)ie S3auart 'ber «^lu
gel meifet auf eine beftimmte £)rbnung , bie i^re Sdejie^ung
auf @tanb unb SBurbe be9 Sßerflorbenen |)atte. 9iing$ laus
fen um baö ®anjc jucrjl einige Ärinje großer ©tetne,
n>eld)e ben SSegrabniß^ S3au ;ufammen()alten muffen/ ober
bad ©anje bs(bet bie ©eftalt eine^ @terned; befTen @tra^^
, \
1) Olams Magnus Monument Dan. p. 50.
2) S$g(* Reusch Dissert. de tumulls et umis sepulcralibus in
Prussia. Bayer de numis Roman, in Opusc. p. 4iO; er befdbl^^t
p. 455 — 456 einen ©rab^ögel, »ortn man fogar no(^ SOtüinsen com
«ßoc^metfler ^C^ic^ael ^öc^metfier t>on ^tern&erg gefunben ^ben »ilL
3ft bie ^af^e richtig, fo beweifet biefeö, xo\t fpdt im ^^tiOen bte €$itte
noc^ 5errfdS)tc. erWut. 9)reuflr. 83. HL «. 399 — 424 unb 539 — 582r
xoo genaue {Befc^^reibungen altpreufltf^er ©rab^figel gtf fmben flnb.
IBaper fuc^t e$ ma^rfd^einlid^ Su mad^en, baß bie SKänjen vd^t nacb
bem SBerbrennen bed i^eic^namd in bie Urnen gelegt, fonbrni beim Ber«
brennen ind ^euei: gemorfen worben fepen, »eö^alb fte meiflenö auc^
auf ber einen ^eite me^c gefc^mol^cn unb SBilb unb ®4dft fe^ no«
leferlid^) fcipen; lUberue fe^en au(^ wegen be^ Xc\6)tmn @((meljeni xott
nigere Dorbanben, aU fupfeme: eine !D{einung, soe((^e bie G^fa^rung
boc^ xi\6fi öberatt befldtiget. .t)ie 6itte, ben Sobten Shlnsen mttsu*
geben, mar öbrigenö icx gonsen Serben (errfc^enb; f. OUemis Ma^niu
p. 45. &\x^m S3. II. 6. 23 - 24. dt&^i S. I. e. 42
J^in^li^t^ unb defeUige^ Sebett. . 569
im t>utä} gerabe t)om @(f)ettel l^erab laufenbe @tetnreil()en
bargefteOt ftnb. £)ev £)rt/ too bie Urne fte()en foQte/ meift
gen @tlben unb bem SSerbrennungSpIa^e gegenüber/ ifl mit
grofen, aufrecht geseilten Steinen forgfam auSgetegt unb
ftarl befefligt/ fo bafi ni(|)t$ um()er bie Urne befc^dbigen
(onnte. Den Singang in biefei ®el()dufe t)erf4)lieget ein
gewaltiger @(blu^{lein '). Sn ber SSitte be§ S3aue§ flehen
meifi me(>re Heine itbene ©efdfie/ einft mit ®etrdnf ge?
ffiUt *), unb nebenbei finbet \i6) einjelne^ .©d^murfiperf,
oft and) einige ganj runb gefc^Iifene ober bom @een>affer
runb geformte (Steine/ an n)eld[^e ft4) irgenb ein frommer
®Iaube (nüpfen moi)U ^). 3ule^t wirb bie Urne t^on oben
mit einem breiten/ flacl^en @teine beberft unb mit @anb
uberfct^uttet ^a^t . immer aber umfaf t berfelbe «^öge( nod^
meiere 93egrdl8iffidtten/ ^on Urnen / @(^muc(n)er!/ unb
&inlx6)tn S)ingen angefüllt unb auf it)xct @))i^e burdS) eU
nen Steinfran) unb einen in beffen SRitte liegenben ©d^lufj^
{}ein auSgegeidlinet ^); fep e$/ ba^ biefed bie S3egrdbniffe
na^erXngeb&rigen^unb f))clter beigefe^ter ^reunbe ober au^
bie ber mit bem »^errn berbrannten ÄnedS^te unb SRdgbe
waren.
3l\d^t biefe Sorgfalt loerwanbte man auf bie S3egrdb-
niffe ber SSerftorbenen nieberen Stanbed. £>ft fe^te man
bie Urnen bann nur ind freie gelb ober in SEBdtbern unter
bie 6rbe . ober in blofle Sanb^ügel obne ben fun{llidS)en
©teinbau*).. @S fi^eint aber, bofl moncfee jener S3egrdbs
1) &. bad Mliteüupfcr an ber füblic^en @ette bei nro. a.
2) euca< X)ax>ih f8. I. ®. 139. J^atttnoä) 2C. u. ^. |>reuff.
e. 186.
3) jDie Sammlung hei Qcf) üvä^iüi beft^t beten me^re.
4) 0. hai 3:iteriupfer nro. bbbb. fß^U 2Crn!teU (5imhvi\^t TiU
tfttbüm. Zf^, I. 6. 257.
5) Smen Tollen Unterfd^ieb in dt&dtfiä^t ber IBedrdbntfbäger, ber
übrigens xtnä^ in Sommern ^tatt fCnbet, wie Gell S3. I. ®. 22 be»
Seugt/ wikh ieber balb entbecfen/ bec au6) btefemSb^lle ber 2C(tertbum<<
eunbe hie i^m gebül^ivenbe ^Ctifmerffamfeit wibmet. jDiefeö aber unb
baö 2Cufftnben bed in ber IBauart befolgten ®9f(emd ttKir bei ben )»on
570 ^&\x9lid)t^ «nb sefelltge« Seben.,
ntfilt)ägel au(^ gemetnfame Samilten^SJegr^bniffe gewefen
fe^ett/ in welchen fogtetc^ bei intern Xufbaue au4^ für bte
trbtfct)en Uebetrefte t>on f)>^ter tlerbenben 2(ngc^&rigen Se^
gräbnifftättcn cingericl^tet würben, — 2)ic ©pra^ic ber afc
Un ^teuffen nannte aKe biefe fi3egr2bnt^orte Jtapumen, ein
Ütamev ber au6) jegt im Sanbe nocf^ ni^t oergeffen tft 0-
@(^n>er trennte ftc^ ber ^reuffe bon bem (Sesenflanbe
feiner Siebe ttnb SBertK4^2^ung , t)on bem t^mnn ©ef^l^t::
ten feinet Sebenft. fHadfiem er bie entfeelte «f^älle be$ @^
liebten fo (ange äli m&gltdi» in feinem «^aufe bewahrt,
bauerte bai 2(nbenlen beS •^ingefcf)iebenen auc^ nai> ber
JBeftattung in trautiger S^ier nod^^ lange fort. 2)retfig
Sage lang erfc^ien bte 3Bittn>e unter klagen unb SMnen
am ®rab^äge( ili^reft SRanneö unb ad^^t S^age ^inburc^ fam
ber ÜRann an ben £)rt ber 9lul^e feiner f^roif. Um bxitten
SEage nac^ bee SRanneft JSeftattung waiib am «^ugel ein
Srinigelage aK Sobtenfejl beranllaltet^, be^gleicf^en wieber
am fec^ften/ am neunten unb am bierjigften Sage *). 3u
mir öfter »eranflalteten ^Cufdrabungen tmnier mit ün «^aupt^rgenffaiib
Ut Unterfttc^ung. — £)b bte &itte M blofen SSegraben« ber Set«^
nome bomoU aud) m |)reuffen ^rrfd^enb getoefen, wie fte H in etmgen
anbern Sdnbern be€ 9lorbend war, ifl ungewif ; toeniaftenS ifl ber von
fartfno4)3(. u. 91. ^reuff. @. 183 baför aufgefteUte fi3emet< feine«^
wegö genügenb.
1) 8u€a< sDdOtb SB. I. ®. 142 r^reibt ^apernou. «ßenntd ep
fldrt ba0 Sßort aud bem Cettif^en, wo Kaps tin ®ta\>, unb Kappenes
ober Kapsehta eine SBegrdbnipfldtte ^eift. «ßartfnod^ a. a. £). £f.
184 fegreibt (^aperneur unb verfielt barunter bte.gan^ ®egenb, m
meiner fcld^t S3egrftbnt$f)öge( in grofer 3a^l gefunben »erben. Sn feu
ner Dissert de funeribus yeter. Pruss. §. 5 nennt er au(( bie ^figel
felbfl fo. SO^ancged, toai |)rdtorittd au feiner 3eit in biefec ^tng^t
no(i fanb, befd^reibt er in f. ©cgaubü^ne 0. 481 ff. — 2>te gemeinen
SSegrdbniffe foICen fO^ogiOen ge{)eipen baben. Tina) in 9>ommer]i tanm
fold^e SBegribniffe {()re eigenen 9tamen, woräber €ieU S. I. 0. 2a
2) Henneberger de veter. Pruss. p. 23. ^an^ d^nli^ SobteRs
fefie (ieCten am 30^n/ 60flen unb lOOfien Sage aucb bie $omment.
eeU ».!.€$. 23. Sei ben Letten (»ief ba« 8e# bie eeelenfpetfe; f.
9r. STempe Duart IV. @f. 789.
Jpiußixäftt unb sefedtge^ Seben. 571
iegltcl^em tiefet Sefte warb ber 9BeYjtoi;bene eingelaben tinb
tl^m fetn S^etl an @)>eife unb ®etr&n( borgefe^t. 9Rit
3al^re$bev(auf feierte man ein aSgemetneS Sobtengeb^^^t«
nifi/ SSorne^mere unb Sleictie für ft^^ allein/ Ttermere in
©efeUfcl^aft bon ofer bis fünf Samilien 0.
Der •^au)>tgebanle aber^ ber in aSen biefen (f^thtiva
(^en l^inburcf^ I^errf4)te unb in mand^en anbern (Stf^etnun::
gen beS SebenS biefeS fBoKeö {t(t^ l()inbur(|^ ben>egte/ n>at
ber®eban(e an ein ienfeitige« 8eben, no4^ roH^f^^^/ f^tin;?
li(|^ auSgefdi^mäcft/ auS bem betreibe beS bieffeitigen Se»
bend genommen unb in benfelbigen SSerb^Itniffen in ein
unfic^tbared @e9n l^inuber getragen / aber immer bodE^ bdO
€tntlu$, ^raft unb SBirlung aucb für baS 8eben bieffeitö.
St mar eS bor allem , ber bie Sorgfalt um ben ^inge::
f(||iebenen erzeugte , ber it)m baS 8eben ienfeitS )u fci^afFen
fttc^te, mie eS bieffeitS gemefen n^ar, ber bem altemben unb
hänfen ^reuffen bie dnt6)t bor bem Xobe Una\)m, ber ed
ittnbem unb SSermanbten leic^^ter ma6)U, ben legten Se«
benSfitnfen be$ \ied)en SSaterS, beS rettungMofen SreunbeS
burd^^ ein gemaltfamee SRittel }u oerlifc^n, ber felbß aud^
bem (rtlftigen Spanne SRittb im Streite unb ^o^e tapfer?
(eit im 3;obe«(am)>fe einfl6pte % ^an i)at ben ^reuffen
1) Qt^ ift fein 3n>cifel, ba$ biefe Sobtenfefte t'^ren Urfprung in ber
ijetbnif^en 3ett if^atten ; ober eö ifk eben fo mniq au verfennen , baf
tn ben 6^arafCer, wit {te Sucod ^ar>ih IB. I. 0. 143 — 144 unb
^art!no4 X u. 91. ^reuff. <S. 187 — 188 nac^ Sßai$e(6 (^t^rontf
bef^reiben, ft^ f(6on manc^ed @()nfl(id^e etndemifd!)t ^atte Unb ci i^attt
btefed wo^l um fo me^r gefd^e^en müjfen , weil bie ^reufTen im S^er«
trage oom 3a()re 1249 oerrproc^en Rotten: quod ipsi et heredcs eorum
iQ mortuis comburendis vel subterrandis — "vel ctiam in aliis qui-
buscunque ritus gentilium de cetero non scnrabunt, sed mortuos
|uos juxta morem Cbrlstianorum in cemiteriis sepelient et non
extra.
2) ^ieoon jeugt Kadlubeck L. IV. c 19. p. 511 — 512; unb
Appian de reb. GalJ. c. 3 nennt bie Germanen überhaupt be^ljfalb
572 ^iu^Iid^eö unb gefedigcd itbtn.
a\:6) bte Sbee ber ©eelentpanberung jugefd^tteben unb fte
ben ©lauften liegen lafTeit/ baf bte bom £&r)>er gefc^tebe^
ncn @eelen tn anbete funfttg geborene ^htptx übergingen^
ntancbe aber tn S£bterIor)>er fibem)anbemb an<l^ tbtertf<lbe
SRatur annifftaen ^). SBenn tnbefien toieaei^t in (ruberer
3eit bk fi3en>obner $reu{Ten§ bie au(b fonfl nocb im 9lor-
ben bte unb ba gebegte SRemung t)on ber Seetenman«
berung aucb xoMUä) mit anbern S36lfem @ermantfcben ')
unb befonberS ©otbifcben ©tamtneS ») getbeilt b^^ben finn^:
ten ober n>enn n^enigjlend bteüetcbt bei einigen fublicben
anzeigen/ befonberS bei ben ©altnbem biefer ®(aube aucb
in ber ^at ®tatt gefunben b«Jben m6cbte *), fo finben wir
boc^ aucb bie bejlimmtefle iRacbricbt, bafr in f^ntercr 3ett
ber fi3egrtf bon bem Suft^nbe ber @eelen nacb bem Sobe
offenbar gan^ anberd war. ^an trug baS gan^e bieffeitige
geben mit aßen feinen SSerbiltniffen, felbfl fogar in feiner
burger(icben Sorm^ nur al8 berberrli(i()te f^ortfe^ung in je^
ned fünftige ©epn Aber; ber 6ble blieb aucb bort nocb fer^
ner ebel/ ber SSomebme audj^ bort t)ornebmen utib ber @c«
meine gemeinen (Staubet; ber Stetere bebie(t bort feinen
Sieicbtbum , ber 3Crme blieb arm ^). Unb wie in foI4^er
1) i^iefe aÄeinung fd)rei6t Kadlubeck I. c ben 9)rcu|fen iw , im
betn er f09t: Est enlm omnium Getharum communis dementia«
cxutas corpore animas nascituris denuo infundi corporibus; quas-
dam etiam brutorum assumptionc corporum brutescere.
2) aSon ben ©attiern befonntlicf) Caesar de b. Gall. L. VI. c
14. Biodor, L. m. c. 28. ®tbbon Dom SerfaH unb Untergang
beö 92(m. fftä6)l 83.' 3. ®. 156.
3) 2Crnf felö ©mbrlfc^e Xttert^öm. 3:6. I. @. 25L
4) @d barf nid^t unbemerkt bleiben, bo$ Kadlubeck 1. c. biefer
8e()re {undd^jt in SSegief^ung auf bte 9)ore):ianer erwd^nt, bie an (Sas
linbien grdnjten.
5) ©arfiber fprftftt fi<^ ganj bcutlift Dusburg P. IIL c, 5 au<
Prutheni resurrectionera carnis credebant, non tarnen ut debebant.
Oredebant cnim si quis nobilis yel ignobilis, diTCji vel pauper,
potens yel impotens esset in bac Tita, ita post resurrectionein in
vita futura. Ifrnf iet< Cftmbrtfdfte TCltec^dm. S^. L ®. 2^0.
jQiuiix^ti unb gefeUtge^ Seben. 573
SSeife baö SSetl^altnif ber oerfdE^tebenen @tanbe in bad
f&nfttge 8eben übergetragen mtt, fo bad(^te man ^ auä)
bte 2(rt ber S3efc^clfttgungen unb SSergnägungen eincS Kben in
htm jenfeitigen Seben fortgefe^t; ber ^rteger beburfte and)
bort noc^> feiner SBBaffen, ber Sager feiner ^unbe unb 3agbt)5gel,
ber 3Crbeiter feiner ®erätlt)e 0- ^oc|i nur foId;e, xoel^t ben
®6ttern unb bem ®rin)e ®el[iorfam bejeigt unb il^re ©efe^e bf»
folgt, erli^alten \>on ben ®6tt€rnauc|i ienfeitd i(^re JBelo()nung:
/^f(|y5neSrauen, t)iele^mber, gute @))eifen^ fütf e ®etr4nfe/
f,xm @ommer weifie «RUiber, im SBinter warme Stbdt
,,unb ruhigen ^(af auf grofeU/ n>et(^en SBetten, alfo
„ baß fie in t>olIer ®efunbl&eit ftet« la^en unb f^Mfingen *)/'
2(nberS bie SSofen, bie ben ®5ttem nidf^t bie geb&^renbe
6f?re unb bem ®r{n?e (einen ®el^orfam enoief^n ^aben;
„ i^mn werben bie ®6tter al(e$ wegnel^men , xoa^ fte f)aUn,
„nrib {te mit SCngft unb £lualen planen, baf fte l^eulen
,,unb ithi)nen unb bie «^anbe ringen mäffen loon großer
//Ängji unb SJe^e wegen ')." — iDb bie 9)rcuffen jene äße«
lojnung/ wie biefc fiScjirafung, ob fie überhaupt beil fünf«
tigen 7infenti)alt ber 3Cbgefd()iebenen an beftimmte iDrte ge»
fe^t ober ftd^ etwafi bem Hif)n\iä)z^ gefd^afen l^aben migen,
wai ben @fanbinat)iem i^r 3Salf)aUa für bie feiige Sde^
lo()nung ober für bie S3eflrafung ba^ eiSfalte unb nebelige
9{ifelbeim tour, ijl wenn auc|i aüerbingö wol^l wa][^rfdE^eins
li<lf, bod^^ (eineawegfi ftd^er nad^juweifen ^).
1) Dusburg 1. c. Hartknoch Dissertat de funeribus yeter.
Pruss. §. 8. X u. Sl. 5)reuir. @. 188. »on ben eitt^aaern fpcic^t
in biefer SBe^fe^ung Kojalowicz Histor. Lithuan. p. 140.
2) eucad iDavib SB. I. e. 21.
3) eucaö jDaDib a. a. £).
4) 2(na{od waren ficb jt^erltcb aiub (ter bie Se^rife bei; i>emanb»
ten fB6(fer. Sängere ^fngaben nennen ben Ort ber Belohnung 9(O0U0,
ben ber SBeflrafung |)ef(a. 3m Settifcben %z\>t}xUi nod^ je(t Pckle tte
e l f t e e Ä a p i t c t.
(.
Steltgton unb @6tterbtenfl.
^cbe« Solf , fn feiner »Übung nocft auf einer ©tufe {ie«
^>enb, auf n>elc|>er ba« @inn(ic{)e im fWenfc^en ben Seiff
m^x be^xt^ä)t, al6 ber ®ei|l mit feiner itraft unb feinem
Streben nacl^ Srlenntnifi ber 9{atur ber jDinge ti t^emag;
baft äBefen ber finnli^en SBelt forfc()enb }u burc^bringcR;
toirb immer in ben Srfci^einungen ber Statur/ bie i^m t%
Itd^ im 9latur{eben fo nal^e liegt/ in bie er \i6) fo tief unb
meit me^r atö ber gebi(betere 'SRenfä) l()ineinlebt/ bie iN
in {f)rem TiuU unb 3Cbleben toä) ewig al6 biefelbe unb in
i^ren OSerwanblungen bodf) immer n>ieber afö neu erf4)eintr
ein I()6^iere8 unb ge](^eimeS SBatten, ein Aber "bem fBkvM
ber Statur bafepenbeS / alleS ben^egenbeS unb in allem »in
fenbc$ ^rincip a^nenb fu4)en. Sa§ iji ber erjle iant M
©ebanlenft eine^ ©otteS im ©eijle bed 9Renf4)en. £ie9la«
tur giebt bem Ungebilbeten bie erfie £)ffenbarung für ®(aQ^
ben unb dleligion. 3(ber bie (Sin^ieit ber 9latur in intern
gangen unerme^Iid^en IBereic^e ift ein unbegreiflicher unb
unerfaßlic^er ®eban(e för SiblUx, bei »eldS^cn ber benfcnbe
®eift t>om ©innlic^en nocft überwältigt ift unb feine Äraft
ber (Srforfd^ung unb ©rfennung beS wahren SBefenJ ber
Pnnlid&en SBSelt unb i^^rer ©rfcl^einungen noc^ ni^t erfannt
f)at unb folgtidE^ nedf m6)t ausübt 2>arum ftnb biefe Sr-
fdj^einungen bem ro^en 5Wenfc|>en immer nur ©njcln^eiten;
gteligion nnb ®Sttetbten{i. 575
aber er a^mt in tarnen ba« Se&en unb SBtrIen l^&l^erer Stxiftt,
bad SSalten mi^txdex SSBefen. Sßo ftnb nun für H)n biefe
mi6)t\i waltenben SSefen? 3ll(bt in ber 9latur, bte in
ewigem SS3e(i(^fe( auflebt unb binjiirbt/ bie nur bie SBirf un^
gen iene« b&beren 9Ba(tend }eigt; audS^ nidl^t in t^m felbft,
benn er ai)mt fte aufer {tcb. <Sr ftnoet fte lei^^t am e»{«
gen ^immel, ber in feinen großen ®rf(beinungen immer
berfelbe ifl unb ftcf)tbar bte 9latur bewegt, belebt/ oerwan^
be(t unb beberrfd(^t. SSon jeber faben in ben ewig leucbtens
ben, ewig erw^rmenben unb* Seben bringenben ©efiirnen
robe SSiKer ibre erfien ®6tter. 2>aS ifi ber ®ang ber
^ü^e^cn religt6fen SSübung bei iebem Sollen wei( e6 ber
®ang ber ganjen SRenfc^b^it i\t; barum aucb bei allen ^bU
fem auf glei^er JSilbungSftufe bie nabe ®eban(ent)erwanbt^
f(baft, bie SBenge ber Sbeenibnlid^feiten.
3Cucb ^reufTend jltefte robe ^ewobner i>erebrten @ottne,
aXonb unb ®Utnt ali ibre ©ottbeiten unb @ternenbien|i
war ibr frubejler ®8tterbtenjl ^). 5Bon ben JCefliem weiß
Sotituö ju berid^^ten, baf fte bie ÜRutter ber @6tter t^er«
e^ret unb atö eixoai Ttu^gejeid^neteS i^tti ®laubmi, baß
fte ©eftalten t)on (Sbem getragen ^aben, in bem SSSabne,
bief fe9en'@(bufewaffen, bie ben SBerel^rer ber ®6ttin felbjl
unter gefnben ftd^er jleKten *). Aber biefe Angabe be« 816*
merS i{l fo farg, aß unt>erft2nb(icb; unb bocb iji biefeS
wenfge jugletcb fcbon alled, waft wir bon ber ilteften Stts
ligion ber 33ewobner ^reuffenS wiffen; benn anbere ®6tter
foOen fte. in fr&^efter Beit nid^t gelaunt unb •\>on (einem
1) Dusburg P. IIIj c. 5 rpri(i)t ba^ offenbar r>on bem älteflen
9te(tgtond s ^Uttud , »enn er fogt: Deum non cognoverunt; ideo
contigit, quod errando onmera creaturam pro Deo coluenint, sc
SoleiQ, Lunam et Stellas. )Daf ed bte frü^efte Seit iftf in weld^e bec
OrbenösC^^roniti bief^n ©ternenbienfl fe^t, bewetfet er fdbfl babuccb/
baf er fucj t)or^er ben 2(u6bruc! ^in primitlTo« gur Sefiimmund ber
^t gebraucht, in n^et^er er ben tBilbungdc&tanb ber 9)reiiffen ftbtfi
bctt. IBgl. Sttcaö jDaoib JB. I. @. IZ Gtmon (Srnnau Tr.
II. c. 1. S« 2 na^ ber G^ronif M Sif^of^ Gbri^an.
2) TaciL German. c 45.
576 Steltgion nni SStterbtenfl.
®otte itgenb ein 93tlbni^ ge^bt ^ben ^). Huf niebrig^r
jBilbung^fiufe aber ijl ber ^enfd^ geneigt^ neben ben SUa^^
ten ber 9latur unö ben SrfclSiemungen beö «^tmmeK audf
ben SBtrtungen etxoa^ ®ef)eimnifti>oae6 unb ^^etttgeS jujiu
mejTen unb fte in baS iSBereicb eine« gewiffen gittlic^en
Sßaltenö irx ergeben. @o n^irft bie graufe (SffdS^eiming be6
©eroitterd/ beS IBU^e^^ beS Donner«, be« @turme« 3U
tnid^ttg auf be« rollen SRenfc^en ftnnlict^e (Seele ^ al« baf
er ni(|)t auä) in tl£ir ein ge^etmn{ft)oUe«/ l(i6^reS unb ma(!^
tige« Sßefen l^dtte al^nen mftffen unb er fanb barin baQ>
ba« SSirlen unb bie Stimme eineS ©otte«. @4)on fr&^
t)erel)rtenf a\x6) bie ^reuffen ben 2)onner in ber Steige H)ut
®btttt^). Ueber^au^t aber ifl im @eban{enf reife ro^
SS&lIer nic^tö hi6)Ux unb natärlid^er, alS ber Uebergang
be« ®(auben« im @ternenbienfle }um ®(auben im Statur::
bienjle unb t)on bem ©lauben im 9laturbienj}e jum ©tauben
im ®6^enbienfie. Urfac^e unVSSirfung/ itraft unb (STjeugnif
{leiten bem ungebilbeten dlaturmenfcben ju na^e unb (innen
^wn xi)m in ibrem Sßefen oielju wenig al6 oerfc^ieben geballt
werben/ atö baf nic^t balb bie um fär bie anbere griten
unb balb bie äSirfung für eben fo J^eilig, att bie Jtroft
gel^alten werben foUte. S)ann ift bae ^euer fo |iei(ig üer?
el^rt, als ber feuerfpenbenbe ®ott/ba« ®ew3ffer ber gluffe fo
l^cilig gelt)alten, aU ba« (o^ere Sßefen, weld^e« baS SBaffer
fenbet Unb fo, ffnben wir, wie bei ben @{at>en, au6) Bei
ben attejien 93ewolE)nern$reu{fend au^erbem mächtigen ®otte
beS S3li^e« ') an^ bie |>ei[igl^altung beft ^euerS, ber Sliiffe,
idueHen, «^aine unb SBitber ^).
S)iefe« war o^ne Sweifel ber altere SteltgionSglaube
bec 9>reufren; bie einjelnen 2(nbeutungen ber ®ef^idfU
1) Zixcai 2)aoib S3. I. @. 12.
2) S)a6er fe^t aud) fä)on Dusburg P. IIL c. 5: »,ioiutnia<' um
ttc \>\t 3q^( ber iltefien §)rrur|ir(^en (Söttec.
3) Procop, Histor. Gothor. L. III. p. 339: Deum anum ful*
minis opificexn pfutant, cui res parere omnej.
4) Procop, L c. Helmold. L. I. c. 83.
{Rettston uni (Sitterbiettfl. 577
be)eiigen foIdi^eS ^) tinb ber ®ang ber fräl^flen @ntn>itfelung
ber reltgi6fen SSUbttng anbetet SS&IIet (efi^tiget btefe %n«
na^me. 2(bet ein tiefet, unbut^bttngltcbeS 2)un(el liegt
Dot ttnS ba/ toenn toit ftagen: welche SSetmanblung bet
alte teligi&fe ®laube etwa butc|^ bie SSetniif4)ung bet ®o«
tl^en mit ben SSenebetn/ butdj^ bie SBanbetungen, SBetäl^s
rungen, feinbUd^^en unb ftiebHc^en S3etl[iältni{[e mit anbetn
SS6l(etn etittten b^be? SBa§ etwa ben älte{ien fßetool^ntxn
9>Teuf[en< tein^ eigentl^üm(ic(^/ tvai in ibnen felbfi erwa^^t
iinb audgebilbet unb n>a$ bagegen an teligiofen Z^nun^en,
SotfteUungen unb ®eban(en ibnen butd^ Stembltnge juge^r
bracht unb in i^^te geifiige SSe(t |)ineinioetn>a4)fen fep? (Si
gtebt wenige 9teUgionen I^eibnif4)et Siblhx, in benen ftc^
nicbt Tlnti&nic, 2(e^nli4)feiten/ ®ebanlent)en9anbtfd(^aften/
@lei4^b^itcn in Sbeen unb SSotfleUungen wtebet ftnben^ unb
wet batau« ©pfiente üon SS6(fett>etn)anbtf(^aften unb 8361::
fetoetmifct^ungen unb S36l(etberul^tungen etbauen xoiU, ftn«
bet @tofr in teic^Udf^em ^aa^e.
JBef4itJnten wit und abet fuglidS^et liiet nut auf \><ni,
xoai uni bie alte{ien iQueÜen bet ®(\^i6)U an bie «^anb
geben/ fo fc^eint \>ot aUem bie neue (Sinwanbetung bet
@tanbifdl)en ®otben fät bie SejljfeUung unb %nmu
bung bed teligiifen ®Iauben6s unb ® ittet ^ @9lleme t>on
gro^et Sßi(|)tigteit gewefen ju fepn. @o ükl babei au4^
immetl^in bet @age ange()&ten mag, fo fann boc^ bie JBe«
^uptung mol^I ^^toetlid) bejiritten wetben, baß nun etft
bie fBotjlellungen unb Tt^nungen toom @btüx6ftn unb ^et^
ligen eine fefle Slid^tung/ eine beftimmtete ®e{ialtung unb
ein gewiife« @9ftem et^ielti»n; baf foIgUcf^ et{i nm biefe
Seit bet iCetn unb ^anpt^amm bet a(t))teuf|tfd^en ®Iaus
benS« unb ®&ttet^ Seilte \id) t>oa(ommnet auöbilbete ').
%ui ben fluellen t)etnel^men wit ()tetAbet Solgenbed.
1) ^er geuetbienß toat gemif bei ben fSttoointtn Vttufftn^ utott;
f. 8uca5 iDootb 85. I. ®. 150. Henneberger de Tct Pruss. p. 2.
Hartfyioch Dissert de cuitu Deonim apud veter. Pruss. §. 1. X
tsnb 91. |)tettff. ®. 145.
2) SDte Smeifel, wel^e Hartknoch Dissert. de diis Pruss. Tcter.
I. 37
578 {Re(iston unt) ®ltUt\>xtn%
2(uf i^ret ®&tter ®e]()e{ß uni 9tat^ waren bie @fant^
t>%\6)cn ®ot^en auS i^rer norbtfdS^en «^eimat auSgeioanbert.
9{it ber SSer^etf ung/ baf tl^nen ein neueS Sanb )um SBo^n?
ft^e ertl^etlt werben fonte^ waren bie ®otf)x\i)tn SBanberet
ben ®ottem in ba^ ^äfienlanb ber 93a(tif4^en @ee gefolgt ')/
unb mit bem ©lauben^ baf ba, wo fte wohnen fönten,
auc|i i^re ®5tter l^errf^en unb walten / verehrt unb ange^
betet werben mfifiten')/ Iteflen bie ©otben ftd^ in ben
neuen' SBol()n{t|en nieber. @ie famen aber ^ugleid^ mit
ber Ueberjeugung/ ba^ i^re ®itter au4^ loon bed Sam
beS Dorgefünbenen alten ^mttffnttn anerlannt unb in 9ku
e^rung aufgenommen werben müflten, unb e6 warb biefe
Ueberjeugung n^ um fo lebenbiger in ibnen, ba ed fiamms
oerwanbte 836lfer waren , in beren Sanbe fte ^df anl^eints
im, ba fte mit biefen balb ju Ginem äSolfe würben unb
gewiß anäf o^nebem bie religi&fen 93egriffe unb SorfleHum
gen beiber JB&Ker ftdj^ mf)e t)erwanbt einanber begegneten.
Sßie bie @age ferner beric(^tet, erlldrte fid) einer ber 3Cn«
ffi^)rer ber ©fanbifdj^en SBanberer gum oberflen ?)riefler ber
@5tter/ um fein Seben lang ben @6ttem gu bienen, im
Srieben aber baS SSolf al« ®riwe dttä)t unb ®efe^ ju
l^anb^aben unb in fold^^er Sßeife in g6ttlid(^en unb menf(^
lxä)m 2)ingen als oberfer Driefter unb oberfter 9lt<^ter
aber SBolt unb. Sanb ju b^trf4^n. Sßir fallen fr%riin,
todä)e fBebeutung in ber &itte unb Serfaffung bed @et^i$
f^en SSoKSftammeS biefe 6rfc|^einung f)atte; wir betrac^te^
ttn bamalft ben ®riwe ali ®rewen, (Starpen, M Stid^tet
unb ®efefegeber; e* ift ixtx ber iDrt, il^n auc|> al8 |)rte^er,
Majoribus §. 2. unb im 2C. unb 9t. §)r<uff. €f. 127 gegeii bte Wanh*
tctithiglteit M altpreuffffd^en ®btttt*^i^ftmi avtffttUt, toerbcn ftc^ im
fßtviavift ber Xttdeinanbecfetung btefed ®egrn^nbe0 too^( kiä^t von
fflbll beben.
1) eucad ;Dat)tb S. I. @. 15. XU mu| (hierbei audbrütfUd^
bemerft »erben , baf Bucad SDaiotb ^itx bie (^^rontf bei Stfc^ofd G^n«
fitan benu^te.
2) euca« Daoib S. L e. 20. 25.
Wetlfliort unb ®6tterbienjl. 579
ali erjlen JBoten unb obcrflen 2)iener ber ®5tter, M ßrfe
ner unb ©efe^geber in attem ©ittliö^m unb ^eiliaen bar*
juffeHen. ÄlS folcljer trat er fofllefdS) in feinen erflen reit*
gt6fen ©efefeen auf.
2)rei mac^^ttge «^au)>tg5tter waren ed^ wetd)e ani
©fanbfen rnftgebradf^t ^), nad^ bcS ®riwen erjiem ©efefee *)
au^ in bem neuen Sanbe aUgemetn \)exe^xt, aber nie o^ne
i1)n felbji an |)et({gen £)rten angebetet tt)erben foQten^ Ä^eit
ffe ben SBanberem bie neue .^eimat toertiel^en i^attm. 3^re
Sßamen n^aren DerfunoS/ $otrim)>o8 unb 9>ituQoe. TCu^er
t^nen foOte fein frember ®ott mel^r inft 8anb gebrad^^t wer*
ben. aBie in ber alten @fanbinaiDifcl^en «^eimat biefe
®&tter idren SSBo^nft^ an einem beiligen i&rte gehabt *), fo
gab il^nen ber ®rin>e nun and) in bem neuen IBaterlanbe
ein befonberej ^eilfgtbum jur SBol^nung ein. 2>a6 l^eilige
9lomon)e warb ali \ol6)e auöerw^^(t/ ber liel^re i&rt^ an
W€li)et» \d)on in uralter Bclt^) bie ®6tter gea^net, tjer*
e^rt unb angebetet n>orben waren unb wo fld) nun ber
1) itnca^ T>a\>ih JB. I. ®. 20. 25.
2) ivitai iDaotb a. a. £). &. 20.
3) jDaf bie ®otben in &tanhien eben fo, toie bie übrigen ^fon«
btnaoier einen b^itiden Sßobnfi( fär ibre ®(tter ^^aht, tfit um fo tots
nigec $\i beaweifeln/ ba folcbe betlige ®(tterf!^e im 9totUü äberbaupt
gewöbnlicbe @rf(beinungen finb. Qttoa^ htm ffiomoxot duferjl 2Cebnli(bei
war bad befannte npfaXa, oon weKbem Adam. Bremens, de situ
Dan. c 233 berietet: Nobüissimuit^ illa gens (i. e. STeones) tem-
plum habet, quod Upsola dicitur, non longe positum a Sictona ci-
Titate vel Birka. In hoc teniplo, quod totum ex auro paratum est,
fttatuas trium. Deorum. veneratur popuius. JS'nci OlcU Upsal. Hi-
storia ed. Messenii p. 2. Olaus Wormius p. 15. AJberL Cranzius.
Stattet ^efcbicbte üou jDinemarf IB. I. e. 68 — 69.
4) t>ai SRomowe weit Alter ifl, aU tt bie ^age betSuca<jDaoib
0. I. €$. 25 1f. fepn Idft, möcbte no(b tem, toad tbei» frAber, tbeili
in ber Seitage Nro. II. baröber gefagt ifl, mit feinen erbeblicben ^xo^
fe(n mebr |u beflreiten Tepn. ^a bie ®age in 9{A(!|t(bt ber ©Atteroers
fbrung TLVi/^ an (Sine ^tit unb an bie 2Cnfunft ber G^fanbinaoiec
enfipft, fo ifl e« »ob( begreifticb , marum fte au(b ba« «ßeiligcbum ie(t
er|t entßeben lAft.
37*
Sio « Steligton unb ®Stterbienjt.'
®la\xU üib^t SihttexQxnti &tamtna um fo mc1)t begeg«
nete unb um fo Uid)Uv }U einem ©ansen bereinigte. Xn
biefem l^eiligen £)rte — wir fennen feine 8age — , bem
£)rte bei: {tinen'9tul)e unb beS tiefen @4)n)eigeni ')/ d^^nte
auf ünet xotiun, anmut^igen 3Cue ju ^ommtu unbSSin^
ter^eit ein IE)ol&et/ (r^ftigfiarler Qxd^baum, beffen Xefie unb
{Blattet dngd uml^er einen gropen Staum befc^atteten utib
gegen Stegen unb @onnenglut^ befc^u^ten '). *^ter foDte
nac^ norbifc^er Steligiongfttte ber neue äBol^nft^ ber ®htUx
fepn. Unb in bret in ben bitfen @tamm ber l^eiligen
6ic^ eingel^aueuen 93(enben n>urben bte Silbntffe jener
btei oberfien ®otter {ur S3erel;tung aufgefteOt S>eS n^un?
berten fiö), bemerft bie @age/ bte alten 93en^o|!ner beft
SanbeS/ ba ffe j^bor noci^ Uin Sßilb eine« ®otted gefel^n,
fonbem nur @onne unb 3Ronb angebetet unb für t^rc
®6tter geljiaiten "^attm >). @ona(^ mod)U e6 f4^einen, baf
bie neuen 2(nl6mmlinge nur ben Uebergang bom Sternen?
unb SSaturbienjl jum ®6^enbien{ie am {^eiligen Stomoioe
beranla^ten unb bie SSebeutung ber {Bilbniffe^ bie am l^tU
ligen ßU^aumz ju 9iomot9e aufgeflellt nmrben, ttnnte
folc^eS beji^ttgen.
f)erfuno9/ be9 gen^altigen £)onnerer$^ be$ Seuers®ot^
M, beA ®&tter;itin{ge$ ißilb war ba« eine« soment«
1) &0 erEl&rt Rhesa Program. de religionis cLrist. in Lithaa-
nor. gentc primordiis P. IL p. 15 ben SRamen 9{omo»e unb btde fe
ndrutis r^eint unö unter allen bte gläifti^ftf. Sr fagt: Nomm Ijtud
e lingua Utliuanica , quae cum vetere Prussorum idioraate convc-
nit, fortasse melius derivatur. Romas enim et ramus, adjectiTa
Lithuanica vim quietis et silcntii haLent. Undl Roma weta locum
quietis et sflentii indicat.
2) SO^an begegnet befanntlid^ im Worten bem ^tTtgen Sanme a«
®6tterfi^e ifter; a jlanb tin folc^r ,au4 an ber @6ttenpo(ntmg |n
Vl:^\Qia, >Drr ®4oUafi JU Adam. Bremens. 1. c. c. 233 fagt: Prope
illud templum est arbor inaxima, late reanos exiendens, aestaU
et hyeme semper vindis, cuius illa generis sit, nemo seit. AlherL
Crcmz.
3) 8u.fa6 ©acib SB. I. ©. 26.
dleltgton unb ®dtterbtcn{i. 581
brannten Tarmed, fein ®t^d)t feuetfarbtg mft Iraufem
ißaxte, bad «^aupt mit ffeuerflammen gefrönt 0- %(^ ba$
Silbnifl be$ erflen unb bed oberjlen ber ®&tter{lanb e6 in
ber ÜRitte ber anbetn '). @dm SSerebrung , xotit in ben
norbifc^en £:anben t)erbreitet/ fanb man bei ben @Iat)en
in SRabren.^öbnten/ bei ben 9luj|en unb wabrfcbeinlic^
in früher 3ett aucb.bei ben ?)oIen ')• 2)örum ijl fein Slame
ni^^t @fanbtnat)tfc^/ fonbern obne 3n>eifel ^la^ifd); nocb
tefet lebt er in ben SSolfögefängen SittbauenS fort unb xods
fet in ber %oxm feinee ©ebraucbed auf bie alU S^ergötte^
rung ^in ^). 3n 9)reuffen war ber ®ott bei bem ganjen
Solfe bocb terebrt; eS gab launt einen b^itigen £)rt, too
ibm nicbt £)pfer gebracht/ feinen b^ilig^n SSatb, in wzl6)em
n\d)t fein 2)ienft gefeiert würbe unb nocb iefet flnb bie 2fn^
)ei^en ber einjligen g&ttlid^en TCnbetung nicbt aUe auS ber
Erinnerung t>erfcbn)unben ; nocb oft ftnben wir in einzelnen
Wanten bie £)rte ber einfügen gJttli^cn geier bejeid^net *)•
1) euca§ Tia\>ih Sß. I. ®. 25. Leo Uistor. Pruss. p. 4.
^attlnoä) 2C. u. 9t, 9)reuff. @. 131.
2) 3m Sempel 5U Upfata ftanb in ter fDtitte baö SBilb be< (Sottet
S^Or; Adam. Bremens, 1. c l^Wci O/ai Hislor. Upsal. p. 2.
3) Nestor öbcrf. tjon @*ecer @. 97. Äaramfin ». I. ®.
72. 283. «K a f 4^ Obotrit 2«tcrt^üm. ©.29. SEbunmann Unter»
ftubongen über einige norb. 5B6r!cr ©. 317. 3n Kuflanb Jlanb 9)et:s
eunod S3i(b von «^ota mit einem filbemen ^opfe unb einem golbenen
£$(bnurrbarte in ^ieo auf bem «^ügel t)on SBIabtmtrd «^ofe.
4) ®. DaiDos obec Sitt^auifcbe $9o(!ölieber äbetf. t)on Stb^fd ®*
316: //9{od^ blutiges Sagel beipt Perkunas im Sittbauif^en ber 2)ons
ner; ohct in allen Siebendarten ftebt bad Sßort atd b<inbelnbed ©üb*
{ect: Perkunas grauja, Perkunas mussa, ^erhtnaö bonnert, |)erfunad
\^\h%t\ Pcrkuns didcy supyk^i, baröb ergrimmte |>erfun; f. 0. 92
— 95. jDiefe ^erfoniftcirung tfl um fo merfmürbfger, ba fte ganj ofi
fenbar auf bie alte SBerg^tterung brnmeifet.
5) S5efonberö oft weifet ber jD6rfername Perkuiken b. b« ^x-
funiborf auf ben alten ®ott ^\n. Sßir ftnben ein foftbeö in ©amianb
am. 8rf|enfd)en Worfle am ®ee bei tSii\^tn\ ein irotxM unfern t>on
ber 2)eime auf ber 8anbftrafe amifcben Sapiau unb tahiavi ; ein britte^
unfern oon IBartenftein an bem ^dte^Stuf; ein t^terted nSrblid^ fon
582 . gieltgton unb ®8ttetbten{l.
SSor altem aber brannte ifym iu fRomotoe wx ber l^iUgen
(Siä)t ein ewtged geuer au§ geheiligtem Sicl^en^olie/ bei
beffen S3erl6f4^en bie ^riefler, welche eS unterhalten mu^
ten^ mit bem Seben b&^ttn 0* ^ar in foI4)em ttnglud^
faQe neues S^uer bem @teine wieber tnttodt, fo fro(!|^ett
bie ^riefier auf ben £nieen an ben l^eiligen (Si^haum
l^inan, entjänbeten bie ^eilige $(amme wieber unb t>er$
brannten bann in i^r ben faumigen $rie{!er gur ®&fynt M
erjärnten ®otte$ 0- ^^^ Bonner, feine ^pxa^e, in wiU^x
er ben ^rieftern feinen SSiKen t)er(unbete, n>ar ein @(^res
(fen für bie SRenfc^eU/ unb oQel SSoK fiel/ wenn er fidf
bemel()men lief/ boK SurdS^t auf bie drbe^ laut rufenb:
2)iewae 9ercunoi abge()le nuS/ b. 1^. ®ott 9>erfuno< tu
barme bicl^ unfer ^)! J^atU ber ®ott im :&onner mit bem
®rin)en gerebet unb biefer ®ludlid)t^ bertunbigt/ fo er^
folgten fcif)l\^^ @aftgelage unb reic^^e £)))fer fielen i^m
bann am (eiligen $euer. ICli fold^^e würben if)m nid)t blof
Stoffe unb SE^iere ber «beerben / fonbem aucf^ ©efangene
bargebra(f)t. 9Se(d(^en im S3Ii|{lra||(e fein gef^^leuberter 2>om
nerfeil traf/ ben f)atU ^erlunoS in ber ®otter ®emeins
fd^aft gerufen; barum war ei {feto ber ®riwen l^l^^tx
Sßunf4)/ i^ren Xob burdS^ bie l^immlifc^e flamme ju ffm
9)r. dülau. 3n Bttt^auen unter ^leid^er SBebeutund Perkunischken tvejis
n4) von ber 3nfler unb von S^oultenen ; ein anbere< an ber Stuf bd
&4a!ttf)nen. Perkimlauken erinnert bcutlicb an bad %tlb 9)etfniio<;
ed lag bei G^umbinren, in einer ®egenb, bie äberbaupt in religidfer
«|^inf!<bt merfwärbig ift: in ber 9ldbe ber beiliae iBerg Jtattenait, ba»
neben ba* jDörf^en 9{omanuppen unb baö S^öfcben Stomone; bd ^fa»
eunlaufen ber Oxt |)a(uOau!en, gegen Svafe^^nen ^in ba< iD^rfcben
JCurpd^en.
1) eucad ^a^)ib IB. l. e. 29. 2Crnfie(f CTimbr. Xttm
t^öm. 109.
2)^rAtorittd na(b dtoftniwtiqi (^roni! ®. 316. Ofo era^It
au(bi baf bie C^roni! beS iBif^ofö (^brtflian t>on einem ®<^wefelqneS
bei 9{omon>e berietet b^be, bei welcbem bie erl&f^te Stamme miebcr an«
ge^finbet worben fep« bo4 bezweifelt er bie Slb^^^^^e fcbon feCb^
.)) Sttcaö IDaoib ». L €$. 35. 84» 4^drt!no(b X. o. St
.gteltdtoti unb @8tterbtenff. 583
ben ^). Tibtt ntc^t blofi a(S £)onnetgott, fonbern anH) ali
@penber bed @onnenf(I)etni ttnb SlesenS unb überl^au)>t
ate eine 3Rad)t , ive((^e aDc . Sufterf^^emunsen beioeget,
würbe er allgemein r>mf)xt ^). £>b er beö^atb mit ber @onne
}U t^ergletdi^en unb atö (Sonnengott ju betra(|)ten fep '), ba
bte @Dnne f4)on in frü^ejler 3eit in ^reuffen S3ere()rung
fanb/ fann babin gejleUt bleiben. Zm meifien berglidt^en
ifi 9)er{uno8 mit bem ©(anbinabifd^n ©otte ä;^or; aOein
wenn and) mancherlei 2(nllange ttnb JCe^nlid^teiten atö
Swetge n>ie au$ bem ®ei{ie (SineS @tammeö I)en>orgemaci&::.
fen^ bori^nben ftnb, fo ijl bod^ tim t)6llige ®IeidE)(^ett bei^
ber @6tter nicbt nacbiuroeifen *). TCucf) a(d (Spenber ber
Qkfunb^^eit unb dfö «^ulfdgott ber ^ranfen marb DertunoS
l^ufg angefiel^t. £)ie SCfdE^e feineS l^ieiligen Seuerd biente
atö SRittel gegen ^ran!l{)eiten ; bal(^er richtete man an ihn
au^ ®elubbe unb £)anfopfer fär bie SBiebergenefung fte^
* ö}zx Sreunbe unb SSerwanbten '^). Zud) bem @ewjjTer ber
tim gel^eiUgten @een/ bie be6^alb feinen iRamen $er(une
trugen/ fc^ieb man ^eitbringenbe Gräfte ju 0«
9vevLff. &* 160. dthe\a f^reibt tn ben Dainos @. 3t7 bie ^Cnrufung^s
»orte, nac^ htm Sttt^autfC^en : Diewe Percune apsangok mus. 2(n:
ber< «^ e n n 1 bei S u c a i ^ a o i b a. a. £)., tt>o baö gen>6(^n(i(^e ,,ab~
solo mus ** in bad beffere abgefale nus )>etdnbert ift.
1) 9>tfttortud na4 a^ofen^meta^ CT^romf €{. 320.
2) «ucas ^Daoib SB. I. ®. 89.
3) ^artfno4 2(. n. 9t ^reuff. 0. 133. ^ont ®efö)i^U bed
{^bent^umd 83. I. ®. 94*
4) Olaus fVormius p. 13. Adanu Bremens, c. 233. £riW
02ai Upsal. Histor. p. 2. ^enn biefer (entere fagt: Pro pIuTia et
aura necessaria inTocabant Thorum , tanquam polenlem in sublimi,
cuius cliam patrocinio se sperabaiit ab incommodls imprcssionum,
tonilruo ac tempestatibus, fulmine grandineque conserrari, cui' sin-
gulis hcbdomadis quinta feria per depulntos sacerclotes sacriHcia
ofiferebant ; fo !5nnen foU^e 2(e(nU4!etten leicht yix SSergUidiiungen fft^«
rra. Uta metften gef&Ot ft4 ia folgen «^artenod) 2C. u. 9t 9)rettfr.
C$. 132 unb unter ben Steuern 9)1 one SS. I. 0. 94.
5) 8ttca« Daotb 8. I. ®. 137 — 138.
6) e« gob becen me(ve im 8anbe. Cfd fomtut unttr anbem ein
584 ffttüiion unb ®itterbien^
|)otr{m))oft, ber Spetiber be$ ®(iided im Strikt, wie
im ^rieben/ ®eb€r bev Sruc^tbarfeit unb be$ ®ebei^enS,
Sßt^ö)u%ev ber @aaten unb beö Zdtxbanei, ter ®ott bed
SBol^tfianbeft unb beS @egend^ war bie }n>eite ®ott^eit/ bes;
ren 93t(bntfi an bem (eiligen (Sidf^baume )u Slomome auf?
gefieUt war/ wie un« bie @age bericl^tet 0- SSBie in 9fv>
funoS ber ®ott beS erwirmenben unb gebei^i^en ^eueiS
erfamtt würbe/ fo in 9^txitfipoi ber ®ott beS fruchtbaren
®ewäf[er6 '). 2>arum f)iellei(j^t flanb aud) fein JBitb jenem
{ulJc^elnb jur ®exU: ein blöbenber 3ungling/ fein ^aut^t
mit einem Aranje t>on ®etreibej(ren gefd^^mädt *)• ^
iD^fer brannten i^m ®etreibegarben unb SBei(rau(|^ in
brennenbeS 9Ba4iS geflreut; aui^ i(inber würben ifftn jum
jDt)fer gebracht/ benn er fanb äberlE)au)>t ®efaaen an 9Ren«
f4ienblut *). & galt atö @(renbienfl/ in einer großen Urne
il^m eine ©d^Iange ju ernähren/ auf beren Sr^altung unb
9){Iege bie ^riefier bie jlrengfte ©orgfalt wenben mußten.
Wld) war i^re* Sta^rung unb unter ®etreibe%en warb fie
beft^nbig t)erborgen gel^alten 0» ^al^er war bie @c(Iange
Oberhaupt ben |>reuffen ein (^eilige^ SEbier^; fte galt be^
neU/ bie jum i(rieg6!ampfe au^jogeU/ afö ein Seichen ber
®egenwart beS freunblic^^en &ottei ^ottimpoB ')• SoQte
i(;m ein grofeS (£(^renopfer gebrac|»t werben, fo mufte ber
iOpferpriefier fi6) )ut)or brei Xage t^inburc^ in jlrengem So^
ften toorbereiteu/ auf blofler 6rbe f(((afen unb in bat ewige
fclc^er Lacus Perkune (Parkun) dictus , ber bei bett iD6tfern &ecfflb/
SSSoppen ui)b ©(anben, bfUid^ oon SRelface (00, in einet ttrfunbe wm
Sa^re 1374 »Ot. »et 2>o^iV/ Cod. diplom. T. IV. p. 74.
1) Sttca« ^aotb IB. I. 0. 25. 34. ^Crnftel etmbr. Xttcrt^
S. L 18. 3^ 128.
2) Schau Uistor. rer. Pruss. p. 2.
3) eucad SDaoib 9). L @. 25.
4) euca« jDaoib SB. I. €$. 35.
5) eucoi ^aoib IB. I. 0. 29. Zeo bistor. Pnus. p. 4. «&act*
fnocb V. tt. 91. f)r. e. 161.
6) VrneieU Gimbr. 2C[tertbdm. e. 43.
^ «Ratten ocb (L a. £). @. 163. |)i;&toritt« Gd^aub. «. 347 f .
Sttliiicnnnh ®lttnbitn% 585
^utt wn Seit )u Seit S^il)xan6) {heuen ^X 42« %ünt
n\d)t, baf il)m befonbeve SBalbet/ @een ober £)rte im ianU
genoei^t getoefen; wenig jiend weifet »eber in ilteven ur<
funbliclien 9lac^vi(|)ten ^ nod[^ in ie^t noc|^ 9ov|ianbenen ^la^
mcn irgenb eine @)>ut auf i^n If^in. 3(u4^ ftnben wir nic|^t,
baß $otrimpo$ unter biefem ober timm &l^nlid(^en 9l&men
bei anbern SS&Itern SSereI)rung genoffen babe. ^andft bi^
ben in ibm bie @onne ober „Un pmpi^dfzn l^iggo in
Vipfala'' ober bie @fanbinabifcbe Srigga )u ftnben ge^
glaubt >). SSenoanbte Sbeen unb d^nlid^e S3egriffe fdbeinen
ff^ aOerbingd aucb bier wieber )u begegnen unb ba wir
biefen @ott bä feinem @Iabif(|)en SSolfe wieber ftnben/
fiy liefe ft^i wobi auf @fanbinat)ifcbe ^Xblunft fcbließen;
ober war bteOeicbt '|>otrim))o§ feinem SBefen nacb iene
9lutter ber ©itter^ bie SacituS fcbon bei ben Vefliem üer^^
e^rt fanb?
2)a$ brttte S3t(b^ an ber beitigen ßi^ie ju Slomowe
aufgefteOt, wat bad bed ®otte$ ^ifuttod, DefoHo»/ DateKo,
9>atoao, i)otoaod be6 £)berberrn be6 SobeS unb ber SSer«
nic^tung/ benn wa5 |>otrimpo$ fcbuf/ warb bttrcb ibn joer^
tilgt. Sßie jener bad 9>rincip beS @4)afenS/ beS ©ebei:^
benft unb ber Srucbtbarfeit/ fo war biefer ba$ ^rincip bed
Serb^rbend utrb beS Sobe^. ^em entfpracb anä^ ju 910^
mowe fein aufgejiente^ S3ilb; bie ®e{}alt eine6 ®reife8
1) eucad IDaoib ». I. &. 34.
2) Harticnoch Dissert de diis Pruss. veter. maiorib. §. 6. unb
2C. u. 9t ^reuff. 0. 136. 9}^ o n e a. a. p. 6. 94 fagt : |)otrtmpo<
mtt^arbe, Sopf, ^^d^Iange unb SDIitd!) tfi ber Sfrad^tdott unb fktn an«
berer a(d ber prtapif^e Sn^go in Upfala. @r iß bie (Srbe unb tote
SttgdO' ^Rannn^eib ; barum fc^aute au4 bad S3i(b bed |)erf unod ben
yotrimpod an, ber SRann, ber SBefntc^ter, bie grau, bie S^^c^ttrdderin.
80l. 8tftM S3. L @. 31. 33.
3) ®P we^felt ber 9?ame in ben CXueOen. «Mennig ixa 8ttcad
Davtb ».*L e. 33 ftettt if^n mit bem Setttfcben SBorte PeUde, bie
4^hWtf aufammen, welc^ed aud^ in ber altpreufllfd^en ®pra(be t>or(anben
war; f. fBater. bie ®prad^e ber alten |)reufien 6. 131, wo Pickub
ber Seufel unb Pekia im (itt^uif^en bie ^hViit oorfommt
586 gteHgiott utib ®Sttecbtettfl.
mit laxtitm grauen Sßattt, bte @eftc^t9far6e tobtenbletd^^
bad ^avipt mit einem wetzen SSud^e ummunben. S)ret
JKobtenfJpff, ber eine^ fKenfc^en, eine^ ^fcrbeö unb einer
Stu^ waren feine ©innbilberO« ®«»«» Öpferfefle brannte
il^m ein Sopf 9oQ SKalg; aber auc^ ÜReiifcben^ Slinber,
^ferbe, @4)tt)eine unb S3&<fe würben i'bm atö iDpfergaben
bargebrac^t unb beren 93Iut am (Stamme ber b^ilifien Stcjbe
au^gegoffen/ wobur^ ibr ewiges ®runen mit bewirtt fepn
foE '). SBie ^otximpo^ t)on feinen SBerebrern geliebt, fo
war ^ifuUoS aOgemein gefurc|^tet/ benn er t>erlangte cB
£)))fergabe ftetS baS Sbeuerjie t)on feinen TtnUttm ').
£luaal unb Xngji ber 9Renfc^en war feine gfreube. fßat
bei einem @blen ein «^au^noffe geflorben, fo mu$te tbm
geo);)fert werben; ber @2umige warb bur^ @(bre(fen unb
£luaa( 9on ibm geplagt unb fiel il^xn bad verlangte £)t)fer
ntcbt bis }um britteh Sage, fo tonnte ber erjörnte @ott
nur burdl^ JBlut wieber berfi^int werben ^). Tbx^ an folcben
übte er bie ©trafen, bte beS ®riwen ©ebote nid)t geachtet,
ber ®6tter SBBiOten ni(|)t befolgt litten ober im £))3feni
farg gewefen. 3m ganzen Sanbe waren if)m b^ufig bet(ige
£)rte geweibt unb äberaU brannten ibm iD))fer )ur Serfib^
nung feines iomei unb )vr TCbxoe^x feiner Strafen. 9loc(
je^t erinnern jablreid^e Sötte feineS 9{amenS an feine ein?
flige aSgemeine SSerebrung 0- Unter bem 9lamen ^ituDoS
1) Sucad ^aoib S3. I. @. 29. «ScAi/ts p. 3. Hennelerger de
Teter. Pruss. p. 10. Leo p.4. <&a(tfnO(b2C.tt.9t 9lXU]f. 6.
134. 160.
2)^rdtoi;tud nad^ dVorenawetgi C^ron. @. 313.
3) 8ucad jDa.))tb S3. I. ®. a").
4) Sttcad iDaüib a. a. £). <ßartfno<b a. a. O. @. 134^
161.
5) »Denfen wir an ben Sßecbfel bed Stamend biefe< ®otte«, fo er>
ininern an i^n bte ^amtn ber Crte: |)otoIlen, ein etiemattged ®ttt hs
Jtommeramte Sranbenburg (Urfunbe »on 1467 unb 151^; ya^olZhi
bei (Sbrtfiburg, wo fonfl ber beUige SBalb flanb; 9>o^eQeQ, einfl etn
jDorf Ui 9)renff. fO^arf; f>atoaen, ein «^of Ui ^remittcn am fJtegcIr
Strome , ebenfalls ba , ibo fon^ ein bei^ger SBotb loar (Urfuabe »oa
atetigion unb ®Stterbien{i. 587
ben n>iv äbrigend auc^ btefen ®Dtt bei fretnben S3&llem
nicl^t loere^rt; aber t)ergli4ien ifl er balb mit bem ^onbe,
balb mit bem DlutO/ balbaucf^ mit bem ®otl^ifd(^en £)t()in 0«
j&iefed tparen, tvie bie ®age beri(|)tet, bie brei ^aupU
g6tter ber $reu{Ten; {te l£)aben beS^alb lootf )e()er aud^ bie
Sorf^ung geleierter ÜR^nner am meiflen bef4}jftigt unb tbie
mandiie in lopretligem 3n)eife( if)xt einftmalige Serebrung
fe^r befiritten unb il^re 92amen für @rbic|^tungen mufiiger
6btonifien gehalten f^abm ^), fo füllten anbere in ibnen
bie Xbnung bo^er ©ebanfen^ ben ®(auben an eine 2>re{s
einigfeit, ober anbere tiefgebac^te 2^een burc|^ fle augge«
fproc^en '). SBir (^ulbigen feiner biefer SIteinungen. 3(n
i^rer einfligen 83erelE)rung ifl md) ben Seugniffen, toelcf^e
f&t fte \pxcdfen, fd^werlicl^ tt>ol)( ju ^weifen ^). fflid)t min^
1483); ein Ort ^otoaen einft an ber stelle, n>o nod^mald bad ^lofler
ber itiU IDreifaCttgleit nörbUd^ t>on ^omnau erbaut warb (Urfunbe
von 1465); SBafolIen dnfl ein ^orf in Gamlanb, nac^ntalö fj^irbe«
git^n genannt; ^ainUeit, ein iDorf in 8ittbatten; norbmefütd^ 9on £)fb
»etben; 9a!a(eben am ^tam^mifu^berge b^lid^ oon Snflerburg; |)ac!alf
nifcbCen n^rblid^ von ®unibtnnen unb ein anberer Crt biefed 9^amend
ndrblt^ i>on Srafebnen. S3ei ©ermau in ^^amlanb no^ je^t eine
^ad^ttllen säBiefe. &cnft la^ ein 3)orf ^ofoUn ober 9)a(u(n bei fSan
tenf^in im Äannneramte Äirf4)itten (Urfunbcn »on 1357, 1392 unb
1404).
1) ^artfnodi) 3f. u. Sl. |)reujT. ®. 134 — 136. Öfter meiner
frtt. fBeitta^ gur. 2((tpreuff. SReligion6.3erc(. ^.19. S){one S3. 1. @.94.
2) *artf nod^ a. a. £). @. 127 — 128.
3) Äojebue 85. I. 0. 75. SÄone fß. I. ®. 95 — 96.
4) ^er «^auptgrunb bed 3»etfeU an ber einfligen ^ifteni bed
®(oubenö an biefe ®5tter war immer barein gefegt, baf weber Das-
bürgt no4 Irgenb eine Urfunbe i^rer erwdbne. Um fo wichtiger ift eine
urfunblic^e stelle in ber GoIIatio Episcopi Warmiensis facta corani
Summo pontifice per dominum Andream plebanum in Danczk oom
3abte 1418/ worin juerfl bie @r()abenbeit bed ©tanbed ber SRitterfc^aft
feit uralter Seit gepriefen wirb unb bann vom X)etttf((en Orben gefagt
t|l: „ Quantam fidem ad Deum habuerit (sc Ordo Teuton.)» pro-
hat primo multiplex et difficilis labor acquisitionis (erre Pru-wscie,
de qua ab inicio ezpellende erant et ezpulse sunt gentes servientes
demonibus, colentes PiicuUum^ Pairimpe et alia ignominiosa fan-
588 gtetigton unb ®Stterbten{i.
ber fc^toer aUx m^te and) ju glauben f^\^n, baf baS im
®an}en no^ fo ungebtlbetC/ in feinem S>enlen no^^ fo ein?
facl^e nnb natürliche/ unb in t)ielen fingen ber geifHgen
SBelt n^ fo rolt^e unb raul^e SSolf fo l^ofie @eban(en, att
man fte gea^net, bei feinen ®6ttem gebac^t t)abt. Sir
ftnben in allem nid)t^ anbereS, atö bte !Berf&rf}ening bei
alten Slaturbienfied / n)te er allen rollen SS&Ifern eigen i%
eine ftnnbilblic^e ^arfieUung ber bere()rten unb in hat
iBereidl) bei ®bttU^tn enthobenen ütaturfrifte in ftnn(i(^en
jBifbnifTen.
SBai aber iene ^rei^ett betrifft/ auf xotl^t man eine
fo tt>id^tige 93ebeutung gelegt l^at/ fo wirb {te fogleic^ bur^
einen t>ierten l|)in)utretenben ®ott gejiirt/ befien Si(b bte
Sage in>ar ni4^t im ^eiligen SiomovDe an bie l^iUge Ci(!^
put, beffen ^ci^t Sere^rung unb Ttnbelitng aber nid^t »es
niger aSgemein im ganjen Sanbe war. Sun^e umrb
biefer ®ott genannt unb ^erel^ift würbe er ati ütabntngi^
fpenber, ali ber freunblicf^ ©eber ber @)>eifen unb ®e$
tränte. @ein SBo^nft^ war nid^it im «^eiligt^um Stomowe;
aber fein IBi(b ftanb immer auc^ unter einer großen fieilt;
gen Qx6}e, fo unter anbem ba^ wo je^t bie @tabt ^tilu
genbeil ift; bei jegli^^em lieiligen SSSalbe war ein £)rt fets
ner 3(nbetung unb 83ere|>rung/ unb jaldlreiclie £)rte feinet
tasmata, ut locarentur ibidem veri a^doratores adorantes christuni
filium dei iiopotentis. Pätel, qaofi multi fratres^ aliqui incarcerati,
aliqui mulilati, aliqui impositi eculeis sedentes super equos igne
sacrificaij sunt diis hostium et hoc tartareo more- Litwanorum. 6.
Fol. C. p. 71 im ge^. Zt6)m ju ^6ni0€b. <&ter {!nb alfo tU beüMi
(96tlernamcn Pacullus (^ihUoi) unb Potrimpos felbfi urfunbti^ no4
im TCnfange M l^ten Sa^r^uhbetrtö genannt, ^oau nod^ bte Ortina:
men unb bte ofenbaren ^Cnfldnge ber betbnifd^n SO^pt^oIogte in bei
Sitt^auifd^en S^olfdliebcrn/ worüber Bt^tfa in ben Daioos &. 514
— 316.
1) Curchc mtrb ber 9lame biefeS @otted in ber Ortginol» Scp
tragSureunbe tjom Safere 1249 defc^neben- Gorcho ober Gurcho ober
Kurko, n^ie er bei tucad )Daotb fB. I. <0. 82 üorfommt/ finb ners
{tummelte 9iamen; aber in fp&terer S^it f(^etnt ber 9tame in biefer
SSerfiummelung aUgemein gcbrdud^lid^ detoefen (u fepn.
Sleltston unb SStterbienff. 589
9lamtta erinnern nodS> bfS tiefen Sag an feine einfKge
gittliclfe geier. ©ewif alfo mar bie «ereffrung bfefe« ®ofc
te«, wie fo oft bel&auptet {jl, nidS^t an einen beltimmten
£)rt gebnnben, unb nxd)t bloß an einer l^tltgen (Stelle auf
einem @tetne bei bem £)rte @n>entomefi;. too nun <^eil{:r
genbeil liegt 0/ »«tben i()m bie £)j)fer gebradf^t; fonbem
eS lagen t)ielmef)r bie iD))ferfieine ^ auf meU|^en bem Surc^
Me erjWinge ber griente, aber auc^ fonft (Steifen, ®e«
trÄnfe, gifc^e, gleif*, 5»e()l, ^onig, Wlet^ unb äSBier bar$
gereicht »urben / inx^ ba« ganje 8anb jerjlreut *). SBir
finben ©puren ber SSerel&rung jwifcl^en.ÄoIfemitunb grau*
enburg 0/ <^n ^^n ®€en bei «^o^^enfiein / too einer ber @een
t^m l^eilig n>ar unb ein S)tt ben 9ldmen bei ®otta
führte ^). Ueber^au))t tpurbe auc^ bei biefem @otte bet
Jbtt ober ba« gelb, u>o ein £)<)ferf[ein be» 6urd(>e lag, na<^
feinem SRamen benannt. @o l^ief jene ®egenb bei «^o^en«
flein, »0 bem ßurc^e geopfert warb, 6urdS>enfelb ober Äur*
lofabet •). ©in anberer iDpferjlein, ber ffir l^eilig galt, lag
fonft unfern \>on ©umbinnen, wo no4^ jegt ber 9lame beS
1) euctt« JDaütb «. L 0. 83. ^artfnodS) a. o. £>. e. 139.
2) ©arauf beutet au(( fdjcn ^attfnod) a. a. O. ®. 161 jjn. .
3} «&art!no4 a. a. £).
4) 2>iefed Cpfrrfieined wirb a(d ®rdnsmarfe noc^ in ben^3at>rrti
1428 unb 1449 in Urfunben enod^nt. <S« ^ift: „SJ^an foS t>oitan
Qtcn nff bie ortgrenicie qu Moxfam , bo e^n grof lang |te9tt jaourd^n
ci»een anbern ftei^ntn pn epner mefe le^f IDtefed JTorfam beutet ftor
auf C^ord^e $tn. SDer €$ee , an tt>el^em bei; £)pferfletn lag , (ief ^^mpm
t|!C9, ober ber ^etitge ®ee, »on bem attpreufll SBorte Swint«, Jei%.
6. bie Urfunbe im geb. 2Cr(^io XLIU. 'Xuö^ «^enneberger fA^rt
auf feiner 8anbtafe( ben Ort Surfen am ett (iegenb an. jDte neueren
C^arff n ^ben bort ha9 2)orf JTurfen.
5) Kurkosadel fommt hfttt in Urfunben be« Uten unb I5ten
3abr?wnbert< cor; f. Urfunbe im ge|>. 3fr4lt> L. I. 8 j aud^ im Do^iei
Cod. diplom. Polon. T. IV. Nr. 68. p. 75. @o ^ft in einet »er«
fibreibung be< «odjmeifler« Cubolf Ä6nig »on SBeijau ein gelb Kur-
keiauk unb Lauk Mentet eben fo wie Sadcl ein gelb, einen ftanb«
fhiib.
590 SHettgion unb @htUthxtn%
jöitti Xtitp^m an ben ®ott erinnert ^); anbere fanb man
l^inter iRorbenburg, }n>tfc|)en SStfd^ofiburg unb SSartenburg^
Idinter So^anntSburg^ uiiter Jtreujburg, (Si)vxftb\xx^, bei 9Bars
gen im ®am(anbe unb an t)te(en anbern iDrten *). Sihr
nciö) xoax 6nrd^e unbejwetfeit ^Ui^ ben brei genannten
«|>au))tgottern ebenfalls ein aDgemetner* iianbeS^®ott^ xoit
e6 benn aud^ an ftc^ fd^on tn feinem Sßefen unb in feinem
begriffe lag. UeberaH warb aUi^^rlic^ bei wteberfe^renbct
(Smbte::3eit fein S3ilb an ben if^m Qixocif)Un iDrten Don
neuem oerferHgt unb burc^ gefpenbete SBei^opfer gittli^
t)ere]^rt. SBie ti f^eint/ »ar baS fi3i(b beS ®otte8^ auf
einer ^o^en @tange getragen, mit einem Siegenfelle beflei«
bet unb mit fßiidfcln bon @etreibe unb mancherlei %tiä^
ten unb Jtriutern gef(^mä(ft 0- SB^tirertb ber 9riejter bem
@otte bie i&pfer braute / tanjte baS freubige SSoIt um baS
aufgefteQte @itterbi(b/ weldf^eS nadS^ bem iDpfer bem opfern«
ben §>rief[er guftel. ^ie ^riuter t>crt|>eilte biefer unter hai
l)^rdtotiud €;4au6üiine 6. 326 erinnerte ftd^ biefel ettmi
2) Kn allen bfefen £)rten fpielen ^bvfivs9tamtn auf ben 9(ameii
M @ur4e bin: bei 9?orbenbur0 ein ^rfowcben unb nafje babei ein
iturfenfelb; iwifcben fßifä)ofihviVQ unb ^artenburg ein iturfen; binter
Sobannidburg ein Jturd(ben; unter ^reu^burg unb ^riflburg (SMn-^
unter ^olbau ein JDurfau; hei SBargen im G^amlanbe ein Jtorfebnen.
®onti lag no(b ein ^urfau im ®il9enburgtf<ben im ^omtburamte oos
Ofierobe (Urfunbe t>on 1338); ein ©urgelaufen (ober <^ur4^sg^lb)
an einem b^ligen Sßalbe an ber TiUe,
3) 3n ber SSertragöurfunbe 9on 1349 b^ift H oon bem StlbniRe
bicfeö ®otte6: Ydolo quem (nid)t quod, tote anbere verbeffem) semel
in anno collectis fnigibus consueverunt confingere et pro deo co-
lere, cui nomen Curche imposuerunt , yei aliis diis, qui non fe-
cerunt celum et terram, quibuscunque nominibus appellentnr^ de
celero non libabunt »Die Stelle ift alfo toeber in Dregers Cod.
diplora. Pom. p. 290, nod^ in «&art(no<b 2C. u. 9t. |)rettff. 6$. 144
nocb in ber 2Cudgabe t>on »Dudburg p. 467 ri^tig gebrucft 8oa
einem äerbrecben beö SSilbed (confringere) tft in ber Original «Urfunbe
ni(btd ^efagt, unb ed rö^rt biefe Xngabe einzig nur Don.bem unric^
gen Sefen^bed SBorteö confingere ber.
SReligton unb @htttvbunft. 591
SoK a(S ^ettbringenbe ®aben ^). S>a^ aber Qmd)e uu
fpx&xiili^ ein audlänbifd^eY ®ott getvefen unb ^on ben
dRafDt)tem entlehnt fep*)^ fcbetnt cbtn fo wenig begränbet,
afö )u emeifen ift/ ba^ er ber ^aupt^ott ber $omefanier
genoefen/ ba fo btele (Spuren auf eine aOgemeine SSerebrung
im ^anjen Sanbe binbeuten ').
^u^ec biefen t>ter oberen @ottbeiten aber berebrte ba6
SSoIf nocb eine ^enge nieberer gittlicber Sßefen, bie man
bie unb ba n>obI nicbt gan) paffenb in ®&tter beS «^im«
mt% ber 6rbe, be6 SESafTerd, M 9Benfcben, beS Siebed,
ber Unterwelt, in Arbeit«^ unb •&anbeIS5®6tter, in gute
unb jurnenbe ®5tter eingetbeilt ftnbet ♦). & war Statur::
glaube, ber uberaU, wo er grofie SSBirfungen, gewaltige
aSewegungen unb @(b&)>fungen in ber 9latur wabmabm,
bie geabneten Urfa^en unb fcbaffenben ^r^fte in baS 9tei(^
g&ttlitber SBefen erbob, ber bie ganje Statur burcb ba$ SBir»
(en unb SSalten b&berer ®6tter bewegt, getrieben unb be^
lebt fab/ ber in ben anfingen menfcbli(|)er JBilbung alle$
geben unb {Bewegen im 93erei4^e ber 9latur ate f^6))ferif(be
SBiUenSau^erungen b^berer, gebeimer geijliger ytatmn er«
{annte, unter beren äBirfen unb @(baffen aUti gefdl^a^,
was in ber 9latur icUn unb 93ewegung offenbart.
2)aß bem wirfticb alfo fe^, barauf weifen fe(bft fcbon
bie Flamen biefer g&ttlicben SBefen beutlicb unb beftimmt
1) 00 ht{d)ve\ht 9)rdtortud ®4aub. @. 329 bie &a^t unb ffe
^ommt babui:(b IBefrdfttgung , baf ftcb bte SBorie ber ttu^^nUn Urs
{linbe: quem scmel in anno colleciis /ru^ibus con$ueveruni confin-
gere et pro deo colere, auf btefe Xßetfe am beflen eretdren.
2) ivLcai 2)aotb SS. I. ®. 8Z
3) Sacjfo SB. L @. 166. X)er «^auptgrunb, koarum nur biefer
<9ott in ber em>&6nten Sertragdurfunbe namentlich genannt ift, ift
»a(^(beinli(b nur bie ndf^re Sefanntfdjiaft M Crben« mit biefem ®otte
oegen ber allgemeinen Seref^rung im gan^ Sanbe. Sacifo (at t()n
}ttm fHitttt ®. ®eorg maä^en tooUtn, worüber vgl. ICnnalen be< M»
m'grft(bS 9reuff. 4te« Cluart 1793. e. 13.
4) Oftermeper frit SBeitrag }ur aUpreuff. 8leUgiondgef(bi(^te
e. 10 ff.
592 9te(tgiott tttib Qltttviitnfl.
l^itt. £)fi>)>ini/ ein (Sott, ber am J^immtl unb auf (Mm
wttfte, etjcugte bic @tunn»tnbe. Der ©ternengott @waiT^
tigi: t>evt{e^ bai ^mmüih6)t unb ®temenf(^eia SSang^
putt9«, ber SSBeOengott, unb 3(ntt{m;pi)8 ma^^ten baS SReer
ftl^Äumenb unb bewegten bie ©eegewijfet *). SBurtfatte
unb @)n>ambratte nx^ren bte. alten t>evd&tterten SSoIftr
^itxptit SBBtbetDUb unb iBruteno^ ®dfn1^iiUx ber «gerben
unb beS ©eflügelS/ benen iDpfer unter üiöfhiumtn bat^ts
bracht unb beren 93ilber im ganzen Sanbe angebetet touts
ben. S^re 9lamen ^ten {Bejiel^ung auf bie @e^enflinbe,
benen fle 0d[)ug unb ©ebeiben verlieben ober auf i^re etn$
ftige ©teOung ju bem SSoIIe '). ®arbet{6 unb Sauttu^
IBobiS waren t>erebrt atö @(|^u^itter ber Sltnber^r unb
@4»aafl^eerben unb |>erbo9to$, ber fär Sifc^er unb @eefab^
rer bie ©ewdfTer bewegte , war jugleidl^ ber ©cl^u^ott Ui
.^anbeU unb aK foldi^er Dorifiglidj^ t)t>n ben Hxmolfnim ber
1) )Dtf 9tamtn lafftn fid) faft alle in ber 0pra4e attfI6|en. Oko-
pirn fann abgeleitet werben eon auka im Mtifd). ber Gtunniofiib nab
peireht erjeugen; Cfterme^er a. a. O. 6. 10 ^tebt bte aCbldtoBg
Don Oko bad 2Cu8e unb pemn für |)erfunod Dor. — Swaütigz 90m
2Cltpreutf. Swaigst ber ®^ein ober uom Settff(b. Swaigsne ber etna,
im ZltptiVLff, S^yeigsde ber ®Uvn , Swaigsnotees fm Setttfcb. fi4 bcs
flemen; f. 8ucad iDaotb 18. I. &. 86. «&artf no(b a* a. £>. CK.
141. — Bangputtys, ber SBellenfcb^umer, 90m 8ittbau{f4« banga Me
Sßelle unb putu ür ^^anm; aucb fommt vor Bangu diewaitis, ber
fBelIen0Ott$ f. 9t^t\a Baioos 6. 319. Cßermeper e. 11. nAtt
2CntnmpoS «gl. i>rdtoritt< a. a. £). e. 289. 335. Oftermeper
0. 12.
2) Wtirskaite mag man ableiten Don wurst, ber £)berfk, ber
gibrft unb kaitsja ber Sefc^ü(er ober mit £)fterm^per 0. 18 von
Wersxis ein ^Ib, ein junget 8tinb. Sxwambraite ober »obl rSilb^
ger Sxwanbraite t>on sswentas (swints) ^eilig unb brati ber Srsbeif
ttt Se^iebung auf hm SSruber bH billigen ®rime ober na<b Cfttt*
meper 6. 18 Iszwambratls gef(brteben eon Wisstos ^iü^tt, g^ber»
Dieb, fßfi' Snca< iDaoib 0. I. 6. 81 — 82. «frartfttod^ a. a.
O. ®. 141. iDiefe $Berg6tterung alter «etbienter fBolf^b^uptrr unb
Jt^nige barmonirt Abrigend mit C^fanbinaoifcbem Qkbraufbe; f. €Snbm
®efcb. oon jDdnemarf 18. I. C$. 74.
ffttliiion tttib Sttterbienfi. 593
Seetöfte ^o^ t>ere^rt ')• 9nilalM, Ut SBalb« ttnb Saum«
gott/ im ganjen Sanbe l^ocf^ gefeiert, wohnte unter J^oUun^
tttbhxm^n, bie man bei()alb ba6 ^eilige «^ol^ nannte unb bte
t>on niemanb umgel(iauen unb ausgerottet n>erben burften.
3^m waren in aUen Sanbf^iaften l^eitige «^aine gewibmet,
wo er eine SRenge t>erfc|iiebenartiger äwergwefen )ur S3er
btenung um ftcf) ^ttt '). @egeri"unb S&ad^^t^nm für %el^:
ftud)U ^erlie^ ^ergubriuS; äemberyS befireute bie 6rbe
mit @amen unb befleibete {te mit JBIumen unb Ar^utern;
9>eli9{tte fyenbete ben Steid^t^^um in ^aui unb Scheune 0-
Sin ©Ott ber ®<funb^eit, xoü^tx Jtranlen unb @ebred^Ii^
c^en ^If , war 3(uf(|^weiti8 ober Xufmeifi^ %
Tiud) n>eib(i(^e g&ttli^ie Sßefen erweiterten bad ieben
mit i^ren ®aben unb burd^ i1)xt freunblicl^e «^älfe. 3m
1) Gardctis noc^ Oflermeper &. 18 oon gardas eine €$(^aaf»
^b«. — Jautiu Bobis von Jautis ein junged BKnb unb baubju idd
bcfiOe. — Perdoytos 9om TCltpreuff. perdauns tDerfaufen, tm SetÜfc^.
palirdobt Derfaufen, «^anbet treiben. 8ucad iDaoib fß. L ®. 86
oerdnbert ben SRomen in Gardialto unb *|>art!no(( 6. 142 be^aup«
tet, baf Gardoaetos unb Pcrdoytos ein unb berfefbe (Sott fep.
2) Puskaitis entoeber üom @fl$n. pu ^o(j, SBaum^ ober t>on
poflzis eine fid^tt unb kait)a ber S^f^Äler. Sgl. Sucai 2)a))tb
S. L @. 126. «&art(no4 €$• 162. 2>iefer ®ott würbe auc^ von
ben Sittbauem, Siven unb SSuffen oere^t. &. Bange 8ettif4. f^bv*
tcrbu4 ®- 243.
3) Pergubrius na(( £)flerme9er @. 14 t>on perguboti »jebers
bringen, ein S>^t)(ing<gott. — Zemberys ))on Zeme blt ^be unb
bcriu idi^ bejlreue. — Pclviitu« ober Pilvitus t>om 8ettifdJ. pilj pol,
^Ot, DoQauf, pilii füUen, unb widda bie SBof^nflube; im ^fltpreuff.
pUnan vod uüb wedde er brad^te. Sucad 2>aoib a. a, fö. ^ti*
toriu^ 6. 339. Cflermeper ®. 16.
4) X)<r 9tamt if ofenbar oerunflaltet. Sattln oä^ nennt i^n
AuMcbwey tus ; S3rettÄen in feiner GQron. Auszweikus, Cftet*
meper. AUweikincius. oDie 2(Meitung oon sweiks gefunb, sweikas
tte ®efunb(eit, atsweikti wieber gefunb werben, liegt fe^r na^. ^u«
caft iDaoib SB. I. ®. 86 ^at ben ganj oerborbenen 9lamen Auscb-
laut«. 2Crn{iel Gimbr. Vftert^ftm. ^t fomo()( biefen, att manc^ *
onbcm btefer ®6tters9lamen unrichtig.
T. 38
594 9lc(tgion nni @h\ut\>'unfl.
üu^iimtn ttnb @ebet(en beS ^aat^etttiM ^l^U tte freitnb?
lt(^e 3an)tnne i^re mtlbe «^ulb. SReOetele lodt^ auf Vucn
unb ®£rten bad ©runen/ unb @rutt6 an Slumen bie
Satben b^tt)or. ©abiauja jbracf^te Stei^it^um ein. @tt)€ ges
leitete ben SBanberer. @watgSbunaf a / bie @tenieng6ttin/
bte IBraut be6 @ternengotteS/ führte bie @terne i^re Sa^
nen. Saima ober 8aime(e war »^ulfSgittin bei ber (Sebnrt
unb beflimmte bem 9}eu()ebornen fein @d()i(ffa(0. Itbtt
anbete ©ittinnen erregten @4)te<fen unb 3(ngft. jDie gt^
f&rc^tete ©ftttne;^ bie SSttr^erin/ brachte f(|)metiboOenSob*);
SRagila/ bie 3otng&ttin/ t>et]()jngte qmtooUe ®ttafett; ians
me necfte ben SRenf4)en in aEetlei 9>Ia8en, eiitful^rte ^ulf?
lofe Äinber *)•
S)iefer SSerebntng ^bffertt g6tt(ic^er S95efen {ut Seite
panb ber ®(aube an ®4)U|geifier/ an SBalb ^ / SBaffets unb
(Srbgeifier. 6ine biefer ©eijietgattungen n>aten bie Sat^
{luden ober ^^tftiden, 993albm2nndt)en unb &Un, beS SBatb?
gottei^ ^uSlaiti^ 3n>ergbiener; ifinlic^ xoaxen bie ÜRarfope«
teU/ 9lad()tgeif}er(i^en^. bte )ur Seit ber 3(6enbb2mm€ntng
ibre nä4)t(ic|^e ^eimat t)erlafrenb f[(b ®)>eife fu(!^ten; man
bemubte ftcb/ i^te ®unfi hmä) £)))ferfpeifen ju getoinnen,
benn jie waten ©d^ufegeijler beS «^aufefi unb ber @^eune ♦>
1) Jawinne oon Jawai baS betreibe. — Gabjauja i>oil gabenti
bringen. Laima (gebeutet &d)i(X\al', ®(öcf. 3n ben 2)amo< ber ^it*
tf)awt fommt btrfe (^ttt'm nod) öfter vor; f. Sttiefa Dainos €S. 30^.
9to(^| jeftt fagt ber CIttfaucr: Taip Laime lerne, fo ^t e^ fahna
gefödt.
2) Uelber Giftinc tgt. IJonalei/is bai 3<>^r ^eroudgeg. 9on 91b efa
©. 141.
3) Cffermcper @. 19 — 20. 9$on einer 5£obedg5tttn «&dd, bSc
in ber (Sbba borfommt unb nacf) S9ac3!o'd Sermut^ung (für yrrsf.
^agaatn «ßeft t 6. 50) S^eranlaffung jum 9lamen ber ^atbitt^ti <^o
gegeben fiaben foS, wiffen bte ^reuff. ®efd^id|t^uellen nic^ti.
4) eticad ]Dat)ib S). 1. &. 86. 127. ^artfno^ a. a. £>.
6. 162. C^ermeper Q^. 15. 21. Ve^nltc^e Reine geijude fBkfn,
Slfen unb berg(. fommen im 9lorben 9telfa(( t>or: f. OUrns Magma
Hist Septentr. L. III. c. 10. Olaus Wormius MonmoeDt. Dml
p. 19. ®tt$m ©efc^. ber iDinen 0. I S^. 21t , fbenfal» fU^ CM^
- {Kettgton nnh 9htutbitn% 595
:Dte tixAli^ 9)l^ntaf[e M SSoIfeS geftel fläf in bet »un«
toltd^ften SCuJbtlbung btefet getfltgen 3wergn>efen, bie toie
äRtttelgliebet {Wtf^en ben ®biUxn unb aSenfi^en flanben.
So aber fclct^e ®bttn roo^nUn, wo man xf)x SBalten
nnb Strten a^mU, wo tfinen geopfert ober bie Sßei^gabe
bargebrac^t warb, ba xoax aUa rtngft uml^er (^üig unb
ber IBoben getoet'H ^^t ^eiligffe £)rt im ganjen Sanbe
nHtr in atter Seit ber «^auptgtoer*®!^ 9tomon>e. J(ein
ttngetoei^ter burfte i^n betreten unb nur bie Sanbedfärften
ober ffUiH tonnten bisweilen ftcb beS ®tä(fe$ erfreuen, mit
bem (Srime )u Slomowe felbfi oon ÜSuub ju SRunb )u re«
ben ^). 2)o(|! bie *®itterbi(bni{fe blieben and} i|inen oer?
bäat/ benn bie ^eilige 6ic^e, in n>eld(^er fte ftanben, war
rings mit ^oben Sudlern umb&ngt'}. Son aKen @eiten
umfcblof ben beiligen ®6tterft( ber beilige SSalb in meilem
weiter Xudbefmung *)• iteineö Sremblingd ^ufi burfte ibn
berä^ren , wie benn auä) ieber anbere l^etlige £)rt im ianbt
üUen, bie ni^it ben 8anbedg6ttem l^lbigten, befonberS ben
S^rifien unjug^nglicl^ war *). ißzx aber ben b^iligen SBalb
mit feinem dritte entweifite, beffen S3lut mu^te ber ®bu
t€x 3om oerfS^nen 0- 9li4lt minber fc^wer war ba<( Skxs
brechen beffen, welcl^er einen ^anm bed ^eiligen ^aineft ge«
fillt ^X Xuf er biefem uralten «^eiligt^ume aber gab eft im
unb SergmSnnd^rn. Sulptu« «ßanbwSrterbud^ ber ^t^olo^ie &.
123. 129. Xrnfielö ©imbdfd^e Ältert^üm. Zf). L 0. 50.
1) 8ucad iDaotb IB. I. 0.31. 9)reuff. Sempi ®t XU. ®. 788.
2) Gbenbaf.
3) <0. bie ^b^nblung über bod alte Stomotoe in ber SBetlage Nr. II.
4) Adam, Bremens, c. 227 fagt tn biefer «ßinffc^t oon ben 9)i*eurs
fcn: Usque hodie profecto änter illos, cum omnia communia sint
nostris, solus acccssus prohihetur lucoruin et fontium, quos autu-
man! Chrijtianonim pollui. 2>af (iter tndbefonbere Don Eiligen *^u
nen nnb ^igen ClueUen bie 3?ebe tft, ergtebt f!^ fon fclb|t
5) Schau Chron. Pniss. p. 3.
6) ^Sat Upfola bat aii(b in 'xiiefer «ßinfft^t baö b^ilige Blomotot
grofe 2Ce(iR(i(bfeit. tBon bem ^(igen «^tne, wttö^et bort ben XBobns
38*
596 9teUsion unb ©Sttecbtenfl.
Sanbe no(!^ mattet mUxt l^etHge £)rte/ xotU^e ^um Z|etl
^M)poai)i^txnli^ ebenfalls einen auf bte fltOe 9tit^ unb^
baS tiefe (Schweigen l^inbeutenben Flamen ^ alfo einen bem
SSorte 9{omon)e g(eic^ ober a^nlic^ lautenben 9lamen fu^rs
tett. darauf weifen fo mand^^e @))uren l(^in / benen toir tm
Sanbe |)in ttnb wieber bege()nen 0- SieUei(^t ^tte feber
£)Yt/ n>o ein ©riwe feinen äßo^nft^ f)atte unb ein na^
l(^eiIigeY SBalb ein «^eiligtl^um ber ®6tter umfc^Io^/ btefelbe
bebeutungdboUe S3ejei(^nung '). ®emif ijt^ baf e$ äber^
aU im Sanbe ^eilige Sßdlber unb beilige ^aine gab, in
benen (ein S3aum gefüllt/ (ein abgeflorbeneö «^olg ffirmt^s
getragen, (ein 3n>eig t>erfebrt, (ein Sbier erlegt toetben
burfte, benn ieberSSaum, Kber 3n)eig unb alled, mad barin
lebte / warb ffir beilig geachtet *). So lebte alfo au^ in
fit bet (Setter umgab, fagt Adam. Bremens, c 234: U locus (qni
prozimus est templo) tarn sacer est Gentilibus, ut aingulac arbores
eius, ex morte vel cibo iramolatorum divinae credantiir.
1) Sebcn muf bie grope 3a^ üon £)i:tgnamen in |)rfuffen brfrems
tett/ t'lt toeldjiett ha€ 9&ort Romas ober Ramus i. e. quies, «ilentiuni
bte ©ruttMage bflbet; voit tooUen nur einige aU Seifptele auffilbmi:
Rombitten bei ®alfelb atn (Swing «&ee, ein uralter £)ct; Romittea
n(rblt4 von |)c. (Silau/ in ber Mf^e t>on ^ecfutden ober fMnnitMif ;
Romlau am grif^^ing nörblicb oon IS^orou; Romanist n6rMt(6 bei
«&etligenbei( , wo CTurd^e tjeir^rt würbe; Romau bei Sopiau, in ber
!^b^ toon *|>eiligenwalbe , wo einft ein b^ißger 93a(b {tanb. Robms-
dorf hü ®(bippenbei(, von beffen einlliger religibfer Sebentung f($on
gefprocben ift. Romabnen in ber ©erggegenb n6rbß<b »on Ortelffbutg.
Rom im alten ©alinberlanbc. 2Ctt(b in Sitt^Htuen beuten »tele 9tamelk
barauf f)in; fo bec Rambinp ber b^iUge SBerg; Romanuppen am
Serge JCattenau^ anbei bad Siüfcben Romone; Rominten am Släps
d)en Rominte u. f. W.
2) »Diefed wirb au(b baburcb nocb um fo wabrfcbeinlicber, ba Sit»
tbauen einen billigen ®6tterftt mit bemfelben SRamen ^atte. Ko/aia-
wicz Histor. Litbuan. p. 21. 32. nennt i^n RomnoTe et RomoTe,
krive kriveiti postea säcrorum apud Liluanos praesidis sedes. DuS'
bürg P. nL & 252 nennt ed villa dicta Roniene, quae seciinduio
ritus eorum (sc Lituanorum) sacra fuit. Kojalowicz p. 35-
3) Dusburg P. III. c. 5: Habuemnt etiam lucos, cainpos et
aquas sacras » sie quod secare, aut agros colere, Tel piscari aiist
gteiigion unb ®8tterbicttfi. 597
Mefer Srfd^einttng im fBolfe ^reuffen^ ber alte ©ermant»
^ @Iaube fort unb mit berfelben (leiligen ®(f^u hettaö^
ttU ber |>reuf|e bie i)eiligen Sßdiber in @amlanb bei |)d::
betten ^)/ jtoifcl^en ^inigSbetg unb S£a)>iau am Dtegek
Strom/ unfern t)on S^riflburg am ©irgunen^^SUtffe/ bei
ben ^cfetn $Iautl^ unb @eefelb / unfern t>on fRelfacf ^),
bei @4^i))penbeil unb an melS^ren anbem £)rten.
Xud^ einzelne 93aume mürben für heilig ge^aiten, meil
man in i^nen ein l^b^exei SEBefen aljinete / meil fte f&r SSSo^n«
ft|e ber ®6tter galten, mo biefen geo)>fert märb. ^x6)t
Uof bie ][^e()re @(6tteret4^e im alten Stomowe, auc^ anbere
mAdi^tige Gicl^bdume flanben im Glauben i)o1)et «^eiligfeit
unb man nal^te ^ö) i^nen nur mit <Sä)tn unb S^xfnt^t.
jBer&l^mt unb loon £)))fernben t)ie( befu^^t mar bie (Sid^e
bei «g^tligenbejl/ an beren Stammt bem ®otte Surd^^e qu
opfert marb ; auc|^ {te foU beft ganje Sal^r ^inbur^ ge«
gränt ^aben '). 6inen anbem ^eiligen (Siö)haum fe|t bie
@age in bie @egenu t>on SRarienburg. @in 2^n(id[^er bei
83e^(aU/ unfern t>on Stol&mau marb erji in \piUx^x Seit ge$
f40t unb ma^ einen fel()r bebeutenben Umfang ^). 3n gleicher
SBeife galten aud^ fiarle Sinben^ ber ^onunber, ber Sieb^
lin^ifttanä) beS ^uSlattiS unb 9erf4)iebene anbere ^&ume
fAt heilig unb niemanb magte eS^ einen ätoeig t)on if^nen
ab)ubrec|^en '). Und) l^eiUge S3erge gab e6 , auf benen man
non fnerant in eisdem. Sucad iDaOib SB. I. ®. 150. 2CrnCteU
QimMfä^t ^atert^üm. 3!$. I. ®. 172.
1) «^enneberger Sanbtaf. €;. 350.
2) 3n einer Urfunbe oom Saläre 1325 ( C^rmldnb. ^ßmile^Unhnä^
p. 35) wirb bort ettt^nt ein nemus, quod a Prutenis sanctum ii€-
mus dicitur.
3) Suead ^ar>ih S3. I. €1. a2 — 84. *&artfnod^ V. u. 91-
9rcufr. 0. 118.
4) ^avtfnoö) a. a. £). @. 119. «^enneberder 8anbtaf. 6^.
473. f>ratortud igicbaub. @. 267 ff.
5) euca^ jDaoib f8. I. @. 15Q. «^actEnod^ a. a. £). ©. 120*
^cdtoritt« a. 0. £). ®. 272 bef^reibt und aucb Ht Vrt ber IBaum«
SO^f)e ; iebod^ nur ani JBericbten Tp&terer 3eit.
598 Ketidcon nnb &ituthitn%
Ux @ititt ®egenn>art al^nete ttnb i^nen SBet^opfet bar:?
braute. (Sin foU^tx Ipg bei JBranbenbutg m Ux 9U^ bc4
Stif^^en ^afeS 0; ein anberer toax iex Xattman in ÜU
tfyanen. «^eilige Selber befanben ftdj^ faft immer in ber
^i^t ber (letUgen Sß&Iber unb burften nit bebaut mtben *).
(Sin .fo(d()e6 war am billigen Stomoxie in Samlanh, am
(^eiligen ^albe an ber ©irgune, bei «^eiföberg, am ^ilU
gen Serge Jtattenau unb m mebren anberen iDrten'). ^it
unb ba gab e$ b^i(ige £lue(Ien/ anB benen feiner tUfnt eis
neS 3)ciefler8 JBeifepn f(b6pfen unb b^ilige @een/ in xotU
d)m niemanb ftf(l()en burfte^). 6in &)X\ft burfte ft^ fok
dl^en niemafö naben, obne fofort mit bem Seben )tt buftn *).
, Xucb in iai Zt^iexxei^ tr^gt ber robe ®o(fn ber 9(0«
tur in ber iCinb^eit feiner IBilbung gerne bie X^nung beS
•{^iligen aber unb fo galt bem einfligen Semobner ^xtnfs
fenS in ibtn aUci baS für b^iUd/ ^^^ ^^ irgenb einer no^
beren Sejiebung mit einem feiner ®itter jianb ^). liefen
SSorjug b<{tte bor allem bie S^^lange^ beS ^otrimy^od iitbs
ling/ bie @egen«f)>enberin für ^au& unb ^of. ^an bieft
|te f&x unjterblidE^ / meinenb^ baff fte bei jebem SBec^fcI tb^
rer ^ant berjängenbe «Kraft annebme. 9lit grofer Gorg«
falt n>atb fie atö ®c|^u^ei(l in alten auSgeb^blten (Sidfh&ns
men, in @tillen unb SSo^nb^ufem gepflegt unb berebrt.
Unfrucl^tbare Stauen bradf^ten ibr WtH<b atö Slabrung unb
1) (Si evto&i^nt ferner eint Ucfunbc uom Sabce 1445.
2) Dusburg P. HI. c. 5.
3) ^\t fpmmen ^duftg in Ucfunbeti oor. 2)ie ^egeiib um «^itt«
berg («^eiliginberg?) tfl öberbaupt in cetigt^fec «^inficbt merlioArbig;
aufec bem ^orttgen betltden Selbe ntxhitat au^ ber 9^ame bei3 0cU
yarfttten 2Cufmerffameett.
4) @o war unter anbem ber SBu(pmeer<@ee bei Zij/omSt^ ^
liii oon 3Caenfleftt beüig unb wutbe fonfi au^ ber beitide 0ee geaauit.
»gl. Xrnüet« ISimbrifcbe 2((tert$ibn. 6. 118.
5) Dtuburg P. III. c. 5* Adam* Bremens, c. 227. H^moUL
L. L c 1. Sucad j£)ai>tb S. I. ®. 150. OUmus Wormius p. la
6) Dusburg ]. c faft biefed aM unter ben IBorteii ittfunmen:
volatüla, quadnipedia etiam uique id bttfonem.
gieltgion unb &htttr\>Un% 599
Pelzten trabet um ©egen )u tcr ®httin Satma ^). Suf
Sorgloftgteit in i^ux Pflege ober auf Setb^ung x^xti JC&rs
yert folgte hn «^aufe @(^aben unb Un^eU aUer 3(rt. Unb
eft f rl^teK ^df btefer @(aube an bie «^eUtgfett ber ®(f|Iange
wie in 9ttnffm, fo in ben 9lac^barlanben im gemeinen
SSolfe nod|^ me()re 3al^r()unberte l^inburd^^; nac^bem lingfi
fd^on ba9 (S^tiftentbum ben alten ®&tterbienft berbringt
^tte *> 3Cu(^ bad Slo^ / 6efonber$ baS bon »eifier %atbe
UMtb in f)reuf[en/ ti>ie bei ben alten ©ermanen^ befonberi
im 92orben/ n)egen feiner wabrfagenben ®abe fftr l^eilig
ge^Hktten unb als @tgent]^um ber ®6tter geweil^t 0« ^<^^^
um xoa^U ei (einer, bte Stoffe folclier Sarben, unter benen
fte f&r deilig galten, jematö ju befteigen unb Unl^eit traf
ben, »elcber baran frebelte ^). £)b and) baS @(enbtbier in
bie 3a^I bet ^eiligen Xfiiere ju recl^nen fep, bleibt ^weifet
^t 0; tt>{e aber »^re ein^anbel mit biefem ^iere m&g^
lt<^ gemefen, n»enn eö im Sanbe fo ^e^r gehalten »urbe?
Unter ben SS&gelgefc^le(|)tern em^ied man ben Sulen eine ge^
tvtffe SBere^rung, n>eil man meinte, baß ffe ibre @änflliuge
vor Unglätf warnten *).
S3ei einer fold(^en 3abl bon ®btt^m aber war, wie be«
greifiicb ift/ audb eine ausgebreitete Driejlerfcbaft notbwen^
i)Zixcai ^a^ih S3. I. &. 150. 9)rStor{uS o. a. O.
0. 350.
2) «^artfnod; IT. u. 91. 3)reuff. ®. 143. |)c&toriu6 a. a. JD.
Xrnüel @. 12Z
3) Tacii, Gcrroan. c 10. Ditmar Merseburg, L. VI. p. 135.
SiMjco Grammai. L. XIV. p. 321. fStan ftnbet btefen ©(ouben an
btl Sßabrfagttng bcc f)ferbc bei allen ^taotfcb'n $B5l!ern ; OssoUnski
Aber Kadlubeck (gl. 45. 175 — 176; au(b bei ben Bioen; ^etnri^
ber %tttt p. 7.
4) Dusöurg P. III. c. 5: Aliqui eqaoM nigros, quidam alterius
coloris propter Deos .«-uos non audcLant aliqualiter equitare.
5) @d ifl bi^röber fein dttered äeuanip/ al€ bad be< Erasm.
Stella Boruss. antiq. L. II. p. 28 «or^anben ^ benn «^artfnocb a.
a. £). 0. 144 unb f)r dt ort ud ®. 351 [(breiben ed biefem nacb.
6) Dusburg 1. c. @ta(t ber ge»6bnltdlien &dart bufones mbcbte
n?obl e^r bubones ^u urctt fei;n; freiließ fKiben btc «^aubfcbr bufones.
600 jDte. 9 rieftet.
big/ bie ben Sienfi berfelben )u beforgen f)attt. Um ie^
bo(^ bie Sebeutung unb bie SteDung biefer 9)riefler rid|^*
tig ju berfle^en unb in bie ^Benennung (einen falfcf^en Sk^
griff ju mifd[)en/ fd^eint a )we(fbienU(^, juDor bad Vmt
unb bad Sßefen ber einzelnen |)rie{iernaf[en tttoai ni^ )u
be(eu(^ten. '
ün ber @))t^ ber gefammten |)rie{ierr<i&afi flanb oU
iDberyrießer ber ©rime^ beffen wir l^ier nur in «^infic^
feiner ))rie{lerli4ien ÜRadl^t unb jBebeutung }u gebenfen ^
ben^ ba aber feinen Sinfluf auf bed SolFed »eltli<|^eö iiitb
b&rgerlicI^eS Beben unb über feine Stellung ju ben SonbcS^
furfien frül^er f4ion gefprodi^en ift. 60 ift eS au^^ fdjboii
oerfu4^t/ bie JBe|iauptung ju begränben, bafi na(|^ beS ftmu
beö SSereinjelung in Saubfcf^afien eine iebe wn biefen i^ien
eigenen ®riwen aU oberfien Sii^^ter unb £)ber))riefter gts
^abt unb baf in ieber an einem l^eiltgen iDrte, in tu
nem l^eiligen Sßalbe/ an einem befonberen SiomoiDe ein
SSoI;n^6 be« ®au^®ri)oen (®au strafen) be|ianbett ^be.
äBenn ibm ali £)berpriefter iunäct^fi bie gan^e Xnotbntmg,
Siegelung unb £)beraufitc^t beS gefammten ®6tterbienßeS
iuftanb, fo (ann bocf» ft(^erlidi^ feine prie{}erU<|^e ©ennitt
^d) niHft Aber bie ®r2n)en feiner Sanbf^aft erflrecft J^abcn.
£)antm beruhet bie unS fpdter zugebrachte ^ad^xidft geiotf
auf einem 3trti^ume/ ba^ au^ in f))ateren Seiten bed ^t^
benlebenS noä) (Sin allgemeiner ®rime in g6ttli(^ii 2)tns
gen über baS ganje Sanb geboten unb feine unumfc^r^ntte
oben)rie|lerIi(^e Wtad)t felbfi Aber bie 8S6lFer in Siülanb, in
Aurlanb unb ^amaiUn, toie jn Sittl()auen unb mehren ®ts
bieten inStuflanb au§gebel()nt unb ausgeübt j^abe, baf au^
auö biefen fernen Sanben bie SSotfc^after oon £&ntgen^ Sär$
ften unb beren S36I(em ober aud^ Jt6nige unb SAvßen felbfl
t>or ibm erfd()ienen fepeu/ um aud feinem 9htnbe ten
SBiUen ber ®&tter }U vernehmen ^). S)er Srrt^um beS ak
— - - - - -- - - , , «
1) f&eHnnüi^ ift U einsig nur ber £)rben<sC^roRtft Du^urg
P. IIL c. 5, »«Ic^er und biefe 9tod^ri<^t dfebt; er niniit oU B6llcr,
über met^e \>H @riioen (Bemalt gegangen \t^$ bie Lethowinl ei aliae
J)ie ^riejler. . 601
Un (S^rontften, bet und btefe 3ta^xi6)t ^nUtbtüi)t, ift
Uid^t erfldrlidi^. Sielten xoix an, baf in ieglic^et 8anbs
f^aft n>irflt(i(^ ein eigener ®xme aü S)Uni^Ux unb iDber^
yriefter faf/^bafl eö a(fo fo t>iele ©rimen im gonjen Sanbe
gqb, atö SanbfdS^aften geji^lt würben^ fo lag ei iod) offen«
hax im ganjen SBefen il^red TLmUi unb in ber IBebeutung
t^r SBurbe, baf biefed ^Kmt, biefe Sßärbe, baf äberaU
i^ ®en)alt/ il^re @teUung )u bem SttiH, ju bem ßotle,
)tt ben untergeorbneten 9xufttxn, baf in aUen Sanbfcf^aften
f^xe Xdi^tung unb JBete^ung immer biefelbe n>ar. UeberaO
etfi;^ienen t)or bem ®xitoc ber 8anbf(^aft ber ffttiU, bie
Sb(en unb ^i SoK mit gleiclier (Sl^rfur^^t; äberall würben
t^m biefelben feftlic^en iD:pfer unb Sßeil^gaben f&r bie ®hU
Ux bargebracf)!^). 9l{rgenbd burfte ein ^embling, ber bei
benr ®riwe Statt) fuc^te^ feinen aBolf)nf!6 felbft betreten; er
mufte fem in einem Sßalbe t>em)ei(en/ bis bie 9)rie{ier
t^m auf bie Xnfrage Xntwort ertlfKüten ')• UeberaU }eigte
^ ber ®rin)e fe(b{i feinem eigenen SoKe fo feiten, baf
berienige ti fär ein l^oM ®l^^ feined SebenS ^ielt/ »el«
4<ni ber £)bert)r{e|ier einmal fld^^tbar geworben toar. Ueber<
aO alfo lebte ber ®rin)e einer Sanbfcf^aft in bem gel^imnifi«
sollen S)unfel feine« ^eiligen SBalbed. 2)er @riwe war fo«
na^i ibnaU Sine unb biefelbe Srfcl^einung, bie ^d) in aU
naüones Livoniae; 8ttcad ^a«ib SS. I. €$. 80 Uttb 94 0iebt aitfet
9>miffen Sittbauen/ Gamaiten; 8i9(anb/ ,;£)eflen'' unb ^clanb an;
Oeften foU bd t^m (S^^fUanb fepn. S)a()ec f^lieft au4) Jtaramfttt
B. L 0. 73/ ,/bap bte Stuffen, »enn au4 nid^t aUt, bo4 »ent^fleni
einige ^laoifc^e GJtdmme in SRupianb — »a^rf^einU^ bie dtriwitf^en
nnb bie Seiten biefelbigen ®6tter Ratten; benn U^t (bec JM»ttf(if)en)
flante bezeugt; »ie e^ fc^etnt, baf fle ben 8ettif4en «ßo^etfpneflec Jtrime
fftc i^re^ ®(auben^ Dbet^npt erfannten." Sßtr metben aber fe^,
baf fowo^I biefe, Ott manche anbece in 6$<^l6}ecd 9lorb. ©ef^i^te
e. 494 — 495 unb in bec |)eter<bui;g. SO^onatöf^nft oon ^d^r^bei;
flS. IlL 0. 65 ff. gegebenen ^Cnft^ten auf eetnem feften Ctauibe be« ,
ru^n. ,
1) eucad 2)aotb 93. L 0. 8a
. :9 9>rdtoi;tttd ®4aub. ®. 360 nad^ Sattelnd C^ontf.
602 jDu ^rlejler.
kn Sanbfcliafien in gbicf^ev üxt toUUx fanb. Stimmt man mm
It^tniu, ia^ e6 nadd ber @age einjl eine Seil gab/ in weltiftx
tDtrflicf^ nur @in ®riwe ba^ obeni4^ter(i(|^e unb obeq)rieftef?
li(|e Xmt Aber bad gefammte Sanb ^enoaltete ; nimmt man
femer bad gebeimnifDoUe ^Dunlel f)inin, in toc(4^em fid^
befljnbig ber ®riwe verborgen i^Mt unb eno^gt man enb<
U^ bie unermeplicben «^inberniffe/ bie bem ^remblinge aOc
genauere ^nntnt^ i>on bem 2Cmte unb ber Stellung hti^
fe(ben fajl gan} unm6gli(b machten / fo ijl ed leicbt begreif«
ü^, wie fxd^ bie SVeinung bilben fonnte, ia felbft bilben
mufte: ti b^trfcbe iUtf^aupt aber aUe Sanbfcbafien 9>rettfs
fen< unb fogar aber beffen ©rangen weit bin^ut mir ein
einziger (Sriwe M ein ®efammt::jDberbau))t über aUii,
xoai {Religion unb |)rie{lertbum b^i^^ ^}« 3n ber X^t »ar
e8 bem SBefen, ber SBärbe unb ber JBebeutung na(^ auct^
nur(SinS3i(b beö^riwe^ melcbed man iiberaQ mieber fanb
unb e6 mecbfelten nur bie iOrte^ wo ft^i baffelbe Silb im«
mer wieberbo(te unb bie |)erfonen/ bie eS g(ei<bfam trugen
unb e6 (onnte fomit bie bem ^rembUnge gugef ommene 9tai^
ridi^t/ ba^ in ^reuffend Sanbfcbaften ein ®rime bai obeiffe
fPrießeramt lottwaltt, gar (eicbt ben ®(auben er}eugen, baf
biefer ®riwe aucb nur in Siner ^erfon unb cn Sinem £)rte
oorbanben gemcfen fe^. ,
Selten^ t)icllei(bt nie ertbeilte ber ®rime bie n&tbigcn
. ®cbote unb S3efeble bem Solle felbft. (&x fanbte feine 0o<
ten aud/ bet^oOmdcbtigte folcbe' bunb Uebergabe eineS (Se^
bieterftabeS ober eineö anbern befannten 9Ra(bt)et(b€nS,
®riwu(e warb eö genannt/ unb lie^ bur^l fle feine ®ebotr
verfänbigen ^). (Solchen ®efe6en aber mix^tt ft(b jeglicf^r
fugen; feinen mar SBiberfpru^l erlaubt; Dielmebr galt ber
1) C^d finb hiefu bte «ßauptreruttatf einer genauetrn ttittfcTu^ttiis
btefc^ ©egenftanbej. jDa ManntLid^ in neuerer Seit an ber (Iriflnii
bee ®rt»en ql^ etned IDberprieflerd überhaupt geiwetfelt tvorben ift imb
' dtUi, toai von i^m berichtet toith, ein ^itotxf&nbnif be< SDuebittg
5itr nueUe ^ben foE, fo »trb eg nic^t öberflftfitd f^pn^ jene ttnferfn'
4ttn0 in ber Setlage Nro. X. mitjut^iten.
2) Duthurg P. IIL c 5 fagt: 2>er Sote (nuncins) fep erfd^iettcc
2>ie $rtef}ec. 603
fhengfie ©e^orfam ali erfic $fli(^t »ie 6et bcm SoKe, fo
bei ben Drieftem felbft. £)e$ ©riioen jBefel^l warb jle»
betrad^tet a» bet @ittet aßtUe ') unb tn folcf^er Seife flanb
ber ®nn>e einer Sanbfcf^aft in fetner Wladft bebeutenb ^bf)et,
a» ieber 8anbe8färft *). Xuf mld)^ Ttxt er }u biefer JjfAUe
beS 2tnfei^en8 unb ber ®etoalt gelangt war^ fann aM ber
mangelhaften ®ef(|^idi^te biefer Seit )war nid^t nacf^gewiefen
»erben; aber ti le^rt bie ®ef(bidi^te anberer Seiten unb
Sftifer ben gansen ®ang biefer Srfc^einung; ed jeigt
ifin bie ®^i}xd)U Tiesppuni, be$ 9>{itteIaIterS unb man«
<|^er einjelnen Sinber, aber beren Sewo^ner in ben 3tn«
com baculo sao vel alio signo noto. 8ucad S>at>fb S3. L &. 80
nennt hai iziä^n einen 0tab unb ^cdtocius gtebt ibm ben 9^amen.
nStttmuU obec An^tonOe. S>ie &ad^z fynt |t<^ no^ btd auf bie fp4te<
icn Stt^auec ttf)a\teti, bei benen ein frummec &tab -^ ^ — gewd^tt«
Ei4 aui berSBttcsel etned jungen SSaumflammei genommen/ oad Vmt<>
iet^en be< @(l^ultt)eifen tfl. ,;8ßia bec ®4)ttlt^tp bie ^Dorffcbaft »er^
fammetn ober einen Sefe^l anfAnbi'ocn, fo fenbet er ba< ^nimml^ol^
2U bem nddbften 9la4bai; unb biefer muf ei gleid^ weiter fenben / hü
a t)om legten (Sinmo^ner mieber ^um @(^tt(t|ei9 iuröcffe^ret SDiefee
Vmtdaeid^en {ie()t in großer QCc^tung unb feiner ber (figent^ftmer barf
na4 Umgang ber Jtrimule surAcfbleiben." ®o Biicfa in ben 2Cnmer
(uttgen |U Donaleiäs Sa^r ®. 159; C9efang IV. v. 153 ^ißt e< Kri-
wulei. 9Stit ber f^ier gegebenen 2C&Uitung beö Sßorteö oom StUb^^ui^
f(^n Kjreiwas, frumm/ Cann i(^ nid)t übeteinftimmen, inbem id) bie 2Cbs
jlammung vom ®dtoe t)or3ie^e unb be^b^lb Grlyule fc^reibe. QU ift nid^t
unioabrfcbeinlidj^ , bap fp^tn^in, ali man bie dUere SBebeutung unb ben
Sufammen^ng bei Seiä^tni mit bem ®rime oergeffen b^tte, ben,®tab
nur be^balb frumm md^flte , weil im Sittbauif^cn läreiwai frumm be>
beutet. I$gr. Oftermeper a. a. SD- @. 31 — 32. Qtxeai ooOfom«
men bem entfpred^enbei l^at^en bie alten ^cbmeben in ibrer Budlafa ;
morfiber Stiernhöck de jure Sueonum L. L c. 6.
1) eucad jDa«ib S3. I. @. :20. 27. 33. 80.
2) JBefremben fann biefe Chrfd^einung mobl um fo weniger/ ba wir
eine fo audgebe^nte prie^li^c fRacbt im 9{orben au(( fonfl no<^ fin»
ben. 6ie war in @fanbtnaoien/ wie wir in ber S3eiläge Nro. X ge»
jetgt ^ben. Con ben @lat)en aber fagt Helmold, L. IL c 12: Res
apud eos modicae aestimatioiiis est, coniparatione flamiuis. lUe ^
enim responsa perquirit, et evenius sortium esplorat Ille ad du-
lum sorüiim et porro rex et populus ad iliius nutuu pendent.
Aaramfin S. L Q^. 79.
604 Z)te ^tiejlec
fJingen mmfäfliäftt flStIbuud bie 9ttefietfd^aft bte 9titM
Wirten tief ^ nock^e iebe Steltgion eben fo }ut SrmAnig
bei ®6)xeden^, bet Sutdt^t/ bei bUnben @e^oifam«, bcr
jDemfitlS)igung unb bet @inf(||fid^tetung bei menfd^Ud^Kn ®er
mAtl^ei/ afö jum Srojle/ )ur ®el{g(ett/ }ur Steube/ jur
(Smecfung unb gtor <Sr()e6uns bei menfcf^K^^en ®etftei an
bie «^anb bietet. Sßo bei SSoIfei 93i(bund no(6 blinben
@Iauben^ blmbei Solg^n unb blinbei ®e|^ot(^en juUft, ba
ijl überall ^terar^ifc^e ©ewalt unb ungemefTene SSac^t bei
^riefiertli^umi nat&rli(^e So(ge. @te ift ntrgenbi unb nie
einzig Sad^e ber ^rtefterfcbaft; fte ijl t>ielme^r immeTbor
im Seben \öien felbfi gegeben; {te ift notl^wenbig f&r bte
Seit unb fte bauert, fo lange bai ieben {te trjgt. Xu4^ in
|)reu{fen lag ber Sriger btefer 9rte|ierma(l(^t im ro^^n 3us
^anbe bei IBolfei/ in ber ®tufe ,feiner S^ilbung unb ani^
lllier Ratten gewiß bte ^riefier bie SRittel niddt oerfc^m^^t,
bie i^nen l^o^e Xd^tung^ Sl^rfurcftt unb «^eiltg^altung unb
im fßolU @(^eu, Surc^t unb fhrengen ©e^orfam ermecfen
tonnten. @ie beuteten aud^ IS)ier bie gel^ietmen Seichen bet
SSa^rfagung^ erll^rten bie Sptaä^t bei 2)onneri unb Ihraf?
ten mit ber Sflamme bei «^immeli ^). S)arum watb boi
SBort/ wie bie ^erfon bei ®riwen fär l^ilig unb um>er?
le^ItdE^ gel^alten.
6i gelangte aber ju bem ^o^en TLmU einei jDbett>ties
fleti immet nur ein beja^ttet SRann '). Si wlblten i^n
bie ^tieftet aui i|irer Wlitte, n>enn bie ®6ttet if^nen bat^
itber i^ren SSiUen funb getl^ian ^). S)er ®ewi^lte er^tett
bie oberyriejierIid[}e SBürbe fteti auf Sebenijeit unb mit 1^
ren ni^t, baf \id) je einer bei ^p^en TimM unwärbig be^
miefen. ^o^ fonnte er freiwillig ^d) beffelben entlebigen.
Si gefcl^ab folcl^ei aber nur, wenn er )u feinei 9iameni
ewigem Xnbenfen unb }u ewiger iBerel()ntng untet bem
1) euca« ^ar>it> S3. i ®. 30. 35. 84.
2) euca< £)aotb S3. I. ®. 31.
3) <S6fiibaf. @. 78. ^od^ »icb emmal au^ von einem 3mieriHittr
bec^rtefier, bet ber Sßa^t be< ®rit9ea gefprocieii} @. 79.
fßcifte nad^ bem SBeif^tele Ui erflen ®ximn tnt^ ben
Seuertob f!c^ ben ®6ttem o))fem n>oHte. 2>ann beftieg er
einen «Raufen Don b^tUgem «j^Dlje^ emol^nte bie ^rieftet
unb baS tierTammelte SSolf unb lief jur SSerf&l^nung beS
äonted ber ®&tter verbrennen 0- ®o foUen bie metfien ber
Qrtmen {td(^ felbfi btngeopfert b^^fn. @in SSerseicbniß aU
ler ®rin>en Don Sntteno'ö Seiten' bii auf ben legten fe^t
bfe $a^ auf ein unb funfjifi; aaef#b{e ^ic^tigfeit beffetten
{ji f(btt>ernc^ )U verbärgen unb ni<bt mit Unredi^t galt ti
i(S)on in fräl()erer Seit für eine b(o6e Srbic^tung eineS md»
fügen üRftncbeÄ *).
1) jDieSeset ber Serbrennung ergdt^lt Suca< »Daotb SB. I. ®.
76. 85. @tmon ®runau Tr. III. c.l. ^rdtoriue Gdjiaubü^ne
». IV. c 12. §. 26.
2) 8Ran ftnbet bieff^ S3eri«td)n{f fitnmtttd^ (Svtoeti in Henne^
berger de vet Pnus. p. l4, bec e$ aui ®tmon Grünau'! IBor*
rcbe §. 31 entnahm; bei ^rdtoriu^ €$4aub. SB. IV. c. III. §• la.
in Hariknoch dissertat. de sacerdot vet Prussor. §. 2. 2C. U- 9{.
9reuff. ®. 149. X^o Histor. Pmss. p. 5. (S< laffen fid^ gegen bie
3Ctttenttcttit btefed Ißerseid^ntffeS mand()erlet 'Swetfel erleben; benn 1)
fragt H ffd^ : SBo^r ^at man btefel ^^omenDersei^nif ber (Crimen er«
(alten? JBerfolgt man bie Duelle, aus »el^er alle SSerle, bie ed ent»
f^ttn, es entnahmen, fo »icb man immer auf ben Unain^erldfltgett
€$imon ®runau als W eigentliche Urquelle auröcf geführt unb bies
fer au4 fonfl fo ^h&fi, unfritifclie @()roni|i fagt fein Sßort baräber, mo
er baS IBerseic^ntf gefunben (laben toill. 3n ber (^roni! beS S3tf($ofS
C^ftton !ann eS mo^l \^xoitl\(i) geflanben l^aben. SucaS jDaotb »&tbe
eS bann ebne Stoeifel in feine (S^ront! aufgenommen ober feiner menigs
fknS enod^nt (aben. 2>iefeS ift aber xa^t nur nic^t ber gaU/ fonbern
t& lle^t au4 felbft bei @imon ©runau gang aufer ber 9iei^ beffen,
tpaS er aus bem SBifc^of Q^rifHan entleljint ^at. 2) (Srmecfen au4
f<^on bie 9lamn felbfi an ftdf einiges SRiftrauen gegen ibre ^Ced^t^eit.
fRancbe flingen bur^auS nid)t |)reufftfd^ ; fo Marco ^ Ronij, Bolloysus;
einige |Inb offenbar me^r Sttt^auif^e 9tamen, fo Jaygello, JargaUo,
Pomoloys. ^m meilien aber befrembet bit ^bigung ber me^rften bie»
fer 9lamen auf o. scroti unb breifig berfelben (aben biefen (Snblaut
ttSb bo<^ enbigen unter einer aXenge ber unS bekannten altpreufffs
f^en SKdnnersSRamen nur febr menige mit biefem Saute. Ueber^upt
längen bie meifien biefer ICtamen t>iel meid^er, als biefe angebU(|en
Crimen s9tomen.
606 2)te $rie|ler.
Unter bem ®ttn>e ftonb abtx femer noit eine ja^Iref^e
Driejlerfii^aft/ Derfcl^ieben in tt^rem Stange, in i^ren Se»
nennungen unb t^ren SBerrid^tungen. X>o^ würben cXU,
wie ti fd^eint/ unter bem aDsemeinen 9}amen SBaibelottcn
begriffen, wehber wiffenbe 9Rinner/ äBeiffager/ ®eber be«
beutet^). 9Beil f!e aud gefyetmen/ bebeutungöDoSen SeM^en
ben SSBiUen ber ®&tter erforfc^ten, foldl^en bem Sofft t>ers
fänbigten/ in bie SufiApt Mm, ®l&d unb Unglätf beute«
ten unb ilber|;aupt/ wenn man fo jagen barf / bie Sn^bet
unb |)fleger l^i^erer SBiffenfct^aft unb Jtenntnig waren/ fo
fonnte wol^I füglid^ biefer 9lame auc^ aUe |>riefier umfof«
. fen '). 2)ie erfle Slaffe unter i^nen bilbeten of^ne Bwetfel
bieienigen; welc^ie beflanbig im ^eiligen Stomowe/ in bei
®riwen ^af)€ kbUn, unb fc^on barum bei bem So(Ce ^o^
SSere^rung unb l^o^eS 2Cnfe()en genofien/ weil fie fid^ jtett
ber 9li^ ber ®&tter unb beS taglic^^en Umganges beS iDber«
priefterS erfreuen burften. @ie l^ießen ®riwaiten unb biU
beten l()&4){lwal^rf(|)e{nlici()/ wie fd^on ibr Stame jetgt, ein
eben fol4)eS ))ri€ft€rlt(beS 3w&Ifs9Rclnner^®eri(|^t/ wie ed
tn ilterer 3eit in @(anbinat)ien bejlanb 0- Sl^re ia^l t&x^c
te ba^er aud^ wo^I ni(bt f)h\}n, alS jw&lf gewefen fepn.
®ie bilbeten bemna^l wa^rf4)einlic^ bcS ®riwen oberflen
1) SRatt ^t me^ce Ableitungen tiefet ^Benennung ; aber bie met;
flen taufen auf ein« ^inau^. >Dte natäclic^fle unb einfacl)fle f^eint taa
immer bie »on bem attprcufpft^en SBorte Waidini wiflen, W'aidj-s
etil ®eber, Sßa^rfager; Waidin bie SQ3iffenf(baft.
2) 3n biefer allgemeinen SBebeutung nimmt anä) 8uca$ IDavib
an Dielen Stellen ben 9tamen. SOi^an^e aber, mie Ofterme^er ^.
35 nehmen bie SBaibelottctt für eine befonbere Jtlaffe von f)neflem.
2>af bicfe^ unrid^tig fep unb SQSaibelötten eine SBesei^nund fflc ole
yriefler mar, bemeifet unter anbem auc^ no4 ber Umßanb , baf bfefer
9tame nod^ fpdter^in för allerlei Sßabrfager unb Sauberer gebraust
»urbe; fo gebietet ). S3. ber «ßoc^meifter ©ie^frieb von .Scud)ttDandett
in feiner Sanbe^^Orbnung, baf unter anbem auci^ feine ,|9&afbcler''
im £attbe gebulbet »erben follten. @. |>reuff. Gamml. SB. II. €^. 100.
3) efu^m S. I. e. 50. anfallet !B. I. €$. 75. fRfi^i ». L e.
45. Xbunmann €$. 79.
Die 9vte#et. 607
Stiüffy unb Riefen bavum m^ bte obetften Saibelotten ')
3n tfyre 3a^l verfemte ber ®ttwe, wie eS ^H^tint, au(|^ feine
Bemanbten/ »enn [0% 9>rie1ler »aren'). XuS tfyrev
SRitte gefclfafy burdi^ fte bie iebedtraltge neue SBabl beS
£)&eYt)rte#ert >). 2)tefem aber ftanben {te fietS in betben
Se^iel^ungen f9te att Sti^Ux, fo aU ^rieftet }ut @ette
unb nidftt oon Sßtcbttgfett n>arb o()ne ü)xen SStitatI) be«
fdblofFen unb wU^it^tt. SBenn fte bem Solfe Sefe^Ie txs
t^ei(ten ober beö ®rtn)en ®ebote berlinbtgten ^ fo beburfte
a bei tbnen nic^t beS ®ebfetetflabe6, ber @rin)ule ober eine«
anbem 9Ra(li^t)ei(ben6; jeber leiftete i^nen fd^on t>on felb{t
augenblicfltcben ®e^orfam *). 9Bie ber ®rime unb aOe an--
bem 9)rtcfter/ fo n>aren and^ fte ebeloS unb gelangten ju
t^rer ^6l(^eren Sßurbe ^rxxö) bie Srbebung beft iDberyrtefhrS
unb wal^rfct^etnlic^ erfi nad) ber SSerwattung nieberer ^ries*
getarnter •).
Sbnen )unJi(|^fi im Stange jlanben bie @iggonen obet
®iggonoten^ benn otid^ {!e (ebten^ xoit eS fc^eint/ jum
gt&ften Sl^i(e in ben Umgebungen be6 fyeiligen Stcmome,
ba einer berfelben am beiligen SBalbe @amIanbS ben l^ei«'
Ugen Xbolbert erfc^lug *). 3()r Stame beutet auf (Srtbeilung
beö @egen6 an r>ai , Holt, n^abrfdi^einli^» ibr iDicbtigfied
2rmt%f(()ift 0. Xus 2CbaIbert« aSetf))ieI bärfte }u fdi^lie^en
l)8u€ad ^at)tb unterff^eibet Mope Hßatbdotten oon ben ober»
fUn S&atbelotten unb untfc btefen meint er »o(l befidnbig bie (BviwiU
ten ; f. SB. I. 27. :;?. 79. 95' öerolei^yt er fte mit ben JDom^erren ber
Stf<i^5fe ober mit ben ^arbtndlen bei ^apfted.
2) Dusburg P. III. c 5. fpti(^t »cpigflenf von a3Iutlt>enQanbten
bei Crimen/ bie im Spange ^dber ftanben; M anbere.
3) Cucai jDat>tb ». I. 0. 27. 79.
4) iDiefed bemeifen }um Zf^\l ^u6bur9< Sßorte o. a. £).
5) Sucai jDaotb S. i &. 31. 9)rdtortui ®((aub. 0. 373.
6) Igneus Siggo, sacerdos idolorum mirb er tn ber vita S. Adal-
bert ap. CapU. p. 353 genannt. S>ie Legenda S. Adalb. nennt i^n
Hdor feroz unb gleichfalls sacerdos idolorum, aber o^ne ben 9?amen
Siggo ansttfftf^ren.
7) ^er 9tami tfl entnommen aui bem altprenff. SBurte signat
608 2)te $rtef!er..
feytt/ bdf fte ^tt^tetd^ bfe nidf^fte Xufft<i&t Aber ben ^ilig/tn
SBalb am l^eiHgen 9lomoioe fäJ^rten ^) unb a mixt bemnod^
ni^t untoal^rf4^etnltdi^ , ba{l fte aucf» an anbem UUi^tn S>tg
ttn, an l^tltgen flueOen, auf l^etltgen Sergen / in l^tttgen
«Rainen/ an einzelnen ^eiligen IB^umen bie oberfien Xuffe^
geioefen/ tod^t bie bargebra4^ten £))>fetgaben in (Sm^foiig
nal^men unb ben £))>femben baS SBol^(gefaDen ber ®&ttei>
ben @egen/ oerf&nbigten, Ueber ibre n%ren SBer^ttnifie
aber ftnb »ir weiter nicbt belebrt
Xu^er biefen {wei iDrbnungen loerben aucb tt^ bie
9Surft{aiten ali |)riefter genannt Sbten Slamen foSen fie
nac^ ber SReinung Siniger t>öm ®ette SBurSfaite baben,
n>e(cbem fie bienten '); bocb bärfte tt>ob( in {weifeln fei^n^
ob »irtlid^ biefer Driefiers9lame fär S)iener be« SBurdfttit»
in Altere Seiten bingeb&re. Xnbere bejeicbnen fte äbet(KUi|»t
nur aii bie Xlten / fteOen fte bem ®rin)e iixnii!^^ {ur @etti
unb geben ibnen bie Seitung ber gottedbienfUic^n ®ehxiu^
att ooriäglicbfle^ Xmt6gef(bift ")• SSieUeicbt toar ibr ^vpt^
gefd(^dft bie *£>eitigung unb (Sinmeibung unb £)pferung ber
£l)>fertbiere/ loieDeicbt ibre itrfprunglidE^e Seflimmung % beim
ber ®ott/ beffen 3lami arx^ ber ibrige »ar, wnrbe betracb^
lehnen; signassea ter.®egen; f. Säterd ®prad^ htt altes fhreuflte
€S. 136; Oflerme^er €$. 36 fAmmt im (Banken übtttiu, tnbem cf
hai föort Zegnotl fernen alA Stammwort anfüf^rt unb ben 9Umiu
eigentlich Zegnoczei [(^reiben »ilL |)rdtortu$ G^aub. ®. 379, bcm
aud^ ^avtlno^ 2C. u. 91. 9)reufT. &. 150 folgt, leitet ben 9tamm
oom altpreuff. Zigas Crbnung unb mad^t bie (Siggonoten an einer XH
von Drben^prtejlern/ SDtane IB. I. @. 85 fogar {u einer 2Crt 8Rfa4c
1) <S< tieift ndmlt^ oon bem Siggo, melc^r ^Urerten ecf4lti0:
duz diabolicae cohortis yeluti ejo debito prima inferre Tulnera te^
nebaiur. & forberte e< atfo gewiffermafen fein ^CmtdgcTcbift
2) ®4ion ^artfttoc^ X. u. 91. 9)ceufT. ®. 141 ift öbec bie 6a4e
fe^ }»eifeliKtft.
3) ®o Oßerme^er ®. 35, ber i^ren 9tamen t>on Woras oSt
äbleitit unb bie Wonuskaczei Seniores, Preabyteri, Directorea sa-
croram fe^n Idf t (
4) m^'ZvLCai JDaoib S. I. @. 88. 10t 103. Meieüi EpisL
ad Sabinum p. 3*
Die |)rtetlet. 609
atö @4^ti|gott bev «^eevben unb folglicf^ audi) bev £)pfert^iere.
S)tefe brei £)tbnungen umfaßten, tote eS fd()eint/ bte
9ome^mftett 9)riefter beS SanbeS. %uf er i^nen aber ffnben
toir au(^ no^ meiere 6(affen t>on Unteryrtefiern ^ bte beS^
tt>egen in nteberem Stange flanben^ tt^et( jte nid)t in ben
Umgebuttgett beS l^eiUgeit Stomotoe'd uitb in ber iRi^e beS
®rin>en lebten / aucf^ ntcbt SSorftel^er unb oberfte 2(uffel^r
^eiliger i&rte waren/ fonbem jerftreut unter bem SSoIfe
wohnten unb beffen SBelebrung über 9leItgton unb ®6lter
beforgten ^). Sebeö 2>orf fcbeint einen fold^en ttnterwaibe?
leiten in feiner ^ittc gebabt )U ifabcn. @8 gel()6rten fer?
ner in biefe nieberen ^rieftercIafTen audi^ no6) t>erfc|^iebene
Vrten priefterlidf^er 9>erronen/ benen eigene ^yriefterlid^e ®e^
f^äfte oblagen. 2(tö folc^e ftnb fcbon frA^ier erw^^nt bte
Xuliffonen unb Sigafc^^onen^ XtanUn^ unb Seic^enpriejler,
aber beren ®ef(|)jfte fcbon oben gefproc^ien ifi '). Stoetfel^
^after aber ift e$, ob bie ^malgonen^ ^(|^}eit$priefter/ bie
9tiö)Uv über Sräutigam unb ^raut^ »el^e bie @^e ein^
fegneten unb fiber ber 9leuoermabUen ®IudF unb Unglficf
n>ei{fagten ")/ bie §>uttonen/ äBal^rfager au$ bem @4)aume
be6 SBafferS/ bie SBejonen/ n^elcbe bie 3ufunft au6 ben
SBinben oerf änbigten , bie $u|lonen/ Mlö)e bie Sßunben
unb 2(udf(^lage burc^ i^ren ^au^ ^tilUn, bie ^aitonen,
ioeI4)e ^d) felbfl oenounbeten, um bie ®&tter )u oetfi^nen^
bte .{Burtonen / xoüd)t aixi getoorfenen Soofen meiffagten/
unb bie Swafonen^ bie au8 ber ^amme unb bem 9laudE^e
be« Sid(ite» bie 3ufunft entminten, — ob biefe ^riefter
wirHi(l(? alle ber fruberen l^eibnifc^en Seit ange||6rten ♦).
^ber nidl^t aOein ben $rie{lern »aren bie SBeiflagun^
gen anvertraut; eS gab in ^reuffen au^ toa^rfagenbe
1) ^ucad ^anih ». I. ®. 35 — 37.
2) iSievtüä^ntifftevManntliä) bte SSettrogöurf unt>e t)om 3a^re 1249.
3) Ob Mere @r!ldtrund t^^ree TCmt^tfäi^^t^ rt((ttg ifl, heimifetn
wie felbfl; mrUei^t ifl Oflermeperd (EMtixti^ M ?lamtn€ oon
Zwalgyti genau htfdfytn, Uttaä^ttn, alfo S^c^auer M £)pfen}(e$c6
richtiger.
4) QSö l&ft ff^l hierüber auf feine SS^etfe }ur @eu>tf(fett fommen
I. 39
610 ^riefterinnen unb SSa^irfager.
Stauen, n>etbttd^e SBaibelottett/ loetin man fte fo nennen
n>ill. Sreili^l ftnb »it aber t^te nieten fBer^Itniffe fafl
gar nx^t unterrichtet^ tok felbft fcf^on bte fi3e^u|)tung fe^r
ungewiß i% ob wirUtdE^ audl^ im Eiligen 9lomowe f>rtefle^
rinnen Ui S)ienf}eS ber ®5tter gepflegt 0« 3n ber erfclietr
nung biefer wa^rfagenben grauen aber im XOgemetnen
fpri(^t \i6i anä) l^ier wieber ber ©ctmani^^t ®eift unb
6^arafter ber alteren S3en)ol^ner ^^reuffeni ani, benn au<^
bei tf^nen rul^te btefe ^rfdE^einung auf bem a(tgermantf4^en
©tauben, e§ fe^ tta>M «^eilige« unb Suhtnft'X^nenbeS in
einzelnen ^auen ') ; unb wie bie ©ermanen in i^r Se«
leba, ^urinia unb ®anna pxtpfftti\^e Serfi^nbigertmifn
ber Sufunft verell^rten, fo fuc^ten aud^ bte ?)rettfren ftfter
SRat^ bei i^ren lieilig gel&altenen, »eijfagenben grauen , bie
in ben 8anbf(|)aften ^ie unb ba jerfheut lebten. 2t» eine
fol4^e nennt fc^on bie alte @age bie |)riefterin Dogejana im
Dogefanifd^en Sanbe *)• ^oä) ftcf^erere 3lai!^xiö)t aber ^ben
n>ir Don einer anbern, bie im ®alinberlanbe lebte, bort
in ungemeinem 2(nfel()en ftanb unb burcf^ i^re TLuifpt&ift
unb ,ber q&nfiiä)t SRangel ältetn dueSen madjit aflfe birfe 9>rir0rrs
gattungen, menn mir fte fo nennen bfirfen, fe^r }i9dfet^aft 9htT Mr
a^ttltffonen unb Sigafc^oncn ftnb ucfunblicb begrünbct. Vi^hn bie anbfcit
geben nur 9ta^ti^t Meletius Epistola ad Sabinum unb yrAto«
rtud @(baub. &. 383. JOiefcr Q^ccfbent aber, ber aufer ben genamis
ten tiocb mebrc fhrtefimtalfen AufgA^tt, batte feine S3er((bte srdftenebcitf
nur au< bem SRunbe be< SSolM fetner 3<tt, befonberi tn Seobcancn.
Unb in vielen fpricbt f!<b offenbar eine mit fp&tere 3tit au^ ttebec»
baupt fammelte |)rAtor{u< feine 9lottien fo gana obne alle ^ftrittf «nb
forgfame @id!)tung, baf |te immer nur mit grdfter Borft4t benutt
»erben mäffen. TCixi ii)m entnahm, obwobi ofhnard fcbon jveifelnb an
ber Sßabrbeit, «ßarttnocb ^. u. 91. ^reuff. @. 153 unb a«< blefe»
wieber Slone SS. I. ®. 85 — 86 feine 9tad)ri4ten. Oftcrmeper
e. 36 iil in feinen (SrflSrungen geiDif oft elAcRicb^r; er fanntc ofns
bar bie (Efpracbe genauer M IHrdtoriu^.
1) IBBie *ßarteno(b a. a. £). ®. 151 annimmt.
2) Inesse quin etiam sanctum aliquid et proridum pntant.
Tacit, German. c 8.
3) eucad ^aoibiB.X @» 72.
9)rtejler1nnen unb ©a^rfager. 611
all^i Unlte unb reitrte »). SBie gcwaltifl In jener »anbfc^aft
i()r einfluß war, teuftet au8 folgenbem (greigniß ein. .
2)a9 ©alinber^ SSol! 1)atte fi(^ im ©lucfe eine« lan^
gen gricbenö fo jal&lrei(|> berme^rt, bag ba« 8anb bie äSBe-
wofcner faum noc|i faffen unb emiftren fonnte. 2)a bef(|)lofr
fen bie SSornelS^mjlett ber 8anbf*aft baß auf eine Seit aUe
»eiblicj^en Äinber getJbtet unb nur bie Knaben jur gfi^^
rung beö Äriege« auferjogen werben foUten. ©o gefc|>alS)
el ÜRütterlidi)e8 ÜRitleib aber tjerbatg 6fter bie neugebo^r
renen Sth^Ux unb weiblid&e »ijl wußte fte im ©e^etmen
am geben gu erl&alten. 3fu6 3orn f4)nitten basier manche
ber SRinner ben unge^orfamen grauen bie äBröfie ab, ba^
mit fie niemals wieber Äinbet fingen f 6nnten. ' 2)a bega?
ben pell bie grauen, ergrimmt über biefe grebeltl^at, ju ify:
rer 8anbeö:*9)ro^)^etin, bie flberatt im SRufe io^n ^eilig::
fett ftanb, unb fT:agten fie um 9taÜ) unb SBeijianb in i^rer
9lot^. X>ut^ WlxtUit> JU ilirem ®i\d)Ud)U bewogen, berief
biefe fofort bie JBornel^mften be6 ganjen 8anbeS tjor ilSiren
SSol^nft^, i^nen berfunbtgenb: ti fep ber ©itter SBiUe, baß
fie aUe ol^ne 9Be|)r unb SBaffen ober wa§ fonjl jur SSert^ei^
bigung biene, in« 8anb ber %ijien einbrechen foHten.
Unb bent SBorte ber mdci^tigen ^riefterin folgenb, mahlte
fidf fd^mU aUe waffenfähige SRannfctiaft auf, übte im na^m
ddrifilidiien Sanbe f4iredni(|)e S^^iaten unb fü|)rte eine ja^tlofe
Sß^ute mit }urä(f. ^od) auf ber «^eimfefir nod^ würben
bte ®a(inber bon ben S^riflen angegriffen, bis auf ben (e^$
ten aSann erfd^Iagen, i^r Sanb aber warb bon ben erjümten
9lacl|)barb6l!ern überfaOen unb fo ^xtHiify berwüflet, baß
feitbem baS ®a(tnbers:Sanb immer ein Deribeted unb mm^
fc^enleereS Sanb b(ieb. @o l^atte bie mJ4)tige ^riefierin il^r
©efc^led^t gerdc^t «).
1) Dusburg P. III. c. 4. JDie SBorte biefel G?$contßcn : Quac
(Doraina) secundum ritum ipsorum sacra et prophedssa reputaba-
tiir, raffen batrauf fc^lfefen, hot ed folcber mebre in ^reuffen gab.
2) ©0 eradbien Dusburg P. III. c 4 unb nacb tbm mU anbere
eanbeö^roniflrn bad (Sreignif. 9ta6^ IDit^burg« IDacfleaung aber fd^emt
39*
612 ^ciefterinoen unb SBa^rfager.
Qi gab auferbem aber an^ ^nefterinneit/ rotl^
m6)t mit fo bebeutenber ®emalt loerfel^en waten unb ntc^t
in bicfem ^o^en Stufe ber «f^eiligfeit flanben; benn oft
würben au(l(? Sßitmen^ bie in ber 6^e finberloS geblieben,
na(|)maI8 burcb einen unt>erelE)eIicbten jungen SR^nn t>eT£
fud£)t^ geboren Ratten, in bie $a\)t ber SBaibelottinnen Qufge^
nommen ^). SBie bie nieberen SBaibelotten jerjircut im
8anbe wobnenb, pflegten fie be8 ®6tterbienile* unb ber
SBeiffagung ^) ^ unb eS \äfexnt, baf bie toerfcbiebenen ®bU
timm auä) nur burcb ^riefierinnnen mit £)})fer unb SBet^
gaben t)ere]E)rt werben fonnten.
©el^en wir aber auf ba6 geben biefer ?)rieflerfc|>aft im
ungemeinen Wf fo mu^te ieglic^er, bem biefe SBurbe bnrc^
ben ©riwe juerfannt warb/ einen reinen / ftttfamen unb
tabellofen SBanbet föbren, ber 9>riefler obne grau unb bte
^rießerin o\)ne 9Rann leben, gär alle war Aeufc^b^it unb
ftttenreine« ßeben baS erfie unb b^iligjie ®ebot. SBer e«
übertrat/ warb fern t)on ben ®&ttern als ein ®rauel be9
ganbeö bem geuertobe fibergeben *)• 3« bie bolzen SBfits
ben ber ®riwaiten ober oberen SBaibelotten würben auäf
HetS nur Uta^U unb e^rwärbige ÜRanner erhoben / beren
ftttli^ien SBanbel ein lange« geben fcbon erprobt batte. 3^
ren Unterbalt fanben bie 9>rieiler wabrfcbeinlicb tbeiK in
ben jabiretcben £))>fern unb reicbgefpenbeten SBeibgefcf^en«
feu/ bie tagli^ im b^iligen Slomowe ben ®(tteni }Uger
bracht würben/ tl)eH& anä) wo^I in mancherlei ®aben/
weld^e man ibnen . felbfl juwanbte. Unb fo mochten au^ bie
nieberen SBaibelotten unb bie S)riefferinnen ben IBebarf ibreS
gebenö im reid()(i(ben Ueberfiuffe bei ben fiSewobnem ber
ftc^ ^a§ prop^etif(^e ^Cnfe^en unb ber grofe (Stnfluf btefer ^neflrrm
nic^t ober bte ©rdn^en ®altnbtcnd iinani nftcttlt ju tmben , wtniq*
flend raffen und biefeS bie SDSorte f((|(tefen: ad cujus (propketissae)
iiriperium huius terrae facta singula regebantur. ^efltc^ tft ^'fmtt
ntci}t oefagt; baf man nf^t au^ au$ anbern ^anbf^aften hei f^r
SfBa^rragung einboUe.
1) Sucad S)at)ib S3. I. &. 23.
2) 8uca< jDaoib SB. I. &. 35. 36. Cftermeper 0. 39.
3) l^ u ca g ^ a t> ib $B. 1. 0. 31. 32^ 38. 99. J>o Histor. Pnus. p. 4^
£)te 9)rtefier. 613
Segenb ftnbeii/ in welcher fie bad |)nefteramt «ematteten 0-
SBBie aber loaren bte ^xUftn }u biefem (StnflufTe unb
)U btefer SSad^t gefommen? SSBie ^atte {t(|i ba§ ^rteflev«
t^um mit bem ditdS^teramte Dereinigt? Xuf n>eI4)em SBege
.»ar bte Ifoffc ©teOung beS ©riwen al8 i&ber))rtefter ent-
flanben? jDa6 Sltd^teramt beS ®rimen n>ar ()&d^fimal^rfc^etnr
Itc^ ba6 dltere unb urfprAnglic|)e ; barauf beutet i^on jene
alte @age l^m/ n>e(c(»e ben ®rtwe, ben fRxöfUt tn f^riebenS-
fadE^en/ bem 9Biben>ub, bem iDberflen in AriegSfacl^en^ ge::
genuber fteUt 9)riejler im eigentU^en @inne f4)etnt ber
©riwe in ber ditefien Seit . feineßwegS gen^efen ju fe^n
ober er war eS nur infofem^ att i^m, bem rd[)on »egen
feiner StiöfUTtoitU unb wegen feineS fonfiigen (Stn{Iu|Te8
in ber Solf d :: ©emetne am meiflen gea4)teten unb angefe«
^enen ÜRanne m^l auö) baS ©efd^dft übertragen tt>ar^ ben
@htttm Don itit }U 3eit ober bei befonbercn n>icl(^tigen
fBeranlaffungen bte befltmmten iDpfer ju bringen. 3n bie^
fem %aU^ trat ber ©rime glei4)fam aud bem bürgerlicben
geben ju biefem religi&fen ©efd^dfte nur auf einen ^Cugen^
blidf ^rau«, um für biefen 3n>edF Driefter ber S3o(td::®€^
meine ober |)riefier beS &taat^ ju fepn ^). @onaci() war
urfpr&ngltcb , wie bei ben alten ©ermanen auc& If^ier ber
®raf ober ber i(riwe juglei^ au^ ber 9)rie{ler unb bie
prie|lerli4fe äBärbe mit bem bärgerlici^en TimU oerbunbcn 0-
SS gab alfo anä) in ber ®e^d^xä)U beS ®ermanif4)en SSoitö?
flammet in ^reuffen eine ^cit, in welker nocf^ fein be?
fonberer/ abgefc|)(o{fener 9)rie{lerf(anb oorbanben war unb
^ ber 9>rie(ler im bürgerlichen Xmte bei ®riwen glei^fam
nod^ oerborgen (ag. Tibet eS folgte bann andj^ eine Seit^
1) eucad lOaoib ». I. &. 38. 99.
2) S>er Sacerdos ciTitatis, wie ifin Taciius Germ. c. 10 nennt.
3) 3war l^at man neuerbingö btefe SBerMnbung bet ben ©ermanen
be^todfett; f. 8ubene ®erd)td^te bed ^Deutfc^. S3olfeö S3. I. @. 747.
2(aein burd^ SSergteic^ung atTef ^tec^cr ge(6riocn (Sitellen beS Sacitui
anb @&rd^ ^at ft(^ au^i bei mit bte oben auSgefprod^ne fBe^^auptung
befi&ti0t unb fte l^at mir mit ben 9(ac^ti(^ten M Sacitud FeineSmeaS
ttftoereinbac gef((ienen.
614 Sie ^rteflec.
in welcher ber 9)riejler me()r unb me^r ^enoortrat unb bte
^rieflenvurbe in il^ret SQid^tigfeit/ in i^ter Sebeutung unb
in ibrem (Stnfluffe neben bem rid^terlid^en Xmte ftanb.
Sie Steligton bot t)on ie^er, mtd)ei ®eifted unb SBefen«
fte au^ fepn mocbte, SRittel in äRenge unb oon ungemein
wirtenber i(raft bat/ um Xnfel^en/ ©ewid^t unb Stnlluf
auf bie SRenfi^en ju gen)innen. 9Ber immerbar ben fSiU
Un ber ®itter gleic^fam in ben «^anben ^at unb biefen
Sßilten beuten unb nac^ ©utbänfen lenfen unb besiegen
Unn, wirb f^mtli^ ber SSerfuc^ung n>tberfiel(ien , i^n audf
auf fein SEBoOen unb SBirfen.-auf feine SBtinfd^e unb SSts
flrebungen 5U beuten / jumal n>enn bte IBilbung unb SSer^ *
^iltnijfe ber Seit fid) gimftig il^m entgegen bieten, ttnb
fönte niä)t ber ®rime in gleid^em Streben gejubelt unb
f&r ^^ benutzt Idaben, roai i^m bie 3eit entgegenbra^te ?
S)aö Seben aber toerjmeigte unb bie SBerl^iKniffe erweitere
Un fid); eS txattn ric|)terli4^e ®e^älfen an bei ®rin>en
@eite unb e$ ging naturli^ balb aud^ auf fte aber, toai
in bem ^riefteramte beS ®x\toc t>erbunben toar ober fte
fhrebten fär fid) auf bemfelben SBege^ auf welchem bem
©riwen fein Streben gelungen war. Unb wtldfti mid^
tige SRittel war and) fär fte l^iebet bie SSal^rfagung , bie
iffmn bie @(bidfale ber SRenf^en^ i^t ®l&d unb Unglutf,
ibr Sßol^I unb SBSe^e, in bie |>anbe gab?
Äußer bem eigentn(iE)en ®6tterbienfte aber, ber bur^
9)riefter gepflegt warb unb t^et(6 im S>arbringen ber £>pftt,
im Stnpfange ber SBei^gefc^enfe, ti)dl^ in ber Xufft^t aber
bie lieiligen iDrte, in ber 9)ftege ber ^eiligen SE^tere , tfycxU
in ber SSertönbigung beS SBillenS ber ®&tter, in ber Cr^
forfcl^ung ber 3utun^ intd) SBeiffagung unb SBa^rfageret,
tl^etl« enblic^ in ber fBele^rung beS JBolfe« in gottIi<ben
Singen beffanb, gab eS audb me^re religi(fe %t^t, bte
bur4) bte $riefler angeorbnct unb geleitet werben mußten.
Unb and) in bem ®eifle bicfer Sejle , fo weit wir über fte
unterricf^tet ftnb, t^errätl^ ftc^ ber Urfprung unb bie Stamm?
t)erwanbtf(^aft ber iBewol^ner 9>reuffend mit Sfanbinat>K
SlenstSre Sefie. 6l5
fd^n &ot^n, benn anöf \)kxin äberrafd^t eine ouffaHenbe
Xel^nltcl^feit. SBie in @tanbtnat>ien^ fo warb aui) |)ier fein
fe(igi6fe9 %tf gefeiert/ weld()e8 niiii^t mit l^eiterer Stijl/ mit
Sreubenma^ten unb fr6^Iid(^en Srinf gelagen Derbunben nmr ^).
2>a« erße biefer Sfejle roax t>ai Srä^IingSfefi , bem
®otte 9>ergubriu«/ bem @))enber be8 SBac^St^umS unb be^
®egeni fAr bie Selbfrüc^te geweift S^e ber Dflüger ben
Selbbait begann / Derfammelten fiöf bie IBewo^ner eines
2>orfe9 bei einigen Sdffern t>oa IBier. £)ann nal^m ein
|)rie{ier eine 0(()ak t>oa beS ®etr^n{e8 nnb fte emporf^e::
benb iptad) er ein Sobgebet auf ben @ott DergubriuS aü
ben fBef(^ä|er unb 9>f[eger ber Selbfrü(^te '). @obaIb er
biefeS geenbigt, fafte er ben Stanb ber ®^aW mit ben
Sil^neU/ tranf fte au6/ o^ne fte mit ben «^^nben )u beräl^s
ren unb warf fte mit bem SRunbe r&AvdrtS Aber ben
Stopl Son einem anbem aufgefangen unb ium jmeiten::
male gef&Qt/ watb fte t>om 9>rief(er unter tzm ndmlid^en
®tbtandtz abermals geteert/ nac^bem er )ut)or ben ©ott
fkrfunbe um Stegen unb Sonnenfd^^ein angefle()t unb ,i^n
gebeten/ ben (Sott 9>i{uao6 unb bie f(|)^blic^en @eijter t>on
ben ®aaten unb ^tnöften ferne )u (matten, «hierauf marb
bie @(^a(e )um brittenmaCe gefuHt unb ®xoaxxtiQi:, ber
Sternen::® Ott/ um Hebt unb Sßdrme fAr %x&^U, Stxant,
Sie^ unb 3Rtniä)en, unb ^elmitte/ ber @penber beS 9let4i^
t^umeS fAr «^auS unb @(&eune um feinen @egen gebeten/
itnb bann bie @d^ale jum le^tenmale bom Driefter geleert,
rAtfmJrtS Aber ben Aopf geworfen, «hierauf bon neuem
gefuUt ging fte im J(reife ber Xnmefenben um^er unb warb
iDon jebem/ ol^ne ba^ eine «^anb beim Srinten fte berA^rte,
in gteidl^er SBeife ausgeleert. Witt Srinfen unb Sc^aufeU/ um
ter 3freubeniubel unb ®efang warb bann baS ^e^ beenbigt >).
1) »dl. ^Statut ». I. 0. 7a ©u^im ». I. ^. 50 — 51.
9tfl^< B. I. @. 41. (Sine ^ßixg[ei^VLnQ ter Gfonbrnaoird^eii unb alt^
preuffif^en ttli^ibfin gfefle bietet aCrnfiet QFimbr. 2CUeit^fim. ST;. I.
®. 155 If. bar.
2) «^artf no(( TC. u. 91. |>rettfr. 0. 167.
.3) ^ie nd^re »erc^refbuna biefe« geßet geben 8uca« iDaoib
616 SitUiihU Sefli.
Sin )tt)etttS fxhVii^a Se{l \d)tint beim iBeginne Ux
(Sxnitt unb ein britted nacb DoUenbeter Ctnbte gefeiert
n>orben ju fepn. Sßenn bet $riefler ben ®6ttetn für ben
t>er(id()enen Segen gebanft ober bie äRenfd^n bei fpdrtid^m
(Srttage ber Sfelbet, ben fte jtetd atö Strafe ber ®btUx be^
trad()teten/ ibre Vergebungen gegen bie ®&tter bereut unb
fiSefferung in i&)}fern unb Sßeibgaben t>erfprodi^en f^atUn,
folgte ein fejtlicbed 9Sabl unb friblicb^^ 3)rtn{gelage. 2>en
©ittern DerfunoS/ f)ergubriud^ @n)ai):tigr unb ^tlmtu
n)urben bebte iD))fer gefpenbet; oon ieglicber SEbiergattung
beö «^aufeS warb ein ^innli^ci unb ein SSeib(i(bed tbeiU
)ur iDpferwetbe für bie ©ötter, tbeiI6 jum Scbmaufe ge«
fcblacbtet unb fo aucb biefc ^ejte unter Sufl unb 3ubel,
mit ®efang unb Zarti beenbigt. 66 n^obnten ibnen immer
aucb 9tief[er bei/ n)elcbe bie 2)anfo)}fer fpenbeten unb bte
Sefigetrdnte tt>eibtenO- @^ if^ uicbt unmabrfcbeinlicb / baf
in biefen (enteren heften aucb bte bekannte S3ocFd7«^iIi;
gung ibren Urf)3rung erbalten f^aU, obgleicb n>ir Don biefer
&itte nur ani \paUxen Seiten Seri^te äberfommen baben').
SB. I. ©. 89 — 91. SBaißcl (J^ron. 0. 19. Meletius m Epistol.
ad Sabin, p. 2. ^rÄtoriul 0(^aub. IB. V. c. 2. §. 1. Hartknoch
Disscrt. de, fest» velcr. Pniss. diebus §. 2. 3f. u. R ?)rcuff. €5. 167.
3n allen biefen Duellrn ift aber ficbtbor baG ^eft auö Fpäterec 3ett be«
f(^neben unb man^ed in bie alte (BitU etnden>ebt, fo g. 0. brt Sucad
2)aoib ber ©emeinbesXcfer, ber SSerfauf beö barauf gewaci^^fenen (Se*
tveibeS unb bad barauß gelöfete @elb u. bergf.
1) 9M^er bef(ftrieben jTnb biefe gefte bei 8ucaö jDatib S5. I. ©.
91 — 92 unb ben eben genannten C^broniffen, aber ebenfalls mtebec
nur aud fpdterer itxt Meletius In Epistol. ad Sabin, nennt bal
erffe Chrnbtefcft Zaxinek, unb baff anbere Osinek, ,,lingua Rutenica''
fagt er. sDffeubar ffnb in ber 93efdf)reibung, bie und {)arteiio(i() 3C.
u. 91. 9)reu|r. @, 16» — 169 baoon giebt, frembartigc 9la(bn4tcn
eingemifd)t. £ucag iDar>ib f(^eint bie ^rjä^lung no(^ mit am rfim
f!en erhalten g« ^aben.
2) Ueber biefe S5ccN s Heiligung fcftweigt feiten einer ber ^reuflü
fd)en ebroniften. «^inlÄnglic^e SBele^rung J)ierüber giebt f(^on 8uca«
JDaoib 25. I. 0. 87. 98 ff.
Ueber bie ß^rontf G^rtfltanS; beS ei^ften
@tn ntd[^t unmidS^tigeir S^eU bec dUeflen 9la(^rid[^ten &6et ^ceuf«
fen beru^^t in feiner gefd)id)tli4^en, ft^^eren SSegcänbung auf bem
Srndniffe, totid)t^ me^re, unb unter biefen fel6{i bie nTtd^tigfiett
fpdteren S^roni^en unb ®efd)ic^t^fammUr aud einem idngfi t)erlc<
renen SSuc^^e bed erfien S3ifd)of^ t)on ^reuffen, S^rifiian entnoni'
nten ^aben. SBdre biefer auö) nid)t ber dUefie unter ^reuffen^
(S()roniflen unb t)erbiente e» aud) ni^^t fc^on aul biefem ®runbe
eine genaue Unterfuc^ung in bem, mad er un^ r>on ^reuffen^
dltejlem Sujlanbe ^interbrad)t f)at, fo t{l e6 boc(^ fd|)on jur S3e«
grfinbung ber ©laubmfirbigfeit ber fpdter aud i^m fd^Spfenben
Sbi^oniflen netl()n)enbig, aber ha^, toa^ Qf)tx\lian in feiner 6f)ro«
nif geliefert, bie mh^ixd) genaujlen 9lac^rid)ten ^ufammen p faf«
fen, ^untal ba in neuerer Seit felbfi an ber jemaligen Spifienj
e(ned fot(^en*9Berfed von bem genannten S3if4^cfe gejnoeifeU noar«
btn ift ^).
Unter ben fpdteren S^roniflen ftnb in ber er{len ^dtfte be^
16ten 3a()rbunbertd ®iroon ®runau, ^bnd) ju Dan^ig unb
2uca^ ^at)ib, Statik M üRartgrafen Tltbvtii)t unb *^er{og^
t)on ^reuffen, bie ttic(^tigflen fc^on te^b^lb, »eit fte beibe, mie
ftc^ ermeifen »irb, S^rifliand gefc^icbtlic^ed SBerf t>or TCugen f)au
ten unb bei äkrfertigung if)rer Sf)rcni!en ani) tokfixö) nod) be=
nu^ten. Stvar foUen ed and) anbere ^reufftfc^e Sbronijlen, aU
SSrettc^en in feiner Histona Prussi^Ct @ra^mu6 ®tiila in feü
nen S3fid)ern t)on ^reufftfcben 2((tertbumern gebraucf)t ^(vben ^)\
Sn>ar fäb^en ferner aud) anbere fpdtere 6^ronifens@4^reiber, $.
93. Xibemann ed ald einfi bagemefen an ; aUein U)ir tiootten un^
1) SBacjfo ®ef(bi^te ^reuff. ». I. e. 248. ^attUoäi 2C.
u. 9^. ^reuff. &. 128.
2) yvdtoriuci ed^aixbtL^m f8. L 6$. 6. 316. Jtot^bue S. I.
@. 294.
618 ttebet Q^ti^iani e^ronif.
\>cut^ auf btefe Tfngaben nic^t toettec emlafien unb ba^ SBid^ti*
gete 6er&(fftd[^tigen.
Dtefe^ 9Bic(^tigere ifl un^ bad Seugniß @tmon ®ntnatt'< imb
iucai 2>aDib'^. SBo^et btefe S^nfitand (S^conif erhalten ^abeii,
fagt feinet t)on beiben. Simon ®ntnau ifl bet erfie; bec t^ret in
feiner S^tontf an mtf)vm &Utlm ttwif)nt & ifl m&gü^, baf
et fte in 2)an{tg, x>kMd)t in feinem ober einem anbecn SUo^tt
Ux SStabt U)iebes aufgefiinben. @c benu^te fte $temli4^ {(rif<ä#
benn ein gcofet 2^et( feiner ^ad)tid)Un in ben erflen Xractaten
feiner S^ronif ifl aud tlS^r entnommen, totnn er aud) nic^t immer
fo treu, tt)ie £uca6 2)at)ib, feine £lue((e anf&ISirt. 3n ber S}orreb€
erwi^nt er i^rer unter feinen £lueUen aniht&dti^, inbem er fagt :
,, Dominus Christianus S3if(^of t)on $ret9fen ein S3u(^ t>on tu
(nim(i(^ ben ^reuffen) fc^teibt unb bi^ ^ebet f!4) fo ctn-. liber
Filiorum Belial cum suis superstitionibus Bmtice factionis in-
cipit cum moesticia cordis. 3n biefem S3ttd)e er t)iel faget tyott ben
^iflorien Jaroslai unb me (mebr) abbiret t)on ben gefc^ic^ten. ''
2)iefe ^ad)t\d)t @imon @runau'd über feine jElueOen, fo
grftnbti(^ genau fte wo^t immer aud^ }u fepn f4)eint, m&rbe un€
bei bem an anbem jDrten fc^on begr&nbeten fDliftrauen gegen feine
®(aubw&rbigfeit au^ noc^ fein fonberlic^« Sßertrauen in ber Xn>
gäbe feiner £lueDen {u i^m faffen (äffen , flinbe t^m nxd)t t>or
allem incai 2)at>ib al6 ®etoi^r^mann }ur ®ette unb fteDfte und
biefer ntd^t, tt)ie toir jetgen werben, bte SSa^r^eit ber Xu^fage
iene6 S^ronifien gan) fid^tt. @r fagt nimlid) : „ 2)iefer 6(p
fUanua ber erfle ^reufftfc^^e 93tf4)off fc^reibt im 93u(4e, boi er ^in?
ber ftd^ ge(affen tyon feinen ^^farfinbern , nem(i^ ben t)om Seuf«
fe( borbtenbeten unb t>orflo(f ten ^^teuffen , in tatinifc^r fpiaö^t
gemad^t, M ZiUl ober fiberfd^rift ifl, Liber Filiorum Boelial
et eornm superstitionibus^ baf tfl ba6 S3u4) t)on ben SBetiatt
Ainbern unb Stern mipglauben, ba6 3me t)on Saroflao bte 3dt
Zffumprobfl gu ^lo^fa in ber SRafauren ein IBuc^ in Steufc^er
fprac^e, aber mit @ttdfd)m SSudSiflaben gefc^rieben, geßf^fen
würben tc. "
9htn fc^rieb aber Sucal Damb frei(i<^ fpiter, al9 Cimon
@runau tmb e^ ftnnte too^l, ba jener be6 (eiteren (S^roniC bei
{Bearbeitung ber fetnigen t>ie(fac^ benu^te , bte Sermut^ung cnt»
fleffen, baf Sucal jDat>ib \)itMd)t nid^t blof bie 9toti} ftbcr (Shn>
jliani SBnd), fonbem aud^ aüt^, tca9 er au6 i^m anführt, nid^t
ani ilfim unmittelbar, fonbem au6 ®runau'^ ^u^sfigen entnom»
mzn ^abt, fo baf un6 folglich i. jDauib bur<^aud fein felbßßdn»
btger 3euge f&r bed S3ir4^of(f 8Ber( fep. %iiv bie Slaubm&rbigfeit
i. 2>at)tb6 in feinen ilteflen iRac^rtc^ten toirb biefer Segenfianb
t)on befonberer SBicfetigfeit unb e6 tfl ba^er gegen biefe Sermn«
Uibtt 6^tij{ian« S^tonif. 619
S^ronif 2(ngefA^cte feine^toegd aul @irunaU/ fonbern att6 bem
SSerfe 6^ri^tan6 unmittztbat entnommen f)aU, Der SSemei^,
baf £. 2)at>tb unter feinen ia^ivt\d)m anbern jQtteUen au4) bie ba^
mat^ no(^ t>or^anbene S^ronif 6^rifltan6 in .f)dnben gehabt , 6e>
rollt auf fotgenben ®r&nben.
3um w\len b&rften »tr btefe6 fc^on au6 bem emftgen SSe*
mi!^m fc^lief en, mit metc^em i^m fein Sanbe^^ew aüti }ut ^anh
{tt {leiten fuc^te, toai \f)m nur rofinf^Kn^tioert^ unb notl^n>enbig
tttib sur S$ert>cafommnung feinet SBerfe^ trgenb bienlid[) fepn
fonnte. ^m gell). 2trd)it)e beftnben ffd^ melfire SSdS^reiben be6 ba«
matigen ^anbe^^errn, mortn unter anUtn and) bie &tlihu (SU
bing, X^om unb jDan^tg aufgeforbert werben, bem ®t\d}ii)U
fc^reiber 9>reuffend jur SSerDoUtommnung feines fffierfeS gtfeS mit»
2ut^ei(en, toa€ \id) irgenb an alten 93&d)ern, SKembranen, 93r{e»
fen ober fonft an gefd^tc(^t(ic^en 9}a(l^ridS)ten in il^rem Sejirte auf»
finben taffe (»gt. ?uca« Daöib 85. I. JBorreb. ®. xiv— xv)
mtb bie 2(ntn)ortf(f^reiben biefer @tclbte, gleid^faSS nod^ t)or^an'
ben , geben un6 ben SSemeiS , haf man bem SSunfc^e M S&rflen
bereitwillig nacb^ufornmen fuc^te. @d ifl a(fo fe^r migltdSi , ba(
Danjig bad @pemplat t>on (S^riflianS Qf)vonxt bamalS nad) Xi^
nigSberg fd^idte, welche« ®tmon @runau bei 3(bfaffung feiner
d^ronit in iDansig gebraucht bäte. aSirtßc^ l^atte ber fDlarfgraf
Xtbtec^t bie 9lad^ricbt erbalten , baf f!(|i bei ben f. g. fc^war^en
Wtin<fym im Jtlofler ju )ban§ig, in n^elc^em ^im. ®runau ge»
lebt ^attt, eine fe^r merfw&rbtge (S^ronif beftnbe, unb wanbte
fliff um foldSie bem Suc. Dat^ib in t^erfd^affen , an ben SJorfleber
biefeS JtloflerS ®eorg ®c^et>efe mit ber S3itte , ffe i^m sujufen«
ben. Hn^ ber 2tntmort biefed ptanmi t>om 12ten Januar 1542
erfe^en »ir jn^ar^ baf biefer wenig SBert^ auf fte legte; aber ber
^r{og ließ fie benno(l() fommen, wie un6 ein SSrief t)om 15tett
Sebruar beweifet unb binbigte ffe htm iut. DaDib ein. ^reilid^
wirb fte nic^t au^br&dlic^ ßbriflian« (S^rontf genannt unb e^
wjre tn&glic^^ baf e^ ®tm. ®runau'd (Sbtonif gewefen fep ; aber
e^ ifl eben fo mSglic^, baf e6 bie M 93ifc(^of6 6l)rifttan^ war.
3um anbern ifl e^ nac^ Suc. SDat>ib6 eigener 2(u§fage too^i
unumfl&flic^ gewif , baf er ein Sremplar t)on jenem SBndSie in
ben J^inbtn ^atte. 2(n mtf)ttn Stellen feiner Sb^^onif fpri<^t er
barftber felbfl $u beutlidb, al6 ba6 noc^ trgenb m Sweifel ob«
walten finnte. &d)t>n bie 2trt; wie er feinen Dominus Chri-
stianns neben feinen anbern jCIuellen, ben 3ot:nanbe6, 3(enea6
09(t)iu'6 f ^ati}iai \>on SRed^ow , Sromer , @radmu6 ® tella u.
a. citirt , bftrfte Un SSd^luf folgern laffen , baf er 6^riflian6
Gbtontf eben fo^ wie bie Sid^riften biefer SKinner wirflid^ t)or
620 Uebn 6>rtfiian« Qf)tonit.
ftc^ l^atte. ÜRan t)ers(. S. I. ®. 11. 15. 16. 38. au$ toM^
Uitttn<BuUt wd) ^ennig fdS)on ben®4)luf sog, baf 2uc. Da«
oib 6^ri{liattd 9Ber! befefien ^aben mäffe. 3ur t)5ttigett ®e»if«
|)eit gelangt jene SSe^uptung baburdj^; baf er ®. 53 fagt:
„IXmb baf 3af)t naö) ber gebuctb ^bcifli 573, ba SSntteno bec
Adt>o Atrmaito alt tvar, laubt^ bec fd^cifft Domini (S^tP
fiiant be6 $reu|c^en S3tfci^off6 (t)on bcme 3(^ btcf
tlfijun btef ba|er am metflen ^abe) u. f. xo," ®o fonnte
ein Sßann, ber x»\t £uc. 2)at>tb in ber 2Cngabe feiner £lueileit
fonjl fä genau ijl, U)obl unmiglic^ [(^reiben, »enn er ba^ 93u(^,
au^ meld[^em er jene Qlad^rid^t entnahm , nicbt unmittelbar felb^
benu^te. S^iittt er bier ben ®imon ®runau au^gefc^rieben, fo
wärbe er biefen, mte er fonfi immer tf^ut; aucb genannt unb ge»
toif jene SBorte mi^i gefcbrieben baben. Da n)o er @. 156 bie
®ef(btcbte be^ bzW. 2Cbalbert^ erjib^t; fägt er ^inju: „S^h aui^
mobl f^^reiben fttnben , baf ni^t 2Cbalbertu6 , fonbern ®aubeii»
tiu0 in ^reufen fei fommen« %Ut ^err (Sbrißianud, ber erfie
^reufd^e S3ifcboff in $reu|fen , bergleic^en aucb anbere glaubmit«
bige fc^ciefften bezeugen, baf ®. 2(lbertud mit Saubentio feinem
Kaplan fein in @amlanb fommen.^' «^terau^ gebt wteberum \^t*
t)or, baf euc. Dat>ib bed ^eil. 3(balbert0 in ßbriflian^ SQJerfe felbß
erwdl^nt gefunben unb baf er felbjl bie 9la(^rt(bt gelefen, mel(^
biefer fiber ibn aufbewabrt b<^tte. Denfelben SSemeid ergiebt
au(^ bie Stelle S3. 11. @. 94, xotVI^z ber Sefer felbfl nacbfeben
mJge.
Bum britten l^at int. 2)at)ib bp,^ 9Ber( 6bti{itan6 an me^
ren Stellen, mie er felbfl fagt, btxmiitf wo @im. @runau be«
SSifcbof^ gar nic^t weiter ertod^nt. Diefe6 ifi 5. S3. ber gatf bei
ber ®efcbid!)te bed ^eiL 2(balbert S3. I. S. 156. 3Cu<Jb Bm.
®runau Tr. lY. c. 2. §. 2. eridblt bie ®ef(^tcbte biefe^ «^eiligen,
aber o^ne be^ 93ifcb. Sbrtftian^ im minbefien i\x gebenfen ; avA
ibm alfo fonnte Suc. 2)at)ib feine 9lotia bed S3if(l^. Sbriflian rni»
mSglid^ b<tben ; er muf te fte mi ber £luelle felbfl entnebmen.
®o fprid^t ©im. ®cunau Tr. VI. c. 7. §. 1. t>on einer grofen
€!terbli(b(eit in ^reuffen fcbon in ber Seit be^ Drben^; aber obne
ju ermibnen, baf er biefe ^acbricbt a\xt ^^xx^xant ßbroniC babe.
euc Dat)ib S3. 11. @. 94. fAbrt bagegen au^br&dlicb ben S3if(^of
Sb^i|li<^ti M feinen ®e»)j^r^mann bei biefer Sacbe an, unb be^
weifet bierburc^ abermals, baf er (Sbriflian^ SBerf nid^t in btn
3(u6sägen^ ®im. ®runau'^ benugte. SB^re eö nStbig , fo liefen
ficb biefe SSeifpiele nocb t^erme^ren; aber biefe beiben beweifen
d(ion genug.
3um t)ierten fommt ^ie^u no4» ein wieberaufgefunbene^
Fragment au^ (S^^tipan^ S^ronit 1 weldj^e^ bi^ber unter ben 9a«
tttb^r Q1)ti^ian9 <S^(onif. 621
(ag. SBif t^tiUn e6 ^ter bud[^fM6(tc^ mit:
Borussorum on'go ex Domino ChrisUano.
Tempore Justiniani imperatoris et Papae Yigilü, Gothi
cum Rege sno Yvitigo venenint ex Hispania in italiam, et In
ea parte, quam Longobardiam vocant, Ravennam exaedifi-
camnt, sedemque regiam in ea constitnernnt. Hos Narse-
tes beiio vicit Reliqui qni snperfuerunt , utpote 15,000
fnga sibi consulentes, venemnt in BaTariam, ac tandem in
Yvestpbaliam, nbi recensentes snos inventi sunt 36,000 tarn
yiri quam mulieres et pueri. Hie Gottingen extmxerunt
Tandem progressi in notam Marcbiam et ad Regem Daniae
Teudot pervenerunt, qui" illis Jnsulam cambriam, id est,
Gotlandiam inhabitandam concessit, quam populi ex Scandia
tnm tenebant Hi populi Gambriae et Gimbriae Gotbis ces-
semnt, ac per niare Gotbicum, quod oiim Crono dictum
fuit ^), et Hailibo quod nobis ba^ frtfd^e ^ab dicitur,'nu-
mero 46,000, Anno Christi 523 in. Ulmiganiam, id est,
Prussiam venerunt, indigenasque yicerunt. Horum popu-
lorum Gambriae Duces fuere duo, nempe Bruteno.et Wu-
dawiitto, quoi-um alterum, scilicet Bruteno sacerdotem
crearnnt, alterum scilicet Wudawutto in Regem elegemnt,
qui arcem Neidenberg postea dictam, aufT der Nerung, ^edi-
6caYit Rex Wudawutto duodecim liberos masculos ha-
bebat, quorum nomina fuerunt Litpho, Saimo, Sudo, Nai-
dro , Scalawo , Natango , Bartho , Gaiindo , Warmo , Hog-
go, Pomeszo, Chelmo. His suis liberis distribtiit Wuda-
wutto t(Otam provinciam in duodecim ducatns, unde adhue
denominationem retinent. Bornssi itaque orti sunt a Gim-
bris, qui in Jnsula Gotlandia habitarunt et dicti bte Scanden.
Warmo nonus filius Wudawutti, a quo Warmia dicta,
reliquit uxorem Arma, unde Ermelandt , Haec Arma inter-
fecit Ducem Masonum, id est Masoviae, in hello unft cum
ipsius uxoribus et liberis numero triginta sex. Flumen quod
dicitur nobis der Pregel, olim Scaret appellatnm fuit Sed
postea a nobili puella nomine Percoila, quae in eo periit,
Borusis Pergolla nominatum fuit Wenedia olim, nunc
Uthphania, hinc sinus Yenedicus dicitur, ba6 feuctfc^ ^ab.
2)ie teufen ober fStc^qototttet ftnbt t>or Seiten Roxolaner ge«
nanbt
IDtefe^ tft ba6 ganje Fragment. 6^e xoxt el nadj^ feinem
1) 2Cm 97anbe ftebt tM^ fanbtme^r.'^
622 UtUt CE^rtfiiaii« Q^tonit
Sn^atte mit bem, toa€ ®im. Srunou ntib ine. jDat>tb a»^ iSfyvu
ftiani Qfjtonxt entnommen, in SSetgUtc^ung {leSen/ {ut^or etUM^
aber fein 2Ceußete6. Die ®(l()nft $etgt Hat, bap e^ nic^t Don Suc
2)at)ib felbfl gefc^rieben , toef^i aber au6 feinet Seit tft. S< toitb
ba^et tt)a^tr4)ein(id^ , ba^ er e6 fftr flc^ abfcf^reiben Cief ober, mie
e9 nod) me^r fd^eint, einem anbern bictirte ; benn in ber €$<^ccibs
art, toie ed Ifiier t)or un^ liegt, fann e^ unm6g(t(^ im Drigtiial
^ejlanben ^aben; t>a€ betoeifet fc^on bie SSc^reibart be^ 9lamin$
Bonissi unb Boras! neben Prussia unb ber 8B&rter Papa« , ex-
a^dificaront, Dania«, Cimbrioe, ha biefe Schreibart ftberall
l&nger ifl. @ben fo beuten bie Tfrabifcf^en 3a^l}eidSKn auf eint
fpdtere 3^it in feiner 7(6fd[^reibung ^in. @nb(i4^ aber )eigt ft4
au(l() fc^on beim er{len S3Me, baf hat Fragment ein r^apfobtfc^
2(u6$ug au9 (S^ri{iian6 S^onif ifl unb baf e^ in htm Sufammen«
^ange, wie el t)or unt liegt; im jDriginaU nid)t geßanben ^
ben fann. Xm beutUc^^flen bemeifet biefe^ ber Untere S^ett bt$
SragmentI , inbem bie abgeriffenen <Sdbe offenbar auf einen b(o*
fen 2(u^iug binbeuten, gerabe mie mir unter 2uc jDat)ib< (^im
terlaffenen papieren folc^e Spcerpte audS^ aud anbern idueDen }. 8.
au9 «f)etmo(bu6 ftnben. 3n jeber SSeife aber bUibt un^ bo^
Sragment in fSt&d\id)t feinet SnlfiaUe« von grofer SBi4itigfett,
inbem e^ unl bie Stage: 8Ba6 S^ri{lian^ S^ronif äber^oupt
enthalten (labe? toeit Uid^ter beanttt)orten ii^t
«hiermit aber berft^ren wir einen anbern fe^r tpid^^ttgeii
^unft, worauf bei ber Unterfuc^ung Aber S^rtfiian^ S^ronif fe^
\>iü anfommt, bie Srage nimlic^: 9Ba^ ^at Sf)ri{iian^ S(^ron9
eigentlich enthalten unb toat f)aUn ®im. ®rttnau unb Suc. 2>a*
t>ib au^ ilfir entnommen ? Werfen wir $uerfl einen SSlicC auf ben
Xitel; Un 2uc. Z)at)ib ffirger aU &m. Srunau anfährt, fo
fann bie SSe^eid^nung ber «Reiben ober ber ^reuffen bun^ bie
SBorte Filii Belial fi^ eben fo gut auf i^r «^eibent^um unb i^n
ganie ^eibnifd^e Sebenlweife, aU auf eine t)om c^riflUd^Kn 9>rie3
^r i^nen angebid^tete fd^led^te unb f&nb^afte ®e{!nnung be)ic^.
SBeibe t)om SStanbpunfte M bamaltgen (S(^riflent(um^ au^ iia^
Derwanbte Sebeutungen toffen jtci^ auf bie ^xbnifd)tn ^renffea
anwenben. 93efanntli(^ f^^rieb man bem Satan auf bie (Beftn^
nung ber Reiben eine ganj befonbere ^a^t in, wie fott^ in
Sl&dffd^t auf bie $reuffen unter anbern au^ Dusburg P. IIL a
5. 31. t^ut ®ie fonnten ba^er im @tnne jener Seit an^ &hint
unb Untergebene be6 Seufel« genannt werben ; benn biefer (Sfyn*
nifi nenm felbfl ben «l^erjog Suantepolc x>on Sommern tt^cn
ber ben ^ibnifc^en $reu|fen geleifleten Unterfiftbung einen Filius
DiaboH. ZUt and) (S^riflen, x>em 9}ege be6 tkt^t» unb btt
®efe|e« abgewid^en unb auf ffinb^afte ^af)n geraten, nratbcn
Utitt S^riftiane Q^vonit 623
X\nbit it9 SeufeM genannt^ fo Utnd^mt Kadluhko p. 395.
bie Seinbe bc^ gere^mifigen «^etjogS Sßjeeco III. oon 9)oUtt mit
bem 3Cu^bru(fe viri Belial. — %timi zmÜ^ntn 6eibe S^rontfiin,
baf S^tijüan^ (Slficontf bte superstitiones bet $reu|Ten, b. ^.
t>oti&g(td(^ i^re irrige unb abcrgMubifdS^e ©itter^s unb Sfle(igion6«
le^re enthalten l(^abe. )Darftber nad^lfier no^^ einiget 9td^ere.
Sefcembenb ftnb bei ®ttti. ®runau aber t)orifiglid[^ bie 9Sorte:
Bnitice factionis. ®o fc^rieb ju Slfirifiiana 3ett fld^er(id[^ fein
9)tenf4^ ben Dramen ber ^reuffen, inbem betanntli^) nid^t Broti,
Brotti ober Bniteni, fottbern Pnici, Pruzi, Pruzzi ober Pnisci
bie dUejie Schreibart ifl. @ici^erltd^ atfo ftnb biefe äSorte enttoeber
t>on htm 9Iament>ertl&nini(er @tm. @runau felbfl ober t)on feinen
3(bfd^reibem t>erfcl(f(|ft toorben. &ib(td(^ mirb un^ im Zxu\ bei
®im. ©runau auc^ noc^ ber 2Cnfang ber S^ronif burd^ bie SSorte
angebeutet: incipit cum moestitia cordis. Der Site! itx 2uc
iDamb fd^eint too^l Aber^aupt richtiger. — @e^en totr nun auf
bie 2)arUgung M 3n()alt< ber a(ten S^ronif ncl^er ein.
1. @nt^te(t (S^rt{ltan6 S^roni! einen Tfu^sug
au< einer ®(brift, toel4)e i^m ber )Domprob{l ^a%
ro^lat) t)on9(o^C sur IBerfertigung feiner SlfironiC
geliehen ^atte. @d tt)ar ber Sletfe6eri({)t jened Sitffpntfd^en
fReifenben, Dimone^, ber jur Seit be^ Jtatfer^ Xugufiu^ au«
(SSalura mit feinen ©efi^rten in ben !Rorben unb namentlid^ aw^
na^^reuffen Um, toie Suc £)at)tb S3. 1. ®. 9. unb ®im. ®ru«
nau Tr. n. c. 1. §. 1. bertd^ten. ^ener nennt e« in mehren
®UVizn, ®. 11. 12. ein aSerjetd^ntf unb btefer fagt: ,;2)tefer
SDiMoni« ^atte a()ngef(^rieben 2(tte XagensSteifen unb getegen^ett
ber Seit unb ber lanbe, bo er tag bei tag »ar gelegen unb Ti\M
irforjle t)on ben eintoonem nad(^ IBermogen unb mit flet« eim
f4)rieb.'' £)a6 @anae mar atfo txn Steife «Sagebuc^ jene« jD^::
»one«, ber, tote Suc. 2)at)tb (®. 12.) in SJ^rifliane S3ud^e fanb,
in ^lobf geflorben, fein Steife sS3er}eid^ntf bort {ur&dgelaffen
f^ttt. 2(ber mt ^^atu ftd^ biefe« t>on ^Cugujt« Seiten an bi« )um
3a^re 1210 ermatten? Suc. ha\>x\> gtebt un« bar&ber toenigjlen«,
einigen Tfuffc^bif , inbem er ®. 10. fagt: (S^rifltan fd^retbe in
feinem 83ud^e, baf i^m 'Don 3aro9Cab, bama(« 2)omprobfl ju
9(o(f ein S3u(^ ,;in SteufdSier fpradj^e, aber mit ®re(ffd(^en S3tt^
ßaben'^ gefd^rteben, gelteren toorben, „in müivia bu<^/ laubt«
berfelben fd^rtefft einer Ditoone« genannbt oor^eic^net ^atte, ba«
er mit etlichen 3me zugegebenen gefeDen, }ur Seit M Aapfer«
Dctat>tani ](ugufti auf ®alura ber flabt in ^pt^tnta gelegen bon
et(t<^en 2Cfhonomi6 au6gef(^i(ft rourben.'' Daran« erfe^en mir,
baf e« nt(^t ba« SerjetdE^nif be« Dptoone« felbfl mar, me(^«
G^rifHan benu(te, fonbem baf i^« i^m geliehene, in flteuftfc^er
624 Utitt ^^tLijüan^ S^ronit
&ptai}t unb mit ®rted^ifd^et &d^tift (efc^riebene S9it<^ 3at^<^
(at>^ \tm9 SSecjetc^ntS enttoeber gaii§ ober im 3fu€suge entl^iett.
9li^t fo beutltc^ br&cFt f!4) bar&bec ® Im. ®ninau au9 -j t)te(me^r
fSnnen feine SBorte ih obiger Stette fo uerfhmben merben , att
fep hai geliehene fBuc^ ber t)on Dptoone^ t>erfafte Steifebedd^^t
fetbfl gemefen. Diep war obne 3tt)eifet ein SRifoerfianb ®tm.
@tunau'6 ; benn tote ^tu biefer Sleifeberid^t in Sleuf ifc^er ®pra<
(^e gefd^rieben fepn f innen ? S^rner Suc' 2)at)ib (d^t ben Z>oms
|)robfl bem 9Sifd)ofe Sbciflian nur ein SSudf) Ui^en. ®im. 9tOß
navL bagegen macbt jenen fetbfl jum 9erfa|fer etne^ 93u(^e€, totU
c^e^ er unter bem Xitel anf&^rt : Liber originis et fnriamm
gentis indomitae Brutorum in sanguinem Christianum ; aOeill
e6 (df t ft4) nidS^t ermitteln , in »iefern biefe ^ad)n^t gegrunbc t
fep. 9lur fo t)ie( ift gewtf , baf naä) ine. 2)at)ib ®. 9. (Sfyxu
fHan mit bem S3ifd)of unb ben 2)omberren t>on ^(ogf , alfo aui^
mit 3aro6(a)) n^irKid^ Matmt mar unb ba er bie ^otnifc^e ®|>r<M
(^e Derflanb; tool)( auc^ im Stanbe fepn fonnte, ba^ dimfifd^
$Bu(^ SU t>er{le^en.
7(u^ biefem Sudf^e nun na^m Sb^^if^i^ ^^^ 6r)ib(ung t>en
£pn)one6 Steife unb beffen SSefcbreibung \>on ber SSefcbaffen^ett
be^ Sanbe^ unb ben ®itten ber SSemo^ner in feine (Sbronif auf.
Vu^ biefem f)attt arxö) ®im. ®cunau feine Slacbricbten t>on jD^s
mone6, mie auf er feiner au^br&dßc^en 3Cngabe auc^ feine tteber»
einftimmung mit Suc. 2)at)ib faft in aden fünften bemetfet
9htr in einigen 9tebenbingen meieren beibe t>on einanber ab: imex
berum ein SSemei6, baf fte unabhängig t)on einanber S^rifKan^
Gb^onif benu|ten; fo @im. ®runau Tr. II. c. 1. §. 2. unb Suc.
2)at)ib 93. I. ®. 11. 2)agegen genau ftbereinflimmenb &im.
®runau Tr. II. c. l. §. 2. unb «uc. J)at)ib 85. 1. ®. 12.
2. enthielt e^rijiian^ Sb^onif bie ®ef<^ii^te
t)Ott bem Sinjuge ber ®otben nac^ ^reuffen. X>a
tüit Aber biefen ^unft mit ben beiben ermibt^ten (^^toni^m aud^
ba^ mitgetbeiUe ^ta^mmt ))ergleicben {innen, fo ergiebt fld^ ^ter*
avL^, ha^ ®im. ®runau in ber 93enu(fitng ber Qf)tt>nit G^rifKani
ffd) meiff r>Ui genauer an feine £lueKe binbet, M im. ^aotb.
(S\m. ®runau batte aber bie Srs^b^ung ber Sintvanberung frems
ber 935((er nadf) ^reuffen brei jQueUen t)or ffcb liegen, ndmlt<^
ben 2Cenead ®p(t)iu^ , Sra6mu^ SSteUa unb bie S^ronif Q!fytu
flian^. ttnbe^älfßc^ in beren SSenugung m%9 er i^re Angaben
burc^aul nic^t gu t)ereinigen unb berichtet baber juerfl, toa^
Zernag ®p(oiu^ Aber bie ®ad)t fagt; bann gebt er auf bie Vm
gäbe be^ ßra^mu^ &uUa ober unb mit biefen beiben idueSen
t>erg(eid[^t er nun feinen SSifcbof S^riflian ; ba ffebt er erfttic^, baf
Titmat ®9tt>iu^ ben 9}amett Ubniganten eben fo b<^be, tote Do-
tte6er (S^rifiiane (S^rontt 625
niinns Christiaaus, ^^% a(er {tvetten^ t)ön ben Stffemamen be6
<$ra^mud ®te(ra ber SBifcf^of S^rtfitan ni^t« mtffe. St fagt:
„Son btefen nichts feiet Bominas Christianus, fonbem tpo^t
f|>ri(^t; tote in UlmigaDiam ober Bructeram ffnb gefommen
®9tone^ unb !Dlaro6et u. f. m. '' 9ta(6bem nun ®tm. ®runau
in fold^t SSeife bie ](nga6en r<^iner oerfd^iebenen JD,ue(Ien neben
einanber ^tnfletft, menbet er ft(^ ni^er oxi, feinen S3ifd)of 6l^ri'
fhan unb f&^rt beffen 2)ar{leUung au^f&^rUc^er an. $BergIei(^t
man nun aber biefe mit bem 3n^alte beiS mitget^ei(ten Srag«
ment^ unb nimmt m^n ^tnju , baß biefe^ , wie feine gange %^ixcl
U%xi, nur zxxi TCu^gug aud S^riflian^ Sbi^onif ifi, fo bleibt gar
(ein Streifet äbrig, baf ®tm. ®runau toirKid!^, tt)ie er fagt, au^
^m SBerfe 6^riflian6 nic^t b(of gefc^ipft l^abe, fonbem e6 mirb
duferfi ioa^rf(^ein(i4^, ja fafl gang geioif , baf er xa biefer Dar«
^efiung G^riflian^ eigene 9Borte gerabegu nur Aberfegte. Diefe^
beßdtiget fld^ no(^ , toenn man mit beiben ben Suc Daoib 89. I.
@. 14 — 15. oergteicbt. @r fagt ebenfatf^, baf er bei biefem
®egen{lanbe €^ri|iiand S^ronif benu|t %^\^^ ; aber er \^ixt, bie
g(ft(f(i(^e SRitte sn>if(^en bem etwa^ fangen gragmente unb ber
»eitfc^toei^gen Sarfiettung ®im. ®runau'^, ber aUed fo ^in*
na^m, mie ed i^m 6(^riflian barbot. @r bert^^rt ben 2(ufent^aU
tet ®ot^en in Italien nur in wenigen ^Sorten, Aberge^t gan^
i^ren TCufent^ait in SBeflp^aten unb \\%i ffe o^ne weitered gu(e(t
nod^ Dinemarf (ommen. 93on ba ^v^. fiimmt er m SBefentUdben
mit ®im. ®runau'd @rijf)lung äberein, bod^ aber in ber Xrt,
^^ mwi ((ar fte^t, Suc. Daoib ^oAt ftc^ bei weitem xMcjX fo fl(a>
vifc^ an (S^rißtand SBorte gebunben, fonbem freier unb'fetbfl«
ßdnbiger gearbeitet. Diefer alfo benugte feine iQueUe; ^m.
%xwa<iXL bagegen äberfe|te fte mei{l ben fBorten nad^. Unb a(^»
ten wir auf bie 2(rt be« @ebrau(^el, ben Suc. 2)aoib t)on feiner
£lttette mad^te, fo finben wir bei i^m eine (ritifd^e Siid^tung, bie
fowo^I bem gragmente, ald bem auc^ fonf( fo unfritifdj^en ®im.
@runau gdnjlic^ abging. Diefe beiben (äffen bie @ot^en unter
bem Ainige SBitiged aud Spanien na(t^ £)berita(ien r&<(en. Die
Crj^^lung gilt, wie gang ((ar ifl, bie jDiigot()en, bie aber, wie
ieber weif, (einedwegd au6 Spanten, fonbern wM ben IffXxijrx
{inbem, auc^ nic^t unter 9Sittge6, fonbern unter X^eoboric^^
nad^ 3ta(ien einwanberten. Sucad Daoib (annte, wie e« fcfteint,
jbiefe unb anbere 3rrtb&mer feiner SlueUe unb \l%i fowo^( ben
'iRamen bed Jtiniged SBitiged, ai6 bie 3^itangabe ber Sinwanbe«
omg in feiner Srgj^iung ql}x%\ unb auf biefe Sßeife oerfl^rt er
au^ mit ben übrigen ^rrtlfifimem fetner jCluette , wie iebem eine
S$erg(ei(^ung (eic^t geigen wirb.
9. (Snt^ielt bie (S^rotti( <S^ri{lian6 ben IBerid^t
\ 40
626 Uebet e^rtfitand S^rontf.
über bie etflen Sincic^rungen bec ®canbianer in
^reuffen ober in bem bamaligen Ulmtgerien. ®0'
»0^1 ©im, ®runau Tr. II. c. 2. §. ^. aii int. Da^ib S5. L ©.
15. fagen au^br&cf (icl(^ , ha^ fte biefen S3erid^t aui Q^xx\tian ent»
te^nt ^aben unb ^eibe flimmen in ibren 2Cngaben aud) Dottfoim
men fiberein. Die ^Snig^tpa^l bec&b^t gan^ (tic) aud^ hat Srag*
ment unb £üc. Dat7ib @. 16. erwähnt, ba| S^nfHan aud[^ biefe
Gegebenheit er^i^le. Tlni) ))'m f)ait f?cb @ini. ®runau oieber
mit firenget an bie £Iuet(e, inbem £u€. X^ar>ib bad au6 (S^rtiitan
entlehnte üßaterial mebr tb^iU unb anbecd ocbnet «i^ie unb ba
abec weidet biefet auc^ t>on @im. ©runau ab. 0i) nennt bec
leitete ba , too t)om ©eborfam gegen bie ®otter unb t>on ben
jDpfecn gefprodb^n tt)icb; bie brei J^auptgittec ff^atoUe, ^a»
tcimpo unb $er!uno. " Suc Daoib bagegen fpart ftc^ biefe 9ta?
men bi« ®. 25. auf unb b^nbeU bann \)on ibnen au^f&^cUc^r.
Daffelbe tbut ec bei ben 9}amen ber ^toilf ®5bne ^tbetoub^, bir
er erji fpiter Don @. 58. an mit ber Sb^i^ung be^ £anbe6 an«
f&bt^t; tt)i^renb 0im. ®runau in Uebeceinfiimmung mit bem
Fragmente fte fogleic(^ nad) Srmibnung be^ S3aue6 ber Stieg
Ttaito ber SUif)t nad^ nennt unb ^mar ganj in ber Steibenfolge,
mie fte baö Fragment unb fpiter audb Suc S)at>ib b^bMi.
4. @ntf)ielt bie Sbronif Sbnfiian« bte erfte
^reuffifcbe ®e{]egge6ung burcb ben Xinig 8Btbet9ttb.
Tin^ ine. 2>at)ib toirb btefe6 iwax nid^t ganj f(ar, benn nac^bem
er ®. 18. manc^e^ berichtet, mo\>on ftc^ nldit ermitteln (^fit, ab
er ed aud 6()riflian entlehnt t)abt, f^b^t ^t^ ®- ^9. fort, bte Se*
fd^ic^te jener ®efe|gebung ju er^i^len , obne audbr&d lieb ju et»
tioif)mn, ba^ dbnjiian bat)on fprec^e. Qben fo wenig gebt biefe«
au6 bem S>^agmente b^tt)or. i)agrgen bericbtet ®im. ®runatt
Tr. II- c. 3. §. 1. audbr&cf lic^ ; bai er feine Slacbrit^t &bec bte
®efeggebung burd^ ^^Dominus Christianus" b^be unb bann fol«
gen bei i^m bie einzelnen ®efege gan$ in berfelben Crbnung, mie
bei ixxc. 2)at>ib. 2(ber aud) f)'m bemerkt m.an mieber, baf betbe
unab^ingig t>on einanber ben Sept ibrer £lueUe äbcrfe^ten. @im.
®runau iif)it jebocb nur 13 auf ^oneba gegebene ®efe|e, toi^
renb Suc. 2)at)ib i^rer 17 auffäb^^^ inbem er nocb t>ier anbere
Slerorbnungen ^iitjufägt , bie etmad fpjter i\x Stomome gegeben
würben. £)b aucb biefe in (^rifliand Sbroni! beftnblic^ waren,
fagt webeii &im. ©runau, ber )te Tr. II. c. 3. §. 3 — 6. ebem
fall« anfährt, nocb aucb Suc. £)at>ib.
5. (intf)xat bie d^ronif (Sbnfliand bie ®ef<^ tc^te
bed Arieged ber^reuffen gegen ben9Rafot)if(ben Sftr?
flen SRago. ^ier flimmen &£)at>ib unb ®.®rttnau t)Sllig&berr
ein. 2)ie @a^e aber 1)at eine anbere bebeutenbe ®(^t9iertg!eit.
Ueber G^ctfitatt« (S^contf. €27
tue. 2)at)ib S3. l @. 38. fagt: „Sit tooUen miter bte gefc^ic^t,
fo |t(t^ ungefebc (»te ^nv 6^rtf}tanu6 ber erfle ^rcufftfc^e SStfc^off
fe^t) Im 3at (S^rtfü ffinff^unbert unb funfttg {ugetragett etge^ten.
Derfetbe t)ormelbet in feinem 93ud)e, baf er Don ben Ainbetn
Sedal , ba^ ifi ben ^reuffen fyktt gefidSirieben , bad obgenanbter
2>tt)0tte^ xn feinet t)or|ei(^nu^ ami) fegt; baf fajl 3er(idS^ ein ^^ecr
Wtal^o genenbt, in ben Utmiganem lommen tu f. \o," @im.
®tunau ztii^lt t)on biefer Gegebenheit an {toei t>erf(^tebenen Cr»
ten ; einmal Cdf t er bte ^^dbUing &bec ben f. g. SRaio fcgleicb auf
bell SSeric^t be6 £)9n)one« aber bie Sefcbaffenbeit be6 !?anbe« fol«
gen Tr. iL c. 1. §. 2., bann aber fagt er Tr. 11. a 3. §. 8. aud^
ait^bru(fli(^: „idb ()abe obene gefagt nad) ber SSefcbreibung Chri-
stian! au6 ben S3&(^irn Diwonjs, n>te Maso ein f&rft 3or jer»
(tc^ in Ulmiganeam i|unbt ^reufen genant, quam'' u. f. n). —
SBeibe Sbroniflen atfo fagen , nac^ Sbriflian« (Ibrontf foUe 2)9«
wone6 aber ein @reignif[ gefc^rieben b^^ben, toeK^e^ in^ ^a^t
550 gefeit wirb. Da6 ifi eine Unmiglicbfeit unb folglid^ eine
biflorifd^e Ungereimtheit. Unb wer i)at biefe terfcf^utbet? £)ffen'
bar jundcbfi Dominus Christianus, benn in feiner Qf)von\t f^at
fit offenbar gefianben unb tue. £)at)ib unb @im. @runau berief«
ten nur, »ad {!e in 6btifiian6 S3ucbe gefunben. £)b (Sbtifiian aber
ber eigentlidbe Urheber berfelben fep? £)b er r>ieUtiä)t mit feinem
geltebenen SSuc^e „ in Steupifcber Sprache unb ®redfcf)en SSuc^fYa^
ben'' bocb nic^t rec^t fertig werben fonnte? £)b er ettoa ba6,
wad ber fpitere SBerjfaffer biefel SBucbed fagte, mit bem barin
entbaCtenen Sierseicbnip M Dpwone« t)erwe(l^feite? 9Ber wia
Wefe grttgen |e|t entfcbeiben? — Uebrigen« weid^en Juc.^ J)at)ib
unb &kn. ®runau im ^efentlitben ber Qti&^tmQ bed Arieged
tttd^t t>on einanber. ab, nur baf erfierer mebc. ate ^eier S3earbei«
ter, (öfterer bagegen mebc M btofer Ueberfe|er erfc^eint. 2(6er
ba^ SKeijle, wa6 Suc. I>a\>ib aber biefe gan^e S3egcbenbeit mit«
tt^eilt , war aud ber 6bt^(>nif M SSifd^ofd genommen , ba^er er
®. 54, wo er auf einen anbem @egen{lanb äbergebt, bei ber
neuen 6rwilS)nung ferner jQueUe, nimlicb M Domini Christianl,
audb gans offen fagt: „t)on beme t(b bief tbun biep ba^er am
meiften b^be. "
6. gntbielt bie Qbtonif dbnfliand bie ßintbei:'
(ung be6 Sanbed in sto&(f Sanbfcbaften unter {witf
Sirllen. ^ier&ber ftnb bie SSeweife nic^t fo !{ar, al$ bitt)n. ®tm.
@mnau giebt biefedmal feine £lueUe gar nicbt an. £uc. S)at>ib
®. 53 — 54 nennt aUerbingd swar hit @(^rift bed SSifcbofd ba,
too er i^on^'ber ?anbedtlS)eiIung in fpred^en anfängt; aber man
ttnnte biefe 6rwdbnung Jbed ^eugniffed Qfyciflian^ aui) wobt fftg«
ü<^ nur auf bie 2(ttgabe bH ^o^en ZlUti M SBruteno begießen.
40*
629 ttebcc S^riftian« (S^ronit.
Tiünn ha^ Sragmene gtebt ^ter Me SntfcM^mtg mtb einen ttemltift
ft(t^eren S3emet^, baf in (S^rifüan« S^rontf t)on ber San5efeint|et'
lang mirflic^ bieStebe getoefen fcpn muf ^ benn e^^etft: His suis
liberis distribuit Wudawntto totam provinciam in diiodeciiii
dvcatvs, unde adhuc deDominationem retinent. Xtfo iß
nid}t SU smeifetn , baf d^rifiian bte (Sq^JE^iung t)on ber Sanbei»
tbeitung gefannt f)aU. S)od) aber iji anc^ dewtß, baf Suc 2>a^
eib md)t aUea, mad er fibet biefe Sanbe^t^eilung fyit, aM Qfyir
jlian entncmmen. @o ecmä(^nt er $. SB. ^. 61 felbfl be6 ®tm.
®nmau (f)ier sunt erfienmaU) unb beruft fid^ auf beffen ffOtU
SB&d^er", au^ benen biefer bte (Sr^njen be^ 2anbe^ entnommen
l)abe , Mli)t^ bem ®ubo §ufteL JQitttn btefe Srinjen im iSfyn*
fi'xan gejlcinben, er tofirbe gewip auch ^iev, toit 61^ ba^in immer,
blefen ai^ deugnip angeführt ^aben. £)^nebem ge^irt and} a\M,
wa^ Suc. sba\>\h ®. 63 er^ä^lt, einer fo fpitm 3^it an, baf
man tiat fielet, er ergänzte ^ter bte DteUeicbt nur f^arfomen Xn»
beutungen G^rifKan^ aud mtf)ttn anbem iCluetten. 2>iefe 3Cnben>
tungen verrat^ unB auö) noc^ ba^ Fragment in bem, n>a^ e^ t^on
SSarmo unb fetner @a(titt Ztma (f. ine. i^ai^xh ®. 70) erji^t,
mit Suc. ^at)tb fibereinfltmmenb, fo toie in bem, toa^ e^ t^on
ber fÄamendoermanbtung M Slnffed ®(ara xn ^ergoUa ober fhc«
gel anffi(;rt, toomtt im. S)aütb ®. 60 gu t>erg(ei^en tff.
7. (Snt^iett bie S^roni! (S^riflian« bte 9e*
fd;id)te ber 2(ufopferung be^ Ainigi 9Biben>ub unb
be.« @rtn)e SS^utenc. «hierüber f)abm mir b(of bad Sengntf
be$ Suc. £at)tb, inbem er @. 76 fagt: ,,9Bie me^r gebadeter Si>
fc^off 'S^riflianu^ fe|t im 600 ^a^t nad) ber ©eburt G^ttfii u.
f. m. " 3(ber auc^ o^ne biefe au^brfid U(f)e TCu^age trdft fd^on
bte ganje (SrgAbfung t){atg benfelben S^arafter, toetc^n &t€. Z>as
oib0 äbrige in^&Qt anB G^rtflian^ (S^rcnif i^aben. 2>te (onge
Stebe i. SB., bie t)on ben betben Tilun an bal 93o(f gehalten tvcfb
uttb früher ertod^nten anbern au^ S^rifHan gezogenen {Reben bem
S^arafter nad^ fo ganj i^xtüd) ifl, fann nur anB SMfHan ent»
nommen fepn. Der Umflanb aber, baf guc. )Daotb ^ter feine
ftuette nur allein nennt , o^ne baf ®im. Srunau Tr. 11. c. 5.
§. 'J. (E^ri{fian6 im minbefien ertod^nt, ifl ein neuer S3emei< §8
ber SBe^auptung , baf jener (S^rifltand G^ronif ntc^t erfi bun^
blefen kennen lernte , fonbern unab()ingig oon biefem benu^.
8. enthielt bie S^ronif G^rißian« »erf^iebe*
nea über bie 9teligion, ®itten unb @ebriud^e ber
a(ten ^Canbe^bewo^ner. £ue. 2)at>ib f&^rt un^ ^iertu 6.
145 unb 146 einige SBeifpiele an, inbem er nad^ (S^rifHan^ Seiis*
nif ber 9Bo^(t^dtig<eit ber ^^reuffen gegen Ztmt, t^rer ®a^s
freunbfc^aft gegen %ttwb^ unb i^rer ^ftlfSleifhmg gegen ttiigl&t
Utbtt Q^tiftiani CE^tontt 629
U^f befonber^ )ue See emi^nt; bann attd^ einen SSetpef^ ))oni
Xbergtouben M SBoffea au^ (S^^ttftian« (S^rontf mittl^eUt 6Stm.
0runau Tr. II. c. 2. §. 3. aber (ift un^ ni(bt ungewiß, baf
ottc^ mandj^e^ aber bie Stettgion ber alten ^ttuffm barin ent^aU
ten war; er'f&f)rt barau6 menigflen^ bie brei J^auptg&ttcr {u
SHomowe an.
9. @nt^ielt bie (S^ronif 6l^riflian6 auc^ no^
manc^e^ aui ber ^iit, ai^ ber jDrben fc^on im ianh^
»ar. 2uc. Damb S3.*Ii. @. 94 fagt: „^i^mUt e^egebad^ter
{krr (Sfiriftianud in feinem S3u(^e, ba^ er t)on ben ^reuffen ^in<
ter f!(6 gelaffen, ba6 im ftebenten 3^ate, nadbbem be6 2). £).
Srubere in ^c^uffen angefangen {u regiren, ein fe^r ^ifftig^ @ter<
ben eingef^aden. @ott weif, fagt er, ob e^ t)on wegen ber Dorgiff*
Un Sufft falben gefc(^een, ober bad e^ bie fo auf beutfc^en (anben
)tttt JBrubern in ^^^ufTen fomen waren, mitgebra((^t, weit e6 in
2>eutf({^en (anben felfir gejlorben." 2)iefed fowo^l^ a(0 wa« Suc.
2>ai9ib no4) femer t>on biefer &qd)t er^i^U, ifi Wieberum ein
neuer 93ewei^, baf er ba6 93ud^ G^rijÜan^ felbfl benubte; benh
©im, ®runau Tr. VI. c. 7. §. 1. erwdbnt biefe« ereigniffe« fajl
>nit ben nimlid^en SSorten, aber obne 6()riflian6 ju gebenfen.
Sie ^itte nun Suc )Dat)ib wiffen f innen, baf bie alte (S^ronif
M SSift^of^ biefe 9tad)rid)t barbite, wenn er fte nid^t fetbft in
t^r gelefen ^tu.
2>iefe6 ifi im 3fttgemeinen ber ^^ait ber (S^ronif be^ 99i«
f4»of$ (S^rißian, fo weit e^ miglic^ ifl, i^n au6 £uc. 2)at>ib unb
€!im. ®runau fennen ^u (ernen. Sd war not^^wenbig , ibn r>ot
Vugen in iegen , nm baburc^ bie fatfc^e SReinung $u beflretten,
M fyibt Suc. )Dat)tb bai SBerf Sbrifltand nur an^ @tm. ®rtts
nau fennen gelernt. 6^ ifl aber aud^ nStbtg , nod^ einen 2(ugen«
blid bei ben Sweifeln )u DerweiUn , bie man gegen ba6 Safei^n
Don e^rißtan« S^irontE aufgefleUt b^t. @o w^tt foid^e Sweifel
jOOn «^artfniX^ in f. Dissert. de scriptorlb. histor. Prass.
p. 4 unb im 2i. unb 9^. ^i^^nff. @. 123 erhoben ftnb, f^at fcfton
Jto(ebue Titltm @efc^i^te ^v. 93. 1. ®. 155 ff. Aber bie ®a-
4e nt<^t unpaffenb gefprod^en. Der 6inwctnb , baf t>or ®im.
Orunau fein ^^otnifd^er unb ^reufftfc^er @efcbicbtfcbteiber t^on et>
ner S^ronif (S^rifKan^ etwa« wiffe unb baf felbfl Du^burg i^rer
nic^t erwäbne , ifi o^ne atte« ®ewid^t 2)iefe ®ef4)i(btfd^reiber
nennen fiber^aupt i^re dueUen duferfl feiten, unb ifl t^orau^ju^
fetten , baf fte S^ri^an« (Sf^ronif gefannt baben mftf ten, fle, bie
mit ber ®ef<^i(bte ^euffen« fo äuferfl unbefannt waren? Jtennt
benn aud|» nur einer t>on i^nen , f ennt ber fp itere DUtgof bie
3a^rbA4^er Sinbenblattd ober 3o^anne6 t>on ber ^uftCie? Siegt
ibf r^aupt nidf^t eine fc^iefe Folgerung in bem ®a|e : Jlein ^eU
630 lieber 6^ttßtatt« S^contf.
nifditt unb ^reufftfc^et @(^ttftjleaet Dot Orunau femit bte (Site*
nif S^rtftiand — folglich war fie nie r^or^anben ? 9Ber ermi^nt
Dor ®tm. ®runau'^ 3^t ber }(nnaUn SBtganb« wn Wtatbmgl
Jtennt i^n ein ^reufftfc^er ober ^otnifc^er ^efd^i^tft^teibet?
Unb ifl er benno^ n)entgflen^ in einer (ateintfd^en tteberfelung
neuer(id) ni<^t ivieber gefunben worben, nac^bem man t^n fit
immer \>nictm f)ie(t? £)^nt 2^veifti m&rbe «f^artfnod^ feine
3n)eifet juräcf genommen ober gar ntdS^t aufgefledt ^aben , n>emi
er ben 2uc. ^amb gekannt ^ittt, ben er nic^t einmal unter
^reuffen^ @efcf)id)tfd)reibern im X unb 9t. ^reuff. (Sorrebe) §ii
nennen me1§. Uebecbaupt wirb jeber, ber bie gegen ba< Safe^n
ber alten (äf^tonit aufgeworfenen 3weife(^gr&nbe äberw^gt, t^r
Sewid^t fo \ii)toa^ ftnben, baf f!e aufer bem, xoa^ ito^bue fd^tai
bar&ber gefagt, gar feiner 9Biber(egung femer me^r bebArfen.
9lacb Suc. 2)at)tb« 9lacbriAt S3. H. ®. 94 muf ^(^nfiiatt
feine 6broni! erfl nad) bem ticif)vt 1237, atfo in feinen (e|ten
£ebendiabren gefc^rieben ^aben, in einer 3eit, al6 er mit bero
beutfd^en £)rben fd^on in offener gebbe {lanb unb bie jDrben^rtt»
ter f(^on iffentlicb bei bem ^apijle angefragt ^atU. SBenn nmi
ber SSifcbof in feinen ftSerfe eine« @reigniffe^ au^ bem S^^tt
1237 erwibnt, fo fcbrieb er ft(^er(i(b aud) noc^ iber bie Sabrt
1238 unb 1239, unb fonnte er bi^^&ber fcbreiben, o^nt fetner
^wifligen SBerbiltniffe $u gebenfen unb obne bie SSefcbutbigungen
gegen ben Crben, bie er bei bem ^ap\tt f^on anbrachte, no<^
SU Derfljrfen unb su t)ermebren? @efd)ab aber fotc^e^, fo for*
berten ed bie Jtlugbeit unb ba^ Sntereffe bc^ IDrben« , (^b(^tfft<Ktt<
Sb^onif nicbt befannt unb Derbrettet »erben ju (äffen ; unb man
entzog fte bm iaien baburd^ , ba^ man fte in bie SSibltotbefen
ober f, Sibereien " ber £)rben^b^ufer nabm. Unb wenn wir un<
nicbt febr täufcben , fo ftnben wir fte in biefen aucb wirHt«^ wie»
ber. 3n bm Serjeicbniffen ber Sibereien ber Derfc^iebenen £)r>
ben^biiufer, bie in bem f. g. 3(emterbu(be im geb.^^rcbiDeent^t«
ten finb, f^nben wir einigemal einer „ ^rufcben Gb^^^^ica , Q^tü»
nife t)on $r&ffen, ober (Sbtonica ber ^r&ffen" erwdbnt; tergL
iinbenblatti 3abrbAcb. €S. 18; ®ef(bi(^te t)on fRarienbitrg
®. 382. belebe Sbronif finnte biefen gewefen fepn? <Sin ütf
faffer ober dm n^b^re Sejeic^nung wirb nirgenb4 angegeben.
Sine IDrben^sSbt^onif war ed gewip nid^t, benn biefe werben ^k
unb ba nament(icb a(d Srben« « Sbronif en genannt unb felb^ ber
9}ame ,, ^rufcben Sb^^onica " ober ,,6b<^omca ber^rfiffen'' »ftrbe
bann nicbt paffen. SBfirbe aber nic^t bie Qi)ti>nit S^rtfKan« <mf
biefe 9Setfe ricbtia bejeic^net werben ? SBaren nic^t gerabe bie
q>reuffen, tbre altefte ®efdti^U, ibr «eben, tbreStttett; ibr
®itterbienfl, ibr erfler Aampf mit bem beutfcben jDrben ber rc<^t
Ue6er 6^rtfltan0 Q^tonit
631
eigentUd^e ®egenftanb/ meieren ffe (e^anbette? Unb ferner fd^en
tote ^ier tttc^t gatt$ flar Utf ad^e unb ®ruitb, toarutn bte S^rottif
G^rifltatt^ toi^renb ber £)rben$ « ^txt uttbefannt , unbenu|t unb
in ben @et9i(6en ber JDrbendburgett Derborgen büth, bt4 btefe
Sargen sunt lEt}txl Don ^tinM 3Rad)t gebrod[^en, ber IDrben auf«
gehoben; bie S3&(^erfammlungen jerflreut unb fc an^ jene „^tu^
fc^en (S^tonka" bem ®tm. ®runau unb Suc. Sat)tb jur 93e-
ttulung luiin^ü^ würbe? — ' ffioi) barf bte 4>ofnung ntdj^t
ganj aufgegeben toerben, S^rtflmn^ 6^rontf einfl noc^ wteber
aufsufinben ; i^ieU eic^t aber erft, mnn ed im Sattcan lichter wirb
unb feine Gelage ferner md)t ntel()r bem ® taube unb bem SRober,
fonbern ber 5i3if[enfd[>aft flbergeben ttjerben.
» c i l a d e N£i IL
lieber bie aSernfleitt^^Srtfel Raunonia, Abalus,
Basilia unb Osericta — ©amlanb.
( IBor^fleren in ber ^önigt. IDcutT^en ®efeQf4aft gu itinig^^g am
®e6uctdfejle ®r. ^a\f^ht M Sthni^^t am 3ten Yugufl 1825.)
ttcbec mntge ®egenfldnbe ber iUeren nocbtf<^eti Srbtimbe i# fett
bet Seit, M man bte ®t^i^\i^u Ui SVocben« mit mt^x SrAiib'
Itc^feit tu bearbeiten anftttg, fo Diel gesmeifelt, To ^Ati gefragt,
Dermut^et, aufgebaut unb wteber niebergemorfen morben, M Aber
bte fc^on im 3(Uert(ium fo mett ber&^mte SSemflein^Stifet Statt*
nonia^ ^fbalu«, Safftia unb £)fericta. 2)ie gan^e jDftfee ifi na<^
aUen Stid^tungen ^in burc^fud^t morben, um f!e trgenbtoo wteber
auf^uftnben , unb gefunben (yat man fte balb 'm ^teuffen in ber
Sanbfcbaft ®Mnianhf ba(b in ®(anbinabien, balb fetbfi in ber
3nfe( jDeftl im Sttgaifd^en SReerbufcn. S^atXt mm nun aber
au(i) irgenb einen fe^en ^unft f&r biefe 3nfe( angenommen nnb
fetbfl ben f(bn>ierigen Unjfanb ISfinweg geräumt, baf m fpdteter
Seit ntrgenb^ ber S3ernflein tn fo gco|er ÜRenge; M einfl auf
jener 3nfe( gefunben »erbe, fo bot bte S^ereinigung ber fo t>erf(^ifs
benartigen ^c^xa^n auf eine unb biefelbe 3nfe( ber ®4t9ierigletten
))on neuem eine grofe 3a^( bar , benn jebem Uuc^tete ein : "bie
Flamen mii^un in irgenb einer SBetfe f&r Sine 3nfe( su t'eretnt'
gen fepn. Sin Tfu^weg, fte )u trennen, bot ftcb ntrgenb^ bar.
9(iniu« legte fte na(b TinyxU feiner SlueUen atte Giner 3nfe( bei.
S>ie f(l(^mierigen GtcOen biefe^ 2(utor^ toaren folgenbe.
3m 4ten SSuc^e im 13ten Jtapitel, roo er bon Un namenlofen
3nfe(n im nSrbti(ben jDceatft gtfproc^en ^at, fd(^rt er a(fo fort:
£x qttibus (insulis) ante Stjthiam qnae appellatur JRau-
nonia abesse a Scjihia diei cursn , io quam \eris tempore
fluciibus electrum ejiciatnr, Timaeus prodidit
®lei(b nadS^^er aber ^eifit e« weiter:
Xenophon Lampsäcenus a litore Scjthamm tridni navifia-
iiont insnlam esse immensae roagnitudinis , BalUam traait.
£andem Pjibeal Basiliam nomiiiat
iDie fBettttletn^Sttfel im Stotbeit. 633
Dagegen fagt 9(intu< Im 37flen fBucl^e iv^ 2Un MapitH:
Pyiheas Gnttonibus Germaniae genti accolae aestnari-
um oceani Meolonomon nomine, spacio stadiotum sex mil-
liiim. Ab hoc diei navigatione insnlam ihesse j4balunu Jilo
vere flnctibus advebi (sc. snccinnm) etc. Huic et Timaens
credidit, sed Basiliam vocavit
Unb gUt<^ barauf fi^rt et fort:
Mithridates in Germaniae littoribvs esse insnlam, vo-
cari eam Oserictam^ cedri genere silvosam: inde deflnere
in pctras (sc. succinum.)
Uebecbticf te man biefe @te((en , fo etl^oben fi^ eine SRenge
von Silagen , beten ^Cuflifung f aum benf bat fd()ten. SBie (onnte
Zmliu^, fo butfte man fragen, bie S3ernfiem«3nfe(, bte er ein»
mal Staunonia nannte, nac^^et mieber JBaffUa nennen? fDletnte
er imei t>erf((^tebene SSemfleinsSnfetn, mi^e mar bann ^auno«
ttta? »etc^e Safflta? S3e)eid^neten aber bte betben Flamen nur
£tne Snfel, fo erhielt fte nad^ M ^^ti)^a^ Seugnif nod[^ einen
brttten ^amnif ndmli^^ HbaM. 9Sie f onnte ferner ^ptlj^ea^
biefelbe 3nfe( einmal SafHia unb bann mieber 'Kham nennen?
ttnb bann wie tarn biefe eim 3nfe( in ben brei fo fe^r Dtrfc^ie«
benen S3enennungen ? !!Bar enblic^ bed SRit^ribated SSem^eim
3nfe( jDfericta i9on biefer noc^ Dcrfc^ieben ? 9Bo war fie bann ju
fachen ? Unb war fte ni^t )>erfdS^ieben Don jener, wo{u benn nod^
ein Dterter 9lame , ba fte burd) jene brei fd^on t)inldnglic^ be)ei(^«
net ivar? — S3on folc^r Zvt waren bte Silagen, bie man l^ie^
bei {u iifen ^atte unb gelifi würben fte sum S^eil auf bie fonber-
barße SBeife.
Sccarb^) fiel auf bie tdd^erlidS^e SReinung.* ber 9lame2(ba«
Uxi fep in bem t>erborbenen 9lamen ^iUau nbc^ t>or|^anben nnb
bebeute wo()( urfprAngUc^ „3(nfatf" b. f). ben Qtt, wo ber SBern«
jiein anfatte ober ausgeworfen werbe. SSaftlia fep tnd ^ateinifc^e
fibfrfett Regia -Jnsula itinigd^^nfel unb t$ ge()e barauf t)tt^ot,
baf ber 9}ame JtinigSberg fc^on fe^r alt unb nic^t erfi im brei«
^e^nten 3a^rl|»unberte entflanben fep.
Der gelehrte 93 a 9 e r behauptete : jDfericta fep ®am(anb ;
bte ®rie(^en (bitten btefeS Sanb SSaftlia, bie X)eutfd[^en jDfet^icta,
gleic^fam bad ifUid^e Sitii^ ober ba« 2(efiter«9tei(^ auf 6e(tif(^
genannt , weil ef ein jtinigreic^ gewefen fep. Die }(eflter felbfi,
®am(anbf SSewo^ner, mic^ten ef wo^l Zbaiui genannt ^aben %
1) Eccard de origine Gcrmanorum p. 98«
2) Bayer Opuscul. p. 415: Si quis hanc Sembiam Oscrictam
dictam jputet, erroris baud facile coarffui possit, praesertini si Diodori
Siculi Basileam obiecteL Graeci igitur Basileam, Germani Oseri-
ctam, Yehiti Orientale aut Aeslionim iregnam Celtica Ungua dica«, ob
634 £)te S9ern(ietn:i3nfe( im !Rorben.
^umxt nrnnu bep fonft fo stftnbßd^e fBaper bie tvu^tiglle» J^a-
gen beantmoctet su ^aben. @c fAb(te, nai fttxlii) UiJ^t )tt fi^
Un tt)ar, baf SSaftßa ejne ®rte(^tfcbe SBenemtung unb in iSfericta
ein 2)eutfdS^^d SS^oct t)erborgen fep. Tiütm etf mangelte fetner Cc^
(Mirung bo(^ in aller 9Betfe an gr&nblid^en Seweifen ; t€ lief ftd^
bei i^r auc^ n)teber fragen: 9Sarum gaben benn bieSciec^en ge»
rabe biefer S3ernfletn«3nfe( ben Flamen l8aft(ia, ben mir bo4^
fonfi in d^Uc^en Sitten t)on ibnen gar ntd^t angetoanbt ftnben?
Serner wie (ann iOfericta „i{{(td)ed Sleicb " ober ,,3(eflierr«ic^"
bebeuten, ba e« bann boc^ offenbar jDftericta ober Sfeftertcto:
treffen mfifte? Unb enbtidi) »ober weiß man benn, baf bie
Sedier fetbfi bie 3nfe( 3Cba(u^ nannten ? S&r aUed ftf)ltin bxt
Seugniffe unb ei fonnte ba()er au($ SSaper« Srflirung ni^t fon«
bertid^ SSeifaa ftnben.
®an§ anberer ÜReinung war ®:f>intng ^). Bttac be^eti^s
neten auc^ ibm bie Flamen HbaUxi, IBaltia unb SafUia ein unb
baffe(be 2anb. 2)iefe« £anb aber fuc^te er wegen ber Tte^nKc^fett
M 9lamen«Jtiange^ in ber 9la^e berSSelte ober ^aiu unb faiib
eö /, auf ben fiUid^m ober iflßc^en Aftften ber @!anbinai»ifdim
•^albinfeL " jDort, meinte er, t}ereinige ffdb aUe«, wa^ üur 3(ufN&>
rung ber 6unfelen ^ta^tn n6tbig fep. ^ai 9Bi((^tig^ inbeffen
fonnte ®(^Sning boc^ nic^t erweifen, ben Umflanb nimticf^, baf in
Sifanbinamen iemald 93ernflein in folc^em 9lei<i(^t^ume gefimbeit
worben fep, baf bamit ein fo weit t)erbreiteter «l^anbet ^itu §e*
trieben werben (innen. @(^on ® eiliger ') aber ^at Qd^tan^B
£uftgebiu fo gewaltig jerriffen unb bur(J^bro(^eni baf e« ^ter etatr
gSiberUguna be^ Singelnen gar nicbt weiter bebarf.
® dS^(o$er i^bodb riß ^ier nur nieber, obne etwa^«^alt6arci
auf ber <Stette wieber aufzubauen, benn ba^ SBenige, wat er ^im
fteUte, war fo faul nnb grunblod, baß i^m Jteiner babei @taOß
ben fcbenfen (onnte. 6in ein^ige^ SSeifpiel (ann (linreic^. „Ttbtt^
m, S9altia unb S^afllia, fagt er '), f^einen fogar nur Cin SBort
)u fepn. aSaltia burc^ eine (leine SSerdnberung, bie ftd^ ein 9ned^
wo^l erlaubte, warb }u S3a|tlia unb be(am baburc^ ein ®rie(^tfd^
eam ^nssam co^ominarunty qaod ad Sueonnm Sinlonitniiiae n-
(»inpluin, regis imperio, inter tantam Tidnorum libertatem, ad«
stnctloiiy' majores nostri uterentur. Aeslios ipsos credibile est,
Abalum Yocasse. Xenopbonti Lampsaceno cum Diodoro conTenit,
sed Pytheas Timaeusque Basileam et Baltiem Tidentur confudiaae.
Pytheas utique Basileam et Abalum distinguit
1) 3n fetner 3Cbbanblung von ben Begriffen unb 9^(icbri4tni bet
alten ©rtecben unb 9l6mer oon ben n6rbli(ben S&nbern in &^lbitti
9toth. &t^d)i^te ®. 23. ff.
2) 3n ben 2Cnmcrfungen in f. norb. ®ef(bi(bte.
3) 9lorb. a$ef(bi(4te e. 1^. 2Cnmere. 9-
Die SetttfleinsSnfel im 9lorben. 635
Xnfe^en , »te Sribattu^ aui Slabaune. Sin anbetet itad)U, xd)
weif nxd^t wie, ein Z fftt biefeS S3aUia unb fo entflanb 3(6atu«.''
00 machte ftd^ bie ®ad^ bei €i(i)(5$etn wie t)on felbft. Den
Spanien SSaltia ^olte et f[((^ f&t bie 3nfel anß bem ^altifd^n
9Reete unb au^ S3a(tia ging bann wicbet S3aft(ia ; Tliaicia unb
Zbain^ t)ett)Ot , getabe wie nad) ^t^lS^etn bet 9lame 9lotwegen
au0 bem 9ßotte 9}otbfee entftanb ^).
Det fonfl fp otiginette ttp^agen ging ^xtt hod) meifi ben
f(^on bettetenen SBeg. £)feticta toav xf)tn nic^t b(of bie SSetm
iteins^nfel, fonbetn bad gan^e ®ot^x\ö)e 9tüd) unb bet 9lame
bebeutete nic^t« wettet at^ Sojltpf , £)eflettei4) , wie 3(ufhania,
jDjlsSttanb, unb Äufhitweg, bet iflKd^e 5B3eg«). 3n bet ßt*
nitung be^ ^ammi S3aft(ia flimmte et im @an}en mit 93apef
ftbetein, meint jebod), e6 finne im SBotte wob( auc^ eine Zn»
fptelung auf ben Flamen bec @ei(i)fel liegen *). 9htt in bet Den»
tung betf^ 9lamend Tttain^ lief U)>bagen feinem t&^mn ®eniu^,
wie %mif)nix^ , unge^&geUen Sauf. @t fnäpft ben 9tamen an
bie @agengef<^ic^te be^ JtSnige^ 2(tt^ut ))on @ng(anb. 6^ fep
befannt , fagt et , ha% biefet Ainig , obglei<^ et in bet €S(^tad^t
gegen 9)lobteb tibtlic^ t}etwunbet naö) @(afion gettagen unb ba
getiotben fep , nac^ bem ®(auben be^ So(!e^ eine Steife in ein
fetne^ 2anb, nac^ bet l^nfel 7l\>atonxa mit im jDflen gemalt
^be unb Don ba einfi wiebet fommen woUe. Die !Ramen ®ia*
ffon unb 2Ct>atonia entfpt Jc^en ftd^. Det etflete bebeute @(o4tn'
fe( (vitri insularo). 3Ct)a(onia ^aU feinen 9tamen i>on einet
3(e|^fet«Xtt, welche bie @otben in ft&^et 3<it an bie Simbetn
ftbetbtac^t. Da^et fep bet £)tt, t)on weld^em bie Simbetn biefen
2r)»fe( et^alten l^dtten, 3(t)a(onia genannt wotben. 6^ fep biefe«
abet fein anbetet gewefen , al9 bet tot(i(antige Dan^iget ^Cpfel,
Ut in fot(^et SEBeife bet 9Bei((»fe(gegenb ben 9}amen 3Ct)a(onia,
VpfeUanb gebtac^t l^abe. Da nun bie @ot^en ben Simbetn aud^
Semflein sugefä^tt Ritten, fo t)aU man aud^ ben SSetnfiein att
au^ bem 3(pfeUanbe, an^ Ät>atottia fommenb angefel^en unb aud^
ba« SBetnfiein s Sanb Z\>aicnxa genannt, wotau« TlbaM tnu
ftanben fep. ®o ^abe ftc^ SSa^tbeit unb Did^tung in ®(a|ion,
bet @tod«3nfe( unb xnZ\>almxa, bet SSetnfieinsSttfeC, rietet«
1) (Sbenbaf. 0. 37.
2) Uphagen Parerga bistorica p. 477.
3) Ibid. p. 481. Scientes nempe, circa Ballhicum mare etiam
insulam quandam , seu ierram pro insula reputatam , simili Quo-
dam nomine gaiidere, Baltiam inde nobis forte eiTormarunt. Uioic
porro et Basiliae nomen natum esse potest, ideo inde exsculpliun,
quod terra ista sub strictiori regali imperio staret, quam aliae ti-
cinae, forte et allusione aliqua ad Vistulae nomen adjuvante.
636 Sie aStrttfietn'Sttfet im Slorbeit.
tiigt, tobet» Ainig Xrt^ur tn ber ecfiem »irttidS^ geflotfem, tt«<b
bec anbern aber (aut bec ®age ^nsetoanbcrt f^p^). — 2>tefe Sc
nitung ifl Up^agen ganj eigen geblieben; e6 l^at fie i^m {einer
na^gefcbcieben , aber gemiß aucb (einer nadS^gegUiubt
@o würbe in Alteren Seiten audS^ t)on anbern ®ele^tt»n i,ber
etpmologifcbe 9lot(){laa'^ tvie 3(be(ung biefe« beliebte SefrifeC
nennt, mfi^fam burc^fuc^t, um in irgenb einer SBeife ben dens
^erau^iuftnben , ber bie 9lit^fe( l6fen finne. Unb bo4^ tvnrbe
Xbelung, um ü^^^klw'^ ju erfliren, felbfi genit^tgt, fid^ in bio
fem fRot^ftaUe enoad um$ufe(ien. 3(u« Sorfier'} eifab ec^ baf
bie ®egenb auf @amtanb, too ber 83ernfletn am ^Aufigfiett an
ba^ Ufer gefp< wirb , nocb sur Seit ber Jtreusberren SBittCanb
ober 9Bittlanb«*iOrt ge^eifen babe. @r nafym biefed f&r Setf>
Sanb, »etd^e^ im Sitt^auifc^en burd^ S3a(titfa, i>on S3a(ta«, toeif ,
au^gebr&dt merbe. Unb nun mac^t 3(be(ung mit gorßer fefort
\iiXi 6}>rung : ffir Tfbalud mi((^te lieber im 9liniu^ ](ba(tta (Sal*
tia ober 3(baUica ) ju Ufen fcpn >).
Unter ben neuem ®ele(^rten l[)at über biefen @egettßaiib
^AUmann mzn neuen SBeg betreten^). Unter SBattia foim
nad() feiner SReinung nicbt^ anbern , a(4 ba^ ffiblic^e Sinnfanb
i>erfianben werben. 2>iefe^ fudS^t er oM bem ®ange ^u betvetfm,
ben 3)liniu^ in feiner SSefcbreibung be6 !Rorbend oon jDflen na«^
SBefien nimmt 2)ie 3(nwenbung be^ 9}amen4 Stounonta auf
eine 3nfel nennt er einen Srrt^um unb Derßebt unter Staimonk
mit ®cblSs^r ^ ba6 i^r gegenäberliegenbe ift&flenlanb. SafRia
unb HAoXvM merbe i>on ^pt^ea« felbji nicbt f&r einerlei gelten.
Da^ erjiere fep gUic^bebeutenb mit 93altia; alfo ^^^ f&b(id^ Stoiu
fanb unb Xbalu« fep Slfigen, M bie einzige er^bltc^e 2^fel bc«
ganzen Jt&flenflric^ entlang jtoifc^en bem 9liemen unb ber StaM.
S^ b&rfte wo^l nicbt fc^wer fepn, btefe Se^auptung \}x mtbetfe»
gen. @ie bat aber bei fpdteren Sorfcbern eben fo wenig SSctfaH
gefuttben, oX% bie fr&l^eren, ba .^fittmann ben ^auptum^anb mef
)U' wenig beadS^tet ^t, ob nimlicb im f&blic^en Sinnlanb wicHü^
ber SSemfiein in fo reicber S&I^e ausgeworfen werbe, baj bamtt
ein fo bebeutenber «g>anbel getrieben werben (onnte.
2)arum \^^hvci audS^ anbere ^^i\^tt flc^ inimer wiebet nacb
^zxa SBernflein-Sanbe ®amlanb gewanbt, @<^l5ser0 SReimmg
bea<^tenb, ^o.% leidster wofil.bie 2(lten in i^ren 9la(t^ric^ten &bn
«
\\ Parcrga p. 482 — 485.
2} ®ef(bt4te ber ^ntbecfungen unb @^(biffabrten m. 9torben
e. 36.
a) TCbelung dltefie ©efcblc^te ber ^eutf^en e. 88.
4) {)anbbu(b ber ®ef(^i(bte oon ©(i^weben €^ 4 ff .
5) 9lorb. ®ef<bt(bte 0. 22.
2)te fBernfieitt^Snfet im ÜTorben. 637
fo weitenttegene SBettgesniben setrtt, al< b{e 9tatut in btefen
Ocgenben ft^^ \>ttinhttt^aU^). SRannett nimmt bd^cr and)
a(^ fidS^et an , bei {tvei be( ecwi^nten 9lamen Ik^e 9>teuffen9
Aft#e bo(l(^ immer jum ®runbe *). 2(baru4 unb Staunonia f?nb
nac^ i^m 6ie beiben fRe^ringnt, mei( ba au(^ jegt nod^ SBemfJtein
jefiinben »erbe. Saftlia bagegen mftfie man, meint er, fär hm
ffibtic^en X^eit Don SSd^toeben erfennen. 2)er tpa^re 9lame fep
wo^( SSattla, SBaftlta aber b(o^ eine UnmanbUtng bec ^(bfd^reiber
»ffa ba^ ®riec^ifd)e O^r getpefen').
Z)ie neuefle SrflArung, bie un^ noc^ ju erwähnen Abrig
-bUibt, ifi t)Ott 98i(^etm^). @ie fdl^eint ftc^ baburc^ eine be«
quemete S3a^n ju httd^m, bap ffe gleich t>orne herein annimmt: '
„Die 9{a(^ri(^t be^ 9(iniu^ in ben entfernteflen Stf)tiim feine«
grofen SBerfe«, in bem 4ten unb 37ficn 93u(^e, entf^itlten offene
bare SBiberfprÄcbe ober mit getinberem 3fu«brucFe, €5d^reibfe?)Ier»).''
Stnen fold^en Se^Ur ftnbet SBit^elm fd^on smifcf^en ben 9}amen
HbaUi^ unb SBaftüa. ,,S3ei bem Sufage in ber ^njeiten ®te((e:
Huic et Timaeus credidit, sed insnlam Basiliam vocavit, l()at
ftc^ ^(iniud mo^( [(^werßc^ an ba« erinnert, »a« er nni im 4ten
S$n(l(^e (in ber erflen ®tefl[e) Aber benfe(ben ®egen{lanb mitge»
tl^eilt (Statte«)." — 2Wein biefen bem alten gefe^rten 8Mmer in
ben SSufen gefd^obenen S!^ergefli((»feit«fel[)(er barf man bod) toef)l
nur al« einen !Rot^be^e(f anfet^en, um hen Jtnoten Ud px burd^$
^auen, flatt i^n bebac^^tfam su (ifen. 93eina^e eben fo ergebt
e« htn !Ramen Staunonia unb SSafflia, inbem e« ^ei^t: ,;S3et
bem Flamen fltaunonia ftnbet Serfc^ieben^ett in bm Sitanufcrii»^
tm jiatt: ffe (efen Baunomanna unb Bannonia (au(^ Ban-
nomanna ) ; aber fein« nennt bie 3nfel Basilia , toxt fte 9)(iniu«
im 37fien SSud^e t)on bemfelben Simiu«, ben er ^ier a(« Clueffe
anfährt, nennen t^t. bb in Basilia ober in RannOnla ber
Srrtffum t)erborgen liege, mage id^ ni^t lu entfdf^eiben ; bo<^
fc^int Basilia me^r Stimmen f&r ftd^ au ^aben. '' SSeil nun
®i(^e(m au« Rannonia ni(()t« »eiter in mad^n xoti^, fo fftgt
er enbti<^ ba« @e{iinbnif ^inju : „93ie 2im ju« ober »a^rfc^eim
Itd^er 9tiniu« $tt bem 9^amen Rannonia gefommen ift, mHte
fd^werlid^ ^u«)umitte(n fepn, wenn toir nicf^t ber SrHJrung .^ar»
bttin« beijUmmen motten/' metd^er nimlic^ annahm, baf Stau»
nonia nid^t ber ^am^ ber 3nfe( , fonbern be« 2^ei(e« üon ®C9*
1^ 9torb. iBef^id)tt &. 34.
2) Geographie ber (Srtetben unb Mmer 1^. HL €1. 343.
3) ebenbaf. ®. 345.
4) Germanien unb feine Semobner. Sßeimar 1823.
5) dbtnbaf. ®. 328.
6) iSben fo fXannert a. a. £). 8. 343.
638 SU $Bini{leitt«3nfe( im fRorben.
tf)Hn fep, t)Ot mU^etn bte S3ernfleinf3ttfel ßege. SBil^lsn fc^ttii
felbfl gu f&^Un ^ baf e^ \d)\a>zv fep , bem <g>arbuitt betsuftUnmen,
benn in ber X^at ift beffen SrHdrung au^ nur ein Se^elf ber
9lotb/ um fein Staunonia irgenbwo im fabe(b<tften ^c^tbenlonbe
untec^ubtingen ^). 7(ucb aber ben Flamen iDfericta t)at 9Bt(^ctai
eine eigene üReinung aufgeflettt. S^iefer 9lAme , fagt er , erim
nere an bie 3nfel £)efel unb DeUtnb, an Xufhtrtfe unb Xufhiraat,
jDjUanb, SjiUcbe ©rdn^e unb an 2Cufhirn)eg unb &ftatfait, ber
£)flfee alte , ntd)t ungen)6bn(icbe S3enenn»ng ') ; e« fei^ nietet nhi
tbig , ba^ wxv bie 3nfe( £)fecicta , t)on t9e((f)er SRitbribott^ na«^
^finiud bif)auputf ba$ auf i^r ber SSernjlein t>on einer (Sebem»
©attung auf bie Seifen niebectraufele, f&r biefelbe mtt Abalvs
unb Baltia balten. 3mar n>erbe ffe burcb bie 9Iacbbarfd^aft ber
Sermanifc^Kn £ujle einigermaßen befiimmt; bod) ft^eine 9lmin^
in ber SReinung $u flehen , ba^ erfi Don ba ber ^ernjletn burd^
bie Slutbm an bie eigen tlicbe S3ernfletn«3nfe( getrieben »erbe,
mie aucb Sacitu^ annehme '). — 6d ifl fcbmer, biefer aitftntmg
beijupflicbt^n. 2(n iOefel ober IDelanb (ann jDfericta etma nur fi^
erinnern, u>te Scibanu^ an Stobaune ; unb menn bie Silben Ose
auö) tcklixd) an iDefel anfingen, toai toitb benn aud ricia?
iBei £)elanb !onnte biefe6 ricta.wobl „fanV bebeuten; aber to^
bin fdUt ba$ wefentlicbe s in Ose beim Uebergang in Oe ? 2)af
ferner ^liniud , wie SSilbelm fagt , in ber SReinung gu ^e^
fcbeine: „ber aSemjtein merbe t>on ba erfl burcb bte ilu?
t^en an bie eigentlid()e SBernflein^^nfel getrieben/' flebt
nacb meinem 93eb&nfen feine^megS in beö ^(iniu« ®tetfe; bem
erfllicb fvtxi)t \a ^liniud nid^t feine SReinung au«, fonbem bie
be« SDtitbribate« , unb imiunt ifi in* ben SBorten: Mithridates
in Germaniae liitoribus esse insulam, Tocari eam ÖsericUm,
cedri genere silvosam; inde defluere in petras (succinnm)
»eber „t>on ben %lntl)en" be« Speere«, nocb Don ber ,, eigene
(idben SSernfleinfiifle" bie Siebe. 9Ba« ^tiniu« feCbfl t>on bem
llnflutben be« SSernfletn« an bie eigentlicbe Sernßeinf&fte meittett
mag , gebt biefe @teKe fo »enig an , aii bie angebogene ®te&e
b€i Zaciiut fie erfldrt. Und^ fpricbt ia ^liniuS feine SReinitng
in einer gan) anbern €Stette an^*),
JDocb genug Don frembeh SJfeinungen! ®ie würben nur er«
1) SBart^ in f. Urgef^icbte S)eutr(btanbd fB. I. &, 143 unb 1.50.
bittdtaunonia ebenfalls für einen Flamen beg ^f^ttiifcbenSanbe«; nieiiit
aber, ei Hnne aucb etqe ber 9le^nngen, eine Snfel ober fe^ei ^nb
barunter oerftanben fei;)n.
2) @. 331; unb »artltcb fo au(b Saitb a. a. £). 0. 152.
3i Tacit German. c. 45.
4) PUn. H. N. L. XXXVIL c 3.
Sie S3ei:nfletn«3nre( im 9}orben. 639
t»i^nt, timi Z^üi^ um ju seiden, mie r^erfcl^iebenatttg unb ab«
»et<i^nb Don jebec bie @eogtQpl()en jene 9}amen tttiitt nnb auf
bie i>erf(btebenflen Sdnbertbeile M 9lorben6 angewanbt 1)abm,
anbern X^eilS abec auc^, um bamit bie SBic(^tigfeit bar^utbun,
bie man immec fd^on auf bie cid[^tige TCu^iegung bec ecm Junten
!Ramen f&c bte ber&bm^^ norbtfcbe SSecnflein^Snfel gelegt ^at.
9Retne 2Cn|tc^t ber ®a(^e loetd^t t>on atten bi^b^cigen SDtei»
nungen unb S)eutungen in aUm S3e$tebungen gdn^li^ ab. 9htr
barin fiimme x6) mit mehren bet erioibnten geograpbifcb^n %ou
ft^r&berein, baf biemec^RamenRaunonia, Abalas, Basilia unb
Osericta eine 3nfet ober ein aii 3nfel t>on bm Zltta angefebenef
2anb be^eic^nen, wc S3crn{iein gefammeU mürbe; unb bad fc^eint
^tiniu^ in ben r^ter ermibnten @teUen ani^ gan^ Kar au^^ufpre»
<|en. S)ie 9}amen fetbfl fCingen inm Stf^tii ©riecbifcb ; ^^^ ^'
fitia iji biefe^ offenbar. Hbaiix^ fcbien SRannerten „ t>ieaeid^t ein
SKSmifcbet: 9lame.'' £)fericta nabm man mei{ientbei(^ f&r 2)eutf((^.
83enn man bie ®ad^e genau bebenCt^ fo f innen bie 9{amen ent«
»eber nur ©riecbifcbe ober nur einbeimifcbe, b. b* mtr folcbe fepn,
tote man fte im £anbe felbfi fpracb« ^ur burcb fo(dbe, totid^t
(Sriecl^ifcb fprac^en unb @riecbifcb fcbrteben, burcb 9i9ti)tü^, %u
miu^, Xenopbon ))on Sampfafu^ unb ÜRttbribate^ Süpator unb
Don biefen burcb 9ltniu^ ftnb un^ biefelben äbertiefert. 3(uf bie
Srage : ob bte brei zulegt genannten 2(utoren bie 9laraen m6 M
99tbea6 SSericbt Aber feine norbtfcbe Steife entlebnt unb ob audb
X)iobor biefen benugt ober ob fte biefelben au^ anbern, un^ unbe«
fannten idueden enmommen b^ben? — eine Srage, bie ftcb
fcbmerlid^ }ur eotbenten (Sntfcbeibung bringen lift, ha bie 9Berfe
ber genannten SRänner alle t)erloren ftnb — (ommt im ®an$en
menig an. 9Bir nebmen bie ^tamen, mie fte un^ nun einmal ge*
geben (ifnb; mir Reiben ben fonfl fo genauen unb forgfdlttgen ^iU
tm^ feinet ^eblertf unb (eine6 Seicbtftnn^ unb feben bie ^erfd^ie»
benbeit ber Benennungen nur all S9emeid att, ha^ man fte mir^
lid|^ aucb t>erfcbieben gebirt b^itte.
9Bir fleUen aber bei unferer Srflirung \>k SSebauptung an
bie @pi|e, baf in ®amlanb einfi ber beilige ®itterft^ Romove
Rickaita gelegen ^aht unb biefe SSebauptung erforbert bftnbtge
unb grfinbltcbe S3emeife. 93ei ber ju^e):fl großen SSerfcbiebenbett
ber Qt)ti>nifttn unb ber fpiuttn ©efcbic^tfcbretber in ibren eingaben
Aber bie einjlige 2age biefed uralten* 4>eiligt^um^ (ann eine ftcl(^ere
ttnterfucbung nur auf urfunblicbe iQuetten gebaut unb bie 2(ngabe
ber 6brontflen nur etma al« SSefldtigung ber urfunbltc^ bargetba«
nen Stefultate benugt merben unb biefen fi^mn SBeg moQen mir
bier betreten.
S)ie älteren ttrfunben ber £anbe«gefcbi(l^te ergeben aber ben
640 Z>a^ oriu Olomotoe in 6am(anb«
KmM, baf eht Zeitiget ®itter({(, Romove genannt^ rinfi »tri»
(i4) in ®am(anb, in bet 9ld^e ber »efllfc^en ®ee(ft^e, unfrm
t>on bem Jticc^borfe Secmau, bei bem ief^tgen Dotfe Sengnttttn
geUgen ^abe. 3u btefer SSebauptung giebt «^ fotgenbe Sr&nbe.
1. 3n ber begeicbneten ®cgenb (tegt je^t nod^ ba< Z)0rf
Romehnen. ttrfunben bewetfen/ bap btefH SDorf nid^t nur febr
ait t{l^ fonbem baf fräb^r auö) fein Q^ome ettoa« anber« toar.
®ein 3(Uer (innen mir iU naf)e an ba^ bret^ebnte Sa^rbunben
Detfolgen unb baf ber £)rt fcbon Dor ber 3(n(nnft be^ £)rbend t>oc»
^anben gemefen unb t)on ben b^ibnifcben ^^euffen gegrftnbet f^n
muf , bemeifet fcbon fein dcb^teuffifcb Ringenber 9lame. eine
Serfd^reibung bed SSifcbofd Sobanne^ t)on ®amlanb t)om 3abre
1325 nennt ha^ Dorf Rummove i). 2)iefed ifl bie dttefi^e Se«
nennung , bie toxt baben aufftnben (innen unb fie Hingt guglcidb
bem 9lamen be^ alten ^etligtbum« am dbnltcbpcn. 3n einer an?
bem $Berftbreibung«ur(unbe beffelben SBifcbofö Dom Sobre 1335
»irb be^ ndmlid(Kn SDorfe^ unter bem S^amen Romavn ertD^^nt
unbbaburcb ber Uebergang bef 9}amen< Rnmove tn Romajn
unb in ba^ btutige Romehnen bargetban ')• 2>0(b nennt nö(b
eine ttr(unbe be« S3if(^ofd 3acob r^om Sabre 1349 ba« Selb um
jene^ £)orf „ Campus Rnmbow , ^^ eine Serdnberung , bie na<lb
ber altpreuffifcben SRunbart, nadb tveCcber aucb Rombhoye ge»
fprocben würbe *) , nicbt »eiter befremben (ann. 2)a$ aber Ro-
majn nm biefe Seit feibfl and) bjf gemibnßcbe SBenennung hH
2)orfe6 war, bemeifet eine Ur(unbe bed SSifcbof» Sob^nne« t»0m
Sabrel343, worin er ben alten ®tamm)»reuf[en ©cropten, jdimp^
binp, SSignen unb ^atai^ eine Strede £anbe« in ber Selbmarf be<
2)orfe^ ^^Romajn^^ Derfd^reibt, unb eben fo nennt bal^lbt 2)orf
neben bem 2)ot{Fie Lankeniten , wetcbe^ ba^ jebige Lengnitteii
tfi , aucb eine Ur(unbe , worin bie ®rdnien be^ 95tfcboftt^M
von ®amlanb ))er$etcbnet werben. 2>te beutfcbe Uebeifetung bie»
fer Ur(unbe ^at ben 9lamen Romajnis. 3n ber einen btefer
ttr(unben wirb neben bem SDorfe auc^ eine^ Gee^ erwd^nt^). 6^
8
3n Matric Fisckkus p. 18 Im geb' SCrcbto 3« St,
3n ben ^amtdnbifcben £)rtis9tamen, bte ft(b ie^t auf „^
ober „au*< enbigen, iß bie urrprÜQglttbe Sform äberaH ove ober
gewefen ; btefe ging bonn abn>e(bfe(nb in hie &ilbt ayn ober au tbn.
eo bief ®ennau urfprönglifb Girmove ; fp&trr fommt oor Girmajn
unb Girmaue. ^ie &ilbt ayn aber Derwanbelte ftcb in „ehnen.** eo
bief Kirpelmen bei iSermau in ber 9^dbe von 0tomebttcn fottH Kirpaya;
Kumehnen am ®altgarben fonfi Komayn. €fo i|l tn glHibet S9ei(c
au< Rumove Romayn unb au8 btcfem Komelinen gewoibOL ttcfott»
ben geben über folcbe Umwanbfongen binlAngltcbe Seifpiete,
3) 9ratoriu< Gcbaubilbne ». I. ®.264 (S^cr. im ge^. Yr^lo.)
4) (Htt fold^ eiee ilt au(b ie(t no<b «orbaiwen.
iba^ altt Stomotot tu ®aitiUttb. 641
1910 ifi^ aifo, baß ein uralter £)rt Rumove etnfl ba (ag, tvo ie(t
Ctpme^nett tiel^t
2. 3n ber Umgebenb btefe^ 2)orfe« ^tef etnfl eine ©egenb
„ba€ ()eiUge gelb, ^a^isr campus.*' 2)iefe« ifl ot)ne 3wei»
fe( ba6 gelb; tveU^e^ bie eine ber ermd^nten Urfunben aud^ cam-
pus Rnmbow nennt ßrnoj^nt n)irb biefe^ ^eiligen getbeö bei
bem aiun Rumove fc^on in einer Urlunbe *) wm 3a||re 1322,
au^ Jmel<^er wir ecfe^en , baf e« nidf^t ferne t>om Speere lag, t)om
gluid^en Saffe bur^^mdffert, reid^ an S9ern{lein unb bei ber ^tu
lutts ®am(anb« }tt>ifdS^en b^m iDrben unb bem SSifc^ofe frä(^er^in
anget^eiU geblieben war. üRerfw&rbtg ifi btefer Umfianb um fo
me^r , ba e^ gan^ unbewohnt war , benn atd e^ fpdter^in Um
Sifc^ofe Don ®am(anb sugefatten unb a(fo @aml(Snbif(^e« jtir«
d^engut geworben toax, t)erf^rieb e$ ber SBifdE^of 3o^anne^ in bem
genannten ^a^tz 1322 ben Sonoent^rittern ^u Ainigebl^rg jur
S9enu|ung f&r Stogweibe unb )um «^»eufc^nitte auf feine £e6en$»
{ett unb mit IBorbe^alt M 6infamme(n« be^ S3ern{lein6 gugteid^
mit Un Unterfaffen ber 6ont>ent$br&ber )u Ainigdberg , worauf
lu fe^en iji, baf gerabe am fettigen, getbe ber 2(u^wurf be« S$erm
jiein^ bebeutenb gewefen fepn muf . S)tefe6 (^eiligen gelbem wirb
auferbem aud^ noc^ in mehren @rin)t>erieid|^nifren erwÄ^nt unb
1) iDiere m mand)er ^in\i^t merfroörbige Urfunbe tft folgenbe :
In nomine' domini amen. Nos frater Johannes dei et aposto-
lica providencia Episcopus eccicsle sambiensis notum facimus uni-
Tersis presentem litteram inspccturis, quod honorabiles viros Com-
mendatores ei firatres in Kuningisbcrcn nostros fautores et fratres
karissimos pio prout decet prosequentes afTectu ipsis liberaliter fa-
cimus graciain mfrascriptam , hanc videlicet, quod ipsis sacrum
Campum pertinentem ad partem ierciam sortis nostre pro pasca-
tara equorum suorum et falcatura feni concedimus pro toto tem-
pore Tite nostre nuUum tamen ex hac concessione nostris successo-
ribus prejudicium inducturi, sie tamen ut homines nostri inibi ba-
bitantes sua prata suasque pascuras et agros et silvas, quas babue--
runt ex antiquo et babere debent de jure retineant inconvulse no-
bisque in dandis decimis, prestandis senriciis et iuribus omnibus
remaneant obnoxii nullique alteri in biis quam nobis pareant et
Intendant. Item quod iidem homines a loco, in quo fluvius Lassa
iniluit mare salsum usque ad graniciam quercus site iuxta curiam
iratrum sacri campi lapidem» marinum covimuniter vel divisim
cum bominibus fratrum possint colligere, quem lapidem nüUi alteri
quam nobis aut nostro ofiiciali vendere aut presentare cogantur, et
quod in salso mari piscari valeant prout antea consueverunt Item
contulimus eisdem fratribus et amicis nostris karissimis eciam pro
tempore vite nostre piscariam nostram et ad ecciesiam nostram spec-
tantem in recenti mari sub silva dicta Povs, nobis tamen ad pis-
candum ibidem duobus magnis retibus reservatis; etc. Datum et
actum in ecciesia nostra katbedrali Kuningisberch. Anno domini
Millesimo CCCo. XXII. XIII. Kai. Jun. -
» 41
642 2>a6 aiu Slontome in 0am(aiib.
no4^ tetd^Ctd^ mit jiarfen Sid^^en befegt toar, bie gu @c2tt|niarfm
btenen muf ten. S)ie ^(u^be^nung , meiere ed um btefe Bdt nix^
^atte, ifl nicbt mel^r ju befltmmen; nur fo t>ie( ^at ft(^ ttmlu
Uln taffen , bap e6 ftdb nSrbßcb b<naufiOg bt6 gegen SSangntcfen
unb im fEBeflen an bie €iee anfließ ^). S^tefed trifft gerabe in bie
@egenb, »o «^eilige ^Jtreu^ liegt, ber eimige Qtt in jenen Um*
gebungenV ber einen S^eutfcben !Ramen fobrt. (S^ ifl taum }»
be$meife(n, bafi ^eilige «Areug auf bem einfligen b^iligen Selbe
liegt unb baf man burcb 6rri(^tung ber bortigen jtirc^e unter bie»
fem partim ben einfl b^ibnifd|^()eiligen £)rt auc^ ben Sänften fort«
^in ^eiltg erhalten wollte.
3. 3n ben ttmgegenben be^ alten'Ramove unb biefe^ ^ttt*
gen S^lbe^ ftanb aud^ ein ^eiliger 9Ba Ib. & toitb fetner {ii^
erft ttwa bretfig ^a^re nad) ber legten @mp5rung ber &amlin»
ber gegen ben Orben , nimlic^ im Sa^re 1292 in einer SSer»
fd()reibung be^ Aomtburd t)on Ainig^berg SBert^olb t)on S3rfi^t)en
ermi^nt, inbem biefer einem* gett)iffen itonrab Jtot^ ein Sanbge»
biet t)erfd^retbt , n^eld^^ am b^ilig^n 9Balbe binaboirtd ft4 bi<
gegen bm $regel erfirecf en foH '). S>iefe fo meit na^ ®äben ges
gogene Sage, welche ber ^eilige SSalb 1)\tmit befommt, finnte
auf bie SBermutl^ung f&bten , ba^ biefe^ ein gan§ anberer SBSalb
fepn mjiffe; allein e^ ifl ^u ermeifen, bap biefer b^Uge SSalb
ft^ tüitfüd) t}fm Srifc^en 4>affe an^ alfo i^on ®am(anb< f&blic^
fier ®rinse nSrblicf) \)inauf 6(6 aber 9iomebnen, ba6 alte fRomotot
f)xnavi9 erflrecfte. @r jog ffc^ ni^mlicb i>om 9regel ani gegen ba$
kxti)botf ^^btnan bin , n>o bad alte bifcbifli^e 0cblo$ ätegen»
berg unb ba6 S>orf Gragen, jegt Aragau, lagen'}. 93on ba lief
er burc^ bie Selbmarfen bed 2)orfe« Sepbau binburc^ bi6 an bie
Jtfifle ber jDflfee , wo bie beiben D jrfer 9teuenborf unb iDargen,
— in alter Seit 2)argon)a9n — lagen ^) unb too ber beiCige )[ba(>
1) jDte ^mexfe bteoon in ben folgenben Vnmerfttngen.
2^ „luxta sacram silvam in descensu usque ad Prigoram.'^
3) >Dtefed bemeifet eine Berfd^reibung beö StfAof< 6tegfneb von
©amtanb oom Sabre 1309, worin er ben heihen ^reuffen «^errmann
9){albite unb beffen SSruber @trambote fecb^ *&ufen Sanbe« bet femnn
©d^loffe 3tegenberg üArfcIretbt unb in ber ®rdnsangabe fagt: Prinu
granicia est quercus circa fluviuniy qui fluit iiuira castrum (Cygen*
berch) et cunam supradictam , a qua quercu est eiqidum directe
versus villam dictam Craghen ad arborera circumfossam, a qua ar>
bore linealiter procedcndum est versus Siltfom sacram urque ad
cumulum unum etc.
4) ^tefe SBegrdngung bed beil. Sßalbei wirb burcb eine Urfunbe be<
SStfc^ofS 3obanned üot| ®amlanb üom Sabre 1327 beflimmt, inbem H
bort in ber SBejeicbnung ber ®rdnsen bed S>orf< 9{eueirborf betft:^ Ab
eadem granicia adscendendo sursum contra sabum mar« per inet-
2)a6 aitt Stomome in Gamlanb. 643
hnt, aU er bort ben Mttsm ®a(b betrat, t>on bem ^etbnifd^en
^rtefier erfd^tagen »urbe. 2)terer betttge SSalb lief aber t)on bie«
fer bejetcbnetett Stid^tung t>on jDflett nad^ 9Beflen audb >^ttt norb«
t9drt^ f)manf. SBir ftnben tbn namentUdE^ {unddS^fl unfern i>om
Saltgarben, bei müi)im tveflticb ba^ Sorf Qtaffeobnen; fonft
Qlafirapn genannt, am billigen SSalbe lag^}. SBon ba an$ ging
er bann norbmeflßd^ f)xn&Ut mdl^ Stomebnen, mo er ba^ alte
«f^iligtbum atomome fe(bft nnifc^(of , bort einen S^ett be6 ^ei(t«
gen ^^(be6 bebed te ttnb {!(b fltgen bte 0ee bin }og '). — IKu«
bem atten gebt nun Kar berDor, ba^ ber ^rili^^ SBalb ben grif^
Un Sbetl be6 toeßßcben SSamlanb«, bte ganse SeefAjie i>on Sifc^
iKKufen bi^ nirbticb hinauf an bte 9lorbf}>tbe t>on S3rftflersjDrt um»
faf te unb fl<b in« innere £anb binein bU an ben ®ai^arben unb
am Saferen «^affe bin M an bteSR&nbung M kregel« auMebnte.
4. SSir ffnben an bem btißgen Selbe unb nament(t(b in ber
9l2b^ ^^^ Mtn SRomome, bem iebigen Stomebnen audj^ eine« jDr>
M ttto&ffnt, toelc^er fcboti in febr alter Seit ,,bte S3ranb^
^itt^" f)it% 3toar finb mir aber bie etnfiige 93efltmmung be«
&rte« unb ober bie SSejiebung feine« 9tamen« nicbt toeiter unter*
richtet <^i(bfitoa^rfd!^einlt(b aber toav er in alter b^ibniftber 3eit
bie ®tdtte geroefen, mo in ber 9tJb^ ber ®ittern>o^nung ba« ^tU
lige, emige S^uer brannte unb bie iDpfer bargebrac^t mürben, ^ie
bie Abrigen begeicbneten ®egenben, fo f)atu obne Smeifel aucb bte
Sranbfldtte al« jDpferfiJtte ibren alten 9}amen bebalten; aber
mie r^om ^eiligen SBalbe unb Dom b^iligen %9iJbe bie altpreufftfc^e
{Benennung untergegangen ifi , fo ^at ftcb aucb r>on biefem jDrte
nur bie beutf(^e Se^eicbnuttg erbalten. 2)ap mirflid^. ein folc^er
iOrt, mo ein emige« geuer brannte, bei bem «^eiligt^ume mar, tfl
siones arborum usque ad viam, quae de vi IIa Dargowayn ducit
Tcrsiu Sabenow. Item adscendendo eandem via^i versus Sabenow us-
que ad aliam yiam, quae ad sinistram sWe laeyam manum occur^
rit et ducit ad sacram silvam,
1) jDer SBifd^of Sacob oon @ainlanb oerfd^reibt bafelbit im 3abre
1357 bem «^einri(b oon Steaenioalbe pratum unum sub silva, quae
dicitur Meyligewalt Wyssekynt situm.
2) jDiefe« bemetfet eine Urfunbe be« SBtfd^of« 3obanne« oon &am*
lonb, mortn er in ber Umgebung be« jDorfe« dlomebnen ein nemus
sacrwn nennt. Unb in einer ©rdnsanaabe be« SBtfd^of« beift e«: De
quo (sc. palo magno) directe -proceaepdura est ad neimiSy quod
S€tcrum nemus nominatur, versus mare salsum usque ad arborem
ibidem signatam, deinde eundum est versus sacrum campunu 2(u«
einer Urfunbe be« Jtomtbur« oon J(6nig«berg, «^einrieb« von 3fenbofcn,
t>om Sabre 1322 erfabren mir , baf tin SSb^l be« beiligen Selbe« mit
Sßalb bebecft mar. Q^r fagt : In parte ecdesie silve sacri. Campi
nihil iuris habemus; unb bann beift e«: Item reservant sibi homines
suos in eadem parte sacri campi morantes.
41 *
644 2)a^ alU Stomotoe in €5am(anb.
auf ec Bmxfel ^), vtnb btefe SSranbfidtte taq na^ ber untf aufbeut'
tenert Wad^ridj^t ^ani in ber ^il)t Don Stomome ^.
@o weit ergeben -alte ttrfunben ben S3en>et^, baf u>tcnt<^ in
€Sam(anb^ n)etiUd)em Jtfiflentanbe. ba^ alte ^eiUgt^um Stomowe
geflanben f)aUn m&|Te. 2(6er aud^ nid^^t untotcbttge Beusnific bec
6bi^ontf!en beftittgen biefe S3e^au|)tung. jDfenbat jtelt ba^tn
fcf^on bte a(te ®age, baf @amo, SBtbemub^ zweiter @obn, mit
feinem 93o(fe in ®am(anb ben ®5ttern mit weit grifeter Xnbac^t
'gebient, a(d bie übrigen fSetvo^ner ^uixfftM unb be^^alb in et>
nem @t(()enn>albe ju @^ren ber @itter eine SRenge t)on &d^lan^
gen unterhalten morben fep '). — Serner nennt auc^ bte alte
brben^ ' Gbronif ba^ 2)orf „Romawe^^ auf @amlanb atö ben
£)rt , tt)C einfl bie b^ibnifdben ®5tter gen)a(tet unb bec Oberptte*
fter ®v\m feinen ^o^nfifl gehabt b<ibe^). — ®o fann audl^ be§
S^roniflen «f^enneberger Seri^t \>cn „ bem flarfen <^agen t)Ott
grofen S3Jumen unb fRiSen/* welchen bte ®aml2nbet M ber X»»
fünft be^ Sanbmeifter^ «^einrit^ Don.^iba ,,t)om €$eef{ranbe an
bi6 in bad S^ifcbe «^af " mad^ten, auf nitb^^ anber^ bi^^beuten,
aii auf eine ftarfe SSerfd^ansung unb einen SSerbau betf Eiligen
SBalbe^, burd^ meieren man ben ©nbrucb M Seinbe^ in ha^ ^U
n'gtbum ab$uba(ten fnd)U ^). Unb enblicb mag aucb ber entfc^tof«
fene, blutige Aampf, Un bie ®amtönber mit fold^er Srbittenmg
bei ®ermau gegen «f^einric^ @tange, jtomtbur t)on Sbnftburg
focbteU; ni(^t ebne Sße^ie^ung auf bie Errettung M beiligen &iu
tevfiit^ getvefen fepn ^). S>aber bebau))tete au(^ fcbon ein neue«
rer gorfdf^er ber ®ef(bi(bte ^reuffend , wmn gleidb mebr nur i>ets
1) Dusburg P. III. c 5. ^nca^ 2)at>tb SB. I. &. 31.
2) S)te auf btefe S3rant)ftatte beat^gtt^e ©teSe fiebt tn ber enoäbn«
ten Ur!unbe über bte ©rän^bericbttgung beg^ jßtötbumg €$am(anb unb
lautet fo : Procedendum est ad quercum vmdem stantem prope sa-
crum campunt\ dewdc ad salsum mare; item redeando de saU
so maii procedendum est ad palum circumfossum , qui locus
Brandstat dicitur. Dcinde ad allum palum circumfossum in agris
inter TÜlas Romajrn et Lankenitten (l^engnttten). IBet 9{a(iforf<buQg
(kXi Ort unb stelle erfuhr tcb iit Sen^nttten , baf xn ber gelbmarT btes
re€ ^orfed ein £)rt von bebeutenbem Umfanae fep, ben man bie Itobb
flitte nenne, weit man bort %\ivcX\6) tief tn bte ^be binein Ao^
f!nbe, miemobl Itd) niemanb ennnem fdnne, ba$ jemaU ba Jtoblni
gebrannt morben fepen. ^xtViitx^i tfi biefeS bie oMt Sranbflättr.
3) &ucag >DaDtb SB. I. @. 60.
4) £)rbends(?broni( ®- 20. (SOtfcr. im geb. tx^vn >q J(6nigA.)
Matthaeus veter. aeri analecta T. V. p. 686: „Ende die Pau«
(9)apft) -woondc altyt in Samclant, in een dorp dal Romawe biet, en>
de dat noemden s^' also na Romen; ende dese Paus was altTt ge-
nocmt *Crywe. **
5) «^enneberger« (anbtaf. €S. 413.
6) Dusburg P. III. c. 67.
Slomome — 9lau»onia. 645
mutl^enb, aU ittoüfmb, ,^\xi9 ber (Sritpe immer in bem alten
aSitlanb, alt bem SSatet(anbe ber 9}ation ff^ anfielt 0-"'
Xttf biefen SSeweiö nun, baf auf @am(anbd 5t&flen(anb un«
bezweifele ba« alte ^eiligt^um Stomon^e flanb — einen SSetveie,
Um totf)i nx^t$ t>on SBic^tigfeit entgegen }u fteUen fepn mSc^te
— gr&nbe id) meine (SrHclning ber ber S3emfiein«3fnre( be^ !Rors
ben6 beigelegten !Ramen. ^d) bel^aupte «Cfo suerfi, baf ber !Ra^.
me Raunonia fein anberer ifi, al^ ber t>erflämmeUe 9}ame Ro-
moiria ober Raumovia. 5Bie biefer Wame bei ^liniu« borfommt,
ifl er offenbar t)erborben. Sa^in beuten fc^bn bie mand^faltigen
Se^arten in bemfelben, inbem nimlid^ flatt Raunonia aud^ Ban-
nonia, Baunomanna, Bannomanna unb Bantomanna getefen
loirb. 6rfl «^arbuin f)at bie Se^art Raunonia ai^ bie »a^rfc^ein«
lic^ befie in hm Ztvt aufgenommen. 6^ ifi faum }u stt>eife(n,
baf Ximäu^ Ptafiovux, ober r>Mtii)t a\x(t) Poi/|uov<a in feinem
SBerfe gefc^rieben f)attt. Sntn)eber aber n^arb ber !Rame fc^on
in biefem SSerfe felbfi in Porwovi« ober buvd) bie 7ib\(i)mhtt bee
^Imiut in Raunonia t>erfifimme(t Sanbete ber S^embling an
Samlanit SBeftffifie^ am reic^fien S3emjlein<Ufer, fo gefd[^a^
fo(d)ed unfehlbar immer in ber 9ld^e be6 öligen ^albed; ber
ia bie ganje n^efittdl^e Afifle einnahm. 2)a fonnte il^m ber 9lame
Romove unmiglidS^ ungenannt unb unbekannt bleiben , unb al^
ber mid^tigfle iDrt gan^ ®amlanb9 unb aUet ringsum n)o^nenben ;
Sil! er, beren «Ipeiligt^^um unb ^riefierft^ ed tcav , mufte ftd) bte^
fer 92ame bem S^^emblinge gemifi auc^ am tteffien in6 ®eb(Sd)tntf
prigen. S)a* nun aber alle^, \oai ber Srembling fa^, ^eiliger ^alb
be^ 9lomott)e tcat, fo bezeichnete er mit biefem 9lamen and)
bie ganje-SemfieinsSnfel/ ba er @amlanb al9 3nfel betrac^«
tete. ilt fold)e mufte e6 ieber Srembling auc^^ noc^ in fpiteren
Seiten') um fomebr anfe^en, ba e^ feinem erlaubt »ar, ben f)ti9
(igen ^alb ju betreten, alfo in« innere @amlanb^ in gelangen.
6r fa^ nur im ®&Un hai %t\\d)t ^aff unb im 9lorben an ber
9tct\>fpiit bie @ee ftc^ fo nadl^ £){ien mit {^ineinjie^en , baf er
glauben fonnte, and) im iDfien fep ha9 ianh burd) SBaffer ah'
gefd[^nitten. @o J)itUn n^ir alfo im 9(iniu0 ben magren 9^araen
Don Romove »ieber aufgefiinben.
2(ber auc^ ber jn^eite 9lame Abalus ifi nid^t^ anberd , ai^
eine 93eseidS^nung f&r ha^ «f)eiligt^um 9lomon)e. 98ie thm fd)on
erwähnt ifl, burfte fein grembling ftc^ bem .^eiligt^iume nal)en.
Selbft ntd^t einmal alle Sanbedeingeborenen burften ben ()eiligen
1) Sbunmann Unterfud^ungen ober bte ®efd)tdf)te einiger n^rbl.
»6«et. ®.66.
2) Adam, Bremens, de situ Dan. fagt nod) : Tertia insula esl
lila, quae Semland appellari solet, contigua Ruzzis.
646 Romotoe — Hbalut.
SBalb betreten. 9htr Me Kettt ober bte ianMfhtfm btttfeeit m«
•f)eUigt|^ttm fomtnen unb fic^ be6 ®lä<f^ erfreuen, tntt betn ®rU
n>e t)on 9)tunb ju fDhtnb {U reben^). f&etrat ein SremUmg htn
^eiligen SBalb, fo ntufte er, n>ie bort bem ^Itgen 2fbalbert gc«
fd^a^, ba^ SOerbrecben mit bem Seben b&fen unb felbfl toenn er
entronnen mav , mufu bie Snnoei^ung mit SRenfcf^enbtot tote*
ber t>erfi5l^nt unb ber beiretene Ort t>on mutm geheiligt toerbett *).
X>t^f)alh fAbtt e6 auä) ber Sb^^onifi «^eUnoibu^ ali ttwai gon}
Gigent^ftmßdlK^ ^on ben 9t^^uffen an, baf ffe (einem Sänften
ben Sugang gii i^ren Rainen unb Sluetten geftatteten, au^ SBe«
forgntf , baf ffe entweiht mfirben '). — Xucb in CSriet^esiaiib
gab e^ fär ben religiSfen SBolftgtouben foldl^e iDrte, bie, »dl ffe
f&r heilig gehalten tourben, t>on (einem anbem SRenftiben, ai$
nur t>on Semei^ten betreten merben burften. 2>ie Oried^tfd^
Cptai^ nannte folcbe jDrte rintn ocß^jSijXoi, [^eilige unb he^^Vb
uniug2ng(id!)e iDrte^). ^anbete nun ber ©rieche an &amtatM
Jtftjle, fo tmtrbe er o^ne 3»etfe( gemarnt, ben Seifigen Soben
9lomome'6 nicbt ju betreten. Slomowe unb ber ^ei(tge 93aP>
tourben i^m, tote jebem Srembünge oU ein ^eiliger unb un)u^
gingiicber iDrt genannt ®o toar atfo aucb bem ®rte<^en \>a$
gange ^fiflenCanb Samtanb^ ein rin^ aS^ßijXo;. 2((6 ein foC?
d^er erfdl^ien e6 aui^ bem 9Raf|tlier ^i9tf)ta9 unb att fotd^en be?
geicbnete er bte Samlinbifcbe SSemjiein'^nfef au^ in feinem
Ketfebericbte. SRag nun er fetbfl ober mSgen anbere, bie feinen
S3eri(bt benubten , biefr Sejeicbnung al€ ben 9^amen be6 Sanb«^
genommen ^aben: bad SSort a0^i3i|Xo^ging in ein nomen pro-
prium Aber; bie {toeite, fc^on in ber ^itbung be^ fSorte« fe^r
ungetoS^nlic^e Silbe t>er(or ftdl^ (etdl^t in bie britte gtei(^(autcnbe ;
ißißviXo<r tourbe in ißi^Xo^ jufammengejogen unb e^ entf^anb in
fotd^er SSetfe ber 9}dme 'AßjjXo^ ober Abalus, wie ibn ^tintu^
au€ 9)9t^ea6 anfährt. ®o frembartig a(fo bie beiben Ütamen
1> euca< 2)aoib fB. I. 0. 31.
2i Schütz Cliron. Pniss. p. 3.
3) Hehnold Chron. L. I. c 1 : Usque bodie profecto inier iJ-
los (i. e. Ptiizos), cum caetera omnia commuma sunt cum do-
stris y sohts prohibetur accessus iucorum et fontiwn , quos au«
tumant pollui Gbristianorura accessu.
4) Eustaffi in Iliad. A. p. 156 ed. Rom«: ^Odfv x«/ rim^i
ißfßniXoij Ol if^o/ yuü oißxTot. Ammonüis de adfin. Tocakul.
siffnif. in v. ißSßyjXot, l oißißyjXx (ucv yi^ ra Itpdi %ca ocxJ/auoToe x«i
|Lt^ ßaViiLioc. Bekker Anecdot T. L^p. 323: ^AjSejSijXo^ : x^t^a^o^.
xot/ aißißv{k9L roc ajSara XM^/a x«/ «F^a xol fx)] rcy^ rv^^oCTo-«
ßxciyMLy ,aovoi«; df ro7^ 5<^x7r<vov0'i roi/^ 5cov<;. ß^iiX« j^
cX^rro roi ui] o9i« fAi)dl if o«. outm 2of)oxX79. EtymoW.
Mag:n. 193. 57.
Stoniotve — fBafilia. 647
Rannonia (fftr Romovia) ttnb>Abalu8 beim etflen Xnbiftfe fttib,
fo beieid^nen ffe bodl^ betbe nur einen unb benfelben Qtt, ba6 ^ei«
Iige# un)usinsltd!^e Romove.
Xttfet biefem gewS^nlidj^en 9^anien Stomotoe aber fyittt ber
Alte ^eilige @Sttecf!t and) nod) bie SSenennung Rjkajoth , Ri-
ckaito, RIckojot, Rikaita* unb Rikaiten^ benn fo t>erfc^ieben
in feinen (Snbftlben toirb bet 9lame in t>ecfcl^iebenen S^roniflen
gefunben. Zud) biefec ^atrn tfl fo alt, aU bie &ad)t felbfi unb
bebeutet nid^ttf anbec«, al$ ba€ ^eilige Stomotoe ^). 2)af biefer 9ia*
me auf «^etcfdj^en unb Siegieren ^inbeute, (iegt flac am Sage.
2>ie attpreufftfc^e ^prac^e betoeifet, baf biefe ^Benennung eine
einl^eimifd^e mar, benn Riks ober Rjks bebeutet in i^r ba^ 9tei(^,
Rikausna bie Slegierung, Rikjs ber «^errfd^enbe; Rikjans bie
«Ferren, Rjeki ba6 JtSnigreid), Rjkint regieren'). 2)ie 9Sur«
gel biefer SBSrter liegt im 2(ltgot^ifd)en ; mo Reiks ber ®ebieter
|etft unb im- Settifc^en ifi bag SBort Reikis, ber ^errfd^^er, ge<
blieben ')• 2>emnad[|t ifi n>o^l (ein ^miftl, baf Rikaito ober
nad) {Bilbung ber 9}amen t>ieUei(ll^t richtiger RikaYu fo t)ie( be»
beute, ai^ t^errfdj^ersjDrt, ®ib be6 ®ebieterl Zl9 \cld)tt würbe
er o^ne 3n>eifel aud!^ ben Sremblingen genannt, bie an ber S3em«
#ein(&fie lanbeten. Sem ®md)m muf te ba6 9Sort Rikaiten in
feiner SSebeutung eine^ <^errf((^er'jDrte6 in6 ®ried[)ifcbe t>erboUs
metfd^t werben unb (ein anbere^ SBort a(6 Boco-^Wa war baju
ba6 paffenbfie. So gefd^a^ e6 toof)i aud), al^ ber ÜRaffilier 9v^
t^tai an QamianM Äftfle lanbete; .er na^m e^ in feinem SSe-
richte aU SSenennung ber SSernjleins^nfel auf, weit ee i^m ali
9lamt genannt worben war unb fo (am bie {Benennung BocaiAcMc
bei ben ®riecl^en unb t>on biefen hutd) 9>(iniu6 ber 9lame Ba^ilia
in @ebraud|^. Somit entfpri^t alfo ba6 Rannonia unb Basilla
DoUommen bem Romove unb Rikaiten.
SRit^ribated nannte aber, wie wir fa^en, eine 3nfel an
Sermamen^ 5t&fien, wo ber SSemflein t>on einer Gebern «®at-
tung auf Seifen ^erabtriufele , audl^ Osericu. Jteiner t>on hm
fibrtgen 9}amen ber S3ernfiein>3nfe( ^at bie 2(u«leger fo \)iel be^
fc^dftigt, (einer aber ^at and) fo weit in bie 3rre gef&^rt, al$
1) 8uc. iDat)ib SB. l. €5. 3Z 44. 54. «^ennebergcr eanbtaf.
e. 464 — 465. <&art(no(b 2C.U. 9t. yreuff. 6^.125. f)r&toriud
©d^aub. SB. IV. c 12. §. 9.
2) fBater bie 0pro*e ber alten yreuff- @. 134. Ifartknoch
Dissert de lingua veter. Pnissor. §. X. iDeff. 2C. U. 9t- 9)reuff. &»
103.
3) Ulfilas Matlh. IX. 18. Job. VII. 26. Rom. XIII. 3. 2fU(b
im Xnaeira<bltf4en ift bad SSort aeblteben ; rlce beift bie ^errfc^aft,
LeihniU Script, rer. Bruns. T. I. p. 46. SDod SSoTt tfl Überbauet
iDeutfib^ Gtamme«. Sbunmann a. a. C. &. 84.
648 Stomotoe — jOfecicta. ^
gecabe biefer. ^an f)at an 3fufhtri(e, £)fi(attb, am OflUier ober
Tltitutiianb , toie an £)efel unb £)elanb erinnert; unb bpc^ m&fte
bei allen btefen 2(b(ettungen bec 9lame flatt Osericu notbmenbig
Ostericta ^ei^en, ba tüof)i fc^toertid^ trgenb tin 9lame aufsufinben ifl,
in n)e(d!)em Ost, Aust, Eist ober Est in Ose übergegangen. Sine
anbere £e6art aber im i>imu$, bie Ostericu ^tef e, ifl bt^ \tit gan}
unbefannt. 2(uferbem toftrbe auc^ neu in ber SSebeutung von
SReic^ für ®amlanb n>o^( fd^merti^) paffen. 8Btr erbatten btefen
9lamen nicbt^ n)ie bie brei anbern, iun&d^^ t>on ZimiuB ober
^}^t1)taa, fonbem t>on SRit^ribatetf dupator burdl^ ^(iniu^. jDie*
fe6 t>eran(aft $u ber 3fnna^me, ba$ \tnt beiben btefen 9}amni
gar nid:t fannten nnb ÜRit^rtbated i^n aud irgenb einem anbern
Sleifebericbte entnommen f)attt. ^ntd) ben fRunb etne^ Qxitd^n
aber ^aben n)ir btefe ^Benennung ber SSernfteins^nfel ebenfalls
erl^alten. S)ad giebt un9 wid^tigen 2(uffc^luf &ber i^re SSe^ie^ung
unb Sebeutung. 6^ be^ie^t fid) nimüd) btefer 9latM offenbar
ebenfaQö auf nicf^t^ anbereS , aii auf ba6 ^eilige Romove ober
Rikaiten. Ueber bie maf)re ^orm biefee (e|tem !Ramen^ ftnb tptr,
toie bie fc^on ittüif)nun 2(btt)ei(^ungen {eieren , fetne^toege^ gan)
gemif. ^ir ^aben biefe ^Benennung nur burcb Q^tonifltn aber»
liefert bekommen ; aUein felbfl unter btefen nennt £uc. iDaDib an
brei t>erf(biebenen iDrten bad «f)eiIigtlE)um hatb Rickaito, balb Ro-
kaito (in einer anbern «f)anbrcbrift Rokoite) balb Rikaiten ^).
S3ei ben formen Rickaito unb Rickaiten bleibt er am befldnbig^
flen unb ee fdS^eint, ba$ er. biefe aud ber S^rontf bed S3ifd^of6
S^rifttan genommen f)attt. 6d ifi inbefen fe^r gu bejtoeifeln, ob
bie beiben legten ®tlben ^^aito, ojoth ober aiten^ ganj ridbtis
ftnb ; f7e fcbeinen t)ielme^r burd^ bie forglofen Sbroniflen an ha$
(Stammwort ange^ingt ober menigflen^ ttod) t>erflftmmelt. @6 t#
in biefem Stoecf e ber ganje un^ fibrig gebliebene altpreufftfc^
&pvaÖ9{d)ai burc^gefe^en unb nic^t ein einjigetf ®ubftantit> gefitm
ben n)orben , melcbe^ fid) auf aito , aiten , ober ojoth ober audS^
nur auf ben iant o enbigte. 6d barf alfo unbejmeifelt bie Se*
{[lauptung getoagt »erben , baf nic^t Rickaito , fonbem Rickaiu
ober abgeforjt Ricta ber toa^re, in ®amlanb gemS^nltd|^e 9}ame
fär 9lomotve wat , benn in bm iaxit a enbigen fid} bie meifien
®ubflantit)e ber altpreufftfc^en @prac^e'). — SBie man inbeffen
biefe ®a(^e and) immerhin anfe^en mag : man nannte bem Sremb*
Itnge, ber an ®amlanbd Aäfie lanbete, flatt ber ii^l^er errnJi^n-
un !Ramen too^l and) „ha^ ^eilige Rikaiu ober Ricta,, ai€ ben
iDrt, in beffen 9li^e er angelangt tvar. 3n ber SBiebemennung
1) ö. I. ©. 21. 25. 32.
2) Sater a. a. £). &, 74 ff.
giomotpe — jDfericta. 649
be!)ieU ber ®titö}t hai 3Boct Rikaiu ober Ricu bei, mxl e^ ein
iocai'^amt toat, 2)te SSejie^uh.q „f)exlxi'' aUt, bie er in fei::
ner eigenen (Sprache tt)ieber ^ab, btfidte er burc^ ba€ ®rie(l!)if(l!)e
83etn>ort oo-/«, im Sonifd!). Sialeft oa/ij au^, meit biefed 93ort
atte^ bezeichnete, »ad burd!^ gittli(|ie unb menfdl^lid^e ®efe|e ge?
getilgt tfl ; unb fo entfianb an^ hem 'Ocr/ij - P/jctac bai bü ^tinttt6
ertod^nte Osericta in ber SSebeutung bed ^eiligen Ricta f&t ba€
(»eilige Siomome.
3n fold^er SBeife ftnb aCfo bie t>ier Flamen, bie mir bei ben
Tltttn fftr bie norbifc^e SSernfteins^nfel ftnben, in UebereinfKm«
nrnng gebradl^t unb aut ber !Ratur ber @acl^e felbfi, bie ffe be$
SeidS^nen, erHirt. Sie SlefuUate aber, bie an^ biefer Unterfu(l!)ung
f&r bie dltefle @rbfunbe unb ®e{ä)xd^u ^reuffend l^er\)orgel[)en,
ftnb fc^on frfi^er am gehirigen £)rte mitgetl[)eilt.
S5 e i l a g e N^ IIL
Ueber ben ^eiligen Tlbalhcxt unb beffen
^iOQxap^tn.
iDte J^auptqmüt vx Zhalbttti iebtn ffnb beffen Siogray^en.
9Btr ^abett beten mebre. 2>te eine unter bem Xitel: Viu rel
Passio Sancti Adalberti Episcopi et Martjris Christi unb mit
ben ^(nfangtfmorten : ,,£st locus in partibus^^ beftnbet ftd^ in
Canisii Lect Antiq. T. V. P. 2. p. 329 — 354 ober in ber
edit Basnage T. III. P. p. 43 — 65., in ben Actis Sanctor.
T. IIIo fecner in Freheri remm Bohemicar. antiq. scriptt
in bec 2(u6gabe be6 Cosmae Pragensis eccles. Decani Cbron.
Bohem. p. 74. 6antftu6 fanb feine vita S. Adalb. auf einem
9)er9anients3Ranufcti|)te im Jtlofier SBinbbecg in SSaiem an bcr
SBi^mifdl^en ®cänje mit ber Äuffc^rift: De S. Adalberto Pra-
gensi Episcopo et Martjre, Ottoni III. Imperatori perquam
familiari, Pmssorum, Boemomm, Polonorum, Hnnga-
romm Apostolo. gre^er 1)at feinen 2(bbru(( )>on 6ani{iu6 er*
borgt ; »ie ber 2(ugenfd^ein U^^t ; o6 er babei anij ein alM
9Ranufcript t>ergli(ben ^abe, ifl t>on i^m felbfi nic^t angegeben.
£)ie mic^tigfie $rage bleibt un9 ixtbei immer bie &ber ben
Serfaffer biefer SBtograp^ie, benn Don i^r (un jcbfi ^ngt bie ®(aub$
to&rbigfett ber in ibr gegebenen 83erid)te ab. Sie SBicbtigfeit bie«
fer grage fft^lenb flettte fd&on ßaniftu« (in Lect. Antiq. T. v. p. z
p. 331) au6 ber S3iograp^ie felbfl gen)ifle SKerfmale auf, morautf
^ert>or{Ugeben festen, baf ber äSerfaffer ein Seitgenoffe be6 itiü*
gen 7(balbert6 gewefen fepn mfiffe. tlBir moffen biefe unb einige an«
bere @rfinbe, mld^ bie 2Cbfa{fung ber S3iograpl()ie burc^ einen Seit?
genoffen ZbalUm unbefireitbar bart^un, Hwa$ ndber betrad^ten.
1) S)er SSerfaffer war unbeiweifelt nod!^ ein Seitgenoffe bt9
Aaiferd jDtto bed i)rttten; benn eine« Z^eil6 fjftid^t er t)on i^,
a(0 t>on bem )ur 3eit ber 2(bfaffung ber SSiograp^ie nod^ (ebenben
Aaifer; anberen itbtxU toeifen barauf aud^ bie el|)rfurcl^t6t)oUen ict
be^er^ebungen bin, mit benen er biefed Aaifere ifter gebenft.
®o fagt er unter anbern p. 340: Erat autem ipsis diebus Ro-
Der ^eilige Hhalbttt 65^
mae imperatrix augnsta Theophania, mater eiu«, qui rnuifp
regnatj Tertius et Deo iuvante Maximus Otto. Sttttl flaci
aber t>txt 111. im ^\ßt 1002$ ^t\%\xi^ mftfte bte SebenSbefdj^ret«
bnitg abgefoft tvorben fepn gtoifc^en beti Sauren 997 unb 1002.
fBo$( nt(^t e^ne }(bf{d^t auf ben no(^ lebenben Xatfer etmi^nt er
au<i^ me^a(6 ber i^ertrauten Sreunbfc^aft ^ bte )t9tfd!^en btefem
imb }(ba(bert beßanben ^abe unb Dom S^erfaffer ganj befonber^
J^rDorge^oben »irb; er fagt ). SB.: His temporibus Chrlstla-
nissimus ille Caesar, cui circa .servos Dei maximum Studi-
um semper et diligens cura fuit, crebro alloquitur sanctum
Adalbertum , et babebat eum sibi familiärem, audiens li-
benter qvaecunque sibi diceret — 2>er SJerfaffer btefer 83i(M
grapste toar 2) wi^ ein Beitgenoffe be6 ber&^mten 7iii$ 9}t(u6
t)om Jtlofler Yallis Ijskds^ unfern Dom Jtlofler Saffmo. !Rt(u6
li^tU Un 3fba(bert, a(6 biefer t>om Jtlofler Safftno ju i^m fam,
genauer (ennen gelernt Der Siograp^ aber, ber 2(balbert6 gro^e
Srimmigfett unb feinen Stfer im ®iCi\xUn fdj^ilbern tt)i((, fagt
nun: Quem ^Adalbertum) intuitus dominus Abbas Nilus,
cuins meriti in conspectu Domini yiveret, jam in primo
sermone cognovit, qui et usque hodie ita amore Christi
ferventem non meminit se vidisse aliquem juvenem. ®0
fonnte bodl^ offenbar femanb nur in ber B^it fc^retben, alt ber
Xbt nod^ lebte. S3ir i»tffen.aber, baf 9}i(u6 erfi na(^ bem Sa^re
1000 fiarb (®. Baronü Annal. eccles: T. X. p. 934), fo bafi
alfo biefe 2(ngabe mit ber ttxohf^ntrx 2(nna^me ber 3a^re 997
bi^ 1002 genau Abereinflimmt. — £)afl ber SOetfaffer ba(b nac^
Xbalbert6 Xob bie SSiograpbte fd^rieb, ge^t 3) aud^ au6 ber St»
wibnung ber nod!^ (ebenben ^^erfonen ^ert>or, mit benen Xbat^
bert in S3er&^rung gefommen mar. ®o ermi^nt er einer xovxiß
bert^itigen «f)ei(ung 2(ba(bert6 an ber Xod^ter „cuiusdam Jo-
hannis (in Stom) qui nunc utbis Praefecius esst dignosci-
tur. 6r ergA^lt ferner t>on einer @rf(f^einung ober einem Xraum«
geffc^te, n>el(be6 ein ÜSSncb M Jtlofier^, n>o 2(balbert gelebt
f^attZf 9lamen9 So^anneö 6ana)>ariud, aie TC^nung^seidj^en oon
2Cbalbertd Zob gehabt unb bebient f((^ babei ber SSorte : ut ad-
hnc hodie meminit Xud^ ber 2C6t unb bte SDUnd^e bed Jdofier^
®. SBonifacii in 9tom toerben noc^ M lebenb unb M Beugen
angefft^rt aber ]fbalbert6 S)o(l(ommen^eit in feglid^er Sugenb:
Dicunt autem Abba et fratres eius de eo, quia in omni vir-
tute ad unguem perfectus est — 6in mid^ttge^ Beugnif fftr
bie TCnna^me eined na^en Beitgenoffen 2(ba(bertd al6 SBerfaffer fei«
ner Sebentfbefdj^reibung liegt 4) auci^ In bem, n>a6 ber SSiograp^
t>on SRagbeburg berid^tet Sr nennt bie ®tabt nimlic^'' urbs
quondam nota populis et una ex magnis urbibus , dum Otto
652 iDec ^eUtde Zbalbttu
primus sceptra regalia rezit, nunc antem pro peccatis semiruU
domus et malefida statio nantis. SRagbeburg toat atfo in bem
@(ati}e, in tvetc^em e^ ju iDtto be« Srflen 3eit fira^lte/ mn bie
3ett be6 Serfaffer^ fo gefunden ^ bap e^ tote ein ^albserrfittete«
^au6 bafianb. Um btefe^ fc^ne&e ®infen aitagbeburg« gu ecHi«
ren , tfi e6 mebet xAt^x% , btefe ®tette f&r eine fpitece Snterpo«
latton beö 6o6mad ^ragenft^ au ^aiUn, noc^ bte (Sfycotnha
burd^}u6t2etern , um eine grofe Seuecdbrunfi auf^ufncften, bie
SRagbeburg jet^irt f)at (t9ie Ao^ebue 83. I. ®. 318 tfyit).
Hn J^&vL^tv^af)i unb an jufecer $tad)t fianb ed alUrbing^ no<^
einige ^a^r^unbecte ^iemti^ un\)erre^tt ba ; aber ber ®Ian§ fei-
nee Stummel Derlofc^ fc^on batb nad) be6 Srgbirdi^ofe Ttbalbttt
2ob$ benn nad^bem ber bet&^mte unb gelehrte £)t^eci( van ba€
ecjbifd^flic^e Zmt betrogen unb fein SBeträger @ife(er }u ber
9B&rbe gelangt toar, ging aUt^, »ae 3fbal6ert gefHftet nn^ ge^
grftnbet, in einen fo argen Suflanb ber S^erwirrung, Uiiotbitimg
unb M ©erfaU« fiber , baf ba« Chron. Magdeburg, ap. 3/«-
bom, T. II. p. 278; totUi)t^ biefett 3uflanb nj^er befc^reibt, ettb>
Ixö^ aueruft: Ob banc ergo causam ultro divina patriae fit
magna ruina, unb Ditmar Merseburg, p. 5A, ber bie iagi bet
Dinge fo genau fannte unb ben 6r§bifd)of ©ifeler „non pastor,
sed mercenarius ad majora ££mper tendc-ns ntttUt, gebratuf^t
gur 93eseic|»nung btefe6 3uflanbe6 bon bem t)erbred[^erifd^en &}bts
fdl^ofe bie SS orte: Qnanto altior gradus, tanto grayior fit ca-
sus unb f> ^injU: non iili solum, sed communibus nostri-
met imputo peccatis domesticis, quibus quicquid adversi
accidit, juste ascribitur.^ 'Sie SJerivirrung im Srgbietbtun
toat aber gerabe in ber Stit, M ber Siograp^i 2(balbertS £ebeii
gefdl)neben ^Un muf; am l^id^ßen gefliegen, benn ®ifelec mttfte
im Sa^re 1002 feiner SSfirbe entfagen^ f. Ditmar Merseb.
p. 118 — 119 unb Cbron. Magdeburg. 1. c p. 282. XCfo
mit ^tiß nannte ber jeitgenSffige fBiograp^ SKagbeburg eine
pro peccatis semiruta domus unb eine malefida statio nantis,
»eil, toie bae eben ertoi^nte 6(ironicon fagt, gentes, quae
panlio ante fidem catbolicam susceperant, imperioque sub
tributo serviebant, a suavi jugo Christi se excutiunt et nna-
nimi conspiratione arma corrtpiunt SBergC. 9lat^matttte
®efdl]iidS^te ber ®tabt SRagbeburg 83. I. ®. 110. — jDief »trb
^inrei(^en jur S3egrftnbung ber SSe^auptung, baff ein na^et Seit?
genoffe 2(balberte btefee fein itUn befd^rieben ^aben m&ffe , U«a
minber wichtige S3ett)eife , beren nod^ manche in ber Siograp^ie
Vx ffnben ftnb, f innen nac^ @rSrterung biefer entfc^ibenben
®rftnbe tDo^l fftglid^ übergangen »erben.
6e bringt ^ nnt nun aber bie grage auf: 9Ber war et«
2)er ^eilige }(ba(6ett 653
^tnüid} unter Vhaibttti Seitgenoffen bet Secfaffer fetner Seben^
bcfc^retbung? Znd) t)on biefer ^rage ^ingt ein grofer S^eil ber
®(anbu)ftrbigfett bec im £eben 2(balbert^ und mitget^etlten 9tac^:e
rid^ten ab. Wtan ^at ))on je^er auf biefe ^ta^t t)erfc^ieben ^tanu
t90ctet. SafI ber SBifd^of Soömad t>on ^rag, ber feine 6^rottit
erp jur Seit ^einri<^>« IV. fd)cieb; unter •^einridj^ V. jlarb, alfo
Sur Seit be6 Xobed jDtto III. nodl^ nic^t einmal geboren tvar, ber
Serfaffer ber SSiograpbi^ unmSglic^ fepn fann, tß fon^o^t ou«
ben obigen SSemetfen flar , a(6 auc^ \)on anbem fc^on barget^an
{Schoiii Prussia Christiana p. 17. Hartknoch dissert. 11. §. 1).
2>er ^au)>tgrunb, marum man bem 6odma6 t>on 9tag fril^er bie
£ebendbefd!)reibung beigelegt b^t, fanb ftd[^ in ben falfc^ gebeuteten
Sorten feiner Chron. p. 17: .,,Quid sibi (i. e. Adalberto)
Sims grez responderii, aut quam ob causam enm non re>
ceperit, Tel ad quas gentes inde transierit, quanta etiam
frugalitas omnibus diebus sui episcopii fuerit, quanta mo-
rum honestate eniinerit, scire potent ^ qqi yitam eins sen
passionem legerit Nam mihi iam dicta bis dicere non licet
ista. 2)ap 6odma6 biefe viu sen pas«io gefc^rieben ^abe, liegt
burcbauö ni(bt in biefen SBorten , er m&lbe f!(^ gemtf weit beut^
lieber M äSerfaffer genannt i^oitn , toenn er ed wirf (id^ genoefen.
8Bir feben ba^er aud biefer @teUe nur fo t>iel / baf Sodmad ba6
{eben TCbalbertd f annte , inbem er auf baffetbe binwet^. ®e(b{i
bie aSebauptung (Aobebue'e 93. 1. @. 317), baf Qomai bie
alte S3iograpbte interpolirt babe, iji au$ biefer Stelle menigfiend
auf feine Steife $u begr&nben. 2(nbere ältere ®elebrte ). S3.
Bzopt'us Continuat Baron. Annal. eccles. T. XX. p. 568 ba«
ben ben ^apfi SplDefter II. biefe Sebendbefcbreibung t>erfaffen laf«
fen. 2CIlein biefe 2Cnnabme berubt auf gar feinen ®r&ttben t)on be»
fonberer SBicbtigfeit, benn bie S^ugniffe, auf meldte fiö) S9got)iu6
fl&|t, f5nnen f&r ben eigentlidS^en beweis feine Stimme ah%tbm.
SBeit wtcbtiger ifi und aber bie ^rage: £)b t)ielleicbt nic^t
@aubentiud, 2lbalbertd treuer unb fleter ®efi^rte, ber S3erfaffer
ber SSiograpbi^ f^9n fSnne? 2)ap fte tin fe^r t>ertrauter greunb
Hbaihtvt^ gefcbrieben ^ahtn m&fft, f innen wir and^ o^ne bed
Surius De probatis Sanctorc^m historiis p. 826 autfbrft((li(be
Angabe fd^on an^ ber £eben^befcbreibung felbfi abnebmen. ^tnn
e^ iwar miglicb w<ire, baf aucb ein anberer mit ICbalb^rt felbfi
ntcbt in fo engem SSerbiltniffe gcwefener SRann t>ott feiner Stirn«
migfeit, t)on feinem Stfer im ®lauben, \)on feinen Stugenben ber
Sntfagung, ber SBo^ltb^tigfeit, ber SSarm^crjigfeit gegen Sei«
benbe unb t>on feiner unermfiblidben SSem&^ung }ur SSerbreitung
be^ Soangelium^ )u i^m ^ingeriffeU; f&r i^n erwirmt, begeifert
unb gur 3Cbfaffung feinet frommen Seben6wattbel6 burc^ ben i)rang
654 £)et ^eiHge Zt^albttt
ber Kebe (etoogen tvorben fepn finnte^ fo ift ed büc^ titd^t bmf'
bar, baf ein foldl^er bie Se6ett66ef(^tetbtmg in btefct Ztt ^ttt
tiefem fSnnen. @6 b&cfte fic^ t>telmel[)r bie SSe^auptung ertDeifen
{äffen , baf entmeber ®aubenttttd felbfl ber SBerfaffec ber Stogroj^
l^^ie fepn m&ffe ober bafi er menigfien^ einen bebeutenben 2^1
bec WtatmalUn baju an bie «i^anb segeben ^abe.
2>ie ®r&nbe, welche bie ^e^auptung untersten; bof San«
benttu6 felbfi bec SOerfaffer ber S3togra|>l[)ie fep, finb fofgenbe.
1) @ebirt bterber ber anä) t>on anbern (Äodebue S9.I. 6. 317)
fc^on angeffib^^^ Srunb, ber fid) au6 ben Sorten: Secandoni
regulam S. patris nostri Ba^ilii unb dVit ber anbeni Stelle:
Confessoris nostri et patris Benedict! entnehmen lift. Z)o^
^Noster^^ fdj^etnt anjubeuten; bafi ber SSerfaffer beiben ^Slindfi^
orben angebicte ; unb biefl (ann tanm auf irgenb iemanben bef^
fer paffen, al€ auf ®aubentiu6, ber erfl mit Zhatbttun ini
SBenebtctiner s Alofler }u (Safftno gini}, bann i^n ind Jttofter be<
Xbt« 9}t(u6 t>om iDrben be6 beiligen aSöftßu« begleitete unb enb«
(i(^ mit ind Jttofier be6 ^eiligen 2(lei;iu^ in 9lom manberle. 2)
SBerben in ber S9iogra))|ie gewibnlic^ bie um bie Seit ber Xb^
faffitng berfelben nodl^ -Rbenben ^erfonen entmeber mit bem Zt«
tel Dominus ober mit 3(ttgabe t^rer 2(mt^n)firbe besetc^net
@aubentiue felbft bagegen f)at immer nur bie SSettecbnung frater
unb einmal bie SBejeic^nung feinet 2(lter^ burc^ jnvenis. Semt
fid) hierin mobt eine gemiffe S3ef(f^eiben^eit au6fpre(b^n foIT, fo
ftnben »ir bod^ anberer Geitö auc^ ber innigen Sertraut^t
unb (anaen S^eunbfcbaft {wifcben Zbalbttt unb Saubenttu^ f»
oft erwabnt unb biefetf Slerbittnif abftcbtßc^ fo t>ie(mal unb
fo fiarf ^ert>orgeboben , baf n)ir untoiU(&btti<^ auf bie SRetmmg
gefftbit »erben, ber äSerfaffer ^atte ein gan} eigene« Sntereffe bo^
bei , bie ^reunbfc^aft 2(ba(bertd unb M ®attbentiu« gan§ befoQs
ber« bemerfti<b j» madigen. @o f)tit e« p.74: Nocte vcro (Adal-
bertns) aut habuit fratrem Gaudentium, aut coecum natum;
extra quos sno cnbili amicissima familiaritate junctos, et se
iertium nemo qnartus recnbuit in una domo. P. 79 toirb bie
grofe 7(n^ing(i(b(eit be« ®aubentiu« }u Hbatbtvt fo gefc^tlbert:
Duo autem et fratribnl^, qni com eo erant, jam dudum ti-
dentes , qnia se monacbnm facere vellet , non bene relicto
clipeo fiagam dedem'nt Solns vero Gandentias exemplo coa-
stantis^Iri remanens cum beato viro Monacbicam atque
probabilem conversationem consecntus est: qui etiam sibi
carne et spiritu duplex germanus et ab infantia seroper fi-
dissimus comes adhaesit P. 33 MO t)Ott 7Cbalbert6 SegCetttm
nad^ ^^reuffen bie Stebe ift, ^eift t€s alter presbjter Benedic-
tnSf alter dilectus et a puero sibi comes frater Gaudeatius
Ser ^nligt Vbalbett 655
erat Dtefe ahfl^tüi) toiebcr^olte «i^eiDoc^itns ber iimtgen SBm
ttaulii^feit ^»tfc^en beiben fe|t ein 3nteceffe vorauf, t9e((be6 toir
ttn6 nur bei @aubentiu^ fe(b^ ttd)t erfldren finnen. SBenn a(fo
. Oaubenttn^ a(6 mutbmaf (i(^et äSecfaffec nur in ber brttten ^tt*
fon t>on ftc^ fpricbt unb ^min tco^i eine gemiffe SBefc^eibenbeit
ge^nben »erben fann, fo b^bt er fein S^erb^ltnifl ju 2(balbert
hod) bemerfticb genug l)et\>ot, um i^n bi^i^^n ernennen in (innen.
3) ®aübentiu^ tcat offenbar jfinger al^ Hbaihett 3m 3dbre
983; ai^ HhaiUvt ba6 bifd^iflicbe Umt in ^ta^ anuat, mufte
er h^d) gen)ifl fcbon einige breifig Sabre alt fepn. ®aubentiu9
begleitet i^n nai) ^talxtn , um mit ibm 2um billigen 6trabe )u
»anbern; bief gefcbiebt im 3<^bt^^ 9®^- ^<i n>ivb @aubentiu$
no(^ juveDis genannt; (ann a(fo bHf^en^ 25 S^^b^e att gen)efen
fepn. 3n ÜRagbeburg mar er baber toof)l nocb nicbt mit ^balber^
ten sufammen ober menn er ti and) mar, fo mar er flcberlid^
bo(^ fpdter aiß 2(balbert babin gekommen, ^mn ed alfo b^ift:
Qiiot annis (Adalbertns) studuit, incertnm est, fo (antt
biefe ttnbefanntfcbaft mit ber ^fngabl ber @tubieniabre 2(balberttf
in SRagbeburg nid)t ald Semei6 gegen bie 2(utorf(baft bed Säubern
tiu^ aufgefteUt merben. — S)er ^auptgrunb f&r bie Znna^tnt, bafi
@aubentiud ba^ iAtn TCbalbert^ gefcbrieben ^ahe, liegt aber 4) in
ben, ma6 in ber S9tograpbi^ ft^^v 2(baCbertd 83etebrung0t)erfu(be ber
beibnifcben ^reuffen gefagt mirb. ^lad) ^reuffen begab ft(b 'XhaU
bert nur mit jmei @ef^bi^ten ; ma6 1)in gefcbab, ma6 bier gebart
unb gefeben mürbe, ba6 tonnten entmeber biefe beiben ^Begleiter nur
felbft auffcbreiben ober ein anberer SSiograpb (onnte bie genauen
SJericbte nur t^on ibnen erbalten. 9Ber inbeffen biefen Xb^tl ber
SBiograpbie in ber ganzen 2(rt ber 2(bfaffung,r in ber ©enauig^
feit ber Socalangaben , in ber orgfamtett ber (Srs^blung jebe^
CHnselnen, ma6 $ur Srbaltung unb S^erberrlicbung bee Tinbmttni
be^ frommen ?ebrerl unb ^reunbe^ nur irgenb bienen (onnte, tU
ner genauen SSetracbtung m&rbtgt, mirb ftcb f!(b^rli(b äberjeugt
^ülun , baf f)m (ein ^rembling bie Seber fftb^te , baf e^ bi^bft
mabrfcbeinlicb ©aubentiu^ felbff mar, ber bie legten Xage be6
frommen greunbed befcbrieb. — 5) «l^atte ®aubentiu^ t>iellei(bt
and) nocb tint befonbere dufere SSeranlaffung }ur 2(bfa)fung biefer
SSiograpbt^- ^^ mürbe, mie fr&btr gefagt ift, {um 6ribif(bofe
Don ®nefen ernannt unb bedeibete biefeö Umt bi^ {um Sabre
1006 (®. Dlugoss histor. Polon. T. I. p. 149). 6d ifl benfr
bar unb felbß febr mabrfcbeinlicb, bafI ber «^erjog S9oleeiat> t>ott
• 9)olen, i^quia sibi amicissimus erat^^ mie tt p. 82 b^^f^/ ben
SBunfdb gebegt babe, \>Cit Seben 2(balbert^ genau {u (ennen, unb
baf äucb biefe« S^erlangen feine« 2anbe«f&rfien ben Srjbifcbof mit
bemogen ^abe, ba« ?eben 2Cbalbert6 {u befcbretben.
656 2)er Hili^t Tlhalhtvt
3fi nun abet burc^ btefe @rätite bte SSe$au)>tutig, baf Oan«
benttuö fetbfi ber SSerfaf^r bec 89todra)>^ie be6 ^eiligen 2(ba(bett6
fePf siemltd^ fUt^tv gefieUt {Uphagen Parerga histor. p. 611),
fo gemimten ntc^t nur aUt {Racl^nd^ten , bte t9tt Aber Xbalbertt
fr&b^e 2ebend)>ecbdltnif[e bur<b fte erhalten , foi^betn t>ociAgit(lb
• ottc^ ber SBerid^t Aber 3fba(bert9 Sefe^run^^Derfu^ie in 9teu(fen
aUe migtidl^e @(aubn>firbtgteU, benn toir erfahren bann aViti burcb
einen SRann, ber feie feiner fr&^n 3ugenb mit Xbatbertett beCattm
n^ar, mit ibm in t^ertrautem Umgange gelebt, ber t^it in aOe
Sinber begleitet, mit i^m audf^ f>reuffen felbfi befudf^t, ^ier afk$
mit eigenen 2Cugen gefe^en unb bem ganzen S^erlaufe ber Sreig»
niffe tbeUneb'menb felbfl beigemo^nt ^atte. ®o erfc^eint un6 alfe
a\x6) biefe SlueUe ber @efd!^ic^te f>reuffen6 in einem yAti toic^ttge«
ren Stdj^te.
@ine smeite Sebenöbefc^reibung, bte mir über ben ^eiligen HhaU
bert n^ij b^ben, flebt in Surius de probatis Sanctonim historiis
T. II. p. 826 unb ^at bte Tfnfang^morte: NascUur parpureus
flos. ®uriu6 gab t^r bie Ueberfd^rift : Vita S. Adalberti , st-
cundi Pragensis episcopi et martjris, auctore quidem ano-
njmo, sed monacho docto ac bonae üdei eiusqne contem*
poraneo, et nt videtur, etlam familiari amico. (SRit bem
SSetfage: stjlum aliquot locis modice correxit F. Laur. Sa-
rius). 3n ^inftd[^t be^ gefcbic^tlic^en ®toffe6; ben biefe Siogra-
p^ie liefert, ^at fte f&r un6 meit mentger SBic^tigfeit. Um
genauer SBergleic^ung betber 2eben0bef<^reibungen ergiebt f!<^
nimltd^ gans Kar , baf biefe jmeite S9tograpbi^ eigentlich nidb^
meiter ifi, M. etne mit )>ieten frommen ®pr&cben unb einem
unertrdglicben / rebnerifc^n ^omift au6gefcbm&(f te Umarbeitung
ber fr&b^rn £eben6befd>reibungi al^ beren äSerfaffer mtr (Sauben*
tiu6 angenommen ^aben. %x eigentlidbtn Xb^tfac^en in SSeste--
bung auf 3(ba(bert6 Seben liefert fte eigentltd[^ fafi gar ni<^t6 9Ieue^,
menigfientf nidS^te t)on SBidb^d'^ie. ®ie htUtat ft(^ tiietme^r nur
be^ Ott^ ber SSiograpbi^ be6 ®aubentiu6 erborgten unb oft mit
benfelbigen äBorten aM i^r mieberbolten SRateriatö , vm gottfe»
(ige SSetrac^tungen baran anjutn&pfen ober e^ mit einem ®(^maBe
Don Stebenlarten i\x oermdffern ober bi^ unb ba mit enttebnten
2)i(^ter' Steilen au^iufclbinfiden. 3Cie ben äSerfaffer biefe« SRacb«
merfe« b^t fcbon Schott Prasaia Christiana p. 90 — 91.
ben ^eiligen SSruno au^gemittelt, oon melc^em ba« Chron. Mag-
deburgi ap. Meibom. T. IL p. 275 auc^ au«brft(fli<^ ermd^nt,
bof er Aber ba« Seben bed b^iligep 2Cbalbert gefc^rieben b^be.
®egen ®(^ott« SBemei« iii^t fic^ fcbmerlif^ etmo^ einmenben; i^iel?
mebr mfirbe er ftc(^, menn bie ®a(be Doh SBelang mdre, oxxd^ no4
<Der ^eiUge Zbaiiett 657
burc^ matt^e anbere, t>ott i^m ntd^t berührte ®rfinbe unterflä|m
Calfen. 2(uffaaettb ahn tfi.t>oriäg(i(() ber Umflanb, baf bec SBer«
faffer biefer SSiograp^ie mit (einem SBorte ecmd^^nt, baf et ^u
ber [einigen eine anbere benitgt ^abe. @r fuc^t btefe^ Dielme^r;
n»ie t$ f^eint , abftd^tdc^ ju t)ec^eimCid^en. @c ettlitt i. S3. p.
827 , wo t>om Xobe be^ erflen Sifd^of^ \>m $rag bte 9{ebe ijl;
ba^ ge^&rt ju f)aUn (nt audivimus), n)a6 er offenbar in ber
{Biographie t)on ®aubenttu^ p. 75 gelefen ^atte. X>aiu (ommt
aud^ nod^, ba{l er be6 @aubentiu0 \)ertrauten Umganges unb ber
langen SSefanntfdbaft mit 2(batbert mit feiner @i(be ermd^nt; ali
t>erf^n>etge er abftc^tlid^ eine @ac^e , bon ber gerabe in ber föic^
grap^ie M @aubentiu^ n)ieber^o(t bie 9iebe ifl. !Rur gegen bai
ßnbe ber Seben^befc^reibung, too ber SBerfaJTer nic^t um^in (onnte,
feiner su gebenfen, mirb fein ^amt genannt, iebod[^ nur mit
bem falten S3eifage : ex parte patris caro et frater suns unb
balb barauf mit ben SBorten: sanc.to viro duplex germanus. —
S^emnad^ fd^eint e^ alfo, baf SSruno entn^eber bm ©aubentiud
abftd^tlicl^ nidjt ai^ SSerfaffer ber \>on x^m Unn^un S3iograp()ie
nennen tt)oUte , ober bafi er \i)n a(d folc^en ni<^t f annte. ( lieber
eine tt)efentlic{)e TCbmeid^ung «beiber SSiograp^ien in SSejie^ung auf
@nefen unb £)aniig merben wir nad^^^er noc^ einiget fagen).
@^ bUibt jegt nod^ äbrig, aud^ bie £lueUen in S3etradf)tung ju
^ie^eU; beren fid) Baronius in f. Annal. Eccles. T. X. p. 839
seqq. in feinen 9}ac^ric^ten Aber ben ()ei(igen 2fba(bert bebiente.
9la($bem er einiget 2((lgemeine aber i\)n gefagt l^at , fugt er in
ber erwähnten ©teile ^inju: Haec omnla pluribus, qui.res ab
eo (Adalberto) gestas praeclare conscripsit auctor eiusdem
tempons. Alia eiusdem viiae Acta extant anliquitus scrip-
ta in codice pervetusto monasterii sanctae Caeciliae in Urbe,
ia quo plura, quae desiderantur in aliis habentur. Ubi non
Yoicechus, sed Yuentius in baptismate vocatus asseritnr.
Homm igitur geminorum Actorum subsidio, quae de ipso
dicenda erunt, omni fide promentur. In prioribus autem
Actis, quae apud Surium extant, promotio eius ad Episco-
patum ita narratur. ' «hierauf wirb tühttXi^ biz SSifc^of^wa^t
2(baCbertd aud ber S3iograp^ie SSruno'd, wie f!e ®uriu9 })Citf
nac^ergi^U, worauf wir ((ar fe^en, ba^ bie eine £lueUe be6
S3aroniud (eine anbere a(l bie S3runoifc^e Umarbeitung war.
2(u6 einer anbem Steife, bie SBaroniuö ftreng wirtlidS) out ber
£e6en^befd|^reibung be6 @aubentiu9 genommen,, er^eUt, bap ber
t)on xfyca erwähnte codex pervetustus monasterii Sanctae Cae-
ciliae bie eben ber&^rte S3iograp^ie be6 @aubentiud war. Siefe
. beiben £lueUen ftnb ed aber auc^ fafi ganj allein , auS benen
I. 42
658 2)ei: ^eilige 3(balbert.
fBaroniu« am ibtt HbaiUtt (Sefagte ^e\ö}hpft ^at 83tt etlialtm
\>af)tv \>on xf)m miut nxd}t t)iel 9imti. — €fomtt bejte^t fi4>
benn äber^aupt atte^ , wad wir m SSetceff ber Siograp^ien Dom
^eiligen 2(ba(bert befi^en/ auf bie jDctgmat - SStograp^te be^ @aus
b^ntiu« bei Canisius unb in Freher jurficf. @ie tfl bie einzige
ungetr&bte Quelle uub ffir wM ba^er aüdl^ bie midlitigtle.
9Qad nun bie legte Seit in 2(balbert^ Seben anlangt —
benn biefe 5tel)t ffir bie ®ef4)ici^te ^reuffend unfere 2(ufmerffaim
feit bittigec !ESeife am meifien an — fo ifi bie {Behauptung fri^
^eter @cribenten, bap ^Tbalbect Scjbifc^of t)on @nefen gewefen
unb M fotc{)er nad^ ^reuffen gekommen fep, (dng^ toiberUgt,
n>ie {te benn aud^ mit ber 2Cngabe ber bemi^rtefien iQueUen gar
nic^t ju tjereinigen tfl. Ditmar Merseb. p. 83 — 84 fantt aU
(ein fcbon ^inreic{)en, jene Se^auptung oSOig gu »iberlegen, benn
wie ^ätte biefer fagen fSnnen: (Otto IH.) fecit ibi Arcfaiepü-
copatum, ut spero legitime, sine consensu tarnen praefati
praesulis ( ndmlic^ be6 S3ifc{)ofd Unger \>on ^ofen , ber ben Stau
fer in ©nefen empfangen ^)atte), cuius dloecesi omnis hacc
regio subjecta est, committens eundem praedicti martjris
fratri Kadimo (?)! S)en erflen 2(n(af gu biefer irrigen S3e(^aup«
tung, bie befonbere burc^ ^olnifc^e @d)riftjletter {Dlugoss T. 1.
p. 117 u. a.) lange fefige^^alten n)orben ift; gab o^ne Bu>eis
fei bie SSiograp^ie S3runo'^ bei <Suriu^, too aUti bad, tca€ bie
SSiograp^ie bed @aubentiul \>on £)angig ergi^U, munberli^^er
SBeife auf @nefen fibertragen ifi. 9Ba6 jenen 93iograp^en »eram
la^t t)aU, jlatt Gidania in feine SSiograp^ie Gnesna aufgune^
men, ifi (aum abgufe^en. SBar i^m DteUeic^t Gidania gang um
befannt unb ^iett er e6 ffir einen t^erfcllfd^ten fRatMn @nefen5?
iDber glaubte er, ba^ mit ber Seic^nam 2(balbert0 nac^mal^
nad) ®nefen gebrad)t n^urbe, ber fromme SRärtprer bort au(^ »or»
^er fein SSefe^rungdmerf angefangen i)aUl Zuf jeben %a\l aber
toat e6 txn grpfer Sedier, ben SSruno ^iebei beging, benn @nt»
fen unb bie gange Umgegenb tvat gu ber 3tit, ai9 2fbalbert ba«
im fam, ofenbar fd)on c()ri{lli4) unb, n)ie 2>itmar Don aSer»
feburg in ber ern)ä^nten ®Mt begeugt, fdl^on bem SSift^ofe
t>on ^ofen untergeben. £)ie ®tabt ^atte avob bereite eine
Jtird^e; DgL Martin Gallus p. 60. Boguphal p. 25. SBean
man 83runo'6 3rrt^um entfc^utbigen toWL, fo burfce man nur
annel£)men, ba^ er gebort \}(At : 2(bat6ert fep nad[^ Snefen grtom*
men unb \i(iU in ^oten ba^ Sl^rifleifft^um befefligt. Diefe beiben
®i6e aber, wie fte unter anbern bie Chron. brevior Annojmi
Acbidiaconi Gnesnens. ap. Sommersberg T. IL p. 79 au^
brficft: Sanctns Adalbeitns Gneznam Veniens fidem Catholi-
2>er ^et(t$e 3(balbert. 659
cam in Polonia roboravit, mochte bann SSruno {ufammenfafs
fen unb ba6 (S^ctfient^unt burdf^ ZbalUtt in @nefen t>etbceiten
laffen.
Uebec bte Seit ber Zntunft Zhalbnt^ in ^^^uffen unb fetnel
SRactprertobee finb bte Zn^abtti in ben £lueUen fe^c t)erf(l!)teben.
Tim gewiffellen berichtet ftnb mir fiber ben Sobedtag^ benn bte
I9i<^tidfie btefec £lueUen, namltc^ bie Sebenebefclj^retbung beö CBau-
benttu^ nennt felbfl biefen Sag f^^t genau^ inbem fte fagt: Pas-
BUS est autem Sanctus et gloriosissimus Martjr Christi Adal-
bertus nono CaleodasMaji imperantc reruui Domino Ottone
tertia et clarissimo Caesare, feria sexta, scilicet ut qua die
Dominus Jesus Christus pro homine, eadem die homo ille
pro Deo suo pateretur. S)tef ifi ber 23{le 2(prt(. Ueber btefe
Zn^abt tann fdf^on tvegen bee ®mid)t$ biefer Quelle tm BtotU
fe( &tatt ftnben ; äberbieS fiimmt a\xä) ber Seitgenoffe Ditmar
Merseburg, ap. Leibnitz Scriptt. rer. Brunsw. T. 1. p. 353 ge«
nau bamit Aberein. !S3eit mebr xotij\zixi bagegen bie (^(irontflen
in ber SBcflimmung be« SEobe«]aJiree. 2)a« Chron. Abbat. Urs-
perg. p. 163 unb anbere (Sbrontflen geben bad3a^r994^ Mari-
anus Scotus bagegen 995 unb Cosmas Prägens. Chron. p. 17
mit ßrmd^nung bed zbtn bezeichneten Sobe^tag^ ba$ 3al()r 996
an unb l[)iertn folgen il^nen t)erfd)iebene anbere Sbtonifen. Saf
inbeffen feinee Don biefen erwähnten Sabren Ht richtige fepn
fann , bar&ber entfc^etbet fdf^on bie im WloA M 3a^re6 996
erfolgte JtaiferfrSnung £)tto'^ III. (fiber beren 3eitbeflimmung
bur4^au6 fein Steifet ^errfc^t), melcbe nadj) ber 2(ngabe ber^ita
S. Adaib. ap. Freher, p. 81 bem ÜRJrtprertobe 2(balbertd t>oram
ging. S)enn nad^ biefer Arinung , a(fo erfl naii bem !röonat
9Rai 996 , begab ftc^ 2Cbalbert aber bie 2((pen surüd nac^ ^rant
cetdbf befud^te bort me^re 5tc5fier, ^te(t ftc^ bann in Wtaini,
nadbber aud!) bei bem «^erjoge S3o(e^(at) «on ^o(en auf unb f onnte
folgtic^^ erfl im grfi^linge be« Sabre« 997 nac^^ ?)reuffen ge^en.
@6 befidtigen aber enbtic^ biefeS 3a^r audf^ bie mic^^tigflen &)tonU
flen ber bamattgen Seit. Tim entfdl^eibenbfien fpricbt bar&ber üit-
mar Merseburg, ap. Leibnitz- l. I. p. 353. J)ie merftDÜrbige
®tette ifi folgenbe: In prima aestate Adalbertus Bohaemiorum
Episcopus, qui nomen, quod Woilech sonal in baptismate,
aliud in conürmatione percepit ab Archiepiscopo Partheno-
politano, in eadem urbe ab Ochtrico superius memorato'li-
teris instmclns, cum sibi commissos ab antiquae pravitatis
errore, monitis divini praeceptis amovere nequivisset, om-
nes excommnnicans, Romam ad excusandum se apud Apo*
itolicnm yenit, eiusque licentia sub districta Bonifacii Re-
gula, hnmiliter mnlto tempore conversatus bono deguit ex-
42*
-. I
660 Der JS^eiltge Tibaibttt
emplo, postquain cum permissu einsdem PatHs Pmcorom
mentes a Christo alxenas freno sanctae praedicationis edo-
mare ientaret, cuspide perfossus nono Kai. Maji capitis ab-
scissione.^^ 2)af biefed aber Ottmar Dom 3a^te 997 bmd^
Utf' bmetfet triebet bie AaiferfcSnung IDtto*^ Hl., bte er um
mittelbar Dörfer erji^lt. ferner ^itbi biefe^ ^a^t 997 aud^
Lambert Schaffnaburg. ap. Pisior, T. I. p. 316 an. Unhttt
93ett)eife f&r biefe 3ettbefltmmung ftnbet mckXi nod^ in Schotti
Pnissia Christiana p. 66 — 69.
6nb(id^ bleibt ttnd nod) bie ^rage Aber bie eigentltt^tt Ur»
fachen bed Sobe^ be^ f)eiHgen 3(balbert6 ju beatittoorten äbrtg.
66 ift itber biefe ®a^e t)on je^er \)ie( ^in unb ^er gerat^en »oc^
ben; man ^at bie yXi\aij^n ber f)arten S3egegnüngen, bet SBer»
treibung aud einem jDrte in ben anbern unb be6 enbltc^en iäm^
merDoUen Sobe^, bem ftcl[) 2(ba(bert binopferte, ba(b in bem SRif?
trauen gefitnben , n)e(({)e6 bie ^otniftibe S3eg(eitung, bie o^nebem
ttodS) bewaffnet war, bei ben ^reujfen ermetft \)(kUn fott. (Snc^s
dopdbie ber 9Biffenfd()aften unb Aftnfle Don Srfc^ unb ©ruber
S8. 1. ®. 398). ^(nbere fe|en fte in ben ivl l^ajligen SJefel^rungödfer,
mit totiijtm }(ba(bert bie atten ®ttten unb ®ebräu(^e, ben alten
®(auben unb bxt Mtn ©itter ber ro^en ^reuffen mit timmmoU
verbannen unb flörmenb burdj^ ^rebigten bem SSolfe entreifen
woBte. 9Rän meint, Vbalbert fep in aller SBeife in wenig ftug
Derfal^ren ; er ^abe bie 2C(ten gewinnen, @ef(^en(e mitbringen, mit
benAinbem fpielen mäffen u.bgt. (Aogebue S3. 1. ®. 115)« @6
ift wo^( nid^t ^u (JugneU; ba^ bad ÜRiftingen feiner SSefel^rung^
t)erfucl^e, bie in Sandig, bem gebitbeteren «f^anbel^orte, me^r ge»
langen, großen %i^z\it in ^Tbalbert^ SBerfal^ren feine Urfac^en \)(ktu^
ba^ er mijt (angfam genug unb nic^t DorftdS^tig ging, baf er ben
S3aum , um bie ^liiijU ivl genief en, lieber gleid^ fallen wollte. —
SBad nun aber 3(balbert$ Xob anlangt, fo mufte baju offenbar
nod) eine anbere Urfad^e ^injufommen; benn wo man ^Tbalberten
bei feinen frÄI(yem Sanbungen nxijt l^6ren wollte, ba «erjagte man
i^n, ba bro()te man i^m, wenn er nxi^t entfliel^en werbe, mit
' bem SEobe. 3n @amlanb aber waren bie SSer^jltnfffe, in xotU
(^e ber eifrige 2(poflel o^ne e6 ju a^nen eintrat, gan) anberS.
^ier war ein großer S^eil ber Sanbfd()aft If^eilige^ 2anb unb mit
bem ^eiligen ^albe bebecft. £)b ](balbert biefe^ gewußt unb ob
er ^egen bie !EBamung feinet (Saflfreunbe^, bei bem er me^re
Sage war, ba6 l^eilige Sonb tmb btn ^eiligen SBalb bo(^ betreten
\)<xU, wirb un6 m^t gefagt. ®ewtf aber ifi, baf er beibe« be^
treten Ig^atte unb ba^ \n biefem IBerbred^en ixt «^aupturfad^e fei«
ne< Sobef ' )u fud^en iß. 2>er SSewei« ^iet)on ergiebt ftd[^ avA
ttchtnben, bie aber bie Socalitit ber ®egenb gerabe 3(ttS(unft ge«
See (^eUtge Tlbaibett 661
bett, in mt^tt Hbalbctt feinen Sob fanb. 3n einer Merer ttrfunben,
ou^gefiettt t)on bem Aomt^ur t>on ASnigdberg «^eincic^ Don 3fen«
^ofen im 3a^r 1322 unb eine ^tu^einanberfe^ung mit bem Si*
fc^ofe unb (Sa|>ite( t)on ®am(anb entf)aUenb, ^ei^t e6 unter anbern:
Sub tenore presenclum publice recognoscimus et fatemur,
qnod in piscaria (in einer anbem 3(bfd)rift: piscaiura) JEccle-
sie Sambiensis sub siha Poys in mari recenti et in parle
£c€iesie sihe sacri Campi nichil juris habemns neque do-
minii, sed ea de gratia et iiberalitate venerabilis patris do-
mini Johannis dei et apostoUca providencia Ecclesie Sam-
biensis Episcopi precario possidemus, qui ni>bis piscaturam
in aqua, pascua et prata in siha predicta sacri Campi con-
tulit tenenda. Sie silva Pojs (ag a(fo in mari recenti ober
am Srird()en «^aff ; in anbern Urfunben toirb fte wxt a(6 ber SSatb
be^eidl^net, ber ifllic^ t)on Sifcf^^aufen, auf ber in ba6 Srifdj^e-
^aff ^ereinfpringenben Srbiunge liegt, n)o nod^ je|t ba6 Sirfe^^en
^epfe btn 9{amen be^ ^a(be^ erhalten ^at 3n ber 9}d^e biefed
SBa(be6 mirb nun in ber Urfunbe bie silva sacri Campi ermähnt
2)af biefer ^aib be^ ^eiligen Selbem nad^ ber offenen ®ee If^in
tag, ergiebt ftc^ au6 folgenber ®telle berfelben Urfunbe, tt>o ed
l^eift: Item reservavit sibi (sc. Episcopus) domines suos in
eadem &ua parte sacri campi morantes cum decimis, servi-
ciis, pralis, et pascnis et coUeciura lapidis marini piscatu-
raque in salso mari. ®ing nun aber biefer Slf)eil be6 f)ei(igen
gelbe« t)om 5HJaIbe ^op« nac^^ ber @ee ^\n, fo traf er gerabe in
bie ©egenb ^wifc^en Sargen unb Xenütten, wo 2(balbert erfc^la»
gen »urbe unb n>o bie Ueberrefie ber ®. ^(baibert^capede nod^ bi«
biefen Sag }u fe^en ftnb. 9lo(^ flarer mirb bie ®a:^e burc^ bie
@r&nbung$urfunbe be6 nabe am ©eeftranbe liegenben Sorf«
9leuenborf, »elcbe Dom SSifcbof ©iegfrieb t)on Stegenfletn gegen
ba9 @nbe bed 13ten 3al^rbunbertd au^gefiettt unb t)om S9if^of
So^anne« t)on @amlanb im Sa^re 1327 beflätigt unb n&()er be«
flimmt »urbe. 3n ber 2(ngabe ber gctbmarf biefe« Sorfe« ^eift
t9 nimÜC^: Primo incipiendo a Gejdow in bouis fratrum
et descendendo juxla aquam molendini per viginti duos fu-
nes ad quandam graniciam ibi factam, et ab eadem granicia
ascendendo sursum contra salsum mare per incisiones arbo-
rum usque ad viam, que de villa Dargowajn ducit versus
Sabenow, item ascendendo eandem viam versus Sabenow
usque ad aliam viam, que ad sinistram sive levam manum
occurrit et ducit ad sacram siham, 2(ud^ biefe ®te(Ie f&^rt
und mieber barauf ^in, bap in ber 9l(l^e ber genannten S6rfer
©epbau; Sargen, (Reuenborf unb ^abtmn ber fettige Wialb
loar; fte liegen aUe in ber @egenb uml^er, in toel^er, 2(ba(bert
662 2)er Zeitige Tlbaibtxt
feinen So^ fanb, J^ittnad) ift e^ a(fo wo^l un(efltett6ar , baf
bec SRdttpret auf bem f)et(tsen Selbe ber alten ^renfTen erfc^Iagot
tt)urbe unb ed toitb baburd^ sugletc^ bte SSe^auptung befcdftigt,
baf fein SSetreten be^ (^eiligen SSobenS bte ^aupturfac^ feinet
Stoben toat.
@6 (äffen fid) f)uf&t aber aufecb^tn auc^ nod^ 83en>etfe on^
fcA^eren S^contfien betbringen. Helmoldus Chron. Slavor. L. I.
c. 1. fagt: Multa poterant dici de hoc populo (i. e. Prozis)
landabiiia in moribus, s\ haberent solam fidem Christi,
cuius praedicaiores immaniter ptrsequunlur. Apud illos
martjrio coronaias est illnstris Boemiae Episcopns Adel-
bertns. Usqne hodie profecto inter illos, cum caetera om-
nia communia sint cum noslris, solns prohibetur accessns
Inconim et foniium, qnos antumant pollui Christiano-
nim accessu. 9){er(en n>tr auf bte SBerbinbung, in Xütlä^tt
^elmolb be6 Xobeö 3(ba(bert^ unb biefe^ SSerbote« ber ^teuffeit
gegen SSetretung tbrer fettigen ^aine unb Duetten erwähnt,
fo b&rfte ber @d^luf wo^l nxi^t i\x tfi^n fepn, ha^ ffc^ ber ßiros
ntfl aud[^ einen Bufammenl^ang }t9if(^en 3Cbal6ert^ fDIdrtprertob
unb ber Uebertretung biefed ©efege^ burd^ t^n gebac^t fabelt
mäffe. (j4dam, Bremens, de situ Daniae c. 227). ^ittmit
ftimmt aud) ber ^olnifc^e S^rontfl Mathias de Miecko^ia
Chron. Polonor. L. 11. c. 8 fiberein^ n»e((^er fagt: Circuibat
(Adalbertus) vicos et oppida praedicando Prutenis per in*
terpretem et idola confutando, docens solem, Innam, ig-
nem, lacus et sjlvas, quae adorabant, non tsst deos, sed
creatnras dei. Sacerdotes antem et pontifex liogna ipsomm
Griwe dicins,-ne amplins prophanando detnrparet deos et
ritns eomm, conspirayernnt necandnm. Die ergo Yeneris
nonas Kalendas Maji in coUe saxoso cnidam vico imminenti,
jnxta llttns maris, prope oppidnm Feszhaush invenernnt
sanctum dei divina celebrantem. ^OiXiXi l^etfit e€ nac^ ßr^i^
(ung M Zobe6 unb ber S9enad()ric^ttgung be6 ^erjog^ SSoMlat):
Misit ergo Boleslaus viros ecclesiasticos cum certis militi-
bust qui juxta Romove corpus oblatum primnm recognos-
centes esst sancti Adalberti in altera parte tabulae appende-
runt argenti quantitatem, quantam estimabant appendere
corpus etc. ^znxi gleid^ SRatl^ia^ t}on SDlec^ow an ftc^ für eine
fo »eit t)or feiner 3^tt (tegenbe @ad()e feine gan{ t>o(lgä(tige ®tinM
me ^ai , fo bleibt e^ bod^ immer fe^r merft^urbig , baf er ben
3:ob 3tbalbert« oXt eine @ac^e be« S3efd)luj|ed be« (Sritoe unb ber
^riefler aufteilt, bap er ganj gegen bie getoi^nlic^ SKetnung,
toietoobl Dodfommen rid()tig ben ^eiligen @Stterort Olomome in
bte ^l^z ber @egenb fe|t , tt>o TihoXbtxt erfcf^lagen lourbe , unb
migßc^ tüitt t^ ja »o^I, ^aß btefer ^olnifc^e ®crtbent bie Slad^«
ri(l(^t in ttgenb einet aUen jEluette fanb, bie un6 nic^t me^r ju«
gjngli^^ tfi.
2>te @anct %ba(bertd:= 6af>elle am @ttanbe
ber ßjlfee.
3n bet ®esenb, wo ber ^eilige 2(ba(6ert im ^er(e bed
.Staubend war etfc^Uxgen werben, grunbete man nac^mai^ SU
feine« 9}amend 2(nben(en eine GapeUe, Don weld^er in unfern
Sagen nur noc^ wenige« IDfauerwerf bie l^eiltge @tette be^eicf^
net. ®te gel^t inbeffen in tl^rer @r&nbung bei weitem nic^t in
bie frfi^e 3eit surAcF, in bie man fte bi«()er gefegt f)at (@.
IBacsfo SB. I. @. 88). 9Bir wiffen metme^r au« ard)i)>alifd^en
tUteKen , baf i^re Erbauung in bie 3a^re 1422 bi« 1424 fiüt
unb baf ber bamalige £)rben«marfd^att Subwig t)on Sanfe i^r
®r&nber war. 9Sir beftgen auc^ nod) ben @ntwurf ju ber 3(norb*
nung, wie e« in ®. Tllbudjt^ Xitd)^ (fo wirb fte barin genannt)
mit bem ®otte«bienfle unb ibrer Sr^aUung vbefleUt werben folle.
£er ®tifter fe|te n^mKd^ t)ier ^riefier ober ä^icare , nebfi jwei
@i)&ktn unb einen ®li(fner ein, welc^ bie Airc^^e mit ®efdngen
unb @otte«bienft alfo galten foUten, bafi man burc^« 3a^r bin«
burc^ fingen fode bie Seiten non unferer (ieben grauen unb bie
SReffe anl^eben frfi^ um t>ier Uf)r. 3(m £){ierfefie aber, am
|)fingjifefte, am ®. 2fbarbert«*a:age, am SEage be« l()«ingen itid^
nam$ unb am beiUgen S^rifhage fottten bie gewSt)nIid)en ®ef<Snge
be« Sage« gefungen werben. Swifd^en 6 unb 7 U^r foKten bie
^rtefter eine SrA^meffe unb )Wifd()en 8 unb 9 U^r eine «^od()me(fe
(efen aud!^ an f(^(edS)ten SBerf tagen. Seben @onnabenb unb ^onn«
ta^ mu^un bie ^oc^meffe t>on unferer lieben grau unb anbere
Seftgebete gehalten werben. 2fn ben Seßen be« lEieiligen Saurem
titt«, fDtartinu« unb 9lieo(au« mufte geprebigt werben, „fo \>\d
ai$ e« nad^ Snnigfeit unb Suflud^t ber Seute ^otl) wirb fepn. ''
JDamit biefe« ade« nun in guter Orbnung gehalten werbe, fo
würbe Dom iDrben«marf4)aU fe{}gefe|t, bag einer ber mer ^rieftet
9farrer fepn unb bie SSeiforge ber ®ee(en f&^ren foUe; er foUe
ben Xnbem mit 9lat^ sur ®eite flehen, if)re Sinfen unb fonfüs
gen @efäUe erl^eben , alle i^re 9lotlE)burft äbernel)men unb i^nen
barftber {Rechnung ablegen. SBie lange m folcber Pfarrer bleibe,
foUe flet« vom äSillen be« zeitigen £)rben«marfd()aa« unb be«
SBemfleinmeifler« ab()dngen; biefe beiben feilten bie £)berauf|td^t
^^ren unb {uferen, „baf e« bie ^riefier reblidi^ unter einanber
^(ten unb e^rlid^ Üben; baf ber @otte«bienft mit ®efang unb
664 £>ie ®. 2(ba(6ett««6apeUe.
anbern 2)mgen ntvottfitxmiiö) gehalten mtht. UM toa^ geopfert
tt>ttb, e6 fep ®tü>, 3Sad)^ ixnb^ xv^enbAtwai anbete, foüt jur
«^ilfte ben ^riejlerngef)Sren; bte anbere «i^tfte foUe bec SBernftetm
tneijlet %\x ©ebduben ober ju anbern nSt^tgen S)tngen ber jttr^c
t^ertvenben. ^^ber ^rtefler foUe einen i^^rltc^en ^m€ t)on stoSif
S)7ar! ev^aitm ; auf erbem bef ommen fie aße jur gifc^ecet etnnt
Xeutelbrief. S)er X)ecem unb ba^ £)pfer; tütli)^^ }ut>cr ber
Pfarre Dor bem £)rben0^aufe io6)ftiht iuge^Srte, foHe nunmehr
an bte Sitd^e in 0. 2Cba(bert gebradbt mvhm. £)te «^errfc^ft
foUe suerfl ben ^rieftern bte n5t^tgen ®ebjube beforgen unb f^re
9Bo^nungen bauen (äffen, ^arnad^ aber fcUun bte ^mfltt t^re
©eb.^ube fe(b|i erhalten. @ben fo foUe i^nen bte «f)errf<^aft anc^
ben 2^x6) an ber $itd)t bimmen unb juric^ten. S)te f)riefter
er^Uen freiet ^m unb einige SRorgen SStefen, babet ttlidi^
^rxitn iatiM iu[@etreibebau. Sa^rlic^ foUe tl^nen bet Sem«
fletnmeifier einige Sonnen ®a(s geben. S3eim Xobe etne^ 9>nefier<
foUe aUe6 , wa€ bef^ i^m an ®e(b, @erdt^e ober an S3A<^em ge*
funben tvirb, nad^^ fRatf) be6 $Sern{letnmeifter^ ober beffen, bfm
ber ÜRorfc^all e^ befehlen toxxb, jum (Rügen ber anbern ^nefler,
gur SSerbefferung ber Stnfen , ber @eb jube ober gu anbern nStf^is
gen Singen Dertvanbt tverben. ^mn ®ott e6 fftgt, baf ber
3tn$ Dermel^rt n^erben (ann, fo fottten in ber goCge nod) mtf^t
^riejier eingefegt werben. — I)tefl n>ar bie Stiftung ber ®.
Äba(6ert$«6ape((e, bie a(fo auf (eine 93eife bem SSifc^of So^am
m9 I. Don ®am(anb, ber gegen ba^ @nbe be^ 13ten Sa^r^um
bertd lebte ,^ beigelegt werben barf (Titnolbi Airc^engefcf^id^te
t>on ^reuffen @. 170. Leo Histor. Prnss. p. 117. Schott
Prass. Christiana p. 74).
® fud^te ein £)rben^bruber nadj^ mehren S^^v^unberten ha€
Tfnbenfen be6 frommen SRanned gu Der^errCid^en, ber mit bem
jDpfer feinet Sebend ^reuffen ber c^rifllicben ^ir^e gu^uwenben
geflrebt f)atu. 'Kui) ber ^apft jeigte ftd) baffir banfbar. S>a
bie 6apeUe fd^on ein SBaUfabrt^ort f6r na^e unb ferne ©egenben
geworben war, fo ertf)eiUe ^ugeniu6 IV. eine S9u(Ce im Sabre
143 f; in we{cf)er bie ganje G^rif}enl)eit }ur frommen SBanberung
an ben ^eiligen Dvt ermuntert, unb ber SSefud^^enbe mit einem
2r6(affe Don bunbert Sagen belohnt würbe. (Sacjfo S3. I.
®. 89). £)ft befud()ten fte and) bie ^oc^meijler be6 beutfd^en £)rs
ben6 unb jd^rlic^ würben met)rma(d feierlid^^e $rocef[tonen gu i^r
angeflettt {llartknoch Dissert. XIV. p. 232). Späterhin \)atu
ber «t>o(&nteifler bie Sefe|ung ber SBicarien ber dapeKe; guwetCen
fd)(ug t^m ber Pfleger 9on Sod^fldbt Derbiente ÜRdnner ai^ $Bt<
rare Dor , wie bieß im Salf^re 1465 gefdj^a^. S)er .^oc^mei^er
war atfo, wie er bieg im 3a^re 1487 in einem 93rtefe an ben
DU ®. 2(balberte< SapeUe. 665
V
SSifc^of t)on @am(anb audbc&cfltc^ fagt, Patron bec Sapette, prd«
fenttrte bei entjlanbenet Sttebigung bem. ®aml&nbxfi^tn S3if(^of
beit Pfarrer ober Slector unb bat um beflen 3nt>eflitur. 3nbejfett
muf bod() gegen ba6 6nbe be6 15ten Sa^cl^unbertd ber Sufianb
ber Qaiptlie ni(f)t me^r fe^r gänfltg gemefen fepn. 9Sir Igoren ben
^fartec t)on @. Zibxtd}t in einem ®d)retben an ben «^oc^^meifiec
^etnrid> t)on äticf^tenberg &bec Aummet unb Zzmnü) Hagen unb
um eine «f)ube Sanb t)on ben Sefigungen be^ @c^loffed Soc^fidbt
bitten. /,9Bic f(e^en su Qnd) um ®otte6 @^ce unb um ba6 ®es
bid^tntfi »(den M betttgen S3if(bofd 2rbalbert , bec biefe^ Sanb <
mit feinem S3(ute ^at gebeiliget, baf @uet ®nabt un6 t)on fom
bttlxd)tt @nabe n)oUe belehnen mit einer «^ube Tidtt, anfe^enb
bie gar fd)n>ere unferet SBo^nung ®elegenbeit> bie ©raufamteit
unb ttngeflumigfeit bet unfibetrebtici)en ®ee t)o((et ®tftcme unb
SBtnbe, auf bap @uece @nabe mitfammt @uerem wiebigen jDrben
in %tm\>tn, ®efunbl(yeit unb aller SBo^(fa()rt burd^^ btf ^ftlfe unb
9$erbien{htiß be6 l^eiligen HbalUtt^ )u t)er^offten fangen feiigen
Seiten m6ge entl^aUen merben. £)abei geloben »ir bei unferem
guten ®en)iffen , auf nid^ft fommenbem erfien Sage nad) ^Tegibit
unb fofort alle ^af)vz auf berührtem STage ^errlic^ mit 93igi(ien
Vnb ÜReffen ju begeben bie ®eele M warbigen Jpzvm Submig^
t>on ?anfe unb feine« ©efcblec^t«; ber ba ein ®tiffter bicfef SSi«
carien gen>efen i^. 3n fotc^em iat)r(i(^en S3egingniffe »ollen mv
an^ unt)ergef|en fepn ber ®eele Euerer ®nabe. "
Um* biefelbe 3ctt legte ber bamalige Orben^marfc^all Qvai»
mu6 t)on Sleiienjlein (ber fein 2(mt \)on 1489 bi6 1498 \>^xtcaU
UU) einen $feil in bie ®. 2(baI6ert«'6ape(le nieber, ben er
t^ier^e^n ^Cii)vt lang nad^ einer ®c^(ac^t, im Aopfe getragen
batte, bi6 er burc^ ein ®efd()n)fir baDon befreit n^orben mar. ^er
^f^il an einer ftlbernen 5tette ^(Ingenb unb mit einem ®cbi(b(ben
t)erfe^en, n)orauf bie S^atfac^e für) eingeprägt war, blieb ;um
3(nbenfen in ber Sapelle hU ju i^rem Untergange ; {am bann
nacl^ Xinig^berg in bie furfärfllicbe S3ibliot()ef unb beftnbet ftc^
je|t nod> in ben altertbfimlid^en Sammlungen be« geheimen 2lr«
d)i\)$, {Hartknoch Dissert. XIV. p. 133).
83on bzn legten @c^ic!falen ber Sapelle ifi itbrigenJ n)enig
me^r befannt. ®ie fd^eint mel)r unb me^r t^erarmt üu fepn.
3m 3ö^re 1511 na^)m fiel) i^rer ber S5ernjteinmeijter 8eo üon
^Saiblingen febr t^itig OLn, ba i^r manche Stufen fec^« 3abre
lang waren vorenthalten worben, manche ®äter unb ® eiber i^r
entfrembet waren unb bie armen ^riefler ftd^ balb faum me^r
erbalten fonnten, wie wir au« einem SSriefe be« genannten S3ern^
fleinmeifler« an ben SSifd^of t)on ®amlanb erfahren. (£)rgina|s
2(bfd[^nft im ge^. ZtißM.) ®piter erwachte in bem legten ^oc()«
666 , Sie ®. 3(baUert^«(SapeUe.
metflet Tiibted^t pcn SBranb^nbutg nod^ einmal bet OebanCe,
f, bte altf Stiftung be« ^eiligen .^immel^cfien ®anct 3((bre<^t6,
toiebet tnef)r an^upflanjen unb ju erl^S^ien '^ unb e€ erging be^
(alb eine 2(ufforberung an ade SSewo^net ®ani(anb<, ^^beffen
Patron ber i|)ei(ige 3(balbert mar," um t^ätige SRit^&lfe unb
SSeifteuer. 2(Kein e6 ifl nic^t )u ermitteln / »eld^en @rfo(g btefe^
SemfllEien gel^abt ^abe. 9ladS^ ber SinfAlJ^rung ber Steformation
fd^eint bie Stiftung jerfaOen unb bie (^aiftUi ibtem Untergänge
entgegen gegangen lu fepn, M fte enblic^ burc^ einen grofeit
Sturm im 3a^re 1669 umgeflfir;t mürbe.
fd t i l a d t N^- IV.
Uebet bctt Slatncn ?>teuffen.
erfonnen unb etpmologifttt tporben, al€ ibzt ben 9{amen ^reuffem
S>te 3a^l ber 2(bUitungen tfl ba^er bereite and) fo gcof unb bte
9tSg(i(^fett ber 2(ufftnbung einer neuen ^Mi)\am fo erfe^ipft, bafi
€^ unter bie gertngflen SSerbienfle um bte ©efc^td^te ^reujjend ge»
l^Sren n>ärbe , ben t>orl!)anbenen nod^ eine anbere l[)iniuiuf&gen.
@enug, menn nur erliefen tjl, baß eine ftd) auf t>or(iegenbe ge*
\d}id}tlii)t S^atfac^en ftfi|t, mit ben Seitum^dnben, unter benen
ber 9}ame juerfl erfd^eint, genau jufammen fiimmt, auf feinen
ttnern)eid(icl[)en S3e^au|>tungen beruht unb be^^alb t>or ben äbrigen
ben SSor^ug «erbient.
2>a tebod^ ber ©efd^ic^tfd^reiber niemals SRac^tfpr&d^e tf)tm
foK, unb e6 gewijfermaßen ^ur @if6)ii)U ber ®efc^tc^te ber ^reuf^
fett ge^irt, gu fe^en, »ie man fidb ben 9{amen ^reuffen ^u er»
ftiren gefud^t f)at, fo m5gen ^ier bie n)id()ttgjlen S3ecfuc^e ^ur Tlh
leitung biefe^ ^Ramend ber Steige nadj^ aufgef&brt n)erben.
2)af aud^ ^ier im toeiten gelbe ber @tpmo(ogien bie tonn«
berlic^ften S)euteUien in Sage gefSrbert fepn migen , li^t fid)
»o^( fd^^on oon fetbft ern)arten. 66 barf ha^tv too^i faum erim
nert tverben an bk 3(b(eitung t>om norbifc^en STJptl^enfinige SSo*
read/ beffen 9ßolt bxz SSoreer, bie über biefen ^inaud mobnenben
«^pperboreer^ beren 9{ame in ber ®tammn)urse( oon SSorbur ober
im attbeutfc^en SSor, geboren liegt , mober im ®!anbinat)if(^en
SSorudgop, bie ZtlUtn, @ebärer, unb SSoruffer fo Diel al^ 6rs
Seuger ber ÜRenfd^en. 3n bie nimlic^e Slaffe ge^irt bie «^erlet^
tung t)om einige ^rufiad t)OR SSit^pnien, ber im Kriege «^annis
bald gegen bie 9timer aud feinem dl^xd)t t^ertrieben, in ben 9lor»
ben gemanbert unb ^reuflen ben 9tamen gegeben J)aben foü, wo»
f^tt man bann auc^ bte 3(e^n(icf)(eit ber Sitt^autfc^en ®pra(^e mit
ber @tU6)x\i)tn {u erfliren gefuc^t f)at {Dlugoss, T. I. p. 119.
J^artfnodS^ 2f^ u. 5». ^reuff, 0. 59 — 60). &m fo »enig
Seac^tung t)erbtent bie 83el^aatptung , ba^ ber ^amt bntd) ein
668 2)et 9?ame 9)ceuffen.
<S6)mp^toovt ber SRafoDtet entjianbfn fep , inbeni fte bte 9teuf<
fen UitDerntbfttge, bruti ^t\d)oittn f)itun unb btefe Senenmmg
bann a(6 SßoÜ^name auf ba^ ganje SSotf fibergegangen fep (Hart-
knoch Dissert. IIL §. 13). @ekotffermafen ^ing bamit ^ufaiiM
men bte 2C6teitung M 9lamen6 t)om a(tpreufftf(^n SBorte pratn
unb prnntu , f (ug , Derfldnbtg fepn ; man meinte, fo ^dtten fid^
bte ^ceuffen felbfl n)egen etne^ geiDtf[en 2)fin{e(g auf i^re Stta^
f)txt unb t^ren 9Bt| genannt, fepen aber be^^atb Don t^ren %tm
hm, btn fStafot^iern mit ber entgegengefegten S9e)ei(^nung beehrt
»orben. (^rdtoriu« ©d^aubfi^ne S5.I. 6, 2. §. 11.) Die alten
Sanbe^c{)roniflen 'fafetn in gleicher SBeife ibav ben ttrfprung biefe^
9lamend. ®o fagt ber aUe £)rben$d^rcnifl: ,;9tad^bem ba^SoS
allba mit groben f)eibntfcf)en @itten unb SBanieren il^r ith^n f&^r«
ten, ba n>arb ba^ Sanb ge^eifen SSrutontca, ba^ if{ ein SBefKa«
U\6) ianb'y barnac^ in etlid[)en Sauren ifl ber erjie SSud^llab SS
t)ern9anbe(t n)orben in ein ^ unb f)U^ nun ^rutonica, ba^ ifi
^reufer-Sanb. '' SSefanht ift aucl[), baf Suca6 2)at)ib ben
^amtn t>om fagenl^^aften S3ruteno ahUiUt unb bt€^aib bem Solfe
btn 9lamen SBrutener giebt.
9Beit me^r 93ea(^tung t^erbient, um anbere SrHirung^arteit
5U fiberge^en, bie 2(Meitung , metc^e griebrid^ ber @rofe
in feinen fTOemoiren jur SSranbenburgifd^^eh ©efd^idS^te, SSertin
1782. ®. 46, gegeben f)atf inbem er fagt: „ ©er 9lame Boro»-
sia, morau^ man ^reuffen gemad()t f)<it, f)ex\t nal^e bei ber Sluffe
( benn bo beifi na^e bei ) ; bte Stuffe iß ein 2f rm M ^Iteme^^,
bm man jegt bie 9)teme( nennt. " ©egen biefe «^ppott^efe Üft
fiö) inbeffen manc^e^ einn^enben $ benn erfilicf^ ^eif t nid^t bo, fon«
bem po fo t)iel aU naijt bei; itveiten^ ijl Borussia iim t)iei ^a
)unge @^reibart be6 9{amen^, a(6 baf tvir fte f&r bie urfpr&ng«
ndS)e ^alUn finnten. ® c^tiser im 9{ef}or ®. 56 fagt bar&ber:
„X)ie 93erfj(f({)ung Borussia (am t)on einer ©ritte be^ Xan^
Uli SubetDig ^er, ber in einem griecf^ifd^en geograpf)ifcf)en @ams
melfurium Don unbefanntem SettaUer, ba6 man ^tolemdu^
nennt, ben 9}amen Bo^^ktkiol gefe^en gu ()aben meinte. " SBenn
inbeffen fo jung bie ®cl[)reibart Borussia aud^ feinc6meg0 tfl,
benn fte fommt einmal auc^ fd)on in einer Urfunbe au€ bem
U%Un St^eile be6 ISten 3af)r^unbert6 \)or, fo (atin fte boc^ nidS^t
f&r bie urfpr&nglidS^e gelten. S)ritten^ enblid^^ mochte ffd^ auc^
»0^1 fragen (äffen : tvarum benn gerabe biefer eine 3(rm bed dtitf
men bie @^re gehabt lEiaben fode, ben ^reuffen feinen fRamen
§u leiten? ®ab ed nid^t grifere ®trime im £anbe, nac^ benen
bad ^olf fuglic^er t)itu benannt n>erben (innen? — Uebcb
gen^ fpric^t t>on biefer 2(bleitung be^ 9lamen6 aud) fc^on Hart-^
knock Dissert de originib. gentium Prussicar. §. 13. ttttb f>
©er Warne 9)tenffen. 669
l^iniVi, baf an^ ba^ Aurtfd^e ^aff fonji mo^( Rusna genannt
morb^n fep, mie er au6 einer ttrfunbe bed 15ten Saljir^uhbert«
beweifl. SSergL «^artfnoc^ X u. 9i. 9)reu(f. @. 9.; wo ftd^
biefer aiU «erbiente ^tfiortfer im [@ansen boc^ f&r bie UhUitatt^
t>on Po-Russi ober Pornssi, ,,an 9tuf(anb srin^enbe'' ent«
[(Reibet — Ue6erl^aiq)t lEiaben atte 2(b(eitungen ber $Bi((ernas
mm t)on foli}tn Socalbenennungen einzelner Stfiffe unb €Seett
bie ®(^n)ierigfett gegen ftc^, ba^ feiten }u begreifen unb nad^tu*
toeifen x% »te ein foCd^ed ©enxSffer eine fo grof e 9Sid^tig(eit ^abe
erlangen f innen, baß bie na^e unb fem toof)mtibm ÜRenfd^en
ftd^ i^tt SSenennung bat)on entlehnt l^aben foUten. ®. IDfler?
ntererd ®eban(en t)on ben alten SSemo^nern be6 Sanbe^ ^reuf*
fen ®. 58 — 59.
Um ju ben neuern Srflirungen M (Ramend &6er}ugel^en, fo
f)at ani) ^ennig in feiner Hn^aU bed Sucad S)at)ib S3. I.
&. 32 eine neue 3(bleitung beffelben ))erfud[)t. (Sr fagt ndm«
lid): ,,3tlle gett)S()nlid()en 3(&leitungen bed 9{amend ^i^^nffen
fd^einen mir ge^mungen. £)er iltefie ^amc M SSolfd ,,^rui{i"
^at bie me^re^e 3(e^nlid^feit mit bem 9lamen ber SBenbif^en
S^ilferfc^aft SSrie^en, fo wie ber 9{ame ber Sittauer unb imzn
mit bem ber Sutisen. ©aß biefe beiben SSenbifd^en SSilferfc^aften
ftc^ im 5Un ober 6ten 3al)r^unbert \>on ber Slarf unb Sommern
ani weiter gegen 9lorbo{len gejogen ^aben, lift ftc^ fogar ^ifio*
rtf4^ bart^un.'^ ®tatt biefen SSeweid aber $u ftt(|ren, fagt und
.^ennig an einem anbem £)rte nur fo t)iel, baf bie (Ramen
ber ^rignig, Sreuen'SSriejen, ^rigwalb u. bal. \)on jenem S^olfe
ben Urfprung erl^alten unb bafi unter ben 83olfem, gegen welche
Seberiud 9lero im ^annonifc^en Kriege fod^t, anö) eind mar,
melc^^ed Breucae genannt »urbe; f. Sueton. Tiber. C. IX. —
@o ^at*^ennig nur flAd^tig Eingeworfen, wa^ er grftnblidb
f)ittt beweifen follen. Seiner ^ppot^etifcf^en SBanberung ber
SSriejen ober SSrijaner aud ber Wtatl nad) 9lorbofi , beren lS)i|los
rtfc^ bartl^uenben SSeweid er fdS)ulbig geblieben ifi, ffe^t ber merl«
41^ Umfianb entgegen, baf wir biefed SSolf no^ ju J^elmolbud
3eit bei «f^at^elberg unb SSranbenburg ftnben, ba biefer fagt L. I.
c. 37: Gdiii ergo vice qnadam Brizanorum et Sioderanorum
populi, hi videiicet qui Havelberg et Brandenburg babitant,
rebellare pararent, yisnm est Henrico, armis adversnm eos
ntendnm etc. unb t)on ^Clbrec^t bem S3dr ^eißt ed L I. c. 88 :
Omnem enim terram Brizanorum, Stoderanomm, multamm-
qne gentium faabitantium Havelam et Albiam misit snb ju-
gnm. &o ift betannt, baf aud^ bie Suti^en lange nai) ber Seit,
ald bie mut^maf lid^e SBanberung berfelben nad^ 9lorbo{l erfolgt
ff9tt foD , no(^ }t9ifd!^^ ber (Slbe unb jDber faf en. €!oll aber
670 See Warne ?)reuffen. .
«on tiefen SSSKem nut ein (o^geriffenec Zt)tii au0gemanbett fe|^,
fo fragen mit: wo faßen tiefe SSriejen in ^cenffen fo (onge
ßeit gan^ ntthttannt, hx9 ffe urp(i((id^ tem ganjen Solfe bm
Flamen ^reuffen geben fonnten? äSoburc^ gelangten fte }u bte«
fer ^id^tigfett? SBte f)at a\xi Brhanl unb 93rieaen mit einems
male Prussi ober Pruzrf entfielen finnen? — äBenn «^ennig
bie gen>if)n(ici)en Ableitungen bed 9lamend ^reuffen fäc gestoungen
erfl^rte, fo ^at fid^ectic^ nur ba^ 9teue bec feintgen ffe i^m leicht
fd^etnen (äffen. S)er Unbefangene n)trb fte jTc^erlic^^ su ben atter«
gejn^ungenflen unb unerroei^ttc^flen iai)lm.
2Cntere ^aben ben Ucfpcung M Slamend ^^teujfen im 9^tD<
' lemiu6 gefunben. 2)tefer fagt näm(ic(^ L. IlL p. 73: nacktem
er t)on ben n&rblic^ n^ol^nenben Aatbonen gefpcoc^en fyitz «v
Toiv ^tTToc/cDv o^£a)v. 9ladS^ biefet ®teUe mobnte aifo am fR^ipiif(fym
@ebtrge, bem alun Sige bed mptf)tfd)en SSorea^, ein 93ol( mit
Flamen S3orud!et , t)on toeid^m to'xv freiUc^ ntd()t6 meiter tvtffen,
aii nur ben nacften Flamen. iDoc^ mand)tn i|i fc^on btefer ge»
nug gewefen , um ben Urfpcung M 9lamen^ ^teujfen batan |n
(nupfen. ®C^on Erdsmus Stella de Borussia e antiquitatibus
p. 11. fagt: Uitimo regionem (i. e. Prussiam) Borussi in-
Iravere, populi qui Plolemaeo teste ad Ripheos montes^
ubi in septenirionem fusius ezcurnint^ nee ionge qua Tanais
ex eis erumpH, sedes babuere, qui in felicilate sna coaciti
(perpetuis namqpe nivibus algoribusque ilUc terra riget, ad
omneqne naturae ministerium damnata est) ad novas sedes
capessendas patriam egressi in baec loca delapsi sunt Qoae
tum soli fertilitate, tum pascuoram, lacnumqne amoenitate
ipsis, quum primum placuere, nee non ultra progressi sunt,
bie sedes nnanimi consensn sibi desumentes, utqne ac po-
steris perpetuo essent duraturae, terram yocabulo gentilitio
Borussiam app^llaverc, qnae usque bodie unins literae sop-
pressione Brussia vu]go dicitnr. Haec est vera huius gentis
origo. — S)iefe 3(b(ettung be6 9tamen6 ^reuffen ^at bi^ auf bie
neuern Seiten ^erab mel)r SSeifall gewonnen, al6 fte »o|^( t>etbie»
nen mo^te. Leo bistor. Pmss. p. 2 folgte il^r unb fe^te bie
llBanberung ber SSoru^fer nad^^ ^reujfen in6 3al^r 523 ober 550.
@ben fo fpric^t fte Cromer bistor. Polonor. p. 60 nac^^. «^att»
f nod) 2C. tt. 91. 9>wuff. 0. 70 — 71 ti^agte eö »enigflen« nic^t;
fte ganj ju «ertoerfen unb tt)iber(egte ben QUxut, bet bieienigen
> für Derräcf t erfldrte, meiere ben Flamen 9teuffen x>on bm Som^
fern herleiteten. fDIannertinf; 9lorben ber @rbe fagt @.271:
,,®etroflen ^vitl)t^ to&tbt xd} biefe SBoruefer fttr einen (tt^u^
See ?ftame ^teuffert. 671
fe^tt 2m\%, f&t bte ^reuffen ttti&tm, toeld^e ftc^ na^ bem ZU
{uge ber JBenebi an bie SBefifäfie in t()r fpitere^ SSaterCanb \)ot»
bringten; n^enn tc^ begretflici) ftnben finnte, bafi ^toff^miu^ von
ben innern ©egenben 2itl)auen^ mtr!(id()e Aenntniffe f)am." Wian»
nert trug aifc bod^ S3eb.en!en, bte SSoru^fec o^ne n)ettete^ ffir bte
Urt)itet ber ^reuffen ^u ecflären; tnbeffen mSd^te bte t)on t^m
gedugerte I5eben!(icf)!ett nod^ ntd)t bte bebeutenbfie fepn; benn
weit fd^n)iertgec erfcl^etnt ber S3ekoet6 t>on einer tc'\ttli(i)en 9Ban«
berung jener S3oru^!er nac^ ^reuffen, unb and) f)ter n)teberf)oU
ftc^ bte Srage: SBo (dbten biefe S3oru^!er In ^reuffen fo lange
bi6 fte im sehnten ^Q^r^unbert unter bem 9}amen ^reujifen toie«
ber erfd)einen? 9Ba6 ga^ 2(n(af , ba^ nun unb nun erfl x^t
dlatnt t)or allen ^ert^orflac^ unb iDte tfl bie 2(enberung SSorudfer
in ^reuffen erfolgt?
@ine ber neuflen Srftärungen be^ 9tamend ^reuffen ifl bie
be^ Jpixxn t)on «f)ammer, bie er in einem Keinen 2(ufra|e in
Prüfend 7itd)ir> für aiU ®to^vapi)ie, @efcf)icl[)te ic. «f)eft 11.
@. 127 au«gef|)rod)en f)at, Sr fagt nämlic^: ,,3(ufer bem
@tammnamen ber @ermanen beftnben ftc^ aud^ fafl bie meiflen
anbern 2)eutfd()en nod) im heutigen $erftfd)en, t)ar allem aber
ber 9}ame ber ^reuffen a(6 eigentlicher äSolfdname , inbem ^tUß
fd^an ober $erufd)an eigentlich \>a^ 3$ol! bebeutet. Sm fDtenindfi
(1. @. 533) f(e^t S3eruffan unb S3erufc()an al6 communitas
eiusdem religionis, ed fe^lt aber ^erufc^an ober ^orufcf^an
ober aucl^«93erprufcf)an, mli)t^ im Ferhengi Schuuri me^r ald
einmal Dorfommt (I. 21). 85. 182 v. I. z. unb @. 183 r. z.)
fBerufd^an ober^rufc^an ober^reufleji.ijlbaber ber ®efammtname
ffir 93ol!.'' £)b ftcf) biefe Verleitung be^ 9}amen6 ^reuffen t)ie^
len JBeifaU ern)erben tvirb , laffen mt billig ba^in gefiellt fepn.
2)e$ ^erftfd^en unfunbig unb fein^reunb etpmologifcber&fldrun«
gen biefer 3(rt fiber^eben mt und alle6 Urt^eild ^ier&ber.
S>ie neuefie ^ppotlEiefe lUer unfern 9}amen ^at, fo t}iel un$
befannt \\t, «^err Stablof in feinen „bleuen Unterfuc^^ungen M
Aeltentl()ume6 jur 3(ufbe(lung ber Urgefc^ic()te ber S^eutfc^en, S3onn
1822. @. 132 — 133 gegeben. 6r fpricf)t Dom Jpmt^tx^ bed
SSrennud unb ben bed^alb in ber ©efc^ici^te M Aeltent^umd ent«
fianbenen $Bern)irrungen/' meil bie fpÄtern @ci)riftner; aui Unfunbe
mit bem frühem @p^racE)gebrauc{) , nunmehr 2C(Ied ben ®alliern
^ufci^riebeU; wa^ bie fv{if)ttn Don ben Aelten (in ©ermanien)
behauptet l^atten ; unb fai)rt bann fort : „ £)iefed begegnete fafl
TliUn , miö)i fpdter^in aber ben «^eeredjug beö S3rennud gefcf)rte^
ben. ®trabo g. S9. lift btn legtern nur barum auö Solofa in
@aUieo l^erfiammen, meil bort mö) Sectofagen too^nten, bie
»ormaK au6 jenem «^eece^juge reiche 0c^d(e Don S)elp^i mit )u«
672 ©et 9lanie ^rcuffeit.
t&i%Atai}t TiMn auf be^-^toCemdud Sinbettofetn ftnbett ft(^
aud) Sectofagen im beutfc^en 9lorben^ alfo in bet 9li^e be^ aU
un SSernfleinfluffed ; unb ed ifi gar nxi)t feiten , ben j&ngetn
gtetd^namigen 2(udflug eine^ 93o({e^ im SBeflen, unb ben Altern
im £)fien toteber )u ftnben. Uebecbief waren ju bem .^eeceSsuge
nad) ®riec^en(anb 936((er^aufen au^ &aU\m, S3elgten nnb @ers
.manien, alfo an^ bem ganzen alten Aeltenlanbe t)ereinigt. SBenn
ba^er.@trabo fagt: ,, t>erfc^iebene (Sefc^ic^tfd^reibet t>et{t(^ern,
SSrennu^ fep ein ^rafifler getvefen, bod) iö) tüttu, baf fid) Sei?
ner unfrer jegigen Srbbefd^reiber erf&l^nen wirb; bie SBo^n^^lage
biefed äSolfe^ gu befltmmen , '' fo f ann man nic^t um^in an bie
)e|tgen S3en)o^ner ber beutfd^en Dflfufle in ^^i^euffen ju benfen.
SBo^nten fdS)on »rpfd in 2()racien (Plinius H. R IV. 18), fo
fonnten ^raüf& au^ bamal^ in jenen ©egenben meinen, mit
weid)tn @tra6o ganj unbefannt n)ar; ftnben mir bo(^ bei ^tole«
mdu^ in jenen ©egenben bereite ben ®tamm ber @aUinbier, unb
f({)on in ber tiefen SSor^eit be^ ^roetud SSocbter ®alintlS)iad aK
98e()emutter be6 gried)ifd)en<f)mulel'' @o »ett Stablof. SBenn
man jeboc^ ^ur Srflarung eine6 9}amen6 fd^on fo weit gegangen
ifl, fo ifl nic^t abjufe^en , warum man bei ^reujfen nic^t and)
an S3rif(io$ ober S3rifeu6, ben S)ionpfo^, ben ®ott ber SBienen,
btn S3ienent)ater , ben @rftnber ber SSienen^ucbt benfen foUte, ba
ja befannt tfl, bap ^reuffen ftd^ einfi htivd) bie S3ienensu(^t fo
fe^r au^^eicbnete , ba^ \o90n ^pt^ea^ ber S3ereitung be6 9Ret^^
erwd^nt; ober auc^ an bie ^^onigjungfrau SSrifa — ^^n 93ri<
ffifl ober S5n$ Jponi^ — ; eine ^^pmpl^e, bie ben S)ionpfo6 er|og
unb i^n «^onig au^ &ö)t\bm }u preffen lelgirte. (@. Srf($
unb ©ruber Sncpclopjbie ber ^iffenfc^aften unb St&nftt tu
b. SD3.X!!
S)ie 2(bleitung be6 ^ammi, meldte SRaff gegeben l^at, im
. bem er 2(lfreb6 Horlthi in Porizzi ober Porjzzi unb bie miebet
in ^reuffen t^erwanbelt, b&rfen wir ^ier nac^ bem, tioa^ ^a^U
mann in feinen Sorfcl[)ungen auf bem @ebiete ber ®efd)id^u
S5. I. @. 455 barAber gefagt ^at, wol^^l gan^ &berge^en.
S)ie Dorne in biefem S3ud>e angenommene 3(bleitung be^ ^a*
mend t)on Po-Russi, P'rassi ifl fd()on t)on*fr&lgieren ©elelS)rten in
SSorfd^lag gebrad^t gewefen. Hartknoch fagt in feiner Dissert
III. §.13: Pomssi et contracte Prussi dicti esse videntnr hi
populi nostri, quia fuerunt aecolae Kussorum. Qaibns
(Prassis) certe contermini fuerunt Kussi, cum non sit igno-
tum, magnam Lithuaniae hodiernae partem a Russis iis tem-
poribus fuisse regnatam. 2)ann freitid^ fagt er anif : sospi-
cari etiam licet, Prutenos dictos es9t quasi Po-RuthcAos L
e. accolas Ruthenorum. Ruthen! autem ab eorum tempo-
Set (Warne ^reuffeti. 673
rum scriptofibns appellantnr incolae Kugiensis insulae. Ue6er<
^aupt fd)tcantt Jpaxttno6) in feiner 9Ba^( fyxn unb jf^et; o^ne f!(^
fefl fäc eine ÜReinung )u entfd()eiben ; boc^ fc^eint er auf bie 2(6«
leitung t>on Po - Kussi im (Sanken ben metfien SBett^ gelegt in
^abm. 3(nbere ^aben ftd;^ ffir biefe ^Cbleitung entf4)ieben ettiivt,
}. S3. £)flecmepec ®ebanfen \)on \>m alten S3en)0^netn ^^reuf«
fen«, ®. 59.
J. 43
fd t il a Q c N^ V.
tlinriciis Dei graiia Romanorum rex et semper augvstns
Universis imperii fidelibus, ad quos he liitere pervenerint
gratiam suam et omne bonum, Ad peticionem venerabilis
Livoniensia Episcopi inarchiam unam per totum eins episco-
patum per LIvoniam videlicet et Lettiam Lehale et tems
maritimas instiluimus et eundem ipsi principatum, ju^e alio-
mm principum munificeiicia regali concessimDS Dantes ei
potestatem faciendi monetam et fundandi civitatem in Riga
et in locis aliis in quibus eas fieri oportnerit Si autem in
partibus il]is vena metalli cuiuslibet, sive thesanros occnltns
manifestatns fuerit^ in huiusmodi jus nostnim speciale ipsias
fid^i de consilio principum nostrorum commisimus Statai-
inus igitur et sub interminacione gratie nostre firmiter
precipimus , quatenus Episcopo prenominato de onrai-
bus .iusticiis et racionibus ad regalem jurisdiciionem
pertinentibus pleue respondeatis, et per omnia intendatis«
Scituri quod Ipsum tamquam dilectum principem imperii
sincere diligimns quod cum per eum imperiales termini
dilatentur et barbarorum jnRdelitas, annuenle domino, tri-
stiano cultui subjugetur, Nichil eorum obmittere volnmus
quod commodo suo conducere poterunt et honori Huius no-
stre concessionis Treverensis et Salceburgensis Archiepiscopif
Herbipolensis Augustensis Bamburgensis Bazowiensis et £i-
stadiensis Episcopi Austrie Saxonie Bawarie et Carinthie
Duces et alii quam plures principes Nobiles et Imperii mini-
steriales. Datum apud Norenberg Kalendas Decembris Indi-
ctione XI 111.
Auscbuhata est presens Copia per me Ricbardum Smjdt
Clericum Mindensis Diocesis publicum sacra apostolica
auctoritate Notarium et transsumptum est ex qnodam
Libello quem Matriculam ecclesie Rigensis appellant et
concordat cum eodem quod protestqr hac mea mann.
S5 e i t a a e N^ VI.
Otto IV. Stbm. itaifer bejl5tttflt bem ®(^»ertsS5röber«Drben in Ciefs
tanb ade feine bamaligen unb tönfttaen S3efl6unaen. >Dat Sauban
VI Kai. Febr. (27. 3an.( -1211.
JJei gracia Otto qnartus Romanorum Imperator et semper
augiis tu s Licet omni catholicomm homini sacri pallacij nostri
scutum debeat esse defensio et Invamen. Specialiter tarnen
adlethas. Christi, qui contemptis delicijs mnndi personas suas.
divinis roducipaverunt obsequijs sub patrocinio Iraperialis
eminencie. conservarc dignum reputamus. et mann tenere.
Inde est qnod nos advertentes. continunm laborem conventus
Christi mililum. quem iugiter ad honorem Christiane religio-
nis eciam nsque ad efTusionem sagwinis sustinere non formi-
dant nt eorum ntilitatibus amplius. provideamps. et pleros-
qne alios. ad idem. onus, portandum. cum ipsis attencins in-
yitemns. Universas possessiones. quas ipsi nunc possident vel
domino dante in futuro. iusto acquisicionis titulo. adipisci po-
terunt. quasve eciam a sarracenis. sive quibuscunque Christiane
Religonis contrarijs hominibus evinci potenint. Imperiali eis
anctoritate. confirmamus. Salva tamen in omnibus conven-
cione facta inter memoratum conventum milicie christi. et
Archiepiscopum Rigensem et Epijtcopura de Estlandia Om-
nesque possessiones eorum. sub imperialem protectionem
recipimus, Statuentes et Imperiali edicto. firmiter preci-
pientes. ut nulli umquam persone. alte Tel bumili. Ecclesia-
stice vel seculari. licitnm- sit hnic confirmacioni nostre. ali-
quo contra die tionis obstacnlo obviare. Qnod qni facere pre-
sumpserit pro sua presumpcione Centnm libras anri purissi-
mi componat medietatem fisco nostro Reliquam vero medie-
tatem Injuriam passis persolvendam. Huins Rei lestes sunt.
Wilhelmus marchio montis ferrati, Manfredus marchio Sa-
lacij marchio malaspine. Ezelinus de Tarsnisio. Salin Werra.
de ferraria , Comes hinricns de Swerin Comes Hermannus
de Harispurc marchio de baden et alii qnam plnres. Datum
apnd Laudan Anno domini W. CO. XV. VP. Kai. Febr. In-
diccione XV"
43*
fö t i l a ^ t N^ VII.
in nomine sancte et individne Trinitatis. A. dei gracia Ri-
gcnsis, B. Paderbnrnensis , I. Yerdensis, Ph. Razeburgen-
SIS Episcopi cnnclis christi fidelibus in perpetanm, Notum
Sit Omnibus lam futnris quam presentibus quod sopita per
dominum papam controversia , babita inter Kigensem £pis-
copiim et milites cbristi super divisione Ljvouie ac Lethtie
communicato pnidentum virorum consilio, decretum esi|
quod Lettbia et Castrum Kukonois a senioribus terre in
tres partes eque divideretur, tercia parte predictos milites
cbristi contigente, Castrum vero quod asscrad dicitur cum
Omnibus suis attinenciis eisdem militibus pertinebit integra-
liter, duas quoque villas quas perdiderunt iu terminis Ca-
stri Remin Episcopus ipsis recompensabit Item terciam
partem de Castro Holme, in bominibus agris et decimis
sepedicli milites obtinebunL Ipsi autem quartam partem,
mensure que pro decima instituta est, Episcopo solvent,
quam mensuram nee. Episcopus nee ipsi mutabunt. Item
ipsi iurgustrium et Insulam Regis iu tercia parte habebunt,
partem vero insule eis recompensabit Episcopis in agris aliis,
quod si eadcm insula in dicionem redigerit Episcopi, de
ipsa terciam partem militibus restiluet, et suos recipiet,
Quitquid autem infra predictam insulam in insulis agris seu
areis cuilibet Episcopus in beneficio contulit, ratum erit, Si
qua de predictis Episcopo vacaverint in posterum seu juste
ipse ea requisierit, suan^eis porcionem atribuet, C^tenim,
si bomines ipsorum agros sub sorte babuerint Episcopi ei
de ipsis agris, sicut bomines ipsius Episcopi servient, et
econtra bomines Episcopi si sub militibus bona babuerint
ipsis inde servient Rursus si quos agros Episcopus bomi-
nibus ipsorum abstulerit eis restiluet, vel in beneplacito
obtinebit. Ipsi quoque idem bominibus Episcopi facient. Nos
gitur que gesta sunt litteris nostris et sigillis confirma-
mus. Testes sunt buius rei Tbeodericus Episcopus Estonie
Bernbardus Abbas de Dunamine, lobannes prepositus de
sancta Maria Rotmarus frater Episcopi Rigensis, Helmoldvs
de Plesse nobilis bomo Rudolfus de lericbo, Gerlagus de
Dolen Tjdericus frater Alberti Episcopi, Milites christi
Rutberus Rudoipbus Bertoldus, Marqwardus Constantimis
et alii quam plures. ^
n
t , \^
» <.
S5 e i l a ö e N- VIIL
ä3en)ei8 aber ben Untergang eines SanbeS
neben ®amlanb; SSttUnb genannt.
iDafI ba6 %c\\iit «^aff feinen Umfang befonberd nad^ jDften ^m
bebeutenb etmeitert \i<ikz unb bafi ba, mo ^eutiged 2!aged ^wifd^en
bet alten iDrbendburg S3alga unb bec @tabt ^illau Mt% t)om
®en>djfer be« .f)affe« bebecft ifl, in einer froheren 3eit fefte« unb
angebaute^ 2anb gemefen fep; ifi feine6raeg6 eine gan$ neue S3e«
^auptung. ®(^on bec ß^ronifl euca6 2)at)ib 93. H. @. 102
\^^i bte 9}acbric^t, bafI ,,5u ber 3ett (be6 Sanbmeiflere .f)ermann
S3alf) be^ <^aM 98affer ober %\yxx nic^t fo naf)e an ba6 ®es
btrge (bei S3alga) f[o9 a(^ tgo, funber unber bem gebirge gar
fcbine wifen bif an ba$ SBaffer, ba auc^ fcb5ne unb gute S)irfer
gelegen waren. " 9?ocb jur Seit biefe« 6bf oniflen , alfo um bie
SRitte bed 16ten Sabrbunbert^, n>ar ba6 <!^aff unter S3a(ga nicbt
befonberd tief, ©c^iffe (onnten bte ©egenb wegen ber großen
SJteinmaffen unb ©tcinriffe, welche ba« SBaffer au« bem t)ors
mal« feflen Sanbe au«gen}u^(t \i^XXz, o^ne grofle ®efa^r nid)t
burc^fegeln unb e« war fcbon bamal« $u beforgen , baß ba« @e^
wjffer bort noc^ tiefer in« fefie Sanb einbringen werbe; f. Suca«
£)at>ib S3. II. ®. 108. !Rocl^ beflimmter erflArt fic^ ^ier&ber
^ennebergerinf. ßrWdr. ber ganbtaf. ®. 43: „3Wan fagt,
ba no(^ ba« Stief an Soc^fletten gewefen, fep e« t)on Samfligal
btnftberwdrt« nac^ 93a(ga Sanb gewefen unb bajwifcben nur ein
Steftrc^en, baf wenn man auf einen ©c^aafFopf , fo barinnen ge»
legen, getreten, man trocFenen Süße« b^nAbergegangen. 92un
aber ifl e« lauter 5Ba(fer, an bie ffinft)iertbei( STOeilen breit."
S)iefe !Racbri(^ten fc^rieben benn auc^ Derfcbiebene fpdtere @e(e^rte
nad^. 9> i f a n « f i in f. 25emer!ungen fiber bie Djlfee @. 45
erwähnt i^rer mit ber 2(ngabe, bafI ba« SReer aud) an bem we(i*
liefen unb nirbUcben Ufer t)on ©amlanb immer weiter um ftd)
greife, baß bie SSewobner be« 0amldnbif(ben ®tranbe« t)erft(ber'
ten , ))on tbren Leitern geb&rt \yx %^^tn , baß ebemalige lange
Streden, bie ivixa S^eil mit SBdibern befe|t gewefen, burd) bie
678 2)a< untergegangene SBittanb.
9BeUen abgeciffen unb babutd^ grofe ^n6)Un unb SBBinfet ent-
fianben feigen. Die %Uxtt)m bec ®ee »erfen {umeilen ^Bt&dt
Don t)ecfau(ten 3fefien unb 9Bur$e(n ber S3iume an6 Sanb unb
e6 (äffen ftc^ \oid)t atxö) auf bem !D{eere^grunbe felb^ ftnben.
Darauf erflirt ^ifan^ü aud) bie 6rfd)emung, baf £>tu, totld^t
nad) juverldfftgen 9}ad)ri4)ten etnfi jicmlic^ xdext t)oni Speere ent*
legen gen^efen , bemfelben nad) unb nac^ immer nä^er gekommen
fepen. 3um Semeife erwi^nt er ber ®. 7(balbert6'6apeae, bie
nad^ ü)xn t)om ®am(({nbifc^en S3ifd)of 3of)anned I. gegen ha$
ßnbe M 13ten Sa^r^unbert^ erbaut (?), bamald eine SReite
t)on ber jDfifee entfernt geraefen fepn foU. @r Uik^t ftc^ l^^ierbet
auf bie 3fngabe be^ ebemaligen ^rofefford Stapi^olt in f. Me>
dilalio epistolaris de origine succini in litlore Sambieosi p. 6,
n>0 biefer fagt: £xtant documenU, quae templum D. AdaU
berio olim dicatum, cuius adhuc mdera In littore supersmiti
bodiernum peregrioantibus religiosis frcquentata, ad milHa-
lis distanliam a mari fuisse remotum, ioquuotur. 3n ber
(Ritte be^ 17ten 3abrbunbert6 n>ar aber bort bie ®ee fd^on fo
weit Dorgebrungen, bafi bie Stuinen ber SapeQe nur nocb eine
fiarfe 93ierte(mei(e t)on ibr entfernt maren unb ie|t beträgt btefe
Entfernung !aum nocb einige «i^unbert ®cbi^itte. ^iefe 2(bnabme
bed Sanbed in bortiger ©egenb bejeugt auflerbem aueb ba^ i^
ftjbtifcbe SSefldnbnifbud^ t)om3abre 1667 (^ifanefi a. a. £). &.
47), wefcbed bemerft, „\>a^ ii^^i^i^, ja fester tjg(i(^ bie Cfifee
mit ibrem ®tranbe je me^r unb mebr n^b^r tommt unb bie Zt»
dtt, 9Biefen unb SErifften jlarf üerfanben. "
9Bad ^ier Don ber eigentlicben Jtufle @Sam(anbd gefagt ifi,
gilt aud^ t)on ber 9lebring. ®d(^on Schott Pnissia christiana
p. 64 ertt^dbnt: addimus, quod ante septeni secula Neringiam
latiorem fuisse, bodicrnae probe nt arenarum congestiones.
In illa enim insula quotidie aliquid dislriclui frngifero sen-
sim decrescere, incolae experinntur; unb^ifan6fi a. a. O»
0. 46 bemerfti bafI auf ber frifcben 9}ebring bie ®anbberge iroat
nid)t niebriger, fonbern ))ie(mebr b^b^^^ m&rben , toeil ))om SBinbe
immer mebr @anb binaufgewebet merbe, fo baf fte an manchen
IDrten fcbon fecb^ Stutben in ber ^erpenbifettinie bocb fe^en,
baf aber bie 9^ebring fetbfi bocb bon 3eit (u Seit fcbmifer metbe,
inbem ba6 SDleer ein ^tficC nacb bem anbern bat>on abfpftle.
S)iefed maren im' ®an$en bie «l^auptben^eife für bai ebema«
(ige Dafepn eined bebeutenben Afbeile« t>on 0am(anb, ber je(t
nid)t mebr t)orbanben ifi. ® ie berubten , »ie man ffebt , t^t'M
auf äberßeferten ®agen ber äSorfabren , tbei(6 auf 5rtlicben SBe*
obacbtungen, unb beibe t)erbunben gaben ber 2fnnabme atterbtng€
ben bicbßcn ®rab ber SBa^rfcbeinlicbteit. 3(ber e« »ar ned}
2)a< untergegangene SBttUnb. 679
ntd^t t)errud^t, ben JBetvet^ attd(^ au« ben iltefien Ucfunben be6
Sanbe^ iu fuhren unb bec @Qd)e baburclj^ bte t^idige @et9if^ett
}U geben. @6 gefd^a^ btefed juecfl in einer 3(nmer!ung }tt mei::
nee Xb^anblung aber bie alten ^it^inge in ®am(anb in mei«
ner ®^id)xö)ü ber Sibed^ren^SefeUfcf^aft in ^reuff. ®. 206 —
208 ; allein ti tonnu bort ber 0acf)e nur beiliu^g ertvi^nt unb
ber ^anptbmtii nur auf eine Urfunbe gefläzt merben , bie eine
auf bem untergegangenen 2anbedtl()ei(e vorgenommene IDteffung
ent^dlt 9Sir mfiffen ^ier bie Unterfuc^ung grfinbtic^er oer^
folgen.
£)ie bi« je^t befannte JUefle Urfunbe, melcf^e auf bat ein«
flige 2)afepn eine^ untergegangenen S^eiled Don 0amlanb fd^Iie^
fen ii^t, ifi bie t>om 3a^re 1246 bei Xo^ebue S3. I. ®. 418
— 422. ®ie tnt^iit bie S3eflimmung ber Sanbe^tJ^eile, mli)t
bie Subecfer f&r i^re bei ber SSefimpfung ber ®am(dnber geleiflete
JqüiU in ^reuffen unb namentli^ in 0amlanb , SBitlanb unb
emem S(^eile t)on 6rm(anb t)om S)eutf(l!)en brben erl^ialten
foUten. 3n biefer Urfunbe mirb un6 ^uerfi ber @treit|)untt
fe(bfi t)on '9Bid)tigfeit, Mid)m fie erirtern fott. Qt f^anbüt nim«
lid), n>ie e^ l^ei^t^ de libera civitate ipsis civibus edificanda
et de quibusdam terris scilicet tercia parte Sambie et Wid-
landie et quadam parte Warmie et quibusdam aliis, que
Predicti cives (i. e. Lubecenses) ex privile^^io eis coUalo a
fratre H. de Wida tunc Magistro pruscie sibi (nicf^t eis) de- ,
beri dicebant. S^ toirb alfo ))ort{((em ^ier 8Bit(anb M Don ®ams
(anb t>erfcbieben genannt. 2)iefe Unterfc^eibung ift n)tfent(id^,
unb mir ftnben fte fd^on im 3a^re 1224 in einer 93uUe bc^ ^ap^
tle^ 4)onoriu^ Ill.i tt>o biefer neben Samblandia Witlandia nodj^
befonber« nennt, f. Gruber Orig. ' Livon. p. 265 (wofelbfl aber
flatt Wirlandia )u Ufen ifl Wiilandia, Wie fd)on S^unmann
in f. Unterfuc^. @. 53 bemiefen ^at). ®o unterfcbeibet beibe
£dnber auö) ber fSJtinö) 3(1 berief, inbem er in feiner S^ronit
(Leibnilz Access. Histor. p. 527 unb Gruber 1. c. p. 171)
beim 3a^re 1228 fagt: Erant autem boc anno in illis parti-
bns quinque tantummodo provinciae paganonim acquiren-
dae, ista >idelicet, de qua agitur Prucia, Gurlandia^ Letbo-
nia, \Viiblandia et Sambria. 2)iefed berechtigt un6 nun \d)On
SU ber SSe^auptung, bafi e6 auf er ®am(anb auc^ nod^ ein Sanb
gab unter bem 92amen ^itlanb, ein Ueberbleibfel bed e^^emaligen
S^itlanbe^, welche« ftc^ bie an ba« l^iid)^ Ufer ber SBeic^fet
erflredte.
6in )meiter wichtiger ^^unft, ju melcbem bie Urfunbe Unia^
giebt, betrifft bte ^i^age : tt>o biefe 2anbfdl)aft 9Sit(anb eigentlich
^u fuc^en feo? 97ad) ber 9}amenfolge'in jener ®teUe ber Urfunbe
680 2)a^ untergegangene ®itlanb.
mu$ fte alt in ber SRitte t>on @amtonb unb (Stmlanb Ütgitnh
gebacf^t merben, benn bte i&hzdet foUen ja 2anb de tertia parte
Sambiae et Widlandiae et quadam parte Warmiae aU Ser^
g&tung erhalten, unb btefe Sage 9Bit(anb0 unterfl&|en auc^ toith
iid) nod) anbete ®ränbe. 3ut>orberfl (ag e^ in bec 9latut ber
@Sad)e, baß bie iibidtv, benen e^ bei ber ganzen Unternehmung
offenbar t)or allem um bie 2(nUgung einer Ao(onie fär i^ren ^an»
bei {u tbun n>ar, ftc^ tin sufammenbAngenbee Sanbgebiet um bte
Don t^nen beabftcbtigte $u gränbenbe «^anbelflabt au^bebungen
Ifiaben n>erben. iDad forberte fc^on i^r 3n>ecf bei biefer 3(n(age
unb biefer 3nrecf lipt t(ar auf einen unmittelbaren Bufammen*
bang ber Sanbgebiete t)on ®amlanb, SBitlanb unb @rmlanb fyitt'
fc^ließen. — @d befiätigt fid) biefed aber ferner auc^ Durc^ bie
3frt, wie bie ®treitfa(be entfd^ieben warb. £aut ber Urfunbe n&m^
lic^ fottten bie Srben^berren am «^afen iip^t eine @tabt gr&tt«
ben mit SSei^ülfe ber S&6ecCer. . fragen wir nadj^ ber Qegrnb,
wo biefe 0tabt entfteben fottte, wo alfo ber ^afen iipit fe^tt
mupte, fo weifet freilid^ iegt fein 9lame me^r barauf ^in. ®ir
erfahren aber aud anbern Urfunben^ baf ber $regel, befonber^
bei feiner 3(udmfinbung in ba< .f)aff aucb ben Flamen Ünt
ffibrte ; fo b^if t e< ). S3. in ber Urfunbe aber bie Sintbeilung
ber JBi^tbfimer Ui Duslurg p. 478: Tertiam quoqne Jimilavi-
inus, sicut claudit recens mare ab occidentead flumen, qaod
dicilur Pregora sive Lipsa. Acta Boruss. T. IL p. 613. Tbtt
^regel alfo unb bie Sip^e war ein unb berfelbe Jluf , ber an fei*
ner bamaligen 3fu^mfinbung einen .f)afen bilbete, weld^er eben«
fatt^ ben 9lamen Eipje f&b^te. Solg(id) fottte bie neue 0eeflabt
ber SubecFer am 2(u^p[u|{e be6 ^regeld in ba^ %x\\i^t «^aff erbaut
werben.
SEBir (ommen nj()er jum Siele, wenn wir eineanbere Stelle
biefer Ürfunbe (linjunebmen. dut Ermittelung eine^ fefien 99e«
fi^ee fiir bie mvan ^oloniflen biefer @ee{labt warb burc^ ba€
fd^ieb^cicbterlicbe ßrfenntni^ in ber ttrfunbe Solgenbed befiimmt:
Ilabebunt etiam civcs sepedicti medietatem uniustercie par-
tis Sambie, que fratres contingit, quam fratribus dividenti-
bus elegerint ipsi cives et in Warmia mansos duo milia et
qtiingenlos a Lemptenbnrc contra Lipzam mensurandos in
litore in nna parle et in altera contra Natangiam donec in
ipsa Warmia contigne ipsorum mansornm numerus implea-
tiir.. Um biefe ® teile ooUf ommen ^u t)erileben unb auf unfern
©egenfTanb anwenben ju (5nnen, wdre e6 fceilicb wänfcben^wertb^
bie genauefle SSeflimmung 'fiber bie Sage t>on Semptcnburg (ntd^t
Gemptenbece, wie Jto^ebue b^t) geben ju f innen. UVitin §uc
Dilligen ®ewip()eit tfi ^ierftber fc^wer {u tommen. 3n einer ttr*
Z)a< untergegangene SBttCanb. 681
funbe be^ SBifd^^of« ^Cnfetmu« t>on Srmtanb, bte bei SBacjf o S3.
I. 0. 289 , aber o^ne bte 3(nga6e bec Sengen fle^t^ tommt ba«
Lemtenbarg ebenfalls ))or, inbem bort Kadolfus in Leinten-
btirg plebanus genannt wirb. Sinbenberg in ber 91 j^e t)on 93a(ga^
alfo eigentlich nod) im alten SBatmien liegenb, fann bantnter
fdl^werlid^ t)er{ianben fepn ; e^er tinnte Semptenburg in ber S9urg
iencenberg in ber 9l4()e Don JBranbenburg {Dusburg P. III. c.
83); meldte eine alte 6()ronif Lentzinbnrg unb Suca^ 2)at)ib
S5. IV. @. 36 genjenburg nennen, ju finben fepn, obgleich biefe
2en$enburg wo^^l nic^t eigentlid^ me^r int C^rmlanbe, fonbern
f4^on in 9latangen gelegen ^aben fann.
9limmt man nun btefed al9 ba9 9Ba^rfc^einlic^fle an, fo
fodten bie SubecCer erfllic^ bie «^ilfte eine^ britten Sanbt^eile^
t»on SSamlanb erhalten, n^elc^er bem £)rben zufallen wfirbe unb
bei ber S^eilung ber IDrben^'Stitter einen 2()eil ftc^ au^wi^len
bftrfen. ®ie fottten aber jmeiten^ in ßrmlanb auc^ nod) 2500
SXorgen Sanbed befommen unb biefe^ Sanbgebiet fodte abgemef«
fen merben einer &tit9 t>on Kemptenburg gegen bie ilp^t in am
Ufer ^in unb anberer @eit6 gegen Qtatangen ^u, fo meit bi<
nic^fl an Srmlanb felbfl bie 3Aorgen«3a^l ))o(rii^lig n>erbe. 6ine
folc^e ÜReffung aber ift nac^ ben jegigen 8ocalt)erbJltniffen ber
(Segenb auf feflem ?anbe burc^aud gar nid)t m5g(ic^. SSenn t>on
@rmlanb au6 gegen ben ^regel ^u Sanb gemeffen merben fod, fo
fann ber Unterfd^ieb in ben Slic^tungen contra Lipzam in litore
in una parle unb in altera parte contra Natangiam gar nicf^t
®tatt ftnben; e< ifl ie|t nur bie eine 9tid)tung contra Natan-
gtam miglid^, ba aOfe^, wa$ t>on ßrmlanb au^ gegen ben ^regel
gemeffen werben fann, ba6 ®ebiet t)on 9latangen ifl unb an ei«
nem Ufer ^in gar nic^t^ an feflem Sanbe ju meffen ifl, n>ad nic^t
SU fRatangen ge^irte. — 2)a6 dlefultat ifl alfo: SBenn t)on Srm-
(anb ober \>on Semptenburg au6 gegen ben ^regel l^in am Ufer
£anb ^at gemeffen merben !5hnen, t9elc^e6 nic^t in ber Stic^tung
contra Natangiam lag unb alfo t)on biefem tjerfd^ieben war, fo
mup i) bie iipit ober ber^regel i^re ober feine 2(u^mänbungin ba<
^afi weit mebr wefllid^^, al^ ie|t, gehabt IS)aben; ed mu$ 2) jwi«
fc^en biefer SRfinbung bed ^regel^ unb ber ie|igen Jt&fle t>on
@rmtanb fefle6 Sanb gelegen i)aUn, welc^ed nid^t in Qtatangen,
fonbern mit )um ßrmlanbe ge^^irte, unb e6 mu^ 3) biefed Kanb
t>om ^aff befpält worben fepn, benn bie SReffung gegen ben ^re*
gel ^in foK in litore gefd^e^en/
SSel4)e9 Sanb fann nun biefed )tt>if(^en Srmlanb, 9latans
gen unb 0amlanb liegenbe S9efi(}t^um ber Kubecfcr geraefen fepn?
Sßir glauben bel^aupten su bftrfen, baf e^ ba6 Don ben 2&becfem
angefproc^ene unb in ber Urfunbe jtoifdl^en 0amlanb unb Srm«
682 S>a^ untergegangene SBitlanb.
latih genannte 9Bit(anb war. SBtr I^a6en $tt biefer $Be^au)>tisiis
foCgenbe @riinbe. Srftltc^ gab ed um biefe Seit nod^ mirntc^ ein
im^, metd^eö ftc^ burc^ feinen Flamen ^ttlanb t>oft @amlanh,
.9latangen unb iSrmfanb unterfd)teb. S>a9 bezeugt bie Urfunbe
fetbfl. 9Bo f5nnte aber anbermdrtö ein foldbed ?anb; welc^ed lu
feiner ber brei genannten £anbf(^aften gebirte, gelegen baben, al<
smifc^en btefen Sanbfc^aften, ba wo )e|t bte ®en>äfler be^ Srifc^en
^ajfe^ ftnb? — gtoeiten^ muf ba^ 9Bit(anb an ®amlanb ge»
gränjt unb namtntixd) mufl bte @&b(ufle be^ jegtgen €$am(anb€
einen X^eil biefe^ SBitlanbee; gebitbet baben ; wentgflen^ muf bte
@egenb um Sod^ifiabt t'm lif)tii t>on SBitlanb gewefen fe^n. ^itft
@egenb nimltcb, fo n>te bie nacbmalige S3urg Socbfiäbt f)it^ in
fr%rer Seit SBitlanb^ort^ b. ^ fo t)ie( al6 SBittanb^-erdnae.
Unter biefem 5Ramen (ommt bie Surg bti Dusburg P. HI. c
107 unb hit ®egenb mebrmat^ in Urfunben t)or. Xm Harflen
fprtcbt l^ier&ber bie Urfunbe M ä3ifcbof6 ^mtiö) t)on ^amtonb,
bei Dreger p. 476 t>gL mit Acta Boruss. T. IIL p. 146, n»ortn
biefer bem &rben feinen 2fntbei( r>on 9Bit(anb6oct gegen ^int an«
bern>eitige Sntfcb^bigung abtritt, um ed bem jDrben miglic^ gu
machen, bort jur ®ic^erbeit ber ein- unb auslaufenden @^iffe
eine Seflung anlegen ^u f5nnen. Swei Sb^ite befaf ber Drben
fcf^on an ftcb unb weil M SSifcf^ofS 2rntbei( $u f(ein ' war , um
feibfl bort eimn feflen ^pia^ jur Sicherung ber ®d)i^af)vt erbauen
}u finnen, fo öberließ er feinen Zf)tii bem Drben. SSeüor alfo
bie S3urg 9Bit(anbSort ober baS nacbb^rige Sod^flibt erbaut würbe,
l^ief bie gan^e bortige ®egenb 9ßitUnbSort unb ftein fann bai
mit biefem 9}amen bezeichnete Sanbgebiet aud) wob( nicbt gewe*
fen fepn, ba eS in brei £^et(e batte getbeilt werben fdnnen. —
SBenn wir nun ^ier aber einen £)rt ftnben, ber 9Bit(anbS @r jn)e
bezeichnet, fo mu9 notbwenbig ha^ Siitlanb gan$ in ber 9t&^
gelegen baben. 3n ®amlanb felbfl fann tin folcbed Sanb unter
biefem 9}amen nic^t t)orbanben gewefen fepn. SSir fennen biefe
Sanbfcf^aft zu genau. @6 muß folglicb an ber iegigen ©ubtiiße
t)on ®amlanb unb zn>ar ba gefuc^^t werben , wo je^t jwifcben ber
®egenb Don Sod^fldbt unb 93ranbenburg baS Srifc^e «l^aff ifl. S3id
an 9Bit(anbSort felbfl aber fann jebocb fcbon um ba^ 3abr 1246
nic^t me^r alles fefleS 2anb gewefen fepn, benn in ber Urfunbe
Don biefem 2Sa^re erbalten bie Sube^er aucb bie @rlaubntß, in
bem ©ewiffer hi^ SBitlanbSort Sifc^^i^^i treiben $u bArfen : ^ ip-
SIS etiam civibns nsque Widlandesort piscari licebit @ona4^
fann bie Uferlinie beS fefien ganbeS bamalS nicbt bis an bie nadb»
malige jDrbenSburg Sod^ßdbt gegangen fepn. SSelcbe SKic^tung
fte aber genommen babe, fann bei ben bortigen bebeutenben SSee^
^nberungen urfunblicb ni(i)t me^r nad)gewiefen werben. 2>ie
!Da< untergegangene SBitlan^. 683
SSud^t bei £o4)fl2bt n^atr bamal^ »ol^( toentgflen^ jum SI|)eU
fc^on t)or^anben, ben^ bort (tefen ja fd^on bte ®d)\fj[t an$ unb
ein, f&r beren Sic^er^eit ber Srben forgen woUte. 3n ber Sorm aber
unb 2(u<be^nuns mag fte ftd^ feitbem bebeutenb t)etdnbert ^aben.
SSon grofer SBtd^tigfeit f&r ba6 etnfhnaHge S^afepn eme<
folc^en 2anbed $totf4)en @am(anb, 9}atangen unb Srmlanb tfl
ferner audb nocl[^ eine Urfunbe M SSice-Sanbrnetfier^ ®er^arb
t)on «i^tr^berg t)om Sa^re 1258, bie eine 2fu^meffting unb Zf)tu
(ung sn>ifci;^en bem @ebiete be6 IDrben^ unb bef SBifd^^ofd t>on
®am(anb ent^aCt. 3n ben Sanbgebieten , me((^e bid ^u biefem
3a^re gn)ifc^en beiben no(j| unget^eiU geblieben maren unb beren
Sermeffung jegt vorgenommen mürbe, gebirten namentCid^ auc^
bie S^ebring unb ba6 ®ebiet t)on SDSitlanbdort. S>ie SiefuUate,
welche dud biefer Urfunbe ffir unferen 3n)e(f gemonnen ftnb , er^
geben beutHc^, baf erfißc^ ber iDrt S^elome, n)al)rfcbein(icb ^iüan,
bamM nod) al9 mit jur S^e^ring gebirig gered^net würbe , in«
bem ba^ Sief ju biefer 3eit nodb ju SBit(antöort ober io6)\ti\>t
toar; baf itotiunß bie bamalige 9}e^ring um Zittau \>on meit
bebeutenberem Umfange gett>eren fepn mnß, al€ bie Umgebung bei
^iUau ^tnt in Sage nod^ i% wobutö) ftd^ ^ifan^fi'd SSemet^
fung felbfl urfunbticb beftdtigt, bafi bie 9}e^ring im Saufe ber
Seit bebeutenb fc^miCer gemorben ifl; ba^ a(fo britten^ auc^ ^itt
fefted Sanb, toelcbe^ mit ju 0am(anb gerechnet tontbt, burc^ bie
@ee, burd^ bie @ewdffer M Srifc^en ^affti unb burc^ bie Tln»
flutb be^ SAeerfanbed untergegangen ifl. @ö (eucbtet t)ierten6 au^
biefer Urfunbe auc^ ein , bap f ablief t)om Ufer M «^affed, an
mi6)€m SBitlanbdort (ag , nac^ S3alga f)in noc^ feM S<tnb t)or'
^anben gewefen fepn muf, benn t>on S9atga au$ mirb eine ianh^
m^ffung gegen 9Bitlanb6ort ))orgenommen, ba n>o ie|t nichts at^
b<i9 ®emaffer be6 ^afe^ ifl. ^ir erfe^en fftnften^, baf in bec
Stic^tung t)on S3a(ga unb ^iUau bie entgegenfirebenben ®irfum
gen unb Arifte ber ®emäffer be^ «^affed unb be6 $rege( « @tro:>
med ^ie unb ba fc^on ba6 Sanb burt^brocben unb 3!nfeln gebiibet
^atun unb baf tim fo(6e t)on nicbt geringem Umfange an ber
SR&nbung M ^regeld in ber ertod^nten SKicbtung gelegen ^abe.
Unb eine anbere Urfunbe aud bem ndmlid^en 3abre befidtiget bie
ßrfcbeinung, baß ber ^regeC bort noc^ fortmd^renb Snfeln bilbete
unb fein S^nf bette t)erdnberte unb erweiterte, inbem er immer
me^r fefled Sanb an feinen. Ufern (odrifl. £)iefe6 atted aber (ie«
fert uns ^ugleid^ auc^ ben SSemeif , baf bamalS f(l!)on baS feile
Sanb jener ©egenben r>iHfaö) jerriffen unb feinem Untergange
fd^on nac^ unb nac^ entgegengebrad^t würbe. @nbii(^ fecb^tend
werben wir burc^ bie erwd^nte Urfunbe auc^ belehrt , bafi bie in
biefer Slic^tung befmb(i(^en unfein unb bai bortige fefle 2anb im
684 2>a< untergegangene SSitlan^
3a^ce 1258 nod) betool^nt unb mit JDdcfem befe^t loaren. 2>tt
Urfunbe nennt fte txn^ au^htidiidi), me^re M auf bec ecod^nten
geiferen 3nfe( (iegenb, ai^ (Sapmen, iti^t^tn, SSonome, Spnt^^ome^
®ltnegome u. a. @^ ifi metfwfirbtg, baß wir bte Flamen biefet
JDirfer nac^mal^ jum X^ett auf bem feflen Sanbe xn Olatangen
unb ®antlanb mteber finben, wie S3a(ga, Gammen, Serben, fbo»
nau u. a. unb e^ n>jre wof)i mi0d), baß ftc^ bte ^me1;ntt ie«
ner iDrte beim bro^enben Untergange ber 3nfe(n auf ba^ fejie
£anb Qifl&6)Ut unb ba ii)xt SBobnungen unter bemfelben 9lamett
ttoieber aufgerid)tet ^dtten. & bärfte pd) ttibüd) an€ biefet Uc»
funbe bie ä$ermut^ung begränben (affei^ baß bte t>on i^c auf )e«
ner grißeren 3nfe( erwähnte ®tabt (civius) feine anbete geoe^
fen fep, a(^ bie im Sa^re 1246 beabftd^tigte @eefiabt ber Hht^
dtt, bte bemnadS^ im ^af)tt 1258 in ibter jungen SSlät^e n>tt(s
(ic^ Dor^anben getoefen , nad^ma(^ aber mit bem Sanbe felbfl toie»
ber t)erfd^t9unben wire. iDoc^ ^u\>on bad Sldbete an einem am
bern £)rte.
®o weit (ann ber S3emeid ober ba6 einfüge £)afepn ^iu
ianb9 an ber 0äbfeite t>on 0am(anb ani Urfanben geführt toer*
Un. 6< migen f)m nun no<^ einige SSemerfungen fleben, bie
mein ))erfiorbenet (Sodege, ^rofeffor SESrebe aber biefen (Segen*
flanb mir mittbeilte.
1) Z)er mit ^iü^affer bebedte 9laum {Wifc^en Stablf^oii unb
6am{iiga( ifi ungef^b^^ 1900 Stutben unb ba$ über neun
Suß tiefe S3e(fen an biefer Steife beiläufig 1100 dtut^tn breit.
2)aß biefet nic^t bie uralte , unt)eränberte 7(udmfinbung bed ®e«
wjfferd jtvifcf^en SSranbenburg, gifc^b^ufen unb ^epfe getoefen
fep^ baffir fprid^t nic^t nur bad jltefle Sief bei Soc^flibt , fonbem
aud) bie äbereinfiimmenbe ^if)t bed SSalgaifcben unb ßamfKgat^ .
fc^en 93orfprung9. ^f)u gegenwärtige weite Trennung ifi nt(^t<
anbere^, al6 ein alfm^b^iger ßrfolg t^eil^ ber @i6gänge^ t^eil^ bet
SSelfenfcblige, tl^eil« ber ®turmf{ut^eit. S3ei biefen le^tem wirb
bad ^Baffer oft 8 bi^ 10 ^uß aufgeflauet unb bebecft \>a€ ^ttgtU
t^al fafi bi6 Sapiau hinauf mit einem ®ee. £affen hie ®tutm>
winbe nac^, fo ^at bann batf abflrimenbe ^Baffer flatt ber ge«
wi^nlicben @efd)Winbtg!eit t)on 3 hi$ 4 Sott tim Don 3 ^ß
unb ifi nun t>oUfommen itn ®tanbe, Uferbrfic^e |u t>eran(affen.
JDenfen wir und biefe gefammte 9Baf[er!raft ))cn jeber wirffam,
fo lißt ftcf> leid)t begreifen, welche Serfiorung ffe in einem ßeit^
taum t)on mehren Sobrbunberten anrichten (onnte.
2) SBenn man ftc^ bei SSermutbungen übet biefen ®eaem
fianb burcb ben ^Tnblic! ber ßbarte unb bad ®efe(} ber ®tröme
leiten Mßt, fo ging ha^ ^regelbette ebemal6 Dom iittani*&an\>9
riffe ungefi^r 3500 Stutzen f&bwefilid) fort, beugte ftd^ bann ge»
Z>a< untetgeganaene SBtttanb. 685
gen Slorben , fo baf e< {wifd^en bem ^^epfefd^en unb 6amfü«
galfd^^en J^attn bucd^ge()enb bei So(^flibt ober SBtUanb^ort au^
mAnbete. 2>te S3c(gatfc^e unb ßamfiigatfc^e «^i^e bingen at«
SBaffer«@(betbe smtfc^en bem ^cegel« unb ^txd){tU^t)alt su«
fammen unb ba6 (entere iffnete ftd^ entmeber bei Zittau ober
tveflltc^er. SDttt bec 3«tt nagten bie einanber entgegenfommens
ben ®tromf{utben M ^regele unb ber 9Beic^fe( bie SBaffer«
®(^eibe weg, ermeiterten ftc^ betbe su t^agntrenben @emiffem
unb nun erfl erfotgte bie äSeretntgung , becen «^enneberger
Sanbtaf. 0. 43 gebenft. S)H{e€ ift bie einfad)fle unb ^pbtau^
lifc^ geredete S3oc{iettung , mt bie beiben iegt )n>ifdS)en San^igat
unb Aablbo({ fld^ ber&brenben Eintiefen in utalUt Seit burc^
SBafferfraft entjlönben fepn finnen. ®ah e« in biefer ©ränjtinje
felbfi ober in ibrer ^lif)t fpdterbin ^ftin , fo finnen biefe ^ter,
wo an (eine t)ulfanif(be SBirfungen ju ben!en ifl, b(of burd^
ba^ ^itvtif^n M ebematigen 3ufammen^ange6 entftanben fepn.
3) 2)aiu (ommt nocb bie bebeutenbe Untiefe be^ iuferfien
ifilid^en li\)u(t^ r>oni grifc^en .f)Qff jwifc^en bem S^empelfruge,
6a|)orn unb «^aberflrom , n>o hai tieffle Sabrmaffer nur 9 bi^
10 $uf f)at 2)iefl (entere wirb übrigen^ burcb ben nirbtic^en
Sortfa^ M Dempelbafend ber SSranbenburger ^attn genannt
unb burd^ ha^ t>on Saporn 1)tt tbm entgegenfommenbe ixttauit
®anbriff bergeflaU beengt, \>a^ ber gan^e fafi 2000 iRntf)tn
(ange Staum unterbalb ber je^^igen ^reget^SRänbung nur ai$ ein
aui ben engen Ufern ausgetretener ®trom angefeben werben
(ann. 6$ gab alfo, nacb ber irtlicben SSefd^iaffenbeit beS Xrocfe*
nen unb 9laffen in biefer ®egenb ^u urtbeilen, eine Seit; in wtU
dber bad ie|t auf beiben leiten be6 $rege(< brei, ^id)^mi t>ter
Suf tief eingetauchte 93or(anb an€ bem 93a(fer b^^^orragte. @ta
t)tn wir t)on ha weiter in bie SSorjeit inx&d, warum foUte ntc^t
anä) ber Staum iwifcb^n ^aterSort, ^epfe unb Saporn, ferner
warum nicbt and) ber Siaum imf(i)^n b^m XaUf)ciix\ö)m, Qam»
jiigaifd^en ^ahn unb Sifdb^aufen eine aOfmdb^ig t)om SBaffet
audgewafcbene @ruft fepn, Da atte einanber gegenüber (iegenben
Untiefen unleugbar barauf ^inbeuten?
» c i t a g e N?i- IX.
Uebet bie altprettffifd()e %a})ntn^^n\ä)vift
iUU betben jltcften £lueUen, aui benen n>tc btefe Sahnen <3im
fclj)cift fennen lernen , ftnb bie ß^rontf be^ fKinc^^ ®tmon @nt«
nau unb bie be^ incaß S)at)ib, jene im Tr. II. c. 4., btefe im S.
I. ®. 40. X>a beibe ber Seit f^on fe^r entfernt Übten, in tjotld^it
tiefe Snfc^rift auf ber itrtegdfaf^ne bet b^ibnif4)en ^reuffen ge»
ftanben ^aben foK unb feiner t)on t^nen fiber fte aii 2fugenieitge
fc^reibt, fo ifl bie erfle Srage, bie btm tritifc^en Sorfc^er entgegen
treten muf , wobl bie : Zu^ »elc^er dUeren £UteUe ^aben bit ge*
nannten (S^roniflen ibre ^aä)ti(i)t fon)o^( &ber bie Arteg^fa^ne
felbfi, M Aber bie barauf beftnblic^ gemefene 2Nfcl!)rtft entnoiiM
men? Z)a biefe grage nni 2(uff(^Utp Aber bie 3(tttenttcttit ber
Snfc^rift ftberbaupt geben muf , fo barf weiter auf i^re 93tc|^ttg«
feit nic^t au^erffam gemacht werben.
9Bei( iuca^ X>ar>xh f|)äter fd^^rieb ali ®imon ©runau, fo
fe^t iene Srage ^uerfi eine anbere Dorau6, nimlid) bie: SStmitt
iuca$ S)at>ib bei feiner ^ad)v\^t iber biefe Snfc^ri^ eine ge»
meinfc(|aft(i(be ittere CUteUe mit ®imon ®runatt? ober entnahm
er biefe feine ^aö)tid}t au^ bem (entern ? — Seibe fe^n ifyxn
93eri(^t fiber biefe Jtrieg^fa^ne in t>erfcf)iebenartigen Bufammeii'
()ang mit anbern SSegebenbeiten. Suca6 2)atyib bringt i^n in
S^erbiribung mit feiner @rgibtung Aber bie Tltt, tote ftcb tie itu»
llen SSemobner ^reuffend , bie Ulmigerier auf 3(nratb ber Scan?
bianer t>on ber 3in6|)f(icbtigfeit ber 3llafot>ier wieber frei gemacht,
fii) im Jtriege d^Abt unb audb ^<n befonbere^ £rteg^|)anier ge»
braucht ^dtten. Simon ®runau bagegen fc^lieft bie Slad^ric^t
Aber biefe 5trieg6fabne feiner Srsdbtung iber bie Sanbe^t^iCung
unter ^iben>ub6 ^hf)m an, inbem er ink^t be< 6^e(mo unb fei«
ne6 HbfaU^ r>on ben ®ittem $u Stomotoe tmif^nt unb ba^r bie
nad^maCige ä}erto6{hmg be6 ituUner(anbe6 ableitet 2)a fftgt nnn
Die altprettfftfc^e Saj^nen^^ufd^rift 687
bet Qfyconifl eisentlic^ of)m rechten 3ufammen^ang mit etneim
male feine 9}ac(ictcl(^t &6er bie Sa^ne unb beren ^nfc^rift bei unb
fc^ttept bamit ein QapiUU iDffenbat fle^t fte ^ier an einem fe^r
un|)affenben S^tU, wd^renb fTe bei incat 2)at>ib uoeit beffer im
Bufammen^ang ecfd^eint.
@ö)on biefet Umflanb fSnnte un(( ju ber SBermut^ung füi^
re»; baf beibe S^coniflen t^cen SSerid^t nic^t au6 einer demein«
fc^aftlic^en Sluette, bie &iut mar ali beibe ^ genommen ^aben
f innen. 2)iefe äSermut^ung aber bewährt fid^ , wenn toit ben
99eridS)t betber 6()ront{len etmad nJ^er betrachten. ®imon @rus
nau'« ?38orte ffnbfolgenbe:
,; 2)ad SSannir mar ein meif tuc^ , V e(en (ang!, III e(en breit
,^unb ^ett itt ftd) gewurc^t III bilbe ber geflait, tvie SWennir,
„ b(o waren ire ^Uiber unb n>oren S3ruft6ilber in \olijtt %ov»
„mm 2C. (9{un folgt bte S3efd)rcibitng ber brei ^auptgitter^
„ toii f!e Sucad Z)ai)ib Cur) t)or^er S3. I. ®. 32 — 33 gegeben
,,^at). @uft abtr, n>u ti tin fc^itt n>ar, waren fieti^ II weife
„^ftvhe, bie in büben swifd^en ^n, auff bem fd^itbe war ein
,f S3ruflbilbe wie ein menfd) unb ein angefleht wie ein 93eer
„mit offenem munbe, @o waren im fd)i(be unb im Sannir
„buc^llaben unb fcbrifte unf unbefant, na4) fo(d)er form unb
„weife, wie ^ie unbene ifl gemerft unb gefe()en." (9?un folgen
„bie 3ei(l)en.)
2>ie S3ef(breibung M iucat 2)at>ib lautet fo :
„2)arumb fte bann in fibung^ter Xriege9i&f!ung, brauchten in
„einem Sanier ein weif Znö) fAnff elen lang unb brep breibt,
„ barin fetten fte gewir(f ett brep SSruflbilbe ber geflalt wie bro«
„htn 3re brep ®otte, fo in bie groffe eid)e gefaxt waren, bt»
„fd^rieben fein. 2)od^ alfo bad biefelben brep menner blaw
„ waren, al« were ^vt Aleibung blauer färben, ber gefialt , wie
„bu bie a(l()ie abgemaf)(et ftnbefi. ®onflen aber, wo e6 ein
„f4)ilbt war, waren allwege jwei weiffe ^ferbe gemadf^t, bie 3n
„ igelten iwif(()en ftd^. 2(uff bem ®<i^ilbe aber war ein fSrufU
„ ^ilbe wie ein ÜRenfc^ , unb ein angefleht wie eine^ SSerenf
„ mit offnem munbe. ®o toaren im fd(^ilbe unb auc^ im
„Sanier Suc^ffaben unb fcbneffte unf unbefanbt nad^ fold^r
„form unb weife wie ^ernad^ ifl gemercCt unb ^ierunben gu
„fe^en."
3fud ber Sergleid^ung biefer beiben Stellen ge^t too^l auf^
beutlid)fie ^ert)or, baf ^ter ein^ß^ronifl ben anbern, ha^ nament»
iid^ Sttcad 2>at)ib ben Altern ®tmon ®runau au6gefd!)rieben 1)at
Ritten beibe eine Altere Quelle , bie in biefer SSac^e wo^l feine
anbere, ali bie ^^ronif be^ 93ifdl^of4 S^riflian ^ittt fepn finnen,
tM P^ gehabt, fo warben offenbar bei bem beiberfett^en tteber»
688 Z>te aUpreuffifd^e S^t^tten^^nf^^rift
fe^ett be< iaUmfä)tn xnt 2)etttf(^e gtSfere Zbmiä)xm%tn &tatt
flefunben ^aben. <^tec aber f)at offenbar iucai )Dat>ib ben &u
mon (Srunau SBort f&r SBort nur abgef(()rteben unb nur bie Sk
fc^retbung ber ®otterbtlber, bte er fc^on früher gegeben , tvegflelaf'
fen. 2)tef befidtigt ffc^ baburd) noc^, baf iucai 2)atyib aud^
bie Sr^d^Cung t>on 6b^(mo'6 3(bfaa Don fernen t>iutiid^ @oU
um, bei »el^er im Simon (Srunau bie Srid^(ung t>on bet Jtrieo^
fa^ne angefcbloffen ift, ebenfalls fafl SBort für SBort au^ ®t»oii
®runau in feine 6(^ronif aufgenommen ^at 9Benn oir bemnacf^
na(b ber TCutenticttdt ber %Cit^mns^nfd)tift fragen, fo fann (ter bie
@(aubmärbig(eit be6 incai S>a))ib bur^au^ feine &itf(^eibiiiig
geben, ha er aUti bem ®imon ®runatt auf Xreue unb ®(attben
nac^gefcbrieben ^at
£)ie 3(utenti€itJt ber Snfc^rtft berul^t folglid^ ^n^ allem
auf bem S^roniflen ®imon ©runau unb e^ entßebt hiermit bie
Srage : 2(u^ welcher jClueUe f)at biefer (S^ronifi feine Ütad^ric^t
Aber bie %at)nt unb beren 3nf(^rift entnommen ? Son griStem
®tmii)te n)ftrbe e^ un9 fepn, toenn fid) ermitteln liefe, baf er
feinen SSeric^t au< ber i^m nocl[^ t^orliegenben (Sbronif bti
SSifcf^ofe 6(^ri{lian entlehnt ^abe; benn gu 6^rtfKan« 3^tt
fonnte eine fotcb^ %a1)m moljyl nod^ i»or^anben gemefen fepn, er
fonnte fle felbfl no(() gefe^en unb bie @(|^riftifige in feine 0e«
fc^reibung be9 alten ^eibnif(()en 9reuffent>olle6 aufgenommen (^
ben. 2C(lein e^ laffen ffd^ gegen biefe Ttnnal^me fe^r er^eblic^
Btoeifel aufjleUen. 9Bir wiffen gan) ftc^er, baf aud^ ima9 Da»
t>ib bte S^ronit be9 S3ifc^of$ 6(^rifiian no(b )ur ^anb ^tu unb
t>ieted ani i^v in bie feinige aufnahm. SSenn nun aber in (S^tu
fliand &)ton\t aud^ jene ^efd^reibung ber %at)nt mit i^rer Sm
fd^rift entbalten gemefen mdre, n>a< ^ttt twf)l ben ituai 2>at>tb
bemegen f innen, feine dltere, meit glaubttftrbigere CUtelle o^ne
weitere« auf bie Seite }u legen unb ben fpiten IDtinc^ Simon
@runau aud}uf einreiben? 6in triff tiger ®runb bi^S^ l^ft ftc^
burc^au« ni(^t aufftnben; t>ielme^r mfirbe ^ier £uca^ 2)at)ib ein
Serfal^ren beobachtet ^aben, toelc^e« mit feiner fonfiigen ^t^ä^id^u
lid^en Sompofftipn gar nidj^t äbereinflimmt. ^ittt i^m (Sfyti»
füan< 6(ironi( bie ertoülnfclj^te Stac^rid^t gegeben , er to&rbe ffe fi>
i^erlid^ ani biefem felbfl benu(ft unb nni beffen Sarfieffung ber
SadJK überliefert ^aben. — Sin anberer 3n>eifel er^bt f!^ bo«
burcb^ baf Simon Grünau unb Sucad 2)at>ib bie 9la(^ri(^t Aber
bie ^al^ne in gan§ t>erfcl[^iebenem Sufammen^ange geben. J^tu
S^riflian« S^ronif beiben in biefer Sacbe M jÖueOe t>orgelegett,
fo n>&rben bo4) ^icbfl ma^rfc^einlic^ aud^ beibe bie Sefc^ceibung
in bem Bufammen^ange wieber gegeben ^aben , in mli^em fie fte
in i^rer gemcinfc^aftlid^en £hteQe fanben. XBetn tvir fe^ im
X)te Aliifttuffif^t %aintn^3nidfvift 689
Sttca< )Dat»tb offenbar, bafi er bie im Simon ®ranau ^arti-^^nt
Sttfammen^ang unb gUid^fam tote nur (eingeworfene ^rjd^lung
ah\id)tltd^ mit einem paffenben Sreigniffe in ^erbtnbung ju brin»
gen geftt^^t ^at, inbem er fte fo abgeriffen , toie er fte bei Simon
Grünau fanb, n\d)t mieber ^infieUen »oUte. — & fd^eint a(fo
att^gemadj^t, bap Simon @runau feine 9la(bndS)t Aber bie %a^m
md}t aud S^rtfiian^ 6^roni( entnommen unb biefe thtv^aupt
nic^t^ fiber biefe Sac^e entbaUen ^abe. Hbtt toci^er ^attt benn
nun biefer S^ronifi feinen 93eri(^t fonfi? 2>tefe Srage tfl burd^«
au9 nid^t ju beantworten. SBon einer aitm , nur if)m aUein ei^
genen unb ntc^t auc^ bem iucai S)aoib }ugäng(icben £lueUe toif«
fen toir nicf^td, benn eine folcf^e £lue((e m&fte e6 too^l offenbar
getoefen fepn, atxi toe(d)er Simon ®runau fd^ipfte; fte m&fit
bem Sucad S)aotb gar nit^t jur «l^anb gewefen fepn ober beibe
mfifiten an^ irgenb einer gang unbefannten £UteUe wirttidl^ i^re
SBef<i)reibung entlefint ^aben.
@^e toir nan aber aud bem ®efagten eine $o(gerung stellen,
tpoDen wir iut>or bie t>erfd!)iebenen l^erfuc^e, bie man bi^ber gur
Xuf Rettung unb @rfUmng ber Snfdj^rtft gemacht jf^at, ettoa^ ndi^er
be(eu(bten. — Unter bie erfien, belebe nac^ Sucad S)at>ib fiber
bie Snfc^rtft fpred^en, ge^Srt ^rdtoriu^ in f. Sc^aub&^ne 93.
XVI. Qap, 4. §. 5 — 7. @r fannte bie G^araftere au« Simon
@runau unb meinte , fte fepen ben SHufftfcteen SSudS^flaben if)niid)
unb e« finnten (eic^t bie ^reuffen, toie bie Sittl^auer unb Samat«
un, t^re 83ud!)flabenfc^rift t)on ben nacbbarlic^en SRuffen entlehnt
iKiben. 2)0(b f> er fogleic^ hk SSermuti^ung binju : @« f 5nne
wo^I auc^ ber ^ceufftfc^e ®ritoe eine eigene Scbrift gur Ttnfmtu
fung feiner ®e^eimnifjfe erfunben ^aben. 2)ann gtoeifeU er auc^
on ber Stid^tigfeit ber Scbtiftgüge; inbem er S3rett(bend ÜReinung
onfftl^rt, baf^ man in t)erfdiiiebenen ßpemplaren and) ttwa$ anbere
3Age gefunben t)aht, bie ben SRufftfcben SSucbftaben nd^er timtn^
n>ie benn auc^ Stofengweig bie Schrift f&r Stufftfc^e ^atte. 2(uf
eine Srnicung ber Sdbrift lAflt ficb 9)ritoriu6 übrigen« ntc^t ein.,
üiad) ^rdtodud erregte iie 3nfdS)rift auc^ be« gelehrten unb
fd^arfftnnigen SSaper« 2(ufmer(famfeit. Qt tbeiCte bie S^arafs
tere in einer boppeUen 7lh\6)ttft au« Simon ®runau unb Suca«
2)at)ib in einer Keinen 2Cb^anb(ung im 2ten S3anbe ber Gom-
ment Academ. Soc. h Petrop. p. 470 mit, au« n>e((()er fie
bann in feine Opuscula oon Stioi p. 371 aufgenommen würbe.
3n ber 3(bbanb(ung aber fiettt SSdper mebre SJermutbungen auf,
bie burd^au« aUe« Seweife« ermangeln. So fpcic^t er gleicb im
3(nfange bie SSe^auptung au« , ba9 Simon. ®runau unb Suca«
2>at)tb bie Snfi^rift aui ber S^ironif be« SSifc^of« S^rifiian ent<
nommen ^abtn/^ SBir ^aben gegen biefe 3(nnafeme aber fflg^on
L 44
690 2)ie altpreuffifc^e ga^netts^nf^^rift
3t9etfe( aufgefleOit, bie {t(^ \i)mti\^ leidet i)tbm laffen. @(^oii
{U SBaper^ Seit ^errfc^te eine doppelte fOtemuns Aber bie Sfc^rift;
ttad[^ ber einen foUte ba6 ®an$e eine blof e @cbi(6tuns , nad) bet
anbern foUten bie d&ge Sinnen fepn. !8eibe fOteinungen fnd^t
Sapet )U tviberUgen unb fledt enbttc^ bie S3e^auptung ^in , bte
(Sc^tiftifige fepen Sbecifd). 2(uf eine @ntgiffecung berfelben iift
ec {!c^ inbeffen weiter nicbt ein unb bringt un^ alfo in bet &ad^
-(iuö) nidjt weiter Dormdrtd.
fOtan gab nun lange Seit alle «Hoffnung {ur (Srndtung auf,
bi^ funf$ig 3af)te nacf)^er Xbunmann in .^aOe in feinen „ Um
tetfud^ungen ubzv bie alte ©efc^id^^te einiger norbifc^en SSilfer^' bte
&a6)t wieber aufgriff. Und) er fegte bie unerweitöc^e SBe^aup«
tung t)orau^, baf bie Snfc^tift in ber d^ronif M Sifc^of^ (ShvU
fiian geflanben hdhe unb t)on ben beiben erwähnten S^ront^en
barau^ entlehnt worben fep , @j 225. Sie SReinung SSapev^,
baf bu @cf)rtftart S^erifc^ fep ; beflrcitet er unb giebt bun^au<
(eine 2Ce()nlic^feit $wifcf)en beiben @c^riftgattungen ju; er 6e^aü|>«
tet bagegen, „ba^ bie 83uc^ßaben in ber ^reufftfd^en 3(uff(^rift
im @runbe einerlei mit ben deltifc^en unb nur in Jtleiitigfotten
t)on il)nen ))erfc^ieben fe^en.'' «hierauf fud)t er auc^ in etnigeii
®d(en SU geigen, wie biefe 0c^rift burd^ bie ©Otiten nad^ ^xmf*
fen gefcmmen fep. Sugleid^ ifl £()unmann ber erfie, ber eine
@rnjrung ber ®cf)rift gab unb ^war fte fo M :
Dew korg supjk s pustitiais js tu k ssns
ober md) ber heutigen SCu^fprac^c:
Diew korg supjk su pustitoieis uztik sta&
Ueberfegt : /
©Ott ftorc^e! jurne mit bm SJer^eererU; tl)nt i^nen S9ofc€
(obet?, fcl)lage fte)!
£)iefe @rfldrung fuc^t bann Sbunmann $uer|l burc^ (StÜm
terungen unb SSergleid^ungen ber ®c^rifC}eid)en unb bann aiub
burd) fpracl!)[id)e SSemertungen ju rechtfertigen.
©egen biefe ßrflärung erf)ob inbeffen «l^enntg in feinet
Aufgabe be« guca« J)aöib 85. I. ®. 41 unb S5. HI. »orr. p. V.
einige bebentlic^e Sn^^if^l- Zmn 1) fagt er, fepen bie ^erau^ge»
brauten SBorte me^r ittti\d) *ali iCltpreufftfc^, tpe((^e0 ungleich
me^r.®ot^ifc^e SB&rter in fid) entbalU, al^ bai eigentliche {et«
tifc^e unb Sitt^auifd^e; unb 2) fep bie $Berelf)rung bedJtutc^o ober
Jtord^o, al^ eine6 Arieg^gotte^ bei ben ^reuffen, noc^ immer
nic^t fftr gewif anjune^men. «^ennig meint bagegen, bof, wnn
bie $reuffen wirflid!) eine ®c^rift ge()abt ^dtten, e^ bie Stitnen«
f<i&ttft gewefen fep, inbem and) melc Don ben Seic^KA ber 3tt«
fc^rift ben Stunen ib^üd) fepen. Zahii wirft er bie Senmit^ung
ouf, wenn Aorc^o ber ^. ,®eorg fep, fo mSge bie ben 9>rettfi
2)ie aitpttu\fx^d^e %a})mns2nf^tift. 691
fen t>on btn Siinetn abgenommene %a^m mit biefer Snfd^ttfir
eine \>tn ben SKafuren ober Stuffen eroberte unb bie 3nfd^rifc
©(aoonifc^ gemefcn fepn, benn me^re ber @c^rtfit}ei(l^en fepen auf
ben ®tege(n ber ^oCnifc^en unb 3tn\fifd)m g&rfien wieber ^u
finben, bie im Orbent- iitö)x^ §u Jtontg^berg l^gen. @o fd^mantte
au(^ «^ennig f)in unb |)er; feine «|)9))0tf)efe t>om f)iiU @eorg ifl
nid)t6 weiter , al^ ein ©riff tn^ SBtaue unb felbß feine Knnat)mt,
baf bie ^a^ne ben ^reuffen t)on btn Stittern abgenommen unb
baf fte t>on ben 9tuffen erobert worben fep, ifl t^iUig uner«
wei^lic^.
3n ber neuejien 3^it f)Cit ® r i m m in feiner @c^rift &ber
beutfd^e fRnmn auc^ einige SSorte Aber biefe 3nfd)rift gefagt.
äSir fuhren feine eigenen SSorte au^ biefer ®6)txft @. 325 an:
,,2>iefe SSc^rift ^at ni(^t nur im @an)en r>ul ibnlid[^e^ mit ber
,^gotbifcben unb runifd^en , fonbern febr merfmürbiger SBeife fin^
f, ben fifc^ barin in t)iUiger UabereinjiimmuAg bie ^ter \>ct allen
^, wichtigen got^ifc^en unb runifd^en S3ud^{iaben ur unb 6tbil,
,, jener iji ber 3te (bei Xbunmann), biefer ber 15te ber ^nfc^rift.
,,)Der 6t^i(rune gegenüber ifl auc^ ba^ einfache unb runbe O
,f ber 5U JBudE^flab) t)orbanben. Selbft ha^ Th (SSuc^jl. 19 unb
„ 26) IS^at in feiner ®efia(t 3(ebn(ic^!elt mit bem gotbifcf^en. 6^
,,be(i£tigt ftc^ baburc^ auf^ neue bie Unabbingigfoit M gotbi^
„ fd)en Zip^abM \)on bem griecbif(i&en , fo wir bie nif)tu SBer^
„ wanb^tfcbaft ber ® otben mit ben SSilfern , bie aber if)nen nac^
,,!Rorben gu if)re ®ige b<ttten, wo^er fte ia felbjinac^ alter @age
„ ffiblitft fotten b^t^bge^ogen fepn. " 3fuf eine ©rttärung ber
®d)rift$äge ging @rtmm nic^t weiter ein^ müexö;)t weil biefe fei«
ttem 3toeäe ju fern lag.
®o weit t^abtn nun bx^i)n alle 93em&bungen &ber bie ßr»
mittelung ber @c^riftart unb aber i()re ßrfldrung geffibtt. Sa
2bunmann^ unb ®rimm6 Unterfuc^ungen wenigflen^ einigerma«
fen ein Stefultat gegeben $u ^aben fcbeinen, fo wirb tt nitbig
fe^n, ^xtt&bn nod) ein SBort }u fagen. Z^unmann^ ßrUdrung,
toenjt fte irgenb f|>racbli(^ richtig ifl (wor&ber gelebrte ©pradb*
fenner entfc^eiben m&^ten) giebt einen @inn, ber fflr bie @ad)t
im ®an)en wobl paßt. S)er Einwurf «^ennigd, bag bet @ott
jturcbo bei ben ^reuffen nidb^ ^t^ ftrieg^gott angefeben würbe,
fcbeint t>on feiner großen 9Bt(bttgfeit; benn e^ ließe ftdb tvc^ fa«
gen: ifturcbO; ber 9labrungdfpenber, ber 6rnbtenpfleger , ber
@ott ber ®aaten, fonnte wobl aUerbing^ all 3iid)tt gegen
bie @rnbten unb ^aauxt t^ernicbtenben geinbe angerufen unb
gleic^fam aufgeforbert werben; nidbt alfo al^ ®ott bei Artegel,
fonbern all flrafenbe unb rilcbenbe Qott^eit fibet^aupt. Zudf
ber {Weite (S^nwurf «f^ennigl gegea X^unmannl Srflirung t>ers
44*
692 2>U attpreuffifc^e %a1)ntn*3nf^x\ft
iUvt X0o1)l ^mai t>on feiner ^Sic^ttsfeit, meim man bebenft, baf
bie flBorte, mid^t S^unmann ent^tjfert, nad) feinet SHetmmg bfm
ISten Sa^r^unbecte ange^irten, wd^renb ba^ 3((tpreuf)tf(^, wo«
mit H «f^enmg t)erg(tc(^ (ndmltc^ mit bem im 9teuf|tf(^en Jtated^f*
mu^) ber SDtitte beö 16ten Sa^r^unbert^ S^fittt; o(fo ein 3<it»
räum ba^wtfc^en liedt, in mitl^tm bie ®pra(^e aUerbing^ befoii»
ber^ bei foI(^en ®c^t(!faten eined S^otfe« auferorbentfic^ Serjn?
berungen etteiben (onnte. &onad) erfc^einen alfo biefe (Simofttfe
gerabe nic^t ai^ bie mic^tigflen. Son weit grSferem JBelaitge tft
wol[)( fotgenbe«, waö S^unmann^ (SrHirung entgegengefe|t wec»
ben (onn unb biefelbe fa|l ganj wieber t>emi(^tet. S^ims
mann ^at na^^ ®ci)rifit^ei(^en erfärt, bie burc^au^ nic^t Jc^t,
Dielme^r widf&^rlicb unb, wie e^ f(^eint, ^ie unh ba fogar abfielt*
tid) t)erdnbert unb umgeftaltet ftnb. SgL ^ e n n i g ^ Sorrebe ^a
euca« 2>at>ib 83. iU. p. Y. 6r gefleht @. 235 felbfl, ha% er bm
@d^rifC5ei4)en bei Sucal )Dat)ib |abe feigen woKen, weil ed i^m
fc^eine, baß biefer ben ®imon ©runau, wo er irrt, ^abe Mrbef»
fehl wollen. ^Tbgefe^en t)on biefer unerweiltic^en SoraulfeQimg
^at aber S^unmann ntc^t einmal SSort gehalten unb ffcb iit unb
ba in ben Sc^rift^eic^en 93erdnberungen erlaubt Sie S3erg{tt»
4^ung ergiebt, baf bie 3^i(^u 2. 3. 4. 7. 8. 9. 15. 16. 18. 20.
22. 24. 26. 27. 29. 50. alfo t^on 31 3ei(^ 16 balb me^c
balb weniger t>on X^unmann t^erdnbert worben ffnb. dbm fo
wenig jiimmen Sl^unmannl 2^\d^^n mit ben iDrtgina(*@<^rifk>
gftgen bei &imon ®runau fib^rein; man ftnbet t>edlnbett bie
äeicben: 4. 7. 8. 9. 11. 15. 16. 18. 20. 21. 22. 24. 27. 30.,
a(fo bter t)on 31 Seic^n 14. ^aiu ffnb nicbt gerechnet bie Skr»
jnberungen, bie X^nmann in ber ^umtation ber Schrift »or»
genommen b^t, inbem na^b ®imon ®runau unb £ucaO 2>at>tb
ha^ 4te SeidS^en nocb ^u ben brei erflen gelf^Srt unb bal ^^uiict
erfl nacb fid) t)at: eben fo beim Hten 3eicben, mid^t nad^ betbcn
Sbi^onijlen $u ben 3ei(ben 5. 6. 7. gebirt unb ehtnfaU^ ba^
9>unct erfl nacb f!(b ^at; belgleicben beim ^ttd^n 14, mdd^
burcb ein ^unct t>om Seieben 15 getrennt ifl; eben fo beim Sei»
d^m iS, welcbel ein $unct t>om Blieben 19 trennt; fo nimmt
Xbunmann ba^ Seichen 24 mit }u 25. 26. 27. 28 , obgUidb ^
t^cal )Dat)ib unb Simon ®runau nocl£^ in ben Blieben 19. 20.
21. 22. 23. bin^urecbnen.
SBenn man nun biefe Sat)i \>on wißtö^rticben SBerinbenro»
gen fiberbticft, fo beantwortet ftcb bie Srage : Wal t)on X^utu
manni Srftirung ber aiun Snfcbrift in balten fe^? fc^cn t^ott
fetbfi febr Utcbt. @ie ifl offenbar ein auf SBtUe6^r(i(bfeitett berti»
^enber, t^erunglödter Sittfnd), bem bie erfle Sieget bif^ortfcbet
Zreue unb SBa^rlf^eit abgel^t, unb ber fomit auc^ in fein 9^t$ in*
2)tr aU)>tettffif(l^e %a^ntns3n^äftift. 693
tpeniger a(^ treu. )Daf er, mie «^enntg bei £uca^ S)at>tb ®. 40
t>€imut^H, feine Tfbtpeid^ungen au^ ben Decret et episL Inno-
Cent lU. ex ed. Baluz. genommen ^ah'm tinm, ifl nic^t glaub»
ttd^. )Do(^ übergeben t9tr bie @ac^e, ha SSaper (eine SrHitung
terfuc^t ^at.
^u4^ ®rimm^ ttntetfuc^nngen fc^einen ein Siefultot gegeben
iu Ig^aben. )Diefer fc^«rfftnnige @e(e^cte lg)af ©ot^ifc^e &ä^txft
unb 9tunen barin gefunben. S3ei bem 3ei(^en 3 moUen vo\t bie$
{ugeben, obgleich ba^ d^id^en koeber bei SSaper, nod^ bei Z^un*
mann ganj genau htm bei ®imon @runau unb inca^ )Dat)ib
mtfprid^t )Die jDt^Urune aber ko&rbe ®rimm im Seichen 15
Wüt}i f^mtix^ gefunben f)abtn, wenn er bie jDriginal'SeidE^en im
Sttca^ )Dat)ib unb @imon @runau t^or ftd^ gehabt f)itu, benn
in beiben iji bad deichen anberd. )Dad 3^i(^en 19, morin ®rtmn;i
ba« ®otl[)if(l^e TH entbedt, ifl ebenfalls etwa« unftc^er, ba f!(^
im ®imon ®runau eine Sorrectur beftnbet. SBenn aifo unter
ben 31 Stielten ftd^ aucl£^ ein« ober ba« anbere beftnbet, metd^e«
einer 9lune il)nixö^ fi^e , fo iß baburc^ bod^^ fftr ba« ®anie nod)
tt»enig gewonnen. 6« wire ^u wAnfc^en gewefen, baß @rimm bie
|}rtgtna(s3fige^ nic^t aber bie t^erinberten Hbbt&de bei Saper
tmb X^nmann t)or Kugen gehabt ^dtte.
Sl^an ^at ftcf) ^ie unb ba bei Unterfuc^ung biefer %a^mn»
Snfc^rift auf bie ®^rift{eid)en gewiffer 3)t&n)en belogen, hit nad^
@d^&ten« S3eri(|^t in f. S^ronif p. 7. b. auf bem *^age(«6erge
bei Z>an{ig gefunben »orben fepn unb au« ber ^eibnifci)en Seit
flammen foKen. SSaper fagt Opnsc. 373: Caspar Schnzius
quoque numos quosdam ex agro eratos in chronico produ-
cit litteris non abhorrentibns ab illarum forma. ^(^ ^abt
iufSllig ein Siremptar ber &ö){iii^^in 6f)ronK in ben «^dnben,
in welchem biefe {in ben gebrudten 3(u«ga ben nic^t uor^ianbenen)
(S^araftere am Slanbe beigejeid^net ftnb. @« ftnb ber Seichen ac^t;
attein id) ftnbe barin burd^au« feine Tlet)nüd)U'xt^ faum lift fld^
in bem einen biefer S^idS^en ba« Zi)nnmann\\ö)t Seichen 29 mt»
bedem SSietme^r fc^einen bie ^txd)en bei ®(^&t grofe (atetnifd[^e,
t>te((et(^t auf ben SDtun}en nur noc^ unteferlicl(^ t^or^anben gewe«
fene S3ud)fiaben gewefen ^n fepn, ein C. i. £. (t>ieUei(^t £c-
desie) ift menigflen« gang btutixd) gu (efen. Sftr bie @rf(irung
ber S<t()nen «3nfcbrift tragen atfo biefe ^c^riftgeic^en burd^au«
gar nid^t« au« unb SSaper, ber f!e litterae non abhorrentes ab
illanim forma nennt, (ann wobi fc^werlid^ tim rec^t aufmerf»
fame $Berglei4)ung gwifc^n beiben angefleUt ^aben.
(Sonac^ ifl alfo f&r bie ^iflorifd) begr&nbete SrKdrung ber
Sdl^neit'Snfc^rift eigentlich beinahe nod[^ gar nic^t« get^an« —
694 Sie altpceufftfd^e %al)mns^nii)tift
fGBicb abtv benn auä) \9mali tma9 bafftt }tt tf)nn feptt? !Rcr
fd^eint t^, ai^ ^abt man bieder btt «^truptfrage noc^ bei toeitem
nid^t genau bead^Ut, bie allen Unterfu(bungen Aber biefe bunfeU
6!acbe \>ovanqet)zn muf, bie mid^ttge %ta^t ndmltc^: 3fl benn
kptrfac^tie @d)rift auc^ icbt? b. b. ifi fte in ber Xb^t jemals
t)orl^anben gctvefen? gab e^ jemall eine &ptaö)t, bie mit fold^en
@d[^rift5eid[^en gefc^rieben »ucbe?
?Dtan f)at fc^on frä^erf)in bie SReinung gehegt/ bie &dfvifu
jeic^en fcpen erbic^tet. SSaper fagt p 373 : Nonnnlii ab otiosU
confictas esse opinati sunt: alii mnas esse cootenderunt
61: antwortet barauf: Utrique mihi compendlam facere sunt
visi. Nam quae quis non inlelligit, ea, si somnia etnugasdi-
cat esse^ in perpetnum se ezpedire videtnr ab laquirenda
veritate, ne tarnen confiteatnr se hominem esse et aliqnid
ignorare. SQdrc inbeffen SSaper etwas tiefer auf ben ®ninb bec
®ac^e eingegangen , fo w&rbe er biefe 3)teinung nid)t fo fcbnell
auf bie 0eite gefcboben f)abzn, )Die 2(utenticitdt ber @(^tiftiei(^
tjl aderbingS großen ^miftin unterworfen, benn 1) SucaS t^
^ib gilt burd^auS ntcbt f&r einen Saugen i^rer @lattbwfirbigfett;
er ^at, wie wir gefeiten, einen frA^ern ß^roniflen auf blinben
@(auben ^in SBort für 9Bort blof abgefcbrieben. tiefer dbto^
nijl ifi 2) 0imon ®runau; er iji eigentlid^ alfo bie einzige
£lueUe f&r biefe 3nf(btift. 9Bo er fte hergenommen ^at, t^er«
fcbweigt er. 3n (Sbn^ianS Sl^ronif (ann fte, wie wir oben s^ig«
ten, fc^werltcb geflanben f)abm. ®o bleibt benn @imon ®nt^
nau ber einzige Särge f&r fte. 2)iefer 9Rin(b aber ifl 3) bte
aüerunftd^erfle unb (ritiflofefle £lueUe ber ganzen ^reufftfc^en
®e{6)\d)U. 6s ifl erwiefen unb tbeilS t)on anbern (f. g a b e r
in ben JBeitrdgen jur Äunbe ^r. 85. V. ^. 6. @. 525 ) , tf)fM
t)on mir (f. ^ai)tb. ^obanneS SinbenblattS' ®. 9) au^ bun^
S3etfptele bargetban , baß @imon @runau ftc(^ offenbare Unt9ab<^
betten, Srbic^tungen unb felbfl erfonnene Slßd^rc^en i)at ju
@cbulben f ommen laffen , baß er ßreigniffe erjdblt , bie niemals
t)orgefallen ftnb, 9tamen t)on ^erfcnen nennt, bie niemals epifliTt
^aben, baß er überhaupt baS SSabre, waS feine Gb^o^t! entbilt,
mit einem fclcben Dunfi t^on lägenbaften 9ta(brtcbten unb er»
bicbteten ßrjdblungen umb&Ut, baß felbfl baS 9Babre faum no<^
glaubbaft fd[)eint. )Diefem fafelnben SRSncbe nun foUen wir alS
ber einzigen £lueUe aber bie S<^^nens3nrc^rift ibre ](utenticitdt
aufs 9Bort glauben? S^m, ber ^unberte t>on Unwabrbeitcn in
feine dbrontf aufgenommen ober felbft erfonnen ^at, foUen wir
bierin gerabe unbebingten @lauben fd^enfen? @inb nicbt beSwe»
gen t)iellei(bt aUt §Berfud[^e ber @elebrten , bie @(brifegattuttg bie«
ber 3nfcbrift aufjuftnben, üerunglidt, weil eS (eine Sd^riftart tfi
X)t« altpreufnfc()e Sa&nens3nfd(^rift. 695
imb bai 9ani^ nur im Jtopfe eined lügenhaften 9tin(^^ feinen
Ucfptung erhalten ^at?
Sonad^ fd^etnt alfo bie alte fStelnung, baf biefe @c^cift>
jftge ecbi(^tet finb, nid^t fo' t)ertt)erf[i^ , al^ bec ^^Uf)tU SSapec
fte fd[^i(tert$ toenigßen^ tvicb jeber neuen Unterfu^ung äi>er bie
93ern)anbtfd;)aft unb ben Urfpcung btefer ® dj^rift^eic^en unb &bit
xf)vm Sn^alt eine gr&nbüd^e @c8cterung Aber i^e ](utenticitJt
t)orangel^en muffen, koenn ntd)t abttmali ade S9em&()ungen o^ne
?lu6en unb Srfotg fepn feilen.
SB e i ( a d e N^ X.
Ueber ben £)berri(^ter unb £)bert)rtefler
®rtn)e.
(»9 ift in neuerer Seit an ber Sptfieu) bei iDberri^ttrl mib
IDberprieflerl ®ütüt in 9t^^uffen nic^t blof ^orf gettoeifett wor»
ben, fonbern man bat i^n txn mincbtfc^el ^fyintom, eine ^i(io*
rifc^e SRifgeburt genannt, bie all fo((^e fernerbin (eine GteOe
me^r in ber ®efc^icbte ^reuffenl mit (Sf)ten einnehmen bfirfc
£e^rberg — ein !Rame, auf mii)tm megen gro^r Serbienfie
um bie ®efcbi(^te bei !Rorbenl l^o^t 3((^tung rubet — oar ber
ttrl[)eber biefer 3n>etfe( in einer ](b^anbiung: „Ueber ben 6rioe
ober ben norbtfd[)en 9ap%** 2)al ^auptrefuttat feiner Unters
fucbung aber fpra(^ )uerfi Spater aul in einer }(nmer(ung feinet
9ßer!el: ©prac^e ber alten ^reuffen, 93orrebe 6. 35. Utux bie*
fei Slefultat mar mir befannt, nic^t aber ber ®ang ber bil iefet
ncd) ungebcudten £e^r6ergifcben Unterfuc^ung, nicbt bie ®rftnbe
unb SBeweife, auf me(cbe £e^r6erg feine 3n>eifel an ber Sriflen)
bei ®rime unb feine t^ertangte Stvbannnnd biefel „9f)antom9^^
aui bzm Stcid^e ber ®ef(bi(bte ßfibet S3et)or mir baber bie Zh»
^anblung hntil) bie gfttige SRitt^etiung ber Jturidnb. SefeUfc^ft
f&r Literatur unb Aunjl in bte ^jnbe (am , untermarf i(^ bie
®ac^e einer eigenen (rittfd[^en Unterfucf^ung, bie i(b Wt, »ie fte
bämad toar, mitt^eUe, um nac^b^^ ^ine S3emer(ung in fBejies
^ung auf bie £e^rbergifd[^e 3C6banb(ung ansuft^ließen. .
2)te Srage über bie einfimaüge '@pißen| bei jDberric^terl
unb jDberpriejlerl @txm beruht t^or allem auf ber TCulfage bt9
jDrbenl«6^ronif!en )Dulburg, metcber P. 111. c. 5. Don bem ®rt^
me Solgenbel fagt: Fnlt in medio nationis huins perversae«
scilicet in Nadrovia locus qnidam dictus Romow^ trahens
nomen suum a Roma, in quo habitabat quidam dictus Criwe,
quem colebant pro Papa, quia sicut Dominus Papa regit uni-
versalem ecclesiam fidelium, ita ad istius nutum seu manda-
tum non solum gentes praedictae, sed et Letkowini et aiiae na-
tionet livoniae lerne regebaninr. Tantae fait anctoritatic,
qiiod non golnin ipse yel aliquis de sangnine sno , vernm et
imiicius com baculo sno yel aliö signo noto transiens terminoa
infidelimn praedictomm a ragibus et nobilibns et commnni
popnlo in magna reverentia baberetnr. — S^e toir btefe
SSorte be« Sbrottifhti ni^er betrad^ten, fftgen t»it bie ®tette bei,
tDte f7e ein fp^terer ttmarbeiter ber )Dudburgtf(^ S^rontf (aSfcc
im 0e(ietni. Xr(^tt> {u JtSnig^berß) miebetgegeben ^at ®te ^eift
flier fo: In medio eorom fnit sita civitas Romowe dicta a
roma, in qua habitabat eorum nobilior dictns Griwe, qnem
pagani pro papa babebant, cni omnes non $olnm pmleni, sed '
et litwani et Livonienses, velnti cristiani pape, obediebant et
tantnm Yenerabantnr, qnod eciam snos nnncios, qni eins bacu-
Inm aiit Signum aliqnod portabant ab eo missnm , principea
eciam et communis popnlns mnlio bonore colebant et omnia
precepta eins firmiter servabant 9Bie {eber fte^t, ^errfd^t in
liefen betben CSteKen eine merttid^e Setfd^ieben^ett, t^üii fd^on
ftatin, ba$ in bec (enteren bte TCngabe bec ianbfdiaft, in mii^tt
bafi fettige SRomome Uegcn foUte, ganj »eggetoflen i% tl)til$ au^
in ber fBe^eid^ung be0 Stttoe burd) hit SBocte ,,eonim nobilior^
fo baf man fafl glauben mid^te; ber Sept be^ 2)u6burg fep nfcj^t
gan$ nc(^ttg. Snbeffen (Hmmt mit i^m boc^ ber alte Ueberfe^er
Serofd^tn )u genau ilberetn, nur mit ber einzigen nid^t ganj un»
feebeutenben 3(u<na^me, baM^f ^o Su^burg b(of „qnidam .
dictns Criwe^^ fagt, 3erof(|)in bie SSetfe f)au
Sßann ba ma^ »onenbe irtant
S)er obirfie ßtoatte
9iad) l[)eibentrd^er Hvtt
Srime toa9 genant f!n 9lam.
S3erg(eic{)t man nun biefe btei ®teKen mit einanber, fo ifl
geoif jebem befrembenb, baf mir in ber erflen, bei Du^burg felbfl
ben ®rime nur bmä^ ba« ntcfttdfagenbe qnidam, in ber {»etten
burd^ ben TCu^brud nobilior unb in ber Ueberfe^ung burc^ ba«
SBort &oarte 6e}et(^net ftnben. 6ntn»eber nun mufte iDu^burg
au« bem ®rtn)e nxä)tt su mad^en unb IJ^atte iber^aupt nur im
3(((gemeinen etma« t>on i^m unb feinem ©ebieterflabe t)ernommett,
ober ber Stext ifl bei i^m nid^t t^oUflinbtg unb bei bem ,,quidam^
t# irgenb tttoa^ au«gelaffen. SSenn mir nad^ duferen TCucto^
ritzten urt^etlen bflrfen, fo ifl biefe« (entere nii}t ber %aü,
benn (eine ber t)or un« Itegenben ^anbfc^riften liefet anber«, ai«
ber 2ept bei ^atttnod) ifl. @« bliebe alfo bie erflere 3(nna^me
fibrig, baf ;6u«burg mirfttd^^ nU^t rec^t aemuft ^abe, ma« ber
Orime eigentü^^ gemefen fep. )Dtefe« beflatigt and) ber ttmarbei«
tet 2)u«bttrg« bun^ bie (Sinfdgialtung be« SBorte« nobilior. aXan
698 iDet @ri»e.
fte^ Har^ baf biefec bei bem Dagen quidam irgenb ettoa^iNC»
mtfte; aber man fielet lu^Uid) an^, baß er bte gefällt« iktt
ttidl^t ttd}t au^juf&aen mufte, benn fein nobih'or bringt und um
tiid^td metter. Unterrid^teter fc^eint fc^on ^erofc^tn gewefen in
fepn ; er nennt ben ©riwe ben ;, obir fien ßwarten. " 25iefe 85e*
geid^nung entfprid^t ganj bem, mad ber Oititct in einer SSegie^ung
mar, benn biefed ü^ort bebeutet; n>ie Hugo Grotius Histor.
-Gothor. p. 575 unb Scherz Glossar. Germ, p.364 zt erfCdren,
^ legis custos, sacerdos; ewa lex et testamentam, quia vim
habet legis; inde eu-werd>^
@e^en mir nun auf ben ^n^oit ber @teUe Sudburgd ge^
nauer \^xa, fo ftnb offenbar gmei SSejlanbt^eile bed 3n^alted forg»
fam 5U unterfc^^eiben. Ser txnt ifl bad eigenttid^e @efc^t<^tlic^,
bie £f)atfac{)e, bie Srf4)einung ; ber anbere bagegtn ifi bte 2(nft(^t,
bie SReinung bed ^ronifien t>on ber gefc^ic^tlic^ 3!^tfa(^.
%iit beibe ge^irt, menn ber Arittfer {te in 8l&(tftd)t t^rer inne*
ren SBa^r^eit forgfam mfirbigen miU/ offenbar ein ganj t>erf(^ies
bener 3)taaßflab, benn bad (Sine, ha^ (Sefc^rdi^tfic^e ober tie £(^a(»
fad[^e (ann aderbingd immer ma^r unb gegrAnbet fepn, noenn outli
bad 3(nbere, bie S^einung ober bte 2fnf7(^t be6 ®efd^ic^tfd^reiberl
t)on ber gefc^tc^tßd^en X^^atfad^e billig unma^r unb grunblo« \%
pa0 Sleingefd^ic^tKc^e ober bie X^atfac^e, bie \xni Sudburg mit«
tl^eilen miU, liegt/ mie ieber fogteic^ fte^t/ in ben @at^n; Foit
in medio nationis hnius perversae , scilicet in Nadrovia lo-
cus quidam dictusRomow, — in quo babitabat quidam dictos
Criwe, — ad istius nutum^ seu mandatum non solum gen-
tes praedietae, sed et Letthowini et aliae nationes Livoniae
terrae regebantur. 2)ie 2Cnftc^t bed S^roniflen bagegen ent^al«
ten bie (S^^e: trahens nomen suum a Roma — quem cole-
bant pro Papa — sicut Dominus Papa regit universalem
Ecclesiam fidelium. Saß hierin mirfUc^ nur \>xt SReinung M
d^roniflen auSgefprocften merbe, ifi eben fo menig $u be^meifetoi
oXt tt gemiß ifl, ha^ bie ^reuffen felbfl t^r Stomome ni<^t t)on Store
merben abgeleitet unb i^ren ®rime nic^t mt bem Zapfte »erben
t>ergli(^en ^aben. Sfir ben (S^roniflen aber unb befonber^ fär ben
iDrbenl48ruber lag in ber X^at mi^ eine fold[^e SBergCetc^ung fe^r
na^e. Komowe Don Koma abzuleiten, mhi^U mo^l gemif auil^
f&r bie (Stpmologen unferer Sage nod^ 9lei) unb Sodung genug
^aben ; unb ba j[)iemit nun 9lom fc^on gegeben mar , fo ml&fit
man tt ein SBunber nennen, \»inn ber jDrben^bruber, ber ^^p
ling , bei bem ®rime ntd)t aud^ auf ben ^apfl ^ingefe^en unb
beibe mit einanber t^erglid^en i^hm. 2)af bie SSerglet^^ung eben
fo abgefc^madt unb unpaffenb, M bie ^tbleitung be^ ^amm^
9{omome Don 0lom tinfifc^ unb ftmtlo^ fep, baf f&^tte ber ge>
iDet ®ti»e. 699
tttf ntcl^t befonbeta gebilbete jD(bend«6^rontfl tvdter nid^t. 3a
e$ bScfte gar nic^t tinmabtf^emUd^ feptt, baf et unter biefer
SetgUtd^ung nur feine Unfunbe &ber ben ,, quidam dlctns CrU
we^^ l^abe terbergen wollen. SSStt fc|^en(en aifo bem S^ii^burg
biefe $araUe(e al6 il^m aUein eigen, al^ einen @inf(iU feine« Ao^
pftif ber f&r und feinen 98ertf) b^t unb (eine wettere S3ebeutung.
@« ifl ba^er aud^ getvif gan^ unpaffenb, bem 6()rontjlen 2)u««
bürg bie abgefd^madte IBergCeic^ung fernerbtn nocb nac^^ufpre^
d^en unb ben ®rtn>e ,,ben norbtfcf^en ^apjl'' in nennen, wie oft
gefcfceben ifl.
®e^en wir nun aber auf ben anbern S3e{ianbt()et( be« ^R*
^alted ber erwdbnten Stelle f)xn, fo fragt ftc^: «!^at biefer, a(fo
bie X^atfacbe ober ba« ®ef(^ic^t(:cbe , burdf^ iene barauf ange<
wanbte 93ergUic^ung unb SSe^iebung irgenb etwa« an feiner inne^
ten SBa^r^eit t>erUeren (innen? Sfi btefe« @ef(bt(l)t(icbe babur<^
zweifelhaft geworben? 3fl ber ®riwe burcb bai 2Cbgefd)ma((te
ber 93erg(eid^ung jum Unbing geworben? — ^eineöwege«! 6«
finnte in i^nticber ^eife iemanb nacb taufenb Sauren ben wun::
bertic^en (SinfaK ^aben, $eter«burg f&r eine SSurg be« Vpojtel«
9etru« 2U ^aiun , ben 9)amen mit ber ^eter^ürcbe ;u 9tom ^u«
fammen in fietten unb bie Slufftfc^en ^open fftr norbifc^e ^ip^»
finge }u erdiren; man wfirbe ben QinfaU ftnnio« unb t>er(ebrt
nennen ; aber gewif (innte e« (einem einfallen , be«^alb an 9^'
terdburg felbfl unb an bem £)afepn ber ^open ju jweifetn. S$enn
ba^er SBater a. a. SD. ®i36 fagt: ,,&« ^abt wobl aUerbing« ^e^
manben bei bem (Ramen Slomowe ein ^apjl wie in 9tom in ben
@mn (ommen (innen , " fo ijl biefe« etwa« leidet btngefagt unb
fafi tben fo, al« wenn man bie $open in Stuf lanb f&r ein Unbing,
f&r eine 6rbtd[^tung galten wollte , weil Semanb ^eter«burg t>on
ber $eter«firc^e in 9tom abgeleitet l)itu. 6« ift alfo, jum min^
beflen gefagt, forglo« unb fibereilt, tvtnn man ben ®riwe in
^teuffen al« ein Unbing unb al« eine Srbidf)tung an9 ber @e«
fd)idbte t)erbannen wollte, weil er ba« fatale Ungl&cf gehabt ^at,
fammt feinem Slomowe t)on einem (Sbtoni(enfc^reiber mit bem
9)apfie }u Olom t^erglic^en worben ju fepn.
2Cber worauf beruht benn bie 9Babrl)eit biefer @rfc^einung
unb weld^e ®r&nbe t)erlangen , ben ®riwe f&r eine wirflic^e ge^
fdj^tc^tli^e SCbatfac^e §u galten ? SSor allem (ann bie ®laubwur«
btgfeit be« jDrben« « ^^roniflen in feiner ®d)tlberung ber alten
9)reuffen, bie er in bem ndmlicben Xapxtel giebt, gar (einem
Sweifel unterliegen. 6« waren> (aum erjl f)unbert 3abte na<^
ber Tintnnft be« Drben« unb erjl einige t)ieriig ^ai)u nad) ber
etgentlic(^ t^oUenbeten Unterwerfung aller ^reuflen , al« 2)u«burg
biefe 6Sttten«0(l^tlberuttg be« Sotfe« f(|^rieb knb fiine 6^roni(
\
700 Z>er 9r{i9i.
im 3a|rt 1326 feinem «^odf^meiffet ihtttrid^U. Biete t>0ii bewn,
beten S iter nod^ «Reiben gewefen unb bun^ beten mftnbUc^ ttebec
liefetung fid) bie 9iaiitii)Un fibet be« Sanbe^ ebem(kttgen Bvßonb
unb &bet bet SSotfal^ten Sitten unb Stju(be fot^epflantt Ratten,
lebten nod) in Su^butg^ Seit, aifo baf et ftbet aUti, toa^ er
t>ott bet Tltt unb SBeife bet b^ibnifd^en Seit fagen moUte , gewif
bie ffcbetflen S3eti(^te et^aCten (onnte. 6t fagt babet im Prolog.
p. 10. aud^ au^btfl(fli(^: f^Describam — quomodo fratres in-
traverunt in terram Pmschiae, — de bellis et aliis, qiiae
gesta sunt in dicta terra, quorum pauca quae 9idi^ alia quae
audiifi ab his, qui videnint et interfneiiint, caetera quas
relatione veridica intellexl^ Jtann Semanb offener Aber feine
Clueßen fpte^Kn? Snttoebet feibfl M ^fugenteuge, ober avA
fDtitt^Uung t>on ^Cugenjeugen unb Zb^ilne^metn obet nad^ nntbri
liaften SSetic^ten fcbteibenb (onnte unb muf te Su Anrg bie SBabr»
^eit fagen. jDbet (onnte et e^ magen, untet ben 2(ugen foic^
SDtenfcben, bie tl^etl^ bed £anbe^ elj^emaligen Sufianb no(f^ fHb^
(annten, t^eU^ n)enig{len^ batäbet gan} ffdS^ete 9ta(^ti(^ten (etc^t
etftagen (onnten, (onnte et e^ »agen, unter ben 3fugen be<
J^oc^meiflet^ t feine« «f^^ttn , bet t>otbet M jDtbendbtuber fcbon
mit bem £anbe be(annt getvotben unb feit bera 3abte 1315
®to§(omt^ut gemefen tpat; eine Stfcbeinung, n>te bet ®ti»e tbax^
getabebtn i\x etbic^ten unb M XlS^atfacbe ^ingufleHen? «^tte er
^eibei ni(bt bef&tcbten mftffen, Don feinem SReifier mtbetlegt mb
t>on «^unbetten feinet ßeitgenoffen einet Unma^t^eit ftbetmtefen
{tt metben?
®eben mit auf bie ftbtigen 9la(^tic^ten ^in, \At wti^ Du^burg
in bem nimtid^en Äapitet übet bie Seben^meife unb A6et bie €Mtten
unb 93tJud^e bet alten 9i?^uffen Abettiefett, fo fptid^t ffit fie nic^t
b(o$ ibte innete 9Sa()t^eit unb bet (Sang bet ©efdj^ic^te bet naä^
fotg«nben Seiten, fonbetn if)fe ®(aubn)fttbig(ett untetflfiben aud^
bie dufettn S^ugniffe anbetet fomo^l auötinbifc^et, M inCdnbifcber
Sefcbi(^tlid(^et jäueUen, untet benen mit nut SSulfflan, Xbam
t>on Sternen, ^etmolb, t)etf(biebene SStiefe bet ^^Pl^e, ben
wichtigen ut(unb(i(ben 93etttag t>cm 3atitc 1249, £uc. 2>aotb su
nennen Itanium. (&i untetfl&ben {le fetnet eine SRenge t)on Xna*
togien unb entfpted£^enbe ](e^n(td^(eiten tbeil« bet fiammt>en9anb*
Un ®(anbinaoiet , Ü)Mt bet nabem 9la(bban>il(et , bet ^evßt*
metn , £ittbanet u. a. Unb mxttttx untet biefen butd^^ bie 3eug*
niffe bet Sefcbicbte fefibemdbt^^^u 9la(bti(^ten fott bie Stbicf^tung
be6®tin>e, biefe« ^ijiotifcben Unbing« fieben? )Datf man in atten
anbetn !Rad[»ti(|^ten biefe« Jtapitel« bem Sbi^oniflen ttauen unb nur
ben ®tin)e f&t ein ^b^ntom feine« Jtopfe« l^iun*i
JCttfetlifm abet liegt fftt bie Xnna^me, baf )Du«burg »ic
2>et Otiwt. 701
Aber hm Sn^att btefe# StapiuU Hbtt^aixfi, fc itiKefenbere aiid^
ihn bie einfhge 9}A^mi eine< Sritoe in 9)teuf|en bmi^tte 9tad^
richten gehabt ^ben muffe, oud^ nocb ein totc^tiget ®mnb im
dttfammenbange feinet eigenen SRittbeiCung. Sr fpricbt nimßc^
6ud^ t>on bem einftmaßgen £)afepn eine^ fettigen fftcmow, alB
bed 9Bobnft(K^ be^ ®ximn. iDiefe^ 9lomome fcbeint man (na^
Sater a. a. iD. ®. 36) aud^ nid^t tvegläugnen ju wollen unb
man tbut Stecht bacan $ benn baf e« ein fo(d)ed S^omowe mtcf»
lt(^ gegeben babe, baf ba^ littest, mld)t€ toiv (ennen, an ber
®am(dnbif(ben Jtftfle gelegen unb -baf nadg^mal« in iegli^^er ^anb»
f^aft wabrfc^einUcb ein foCc^er b^i^id^^ ®itter»iDtt beflanben babe,
tfl an anbem Orten biefe^ SSStxM t^ettd au^ urfunbßcben S3e<
n>eifen dar bargetban , tbeid bi^ ^um f^hd^^tn ®rabe n)abrf(beim
lieb gemacbt morben. SBenn nun aber an bem b^itid^n 9tomowe
ni^t S" Stoetfeln tfl unb Sn^burg^ 9la(briclE^t ftber beffen Spiflen}
fetbß butcb Urfunben SSefidttgung erb^tt, wie (ann man ben mit
biefrm Siomome bei Su^burg in engfler SBerbinbung flel^enben
®rit9e ^r eine iDu^burgiföbe ^bimire erUdren? XugenfdJKinßd^
l^atte ber ^b^^^if^ ftin^ 9(acbri(bt x>on bem ®rit9e ani ber nim^
Üdfzn £lueKe, au^ welcber and) feine (St\»if)nnnd bei SRomowe
ßop. SBenigflen^ Ritten aVfo bie Sweifler am ®rime confequent
bleiben unb audS^ an bem einfHgen 2>afe9n Slomome'l smeifefn
m&ffen.
60 fpricbt alfo bei 2)u«burg fetbfi aOel, mal nur fftr ^iflo<
rifd^e ®(aubn)ärbigfeit gu t)er(angen ifl, f&r bie TCnnabme, baf
ber ^^ronifl bit 9iad)tiö^t t)om ®txm (etnelwegl erbi(btet , fon>
bem burcb 9Rittbei(ung anberer erbalten batte, baf er ffe f&r n>a^r
6ie(t unb all gef<bi^tli(be Xbatfacbe mittbeilte. 3ji el nun jur
®i<^erfleUung ber &ai)e burcb dufere 3eugnif|e nod» nStbig, an
bie beiben fpdteren Sb^oniflen Sucal 2)at)ib unb @Simon
-Grünau ju erinnern, welcbe hierüber nocb mebrel enthalten,
all unl 2)ulburg fiberliefert ^at ? 9lur eine SSemertung mag bitr
9laum ftnben. jDiefe beiben Sbtonifien t)erf[(bem aulbrAcflic^,
ftic, 2)at)ib »• I. @. 16 53 — 54 unb ©imön (Smnan Tr. IL
c. 1. §. 4. , baf fte i^re 9la(bric^ten '&ber bie Sinricbtung einel
{RomotDe unbfiber bieVnorbnung einel ®rtme auf bie 6^roni( bei
erfien ^teuffifd^en SBifcbofI 6brifiian flfibten. @l f|>ielt bier aOer»
bingl itoat nocb bie <Saae in bal.®e&iet ber ©efcbicbte hinein;
allein wir baben anbertodrti in biefem S8er!e fcbon barget^ian,
baf bie ®age o^ne allen 3tvtifel auf gefcbic^tlic^em SSoben rube.
2)er @rin)e aber ifl in biefer gefcbicbtlicben Sage t)on fo grofer
SSebeutung unb in aller SSeglebung ein fo wi^^tiger «^altpunft bet
ganzen Srgdblung , baf mit feiner SSegldugnung gewiffermaf en
bal ganje @ebdube jener 2>arfieDung {ufammenfaDen loftrbe. 3tt
702 ©er ®rttpt.
gUid^ aber m&fte gegen bte ofene unb au0brfitf(t<^ €cRiamg
be« 2ucad S)at}tb aud^ entwebec geleugnet »erben , bai bte (S^
nif bei S9ircl[)ofl 6f)rtfltan bie t)on jenem 6(^roni{ien mitgeteilte
9{ad^rt(^t Aber ben ®ritoe mttii(S) enthalten ^abe ober man mftfte
fiberif)aupt bie jemaftge ßpiflen^ biefer ß^ronit feCbfi liugnen. Z)a
Aber biefel i$e|tece in ber SSeUage N'»- i. hat 9}it^tge geragt iß
unb in bem erfleren $aUt bem £ucaö )Dat)ib eine offenbare Un«
»a^r^it t)or$u»ecfen tt>dre, fo fd^eint man ju ber Se^uptung
bered)ttgt ^u fepn, ba$ fd^^on bie S^ronit bei Sifc^ofl S^rifiian
t>on Um @ri»e unb bem 0{omon>e gefproc^en unb t^re einfüge
Stiften} auf er dmeifet gefegt t)ahe.
Diefen iufccen SSemeilgrünben (äffen fi6) aber aui) nadf ei*
nige anbere anfä^ließen , bk aul ber ®ac^e felbfi (hergenommen
ftnb. 9Bie unl Sucal £)at)ib oerftd^ert, fod bie ^norbnung eiad
@ritt)e unb bie (Stnrid^tungeinel Slomotve in ^reuffen burc^ bie
©ot^n gefdl^e^n fepn, bie aul @!an'bien an bie f&b(i(^ Ufer ber
Oftfee sogen unb ftc^ ba anbeimten. @onacb n)ilrbe bie JQtttfdßft
bei ®ri>ven m ®otbifci^«®fanbinamfd|^el ^njlitut fepn unb el
bfirfte ftd) erwarten laffen, baf aucb bei ben in ®!anbinamen ^e»
biiebenen ®otbtfd[)en SBolfern, bei ben @d|^n)eben unb ©inen etoal
3(e^nli(^el ober 6ntfprecl[)enbel , baf inm wenigflen einjelne um
t)erfennbare ©puren banon {u ftnben fepn m&ßten, inbem ia biefe
3(norbnung fo tief inl gan^e ieUn bei SBotfel eingriff nnb ber
ganzen SSerfaffung bei bfirgerlicben Sebenl ibren eigent^&mlicbeit
^i)ataHn aufbraßte, ^n ber Zf)at aber ifl biefel au(^ ber %aJL
SBir motten biecüber ^uerfl ben %tUf)tt^n 9t &b^ fpre<^en (affrn.
@r fagt in feiner ;,2(ulf&brU(^en ßrläuterung ber erflen se^n AapMe(
belStacitu^ aber @ermanien'' ©. 309: ,/^ud|^ im 92orben waren
,,bie ©tammb^upter jugleic^ bie äSorfieber bei ®ottelbtenfiel$ in
;, biefer @igenfcbaft äbten fife aucb bie ©ericbtibarfeit aut unb toa*
„vm bie ä^oUjieber ber Urtbeile, unb biefer Umflanb erfljrt wU
^;leicbt bie frfibere ^aijvidit bei Sacitul^ baf el nur ben $rie»
„jlern ertaubt fep; gu jlrafen. !8ei einigen SSSlfern Ratten ffd^
,,bie SSerb^Uniffe beflimmter aulgebilbet; befonberl ba^ wo grofe
;^ «l^aupttempet einen grißern äSereinigungIpunft barboten ^ »ie
,,in ®cbn>ebenunb ©dnemarf; bi^i^ fcbtoffen bie$rtef?er fid^ mebr
„ an einanber ; bocb obne in ^infidbt ibcel ©tanbel in eine t^er»
/,änberte Sage }u treten. @l ifl auffattenb, baf bie germanifibett
;;@pra(ben fo arm an. Äulbrucfen für ^riejler ftnb. — Bie
„ ©eutfcbe ©pra4)e b<iv nur ben 3Culbru(( (Sl)\»att , ben ^efel*
„ wirler. *' 9Ber benft bi^bei nicbt an ben t)on Serofcbin Soart
genannten £)berprief}er ®riwe Unb an bie in feinem SBefen, m
in feinem 9lamen entbattene SSerbinbung feiner prie{ier(i<^en unb
ricbtertidben 2(mtloern>aUung ! @o gab el in Scbtoeben wic(>
Der Stitvt. 703
itd^ and^ einen jDberpriefler, t0ttd^t lusUid) jDberric^et toat unb
aU fo(c^r bte SB&rbe eine« £)ber{im96 f)atU', Siub« Se»
fd^td^te ®(f)n)eben« S. 1. @. 39. X>ai National» ^eiüitf)um
be« Sanbe« toat bec große Zempel su U|>fa{a ; bort fianben , wie
im (^eiligen Slomotve; bte S3i(bni|fe ber brei oberflen @otter$
Adam» Bremens, de situ Dan. c. 233 ; bort tOO^nten aui^, Wit
iu Stomome, bte f&r ben )Dtenjl ber ®itter befiedten ^rtefiet
unb »a^rfd^eindc^ aticb berDberpriefier-, Adam. Bremens, c 235
fprtd^t t^on sacerdotibus, qui ad Ubsolam Daemonibus astare
solebant S)ort^tn brad^ten, mte nad^ Slomome, 9iiiUvfd}aftm,
Jtinige unb toer fonfi woUte, ben ©ittern ibre Opfergaben ; ibid.
c. 234 ; bort war ebenfalls ba« ^eUtgtbum t)on einer ^eiligen,
ewig grfinenbm @icbe befcf^attet unb ein ®ebege unb dn Seifiger
•f^ain umfcblofi hat ®an$e; ibid. c. 234. ^a fetbfl ber 9}ame bed
jDrte« fltntnu auffaüenb mit ber S3ebcutung M Spanien« @rtme
fiberein. ®ala b^if t im ^fUbeutfcben ba« ®ert(bt unb £)6erfa(a fo
Diel alt Obergericbt, wie fcbon Du Frcsne Glossar, ad Script
med et inf. lat. s. h. v. unb SR i Ter £)dnabri!t(!. ®efcbicbte S3.f.
€.352 hat SBort crfliren; mtl^aih aucb fühlet a. a. t>. ®.39
ben 92amen Upfala burcb bberfala, £)bergeri(bt gu beuten geneigt
tfl. Iba btefer (SrfUrung getvifl nic^td Don ^tcbtigfeit entgegen
flebt; fo wfirbe Mi^\a{a för nicbt« anber« i\x baUen fepn, al6 ffir
ben oberjien ©erid^t^b^f/ f&t: ben ()et(tgen @itterft(; tvo sugleid^
@ericbt gefprocben tvarb. ©efprod^ett aber tvurbe biefe« bort olf)ne
Swetfel t)or bem im «l^eiligtbum wo^nenenben ^riefler, ber burc^
feine boppette SB&rbe aud^ bem £)rte fclbfi eine boppeCt^ SBicbtig^»
feit alt betligen ®otterft( unb alt oberßen @erid)tdbof %^^ unb
fo w&rben ficb bie 9{amen UpfaCa unb ©ritte in ibren S3eiie()tm«
gen auf« r)oU!ommenfle entrpre(ben. S)a« ^xih aber fann in ber
%{^at gan$ t>oUenbet tverben, benn auc^ ber ©ebieterflab , ber
baculus be« £)u«burg , burd) wetcb^n be« ©rttven S3efe^(e ^tx»
(flnbigt tourben, fehlte ben ^^toeben nid^t. Johan. Stiemhoeck
de jare Sueonum JL f. c. 6. fagt bi^rfiber: Budlafla in pris-
eis Sueonum legibus dicebatur citatio in ius in causis ordi-
nariis per baculum, quem Baculum notitiae vel Nuntiatorium
▼ocabant Hunc iudex nota utrimque inustulata emittebat
singiilum singulis tcrritorii quadrantibus, ut per manus irici-
noruni extraditus et facti notitiam simul et comparaudi man-
catum circumferret : quomodo non iudicia tantum^ sed et
promiscue omnes conventus publici indicti fuerunt^ ubi de
casu aliquo extra ordinem deKberandum erat^ aut iudican-
dum. Erat autem hie baculus nunciatorius efTectus ad mo-
dum reif de qua in Conventu tractatio instiiuenda fuit, ut,
81 res Sacra, crux lignea, si homicidium, ligneum telum aut
704 Z)«T 9ri»t.
secnris. cf. Du Fresne Glossar, s. b. t. Dfftniat flammU
Inefer Sebraud^ ber Sublafla ou^ ben frfi^fßen j^ibnif^^m Settm
^er, bmn tvir finben btefeCbe Sitte aud) in DJnemacC. Set I>Sß
tiif^e SBubfiifle mar gar ni(|>t^ anbee^, al^ ein foU^er (Sebietee*
ftab , mobucc^ ber Jtinis feine 93efeb(e su erfennen gab tmb Oe*
^orfam gebot; r>iU ®u^m 93. I. 2r 2^. &. 156. Um alfo et»
wai ber ®rttou(e (Sntfpred^enbe^ SU ftnben , iß e^ nic^t n^t^ig,
mit «^artfnod^ in ber 3[nmerf. d) §u Su^burg nah mit So»
ter a. a. jD. <S. 56 an eine i^nlid^e !RongoCtf(^ ®itte gu ertn»
nern; mir fe^en biefe ®rimu(e nuranber« benannt, bei na^en,
flammt)ermanbten SSitfem unb mir fe^en bei btefen neben t^r
atid^ ben £)berpriej}er an bem oberflen @erid(^t6orte unb }ugUt(^
alte^, ma^ mir }u 9lomome fa^en.
JDiefe inneren unb ^uferen SBemei^grftnbe sufammen genoim
men, bfirften mo^( fc^on gu Um Sd^iuffe berechtigen, baf mo tin
fltomome, ein btitiger (Sitterftt mar, mo eine SSenge 9rtff(et
tum SDienfle ber ®itter unb }ur 3(bmartung ber ^eißgen Oc«
briud^e mobnten, mo eine ®rimu(e ba6 )Dafepn eineö befr^IciK
hm iDber(au|>te^ t)orau^fe6t, mo Gage unb Sefd^id^te, mo bie
XnaCogien anberer |lammt)ermanbter ^((er ftbereinflimmen, cai^
ein jDberpriefier unb IDberric^ter, ein ®rime bagemefen fepn mfiffc;.
2)er ®rime in $reuf|en ijl bemna^) eine (Srfd^einung, bie in feiner
SSeife befremben (ann , fobalb man f!e in ibrem magren fEBe*
fen (ennt. 2>er 9lame unb Sbarafter feiner flBftrbe ffnb ®ermas
nifc^en unb gmar ®ot^ifd^en Urfprunge^ unb ani bem innerftm
So(ftgeifle M ®ot^ifd^en £ebend hervorgegangen.
®o bleiben je^t nur noc^ einige Sinmfirfe fibrig , bie man
unferer 2(n{t(^t ber ®a(^e unb unferer fo eben au^gefirroc^nen
S9ebauptung mac^^en finnte. SBir bftrfen auc^ biefe nic^t uitbcr
rftdftd^tigt lajfen.
2)u^burg^ ^ai)t\d)t t)on einem ®rime, fagt man (Sater
a. a. jD. ) „ beruhe ma^rfd^einlid^ btof auf einem SBipt^erfUnb«
niffe, ba^er entj!anben, mei( bie Stuffen, nod) im {ettifd^ SMß
men genannt, fo (liefen. '' 89ei btefem Sinmurfe fcbetnt man fid^
taum etma^ A(are^ unb Bufammenb^ngenbe^ gebadet {u ^bou
SDu^burg f(^rieb feine S^ronU etma gmifc^en ben Sauren 1320
bi^ 1326 ; atfo gerabe in einer 3ett, in meld^er bebeutenbe Jtriege
in fittl^auen t>om Drben gef&brt mürben , bie {ugfei^^ aucf» DteM
Sur Jtenntnif ber i{l{id)en ®rin}t>ilfer ^reuffen^ mit beitragen
mußten. SBie mar e< mSglicb, baf Dudburg, menn er ben Sto*
men ber 9luf|en Arimen birte; biefen fo gingticfi mifbeuten (onnte,
baf bei ii)m baraud ein ^reuffifd^^er jDbeqnriefler ®rtme entflanb?
SEtfirbe eine fotcbe SRifbeutung unb Serfe^rt^it ben (Sbtonifiett
ni(^t gerabejtt bem ®^Üi6)Ut bei allen feinen Sti^enoffini 9rett
©er @ri»e. 705
geftefft f)aUnl Unb n>o lag ffir £)u^6ur9 benn ber 2(n(af , au^
einem 9^amen ber äluffen einen ^Preuffird)en jDbecpriefla mit bem«
felben Flamen ju fd^affen unb fecf bin in bad Gebiet ber ©e»
f({)i(^te in bringen? 9Bo ifl irgenb ein 3ufammen()ang, wc ein
SBittelgUeb, toelc^e^. gum fDIifoerildnbniffe UrTac^e gab? Unb
menn 2)udburg hai 93ol! ber Crimen fannte, fannte e^ nid)t and)
ber ^bd^meifler; fannten e^ nicbt voeit beffer hie £)rbendgebiettger,
bie jene Kriege leiteten, unb fonnte ber Sb^^onifl t)or beren 2(ugen
üui jenem Flamen eine fo abgefc^macfte @rbid>tung binfleUen? .
gerner bfirfte man fagen: 2)u6burg« 5Rad[)ricbt \?on bem
®ritoe mirb baburd) febr \)ttt>iä)tiq , ha^ er bie SRacbt be^ @ri«
»en ni(bt bloß auf ^reuffen , fonbern aucb aber Sittbauen unb
£it>(anb ausbreitet, tviewobt bie gefc^icbiUdien £lue(Ien biefer Sin«
ber burc^aud nid)td baoon »iffen. SBir n)oUen btefen (Sintpurf
einen 2(ugenblid jugeben unb §ugefleben , baf S)uSburg ftc^ irrte
unb bie !?{acbt be6 ©ringen Diel ju totit au6be()nte > aber htbt ein
3rrtbum uno ein SRifoecfiänbniß Aber eine ®acbe bie Spiflen)
ber @a(be f^lbjl auf? 3fl be^megen fein ®rin»e Dorbanben geme^
fen, n^eil S)u^6urg ba^ S3ereicb feinet @en)a(t ^u n>eit au6bebnte?
9Qir b^^^n ftiil)tv fcbon erwäbnt, ba| ber (I(;conifl bie ®teUung,
bie SBärbe, ben Arei^ bei* SBirffamifeit be6 ©riwe nicbt genau
(annte. SBir baten an anbern £)rten biefe^ SBerfe^ burd) (Srunbe
unterfiä|t bie SSebauptung au^gef|>rocben ; bap e^ in ben fpdtern
3eiten be€ «^eibentbum^ in jeber Sanbfcbaft ^reuffen^ roic ein be«
fonbere6 Siomome, fo aucb einen befonbern @rime gegeben f)abt
unb baf Dudburg nur \>on einem einzigen @rin?e in Ttabrauen
fagt, mad allen anbern jugleicb jugebSrte. gällt aber mit biefem
Scrt^um benn bie @rf(beinung bed ©rimen ubttt^aupt (^intveg?
6rtt)d^nen ferner nicbt Dushur g P. III. c. 2^2 unb Kojaloivicz
p. 32. 35. n)ir!licb eine^ 9iomott}e in Sitt^auen unb fpricbt ni<^t
ebenbafelbfl fcbon bie alte 0age t»on einem Tolc^en? -Unb wenn
nun ein äiomome ober melleicbt mt in ^reuffen me()re foldf)er beili«
gen £)rte in 2itt()auen tpirflid) waren, n^enn bie ©ritoule nocb bi^
beutjged Saged in jenen ifllid)en ©egenben nid)t Dergeffen \%
»irb ed bann fo unglaublicb, ba§ bie @rfcbeinung bed ©rimen
Dor S)u€burgd Seiten aud> in jenen Sanben ^u ftnben gewefen
fep? — SBarum aber bericbtet in SSejiebung auf Sit)lanb «^eim
rid^ ber £ette nicbtd Don einem @rin>en, ber Aber bad Sanb
feine ^errfcbaft ausgeübt? 9){an finnte zugeben, \i(ii^ in SiDlanb
(eine ®pur t>on einem ©ringen t)orbanben gen^efen fcp; man
finnte ferner aucb jugeben, baf 2^u6burß in feinem S^i^tbum Aber
bie große 2(udbebnung ber ©emalt bed ^reufftfcben ©riroen aucb
SiDlanb um fo lieber Don biefem be()errfdf)t glaubte, je mebr ba^
burd^ feine feltfame 93ergleid)ung be6 ©riwen mit bem ^^pße
!• 45
706 ©er ®rtwe.
J^altuns unb SSebeutung etbiett ; \a man barf m1)l unbebeifRtc^ bt*
Raupten, baf nie ein ^reuffifc^ec ®rin>e Aber £it>(anb frgenb tute
«^errfdf)aft m^e&ht f)abt. Zhn f&Ut hahntd) benn bte Srifleng
be^ ©ringen in ^reuffen fetbjl ^inn^eg ? 3fi benn in bec @ef<bt<^te
Sit>(anb^ nur aUt^ ba6 bagemefen, beffen «^einric^ ber Kette er«
mj^nt? ®ab e6 in 2it)(anb fiber^aupt gar feine ^riefler, vmi
biefer Gl^ronift feine fennt unb feine nennt? ^at er bie ganje
@efc^i(^te beö ianht€ in feiner d^ronif erfc^Jpfi?
^ier aber berfl^ren n>ir einen b*:itten Sinmurf, ber gegen bie
einjlige Spiflen} be6 ®rtn>en in ^reuffen gemacht werben finnte,
nimlic^ ben, baß ba^ ginslicf^e ^tiUfd^n^eigen aSer anbern ge«
f(i)ic^tlid)en £lueUen aber biefen ®rin)e ben S^ertd^t iDu^burg« boc^
immer fe^r zweifelhaft ma^en m&ffe. @d ifi toa^v, fein G^ronifi
be^ Tlvi^ianM, feine einzige gef(f)ici)ttic(^e Clueflfe, Weber SBulffian,
neö) 2)itmar t)on SRerfeburg, nodf) 2(bam t)on SSremen ober J^U
molb, no6) bie $o[nifc^en llnnaii^m, feine ttrfnnbe be^ 3ns
(anbed erwähnen be€ ®riwen mit einem 98orte. Xber man btt
trachte, um ben Einwurf in feiner SSebeutung fennen su Urnen,
bie ^.a&;t ttwa^ ni^er. ®pted)m benn 9Bu[ffian , 2)ttmar oon
ÜRetfeburg unb bie anbern (S^rontflen überhaupt bon ber Steltgion,
t)on ber ®efe|gebung, Don ber innere; ^?}erfajfung unb bem gan*
5en inneren iehen ber 9>reuffen? ®ie t)iel ijl benn beffen 'über«
^aupt, tvat wir burch fte fiber bie inneren Ser^Itniffe ^reuffen^
erfa^^ren? SBa^ er^Jb^en un^ benn bie irmlicben Gbroniflen bf<
na^^en ^olen« ober ©itte, Tivt unb JBerfaffiing ber ^reuffen?
«Ratten btefe au^tdnbifd^en €id^rift{lel(er fo na^^en Zniai, 9om
®riwen ju fprec^en? Unb wenn fte fold^en bitten, wuf ten fte
auc^ ttwa^ Don i^m? tffiar nic^t jeglichem ^<^emb(inge ber Bn^
gang zum «^eiligt^um Stomowe btx l^eben^flrafe Derp6nt? ®a^
ber Srembe , ben ber ^anbeC in6 Sanb fährte , ben £)ber|>riefler,
i^n , ber felbji ben Eingeborenen fo feiten erfd^ien unb immer im
ge^eimnißt^oKen Dunfet feinet ^eiligen SBa[be9 Übte? 9Ber frrt^
lic^ ben ®riwen ftc^ al6 norbifdf)en $apft benft , wer 2>u$6urg^
äSergteidf) ffir baare !SSaare nimmt unb ben Oberpriefler ^reuf-
fen6 für exmtt gewaltigen «^errfc^er in bm Jtfiflenlitfbem be^ IBa(»
tif^en Wtmt^ f)&it, ber muß ftc^ äber.ba^ StiUfdl^weigen ber
nad)maltgen 6()roniften aKerbingö wo^( wunbem; e^ muß t^n
fetbfl fd)eu unb {weifel^^aft gegen bie ganje (Srfc^einung ma<^en.
SBenn man aber weiß, tta^ ber @riwe um bie Seiten jener iS^tt>»
niflen f&r feine Sanbf^aft in ^reuffen war, welche SBebeutung et
nur fftr feinen einzelnen ®au b^tu , Wie fVine fBirtfamf eit nur
in ben inneren SSer^Jltniffen ber Sanbfd^aft unb nur im eigentfi«
c^en ®ti(lleben be^ SSolfe^ bemerflic^ würbe, fo fann e^ in fei-
ner SBeife befremben, baß jene C^roniflen, bie Don bem inneren
2)ec @ritt>e: 707
iebtn ber ^teufen fd gar r^enfg wiffen^ übet btn @ctmen s^njHc^
fc^weigen. ®er btefe« ©c^hjrigen aber ffir einen Sewei^ ne^mien
rvcUU, baf e^ in ^venffen (einen ®nm gegeben ^be, ber {innte
ihm fo (eic^t be weifen^ hctf nm bte ^tit jener (I()rom{len fein
Sernflein mel^yr in ^reuffen t)or()anben gewefen fep, benn fein ein«
$iger t)on ibnen eriüd^nt be^ S3ernfiein9 ot^er M {Bernftein^an-
\>M aufi) nur mit einer ®itbe.
2Cber tpftrbe nid^t ber ®rime in ber toi(f)tigen Sertrag^sttr»
ftinbe \)cn\ ^af}n 1249 genannt fei^n? «^^tte er bann nic^t
notf)n)enbtg genannt iberben mflffen? ®ir gtauben biefe ^ta^e
t7erneinen gu bfirfen. SSenn xaan bie SBidf)tigfett unb ben ^nf)ait
biefer Ucfunbe rid^tig »firbigen miU, fo muf man fte Don ben
aSerhiltntffen an6 beurt^eiten, unter tpetc^en f7e gegeben »urbe.
snan tt)firbe fe^r irren ^ »enn man gloubie^ ber ^ect biefer Ur»
funbe fep gewefen, ben g^fofmmten arten l()etbnif(l|^en Suflanb be^
aSotfed anfju^eben unb tin neue^ c^rifllic^e^ Seien jti begr&nben.
aSiele^ \7on jenem alt^n ^eibntfd)en ^fianbe ft^ar ftf^on aufgel^o»
^en unb Dcrbrdngt , al9 tener äSertrag ^n^ifdb^K beim iDrben unb
ben ^t^vt^n abgefc^Ioffen fvarb. Siobalb ber IDrbm bie Sanbfd^af'
im erobert f)am, gab e6 in i()nen eben fO' toenig Crimen mv^r,
ai€ fK^xH. ^t)n «^errfc^aft l^atte in bem 3(ttgenbti(te aufge^irt^
in metc^em bie be^ Orben^ begonnen \)attt unb t>on ben ^reoffen
anerfannt mar. Siie \)&ttt nun in jener ttrfnnbe ettval aufge^»
boben f verboten unh a(fo ixt biefer f6^itfßrt% g^annt merben
f 6nnen , »af gar niöjt me1)t norl^^anben mar unb voa^ fid^ ftfton
t)on felbfi aufgelofef t^atttl fOBarum })itun \>\e ^teufFtn oerfi^re»
d^en foUen, i^rem @rftoen fetner nidyt me^r st^ ge^ovc^en^ ba ein
fotd^r nicbt me^rba toar, ni«^t mebr gebieten; fonme? S6 nrftrbe
offenbar fogar befrembenb fepn , menn bfe tttfmtbe ^ttoa^ biefer
Art entbiette.
QnUxi) b&rfte noc^ gefragt werben : SBarum ermi^nt benn
Bu^burg feinet ©riwen in feiner ganzen G^ronif nic^t ein ein^i»
ge6maC mieber? 9Bie fommt e^, baf fein M fo gemaltig gefc^ii«
berter SDberpriejler in bem 93ec(aufe ber t)on i^m erjd^^lten Sreig«
niffe gar nicbt wieber erfc^eiht? Zud) biefe fragen beantworten
fii) Uid)t, fobalb man bebenft, ma^ ber ®riwe f&r jebe Sanbfd^aft
war unb worin fein 9Birfung6(ret6 beftanb. 2(uf bem ®(bau«
p[a^e ber Jtriege, welche S)u^burg erjj^U, trat ber @kiwe niemals
auf. J^odf)fiwa^rfcbeinlic^ war er nie einem £)rben6s9litter
ffcf^tbar geworben, benn aM, toai Arieg ^ief, (ag gan} auf er
feinen S3erei<^e. ÜBie weit er auf fein SBoIf im ißerborgenen wirf«
te unb tta^ er au6 bem Innern feine« ^eiligen SBatbed ffir bie
äSert^eibigung M SSaterlanbe«, ber ®5tter unb «f)ei(igt^fimer ge*
bot unb t^at^ ba« f)at wo^t nie einer t)on ben geinben ber ^reuf«
45*
708 ^ 2)er Qritoe.
fen erfahren. IDtt^torg aitv moBte ja tntc fc^retben , „qaae nJU,
alia quae audipi ab bis 5 qui viderunt et interfuerunif cae-
tera qvae relatione pendica intellexi. (|6 »ar a(fo ivo^l tatim
mhdlidf, bdP 2>u66urg be6 6kimen ttod^ iftet in feinem Serfe
emi^nen f ontite.
!DHt tiefen Semeifen nun unb mit biefec SSeräcfftd^ttgwig
bec etwanigen Sinw&tfe glaube \6) bie gefc^itbtlic^ Qh^ißeng be^
@ritben in ^ceuffen gegen bie i&ngfl erhobenen Smeifel gerettet imb
Sugleid^ eine neue Seflitigung bet ®(aub»&rbig(eit be^ alten SDt^
ben6«6l^coniften iDu6btttg gegeben gu ^aben.
3d^ mid)U tt)finf(^en , baf e^ mit erlaubt getoefen fep , bei
einer neuen Umarbeitung biefer 2(b^anblung bie Se^^rbergifd^e Um
terfu4)ung gu benu^en ober auc^ nur gu berätfftc^tigen. ^tUein
xd) erhielt biefe 3(b^anblung Se^rberg« t>on ber Aur(inbif(bett iSt»
feKf(^aft f&r Stteratur unb ^Kunfi nur unter ber Sufage, meiter
feinen literirif(()en @ebraudl^ bat>on mad^en gu »öden, unb fo
muf fie benn aud^ t)on mir ginglidf) unberfitfftcbtigt bleiben. Hbn
t)erlieren mirb ber Sefer baburcf) nic^t befonber^ t)iel. febrbe^«
3n>eifel6gränbe waren gewtffermaafen fo fe(^r au^ ber ^&^t ge»
ttommen, baß id^ fafl alle fcbon ^ie unb ba in meiner ZbtykvJbf
lung bn&f)tt f)attt unb ha^ Unhaltbare berfelben im Sangen fc^on
barget(»an war, fo baß bie 89enu|ung ber £e(irbergif(bett Unter»
fucbung nur nod^ bagu f)atu bienen f innen, manc^etf Singelne
no(|^ fd^jrfer (»erborgu^eben. SSieileicbt aber wirb aud^ biefed npc^
erreicht, wenn bie erwähnte t^ere^rte (Sefellfd^aft gur Steuer ber
SBa^r^eit ftd^ entfcbließet, bie mit t)ieler ®ele()rfamfeit gefdbriebene
Xb^anblung balb bem £)ru<fe gu Abergeben. Sorerfi fä^le id^
mid) t)er))fli(f^tet, i^r meinen jbant f&r bie gfttige {Dlitd^eilung bers
felben^ier 5f entließ gu begeugen.
tteber
bie (^pta^t bet alten 9)tettffen,
vom
^rofeffor t)on S3o^Ien.
lieber bie ^iptaä)^ ber alten ^reuffen.
„fcSenn bu teUn fSnntefl, Keine ^&it, mte anber^ jlinb' t^
„um unfec SBiffen!'' foU ber nn^tttbli^e Stant einem Zf)ietd)tn
juderufen ^aben^ ba^ etnfi in grauer SBorseit in ben (eu<^tenben
Stutzen bed S3emfieine6 fein @rab ge^nben. SDSenn t^r'^ ju
(finben t)ermigtet/ jliUe ^tiget ber baltifd^en .Suj!e, weffen ®taub
btefe Urne ben^a^rt, n>effen «^aupt biefer «^e(m gegiert unb n^effen
»^anb biefer ©peer gewaffnet — wie »ftrbe bie ^ad)mlt (aufd)en
unb eure SBorte mit e^^ernem ®riffe( in ba^ SSudf) ber ®efdf)idS)te
eintragen! Ttbn fiumm ftnb jene Ueberrefle ber eineiigen S3e»
mo()ner ^reuffen«; jiumm i^re 2Cfdf)e tt)ie bad ©teinge^dge, ba6
ffe ^a^r^unberte umfc^lof unb gegen t^erme^enbe <Stfirme ge«
fd^<: nur ber ®ei{l^ berate einff belebte, rebet noc^ in faum
t)erne^m(id)en Xinen $u un^ ^er&ber unb n^enige ©prac^refle ffnb
ber fd^toad)^ ^ad)f)aü feinet ftii^ittn izb^n^ , ftnb ein treuer Zh:
brud feiner bamaligen SSilbung, aber auc^ in^Uid) ber »e^mfi^
t^igfie ®d)tt}anengefang eine« ba^infd)n)inbenben SBSlfc^end. SBer
immer in einer au^gefiorbenen @prac^e mit einem getoiffen
f4)mer}(ic^ 9 froren ©efiü^U ben innigflen, jegt gteicl[)fam )?erjtei'
nerten @runbton eine« menfc^lid^en «^erjen« nad^suempftnben
fud^t} n>er barin nic^t blof fiumme iawu, fonbern bie rebenbfren
3eugen Don bem X^un unb «f)anbe(n einer Station, i^rer @itte
unb jDenfart, t.^rer &c\ä)id)U unb 2(&!unft ju ftnben fic^ be-
miif)t: bem wirb ba« geringfle ®|)rad^b0cument eine« erflorbenen
SSolfe« Zeitig fei^n m&ffen, unb t^eurer, aU bie S3(dtter \)t>n Sip-
momen'« @ic^e e« je fepn fSnnten, mirb er auc^ bie wenigen
SSldtter ^aiun, bie mit ber ®pra(^e ber alten £)flfeeanmol[)ner,
t>om Strubel ber 3^it t>erfcf)ont; im ®am(anbe felbfl erhalten
tDurben: benn fte {eigen, obwohl im 9Belfen, bennoc^ ben trifti-
gen Urfiamm, au« welkem fte entfproffen. Bivar ftnb biefe ftbri?
gen ®prac^trfimmer ber alten ^reuffen al« @infaffung djt\\liid)et
^htcn auf un« gefommen unb ber ®efd^ic^t«f^rfd)er (Snnte in
SSerfuc^ung gerat^en, fte einem einzigen ()eibnifd)en 93olt«(iebe
nac^gufeten \ )war ftnb fte ebenfaU« au« einer ^zit, tvo ba« ®e«
bdube ber Sprache felbfl fc^on )um S^eil jerfiort war; too beutfd^e
712 Ueber bie SSprad^e bec alun ^reuffeit.
3(nftebUr ft(() bactn eingebfirgert unb fefJgefelt (matten: aber eine
@prad)e möge in t^ren innerflen @runbfe{ien erfcbuttert tpecben,
ibte Elemente migen ftdf) abf(J!)(etfen , ober, ^um 93oue einet am
bern i>ern)enbet, in neuer Sorm erfc^einen, immer n^erben noi^
fclbjl bie ütrummer,. wo nici)t auf ben ganzen Umfang be^ ®t*
bdube^, bod^ auf bie MU SSauart fd^Iiefen unb ernennen laflen,
ob glanjcnb ber StpC ober prunflo^, ob au^ Ut %£vnt bie fRa«
tertatien ober bctmifd) gemefen. 2)iefe Unterfuc^ung {u f&^ren,
tfl bie @ac^e bed @pracbforfd;er^, ber mit einer ^eiligen 6(^
bie t)ern)itterten fallen betritt, jebe^ ©teinc^en Dom @taube ^u
faubern, jebe 9Banb t>om SRoofe ju entbtopen unb fomob^ @ruttb^
(age M ®ef&ge bem präfenben 2(uge barjufegen fud^t — ein
$Beg, l)hd)it trocfen unb bärre f lir benjenigen, ber ibm in jene ta»
bprint^e nicbt folgen mag, t)on ber grSpten 9Bid)tigPeit unb Se«
(ef)rung aber fär Ulk, bie bie Sprache eint^ SiolM ali ^olmtU
fc^erin feiner Oefc^id^te, M OefÄf feiner Sbeen ansufe^en ge»
tocl)nt flnb.
Sie erfre unb einjige ^unbe t)on ber @pracbe ber ^eibm»
f(i)en ^reuffen ftnb .wir bem eblen SWarfgrafen Jflbre^t fcf^ulbig,
ber bei fo manchen woblthatigen Sinricf^tungen t>or Tllltm ba€
@ee(en^ei( feiner Untertbanen ^ur «!^auptange(egenbeit feiner
frommen ütb^tigfeit mad)te unb baber ben Sntfcblu^ fafte, bie
@runbfa^e be^ geläuterten c^rifr(id)en ®(aubend burc^ bie Sd^rift
)u ftriren , bamit fte burc^ gwecfmigige SSetebrung immer me^r
unter bem 93o(fe ausgebreitet werben mid)ten. ®(bon feit bem
Xin. S^brbunberte waren bie @trab(en beS (Fbriffentbum^ mit
bem beutfcben £)rben bis jur @am(anbifd)en Aäfie gelangt, aber
nur fparlicb hatun fte einbringen fonnen , ba man ftcb nm ben
Unterrid)t eines in fnec^tifcber ^(bbangigfeit gebaltenen SioiM )n
wenig Fummerte unb eine frembe ©pradje jeben Sortfd)ritt er»
fd)werte; inbem bocb immer nur ßinjelne aW fogenannte Soffen
ober So(metfd)er bie J!ebren beS @uange(iumS Derfänben fonnten.
5Bie bie Sprache biefeS aSolfeS bamolS befc^affen gewcfen, fonnen
wir nur auS i^rcn noc^ (ebenben £)ia(ecten einigermaßen a^nen,
benn einzelne, Don dbronifenfcbreibern aufbewahrte, SBirter litt*
nen begreifltd)er SBeife f)ier nic^t in Jtnfcbtag fommen: fo t>iet
i(t flar, baf fid) fröf)e fc^on mand)eS frembe ffiort in biefelbe
etngefd)nd)en, manche ^orm ficb aufgebrdngt.unb nad) unb nacb
jene 93erf!ämm(ung unb 2(bnugung bewirft b^be , bie jegt in ben
gebrucften 2)ocumenten ju Sage (iegt unb ha^ alte ©e^rage gum
äfjeit unfennttid) mad)t. ©elbfl bialectifc^e SSeifdjiebenbeiten
fanben (Btatt-^ a(6 baber bie erpe Ausgabe beS luther. Catet^^iS»
muS, bte 2(lbrecbt 154.5 Deranflalten lieg, fid) bie Sßifcbung tmb
^Bereinigung biefer f(etnen 3(bwetc^ungen )ur TCufgobe gemacht
Uebet bte SpradS^e bet alten ^teuffem 713
^attt, mürbe bie Sprad^e fo wenig im €Sant(anbe, a(6 in 9la>
tangen gan^ t>erflanben unb ed mu^te im felben Sa^re ein Der«
beffertet 2(bbcud in reinem Somlinbifd^en beforgt n^erben. 9htr
t>on biefem bat ftdb ba^ £)ri9tnal ( auf ber 83ib(tot(^. be6 geheimen
Zt6)M iVL Ainig^berg) erbaUen; aber beibe 2(u9gaben ftnb ab»
gebrudt in Stltentbal'd preu^. Sehnten S9. IIL fo tpie t^tiU
meife bei «f)art!no(f^-in feinen Sommentationen }um Stt6$
burgfcben Sbronifon p. 84 unb eine SSergteid^ung berfelben
jeigt, baf bie gr5$te S^erfc^iebenbeit nur auf anbrer ^ocalifation
beruhe, morauö bann ^ugteicb beroor^ugeben fc^eint, wie genau
ft(^ ber Sefer an bie @cbreibart gebauten babe unb mie ftdber man
auf biefelbe fu^en fonne ^). S3eibe Satecbidmen entbielten nur
bie ^ebn ®ebote, ben @(auben unb bie Sinfelung^formet ber ®a*
cramente: fep e6 nun, um bie Liturgie ^u Deri^oUfiänbtgen, ober
»eirman fetbjl in ber ^toeiten 2Cudgabe nocb immer^ einige S^er»
fiife gegen bie 2fu^fpracbe »abrnabm, genug, fecb^jebn Sa^re
fpater mürbe bem Pfarrer i\x ^obeten , 2(bel SJBitt , aufgetragen,
Un DoUjlänbigen (utberifcben Gatecbi^mu^ in bie Sanbe6fprac(^e
2U äberfe|en unb fo erfdbien: Enclilrldlon , ber fletne Qa*
ted)i«mu« Dr. SK. ?utber«, teutfcb «nb preuffifcft,
Äinig^b. 1561, 4., ben ber fleißige Dr. SJater ber SSerbor«
genbeit ju entreifen, ba^ SSerbienft ^at in feiner: Sprache bet
alten ^reuffen, JBraunfcbw. 1821. 8. ^ier finnten mir,
aud) abgefeben hax>on, baf fettbem nocb smet (liremptare biefe^
(Satecbi^mu^ aufgefunben morben, Don melcbem Spater nur ein
t>er{l&mme(ted benu(fen fonnte (®. beffen Einleitung p. XX.) unb
baf ber Herausgeber Utber faf! in jeber 3eile bie Sdnge ber So^
caU genau ju be^eicbnen Derabfdumte, auf jenes fßni) t)ermeifen5
bie geber niebertegen, wenn mir nicbt hoffen bfirften, bei unfrec
furzen Unterfucbung einen anbern ®tanbpunPt nebmen }tt f6n«
nen, a(S es Später n miglicb mar, inbem mir eine Sprache be^
3(UertbumS, bie ®anSfrita, bie ben meiflen befannten SSprad^en
bei ber SSergfeicbung alS ®runb(age bienen muß, in unfern JtreiS
)u sieben unb baburcb einige £)unfe(beiten in bem altpreuff. 2^i>
ome aufjubelten t>erfu(ben merben. Um inbeffen nicbt inju feine
Berglieberung beS gangen oermanbten ®prad)ftammeS eingeben
gu b&rfen, mobei not^menbig äberaU bie iDiatecte beS ^reufftfc^en,
1) 00 fcbreibt bie erfte TCuSgabe assa (ab), bie IL aesse; bie I.
swelan (mundum), IF. sw-ytan ; I. bha (et), II. bbe ; I. eden (cibus^,
II. ydi; I. stasmu (buic) iL stesmu; I. pog;eitty (bibite), IL puietti;
quai
lobisquan; u. f. f.
714 IXtitt bie ®ptai^9 ber alten ^t^uffen.
befonber^ bad t>oafommnete £itt^autfcl^e su ^UU flenommeti toe^
ben m&^ten, fep e^ erlaubt; ^ter nur bie «^auptrefuttate, bte eine
burc^gef&^rte analptifd^e SSergleid^uttd btefer @^ra(l(Kn 9en>innett
{&% anzugeben; im ttebrigen aber auf tim tteine Tlb^anbUmq
aber ba6 i^itt^auifcbe }u vermetfen; bie einen com|>aratit»en Ueber*
bUd biefe^ ©prac^ftammed bejmedt unb auf^fü^rlicbere SSeweife
wirb (iefertjt f5nnen.
)Die nedj^ (ebenben, engt>erbunbenen @(^toe|lerbia(ecte be^
2(itpreuf[tf(^en (tnb anerfannt ba^ Settifd^e in 6ur« unb Settlanb
unb ba^ £ttt^auifd^e ; befonberd ba6 tn^SJütüi^U, fogenannte
^&{mfdf^xttf)auxfd)t ober Sdf^amaitifc^e; tte6^a[b auci^ \i)on ^tiß
toriu^ (bei SSater p. 150 seq.) ba6 ^reuffif^^e mit UiiUtm
gan$ ibentifd(^ ^ieU unb fontit iebe Xbmeic^ung bamac^ inbem
)u m&^n glaubte; ein SSerfal^reU; ba6 SSater befjonnen beftrei»
tet; fo n^te er audf) (6tnL p. V. u. XXXI.) t>on biefem X)iaUcten'
!reife ba^ Sfi^nifd^e mit \)cUem Siechte au^fc^Ueft, ba ed gan$ eU
nem anbern, a(^ bem 3nbifc(^«germanifc^en ®tamme ange^Srt
SSeibe Diaiecte nm, Zxttf)ani(d) ntib ittti\(S) , flehen . ftd^ an Uvu
califc^tm Umfange unb {Reic^t^ume fafl gtetc^ , nur baf ft(^ im
Settifc^en t)er(^i(tni$mißig me^r fpdter aufgenommene^ £)eutf(l^
finbet; beibe meieren aber in grammatifd^er SSejie^ung ^ac fe^t
t>on etnanber ah; btnn too bai Sitt^auif^e, burc^ feine 3fo(iruttg
Dor ieber )Ctt$artung geftc^ert, mit betounbern^toärbiger 2reue
feine a(te Sormt)oU!ommenl^eit aufbewahrt unb; o^ne burd^
®d^rift Qi1)aittn )U werben ; fetbfidnbia ftc^ fortgebilbet f)at, mit'
^in burc^ freiere Sonfhuction unb fu^neren ^eriobenbau ned^
me^r ber 6u|»^onie; ai^ ber £ogif l^ulbiget, ba ifi ba6 8ettif<^
fcbon ebfen fo formlos unb abfiract geworben ; wie etwa ba^ ^et»
jtfc^e/ 6ng(if<be unb 92eubeutfc^e : bie (Safudenbungen ffnb abge»
fdSHtffeU; ber 3nfirumentaU€ ifÜ ganj t)erfd^wunben; ber 2ocattt>u<
obfolet; tH)m X>mi (eine @pur me^r oor^anben, ba6 SSerbum
ffectrrt ftcb mit t>orgefebtem Pronomen ; aUH Srembartige l^at
fifi) mit ber Sprache fefi amatgamirt txnb für}; ber S)ia(tct fyit
bereit^ einen fle^enben Sppu^ angenommen ; nac^bem er biejenige
®j^rung äbec^anben, bie burc^ aufgebrungene Elemente noti^^
wenbig entfiel ^). 3n)ifc^en beiben 3biomen in be^ ^itu fU^t
ber 2((jt))f euHifc^e ; fein 9Bortrei(^t^um (ann ani bem wenigen
®|>rac(^t)orrat^e nicf)t ermittelt werben; inbeffen (äffen me^re @v*
nonpma fc^tiefeU; baf er ^erin ni<^t nac^geßanben ; aber in fei*
2) Sßenig S3raud^barel; fonbern nur oage Cit^mologie; liefert ^en*
Rtg: drammot. crittfcbe Unterfucbung Aber ben Urfprung ber 8ettif(ben
@pra(he unb aber ifire SBerwaribtfcbaft mit bem ICttpreuff. unb &ttb.
(im »ireufr. 2(rd^t». i796).
Ueber bte Sprache bec alten ^teuffen. 715
ner &mnmatit offenbart fid) eine eigene SDlifd^ung oon altem
unb n^uem ^|>jraAsute unb ber oben an^tbrntttt Stammt wirb
^ier red^t (ebenbig ftd^tbac : me^ce Sa^c^unberte ^ahm fd^on il()>
ren Sinfluß ausgeübt unb nodf) immer »iberßrebt bie @pra(f)e,
^Ue^ auf^unel^men , toaü i^r angebrungen toirb. Snbeffen ifi {te
auf bem fünfte , ^u erliegen , t)te(e i^rer Sonnen neigen ftc^ bem
Untergange l)\n , frembe labtn bereite Särgerrec^t ermatten unb
fie^n ftegreic^ neben ben t>erbrängten ha ; ba^er benn ba6 er«
ilaunüd)e &^t»anUn, befonber^ beim 9{omen unb SSerbum , bie
(eine Sleiion me^r bur(l!)ffi()ren (äffen (®. ). S3. bei SSatet ®.
105), ^) ba^er aud^ me^r ober minber bie 3Cnnä^erung an ba^
®Cat)ifc^e ober ®ermanifd^e, bie felbji einen grofen ®prad^(enner
irre leiten fonnte^): benn wenn auc^ Sorm unb @eprdge burc^
Tlhnuim^ einige gemeinf^aftltc^e 6tgent^&m(ic^(eiten mit bem
@lat)ifc(»en ermatten, }. 83. runkaus ^att rankans (manus p. 27)
n^pf&rf^n nikans (p. 8) — etwa wie ba^ Sittb. dilda (do)fiatt
düduml (im @anMr. dadämi); suwu (suo icb nd^e) fär su-
wumi (®, sQw^ini) fpric^t; wenn aud^ einzelne jHJurjetbcjlanb'
t^ei(e bem $o(ntfc^en au^fcf^Ueflicb angeboren migen, wo ber
^reuffe bie @a(6e niö)t (annte {. 83. pei$ai (scribunt,>)o(n. pi-
sac'), ober bemfe(ben if^id) ftnb^ weil fte in aUen Mrwanbteri
@pra(ften fi^ finben , fo erf<^etnen unfere brei jDialeote bennoc(^
nur ald 9leben&weig? iiener ®tdmme, bie ni(f)t t»on i^en
ausgegangen fepn (innen, fonbern \xd) toit 3Cbfen«
(er beffelben ttrjlamme^ }u efnanber )>erl^alten, fic^
swar CLm engflen unb glet^fam aH leitenbe ÜRittel^
glieber an baS @otHf(^e fcf^liefen''); oft aber S^oll*
(ommenl^eiten aufweifen, bie fi<^ au6 (einer euro«
^aifd^en ©prac^e erdaren laffen, fonbern erjl i^*
ren ^altputt(t im @ans(rit wie.be.r finben. Um biefe
(u^n fc^nenbe S3e^u))t«ng |u rechtfertigen ^ ^ier nur an€ bem
SStortt^orrati^, benn auf glepionöenbung^n foU unten aufmer(fam
^mod^ -werben, einige JB^ifpiele;
ibaS fandfr. Vewas (Dens) finbet \Ut) nur rein im 8itt^.
DJl^waSf 8ett Döwfi und ^tm^. Deiws wieber, ba^er pr. dei-
1) Sebod^ iß fefliu^altai, t>ß9 Me ®pva6)t, q» fc^riftlofe, (eine fefte
SJ^reibart baben fonnte «nb ha^ olfo j. 83. assei unb asse (es); ten-
nan, tennen unb tannan (eos) thttl ntc^t grofe 2(bwei(bungen ftnb.
2) Linde in fetner SBeurtbetlung bed S^aterfcben Sßer(e< o j^zyku
Dawnvck Prusaköw. WarscL. 1822. 8.
3) fdlan unterfcbetbe aber alte formen, wie kaimo (vicus) gotb-
haiiQ» werU (dignus) ^otb* wairths; surgaut (curare) gotb* »aurga
(cura); rikys (dominus, rcx) gotb* reiks unb oiele anbere üon fpäter
aufgenommenen beuteten SBÖrtern : kelkis (calix) , kirkU (ecdesia)
juroprawa (virgo), höftmannis (centurio) u« f. W.
716 Ue6ec bte Sprache ber olteit ^reuffett.*
wuts (pius, devotns) im SanMr. deiwat 2)ief barf eimgermo«
f en 9U bem ®(l(^tu(fe berechtigen , ba$ bie norbifc^en €$tdmme bie»
fe^ SBort ba^er mitgebracht , wo^er e€ @rie(^en unb Stimer ^U
tett; an beren Sinfluß ^'wt, wie an einem anbern Dttt betoiefcn
n>erben foU, nid)t gebac^c n>erben barf ^). 2(n eine SBitt^eilimg
burc^ Werfer ifl eben fo menig }tt benf en , benn biefe bejei<l^nen
mit bem SBorte Dew einen bifen 2>imonen, tbettten aber nni^r*
fd^eintic^^ ben germanifc^^en 936(fem {(^r cfaoda (Dens, got^.
Goths) mit; ba^ f(at>ifc^e Bog ba^ingegen flebt ifotirt ba.
Tf^isampatis Utnti bebeutet tm0an«ft. l)<f>err ber brit*
ten 6afte, ber Wisa's, 2) «l^errfc^er äber^aupt; ba6 2itt^.
wiezpats (dominum) ^r. waispattis (domina) mag aCfo fc^toer«
li(^ feinen Urfprung t)erliugnen unb arx^ bem t)erberbten ftamfd^en
gospodin, woran ftc^ mi^ ie<rrr<iTy^^ Wxt^, in bie reinere Se»
jlalt 2ur&<ffe^ren. 2)a^ einfache fan^fr. paus (dominas) fins
bet ftc^ fogar im ixtt^, pats; ber ®tamm xft pä (regnare), au^
trelc^em mit ber 2(bleitung^fplbe na ( Dergt. ba6 obfolete fan^frit.
di [dies] litt^. deena, preuff. dcjna) fi* im ftttb- ponas (do-
minus) unb $reuff. su-puni (uxor) bilbet; (eiteret f)at fogar
bie inbifcf^e Seminina(form unb ba^ sn ifi eine betannu 9<^ttiUi
im &axt^lv., gut bebeutenb. Sben ba^er erflirt ftc^ ba^ 9^uff.
pati-niskwa (conjugium), wetd^etf fc^on ^ritoriuS rid^tig
ai^ Xbflractum auffafte, burc^: Sereinigung be6 SRanned
unb SBeibe«.
83ei ber anatptifclE^en SergUtc^ung Dermanbter Si^ra^^n ^t
man , um if^tt 93er^i(tniffe {u einanber auf eine untrftgKd^e Xrt
SU ermitteln , n\d)t fowol^I auf bie Ueberginge ber SocaU , att
gan) befonber^ auf bie ber (Sonfonanten su merfen. S&r erflert
giebt e^ im ®an0(rit fle^enbe ®efe|e, nad^ welchen ein abgeUt*
tete^ SBort au^ feinem primitit>en SBerbaljuflanbe erfl bun^ bie
SSerflartung be^ fogenannten Gnna unb Wriddhi (<S. SSopp
{e^rgeb. §. 33) f7d^ bUbet; folglich jauwana (Juventus) fy^ter
ijl, aW jnwan (juvenis) u. f. f. Daffelbe ©efej ffnbet in ben
t>ern)anbten Sprachen ®tatt (t)gL }. S3. canpo unb copa t>on
cnpa, preuff. widdai (vidit fauMr. wid) cauffaL waidinna
(ostendit, fattitt. waid), unb giebt un6 ein Sted^t, ba^ iKr>
^irfte, got^. wair (vir) u. a. f&r fpiter ju j^atten, att ba6 preuff.
1) lEßie toentg bi^ bte attgenr^etnlid^fte Titf^nliäfitit beweire, geigen
all^ foCc^e Sß6rter, bte ibren IBerbalftamm auf baö &anift. suräteptts
ren laffen, }. S. preuff. unds (aqua, unda) Utt. uhdens, ocrgl-fan^.
ud unb und ^uere) ; preuff. idis (cibus) ideiti (edite) mt €kin<br. ad
l^edere) ; preufT. eit (it) , pereit (venire), fanöfr. eti (it) oom €^taflime
i; preuff. wartinna (vertit) fandtr. wartati; pr. wyms (Tomere) (itt(.
wemju, fan^fr» wam; pr. >riddewu (vidua) fanifr. wtokawä etc.
tte6et bie &pta^t ber aiun ^ttufftn. 717
\vjrs, fanlf r. wtras , tüinn a\x(fy bie Z)ia(ecte ben Urt>ocat md)t
fo fefl^u^alten pßegen, M ba^ t)OIIfommene @an6frtt, meldf^ef
hntö) hat SSerlaffen feiner homogenen äSocaIctaffe feine Steinzeit
tviWA^cIid^ ^erfliren w&rbe^). Unn)anbe(barer ftnb in ben ver»
tDonbten @prad)en bie (Sonfonanten 6ef. ber gutturalen, bentaUn
unb (abiaUn Stoffe, nur gilt im 2(tfgemetnen bte Siegel, baß* mo
eine Tenuis mebr ber Urgefialt angebirte, biefe bei ber £)ia(ectem
abfiuf^ng gerne eine 2(bf))iration annimmt unb fo nacb unb nac^
in bie media i^ter Slaffe flbergebt ( @. ®rimm b. ©ramm. S^.
I. p. 584 2te !Ku^g. ) ; DgL ba6 gotb. $ron. interog. hwas mit
bem fan^fr. kas, k^, kim, mli)et ffcb mit feinen abgeleiteten
formen am reinften in unfern norbifcben Dialecten n>ieberftnbet,
pr. VL littb. kas (quis); qiiei (ubi) fan^fr. kwa; sen ku (qao>
cum), n>eld)e ®runbform felbfi im 3nbifcben febU. Qbtn fo f^at
hat @andfr. anjas (alius) compar. anjataras, ^^ am, )>reuff.
antars, antra im ®otb. ft^on bie 0piran6anthars unb t)ertt)e:d^t
ft(b enbl^ in d. — <Scbn>anfenb ifl ber Uebergang ber, bem
®an((fr. eigentbftmlic^en , palatalen Gonfonanten, bodb nie fo
grell unb tt)i(lfäbtlicb , baf hat Sßort baburcb unfenntlicb w&rbe,
}. S3. chaturthas (fpr. tscha - quartus ) pr. ketwirts, littb*
ketwirtas; j4na (fpr. dsch4n4 mulier) pr. ganna, gotb« qwlno;
jtwa unb jtwila (vila) pr. giwei, lett. dsihwe; littb. gjwata,
t)gl. gOtb. qwiws (vivus); tejas (hotfor) nur nocb im 2tltpr.
telsis. — Zm unbefidnbtgjlen finb h, r unb's burtb i^te SJer«
wanbtfcbaft unter ficb unb bie 9}eigung be6 Seitern , ftcb in k ju
t)erb^rten ') ; allein roir enthalten un^ ^in ber S3eifpielc, ba nidbt
allein bie ^erbabern^anbtfcbaft ber alten @pra(be Snbien^ mit
bem preuff. littbauifcben Stamme fcbon burcb ba^ Tltt^tfifyttt ge*
itugfam begränbet fcbeint, fonbern aucb jeber, ber einigermaßen
ben ®ang ber ®pracben beobacbtet ^at, gemiß bem au6gefprod^e«
tten ®a(e beipflid^ten mirb , baß »enigflen^ an (eine Ableitung
au^ bem @ot^tfcben, »ie biefe6 im ttlpbila^ t)orliegt, in beuten
fep. £)ft f)aUn bfe norbifcben ®timme bie %otm eben fo getreu
1) IBetfpiele foMer UebergAnge tm 2C(tpr. iinb : fandfr. ubha
(ambo ) pr. abbai ; fanSf r. gan (agere) pr. gun-twei; fandfo. ma-
tri, nominatio, mala (mater) pr. muti, lett. mate ; fanttv, mansä
(caro) pr. mensai (bat ^otnifd^t mit untergercbriebenem S^afal mi^so,
ten bat dtuff. unb 8ett. fcbon gan} auöfloßen) ; fanöfr. patum (bibere)
pr. pouton u. f. m.
2) 83gl. fandfc. dasa (decem) dcxKpr. dessimton— satam {cen^
ium)\ dis (indicare) Seixt»\ dris (ridere) dc^xo»; swan (canis)
xvarv; pasu (pecus) pr. pecku;brit (cor) Itttb. szirdisy pr. siras;
fanifr. bima (hiems, nix) lett. sema ; Uttb* ziema ; mab (posse, ma>
gnum es$e) pr. Vrisse-Tnokin ; wisse-musinffis (omnipoteiu) massi
(potest) etc.*
718 Ue6er bte &iftai}t hn alten ^^^nffen.
au^töai)tt (5. S. fön«ft. sfinas (filins) got^ unb Ilft^. sdbus,.
pr. sonns); oft ffnbet ftd^ in t^nm m fonjl wrlorene« ®crt
»ieber (j. SB. fait^lr. wirwa (omne) preuff. wissa, (ett yviss,
Ittt^. wissas); ja oft Weifen fle bei i()rem eingefc^rinften ^ort^
t)orrat^e noc^ SBoUfornmenl^^eiten auf, bte bau @an«!. fc^on Der»
ntiflt^), unb »te mtc^ttd ftber^aupt bte JCenntntf be^ &an$tnt fe^,
um tth ^vm^i\ö^m ben SStamm unb bte ma^te (StymoCogte gu
ftnben , f Jnnte burc^ mt SRenge 85etfpte(e erlittet »erben *). —
Die Sigennamen im ^(Upreu^ifd^en enthalten, ttte in febec tob«
tm Sptaä^e, noc(^ manche« t>ev(ocne ^ptaö)^vit unb Später ge*
fle^t i^nen be^^atb einige SBidS^ttgfeit ^ns um fie inbeffen mit
&ii)et^ext aü^ifen su finnen, mäf te tüett me^r von ber &ptad}t
fid) etl^aUen f)abtn, benn febe Don aufen hineingetragene ^tpmo«
(ogie muf ^8d)fl fd^toanfenb »erben ; einige ^A(fe hitut inbeffen
auc^ f)m ha^ ®an«lrit, fo, bei Ortsnamen mit Wangen
bie, »ie Turwangen, Kinwangen u. a. im3Ba(be liegen, börfte
»0^1 ba^ fan^fr. wana (sjlva, lucus) altf)od)h. wanc (Art mm
IL ®. 553) t)ergltd)en toerben unb Lauks (ag^r) in Menfanken,
Tatirlauken, Taplaken ftnbet SSerfi^rung mit bem €!andtr. loka
(locus, mansio, mundus etc.). —
@^ bliebe un^ nur noc^ ein fdixd in bie ^ormle^re fibrig
unb l)Ht ifl tß, too bte (Sprache, »ie fc^on angebeutet »orben^
in etnem drmlid^ern ®etoanbe auftritt, aiß i^re litt^iauifc^e ®cl^t9e»
fler; f!e erfcf^eint ^bereit« t^re« bejlen ®cl^mu<fe« beraubt unb
^at Don Sremblingen erborgen m&ffen, waß fte eittfl in retd^^errm
9Rafe befeffen — fein 9Bunber, ba fc^on 1309 ein beeret be«
Jg^oc^meiflerd (Sieg^ieb Don ^euc^ttoangen fte ava bem SSolfe §tt
hanmn erfhebte: ein SSerfa^reU; baß flc^erlic^ bte Sele^rung
1) ®o tff preitJT. kittas (alter), lett. zit«, no(b roirtticibf« Pronomen
brffen 9ieutrum chlt tm 0and!r. nur nod) aU Sßtfümxnvmqifi^lht (ebt:
icasdbit (quicunque); eben fo fommt im ^an^fr. nur nocb ber aboer»
hiale ^fccufat. naktam (noctu) oor, tt>&^renb bad iitti. unb SP^euff.
tiod) nactis (nox) ^aben 2C. «
2) ^an orrgL nur: touls (plus) tulan (multas), fanöfr. tul (im-
plere); tals (ultro, tandem) fandfe. tal (finire reXfiv); enterpoo
(utilts) fan^f. tarpas oon trip (tf^ttcü) ; bhae, bhe (et) fandfr. wa,
perftfd^. ba; myls (canis) mile (amaut) fanlfr. mil; bou-ton (esse)
fandfr. bhii ; rams , fett, rabras (tranquillus, moriger) fandfr. ram
(tranqiiillum esse, gaudere); au4aut (mori) au-Iauns (mortuus)
fanifr. lü (solvere^ Xuf<v), baber aucb 8tttb* lawonas (cadayer) wie
bai ^axtm, lawanas btlben f5nnte. ^af guföeüen biatectifcbe Serfcbtr-
benbett@tatt ffnbe, barf nid)t aujfallen, i. 93. sen-rinka (coUigit) faitSfr.
rang (ordinäre) ba^er ranga (ordo Nalus 5, 3) preuff ranka (ma-
nus) wober ranctwet (furtum committere); fo ifi preuf. *e^ge (fa-
cere), Utt, sag-t (furari) unb fandfr. sak (posse) \oi^ fftr biefelbe
aSurael }u balten.
uttb bMt Unterricht bec Preußen Im ß^rijleiit^um erfc^werte, »eil
man bcr ülation ba« Zf)zmtfle mf)m — i^re ®ebanfen! 2fber
bei allem ®c^n)anfen htt>xfd}en ei^ent^fimli^ec tmb aufgebcunge?
net SSilbung li^t ber attpreuff. iDiaUct noc^ mand^e ©runbi&ge
einer t)oU!ommenen ®prad)e burd^bttden unb btefe migen, ol|)ne
bie gange ®rammatif barjulegen, !urj atifgefftbrt »erben.
S>ie S)ec(ination be^ 9lomen f)at wenig Sigent^iimltc^feiten
mel)r auf jtiwelfen ; bie dafu« finb mangetbaft, infofem Snfhu»
mentalis unb Socatit)u6 gdingtidb fehlen, ober Derfl&mmett unb. in
meten %!iilm, »egen unfic^erer Stection ber ^ripofttionen, gar
nid)t gu beflimmen ; ton einem Duale ftnbet ftd^ feCbfl beim ^ro«
nomen, »e(c^e6 ftd^ (inger ai€ irgenb ein fRt\>Hf}tii ju Ratten
pflegt; feine Tfnbeutung mef)t unb felbfl bie (Spuren t)on einem
S^eutrum ftnb fd}VoanUnb, ba emnen (nomen) unb anbere, bie
man bafftr galten mld^tt , nie mit bem HvtiM fo befitmmt Dor«
f omn||n ; audf) bei bf efem (stas , stai , sta »ie SS a t e r orbnet,
Im i\tt^. aber las, tk^ tai) ba6 9leutrum {u ungemif xft, a(^
baf man e^ mit eittiger <Si(^erlf)eit na(^»eifen finnte. S)ie erfle
DecUnation Ü^t \id) t^oUflJnbig aufflellen: ber S^arafter be^ nom.
tfl beim mascnl. s (deiws , deus) mit au^geflofenem S9inbet>o*
cal (t>ergL üttf). diewas^ fan«lr. dewas) ber im ®enit. »leber 1)tu
»ortritt (dei\vas, fan6!r. dewaaja); ber ©atit) ^ef^tnad) got^. Art
auf n au6unb »irb fo bem 2(ccuf. gUi<^ (deiwan^ fan^fr. dewam);
bec SSocat. vertiert b(of ba^ s be6 9}ominat (deiwa, fand!r. de>
wa), wüdjti nur In rinigen SSrifpielen mif6riu(^(i(be %u6na^«
men ftnbet. £)er 9lominat. im $iur. lautet deiwai (fanMr. de-
w^s), ber ®entt. deiwans (fanWr. dewÄnäm), ber i^at jeigt
»ieber rinige SSerft^rung mit ber alten Sorm , »obei eine f leine
flSuc^^flabenDermricblid^ung nic^t inJfnfc^lag §u bringen ifl; wj^i-
maos (viris, fandfr. wtrebhjas); ber 2fccuf. ^lilt im ^reuflT. fein
s fejl, tüüd^e^ bie 6upl)onie im ®an6fr. abjumerfen gebot: wj-
rans, fan«fr. wtr4n. — 2)a« gemlnin. ber erjlen ©ecL lautet
auf a an^, mt im ®an^fr. (ganna mulier, daia donum), flts
ctirt ftd^ äbrigen^ »ie ha^ SRaöcul. 2(16 5»rite 2>ecl. lie^e iiii)
auffleßen: masc. rikjs (dominus) fem. teisi (honor), bie im
übrigen gang ber gem6lS)nli(l!^en 2(b»anblung folgen.
Sinige wichtige' 7lvd)ax^mtn bieten bie Pronomina bar^ bei
beren engen SSerfi^rung mit bem ®an6f. felbfl haß iittt). nadf)flef
ben mufi. iDa6 ^ron. bemonfir., tpeld^e6 bie ®te(le be6 Ttttihl»
vertritt, lautet stas unb ifl bHfi »a^rfd^einlic^ atx€ s»ri ^rono«
minen t^erf^molien, au€ sas unb las, bie \iö) Uiht im @an9(r.
wieberftnben ^) ; ^ieüon b?»a^rt ba^ ^reuf. ben 2(ccuf. ®ingul.
^ 1) @ben fo balte 14 ba9 preuff. schis (hie) fdr tbentifd^ mit bem
fanöfr. cshBs, ebenfa(I< aud bem Gtamme i (6. SSopp jum Naliu p.
720 Uebec bie Cptai^t Mr atten 9^euffen.
«tan (&anttt. tarn), m fd^on bai 2tttb. fein a virgalatum [«(t,
atfo »enidfien^ nxibt DoUjl^nbij mebc fci^reibt unb \id) ft^on bem
l^tt. (to) ndb^rt. Z>ec @entti)) fcrnrr steisai, fem. steises ber&btt
jt(^ ni^er mit bem @an6(. (tasra, fem. tasjas) aU ba« abge*
f &t}te ttttb- to, fem. lös ; ber 2>attt) aber tritt jener fo nabe, »ie
feine Sprache mebr, inbem er bie ©plbe smu M c^arafteriffis
fdb^ (Snbung gebraudi^t (DergL kasmu (cui) fan^fr. kasmai ; stes-
mu, fanMr. iasmai), bie fonfi nirgenb fo rein Dorfommt (Mtgl.
tittb. timui, gotb. thamma mit atidgejlogenem s). Da< %mp
nin im ^reuff. bat im 2)atit) stessiei, ÄbnUcb bem fan^f. tasjal
Uebrigend »erben kas unb stas im ^venf. re(attt> burcb bie &^tbt
wjds, mie im CanMr. bur(b wad: kawjds (qualls) siaLwyds
(talis).
^ai perfSnl. Pronomen as (ego) fcbeint urfpr&nglic^e %tm,
ba^ fan^fr. ah-am aber fcbon Dertvetcbt, ba bitr ber statos abso*
lutus as-mat lautet unb ftcb auö unjabtigen SSeifpieUn^eigen
liefe, wie s in h, aber fetten umgefebrt, fibergebe (r>ergL fan^fr.
asl^ta octo, gotb- ahtau u. a.). Sie fibrigen SSeugfäUe nebmen,
toie im ®an^(r. einen anbern @tamm ^u ^&lfe, j. 93. Satt«
maim (bem fan6(r. niajam ndber aU bau ttttb. m'an; ; babinge*
gen nimmt bie anleite ^erfon tu (im ®an6fr. fcbon mit bem
@uff ip am : twam ) fein ®ubflitut an : S^atio tebbei fantf.
tubhjam; nur im $tural jous (vcfs) fanifr« jujam tji eine
neue, bei beiben gleite, ÜBurset ju.
93om S^erbum enbli(b (df t f!cb burcbau6 feine regetmifige
6on]Ugation burcbffibi^en ; baf aber aucb bier bie @pra(be etnft
an 93oQtommenbeit bem ®an9(r. nabe gefommen fep, bemeift
nocb baö SSerbum @ubf}antit>um, tvelcbe«, abgefeben baDon« bap
ber £)ua( febtt , ^um Xb^iC ftcb im ^rdfen^ burcb ba^ Seßbaiten
feinet SBurie(Doca(« befldnbiger flectirt, a(« felbjl ba6 3nbif(be.
^iet ba^ @d^tma :
asmai (sum) fanMr. asm!
assei — — asi (flatt assi)
ast — — asti
asmai — — sraas (flatt asmas)
astei — — slha (ftatt astba)
ast — — sanli (j>att asanli).
©er 3 n f i n i t i t) gebt im ^reufjl auf t au^ : bout (esse p. 10),
enimt (sumere p. 62), madlit (prccari p. 14), pout (bibere
p. 17) unb s^ar ifl bief bie b^ufigere &nbung, bie aber fcbon
197) unb »as )ufammengerett, mie Ute \m 8atetn.; Hi $rruff. tff
bann felbH bev Supbonte getreuer geblieben tnfofrni H ben 3tf<blAnt
betbebielt, ben fßaUt (p. 71) mit Unre(bt verbÄcbtig ana(bt.
ttefrer bie Sprache ber aiun ^reuffen. 721
att aigefdS^ßfen }u btttaÖ)Un ifl unb t^oKflditbid eineti 9lafat an«
il^^men mä^te: bouton (p. 28) enimton (p. 62) madliton
(p. 62) pouton (p. 32) moburd^ er btnn bem \an€tt. Snftnit.
«ber etgentU«^ Serunbium gletd^ (ommt: pitnm (potum) u. f. f.
2)a$ SBater aber jene« ton f&r btofe« 2(n^jn0fe( galten n>tK
(p. 102), iji einem ^prac^forfd^^er fdl^toer ju t)erdeben. @tne
eigne 3nfinittt)form ifl bie auf wei: biatwei ^timere) bilitwel
(dicere), »eld^e Gnbung fc^on ^rätoriu« für einen ^ufati ^
ndrte , ber b^uftft w^gftele. Qma^ t>orei(ig ifl aber ber ®^luf
Sater« (p. 101): „iba^ aber jene« wei ober wi'^ (Untere«
Commt inbefjen nie aÜ 3nftnit ßnbung t)or) ,, ein btofer, toabr«
„fd^eintic^ fafl gan} bebeutung^Cofer ^nbang getoefen, er^eKet
,,baratt«, baf aui) jutoeiUn ^erfonatfornten ber Sterben ibn f)at
„ ben. '' ^CUerbing« f)at biefe ®9lbe S3ebeutung, benn mertt man
auf ben ©ebrauc^ fene« SnftnittD«, fo toitb man ibn meifl nac^
ber ^räp. prci (ad) finben: prei poutwei (ju trinfen p.31)
prei madlitwei (ju bitten p. 20), befonber« b^uftg nacb tum
(habere): tum westwei (btt^ajliufÄbf^»P-2) Wogegen:
maasimai west (baf mir fi^vtn migen p. 43); turri aus-
kandints poatatwei (bu ^aft ein Srfiufter ^tt »erben
p. 24) t>erg(. postat p. 60. S3eifpie(e ftnben ft(^ fafl in jebem
@ebote; nur ifl bie Siegel nidf^t feflgebalten, mei( ba« Berbum
turri audl^ foKen bebeutet; wir b&rfen baber nicl()t aufleben,
tene 3nftnitit>e auf wei ober twei f&r bo« ®erunb. )u galten,
mU^ im ®an«(r. auf twä ausgebt Sinbef ftcb hingegen wi
imb wie (niemaU wei) M ^erfonalform , §. 85. gerdawi ( lo-
quor), fo ifl fte Don einem 3nftnitit) auf aut, inbem ba« u in
w fiberging, wie rikauite (regnate) Don rikaut; an ber ber brit^
len 9erfott $(ur. enblicb {. S. poskuliwie (admonent p. 32)
ifl bie Snbung ein ^ronom. recipr., wenn auc^ wans (vobis) t)ors
b^rge^t, wie au« bem babeiflebenben perstallö Tadministrant)
Üat wirb, eben fo wie f!cb si aC« Steciprocum anfangt, o^neracb«
tet sien (se) pleonaflifcb Dor^erging, ). S3. ddtunsi (dare se p.
20) grtkisi (fi(b Derffinbigen p. 15), mukiasusin ((ebre
fi^ p. 36) welcbe« SSater ricbtig flberfebt unb bocb P* 102 si
unb sin ebenfaU« ali mfiftgen 3ufa(} t)erurt^ei(t.
:Die ^articipia, welcbe SSater p. 98 aufffibrt, bebfirfen
einer genauem ® onberut^g, bei weld^er nur ba« ®an«(r. bie «^anb
bietet: mebre nSm(idl^ gebiren ben SnftnitiDen an, wie bie auf
ton (nid^t au« IBerfe^en wie ®. 101 bebauptet wirb); mebre auf
ns ftnb ber Sorm nadl^ 9>arti€ip. ^affipi, bie ffcb im ®an«(r. mit
nas unb Us bilben, g. ^. au-launs (inortuus) unb manche, \>on
Sater p. 75 )u fBerbatfubPantit)en geredbnete, ffnb ^art. 7ict\\>i
9r2f. wie dilants (operans), w^itiantin (Ipquentem) t>erg(.
I. 46
722 tteber bte &pva^t ber aittn ^ttufftn.
fan^fr. pachan, 2Ccc pachantam (coquentem). — ^VL betl üt
tert^fimttc^en SBoWommen^etten be^ l>treujf. 2)talect^ ftnb an4
iette unttennbacen ^avtiUin ju red^ncn, bte, »entg an ber 3<i^^
bem Secbo eine reidfte fDlenge t>on SSobtftcationen {u gebe» Mt»
misen unb, einige Serfl&mmlung abgerechnet, biefetten jmb, loie
{te im ®an«fr. ftc^ ftnben (®. S3opp. Se^rgeb. §.111), VHnnavOf,
»ie fafl natärlic^ # ibt^^ SSebeutttng {umetlen abmid)t ; am b^
ffgflen f!nb per (fanMr. para), pa unb po (fanMr. npa), prei
( fanöfr. praü ) äa (im &an€tt. 4 , ober an a(^ iUere %oxm) b
unb esse (fan^fr. ul), na (fan^fr. anu), sen (fanöfr. sam) ^). 3tt
ber Solge merben folcbe ^artifetn {u »irttic^en Slominalpripofl»
tionen unb biefe Crift^ ifl grabe im ^reuff. ffc^tbar, »e^b^tb
t^re Slectiott fo unftcber unb fc^mantenb ifl. @o tiefeingreifenb
biefer Sitbung^gang bei bem 9}erbo be^ inbifc^-germonifcben
Sprac^jlamme^ ifl, eben fo burd^gef&brt ifl bie Xrt ber 93erei(^
rung beim fRomen.unb JCbjectiD burcf^ 2(bleitttng^f9(ben ober fo>
genannte @ufftra, burc^ n)e((lb^ biefe @pra(^en ben griften Slei^M
tbum in ber SBSortbitbung entfalten. Sebod^^ ftnb biefe auiUm^
tenben Xn^inge ein freiet ßrjeugnif iebe6 ein)e(nen SiaUcte^,
unb , auf analoge SBeife angefügt, f innen f!e burdE^ Son mib
SSebeutung ^hd)\l t^erfc^ieben fepn. Tim reic^flen ffnb f)ier bie
Ganöfr., bie ®ried^. unb ®ermanif(^e Sprachen unb fetten trifft
bcrfeCbe Xu^gang mit bem Zi^nlU)en eine^ anbern 2>ia(ect^ ihn*
txn^ n>ie einige SSeifpiete {eigen migen: von bem Stamme ag
unb ak (videre) biCbet ba^ ®attMr. ak-sha (ocnlns) ba< pren^
ackis, ba^ grie^. oxxo^, ba^ tat oc-nlus; — r>on dak bittet
ba^ ®an«(r. daksbana (dextra), ba^ @rie(^. de^ioc, ba6 2ntprett|f.
tickra u. f. f. 2)a« ^reuff. bietet biefer Snbungen Diele bar (bei
Sater p. 74 seq.), bie ftcb am engflen mit bem £itt^auif(^
unb Settifcben, mitunter fc^on mit bem @ermanif(ben beribten^
ei mfirbe )u meit fäb^en fte aUe aufsuj^bl^n unb mit i^nü^
Sufftpen aui bem 6!an^fr. in t)erg(eic^en. jDie Si^igfeit enbli(b#
Gompoftta in formiren, l^at bie preufplittb. Sprache mit ibren oeri
n)anbten (Stimmen gemein unb ^war giebt H S3eifpie(e t>ott e<^t»
inbifcber Sompofttion, i. 95. totnn ba$ erfle ®(teb im abfoUtten
Staube in irgenb ein 6afudt)er][|i(tni$ gebac^t n^erben muf , toie
1> JBergt. fan«!r. «Ihä ^slare) preuff. po-stat (ficri), stamntei
(slans) preistattinnimai (coilocamus) ; — fandfr. sthal A:oUocare)
preuff. perstajle (coUocatus est); stalle (stat), istallit (naib tMR
)Detttf(b. auSfleben); — fanö!r. sad uiib sid (sedere) prettff. sidons
(sedens) ensaddinons (etnsgefe^t); — fanöfr. ivach (appelläre), prrnff.
waddtwei, preiwacke (compdiat), enwacke (acdamant) po-wacids-
na (clamor^; — fan^h:. labh unb lambh (capere XocfA^av«») preoff
pallaipsit^ei (cupere) po-Iaipinna (jubeo) pallaips (jussnm) u. t W
Ue6er bu &ptad)9 ber alten ^reuffeti. 725
but-sargs (paler familias), tvogegen au(^ Ut tva^ce @enittt> t)or»
fommt: buitas-taws; eben fo bilbet ftc^ t>on ber ^attitti sa
(fandtr. sa) nnb lob (amare, fan^tr. lubh, lubere) badSompo«
fftum saluban (matrimonium , mit Siebe fepenb), unb attß
bre me^r, bie aber mitunter erfl bem S^eutfc^en nac^gebilbet
[deinen, »ie kaimalucke (^etm^ucf^en). 2)te Sonfhuction ^at
J7d[l ebenfalls fc^on nac^ bem beutfc^en &pxa6)gmm^ itqutmt,
»eil bie ®pra4)e bereite if)tt S3eflimmtl!)eit t)erloren ^atte; n)ie
(langreic^ f!e aber nocl() bamal^ gemeFen fep unb ffc^ in iSttUa
toiüid gefc^miegt ^abe, geigt bie Ueberfegung be^ befannten SSer*
fe^: ein ieber Um' fein Sectton 2c., ber bei 2Cbe(
SStU fo (autet:
Erains rnukinsnsiii swaiao rnukinsnan
Ttt wisst labbai stall lans enstan buttan.
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