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Автор: Brauner S.
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Год: 1974
Текст
Brauner • Lehrbuch des Bambara
LEHRBUCH
DES BAMBARA
von Dr. habil. Siegmund Brauner
©
VEB Verlag Enzyklopädie • Leipzig
1974
© VEB Verlag Enzyklopädie, Leipzig • 1974
Verlagslizenz Nr. 434 — 130/72/74 — LSV 0874
Einbandgestaltung: Rudolf Uhlisch, Leipzig
Printed in the German Democratic Republic
Gesamt Herstellung: Offizin Andersen Nexö,
Graphischer Großbetrieb, Leipzig III/18/38—5
Gesetzt in der Times-Antiqua (727/334-10, 727/334-8)
Best.-Nr. 576006 2
EVP 34,- M
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 9
0.1. Verbreitung und kommunikative Funktion des Bambara — 0.2. Die sprachliche Stel-
lung des Bambara — 0.3. Die Rolle des Bambara in der Republik Mali — 0.4. Phonetische
Struktur und Schriftsystem des Bambara — 0.5. Weitere Literatur zum Bambara
1. Lektion 22
1.1. Die Wortarten im Bambara — 1.2. Die Struktur der Nominalsätze und die Ableitung
von Wortarten — 1.3. Nominalsätze mit dem Prädikatskennzeichen... do — 1.4. Die Bil-
dung des Plurals
2. Lektion 30
2.1. Die Personalpronomen — 2.2. Ausdruck von Possessivverhältnissen im Bambara —
2.3. Absolut gebrauchte Possessivformen — 2.4. Das Genitivverhältnis im Bambara —
2.5. Die Markierung des natürlichen Geschlechts
3. Lektion 37
3.1. Nominalsätze mit dem Prädikatskennzeichen ... ye ... ye — 3.2. Das Adjektiv in
attributiver Stellung — 3.3. Das Adjektiv in prädikativer Stellung — 3.4. Die Zahlwörter
von 1—10
4. Lektion 44
4.1. Nominalsätze mit dem Prädikatskennzeichen bb — 4.2. Postpositionen — 4.3. Aus-
druck von Besitzangaben im Bambara (»haben«) — 4.4. Die demonstrativen Funktions-
wörter nin und o — Mali jamana
5. Lektion 52
5.1. Zur Struktur der Verbalsätze — 5.2. Wichtige Verben des Bambara — 5.3. Der In-
fimtiv — 5.4. Die Präsensform des Verbs mit bb (bi) — 5.5. Das Perfekt — Nzonzan ani sira
6. Lektion 62
6.1. Das Verbalnomen und seine Bildung — 6.2. Formen der aktuellen Gegenwart — 6.3.
Das Imperfekt — 6.4. Das Futur — 6.5. Das Funktionswort de zur Hervorhebung eines
Wortes — Bamakb dugu kbnb la
6
Inhaltsverzeichnis
7. Lektion 70
7.1. Das Plusquamperfekt — 7.2. Die Partizipien des Bambara — 7.3. Mittel der Wort-
bildung — Suffixe -ni, -ya und -Za — 7.4. Wörter der Formklasse IV — Suruku ani nzonzan
8. Lektion 79
8.1. Der Imperativ — 8.2. Der Konjunktiv — 8.3. Der Konditional — 8.4. Relativsätze —
8.5. Weitere Suffixe — 8.6. Das Präfix Za- (ma-) — Ministri min bilale do kalan ko la a bö
Kayes
9. Lektion 89
9.1. Wiedergabe des Passivs — 9.2. Weitere Zahlen — 9.3. Maße und Gewichte — Chronik
der Könige von S6gou — Real ye Joliba bugo ni bi fla ani kele
10. Lektion 99
10.1. Sätze, die durch Funktionswörter eingeleitet werden — 10.2. Grußformen — 10.3.
Namen der Wochentage — 10.4. Monatsnamen — 10.5. Jahreszeiten — Wolofobugu sugu
— Segou dugu kbnb la
11. Lektion 108
11.1. Wortverdoppelungen — 11.2. Wiedergabe deutscher Steigerungsformen im Bam-
bara — 11.3. Übersicht über das System von Formklassen und Funktionswörtem im Bam-
bara — Sali ba (Saga sali)
12. Lektion 118
12.1. Grundzüge des Satzaufbaus im Bambara — 12.2. Zur Interdependenz von Ton und
Akzent — 12.3. Zum entlehnten Wortschatz im Bambara — An Peresidan ka wisiti db
S&gou reshibn kbnb
Chrestomathie 127
Alimama Samori koma 127
Slgou faama ka jamani 131
Moritani ka sariya nyfc mögöu dö nana taama Mali könö 132
Nuanyd min kdra K6ni6ba dugu dla sira la 132
Ne ka dugu 133
Numukö ka baara 134
Cik&la dö ne ka dugu könö 134
Kungo sögöu ani nzonzan 136
Suruku ani nzonzan ani fyentöu 136
Nzonzan ani bala 137
Musojugu 138
Suruku ani musoköröni ani waraba 139
Suruku ani nzonzan 139
Suruku ani nzonzan 140
Suruku ani musoköröni 140
Kana ani kungokönöulu 141
Suruku ani jiri min bi kuma 141
Mangana Bone 142
Sirambatö saba 143
Suruku ani nzonzan 144
Suruku ani nzonzan 144
Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch 145
Inhaltsverzeichnis 7
Einleitung
0.1. Verbreitung und kommunikative Funktion des Bambara
Das Bambara ist die bedeutendste nationale Sprache der Republik Mali und
darüber hinaus eine der großen und wichtigen Verkehrssprachen West-
afrikas. Wie für viele von ihnen, gilt auch für das Bambara, daß sein Ver-
breitungsgebiet und seine Funktionssphäre weit über das traditionelle Sied-
lungsgebiet der entsprechenden ethnischen Einheit hinausreicht. Die Bam-
bara siedelten seit einigen Jahrhunderten in den Gebieten links und rechts
des Mittelniger, wo sich die frühfeudalen Bambarastaaten von Kaarta (mit
der Stadt Nioro als Zentrum) und S6gou herausgebildet hatten, die heute
im wesentlichen durch die Regionen Bamako und S6gou erfaßt werden.
Westermann und Bryan1 gaben 1952 die Zahl der Bambara für Mali mit
835000, für Guinea mit 19000 und für Senegal mit 12000 an.
In neueren Arbeiten malinesischer Autoren1 2 wird die Zahl der Bambara
für Mali mit etwa 1,7 Millionen angegeben. Damit würden die Bambara
rund 35 % der 4,8 Millionen zählenden Bevölkerung der Republik Mali aus-
machen.
Der Verbreitung des Bambara war sicher die Tatsache förderlich, daß seine
Sprachträger sehr häufig und seit langer Zeit in bedeutende historische Er-
eignisse, die mit den verschiedenen Staatengründungen im Westsudan ver-
bunden waren, einbezogen wurden oder selbst als deren Gestalter in Erschei-
nung traten.
So gerieten die Bambara schon früh in Abhängigkeit zum Reiche Ghana
mit der Hauptstadt Koumbi Saleh (heute auf mauretanischem Territorium
in der Nähe der Grenze zu Mali gelegen), das im 11. Jahrhundert seine
Blütezeit erlebte, mit den Sarakole oder Soninke als tragender Schicht, die
auch heute noch die nördlichen Nachbarn der Bambara sind.
Im 13. Jahrhundert wurden die Bambara dem Mali-Reich3 unter Sundyata
1 Westermann, D. — Bryan, M. A.: Languages of West Africa. London 1952.
2 Vgl. N’Diaye, B.: Groupes ethniques au Mali. Bamako 1970.
3 Die Hauptstadt des Mali-Reiches, Niani, wurde erst in den letzten Jahren von einer gui-
neisch-polnischen Expedition am Sankarani, einem Grenzfluß zwischen Mali und Guinea,
genau lokalisiert und ausgegraben.
10 Einleitung
Keita tributpflichtig. Dieses Reich erlangte Berühmtheit insbesondere wäh-
rend der Herrschaft des Königs Mansa Musa infolge des blühenden Handels
mit Nordafrika, seines Wohlstandes und Reichtums, der viele arabische und
berberische Händler, Künstler und Reisende anzog, und wegen des legen-
dären Pilgerzuges von Mansa Musa mit einem riesigen Gefolge zu den Hei-
ligen Stätten des Islam.
Ende des 15. Jahrhunderts wurde das Siedlungsgebiet der Bambara von
den Songhai von Gao erobert; die Städte Djenne, Timbuktu und Gao ent-
wickelten sich zu bedeutenden Zentren von Handel, Bildung und Kultur,
ehe die Eroberung durch die Marokkaner einsetzte.
Im 17. Jahrhundert bildete sich ein mächtiges Königreich mit der Haupt-
stadt Sögou, in dem der Clan Kulubali4 die Herrschaft an sich riß. Unter
Biton Kulubali erkämpfte es seine Unabhängigkeit vom Mali-Reich, die Ma-
rokkaner wurden vertrieben, Segou entwickelte sich zu einer mächtigen
Hauptstadt.
Nachdem sich die Dynastie der Tukuleur5 unter Hadj Omar und seinem
Sohn Ahmadu an die Spitze des Reiches gesetzt hatte, wurde Segou Ende
des vergangenen Jahrhunderts Zentrum und Bollwerk eines verzweifelten,
jedoch letztlich ungleichen Kampfes der Bambara gegen die übermächtige
französische Invasion und Kolonisation.
Daß die Bambara also ständig die Enge eines stammesgebundenen Daseins
durchbrachen, hat wesentlich zur Kenntnis und Verbreitung ihrer Sprache
bei den benachbarten Völkern beigetragen. Somit trafen einige Bedingungen
zusammen, die die Entwicklung des Bambara zur Verkehrssprache förder-
ten: es war selbst Kommunikationsmittel einer relativ großen ethnischen
Einheit, es hatte in der geschichtlichen Entwicklung und langdauemden
übertribalen Kontakten bis in die jüngste Zeit eine Rolle gespielt und rückte
schließlich ins Zentrum der ökonomischen, politischen und kulturellen Ent-
wicklung des jungen unabhängigen Staates Mali, der seinerseits den Prozeß
der Herausbildung als wichtigste nationale Sprache und Verkehrssprache
bewußt förderte und fördert.
Die Einbeziehung aller ethnischen Einheiten in das gesamtstaatliche poli-
tische und wirtschaftliche Geschehen und die anhaltende Urbanisierung sind
zu wichtigen Faktoren der Verbreitung des Bambara geworden. Vor allem
die Urbanisierung erweist sich als Schmelztiegel der verschiedenen ethni-
schen Gruppen. Reicht dem Dorfbewohner im allgemeinen die Kenntnis
4 Couloubaly oder Coulibaly, sehr häufiger Name der Bambara, geht auf die legendären
Brüder Baramangolo und Niangolo zurück, die die Bambara als ihre Ahnherren an-
sehen. Sie sollen der Sage nach einst den Niger ohne Piroge (kulu-bali einer ohne Piroge)
mit Hilfe eines Fisches überschritten haben.
5 ein Fulbestamm aus Senegal
Einleitung 11
der Sprache seiner oft recht kleinen ethnischen Gemeinschaft, muß er in der
Stadt die dort verbreitete Sprache benutzen: für die Städte der zentralen
Gebiete Malis das Bambara. Die Angaben der Volkszählung für die Haupt-
stadt Bamako zum Beispiel, deren Bevölkerung fast ausschließlich Bambara
spricht, führen noch Angehörige von etwa 30 verschiedenen ethnischen
Gruppen. Von Generation zu Generation gerät dabei aber die Kenntnis der
Sprache dieser Gruppen zugunsten des Bambara immer mehr in Vergessen-
heit.
Diesen Prozeß fand ich auch bei eigenen Untersuchungen in der ethnisch
recht heterogen zusammengesetzten Region S6gou bestätigt. Bei Befragun-
gen erklärten 99,75% der Schüler von allgemeinbildenden und höheren
Lehreinrichtungen, daß sie in der Lage sind, Bambara zu sprechen, obwohl
sich nur 39 % von ihnen als zu den Bambara gehörig bezeichneten (die übri-
gen bekannten sich zu weiteren 18 ethnischen Gruppen). Von diesen 99,75 %
erklärten 69,15% der Schüler, daß sie nur Bambara sprechen. Das ist ein
Prozentsatz, der auch weit über den spezifischen Anteil der Bambara an der
Gesamtbevölkerung der Region hinausgeht. 80% der Schüler gaben an, daß
sie auch im Elternhaus Bambara sprechen, ein Zeichen dafür, wie auch hier
bei den einzelnen ethnischen Gruppen die eigene Sprache zugunsten der Ver-
kehrssprache in den Hintergrund rückt.
Besonders aufschlußreich waren Angaben von Bildungseinrichtungen ge-
samtnationalen Charakters, die sich auf dem Territorium der Region be-
finden. Hier erklärten 80% der Studenten und Schüler, ausreichende Bam-
barakenntnisse zu haben und die Sprache aktiv zu beherrschen. Es ist wahr-
scheinlich, daß auch der Anteil der Bambara-Sprecher an der Gesamtbevöl-
kerung Malis dieser Zahl nahekommt.
0.2. Die sprachliche Stellung des Bambara
Das Bambara gehört zur Gruppe der Mande-Sprachen, einer Sprachgruppe,
die in Grundwortschatz und grammatischer Struktur eine für afrikanische
Verhältnisse außergewöhnliche Einheitlichkeit aufweist. Eine weitere Unter-
gliederung dieser Sprachen in eine nördliche Gruppe, die sogenannten
Mande-tan-Sprachen und in eine südliche Gruppe, die Mande-fu-Sprachen,
nach der Form des Zahlworts für »zehn« in diesen Sprachen, wie sie seit
Beginn des Jahrhunderts von dem französischen Afrikanisten Delafosse vor-
geschlagen und fast ausnahmslos von den Afrikanisten akzeptiert wurde,
hat sich durch neuere Untersuchungen des Amerikaners Weimers6 als unzu-
länglich erwiesen (ähnlich der früheren Untergliederung der indoeuro-
6 Weimers, W. E.: The Mande Languages, Washington 19.61.
12 Einleitung
päischen Sprachen in eine Kentum- und Satemgruppe nach der Form des
Zahlworts »hundert«). Weimers gliedert nunmehr in eine West- und eine
Ostgruppe. Innerhalb der Westgruppe steht das Bambara neben solchen be-
deutenden Sprachen wie Malinke, Dyula, Soninke, Khasonke, Vai (früher
Mande-tan-Gruppe) und das Susu (Mande-fu); dazu gehören ferner, aller-
dings mit einer Reihe deutlicher Unterschiede, das Mende in Sierra Leone
sowie das Loma (oder Torna) und Kpelle (oder Guerze) im Regenwaldgebiet
Guineas, in Sierra Leone und Liberia.
Zwischen Bambara, Malinke und Dyula gibt es die engsten Beziehungen
und die größte Ähnlichkeit. Ein Angehöriger einer dieser ethnischen Grup-
pen vermag die anderen ohne große Mühe zu verstehen. Aus diesem Grunde
hatte Delafosse auch alle drei als Dialekte einer Sprache unter der Bezeich-
nung Mandingo zusammengefaßt. Den Gepflogenheiten in Westafrika fol-
gend, sehen wir aber diese drei als selbständige Sprachen an, obwohl die
Kriterien für die Unterscheidung von Sprache und Dialekt, wie sich auch
hier erweist, noch ungenügend erarbeitet sind. Die sprachlichen Gemein-
samkeiten bewirken, daß man sich mit Hilfe des Bambara auch außerhalb
Malis, zum Beispiel in den Ostgebieten Senegals, in Gambia, in Guinea (vor
allem in Oberguinea um Kankan und Siguiri, den wichtigsten Siedlungs-
gebieten der Malinke), im Norden Sierra Leones, in Gebieten von Obervolta
und in der Elfenbeinküste (vor allem im Verbreitungsgebiet des Dyula, das
als Handelssprache bevorzugt wird), verständigen kann.
Nicht zuletzt auch deshalb war das Bambara als Kommandosprache in der
französischen Kolonialarmee in Westafrika verwandt worden. Einzelne
Autoren (so Delafosse, Westermann/Bryan u. a.) sprechen auch von einem
allgemeinen Mandingodialekt, dem sogenannten »kan gbe« (kan Sprache,
Dialekt; gbe weiß, rein), der sich unter Teilen der Bevölkerung dieser Gebiete
als lingua franca herausgebildet habe. Es handelt sich dabei jedoch nicht um
eine festgefügte sprachliche Norm, sondern um ein Kenntnis- oder Ver-
ständigungsmaximum sprachlichen Materials aus Bambara, Malinke und
teils auch Dyula, das regional in sprachlicher Form und lexikalischem Um-
fang außerordentlich verschieden ist. Ein längerer Dyula-Text im Rahmen
der Chrestomathie soll dem Benutzer eine Vorstellung davon vermitteln,
wieweit Verständigungsmöglichkeiten zwischen dem Bambara, Malinke und
Dyula bestehen.
Die Bambara nennen ihre Sprache »bamana kan«. Die Etymologie des
Namens »bamana« läßt zwei Varianten offen: einmal die Bedeutung »Ver-
leugnung«, »Verstoß der Mutter« bzw. »Abwendung von der Mutter«, in
der sich möglicherweise der Übergang von der matrilinearen zur patrilinea-
ren Deszendenz der Bambara widerspiegelt, eine Variante, die linguistisch
relativ schwierig zu begründen ist; zum anderen von bama oder bamba in
Einleitung 13
der Bedeutung »Krokodil« eine totemistische Deutung (»Männer des Kro-
kodils«, »Leute des Krokodils«), ähnlich wie bei dem Ortsnamen Bamako
(»Ort hinter den Krokodilen«).
Genaue Angaben über Kriterien und Merkmale einer Dialektaufgliederung
des Bambara fehlen noch. Nach einer gewissen Sprachpraxis wird man je-
doch Dialektunterschiede zwischen den einzelnen Regionen feststellen. Die
Bambara selbst halten den Dialekt von Segou für den »reinsten« und »aus-
drucksreichsten«. Nicht selten wird das von Sprechern aus dieser Gegend
besonders betont. Nach mündlichen Informationen sollen sich jedoch die für
die Entwicklung des Bambara verantwortlichen Stellen entschieden haben,
die sprachliche Norm der Hauptstadt Bamako als Standard für die Ein-
führung als Schriftsprache zu wählen. Das wird Untersuchungen der regio-
nalen Abweichungen in ihrem Verhältnis zu diesem Standard auch in Zu-
kunft nicht überflüssig machen.
Die Texte des vorliegenden Lehrbuchs stammen von Informanten aus
Bamako und der Region Sdgou.
0.3. Die Rolle des Bambara in der Republik Mali
Während der französischen Kolonialherrschaft, im System der sogenannten
»direkten Verwaltung«, blieb der Funktionsbereich des Bambara wie der der
übrigen indigenen Sprachen auf die nichtoffizielle Sphäre des gesellschaft-
lichen Lebens beschränkt, sieht man von der Verwendung des Bambara in
der Kolonialarmee ab. Seitens der Kolonialverwaltung bestand weder ein
Interesse an der Schaffung einer allgemein anerkannten Orthographie, die
die Grundlage für das Entstehen eines Schrifttums hätte sein können, noch
an der Förderung des kulturellen Lebens der Bevölkerung auf der Grund-
lage der afrikanischen Sprachen überhaupt. Jeder, der sich mit Bambara
beschäftigte, verwandte seine eigene, mehr oder weniger geeignete Tran-
skriptionsmethode, oder man übertrug, wie es die Missionare taten, ganz
einfach die Schreibweise des Französischen auf die Sprache, womit man
natürlich der Lautstruktur des Bambara nicht gerecht werden konnte.
Nach der Erringung der politischen Unabhängigkeit setzten sich die be-
wußtesten gesellschaftlichen Kräfte Malis sehr bald für die Schaffung von
Alphabeten für die Sprachen des Landes ein. So forderte bereits im Jahre
1962 der VI. Kongreß der Union Soudanaise (R. D. A.) in einer bemerkens-
werten Entschließung, die Transkription der wichtigsten nationalen Spra-
chen als effektives Mittel für die Verbreitung von Elementarkenntnissen auf
den verschiedensten Gebieten (Landwirtschaft, Hygiene u. ä.) in Angriff
zu nehmen.
14 Einleitung
An den Untersuchungen zur Ausarbeitung von Transkriptionssystemen für
die Sprachen Malis haben sich auch Linguisten der Sowjetunion und der
DDR beteiligt.7 Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit würdigte die mali-
nesische Regierung auf der von der UNESCO 1966 in Bamako durchge-
führten Tagung, auf der alle Vorschläge diskutiert und der malinesischen
Regierung ein einheitlicher Entwurf für ein Schriftsystem zur Annahme
empfohlen wurde. Dieser Entwurf wurde nach geringfügigen Änderungen
1967 als Dekret vom Präsidenten der Republik verabschiedet und gilt nun-
mehr als verbindlich. Das vorliegende Schriftsystem erfaßt wissenschaftlich
den Phonembestand der Sprache und repräsentiert ihn durch ein leicht er-
lernbares und schreibbares Inventar von Buchstaben. Gleichzeitig berück-
sichtigt es auch einige extralinguistische Faktoren. Damit ist dieses Schrift-
system auch für eine Anwendung auf die Sprachen der Nachbarländer
geeignet, die es, wie Guinea das bereits tut, bei voller Beachtung der Be-
sonderheiten der gegebenen Sprachen nutzen können.
Durch gewisse Zugeständnisse an die Schreibweise des Französischen, so
bei der Schreibung der halboffenen und halbgeschlossenen Vokale e und e9
o und d (Wiedergabe durch e und e sowie o und d) und der Schreibung der
Nasalvokale, ergibt sich auch eine relativ unkomplizierte Setzbarkeit der
Schrift, die, wenn man auf Prinzipien bereits vorhandener Systeme in einigen
anglophonen Ländern Afrikas bestanden hätte, eine Umstellung der vor-
handenen Druck- und Schreibmaschinen notwendig gemacht hätte.
Mit der Schaffung dieser Schriftsysteme wurde ein wichtiger Beitrag für die
Durchsetzung einer demokratischen Kultur- und Bildungskonzeption ge-
schaffen, in der der Gebrauch der wichtigsten nationalen Sprachen seinen
gebührenden Platz findet und das Mißverhältnis zwischen der realen sprach-
lichen Situation und dem Gebrauch des Französischen als offizieller Sprache
beseitigt wird. Es liegt im Sinne dieser Konzeption, die tief im Bewußtsein
der Völker Malis verwurzelten kulturellen Werte zu erhalten und zu pflegen,
neue Leistungen auf diesem Gebiete zu vollbringen und zu fördern und in
nicht allzu ferner Zukunft das Niveau der Bildung und der allgemeinen
Kultur der Bevölkerung entscheidend zu heben, ohne daß damit zunächst
die Verwendung des Französischen im innerafrikanischen und internatio-
nalen Verkehr und der höheren Verwaltung sowie für den Erwerb wissen-
schaftlicher Kenntnisse eingeschränkt wird. In den letzten Jahren hat sich
das Schriftsystem für das Bambara besonders bei der sogenannten funk-
tionellen Alphabetisierung, der Vermittlung hauptsächlich landwirtschaft-
7 Vgl. Brauner, S.: Bisherige Ergebnisse bei der Schaffung von Transkriptionssystemen
für die nationalen Sprachen der Republik Mali. In: Mitteilungen des Instituts für Orient-
forschung, Bd. 14, H. 3, 1968.
Einleitung 15
lieber und einfacher technischer Kenntnisse in dieser Sprache für die Bevöl-
kerung vor allem der Regionen Bamako und Sdgou, voll bewährt.
Mit der Schaffung einer allgemein anerkannten Schrift ist allerdings erst der
Anfang für die planmäßige Entwicklung der nationalen Sprachen gemacht
worden. Es bedarf künftig noch enormer Anstrengungen, um ein Schrift-
tum — sei es populärer, wissenschaftlicher oder künstlerischer Natur — in
diesen Sprachen zu schaffen sowie Lehrmaterialien herauszugeben. Die
frankophonen Staaten Afrikas haben hier gegenüber den anglophonen, be-
dingt durch eine unterschiedliche Entwicklung in der Kolonialzeit, einen un-
geheuren Nachholebedarf. Negativ macht sich nach wie vor der Mangel an
wissenschaftlich fundierten linguistischen Untersuchungen zum Bambara
bemerkbar. Seine Sprachstruktur ist bisher praktisch kaum erforscht wor-
den, und es bedarf umfassender Arbeiten der afrikanischen Sprachwissen-
schaft, um auf diesem Gebiet entscheidend voranzukommen.
Da das Bambara, wie alle afrikanischen Sprachen unter der französischen
Kolonialherrschaft, aus der offiziellen Sphäre des gesellschaftlichen Lebens
ausgeschlossen und das Französische bevorzugt verwendet wurde, konnte
in den letzten Jahrzehnten ein umfangreicher Wortschatz — Einzelwörter
und ganze Redewendungen (vgl. delegasidn
gation« oder komite militer de la liberasidn national »Militärkomitee für
nationale Befreiung« und viele andere) aus dem Französischen ins Bambara
eindringen. Es handelt sich dabei vorwiegend um aktuelle Begriffe aus allen
Bereichen des Lebens, vor allem auch aus der Technik.
Auf die zweifellos vorhandenen Möglichkeiten des Bambara, zumindest
einen Teil dieser Termini mit eigenen lexikalischen Mitteln bilden zu können,
ist bedauerlicherweise vor allem in der Kolonialzeit nicht zurückgegriffen
worden, so daß französisches Wortgut und französische Vorstellungen viele
Bambarabegriffe verdrängt oder verschüttet haben. Gebildete Bambara-
sprecher vermögen sich aber trotzdem heute mit einem Minimum an fran-
zösischem Wortgut zu aktuellen Sachverhalten zu äußern. Es galt als sen-
sationell, daß der bekannte senegalesische Philosoph und Historiker Cheikh
Anta Diop kürzlich Einsteins Buch über die Relativitätstheorie ins Wolof,
die wichtigste nationale Sprache Senegals, übersetzte, ohne französische
Wörter zu verwenden. Er wollte damit die reichen Möglichkeiten und die
Eignung einer afrikanischen Sprache für die Wiedergabe moderner und
abstrakter Sachverhalte nachweisen. Sicher verfügt das Bambara bei einer
gewissen Entwicklung und Aktivierung verschütteten Wortguts über ähn-
liche Möglichkeiten. Ohne puristische Ziele verfechten zu wollen oder ihnen
das Wort zu reden, sollte der besseren Nutzung der im Bambara vorhande-
nen Mittel der Wortbildung künftig mehr Aufmerksamkeit geschenkt wer-
den.
16 Einleitung
Seit 1972 wird übrigens eine Bambarazeitung — Kibaru (»Nachricht«
»Nachrichten«) — herausgegeben.
0.4. Phonetische Struktur und Schriftsystem des Bambara
Das 1967 als verbindlich deklarierte Schriftsystem beruht auf exakten phono-
logischen Untersuchungen mit einer klaren Unterscheidung von Phonemen
und bestimmten Realisierungsvarianten. Die im Ergebnis ermittelte relatr
einfache Phonemstruktur kann durch eine geringe Zahl von graphischen
Zeichen repräsentiert werden.
0.4.1. Vokale. Das Bambara verfügt über 7 Vokalphoneme, und zwar
/al, lei, lei, /i/, /o/, fo/ und /«/, die durch die Grapheme a, fc, e, i, o, ö und u
repräsentiert werden. Artikulationsstelle und Höhe der Zungenhebung gehen
aus dem folgenden Vokalviereck hervor:
Artikulationsstelle der Zunge
vorn Mitte hinten
geschlossen i------------------------------u
halbgeschlossen e---------------------o
halboffen e----------------o
offen ------------
a
Besondere Sorgfalt erfordert, wie bereits Klingenheben richti&erkannte, dit
Feststellung des exakten Öffnungsgrades der Vokale mittlerer Zungen
läge, also e : e, b : o. Diese Phoneme können durch Oppositionen
wie
kele eins : kele Krieg, Kampf,
ko Sache : kb Rücken, hinten u. a.
ermittelt werden. Der Öffnungsgrad der beiden Phonempaare kann aller-
dings, vor allem in den Dialekten, variieren. In der bisher vorliegenden Lite-
ratur über das Bambara finden wir deshalb nicht immer einheitliche Angaben.
Die Schreibung b und b für die halboffenen Vokale erfolgte in Anlehnung
an die Schreibweise des Französischen wegen der leichteren Realisierung
beim Druck. Vokallänge kann lexikalisch wie grammatisch (allerdings nur
bei Bildung des Plurals) unterscheidend wirken. Sie wird durch doppelte
Schreibung des Vokals kenntlich gemacht.
maa Mensch, Mann
taa gehen
uluu Hunde
buruu Brote
ma (Negationspartikel)
ta nehmen, ergreifen
ulu Hund
buru Brot
Einleitung 17
<>y 0.4.2. Nasalvokale. Die oralen Vokale können auch als Nasalvokale
auftreten. Zur Kennzeichnung der Nasalität verwendet man wie im Fran-
zösischen den oralen Vokal 4- n (oder m vor folgendem bilabialen Konso-
nanten). Im absoluten Wortauslaut ist meist ein »echter« Nasalvokal zu
hören, d. h. ein Nasal ohne zusätzliche Bildung eines Nasalkonsonanten:
i dan zählen kun Kopf
v fin schwarz fen Sache
fm Wortinneren dagegen wird der Übergang zum folgenden Konsonanten
durchweg durch einen Nasalkonsonanten hergestellt, vgl.:
kuntigi Häuptling denke Sohn
banfla Mütze dbnkilida singen
Relativ häufig und je nach Gegend verschieden können orale und nasale
Vokale als Varianten voneinander auftreten, so:
ma und man ist nicht (Negationspartikel)
kele und kelen eins
nzozan und nzonzan Hase
0.4.3. Vokalelision ist eine im Bambara wie auch in den übrigen
Mande-Sprachen recht häufige Erscheinung. Sie wird im Dekret von 1967
nicht erwähnt. Es hat sich jedoch die Praxis durchgesetzt, Vokalelision
durch einen Apostroph zu kennzeichnen. Wir folgen diesem Prinzip in den
Jällen, wo es sich um Vokalelision zwischen zwei Wörtern handelt.
riy'a me (ne ye a mä) ich habe es gehört od. verstanden
rfy'a d’a ma (ne ye a di a ma) ich habe es ihm gegeben
a y’a ta (a ye a ta) er hat es genommen
rifa (ne fa) mein Vater
m'ba (ne ba) meine Mutter
n'te taga (ne te taga) ich gehe nicht
m'be baarake (ne bä baarake) ich arbeite
so b'a fe (so bä a fä) er hat ein Pferd
Vokalelision im Wortinneren, und zwar in der Position zwischen zwei Kon-
sonanten, von denen der zweite ein lateraler oder nasaler Konsonant ist,
wird nicht gekennzeichnet, vgl.:
bila, bla setzen, stellen tolo9 tlo Ohr
mina, mna nehmen turu, tru pflanzen, anbauen
kili, kli Ei
0.4.4. Konsonanten. Ein Anlaß, im Bambara Doppelkonsonanz zu
schreiben, wie es die Missionare in Anlehnung an die französische Schreib-
weise taten, besteht nicht, da die Konsonanten nicht geminiert sein können.
* Lehrt. Bambara
18 Einleitung
Sie wird traditionell lediglich in der Schreibung solcher Wörter wie Allah
beibehalten.
Explosive Konsonanten sind:
p und b bilabial, stimmlos bzw. stimmhaft
t und d dentalalveolar, stimmlos bzw. stimmhaft
k und g velar, stimmlos bzw. stimmhaft
c und J palatalisierte dentalalveolare Konsonanten, stimmlos bzw. stimmhaft
Normalerweise ist p im Wortschatz des Bambara relativ selten. Seine Auf-
nahme in den Phonembestand macht sich aber insbesondere durch Wort-
entlehnungen {palato »Mantel«, peresidan »Präsident« u. a.) sowie durch
Eigennamen notwendig.
Der stimmhafte bilabiale Plosiv b kann in den Dialekten über die Zwischen-
stufe eines Reibelautes zu einem Halbkonsonanten (w) werden: saba oder
sawa drei.
Der stimmhafte velare Plosiv g ist in intervokalischer Stellung, regional und
individuell verschieden, auch als Frikativ zu hören, als Variante zum Pho-
nem /gl also. Der Frikativ kann dann auch völlig verschwinden. Das ist Ur-
sache für zahlreiche Kontraktionen im Bambara.
taga > taya > taa gehen
mindgö > minoyb > minaa Durst
dogo > doyo > dua klein u. a.
c und j bezeichnen palatalisierte, dentalalveolare Konsonanten (stimmlos
und stimmhaft). Ursprünglich war hier die Schreibung mit dem Zeichen für
Palatalität (j) und den dentalalveolaren Konsonanten (ty und dy) vorge-
schlagen worden.
Frikative Konsonanten (Reibelaute) des Bambara sind:
f dentilabial, stimmlos, ohne stimmhafte Entsprechung8
s und z alveolar, stimmlos und stimmhaft. Man beachte stets, daß z dem
stimmhaften des Deutschen entspricht. Mit z erfolgt in Lehnwörtern
die Wiedergabe von frz. j und g, z. B. Nizeri »Niger« (Land), zuen
»Juni«, zanwuye »Januar«.
sh postalveolar, stimmlos wie deutsch sch
h uvular wie im Deutschen
8 Dazu ist das palatalisierte fy bedeutungsunterscheidend, z. B. fere »Mittel«, »Gelegen-
heit«: fyere »verkaufen«, wird aber im Dekret als solches nicht ausgewiesen. Die Zeitung
»Kibaru« schreibt feere »verkaufen«.
Einleitung 19
Laterale Konsonanten des Bambara sind:
r und l beide alveolar, d. h., es ist besonders darauf zu achten, daß Zungen-r
gesprochen wird.
Nasale Konsonanten sind:
m und n bilabial bzw. alveolar wie im Deutschen
ny palatalisiert, wie frz. gn in signer, gagner usw.
TI velarer nasaler Verschlußkonsonant, wie deutsch ng im Auslaut (er sang,
Klang). Für das Phonem y ist der einzige neue Buchstabe ins Bam-
bara eingeführt worden. In Anlehnung an die Schreibweise des Swahili
(ng') hätte man auch das noch vermeiden können. Aus drucktech-
nischen Gründen schreiben wir hier ng\ Das Phonem kommt selten
vor, so bei ng'bni »Stachel«, »Dom«.
Halbkonsonanten des Bambara sind w und y. w ist bilabial mit starker
Lippenrundung, y ist wie deutsches j zu sprechen. In Ermangelung eines
Zeichens für den stimmhaften dentilabialen Reibelaut dient w in Lehnwör-
tern aus dem Französischen (so iiwru »Buch« u. a.) gleichzeitig zu dessen
Wiedergabe.
Das Alphabet für das Bambara würde dann in der richtigen Anordnung
folgendermaßen lauten:
abdjeefghiklmnnyng* odprs sh tcuwyz
Das im Dekret von 1967 noch enthaltene kh für einen stimmlosen velaren
Reibelaut ist hier nicht angeführt, da es im Bambara nicht vorkommt.
0.4.5. Silbenton und Intensität. Das Bambara unterscheidet zwei Sil-
bentöne — Hochton und Tiefton —, die bedeutungsdifferenzierend wirken.
Die Tonstruktur eines Wortes wird im Vokabular stets mit angegeben, so
muso (T-H) »Frau«, baara (H-H-T) »Arbeit« usw. Das Dekret von 1967 emp-
fiehlt, nur den Hochton, und zwar durch einen Accent aigu (*), in sonst miß-
verständlichen Fällen zu kennzeichnen. Das Bambara kennt zahlreiche Wör-
ter mit gleichem Phonembestand, die nur durch den Ton unterschieden
werden. Solche Fälle sind unter vielen anderen:
2*
sö Haus
jäli wieviel
bi zehn
dön wissen
du Familie
jön wer
sä Schlange
könö Vogel
so Pferd
joli Blut
bi heute
dön tanzen
du biegen
jön Sklave
sa Tod; sterben
könö Inneres, in
20 Einleitung
fäna Distanz
fölo der erste
füru Heirat
fand Lüge
fdlö Fenster
furü Magen
sira Weg, Straße
süma Geruch
sirä Tabakpflanze
sumä Kälte
Bei den halboffenen Vokalen e und d wird der Hochton durch einen Accent
circonflexe (*) markiert, also e bzw. ö.
Die Intensität oder der Akzent (wie im Deutschen im allgemeinen auf der
ersten Silbe hegend) spielt im Bambara bei der Wortbildung und in der
Wortkomposition eine wichtige Rolle. Er ist abhängig von der Tonstruktur
eines Wortes und hegt, unter der Bedingung, daß ihm ein Tonmuster T-H
vorausgeht und das Wortbildungselement (z. B. ein Suffix) selbst hochtonig
ist, auf der letzten Silbe.
kdroke (T-H-H’) älterer Bruder
masake (T-H-H’) König
Zu der etwas umstrittenen Problematik des Akzents wird noch einmal ge-
sondert SteUung genommen, vgl. 12.2.
0.4.6. Silbenstruktur. Die Struktur der Silbe des Bambara ist im all-
gemeinen K + V (Konsonant + Vokal). Die Silbe ist immer offen, d. h.,
Konsonanten am Silbenende werden, auch bei Lehnwörtern, vermieden.
Solche Positionen werden durch einen Vokal aufgelöst, vgl. Avörter wie
mobili, watiri u. a. In der Position der Vokale treten auch Nasalvokale auf.
Im Bambara ist eine starke Tendenz zum MonosyUabismus zu beobachten.
Viele Wörter, die in verwandten Sprachen zweisilbig sind, sind im Bambara
einsilbig, vgl. Vai sowo »Pferd«, Bambara so. Diese Tendenz wird durch die
Vokalelision noch verstärkt, vgl. Beispiele wiefila > fla, kill > kli u. a., so
daß häufig auch eine Silbenstruktur K + K + V entsteht. Durch Aus-
fall des stimmlosen velaren Verschlußkonsonanten g über die Zwischen-
stufe eines Frikativs kommt es auch sehr häufig zu einer Silbenstruktur
K 4- V + V.
0.5. Weitere Literatur zum Bambara
Das vorliegende Buch steht eine Einführung ins Bambara dar. Umfassende
Abhandlungen und weiterführende Darstellungen der Sprache fehlen im
wesentlichen. Für eine weitere Beschäftigung mit der Sprache wird folgende
Literaturauswahl empfohlen:
Mohn, Mgr.: Dictionnaire bambara-frangais et franpais-bambara. Issy-Les
Moulineaux (Seine) 1955.
Einleitung 21
Delafosse, M.: La langue Mandingue et ses dialectes (malinke, bambara,
dioula), 1.1, Paris 1929; t. 2; Paris 1955.
Delafosse, M.: Essai de manuel pratique de la langue mande ou mandingue.
Paris 1901.
Klingenheben, A.: Die Mande-Völker und ihre Sprachen. In: Zeitschrift für
Eingeborenensprachen, Bd. 34, 1944.
Labouret, H.: Les Manding et leur Langue. Paris 1934.
Houis, M.: Rapport sur les langues du groupe Mande. In: Actes duColloque
international de linguistique negro-africaine, Dakar 1963.
Weimers, W. E.: The Mande Languages. Washington 1961.
EpoHeuKnii, A. P.: O rjiarojiBHBix $opMax 5i3biKa ßaMßapa. A^pmcaHCKaa
(JmjiojiorHH. MocKBa 1965.
ToKapcxaH, B. II.: äjbik MajiHHKe (MaminHro). MocKBa 1964.
1. Lektion
1.1. Die Wortarten im Bambara
Über die Problematik der Wortarten im Bambara liegen bisher noch keine
Untersuchungen oder gar sichere Kenntnisse vor. Um der Gefahr zu ent-
gehen, die von der traditionellen indoeuropäischen Grammatik festgelegten
Wortarten, die zum Teil nach recht unterschiedlichen Gesichtspunkten er-
mittelt wurden, aphoristisch auf eine afrikanische Sprache zu übertragen,
wurde versucht, die Wortartenklassifizierung im Bambara aus der Satz-
struktur heraus vorzunehmen1, d. h. die Wortarten aus bestimmten Posi-
tionen und Distributionen im Satz zu ermitteln und in Klassen zusammen-
zufassen. Um einzelne Wortklassen noch genauer zu beschreiben, werden
dann deren spezifische morphologische und semantische Charakteristika
mit einbezogen.
Fries und Helbig gehen davon aus, daß alle Wörter unabhängig von ihrer
lexikalischen Bedeutung zu einer Wortklasse gehören, wenn sie in bestimm-
ten Rahmen oder syntaktischen Strukturen die gleiche syntaktische Posi-
tion einnehmen. Dabei wird noch eine Unterscheidung in Formklassen und
Klassen von Funktionswörtem vorgenommen.
Formklassen werden als Klassen von Wörtern aufgefaßt, die strukturelle
und lexikalische Bedeutung haben, es sind offene Klassen mit einer jeweils
unbeschränkt großen Anzahl von Wörtern, die sich auch ständig verändern
kann.1 2
Die Klassen der Funktionswörter sind geschlossene Klassen und können
nicht beliebig erweitert werden. Sie dienen im wesentlichen der Realisierung
bestimmter Beziehungsfunktionen im Satz. Eine lexikalische Bedeutung
kann für sie kaum ermittelt werden.
1 Dieses Verfahren haben bereits Fries 1952 für das Englische und Helbig 1968 für das
Deutsche angewandt. Vgl. Fries, C. C.: The Structure of English. New York 1952;
Helbig, G.: Zum Problem der Wortarten in einer deutschen Grammatik für Ausländer.
In: Deutsch als Fremdsprache, Bd. 5, S. 1—16, Leipzig 1968.
2 Fries und Helbig ermitteln für das Englische und Deutsche jeweils vier solcher Form-
klassen, die starke Beziehungen zu den traditionellen Kategorien wie Substantiv, Verb,
Adjektiv und Adverb haben.
1. Lektion 23
1.2. Die Struktur der Nominalsätze und die Ableitung von Wortarten
Die im Bambara vorkommenden Nominalsätze lassen sich nach ihrer syn-
taktischen Konstruktion eindeutig auf vier Grundtypen zurückführen. Kri-
terium dafür ist das Kennzeichen des Prädikats. Als Nominalsatz wollen
wir hier einen Satz ansehen, in dem kein als vollwertig zu einer später noch
zu ermittelnden Formklasse II (Verb) gehörendes Wort die Funktion des
Prädikats ausübt. Die in den vier Grundtypen von Nominalsätzen auftreten-
den und das Prädikat bildenden Wörter, im traditionellen Sinne Kopula
oder Hilfsverben, erfüllen diese Voraussetzungen nicht, sie kennen nur eine
zeitliche Modifizierung Präsens-Präteritum und die Negation. Die struk-
turellen Unterschiede zwischen Sätzen mit einem Verb als Prädikat und den
hier vorliegenden scheinen mir ein wichtiges Kriterium für eine Unterschei-
dung zwischen Nominal- und Verbalsätzen zu sein.
Folgende Typen von Nominalsätzen lassen sich im Bambara erkennen:
Typ 1. Kennzeichnung des Prädikats durch ... do.
Nyo do. Das ist Hirse.
So do. Das ist das (ein) Haus od. eine Hütte.
Muso do. Das ist die (eine) Frau.
Ne do. Das bin ich.
Dugu ba do. Das ist ein großer Ort.
Bamakb misiri ba do. Das ist die große Moschee von Bamako.
Typ 2. Kennzeichnung des Prädikats durch ... ye ... ye.
O ye so ye. Das ist ein (das) Haus.
O ye kdnö ye. Das ist der (ein) Vogel.
O ye muso ye. Das ist die (eine) Frau.
Segou ye dugu ba ye. Sdgou ist ein großer Ort.
Mali ye jamana ba ye. Mali ist ein großes Land.
Typ 3. Kennzeichnung des Prädikats durch ... ka ...
Sira ka jan. Der Weg ist lang, weit.
O ka nyi. Das ist schön.
Di ka timi. Honig ist süß.
Allah ka bdn. Allah ist groß.
Typ 4. Kennzeichnung des Prädikats durch ... be
Mobili be yan. Das Auto ist (befindet sich) hier.
Funteni be. Es ist Hitze, es ist heiß.
M'be yan (ne be yan). Ich bin hier.
Bana bö n'na. Die (eine) Krankheit ist in mir, ich bin krank.
24 1. Lektion
Aus diesen vier Typen von Nominalsätzen, die gleichzeitig als Substitutions-
rahmen verwendet werden können, lassen sich folgende erste Schlußfolge-
rungen hinsichtlich einer Wortartenklassifizierung ableiten:
a) In den vier Substitutionsrahmen können, außer bei Typ 3 in der Position
nach ... ka ..., Wörter stehen wie nyd »Hirse«, so »Haus«, muso »Frau«,
misiri »Moschee«, di »Honig«, mobili »Auto«, Allah, Segou, Bamako, Mali,
ne »ich«, a »er«, »sie«, o »das«, »jenes« und so weiter. Sie bilden in diesen
Rahmen grammatisch richtige Sätze. All diese Wörter lassen sich zu eiper
Formklasse I zuordnen. Es handelt sich dabei um eine offene Klasse mit
einer unbeschränkt großen Zahl an Wörtern. Die hier zitierten Beispiele be-
legen, daß es sich im herkömmlichen Sinne um Substantive, Eigennamen,
Personalpronomen (ne, a) und Demonstrativa (o »das«, »jenes«, nin »dieser«)
handelt, die sich in den gewählten Rahmen einheitlich verhalten. Das schließt
eine weitere mögliche Untergliederung und das Wirksamwerden semanti-
scher Selektionsbeschränkungen nicht aus.
b) In der Stellung nach ... ka... im Rahmen des Typs 3 der Nominalsätze
sind nur Wörter des Typs jan »weit«, »lang«, timi »süß«, bon (Variante zu ba
»groß« in prädikativer Stellung), nyi »schön«, »gut« und so weiter möglich,
nicht aber Wörter der soeben ermittelten Formklasse I. Es handelt sich
hierbei um die Klasse der Adjektive, die wir als Formklasse III bezeichnen
wollen. Die Wörter dieser Formklasse können in den für die Formklasse I
gültigen Positionsregeln nur dann Vorkommen, wenn sie mit einem Wort
dieser Formklasse verbunden sind, d. h. in der attributiven Stellung des
Adjektivs. Hierbei zeigt sich, daß dies nur mit Wörtern des Typs mobili,
misiri, so, nyd, di usw. möglich ist, d. h. also mit Wörtern, die traditionell
als Substantive bezeichnet werden, nicht aber mit Wörtern des Typs ne
»ich«, a »er«, »sie«, o »das«, »jenes«. Das zwingt uns zu einer weiteren
Untergliederung der Formklasse I.
c) Die prädikatsbildenden do, ye, ka und be einschließlich der von ihnen
ableitbaren Formen sollen zunächst einer Formklasse II zugeordnet werden,
die im allgemeinen den Verben Vorbehalten sein soll. Dazu und speziell
zum Verhältnis dieser Wörter zu den »eigentlichen« Verben vgl. 5.1.
1.3. Nominalsätze mit dem Prädikatskennzeichen ... do
Wörter der Formklasse I, Substantive und Personalpronomen, können mit
dem Prädikatskennzeichen ... do in der Bedeutung »das ist ...«zu Nominal-
sätzen verbunden werden. Die Negation dieser Sätze erfolgt durch ... te in
der Bedeutung »das ist nicht...«, »das ist kein ...«.
so Haus, Hütte so do das ist ein, das Haus
so te das ist kein Haus, keine Hütte
1. Lektion 25
liwru Buch liwru do das ist das, ein Buch liwru te das ist kein Buch, das ist nicht das Buch
mobili Auto mobili do das ist ein Auto mobili te das ist kein Auto
baarakela Arbeiter baarakela do das ist ein Arbeiter baarakela te das ist kein Arbeiter
misiri Moschee misiri do das ist die, eine Moschee misiri te das ist keine Moschee
lakoli Schule lakoli do das ist die, eine Schule lakoli te das ist nicht die Schule, das ist keine Schule
Es sei an dieser Stelle zunächst vermerkt, daß im Bambara die Determina-
tion, die zum Beispiel im Deutschen durch die Verbindung mit dem be-
stimmten Artikel kenntlich gemacht wird (das Haus : ein Haus), im Bam-
bara irrelevant ist und morphologisch auch nicht kenntlich gemacht wird,
also so »das Haus«, »ein Haus«, muso »die Frau«, »eine Frau«, teri »der
Freund«, »ein Freund« usw. Einige Linguisten sind der Meinung, daß die
Determination im Bambara durch Veränderung der Tonhöhe zum Ausdruck
gebracht wird. Ich kann mich dieser Auffassung nicht anschließen, zumin-
dest was eine Opposition im obengenannten Sinne betrifft (vgl. dazu die
näheren Ausführungen über den Akzent). Zur Kennzeichnung der Indeter-
mination verfügt das Bambara über das Wort do (H) in der Bedeutung
»einer«, »ein gewisser«, »irgendeiner«. Vor den Prädikatskennzeichen ...do
(... te) können im Prinzip beliebig viele Wörter der Formklasse I stehen,
ihre Zahl ist jedoch durch die Sprachpraxis begrenzt. Die Verbindung zwi-
schen den einzelnen Wörtern der Formklasse I erfolgt meist durch ni oder
ani »und«, aber auch durch wala »oder«:
Ce ni muso do. Das ist ein Mann und eine Frau.
Tabali ni sigilan do. Das ist ein Tisch und ein Stuhl.
Buru ni ji do. Das ist Brot und Wasser.
Suruku ani baman ani nzonzan do. Das ist die Hyäne, das Krokodil
und der Hase.
Saga wala baa dol Ist das ein Schaf oder eine Ziege?
Morphologisch sind ...do und ... nur durch tun- modifizierbar. Beide
bringen dann die Vergangenheit zum Ausdruck.
Suruku tundo. Das war eine (die) Hyäne.
Mobili tunte mobileti tundo. Das war kein Auto, das war ein Moped.
Nyd tundo. Das war Hirse.
Muso tunte. Das war keine Frau.
26 1. Lektion
Nominalsätze mit den Prädikatskennzeichen do (te) werden im allgemeinen
als Aussagesätze verstanden. Durch Intonationsveränderung, d. h. die Reali-
sierung der Frageintonation im Satz, können sie auch Fragesätze werden.
So do. Das ist ein Haus. So dol Ist das ein Haus?
Baarakela do. Das ist ein Arbeiter. Baarakela do*! Ist das ein Arbeiter?
Klarer jedoch als die bloße Verwendung der Frageintonation ist der Ge-
brauch des speziellen Fragefunktionsworts wa, das am Satzende steht.
Nyb do wa? Ist das Hirse?
Den do wa? Ist das ein Kind?
Baarakela do wa? Ist das ein Arbeiter?
Tabali wala sigilan do wa? Ist das ein Tisch oder ein Stuhl?
1.4. Die Bildung des Plurals
Das Bambara unterscheidet zwei Numeri — Singular und Plural. Der Plural
wird mit dem stets tieftonigen Suffix -w markiert, das genetisch, wie auch in
den dem Bambara am nächsten verwandten Sprachen, mit dem Personal-
pronomen der 3. Person Plural (Bambara -w, Malinke -ru, -lu, Dyula -lu) in
Verbindung gebracht werden muß. Die Zeitung »Kibaru« schreibt dieses
Pluralsuffix in ihren bisherigen Ausgaben als -w. Wir folgen dieser Praxis
zunächst nicht, da sie gegen das Prinzip der Schreibung eines Phonems
durch einen Buchstaben verstößt.
Die Pluralbildung kann theoretisch von allen Wörtern der Formklasse I,
außer den Personalpronomen, gebildet werden, sie wird jedoch durch seman-
tische Bedingungen stark eingeschränkt, zum Beispiel bei abgeleiteten Sub-
stantiven mit dem Suffix -ya zur Bildung von abstrakten Begriffen (teriya
»Freundschaft«, barkantanya »Schwäche«, »Impotenz« u. a.), bei Eigen-
namen, Stoff- und Sammelnamen. Sie erfolgt hier nur, wenn bestimmte Ein-
zelfalle möglich sind, so ji »Wasser«, Plural jiu, tiga »Erdnuß«, »Erdnüsse«,
Plural tigau.
Neben den sich syntaktisch nach der Formklasse I verhaltenden Personal-
pronomen können auch die Zahlwörter (vgl. unter 3.4.), die in den Rahmen
für Wörter der Formklasse I vorkommen, keinen Plural bilden, dagegen
Wörter, die herkömmlicherweise als Demonstrativpronomen (vgl. nin »die-
ser« unter 4.4.) und Relativpronomen (8.4.) aufgefaßt wurden.
Beispiele für die Pluralbildung:
mbgb Mensch, Mann mbgbu Menschen, Leute
muso Frau musou Frauen
ce Mann ceu Männer
L Lektion 27
misiu Kühe, Rinder
sagau Schafe
baarakelau Arbeiter
senekelau Bauern
teriu Freunde
watiriu Wagen, Autos
sou Häuser, Hütten
misi Kuh, Rind
saga Schaf
baarakela Arbeiter
senekela Bauer
teri Freund
watiri Wagen, Auto
so Haus, Hütte
Bei der Bildung des Plurals ist folgendes zu beachten:
a) Endet ein Substantiv bereits auf den Vokal -w, so führt die Pluralbildung
zur Vokallängung, der einzigen grammatischen Funktion der Vokalquanti-
tät.
ulu Hund
buru Brot
PI. uluu Hunde
PI. buruu Brote u. a.
b) Ein auslautender Nasalvokal ist auch vor der Pluralendung konsequent
als solcher zu realisieren, obwohl die Schreibung hier möglicherweise den
Eindruck einer Denasalierung entstehen läßt.
den Kind PI. denu Kinder
fen Sache PI. fenu Sachen, Dinge
Zwecks besserer Abgrenzung und deutlicherem Erkennen des Nasalvokals
im Schriftbild war längere Zeit die Schreibung den-u,fen-u usw. in der Dis-
kussion. Sie hat sich aber letztlich nicht durchgesetzt.
c) Substantive mit dem Endvokal -i und einem ihm vorhergehenden late-
ralen Konsonanten (r, Z) können den Endvokal i im Plural verlieren (über
die Zwischenstufe des entsprechenden Halbvokals y):
teri Freund PI. teriu (teryu) oder teru
watiri Auto PI. watiriu oder watiru
Ganz allgemein besteht jedoch im Bambara die Tendenz, auf die morpho-
logische Kennzeichnung des Plurals weitgehend zu verzichten, wenn die
Pluralität semantisch oder aus dem Kontext heraus hinreichend determiniert
ist. Klingenheben, der diese Erscheinung auch im Vai feststellte, äußerte
sogar Bedenken, ob man überhaupt von einer echten Pluralbildung sprechen
könne.
Der Plural wird im allgemeinen nicht gekennzeichnet:
a) In Verbindungen von Wörtern der Formklasse I mit Wörtern der Form-
klasse III, die eine Menge bezeichnen (bestimmte Adjektive und Zahlwörter):
kbnb caman viele Vögel
mbgb bee alle Menschen
yoro bee alle Orte, überall
28 1. Lektion
muso fila zwei Frauen
so saba drei Hütten
kdnd joli? wie viele Vögel?
liwru joli? wie viele Bücher?
b) Wenn die Pluralität semantisch oder aus dem Kontext heraus bereits
hinreichend determiniert erscheint:
Bozo be jege mina. Die Bozo fangen Fische.
Mali kdnd mogou siya caman be ye: Bamanan, Fula, Bozo, Somono,
Maninka, Kolaboro, Futaga, Bobo, Suraka a to be ye. In Mali gibt
es viele Stämme (eigtl.: Rassen von Menschen): Bambara, Fulbe,
Bozo, Somono, Malinke, Songhai, Tukuleur, Bobo, Mauren und
andere.
Als Ausdruck der schwachen Markierung des Plurals ist im Grunde ge-
nommen auch die Tatsache zu werten, daß in Verbindungen von Substan-
tiven der Formklasse I mit Adjektiven und Demonstrativa nur das letzte
nominale Glied das Pluralkennzeichen trägt, so daß die Kongruenz schwer
erkennbar ist.
mogo sebeu wahre, wirkliche Menschen
mogo sebe ninu diese wahren, wirklichen Menschen
Weiteres dazu unter 4.4.
Wörter der Formklasse I im Plural bilden Nominalsätze nach den gleichen
Bedingungen wie unter 1.3. dargestellt:
Sou do. Das sind Hütten.
Baarakelau do. Das sind Arbeiter.
Misiu te. Das sind keine Kühe.
Musou tundo. Das waren Frauen.
Ceu tunte. Das waren keine Männer.
Denu do wa? Sind das Kinder?
Vokabeln
mogo (T-H) (Nebenform maa H-H)
Mensch, Mann
muso (T-H) Frau
den (H) Kind
ce (H) Mann
lakoli (T-T-H) Schule
misiri (H-T-H) Moschee
tabali (T-T-H) Tisch
sigilan (T-H-H) Stuhl, Hocker
misi (T-H) Kuh, Rind
baa (T-T) Ziege
saga (T-H) Schaf
ulu (T-H) Hund
daba (T-H) Hacke
1. Lektion
29
woloso (T-T-H) Sichel
malo (T-H) Reis
nyb (H) Hirse
ni (H) bzw. ani (T-H) und
wala (T-H) oder
watiri (T-T-H) Wagen, Auto
wari (H-T) Geld, Silber
nonb (H-T) Milch
ji (H) Wasser, Saft
so (H) Haus, Hütte
mobili (T-T-H) Auto
mobileti (T-T-T-H) Moped
liwru (T-H) Buch
kitabu (H-T-H) Buch, Koran
kbnb (T-H) Vogel
ybrb (H-T) Ort, Platz
baarakela (H-H-T-T-H) Arbeiter
senekela (T-H-T-H) Bauer
Text
jagokela (T-H-T-H) (Straßen-)
Händler
fyerekela (H-T-T-H) bzw. feerekela
Händler, Großhändler
bwo (T-H), aiwa (H-H-T) ja
ai (T-H) nein
suruku (H-T-H) Hyäne
baman, bama (T-H) Krokodil
nzozan (T-H), nzonzan (T-H) Hase
mali (T-H) Flußpferd
tubabu (H-T-H) Europäer, Weißer
jiri (H-T) Baum
jbn (H) wer
teri (H-T) Freund
buru (H-T) Brot
tiga (T-H) Erdnuß
fen (H) Sache, Ding
Mogo do. Muso do. Ce ni muso do. Lakoli do. Lakoli te, misiri do Tabali ani
sigilan do. Misi do wa? Öwb, misi do. Baa do wa? Ai, baa te, saga do. Daba
wala woloso do wa? Dabd do. Nyb do wa? Ai, nyo te, malo do. Baarakelau
ani senekelau do. Jagokelau tunte, fyerekelau tundo. Watiriu ani mobiletiu do.
Baau tundo wa? Ai, misiu tundo. Liwruu ani kitabuu do. Denu ni musou tundo
wa? Öwb, denu ni musou tundo. Malo wala nyb do wa? Nyb do. Suruku ani
nzonzan ani mali do. Tubabu do. Jbn do? Tubabu do. Jiri te. Wari do. Muso fila
ni ce saba do. Jbn do? Baarakela do.
Übersetzung
Das ist Reis und Hirse. Das sind keine Arbeiter, es sind Bauern und Straßen-
händler. Das ist die Moschee und die Schule. Das ist kein Mann, es ist eine
Frau. War das ein Arbeiter? Ja, es war ein Arbeiter. Ist das eine Hacke oder
eine Sichel? Es ist eine Sichel. Ist das ein Auto? Nein, das ist kein Auto, es
ist ein Moped. Das ist ein Buch. Das ist der Koran. Das ist eine Hütte. Ist
das ein Stuhl? Ja, das ist ein Stuhl. Das sind Ziegen, Schafe und Kühe. Das
ist der Hase und die Hyäne. War das ein Haus? Ja, das war ein Haus. Das ist
ein Kind und eine Frau. Ist das ein Freund? Ja, das ist ein Freund. Das ist
kein Wasser, das ist Milch.
2. Lektion
2.1. Die Personalpronomen
Die Personalpronomen des Bambara, die sich syntaktisch wie alle anderen
Wörter der Formklasse I verhalten, sind
ne ich an wir
i9 e du au ihr
a er, sie u sie (im Bambarasprach-
gebiet wird teilweise da-
für auch die Malinke-
form olu »sie« verwandt)
Diese Personalpronomen können also auch Nominalsätze des Typs 1 bilden:
ne do das bin ich
an tundo das waren wir
u do das sind sie
a te das ist nicht er, sie
Es empfiehlt sich jedoch, die Personalpronomen als eine spezielle Unter-
gruppe der Formklasse I zu betrachten; und zwar sowohl unter semanti-
schen Gesichtspunkten, als auch hinsichtlich bestimmter grammatischer
Charakteristika (keine Pluralbildung möglich, keine Wortbildung wie bei
den anderen Wörtern der Formklasse I u. a.). Die vorliegenden Personal-
pronomen werden auch zu den gleichen Bedingungen wie andere Wörter der
Formklasse I mit Verben zu Verbalsätzen verbunden (vgl. 5.1.).
Zu beachten ist, daß in der 3. Person Singular ein natürliches Geschlecht
nicht unterschieden wird und daß es, wie in allen afrikanischen Sprachen,
keine Höflichkeitsform gibt. Dafür stehen die 2. Person Singular für die An-
rede einer Einzelperson bzw. die 2. Person Plural für die Anrede mehrerer
Personen.
2.2. Ausdruck von Possessivverhältnissen im Bambara
Die obengenannten Personalpronomen dienen gleichzeitig zur Wiedergabe
von Possessivverhältnissen. Das Bambara unterscheidet dabei zwischen ma-
2. Lektion 31
teriellem und nichtmateriellem Besitz und bringt diesen Unterschied auch
formal zum Ausdruck.
Um den nichtmateriellen Besitz zu markieren, wird das Personalpronomen
dem Substantiv vorangestellt. Dabei kommt es in der 1. Person Singular
vor einem Konsonanten (außer h) in der Mehrzahl der Fälle zum Ausfall
des Vokals des Personalpronomens.
n'teri mein Freund
i teri (e teri) dein Freund
a teri sein, ihr Freund
an teri unser Freund
au teri euer Freund
u teri ihr Freund
Im Plural erfolgt die Kennzeichnung nur beim Substantiv:
ri teriu meine Freunde
i teriu deine Freunde
a teriu seine, ihre Freunde
an teriu unsere Freunde
au teriu eure Freunde
u teriu ihre Freunde
Weitere Beispiele:
zz’/a mein Vater
rifa do das ist mein Vater
m'ma meine Mutter
an kuntigi unser Häuptling, Chef
an peresidan unser Präsident
i se dein Fuß
i seu deine Füße
a denke sein, ihr Sohn
n'tbgd mein Name
N'tdgd Amadou Coulibaly. Mein Name ist Amadou Coulibaly.
A kbrbke te. Das ist nicht sein älterer Bruder.
an kdrdmuso unsere ältere Schwester
Ne dogomuso do. Das ist meine jüngere Schwester.
a hakili sein Verstand, seine Intelligenz
Zur Kennzeichnung des materiellen Besitzes tritt zwischen Personalpro-
nomen und Substantiv das Funktionswort ka.
rika fali mein Esel
i ka fali dein Esel
(e ka fali)
a ka fali sein, ihr Esel
an ka fali unser Esel
au ka fali euer Esel
u ka fali ihr Esel
n'ka faliu meine Esel
i ka faliu deine Esel
(e ka faliu)
a ka faliu seine, ihre Esel
a ka faliu unsere Esel
au ka faliu eure Esel
u ka faliu ihre Esel
32 2. Lektion
Ferner:
ne ka dloki mein Gewand, Bubu
an ka lakdli unsere Schule
i ka so dein Pferd
i ka sou deine Pferde
an ka sou do das sind unsere Pferde
i ka baa te das ist nicht deine Ziege
an ka foro unser Feld
u ka forou ihre Felder
ne ka liwru mein Buch
u ka mobilen ihr Moped
ne ka jamana mein Land, mein Staat
a ka manguru sun sein, ihr Mangobaum
2.3. Absolut gebrauchte Possessivformen
Mit dem Funktionswort ta (ursprüngliche Bedeutung »Besitz«, »Eigentum«)
können absolut gebrauchte Possessivformen gebildet werden. Das Funk-
tionswort ta kann als ursprüngliches Wort einer Formklasse I auch Plural-
formen haben.
ne ta, n'ta der, die meinige i ta, e ta der, die deinige a ta der seinige, ihrige an ta der unsrige au ta der eurige u ta der ihrige Beispiele: ne tau, n’tau die meinigen e tau, i tau die deinigen a tau die seinigen, ihrigen. an tau die unsrigen au tau die eurigen u tau die ihrigen
An fa do wala au ta? Ist das unser Vater oder der eure?
Ne ta do. Das ist der, das meinige; das gehört mir.
An ta do. Es ist der unsrige.
An kuntigi te u ta do. Das ist nicht unser Häupling, es ist der ihre.
An denu wala au tau do? Sind das unsere Kinder oder die euren?
Au tau do. Das sind die euren.
Gelegentlich kann durch ta auch ein nichtmaterielles Besitzverhältnis ver-
stärkt wiedergegeben werden.
ne tafa mein (eigener) Vater
u ta bolo fe durch ihre (eigene) Hand, durch ihre Vermittlung
2. Lektion 33
2.4. Das Genitiwerhältnis im Bambara
In allen Nominal- und Verbalsätzen können Substantive entweder als Sub-
jekt des Satzes, als Teil des Prädikats in Nominalsätzen, als Objekt beim
Verb und in anderen Positionen Genitiwerhältnisse eingehen. Das Charak-
teristische des Genitivs im Bambara besteht darin, daß das Beziehungswort
(nomen regens) dem abhängigen Wort (nomen rectum) nachgestellt wird.
Ein morphologischer Ausweis des Genitiwerhältnisses existiert nicht. Die
Formen entsprechen dem sogenannten ,sächsischen* Genitiv im Englischen.
Mali baarakelau die Arbeiter von Mali (Malis Arbeiter)
Lagine senekelau die Bauern von Guinea
so ku der Schwanz des Pferdes
malo kise ein Korn vom Reis, ein Reiskorn
Musa liwru das Buch von Musa
Mamadu gafe das Heft des Mamadu
tubabu jaba Knoblauch, die Zwiebel des Europäers
Bamakd misiri die Moschee von Bamako
Segou sira die Straße von Sdgou, die Straße nach SSgou
nege sira die Eisenbahn (wörtl. Weg aus Eisen, Metall)
nege so das Fahrrad (wörtl. das Pferd aus Metall)
bamana kan die Bambarasprache
wolo ydrb Ort der Geburt, Geburtsort
Bamakd sigidau die Stadtviertel von Bamako
nyd segi ein Korb Hirse
tle bd Sonnenaufgang (wörtl. Aufgehen, Erscheinen der Sonne)
tle bi Sonnenuntergang (wörtl. Fallen der Sonne)
Amadu fa der Vater von Amadu
fa so Haus des Vaters, Heimat
Aiman Demokratik Jamana Deutsche Demokratische Republik
Sehr häufig haben Genitivverbindungen den Charakter fester semantischer
Einheiten angenommen und werden deshalb auch von einzelnen Autoren
zusammengeschrieben. Das Dekret von 1967 gibt hierfür keine Regeln, und
es ist bisher linguistisch auch nicht klar herausgearbeitet, wann es sich noch
um Genitivverbindungen oder bereits um feststehende semantische Einheiten
handelt. Sollte das letztere der Fall sein oder im Bereich des Möglichen lie-
gen, folgen wir auch der Zusammenschreibung beider Komponenten. Zu
möglichen linguistischen Kriterien für die Beurteilung der semantischen
Einheit wird bei der Abhandlung der Funktion des Wortakzents noch ein-
mal Stellung genommen.
3 Lehrb. Bambara
34 2. Lektion
Beispiele:
kuntigi Häuptling, Chef < kun Kopf, Gipfel, Kommando + tigi Be-
sitzer
karamdgd Lehrer, Meister < karan Studium, Lesen 4- mbgo Mann,
Mensch
kunsi Haar, Kopfhaar < kun Kopf 4- si Samen
sigida Stadtviertel < sigi Sitzen, Wohnen 4- da Ufer, Seite
faso Heimat < fa Nater 4- so Haus
minogb Durst < mi trinken 4- nbgb Bedürfnis, Not
Zur Verstärkung mancher Genitivkonstruktionen tritt gelegentlich zu ihnen
das Funktionswort ka> offensichtlich um den possessiven Charakter dieser
Konstruktionen zu unterstreichen.
Mali kuntigi ka kuma die Rede des Präsidenten von Mali
Mali peresidan ka kuma die Rede des Präsidenten von Mali
Lagine ministri ka wisiti der Besuch des guineischen Ministers
iriba ka sigilan der Stuhl meiner Mutter
baarakelau ka seli das Fest der Arbeiter (1. Mai)
n'kbromuso ka nare die Butter meiner älteren Schwester
2.5. Die Markierung des natürlichen Geschlechts
Ein grammatisches Geschlecht kennt das Bambara nicht. Das natürliche
Geschlecht wird, soweit erforderlich, durch Anfügung von -ke (H) »Mann«,
»männlich« und -muso (T-H) »Frau«, »weiblich« kenntlich gemacht.
Beispiele:
teri Freund (allgemein) — terike Freund — terimuso Freundin
ferner:
kdroke älterer Bruder
dogoke jüngerer Bruder
denke Sohn
biranke Schwager
Schwiegersohn
Schwiegervater
misike Stier, Ochse
masake König
numuke Schmied
korbmuso ältere Schwester
dogomuso jüngere Schwester
denmuso Tochter
biranmuso Schwägerin
Schwiegertochter
Schwiegermutter
misimuso Kuh
masamuso Königin
numumuso Frau des Schmieds
und andere.
2. Lektion 35
Vokabeln
/a(T) Vater
ma (H.), ba (JA) Mutter
kuntigi (H-T-H) Häuptling, Chef
se (H) Fuß, Bein
nege (T-H) Eisen, Metall
kan (H) Sprache, Dialekt, Laut, Ton,
Geräusch
wolo (T-H) Geburt
sigida (T-H-H) Wohnviertel, Wohn-
gebiet
tbgo (T-H) Name
dloki (T-H) od. doloki (T-T-H)
Gewand, Überwurf, Bubu
so (T) Pferd
foro (H-T) Feld, Acker
dugu (T-H) Ort, Dorf; Gegend;
Erde, auch: Land, Region
jamani (H-H-T) od. jamana (H-H-
T) Land, Staat
manguru (H-T-H) Mangofrucht
sun (H) Strauch, kleiner Baum
ku (H) Schwanz
kise (T-H) Korn
gafe (T-H) Heft
hakili (H-T-H) Verstand, Intelligenz
segi (H-T) Korb
karamögo (T-H-T-H) Lehrer, Mei-
ster
kunsi (H-H) Haar, Kopfhaar
faso (T-H) Heimat, Vaterland
minbgo (H-T-H) Durst
seli (H-T) Festtag, Feiertag
Lagine (T-T-H) Guinea
ministri (H-T-T) Minister
peresidan (H-T-T-T) od. presidan
(H-T-T) Präsident
masa (T-H) od. mansa (T-H) König
numu (T-H) Schmied
sira (T-H) Weg, Straße
baara (H-H-T) Arbeit
banfla (H-H) Mütze, Käppi
Text
Ne ka dugu do. Ne ka dugu tbgb do. Ne ka jamani dugu do. Usman liwru te,
Ibrahima gafe do. A teriu do wa? dwb, a teriu do. An ka dugu kuntigi do.
Lagine peresidan do. An ka lakbli do ani an ka foro do. Bamakb misiri do wa?
Ai, Segou misiri do. A tbgb Mamadu Diallo. N'togb Suleiman Traore. Ne ka
dloki do. Ne ka woro ybrb do wa wala i ta do? Ne ta do. Numuke ka baara do.
A ka banfla do. M'ma tbgb wala nfa togb tundo wa? Nfa tbgo tundo. Sigida
misiri do wa? Öwo, sigida misiri do. Baarakela ka mobili te, baarakela ka
mobileti do. N'koromuso terike do. Jagokela ka sou do. Jon do? Karambgb
do. U ka forou do.
Übersetzung
Das ist mein Haus, und das ist sein Haus. Das ist die Eisenbahn von Bamako.
Ist das der Name deines Freundes? Ja, es ist der seinige. Das ist das Feld
3*
36 2. Lektion
der Bauern unseres Dorfes, und das ist das Haus des Händlers. Das ist die
Moschee von Koulikoro. Das ist nicht der Präsident von Senegal (Senegali),
es ist der Präsident von Guinea. Das ist nicht der Lehrer unserer Schule, es
ist sein Freund. Das ist die Arbeit des Schmieds. Mein Name ist Heinz Mül-
ler, ihr Name ist Maria Schneider, der Name meines Lehrers war Paul Leh-
mann. Ist das dein Name? Ja, es ist der meinige. Das ist der Lehrer. Das ist
der Name meines Landes. Das ist der Name meines Geburtsortes. Das sind
nicht unsere Felder, das sind eure.
3. Lektion
3.1. Nominalsätze mit den Prädikatskennzeichen ... ye ... ye
Einen zweiten Typ nominaler Aussagen bilden Sätze, in denen ein Substan*
tiv, und mit ihm verbundene weitere Substantive im Genitivverhältnis oder
mit ihm verbundene Adjektive, als Bestandteil des Prädikats erscheint. Sätze
des Typs 1 wie muso do, so do sind überfuhrbar in Sätze, in denen das jewei-
lige Substantiv als Bestandteil des Prädikats auftritt.
muso do das ist eine Frau — o ye muso ye das ist eine Frau
so do das ist ein Haus — o ye so ye das ist ein Haus
Weitere Beispiele:
o ye mbgbu ye das sind (die) Menschen, Leute
o ye lakoli ye das ist die Schule
o ye liwru ye das ist ein Buch, das Buch.
In diesen Fällen tritt o »jener«, »jene«, »das« als Subjekt auf. Subjekt kann
aber generell auch jedes Wort der Formklasse I sein:
Ne ka dugu ye Segou ye. Meine Heimatstadt ist S6gou.
A ka dugu ye Leipzig ye. Seine Heimatstadt ist Leipzig.
Nin dugu ye dugu ba ye. Diese Stadt ist eine große Stadt.
Ne ka jamana ye Aiman Demokratik Jamana ye. Mein (Heimat-) Land
ist die Deutsche Demokratische Republik.
Ne ka dugu tbgb ye Bamakb ye. Der Name meiner Stadt ist Bamako.
A ye karambgb ye. Er ist (der, ein) Lehrer.
A ye karambgb jugu ye. Er ist ein schlechter Lehrer.
Segou sira suruman ye Bamakb — Segou ye. Der kürzeste Weg (eigtl.
der kurze) nach S6gou ist (die Route) Bamako—SSgou.
Ne ka woro ybrb ye Koulikbrb ye. Mein Geburtsort ist Koulikoro.
Lagine peresidan ye Sekou Toure ye. Der Präsident von Guinea ist
Sdkou Toure.
Die Verneinung dieser Sätze erfolgt durch ... te ... ye:
A te karambgb ye. Er ist nicht Lehrer, ist kein Lehrer.
Saga ni baa tb kelen ye. Schaf und Ziege sind nicht dasselbe (sind nicht
eins).
38 3. Lektion
Sätze dieses Typs können auch in der Vergangenheit stehen, so:
A tunye karamogd jugu ye. Er war ein schlechter Lehrer.
Die Vergangenheit wird also wie in den Nominalsätzen des Typs 1 durch
Präfigierung von tun- zu den Prädikatskennzeichen realisiert.
Der Wegfall des zweiten ye ist bei der Namensbefragung und ähnlichen
Fällen zu beobachten:
E togd ye di? Wie ist dein Name, wie heißt du?
N'tögö ye Camara. Mein Name ist Camara, ich heiße Camara.
A togd ye Traore. Sein Name ist Traore.
I tdgo ye Jean. Dein Name ist Jean.
Bamakd sigidau ye: Niarela, Bozola, Misira, Ntomikorobugu, Bolibana,
Medina-Kura, Darsalam, Wolofobugu, Bamako-Kura, Bajala, Baga-
daji, Hamdallaye, Jikordni, Badalabugu, Lafiabugu. Die Stadtviertel
von Bamako sind: Niarela, Bozola, Misira, Ntomikorobugu, Boli-
bana, Medina-Kura, Darsalam, Wolofobugu, Bamako-Kura, Ba-
jala, Bagadaji, Hamdallaye, Jikoroni, Badalabugu, Lafiabugu.
In solchen Fällen verzichtet man gelegentlich auch auf die Bildung eines voll-
ständigen Satzes:
N'togo Fatumata Kone. Mein Name (ist) Fatoumata Kone.
N'togd Dauda Diakite. Mein Name (ist) Daouda Diakite.
3.2. Das Adjektiv in attributiver Stellung
In den Nominalsätzen des Bambara kommt eine Wortart vor, die sich von
den syntaktischen Konstruktionsmöglichkeiten der Formklasse I ganz deut-
lich unterscheidet. Wir fassen diese Wörter zu einer Formklasse III zusam-
men und belegen sie mit dem traditionellen Begriff Adjektiv. Wie in den
meisten Sprachen Afrikas ist diese Kategorie nicht sehr ausgeprägt, die Zahl
der Wörter dieser Formklasse ist relativ klein. Die wichtigsten Charakte-
ristika dieser Wortklasse sind:
a) Sie treten in den Nominalsätzen des Typs 1, 2 und 4 niemals allein auf,
bilden also in diesen Rahmen niemals das Subjekt oder allein das Prädikat,
es sei denn in Verbindung mit einem Substantiv der Formklasse I.
b) Wörter der Formklasse III können im Typ 3 der Nominalsätze allein Be-
standteil des Prädikats sein. Die Einsetzbarkeit von Wörtern in diesen Satz-
typ ist das wichtigste Kriterium für die Zugehörigkeit eines Wortes zur
Formklasse III.
c) Morphologisch sind die Adjektive dadurch gekennzeichnet, daß sie mit
dem Suffix -ma oder -man Nebenformen bilden können. In Verbindung mit
einem Substantiv übernehmen sie im Plural generell das Pluralsuffix -u (selte-
ner das Substantiv auch).
3e Lektion 39
d) Die Funktion dieser Wortklasse besteht offensichtlich darin, die Eigen-
schaft eines Substantivs der Formklasse I zu kennzeichnen, das Substantiv
generell zu determinieren.
Die wichtigsten Adjektive des Bambara sind:
ba (H) groß
jan (H) lang, hoch, weit
nyi (H) schön, gut
timi (T-H) süß
gele (H-T) schwer, schwierig,
hart, teuer
fin (H) schwarz, blau
je (H) weiß
dogo (T-H), auch dua (T-H)
klein, jung, jünger
di (H) gut, angenehm; billig;
wohlschmeckend
kura (H-T) neu
jugu (H-T) schlecht, böse
suru (H-T) kurz; klein
goni (T-H) heiß
sebe (T-H) wahr, richtig, auf-
richtig
We(H) rot
fcdrd(H-T) alt, älter
reZz(H-T) schnell, flink
maga (T-H) weich, zart; schlaff
ca (H) viel, zahlreich
kise (T-H) mutig, brav, tapfer
suma (T-H) frisch, kühl, kalt
In attributiver Stellung steht das Adjektiv nach dem Substantiv. Bei Bil-
dung des Plurals von solchen Konstruktionen trägt das Adjektiv das Plural-
suffix -w.
Die hier angeführten Adjektive können im allgemeinen (außer ba »groß«
und jan »weit«) in attributiver Stellung Nebenformen mit dem hochtonigen
Suffix -zna oder -man bilden. Dabei sind einige Unregelmäßigkeiten zu be-
achten. Also:
timi, timiman süß
jugu,juguma schlecht
suru, suruma kurz
ca, caman viel
köro, kbrbman alt
Man beachte aber folgende unregelmäßige Formen:
di, duman gut, angenehm
nyi, nyuman schön
fin,fiman schwarz
Beispiele für Adjektive in attributiver Stellung:
misira ba die große Moschee
mdgd suru ein kleiner Mensch
sabara kura neue Schuhe, neues Schuhwerk
Segou sira suruman die kleine Straße von Sögou
tasuma ble rotes Feuer, rotes Licht (als Zeichen an Kreuzungen)
40 3. Lektion
banfla ble do das ist eine rote Mütze
wari caman viel Geld
sukaru ye fön timiman ye Zucker ist eine süße Sache
dloki kura ein neues Gewand
ji suma kaltes Wasser
hakili ba großer Verstand
se janu lange Beine
maa sebeu wahrhafte Menschen, wirkliche Menschen
kuntigi bau die großen Häuptlinge, Chefs
watiri telima ein schnelles Auto
baara gele od. gelema eine schwere Arbeit
kogö je od. jernan eine weiße Wand
jiri körb do das ist ein alter Baum
fara fin Afrikaner (eigtl. der schwarze, dunkle Mensch)
3.3. Das Adjektiv in prädikativer Stellung
Das Adjektiv kann im Typ 3 der Nominalsätze zusammen mit dem Prädi-
katskennzeichen ka prädikatsbildend sein. Das Funktionswort ka wird
durch ma negiert. Präteritalformen (tunka affirmativ und tunma oder tumma1
negativ) sind möglich.
Das Adjektiv steht in diesen Positionen in der nichtabgeleiteten Form. Das
Adjektiv ba »groß« hat die prädikative Form bdn.
ne ka jan ich bin groß
ne ma jan (m'ma jari) ich bin
nicht groß
e, i ma jan du bist nicht groß
a ma jan er, sie ist nicht groß
an ma jan wir sind nicht groß
au ma jan ihr seid nicht groß
u ma jan sie sind nicht groß
e, i ka jan du bist groß
a ka jan er, sie ist groß
an ka jan wir sind groß
au ka jan ihr seid groß
u ka jan sie sind groß
Weitere Beispiele:
I fa ka jan. Dein Vater ist groß.
Mögb ma jugu. Der Mensch ist nicht schlecht.
A hakili ka bdn. Sein Verstand ist groß.
A fanga ka bdn. Seine Macht ist groß.
O ka nyi. Das ist schön, gut.
A ka nyi. Er, sie ist schön.
Di ka timi. Honig ist süß.
Sira ka suru. Der Weg ist kurz.
1 Schreibweise noch nicht immer standardisiert, vgl. auch die Schwankungen beim Plus-
quamperfekt, 7.1.
3. Lektion 41
Jiri ka körb. Der Baum ist alt.
Baara ka gelb. Die Arbeit ist schwer.
Baara ma gele. Die Arbeit ist nicht schwer.
Watiri ka teli. Das Auto ist schnell.
Ji ma suma. Das Wasser ist nicht kalt, frisch.
Sbgb ka maga. Das Fleisch ist zart.
Manguru ka di. Die Mangofrucht ist wohlschmeckend.
Sikasso sira ka jugu. Die Straße nach Sikasso ist schlecht
Allah ka bbn. Allah ist groß.
Der Plural wird in diesem Satztyp nur beim Substantiv ausgedrückt:
A seu ka jan. Seine Beine sind lang.
A seu ma jan. Seine Beine sind nicht lang.
Nzonzan dlou ka jan. Die Ohren des Hasen sind lang.
3.4. Die Zahlwörter von 1—10
Die Zahlwörter von 1 — 10 sind:
kelen, kele (H-T) eins
fila (T-H), fla (H) zwei
saba (H-T) drei
naani (H-H-H) vier
duuru (H-H-T) fünf
wboro (H-H-T) sechs
wolonfla (H-T-H) sieben
segi (H-T) acht
kbnbntb (H-T-H) neun
tan (H) zehn
In Verbindung mit Substantiven stehen die Zahlwörter diesen nachgestellt.
Eine Kennzeichnung des Plurals ist in solchen Verbindungen nicht notwendig
und üblich. Die Zahlwörter haben ebenfalls die Aufgabe, Substantive zu
determinieren. Da sie aber in den für Adjektive ermittelten Rahmen nicht
vorkommen können, dafür aber in denen, die für Wörter der Formklasse I
gelten (z. B. saba ani naani ye wolonfla ye u. a.), müssen sie wohl als Wörter
der Formklasse I gewertet werden. Die Zahlwörter sind offensichtlich einmal
Substantive mit einer konkreten Bedeutung gewesen (vgl. waa »Korb von
Kolanüssen«, »1000 Kolanüsse«, »1000«), so daß ihre Nachstellung zum
Substantiv eigentlich eine Genitivverbindung darstellt. Morphologisch kön-
nen die Zahlwörter mit dem Suffix -na oder -nan verbunden werden und er-
halten dadurch die Bedeutung eines Ordnungszahlwortes. Die Ordnungs-
zahl von kelen »eins« ist fblb »der erste«.
42 5. Lektion
den fila zwei Kinder
ce saba drei Männer
tla naani vier Teile
muso fila zwei Frauen
Die übrigen Zahlen werden unter 7
Vokabeln
sabara (T-T-H) Schuh, Schuhwerk
tasuma (H-T-H) Feuer
sukaru (H-T-H) Zucker
kogo (T-H) Wand
jiri (H-T) Baum
fara (H-T) Haut, Fell
fara fin (H-T-H) Afrikaner; auch:
Afrika
fanga (H-T) Macht
di (H) Honig
sogb (T-H) Fleisch
frazi (T-H) Satz
metri (H-T) 1. Meter; 2. Lehrer,
Meister
Aiman (H-T) Deutscher; deutsch
kulu (T-H) Berg, Hügel
den filana das zweite Kind
ce sabana der dritte Mann
tla naanina der vierte Teil, ein
Viertel
muso filana die zweite Frau
abgehandelt.
bolo (H-T) Arm, Hand
nka (H) aber, sondern
kojugu (H-H-T) sehr
Franze, Franzi (T-H) Franzose
Joliba (T-H-H) der Niger (Fluß)
santimetri (H-T-H-T) Zentimeter
kilogram (T-T-H) Kilogramm
tasa (H-T) Tasse
san (H) Himmel
cikela (H-T-H) Bauer, Landarbeiter
(der in der Saison, der Regenzeit
arbeitet)
dlo (H) Ohr
juru (H-T) Faden, Senkel
ba (H) Fluß
,2.ff.
Text
Bamako misiri ba do. O ye Bamakb misiri ba ye. Bamako misiri ka bbn. Kulu
ka bbn. Kulu ba do. N'ka dloki kura do. O ye ne ka dloki kura ye. Ne seu ka
suru nka ne bolou ka jan. Sabara juru ka suru. Markala sira ka suru. Sabara
ka nyi. So ku ka jan nka fali ku ma jan. A fara kafin. An fara ka je. Manguru
ka di kojugu. Tasuma ka goni. A ka kise. Mansa Musa tunye Mali masake ba
ye. An ka faso ye Aiman Demokratik Jamana ye. A ka faso ye Franze jamani
ye. Joliba ye Mali ba ye. Segou ye Mali dugu ba flana ye. Ne ka wolo yorb
ye Segou ye. Frazi ka jan. Metrifla ani santimetri kelen. Kilogram saba. Allah
ka bbn. Banfla ble do. O tasa ma nyi. Sukaru ka timi kojugu. A ma kise. Se
janu do. San fin do. Dloki nyuman do. So ka bön. A denke ka jugu. Sabara ma
kura. Sukaru ye fen timiman ye. Ne fa ye baarakela ye nka afaye cikela ye.
3. Lektion 43
O ye muso ye. Liwru ye liwru nyuman ye. Liwru nyuman do. Me kalo tile kelen
(1. Mai) ye baarakelau seli ye. Bamako misiri ba ye so baye. N'tbgbye Saidu
Traore, a tbgo ye Mamadu Konate. Lagine peresidan tbgo ye Sekou Toure ye.
An ka foro ka jan. Lakoli karambgb ye metri nyuman ye.
Übersetzung
Unsere Heimat ist die Deutsche Demokratische Republik. Seine Heimat ist
Mali, und ihre Heimat ist Guinea. Der Name seines Landes ist Nigeria. Der
Niger ist ein großer Fluß. Der Futa Jallon ist ein großes Gebirge (ist ein
großer Berg). Kuluba ist ein Stadtviertel von Bamako. Große Ortsteile von
Bamako sind: Bolibana, Hamdallaye, Bozola, Niarela, Badalabougou und
Wolofobougou. Das ist dein neues Gewand. Seine Arme sind nicht kurz,
aber seine Beine sind kurz. Der Himmel ist blau. Dein Gewand ist rot. Der
Weg Segou—Markala ist der kürzeste (übers, der kurze) Weg nach (von)
Markala. Das ist das rote Licht, und das ist das weiße (gelbe) Licht. Honig
und Zucker sind süße Sachen. Der Mangobaum ist nicht groß. Die Tasse ist
schön. Das ist eine schöne Frau. Leipzig ist die zweitgrößte Stadt der Deut-
schen Demokratischen Republik.
4. Lektion
4.1. Nominalsätze mit dem Prädikatskennzeichen bi
Mit Hilfe des Prädikatkennzeichens be wird ein vierter Typ von Nominal-
sätzen gebildet. Dieses bringt die Bedeutung des lokativen Seins und des
Vorhandenseins zum Ausdruck. Die Verneinung dieser Formen erfolgt durch
ti »ist nicht«, »ist nicht vorhanden«. Es existieren auch Formen für die Dar-
stellung des Sachverhalts in der Vergangenheit, und zwar tumbi »es war vor-
handen« (affirmativ) und timte »es war nicht vorhanden« (negativ).
m'bi yan ich bin hier
i bi yan du bist hier
a bi yan er, sie ist hier
am bi yan wir sind hier
au bi yan ihr seid hier
u bi yan sie sind hier
n'tiyan ich bin nicht hier
i ti yan du bist nicht hier
a ti yan er, sie ist nicht hier
an ti yan wir sind nicht hier
au ti yan ihr seid nicht hier
u ti yan sie sind nicht hier
Weitere Beispiele:
Mobili bi yan. Das Auto ist (befindet sich) hier.
Misiri bi yenfi. Die Moschee befindet sich dort.
Au tumbi mi? Wo wart ihr? Wo seid ihr gewesen?
Allah bi. Allah existiert.
An teriu bi yan? Sind unsere Freunde hier?
Funtini bi. Es ist heiß (wörtl. es existiert Hitze).
Hira bi? Geht es gut? (wörtl. existiert Frieden?)
Masaki kelen tumbi. Es war einmal ein König.
Sanji tunti. Es gab keinen Regen.
4.2. Postpositionen
Verschiedene Umstandsbestimmungen werden im Bambara durch eine Reihe
von Postpositionen ausgedrückt. Diese Postpositionen stehen, wie es der
Name besagt, nach dem jeweiligen Substantiv oder Personalpronomen der
Formklasse I, auf das sie sich beziehen. Ihrem Ursprung nach handelt es
4. Lektion 45
sich offensichtlich um alte Genitivverbindungen, also Verknüpfungen von
Wörtern der Formklasse I, vgl. Beispiele wie so könö »im Hause«, wörtlich
»im Inneren des Hauses« (kdnd »Bauch«, »Inneres«).
Die wichtigsten Postpositionen sind:
la in, an
na in, an (phonetische Variante von la nach Nasal-
konsonanten und Nasalvokalen)
fe bei, durch, von, mit (u. a. bei der Passivbildung be-
nutzt)
kdnd in, innerhalb von
ma für, zu (richtungsbezogen)
ye für, zu (qualitätsbezogen)
ko hinter (wörtlich »Rücken«)
kan auf, darauf
kdrd bei, vor, gegen, in der Nähe von
koson wegen (aus k*o sdri)
cd, cd la, zwischen, unter
ceman cd la
Beispiele:
sira la auf der Straße, auf dem Wege
so kdnd im Hause
ba da la am Ufer des Flusses
A bdra so kdnd. Er kam aus dem Hause.
don do la an einem Tage, eines Tags
Segou dugu kdnd la in der Stadt Sögou1
o ko danach, nach dem, nach diesem
a bee kd nach allem, nach alledem
afakd hinter, nach seinem Vater
rife bei mir, durch mich
an fe bei uns, durch uns, von uns
so kan auf dem Pferde, zu Pferde
dugu ma am Boden, zur Erde
sisan n'o tuma cd zwischen jetzt und jener (anderen) Zeit
jiri kan auf dem Baume
dibi la in der Dunkelheit
Abe afa fe. Er ist bei seinem Vater.
Einige dieser Postpositionen kommen sehr häufig in Verbalsätzen bei der
Wiedergabe des indirekten Objekts vor.
1 Nach der Postposition kbnb kann gelegentlich noch la als weitere Postposition stehen.
46 4. Lektion
A y’a di a ma. Er hat es ihm gegeben.
Fd a ye! Sage ihm, sage zu ihm!
A dimina ne kdrö. Er ist wütend auf mich, mir gegenüber.
Weiteres zu diesen Sätzen vgl. unter 5.4.!
Im Zusammenhang mit dem Typ 4 der Nominalsätze interessieren uns be-
sonders einige Postpositionen, die zum Ausdruck von Besitzangaben dienen.
4.3. Ausdruck von Besitzangaben im Bambara (»haben«)
Mit Hilfe der Konstruktionen des Typs 4 der Nominalsätze werden Besitz-
angaben zum Ausdruck gebracht. Der Besitz erscheint dabei als Subjekt, die
besitzende Person wird mit Postpositionen (meist fe und la bzw. na) zum
Subjekt in Beziehung gesetzt.
So be n’fe. Ich habe ein Haus, wörtl. ein Haus existiert (befindet sich)
bei mir.
Bana be n’na. Ich bin krank, wörtl. eine Krankheit befindet sich in mir.
Als Paradigmen würden diese Formen folgendermaßen lauten:
und
so be n’fe (be ne fe) ich habe ein Haus
so b’ife (be i fe) du hast ein Haus
so b’a fe (be a fe) er, sie hat ein Haus
so be an fe wir haben ein Haus
so b’au fe (be au fe) ihr habt ein Haus
so b’u fe (be u fe) sie haben ein Haus
bana be n’na (ne na) ich bin krank
bana b’i la (be i la) du bist krank
bana b’a la (be a la) er, sie ist krank
bana be an na wir sind krank
bana be au la ihr seid krank
bana b’u la (be u la) sie sind krank
Die Verneinung auch dieser Formen erfolgt durch te (s. 4.1.).
So te n’fe. Ich habe kein Haus (wörtl. ein Haus existiert nicht bei mir).
Bana te n’na. Ich bin nicht krank (wörtl. eine Krankheit existiert nicht
in mir).
Das Subjekt des Satzes kann in allen Fällen sowohl im Singular, als auch im
Plural stehen.
4. Lektion 47
Sou be nfe. Ich habe Häuser.
Mobiliu te nfe. Ich habe keine Autos.
Misiu b'u te. Sie haben Kühe, Rinder.
Jiriu fu fe. Sie haben keine Bäume.
Die Vergangenheitsformen werden nach den gleichen Regeln verwendet:
Misi tumb'a fe. Er hatte eine Kuh, eine Kuh war bei ihm.
Sagau tumb'i fe. Du hattest Schafe.
Wari tunte ne fe. Ich hatte kein Geld.
Bana tunte an na. Wir waren nicht krank.
Weitere Beispiele:
Kongo be n9na. Ich habe Hunger, Hunger ist in mir.
Kongo ba be rina. Ich habe großen Hunger.
Minogb be an na. Wir haben Durst, Durst ist in uns.
Salaya fa na. Er ist nicht faul (wörtl. Faulheit ist nicht in ihm).
Funteni be bi. Heute ist es heiß (wörtl. Hitze existiert heute).
Nene tumb'a la. Ihm war kalt (wörtl. Kälte war in ihm).
Dumuni fen tunfu fe. Sie hatten nichts zu essen (wörtl. eine Sache
zum Essen war nicht bei ihnen).
Banfla be nfe. Ich habe eine Mütze.
Muso fila be a kordke fe. Sein älterer Bruder hat zwei Frauen.
Daba kelen be senekela fe. Der Bauer hat eine Hacke.
Ddbau ani wolosou be senekelau fe. Die Bauern haben Hacken und
Sicheln.
Masake kelen tumbe denmuso ce nyuman tumb'a fe. Es war einmal ein
König, der hatte eine sehr hübsche Tochter.
4.4. Die demonstrativen Funktionswörter nin und o
Das Bambara verfügt über zwei demonstrative Funktionswörter: nin (H)
für den Hinweis auf ein nahegelegenes Objekt, das man bedeutungsmäßig
mit dem deutschen Demonstrativpronomen »dieser« wiedergeben kann,
und o (H), das auf ein entfernteres Objekt hinweist und mit dem deutschen
Demonstrativpronomen »jener« bzw. mit dem unpersönlichen Pronomen
»es« übersetzt werden kann. Beide Funktionswörter können vor einem
Wort der Formklasse I stehen, und zwar nur vor der Gruppe der Sub-
stantive.
Isoliert können nin und o auch Wörter der Formklasse I sein, da sie in den
dafür gültigen Positionen auftreten können. Offensichtlich stehen sie hier als
Ersatz für ein Substantiv der Formklasse I, wodurch die traditionelle Wer-
tung der beiden als Demonstrativpronomen gestützt würde.
48 4. Lektion
Die beiden Funktionswörter stehen normalerweise vor dem entsprechenden
Substantiv, in einzelnen Fällen auch danach (vgl. dugu nin »dieser Ort«).
nin so dieses Haus
nin ce dieser Mann
nin muso diese Frau
nin liwruu diese Bücher
o fali jener Esel
o tuma la zu jener Zeit, in jener Zeit
o dugu jener Ort, jene Stadt
Nin dugu ye Bamakb ye. Diese Stadt ist Bamako.
O dugu ye Segou ye. Jener Ort ist S6gou.
O ka nyi. Es ist schön, das ist schön.
O duguu ye Mopti ani Segou ye. Jene Orte sind Mopti und Segou.
O be Segou. Das ist (befindet sich) in Sögou.
o kb danach, nachdem
Zur Verstärkung des demonstrativen Charakters der Formen mit nin kann
das damit verbundene Substantive noch -in suffigieren:
nin cein dieser Mann, ebendieser Mann
nin sbgbmain dieser Morgen, an diesem Morgen
nin suin in dieser (besagten) Nacht, diese Nacht
Die Suffigierung von -in genügt in vielen, meist stereotypen Redewendungen
zur Markierung des Demonstrativen.
sbgbmain na an diesem Morgen
tlein na an diesem Tag
suin na in dieser Nacht, an diesem Abend
Für die Verbindung von Substantiv und Adjektiv kommen die beiden hier
erwähnten Bildungsmöglichkeiten in Betracht, die zweite wird aber in der
Anwendung bevorzugt:
nin kuntigi ba oder kuntigi bain dieser große Häuptling, Chef
nin kulu ba oder kulu bain dieser große Berg
Zu beachten ist die Pluralbildung dieser Formen. Steht nin nqt dem Sub-
stantiv, dann ist das Pluralkennzeichen ganz regelmäßig mit dem Adjektiv
verbunden. Im anderen Falle wird sogar eine spezielle Pluralform von nin,
nämlich ninu, dem Nominalkomplex nachgestellt, wobei das Adjektiv den
Plural teilweise auch noch markiert.
nin liwru kurau oder liwru kura ninu oder liwru kurau ninu diese neuen
Bücher
nin mogb juguu oder mbgb jugu ninu oder mbgb juguu ninu diese bösen
Menschen
4. Lektion 49
Wie bereits erwähnt, können nin und o Wörter der Formklasse I in den ver-
schiedenen Positionen ersetzen.
Nin do. Das ist dieses.
Ninu te. Das sind nicht diese.
O ye muso ye. Das ist eine Frau.
O ka nyi. Das ist schön.
o kd danach, nachdem
A y9o ke. Er hat das getan.
O be yan. Das ist hier.
Vokabeln
yan (H) hier
ye (H) od. yenfe (H-T) dort
funteni (H-T-H) Hitze
hera, here (H-T) Frieden
mi (H) od. mini (H-T) wo
la, na (H) in, an
fe (T) bei, durch, von, mit
kono (H-T) Bauch, Inneres; in
ma (H) für, zu
ye (H) für, zu
kd (H) Rücken; hinter
kan (H) auf
körö (H-T) bei, in der Nähe von
kosdn (H-T) wegen
da (H) Ufer, Rand
don (H) Tag
do (H) einer, ein gewisser
bee (H-H) alle
sisan (H-T) jetzt
dibi (T-H) Dunkelheit
bana (H-T) Krankheit
kongo (T-H) Hunger
mindgd (H-T-H) Durst
salaya (T-H-H) Faulheit
dumuni (H-T-H) Essen, Aktion des
Essens
sdgoma (T-H-H) Morgen
tle (H) Tag, Sonne
su (H) Nacht, Abend
tuma (T-H) Zeit, Zeitpunkt
ce, ceman ce la od. ce la zwischen
Vokabeln zum Text »Mali jamana«
Bani (H-H) Bani (Nebenfluß des
Niger), hier: Süden
tle bi (H-H) Sonnenuntergang, hier:
Westen
Alze Algerien
Moritani Mauretanien
Kondonwari Elfenbeinküste
Otiwalita Obervolta
Nizeri Niger 4
koron (H-T) Osten, Orient
Baba (H-H) der große Fluß, hier:
Norden
nafa (T-H) Profit, Nutzen, Vorteil
sord (H-T) ein Resultat erreichen
sira kan einen Weg markieren
nafa sord sira kan Wirtschaftszone,
Wirtschaftsgebiet
gale (T-H) zuerst, das erste
4 Lehrb. Bambara
50 4. Lektion
cencen (H-H) Sand
ci (H) Arbeit (vor allem Boden-
bebauung), Kultur
sho (H) Bohne, Bohnen
kwari (H-T), auch koori (H-T)
Baumwolle
bandugu (H-T-H) Maniok
tiga (T-H) Erdnuß
manyo (H-H) Mais
bagan (H-T), auch bbgan (H-T)
Vieh
shb (H) Huhn, Geflügel
lemru (T-H) Zitrone
lemru ba (T-H-H) Orange
kbsbbe, auch kbsebe (H-T-H) sehr
alisilame (T-H-T-T-H) Islam; isla-
misch
ju (H) Herkunft, Anfang, Quelle
Futa Jalbn Futa Djallon (Gebirge in
Guinea)
fo (H) bis
tonkono (H-T-H) Ente
kungo (T-H) Gebüsch, Sawanne
ku (H) Jamswurzel
worb (H-T) Kolanuß
sira (T-H) Baobab, Affenbrotbaum
san (H) Jahr, Alter
tlema (H-H) Trockenzeit
samyen (H-H) Regenzeit
sanji (H-H) Regen
siya (H-H) Art, Rasse
to (H) Rest; übrigbleiben
a to be ye und andere, und so weiter
kuma (H-H) Rede, Sprache, Ge-
schichte
cokoya (T-H-H) Art, Weise
de (H) Hervorhebungspartikel
cikb (H-T) das Land bearbeiten
jegb (H-T) Fisch
mina, mine (T-H) nehmen, fangen
mara (H-T) schützen, hüten, auf-
ziehen, züchten
Mali jamana
Mali jamana ye dugu ye dugu min be (welches sich befindet) fara fin na kb-
nb. Mali be fara fin na ceman ce la. Mali dugu ba ye Bamako ye. Mali peresi-
dan be Bamako, Kuluba2. Senegali ani Lagine be Bani ni tle bi ce. Koron ni
Baba ce fara fin na jamana Alze ye, tle bi ni Baba ce alisilame dugu Moritani
ye, Bani fe ni Kondonwari ye, Bani ni koron ce Otiwalita ye, Mosi dugu ye,
koron fe Nizbri ye. Ba ji ba fila be Mali kbnb n’o ye (und das sind) Joliba ni
Senegali ye. O ju bi taa (bi taa — läuft, kommt her von) Futa Jalon kulu
Lagine kbnb. N’ u ka ji taa sira (ji taa sira — Wasserlauf) te kelen ye. Sene-
gali bi taa Baba ni tle bi fe, Joliba o bi taa Baba ni Bani fe. Ybrb nyuman be
Mali la. Joliba bi Mali jamana tigb (bi ... tigb durchläuft, fließt durch) fo
Ansongo. Mali kbnb sisan funteni be. Mali tlale do (tlale do — ist geteilt)
ybrb saba ye ni nafa sbrb sira kan. Gale o ye Sahara ye, cencen caman be ye.
Filana o ye Saheli ye, ci bi kb ye (bi ke — man macht, man baut an): malo,
nyb, sho, kwari, bandugu, tiga, manyo; bagan munun be ye (Tiere, die sich
2 Kuluba — Ortsteil von Bamako.
4. Lektion 51
dort befinden): misi, saga, baa,fali, so, she, tonkono. Sabana o ye kungo kdnd
naye min be (min be — welche sind) oluye: ku, wdro, sira, lemru ani lemru ba.
San tlale do fila ye, kelen o ye tlema ye, kelen o ye samyen ye — sanji bi na
(bi na läuft) kosobe.
Mali kdnd mogou siya caman be ye: Bamanan, Fula, Bozo, Somono, Kolaboro,
Maninka, Futaga, Bobo, Kado, Suraka a to be ye3.
Bamanan kan de fole do (Joie do wird gesprochen) Mali bee kdnd. Nka u ka
kuma cokoya bee te kelen ye. Segou Bamanan kan ani Sikasso Bamanan kan
te kelen ye.
Mali dugu kdnd dugu Word de be ye. Mali ka nafa sira kan o dugu ye Kayes
ye, Bamakd ye, Sikasso ye, Segou ye (naanina ye), Mopti ye ani Gao ye.
Bamako de ye dugu bee la nyuman ye, Segou ye cike dugu ye, Mopti ye jege
mine dugu ye, Gao ye bagan mara yord ye, Sikasso ye cike dugu nyuman ye.
Übersetzung
Wo bist du? Ich bin hier. Mein älterer Bruder ist in der Stadt. Seine Frau ist
zu Hause (im Hause). Heute ist es kalt. In der Regenzeit ist es in Mali kalt,
aber in der Trockenzeit ist es sehr heiß (ist eine große Hitze). Das Auto ist
auf der Straße. Die Frauen waren am Ufer des Flusses. Jetzt ist es sehr kalt.
Der Präsident von Mali befindet sich in Bamako. Bamako ist die Haupt-
stadt von Mali. Sein älterer Bruder hat zwei Frauen. Der Händler hat viel
Geld. Sein Vater war krank. Sie haben ein großes Haus. Die Bauern haben
viele Ziegen und Schafe. Dieser Mann hat eine schöne Mütze. Die Bauern
von Segou haben Hacken und Sicheln. In der Sawanne gibt es viele Bäume.
Wir haben etwas zum Essen. Dieses Haus ist schön, jenes Haus ist nicht
schön. Dieser Name ist lang. In Guinea gibt es viele Flüsse. In Mali gibt es
große Städte, es sind Bamako, S6gou, Kayes, Mopti, Gao, Timbuktu und
andere. Das Gebiet von Segou ist ein Landwirtschaftsgebiet, das Gebiet von
Gao ist ein Gebiet der Viehzucht, und das Gebiet von Mopti ist ein Fisch-
fanggebiet. In Sikasso gibt es Yams und Kolanüsse, in Sdgou gibt es Mais,
Reis, Maniok und anderes. In der Sahara gibt es viel Sand. In Mali gibt es
zwei große Flüsse, es sind der Niger und der Senegal. In Bamako gibt es
Zitronen und Orangen.
3 Vgl. 1.4., S. 37!
4*
5. Lektion
5.1. Zur Struktur der Verbalsätze
Unter einem Verbalsatz verstehen wir im Bambara jeden Satz, in dem ein
Verb selbständig prädikatsbildend ist. Die Kategorie Verb wird deshalb als
eine eigene Formklasse gewertet. Sie ergibt sich aus solchen Rahmen wie
# abe malo ... # (dun essen) er ... Reis
# abe sira ... aye # (Jira zeigen) er ... ihm den Weg
# baarakelau be ... # (baarake arbeiten) die Arbeiter ...
Alle Wörter, die potentiell und ungeachtet semantischer Selektionsbe-
schränkungen in diesen Rahmen auftreten können, werden als zur Form-
klasse II zugehörig betrachtet. Wir belegen sie in traditioneller Weise mit dem
Begriff Verb. Neben der syntaktischen (prädikatsbildenden) Funktion der
Verben verfügt diese Formklasse über eine Reihe ganz spezifischer morpho-
logischer Charakteristika, die das Verb unter verschiedenen Aspekten (Tem-
pus, Modus, Genus und hinsichtlich der Person) modifizieren können. Diese
morphologischen Mittel werden in den nächsten Lektionen abgehandelt.
In diesem Zusammenhang muß noch einmal die Frage erörtert werden, wie
die in den vorangegangenen Lektionen besprochenen Prädikatskennzeichen
(do, ye ... ye, ka und be) gewertet werden müssen. Diese stellen einen eng
begrenzten Kreis von Prädikatsbildnem dar, praktisch also keine offene
Klasse und sind auch nur hinsichtlich der zeitlichen Relation Präsens : Prä-
teritum, der Person und der Relation affirmativ : negativ modifizierbar.
Da sie aber die wesentliche syntaktische Funktion, Bildung des Prädikats,
wenn auch nicht selbständig (abgesehen von be), mit den übrigen Wörtern
der Formklasse II gemeinsam haben, wollen wir sie in diesem Rahmen als
Subkategorie der Formklasse II werten.
Da im Bambara die Zugehörigkeit eines Wortes zu dieser oder jener Form-
klasse im allgemeinen morphologisch nicht charakterisiert ist, muß jeweils
die Substitutionsmöglichkeit in die Rahmen der für die einzelnen Form-
klassen zutreffenden Bedingungen über die Zugehörigkeit entscheiden. Da-
bei ist es möglich, daß Wörter mit der gleichen Phonemstruktur zwei ver-
schiedenen Formklassen angehören können, wenn sie in deren Rahmen ein-
5. Lektion 53
gesetzt werden können. Das betrifft insbesondere die Zugehörigkeit zu den
Kategorien Substantiv und Verb, Substantiv und Adjektiv. Man vergleiche
die Wörter bi und bb, die im Lexikon mit den Bedeutungen »Untergang;
untergehen, fallen«, bzw. »Aufgang, Ausgang; aufgehen, hinausgehen« an-
gegeben sind. Erst die Einsetzbarkeit in Rahmen für die Formklasse I weist
diese Morpheme als Substantive der Formklasse I, vgl.:
Tle bi do. Das ist der Sonnenuntergang.
O ye tle bb ye. Das ist der Sonnenaufgang.
oder als Angehörige der Formklasse II (Verben) aus:
Tle be bi. Die Sonne geht unter.
Tle be bb. Die Sonne geht auf.
5.2. Wichtige Verben des Bambara
Nichtabgeleitete Verben im Bambara sind im allgemeinen zweisilbig. Ein-
silbige Verben sind häufig das Produkt von Kontraktionserscheinungen.
Häufig gebrauchte Verben des Bambara sind:
bugo (T-H) schlagen
kalan (H-T) od. karan (H-T)
lesen, lernen
dan (H) zählen, rechnen
deme (H-T) helfen
san (H) kaufen
fyere, auch feere (H-T) ver-
kaufen
mina, mine (T-H), auch mna (H)
nehmen, fangen
na (H) kommen
taga, taa (H-T) gehen
nyini (T-H) suchen
nyininka (T-H-H) fragen
ko (H) sagen
fb (H) sprechen
damina od. daminb (H-T-H)
beginnen, anfangen
jira (T-H), auch yira (T-H)
zeigen
mi (H) trinken
dbnkilida (H-T-H-H) singen
dege (H-T) lernen
sigi (T-H) sitzen, setzen
me (H) hören, verstehen
sebe (H-T) schreiben
bla (H) setzen, stellen, legen
don (H) eintreten, hereinkom-
men
don (H) wissen, kennen
dun, du (H), dumu (H-T) essen
jigi (H-T) herabsteigen, sich
senken
faga,faa (H-T) töten
feie (T-H),y?e (H) betrachten
kb (T) machen
kill (T-H) rufen, einladen
miri (H-T) denken
se (H) ankommen
se (H) können
ta (H) nehmen, ergreifen
ye (H) sehen, finden
sali (H-T), auch seli (H-T) bit-
ten, beten
54 5. Lektion
tige (T-H) durchschreiten
ban (H) beenden, beendet sein
gosi (T-H) schlagen; vgl. marfa
gosi schießen
to (H) bleiben, übrigbleiben
di (H) geben
siran (H-T) sich fürchten
Sehr häufig werden Verben auch von Substantiven und dem Verb ke
»machen«, aber auch mit anderen Verben, gebildet. Wir fassen diese Formen
als eine semantische Einheit auf, obwohl es sich praktisch um Verbindungen
von Objekt und Verb handelt, und schreiben sie auch zusammen.
baarake (H-H-T-T) arbeiten
keleke (T-H-T) kämpfen
dumunike (H-T-H-T) essen
selike (H-T-T) feiern
seneke (T-H-T) das Feld
bearbeiten
baroke (T-H-T) diskutieren
tlbnke (H-T) spielen
baara (H-H-T) Arbeit
kele (T-H) Kampf, Krieg
dumuni (H-T-H) Aktion des
Essens
seli, sali (H-T) Feier, Gebet
sene (T-H) Kultur
baro (T-H) Palaver, Diskussion
tlbn (H) Spiel, Belustigung
Nur im Falle der Erweiterung durch ein Adjektiv folgen wir der getrennten
Schreibung:
A be baara nyuman ke. Er macht eine gute Arbeit, er arbeitet gut.
Verbindungen von Objekt und Verb stellen auch Verbindungen folgenden
Typs dar:
damina, damine anfangen (wörtl. einen Anfang nehmen)
Verben, die durch Wortkomposition entstanden sind, sind im Bambara
nicht selten, so
ddnkilida singen (wörtl. zum Tanz aufrufen)
5.3. Der Infinitiv
Der Infinitiv wird im Bambara relativ selten gebraucht. Er wird mit Hilfe des
Funktionswortes ka gebildet.
Cikelau bi taa foro la ka cike. Die Bauern gehen auf das Feld, um
zu pflügen.
A bbra ji la ani a denu ka dumuni nyini. Er ging mit seinen Kindern ins
Wasser, um etwas zu essen zu suchen.
N'ti se ka a doni (k'a doni). Ich kann das nicht tragen.
A ti se ka a mi (k'a mi). Er kann das nicht trinken.
Ka dumunike, ka minike, ka sunogd ani ka tlonke o ye a ka ci bee yan.
Essen, trinken, schlafen und spielen, das ist seine ganze Beschäfti-
gung.
5. Lektion 55
Der Infinitiv existiert nur als affirmative Form. Er wird generell nach dem
Verb se »können« gebraucht, wenn diesem ein Verb folgt. Um die Grund-
form des Verbs zu nennen, wählt man gewöhnlich nicht den Infinitiv, sondern
den Verbalstamm oder das davon abgeleitete Verbalnomen, eine mit den
Suffixen -li oder -m verbundene Form des Verbs, das aber den Charakter
eines Wortes der Formklasse I hat. Vgl. dazu 6.1.
5.4. Die Präsensform des Verbs mit be (bi)
Mit den bereits bekannten be und ti (in der Negation) in Verbindung mit
dem Verb wird ein allgemeines Präsens gebildet:
iribe taga ich gehe
i be taga du gehst1
a be taga er, sie, es geht
am be taga wir gehen
au be taga ihr geht
u be taga sie gehen
n'te taga ich gehe nicht
i te taga du gehst nicht1
a te taga er, sie, es geht nicht
an te taga wir gehen nicht
au te taga ihr geht nicht
u te taga sie gehen nicht
An Stelle von be und te können auch die Varianten bi bzw. ti treten:
a bi taga er geht a ti taga er geht nicht
u bi taga sie gehen u ti taga sie gehen nicht
Die Position des Personalpronomens der dritten Person im Singular und
Plural kann auch von jedem Substantiv der Formklasse I eingenommen
werden.
Fa be na. Der Vater kommt.
Samyen be damina. Die Regenzeit beginnt.
Uluu be taa kungo kbnb. Die Hunde laufen in die Sawanne.
Nur in Fällen der besonderen Hervorhebung der Person kann dem Sub-
stantiv auch noch das Personalpronomen folgen.
Cikelau u bi taa foro la. Die Bauern (sie) gehen auf das Feld.
Wari a banna wa? Ist das Geld (es) zu Ende gegangen?
Hinsichtlich ihres Zeitwertes können die Verbalformen mit be oder bi so-
wohl die aktuelle Gegenwart als auch ein allgemeines Präsens ausdrücken.
Die Verbalform m'be taga kann also bedeuten »ich gehe jetzt« (aktuelle
Gegenwart) und »ich gehe« (ganz allgemein).
Das Verb ko »sagen« muß als defektes Verb angesehen werden, da es die
Präsensform ohne be bildet.
1 Die Verbalformen der 2. Person Singular können auch mit dem Pronomen e gebildet
werden: so ’e bä td du gehst.
56 5. Lektion
a ko er sagt
an ko wir sagen
nzonzan ko der Hase sagt
Außer im Präsens unterliegt es jedoch der Formbildung wie alle übrigen
Verben.
Transitiven Verben geht ein mögliches direktes Objekt unmittelbar voraus.
Als Objekt können alle Wörter der Formklasse I (Substantive, Personalpro-
nomen und Demonstrativpronomen) mit deren möglichen Verbindungen
mit Adjektiven oder Zahlwörtern auftreten.
m’be malo dun ich esse Reis
i be malo dun du ißt Reis
a be malo dun er, sie, es ißt Reis
am be malo dun wir essen Reis
au be malo dun ihr eßt Reis
u be malo dun sie essen Reis
Weitere Beispiele:
M’bi misi san. Ich kaufe eine Kuh.
Af’ä’ a me. Ich verstehe es, höre es.
A be Ji mi. Er trinkt Wasser.
Am be sira jira. Wir zeigen den Weg.
M’b’ a don. Ich weiß es, kenne es.
A be misi ani saga san. Er kauft eine Kuh und ein Schaf.
U be ba ba tige. Sie durchschreiten einen großen Fluß.
Am be muso fila ye. Wir sehen zwei Frauen.
I be mun miri? Was denkst du?
Kann ein transitives Verb mit einem direkten und einem indirekten Objekt
verbunden werden, so steht das direkt Objekt wie oben vor dem Verb, das
indirekte Objekt steht nach dem Verb, und zwar als Verbindung einer Post-
position (ye, ma u. a.) mit dem entsprechenden nominalen Teil des indirek-
ten Objekts.
Beispiele für Verbindungen eines Verbs mit einem direkten und einem in-
direkten Objekt:
M’be sira jira a ma. Ich zeige ihm den Weg.
A be sira jira an ye. Er zeigt uns den Weg.
A be sira jira muso ye. Er zeigt der Frau den Weg.
A be misi di a denke ma. Er gibt seinem Sohn eine Kuh.
Das indirekte Objekt kann natürlich auch alleiniges Objekt sein:
Nzonzan ko a ye. Der Hase sagt zu ihm.
A be dimi ne körb. Er ärgert sich über mich.
I be sira ne ye wa? Fürchtest du dich vor mir?
5. Lektion 57
5.5. Das Perfekt
Alle Verben des Bambara, d. h. alle Wörter der Formklasse II mit Ausnahme
der unter 5.1. genannten Untergruppe, können ein sogenanntes Perfekt bil-
den. Mit diesem aus der indoeuropäischen Grammatik übernommenen Be-
griff soll ein Vergangenheitstempus bezeichnet werden, das eine in der Ver-
gangenheit abgeschlossene Handlung zum Ausdruck bringt und im wesent-
lichen dem deutschen Perfekt entspricht. Die Bildung dieser Zeitform er-
folgt auf zweierlei Art:
a) Von intransitiven Verben, d. h. von Verben, die nicht mit einem direkten
Objekt verbunden werden können, mit dem Suffix
• ra (Bedingung: Verb enthält keinen Nasalvokal oder Nasalkon-
sonanten), oder
• la (Bedingung: Konsonant der 2. Silbe des Verbs ist ein lateraler
Konsonant r oder Z), oder
• na (Bedingung: Verb enthält einen Nasalvokal oder Nasalkon-
sonanten).
ne tagara (ne taard) ich bin gegangen
i, e tagara (i taard) du bist gegangen
a tagara (a taard) er, sie, es ist gegangen
an tagara (an taard) wir sind gegangen
au tagara (au taard) ihr seid gegangen
u tagara (u taard) sie sind gegangen
b) Von transitiven Verben mit dem Perfektkennzeichen ye in der Position
zwischen dem Personalpronomen und dem Objekt-Verb-Komplex.
ich habe das Buch gelesen
du hast das Buch gelesen
er, sie, es hat das Buch gelesen
wir haben das Buch gelesen
ihr habt das Buch gelesen
sie haben das Buch gelesen
n'ye liwru kalan
i ye liwru kalan
a ye liwru kalan
an ye liwru kalan
au ye liwru kalan
u ye liwru kalan
Weitere Beispiele:
A bora. Er ist hinausgegangen, er ist abwesend.
Wari banna. Das Geld ist zu Ende gegangen.
A yelela. Er hat gelacht.
A wulila. Er machte sich auf.
An nana. Wir sind gekommen.
Dunan sera Segou. Der Fremde ist in Sdgou angekommen.
A banna. Es ist beendet
58 5. Lektion
N9ye Bamanan kan dege. Ich habe Bambara gelernt.
ly'ata. Du hast es genommen.
An ye letri seben. Wir haben einen Brief geschrieben.
U ye ji mi. Sie haben Wasser getrunken.
N9y9a di a ma. Ich habe es ihm gegeben.
U ye marfa gosi. Sie haben geschossen.
An y9a fle. Wir haben es uns betrachtet.
Die Verben auf ke werden als transitive Verben gewertet, sie stellen ja ohne-
hin eine Verbindung eines Objekts mit dem genannten Verb dar. Die Bildung
des Perfekts erfolgt demzufolge in der entsprechenden Weise:
TV’ ye baarake. Ich habe gearbeitet.
Senekela ye seneke. Der Bauer hat das Feld bearbeitet.
Die Verneinung beider Formen des Perfekts erfolgt einheitlich durch ma*.
m9 ma taga (taa)
a ma taga (taa)
an ma taga (taa)
m9 ma liwru kalan
i ma liwru kalan
u ma liwru kalan
ich bin nicht gegangen
er ist nicht gegangen
wir sind nicht gegangen
ich habe das Buch nicht gelesen
du hast das Buch nicht gelesen
sie haben das Buch nicht gelesen
Vokabeln
doni (H-T) tragen
minike (H-H-T) trinken
sundgb (H-T-H) Schlaf, schlafen
mun (H) was
dimi (H-T) sich ärgern
yele (H-T) lachen
wuli (H-H) sich aufmachen
siran (T-H) sich fürchten
letri (H-T), auch lettre (H-T-T)
Brief
tomati (T-T-H) Tomate
konkombri (T-T-H) Gurke
sigareti (H-T-T-H) Zigarette
banafurakela (H-T-T-H-T-H) Arzt,
Medizinmann
sbngo (H-T) Preis
keneya (H-T-H) heilen
lesön (T-H) Unterrichtsstunde
katugu (H-T-H), weil
kunu (H-T), auch kunungo, kununwo
(H-T-H) gestern
dunan (T-H), dnan (H) Fremder,
Gast, Ausländer
ministri, minisri (H-T-T), minisitiri
(H-T-T-T-T) Minister
5. Lektion 59
Vokabeln zum Text »Nzonzan ani sira«
sira (T-H) Baobab, Affenbrotbaum
suruku (H-T-H) Hyäne
don do la eines Tags
don o don täglich, Tag für Tag
furu (H-T) Hochzeit; heiraten,
jmdn. verheiraten
ci (H) schicken, einen Befehl geben
kala oder kalan (H-T) Pfeil, Bogen
sena (H-T) Wurm
jiri sena Holzwurm
ko (H) Sache, Wunsch, Dienst
fana (H-T) Entfernung; Mahl, Vor-
räte
nyimi (T-H) nagen, kauen
dlan (H) machen, herstellen
wo (H) Loch, Hohlraum
datugu (H-T-H) schließen, bedek-
ken, zumachen
samba (T-H) Geschenk, Botschaft,
ein Geschenk machen
nya (H) Schlag, Hieb
sogo (T-H) durchbohren
nyanaje (H-T-H) Festlichkeit, freu-
dige Stimmung
kala (H-T) herrichten, vorbereiten
ni (H) wenn
fanga (H-T) Macht, Kraft
kekuya (H-T-H) Geschicklichkeit
laje (T-H) prüfen, betrachten
mara (H-T) (für sich) behalten, hü-
ten
kada (H-T) denn, weil
bdnya (H-H) Größe, Umfang, Mäch-
tigkeit
kan (H) wegen, durch
maa si (H-H-H) niemand, kein
Mensch
o kele (H-T-H) danach
don (H) sich an etwas machen
kalan cini (H-T-H-H) kleiner Pfeil
wonfo (H-H) Spinnengewebe
jbnajbna (H-T-H-T) schnell, sehr
flink
waraba (H-T-H) Löwe
sama (T-H) Elefant
dimi (H-T) fehlen, keinen Erfolg
haben, unzufrieden sein
kulusi (T-H-H) lange Hose
donidbni (H-T-H-T) ein wenig, be-
hutsam
jama (H-T) Menge, Volk, Versamm-
lung
fb (H) sprechen, grüßen, begrüßen
fama (T-H) König, Häuptling
suman (T-H) fühlen, befühlen
saman (H-T) zu sich nehmen
bila (T-H), bla (H) plazieren, rich-
ten, auseinandergehen
kule, kulo (T-H) Schrei, Geschrei
Übungstext
M'be letri seben. A y'a terike bugo. An ye liwru db kalan. Tubabu bi tomati
ani lemru ani kbnkbmbri san. Jagokela be sigareti fyere. Banafurakela ye
bana keneya. An ye wari nyini. Lakoli karambgb ye lesbn damine. A songb
ye joli ye? A songb ma bbn, a jigira. Dunan nana Segou. ly'a me? Ai9 m’m’a
oie. N’ye Segou sira jira a ma. N'te se ka dumunike katugu bana be n'na.
60 5. Lektion
Delegasion guwernemantal nana Kati. I be Bamanan kan fb wa? Ai, n'te Ba-
manan kan fb, m'be Bamanan kan dege. N'terike be Bamanan kan fb kbsbbe.
Denu be dönkilida ani tlbnkb so kbnb. Senekelau ye ji mi. Sisan am be malo
ani nyo dun. Ne muso taara a ka dugu kono. I bi taa mi? M'bi taa Bamako
sisan. Wari banna wa? Wari banna. A fa taara misiri la. Lakol denu nana
lakbl la. Lakbl karambgo kuntigi be lakol la. Lakol karamogo be nyininka.
Dunan be taa ministri so la. Kunu an sera Bamako. A y'a di a ma. A y'a ye.
Tle bora. An m’a faga. Baarakelau be baarake ani senekelau be seneke.
Joliba bi Mali jamana tigb fo Ansongo. Mun do? Nyb do. Iye mun san? N’ye
liwru san. A be mun ke? A be baarake.
Übersetzung
Wir gehen heute nach Kayes. Gestern sind wir in Bamako angekommen.
Mein Freund ißt Reis und Hirse, er ißt keinen Mais. Die Schüler lesen ein
Buch. Der Lehrer zeigt den Schülern das Buch. Die Sonne ist aufgegangen.
Hat er es verstanden? Ja, er hat es verstanden, aber ich habe es nicht ver-
standen. Die Bauern pflügen auf dem Feld. Am Morgen beginnen die Ar-
beiter zu arbeiten. Samory Toure konnte sehr gut (kbsbbe) kämpfen. Seine
Leute waren aufrichtige Menschen. Der Ausländer spricht nicht Bambara.
Viele Malinke sprechen Bambara. Der Preis des Reises ist nicht hoch (groß),
er ist gesunken. Der Preis der Orangen ist hoch, er ist nicht gesunken. Wir
haben den Berg betrachtet. Er ist schön. Er hat seinen Freund gerufen. Hast
du ihn gesehen? Nein, ich habe ihn nicht gesehen. Ich hatte Durst. Ich habe
kein Wasser getrunken. Mein Freund hat mir einen Brief geschrieben. Mein
Geld ist zu Ende gegangen. Die Kinder singen und spielen im Haus. Der
Händler verkauft Zigaretten. Der Fluß Elbe fließt durch die Deutsche De-
mokratische Republik. Die Bozo fangen Fische. Sie befinden sich in der
Region Segou und in der Region Mopti. Mopti ist die Region des Fisch-
fangs in Mali.
Nzonzan ani sira
Masake kelen tumbe demuso nyuman tumb'a fe. Don o donfuru ci (Brautwer-
ber) tumbe samba a ma. Don db la a y'a fb dugu maa bee ye: »Ne be n’demuso
furu mogo ma, mbgb min (welcher Mensch) be se kala nya ni Wa fe k'an de-
muso furu i be na a nyanaje la bee Wi ka fanga ni i ka kekuya laje.« Masake
tunmiri be (er gedachte) k'a demuso la mara, kada sira sun bbnya kan. Sira
sun tunka bbn kbsbbe. Maa si te se k'a sogo ni kala nya kele ye. O kele nzon-
zan y’o mb. Ale (er) don m'b'a fe ka masake demuso nyuman furu. Nzonzan
5. Lektion 61
wulila ka taa jiri senama, A ko: »N'teri, ne ye ko cama ke e ye. N'sera e fana
ma kan deme, I bi taa sira sun ma, mun be (welcher sich befindet) dugu ceman
ce la.«
Jiri sena y’a se k'a nyimi9 a ye baarake tle saba kdnd. Nzonzan ye kala kele
dlan kalan cini k’a se ka taami (durchgehen) jiri w fe. O kele a ye won da-
tugu ni wonfo ye. O bee kera jonajona ani konyuma. Maa si ma se k' a bdn
a kala ma.
Nyanaje don sera. Began bau folo ye jiri fle. U ma se k'a sdgd ni kala ye.
0 kele waraba ani saman olu dimina. A sera nzonzan ma (die Reihe kam an
den Hasen). Kulusi fiman ani doloki tumbe nzonzan na. Banfla bleman tumbe
a kun na. A wulila doniddni ka se jama ma. Bee yelela. Mdgd ko, nzonzan te
se ka jiri sdgd ko kada waraba ani saman ma se k'a sogo.
Nka nzonzan ye jama fo9 a ye masake demuso fd9 a ye faamau fo. A taara jiri
bafe, sirafe. A ye sigi a se kun ka jiri laje k'a suman. A ye kala saman k'a bla
ka taa sira sun sdgd ka bdn a kd fe. Kule kan wulila jama fe: »Nzonzan y'a
sogo! Nzonzan y'a sdgd!« U ye masake demuso di nzonzan ma. A taara n'a
ye (mit ihm, ihr). U taato (wie sie gingen) jama ye sira bla.
6. Lektion
6.1. Das Verbalnomen und seine Bildung
Wie bereits unter 5.3. hingewiesen wurde, besteht im Bambara die Möglich-
keit der Ableitung von Verbalnomen, genauer gesagt, die Bildung von no-
mina actionis von Verben mit Hilfe der Suffixe -ni oder -ff. Diese Verbal-
nomen bezeichnen die Aktion des zugrunde liegenden Verbs.
Als Faustregel für die Wahl von -ff oder -ni mag gelten, daß -ni dann suffi-
giert wird, wenn das Verb einen Nasalvokal oder Nasalkonsonanten enthält.
Diese Regel wird aber nicht in jedem Falle konsequent eingehalten, vgl. das
Verbalnomen von sebe(n) »schreiben«, nämlich sebeli oder sebenni »das
Schreiben«, »die Aktion des Schreibens«. Diese Schwankungen sind offen-
sichtlich damit zu erklären, daß in einigen Gebieten der Vokal der zweiten
Silbe des Verbs oral, in anderen Fällen nasal ist.
Beispiele für die Bildung des Verbalnomens:
dumU) dun essen
san kaufen
fyere verkaufen
ta nehmen
don wissen, kennen
fara teilen
mi trinken
mb hören, verstehen
fb sagen
fle betrachten, beobachten
di geben
dumuni das Essen, Aktion
des Essens
sanni das Kaufen, der Kauf,
Aktion des Kaufens
fyereli das Verkaufen, der Ver-
kauf
tali das Nehmen, Aktion des
Nehmens
donni das Wissen, Kennen
farali Teilen, Teilung
mini Trinken, Aktion des Trin-
kens
meni Hören, Verstehen
föli Aktion des Sagens
fleli Betrachtung, Beobachtung
dili Geben, Aktion des Gebens
Diese Verbalnomen oder nomina actionis finden in zweierlei Hinsicht Ver-
wendung:
a) Zur Bildung neuer (transitiver) Verben wie in den folgenden Beispielen:
6. Lektion
63
dumu essen — dumuni Aktion des Essens — dumunike essen, die Ak-
tion des Essens vollziehen
mi trinken — mini Trinken, Aktion des Trinkens — minike trinken,
Aktion des Trinkens ausüben
Als auf diese Weise sekundär entstandene Verben sind u. a. noch zu nennen:
fyerelike verkaufen, einen Verkauf machen
sonyalike stehlen, einen Diebstahl ausführen
menike hören, verstehen
sebelike schreiben
Diese Verben können kein (weiteres) Objekt bei sich haben, gelten aber, wie
die Formbildung zum Beispiel hinsichtlich des Perfekts ausweist (5.5.), als
transitive Verben mit einem Objekt zum Verb ke »machen« wie alle übrigen
Verben, die mit ke verbunden sind (baarake, tlbnkb, baroke u. a.).
b) Zur Bildung einer aktuellen Präsensform in Sätzen wie
M'be dumuni la. Ich esse jetzt, bin gerade beim Essen.
Näheres dazu unter 6.2.
6.2. Formen der aktuellen Gegenwart
Unter 5.4. wurde bereits eine Präsensform mit dem Bildungselement be ab-
gehandelt, die sowohl eine aktuell vor sich gehende Handlung, als auch eine
allgemein in der Gegenwart und eine sich hier wiederholende Handlung zum
Ausdruck bringen kann. Diese Form stellt die wichtigste Form der Präsens-
bildung des Bambara dar, die praktisch auch alle Möglichkeiten des Cha-
rakters eines Handlungsablaufs in der Gegenwart zu bezeichnen vermag.
Um speziell eine aktuelle Gegenwart oder eine in der Gegenwart andauernde
Handlung formal auszudrücken, verfügt das Bambara über drei weitere
Möglichkeiten.
6.2.1. Aktuelle Präsensform im Rahmen von Nominalsätzen
Im Rahmen von Nominalsätzen mit be als Bildungselement sowie Substan-
tiven oder Verbalnomen in Verbindung mit den Postpositionen la oder na
können Formen des aktuellen Präsens gebildet werden. Es handelt sich dabei
um einen Satztyp, der bereits unter 4.1. erläutert wurde. Die nach dieser
Regel entstehenden Sätze weisen auf eine sich aktuell vollziehende oder eine
in der Gegenwart andauernde Handlung hin, zum Beispiel:
A be baara la. Er arbeitet (gerade), er befindet sich bei der Arbeit.
64
6. Lektion
Im Rahmen dieses Typs ...be ...la (na) können, von semantischen Beschrän-
kungen abgesehen, alle Substantive und Verbalnomen eingesetzt werden:
M'be dön na. Ich bin beim Tanzen, ich tanze (gerade).
M'be dumuni na bzw. m'be dun na. Ich bin beim Essen, ich esse (jetzt).
A be malo dun na. Er ißt (gerade) Reis, ist beim Essen von Reis.
Am be kalan na. Wir sind beim Lesen, wir lesen.
E be mun na sisan? Was machst du jetzt? (eigtl. wobei bist du jetzt?)
M'be ji mi na. Ich trinke (gerade) Wasser, bin beim Wassertrinken.
Am be baroke la. Wir diskutieren, wir sind beim Diskutieren.
M'be Bamanan kan fö la. Ich spreche gerade Bambara, bin beim Bam-
barasprechen.
Die Verneinung dieser Formen erfolgt regelgerecht durch te, eine Modifi-
zierung dieser Formen ist ferner durch tumbe (verneint tunte) möglich. Da-
durch entstehen Sätze, in denen eine in der Vergangenheit andauernde
Handlung zum Ausdruck gebracht wird.
An te kalan na. Wir schreiben nicht, sind nicht beim Schreiben.
N'te dbnke la. Ich tanze nicht, bin nicht beim Tanzen.
An tumbe kalan na. Wir lasen, waren beim Lesen.
A tumbe malo dun na. Er aß Reis, war beim Reisessen.
N'tunte ji mi na. Ich trank kein Wasser.
An tumbe baro la bzw. an tumbe baroke la. Wir diskutierten, waren in
der Diskussion.
6.2.2. Das aktuelle Präsens mit ka(n) oder kanka
Dem allgemeinen Präsens kann ein Bildungselement ka(n) oder kanka nach
dem Präsenskennzeichen zugefügt werden. Die dabei entstehenden Formen
kennzeichnen das Zusammenfallen des Handlungsverlaufs mit dem Moment
der Rede (Koinzidenzfalle). Diese Formen sind, wie der Sachverhalt, relativ
selten.
M'be kank'a ye. Ich sehe ihn (jetzt, im Moment der Rede).
M'bi ka ji mi. Ich trinke (gerade) Wasser.
A be ka malo dun. Er ißt gerade Reis.
M'bi ka taa biro la. Ich gehe soeben ins Büro.
M'be kan liwru kalan. Ich lese gerade ein Buch.
Es ist auch möglich, solche Koinzidenzfalle ins Präteritum zu verlagern:
A nana tuma mi n'tumbe ka nako son. Er kam zu einer Zeit, als ich
gerade den Garten goß.
6. Lektion 65
6.2.3. Präsensformen mit dem Präsenspartizip
Das Präsenspartizip mit dem Suffix -tb (vgl. 7.2.) kann eine Präsensform im
Rahmen von Nominalsätzen des Typs 1 (Verbindung mit do, tb) bilden.
Diese Form hebt insbesondere die aktuell andauernde Handlung hervor.
N'taatb do dugu kbnb. Ich gehe gerade in die Stadt (wörtl. ich bin
gehend in die Stadt).
A ba taatb do dugu kbnb. Seine Mutter geht gerade in die Stadt.
An natb do sisan. Wir kommen gerade an.
So bolitb do. Das Pferd läuft (wörtl.: ist laufend).
Auch hier ist eine Modifizierung in der Vergangenheit, wenn auch selten,
realisierbar:
N'taatd tundo dugu kbnb. Ich ging gerade in die Stadt, war gerade
dabei, in die Stadt zu gehen.
6.3. Das Imperfekt
Diese Zeitform drückt eine Handlung aus, deren Dauer oder ständiges Ab-
laufen in der Vergangenheit betont wird. Ihre Bildung erfolgt im Prinzip
durch Präfigierung des Bildungselements ftm- vor das Präsenskennzeichen
{bb oder bi, negativ tb oder ti), also durch tumbe oder tunte {tumbi bzw.
tunti).
N'tumb'a fb. Ich sagte es ihm.
U tumbi taa kungo kbnb. Sie gingen in den Busch.
An tumbb Ibtri db sbbbn. Wir schrieben einen Brief.
Shbfbri tumbb esansi san. Der Chauffeur kaufte Benzin.
Su fb a tumbb taa sinema la. Abends ging er ins Kino.
Don o don watiriu tumbb na Bamakb. Täglich kamen Autos in Bamako
an.
6.4. Das Futur
Das Futur ist eine im Bambara relativ schwach ausgebildete und ausge-
prägte Kategorie. Als Bildungselement findet hierbei das Verb na »kommen«,
»gehen«, »ankommen« (vgl. auch frz. »aller« zur Futurbildung) Verwendung.
Die Verneinung des Futurs erfolgt durch tna (entstanden aus tb na).
n'na taa ich werde gehen n'tna taa ich werde nicht
gehen
5 Lehrb. Bambara
66 6. Lektion
i na taa du wirst gehen i tna taa du wirst nicht gehen
a na taa er, sie wird gehen a tna taa er wird nicht gehen
an na taa wir werden gehen an tna taa gehen wir werden nicht
au na taa ihr werdet gehen au tna taa gehen ihr werdet nicht
u na taa sie werden gehen Weitere Beispiele: u tna taa gehen sie werden nicht
A na na. Er, sie wird kommen.
Dunan na na. Der Fremde wird kommen.
N’na a sara. Ich werde es bezahlen.
An na baarake sigareti dlan yorb la. Wir werden in der Zigaretten-
fabrik arbeiten.
Sininkene an na taa Bamakd awidn jigi kene. Übermorgen werden wir
auf den Flugplatz von Bamako gehen.
Die schwache Ausprägung des Futurs zeigt sich insbesondere auch dadurch,
daß sehr häufig diese Futurformen durch Präsensformen mit be ersetzt wer-
den können, vgl. Sätze wie
Sini n’na taa Bamakd. Morgen werde ich nach Bamako gehen,
oder
Sini m’bi taa Bamakd. Morgen gehe ich nach Bamako.
Sini n’na dumunike sinye saba. Morgen werde ich dreimal essen,
oder
Sini m’be dumunike sinye saba. Morgen esse ich dreimal.
6.5. Das Funktionswort de zur Hervorhebung eines Wortes
Sehr häufig findet im Bambara das bedeutungsleere Funktionswort de Nqt-
wendung, um ein Wort, meist ein Substantiv oder anderes Wort der Form-
klasse I, hervorzuheben.
Bamanan kan defole do Mali bee kbnb. Es ist das Bambara, das über-
all in Mali gesprochen wird, überall in Mali wird Bambara ge-
sprochen.
Bamakd misiri ba ye so ba de ye. Die (große) Moschee von Bamako
ist ein großes Gebäude.
An de ye wari nyini. Wir haben das Geld gesucht.
Ne de ye letri seben. Ich habe den Brief geschrieben.
Sekou Toure de ye Lagine peresidan ye. Sekou Tourd ist der Präsi-
dent von Guinea.
6. Lektion 67
Vokabeln
biro (T-H) Büro, Amt
sonya (H-H) Diebstahl; stehlen
sonyalike (H-H-H-T) stehlen
boli (H-H) laufen
sinema (T-T-H) Kino
nako (T-H) Garten
son (H) gießen, bewässern
shoferi (H-T-H) Fahrer
esansi (T-T-H) Benzin
kene (H-T) freier Platz, freies Feld
awion jigi kene Flugplatz
du (H) Familie
du kene Hof, Platz vor dem Haus
jamu (T-H) Familienname
fblbfolö (H-T-H-T) der erste, aller-
erste
alimaami (T-T-H-H-T) Imam
sugu (T-H) Markt
sini (T-H) morgen
sininkene (T-H-H-T) übermorgen
sinye (T-H) Mal
dila (T-H), auch dlan, dla (H) ma-
chen, herstellen
sabara (H-T-H) Schuhe, Schuhwerk
fini (T-H) Stoff, Bekleidung
sara (H-T) bezahlen
nisdnja (T-H-H) Freude, freudige
Stimmung
Vokabeln zum Text »Bamakb dugu kbnb la«
aglo (T-H) (täglicher) Markt
aglo dugu Marktzentrum, Wirt-
schaftszentrum
jago (T-H) Handel
su fara tle kan Tag und Nacht, von
früh bis spät
segi (H-T) zurückkehren
famuya (T-H-H) Verständnis
sdgd (T-H) Fleisch, wildes Tier
namo (T-H) züchten, aufziehen,
Zucht, Aufzucht
bili (T-H) bzw. bli (H) etwas darüber-
legen
ba bli (H-H) Brücke
kuran (H-T) Strom, Elektrizität
yele (H-T) Licht, Lampe
balo (T-H) Leben, Betrieb
a be balo la ist in Betrieb
ba (H) tausend
sama (T-H) anziehen, anwesend
sein
cenya (H-H) schöner Anblick
furake (T-H-T) sorgen, pflegen, be-
handeln
Point G. Name eines Krankenhauses
bei Bamako
deme (H-T) helfen, auch: heilen
tola ti ydrd Stadion, Sportplatz
baldn (H-T) Ball
tan (H) mit dem Fuß stoßen
koron (H-T) füllen, aufnehmen
sibiri (H-T-H) Sonnabend
sibiri o sibiri jeden Sonnabend
kerne (H-T) hundert
fe (H) lieben
o de ye das heißt, deshalb
Jigi Semd Name eines Kaufhauses in
Bamako
jd (H) Länge
jd kun (H-H) Länge
fan (H) Richtung, Ort
musoya (T-H-H) fraulich, Frauen-
5*
68 6. Lektion
minan (T-H) Utensil, Utensilien
fybnto (T-H) Blinder
sara (H-T) kleines Stück, milde Gabe
dali, deli (H-T) bitten, erbitten, bet-
teln
taami (H-T-H) Gang, Gehen
taami sira Eingang, Durchgang
sira la (T-H-H) auf dem Weg, in
bezug auf
tbrb (H-T) Unglück, Krankheit
dogo tbrb so Krankenhaus, Klinik
Übungssätze
Denu tumbe tlbnkb du kene la. Mb kalo tile kelen (am ersten Mai) baarakbla
bee bb selikb. Lakbl denu bb sbbbli la. U karambgo bb kalan na. Fyerekblau
be fyereke. Dumuni fen bana. Su fb am be baroke. Sisan an te baro la. Sbne-
kblau tumbe taga foro la. Samybn fe senekela na seneke. Mbgb caman bb taa
Jigi Seme so kbnb. Sini Senegali peresidan na na Bamako awibn jigi kbnb la.
Senegali peresidan o ye Leopold Sedar Senghor ye. Mali dugu ba ye Bamakb
ye. Senegali dugu ba ye Dakar ye ani Lagine dugu ba ye Conakry ye. Kunu
Otiwalita delegasibn guwernemantal sera Bamakb. Otiwalita dugu ba ye
Wagadougou ye.
N'tbgb Amadou. Ne jamu Konate. N’fa tbgb Mamadou. A jamu Konate. M'ba
togo Mariam. A jamu Traore. Biton Coulibaly o de ye Segou faama ba fblb-
fblo ye. Faama ba flana o de ye Damonzon ye. A ye dugu caman mine. Samory
Toure tunye alimaami de ye. A tumbe keleke kbsobe ani tubabuu san tan ani
segi (achtzehn Jahre), u ma se k9a mine. O kb (schließlich, endlich) u y'a
sonya k'a mine. Am be nyb dumuni na. M'bb letri seben na sisan. Banafura-
kbla be se ka bana kenbya. Dunan tna na Segou nka na na Mopti. N’ti se ka
dumunike katugu bana bb ri*na. Lakbl denu be mun na? Lakbl denu be dbnki-
lida la. I tumbe taa mi? N'tumbe taa sugu la don o don. Su fb nisbnja bb
ybrb bee. An tumbe sabara ani finiu san sugu la.
Übersetzung
Mein Name (Vorname) ist Werner. Mein Familienname ist Hofmann. Der
Familienname meines Vaters ist (auch) Hofmann. Sein Vorname ist Emst.
Mein Vater geht jeden Tag ins Büro eines Ministeriums (ministri so). Ich
bin Arbeiter. Ich arbeite in einer Autofabrik (watiri dlan ybrb). Jetzt arbeite
ich nicht, weil ich krank bin. Mein älterer Bruder ist Bauer. Er arbeitet im
Sommer (übers. Trockenzeit) auf dem Feld. Meine jüngere Schwester
arbeitet nicht. Sie hat drei Kinder, zwei Jungen und ein Mädchen. Mein
Vater fuhr (ging) jeden Tag nach Berlin, aber jetzt arbeitet er in unserer
6. Lektion 69
Stadt und fahrt nicht (mehr) nach Berlin. Berlin ist die Hauptstadt der Deut-
schen Demokratischen Republik. Es ist eine große Stadt. Die Kinder schrei-
ben und lesen in der Schule. Die Schule ist ein großes Gebäude. Am Morgen
gehen alle Kinder in die Schule, und mittags (tle fe) verlassen (bd) sie die
Schule und kehren nach Hause zurück. Was tust du jetzt? Ich lese jetzt ein
Buch, danach (o kele, o kd) werde ich einen Brief an meinen älteren Bruder
schreiben. Meine Mutter wird morgen zurückkehren. In der DDR sprechen
die Menschen überall die deutsche Sprache (alman kan). Alle Menschen
(dort) verstehen Deutsch. Was sagst du gerade? Ich sage ihm gerade etwas.
Übermorgen werden wir nicht arbeiten, weil Sonnabend ist. Wir fuhren
täglich zweimal in die Stadt. Er ging jetzt gerade ins Büro.
Bamakd dugu kdnd la
Bamakd dugu sigile be (ist gelegen) Mali tle bife. Bamakd ye galo dugu ye ani
jago dugu. Mali dugu ba do. Su fara tle kan maa be taa ka segi. Ydrd bee la
nisdnja be ani faamuya. Bamakd beganu ka nako la sdgd siya bee be yen.
O ydro ye began namo ydrd ye. Joliba ani a ba bli kdnd ka damina tle bi fe fo
sogoma be balo la. Bamakd sugu ba be maa ba kelen sama don o don kada a
ka cenya ka ani a ka fyere fenu. Furake ta sira la Bamakd dogo tord so min bd
(welches sich befindet) kulu la n’o ye Point G. be fara fin na ydrd bee deme.
Bamakd tola ti ydrd »Mamadou Konate« min (welches) ni a ka bdn kojugu be
se ka maa ba tan ni duuru (fünfzehntausend) koron a kdnd ye Bamakd baldn
tan ydrd ye. Tola tan ydrd kura min (welches) dlantd (wird gebaut) Madina-
Kura be se maa ba bi wdoro (sechzigtausend) koron. Bamakd Combattant
so1 min ni nyanaje be ke yan. Ddnke ani teatri be se sibiri o sibiri ka maa kerne
naani koron, maa min ni u be taa nyanaje fle. Su fe nisdnja be ydrd bee. O
de y'a to ne be Bamakd fe.
Jigi Seme
Jigi Seme ye so ba de ye. A ka jan, a ka bdn. A jo kun bd fo metri bi duuru.
Jagokela caman ani fyere fen caman be ye. Mobiliu bd ydrd bee. Fyentdu
sigile (sitzend, gesessen) sara ka deli la. I ddntd (eintretend) i be yele ye fan
bee. Taami sira fla be ye. Ibdfyerefen siya bee ye i nya kord (vor dir). Ddnki-
lida kan be fan bee ani nisdnja. Jigi Seme tlale do (ist geteilt) fla ye. Fan
kelen na fen be fyere ye. Fan do (auf der anderen Seite) a to bd ye: sabara,
musoya minan,finiu, gafeu, tlonkd fdnu. Ni i donna i te se ka bd.
1 Haus der Kriegsveteranen.
7. Lektion
7.1. Das Plusquamperfekt
Wir haben diese Bezeichnung aus der Terminologie der indoeuropäischen
Grammatik für eine Verbalform des Bambara übernommen, auf die die
Charakteristik, die man dem Plusquamperfekt in einigen indoeuropäischen
Sprachen zuerkennt, im wesentlichen auch zutrifft. Diese Zeitform drückt
eine Handlung in der Vergangenheit aus, deren Ablauf oder deren Resultat
schon vor dem Moment der Rede beendet bzw. erreicht ist. Das Plusquam-
perfekt kann auch den Sachverhalt einer bereits abgeschlossenen Handlung
vor einer darauf folgenden Handlung in der Vergangenheit zum Ausdruck
bringen (Vorvergangenheit).
Die Bildung dieser Form erfolgt mit den Mitteln des Perfekts sowie der Prä-
figierung von tun- (als dialektale Variante auch kirn-). Die Verschieden-
artigkeit der Perfektbildung in bezug auf transitive oder intransitive Verben
wird deshalb auch bei der Bildung des Plusquamperfekts beibehalten.
a) Die Bildung des Plusquamperfekts transitiver Verben wird durch tunye
(verneint tumma) und dem Verb realisiert:
n’tuny’a ye
(ne tunye a ye)
i tuny'a ye
a tuny'a ye
an tuny'a ye
au tuny'a ye
u tuny'a ye
Negative Formen:
an tumiria ye
u tumma an ye
ich hatte es, ihn gesehen
du hattest es, ihn gesehen
er, sie, es hatte es, ihn gesehen
wir hatten es, ihn gesehen
ihr hattet es, ihn gesehen
sie hatten es, ihn gesehen
wir hatten es, ihn nicht gesehen
sie hatten uns nicht gesehen
b) Die Bildung des Plusquamperfekts intransitiver Verben erfolgt von den
Perfektformen intransitiver Verben (suffigierte Verbalstämme mit den Suf-
fixen -ra, -/ä, -na), zu denen das Bildungselement tun- präfigiert wird. Die
verneinten Formen entsprechen denen transitiver Verben.
7, Lektion 71
Beispiele:
rf tunmirila
i tunmirila
a tunmirila
an tunmirila
au tunmirila
u tunmirila
Negation:
ne tumma miri
an tumma miri
ich hatte nachgedacht
du hattest nachgedacht
er, sie hatte nachgedacht
wir hatten nachgedacht
ihr hattet nachgedacht
sie hatten nachgedacht
ich hatte nicht nachgedacht
wir hatten nicht nachgedacht
Weitere Beispiele für Formen des Plusquamperfekts:
N'tunye dlo mi. Ich hatte Bier getrunken.
A de tunye letri sehen. Er hatte den Brief geschrieben.
Kongo tuma tunsera. Die Zeit des Hungers war gekommen.
Samory Toure tunkera faama ba ye nka a tunka fari. Samory Toure
war ein großer König geworden und er war mutig.
Mdgb sabana tunkulela. (Und) der dritte Mann hatte geschrieen.
Nzonzan tunsengena a ye a sigi jiri dd körb. Der Hase war müde ge-
worden und legte ihn bei einem Baum ab.
Esansi tunfyerela ne fe (s. auch Passiv 9.1.). Das Benzin war von mir
verkauft worden.
7.2. Die Partizipien des Bambara
Das Bambara verfügt über zwei Partizipialformen, die mit den Suffixen -to
bzw. -le oder -ne gebildet werden. Ihrer Funktion nach, besonders in bezug
auf ihre zeitliche Relation, entsprechen sie weitgehend dem deutschen Prä-
senspartizip und dem Partizip Präteritum Passiv.
7.2.1. Das Präsenspartizip auf -tb
Dieses Partizip hat offensichtlich zwei Funktionen:
a) Die Wiedergabe einer Form der aktuellen Gegenwart, vgl. unter 6.2.3.
b) Den Ausdruck der Gleichzeitigkeit zu einer parallel verlaufenden Hand-
lung, die im Präsens aber auch im Präteritum vor sich gehen kann (Bezüge
zu zukünftigen Handlungen wurden im vorliegenden Material bisher nicht
gefunden), zu realisieren.
Was die Bedeutung der aktuellen Gegenwart betrifft, so wurde bereits unter
72 7. Lektion
6.2.3. auf Sätze des Typs n'taatd do dugu kdnd »ich gehe jetzt gerade in die
Stadt« hingewiesen.
Beispiele für den Ausdruck der Gleichzeitigkeit des Präsenspartizips zu einer
Handlung im Präsens oder Präteritum:
A ddntd so kdnd feie bina. Als er in das Haus eintrat, fiel die Kalebasse
um (wörtl. er hineingehend in das Haus, die Kalebasse fiel um).
Don dd la suruku yalato kungo kdnd a taara se jiri dd ma. Eines Tages
ging die Hyäne in die Steppe spazieren und kam zu einem Baum.
Suruku ani nzonzan wilila ko u bi taa duniya yala u taato u ye sine nin
dd ye. Die Hyäne und der Hase machten sich auf, um sich die Welt
anzusehen. Wie sie so gingen, sahen sie eine Gazelle.
A kasitd segina a ka dugu. Weinend ging er in seinen Ort zurück.
El Haj Oumar taara Hiji Makan a sdginato a taara Bomu. El Hadj
Oumar ging auf Pilgerfahrt nach Mekka, und während seiner Rück-
kehr (zurückkehrend) begab er sich nach Bomu.
Kdgd bintd ye den faga. Eine umfallende Mauer hat das Kind getötet.
Die Partizipialformen auf -to, die in Form von Nominalsätzen des Typs 1
aktuelle Gegenwart bezeichnen, können entsprechend der möglichen Modi-
fizierung des Prädikatskennzeichens (do — tundo) auch ins Präteritum ge-
setzt werden und drücken dann eine in der Vergangenheit andauernde (dura-
tive) Handlung aus.
A natd tundo oder a tun natd do. Er kam bzw. er war kommend.
7.2.2. Das Partizip Präteritum Passiv
Dieses Partizip wird mit den Suffixen -le oder -ne (mit -ne, falls das Verb
einen Nasalvokal oder Nasalkonsonanten aufweist) gebildet. Es drückt eine
abgeschlossene Handlung oder das Resultat einer Handlung aus, in be-
stimmten Fällen auch den Abschluß einer vergangenen Handlung in bezug
auf eine in der Vergangenheit bereits abgeschlossene Handlung. Auf den
Charakter als Partizip (bestimmte gemeinsame Züge der Formklassen II
und III, Verb und Adjektiv) weist auch die mögliche Verbindung mit einem
Substantiv in attributiver Stellung hin.
a) Das Partizip auf -le bzw. -ne kennzeichnet den Abschluß einer vergange-
nen Handlung im Passiv. Es bildet dabei Nominalsätze des Typs 1 und 4
(mit do und be).
Bamanan kan de fdle do Mali bee kdnd. Bambara wird in ganz Mali
gesprochen.
Mali tlale do ydrd saba. Mali ist in drei Gebiete geteilt, Mali teilt man
in drei Vegetationszonen ein.
7. Lektion 73
Bamako dugu sigile bi Mali tle bi fe. Die Stadt Bamako liegt (ist ge-
legen) im Westen von Mali.
A taale(m) be. Er ist gegangen.
Angle kan fole te Mali kbnb. Englisch wird in Mali nicht gesprochen.
Eine Transformation dieser Formen in die Vergangenheit ist, wie beim
Partizip auf -rd, ebenfalls möglich:
A taale(n) tumbe bzw. a tun taale(m) be. Er war gegangen.
b) Das Partizip auf -Ze oder -ne kennzeichnet den Abschluß einer vergangenen
Handlung, als deren Resultat oder Folge eine andere Handlung in der Ver-
gangenheit abläuft oder ablaufen kann.
A bole Kita an teri sera Kayes. Nachdem er Kita verlassen hatte, kam
unser Freund in Kayes an.
A kbrbbayale a dbnna silameya la. Nachdem er älter (erwachsen)
geworden war, ging er zum Islam über.
Ekipu fla dbnne baldn tan kene kbnb ani arbitri Monsieur Sany Mady
Diallo fe Joliba galeya a ka kanta. Nachdem beide Mannschaften
mit dem Schiedsrichter, Herrn Sany Mady Diallo, auf dem Fußball-
feld eingelaufen waren, gewann die Mannschaft von Joliba die
Seitenwahl.
O kele a ye won datugu. Nachdem das getan war, verschloß er das
Loch (od.: danach machte er das Loch zu).
O kele waraba ani saman olu dimina. Nachdem das geschehen war,
hatten (auch) der Löwe und der Elefant keinen Erfolg.
Man beachte auch hier mögliche Präteritalformen zu do:
Nin tlbnkefenu tundile do an teriu ma u tagara so kbnb od. ...fenu dile
tundo ... Nachdem die Spielsachen an unsere Freunde übergeben
worden waren, gingen sie (die Leute) nach Hause.
c) Das Partizip kann wie ein Adjektiv mit einem Substantiv verbunden wer-
den. Das ist allerdings nur in attributiver Stellung möglich.
ji sumale od. sumane kaltes (erkaltetes) Wasser
ji sumane do das ist kaltes Wasser
muso kbrole eine alte, altgewordene Frau
mbgb pasale ein dünner (abgemagerter) Mensch
jiri sale ein abgestorbener Baum
jiri jale getrocknetes Holz
jiri tule gebündeltes Holz
sira dule ein kurvenreicher Weg
u. a.
74 7. Lektion
Nicht möglich ist ein Vorkommen dieser Formen in den Rahmen, die nur
einem Wort der Formklasse HI, dem Adjektiv, vorbehalten sind, also etwa
ji ka sumale.
7.3. Mittel der Wortbildung — Suffixe -ni, -ya und -la
Das Bambara ist außergewöhnlich reich an Mitteln der Wortbildung. Suffi-
gierungen, Präfigierungen und Wortkompositionen sind sehr häufig anzu-
treffen. Wir stellten bereits in den bisher behandelten Lektionen fest, daß
Suffixe wie -u (zur Pluralbildung), -ra, -la, -na (zur Bildung des Perfekts),
-ni, -li (nomina actionis), -le, -ne und -tb (zur Bildung von Partizipien), -na
(Ordnungszahlen) und andere wichtige grammatische Funktionen über-
nehmen. Wir wollen nunmehr eine Reihe von Suffixen darstellen, die vor-
wiegend wortbildende Funktion haben.
7.3.1. Das Suffix -ni zur Markierung des Diminutiven
Durch Verbindung mit dem hochtonigen Suffix -ni werden von Substantiven
der Formklasse I neue Substantive mit diminutiver Bedeutung gebildet:
kbnb Vogel — kbnbni kleiner Vogel, Vögelchen
kbnb Perle — kdnbni kleine Perle
ulu Hund — uluni kleiner Hund
so Pferd — soni kleines Pferd
den Kind — denni kleines Kind
dugu Ort — duguni kleiner Ort
nzonzan Hase — nzonzani kleiner Hase, Häschen
7.3.2. Das Suffix -ya
Dieses Suffix kann mit Wörtern der Formklasse I, II und III verbunden wer-
den.
In Verbindung mit Wörtern der Formklassen I und II werden damit Ab-
strakta, in Verbindung mit Wörtern der Formklasse III werden damit so-
wohl abstrakte Begriffe (und damit Substantive der Formklasse I) als auch
Stative, einen Zustand bezeichnende, und inchoative, den Eintritt in eine
Handlung bezeichnende Verben (und damit Wörter der Formklasse II) ab-
geleitet.
7. Lektion 75
teri Freund maa Mensch faamu verstehen suma frisch sein fblo der erste muso Frau — teriya Freundschaft — maaya Menschheit, Menschlichkeit — faamuya Verständnis, Eintracht — sumaya Frische, Kälte — fblbya Priorität — musoya Qualität einer Frau, auf Frauen bezogen, Frauen-
suru kurz — surunya Kürze, geringe Größe; kurz sein, kurz werden
hörö frei bdn groß jan lang gelb schwierig — hordya Freiheit, Würde; frei sein, werden — bonya Größe; groß sein, groß werden — janya Länge; lang sein, lang werden — geleya Schwierigkeit; schwierig sein, schwierig werden
jugu schlecht dogo klein — juguya Bosheit; schlecht sein, werden — dogoya geringe Größe; klein sein, klein werden, abnehmen
7.3.3. Das Suffix 4a (-na)
Dieses Suffix dient zur Bildung von nomina agentis (handelnde Personen).
Diese Formen werden sehr häufig, und das setzt sich als Tendenz immer
mehr durch, von Verben auf -ke abgeleitet:
baara Arbeit
sene Kultur, Feld
san kaufen; Kauf
dali betteln
dan zählen
baro Diskussion
jago Handel
fyere Verkauf
don wissen
— baarala Arbeiter, Arbeitender
besser: baarakela Arbeiter
— senela Bauer, einer, der den Boden be-
arbeitet
— senekela Bauer
— sanna oder sannikela Käufer
— dalilikela Bittender, Bettler
— dannikela Zähler, einer, der zählt
— barokela Schwätzer
— jagokela Händler
— fyerela oder fyerekela Verkäufer
— donnikela Wissender, Gelehrter
u. a. m.
7.4. Wörter der Formklasse IV
Es wurde bereits darauf verwiesen, daß die Wortarten im Bambara keine
morphologisch-formalen Kennzeichen aufweisen und es deshalb als ange-
76 7. Lektion
bracht erscheint, die Wortarten aus der syntaktischen Struktur, aus be-
stimmten Positionen und Distributionen heraus zu bestimmen. Unter Zu-
grundelegung folgender zwei Rahmentypen erhalten wir Wörter einer Fonn-
klasse IV, die im wesentlichen mit dem herkömmlichen Terminus Adverb
belegt werden kann.
Es sind dies Rahmen des Typs
# mangaru ka di... #
# a ye keleke ... #
Einsetzbar sind hier Wörter wie kbsdbe »sehr«, kojugu »außerordentlich«,
jbnajbna »schnell«, konyuma »sehr schön«, dbnidbni »ein wenig«, yan »hier«,
je, yenfe »dort«, kinin fe »rechts«, numan fe »links« usw.
Manguru ka di kojugu. Mango ist außerordentlich süß.
A be Bamanan kan fo dönidoni. Er spricht (nur) sehr wenig Bambara.
Samory Toure sera ka keleke kojugu. Samory Toure konnte außer-
ordentlich (gut) kämpfen, Krieg führen.
A be yan. Er ist hier.
O bee kera jbnajbna ani konyuma. Das alles wurde sehr schnell und
sehr schön gemacht.
Nzonzani taara kinin fe suruku ba numan fe. Der kleine Hase ging
(nach) rechts, und die große Hyäne ging (nach) links.
Diese Beispiele belegen, daß diese Wortklasse offensichtlich die Funktion
hat, Wörter der Formklassen II (Verben) und III (Adjektive) zu modifizieren,
eine Funktion, die diese Formklasse auch in anderen Sprachen erfüllt.
Vokabeln
miri (H-T) denken, nachdenken
dlo (H) Bier
faama (T-T-H) König,Würdenträger
fari (H-T) scharf, hart, brutal
kule (T-H) schreien
senge (H-T), auch sege (H-T) müde
werden, ermüden
feie (T-H) Kalebasse
Makan Mekka
kogb (T-H) Mauer
kbrobaya (H-T-H-H) älter od. er-
wachsen werden
silameya (T-T-H-H) Islam
ekipu (T-T-H) Mannschaft
arbitri (H-T-T) Schiedsrichter
pasa (H-T) mager sein, abmagem
sa (H) Tod; sterben
yala (H-T) herumlaufen, Spazieren-
gehen
wili (H-T) = wuli sich aufmachen,
beschließen
duniya (T-T-H) Welt
sine (T-H) Gazelle
kasi (H-T) weinen, heulen
7, Lektion 77
Hiji (H-T) Pilgerfahrt
ja (H) trocken sein, trocken werden
tu (H) einwickeln
du (H) krümmen, krumm machen
konö (H-T) Perle
hdrd (H-T) frei, freier Mensch
hdroya (H-T-H) Freiheit, Würde
kinin fe (H-T-T) rechts, nach rechts
numan fe (T-H-T) links, nach links
Vokabeln zum Text »Suruku ani nzonzan«.
jo (H) stellen, aufrecht stehen
kd fe (H-T) hinten, hinter
k'a sdrd (T-T-H) weil, um zu, des-
halb
tigi (T-H) Besitzer; besitzen
tobi (T-H) kochen
tobilike (T-H-H-T) kochen
sdrd (T-H) erhalten
nyitni (T-H) kauen, zerreißen, zer-
kleinern
nydgdn fb (H-T-T) = nyuan fb
(H-T-T) gemeinsam
basi (H-T) Schlechtes, Böses
bd(n) da (H-H) Ausgang, Tür
ken (H) Fett
labbn (H-H) vorbereiten
je (H) weiß/klar/hell sein,
weiß/klar/hell werden
kama (H-T) gegen, hinter, auf der
anderen Seite
nata (T-H) Gier, Wunsch
tugu (T-H) richten, zusammenstellen
da tugu, datugu schließen, bedecken,
schweigen
boli (H-T) fliehen, weglaufen
kana (H-T) damit nicht
dogo (T-H) sich verstecken
furu (T-H) Magen, Pansen
nugu (T-H) Gedärm, Därme
ddnso (T-H) Jäger
donsokb (T-H-H) Jäger
wele (H-T) rufen, herbeirufen, ein-
laden
fara (H-T) teilen, auch: zerschneiden,
zerreißen
fili (T-H) werfen, wegwerfen
wara (H-T) wildes Tier, Wilder
Übersetzung
Freundschaft ist eine gute Sache. Der 1. Mai ist der Feiertag aller Werk-
tätigen. Händler sind keine Arbeiter oder Bauern. Beim Spazieren im Wald
sahen wir einen kleinen Hasen. Die Menschen des Ortes haben die ganze
Nacht getanzt. Wir zeigten unserem Freund den Weg und gingen (dann) in
unser Dorf zurück. Sie hatten einen Gast eingeladen. Wir hatten Manyok
und Hirse gekauft. Bei der Rückkehr aus dem Fußballstadion sahen wir
viele Menschen. Das Kind ging weinend in den Hof. In Mali wird Bambara,
Peul, Songhai und Tamaschegh gesprochen. Sie sind die Sprachen des Lan-
des. In Guinea wird Malinke, Susu und Peul gesprochen, und in der DDR
wird Deutsch gesprochen. Nachdem der Minister nach Segou gekommen war,
78 7. Lektion
fuhr er (dann) nach Mopti. Als wir das Geschenk (di fen) übergeben hatten,
setzten wir uns in der Hütte hin. In Bamako verkaufen die Frauen überall
frisches (gekühltes) Wasser. Sein Preis ist nicht sehr hoch. Die alte Frau
suchte im Wald getrocknetes Holz. In den Städten Malis gibt es überall
Eintracht und Freude. Im Kaufhaus Jigi Seme verkaufen die Verkäufer
viele Sachen für die Frauen. In den afrikanischen Ländern ist es sehr heiß,
aber in den europäischen Ländern ist es sehr kalt (gibt es Frische, Kälte).
Suruku ani nzonzan
Don dd la nzonzan taara yala kungo kdnd, A ye sama jole ye, A donna sama
kdnd a ko fe k'a sdro ka sogo caman tigi ka taga a di a muso ma, Ayea tobi.
Suruku muso taara tasuma ta aka so o ye sogo bilale ye, A sorola ka sdgo
caman ta ka taa a di suruku ma, O ye a nyimi. O tuma o sorola ka nyininka
aye abd ydrd min na, Suruku muso ko: »Nzonzan de ye a di na ma«, Suruku
taara nzonzan nyininka: »Ce, e ye nin sogo nin be mi?« Nzonzan ko: »Ne y’a
soro sama kdnd.« Suruku ko: »Sini am be taa nyogon fe.« Nzonzan ko: »O
te basi ye, nka i kana a bd da ken bd.«
Suruku tagara a laben. Dugu jele u sorola ka taa sama kama. O tuma u
sorola ka don, sama kdnd ka ken bd, Suruku o ye nata ba ye. O sordla u bdto
ka a bd da la ken tige a datugura u da la. Suruku o ye dogo sama furu kdnd.
Nzonzan o ye dogo sama nugu kdnd.
O tuma donso dd ye sama faga k’a soro ka taga a denu wele k'a sord kana
sama kdnd fara. U ye nugu fili. Nzonzan bora nugu kdnd k'a sdfrd ka boli. O
tuma u ye furu fara k'a sord ka suruku bd a kdnd ka a bugo fo ka taa afaga.
Nzonzan taara a ka so, Suruku muso taara suruku nyininkalike nzonzan la.
Nzonzan ko: »Ah! A donna sama kdnd. Ne ko a kana a bd da la ken tige. Nka
a y'a tigi, o tuma sama kdnd wara datugura a da la. Donso ye sama faga k9a
sdro ka suruku bd a kdnd ka a bugo fo ka a faga.«
Suruku muso kasira k'a soro ka taga a ka so.
8. Lektion
8.1. Der Imperativ
Der Imperativ, Verbalform zur Wiedergabe eines Befehls oder einer Auf-
forderung an eine zweite Person im Singular oder im Plural, wird im Bam-
bara in der Singularform durch den bloßen Verbalstamm, im Plural durch
a ye (gelegentlich auch au ye) und den Verbalstamm gebildet. Der Impera-
tiv kommt nur in der affirmativen Form vor, zu seiner Verneinung wird die
Negation des Konjunktivs (vgl. 8.2.) benutzt. Es ist zu beachten, daß, wie
bei jeder Verbalform, auch beim Imperativ mögliche direkte Objekte ihm
vorangestellt werden. Indirekte Objekte folgen der Imperativform in Ver-
bindung mit den bekannten Postpositionen.
Beispiele:
taa! geh!
bd! geh hinaus!
jigi! steige herab!,
komm herunter!
a ye taa! (au ye taa!) geht!
a ye bd! (au ye bd!) geht hinaus!, entfernt
euch!
a ye Jigi! (au ye figif) steigt herab!, kommt
herunter!
Ferner:
baarake! arbeite!
aye baarake! arbeitet!
na yan! komm hierher!
liwru kalan! lies das Buch!
au ye liwru kalan! lest das Buch!
frazi kelen sebe tabali kan! schreibe einen Satz an die Tafel!
a sebe! schreibe es (ihn)!
au y'a sebe! schreibt es!
a fle! betrachte es (ihn)!, schau es an!, hier ist er (es)!
a songo dogoya! senke seinen Preis!, geh mit seinem Preis herunter!
afd a ye! sage es ihm!
Segou sira jira ne ma! zeige mir den Weg nach Sfigou!
nin fyere ne ma! verkauf mir das!
tinye fo an ye! sage uns die Wahrheit!
80 8. Lektion
8.2. Der Konjunktiv
Der Konjunktiv stellt eine Verbalform dar, die Sätze finalen Charakters
einleitet oder dazu dient, Befehle und Anordnungen in einer relativ höf-
lichen Form, der Form eines Wunsches, wiederzugeben. Finalsätze können
mit einer Reihe von Funktionswörtem eingeleitet werden, so sani »bevor«,
ka »damit«, janko »damit«, k'a sdrd »damit«, »umzu« und anderen.
Die Bildung des Konjunktivs erfolgt durch das Bildungselement ka, in den
negierten Formen durch kana. Die negativen Formen des Konjunktivs wer-
den, wie bereits erwähnt, gleichzeitig als Verneinung des Imperativs ge-
braucht. Letzteres betrifft dann die 2. Personen im Singular und Plural.
rika a fd damit ich (es) sage, daß ich sage
i ka a fd damit du (es) sagst, daß du sagst
akaafd damit er, sie (es) sagt, daß er, sie sagt
an ka a fd damit wir (es) sagen, daß wir sagen
au ka a fd damit ihr (es) sagt, daß ihr sagt
uka afd damit sie (es) sagen, daß sie sagen
Negation:
n'kana a fd damit ich es nicht sage, daß ich es nicht sage
i kana a fd damit du es nicht sagst, sage es nicht!
a kana a fd damit er, sie es nicht sagt
an kana a fd damit wir es nicht sagen
au kana a fd damit ihr es nicht sagt, sagt es nicht!
u kana a fd damit sie es nicht sagen, daß sie es nicht sagen
Weitere Beispiele:
M'b'a fe i ka taga. Ich will (möchte), daß du gehst.
M'b'a fe i ka da tugu. Ich möchte, daß du den Mund hältst.
M'b'afe au ka ka foro cikd. Ich möchte, daß ihr euer Feld bearbeitet.
Afd a ye k'a ka n'deme! Sage ihm, daß er mir helfen möge!
Afd u ye k'a ka an deme! Sage ihnen, sie sollen uns helfen!
San'i ka jigi! Bevor du herunterkommst, heruntersteigst.
I kana dumuni caman kel Iß nicht so viel!
Ikana ji sumale mi teliya la! Trink das kalte Wasser nicht so schnell!
Au kana frazisebe tabali kan! Schreibt keine Sätze an die Tafel!
Ikana sigi yan! Setz dich nicht hier hin!
Au kana sigi yan! Setzt euch nicht hier hin!
Die verneinte Konjunktivform kommt immer nach solchen Verben wie
siran »fürchten« und bali »verhindern«, »verbieten« zur Anwendung. Man
drückt hier wie in bestimmten anderen Fällen praktisch mit der Befürchtung
8. Lektion 81
die Hoffnung aus, daß ein bestimmter Tatbestand, eine schlechte Handlung
oder böses Ereignis nicht eintreten möge.
M9bi siran u kana a faga. Ich fürchte, daß sie ihn töten = daß sie ihn
nicht töten mögen.
8.3. Der Konditional
Der Konditional ist eine im Sprachgebrauch des Bambara relativ seltene
Verbalform, die in Bedingungssätzen vorkommen kann, wie wir sie auch
in indoeuropäischen Sprachen vorfinden. Die Formbildung weist auf eine
direkte Beziehung zum Futur hin, da der Konditional praktisch durch Prä-
figierung des Futurbildungselements na durch tun gebildet wird, auch in den
negierten Formen (tuntna entstanden aus tun + te + na).
ri* tunna a fö i tunna a fo a tunna a fö an tunna a fd au tunna a fo u tunna a fo Negation: ich würde es sagen du würdest es sagen er, sie würde es sagen wir würden es sagen ihr würdet es sagen sie würden es sagen
n'tuntna a fö an tuntna a fb ich würde es nicht sagen wir würden es nicht sagen
Die relativ seltene Verwendung der Formen des Konditionals erklärt sich
auch durch die Tatsache, daß ein solches Funktionswort wie ni »wenn«
stets mit indikativen Verbalformen verbunden wird.
8.4. Relativsätze
Relativsätze sind dem Gesamtsatz zugewiesene und in diesen eingebettete
Ergänzungsbestimmungen und sind einem tragenden Satzglied attributiv
zugeordnet. Als Funktionswort, das die Beziehung des eingebetteten Satzes
zum abhängigen Satzglied knüpft, verwendet man im Bambara
nun »der«, »die«, »das«, »welcher«, »welche«, »welches« und
minu »die«, »welche« für den Plural.
Als Nebenformen können mun bzw. munu auftreten. Relativsätze können
von einem Substantiv als Subjekt, Objekt, Teil des Prädikats oder als Teil
einer Adverbialbestimmung abhängig sein. Der eingebettete Relativsatz ist
entweder ein Nominalsatz oder ein Verbalsatz. Das Funktionswort min folgt
in der Regel unmittelbar dem Beziehungswort.
6 Lehrb. Bambara
82 8. Lektion
Ce min bd Segou cikdla do. Der Mann, der sich in Sögou befindet, ist
ein Bauer.
Dunan min nana Kulikord o ye tubabu ye. Der Fremde, der nach Kouli-
koro gekommen ist, ist ein Europäer.
N'terike min ye lakdl karamogo ye a be baara nyuman ke. Mein Freund,
der Lehrer ist, leistet eine gute Arbeit.
N'terikeu, minuye lakdlkaramdgouye ... meine Freunde, die Lehrer
sind, ...
Ministri min blale do kalan ko la a be Kayes. Der Minister, der für das
Erziehungswesen verantwortlich ist, befindet sich in Kayes.
Tola tan yoro kura min dlanto Madina-Koura be se ka maa ba bi wboro
koron. Das Fußballstadion, das in Madina-Koura gebaut wird,
kann 60000 Menschen aufnehmen.
An teri Saydou Coulibaly min ye ministri ye faso ka kalan ko la sera
Kayes. Unser Kamerad Saydou Coulibaly, der Minister für natio-
nale Erziehung ist, kam nach Kayes.
Ministrifola politikiu mogbu caman fe minu bd mdgou kun na foni. Der
Minister wurde von zahlreichen Politikern begrüßt, die an der
Spitze des Erziehungswesens stehen.
Masake ko: ne be denmuso furu mdgd maa min (bzw. mbgb min) bd se
kalan nya kelena ka sira sun sdgd. Der König sprach: ich verheirate
die Tochter nur an einen Mann, der mit einem einzigen (dem ersten)
Pfeilschuß den Baobabbaum durchbohren kann.
Die direkte Folge von Beziehungswort und Funktionswort min wird unter-
brochen, wenn ein Relativsatz von einem direkten Objekt abhängig ist, das
Funktionswort min jedoch wegen der starken Bindung des direkten Objekts
an das transitive Verb diese Beziehung nicht sofort realisieren kann. Es gibt
mehrere Möglichkeiten, diese Säze wiederzugeben. Wir wollen das am Satz
»ich habe den Fremden gesehen, der angekommen ist« demonstrieren:
a) Der gesamte Relativsatz, besonders wenn er kurz ist, wird als Objekt vor
das transitive Verb gestellt:
N'ye dnan min nana ye. Ich habe den Fremden, der angekommen ist,
gesehen.
Ebenso:
Am be ministri min sera yan ye. Wir sehen den Minister, der hier an-
gekommen ist.
b) Das direkte Objekt wird zusätzlich noch einmal in Form eines Substituts
(Personalpronomens) in einen Satz aufgenommen:
Dnan nun nana n'y'a ye. Der Fremde, der kam, ich habe ihn gesehen.
8. Lektion 83
Ebensolche Sätze sind:
Fyen nun be bö baba fe n9t9o fe. Den Wind, der von Norden kommt,
liebe ich nicht.
N'terike min denu ma kerie n9y9a ye. Meinen Freund, dessen Kinder
nicht gesund sind, habe ich gesehen.
c) Das Funktionswort wird mit als direktes Objekt aufgenommen, der Rela-
tivsatz jedoch wird erst nach dem transitiven Verb fortgesetzt:
N9ye dnan nun ye a nana. Ich habe den Fremden gesehen, der an-
gekommen ist.
N9ye terike nun ye a be baara nyuman ke. Ich habe meinen Freund
gesehen, welcher eine gute Arbeit leistet.
N9ye muru min san o ka nyi. Das Messer, das ich gekauft habe, ist
schön.
d) Das Funktionswort min folgt dem transitiven Verb, dessen direktes Ob-
jekt Ausgangspunkt eines Relativsatzes ist:
N9ye dnan ye min nana. Ich habe den Fremden gesehen, der angekom-
men ist.
Relativsätze zu temporalen oder lokalen Adverbialbestimmungen werden
durch tuma min »als« bzw. yord min »wo« eingeleitet.
A sera ntene tle tan awirili ler tan ni segi tuma min n9 tumbe ka nako son.
Er kam am Montag, dem 10. April, 18 Uhr an, als ich gerade dabei
war, den Garten zu gießen.
Kunungo n9 tumbi Bamakd yord min na n'terike ye nydgon ben. Gestern
war ich in Bamako, wo ich mich mit meinem Freund getroffen habe.
Cikelau taara kungo kbnb la yord min na uye baardke fo ka tlebi. Die
Bauern gingen in die Steppe, wo sie bis zum Sonnenuntergang ge-
arbeitet haben.
Lakoli karambgo taara Senegal ybro min na a fana tumbi konferans la.
Der Lehrer fuhr nach Senegal, wo er selbst an einer Konferenz teil-
nahm.
Das Funktionswort min hat gewisse Berührungspunkte zur Formklasse I, da
es, praktisch als Substitut von Wörtern derselben, in deren syntaktischen
Positionen vorkommen kann, vgl. die beiden Sätze:
Min kera a ye mogo sdbe ye. Derjenige, der das getan hat, ist ein präch-
tiger Mensch.
Olu ye minun ye ... Sie sind es, welche ... •
6*
84 8. Lektion
8.5. Weitere Suffixe
8.5.1. Die Suffixe -tan und -bali
Beide Suffixe markieren das Nichtvorhandensein einer Eigenschaft oder
einer Aktion. Die Ableitung erfolgt von Verben und Substantiven. Eine
weitere Suffigierung dieser Formen durch das Suffix -ya ist möglich.
barka Dank; Kraft — barkantan kraftlos — barkantanya Schwäche
joli Blut — jolintan blutlos — jolintanya Anämie
kun Kopf — kuntan kopflos
hakili Geist — hakilintan geistlos, dumm — hakilintanya Dummheit,
Unüberlegtheit
balo Leben — balobali leblos — balobaliya Leblosigkeit
bonya Größe — bbnyabali respektlos — bonyabaliya Respektlosigkeit
don wissen — dombali nicht wissend — dombaliya Ignoranz
dana Glaube, Treue — danabali unglaubwürdig, untreu — danabaliya
Untreue
8.5.2. Das Suffix -to
Das Suffix -tb kann auch mit Adjektiven und Substantiven verbunden wer-
den. Diese Kombinationen bezeichnen Eigenschaften. Bestimmte Beziehun-
gen zum gleichen Suffix des Partizips sind dabei unverkennbar.
bagi Lepra — bagitb leprös
kene Gesundheit — keneto wohlauf
kongo Hunger — kongotb hungrig
ji Feigheit — jitb feig; Feiger — jitbya Feigheit
fyen Blindheit; erblinden — fyentb blind; Blinder — fyentoya Blind-
heit; blind werden
8.5.3. Das Suffix -ta
Das Suffix -ta bringt in Verbindung mit Verben die Realisierbarkeit einer
Handlung zum Ausdruck:
ke machen, tun — keta machbar, herstellbar
ye sehen — yeta sichtbar
san verkaufen — santa verkäuflich, zu verkaufen
bbnya groß sein, ehren — bonyata ehrbar
baro sprechen, bewundern — barota bewundernswert
8. Lektion 85
8.5.4. Das Suffix -Um
Mit dem Suffix -lan (auch -nan bei nasalisch auslautendem Stamm) werden
Bezeichnungen von Instrumenten gebildet. Die Ableitung erfolgt von
Verben:
sigi sitzen, sich setzen — sigilan Stuhl, Sitz
gosi schlagen — gosilan Schlagwerkzeug, Hammer
tige schneiden — tigelan Axt, Beil
sumani Aktion des Messens — sumanikelan Waage, Meßinstrument
datugu schließen — datugulan Verschluß, Stöpsel
8.6. Das Präfix la- (ma-)
Das Präfix la- (ma-) verleiht einigen Verben transitive oder kausative Be-
deutung. Ihr syntaktisches Verhalten entspricht dann dem transitiver Ver-
ben, so u. a. bei der Perfektbildung.
Idbi etw. fallen lassen, etw. umstürzen < bi fallen
laban etw. beenden, etw. abschließen < ban beendet sein, enden
labd etw. verschwinden lassen, jmdn. zum Hinausgehen veranlassen
< bd hinausgehen
ladla etw. in Ordnung bringen, etw. reparieren < dla machen, her-
stellen
ladon jmdn. etw. wissen lassen, jmdn. unterrichten < don wissen,
kennen
laje jmdn. versammeln < je sich versammeln
Zq/7gf jmdn. herunterkommen od. heruntersteigen lassen < jigi her-
untersteigen >
lasigi jmdn. setzen lassen, jmdn. einsetzen < sigi sitzen, sich setzen
mabo jmdn. entfernen (< bd)
madimi jmdm. Schmerz verursachen (< dimi)
masuma etw. kühlen, einen Schmerz mildem (< sumd)
majigi etw. senken (< jigi)
Vokabeln
dogoya (T-H-H) etw. senken
tinye (T-H) Wahrheit
sani (H-H) bevor
janko (H-H) damit
kana (H-T) damit nicht
teliya (H-H-H) Schnelligkeit
bali (H-T) verhindern
muru (H-T) Messer
ler (H) Uhrzeit, Zeitpunkt (l’heure)
fana (H-T) selbst
86 8. Lektion
kdnferans (H-T-T) Konferenz
barka (H-T) Dank, Kraft
hake (T-H) Unrecht
dana (H-T) Glaube, Treue
bagi (H-T) Lepra
kene (T-H) Gesundheit; wohlauf
ji (H) Feigheit
jitd (H-H) Feiger, Feigling
fyen (H) Blindheit; erblinden
fyentö (H-H) Blinder
gosilan (T-H-H) Hammer
tigelan (T-H-H) Beil, Axt
sumani (T-H-H) das Messen, Wie-
gen
sumanik&lan (T-H-H-T-H) Waage,
Meßinstrument
datugulan (H-T-H-H) Verschluß,
Stöpsel
yelema (H-T-H) übersetzen, ver-
ändern
je (H) sich versammeln
wele (H-T) nennen
Vokabeln zum Text »Ministri nun bilale do kalan ko la a be Kayes«
ko (H) Sache, Aktion, Beschäfti-
gung
kalan ko Bildungswesen
s&ndika (H-T-T) Gewerkschaft
ka (H) Einwohner, Mitglied
sekreteri zenerali (H-T-T-T-H-T-
T-H) Generalsekretär
mambri (H-T) Mitglied
direkter (H-T-T) Direktor
nt&nö, tene (H-T) Montag
n'o = ni o und dann, danach
nye fö vor, vor einem Personenkreis
alamisa (T-T-H-T) Donnerstag
kiri (H-T) richten, Recht sprechen
kiri tigö richten, Recht sprechen
kiritigela (H-T-T-H-H) Richter,
Rechtsprecher, Jurist
coko (T-H) Art, Weise
sibiri (H-T-H) Sonnabend
tön (H) Bund, Vereinigung; früher:
Geheimbund
tle (H) Sonne, Tag
politiki (H-T-T-T) Politik, Politi-
ker; politisch
administratifu (H-T-T-T-H-T) Ver-
waltung, Verwaltungsbeamter
foni (H-H) Erziehung, Ausbildung
ci (H) Mission, Reise, Schicken
faranfasi (H-T-H-T) Unterschied
faranfasiya (H-T-H-T-H) sich un-
terscheiden, sich unterrichten
kadri (H-T) Kader
problemu (H-T-T) Problem
sbrb (T-H) finden, sich vergewissern,
sich beschäftigen
tdnsigi (H-T-H) Sitzung, Beratung
boli (H-T) Reise; laufen, reisen
serkli (H-T) Kreis (als administr.
Einheit)
negöso boli Radrennen
tlbnke (H-T) auch: Sport treiben,
sich amüsieren
ligi (H-T) Liga, Klasse
tundile do wurde gegeben od. ver-
anstaltet
tunjirale do es wurde gezeigt
entrener (H-T-T) Trainer
kere (H-T) Seite
a kere fö seinerseits, andererseits
kotniser (H-T-T) Kommissar
8. Lektion 87
Übersetzung
Gib mir das Messer! Kommt hierher! Übersetzt diesen Satz ins Bambara!
Frage deinen älteren Bruder! Iß nicht so viel Brot, iß viel Tomaten und
Gurken! Geh auf das Feld, um zu arbeiten! Verkauf mir das! Sage zu ihm,
daß er nicht in den Wald gehen soll! Nehmt die Bücher und geht damit (mit
ihnen) in die Schule! Rufe deinen Vater! Nenne (wele) deinen Namen, aber
sag die Wahrheit! Ich möchte, daß ihr morgen in mein Haus kommt. Setzt
euch nicht hierher, setzt euch dorthin! Wir fürchten, daß der Krieg beginnt.
Der Lehrer möchte, daß wir eine gute Arbeit in der Schule leisten. Dein
Vater, der sich in seinem Garten befindet, ist zurückgekehrt. Die Menschen
des Ortes begrüßten den Minister, der aus Bamako gekommen war. Der
Niger, der ganz Mali durchfließt, ist ein großer Fluß. In der Region Mopti
gibt es viele Bozo, die Fische fangen. Wir haben heute auf dem Feld ge-
arbeitet, welches sich in der Nähe des Waldes befindet. In der Sahara, wo
es sehr heiß ist, gibt es viel Sand. Wir sind nach Senegal gefahren, wo die
Menschen auch ein wenig (dbnidbni) Bambara sprechen. Das Bambara von
Senegal und das Bambara von Mali sind aber nicht das gleiche (sind nicht
eins).
Ministri min bilale do kalan ko la a be Kay es
A bble Kita, Bafoulabe ani Kenieba an teri Saydou Coulibaly1 min ye ministri
ye faso ka kalan ko la ani an teriu Dramane Diarra min ye sendika kau ka
sekreteri zenerali ye kalan ko la ani Tieman Coulibaly o ye mambri ye comis-
sion cuhurelle la ani Mamadou Diallo o ye direkter ye enseignement fonda-
mental la sera Kayes ntene tle tan awirili ä 18 heures (ler tan ni segi) nana ka
bb Kenieba sira fe.
Ministri fola (wurde begrüßt) politiki mogb caman fe, administratifu fe ani
sendika mbgbu fb minu bb mbgo kun na foni. Saydou Coulibaly ka ni ci tunye
ka faranfasiya nyini kadri politikiu ni administratifu fb min ni bi se ka problemu
sorb kalan ko la.
Ministri bble Kayes lakbliu (kalan soü) la ani ka faranfasiya nyini sbrkli
mbgbu fe ka kanka taa Nioro ani Yelimane. N’o bbra ye an teri Madi Moussa
Konate min ye conseiller ye tribunal la a nana Kayes delegasibn db nye fb
alamisa do tle wborb awirili ka nye nyini ani kafaamuyalikekiricikb cokoula
reshion fblo la. Sibiri sbgbma delegasibn ye tbnsigi db ke ani kadri administra-
tifu ni politikiu ce. Nin boli n'kbnb reshibn la delegasibn na taa bb Kenieba
serkliu ani Bafoulabe ani Kita serkliu la. Dimanshi (dimanche — Sonntag)
1 Die in diesem Text vorkommenden Namen sind frei erfunden.
88 8. Lektion
tle konöntö awirili ler tan ni woorona la negeso boli tlonke dd kera Boulevard
de VIndependance la min ni bi se ka to faranfasiya bi sbro Bamako ligi boli-
likelau ani Kayes tau ce.
Nin tlonke nin presidanya tundile do inspecteur regional ä la jeunesse et aux
sports ma a kbra jama caman nye la chef-lieu de la region la Mali ka federasion
ka negeso boli tunjirale do ni manifestasidn la ni a presidan ye an teri Sadio
Sissoko min kun ni an teri Atino Maiga ye min ye faso ka entrenbr ye.
A kere fe Bamako ligi tunjirale do ni an teriu Oumar Dicko min ye sekreteri
zenerali ye, Abdoullaye Sissoko min ye komiser ye boli la ani Tieoko Kou-
yate ka sdrd Kayes ta jirale tundo n'an teriu Ladji Keita min ye presidan ye,
Mamadou Kamara o ye sekreteri zenerali ye ani Tiecoura Kamissoko min ye
mambri ye.
9. Lektion
9.1. Wiedergabe des Passivs
Das Passiv ist eine im Bambara nicht besonders morphologisch ausgebildete
Kategorie, sieht man zunächst einmal vom Partizip Präteritum Passiv und
seinen Satzbildungsmöglichkeiten ab. Dennoch besteht die Möglichkeit, ak-
tivische Sätze mit einer für das Bambara regelgerechten Satzgliedfolge Sub-
jekt — Objekt — Prädikat in passivische Sätze zu überfuhren, in denen das
Objekt des Aktivsatzes als Subjekt erscheint und das Subjekt des Ausgangs-
satzes, das »logische« Subjekt, in einem ins Passiv umgeformten Satz das
Objekt darstellt.
Vgl. den folgenden Satz:
Subjekt Objekt an ye liwru Prädikat kalan
wir das Buch haben gelesen
Die Umformung ins Passiv ergibt folgende Struktur:
liwru kalanna (Subjekt) (Prädikat) das Buch wurde gelesen anfe (Objekt) von uns
In der Passivtransformation, die im Bambara generell nach diesem Muster
erfolgt, ist also die normale Satzgliedfolge des Aktivsatzes (Subjekt — Ob-
jekt — Prädikat) zugunsten einer Satzgliedfolge Subjekt — Prädikat — Ob-
jekt aufgehoben. Die Markierung des logischen Subjekts in seiner Funktion
als Objekt im Passivsatz erfolgt durch die Postposition fe »durch«, »von«, in
einigen Fällen auch durch bolo »wegen«, »durch«, »von« (eigtl. Hand). Beide
Kennzeichen sind wichtige Charakteristika für einen Passivsatz im Bambara.
Das Verb als Prädikat trägt in Sätzen obigen Typs keinerlei morphologische
Kennzeichen einer etwaigen Passivform.
Nach meinen bisherigen Beobachtungen konzentriert sich die Wiedergabe
des Passivs im wesentlichen auf das unter 5.5. behandelte Perfekt und das
davon abgeleitete Plusquamperfekt. Passivkonstruktionen im Präsens sind
ebenfalls möglich, nicht aber im Futur. Sollte von Futurformen ein Passiv ge-
90 9. Lektion
bildet werden, wichen die Sprecher generell auf Präsensformen aus. Detail-
liertere Untersuchungen zu diesem Komplex fehlen noch.
Neben der Passivwiedergabe von finiten Verbalformen ist, wie bereits an-
gedeutet, auch die Bildung passivischer Sätze mit dem entsprechenden
Partizip möglich.
Beispiele für Passivsätze im Perfekt und Plusquamperfekt:
Ministri fbla mbgb caman fe. Der Minister wurde von vielen Men-
schen begrüßt.
N'terike a bugora a fe. Mein Freund wurde von ihm geschlagen.
Wari nyinina an fe. Das Geld wurde von uns gesucht.
Tasuma manana an fe. Das Feuer wurde von uns angezündet.
Bana keneyara medsen fe. Die Krankheit wurde vom Arzt geheilt.
Sira jirala ne ma a fe. Der Weg wurde mir von ihm gezeigt.
Mamadou welela Moussa fe. Mamadou wurde von Moussa gerufen.
Siguiri dugu a tlala Samory Toure fe tubabuu sababu yala. Das Gebiet
von Siguiri wurde von Samory Tourö wegen des Einfalls der Euro-
päer geteilt.
Leson daminena lakbl denu fe. Die Lektion wurde von den Schülern
begonnen.
A bugora a kbrbkefe bzw. a bugora a kbrbke bolo. Er wurde von seinem
älteren Bruder geschlagen.
Kuma db fora presidan fe. Vom Präsidenten wurde eine Rede gehalten.
Esansi tunfyerela a fe. Das Benzin war von ihm verkauft worden.
Wari tunminena fyerelikela fe. Das Geld war vom Händler genommen
worden.
Passivformen im Präsens können sowohl vom allgemeinen als auch vom
aktuellen Präsens gebildet werden:
Jiri denu bi san tubabu fe. Früchte werden von den Europäern gekauft.
So bi jb. Das Haus wird gebaut.
So bi jb san were. Das Haus wird nächstes Jahr gebaut werden.
Sini liwru bi kalan an fe. Morgen wird das Buch von uns gelesen wer-
den.
Sini rfterike a bi bugo a fb. Morgen wird mein Freimd von ihm ge-
schlagen werden.
In den letzten drei Beispielen stehen Präsensformen offensichtlich als Ersatz
für das Futur. Sätze wie
Kbgb na bari (ne fe). Die Mauer wird (von mir) gebaut werden,
wurden von den Sprechern vermieden.
Bei den Passivformen vom aktuellen Präsens tritt meist das Verb in die Form
des Infinitivs:
9. Lektion 91
Sisan liwru b'a la ka kalan an fe. Das Buch wird gerade von uns ge-
lesen. (Wörtl.: Das Buch ist jetzt dabei, von uns gelesen zu werden.)
So be a la ka jd sisan. Das Haus ist gerade dabei, erbaut zu werden.
N'terike a Va la ka bugo a fe. Mein Freund ist dabei, von ihm ge-
schlagen zu werden.
Mit dem Passivpartizip werden Passivsätze nach dem unter 7.2.2. charakteri-
sierten Muster gebildet. Das logische Subjekt als Objekt ist dabei fakultativ.
Negeso boli tunjirale do bzw. negeso boli jirale tundo. Es wurde ein
Radrennen gezeigt.
Nin tlbnke fen tundile do a denu ma (ne fe). Dieses Spielzeug wurde
seinen Kindern (von mir) gegeben.
Bamanan kan föle do Mali bee könö. In ganz Mali wird Bambara ge-
sprochen.
Mali tlale do yord saba. Mali wird in drei Zonen (Orte) eingeteilt.
9.2. Weitere Zahlen
Bei den Zahlen über 10 macht sich der Einfluß verschiedener Zählweisen
bemerkbar. Im traditionellen Bambarasiedlungsgebiet kannte man zunächst
noch folgende weitere Zahlen:
mugan (T-H) zwanzig
debe (H-T) vierzig
kerne (H-T) achtzig
Alle Zwischenzehnerwerte wurden durch Zufügungen, teilweise auch durch
Abzüge gebildet, so
mugan ni tan dreißig
debe ni tan fünfzig
Für »sechzig« gebrauchte man den Begriff manin-keme, d. h. den sogenann-
ten Malinke-kfemä, der bei den (Süd-) Malinke nur 60 zählte. Die Bildung
der Zahl 70 erfolgte dann durch Abzug von kemd »achtzig«.
kerne tan nyan siebzig (achtzig weniger zehn)
Später, mit dem Einfluß des Islam, erfuhr der sogenannte silameya kerne,
d. h., der islamische kerne mit dem Zahlwert von 100 allgemeine Verbrei-
tung. Er wurde sehr bald von den die Bambara umgebenden Handelsvölkem,
auch den Malinke, übernommen, und die davon abgeleitete Zählweise ist
heute auch bei den Bambara gängig. Doch sollte man sich hin und wieder
beim Gesprächs- oder Handelspartner vergewissern, ob er nach dem Ba-
92 9. Lektion
manan keine oder dem silameya keine zahlt. So ergeben sich nunmehr fol-
gende Zehnerwerte, für die ab 30 die Zehnerbezeichnung bi zugrunde liegt:
tan zehn
mugan zwanzig
bi saba dreißig
bi naani vierzig
bi duuru fünfzig
bi wöoro sechzig
bi woronfla siebzig
bi segi achtzig
bi konöntö neunzig
kimi hundert
Die Verbindung zwischen Hundertern, Zehnern und Einem wird durch m
hergestellt:
bi saba ni kelen = 31
bi woronfla ni saba = 73
bi segi ni woronfla (woronfla) = 87
kirne ni mugan ni saba = 123
kerne fla ni bi saba = 230
kimi duuru ni bi naani ni segi = 548
Das Zahlwort für 1000 heißt ba (Malinke waa, das gleichzeitig die Bedeu-
tung eines Korbes von 1000 Kolanüssen hat):
ba fla = 2000
ba saba ni keme fla ni mugan = 3220
ba duuru ni kirne wöoro ni bi konöntö ni naani = 5694
Als Zahlen über den Tausenderbereich gebraucht man gewöhnlich die fran-
zösischen Zahlen.
Die zusammengesetzten Zahlen bilden die Ordnungszahlen ebenfalls mit
dem Suffix -jiä, das nur mit der letzten Zahl verbunden wird:
butili tan ni wöorona die 16. Flasche
pashi kimi ni muganna die 120. Seite
kilomitri kimi fla ni bi naani ni naanina der 244. Kilometer
ba kelena der 1000.
baflana der 2000.
Rechenoperationen werden auf folgende Weise ausgeführt:
a) die Addition mit ni
fla ni saba ye duuru ye 2 4-3 = 5
9. Lektion 93
b) die Subtraktion durch bole (Partizip von bd herausgehen)
oder mana bö (vermindern, verringern)
duuru bole tan o ye duuru ye 10 — 5 = 5 (fünf von zehn herausgenom-
men ist fünf)
tan bdle mugan ni saba o ye tan ni saba ye bzw. tan mana bd mugan ni
saba o be ke (macht) tan ni saba 23 — 10 = 13
c) die Multiplikation durch sigiyoroma
saba sigi yoroma naani o ye tan ni fila ye 3*4=12
kononto sigi ydrdma wooro o ye bi duuru ni naani ye 9 • 6 = 54
d) die Division durch mana tla ... ce (geteilt durch ...)
tan ni fla mana tla naani ce o ye saba ye 12: 4 = 3
mugan ni naani mana tla wooro cd o ye naani ye 24: 6 = 4
Die Verdoppelung der Zahlen führt zur Bildung sogenannter Distributiv-
zahlen.
kelenkelen je einer, einzeln
filafila zu zweit, je zwei
tantan zu zehnt, je zehn
a ye bd kelenkelen! geht einzeln hinaus!
Fyerelikela be lemru fyere muganmugan. Der Händler verkauft die
Zitronen je zwanzig, bzw. für je zwanzig (=100 Francs).
Bei der Bildung von Bruchzahlen wird tla (tala) »Teil«, »Teilung«, »teilen«
verwendet, der Divisor erscheint entweder in der Form eines Ordnungszahl-
wortes oder als Zahlwort in Verbindung mit ko »Mal«.
tlaflana oder tlance (Ausnahme!)
tla sabana oder tla ko saba 1/3
tla naanina oder tla ko naani x/4
tla duuruna oder tla ko duuru 1/5
tla tanna oder tla ko tan x/10
tla muganna oder tla ko mugan 1/2o
Bei der Berechnung und Nennung von Geldsummen verwendet man, be-
sonders bei größeren Summen und im Verkehr mit Ausländem, sehr häufig
die französischen Bezeichnungen: Cent francs, mille francs usw. Ansonsten
zählt man nach ddrome, einer Geldeinheit im Werte von 5 Francs, also
ddrome kelen = 5 Francs
ddrome duuru = 25 Francs
ddrome mugan = 100 Francs
ddrdme kerne (silameya kerne) = 500 Francs
ddrome kerne (Bamanan kerne) = 400 Francs
94 9. Lektion
Bei Nennung von hohen Summen läßt man dorome im allgemeinen weg.
keine fla = 1000 Francs,
ba kelen = 5000 Francs,
ba fla = 10000 Francs.
Die frühere Zählung nach Kaurimuscheln (kolon, kolb) ist nicht mehr üblich.
9.3. Maße und Gewichte
Das Bambara kennt heute generell das europäische Maß- und Gewichts-
system. Daneben existieren noch traditionelle Maß- und Gewichtseinheiten
mit einer meist sehr spezifischen Anwendungssphäre.
9.3.1. Längenmaße: metri, kilometri, santimetri. Als traditionelles
Längenmaß ist noch nonkon etwa */2 Meter, zu vergleichen mit einer Elle,
bekannt: nonkon fla = metri kelen.
9.3.2. Gewichte sind heute gram, kilogram. Früher waren im Gebrauch
(vor allem durch den Goldhandel mit den Arabern) wakiya Unze (um oder
über 30 Gramm), mutakale etwa 4 Gramm und talikise etwa 2 Gramm.
9.3.3. Hohlmaße. Auch hier ist das aus dem Französischen übernom-
mene litri Liter das gebräuchlichste. Zum Messen bestimmter Flüssigkeiten
wird hin und wieder galama (eigtl. kleine Kalebasse) verwendet, als Maß von
Bier (dolo Bier aus Hirse) pani, das eine kleine Metallbüchse bezeichnet.
Als Getreidemaß finden traditionell folgende Maße noch Verwendung:
mure etwa 5 Kilogramm, mure ba etwa 10 Kilogramm, nigife = 1/4. eines
mure, ferner bolo fla fa zwei Hände voll und bolonye eine Handvoll.
Vokabeln
mana (H-T) Flamme, anzünden
sababu (T-T-H) Grund, Ursache;
wegen
jiri den (H-T-H) Frucht
jb (H) bauen
san were (H-H-T) nächstes Jahr
buteli (T-T-H) Flasche
pashi (T-H) Seite
tlance (H-H) Hälfte; ein halb
dbrbme (T-H-H) 5 Franc
galama (H-T-H) kl. Kalebasse
kolon, kolo (H-T) Kaurimuschel
nonkon (T-H) Elle
wakiya (T-H-T) Unze
mure (T-H) Scheffel
litri (H-T) Liter
taama (H-T-H) Reise, Marsch
tlema (H-H) Trockenzeit
nyi (H) Zahn
sanu (T-H) Gold
möke (H-H) Großvater
fo (H) folgen, nachfolgen
kalo (H-T) Mond, Monat
laje (H-H) vereinigen
laje (H-T) annehmen, prüfen
9. Lektion 95
Vokabeln zum Text »Realye Joliba bugo ...«
bi (H) Tor, auch: Tor des Fußball-
feldes
galeya (H-T-H) Vorteil haben, Vor-
teil erzielen
kanta (H-T) Seite, Seitenwahl
kabini (T-H-H) seit, dann, nachdem
bolbn bd kb Ecke
dama (H-T) Zahl, Summe, Reihe
tan (H) Schuß, Stoß (mit dem Ball)
tan ja harter, straffer Schuß
sbni (H-H) bald, sehr bald
joro (H-T) Position, Stellung
dusu (T-H) Mut, Leidenschaft, Über-
legenheit
yere (H-T) selbst
(H-T) hier: einen Freistoß
schießen, ausführen
to (H) der andere
jiri ju (H-T-H) hier: Querbalken,
Latte
fili (T-H) werfen, treffen, einschießen
tuma (T-H) Zeit, hier: Minute
fu (H) Null; nichts
cen (H) verlorengehen, verderben
i n’a fb wie, so, wie man sagt
goli (H-T) Tor
cakuya (T-H-H) unfair spielen, ein
Foul begehen
Übersetzung
fana (H-T) auch
jan (H) umstürzen, zu Fall bringen
jigini (T-H-H) Durchbruch
puy (H) darüberschießen, hinaus-
schießen
kene fe (H-T-T) zur Seite, ins Aus
kb fe (H-T) dahinter, ins Aus
balbn tan gale 1. Halbzeit
ne (H) Fehler
balbn ci filana 2. Halbzeit
dbni (H-H) etwas
nye fb (H-T) vom, nach vom
n’a numa se mit seinem linken Bein
duguma (T-H-H) zur Erde, hier: ein
flacher Schuß
balontanna (H-T-H-H) Spieler,
Fußballspieler
nybgbn faamu sich verstehen
banane (H-T-H) verletzt
mara (H-T) kontrollieren, den Ball
führen, bewachen
nemenemeni (H-T-H-T-H) lang-
sam, bedächtig, leicht
jble (H-H) postiert sein
bi jala das leere Tor
Die Arbeit wurde von uns begonnen. Das Auto ist vom Händler verkauft
worden. Die Reise ist von ihm beendet worden. Mein älterer Bruder wurde
von seinem Vater gerufen. Das wurde von mir gemacht. Der Reis ist von den
Kindern gegessen worden. Die Hyäne wurde getötet. Das Bier war von den
Gästen getrunken worden. Ihnen ist der Weg von den Einwohnern des Ortes
(dugu kau) gezeigt worden. Der Minister wurde von den Einwohnern Ba-
makos begrüßt. Die Fische wurden von den Bozo gefangen. Der Lehrer
wurde von den Schülern gefragt. Das Benzin wird jetzt verkauft. Das Haus
96 9. Lektion
wird in der Trockenzeit (tlemd) gebaut. Der Mensch hat 32 Zähne, aber
Kinder haben (nur) 20 Zähne. In der Schule sind 120 Kinder und 4 Lehrer.
Bamako hat 15 Stadtviertel. Der Bauer hat neun Rinder und ein Pferd. Die
Händler verkaufen die Früchte für je 100 Francs. Ein Kilo Fleisch kostet (der
Preis eines Kilos Fleisch ist ...) 400 Francs. Ein Gramm Gold kostet
500 Francs. Im Flugzeug waren 89 Passagiere (Personen). Wie alt bist du?
(i san ye joli ye?) Ich bin 38 Jahre alt, aber mein Vater ist 62 Jahre alt, und
meine Mutter ist 59 Jahre alt. Mein Sohn ist 13 Jahre alt. Bamako hat
140000 Einwohner, Segou hat 30000 Einwohner. Leipzig hat 600000, Dres-
den 500000 und Berlin hat 1 Million 100000 Einwohner. Die Länge der
Straße Bamako-Koulikoro beträgt (ist) 65 Kilometer, von Bamako nach
Segou 240 Kilometer (Länge = janya). Wieviel Francs kosten diese Schuhe?
Diese Schuhe kosten 2000 Francs, jene Schuhe kosten 1500 Francs.
Chronik der Könige von Slgou1
Biton mdke ye Soma ye, Soma den ye Sine ye, Sine den ye Bitön ye, Biton ye
min ke fanga na san mugan ni tan, a y'o den ke fanga na. Bitdn sale o kd Ba-
kary fora o kd a ye san segi ke. Bakary bole o kd ye Cekord fora o kd o ye
san fila ke. O bole o kd ye Ngoni Tdnmasa. O fora o kd oye san wolonfla ke.
O bdlekdye Gafanjuguforaokdoyesan wolonflake. O bdlekdyeKonimanyu-
man fora o kd o ye san saba ke. Konimanyuman bdle kd ye Binawulu fora o
kd o ye san tan ni wooro ke. O bdle kd ye Binamuso fora okd oye san tan ni
duuru ke. O bdle kd ye Damonzon fora o kd o ye san mugan ni duuru ke.
Damonzon bdle kd ye Binacefdld fora okd oye san tan ni fla ke. O bdle kd
ye Wetajaba fora okd o ye kalo wolonfla ke a la. O bdle kd ye Kirangombe
fora o kd o ye san segin ke. Kirangombe bdle kd ye Masala Demba fora o
kd o ye san saba ke. Masala Demba bdle kd ye Torokdro Mari o fora o kd
o ye san naani ke o bdle kd ye Wetala Aliyu o fora okd oye san fila ke o bdle
kd ye Sanyinale Kuma o ye san flakeala ...1 2 Bamanan kau sanu bee lajele u
ye min ke ka se jamana bee lajele la san kerne fla ani san tan ni duuru. U ye
o de ke fanga la.
Real ye Joliba bugo ni bi fla ani kele
Ekipu fla donne balon tan kene kdnd ni arbitri Monsieur Sany Mady Diallo
fe, Joliba galeya a ka kanta. Kabini baldn daminena ekipu fla u taara jd yoro
1 Diese Chronik wurde mir 1967 vom Imam Mahamadou Kane aus Segou-Koro (Alt-
Segou), der Hauptstadt des Segou-Reiches unter Biton Coulibaly, diktiert. Die Chronik
dient heute im wesentlichen der Unterweisung von Jugendlichen des Ortes in der Ge-
schichte der Bambara. Sie ist allerdings, wie viele ihresgleichen, historisch nicht genau.
2 An dieser Stelle folgte in der Chronik eine längere Passage in Arabisch.
9. Lektion 97
la. Balön daminena jönajöna, balön bi bö fan kelen fö ka taa fan döfö. Balön
cokoya ka nyi. Ekipu balön bö kd dama dö sdrd min te foy (nichts) ye u ye.
Nka ekipu kele ka balön tan tunka nyi. Joliba temena ni santimetri bi duuru
ye Seydou Traore ka bi körö. U y'a ye tan ja ka balön tan ka nyi Seydou
Traore Va mine konyuman. Söni Real ka mine coko, »Domingo«3 ka joro ka
nyi ni metri tan ye goli la ani balön tan nyuman nka Bassory bolo könö.
Bassory cakuyale do k'i be Bakary jan se kan yörö (Mal) nyuman fla. Seydou
Traore fana cakuyale do k'i bö bald kan min be a to kojugu ta sörö. Sadia ka
jigini kelen Mara bi puy a kenö fe, nka a ka balön tle böra kenö ma. Söni tan
ja o bi Adama Camara teme ni ka balön ci Va fanga ye, nka nin balön bi goli
kö fe la temö. A bö la min balön tan gale tunye ne do, nka Real tunka nyi
döni. Kabini balön ci filana daminena Real ye dusu sörö. Domingo ye balön
tan a numan fe, k'a yörö sörö Diane fe, min Va mine kelenkeleni (irregulär).
Domingo ye balön tan nyeke Va se kelen ye o ni nka balön bugo ni to kelen
ye min bi don jiri ju körö ka Bassory fo ye filile ni balön ye am bi tuma wolon-
flana la nin balön ci filana la.
Real: kelen Joliba: fu
Joliba bi balön nyini o Va sörö Real ye balo dila nka balön bi cenne Bakary
Bagayoko ne o Va min Va cenne tuma bee. I Va fö a filile nye fe Adama
Haidara kinin fe, a Va sörö ka a ci. Domingo bi bolo mine ka ci Va numa se
ye duguma Va fö Bassory f’afö min Va ti se ka lakale (unerwartet, unverhofft)
a Va bla ka tömt a bolo ni nyögön ce.
Real: fila Joliba: fu
Sisan Joliba ka balöntannau u sengena Real ka balöntan cokoya fe. Joliba ka
nye fö mögöu (Stürmer) te nyögön faamu min Va to Real ka Domingo banane
do Va ti se ka balön mara. Minuti mugan ani segi Va la nin balön tan i la a
filana la Seydou Traore kini fe bi bö nin balön ye ka ci nemenemeni Va bolo
ye Kaloga jöle nyuman o ni metri tan ni fla ni balön ye o ni bi jala ye.
Real: fila Joliba: kelen.
Composition des equipes:
Real
Seydou Traore
Labass Adama Camara Fatogoma Moctar
Yacouba Ousmane
3 »Domingo« = Salif Keita, einer der besten Fußballer Malis, der dann jahrelang als
Profi in Frankreich (AS St. Etienne) spielte.
7 Lehrb. Bambara
98 9. Lektion
Adama Haidara »Domingo« Bakary Bagayoko Nani Joliba Bassory Lamine Do Diane Kidian C, Sangare Sadia Kaloga Mara Ouattara Tandia Toure
10. Lektion
10.1. Sätze, die durch Funktionswörter eingeleitet werden
Eine Reihe von Funktionswörtern hat die Aufgabe, bestimmte Sätze in ge-
wisse Abhängigkeits- oder Zuordnungsverhältnisse zu anderen Sätzen zu
bringen. In der traditionellen Wertung sprach man das Konjunktionen zu,
die Nebensätze einleiteten.
Die Klasse dieser Funktionswörter ist relativ uneinheitlich zusammengesetzt,
es handelt sich teilweise um ganze Syntagmen verbaler oder nominaler Kon-
struktion wie zum Beispiel o de y’a to, k’a soro bzw. kasbrd »weil« neben
solchen einfachen Funktionswörtern wie nka »aber«, »sondern« und ka
»damit«, »um zu.«
Im abhängigen Satz sind meist keine besonderen syntaktischen Regeln zu
beachten, es sei denn, daß nach bestimmten Funktionswörtem vorwiegend
finaler Bedeutung die Anwendung des Konjunktivs erforderlich ist. Diese
Fälle werden ausdrücklich vermerkt.
Da diese Funktionswörter keine bestimmten syntaktischen Strukturen obli-
gatorisch erfordern, wollen wir sie nach ihren Bedeutungsbereichen ordnen.
Die wichtigsten Funktionswörter sind:
a) Temporale Bedeutung:
sani bevor (mit Konjunktiv)
kabi, kabini seit, seitdem
o bee n’a ta während
tuma min, tuma min na während
ni bevor
kasbrd während
o b’a sbrb während
b) Kausale Bedeuung:
katugu, katuguni weil
o de y’a ta, o de b’a to, o de k’a to, o de k’a ke weil
sabu weil
kasbrö weil
7*
100 10. Lektion
c) Finale Bedeutung:
ka damit, um zu (mit Konjunktiv oder Infinitiv)
ko daß
janko
sanko
walasa
damit, um zu (mit Konjunktiv)
d) Konditionelle Bedeutung:
ni wenn (vgl. 8.3.)
e) Adversative Bedeutung:
nka aber, sondern
fo aber
f) Konzessive Bedeutung:
hali, hali ni obwohl
Beispielsätze (vgl. auch 8.2. und 8.3.):
Ni kuntigi bi kuma tuma min bee bi manto. Wenn der Häuptling
spricht, dann schweigen alle.
Fara fin na kdnd funteni be o b'a sdrd fara je o fe nene bd yen. In
Afrika ist es heiß, während es (dort) in Europa kalt ist.
Do o bi tldnke o b'a sdrd do bi lesdn taa. Während der eine in die
Unterrichtsstunde geht, spielt der andere.
I kana waraba wolo fyere ni i m'afaa. Verkaufe das Fell des Löwen
nicht, bevor du ihn nicht getötet hast.
N'te se ka dumunike katugu bana bd n'na. Ich kann nicht(s) essen,
weil ich krank bin.
A te na yan katugu a bd siran bzw. a te na yan o de y'a to a be siran,
a te na yan o de y'a kd a be siran. Er kommt nicht hierher, weil er
Angst hat.
Fyen te se ka ddn so kdnd katugu da tugule do. Der Wind kann nicht
ins Haus eindringen, weil die Tür geschlossen ist.
A ma na lakdli la o de y'a to a ma kene. Er ist nicht in die Schule ge-
gangen, weil er nicht gesund ist.
An ye dumunike o de y'a to kongo tumbe an na. Wir haben gegessen,
weil wir Hunger hatten.
Ni ne sera Bamakd ne bi taa sinema la. Wenn ich in Bamako ange-
kommen bin, gehe ich ins Kino.
Ni ne ye wari caman sdrd m'b'a fe ka mobileti san. Wenn ich viel Geld
erhalten habe, möchte ich gern ein Moped kaufen.
Ni ne ye terike ye am bi baroke nyogon fe. Wenn ich meinen Freund
getroffen habe, werden wir zusammen plaudern.
10, Lektion 101
Ni i b*a ke o ka di n'ye. Wenn du das tun würdest, wäre es gut für
mich.
A bi na lakol la nka a ma kene. Er geht in die Schule, aber er ist krank
(obwohl er krank ist).
Kenemaau mago te furakela la fo banabaatou. Nicht die Gesunden be-
dürfen des Arztes, sondern die Kranken.
Hali i m'a fd n'rta ke (bzw. haVi m'a fö ...). Obwohl du es nicht gesagt
hast, werde ich es tun.
Watiri ti taama min y’a to taaji (esansi) b’a je. Das Auto fahrt nicht,
weil es an Benzin fehlt.
10.2. Grußformen
Das Bambara verfügt über eine Fülle von Grußformen zu den verschieden-
sten Gelegenheiten und Anlässen, von denen hier nur die wichtigsten genannt
werden können. Begrüßungen sind bei den Bambara meist ein regelrechtes
Zeremoniell, das schon bei Annäherung des Partners beginnt und mit der
Erkundigung nach dessen Gesundheitszustand und dem seiner Familie auch
so lange mit teilweise schon stereotypen Formeln fortgesetzt wird, bis sich
der Partner entfernt. Auch mitten in Gesprächen sind Erkundigungen nach
der Gesundheit und dem Wohlergehen des Partners und seiner Familie nicht
selten.
Je nach Tageszeit verwendet man folgende Grußformeln:
a) Am Morgen von Sonnenaufgang bis gegen 11 Uhr:
Inisdgoma! 1 ((wörtl.: du und der Morgen)
An nisdgoma! j Guten Morgen • {(wörtl.: wir und der Morgen)
Antwort: Mba, i ni sdgoma! Danke, guten Morgen!
Hera sira? Hast du die Nacht in Frieden verbracht?
bzw. mit Verwendung von Funktionswörtern, die Fragesätze bilden:
Hera sira wa?
Kofi hera sira? (= Kori i hera sira?)
Antwort: Hera oder Here. In Frieden.
Toro si te oder Tdrd te. Es gibt nichts Schlechtes.
b) Gruß am Mittag bis gegen 15 Uhr, wenn die Sonne wieder zu sinken be-
ginnt:
Ini tle! 1 ((wörtl.: du und der Tag)
Annitle! J Outen Tag‘ {(wörtl.: wir und der Tag)
Antwort: Mba, i ni tle.
102 10. Lektion
Hast du den Tag gut (in Frieden) verbracht?
c) Gruß am Nachmittag bis zum Sonnenuntergang gegen 19 Uhr:
a"mi} O"'“ Nachmittag!
Antwort: Mba, i ni ula. bzw. Mba.
Hera tlena?
Hera tlena wa?
Kofi hera tlena?
Antworten: Hera, hera tlena, mba, hera tlena, tbrb si te, tbrb te.
d) Gruß nach Sonnenuntergang:
Inisu! | |(wörtl.: du und die Nacht, und der Abend)
An nisu / J u en en {(wörtl.: wir und die Nacht, und der Abend)
Antwort: Mba, i ni su.
Mba.
Hera tlena (wa)? Gruß und Antwort wie unter c).
Ständig zu benutzen ist:
I ni ce! Guten Tag! oder I ni se! Guten Tag! (S6gou)
Antwort: Mba, i ni ce! oder Mba, i ni se!
Als Wünsche werden u. a. folgende Wendungen gebraucht:
K'an tle! (am Morgen) Guten Tag! (wörtl. wir mögen den Tag gut ver-
bringen)
K'an si! (am Abend) Gute Nacht! (wörtl. wir mögen die Nacht gut
verbringen)
K'an söni! Auf Wiedersehen! Auf bald!
K'am ben! Auf ein Wiedersehen, Wiedertreffen!
Ne taara! Auf Wiedersehen! (beim Verlassen, Hinausgehen)
K’asiraja! Gute Reise!
Fragen nach dem Wohlergehen:
I ka kene?
I ka kene wa?
Kofi ka kene?
Antwort: Tbrb te.
Tbrb si te. ] u t
Tdrdt^’na.1 Mir geht es gut.
Kori hera be? Wie geht es?
Antwort: Hera be.
Wie geht es dir? Wie ist deine Gesundheit?
10. Lektion 103
So mdgdu ka kene? Wie geht es deiner Familie (den Menschen des
Hauses)?
Antworten: Tord si te u la.] _ . x „
Tdrd fu la. Es geht ihnen gut
Z fa ka kene? Wie geht es deinem Vater?
A ntworten: Tdrd te n'fa la.
Tord fa la.
A bd hera la.
Meinem Vater geht es gut.
I denu ka kdnd? Wie geht es deinen Kindern?
Antworten: Tdrd te u la.
Tdrd si te.
U bd hdra la.
Es geht ihnen gut.
Bei der direkten Begrüßung von bekannten Personen spricht man diese ge-
wöhnlich mit dem Familiennamen an (vgl. auch 10.7.).
10.3. Namen der Wochentage
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Die Namen der Tage der Woche (don — Tag von 24 Stunden) sind größten-
teils arabischer Herkunft:
tene, ntene oder ntene don
talata oder talata don
araba oder araba don
alamisa oder alamisa don
arjuma, gejuma oder gejuma don Freitag
sibiri oder sibiri don Sonnabend
kari oder kari don Sonntag
Es macht sich jedoch sehr stark die Tendenz besonders bei gebildeten Leu-
ten bemerkbar, ganz einfach die französischen Namen der Wochentage zu
benutzen.
10.4. Monatsnamen
Die Monatsnamen hat das Bambara heute generell dem Französischen ent-
nommen. Es sind:
zanwuye Januar marisi März
feburuye Februar awirili April
104 10. Lektion
me Mai setanburu September
zuen Juni dkutoburu Oktober
zuluye Juli nowanburu November
uti August desanburu Dezember
Man sagt also:
me kalo tile kelen der 1. Mai, am 1. Mai
bkutdburu kalo tile tan am 10. Oktober
talata don, marisi kalo tile mugan Dienstag, den 20. März
Monatsnamen, die in früheren Darstellungen der Sprache angegeben wur-
den, sind, außer einigen, kaum noch in Gebrauch. Von diesen wären zu
nennen:
sunkalo Fastenmonat, Ramadan (sun Fasten, kalo Mond, Monat)
(Der Ramadan ist ein beweglicher Monat.)
sunkalo makono Monat vor dem Ramadan (makono warten)
seli kalo, sali kalo Monat des Festes (nach dem Ramadan)
domba Monat des großen Tanzes (don — Tanz)
domba makono Monat des Wartens auf den Monat domba
10.5. Jahreszeiten
Für die Bezeichnung der Jahreszeiten werden folgende Begriffe verwandt:
samyen Regenzeit (Ende Juni - Ende September)
kaule Heiße Zeit, die der Regenzeit folgt (Oktober - November)
fonene Kalte Zeit (Dezember - Anfang März) < fo »Wind«, nene
»Kühle«, »kühl«
tlema Trockenzeit (März - Juni)
Innerhalb dieser Jahreszeiten werden besondere Abschnitte noch mit spe-
ziellen Begriffen ausgewiesen:
coco Zeit der intensiven und pausenlosen Regenfalle innerhalb der
Regenzeit (Juli - August)
fobonda Zeit des trockenen und kalten Windes (von Norden) < fo
»Wind«, bon »sich verbreiten«, da »Beginn« (November - Mitte
Dezember)
sanjikuna, sankuna Zeit der ersten Regenfalle (Mai - Juni).
Die genannten Jahreszeiten variieren selbstverständlich etwas je nach Region
und Jahr. In den Nordgebieten Malis ist die Regenzeit zum Beispiel im all-
gemeinen relativ kurz, während sie im zentralen Teil Malis und den südlichen
Gebieten (Sikasso) länger währt.
10. Lektion 105
Vokabeln
kuma (H-H) Rede, Sprechen
wolo (T-H) Fell, Haut
mago (T-H) Bedürfnis, Notwendig-
keit
taaji (H-T-H) Benzin
mba (H) danke
si (H) die Nacht verbringen
kori (T-H) Funktionswort zur Ein-
leitung von Fragesätzen
ula (T-H) Nachmittag
ben (H) sich treffen
talata (H-T-H) Dienstag
araba (H-T-H) Mittwoch
alamisa (T-T-H-T) Donnerstag
arjuma (T-H-T) bzw. gejuma (H-T-
T) Freitag
kari (H-T) Sonntag
don (H) Tag (24 Stunden)
kalo (T-H) Mond, Monat
sun (H) Fasten
makono (H-T-H) warten, erwarten
kaule (T-T-H) heiße Zeit
fonene (H-T-H) kalte Zeit
Vokabeln zum Text »Segou dugu
mara (H-T) Königreich, Macht
belebele (H-T-H-T) groß (attrib.)
belebele ba sehr groß
yenino (H-H-T) = yen dort
Marka (H-T) Sarakolle
nogo (T-H) Dung, Mist
je (H) Gebiet, Gegend
tige (T-H) schneiden, durchqueren,
auch: ernten
mo (H) (Fisch) fangen, fischen
lamo (H-H) züchten, aufziehen
so kala (H-H-T) Stadtviertel, Wohn-
viertel
kube (T-H) Viertel von Steinhäu-
sern, Verwaltungsviertel
coco (H-H) Zeit der starken Regen-
fälle
fobonda (H-H-H) Zeit der kalten
Winde
sanjikuna (H-H-H-T) Zeit der ersten
Regenfälle
demise (H-T-H) Kind
kamisoli (T-H-T-H) Bluse, Jacke
dbn (T) eintreten, hier: tragen
doro(n) (H-T) immer, nur
alhamdulillahi Lob sei Allah!
segi (H-T) Korb
fara (H-T) teilen, hier: hinzufügen
(mit... kan)
nye (H) hier: gut sein, genügend,
gewinnbringend sein
tono (T-H) Nutzen, Profit
mankan (T-H) Lärm, Geschrei
ti (H) ertönen, ausbrechen
fitiri (H-T-T) Dämmerung
dembaya (H-H-H) Familie (mit
Kindern)
kdnb la«
gudrbn (T-H) Teer, Asphalt
to (H) bleiben, auch: wohnen
fa (H) bis
beda (T-H) Straße
yereta (H-T-H) Unabhängigkeit
jala (T-H) (Baumart) Zeder
turu (T-H) pflanzen
suma (T-H) Frische, auch: Schatten
temebaa (H-T-H-H) Passant
kabila (T-H-T) Stamm, Großfamilie
guwerner (H-T-T) Gouverneur
möri (H-T) Bürgermeister
cesirile (H-T-H-H) umgeben, um-
geben sein (von cesiri)
kanu (T-H) bewundern
106 10. Lektion
Wolofobugu sugu
Don o don sdgoma tle bd fe Wolofobugu sugu be la jama la. Ceu, musou,
demiseu ani maa korou bee be taa sugu la. Muso bee be u ka kamisoli nyuman
don ani u ka sabara ka taa sugu la.
Sanikela dd nana a togo ye Coulibaly a ko: »Traore!«
Traore ko: »Coulibaly!«
C.: »I ni sdgoma!«
T.: »Mba, i ni sdgoma!«
C.: »Kofi ka kene?«
T.: »Toro si te.«
C.: »So mogou ka kene?«
T.: »Toro si te u la.«
C.: »I fa ka kene wa?«
T.: »A be hera la.«
C.: »Iba be bi?«
T.: »Tdrd fa la.«
C.: »I kdrou ka kene?«
T.: »U be hera la.«
C.: »I denu ka kene?«
T.: »Tdrd te u la.«
C.: »I musou ka kene?«
T.: »Tdrd te u la.«
C.: »Dembaya ka kene?«
T.: »Tdrd te u la.«
C.: »Hera sira?«
T.: »Mba, hera sira.«
C.: »I so mogou hera sira?«
T.: »Hera doron, alhamdulillahi!«
C.: »I be i ka nyo segi fyere joli?«
T.: »A songd ma ca — bi saba doron do.«
C.: »Bi saba? O ka gele!«
T.: »E be se ka san joli la?«
C.: »Ne te se a songd la.«
T.: »I be se mun na i ka o fd n'ye!«
C.: »Ne be se k’a san mugan.«
T.: »Mugan ka dogo kojugu.«
C.: »A san ni e be se ka duuru fara a kan!«
T.: »Kan’a ke! A di ne ma mugan ani saba la!«
C.: »Dordme fara a kan!«
O kele jago nyena. Cd ko: »Ne ye Jago nyuman ke bi. Ne be na a fyere bi saba.
10, Lektion 107
N'o kera m'be wdoro sdrd tono ye,« Yoro ydro mankan be ti sugu bee fo fitiri
da la.
Segou dugu kono la
Segou ye Mali dugu ba flana ye. Segou mdgou ye waa mugan ni tan ye. Dugu
nin tunye Segou mara Bamanan dugu belebele ba ye. Mogo siya caman be
sdrd yenino, o mogou ye Bamanan ye, ani Filau ani Bozou ani Marka ani
Somono. Ni samyen sira Bamananu be nogo ke u ka forou la. O temene kd u
bi na a sene. U bi malo sene Tamani ani Konodimini je kdnd. Nyo ani tiga ni
kdori olu bi sene kungo kdnd. Bamanan senekelau bi u ka senefenu tige ka taa
nowanburu la, ka taa bla feburuye la. Somonou ni Bozou be jege mo Joliba la.
O de y'a to Somonou ni Bozou sigile do Joliba ani Bani da la. Filau be misiu
ni sagau ani bau lamo. Segou so kalau (kartiye) ye so kala fold, sa kala flana,
so kala sabana, so kala naanina, Darsalaam, Hamdallaye, Somonoso, Sonin-
kura, Segoukura ani kartiye administratifu (wala kubeü) ye.
Gudrdn sira ba min bi bd Bamako o be Segou dugu tige. Ka i to i bi se ka taa
Markala ani Niono wala San ani Mopti. Dugu sira belebele bau ye Mamadou
Konate kene ba min bi teme balontan yoro tle bi yan fa fe, ani Almami Samory
beda ani N'Golo Diarra beda ani El Haj Oumar beda ani Biton Coulibaly
beda ani yereta beda. Segou dugu kdnd jala sun bau minu turule do fan bee fe
(yoro bee la), olu be suma di temebaau ma. Lakdli so caman be ye. O lakoli so
ye College Moderne, Segoukura lakdli, Hamdallaye lakdli, Soninkura lakdli,
Centre Commercial lakdli ani lakdl so ba.
Segou dugu ye Mali kabila naanina dugu ba ye. Kabilain nye mogoya be
guwerner bolo. Segou meri ye Dramane Travele ye o min ye mdgd ye min a bi
se Bamanan kan na kosobe. Office du Niger bi Segou. Yenino Campement
(sisan a tdgo ye Centre d'Accueilye) be ye ydro min na dunan bee be jigi yenino.
Segou ye dugu cesirile ye ani dugu nyuman ye, mogou be min kanu.
11. Lektion
11.1. Wortverdoppelungen
Das Bambara kennt, wie andere afrikanische Sprachen auch, das Prinzip
der Wortverdoppelung. Es findet nur Anwendung bei Wörtern der Form-
klassen I-IV, nicht aber bei den Klassen der Funkionswörter. Zur Unter-
scheidung von beiden kann dieses Charakteristikum mit herangezogen
werden.
a) Verdoppelungen von Substantiven der Formklasse I werden gewöhnlich
durch das Funktionswort o gebunden. Diese Verbindungen haben distri-
butive Bedeutung. Grammatisch werden sie größtenteils als Adverbial-
bestimmungen aber auch als Objekte gebraucht.
don o don jeden Tag, täglich
sibiri o sibiri jeden Sonnabend, sonnabends
fen o fen jede Sache, alles
mbgb o mbgb jeder Mensch, alle Menschen
san o san jedes Jahr, jährlich
den o den jedes Kind
dbrbme dbrbme zu je 5 Franc, 5 francweise
{ne y'a sara dbrbme dbrbme ich habe das 5 francweise bezahlt)
ybrb ybrb jeder Ort, überall
Zahlwörter der Formklasse I erhalten durch Verdoppelung ebenfalls distri-
butive Bedeutung (vgl. 7.2.). Sie können ebenfalls durch o gebunden werden.
tle fla o fla aller zwei Tage
duakun saba o saba aller drei Wochen
Zu beachten ist, daß bei der Anwendung von Fragewörtern, die ebenfalls
zur Formklasse I gehören, eine Verdoppelung (gebunden durch ni) not-
wendig ist, falls nach einer Vielzahl von Objekten oder Personen gefragt
wird:
jbn ni jon be yan? wer ist (alles) dort?
mun ni mun do? was ist das (alles)?
n'ka mun ni mun san? was soll ich (alles) kaufen?
11. Lektion 109
b) Verdoppelungen von Wörtern der Formklasse II drücken entweder eine
Fülle von Einzelakten eines Handlungskomplexes beim Verb oder die wie-
derholte Ausführung von Handlungen aus.
tigetige etw. verschneiden
karikari etw. in kleine Stücke zerbrechen
mugumugu etw. zermahlen, klein mahlen
filifili etw. (z. B. einen Ball) ständig zuspielen, zurückstoßen
kalakala schlendernd spazierengehen
megemege mit den Augen zwinkern, blinzeln
yoliyoli trippeln, sich mit kleinen Schritten bewegen
melekemeleke hin- und herlaufen
Oft existieren von diesen Verben keine Simplexformen.
c) Bei Verdoppelung von Wörtern der Formklassen III und IV tritt eine Be-
deutungsintensivierung auf.
kurakura ganz neu
nyumannyuman besonders schön
gelegele ganz schwer, sehr schwer
gonyagonya sehr schnell, ganz schnell
ddniddni ein wenig, ganz wenig
jönajdna sehr schnell, flink
yeleyele ganz sacht, behutsam
kojugükojugu außerordentlich
Mit diesen Formen könnte man praktisch eine deutsche Superlativbedeu-
tung im Bambara wiedergeben (vgl. 11.2.).
11.2. Wiedergabe deutscher Steigerungsformen im Bambara
Das Bambara kennt keine morphologisch ausgebildete Kategorie eines Sy-
stems der Steigerungsstufen (Komparativ und Superlativ), wie sie in den
meisten indoeuropäischen Sprachen vorhanden ist. Es besteht jedoch die
Möglichkeit, derartige Steigerungsstufen in ihrer Bedeutung mit Hilfe ver-
baler Umschreibungen oder Determinierung von Wörtern der Formklasse III
auf verschiedene Weise auszudrücken.
11.2.1. Wiedergabe komparativischer Bedeutungsinhalte
Diese erfolgt
a) durch nominale Kemsätze des Typs 3 (vgl. 3.3.) und einen sich anschlie-
ßenden Bezugsrahmen ni ... ye, in den das zu vergleichende Wort (Ange-
höriger der Formklasse I) zu stellen ist. So im folgenden Beispiel.
110 11. Lektion
Mobili ka tdli ni mobileti ye. Das Auto ist schneller als das
’ “ ' Moped.
Nominaler Kem- Vergleichs- Vergleichs-
satz des Typs 3 rahmen wort
Weitere Beispiele:
Ni cein ka jan ni doin ye. Dieser Mann ist größer als der andere.
A ka kise n’i ye ca la. Er ist geschickter (fleißiger) in der Arbeit als du.
A ka dogo n’i ye. Er ist kleiner als du.
A ma keku rii ye. Er ist nicht geschickter als du.
Abweichungen sind:
Das ni des Beziehungsrahmens ist fakultativ.
Das im Beziehungsrahmen stehende Funktionswort (Postposition) kann
auch durch ma ersetzt werden.
A ka bdn ne ye. Er ist größer als ich.
A ka bdn ne ma. Er ist größer als ich.
An die Stelle des Adjektivs tritt in diesen Fällen auch sehr häufig das eben-
falls zur Formklasse III gehörige fisa oder fsa in der Bedeutung »besser«:
Nin ka fisa o ye. Dies ist besser als jenes.
Malo ka fisa (ni) nyo ye. Reis ist besser als Hirse.
Saya ka fisa maloya di. Sterben ist besser, als die Schande (des Kolo-
nialismus — S. Br.) ertragen (Leitspruch von Samory Tourö).
b) durch verbale Umschreibungen:
Hierbei finden Verben wie bd »hinausgehen«, »übertreffen«, teme »Vorbei-
gehen«, »überholen«, »übertreffen« und fisaya bzw. fiseya »vorziehen«,
»besser sein« Verwendung. Diese Verben werden entweder in Form von
Verbalsätzen angewandt oder stehen als Substantiv im Verhältnis des mate-
riellen Besitzes mit dem Funktionswort ka (s. 2.2.).
Nin soin ka bd ni so doin ye. Dieses Haus übertrifft das andere, ist
größer als das andere.
M'be malo fisaya ni nyo ye. Ich habe Reis lieber als Hirse, Reis ist bes-
ser als Hirse.
Dem Verb teme folgt die Postposition kan:
A ka jan ka teme ne kan. Er ist größer als ich.
A kekuya be teme nin ta kan. Seine Geschicklichkeit ist größer als die
dieses (anderen).
11. Lektion 111
11.2.2. Wiedergabe der Bedeutung des Superlativs
Die Kennzeichnung dieses Bedeutungsinhaltes erfolgt im Bambara sowohl
durch eine Reihe geeigneter Wörter der Formklasse IV, die Wörter der
Formklasse III in dieser Weise zu determinieren imstande sind, durch Ver-
doppelung von Wörtern der Formklasse III (vgl. 11.1.), als auch durch eine
Reihe verbaler Umschreibungen (wie bei der Wiedergabe komparativischer
Bedeutungen), in deren Vergleichsbeziehungsrahmen dann noch Wendun-
gen wie bee »alle«, tou »die übrigen«, to bee »alle übrigen« oder a to bee »alle
übrigen« treten.
Determinierung durch Wörter der Formklasse IV:
A ka nyi kosobe. Sie ist sehr schön, sie ist die Schönste.
N'ka so ka nyi (ni) tou ye. Mein Haus ist das schönste von allen.
Foy ma nyi nin ye. Nichts ist schöner als das.
A ka jan hali. Das ist sehr lang, ist das längste.
Das als Adjektiv bisher bekannte ba »groß« kann auch als Wort der Form-
klasse IV ein Adjektiv determinieren:
Dugu nin tunye dugu belebele ba ye. Dieser Ort war der größte Ort.
Verbale Umschreibungen:
Ne ka dloki ka je ka teme tou kan (to bee kan). Mein Gewand (Kleid)
ist am weißesten (saubersten) von allen.
A ka jan ka teme tou kan bzw. a ka jan ka teme to bee kan. Er ist der
größte von allen (er übertrifft alle an Größe).
M'be malo fisaya n'a to bee ye. Ich esse am liebsten Reis (gegenüber
allem anderen).
11.3. Übersicht über das System von Formklassen und Funktions-
wörtern des Bambara
An dieser Stelle soll ein Überblick über die Formklassen und die Klassen
der Funktionswörter des Bambara gegeben werden. Allerdings kann Voll-
ständigkeit hier nicht angestrebt werden, weder in der vollständigen gramma-
tischen Beschreibung, noch in der Aufzählung und Ordnung der Funktions-
wörter. Folgende Abkürzungen werden verwendet:
NP Nominalsatz
VP Verbalsatz
FW Funktionswort
UB Umstandsbestimmung
Formklasse I — morphologische und syntaktische Charakteristika
Grammatische Funktionen Morphologische Charakteristika
Subjekt in NP Typ 1 Teil des Präd. in NP Typ 2 Objekt Teil von UB Plural- markier. Nominale Suffixe Suffix -na
Substantive mbgb, nyb + 4- + 4- 4- 4- —
Substitute von Substantiven a) Personalpron. 4- + 4- 4- -i
b) FW o + 4- 4- 4- -i — —
nin 4- 4- 4- 4- 4- — —
c) FW min + 4- 4- 4- + — —
d) mun 4- + 4- 4- 4- 4- —
e) jbn + + 4- 4- _2 — —
f) bee 4- + 4- 4- — — —
Zahlwörter + 4- 4- nur mit — — 4-
Subst.
1 Wenn man in Rechnung stellt, daß u (3. Pers. PI.) selbst die Pluralmarkierung darstellt und olu (entstanden aus o-lu) als Verbindung
mit dem Pluralkennzeichen (in der Malinkeform) gewertet werden kann.
2 Vgl. aber die Formen jbn ni Jbn.
112 11. Lektion
11. Lektion 113
Formklasse II
Prädi- katsbil- dung Tempo- rale Modifi- zierung Partizi- pialbil- dung Modi Infinitiv
Verben wie di, me, kili, dumunike 4- +3 4- + 4-
Kopulative Verben do, ye, ka, be 4- (außer mit tun-) — — —
3 außer dem Verb ko »sagen« im Präsens.
Formklasse III:
Es handelt sich hier um alle Wörter, die im Rahmen des Typs 3 der Nomi-
nalsätze in der Position nach ... ka ... stehen können. Das ist zugleich, neben
der Determinierung von Substantiven der Formklasse I, ihr wichtigstes syn-
taktisches Kennzeichen. Morphologisch sind die Wörter der Formklasse III
durch die Möglichkeit der Pluralbildung und der Verbindung mit dem
Suffix -ma charakterisiert. Eine Ausnahme von dieser Regel stellt das Ad-
jekitv ba »groß« dar, das in prädikativer Stellung die Form bdn aufweist
(also nicht mit dem Suffix -ma verbunden wird) und zudem noch gleichzeitig
als Angehöriger der Formklasse IV gelten kann (s. belebele ba).
Formklasse IV:
Diese Formklasse ist eindeutig durch ihre syntaktische Funktion gekenn-
zeichnet (7.4.). Ihre morphologischen Charakteristika sind relativ verschie-
den.
Die Klassen der Funktionswörter:
Klasse A
Koordinative Funktionswöner:
ni, ani und
wala oder
8 Lehrb. Bambara
114 11. Lektion
yala... I
kori... J
Klasse B
Funktionswörter zur Realisierung von Fragesätzen:
am Beginn des Fragesatzes
... wa am Ende des Fragesatzes
Klasse C
Funktionswörter der Zustimmung oder Ablehnung:
bwb, aiwa ja
ai nein
Klasse D
Funktionswörter zur Kennzeichnung des materiellen Besitzes oder der Pos-
sessivform:
ka, ta
Klasse E
Klasse der sogenannten Postpositionen. Sie drücken die Beziehungen von
Wörtern der Formklasse I zu Raum, Zeit, Qualität u. a. aus und dienen zur
Bildung von Umstandsbestimmungen sowie, was ye und ma anbetrifft, zur
Bildung des indirekten Objekts:
la, na in
fe bei
kbnb in
ma für u. a. (vgl. 4.2.1)
Klasse F
Klasse einiger »Prä-«positionen wie
hali,fo bis (Vgl./o sbgbma bis zum Morgen, hali bi bis heute)
Klasse G
Demonstrative Funktionswörter:
nin dieser, diese, dieses
o jener, jene, jenes
Die demonstrativen Funktionswörter können gleichzeitig als Substitute
von Substantiven der Formklasse I auftreten.
11. Lektion 115
Klasse H
Funktionswort de, das vorwiegend zur Hervorhebung von Wörtern der
Formklasse I dient. Vgl. aber auch Sätze wie
Yan de ye Teba ye wa? Ist hier der Ort Töba?
Klasse I
Funktionswort min zur Bildung von eingebetteten Relativsätzen. Auch die-
ses Funktionswort kann als Substitut von Wörtern der Formklasse I auf-
treten. min kann in beiden Funktionen eine Pluralform bilden.
Klasse J
Satzeinleitende Funktionswörter, traditionell auch als Konjunktionen be-
zeichnet (vgl. 10.1.!). Einige von ihnen erfordern in ihrer syntaktischen Ver-
knüpfung den Konjunktiv.
sani bevor
kasbro während
katugu weil
ka damit, um zu
ko daß
ni wenn
nka aber, sondern u. a.
Klasse K
Klasse der traditionell als Inteijektionen bezeichneten Wörter wie
alhamdulillahi Lob sei Allah!, Gepriesen sei Allah!
bisimillahi Im Namen Allahs!
aha, bhö (Ausdrücke des Erstaunens)
abarka danke!
inice danke!
hali, kbsbbe wahr, richtig
Vokabeln
duakun (H-T-H) Woche maloya (T-H-H) Schande, Unglück
fisa (T-H), fsa (H) besser fisaya (T-H-H) vorziehen, besser
teme (H-T) vorbeigehen, passieren sein
s*
116 11. Lektion
sali ba (seli ba) das große Fest, Ham-
melfest
i ko mi (H-H-H) wie überall
tile (T-H) = tle Tag, Sonne
Aid el Kebir Hammelfest, bedeuten-
der mohammedanischer Feiertag
fana (H-T) auch
wele (H-T) rufen, nennen
tugu (T-H) noch, auch
jango,janko (H-H) überaus, sehr
nye korb (H-T-H) bevor
nafa (T-H) Nützlichkeit, Profit, In-
teresse
ben (H) treffen, begegnen
yelema (H-T-H) Wechsel, Wechseln
caya (H-H) vergrößern, vermehren,
sich anstrengen
saa (H-T) Moment, Zeitpunkt
magasentigi (H-T-T-T-H) Laden-
besitzer, Geschäftsinhaber
kalalikela (H-T-H-T-H) Schneider
sanufala (T-H-T-H) Goldschmied,
Bijoutier
ca (H) Arbeit, arbeiten, mit einer
Arbeit beschäftigt sein
dutigi (H-T-H) Familienchef
yere (H-T) selbst
saraka (H-T-T) Opfer, Almosen
saraka bb Almosen geben
jakuya (T-H-H) Pflicht, Verpflich-
tung
silama (T-T-H) Mohammedaner
kataga (H-T-H) weil
duma (T-H) Ausgabe
nyogbn nye (H-T-H) Treffen
sbgbma da fe am frühen Morgen
jbna (H-T) schnell, frühzeitig
juma (H-T) Freitagsgebet
fara (H-T) hier: anwachsen, gefüllt
sein, sich füllen
kere fe (H-T-T) aneinander, Seite .
an Seite
weleli (H-T-H) Rufen, Anrufen
jama (T-H) Menge, Begleitung
yani (H-H) bevor
almami (T-H-T) Imam
domba (H-H) der Wissende, All-
mächtige
ci (H) schicken, senden
Allah ka ci den Abgesandter, Pro-
phet
kosa fe (H-T-T) später
kaba kolo (T-H-T-H) Himmel, Fir-
mament
nye mbgb (H-T-H) führende Persön-
lichkeit
nye na (H-T) in Anwesenheit
were (H-T) ein anderer
khutba (H-T) Predigt, Ansprache
kan (H) hier: die Gurgel durch-
schneiden
ke (H) hier auch: segnen
duniya (H-T-T) Welt
fama (T-H) hier: Glück
Sali ba (Saga sali)
I ko mi Mali dugu bee Bamakb ye a ka sali ke kunungo kalo tile mugan ani
fila. L'Aid el Kebir o fana de ye sali ba ye o bi wele tugu saga sali.
Nisonja ba mi tumbe mbgbu la jango musou sali nye korb o tunye nafa min
ni a tunlabem be ka ben san yelema ni ma. Aiwa, a laben u cayara dogo tunye.
O tuma na saa magasentigiu ani bolo la barakela dbu minun ye (minun ye =
11. Lektion 117
darunter): kalalikelau ye ani sanufalau ye9 olu bee ka baara tuncara. Ceu,
dutigiu »bolo naani tumbe olu fe.« O cokoya la saa olu tunye u yere ka saraka
bd la ye mi ni o tunye jakuya ye silamaya fan fe9 kalaya o sanni ni be kb fe9
mini o bi taa duma fan fe9 o tuma na u tunka kan sali saga ka mini o bi na fold
(silamau nye) o saraka kosbn.
Talata ula tuma min na ni mogou ko saa mini olu fana tumbe laben na tilala9
an hakili tumbe silamau ka ni sali na9 gejuma misiri ba la.
O tuma na araba sali ba nin doin silamau ka nydgon nye sdgoma da fe jona
juma misiri tumbe ka silamau ni u ka fini nyumanu sord. A huit heures trente
sali ydrd farale mogou la. Silama caman tunye u sigi nyogon kere fe kelenkelen
ka misiri weleli kdnd.
A huit heures quarante cinq Mali peresidan ani a ka jama olu tunsera sali
ydrd la9 minuti tan yani almami ba El Haj Kalle o min ni o tunka kan kabila
ni silama sali nye ni o ye domba ye an kuntigi Mahamadu9 Allah ka ci den9
kosa fe a kera silamaya ka domba ye mini o ye Allah ka bdnya ye9 kaba kolo
kuntigi ani dugu kolo ani fen bee kuntigi.
A neuf heures precises sali tundaminena jamana ka nye mogdu bee nye na
Bamakd ye ani mogd bau minun bdra dugu werefe silamau minun be Mali la.
Sali tunka kan ka ban minuti tan kdnd »khutba« ka kalan na saga kan min
tunye almami ta ye. Almami ka du kau tumbe ke9 silama bee ye ani Mali bee9
Mali nye mdgou fana ani »Fatia«. O tuma na tle saba kdnd duniya silama bee
bi hera don nin koson faama ye o min bi ke bee ye.
(Mamadou Traore — Segou)
12. Lektion
12.1. Grundzüge des Satzauf baus im Bambara
Da das Bambara eine Sprache ohne jegliche Kasusmerkmale oder andere
Beziehungsmerkmale für den Satzaufbau ist, kommt der Wortstellung ent-
scheidende Bedeutung zu. Der Bambarasatz ist durch eine strenge Satzglied-
folge
Subjekt — Objekt — Prädikat
gekennzeichnet. Er gestattet deshalb auch klare Aussagen über den Satz-
gliedcharakter eines Wortes.
Subjekt und Objekt des Satzes können durch Attribute ergänzt werden
(Genitiwerhältnis bzw. Konstruktion eines Substantivs mit einem Adjek-
tiv). Das gleiche trifft für die im Typ 2 der Nominalsätze vorkommenden
Prädikatsnomen zu.
So do. Das ist ein Haus.
So nyuman do. Das ist ein schönes Haus.
(Typ 1 der Nominalsätze)
Segou ye dugu ye. SSgou ist eine Stadt.
Segou ye dugu ba ye. Segou ist eine große Stadt.
Segou ye ne ka wdrb yörd ye. Segou ist mein Geburtsort.
(Typ 2 der Nominalsätze)
Sira ka jan. Der Weg ist lang.
Sira jugu ka jan. Der schlechte Weg ist lang.
Kouliköro sira ka jan. Der Weg nach Koulikoro ist weit.
(Typ 3 der Nominalsätze)
Mobili be yan. Das Auto ist hier.
Mobili teli be yan. Das schnelle Auto ist hier.
Jagokela mobili be yan. Das Auto des Händlers ist hier.
(Typ 4 der Nominalsätze)
Karambgo ye liwru kalan. Der Lehrer las ein Buch.
Karambgo jugu ye liwru nyuman kalan. Der schlechte Lehrer las das
Buch.
12. Lektion 119
Lakdl karambgb ye ne ka liwru kalan. Der Lehrer der Schule las das
Buch.
(Prototyp für Verbalsätze)
Das indirekte Objekt ist nach seiner Konstruktion und seiner Funkion den
Umstandsbestimmungen gleichzusetzen. Zieht man es als Satzglied mit in
Betracht, müßte die Satzgliedfolge im Bambara auf folgende Formel er-
weitert werden:
Subjekt — Objektdlr. — Prädikat — Objektlndlr.
Auch das indirekte Objekt kann durch ein Attribut erweitert werden.
N'ye sira jira n'teri ma. Ich habe meinem Freund den Weg gezeigt.
N'ye sira jira lakbl karambgb jugu ma. Ich habe dem schlechten Lehrer
der Schule den Weg gezeigt.
Der Satzkern bleibt generell in dieser Form verbunden. Umstandsbestim-
mungen oder Adverbialbestimmungen, die Ort, Zeit, Art und Weise usw.
eines Sachverhalts markieren sollen, stehen entweder vor oder nach dem
Satzkern. Solche Umstandsbestimmungen sind
don db la eines Tages
o tuma la zu dieser Zeit
sibiri o sibiri jeden Sonnabend
i ko mi wie überall
Dem Satzkern nachgestellt werden meist Wörter der Formklasse IV und
Konstruktionen mit Postpositionen.
A bi se Bamanan kan na kbsbbb. Er kann sehr gut Bambara.
U bbra kelenkelen. Sie gingen einzeln hinaus.
A ka jan kojugu. Er ist sehr groß (lang).
Balbn bbra kene ma. Der Ball ging ins Aus.
An sera sisan. Wir sind jetzt angekommen.
A bugora u fe. Er wurde von ihnen geschlagen.
(Prototyp für Passivkonstruktionen)
Vor und nach dem Satzkern können auch mehrere Umstandsbestimmungen
stehen.
Auch in den eingebetteten Sätzen (Relativsätzen) und den mit bestimmten
Funktionswörtem eingeleiteten Sätzen (vgl. 8.4. bzw. 10.1.) wird die strenge
Satzgliedfolge des Bambara gewahrt.
120 12, Lektion
12.2. Zur Interdependenz von Ton und Akzent1
Es wurde bereits in der Einleitung betont, daß das Bambara eine Tonhöhen-
sprache ist, d. h., eine Sprache, in der die Tonhöhen wortkonstituierende
und wortdifferenzierende Funktion haben. Das Bambara kennt zwei Tönerne
(funktionelle Tonhöhen), nämlich den Hochton und den Tiefton. Man muß
jedoch betonen, daß die beiden Tönerne im Sprechtakt bestimmten Assimi-
lierungen unterworfen sind, so daß der Formulierung Ol’derogges hinsicht-
lich der KWA-Sprachen Afrikas1 2, daß der exakte Gebrauch der jeweiligen.
Tonhöhe so wichtig sei, daß bereits ein Fehler in der Tonhöhe auch nur
eines Wortes zum völligen Unverständnis eines Satzes führen kann, für das
Bambara und auch die anderen Mande-Sprachen nicht in dieser Absolut-
heit zugestimmt werden kann. Außerdem gleicht der Kontext eventuelle
Unkorrektheiten in der Wahl der Tonhöhen aus, hinzu kommen noch die
Tonhöhenassimilationen im Sprechakt selbst.
Tonassimilationen werden durch folgende Faktoren hervorgerufen:
a) Die absolute Tonhöhe nimmt im Verlauf des Sprechakts zum Satzende
hin oder vor einer Pause ab. Das heißt, ein Hochton am Satzende wird nicht
mehr mit der gleichen absoluten Tonhöhe wie ein Hochton am Beginn des
Sprechakts realisiert.
i ko mi (H-Hj-Hj) wie überall
an ka je (H-Hj-Hj) laßt uns vereinigen!
naanina (H-H|-H|-Hj) der vierte
In allen diesen Fällen sinkt die absolute Tonhöhe der dem ersten Hochton
folgenden Hochtöne ab.
b) Ein Hochton nach einem Tiefton im Sprechakt wird nicht mit
der gleichen absoluten Tonhöhe wie der am Beginn des Sprechakts rea-
lisiert.
manguru ka di (H-T-H |-Hj-Hj) Mango ist süß.
c) Im Sprechakt werden Hochtöne zwischen zwei Tieftönen und Tieftöne
zwischen zwei Hochtönen assimiliert.
minbgö (H-Tt-Hj) Durst
an ka sara (H-Hj-Tt-Hj) wir wollen bezahlen
galo dugu (T-H-Tt-Hj) Ort mit täglichem Markt
1 Weitere Ausführungen dazu vgl. Brauner, S.: Studien zur Funktion von Tonalität und
Intensität im Bambara. Habil.-Schrift, Leipzig 1968.
2 Die Völker Afrikas. Unter der Redaktion von D. A. Ol’derogge und 1.1. Potechin.
Berlin 1961, Band I, S. 102f.
12, Lektion 121
kuntigi (H-Tt-H|) Häuptling, Chef
farama (H-T*-H|) steinig
foloya (H-Tt-Hj) Priorität
farali (H-Tt-H|) Teilung, das Teilen
d) In Fragesätzen, besonders bei Anwendung des Funktionswortes w,
macht sich der Einfluß der Satzintonation durch Erhöhung der absoluten
Tonhöhen zum Satzende hin bemerkbar.
Doch durch Anerkennung der Tonalität allein können die prosodischen Ver-
hältnisse des Bambara nicht erklärt werden. Im Bereich der Wortbildung
spielt die Intensität oder der Akzent nachweisbar eine große Rolle, wie In-
tensitätsmessungen eindeutig ergeben haben3. Die sprachliche Funktion der
Intensität besteht in der Determination von Wörtern oder Wortgruppen als
semantische Einheit. Da die Intensität oder der Akzent im Bambara bei Vor-
handensein bestimmter Tonmuster immer auf der letzten Silbe liegt, hat sie
gleichzeitig die Funktion der Markierung der Wortgrenze oder der Grenze
einer semantischen Einheit. Da der Akzent andererseits nur unter genau zu
definierenden Bedingungen tonaler Strukturen funktionell wirksam wird,
läßt dies natürlich auch Rückschlüsse auf die tonale Struktur eines zu-
grunde liegenden Wortes zu.
12.2.1 . Akzent und Wortbildung
Der Akzent läßt sich in der Wortbildung, der Verbindung eines Wortes mit
einem Suffix deutlich nachweisen. Bedingung für sein funktionelles Wirk-
samwerden ist, daß es sich um ein hochtoniges Suffix handelt (fast alle Suf-
fixe des Bambara außer dem Pluralkennzeichen -u sind hochtonig), und daß
diesem Suffix ein Tonmuster T-H vorausgeht, bzw. T bei einsilbigen Wör-
tern.
Beispiel:
kbnb (T-H) Vogel kbnb (H-T) Perle
In der Verbindung mit dem Diminutivsuffix -ni entstehen folgende
Formen:
kbnoni (T-H-H) kleiner Vogel kbnbni (H-T-H) kleine Perle
Im ersten Falle ist deutlich auf der letzten Silbe ein »Kontrast eines lauteren,
betonten kulminativen Teiles einer Silbe zu den weniger lauten, unbetonten
Teilen anderer Silben innerhalb derselben Lautfolge«4 festzustellen. Im
3 s. Brauner, S., a. a. O., S. 128ff.
4 Jakobson, R. - Halle, M.: Grundlagen der Sprache. Berlin 1960, S. 20.
122 12. Lektion
zweiten Falle unterliegt das Tonmuster kbnbni »kleine Perle« normalen Assi-
milierungserscheinungen ohne Intensitätskontrast. Beide Beispiele könnte
man folgendermaßen kennzeichnen:
kdnoni (T-H-H') kleiner Vogel
Weitere Beispiele:
suma (T-H) Frische, frisch
ji (T) Feigheit
si (T) mahlen
fa (T) Vater
ble (T) rot
dan (T) säen
du (T) biegen, krümmen
dugu (T-H) Ort, Stadt
timi (T-H) süß
fana (T-H) Lüge
kdnoni (H-Tt-Hj) kleine Perle
sumaya (T-H-H') Frische
surnale (T-H-H') erkaltet, gekühlt
jitd (T-H’) Feigling
sili (T-H') Aktion des Mahlens
faya (T-H') Vaterschaft
bleman (T-H') rot
dani (T-H') Aktion des Säens
a dura (T-T-H') es ist gebogen
duguni (T-H-H') kleiner Ort
timiya (T-H-H') Süße
timiman (T-H-H') süß
fanaya (T-H-H') lügen, Lüge
Wird ein Wort mehrfach suffigiert, rückt der Akzent auf den Hochton des
letzten Suffixes.
jitd (T-H') Feigling
fanaya (T-H-H') Lüge
baro (T-H) Diskussion
sene (T-H) pflügen
jitdya (T-H-H') Feigheit
fanayakela (T-H-H-T-H') Lügner
barokdla (T-H-T-H') Schwätzer
senekela (T-H-T-H') Bauer
12.2.2 . Akzent und Wortkomposition
Der Akzent tritt auch in der Wortkomposition auf, eine im Bambara recht
häufige Erscheinung. Es kann sich dabei um Kompositionen zweier Substan-
tive oder eines Substantivs mit einem Adjektiv handeln. Der Akzent ist in
diesen Fällen ein wichtiges Kennzeichen für die semantische Einheit einer
solchen Komposition. Ist diese als erwiesen anzusehen, sollte man diese
Kompositionen zusammenschreiben und sie dadurch auch von normalen
Genitivverbindungen oder Verbindungen eines Substantivs mit einem Adjek-
tiv unterscheiden.
Kuluba (T-H-H') Kuluba (Stadtteil von Bamako)
banfla (H-T-H') Mütze, Käppi < ban (H) Ende, ^Za (T-H) zwei
kuntigi (H-T-H') Chef, Häuptling < kun (H) Kopf, tigi (T-H) Be-
sitzer
n^g&o (T-H-H') Fahrrad (Pferd aus Metall) und andere.
12. Lektion 123
12.3. Zum entlehnten Wortschatz im Bambara
Die ins Bambara entlehnte Lexik setzt sich im wesentlichen aus Entlehnun-
gen aus dem Arabischen und dem Französischen zusammen. Im Zuge der
seit Jahrhunderten vor sich gehenden Islamisierung des Westsudan und der
kulturellen Kontakte zum arabischen Raum hat auch das Bambara ständig
arabischen Wortschatz, besonders auf geistig-kulturellem Gebiet aufge-
nommen. Er wurde in das phonologische System der Sprache eingepaßt,
wobei in einigen Fällen der arabische Artikel noch erhalten ist. Die ara-
bischen Lehnwörter sind oft an der überwiegend noch erhaltenen dreiradi-
kaligen Struktur zu erkennen.
duniya Welt, Universum
kalifa Schutz; beschützen
arabu arabisch
arabu kan die arabische Sprache
arabu dugu Arabien, ein arabisches Land
araba Mittwoch
hakili Geist, Verstand
almami, almaami Imam
alijuma, arjuma Freitag
hera, here Glück, Frieden
nabi Prophet
faamu verstehen; faamuya Verständnis
hörd frei, freier Mensch; hdroya Freiheit, Würde
abarka danke
alkama Getreide
alikurane Koran
alijine Paradies
und viele weitere
Besonders zahlreich sind im Bambara die Entlehnungen aus dem Franzö-
sischen. Sie sind die Widerspiegelung einer fast hundertjährigen Kolonial-
herrschaft, in der französische Begriffe aller lexikalischen Bereiche unge-
hindert ins Bambara eindringen konnten, da dieses aus der offiziellen gesell-
schaftlichen Sphäre verdrängt war. Auch heute noch setzt sich die Über-
nahme französischen Wortschatzes, da Französisch die offizielle Sprache
Malis ist, weiter fort, und oftmals werden ganze Wendungen offensichtlich
widerspruchslos als Konstituenten des Bambarasatzes übernommen wie
»inspecteur regional ä la jeunesse et aux sports«, »centre d’animation ru-
rale«, »Permanence du Parti«, »deldgation gouvemementale« usw. Natürlich
wird ein solches »Bambara« oftmals nur von denen verstanden, die über
hinreichend Französischkenntnisse verfügen.
124 12. Lektion
Auch diese Lehnwörter werden phonetisch dem Bambara angepaßt, be-
sonders was die Öffnung einer geschlossenen Silbe anbetrifft.
Diese entlehnte Lexik umfaßt praktisch alle Bereiche des Lebens. Es seien
hier stellvertretend für viele weitere folgende Beispiele genannt: bato Boot,
foto Foto, frazi Satz, liwru Buch, laköl Schule, medsen Arzt, leson Lektion,
angle englisch, alman deutsch, kadri Kader, letri Brief, serkli Kreis, mambri
Mitglied, sendika Gewerkschaft, ministri Minister, guwerner Gouverneur,
asamble nasional Nationalversammlung, tribinal Gericht, Tribunal, tabali
Tafel, tomati Tomate, esansi Benzin, sigareti Zigarette, kapital Hauptstadt,
mobileti Moped.
Vokabeln
wisiti (H-T-T) Besuch
laben (H-H) vorbereiten
labenni (H-H-H) Vorbereitung
ju (H) Basis, Beginn, unterer Teil
lasho (T-H) Kalk, weiße Farbe (frz.
la chaux)
drapo (T-H) Fahne
siri (H-T) Verbindung, Kette, Bün-
del
fbli (H-H) Begrüßung, Begrüßungs-
zeremonie
sebe (H-T) Brief, (beschriebenes)
Blatt
sira (T-H) Baobab, Affenbrotbaum
kblbsi (T-H-H) Bemerkung, Beob-
achtung
kumbe(n) (T-H) Empfang
jb yord nyuman ein guter Platz (zum
Schauen oder Sitzen)
gudrbn (T-H) Teer, Asphalt
fale (T-H) Wechsel, Änderung
giri (H-T) Eile, Hast
da (H) Tür, Öffnung
jb (H) stehen
da wolo (H-T-H) Lippe, Kante
(einer Straße), Fußweg
surunya (T-H-H) abkürzen, verkür-
zen
dese (H-T) ermüden
kibaru (T-H-H) Geschichte, Neuig-
keit
jaman (H-T) zufrieden sein, befrie-
digt sein
barisa (T-H-H) Brust, Brustkorb
kaban (T-H) schon, bereits
kömandan (H-T-T) Kommandant
dunu (H-T) Trommeln, Tamtam
kan (H) Sprache, Stimme, Ton, Ge-
räusch
jbna (H-T) früh, zeitig
kunu (H-T) wecken, aufwecken
koroto, koronto (H-T-H) eilig sein,
es eilig haben
fle (H) pfeifen, Pfiff
ja (H) Gastfreundschaft empfangen
od. erweisen
Peresidan ka wisiti db Segou reshion kbnb
Sibiri don tundo kabini juma mbgbu tunkele do ka dugu laben ni damine. O
labenni nin kono u tunkele do ka jala sun be ju kbrblau koro tige ni lasho ye.
12. Lektion 125
Ka drapo siri u la fan bee fe ani Peresidan ni Guwerneman ka foliu sebe ka u
siri jiri bolou la ka sira bau be ce tige. Kabini sogdma fe nin ddin kdnd dugu
bee be a se kan (ist auf den Beinen). U funkele do ka arondismantu ni serkliu
be wele ni laben nin kdnd. Dunanu tumbi do coko min na u bi ddn.
Ni i taara yoro o yoro la i bi mogou de kele sdrd ka o fa. Ne ka koldsi kdnd ne
ye an ka komandan de ye folo dugu kdnd. Kabini juma su dunu kan de kele do.
Sibiri sogdma jona u ye mogou kunu ni u ka mikro mankanu ni dunu kanu ye.
Mobili tumbi taa fan bee fe ka o fo mogou ye ko u ka wili ka taa kumbeli la.
O tuma na saa mdgd caman bora u ka so kdnd ka u teliya min bi se ka to u bi
jd yoro nyuman sdrd. I tumbe gudron de fale sdrd jama ba la, u be kele do ka
u ka fini nyumanu do ani ka giri ka taa.
O tuma tuny d sdrd ne tumma wili ban, nka rfkele ka mankan ba nin me ne
wulila ka nye kd ani kan laben ka taa tou fe.
Kabini m'böra so da fe nye mdgou caman de ye polisiu jdle do sira ba bee da
wolo fe ka sira jira u la.
Ne yere tumbi ka taama sira ba kd fe ka taa bennike ydro nin la. U surunyale
Avenue de VIndependance la nye a sdrd mogdu kele do ka u jd gudron da wolo
fila bee fe ani ka u tle nyogon kd fe. Bee ka ydrd Jirale do i la lakdli sou,
kdneu, baarake yorou ani ydrd caman ta jirale do u la.
Ne kele ka k'a teme ninu bee la ani u kd jd nyuman la, ne nana se serkliu maa
fold, o banne n'sera rifaso Baroueli5 kau ma — minu kele do ka ka Baroueli
togo bonyani u ka faso denya nyumanya ye.
Ni faso ko minu ka baarake ni u ma dese ka teme fole ka u ti dese fdle la.
An ye nyogon fo kosobe.
An tlele foli la ne taara ni terike Saydou ye kd fe ka a nyininka dugu kibaruya
la. O baro nin kdnd rijamanna kosobe barisa a kd, ko dugu ka di sisan kosobe,
ko sanji folo be na kaban.
O de jara ne ye kdsobe barisa ne korotole do lakdli ka bla min bi se ka to iribi
taa an ka dugu la kan so mdgou deine u ka baarau la. Am bi o la tuma min na
an ye polisiu ka fle mankan me o tuma na an ye nyogon bla ye ka taa an ka
jd yordu la.
5 Baroueli — Ort in der Nähe von Segou, Heimat des Autors Mamadou Traore.
Chrestomathie
Alimama Samori koma1
1. Samori a ju tigö9 a bonyara
Ni togo be Amadu Kurubari, ar ka ni uro Dawakala Gimini1 2 ra. Nanzara
ce a Kofidugu3 sigi a ka ni dari nin koma fo a ye: Alimama Samori Ibnu4
Lafia koma; n’ka a fo a ye: Samori a urra Sanankoro5 ra, dugu mi na ar a
kiri Konian. A fa Mandenga lo, ar a kiri Lafia Ture, a be faga den. A na
Konianga muso Io, ar a kiri Masorona Kamara, ar ko muso mi a bä nyima.
La mi na kuntigi ba a be ta, ar a kiri Sori Burama, a be Fode den, a käräke
Ion juguke, Koniangaru ar byä sira a nyan. Sori Burama a ka marfatigiru
ci, ar ka taga jönu mina. Ar safarikäbagaru ye ar wuro doni ta ar bä taga
Sanankoro. Masorona a bä ta ane a cä ani Samori. Marfatigi ar ka marfa ci,
ar ka cä byä faga, katigi ar ka musoru mina, ar ka denu mina, ar ka wuro
mna. Samori a bora jönajöna, ar tu se ka a mna.
Ar ka Masorona fyärä, ar ka a ye a bä nyima, ar ka a ta ar tagara Burama fä-
so, ar ka a fo a ye: »Muso dd ye! Ani ka a ta, ani nana ka a di i ma, e ta lo.«
La mi na Samori bilankörö tä tugu, a ka ju tigä kursitigi lo, a bä kambäre.
A ka sye-ko a kwo, a tagara Sanankoro ra, a ka a fo Sanankoronga ye:
»Ar ka n’fa faga, ar ka n’na mina, ar ka a ta ka taga Burama fä-so, a bä a
1 Dieser Text über den bedeutenden antikolonialen Widerstandskämpfer Samori Tourä
(ca. 1840—1900) wurde von dem bekannten französischen Afrikanisten Maurice Dela-
fosse, der selbst längere Zeit verschiedene hohe Funktionen in der Kolonialverwaltung
Frankreichs ausübte, aufgezeichnet und zum ersten Mal in »Essai de manuel pratique
de la langue mande ou mandingue« (Paris 1901) veröffentlicht. Als Gewährsmann wird
ein gewisser Amadou Coulibaly, ein Dyula aus der Elfenbeinküste, genannt. Der Text
wurde mit dem 1967 in Kraft getretenen Alphabet transkribiert, wobei der spezifische
Charakter der Dyulasprachnorm beibehalten wurde. Die Dyulawörter sind als solche im
Wörterverzeichnis bezeichnet.
DerDyulatext weist als besonderes Charakteristikum eine Vergangenheitsform mit ka auf,
die Vollform des Pluralsuffixes ist meist erhalten (rw), der Konsonant l des Bambara alter-
niert oft mit r im Dyula.
2 Ort in der heutigen Republik Elfenbeinküste.
3 Ort in der heutigen Republik Elfenbeinküste.
4 Ibnu = arabisch »Sohn«, also »Sohn des Lafia«.
5 Sanankoro — Geburtsort Samoris in der Republik Guinea, Region Kankan.
128 Chrestomathie
jön. Aluru ar taga k’a soron, ar Burama darf a n na to.« Sanankoro mdgöru
ar ka a fo a ye: »E jonne lo? Fondö te i fe: munekato ani taga ka e koma fo
Burama ye?« La mi na Samori kasira juguke.
Katigi alele a tagara Sori Burama fo. La mi na Burama a sigira Mandina
Wurokoro ra. Samori so do t’a fe, sani t’a fe, a ti se ka so san, a ta-
gama.
A tagama la kele, ane la kele tugu, so te ya, mögd te ya, Burama marfatigi
ar ka kereke wolo, dugutigi byd ar ka bori tu ra. A dönna Mandina, a ka a
fo Sori Buramaye: »N’fa, e ni ta, ni e ta jön lo. N’na, a ka ni uro, a ma di ni
ale e ta jön lo, a ma di ni n’na a be jön; i a to, a taga a dugu ra tugu.«
Sori Burama a ka a fo a ye: »E sigi m’fe-so, ye kerekd ni lomon. E ka kerekd
a ca ni, n’jusu sumana, e na a taga a dugu ra.« La bye Samori a sera Sori
Burama sofaru ra, ar tagara ka kerekd; la mi na a tagara, la bye a misi ta
ane jön ta.
A myenera Burama fe-so san woronfla. Sisan Burama a ka Samori kiri ka a
fo a ye: »E ka ni cdkd a ca nyi: e na ye, a ta, ar taga e ta dugu ra.« A ka
Samori son jönu ra ni sani ra.
Samori ane a na Masorona ar tagara, ar dönna Bisandugu6 Toron na; dua
mi na Samori a ka jön syaman sörö tugu, a ka sani sörö, a ka wari sörö:
a ka wuro san ka a fyere, a ka fen syaman sörö a naforotigi ya.
2. Samori a ju tige ka kereke ane Franziru
La mina Kangaba7 Mandengaru ar ka a me, ar nara soron na. Katigi ali-
mama a ka nyini ka Nyagasora mina. Nyagasoranga ar sirara, ar börra
kongoli kan, ar ka cira ci Franzi kuntigi fe-so, a be Sulaga ba ra.
Nanzararu urra Sulaga ba ra ane soldasi syaman ane gbeleru. Samori a
siranna, a ka Joriba tige tugu, a nara ka a dagara sigi so do koro Kengera,
a nyini ka a mina. Kengera mögöru ar ti sira: alimama a sigira, a ka ar ta
danda mameni a ma se ka du so ra.
La mi na Nanzara kuntigi a ka cd kele ci Samori fe-so ka a fo y ye: »A ye,
e sigera jugukd fondo td kato, e ti se ka Kengera mina wolo. Nanzararu ane
Kengerangaru ar be ntydri: ara to, taga e ta dugu la Sanankoro.« Samori
a jusu a gbana, a ko a nyini ka ce mi kun tige, a a fo a ye*: »La mi na Nan-
zara ar na ya, n’ti sira ara nyan, n’ti sye kwo ra sen kele; Nanzara mi o, ni
ara ta, ni ara di n’ta musoru ma, ar yerekd Nanzararu ma.«
Nanzara kuntigi a ka a me, a jusu gbana, a ka a fo a soldasi ye: »Uri, arawan
taga!« Ar ka uri, ar ka Joriba tigd, sisan ka don alimama dagara. Sisan sofa
6 Ort in Guinea, Region Kankan.
7 Ort in Mali.
Chrestomathie 129
bye ar be kombo ra ar ko: »Nanzara ar bd na ra! Nanzara ar bd na ra!« Ali-
mama a yire so kan a bori. Nanzararu ar ka ta kundo, ar ka alimama da-
gara njene. Katigi ar ka jasa ba kd Joriba körö.8
Samori dogo-cd kele, a tögö Keme Burama, a urra, a tagara ka kdrdkd Ba-
makwö ra. Nanzararu ar böra jasa ra sögöma, ar ka tagama, ar dönna kwö
ra, Keme Burama a marfatigiru ar kumbdna ta. Tere a bö-dua, ar bd marfa
ci ra; tere a nyini ka be-dua, ar bd marfa ci ra tugu. Nanzara soldasi ar bd
kdmd sawa, Keme Burama soldasi ar bd wuru sawa: ar byd bundurikd
karako suriru: Nanzararu ar sera. La mi na Nanzararu ar dura ar ta jasa
ra tugu, suru bd kwö ra ar sya jugukd, Keme Burama mögöru ar tora, ar ti
se je mi.
3. Samori ane Franzi ar kereke tugu
Nanzaru ar ka Joriba tigd tugu, ar ka dön Kankan na, ar ka tagama la byd.
Samori mögö ar ka marfa ci. Ar ka marfa ci wuru-tutututu, Nanzara e ar
ka marfa ci wuru-tutututu. Sofaru ar bori la. Ar ka Nanzara syaman faga.
Nanzara e ar ka sofa syaman faga. Nanzararu ar ka don Sanankoro: so mi
o, Samori a urola ta. Gale Samori a ka so njene, a börra. Nanzara ar ka
jasa gban Sanankoro ra.
Samori mdgöru ar ka taga ta ar ka marfa san, ar ka mugu san, ar ka takara
san syaman Naswara fima fe; ar ka a byd ta, an’a ar nana Samori fd-so.
La mi na mugu bd alimama fd, la byd a ka a me ko soldasi ar bd kwö tigd ra,
a mdgöru ci ar soldasi faga. Donitabaga ar bd tembdra sira ra, Nanzara-
nyon mugu a bd laga la, wala malo a bd laga la, wala doa-den ane marfa-den
a bd kdsu ra, ar doni ta ar bd tembdra: Samori a ka a me, sisan a ka mdgd
ci ar taga ka donitabaga faga, ka doni mina, ka alaga ta ka a di a ma.
4. Nanzara Samori mina
Sisan Franziru böra Gurunga9 dugu la, ar ka Kumwezi10 11 tigd, ar dönna
Kun11 na. Ar bd Nanzara cd fila gbanzan, soldasi t’are fd syaman. Samori
ka a me, a ka marfatigi syaman ci, gbeld fila mi o a ka a ta Angldzi fd a
b’are fd; sofaru dönna Kun körö, ar ka so mameni, la byd ar ka marfa ci,
ar ka gbeld ci, la tan ni nani ar ka marfa ci. Je td Nanzara fd, ar ma se ka
böra Kun na sofaru a bd ya lomon, jd b’ara fagara gberdma. Nanzara be
8 Es handelt sich hierbei um die Erbauung des Forts Bamako 1883.
9 Stamm der Gurunsi.
10 Fluß Comod.
11 Die Stadt Kong, Elfenbeinküste.
8 a Lehrb. Bambara
130 Chrestomathie
na ra can, ar bd bbra tereböye, ar ka kdrdke juguke, ar ka sofa bye gbe, ar
ka Saranje Mori12 gbe, ar dura Kun na. Nanzara mi e ar bd Kun na, ane
soldasi, ar bye kumböra, ar ka a fo: »Tabarakalla! Ani se ka je mi!«
Saranjd Mori a börra, a dönna Dawakala13, a ka a fo Samori ye: »Nanzara
ar dura Kun na ar bd syaman, sisan ar na ya ar dön Gimini ra.« Samori a
urira sisan, a ka muso byd ta, a ka a fdn byd ta, ka gbeld fila ta, ka a den
byd ta, ar byd borira Bani körö dua kelena ar a kiri Bandora. A dönna ta,
alimama ka a fö: »N’ti nyini ka bori tugu, ni bd körö jugukd, ni nyini ka
sigi ya: Nanzara na ya, ani ara konon ka marfa ci; la mi na n’ta mugu byd
a njenena, ni nyire faga.« Sisan a ka jasa gban, a ka danda lo, a ka a fo:
»So mi n’ta so lo, ni a kiri Boribana, n’ti nyini ka bori tugu wolo.«
Nanzara a böra Kun na, a dönna Gimini ra, a ka sofa byd gbd ar borira ka
taga Boribana.
Anuru le ani ka a me, Nanzara ka Samori gbd a böra Gimini la, ani ka a me,
ani jusu sumana jugukd. Mögö byd donkiri la so ra, mögö byd donkd, mögö
byd a fo: »Tabarakalla!« Alkuranatagi do ar a kiri Karamögö Moriba a ka
a fo any ye: »A byd arawan taga syeribolon na ka syerikd.« Mögö byd
tagara sisan, ar syerira, ar ka a fo: »Barika! barika!«
La gberd ani ka a me Nanzara ar ka Sikasso mina, ar ka Ba Bemba14 faga.
Samori le a ka a me, a sirana jugukd, a yireyire jugukd, a ka a fo: »Nanzara
ka a kd di? Ni-le n’sigira san kele Sikasso tele na, n’sigira ta kari woromfla
ko fila ane la woromfla ko fila, m’ma se ka so mina; Nanzara sigira la
woronfla ko fila gbanzan ar ka a mina. La mi na ar na ya n’se ka a kd di?
Danda ba sawa bd Sikasso ra, ar be bango danda, ar bd gberdma: jasa fitini
bd ya, a bd kele.« Sisan a ka muso ta, ka sani ta, ka mugu ta, ka fdn byd ta,
a ka a dencdu kiri; a ka a fo: »Arawam bori!« Saranjd Mori ka a fo: »M’fa,
e ma afo e ya kiri Boribana?« Samori ka a fo: »Uri, arawam bori!« Samori
mögöru ar bd tu ra ar sigera jugukd. Ar ma se ka ar ta soru sigi, so byd ar
fari e dimi, ar ma se ka kendera; mögöru, fondö td yi ar a domun.
La do ra sögöma mögö kele a bd böra Wurodugu la a dönna Kofidugu, a ka
a fo ani ye: »Nanzara ka Alimama mina.« Ani a jäte a td te. A ka a fo: »A be
te; Nanzara ar böra Konyan na, ar dönna Koro dugu la, ar ka Samori mina,
ar ka Saranjd Mori mina, ar ka Muktaro mina, ar ka Mori Fima mina, ar
ka Alimama muso byd mina, ar ka gbeld kele mina, ka marfa mina, ka mugu
mina, ka so mina, ka misi mina, ka sani mina syaman syaman. Marfa bd
yi ar sya jugukd, Nanzara ma se ka an’ara taga, ar ka a njene.« Katigi ani
ka a Ion, fdn mi a bd te ca ni; mögöru ka a fo ani ye Nanzara ar ma Samori
faga, ar ka a ta ka a sigi dua ra a jan jugukd, a bd jemfye kwo ra.
12 Hauptfrau Samoris.
13 Die Stadt Dabakala, Elfenbeinküste.
14 König von Sikasso.
Chrestomathie 131
Sdgou faama ka jamani
1. Bitön Coulibaly — Mamary Coulibaly
Bitön Coulibaly tunye bilankörö kuntigi. O de k’a ma (deshalb) u ye a tögö
da Bitön Coulibaly15. A ye Sdgou jamani mara. Ka a to kuntigiya la Ba
Magan (Mali faama) ko a bi na Segou jamani kele. A ma se. Bitön ye kele
bolo dla. Kelekedenu tögö tunye tönjön16. Ni keleke tuma sera tönjön tum-
be dlo caman mi. Bitön sara tuma min na a denkd do tumbe yenino. A tögö
tunye Benkörö Coulibaly. A tunka fari kojugu. O ka ma (deshalb) tönjön
ye nyögön lajera k’a faga. O sale kö (nach seinem Tode) o ye do sigi faamaya
la. O tögö tunye ko Dason Jarra. Kele tuma sera tönjön yöre dama u kelela
u ye faama faga. Ngolo Jarra a sigila faamaya la. A ye san mugan ni naani
ke wolo kan. A ye Tombouctou ani Dienne ci, Bamananu ye kele caman ke.
U ye Kaarta ci ani Beledugu ani Macina.
2. El Haj Umar
A wölöla Podor, Senegali jamani na. A fa tögö ye Saydou Tall. A fa tunye
möri ye. Ale de tunye a fa denke naanina ye. A köröbayale a dönna silameya
la. A taara Hiji Makan 1825.
A söginatö a taara Bomu ani Sokoto. Olu faama u ye a jingi kösöbe, nka
Segou Amadou (Macina faama) u ye a gwen.
A sera Segou faama ye a to kaso la. A ye san fila ke kaso la. A böra tuma
min na a bolila ka taa Dinguiraye17. A ye köle bolo belebele wili. Kele bolo
tögö tunye Zahuya. Keleke mina (Waffen) caman tumbe a fö. San dö la
El Haj Umar tumbe a fe ka silame jamani belebele dla, u böra Dingiraye.
A ye Bambuk ani Kaarta ci.
A taara Fouta Toro18 ko a bi na a ci, nka Kasonka19 faama ani Sulagau
(hier: Senegalesen) ani u tira nyögön na. A taara Nioro20. A ye dugu dla.
A ko a bi taa Senegal, Faidherbe21 ka kelekedenu ye a mina. A ko a bi na
Medina ci. A ma se. A sdgira a kö.
A ye kele bolo werd wili, a taara tugu, a ma se. A taara körönya fan fd. A
temetö a ye Nyemina22 ani Sdgou ani Sinzani23 u ci. A ye Sdgou jamani ci.
15 Bitön = »Geheimgesellschaft von heute, von jetzt«.
16 tönjön, wörtlich »Sklave eines tön, einer Geheimgesellschaft«.
17 Dinguiraye — heute Regionshauptstadt in der Republik Guinea.
18 Fouta Toro — Hochland im heutigen Senegal.
19 Khasonke — Name einer ethnischen Gruppe der Mande-Völker.
20 Nioro — Ort in Mali.
21 Faidherbe — Name eines frz. Kolonialeroberers.
22 Nyamina oder Nyömina — Ort links des Niger östlich von Koulikoro.
23 Name für Sansanding — Ort östlich von S6gou.
132 Chrestomathie
Sögou faama Ali Jarra a ye a kungolo tigd. A ye a denke Amadou bila a n’o
la {an seiner Stelle). A taara Macina a ye Macina jamani tigi faga. A böra
ye ka taa Hamdallaye.24 A ye a to ye ka Bandiagara25 ci. A ye kölö bolo dö
bla ka taa Tombouctou ka o ci.
A möna {in seiner Dauer) a tumbö faamaya la. Bamananu ani Filau ma son
a ka faamaya ma. A kölökötö Macina a bolila ka taa dön kulu wo la. A sara
ye.
Moritani ka sariya nyö mögöu dö nana taama Mali könö
Moritani ka sariya nye mögöu sera Bamako aijuma don fe u ni u ka nyö
mögö Cheikh Saabuh Kane, min ye Moritani Alisilame Jamani Assemblöe
Nationale kuntigi ye.
Moritani ka depite bönna ni nisönja ye awiön jigi yörö la Mali Assemblöe
Nationale kuntigi fö, min tumbö an ka sariya mögöu nyö Bamakö, ani an
föri Soungalo Coulibaly min ye Bamakö meri filana ye, ani solodasi jalatigiu26
ani Moritani ka lasigiden, minu bd Bamakö.
Solodasiu dö ye Son Excellence Saabuh Kane bönya o tömöne kö a yalala
ka a kumböli mögöu fö.
Nin jama kulunin, min ka kanka yala an fö Mali la yan, ka taa Mali tle
duuru la ka taa bla a tle tan la, olu bi na taa San, Djennö, Mopti ani Tom-
bouctou.
Moritani sariya nyö mögöu y’a kanu fölö a ka söbön k’a fö ale bi bö Mori-
tani tuma min na olu ka jamana nyö mögöu ma miri k’a fö dan sigi bö Mori-
tani ni Mali cö: »An böra an ka so, an nana an ka so.«
Son Excellence Cheikh Saabuh Kane y’a fö: »Ko o tuma na olu ka nali min
föra Mali mögöu ka tagali ko Moritani ni Assemblee Nationale kuntigi
tumbö a nyö mögöu yala o bö badenya sira körö jira ka sigi nyögönya jira
ani taama sira nyuman fön böe la. Moritani Assemblee Nationale peresidan
y’a fö tuguni ko am bö nin taama kö walasa ka barka dö jö min tura jamani
fla cö tuma böe. A y’a fö: Am bi na badenya la walasa am bi se ka Mali coko-
ya sebösöböu don. A y’a fö tuguni ko ni bö kunye Mali ni Moritani bi se ka
kö kelen ye tögö min na, kibaroya nyuman minun bö an ka jamani tigi fla
ni nyögön cö, taama sira nyuman min bö an ka parti fla ni nyögön cö.
Nuanyö min köra Könidba27 dugu dla sira la
Jomine kalo tle tan ni könöntö sangwo lör tan sögöma da fö a da yölöla
laköl tlema so könö Könieba faso dla nuanyö ma nyö mögöu munu taara
24 Hamdallaye — heute Ruinenstadt in der Nähe von Macina, Republik Mali.
25 Bandiagara — Ort in der Republik Mali.
26 Soldaten in Paradeuniform.
27 Köniöba — Ort in Mali.
Chrestomathie 133
la olu ye politiki nyd mogou ye ani dugu könö nyd mögöu arrondissement
central la.
Min ye kuma ta ni nuanye la o ye an terike Aliou Sare, commandant de
cercle, o y’a fö kösöbd o ni tönsigi la tou u nyd na a y’a fö ka jira sinye kelen
te u ka sirili u faso la o ni u ka guwerneman la.
An terikd Sega, arrondissement central nye maa, a y’a jira a ka fan fe
fyerelikd tno28 sangwo o nyinina ni a ye delegasiön ninu welele a y’a jira ni
fa de nya la coko min b’a tou an ka tereti bi se k’a nogoya.
An terike Drabo ale min bi section jira a y’a fö delegasiön ye o ka ce siri ye
o ni u ka hakili ca ye ka a nyini u fe u ka ke kumaföla ye an ka faso ye o ni
an ka guwerneman ye jama körö fe, an ka kuma sebe jirali fö.
A kele ka kuma ninu me nuanye a kera hera könö o ni kaba nyuma körö
ni bara ninu ni fögerefo gdleya körö.
Ne ka dugu
Ne ka dugu sigile be Sdgoukoro fö. A tögö ye ko Koila. A dugu könö Ba-
mana ani numu de be ye. Numu be ka taa Baba fö, Bamana bi ka taa köron
fö. Ne ka dugu la kolon fila de be ye. Sögöma da fö musou bd taa ji ta kolon
na katugu ba ji fö ye. Ni i wulila sögöma da fe i bd marto mankan me numu
ka kina.
Ni samyen do i bi cikdla taatö foro la daba dale do u kan na. Tie fö numu
bd don fan la ka daba caman dila ka di Bamanau ma u ka taa u ka foro na
ye o tuma Bamana bd nyö di u ma u sara ye. Numu ani Bamana bd nyögön
demd cike la ni mi sörö la u bd a dila nyögön cd.
Sisan malo foro ba bd dugu kdrd fe. Koila kele29 do dugu ba ye, katugu
mögö caman bd taa ye, olu kele do ka dugu nafasörö sira caya. Su fö Koila
musou ani denmisdu bd nyögön lajdrd förd ba la. U bd tlonke fo ka su se
yörö bde. Koila sugu ye nte nd ye. Sli ba la denmise bee u lajdrd ka wari fara
nyögön kan ka tle wolonfla ke, su o su u be tlönkd ani dumunike.
Sou bee ye bogo so ye, bugu t’a la. Cooperative de consommation kelen be
ye.
Koila ni Dioro cd ye kilo tan ani fila ye. Moniteur d’enseignement kelen be
ye, o de bi malo ko konye nyanabö.
(Mamadou Traore)
28 fyerelikö tno bzw. fyerelikd tono = Kommerzialisierung (von landwirtsch. Produkten).
29 ist geworden.
9 Lehrb. Bambara
134 Chrestomathie
Numukö ka baara
An ka so kere fe numuke dö be ye a tögö ye ko Bakary, a bi numuyake.
Sögöma jöna fe a ka prenti Musa ani Karim olu be fanso fura ka fan buguri
bee bö. O kö Bakary be sörö ka bö. A be sörö ka prenti ka baara di u ma.
Fanso könö kula duuru de bö ye. Prenti fila u bi sigi kula fila körö. Bakary
yere b’a sigi a to saba körö. Bakary den dö bi fan fyen, ni nege bilena (wenn
das Eisen rot geworden ist) Bakary bi balan ta ka nege bö tasuma la, prenti
fila be marto ta, Bakary be nege bilene da kula kan, prenti fila be marto ke.
ka gosi fo k’a ta fin (bis es schwarz ist). U ketö nege gosi u bee bö dönkilida.
Bakary ni a ka prenti be tile ka daba nyuman dila. Bakary, prenti ani a
denke u be sanu fana dila. Ni i be na ni nege a ka dila, a bi kumben ni
nisönja ye o ni kuma misenyau. A bi ka nege mine k’a laje k’a sörö k’a
fyen: »I do döni, m’be a ban sisan!« (Warte ein wenig, ich habe es sofort
fertig!). A ka prenti bö wili o yöröni böe ka u ka marto laben. Denke bd don
fan la o yöröni bee la. Kumani kele u bi ka nege dila ka a di a ma.
Numuke Bakary ye ce belebele fiman ye, a bombonsi ani a karankafesi ka
jan. Bakary nukala ka jan ani fana a ce ka nyi, a se ka jan, a bolo ka jan
ani fana a ka teli. A ka prenti fila ye denmiseniu ye. A den fana ka dogo.
Ni midi sera an’a denmise bee bö je ka dumunike nyögön fö.
O kö u be dila ka baara damina. Bakary bö fön caman dila: A bi tasuma ta do
syen dila, a bi komi jiran dila, ani daba, ani sanu. Ni ula sera u bö fön bee
mina u be fara nyögön kan ka taa a ka so.
Ciköla dö ne ka dugu könö
Ne bi Amadu don, ceköröba do ani koletigi do. Kabini fajiri tuma a bi soli
ka sali a ka du ceman ce la. Sali nin könö a bi kalan ke ni mankan ba ye.
Ni a ye do nin kö o la, a bi wuru dili damine a sigile a ka sali wolo kan kö-
lösi caman jan be a bolo. A sigile be ninu be ke fo ka taa könö fara dönni.
Ni a y’a dön kene fara la dönni a bi taa a muso kunu min bi na a ka daraka
tobi.
O tuma na a ka du könö mögöu bee bi sunögö. A muso bi nyö ta ka taa a
ke kolo könö ani ka a susu. O tuma b’a sörö a tumbe a ka barama sigi gwa
kan, ka tasuma bla la. O wakati könö sheu kasira yörö be fan. Dononköröu
minu tunsigile do so biliu san fö be kasi damine ni u ka nyögön lamind ye.
Faliu minu be so könö be kasi kösöbe. Ni mankan caman ninu bö demiseni
cininiu kunu minu laban bi na tla ka u ni yörö fara nin kasi caman ba nin
ka. Kene bi fara dönidöni. Mögöu minu tunte nyögön ye kösöbe, be nyögön
ye sisan doni.
Chrestomathie 135
Ni tuma ba nin könö a b’a sörö senekela bau dale do sunögö la barisa u ye
tle min sdne, o senge be u no fe hali bi. Ni dumuni banna u bi u ka dabau
ni u ka jeleu laben foro taali kama. O kele olu be u ka faliu laben ka kirike
da u kö la ani ka karafe dön u da la. Ni o bee labenna saa bee bi bö u ka
foro ta sira rnine. U taatö u bi baro nyuman ke u ka su fe yalau könö ani u
be dönkili nyuman caman da min be cike ja mögö la. O sira kele nin ka ni
u ye mögöu ye u ka foro la, u ti teme u la ni u ma u fö ani ka tlön bla u la,
ni u yere nyögön si döu do. Ni u sera foro könö saa, u bi taa u wörö ka u ka
dlokiu dlon jiri sunu la, min bi se k’a to funtdni te u mind ani u ka dlokiu
kana u törö cike tuma na.
U bi sörö ka o ka dabau dadiya walima ka misiu siri shari la ni dugu kolo
sumale do. Mögö kele bi taa ji do bö kana o sigi jiri do körö min bi se ka to
cikdlau bi se ka ji sumale sörö u nyö, ni minögö be u la.
Ni u be laben na u bi sene damind nyögön fe, u bd bi u nye sin fan kelen fe —
u be sendke fo ka tle bö kösöbd. Ni tle böra tuma min na be ja u bolo fd
barisa tle be u fari goniya kösöbd, o tuma na send bi ja ka taa fd ni u fari
wosileu ye u ka daba bi buguri mugu wuli fan bee fe ni i ye o buguri mugu
nunu ye, i b’a fö ko finye ba do natö do.
Ni u mdna o la döni u bi nyögön dani damind dönidöni. Ni mögö kelen sera
ka se kuna bd nye, ani ni o ye mankanni ke tou la döni bd bi i teliya min bi
se ka to a ti ke be laban ye.
Send sebe de bi damine o tuma na. Bee b’a fe ka jira a tou la ko ale de bi se
ka teme tou kan. U bi taa kuna ka segi sinye caman. Ah! O tuma de ka disa
ni i ye ni mögö caman nunu bd birile ye, ko olu wosile bd ni senge ba i la ani
ko olu te o jatd u ka dani fe, o de ye sinema nyuman ye.
Mögö si wulile ti ye fö kuna. Bee birile do ni ceya kend nin kan. Fadenya
kele do ka u be nye fyen nin kene nin kan.
O tuma na saa du ceköröba be foro kuna yan fd, ka tasuma bla bin jalau ni
kala jalau la.
Sisi be wuli ka o fanu fd la bee fd. Könöu be pani la tasuma nin kere fd ka
u ka balo bö fen nyenema ninu bd bö a ju körö. U be baarakd taanin dö fo
ka taa midi se, o tuma u be u jö ka dumunike ani ka u sigi doni, o tuma u bi
tla ka a damind tugu. Cdköröba bi yala foro könö ka jiri ju ninu tigd sani
a ka mögöu ka se o yöröu ma.
A bi tla ka taa a ka tasuma kama ni berdke jamanjan ye min bi se ka to a
bi nyamanyamanu nyoni ka dön tasuma na k’a sörö a ma a yere jeni walima
a bi taa bö sdnekdlau no na, ka yörö döu dla u temena minu ka u ka cikela.
Ni a sdngena a bi taa a da jiri suma körö ka a yere lafiya doni, ni a senge
lafiya böra a bi taa bara damind fo ka taa sali fana se. O tuma na a bi bara
jö ko u ka o wakati sali. O sali nin könö u bi u lafiya doni tugu. O tuma na
u bi tla ka a damine tugu.
9*
136 Chrestomathie
Ni baara labanni könö saa, baara belebele de bi na ke o könö, barisa ula
jöna o bi taa do demd a ta la. U bee bi nyögön deme te, min bi se ka to u bi tla
sele do be körö tole do ka tla a ka yörö la ka u tdliya ka taa so. Ni min tlala
u ka tle yörö bde la ani u bi se ka jäte sörö u ka tle baara la coko min na.
Ni u tlala o bee la, Amadu min ye forotigi ye, o bi u bee fö kosobe ani a bi
sörö ka u labla. Sani u ka se dugu könö a b’a sörö Amadu muso tumbe ka
ji goniya ka u könö.
O tuma na u sele so könö, bee bi taa ni ji ni do soli ka i ko a la min bi se ka
to u fari bde lafiya u ka doni.
Tle baara bi laban y’a fö ka taa dugu je tuguni.
Sdneke ka di kösöbe barisa ale de sababu kosön mögöu jamane do ani u bd
fale do u ninu la.
Ni sdneke te nasörö duniya bde tunune do dugu kolo kan.
Kongo sögöu ani nzonzan
Don dö la kungo sögöu jdra ko u bd so dla. Nzonzan ko ale td so dla, ko
nka ale be da a yörö nyuman la. Kungo sögöu ko o ti se ka ke katugu nzon-
zan ye denmise ye. Kungo sögöu jdra ka so dla, nka nzonzan m’a son ka u
deme ka so dla. Kungo sögöu tilale u ka so dila la u taara su fd ka taga u da
so könö. Nzonzan taara bara kolo ta ka taga ji ka a könö kasörö ka yele so
balan ka ji bon kungo sögöu u kan.
Jara wulila ka kungo sögöu tou nyininka. N’a y’a sörö mögö min kelen do
ka ji bon ale kan. Kungo sögöu ko: »A! An td! I bd a sörö nzonzan do!«
A tilala ka i da ka sunögö.
Nzonzan tilala ka misi boo kd u kan. O tuma kungo sögöu böra ko u bi
taa nzonzan nyininka a gosi. Nka u ma a sörö.
Nzonzan tagara ka taga i da so könö, kasörö ka misi boo ka kd tou da
yörö la.
O tuma kungo sögöu nana ko u bd na u da u y’a sörö yörö bee ye misi boo ye.
O tuma u dimina ka boo ka taga yörö werd. Nzonzan dönna so könö ka a
sörö (k’a sörö) ka so ta.
Suruku ani nzonzan ani fyentöu
Don dö la kongo kdra kösöbd. Nzonzan wulila ko a bi dumuni nyini. Kungo
könö a sdngene a ye a sigi sira dö körö. Söni a ye mögö döu mankan md
sira könö. A wilila ka dön a könö. A ye fyentöu dö sörö dumunikd la. A ye
Chrestomathie 137
a sigi ka dumunikd. Söni fyentöu fa ko: »Heb! Au ye a jö! (Haltet an!) Mögö
kele bi an cd la.« U kele ka u jö, nzonzan fana ye a jö. A ye dumunike mögö
si ti yan. Nzonzan tilale kö a taara a ka so.
Don o don a tumbi na nin nyögön si kd ani ka taa ni dumuni do ye a ka so.
Don dö la a ni suruku bönna, suruku ye a nyininka: »Nzonzani, kongo ba
bö n’na, e bi dumuni sörö mini?«
Nzonzan ko: »E bi taa ne sira kele ne fö, nin sera sira do ma, e bi dön a
könö. O tuma na e bi taa fyentöu dö sörö dumuni na. Nka n’u fa ko: Au
ye a jö! Maa kelen bi an cd la, i yörö bi jö fo (bis) a ka a fö: a ye dumunikd.
Ni e banna ka o kd u bi e bugo ni berd ye.«
Suruku jamanne ma nzonzan ka kuma md.
A taara do sira könö ka e sigi ka dumunikd. Fyentöu fa ko: »Au ye a jö!
Mögö kelen bi an cd la!« U y’u jö, nka suruku m’a son ka a jö. »Au ye
bdrdu ta! Mögö kele bi an cd la!« U ye suruku bugo fo ka a ne bö, o ni fana
a kirina, u söröla k’a ta ka a fili kene ma.
Nzonzan ani bala
Don dö la nzonzan ani bala taara faama dö fö ye. U sele (angekommen)
ye faama ye u bö tögö nyininka. Nzonzan ko, ale tögö ye »dunan« ye. Bala
ko tögö wörö ti ale la bala ko. Su fö faama ka jön nana: Faama ko ne kana
dumuni di dunan ma. Nzonzan ko: »A di ne ma! Ne de ye dunan ye!« Bala
ma foy sörö, katugu nzonzan ko, ale doron de ye dunan ye.
Tugu tilale kö (danach) bala taara woso foro dö ka woso se ka a dun ka-
sörö ka taa a da (schlafen). Don o don a tumbö u kö. Tle saba tömöna kö
forodinyöna do taara faama fö: »Faama, e ka dunan ye ne ka woso böe dun.«
Faama ye mögö bla ka taa u wölö. U nane kö faama ye u nyininka: »Jön
ye nin cd in ka woso böe dun?« Bala ko: »Dunan de ye a böe dun, ne tuntö
dunan ye.« Nzonzan fana ko: »Su o su dumuni bi na ne bö a dun so könö,
nka ne ma se woso foro la.« A ye a fö ko an kelekele ka fono. O tuma na
nin mögö min ye woso dun au bö a tigi don sisan. U bö fo nana, a söröla
ko bala de bi taa woso dun. Faama ko: »Nzonzan, an ka börö nye joli di a
ma?« »Kömö doron!« O banne kö bala bolila ka taa nzonzan ye. A sele
(angekommen) numu döu ma a ko: »Numu, ne de min bi kö fö, ne ka fan
fyölau bi a kungolo sanfö. A bi a fö a ye ko ne ko au ka a da.
Nzonzan tömötö. Numu ko: »Heh! Cöni! E fa ko e ka a ka fan fyölau di an
ma.« »Fan fyölau tö, ne dlo do.« Numu m’a son ka o mö. O tuma na u ye a
tolou tigö.
Nzonzan fana bolila ka taa bala nyö. A sele dönso döu ma a ko: »Dönso,
ne dogoni bi kö fö, au bö a fö a ye ko a ka ne ka kalakiseu di au ma.« Bala
138 Chrestomathie
temdtö, dönso y’au weid: »Heh! Ceniu! E köröke ko i ka a ka kalakiseu di
an ma.« Kalakisdu te, ne ka sogolan do. »Dönso ma son ka o me o ni fana
u ye a bd tige ka bö a kola. Bala demine a bolila ka taa nzonzan ye, a sele
dönso döu ma tuguni a y’a fö u ye: »Dönso, a ye a bin nin tuni kö fe. Nzon-
zan dö bi temd, o tuma na a bi a faga!« Nzonzan temetö dönso y’a bö ka a
faga. Bala taatö a be na ni wulu dö ye, komi a ka sogolan ti a kö la (auf
seinem Rücken). O fana ye a faga ka dun.
Muso jugu
Denni dö a ba sara k’a to a basinamuso bolo. O tunka jugu a ma. Don dö
la a taara ji ta a döntö so könö file bina ka a kari. A ko a bi taa file kura san.
Muso jugu nin m’a son. A ko, a ka taa file kura nyini fo Tdba (Name für ein
entferntes Dorf). Denni taara su duuru ani tle duuru temene ko a sera Tdba.
A ye cd ba dö sörö sira la, a ko: »Cd, yan de ye Tdba ye wa? Ne nana file do
nyini.« Cd ba ko: »E ti se ka file san a ka dugu la wa?« »Ne basinamuso ka
file de karila ne bolo, ne ko, m’bi taa dö werd san sugu la. «A ko, a ti san
sugu la fo Teba.
Cd ba taara ni a ye a ka so a sira ye. Su fe ce ba den ko a bi taa ka yala. A
ko: »Denni, na! An ka taa nyögön fe!« U sele kene ma, cdni ko: »Ne ti taa
yala, ne tumbi na kuma dö fö e ye. Ni dugu jdra ne fa bi shyd fan naani bö.
E bi fitini fila ta.«
Dugu jele cd ba ye o de ke. Denni ye fitini fila ta. A taara u ka so. A sele u
ka du kene na. A ye a ka fanu ti. U ka so fara sanu ani misi ani baa ani fdn
siya bde. O kdle kö a basinamuso de keleyara. A fana taara ji ta kasörö ka
file fili dugu ma ka a kari. A ba ko: »A di ne ma, m’bi taa kura werd san.«
»Ai, ne fana bi taa Teba.«
A ye sira mina su duuru ani tle duuru ko a sera Teba. A fana ye cd ba dö
ye, a ko: »Heh! Cd ba, yan de ye Tdba ye wa? Ne nana file kura dö nyini.«
A fana taara cd ba ka so.
Su fe ce ba de ko, a bi taa ka yala a ko: »Denni, na! An ka taa nyögön fd!«
Denni ko: »Ni ne tumma na, i kele tumbi taa yala.« U bole kene ma. Cdni
ko: »Ne tunti taa yala, ne tumbd a fe ka kuma dö fö e ye.« Denni ko: »A fö!«
»Sini ne fa bi shd fan naani bö, e ka cinini fila ta!«
Denni ko: »Ne de ye e ka naloma ye wa, ne bi belebele bau de ta.«
Sögöma cdni fa ye fanu bö. Denni ye belebele bau de ta. Cd ko: »E bi o de
ta wa? Olu ma nyi! Au bi ne fle naloma de ye wa?« Denni sele u ka so, a
dönna fo u ka so könö k’a da sögö. A ye shd fan kari, a bd kdra wara, suru-
ku, sa ani kungokönöbagan jugu bee.
Chrestomathie 139
Suruku ani musoköröni ani waraba
Don dd la suruku ye baa den tomo, a taara di musoköröni dö ma ko a ka
kolosi a ye. Suruku taale ba den sara. Dugu jele suruku nana ka a fö:
»Musoköröni, n’nana ne ka baa den ta.« Musoköröni ko: »I ka baa den
sara?« Suruku ko: »O tuma na e bi a sara.« Musoköröni ye a bolosi a ka
sagau ma: »Taa, i ka kelen ta!« Suruku taara saga belebele ba ta. Don o don
a bi na saga kelen ta. Don dö la waraba temetö musoköröni ka da la. A ye
a sörö a bi kasi la a ko: »Musoköröni, e bi kasi mun na?« »Suruku de ye ne
ka saga bee ta.« Waraba ko: »I bi i ka saga belebele ba faga. I bi a wolo da
ne kan kasörö ka taa ne siri i ka sinzan könö.« Suruku nale a ko: »Muso-
köröni, ne nana ka baa den ta.« Musoköröni ye a bolosi sinzan ma. Suruku
jamane taara waraba foni kasörö ka sira mine. A sele kungo könö a ye wa-
raba nyö ye. Kamini a ye nzonzanyeyörö janfe. A ko: »Nzonzan, na, ne ka
baa mine ka taa n’a ye ne ka so. Ne bi na taa ji la sisan.« Suruku taale waraba
ko: »Nzonzanni, e ma taa ne bila suruku ka so, ne bi e dun sisan.« Nzonzan
taara suruku ka so ka a fö suruku muso ye: »I ce ko ne ka nana a ka baa ye.«
Suruku nale a muso ko: »Nzonzan nana ni e ka baa ye.« Suruku kolola:
»Baa te, waraba do, au bee ka yele nzonzan fe!« A mena döni suruku den
dö ko: »M’ba, ne söngena.« Suruku ko: »Jigi! E bi taa waraba sörö dugu
ma.« O jigine waraba y’a faga. Suruku ka du bee sale, a ko: »Waraba, e bi
taa buguri je ta kana. O tuma na ni ne binna ne te na tinye.« Buguri je
nale suruku ye a bi a könö. O tuma na waraba ma se ka a ye. Suruku wulila
ka boli ka waraba to buguri je cd la.
Suruku ani nzonzan
Seli sele suruku ni nzonzan ko u bi taa fen nyini. U sele sira fila ma, nzonzan
ko, suruku bö ka taa sira kelen fe. Suruku taara sira belebele ba fe. A ma foy
sörö.
Nzonzan tunsengena a ye sigi jiri dö körö. A ko: »Jiri, e suma ka di?« Jiri
ko: »Ne suma ka di, ka e ma ne den nene.« Nzonzan ye a den kele dun, a
ko: »I den fanan ka di?« Jiri ko: »Ne den ka di, nka e ma ne könö na ye.«
Jiri ye a yörö dayele. Nzonzan dönna. A ye finiu sörö ye. A ye a caman ta
ka taa a ka so.
Sira la a ye suruku kumbe. Suruku ko: »Nzonzan, e ye nin bee sörö mini?«
»Ne ye u sörö jiri dö könö: ni e taa e bö a fö ko jiri ka a da yele.« »Suruku
taale a ko: »Jiri, e ka i dayele ne ka aye.« Jiri ye a da yele. Suruku ko: »E ka
i da tugu jona! E ka i da ne kun na!« Jiri ko, a bina a da a kun na. Könöni
dö ko: »Jiri, e kana e da kun na, kungo sögö böe la naloma do.« Suruku
140 Chrestomathie
ye kdndni mind ka a faga, kasörö ka a fd ko jiri ka a da kun na. Jiri ye a da
suruku kun na, nka suruku ma se ka a ta. A bina suruku ka a faga fd ka a
ne bd.
Suruku ani nzonzan
Kongo tuma tunsera. U tumbe dugu min na kongo tumbd o mdgd la. Don
dd la suruku kdrdmuso ko a ka taa nyd nyini kana. Ko nzonzan o bi na
nyd di a muso ma tuma o tuma.
A hdra ka jija kana ni nyd ye. U taara. U ye nyd sdrd kdsdbd. U ko, ko u
kana so. U natd la nzonzan tumbi taa tu kdnd n’a fd.30 A tumbi fara ka na
a da suruku kdrd nyd sira kan ka jan ka a nyd mind ka a bolo o na a seu
maya.
Suruku sera a ma o ko: »E, nzonzan su! Nka an ka taa!« A jamane nzonzan
wulila ka tu kdnd na mind ka taa i danyd ka kdrdle nydgdn na kd.
Suruku sera a ma tugu o ko: »E, nzonzan su wdrd!«
A taara a ka sira fd. Nzonzan fana wulila ka tu mind ka dla ka taa i danyd.
Suruku sera a ma tugu. A ko: »Nzonzan su saba!« A ko, na, ka ne ka minan
bila yan, ka sdgi ko a bi taa nzonzan su fla ta.
A taara. A kun dogole nzonzan wulila ka a ka nyd ta ka taa so.
Suruku ani musokdrdni
Suruku taara baakordni dd sonya ka taa o kalifa musokdrdni dd ma. Muso-
kdrdni baa sinzan tumb’o fd.
Tle flana suruku taara musokdrdni fd ye. A ko: »I ni sdgdma, ba Nydfla31!
Ne nana n’ka baa mina!« Ba Nydfla o ye a jabi: »A sirile fle bolo la da kdrd
fd.« Suruku ddnna ka taa a baa mina. A taara a kan kari.
Tle sabana suruku sdgira ka taa musokdrdni fd tuguni. A ko: »I ni sdgdma,
ba Nydfla! Ne nana ka baani fdni!«
Ba Nydfla ko: »Oh, i ti taa kele mina.«
Suruku ddnna baa kulu cd la ka taa kele mina ka bd. A taara o fana kan
kari.
Don o don suruku tumbd na ka taa musokdrdni nin ka baa kelen mind. Fo
ka a totd baakdrdba kele ye. Musokdrdni ye a kale ko fd a ke nin jiri sara
suruku la.
30 könö n’a fd — durch.
31 Mutter oder Frau Nydfla (zwei Gesichter).
Chrestomathie 141
A taara körö jara fö ye. A ye waleya cokoya fö i ye. Körö jara ko: »Ni nin
dama dö o ma gdle. An ka taa, i bi ne siri baakörö kele ni n’o na {an dessen
Stelle), ka baakörö föni ka taa o dogo. Ni suruku nana a ni ne n’a fö.«
Su fö suruku nana hali a ma kuma ba Nyefla fö, a dönna sinzan könö ka taa
körö jara föni hali a ma lajö ni min do. A taara ni o ye fö a ka so. Kasörö
ka a ka du bee wele ka dön a yerekö cd so könö. Kamini körö jara kulela.
Surukuni a ka du bde ye u pan ka bili mina. Körö jara tora dugu ma. Mu-
numununi la a bi kule a bi kögö wasi a bi pan ka sögö nona bd kd mankan
ye. Söni suruku de kele ye a fö a fa ye: »Baba, ne sdngdna.« Suruku ko:
»I baba ti ne ye a fle dugu ma i ti i fili ka jigi.« O ye a fle ka bi dugu ma.
Körö jara ye a dun. A da sera suruku muso ydrdma o fana ko: »Ne cd, ne
sdngdna m’bolo bd jara n’ti se ka tdmd ni kan. Suruku pdrdna: »Don jume
i kdra ne muso ye. I bi bagan ne ma i cd fle dugu ma.« O tuma na suruku
muso ye a fle ka bi dugu ma, körö jara ye o fana dun.
Suruku kele tora san fö ka mina sögöma fo ula fö, körö jara ti taa ale ti jigi.
A möna ka me {er blieb sehr lange), suruku y’a fö körö jara ye: »I na fö to si
te ne yörela.« O tuma na ni i b’a fö ka fyere n’dun ni ma taa buguri jd caman
cd, kana o bon dugu ma.
O tuma na nin ne bina n’tulu ti na bon o la i bi se ka n’dun kösöbd. Körö
jara o fana taara buguri jd caman cd kana o bon so könö. A dönne ale nyina-
na ka da tugu.
Suruku y’a fle kana bö buguri jd cd la k’o seri ka kö körö jara nyd la. O ma
se ka fö i ye. Suruku ko: »N’kö dugau mö nana.«
O tuma na suruku bolila ka bö sögö no. O kdra suruku tla ko i ye.
Kana ani knngokönöuln
Kana ani kungokönöulu ko u bi taa dugu la. U sera yörö dö la u ye sögö su
{ein totes Tier) ye. Kana ye a ta ka boli n’a ye ka taa jiri san fö. Kungo-
könöulu tora dugu ma. A ko: »N’terikö, ne ye a mö ko i kan ka di kösöbd.
A ka di ne ye, i ka dönkili dö da ne k’a mö.« Kana ye dönkilida. Sögö böra
ka bi. Kungokönöulu y’a ta ka boli n’a ye. Kana jigina k’a gwen a ma ku a
la.
Suruku ani jiri min bi kuma
Don dö la suruku yalatö kungo könö. A taara se jiri dö ma, min bi kuma.
Suruku pdrdna: »Ho, jiri min bi kuma!« Suruku kuma na yörö min na jiri ye
a bugo n’a bolo dö ye. Suruku bina ka a kiri. Jiri ko: »Suruku e ka wili ne
bi yafa e ma, katugu e ye kungo sögöu bde la naloma ye. Nka n’i ye nin fö tu-
guni, ne bi e bugo fo ka i faga.«
142 Chrestomathie
Suruku wilila ka boli. Sira la ani bisi benna a ye a fö e ye: »Bisi, ne ye jiri
dö ye kungo könö min bi se ka kuma i na fö e ani ne bi kuma coko min na.«
»Suruku, o ye kalo ye, jiri foy ti se ka kuma.« »Bisi, ne bi se ka ne kale, ko
ne bi mun fö o bee ye tinye ye. Ni e ma da a la, e kana an ka taa a lajd. Nka
ne bi ko kele fö e ye: Ni e sera, e bi perd ka a fö: Ho, jiri min bi kuma, ne
ma o fö jiri bi e bugo ni a bolo ye fo ka e faga.«
U sele bisi perena: »Ho, jiri min bi kuma!« Kamini a ye o fö jiri ye a bugo
ni a bolo ye fo ka a faga.
O kele kö suruku ye i fili bisi kan ka a dun. A tilale kö, suruku taara ko a bi
taa bagan dö werd nyini. Ani waraba benna sira la. A ko: »Ho, waraba, ne
tumbe a la ka e nyini katugu ne tumbd a fd ka ko kabakoma dö fö e ye, jiri
dö de bi kuma. «»Suruku, o ye kalo ye, jiri foy ti se ka kuma.« »Waraba, ne
bi se ka kuma ko min (wie) a yere bi se ka kuma. Ni e ma da a la e kana an
ka taa a laje. Nka ni an sera e bi a fö: Ho, jiri min bi kuma. Ni e ma o fö
jiri bi e bugo fo ka e faga.«
U sele waraba perdna: »Ho, jiri min bi kuma.« Kamini a ye a fö jiri ye a
bugo ka a faga. O kdle kö suruku ye a dun. Don o don ni kongo ye suruku
mina. A bi taa bagan kele nyini ka taa ni o ye jiri yörö la. Don dö la ani
nzonzan bdnna, a ko: »Nzonzan, ne ye ko kele ye e ma deli ka min ye.«
»Suruku, o tunye min ye? Jiri dö de bi kuma! O ye kalo ye, jiri si (kein
Baum) ti kuma.« »Ni e ma da a la e kana an ka taa a laje. Nka ni an sera
e bi perd ka a fö: Ho, jiri min bi kuma!« »E ka i dön ne bi a laje ni ne bi se
ka a fö: Jiri, min bi se ... Jiri min bi se ... Ho, ne nyinenana (ich habe es ver-
gessen). E ti ne demd ka o fö?« »Ai, i kele de bi a fö, nonte jiri bi e bugo ka i
faga.«
U sele nzonzan perena: »Jiri... ho, jiri... ho, jiri min ... ho, jiri min bi...!«
Suruka perdna: »Jiri, min bi kuma, bagan naloma!« Kamini suruku ye a
fö jiri ye a bugo ka a faga. Nzonzan ko: »Ni ne tumma nin kd, suruku tumbd
kungo sögöu bee faga.«
Mangana Bone32
Don dö la a körökeu taara ko u bi taa muso nyini. Mangana Bone ko a bi
tugu u no fe. U ma son a ka taa. A körökdu taale ko a tugura u no fd, nka
a ma a dön. U sele musoköröni dö fd u y’a sörö denmuso wolonfla bi o fd.
U sira yen. Musoköröni tunye suba ye. Su fd a wulila ka muru ta ko a bi taa
Mangana Bone körökeu faga. Mangana Bone ye a ye a ko: »Musoköröba,
e bi taa mini?« Musoköröba ko: »Ne tumbi taa ne ka she faga, i da ka sunan,
ne ti sunan ni ne ma misi kungolo dun.« Musoköröni böra ko a bi taa misi
32 Mangana Bone — Name eines Jungen.
Chrestomathie 143
kungolo nyini dugu könö. Söni a kana Mangana Bone ye a körökeu ka
finiu bö ka u dön musoköröni denmuso kana.
Musoköröni nale a ye misi kungolo di Mangana Bone ma. O taara a da.
Musoköröni ye a ka muru ta ka taa so könö ka a den bde kan tigd, katugu
ce fini tumbi u kana.
Fajiri sele Mangana Bone ni a körökeu bolila. Mangana Bone ko: »Ni a
söröne tunte musoköröni tumbe au böe faga.« Dugu jele (als der Morgen
anbrach} musoköröni taara ko a bi taa a denu kunu, a taara sörö u böe kan
tigele(n) do, a dimina. A ye a yere yelema ka kö fali ye, ka taa Mangana
Bone ka dugu la. A sele denmisdnu bö yele la fali san fe. Mangana Bone ma
son ka yele. Musoköröni taara ni denmisenu bee i ye a ka so. Mangana
Bone fana ye a ydre yeldma ka ke musoköröba dö ye ka taa musoköröni ka
so. A sele a ko: »Musoköröni, i te a fö i ka denmisenu ye u ka taa ne ka
dugu sira jira mina.« U sele yörö jan musoköröba ko: »Ne td musoköröba
ye ne ye Mangana Bone de ye, ne nana au bö bolo la, au be kana an ka boli
ka taa an ka so.«
Musoköröni kele ka o dön, a ye bore dö ta, ka taa Mangana Bone ka dugu
la. A taara sörö denmisenu be tlönkd la. A ye Mangana Bone ta ka a bla
bore könö ka taa n’a ye. O y’a sörö tiga bi Mangana Bone kun na. Muso-
köröba ko: »N’den, ni bore kölösi, ne bi taa dogo nyini kana.«
Denni Mangana Bone ka tiga kasa md a ko: »E ti tiga do di ne ma. Bore
daydld o tuma na ne bi dön di i ma.«
Bore dayelele Mangana Bone ye denni fili a könö, kasörö ka o ka dloki dön.
Musoköröba nale a ye tasuma mana ko a bi na bore fle a könö. Mankan
dö böra: »M’ba, e kana ne bila tasuma na, ne de ye i den ye!«
Musoköröba ko: »Ne de ti e ye, ne bi e jeni, i ti se ka boli tuguni. Muso-
köröba ye bore fili tasuma könö. Mangana Bone fana ye musoköröba fili
a könö kasörö ka boli ka taa u ka dugu la.
Sirambatö saba
Cd saba tumbe, u tun nyögön sirambatö te dugu könö. Don dö la, u saba
ko, ko u bi taa dugu dö la. Gale tunka sira ka bö. Ni a tunye fen jugu dö ye,
a tumbi kule fö fen min b’a nye. Tasuma tumbe wili be wuli ulu la. Filana ni
o tunkulela a nye ji (Tränen) tumbi caya fö a tumbi ke ba ji ye. Sabana ni o
tunkulela a da finye (Luft) tumbi jalau ju bö ka sou bi. U sele kungo könö
u ni waraba naani bdnna. Gale kulela fo tasuma wilila kungo könö n’a la.
Tasuma ye jiriu mina. O tuma na filana kasira fo a nyd ji kera i na fö ba ji,
o ji ba ni ye tasuma faga. Sabana o kulela ka Allah deli ka maau wele fo a
da finye ye ji nyoni ka bö u nyd ma. O tuma na waraba ninu bolila. Cd naani
ninu temena u ka sira fd. Ne bd a nyininka mögöu mun be sira kösöbe —
ninu saba la.
144 Chrestomathie
Suruku ani nzonzan
Don dö la suruku y’a fö nzonzan ye: am be ka fön nyuman dö an musou la.
Dugu jdra körö suruku taara kolo kuru caman ta k’a na a di a muso ma.
Dogo nzonzan böra ka taa kungo könö. A ye fön nyuman caman sörö:
wari, malo, fini sanu. A nana a di a muso ma.
Körö suruku ye u ye. A keleyala. A taara nzonzan fö, ko a y’a ka fönu sörö
yörö min na, a ka u yörö fö a ye.
Dogo nzonzan ko: »Basi fö!« A ye a yörö fö a ye.
Su fe nzonzan taara dinge belebele sögö suruku nyd.
Dugu jdra o taara nyuan fö, u sera dingd yörö ma.
Dogo nzonzan ko: »Körö suruku, ng’oni ye ne sögö ne se na! Taa! Ne
yörö min na, i ka ng’oni dobo k’a na n’a ye.« A ye dingd yörö jira suruku la.
Naloma körö taara. A bi na dingd könö. Dogo nzonzan wulila ka ydld a la.
A ko: »Körö suruku, e na ne dumu ble wa?« Körö suru kuko: »Uhu! Dogo
nzonzan a kö Allah kama i ka ne sama ka bö!«
Nzonzan bolila k’a to yenino.
Suruku ani nzonzan
Don dö la nzonzan taara yala kungo könö. A ye sama jöle ye. A dönna
sama könö a kö fö kasörö ka sögö caman tigi ka taga a di a muso ma. A ye
a tobi. Suruku muso taara tasuma ta a ka so o ye sögö bilale ye. A söröla
ka sögö caman ta ka taa a di suruku ma. O ye a nyimi.
O tuma o söröla ka nyininka a ye a bö yörö min na. Suruku muso ko:
»Nzonzan de ye a di ne ma.« Suruku taara nzonzan nyininka: »Cd, e ye nin
sögö nin bö mi?« Nzonzan ko: »Ne y’a sörö sama könö.« Suruku ko: »Sini
am bd taa nyögön fö!« Nzonzan ko: »O td basi ye, nka i kana a bö da {der
Hintere) ken bö!«
Suruku tagara a laben. Dugu jöle u söröla ka taa sama kama. O tuma u
söröla ka dön sama könö ka ken bö.
Suruku o ye nata ba ye. O söröla u bötö ka a bö da la ken tigö a datugura
u da la. Suruku o ye dogo sama furu könö. Nzonzan o ye dogo sama nugu
könö.
O tuma dönso dö ye sama faga, kasörö ka taga a denu wele, kasörö kana
sama könö fara. U ye nugu fili. Nzonzan böra nugu könö kasörö ka boli.
O tuma u ye furu fara kasörö ka suruku bö a könö ka a bugo fo ka taa a
faga.
Nzonzan taara a ka so. Suruku muso taara suruku nyininkalike nzonzan
la. Nzonzan ko: »Ah, a dönna sama könö. Ne ko, a kana a bö da la ken
tige, nka a y’a tigi, o tuma sama könö wara datugura a da la. Dönso ye sama
faga, kasörö ka suruku bö a könö ka a bugo fo ka a faga.«
Suruku muso kasira kasörö ka taga a ka so.
Wörterverzeichnis
Bambara-Deutsch
Verwendete Abkürzungen
B — Bambaraform
Dy — Dyulaform
FW — Funktionswort
Die Wörter, die nur im Dyulatext oder nur in der Dyulaform vorkommen, werden als
solche gekennzeichnet (Dy). Ihnen ist häufig zum Vergleich die entsprechende Bambara-
form beigegeben.
A
a er, sie (Personalpron. 3. Pers. Sg.)
abarka danke!, Lob sei Allah!
administratifu Verwaltung, Verwaltungs-
angestellter
ai nein
Aid el Kbbir Hammelfest
aiwa ja
alaga (Dy), / laga Kiste
alamisa, auch alamisa don Donnerstag
ale er, sie (emphatisch), er, sie selbst
alele (Dy) er, sie selbst
alikurani / alkurana Koran
alijine, aljine Paradies
alimami / almaami Imam
alhamdulillahi Allah sei Dank!
alkama Getreide
alkurana, alkurani, alikurani Koran
alkuranatigi (Dy) Priester
Allah Allah; Allah ka ci den Prophet; Ab-
gesandter Allahs
almaami, almami, alimami Imam
alman deutsch; Deutscher; alman kan die
deutsche Sprache; Alman Demokratik
Jamana Deutsche Demokratische Repu-
blik
alura (Dy) Personalpron. 2. Pers. PI.
an wir
ane (Dy) = ani (B) und, mit
und, mit
2 ani (Dy) = an (B) wir
anglb englisch; Engländer; anglb kan die
englische Sprache; anglb dugu England,
Großbritannien
Anglbzi (Dy) Engländer
anurule (Dy) wir anderen
ar (Dy) = u (B) sie (3. Pers. PI.)
ara (Dy), / ar (Dy) sie
araba, auch araba don Mittwoch
arabu arabisch, Araber; arabu kan die ara-
bische Sprache; arabu dugu Arabien, ein
arabisches Land
arawan (Dy) wir alle
arbitri Schiedsrichter
arjuma, auch arjuma don Freitag
au ihr (2. Pers. PI.)
awibn Flugzeug; awibn jigi kbnb Flugplatz
B
1ba Mutter
2ba groß
3ba Fluß; ba bli Brücke
*ba tausend
baa Ziege
baakbrb Ziegenbock
baara Arbeit
baarakb arbeiten
baarakbla Arbeiter
baba Nater (als Anrede)
badenya Brüderlichkeit
bagan, bbgan Vieh, Rind
bagannamola Viehzüchter
bagi Lepra
bagitb leprös
bala Wildschwein
^balan Zange (des Schmiedes)
2balan auf, darauf
bali verhindern
148 Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch
1balo Leben, Betrieb; a bö balo (es) ist in
Betrieb
2balo Nahrung; sich ernähren
balobali leblos
balobaliya Leblosigkeit
balbn Ball; balbn bb kb Ecke (beim Fuß-
ball); balbn tan gale 1. Halbzeit; balbn ci
filana 2. Halbzeit
balbntanna Spieler, Fußballer
bamalfi) Krokodil
Bamako Bamako (Hauptstadt Malis)
bamanan Bambara; bamanan kan Bam-
bara(sprache)
ban Ende, beenden
bana Krankheit
banafuraköla Arzt, Medizinmann
banane verletzt (sein)
bandugu Maniok
banfla Mütze, Käppi
bango (Dy) Lehm, Erde
Bani Bani (Nebenfluß des Niger)
bara (Art einer) Kalebasse, Flasche
barama Eisentopf
bari bauen
barika (Dy) danke
1 barisa weil
2barisa Brust, Brustkorb
barka Dank, Kraft; danke
barkantan kraftlos, schwach
barkantanya Schwäche, Impotenz
baro Diskussion, Gespräch, Palaver
barokö diskutieren
barota bewunderungswürdig
basi Schlechtes, Böses
basinamuso Stiefmutter
bato Boot
be-dua (Dy) untergehen (von der Sonne)
belebele groß; belebele ba sehr groß
bö (vorhanden) sein, existieren
böda Straße
böe alles, alle
bögan, / bagan Vieh, Rind
bön sich treffen; k'am bön auf Wiederse-
hen!
börö, börökö Stock, Stab
*bi heute
2bi zehn
3bi Untergang, Fall; untergehen, fallen
*bi (frz. but) Tor (Sport)
bila, auch bla setzen, stellen, legen; richten,
auseinandergehen; auch: lassen
bilankörö Knabe
bile, bilö, ble rot werden od. sein o
ibili Stall, kleines Gebäude
2bili Hütte (mit Terrasse)
3bili, bli etw. darüber legen; ba bli Brücke
bin Gras; bin jala getrocknetes Gras,
Heu
biri legen, ablegen, auf etw. legen
biro Büro
bisi Reh, Hirsch
bisimillahi im Namen Allahs!
bla, / bila setzen, stellen, legen
16/e, bleman rot; rot sein, rot werden
2ble noch
bli, / bili etw. darüber legen s,
Bobo Bobo (Name eines Stammes)
bo-dua (Dy) aufgehen, aufbrechen
bogo Lehm
boli laufen, weglaufen, entfliehen
bolo Hand, Arm
bolosi mit dem Finger zeigen
bombonsi Bart
bon grüßen * s
bon schütten, gießen ufo
boo Exkrement
bori (Dy) = boli (B) laufen, weglaufen, ent-»v
fliehen
Boribana (Dy) Ortsname, letzter Aufent-
haltsort Samory Toures, wörtl. »das
Umherziehen ist beendet«
bore Sack
Bozo Bozo (Name eines Stammes)
bö Aufgang, Ausgang; hinausgehen, auf-
gehen (von der Sonne u. a.)
bbn groß (prädikativ)
bönda, bön da Ausgang, Tür
bönya Größe, Umfang, Mächtigkeit; groß
werden, groß sein, ehren, Respekt er-vx
weisen >
Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch 149
bönyata ehrbar
bugo schlagen
buguri Staub, Asche, Schmutz; buguri jö
Asche
bundurikö (Dy) kämpfen, sich schlagen
buru Brot
butöli Flasche
(Dy) = bee (B) alles, alle
D
*da Mund, Öffnung, Ufer, Beginn; da sdgd
die Tür verschließen, das Haus abschlie-
ßen; da wolo Lippe, Kante, Fußweg;
dayölö öffnen, entdecken
2da schlafen, sich legen
daba Hacke
dadiya schärfen, wetzen, schleifen
dagara (Dy) Lager
dali, döli bitten, erbitten, betteln
ldama Zahl, Summe, Reihe
2dama nur, selbst, allein
damina, daminö beginnen, einen Anfang
nehmen
'dan zählen, rechnen
2 dan, dani säen, Saat
dana Glaube, Treue
J'nabali ohne Glauben, unglaubwürdig,
untreu
danabaliya Untreue
danda (Dy) Mauer, Palisade
dansigi Grenze, begrenzen
danyö sich hinlegen
daraja Frühstück
dari (Dy) bitten
datugu schließen, bedecken, zumachen
datugulan Schlüssel, Stöpsel, Verschluß
dayölö, / da yölö öffnen, entdecken
de FW zur Hervorhebung eines Wortes
dembaya Familie (mit Kindern)
demise = denmise
den Kind, Frucht
denkö Sohn
denmise, demise Kind
denmuso Tochter
dege lernen
deli gewöhnt sein
depite Abgeordneter, Deputierter
döbö vierzig
demö helfen, heilen, beistehen
döse ermüden
2di gut, angenehm, wohlschmeckend, billig
2di Honig
3 di geben
*di wie
dibi Dunkelheit
dilafa), 7 dlan, dla machen, herstellen, fa-
brizieren
Ydimi fehlen, keinen Erfolg haben, unzu-
frieden sein, leiden, traurig sein, sich
ärgern
2dimi (Dy) weh tun, krank sein
dinga, dingö Grube, Höhle
direkter Direktor
disa Turban, Nasenschutz
dlan, 7 dilain) machen, herstellen
dla sira, dlan sira Ökonomie, Wirtschaft
2dlo, 7 ldolo Ohr
2dlo, 7 2dolo Bier
dloki, 7 doloki Kleid, Gewand, Überwurf,
Bubu
dlon, 7 dolon auf hören
dnan, 7 dunan Fremder, Gast
do ist, sind
doa-den (Dy) Patronenhülse
dobo herausziehen
hlogo klein, jung, jünger; dogo cö (Dy)
kleiner Bruder
2dogo sich verstecken, sich verbergen
3dogo fassen
dogokö jüngerer Bruder
dogomuso jüngere Schwester
dogoni kleiner, jüngerer Bruder
dogoya verkleinern, verringern, senken
^dolo, 7 1tllo Ohr
2dolo, 7 2dlo Bier
doloki, 7 dloki Kleid, Gewand
dolon aufhören
10 Lehrt). Bambara
150 Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch
1domba Allmächtiger, Allwissender
2domba Monat des Tanzes; dornba makono
Monat des Wartens auf den Monat des
Tanzes
dombali nicht wissend, unwissend
dombaliya Unwissenheit, Ignoranz
domtm (Dy) essen
1don wissen, kennen
2don Tag (24 Stunden); don o don jeden
Tag; don dö la eines Tages
ldoni tragen; sich kümmern
2doni etwas, wenig
3doni Last
donitabaga (Dy) Träger
donkiri (Dy) = dönkili (B) Feier, Tanz
donon, dondo(n) Hahn
dononkörö alter Hahn
doro(n) immer, nur, allein
dö einer, ein gewisser, ein anderer
1dön eintreten, hineingehen, sich an etwas
machen
2 dön tanzen
dönidöni sehr wenig
dönkili zum Tanz aufrufen
dönkilida singen
dönso, dönsokö Jäger
döröme 5 Franc
drapo Fahne, Flagge
ldu biegen, krümmen
2 du (Dy) = dön (B) hineingehen
3du Familie; du könö Hof einer Familie;
du tigi, dutigi Familienchef
*dua, s. dogo klein, jung
2dua (Dy) Ort, Platz
duakun Woche
duga Segnung; segnen, weihen
dugu Ort, Dorf, Land, Gegend, Boden
duguma zur Erde, zu Boden
dugu jö Morgengrauen, Morgendämme-
rung
dugu jöle als der Morgen anbrach, als der
Tag begann
duma Ausgabe
duman, / di schön, angenehm, gut
dumu essen, speisen, das Essen
dumuni Essen, Aktion des Essens
dumunikö essen, speisen
dun, / dumu essen, speisen
dunan, / dnan Fremder, Gast, Ausländer
duni sich ärgern, verärgert sein
duniya Welt, Erde, Universum
dunu Trommeln, Tamtam
dusu Mut, Leidenschaft, Überlegenheit
dutigi Familienchef
duuru fünf
duuruna der fünfte
J
*ja trocken sein, trocken werden
2ja Gastfreundschaft erweisen, empfangen
jaba Zwiebel; tubabujaba Knoblauch
jabi antworten
j’ago Handel, Geschäft
jagokö handeln, Handel treiben
jagoköla Händler, Straßenhändler
jakuya Pflicht, Verpflichtung
*jala Baumart, Zeder
2jala Borte, Dresse, Band, Ärmelstreifen
1jama Menge, Volk, Versammlung, Be-
gleitung
2jama, / jaman zufrieden sein
1 jaman, / jama zufrieden sein
2jaman, / jan lang, hoch, weit
jamana, jamani Land, Staat
jamanjan, / jan (sehr) lang, weit
jamu Familienname
*jan groß, lang, weit, hoch
2jan umstürzen, zu Fall bringen
3 jan auf dem Rücken schlafen, liegen
jango,janko damit, um zu; überaus, sehr
jara Löwe
jasa (Dy) Fort, befestigter Ort
jata glauben, annehmen, Rechnung tragen,
berücksichtigen
je (Dy) = *ji (B) Wasser
*jö Versammlung, Vereinigung, Union; sich
versammeln, sich vereinigen, sich paaren
Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch 151
2jb weiß, hell sein, werden, klar sein; weiß,
klar, hell
3je fehlen
Gebiet, Gegend
jbgb Fisch
jele Axt, Beil
jemfye (Dy) Meer
jöni brennen, braten, grillen
2Ji Wasser, Saft; ji suma kaltes Wasser
2ji Feigheit
jija drücken, pressen, sich anstrengen
jigi herab-, heruntersteigen, sich senken,
senken
jigini Durchbruch
Jinyi jmdn. gut aufnehmen, herzlich emp-
fangen
jira zeigen, demonstrieren, repräsentieren
Jiri Baum; Jiri den Frucht; jiri ju Querbal-
ken, Latte
jiru Schulden
jitb Feigling, feige
jitöya Feigheit
2joli wieviel
2joli Blut
Joliba Niger (Fluß)
jolima blutig
jolintan blutlos
jolintanya Anämie
jominb Januar, 1. Monat
jona schnell, frühzeitig
jonne (Dy) = jbn (B) wer
Joriba (Dy) = Joliba (B) Niger
joro Position, Stellung
*jb bauen
2jb stehen, aufrechtstehen; stellen, hin-
stellen, anhalten; jö ybrb Stehplatz
3jb, jb kun Länge
jble, von jb aufrechtstehend, postiert
1jbn wer
2jbn Sklave
jbnajbna (sehr) schnell, flink
jbnya Sklaverei
ju Basis, Beginn, Quelle, Ursprung; ju tigb
seinen Anfang nehmen, entspringen,
beginnen
10*
jugu,juguma böse, schlecht
juma Freitagsgebet
jumh welcher, was für ein
juru Faden, Schnur, Senkel
jusu (Dy) Herz
E
1e du (Personalpron. 2. Pers. Sg.)
2e (Dy) auch
ekipu Mannschaft
entrbnbr Trainer
esansi Benzin
F
*fa Vater; fa so Vaterland, Heimat
2_/h, 7 fo bis
faa, / faga töten, umbringen
faarna, / fama König, Würdenträger
faamu verstehen
faamaya Verständnis
fadenya Mut, Patriotismus
fajiri Morgenröte, Morgengrauen
faga, / faa töten, umbringen
faga den (Dy) armer Mann, armer Mensch
fale wechseln, ändern, auswechseln; Wech-
sel, Änderung
fali Esel
ifama, / faama König, Würdenträger
2fama Glück
ifan Richtung, Ort
2fan Schmiede
lfana Distanz, Entfernung, Seite, Rich-
tung
2fana Lüge
3fana Mahl, Vorräte
*fana auch
5fana selbst
fanan, / fana auch
fanfyela Blasebalg
152 Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch
fanga Macht, Kraft
fanso, fan so Schmiede
'fara Haut, Fell; fara fin Afrikaner, Afrika
2fara teilen
3fara anwachsen, gefüllt sein, sich füllen,
hinzufügen
faranfasi Unterschied
faranfasiya sich unterscheiden
x/ari scharf, hart, brutal
2fari Körper, Skelett
3fari (Dy) = fale (B) wechseln, ändern
faso Heimat, Vaterland
federasiön Föderation
fö bei, durch, von, mit
fö lieben
fölö, /flö beobachten, betrachten
fön Sache, Angelegenheit;/^ ofön alles
fö-so (Dy) = fö (B) bei, durch, von
fila zwei
filana der zweite
file, / fle Kalebasse(nart)
fili werfen, wegwerfen, sich entledigen
fiman, s. fin schwarz, blau
fin, s. auch fiman schwarz, blau
fini Stoff, Bekleidung
finye Wind
fisa, s. fsa besser; besser sein
fisaya vorziehen, lieber mögen
fitini klein, sehr klein
fitiri Abenddämmerung
/7a, / fila zwei
flana, / filana der zweite
V7e, / file Kalebasse(nart)
2fle pfeifen, Pfiff
flö beobachten, betrachten
*fo bis
2fo aber
3fo folgen, nachfolgen
fobonda Zeit der kalten Winde
fondö (Dy) etwas
fonene kalte Zeit
lfoni Erziehung, Ausbildung
2foni losbinden, aufbinden
fono erbrechen, ausspeien
foro Feld; foro ba Gemeinschaftsfeld
forosinyöna Bauer, Pflanzer
foto Foto
foy nichts
fö sagen, sprechen, grüßen, begrüßen, ein
Instrument spielen
föli Begrüßung
fölo der erste
fölö Fenster
fölöfölo der allererste
fölöya Priorität
frazi Satz
Fransö, Franzi Franzose; französisch
fransö dugu Frankreich
fransö kan die französische Sprache
fsa, / fisa besser, besser sein
fu Null, nichts
Fula Fula, Peul (Name eines Stammes)
funtöni Hitze
fura kehren, auskehren
furakö sorgen, pflegen, behandeln
'furu Magen, Pansen
2furu Hochzeit, heiraten
Futa Jalön Futa Djallon (Gebirge)
Futaga Tukuleur (Name eines Stammes)
fyere verkaufen
fyerekö verkaufen
fyereköla Verkäufer
'fyön Wind; Wind machen, blasen
2fyön blind, Blindheit
fyöntö Blinder
fyöntöya Blindheit
G
gaföHtft
galama (Art einer) Kalebasse
gale zuerst, der erste, früher, schon
galeya Vorteil haben, Vorteil erzielen
galo (täglicher) Markt; galo dugu Markt-
zentrum, Wirtschaftszentrum
'gban (Dy) anpflanzen, anlegen
2gban (Dy) heiß werden, sich erhitzen
gbanzan (Dy) nur
Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch 153
gbete (Dy) Kanone, Geschütz
gberöma (Dy) stark, sehr
gbö (Dy) = gön (B) verjagen, vertreiben
gön jagen, verjagen, vertreiben
g&juma, auch göjuma don Freitag
gölö hart, schwer, schwierig, teuer
göteya stark od. hart od. laut sein, stark od.
hart od. laut werden
giri Eile, Hast
goli Tor (im Sport)
goni heiß
goniya Hitze, Schärfe; heiß sein, heiß wer-
den, erhitzen
gosi schlagen, stoßen; marfa gosi schießen
gosilan Hammer, Schlagwerkzeug
gudrbn Teer, Asphalt
guwernhr Gouverneur
gwa Herd, Feuerstelle
gwhn, 7 ghn jagen, verjagen, vertreiben
H
hakh Recht
hak&ntan rechtlos, unschuldig
haköntanya Unschuld
hakili Verstand, Geist; hakili ca den Ver-
stand gebrauchen, sich anstrengen
hakilintan geistlos, dumm
hakilintanya Dummheit, Unüberlegtheit
halt bis
hali, hali ni obwohl
hbra, hört Frieden, Ruhe
Hifi Pilgerfahrt (nach Mekka)
hörö frei; freier Mensch
hbrbya Freiheit, Würde
I
i du (Personalpr. 2. Pers. Sg.)
i ko mi wie überall
i n'a fö so, wie, wie man sagt
K
*ka Einwohner, Bewohner, Mitglied
2ka FW für Konjunktiv
3ka FW für Infinitiv
*ka FW für Possessiv
5ka FW für allgemeines Vergangenheits-
tempus im Dyula
6ka FW in Nominalsatztyp 3
k'a taafh mehr und mehr
ka to (k'a to) weil
kaa, 7 5kan schneiden, herausziehen
1kaba großer Stein
2kaba Himmel, Wolke, Atmosphäre; kaba
kolo Himmel, Firmament
kabakoma außerordentlich wichtig
kaban schon, bereits
kabi, 7 kabini seit, seitdem, dann
kabila Stamm, Großfamilie
kabini, / kabi seit, seitdem, dann
kada denn, weil
kadri Kader
1kala herrichten, vorbereiten
2kala, so kala Stadtviertel
3kala Halm; kala jala trockener Halm
kalakish Pfeil
1 kalan, karan lesen, lernen, studieren;
kalan ko Bildungswesen, Volksbildung
2kalan Bogen
kalalikhla Schneider
kale schwören
kalifa schützen, beschützen, jmdm. anver-
trauen
*kalo Mond, Monat
2kalo Lüge, Irrtum
kama wegen, um, um zu
kambhre (Dy) junger Mann
kamini dann, danach
kamisoli Bluse, Jacke
*kan wegen, durch
2kan Sprache, Stimme, Geräusch, Laut,
Ton
2 kan auf, Schulter
*kan Hals
5 kan, 7 kaa schneiden, herausziehen
154 Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch
1kana (FW) damit nicht
2 kana zurückkehren, etwas bringen
3kana schützen, bewachen
*kana Rabe
kanta Seite, Seitenwechsel
kanu lieben, wollen, hingezogen sein, be-
wundern
kapital Hauptstadt
karafö Zaumzeug
karako (Dy) wie
karamögö Lehrer, Meister
karan, / 1 kalan lesen, studieren
karankafösi Backenbart
Mcari, auch kari don Sonntag
2kari zerbrechen
3kari (Dy) Monat, Mond
kasa schlechter Geruch
kasi weinen, heulen; krähen, schreien (von
Tieren)
kaso Gefängnis; einsperren, gefangen-
nehmen
kasörö (k’a sörö) weil
kataga (FW) weil
katigi (Dy) = katugu (B) weil
katugu weil
katuguni weil
kaule Trockenzeit, heiße Zeit
kele, kelen eins
keleya eifersüchtig, neidisch sein
ken Fett, Schmalz
kendera (Dy) gesund sein, werden
lkö Mann, männlich
2kö machen, tun
köle gemacht, getan; o köle dann, danach,
als das gemacht war
kökuya Geschicklichkeit
kölö Krieg, Kampf; kölö bolo Armee, Heer
kölökö kämpfen, streiten
körne hundert
lkönö Platz, freier Platz, Hof; awiön jigi
könö Flugplatz
2könö gesund; Gesundheit, Wohlbefinden
3könö Licht; könö fara dönni Hellwerden
könöma zu Boden, zur Erde, auf die Erde
könötö gesund, wohlauf
könöya gesund werden, heilen
körö Seite; körö fö zur Seite, ins Aus; an-
einander, Seite an Seite; a körö fö seiner-
seits, andererseits
körökö (Dy) = kölökö (B) kämpfen
kösu (Dy) Kiste (frz. caisse)
köta machbar od. realisierbar sein
khutba Rede, Predigt
kibaru Geschichte, Neuigkeit
1kili rufen, einladen
2fa7/Ei
kilogram Kilogramm
kina, kinda Gegend, Viertel
kininfö rechts, nach rechts
*kiri richten, Recht sprechen; kiri tigö
richten, Recht sprechen
kiritigöla Richter, Jurist
2kiri ohnmächtig werden, das Bewußtsein
verlieren
3kiri (Dy) = kili (B) rufen, einladen
kirikö Sattel, Sattelzeug
kisö mutig, brav, tapfer
kisö Korn
kitaabu, kitabu Buch, Koran
rko sagen, sprechen
2ko daß (FW)
3ko Sache, Aktion, Handlung
*ko sich waschen, baden
5ko (Dy) Mal
kojugu sehr, außerordentlich
*kögö Mauer, Wand
2kögö Salz
kogo Brust
Kolaboro Songhai (Name eines Stammes)
koletigi Familienchef
lkolo Mörser
2kolo schreien
3kolo Knochen, Bein
*kolo, kolon Stückchen, Stück, Scholle
5kolo, kolon Kaurimuschel
kolon Brunnen
lkolosi Rosenkranz, Schnur
2kolosi Bemerkung, Beobachtung; bemer-
ken, beobachten, bewachen, beschützen
koma (Dy) = kuma (B) Rede, Geschichte
Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch 155
komandan Kommandant
kombo (Dy) = kumte (B) Empfang; emp-
fangen; schreien
komi dann
komijiran Tiegel
komisör Kommissar
kongo Hunger
kongotö hungrig
kongoli (Dy) Berg, Hügel
konon warten
konye Ausbildung
konyuman sehr gut, sehr schön
1korii / kwari Baumwolle
2kori (FW) Fragewort
1koron Osten, Orient
2koron füllen, aufhehmen
koronya östliche Richtung
koroto, koronto es eilig haben, eilig sein
kosafö später
kosön wegen
kö Rücken, hinter; köfö dahinter
1kögö Mauer, Wand
2kögö Salz
könferans Konferenz
könkömbri Gurke
könöntö neun
lkönö Bauch, Inneres; in
2könö Perle
3könö Vogel
köori, / kwari Baumwolle
lkörö Alter; alt
körö bei, vor, gegen, in der Nähe von, unter
körökö älterer Bruder
körömuso ältere Schwester, ältere Frau,
Hauptfrau
köröbaya älter, erwachsen werden
kösöbö sehr, außerordentlich
*ku Schwanz, Ende
2ku Jamswurzel
3ku erreichen
kube Verwaltungsviertel, Viertel aus Stein-
häusern
kula Amboß
kule schreien; Geschrei
kulo, / kule schreien; Geschrei
1kulu Berg, Hügel
2 kulu Herde
kulusi (lange) Hose
kuma Rede, Geschichte, Wort; sprechen,
reden
kumafola Wortführer, Sprecher
kumbö treffen, empfangen, begrüßen
kumböli Empfang, Begrüßung
kun Kopf, Haupt
kuna (das andere) Ende, Spitze
kundo (Dy) anzünden
kungo Steppe, Sawanne
kungokönötegan wildes Tier
kungokönöulu Fuchs
kungolo Kopf
kunye Verschiedenheit (der Erde)
kunsi Haar, Kopfhaar
kuntan kopflos
kuntigi Häuptling, Chef
1kunu gestern
2kunu aufwachen, aufstehen, jmdn. auf-
wecken
kunungo gestern
kununwo, / kunungo gestern
kura neu
kuran Strom, Elektrizität
kursitigi (Dy) Jüngling, junger Mann
kuru Ring, runder Gegenstand
kwari Baumwolle
kwo (Dy) = kö (B) hinter; Rücken
L
1la, / na in, an
2la (Dy) Zeit, Tag
laban Ende, Schluß; etw. beenden, etw.
abschließen
labla zurückschicken, gehen lassen, frei
lassen
laten vorbereiten, reparieren, arrangieren,
erhalten
labönni Vorbereitung, Reparatur
labi etw. fallen lassen, etw. umstürzen
156 Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch
labd etw. verschwinden lassen, hinaus-
gehen lassen
ladla etw. in Ordnung bringen, reparieren
ladon jmdn. etw. wissen lassen, jmdn. un-
terrichten
prüfen, betrachten
2lajö jmdn. versammeln
Iqjörö sich versammeln
lajigi jmdn. heruntersteigen lassen
lafiya Gesundheit
laga (Dy) Kiste
Lagine, Lagirte Guinea
lakbl, lakdli Schule
laminb ein Echo auslösen, auf etw. ant-
worten
lamo züchten, aufziehen
lasigi jmdn. sitzen lassen, jmdn. einsetzen
lasigiden Repräsentant
lasho Kalk, weiße Farbe
lemru Zitrone; lemru ba Orange, Apfel-
sine; lemru ba sun Apfelsinenbaum; lem-
ru sun Zitronenbaum
ter Uhrzeit (frz. l’heure)
tesbn Unterrichtsstunde
tetri Brief
ligi Liga, Klasse (im Sport)
litri Liter
liwru Buch
lo (Dy) = do (B) ist, sind
lomon (Dy) wegen, um zu
Ion (Dy) = don (B) wissen, kennen
M
1ma Mutter
2ma für, zu
3ma FW zur Verneinung des Perfekts
maa, / mögö Mensch, Mann; maa si, ?
mdgd si keiner, niemand
mabd jmdn. entfernen
madimi jmdm. Schmerz verursachen
majigi etw. senken, verringern
maga weich, zart, schlaff
magasen Geschäft, Laden
magaseniigi Ladenbesitzer, Geschäfts-
mann
mago, / mako Bedürfnis, Notwendigkeit
Makan Mekka
mako, / mago Bedürfnis, Notwendigkeit
makdnd warten, erwarten, jmdn. warten
lassen
mali Flußpferd, Nilpferd
Mali Mali
malo Reis
maloya Schande, Unglück
mambri Mitglied
mameni (Dy) umgeben sein, eine Mauer
um etw. bauen
mana Flamme; anzünden
Mandenga Malinke (Name eines Stammes)
manguru Mango (Frucht); manguru sun
Mangobaum
Maninka Malinke (Name eines Stam-
mes)
mankan Lärm, Geschrei
manyo Mais
manto schweigen
mara schützen, hüten, aufziehen, züchten,
kontrollieren, bewachen
mara Königreich, Macht
marfa Gewehr; marfa den Gewehrkugel;
marfa ci schießen
marfatagi Krieger, Soldat
Marka Sarakolle (Name eines Stammes)
marto Hammer
masa König
masakh König
masamuso Königin, Frau des Königs
masuma etw. kühlen, einen Schmerz mil-
dem
maya stumm sein od. werden
mba danke
medsen Arzt
me (Dy) = mb (B) hören, verstehen
*nte hören, verstehen, fühlen
2nte dauern, bleiben
mbri Bürgermeister
^ntetri Meter
Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch 157
2mötri Lehrer, Meister
trinken, riechen
2mi, 7 mini wo, wohin, woher
3mi (Dy) = nin (B) dieser
*mi (Dy) = min (B) FW zur Einleitung von
Relativsätzen
midi Mittag
min FW zur Einleitung von Relativsät-
zen
mina, mind, mna nehmen, ergreifen
1minan (Art) Kalebasse
2minan Utensil(ien)
mini, / mi wo, woher, wohin
minikö, / mi trinken
ministri Minister
mindgd Durst
miri denken, nachdenken, überlegen
misi Kuh
misiri Moschee; misiri ba große Moschee,
Hauptmoschee
mishnya scherzhaft, indiskret
mna, 7 mina nehmen, ergreifen
mo (Fisch) fangen, fischen
mobili Auto
mobilbti Moped
mori Marabut
Moritani Mauretanien
mdgd Mensch, Mann; mdgd si keiner, nie-
mand
mdkd Großvater
mugan zwanzig
mugu Pulver, Puder
1mun was
2mun, 7 min FW für Relativsätze
munekato (Dy) warum
munu teilnehmen
munumunu, munumuna herumdrehen
mure Scheffel
muru Messer
muso Frau
musoya Frauen-, auf eine Frau bezüg-
lich
musokdrdni alte Frau, Alte
myhnö (Dy) abwesend sein, fembleiben
N
1na kommen, ankommen, gehen
2na in, an
3na (Dy) Mutter
naani vier
nabi Prophet
nafa Profit, Nutzen, Vorteil; nafa sdrd sira
kan Wirtschaftsgebiet, Wirtschaftszone
nafasdrd reich
nqforotigi (Dy) reicher Mann; reich
nako Garten
nali Kommen, Ankunft
naloma dumm
namo Zucht, Aufzucht; züchten, aufziehen
nana herbeiholen
nani, / naani vier
Nanzara (Dy) Europäer, Weißer; Nanzara
nydn Getreide (wörtl. europäische Hirse)
nara (Dy) Perfekt von na
narb Butter
nasoro Grund, Ursache
Naswara Christ
nata Wunsch, Gier, Verlangen; wünschen,
verlangen
*ne ich (Personalpron. 1. Pers. Sg.)
2ne Fehler
3ne, nö Zunge
nemhnembni langsam, bedächtig, leicht
Kälte
2nene kosten, probieren
nbgh Eisen, Metall; ndgd sira Eisenbahn;
nbgh so Fahrrad
1ni, s. auch am und, mit
2ni wenn, bevor
3ni (Dy) = ne (B) ich
nin dieser
nisdnja Freude, freudige Stimmung
njbne (Dy) = jdni (B) verbrennen, braten,
grillen
nka aber, sondern
no Spur; nofö danach
nogo Mist, Dung
nogoya erleichtern, verbessern, reduzieren,
vermindern
158 Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch
nona (n'o na) an Stelle von, hinter
nonkon Elle
nontö sonst
nögö Bedürfnis, Not
nönö Milch
ntönö, auch ntönö don Montag
nuanyö Konferenz, Versammlung
nugu Därme, Gedärm, Eingeweide
nukala Nase
numan fö links, nach links
numu Schmied
numukö Schmied
numuyakö schmieden, das Handwerk eines
Schmieds ausüben
nun, / nin dieser
nzozan, nzonzan Hase
nyininka fragen, eine Frage stellen
nyininkali Fragen, Frage
nyire (Dy) ich selbst
nyoni stoßen, drücken, wegstoßen
nyö Hirse
nyögön, / nyuan Gegenseitigkeit, Gemein-
samkeit, gemeinsam, gegenseitig; nyögön
faamu sich gegenseitig verstehen, gegen-
seitiges Verständnis; nyögön fö gemein-
sam, zusammen; nyögön nyö Treffen;
nyögön si dasselbe, das gleiche; nyögön
cö untereinander
nyögönya Gemeinsamkeit; nyuan, / nyö-
gön', nyuan fö gemeinsam, zusammen
nyuman, / nyi gut, schön
NY
nya Schlag, Hieb
Nyagasoranga (Dy) Bewohner des Ortes
Niagassola
nyamannyaman(u) Abfall, Müll, Schutt,
Unrat
nyanabo einen Blick werfen, überwachen
nyanajö Festlichkeit, Vergnügen
nye, / nya Schlag, Hieb
*nyö gut sein; genügend, gewinnbringend
sein
2ny£ begrüßen, willkommen heißen
3 nyö Gesicht, Vorderseite; nyö fö vor, vorn,
nach vorn, vor einem Personenkreis;
nyö körö bevor, vor; nyö mögö führende
Persönlichkeit, Präsident; nyö na an-
wesend sein, in Anwesenheit von
nyögö einen Freistoß schießen, ausführen
nyönöma Insekt
*nyi schön, gut
2nyi Zahn
nyima (Dy) = nyuma(n) (B) schön, gut
nyimi nagen, kauen, zerreißen, zerkleinern
nyina vergessen
nyini suchen, wollen
NG*
ng'oni Stachel, Dom
o
o jener
o b'a sörö während
o böe n'a ta während
o de y'a to weil
olu = u sie (Personalpron. 3. Pers. PI.)
öwö ja
p
pan springen, hüpfen, fliegen
pani springen, hüpfen, fliegen
pasa mager sein, abgemagert sein
pashi Seite (eines Buches)
parti Partei
peresidan Präsident
pörö aufschreien, laut rufen
politiki Politiker, Politik; politisch
Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch 159
pranti, prenti Lehrling
presidan Präsident
probfemu Problem
puy darüberschießen, hinausschießen
R
ra (Dy) = la (B) in
reshiön Region, Gebiet
s
*sa Schlange
2sa Tod; sterben
saa Zeitpunkt, Moment
saba drei
sabana der dritte
sabara Schuhe, Schuhwerk
sabati ernsthaft, treu sein, konstant sein od.
werden
sababu Grund, Ursache, weil
sabu weil
saga Schaf, Hammel; saga jigi Hammel
safarikebaga (Dy) Händler, Reisender
salaya Faulheit
sali, / seli Gebet, Fest, Feier, Festlichkeit;
sali ba das große Fest, Hammelfest;
sali fana Gebet (gegen 15 Uhr);
sali kalo Monat des Festes (nach dem
Ramadan)
salike, / selike beten, das Gebet verrichten,
feiern
1sama Elefant
2sama Korb
3 sama Geschenk, ein Geschenk schicken
oder machen
*sama ziehen, an sich ziehen, herausziehen
saman zu sich nehmen
samba Geschenk, Botschaft; ein Geschenk
machen
samyön Regenzeit
*san Jahr, Alter; san wörö nächstes Jahr
2san kaufen, austauschen
3san Himmel
sanji Regen
sanjikuna Zeit der ersten Regenfalle
1 sani bevor
2sani (Dy) = sanu (B) Gold
santa käuflich, erhältlich
santimetri Zentimeter
sanu Gold
sanufala Goldschmied, Bijoutier
sanwo, sangwo vergangenes Jahr
1 sara kleines Stück, milde Gabe
2sara bezahlen
saraka Opfer, Almosen; saraka bö Opfer
geben
sariya Justiz, Prozeß
sawa (Dy) = saba (B) drei
lse Bein, Fuß, Schritt
2se Ankunft, ankommen
3se können
*se graben, ausgraben
segi acht
sekreten Sekretär; sekreteri zenerali Gene-
ralsekretär
seli, / sali Fest, Feiertag, Gebet; seli kalo
Monat des Feierns nach dem Ramadan
selike, / salike feiern, beten
sen (Dy) = se (B) Fuß, Bein, Schritt
sena Wurm', jiri sena Holzwurm
seri zerstreuen, zersplittern
*söbe Brief, Schriftstück; schreiben
2sebe Wahrheit; wahr, richtig, aufrichtig
*segö, 7 söngö müde werden, ermüden
2segö graben, ausgraben
1sögi Korb
2segi zurückkehren
segima Rückkehr
söndika Geweikschaft(en); sendika ka Ge-
werkschaftsmitglied
sönöke den Boden bearbeiten, pflügen
senekeia Bauer
söngö ermüden, müde werden
serkli Kreis (als administrative Einheit)
1si Sorte, Art, Rasse
160 Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch
2si mahlen
3si die Nacht verbringen, schlafen
sibiri, auch sibiri don Sonnabend;
sibiri o sibiri jeden Sonnabend, sonn-
abends
sigareti Zigarette
sige (Dy) = söngö (B) müde sein, ermüden
sigi sitzen, sich setzen
sigilan Sitz, Stuhl
sigida Stadtviertel
silama, silame Mohammedaner
silameya Islam
sin leiten, wenden, dirigieren
sine Gazelle
sinema Kino
sini morgen
sininkönö übermorgen
sinye Mal; sinye kelen tö einmal mehr
sinzan Gehege, Zaun, Hecke
*sira Weg, Straße, Art, Weise; sira kan
einen Weg markieren
2 sira Affenbrotbaum, Baobab
3sira Tabakpflanze; sira mugu Tabak (ge-
schnitten)
sirambatö Angsthase, Feigling
siran Furcht, Angst, sich fürchten
siran a nyan (Dy) sich vor ihm fürchten
siri binden, befestigen, Kette
sisan jetzt, sofort, im Augenblick
sisi Rauch, Dampf
siya, / si Art, Rasse
1so Haus, Hütte
2so Pferd; so fa Krieger zu Pferde,
3so (Dy) Ort, Stadt, Dorf
sofa Krieger zu Pferde
sokö Hengst
1soli zur rechten Zeit stattfinden, etwas tun
2soli eingießen, hineingießen
solodasi Soldat
Somono Somono (Name eines Stammes)
*son ein Geschenk machen
2 son wünschen, wollen
3 son Dieb
*son gießen, bewässern
sona = 2son
sonya stehlen, klauen
sonyali Diebstahl
sonyalikö stehlen
soron (Dy) um Verzeihung bitten, sich un-
terwerfen
xsögö Fleisch, Tier
2sögö durchbohren, stechen, durchstechen
sögölan Bohrer, Stachel
sögöma Morgen; sögöma da fö am frühen
Morgen
söni bald
söngö Preis
sörö(n) erhalten, erreichen, finden
1 su Nacht, Abend
2su Kadaver, Leiche
suba Hexe, Zauberin
sugu Markt
sukaru Zucker
Sulaga Senegal (Fluß)
^uma Kälte, Frische, Schatten; kalt od.
frisch sein od. werden; frisch, kalt
2suma Geruch
3suma stoßen, gleiten lassen
4suma Maß; messen, vergleichen
suman fühlen, befühlen
sumanikölan Waage, Meßinstrument
1sun Strauch, kleiner Baum
2sun Fasten; sun kalo Fastenmonat, Rama-
dan; sun kalo makono Monat vor dem
Ramadan
sunan, / sunögö schlafen
sunögö Schlaf; schlafen
Suraka Maure
suri (Dy) Panther
suru kurz, klein
suruku Hyäne
surama(n) kurz, klein
surunya verkürzen, abkürzen
susu zerstoßen, zerkleinern
sya (Dy) = ca (B) viel sein, zahlreich sein
syaman (Dy) = caman (B) viel, zahlreich
sye-ko, sye-kwo (Dy) zurückkehren
syerikö (Dy) = salikö (B) beten
syeribolon (Dy) Ort des Gebets, Gebets-
platz
Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch 161
SH
shari Pflug (frz. chamie)
shd Huhn, Geflügel;
shd fan Ei eines Huhnes
sho Bohne, Bohnen
shofdri Fahrer, Chauffeur
T
1ta FW zum Ausdruck des Besitzes
2ta, / tasuma Feuer
3ta nehmen, ergreifen
*ta (Dy) dort
5to, / taa und taga gehen
taa, / taga gehen, laufen
taama Marsch, Reise, Besuch
taaji Benzin
taami Gang, Gehen; taami sira Eingang,
Durchgang
taanin do auf diese Weise
tabali Tisch
tabarakalla (Dy) Allah sei gepriesen!
taga, / auch taa gehen, laufen
tagama (Dy) marschieren, einen Marsch
od. eine Reise durchführen
takara (Dy) Kapsel, Patrone
tala, / tla teilen, sich teilen, sich aufmachen
talata, auch talata don Dienstag
*tan zehn
2tan Schuß, Stoß; mit dem Fuß stoßen
tasa Tasse
tasuma Feuer, Licht; tasuma ta do sydn
Topf
*te (B) so, auf diese Weise
2te (Dy) so, auf diese Weise
tele na (Dy) gegenüber
tembd (Dy) = tdmd (B) vorübergehen, pas-
sieren
tere (Dy) — tile, tle (B) Tag, Sonne
tere-bo-ye (Dy) Ort des Sonnenaufgangs,
Osten
teri Freund, Genosse
terikd (männlicher) Freund
terimuso Freundin
teriya Freundschaft
td nicht sein, nicht vorhanden sein
tdgdrefo Beifall, Applaus
tdli flink, geschwind
tdliya Schnelligkeit, Geschwindigkeit
tdmd vorbeigehen, passieren
tdmdbaa Passant
tdnd, / auch ntdnd Montag
tdnd don Montag
tdrdti behandelter Punkt, Tagesordnungs-
punkt
lti, / td FW der Negation, nicht sein, nicht
vorhanden sein
2ti ertönen, ausbrechen
3ti zerstören, zerbrechen, schießen
tien verlorengehen, verderben
tiga Erdnuß, Erdnüsse
tigd abschneiden, durchschneiden, durch-
schreiten, überqueren, überschreiten,
ernten
tigdlan Axt, Beil
tigi Besitzer; besitzen
hila beenden
2tila, f tla Teil; teilen
*tile, 7 tle Sonne, Tag
2 tile geradebiegen, formen
timi süß
timima(ri) süß
tinye zugrunde richten, verderben
tla, / tila Teil; teilen
tlancd Hälfte, halber Teil
tle, 7 tile Sonne, Tag; den Tag verbringen;
tle bi Sonnenuntergang, Westen, tle bö
Sonnenaufgang, Osten
tlema Trockenzeit
tlo, / tolo Ohr
tlön Spiel, Zerstreuung, Sport
tlönkd spielen, Sport treiben, sich amüsieren
*to Rest, bleiben, übrigbleiben, wohnen;
a to bd ye und so weiter
2to der andere
3to die Ursache sein; ka to weil
tobi kochen
162 Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch
tobilikö kochen
tolati yoro Sportplatz, Stadion
tolo, / tlo Ohr
tomati Tomate
tomo finden, sammeln
tonkono Ente
Nutzen, Profit
2tono gemeinsam kaufen, aufkaufen
tögö Name, Vorname, Bezeichnung
tön Bund, Vereinigung, früher: Geheim-
bund
tönsigi Sitzung, Beratung
törö Unglück, Krankheit, Böses; dogo
törö so Krankenhaus, Klinik
*tu einwickeln
2tu bleiben, bestehen
3tu Wald
tubabu Europäer, Weißer
*tugu noch, auch
2tugu richten, zusammenstellen
3tugu folgen
tuguni noch, auch
tuma Zeit, Zeitpunkt
tuni Strauch, Busch
tunu verloren sein, verschwinden
turu pflanzen
(n)työri (Dy) = teri (B) Freund, Genosse
c
rca viel, zahlreich sein, viel, zahlreich
2ca Arbeit; arbeiten, mit einer Arbeit be-
schäftigt sein
3ca (Dy) sein, bleiben
cakuya unfair spielen, ein Foul begehen
caman viel, zahlreich
can (Dy) zerstören; in der Tat
caya vergrößern, vermehren
cen verlorengehen, verderben
*cö Mann; männlich
2cö, / cöman zwischen, inmitten, unter
3cö sammeln; cö siri Zusammenschluß; sich
zusammenschließen
cökö (Dy) arbeiten
cöncön Sand
cöman, cöman cö la inmitten, unter, zwi-
schen
cönya schöner Anblick
cösirile umgeben, umgeben sein
cöya Mannhaftigkeit, Qualität eines Man-
nes
1ci schicken, senden, einen Befehl geben
2ci Arbeit, Bodenbebauung
cike das Land od. den Boden bearbeiten
ciköla Bauer, Landarbeiter
(ri)cinini klein, ganz klein; klein sein
cira (Dy) Bote, Abgesandter
coko Art, Weise
cokoya Art, Weise
coco Zeit der starken Regenfalle
u
u sie (Personalpr. 3. Pers. PI.)
ula Nachmittag
1uli, / wuli sich erheben, sich aufmachen
2uli kochen, sieden
ulu, / wulu Hund
uri (Dy) = 1uli (B) sich aufmachen, sich
erheben (Perfekt urrd)
uro (Dy) gebären, zur Welt bringen (Per-
fekt urrd)
w
wa FW für Realisierung von Fragesätzen
wakia Unze
wakati Zeit
wala oder
wale, waleya Geschichte, Ereignis
walasa damit, umzu
wara Löwe, wildes Tier
Wörterverzeichnis Bambara-Deutsch 163
waraba Löwe
wari Geld, Silber
wasi kratzen, schaben
watiri Auto, Wagen
wele rufen, herbeirufen, einladen, nennen
weleli Rufen, Anrufen
wörö ein anderer
wili, / lwuli sich aufmachen, beschließen,
etwas zu tun
wisiti Besuch
wo Loch, Hohlraum
rwolo Geburt, Generation, Nachwelt;
wolo yörö Geburtsort
2wolo Fell, Haut, Matte
3 wolo (Dy) weil, deshalb
wolonfla sieben
woloso Sichel
wonfo Spinnengewebe
woro ausziehen, ablegen, sich ausziehen
wosi Schweiß; schwitzen
woso Batate, Süßkartoffel
wöoro sechs
wörö Kolanuß
1wuli, 7 1uli sich aufmachen, sich erheben
2wuli kochen, sieden
wulu, 7 ulu Hund
wuro (Dy) = wörö (B) Kolanuß
wurodugu (Dy) Land der Kolanüsse
*wuru fallen, sich beugen
2wuru (Dy) tausend
wuru-tutututu (Dy) sehr lange
Y
lya (Dy) = yan (B) hier
2ya (Dy), / 2yan (Dy) werden
yafa Verzeihung; verzeihen
yala spazierengehen, herumlaufen
hier
2yan (Dy), / 2ya (Dy) werden
yani bevor
*ye sehen, finden
2ye, 7 yenfö dort
3ye für, zu
*ye (Dy) = e (B) du
*yele Licht, Lampe
2yele lachen
yen = ye, yenfö
yenfö, / 2ye dort
yenino dort
yerekö (Dy) = yele (B) lachen, sich amü-
sieren
yölö steigen, klettern
yölöma Wechsel, Veränderung, Überset-
zung; wechseln, verändern, übersetzen
*yörö selbst
2yörö leuchten, blinken
yörökö ausbreiten, ausspannen
yöröta Freiheit, Unabhängigkeit
yi (Dy) da dort
yire (Dy) = yölö (B) steigen, klettern
yireyire (Dy) zittern
yörö Ort