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SCHLESISCHE BERGWACHT
Nr.6
1979 in Hannover!
Liebe Schlesier, der Bundesvorsitzende
unserer Landsmannschaft Schlesien, Dr.
Herbert Hupka MdB, hat in einem Auf
ruf zum Deutschlandtreffen in Hannover
uns an die ereignisreichen Tage der bis
herigen großen Treffen erinnert. 1979, also
in diesem Jahr, finden wir uns in der nie
dersächsischen Landeshauptstadt zusam
men. Im Jahre 1969 waren wir das letzte
Mal in unserem Patenland Niedersachsen.
Die Landesgruppe ist daher sehr erfreut
darüber, daß die größte Veranstaltung der
Schlesier im Land zwischen Meer und Harz
stattfindet. Hannover ist gerüstet und er
wartet die Schlesier vom 15. bis 17. Juni
1979.
Beim Zustandekommen der Patenschaft
für Nieder- und Oberschlesien mit dem
Niedersächsischen Ministerpräsidenten Hin
rich Wilhelm Kopf hat unsere Landesgrup
pe erheblichen Anteil gehabt und auch jetzt
bei der Wahl des Veranstaltungsortes Han
nover haben wir alles unternommen, um
dies zu erreichen.
Wir erinnern uns gern an die Tage der
Deutschlandtreffen in Hannover, zeichne
ten sich doch alle Veranstaltungen durch
einen großen Besuch der Landsleute aus,
die aus allen Ländern der Bundesrepublik
Deutschland, aus dem Ausland und aus
Übersee gekommen waren.
Es wird von der Organisationsleitung
alles getan werden, damit die Teilnehmer
optimale Bedingungen vorfinden, um sich
mit lieben Freunden und Verwandten zu
treffen, Erinnerungen austauschen zu kön
nen und Freundschaftsbande wieder zu
knüpfen. Die Wiedersehensfreude wird ein
tragendes Element dieses Deutschlandtref
fens sein. Es ist nicht vergessen, daß in
Hannover vor vielen Jahren die Organisa
tionsleitung gezwungen war, die Absperr
zäune abzubauen, weil sie dem Besucher-
strom im Wege waren und einen reibungs
losen Einlaß zum Messegelände behindert
hätten. Ist eine Wiederholung möglich?
Wir wissen, daß inzwischen, fern der
Heimat, schon viele Landsleute unser Er
dendasein verlassen haben. Aber es ist
auch bekannt, daß die Treffen der Heimat
kreise im Jahre 1978 stärkere Besucher
zahlen als in den Jahren davor aufweisen
konnten. Die Heimat wiederzufinden im
Gespräch mit dem Nachbar, mit dem
Freund, von denen wir bedingt durch die
Vertreibung getrennt leben müssen, ist ein
wichtiges Ereignis zwischenmenschlicher
Verständigung. Nutzen wir die in Han
nover gebotene Gelegenheit.
Liebe Schlesier, wir wissen, daß die Teil
nahme beim Deutschlandtreffen eine finan
zdelle Belastung für Sie darstellt, daß Sie
dieses Opfer auf sich nehmen, dafür ge
bührt Ihnen unser aufrichtiger Dank. Las
sen Sie uns in Hannover erneut beweisen,
daß wir bereit sind, ein Bekenntnrls für un
sere schlesische Heimat zu geben.
Der deutsche Stamm der Schlesier lebt.
Wenn wir uns so verhalten, liebe Schle
sier, werden die Politiker der westlichen
freiheitlichen Demokratien nicht ohne Auf
trag bleiben, immer wieder für die Gerech
tigkeit zu wirken, eine Gerechtigkeit, bei
der auch die Schlesier in ihrem harten
Schicksal nicht vergessen sind.
Die Verantwortlichen der Bundesrepu
blik Deutschland bleiben aufgefordert, im
Sinne des Grundgesetzes auch unserer Ar
beit für Schlesien die vollste Unterstützung
angedeihen zu lassen.
Liebe Schlesier, auf nach Hannover, die
schlesische Heimat ruft uns alle.
Helmut Kostorz
Landesvorsitzender und
stellv. Bundesvorsitzender
Etwas von Waldbesitzern bei den Friesen
steinen auf dem Landeshuter Kamm
Von Dr. Walter Roesch, Bad Wörishofen
über den ganzen Landeshuter Kamm
führte ein grün bezeichneter Wanderweg
von Schmiedeberg bis zum Bahnhof in Ja
nowitz. Dieser Weg begann in Schmiede
berg an der katholischen Kirche, man über
schritt dort die Eglitz und wanderte über
das Schützenhaus und den Classenweg bis
zum Forstschutzhaus Buchenbaude neben
der mächtigen, 5 m am Stamm messenden
uralten Buche. Dann ging man weiter auf
der steilen alten Landeshuter Straße und
bog vor dem Hohenwaldauer Ausgespann
nach links zu den Friesensteinen, der
höchsten Erhebung des Landeshuter Kam
mes (940 m) ab. Neben den Granitfelsen
der Friesensteine befand sich eine Schutz
hütte und -nach allen Seiten bot sich eine
sehr schöne Fernsicht dar. Weiter ging der
Weg nach Norden über den Ochsenkopf,
Waltersdorf und Kupferberg nach Jano
witz.
In der Nähe der Friesensteine gab es ei
nen alten Grenzstein mit den Buchstaben
DvF vom Jahre 1562. Es lag nahe, in der
Aufschrift des Grenzsteines den Besitzer
des dortigen Waldes einen Herrn D. von
Friese zu vermuten, wie es auch tatsächlich
geschah (Der Wanderer im Riesengebirge
Jg. 1911, NI'. 347, S. 140). Aber diese drei
Buchstaben bedeuten als Waldbesitzer bei
den Friesensteinen den Freiherrn David
von Fürst (Der Wanderer im Riesengebirge
Bd. XI, NI'. 280 (1906) S. 18). Die Familie
v. Fürst blieb in mehreren Generationen
dort oben Waldbesitzer. Seit 1730 war es
Christoph Ferdinand Freiherr von Fürst,
Graf Nimptsch und Herr auf Ölse bei
Striegau (Der Wanderer im Riesengebirge
Bd. XI, NI'. 282, S. 50 (1960), ein sehr rei
cher aber streitsüchtiger und gewalttätiger
Herr.
Im Jahre 1733 beanspruchte er einen Teil
des Schmiedeberger Kirchenwaldes, nach
dem auch der Pfarrer von Kupferberg. Prä
lat Stulpe, gegen ihn einen Prozeß wegen
Uberschreitung seiner Amtsgewalt als
Grundherr anstrengen mußte. Die Streitig
keiten zwischen dem Freiherrn und der
Schmiedeberger Kirche wurden so heftig,
daß die beiden derzeitigen Förster gegen
einander aufgebracht wurden und der
Kirchwaldförster in einem Streit wegen
Holznutzung im strittigen Gebiet so erregt
wurde, daß er den freiherrlichen Förster
erschoß. Deswegen wollte das geistliche
Amt in Breslau die Rechte der Kirche nicht
weiter vertreten, und so ging ein bedeu
tendes Stück Kirchenwald verloren.
Der damalige Schmiedeberger Pfarrer
Philipp Franz Brückner schilderte in sei
ner 1740 geschriebenen lateinischen Chro
nik der Schmiedeberger Kirche (Protocol
lum ecclesiae necnon parochiae Schmiede
bergense) den Hergang der traurigen An
gelegenheit, auch daß er eigens zum kaiser
lichen Amte nach Wien fuhr, um die ein
wandfreien Rechte der Kirche zu schildern,
aber vergebens. Die Entscheidung des kai
serlichen Amtes findet sich sogar gedruckt
im Codex diplomaticus (1742) Tomus 11 S.
489 (Kaiserliche Privilegien des Landes
Schlesien, 2. Teil 119).
Die Beschäftigung mit der freiherrlichen
Familie von Fürst auf Kupferberg fand im
Jahre 1963 eine Fortsetzung, als in der
Vereinsschrift des Verbandes ostdeutscher
Familicnforschej" ein Herr Kugler von Kup
ferberg in den USA Auskunft über seine
Ahnen, darunter auch über seine v. Fürst
sehen Vorfahren suchte. Er war erfreut, als
ihm mitgeteilt werden konnte, daß Herr
Pfarrer Kaufmann von Kupferberg eine
Arbeit über die "Kapitalien des Freiherrn
von Fürst in Kupferberg" sowie über die
"Geschichte des Bergbaus in Kupferberg"
im Band XI, NI'. 279 (1906), S. 2 u. f.) ge
schrieben hatte.
Wer hätte im Jahr 1733 bei den heftigen
Streitigkeiten über den Waldbesitz ge
glaubt, daß 1946 nur Polen dort oben Wald
besitzer wurden?
�.o.o.o.o.o.o.o.o.o
o Grenzdurchgangslager Friedland: 0
- -
o Im Februar kamen 3 061 Aussiedler 0
-
o
- Im niedersächsischen Grenzdurch
o gangslager Friedland bei Göttingen
- wurden im Februar dieses Jahres _
o 3 061 Aussiedler registriert. Damit 0
- sind im vergangenen Monat 498 Aus- _
o siedler mehr im Grenzdurchgangsla_ 0
_ ger Friedland eingetroffen als im _
o Monat Januar. Zum Vergleich: Im 0
_ Januar 1979 kamen 2563 Aussiedler. _
o Die größte Gruppe stellten auch im 0
- Februar mit 2 253 die Deutschen, die _
o aus dem polnischen Bereich aussie- 0
- delten, 706 kamen aus der Sowjet- _
o union und 102 aus den übrigen Aus- 0
_ siedlungsgebieten. _
g.o.o.o.o.o.o.o.o.�
's Heimathäusel
Ein silberglänzendes Schindeldach,
Versteckt zwischen alten Bäumen,
Fenster, die blank wie Augen schaun _
Und um dies alles ein brauner Zaun ...
Welch lieblicher Platz zum Träumen!
Das Häusel gehörte dem alten Mann,
Der uns als Träger betreute,
Und kamen wir dann und wann einmal hin
So waren wir immer willkommen drin. _ '
Ich sehe das alles noch heute.
Den blühenden Garten hinter dem Haus
Die grüne Bank bei den Linden. _ '
Doch könnten wir noch einmal dorthin
_ " gehn,
Um das hebe Häuschen wiederzusehn _
Wir würden es nicht mehr finden.
Der :?lt� Mann ist schon lange tot,
Schlaft im anderen Deutschland drüben _
Und von dem Häuschen, so traulich und
gut,
In dem wir so gerne uns ausgeruht,
Ist nur Erinn'rung geblieben ...
Gertrud Caro
: .•.........................
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i An alla Heimalbefreuerl =
• •
• Aus technischen Gründen benöti- •
• gen wir die Manuskripte für die Aus- •
= gabe vom 20. April 1979 schon bis =
• zum 23. März 1979, da diese Ausgabe •
• früher erscheinen wird. •
• •
• Wir hoffen auf Ihr Verständnis •
= und verbleiben mit freundlichen Hei- =
• matgrüßen •
• Ihre =
= SCHLESISCHE BERGWACHT =
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