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Überreicht vom
Deutschen Verein für
Kunstwissenschaft
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Wir führen Wissen.
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Wir führen Wissen.
http:rfdigital.slub-dresden.de-id4809591 53,-'6
Wir führen Wissen.
DAS
MITTELALTERLICHE
HAUSBUCl I
NACH DEM ORIGINALE IM BESITZE DES
FÜRSTEN VON WALDBURG^WOLPEGG-WALDSEE
IM AUFTRAGE DES
DEUTSCHEN VEREINS
FÜR KUNSTWISSENSCHAFT
HERAUSGEGEBEN VON
HELMUTH TH. BOSSERT
UND
WILLY F. STORCK
19 12
VERLAG VON E.A.SEEMANN LEIPZIG
h ttp: •, d ig it al. s I u b- d re $de n. de,- id 4 8 09591 53,‘'8
Wir führen Wissen,
SEINER DURCHLAUCHT
DEM
FÜRSTEN VON WALDBURG
ZU WOLFEGG UND WALDSEE
IN DANKBARKEIT
Et 1RERBIET1GST GEWIDMET
VON
DEN VERFASSERN
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wir führen wissen.
http. r'-'d ig it al. s I u b- d re sde n .de/id4 80959153/9
Drudt des Texte» und der Liditdrucktitfdn
von C G.RÖDER G.m.b.H.. LEIPZIG
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VORWORT
Bilderhandschrift im Besitz Sr. Durchlaucht des Fürsten von Waldburg zu Wolfegg und Wald«
see auf Schloß Wolfegg gehört in künstlerischer und kultureller Hinsicht zu den bedeutendsten
I Dokumenten deutschen Geistesleben im 15. Jahrhundert. Man hat sich gewöhnt, sie mit dem
9 Namen eines „mittelalterlichen Hausbuchs" zu bezeichnen, „weil sie allerlei enthalte, was dem
Besitzer eines Hauses oder auch namentlich einer Burg wichtig erscheinen mochte" <von Rettberg).
Der Titel hat sich, obwohl er nicht glücklich gewählt ist und nur oberflächlich den Inhalt der Handschrift
andeutet, eingebürgert und ist fast zu einem stereotypen Begriff geworden, weshalb auch wir die einmal
gebräuchlich gewordene Benennung beibehalten. Es handelt sich nach den neueren Untersuchungen indes
wohl mehr um das Handbuch eines jener in ihrer sozialen Stellung durchaus angesehenen Büchsemneistcr,
von denen eine Reihe ähnlicher Handschriften noch erhalten sind.
Nachdem in erster Linie das kulturhistorische Interesse sich der inhaltlichen Seite der Hausbuch Zeich-
nungen zuwandte, hat — besonders seitdem die Kunstkritik deren Schöpfer mit dem Meister des Anister«
damer Kabinetts zu identifizieren vermochte — die kunsthistorischeForschung sich dieser künstlerischen Produkte
mit bemerkenswertem Eifer angenommen. Trotz allen aufgewandten Spürsinns der zahlreichen Forscher ist
es jedoch bisher nodi nicht gelungen, die historische Persönlichkeit dieses außerordentlichen Künstlers un-
zweideutig zu umreißen/ immerhin ist Hoffnung vorhanden, daß die zuletzt eingtschlagenen Wege doch einmal
zum Ziele führen werden. Noch immer steht die Person und das Werk dieses Künstlers, das überraschende
Dimensionen anzunehmen beginnt, im Mittelpunkt wissenschaftlicher Diskussion.
Die Grundlage aller Forschungen über den Meister bietet neben dem Kupferstich werk das mittelalterliche
Hausbuch. Die Stidie liegen seit 1893/94 in einer wissenschaftlich einwandfreien Publikation der Chalko*
graphischen Gesellschaft vor, die Max Lehrs besorgte. Das Hausbuch harrte noch einer, modernen Be-
dürfnissen genügenden Ausgabe, obgleich das Interesse und die Erkenntnis von der Bedeutung der Handschrift
bereits über ein halbes Jahrhundert zurückliegen. 1855 wurde sie auf der Altertumsforscher-Versammlung
zu Ulm zum ersten Male einem größeren, wissenschaftlichen Publikum bekannt, als der um die schwäbische
Kunstgeschichte hochverdiente Oberstu dien rat C. D. Haßler Bericht erstattete über eine Forschungsreise, die
er im Jahre vorher nach dem Schloß Wolfegg unternommen hatte. 1857 brachte E. Förster in dem 3. Bande
seiner „Denkmale deutscher Baukunst, Bildnerei und Malerei" die Abbildung des Planetenbildes Luna, die
R. Petzsch nach einer eigenhändigem Zeichnung Försters gestochen hatte. 3 Jahre später wurden auf der
Historiker «Versammlung in München einzelne Nachbildungen von Zeichnungen des Hausbuchs herumgereicht,
die das germanische Museum heratiszugebcn beabsichtigte. 1866 erschien diese Publikation im Verlage von
F. A. Brockhaus zu Leipzig, Der Kupferstecher H. L. Petersen {1806— 1874> hatte die Reproduktionen in
Kupfer gestochen nadi originalgroßen Pausen, die er von den bedeutendsten Blättern genommen hatte/ die
technischen Zeichnungen der Handsdirift wurden sämtlich in verkleinertem Maßstab wiedergegeben. R. von
Retberg sollte den Text zu dieser Ausgabe liefern/ die Unterhandlungen mit ihm zerschlugen sich jedoch
und Retberg ließ die Ergebnisse seiner Forschungen gesondert erscheinen in Gestalt der „kulturgeschichtlichen
Briefe", die für alle kulturhistorischen Fragen die unentbehrliche Grundlage geworden sind. Auf Grund
dieser Ausgabe wurden nun in den von Essenwein, dem Direktor des germanischen Museums, veranstalteten
Publikationen, den „Quellen zur Geschichte der Feuerwaffen" (1872) und dem „kulturhistorischen Bilderatlas"
<1883>, Wiedergaben kulturhistorisch bedeutsamer Blätter gebracht. Im 6. Bande des Hefner-Alteneck sehen
Trachtenbuches <Taf409B und 413, nach Bl.21 b und 19b> erfolgten farbige Abbildungen kostümlich inter-
essanter Details, In Frankreich erschien im Jahre 1885 ein Nachdruck der ersten Ausgabe des Hausbuches, die
— wie dieses — in nur geringer Auflage gedruckt und bald vergriffen war. So entschloß sich die Direktion
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des germanischen Museums, eine neue Ausgabe zu veranstalten, die der Direktor Dr. A. Essenwein ein-
leitete und die 1887 im Verlag von H Keller zu Frankfurt erschien. Die einführenden Erörterungen Essen-
weins, der das Original leider nie hatte sehen können, bringen wenig förderndes Material und fußen großen*
teils auf Retbergs Forschungen, Noch immer zog die Kulturgeschichte bedeutenden Nutzen aus der
Publikation, und in den kulturhistorischen Werken von O. Henne am Rhyn (Kulturgeschichte des deutschen
Volkes 1886) und Alwin Schulz (Deutsches Leben in der Vergangenheit 1893) erschienen (künstlerisch aller-
dings völlig unzulängliche) Nachbildungen von Zeichnungen des Hausbuches, die eben lediglich das stofflich
Interessante zu oberflächlicher Anschauung zu bringen vermochten. Erst 1895 erfolgte eine Publikation, die
wenigstens die Reihe der Planetenbilder in einwandfreien Lichtdrucken reproduzierte, die Planerenpublikation
der Chalkographisdien Gesellschaft, die getreue Nachbildungen der Originale selbst brachte und damit
die Unzulänglichkeit der vorausgegangenen Abbildungen mit voller Klarheit erwies.
Nachdem die bisherigen Ausgaben des mittelalterlichen Hausbuchs in keiner Weise den Ansprüchen moderner
kunstwissenschaftlicher Forschung zu genügen vermochten und überdies ihre Auflagen völlig vergriffen sind,
hat sich eine Neuausgabe mit zwingender Notwendigkeit als erforderlich herausgestellt. Der deutsche Verein
für Kunstwissenschaft hat die Herausgabe dieser für die deutsche Kunst» und Kulturgeschichte unschätzbaren
und im Original schwer zugänglichen Handschrift zu den ersten Arbeiten seines reidi bemessenen Programmes
gemacht. Die Unterzeichneten, die seit einigen Jahren Studien über die Kunst des Haus buch meiste rs oblagen
und gleichzeitig die erneute, wissensdiaftliehe Untersuchung der Handschrift selbst in Angriff nahmen, haben
sich in gemeinsamer Arbeit dieser Aufgabe unterzogen. Als Reproduktionsverfahren wurde der Lichtdruck
gewählt, da die farbige Wiedergabe der bemalten Seiten die zur Verfügung stehenden Mittel um ein be-
trächtliches überschritten hätte. Die Einsicht, daß die Z. T. von späterer Hand hinzugefügten Farben den
künstlerischen Eindruck und Wert der Einzeldarstellungen in keiner Weise zu fördern geeignet waren, ließ
sie auf die anfangs für wünschenswert erachtete absolute Faksimile-Ausgabe verzichten. Ebenso konnte
von einer reproduktiven Wiedergabe des Textes Abstand genommen werden, da Schriftproben aus jeder
Textlage genügten, um den paläographischen Charakter der Handschrift zu verdeutlichen, und da andererseits
die Textausgabe allen Anforderungen wissenschaftlicher Kritik gerecht zu werden versucht.
Die Grundsätze des deutschen Vereins für Kunstwissenschaft, der den Nachdrude auf die quellenmäßige
Herausgabe legt, verbieten es, von neuem in eine eingehende Diskussion der noch strittigen Fragen über die
Kunst des Hausbuchmeisters einzutreten, wie dies wohl anfänglich im Sinne der Herausgeber lag. Immer-
hin konnte auf eine, wenn auch nur in großen Zügen gegebene Orientierung über die Kunst des Meisters
in einer Ausgabe seiner interessantesten Schöpfung nicht verzichtet werden. Nadi den eben dargelegten
Erörterungen lag die Aufgabe der Herausgeber in der reproduktiven Wiedergabe sämtlicher im Hausbuch
befindlichen Zeichnungen, in der Herstellung eines kritisdien Textes, sowie in der Erörterung aller an die Hand-
schrift direkt anknüpfenden Fragen. Daneben durfte eine wissenschaftliche Publikation des Hausbudis gleicher-
maßen nicht vorübergehen an der Erledigung einer Aufgabe, die die fast unübersehbare Flut literarischer
Äußerungen über die Kunst des Meisters immer dringlicher machte, der Bearbeitung einer nach Möglichkeit
erschöpfenden Bibliographie.
Im einzelnen verteilt sich die Arbeit auf die beiden Autoren so, daß W. F. Storck das Vorwort, das
Kapitel über die Kunst des Meisters, sowie die Bibliographie verfaßte, während H. Th. Bessert die Be-
schreibung, Rekonstruktion und Geschichte der Handschrift ausführte und über ihre heraldischen und histo-
rischen Beziehungen handelte. Ferner besorgte derselbe die Herausgabe des eigentlichen Hausbuchtextes
sowie die der Tafeln
Kindenheim (Rheinpfalz) und Mannheim (Baden) im Oktober 1912.
HELMUTH THEODOR BOSSERT. WILLy F. STORCK.
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A. BESCHREIBUNG
DES MITTELALTERLICHEN HAUSBUCHES
W” ""^^ie Handschrift ist heute in eine kastanienbraune, biegsame Lederdeckc dngehüllt, zählt 63 Blätter
aus sehr feinem, dünnem Pergamente die sich auf 9 Lagen verteilen und von einem Bogen,
| gebildet aus Vor* und Rückblatt, umfangen werden. Die Innenseiten der Lcdcrdecke sind mit
9 Pergament überzogen. Auf der vorderen inneren Deckdscite [nicht reproduziert] steht (durch-
gestrichen> „litt: 3E • N? 18*", daneben (undurchgcstrichen) „OXX*",- letzteres Zeichen in der
Form „jfx" befindet sich auch auf einem Papierztftdchen, das unten auf den Rücken des Einbandes ge*
klebt ist. Auf der hinteren inneren Dcckelseite [nicht reproduziert] gewahrt man oben links die Zeichen
„78 253 2125". Das Vorblatt, das die Pagination „1" getragen haben muß, da die Handschrift heute mit
BI. 2 beginnt, ist bis auf geringe Reste ausgeschnitten, doch sind auf der Vorderseite p. la [nicht repro-
duziert] die Anfänge einer grünen Linie sichtbar, die darauf hindeuten, daß auf dieser Seite etwas
gestanden hat. Dagegen ist die Rückseite p. 1b [nicht reproduziert], soweit erhalten, völlig frei. Das mit
dem Vorblatt zusammenhängende Rückblatt 65 zeigt auf seiner Vorderseite p. 65a [ Tafel 73] die Inschrift
„Dis Puech [korrigiert in „Pueck"] gehört Joachim Hofen"/ darunter, auf dem Kopf stehend, die Feder*
proben „Gannz, mein gannz". Darauf folgen vier Schnörkel, dann wiederum von der Hand Joachim Hofs
die Worte „Bon" [vielleicht auch „Von"], „Suma der Ptetr?r", „65 [korrigiert aus „66" | Pletrc/zwei
weitere Schnörkel bilden den Abschluß. Rechts oben in der Ecke findet sich die Pagination „65", die,
wie die Schriftvergkichung und die eben angeführten Inschriften bezeugen, ebenfalls von Joachim Hof her*
rührt, der, wie wir sehen werden, die ganze Handschrift mit Seitenzahlen versehen hat. Auf p.65b [ 1 afd 74]
oben der Eintrag „• 78 • 25 • “J • 2125 • a®", ganz unten, stark radiert, doch mittels Reagenzien wieder les-
bar, von der gleichen Hand die zweizeilige Bemerkung „lu... g [ludwig; „1" und „g" völlig gesichert, „u"
ebenfalls durch den darüber stehenden ,,u-Bogen"/ von den drei übrigen Buchstaben sichere Spuren] Hof
Der lunger II zog zu Innsprugg". Daß beide Einträge sowie der schon zitierte auf der inneren hinteren
Deckelseite von der gleichen Person, dem „Schreiber der Innsprugg-Inschrift", wie wir ihn nennen wollen,
herrühreii, lehrt einmal der Duktus überhaupt, dann aber besonders sein charakteristisches „I" (in „Inns-
prugg" und oben bei „ 78 • 25 • 3 21 25 • In der Mitte von p. 65b ein Schnörkel, darunter von
der Hand Joachim Hofs „66 pletter".
Das Schema des heutigen Zustandes der Hand-
schrift stellt sich demnach unter Benutzung der
alten, Joachim Höfschen Pagination, wie folgt dar.
Vorderer Buchdeckel
BL I (Vorblatf/ heute ausgeschnitten,
korrespondiert mit BL 65)
tage I (p. 2 a— 9b)
Lage II <p. 10 a—17b>
Lage III <p. 18a-25b>
Lage IV (p. 26a—33b)
Lage V <p.34a-39b>
tage VI <p.40a^47l>)
Lage VII (p. 48a—54ß>
Lage VIII <p, 55a—56b>
tage IX (p. 57a—64b, wovon BI. 63
und 64 heute ausgeschnitten)
BL 65 (korrespondiert mit BI. 1)
Hinterer Buchdeckel.
*) Dieser Eigtnictar des PtffdffiCfltei i»t « zuxuschreib <n, «faß bei den AMrfldunf'tn öfters die Rarkieiten 6irrhwbcinen.
Natürlich gibt dieses Schema nur einen ganz allgemeinen Eindruck von der Handschrift, wir gehen
deshalb zu einer eingehenderen Betrachtung der einzelnen Lagen über und fassen zuerst die Lage I ins Auge.
Schema:
HEUTIGE LAGE I: ----- ---------
Bl. Z BI. 3 BL 4 Bl. 5 BI. 6 BL 7 Bl.3 BI. 9
p. 2a
p. 2b
p. 3a
p- 3b
p, 4a
p. 4b
p. 5 a
p. 5b
p. 6a
P, 6b
p. 7 a
p. 7b
p. da
p. 8b
p. 9a
p. 9b
[Tafel 1]. Oben in der Mitte (primus [quatemio]>/ rechts daneben durchgestrichen „No. 159."/
in der rechten Ecke, kaum sichtbar [auf der Abbildung fast unsichtbar], die Joachim Hofsche
Pagination „2". Darunter koloriertes Wappenbild in grüner Umrahmung auf rotem Grunde, der reiche
dunkelrote Damaszierung aufwdst. Dreifachgegabdter, gcstümmelter goldener Baumstamm in blauem,
dunkelblau damaszierrem Schilde. Silberner Stechhelm von blaugoldenem Greifen bekrönt ^Löwenleib
und Wehren golden, Zunge dunkelrot, alles übrige blau>. Decken in blau und gold wechselnd,
fnicht reproduziert]. Frei/ zeigt in der Mitte einige mit dem Fingernagel <?> eingedrückte Linien.
[Tafel 2]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination ,,3". Darunter koloriertes
Gauklerbild. Goldene Umrahmung/ Himmel und Hintergrund blau/ Mittelgrund vom braunen
ins grüne übergehend/ Vordergrund grün. Die Gaukler tragen meist rot--grün geteilte Kleidung/
der Fechter links vorne blau-weiß geteilte Kleidung, der Ringer rechts am Rande unter dem König
hellblaues Wams. Der König trägt einen blauen Mantel, sein Gefolge meist rot «grüne oder
grüne Kleidung. — Ein Teil der Miniatur ist stark verwischt.
| nicht reproduziert!. Frei.
[Tafel 3]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „4". Text: Prout Galienus — con-
sistir ergo. Vgl.dieTextwiedergabc auf S.I. In der Mitte der Seite der Wolfeggschc Bibliotheksstempel,
[nicht reproduziert]. Text: in omni loco — cum diffcrcnciatore. Vgl. die I extwiedergabe auf S. II.
[nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „5". Text: ope-
racionem raram — datur subsidium. Vgl. die Tex Wiedergabe auf S. III.
[nicht reproduziert]. Text: Sed locorum — habitum superat. Vgl. die Textwiedergabe auf S. IV
[nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke
[nicht reproduziert]. Frei.
[nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke
[nicht reproduziert]. Frei.
[nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke
[nicht reproduziert]. Frei.
[nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke
die Joachim Hofsche Pagination „6",- sonst frei.
die Joachim Hofsche Pagination „7"/ sonst frei.
die Joachim Hofsche Pagination „8"/ sonst frei.
die Joachim Hofsche Pagination „9", sonst frei.
[Tafel 4J. Enthält einige stark radierte Worte und Federproben, die nur mittels Reagenzien einiger-
maßen wenigstens deutlich gemacht werden konnten/ sonst frei. Oben eine Federprobe ohne Be-
deutung „W [stark verschnörkelt] i [?] erfr[?] s[?]." Darunter ein zweizeiliger Besitzercintrag<?>, dessen
Sinn nicht mehr vollständig zu eruieren ist, da die Schrift nicht nur radiert, sondern auch vielfach
durchgestrichen wurde, so daß man heute oft nicht mehr erkennen kann, was Buchstalwui und was
Durchstreichungen sind. 1. Zeile: ,,f[?] e|?|..... D............... meister Iconhartt". 2. Zeile:
„Hofen K[?] .... ge...
Schrma:
HEUTIGE LAGE 11:
Bl. 10 BL II BL 12 BL 13 Bl. 14 BI. 15 BI 16 BL 17
p.lOa [nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke die Je ichim Hofsche Pagination „10"/ oben in
der Mitte „2’" <secundus [quatemio]>/ sonst frei.
p. 10b [Tafel 5]. Verse zum Planetenbilde des Saturnus: SAtumus pin — das verstan. Vgl. die Text-
wiedergabe auf S. V. Kolorierte Rankeninitiale: lila „S" auf Goldgrund,* Ranken in gold, blau,
rot, lila, grün, weiß punktiert.
p. 11a [Tafel 6]. Oben in der Mitte die alte Pagination „11"/ rechts in der Ecke die Joachim Hofsche
Pagination „11". Darunter Federzeichnung: der Planet Saturnus und seine „Kinder" In der
unteren rechten Ecke (auf der Abbildung nicht sichtbar) in Spuren erhalten die Note*) „Satun?
[Saturnus]" für den Zeichner von der Hand des Schreibers der Planetenverse.
p. 11b [Tafel 7], Verse zum Planeten bilde des Jupiter: JVpiter ich — Jupiters kint. Vgl, die Textwieder-
gabe auf S. VI. Kolorierte Rankeninitiale: „J"/ Ranken in rot, grün, lila, gold, weiß punktiert.
p, 12a [Tafel 8]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsdie Pagination „12". Darunter Federzeichnung:
der Planer Jupiter und seine „Kinder". Kopf des Jupiters gelb koloriert, Mütze grün und grau/
Halskette grün. Unten rechts in der Ecke in Spuren erhalten die Note Jupiter" für den Zeichner
von der Hand des Schreibers der Planetcnversc.
p. 12b [Tafel 9|. Verse zum Planetcnbilde des Mars: MArs der — kinder verleben. Vgl. die Textwieder-
gäbe aufS. VII. Kolorierte Rankeninitiale: rotes„M" auf Goldgrund/ Ranken in grün, rot, blau und gold.
p, 13a [Tafel 10). Oben rechts in der Ecke die Jcadiim Hofsche Pagination „13". Darunter Feder-
zeichnung. der Planet Mars und seine „Kinder". Unten rechts in der Ecke (auf der Abbildung
deutlich) die Note „Mars" für den Zeichner von der Hand des Schreibers der Planet en verse.
p. 13b [Tafel 11], Verse zum Planetenbilde des Sol: SOI die — vill gewynnen. Vgl. die Textwiedergabe
auf S. VIII. Kolorierte Rankeninitiale: goldenes „S" auf grünem Grunde/ Ranken in grün, rot, lila,
blau und gold.
p. 14a [Tafel 12]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsdie Pagination „14". Darunter Feder-
zeichnung: der Planet Sol und seine „Kinder". Unten rechts in der Ecke (kaum sichtbar) die
Note „Sol" für den Zeichner von der Hand des Schreibers der Planeten verse.
p. 14b [Tafel 13]. Verse zum Planetenbilde der Venus: VEenus der — kint allwegen. Vgl. die Text-
wiedergabe auf S IX. Kolorierte Rankeninitiale: goldenes „V" auf blauem Grunde/ Falke grau,
goldene Schnörkel mit blauen, grünen, roten und lila Bliimdien.
p. 15a । Tafel 14]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „15". Darunter Feder-
zeichnung der Planet Venus und seine „Kinder". Unten rechts in der Ecke (fast unsichtbar)
die Note „ven'J [Venus]" für den Zeichner von der Hand des Schreibers der Planetenverse.
p. 15b [Tafel 15]. Verse zum Planetenbilde des Mercurius: MErcurius der — Mercurius kint. Vgl. die
I rxtwiedergabe auf S. X. Kolorierte Ranken initiale: goldenes „M" auf lila Grund,- Ranken in
grün, rot, blau, weiß punktiert mir roten, blauen und grünen Sternblümchen.
p. 16a [Tafel 16]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „16". Darunter Feder-
zeichnung: der Planet Mercurius und seine „Kinder". Unten rechts in der Ecke die Note
„Mercuri9 [Mercurius]" für den Zeichner von der Hand des Schreibers der Planetenverse.
p. 16b [Tafel 171. Verse zum Planetenbilde der Luna: LVna der — schein beschert. Vgl. die Textwieder-
gabe auf S. XI, Kolorierte Initiale/ auf goldenem Grunde ein rotes „L". Blumcnknospen: bald
blau-gold, bald grün-göld. Pfau mit goldenem Schweif und blauem Gefieder, Werfender Knabe’:
lila Wams, grüne Hose.
p. 17a [Tafel 1Ä], Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „17". Darunter Feder-
zeichnung: der Planet Luna und seine „Kinder". Von der „Note" ist nichts mehr erhalten,
•> tJirsc und die fdgenden Noten konnten mhtels Reagenzien mir Sicherheit gelesen werden. Auf den Abbildungen sind dieselben kaum
sichtbar, da die Wirkung der Reagenzien nur vorübergehend ist und sich die Noten gerade an der Stelle befinden, tro das Pergament durch
häüfigei Umbllnern abgenutzt und srfimurrig geworden Est.
p.l7b [nicht reproduziert]. Frei,
HEUTIGE LAGE III:
Schema;
Bl.18 Bl.19 Bl.20 BL21 BI 22 BI.23 Bl.24 Bl.25
p. 18a [ nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsdie Pagination „18"/ oben in der
Mitte „5*' <quintus [quatemio])/ sonst frei.
p. 18b ['Tafel 191 Kolorierte Federzeichnung; zusammengehörig mit p. 19a; Badehausszene. Fräulein
rechts oben; hellrote Mütze, blauen Rock. Mann links vom Brunnen: gelb-roten Rock, rote Hose,
gelbe Schuhe. Dame links neben ihm: blauen Hur, blauen Rock. Fräulein dahinter: blauen Rock,
der rot gefüttert. Sitzender Jüngling: blauen Hut, grünes Gewand. Mädchen daneben: goldene
Halsborte, grünes Untergewand.
p. 19a [Tafel 20’]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsdie Pagination „19". Kolorierte Feder*
Zeichnung; zusammengehörig mit 18b. Stehender Jüngling am Tisch: hellgrünes Mäntelchen.
Gefäße: braun.
p. 19b [Tafel 21]. Kolorierte Federzeichnung,- zusammengehörig mir p. 20a: Wasserburgszene. Fräulein
oben links: blauen Hut, goldenes Haar. Mann daneben: grüne Hose. Mädchen auf der Brücke:
goldgeschnörkeltes Gewand. Mädchen links im Nadien: blaues Gewand. Jüngling im Nachen:
rotes Obergewand, grüne Ärmel. Mädchen rechts im Nachen: rosa Bluse.
p.ZOa lTafel 22], Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „20". Unkolorierte Feder-
zeichnung,- zusammengehörig mit p. 19b.
p.20b [Tafel 23]. Kolorierte Federzeichnung; zusammengehörig mit p. 21a: Vorbereitungen zum Turniere
mit Kröntgen. Jüngling oben links: grünen Hut. Fräulein daneben: grünes Gewand. Fräulein
daneben: rosa Gewand. Jüngling daneben: grünen Hut, rosa Hose. Jüngling ganz rechts oben:
blauen Hut, blaue Ärmel. Jüngling, Mittelreihe links: violettes Wams. Jüngling daneben: grünen
Hur. Ritter mit eingelegter Lanze: silberne Rüstung. Jüngling mit Stab, dahinter: grünen Hut,
roten Ärmel. Laufender Knabe: violettes Wams, grüne Hose. Mann unten links: roten Hut,
blaues Gewand. Laufender Bube mit Stab: grünes Wams. Jüngling daneben: grünen Hut, grüne
Hose. Mann daneben: violetten Mantel. Knäblein auf dem Pferde: grüne Hose, rote Jacke.
Reiter ganz rechts: roten Hut.
p.21a [Tafel 24]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „21". Kolorierte Feder*
Zeichnung,- zusammengehörig mit p. 20b. Fräulein oben links: grünes Gewand. Mädchen daneben:
rotes Obergewand. Mädchen hinter dem Jüngling zu Pferde: grünen Rode. Jüngling mit Stab:
blaue Ärmel und Hose. Fräulein daneben: grünen Hut, goldgeschnörkeltes Gewand. Reiter ganz
rechts: rotes Gewand. Reiter, Mittdrdhe links: rotes Wams, rote Hose. Reiter mit der Lanze:
blauen Hut, blaue Ärmel. Ritter mit der Inschrift: silberne Rüstung,- auf seiner Tartsche die
Buchstaben „1EI" bekrönt/ auf der. Decke ,,NEF [H]", „HCl ft", „GNAhlF"; darüber
ein bekröntes „E". — 2. Jüngling von links, untere Reihe: blaue Hose. Jüngling daneben: grünen
Hut, grünes Mäntelchen. 2. Jüngling von redits: roten Hut. Jüngling ganz rechts: violettes Wams,
p.21b [Tafel 25]. Kolorierte Federzeichnung, zusammengehörig mit p. 22a: Scharf- und Pferderennen,
Reiter oben links: rotes Gewand. Reiter daneben: blaue Mütze. Reiter mit Lanze: grünes Wams,
rote Hose, Handschuh und Helm in Silber. Reiter mit gelbbronzierter Trompete: grünen Hut,
roten Mantel, grüne Ärmel, grüne Hose. Reiter unten links: blaues Gewand. Reiter daneben:
grünen Hut, grünes Wams, rote Hose. Reiter daneben: grünen Mantel, grüne Hose, silberne
Rüstung. Reiter daneben: rote Mütze.
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http:'-d igital.slub-dresden.de/id4809591 53/16
p.22a
p.22b
p.23a
p.23b
p.24a
p.24b
p. 25 a
p.25b
.Tafel 26]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „22”. Kolorierte Feder»
Zeichnung/ zusammengehörig mit p. 21b. Reiter oben links: blaues Gewand. Reiter mit Bannen
Hut mit blau-weiß-roter Binde, blaues Wams. Banner: rot-blau-weiß, darauf die Buchstaben
„AWNO", Reiter mit eingelegter Lanze: blau-rotes Gewand, silbernen Helm. Ritter mit gesenkter
Lanze: grünes Wams, rote Hose, silbernen Helm. Reiter rechts dahinter: blau-weiß-rote Mutze,
silberne Brust. Die große Anzahl der auf einem Haufen stehenden Reiter trägt blau-weiß-rote
Livreen. Einer davon hat eine Armbinde mit den Budistaben „WE".
[Tafel 27]. Kolorierte Federzeichnung; zusammengehörig mit p. 23 a: Hirschhetzjagd. Reiter: rot-
grünes Gewand, Borte mit goldener Kanne.
[Tafel 28]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „23" Kolorierte Feder-
zeichnung, zusammengehörig mit p. 22b. Reiter links: grünen Mantel mit goldner Agraffe. Jung»
ling rechts dahinter: blauen Hut, blaue Hose, rotgeschnörkeltes Gewand. Fräulein daneben: blauen
Hut, rotes goldverschnürtes Gewand. Jüngling ganz rechts: grüiurote Jacke. Jüngling mir Dame
rechts unten; blaue Mütze, blaue Hose. Dame daneben: grünes Gewand mit goldenem Kragen
und Goldknöpfen.
[Tafel 29]. Kolorierte Federzeichnung, zusammengehörig mit p. 24a: Szenen im Hofe eines Frauen»
hauses. Kopfstehender: violettes Wams. Mädchen mit Käfig: rotes Gewand. Mädchen unten
links: rotes Gew and. Jüngling daneben: grünen Mantel, blaue Hose. Mädchen daneben: blaues
Gewand. Jüngling daneben: rote Mütze, grün-rote Hose und Jacke.
[Tafel 30], Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „24”, Kolorierte Feder»
Zeichnung, zusammengehörig mit p. 23b. Wappcnwindfalinen: goldener Zagelstem, 3 rote Sparren in
Silbernem Grunde. Alte am Fenster sitzend: blaues Gewand. Mädchen am Ziehbrunnenfenster:
rotes Gewand. Mann mit Futrerkorb: grüne Mütze. Mann mit Gefäßen: blaues Gewand.
Mann mit Striegel: rote Mütze, grüne Hose und Ärmel. Kehrender Bube: rotes Gewand.
[Tafel 31], Kolorierte Federzeichnung, zusammengehörig mit p. 25a: Liebesgarten. Farben stark ab-
genutzt. Mädchen mit Becher: grünes Gew and, Jünglingdanebcn: violettes Gewand. Mädchen daneben:
rotes Gewand, Jüngling daneben; blaues Gewand. Stehendes Mädchen unten links: blaues Ge-
wand, roter llnterrock. Narr: rotbraunes Gewand. Mädchen daneben: violettes Obergewand.
[Tafel 32], Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „25”. Kolorierte Feder-
zeichnung,- zusammengehörig mit p. 24b. Jüngling: rot-grüne Hose und ebensolches Wams,
Mädchen: blauen Kopfputz. Bach: grün.
[Tafel 33]. Oben in der Mitte „ 2’9^1? ” vom Schreiber der Innspruggin schrift. In der
Mitte „tTlb". Schema:
HEUTIGE LAGE IV:
BI. 26 Bl. 27 BI. 28 Bl 29 Bl. 30 Bl. 31 Bl-32 BI. 33
p. 26 a
p.26b
p. 27 a
p.27b
p. 28 a
[Tafel 34]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „26”, Oben in der Mitte
„69”. <sextus [quatermoj). Text; Wont getrangk-* — es ab vnd. Vgl. die I extwiedergabe auf S. XII.
[nicht reproduziert]. Text: Scud es — Ein echtmoße. Vgl. die Textwiedergabe auf S. XIII.
[nicht reproduziert). Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „27”, Text;
Honiges — vff die wartzeln. Vgl. die Textw icdergabe auf S. XIV.
[nicht reproduziert]. Obere Hälfte der Seite frei, untere Hälfte Text: Kopff setzen — aller bestenn.
Vgl. die Textwiedergabe auf S. XV.
[nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination ,,28”. Obere
Hälfte der Seite frei,- untere Hälfte Text: Contra pestilenciam — Im zu essenn. Vgl. die Text-
Wiedergabe auf S, XVI
p.28b nicht reproduziert] lext: Odern lossen — 14 dicbus. Vgl. die Textwiedergäbe auf S XV1L
p.29a [nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „29". Text: Aliud
cpiscopus — es dar in. Vgt die Tex twiedergäbe auf S. XVIII.
p.29b [nicht reproduziert]. Fext: Ciemedit wce — ist besser, Vgl die I extWiedergabe auf S. XIX
p. 30a [nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „30". Text: Can=*
dela — etlich tönt. Vgl. die Textwiedergabe auf S. XX.
p 30b [nicht reproduziert], Text: dar Inn — füsse vnd. Vgl. die Textwiedergabe auf S. XXL
p 31a [nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „31" Text:
beyn dar Inn — die hau fit. Vgl. die Textwiedergäbe auf S. XXII.
p.31b [nicht reproduziert]. Text: vnd laist — dictum est. Vgl. die Textwiedergabe auf S. XXIIL
p. 32a [nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „32". Text:
Aqua veneris — gestenn. VgL die 1 extwiedergabe auf S, XXIV
p.32b [nicht reproduziert]. Text: Wiltu guten — ist es bereit. Vgl. die Textwiedergabe auf S. XXV.
p.33a [nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „33". Text:
Braun — eß dar in. Vgl. die Text wieder gäbe auf S. XXVI.
p.33b [nicht reproduziert]. Frei. Schema:
HEUTIGE LAGE V:
Bl.34 BI 35 BI.36 Bl.37 B1.3S Bl.39
p.34a [Tafel 35J. Oben rechts in der Ecke der Joachim Hofsche Pagination „34"/ oben in der Mitte (auf der
Abbildung nicht sichtbar) „7^" (septimus jquaternio]). Federzeichnung: Spinnrad mit Handbetrieb,*>
p. 34b [Tafel 36], Federzeichnung Darstellung des gleichen Wappens wie auf p. 2a [Tafel 1]/ nur
Salade statt Stechhelm.
p.35a [Tafel 37J. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „35". Kolorierte Feder-*
Zeichnung: Bergwerk. Hintergrund bläulich; Bäume dunkelgrün, alles andere in einem bräunlichen Tone.
p.35b [Tafel 38]. Federzeichnung: Röstofen und Abtreibofen mit Blasebälgen.
p.36a [Tafel 39]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „36". Federzeichnung:
abgedeckter Treibofen, Schmelzöfen mit Werkzeugen.
p,36b [Tafel 40], Leicht kolorierte Federzeichnung. Stampfwerk für Mineralien (oder Pulver?).
p.37a (Tafel 41], Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „37" (auf der Abbildung
nicht sichtbar). Federzeichnung: Doppelgebläse.
p. 37b [Tafel 42]. Federzeichnung: Doppelgebläse.
p,38a [Tafel 43]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „38". Federzeichnung: Ramme.
P 38b [Tafel 44]. Federzeichnung: Ramme.
p.39a [nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „39"/ sonst frei.
p. 39b [nicht reproduziert]. Oben in der Mitte die Zeichen „'45 p-2) •" von der Hand des Schreibers
der Innsprugginschrift; sonst frei, Schema.
HEUTIGE LAGE VI:
BL40 BL41 Bl.42 Bl.43 BI 44 BI.45 Bl.46 Bl.47
p.40a [Tafel 45J. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „40"/ oben in der Mitte
die alte Lagenbezeichnung ,,9". Text: d Fluß zum berckwergk — mitt wolle. Vgl. die Textwieder-*
gäbe auf S. XXVII.
p.40b [nicht reproduziert], Text: Ein gut gestup — sust verriechen. Vgl.die Textwiedergabe auf S.XXVIIL
•) Für a[l< technischen Zeichnungen d« F Ijusbuchet, beswidert für die kriegstechnüchoi konnte ti-h neben Kelberg1 die mir fütigsf zur Ver-
fügung gestellten Forschungen des Herrn Oberst Schulte-Wien benutzen, der sich seit langen fahren ebifebcnd mit der Materie befaßt har.
Für seine selbstlose Llntenrüuung auch an dieser Stelle meinen beiten Dank.
p. 41 a
p.41 b
p. 42a
p.42b
p.43a
p.43b
p.44a
p.44b
p.45a
p.45b
p,46a
p. 46b
p.47a
p.47b
[nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „41". Text; Alun
zu machen — mit einander etc. Vgl, die Textwiedergabe auf S. XXIX.
[nicht reproduziert], Frei.
[nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „42". Text; Von
der müntze — guß gerecht. Vgl. die Text Wiedergabe auf S. XXX.
[nicht reproduziert]. Frei.
nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination ,,43". Text: Golt
zi3 12 Karat — 1 marck: 66 fl. 10 ß. Vgl. die Textwiedergabe auf S, XXXI.
[nicht reproduziert], Text: Vt Marek: 33 fl. 5ß.~ 4 lot: 1 fl. lOß. Vg1.dieTextwiedcrgabcaufS.XXXn.
[nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „44". Text:
2 lot: 15 ß. - 4 lot: 1 fl. 18 ß. 9 hlr. Vgl. die Textwiedergabe auf S.XXX1IL
[nicht reproduziert]. Text: 2 lot: 9 ß. 4 hlr. lJs — 4 lot: 2 fl. 8 ß. 9 hlr. Vgl. die Textwicder=
gäbe auf S. XXXIV.
[nicht reproduziert!,
[nicht reproduziert],
[nicht reproduziert],
[nicht reproduziert].
[nicht reproduziert],
[nicht reproduziert].
Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „45"/
Frei.
Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „46",-
Frei.
Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „47"z
Frei.
Schema:
BI. 48
i Bl. 49
HEUTIGE LAGE VII:
sonst
sonst
sonst
frei.
frei.
frei,
Bl. 50
ll BI. 51 (besteht aus einem Doppelblaft}
i' BI. 52 (besteht aus einem Doppelblatt)
BI. 53 (besteht aus einem Doppelblaft)
BI. 54
BI. 54 (ö und von Joachim I lof
bei der Pagination übersprungen),
4 Schemata der aufgcschlagcncn Handschrift von p. 50b bis 54a.
Die aufeinander folgenden Schemata rind k> au verstehen, daß Jedesmal bei dem nächstfolgenden Schema ein Blati der Handschrift weher
ungeschlagen Ist
50b 51a 51ai
Rückseite von 50a Zusammc Darst ^gehörige ellung
Tafel 51 Tafel 52 Tafel 53
51b 51 b. 52a 52a.
Rückseite von 51 ai Rückseite von 51a
Zu sa mm en gehör ige Darstcllu ng
Tafel 54 Tafel 55 | Tafel 56 Tafel 57
52b 52hi 53a 53a.
Rückseite von 52a i Rückseite von 52a Zusanri ine Darst ngchörige ellung
Tafel 58 Tafel 59 Tafel 60 1 Tafel 61
53b Rückseite von 53a i Zusammc Darst Tafel 62 53bi Rückseite von 53a ngehörige ellung Tafel 63 54a Tafel 64
0 SLUB
Wir führen wissen.
http: '/d ig i tal. s I lj b- d re sde n de id4 80959153/19
p.48a
p.48b
p.49a
p.49b
p.50a
p.50b
p.51a
[Tafel 46]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „48"/ oben in der Mitte
die falsche alte Lagenbezeichnung „9’ [nonus]" (verwischt), daneben von gleicher Hand die
richtige „10". Federzeichnung: Pulvermühle (?).
[Tafel 47]. Federzeichnung: Pulvermühle (?).
[Tafel 481. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „49". Federzeichnung:
Rohrtransportwagen.
[Tafel 49], Federzeichnung: Zwei Geschütze.
[Tafel 50]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „50"/ daneben von moderner
Hand „a". Federzeichnung: Heb*, Brech» und Sch ließ Werkzeuge.
[Tafel 51]. Federzeichnung: drei Büchsen/ über allen drei die Inschrift „be", von der gleichen
Hand die Inschrift auf p. 53a.
[Tafel 52]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „51". Federzeichnung,
zusammengehörig mit p. 51 a»J „Katzen".
p.51ai [Tafel 53]. Federzeichnung," zusammengehörig mit p. 51a: „Katzen".
p.51b [Tafel 54], Kolorierte Federzeichnung,- zusammengehörig mit p. 51b», 52a, 52a»: Heereszug.
p.51b» [Tafel 55]. Kolorierte Federzeichnung,- zusammengehörig mit p.51b, 52a, 52m. Wappen an
dem mittleren linken Wagen: 3 rote Sparren in silbernem Grunde. Wappen an dem mittleren
rechten Wagen: goldener Löwe in blauem, dreimal geteilten Grunde.
p.52a [Tafel 56J. Kolorierte Federzeichnung/ zusammengehörig mit p. 51b, 51 bi, 52ai. Wappen an
dem mittleren Wagen (rechts): Schild geteilt von Gold und Rot/ 2 rote Sterne in goldenem
Grunde, ein goldener Stern in rotem Grunde, der „Zagei" in Silber.
p.52ai [Tafel 57], Kolorierte Federzeichnung/ zusammengehörig mit p. 51b, 51b», 52a. 2 Trompeter
mit damasziertem Tuche an der Trompete, das beide Male rot-grün-weiß gespalten ist. Ebenso
ist das Banner mit den Buchstaben „AE[1]O[V]W rot-griin» weiß gespalten. Auch die ganze
Heercsmassc zeigt rot-grün-weiße Livreen.
p.52b [Tafel 58]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „52" Federzeichnung:
Streitwagen, Rechts in der Mitte eine stark radierte, 2 zeitige Inschrift, von der mit Sicherheit zu
erkennen: [1, Zeile]: „Das ist................st [2. Zeile]: a...........h." Vielleicht von der gleichen
Hand geschrieben wie die Inschrift auf p.9b. — Die Zeichnung ist teilweise von spaterer Hand
übergangen und verunstaltet worden.
p.52bi [Tafel 59]. Federzeichnung: Büchsenwagen (Streitfragen) und Karrenbüchse.
P 53 a [Tafel 60]. Kolorierte Federzeichnung/ zusammengehörig mit p. 53ai: Wagenburg. Oben, über der
Reichsfahne das Wort „boto/" von der gleichen Hand wie die Inschriften auf p.50b. Die Nota „boten"
bezieht sich auf die Darstellung: der Kaiser empfängt in diesem Augenblicke einen Boren zu
Pferd, der einen versiegelten Brief in der Hand hält. — Farben der Reichsfahne; schwarzer Adler
auf Goldgrund/ die Wimpel grün-weiß-rot mit goldener Damaszierung. Sternenwappen: Schild
geteilt von Silber und Rot,- zwei rote Sterne in silbernem Grunde, ein weißer Stern in rotem Grunde
(4 mal). Die scheinbar leeren Schilder am Mittel-(Kaiscr-) Zelt sind rot-grün-weiß gespalten. —
In der Mitte oben ist von späterer Hand der Kopf des zum Turmfenster herausschauenden Mädchens
von p. 53bi [Tafel 63] durchgepaust.
p.53a» [Tafel 61]. Kolorierte Federzeichnung,- zusammengehörig mit p. 53a. Sparrenwappen <6 mal):
3 rote Sparren in goldenem Grunde. Astwappen <2mal): goldener Ast in blauem Grunde. Löwen«
wappen <1 mal): goldener Löwe in blauem Grunde. Löwe mit Rad: Schild gespalten von Rot und
Blau/ ein goldener Löwe in blauem Grunde hält ein silbernes Rad in rotem Grunde. Hirsch Stangen-
wappen <2mal): zwei schwarze Stangen in goldenem Grunde.
0 SLUB
Wir führen Wissen.
http: ,7d ig i tal. s I lj b- d re sd en.de/id480959153.'20
p.53b [Tafel 62]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „Nü 53". Federzeichnung:
Boh rcr, Könstruktionsteil und Setzwage; zusammengehörig mit p, 53 bi.
p.53bi [Tafel 63]. Leicht kolorierte Federzeichnung/ zusammengehörig mit p.53b: Werkzeuge zum Steigen
und Ablassen.
p.54a [Tafel 64J. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „54". Federzeichnung;
Biichscnschirm in seinen einzelnen Talen.
p.54b [Tafel 65j. Federzeichnung: Schkudcrmaschine (Verbindung von Oneger und Pctraria, keine
Blidef vielleicht nur Zeichnung eines Projektes> und Geschütz.
p.54a [Tafel 66]. Oben rechts in der Ecke von moderner Hand „54b", Federzeichnung: Zwei
Hauptbüchsen.
p.54ß [Tafel 67]. Federzeichnung: Eine Büchse mit Frosch und Flaspel, eine Wagenbüchse.
HEUTIGE LAGE VIII.
P.55a
Sclifiiu:
p.55b
p.56a
p.56b
p. 57 b
p. 58 a
p.58b
p.59a
P.59b
p.60a
p.60b
p.61 a
P.61 b
p.62a
p.62b
BL 63
HEUTIGE LAGE IX:
BI. 55 Bl. 56
[Tafel 68]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „55"/ links davon die alte
Lagenbc-cichnung „11 9 [utidccimus]". Links oben die Worte „pagati toti" Federzeichnung drei
Wagenbüchsen.
' Tafel 69]. Federzeichnung: Wagenbüchse und Hebebock.
[Tafel 70]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „56". Federzeichnung;
Hebezeug mit dazugehörigem Zahnrad, Wurfzeug (keine Blide).
[Tafel 71]. Federzeichnung: Zwei Wagenbüchsen, ein „Frosch"
Schema:
Bl 57
BL 58
BI. 59
I BL 60
I BL 61
BI. 62
BI. 63 (bis auf geringe Reste ausgeschnitten)
BL 64 (bis auf geringe Reste ausgeschnitten)
[Tafel 72]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „57"/ links daneben die
alte Lagenbezeichnung „12!’[duodecimus]" Text: Item dis hort - so bewarc Das keyn. Vgl die
Textw iedergabt- auf S. XXXV.
[nicht reproduziert]. Text: Zweitraht werde - vnd gewerffenn. Vgl. die Textwüedergäbe auf S. XXXVI.
nicht reproduziert]. Rechts oben in der Ecke die Joachim I lofsche Pagination „58". Text;
Auch sofni — dem werfenn Vgl. die Textwiedergabe auf S. XXXVII.
[nicht reproduziert]. Text; Auch so lad — werck bestell. Vgl. die Textwiedergabe auf S. XXXVIII.
[nicht reproduziert]. Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „59". Text:
Vnd wannn sie — mit mist. Vgl. die Textwiedergabe auf S. XXXIX.
[nicht reproduziert]. Text: Büchsen pulfer — dinen steynn. Vgl. die Textwiedergabe auf S. XL.
[nicht reproduziert]. Okn rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „60". Text:
Mitten dran — flammam magnam. Vgl. die Text Wiedergabe auf S, XL1.
[nicht reproduziert],
[nicht reproduziert],
[nicht reproduziert],
[nicht reproduziert),
[nicht reproduziert],
und BL 64 bis auf geringe Reste ausgeschnitten.
Frei.
Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „61", sonst frei.
Frei.
Oben rechts in der Ecke die Joachim Hofsche Pagination „62"/ sonst frei.
9
ff SLUB
Wir führen wisMti.
http: .Vd ig ital.s I u b-d re sde n ,deid4 8 09591 5 3.'21
Zum Schlüsse unserer Beschreibung S€> ZLtr leichteren Auffindung der in der älteren Literatur gemeinten
Ma us buch blätter in vorliegender Edition eine tabellarische Übersicht der Esse nw rin sch en Pagination, auf
der die älteren Aufsätze fast ausschließlich fußen, neben der unsrigen gegeben. Man wird aus dieser
Tabelle auch gleichzeitig erkennen, was unsere Ausgabe zum ersten Male <14 Tafeln), bezw. zum ersten
Male im richtigen Maßstabe <28 Tafeln) publiziert.
WV." vor einer Essen ireinschen Pag-inatfon bedeutet, daß das betr. BLut auf rin Viertel seiner natürliehen Gfßfle vefkkincrt tsL
* tfigt eine falsche oder von uns abweicfiende Pagination an.
r. = redrts, I. Itaka; o. = eiben/ u. < unten. Zur besseren Orientierung -rurden die Tafeln der Essenwrinsdien Ausgabe rfunb-
numeriert; in Wirklichkeit tragen sie keine Reseithntrng.
( Hausbuch- 1 ausgabc > von 1912 Hausbuch- ausgabe Hausbuch* ausgabe von 1912 Hausbucli- ausgabe Hausbuch- ausgabe Hausbuch- ausgabe Hausbuch» ausgabe von 1912 1 lausbuch» ausgabe von 1887
von 1887 von 1887 von 1912 von 1887
pfel- num» tnern Haua- buch' pagi> na rinnen Tafel» num- mern Haus- budi- pagf- natfonen Tafel- num- tnem Haus- huch- pag'* natfonen Tafel. num« nicm Haus- bu<h- pJffl- ndtunen Tafel- n uni - nun. Haus« tudi> pagi- naiionen TafeJ- num- tneni Haus» buch- pagi- natic-nen Tafel» n inti- mem Haus» buch* pagi- nativnen Tafel- num- mern Haus- buch» pajti- natisn-cn
। 1 2a 2 2a 20 19a 12 19a 39 36a 1.0. 32 V.35b* 58 52b r. u 34 V52b
2 3a 3 3a 21 19b 13 19b 40 36b r. u. 32 V.36b 59 52bi r, o, 34 V52d*
3 4a — — Z2 20a 14 20a 41 37a 1.0. 35 V.37a 60 53a 37 53a
4 9b — — 23 20b 15 20 b 42 37b r. o. 35 V.37b 61 53 ai 38 53c«
5 10b — — 24 21a 16 21a 43 38a 1. u. 33 V.38b* 62 53b Lu. 31 V53b
6 11a 4 11a 25 21b 17 21b 44 38 b r. u. 33 V.38a* 63 53 bi r. u. 31 V 53d*
7 11b — 26 22a 18 22a 45 40a —- — 64 54a 1. u. 35 V54a
8 12a 5 12a 27 22 b 19 22b 46 48a 1. o. 33 V.48b* 65 54b r. u. 35 V.54b
9 12b — — 28 23a 20 23a 47 48b r. o. 33 V.4Sa* 66 54 n 1. o. 34 V54c*
10 13a 6 13a 29 23 b 21 23b 48 49a 1. u. 34 V,49a 67 540 1. o. 39 V54.I*
11 13b —* 30 24 a 22 24a 49 49b l.o. 36 V.49b 68 55 a f. CI. 39 V55a
12 14a 7 14a 31 24b 23 Z4b 50 50a r. o. 31 V.50a 69 55b 1. u. 39 V55b
13 14b — “ 32 25a 24 25b* 51 50b r o. 36 V.50b 70 56a r.o. 32 V56a
14 15 15a 15b 8 15a 16a 33 25 b 26 a — — 52 53 51a 51 at 1. u. 36 r. u. 36 V.51b* 71 72 56b 57a r. u. 39 V56b «—*
16 16a 9 35 34a 1. o. 31 V.34a 54 51b 25 73 65 a — —-
17 16b 1 16b 36 34 b 29 34b j 55 51 bi 26 | 51b* 74 65b r—
18 17a 10 37 35a 30 35a 56 52a 27 52a
19 ISb 11 .d 38 35b 1. u. 32 V.36a’ 57 52 ai 28 52c*
10
B. REKONSTRUKTION
DES MITTELALTERLICHEN HAUSBUCHES
us der vorstehenden Beschreibung des Hausbuches und der genauen Betrachtung des Textes und
/ V der Abbildungen ergeht mit Sicherheit, daß der Codex nicht in seinem ursprünglichen Zustande
/ V auf uns gekommen sein kann. Erstlich sind alle Blätter sehr stark beschnitten, so daß sogar
r--------mitunter Teile der Zeichnungen dem Messer verfielen. Wann diese Beschneidung und da-
mit wohl auch die Neueinbindung der Handschrift stattfand, läßt sich daraus erkennen,
daß die Joadüm Hofsdie Pagination schon mir den beschnittenen Blättern rechnet, da alle Seitenzahlen
bequem in den Ecken sitzen. Die Beschneidung muß also bereits vor die Joachim Hofsche Pagination
fallen. Aus dem sdimucklosen Ledereinband läßt sich leider kein Anhaltspunkt für seine Datierung gewinnen.
Zweitens fehlen aber auch — abgesehen von den erst neuerdings*) (nach der Hofschen Pagination) aus-
geschnittenen Bl. 1, 63 und 64 — eine Reihe von Bogen. So fanden wir zum Beispiel die alten Lagen
L 2, 5, 6, 7, 9, 10, 11, 12 noch vor, vermißten dagegen vollständig die alten Lagen 3, 4 und 8. Audi
aus manchen der erhaltenen Lagen, die ursprünglich alle 4 Bogen — 8 Blätter zählten, waren wenigstens
einige Bogen verschwunden, so aus der alten Lage 7 (heutigen Lage V) 1 Bogen Z Blätter und aus
der alten Lage 11 (heutigen Lage VIII) 3 Bogen = 6 Blätter.
Daraus ergibt sich für uns folgende Rekonstruktion der ursprünglichen Handschrift: sie enthielt 12 Lagen
ä 8 Blätter (4 Bogen) — 96 Blätter, die von einem Vor- und Rückblatt umfaßt wurden, insgesamt also
98 Blätter. (Vgl. die Tabelle auf S. 13.) Was auf den heute fehlenden Blättern gestanden hat, läßt sich
nicht immer sagen. Die ausgeschnittenen Blätter 63 und 64 waren sicher frei, da schon die fünf vor-
hergehenden Seiten dieser Lage unbeschrieben sind,- sie wurden wohl nur als Schreibmaterial der Hand-
sdirift entnommen. Dagegen konnten wir aus den Resten des ausgeschnittenen Vorblattes 1 schließen,
daß wenigstens seine Vorderseite <p. 1 a) nicht leer war/ es befand sich dort wahrscheinlich ein Besitzer-
eintrag oder dgf, der einem späteren Erwerber des Hausbuches ebenso wie. die übrigen Besitzereinträge,
die ja fast alle stark radiert sind, mißfiel. Die in der alten Lage 11 (heutigen Lage VIII) fehlenden 6 Blatter
waren sicher mit krirgstechnischen Zeichnungen **) versehen, da das noch erhaltene erste und letzte Blatt
dieser Lage ebenfalls derartige Zeichnungen aufweist und in diesem Teile des Hausbuches nur reine Ztidi-
nungs- oder I extlagen vorkommen. Aus denselben Gründen waren die zwei in der alten Lage 7 (heutigen
Lage V) fehlenden Blätter Zeichnungen, und zwar Zeichnungen aus dem Bereich des Hüttenwesens,
dem die ganze Lage mir Ausnahme des ersten Blattes gewidmet ist. Die alte Lage 8, die heute (zwischen
den heutigen Lagen V und VI) völlig fehlt, war sicher eine Textlage, denn die alte Lage 9 (heutige l^age VI)
beginnt auf ihrem ersten Blatte (p. 40a> mit dem Absätze ,,d"***> Es müssen demnach die Absätze
„a, b, c" in der verlorenen alten I^age 8 gestanden haben, deren Text, da er den Anfang zur erhaltenen alten
Lage 9 (heutigen Lage VI) bildete, nur Dinge aus dem Bergbau- und Hüttenwesen behandelt haben kann.
Uber den Inhalt der gänzlich verlorenen alten Lagen 3 und 4 (zwischen den heutigen Lagen II und III)
läßt sidi gar nichts aussagen, da die verausgabende und nachfolgende Lage in sich abgeschlossen ist/ cs
dürfte jedesch wohl auch nicht lauter Text gewesen sein.
Ob die 98 Blätter des ursprünglichen Zustandes außer den Lagenbezeichnungen noch Seitenpaginationen
trugen (wie ich es der Übersichtlichkeit wegen in der Tabelle annehme), die aber später der Beschneidung
zum Opfer fielen, wissen wir nicht genau, darauf hin weisen würden die alte Pagination „11" in der
•> Die drei Blätter «aren bereits 1865 auss-csrfmltrwi (vgl, R. v. Rctbcrg, Kulturgescfi. Briefe S. 5 Anm Zf.
•*) WalirMheinlldi befanden sich unter diesen Zcidinungen Darstellungen von Armbrüsten und Mörsern, die kn Hausbudie keinesfalls fehlen konnten
Vgl. Tafel 45,
Wir führen Wissen
http ig ital.s I u b-d re sde n de/id4 8 09591 5 3/'2 3
Mitte von p. 11a [Tafel 6] und die Worte „pagata toti" auf p. 53a [Tafd 68], die vom Schreiber der
Lagenbezeidinungen herzurühren scheinen. Aber auch ohne diese Seitenzahlen ist ja der ursprüngliche
Zustand der Handschrift durch die Lagenbezeichnungen allein völlig gesichert.
Benötigten wir zum Überflüsse eine Bestätigung, so lieferte uns diese die sogenannte zweite Pagination
vom „Schreiber der Innsprugginschrift". Nur drei Seitenbezeithnungen, die sich jeweils am Ende der be-
treffenden Lagen befinden (vgl. die Tabelle), sind von ihm erhalten/ sie genügen jedoch vollständig, um
uns von seinem Handschriftenzustande ein Bild zu verschaffen, das zugleich eben zeigt, daß die von uns
erschlossenen Stucke der Handschrift tatsächlich bei seiner Pagination wenigstens noch teilweise vorhanden
gewesen sein müssen, wenn auch inzwischen schon 20 Blätter verloren gegangen waren. So läßt seine Pagination
ohne weiteres auf die verlorenen alten Lagen 3 und 4 und auf den verlorenen Bogen aus der alten
Lage 7 (heutigen Lage V) schließen. Ungewiß ist dagegen die Rekonstruktion zwischen den Blättern 45
und 69 zweiter Pagination. Es fragt sich nämlich, ob die 3 Bogen <6 Blätter), die die zweite Pagination
hier mehr als die nachfolgende Joachim Hofsche Pagination zählt, tatsächlich in die alte Lage 11 (heurige
Lage VIII) einzuordnen sind, wo sie gerade bei Joachim Hof fehlen, oder ob sie nicht ganz oder teilweise
der heute völlig verlorenen alten Lage 8 entstammen. Darüber ist natürlich keine Sicherheit zu gewinnen/
beide Möglichkeiten bestätigen den ursprünglichen Bestand. Am wahrscheinlichsten ist wohl die Rekon-
struktion, wie sie die Tabelle zwischen den Blättern 45 und 69 zweiter Pagination annimmt
Mit der dritten, Joachim Hofschen Pagination, sind wir — abgesehen von den drei später ausgeschnittenen
Blättern 1, 63 und 64, über die wir schon sprachen — beim heutigen Zustande angelangt, der bereits aus-
führlich im vorhergehendem Kapitel beschrieben ist,
Im Zusammenhänge mit der Rekonstruktion des Hausbuches ist auch zu erwähnen, daß dasselbe
eigentlich nie fertig geworden ist. Darauf läßt nicht nur die große Zahl leerer Seiten und die unvoll-
ständige Bemalung der Zeichnungen schließen, sondern auch der Umstand, daß am Ende der Seite 44b
der Text plötzlich abbridit, obgleich die drei folgenden Blätter völlig unbeschrieben sind. Die leeren Seiten,
die interessanter* eise fast ausschließlich auf die Textlagefl entfallen, sollten also zu textlichen Ergänzungen
und Nachträgen benutzt werden, die der Besteller der Handschrift, anders ist es nicht denkbar, wohl
selbst gelegentlich vornehmen wollte.*) Diese Wahrnehmung wird uns im nächsten Abschnitte verständlich, wo
wir erfahren, daß der Besteller der Handschrift mit dem Schreiber der alten Lagen 6, 8, 9 und 12 iden-
tisch ist. Dadurch erklärt sich uns der unfertige Zustand der Handschrift von selbst. Dadurch erklärt
es sich auch, warum der Text auf p. 44b plötzlich abbricht: Der Besteller der Handschrift erhielt, ab-
gesehen von den alten Lagen 1 und 2, die von anderer Hand geschrieben sind, nur die Zeichnungslagen
geliefert, die Textlagen schrieb er selber, führte die Arbeit aber nie zu Ende **) Dagegen lehrt uns die
genaue Betrachtung der Lage 1 und 2, daß hier der Text vor den Zeidmungen fertiggestellt wurde.
Daraufhin weisen die leeren Seiten <p 6a ff.) der 1. Lage, die mit Zeichnungen versehen werden sollten,
und die Noten zu den Planetenzeichnungen in der 2. Lage. Die Noten in der 10. (bezw. VII.) Lage, wenn
als solche und nicht als spätere Nachträge die Zeichen auf p. 50 b und p.53a aufgefaßt werden dürfen,
sind dagegen nicht von der Hand des Schreibers der späteren Textlagen, beweisen also wiederum die
getrennte Entstehung der Zeithnungs- und Textlagen.
*) In drei Fällen läftt es x|A dagegen rwdiweisen, dal? die leeren Seiten durrfi Zeichnungen ausgefüllt werden sollten. Allerdings handelt cs
Skfi dabei um Zeidinungtn, die sehr wohl vom Besitzer selbst nach getragen werden konnten und keiner Kflnstl erfand bedurften. In der Ge*
däditniskunst <p, 4a> heißt es: ..sieut osiendinir irr figura domus intercignate in fine gcripti", die betr, Zeichnung fehlt aber in Wtrfclkfckeit und
nur leere Seiten <p.6aff.) Ifinden uns ihren projelti-rmn Plati. - Bei p. 27b und 28a ist jeweds die obere Hälfte der Seite frei, dem Texte
nach dürfen wir hier die Zeichnung eines Aderlabmannleins oder dgl. erwarten.
** ) Auch Rctbcrg a. iaS.7 nimmt ähnliches an, wenn er behauptet, der Besteller habe die Textlagen schon gehabt und nur zur Vct»
vollständig ung des Buches die Zeichnungstagen dazwischen geschoben. — Natürlich ixt diese Annahme insofern unrichtig, als Retbcrg damit
einen älteren Bestand an Text und einen Jüngeren an Zeichnungen konstruiert- Da-ß das Hausbuch schon ursprünglich so, wie es dem ersten
Besitzet nach seiner Vollendung vorlag, gedacht war, zeigt neben den durchgängig von gleicher Hand geschriebenen Lagenberelchnungen der
Umstand, daß die Handschrift nach einem ganz bestimmten Plane, einer genauen Disposition, angelegt ist.
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Wir führen Wissen,
http ig ital.s I u b-d re sde n ,deid4 3 09591 5 3.-'24
REKONSTRUKTIONSTABELLEdes MITTEL ALTERLICHEN HAUSBUCHES.
Llraprünglichc Lagen- bezeicbntirtg um 1480 1. Paginierung um 1480 Z. Paginierung vom „Schreibet der 3. Paginierung des Jvadiira Hof 2. Viertel des lö.Jahrh. Heutiger Zustand mit Benutzung der Joachim Hof- schert Paginierung I kutige Lagen 1912 Ursprüngliche Lagen- beseidmung um 1480 1. Paginierung um 1480 2. Paginierung vom ..Sdirviberder Innsprugj!- Insdifirt" um l 500 (?) 3. Paginierung des Joadiim Hof 2. Viertel des lö.Jahrh. Heutiger Zustand mit Benutzung der Joadiim Hof- sehen Paginierung f leurige Lagen 1912
Innsprugg- [nsdirifr'* um 1500<?>
Verb Litt 1 l 1 -—« cn TO
Lage 1 (Text-und Zeichn uugslagc) Besitjerwappen, Gauklerbild und Gcdächmisicunst ( Oö -<| ~~ 4k. w tvj 2 ‘ 3 4 (5 16 L7 8 2 I 2 4 {1 7 8 2 3 4 15 16 7 8 Lage I Lage 7 (Zekhnungslage) Spinnrad, Be- ritserwappen. Darstellungen JUS dem Bergbau- undHöttcn wesen. 50 51 1 52 H53 1154 l 55 , 56 57 38 ’ 39 (40 I f41 I1S 44 45* 34 35 |36 fc 38 39 (35 (36 37 38 39 Lage V
9 9 9 9
Lage 2 (Text-und Zeichn ungslagc) Planeten verse und - bilder. 10 11 • i 12 J13 1114 l 15 . 16 17 10 11 ( 12 |jl3 IU4 1 15 16 17 • • 10 11 1 12 |ll3 | 16 17 1 10 11 1 12 hi3 1114 I 15 16 17 Lage II Lage 8 (Tret läge) Berg- und Herten wese n. 58 59 । 60 J61 1162 l 63 64 65 1 N 1 1 1 I 1 1 1 1 1 1 1 1 1 11 1 1 1 1 1 1 —.
Lage 3 (Zeichn tings- oder Tcxtlage?) 1 18 1 ,Q 1 20 f21 122 23 24 4 BlJiter (l8--2£> am einer dieser beiden Lagen, oder je Z Blätter aus beiden Lagen waren bet der Z Pagination noch vorhanden. 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1111 Lage 9 (Ttxlhge) Berg-, Hütien- und Münz wesen 66 67 68 .169 170 71 72 73 46 47 48 149 150 51 52 53 <' 40 41 4Z J43 144 45 46 47 •11 40 41 1 42 IJ4.3 H44 1 45 46 47 Lagt- VI
Lage 4 (Zcichnungs- oderTrxrlag«?) 26 ’ 27 28 J29 130 31 32 33 1 11 111 11 11 111111 Lage 10 Heidi nungilagc) Kriegs technische Darstellungen. 74 75 76 J77 178 79 80 81 54 55 1 56 l|57 ||58 1 59 60 61 [i 48 f 49 50 pl 52 53 54 in paginiert • 1 48 49 50 151 152 53 54 Lage VII
Lage 5 [Zeichnung klage) Szenen aus dem Leben eines Ritters. 34 35 f 36 ||37 ife | 40 41 1 'd 23 1 24 1(25 1126 1 27 > 28 29« 1 18 19 20 |21 |22 23 24 25 Xi 18 19 20 J2I |22 23 ‘ 25 Lage III Lage I 1 (Zcicbmmg^luge) Kriegs trshn habe Darstellungen. r4 r-i -fr- ir~ v3 oö CT» oö oO 9C oC-ac sC‘QO cO 62 63 ( 64 IJ65 1166 1 67 68 69 Kill 1 1 IS Kill II« Lage VIII
Lage 6 (Text Lage) Hausmittel. • • 42 43 ( 44 ||45 1146 1 47 45 49 30 31 1 32 IJ33 1134 1 35 36 37 1 26 [ 27 1 28 l|29 II30 1 31 32 33 1 1 26 ’ 27 28 129 130 31 32 33 Lage IV Lage 12 <rejcthg<> Vorschriften für Büchsen meister. 90 91 92 . P3 |94 95 l 96 97 70 1 71 i 72 H73 II74 1 75 76 77 57 58 1 59 l|60 ||6I 1 62 63 64 1 57 58 59 160 161 62 Lage IX
Rütkblan 1 korrespondiert mit Blatt 1] , . 98 78* 65 65 Rüdt blatt
T atsiichtirlu* Rlatranzalil 98 78 Al
Lein Ulan wurde bei der Zahlung übergangen] [drei Blätter wurden seit der 1 in (sehen Paginarlön ausgeschnitten
* Von der 1. und 2, Pagination sind nur die mit dein Sternchen versehenen Seilenuhlen erhalten.
C. DIE BESITZER DBS HAUSBUCHES
erste Besitzer und zugleich Besteller, bezw. Käufer der Handschrift ist zweifellos jener Mann
^gewesen, dessen Wappen uns auf p. 2a [Tafel 1], 34b [Tafel 36) und zweimal auf dem
I hintersten Zelte rechts auf p. 53ai [Tafel 61] entgegetifritt. Sein Schild zeigt im blauen Felde
# einen goldenen, gestümmeken Baumstamm, der Helm trägt einen blau* und goldgeteilten
kauernden Greifen. Leider konnte das Wappen noch immer nicht einer bestimmten Familie zu*
geteilt werden/ die schon von Retberg vorgeschlagene Attribution an die Konstanzer Goldasts hat sich als
irrig herausgestellt.*) Nur eines können wir mit ziemlicher Sicherheit sagen, daß es aus dem Ende des
15. Jahrhunderts mit ihren Wappen unbekannte Geschlechter des höheren Adels nicht mehr gibt. Lin*
bekannt sind der heraldischen Forschung in Deutschland im wesentlichen nur nodi bürgerliche und patri-
zische Wappen aus dem einfachen Grunde, weil Wappen zwar vererbbar sind, aber nicht vererbt werden
müssen und in diesen Kreisen in einer bestimmten Form oft nur in einer Generation geführt wurden, in
der nächsten aber bereits wesentlich verändert erscheinen oder gänzlich durch ein anderes ersetzt werden
Die Wappen des seßhaften Adels bleiben dagegen im wesentlichen dieselben, wenn sie sich auch in
manchen Fällen namentlich durch Vermehrung der Felder oder Variation der Helmzier differenzieren.
Wir sehen uns demnach zur Annahme, daß der erste Besitzer des Hausbuches von bürgerlicher Ab^>
kunft war, gezwungen und müssen eben glückliche Siegelfunde oder ähnliches abwarten, bis wir uns über
seinen Namen entscheiden können. Trotzdem läßt sich aus einer genauen Betrachtung des Hausbuches
selbst noch manches Wesentliche über seinen ersten Besitzer aussagen.
Es ist selbstverständlich, daß wir von dem Inhalte der Handschrift auf die Art des Bestellers schließen
müssen. Handschriften waren in jener Zeit ein kostspieliger Besitz/ man erwarb nur, was man dringend
zu seinen Arbeiten brauchte. Sehen wir aber von dem ab, was im Hausbuche jeden beliebigen Besitzer
interessieren könnte, wie die heutigen Lagen I, II und 111 (Gedächtniskunst, Planeten, Genreszenen), so
bleiben uns medizinische und technische Rezepte und Gerätezeidmungen übrig, Vorschriften für Bergbau*
und Hüttenwesen, die Geldherstrllung und die Pulverfabrikation, Kriegs technisch es und Büdi senmeis ter*
Verordnungen. Nun würde man sich eine derartige Sammlung zwar in der Bibliothek eines jeden Adeligen,
der eigenes Münzrecht und Bergwerke besitzt und sich natürlich auch um das Kriegswesen zu kümmern
hat, denken können. Wir sahen aber bereits, daß ein Hochadeliger als Besitzer nicht in Betracht kommen
kann, da dessen Wappen uns bekannt sein müßte.
Für wen könnte unsere Handschrift aber noch Wert und Bedeutung haben? Lediglich für einen In*
genieuroffizier, wie wir heute sagen würden, für einen Mann, der im Frieden die Geldprägung, das
Hüttenwesen wie überhaupt alle technischen Betriebe und Arbeiten seines Herrn beaufsichtigt, im Kriege
aber die Pulverfabrikation, die Blockade mit Kriegsmaschinen, Unterminierungen und Verschanzungen und
dgl. zu leiten hat. Dies wird uns zur völligen Sicherheit aus einem bisher noch nicht beachteten Um-
stande. Gerade diejenigen Stücke des Hausbuches, die Für jedermann von Interesse und audi von jedem
Schreiber leiditlich abzu sch reiben waren, wie eben die Gedächtniskunst und die Planeten verse, sind von
einer Hand geschrieben. Dagegen alles übrige 1 extliche (die heurigen Lagen IV, VI und IX), wo auch viel
Hebräisch, was keineswegs den damaligen Schreibern geläufig, und viele Fachabkürzungen vorkommen, die
•) Man vergleiche darüber das nächste KapiteE. Ein gewisser Eus.ammenhang des Hausburh «nippens besteht lediglich mit dem Wappen da
schwäbischen GescMetfiirs „Hildtebrand" {Siebmacher V, 120/ vgl. die Ausführungen In der Zriuchr. f. E>i£d. Kunst 191Z. p. 245>, Intrressanter-
wei« wird uns unter den Teilnehmern an der Neußer Fehde ein „Hans Hiliprant, heuptman von Durckem (Ddriceim in der Pfalz]" erwähnt,
der seiner Stellung als der Lage von Ddrckbrim nad> {ganz nahe bei Speyer und Heidelberg) sehr wohl als erster Besitzer des Hausbuches in
Frage kommen könnte. Jedenfalls ist damit eine nicht aus dem Auge zu verlierende Spur gegeben.
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Wir führen Wissen,
http:'d ig ital.s I li b-d re ade n ,deid4 8 09591 53/2 6
nur dem Eingeweihten bekannt warm, ist von einer anderen Hand, und zwar der des ersten Besitzers
selbst geschrieben. Dies ergibt die kritische Untersuchung des Textes.
Bereits die auf die Krankheit des Herzogs von Lothringen (1481—82) sich beziehende Stelle auf p. 29 b
(»Das ist dez hertzogen von Lurhringen stück, do in seist mit nicht geholfen k unten"), die kein Nach-
trag von anderer Hand, sondern gleichzeitig mir dem übrigen gesdiricben ist, kann, da das Hausbuch gerade
uni diese Zeit entstand, sich nicht in der Vorlage gefunden haben und würde als Zusatz eines Lohn®
Schreibers nur schwer zu erklären sein. Glücklicherweise kennen wir aber eine* wenn auch nicht die
direkte handschriftliche Vorlage des Hausbuches, die für die Büchsenmeistervorschrift <p. 57a ff.), und
können somit einigermaßen sichere Schlüsse über das Verhältnis des Abschreibers zu seiner Vorlage
ziehen, wenn wir uns dazu verstehen, den Text der Heidelberger Handschrift der Vorlage des Haus-
buches ungefähr gleichzusetzen. Eine Untersuchung der beiden Texte lehrt, daß der Schreiber des Haus®
budies audi hier eine Reihe ohne weiteres als Einschiebungen und Abänderungen erkennbare Korrekturen
vorgenommen hat, die deutlidi zeigen, daß dieselben aus gründlichster Fachkennrnis heraus, die wir einem
Lohnschreiher nicht Zutrauen dürfen, entstanden sind. Ich verweise besonders auf die Stellen p. 57a
Anm. 32/ 5/b Anm. 15, 28, 40, 44,- 58a Anm. 24/ 58b Anm. 4, 11, 13, 24. Jeden Zweifels über den
Stand des Schreibers überhebt uns aber der eingeschobenc Satz auf p. 57b: „Vnd ich han gehört, das
eynn houptman vff einer burck wart belegen/ Der wart mit synen gesellen einß, Also das sic Bruder»
schafft zusammen sdiwürcnt, vff das keyn yrrung vnder in wurde/*
Wir konstatieren also: Der Abschreiber der 1-agen IV, VI und IX kann kein gewöhnlicher Lohnschreiber,
sondern nur ein kriegstechnisch erfahrener Mann gewesen sein, der die lateinische Sprache und die hebräische
Schrift beherrschte. Ein solcher war aber auch der erste Besitzer des Hausbuches, der, wie wir bereits
vermuteten, ein bürgerlicher Büchsenmeister*) — das ist wohl neben „Hauptmann*' der Titel des damaligen
Ingenieuroffiziers — gewesen zu sein scheint. — Ein Hochadeliger kommt als Besitzer der Handschrift
nicht in Betracht, er hätte dieselbe auch sicher nicht persönlich abgeschricben, selbst wenn er die nötigen
Kenntnisse dazu gehabt hätte. Wir dürfen daher mit besten Gründen den Abschreiber der Lagen IV,
VI und IX und den ersten Besitzer des Hausbuches als identisch betrachten.
Wir kennen demnach Wappen, Stand, Kenntnisse und Schrift des ersten Besitzers. Doch das Haus-
buch gibt uns auch über die Lebensgeschichte desselben einige Auskunft. Er hat in seiner Eigenschaft
als Büchsenmeister die Neußer Fehde mitgemacfit und spätestens damals den Hausbuch meister persönlich
kennen gelernt. Darauf weisen die bereits oben erwähnten Wappen auf dem hintersten Zelte von p. 53bi
hin.* **) In wessen Gefolge unser Büdisenmdster nach Neuß kam, ob mit dem Kaiser selbst oder mit
irgendeinem der adeligen oder städtischen Kontingente, wissen wir nicht, und es lohnt sich auch nicht,
darüber Behauptungen aufzustellen, da uns erst die Kenntnis seines Namens genauere Nachforschungen***)
ermöglichen wird. Vermutungsweise möchte man natürlich gerne an solche Städte denken, zu denen die
Kunst des Hausbuchmeisters in gewisser Beziehung steht wie Innsbruck, Augsburg, Ulm, Eßlingen,
Heidelberg oder Speyer. Vielleicht haben die beiden letzten (natürlich auch Städte der nächsten Um-
gebung) am ehesten Anrecht darauf, als Wohnort des ersten Besitzers zu gelten, da der Hausbuchmcistcr
•) lef» /Jenke hier besonders an Cod. pal, germ. IZ6, der ähnliche Dinge wie das Hausbuch enthält und ebenfalls von seinem Besitzer, dnn
pfaki sehen Büdisenmeistcr Philipp Mönch persönlich geschrieben ist. Storck hat {Monatsh. f. Ktmitv. ll[r Tafel 66, Ahh. 4) eine stark vcrkJrincrre
Probt (Original; 25X^5) einer Zeichnung des Kodexes gegeben. - Das die tJüebscnmcister tatsächlich die verschieden artigsten Kenntnisse und
Berufe in sich vereinigten, zeigt der gegossene Brunnen, den Abt Wolfgang liäberl von Mondsee 15L5 vor die Kirdie von St. Wolfgang am
Abersee stiftete. Er trägt die Gtdkr* Signatur: „dvreh maister lienhart rännacher stat pixenmaister CSV passaw." — Bekanntlich enrliäh audi das
Hausbuch auf p, 40a ff. eingehende Rcseptr hlr das Hüttenwesen.
**J Sehr wahrscheinlich haben wir sogar sein Porträt in dem Reiter mir dem Stabe in der Hand — gemeint ist der Wagcaburgineister —
auf p.53a [Tafel 60] aufbewahrt; Da noch mehrere sichere Porträtdarstellungcn im Hausbuche vorkommen, dürfen wir daran kaum zweifeln.
*”> Für die Lokalisierung darf <-obl kaum der „Ephtcopus eistedensls" (Hausbuch p. 29a} herangeeofen werden, da derartige Rereprc wohl
ru weit verbreitet waren. Immerhin liegt auch in „Eichstätt" ein Hinweis. auf Süddeutsch land.
gerade in den Jahren, in denen er das Hausbuch vollendete, in ihnen weilte, und zudem ein sehr wichtiger
Textteil des Hausbuches, die Büchsenmeisterverordnung, auf Kurpfälzische, in Heidelberg entstandene
Vorschriften zurückgdiL Dazu würde auch passen, das der Haus buchm ei Ster so kurz nach seinem Ein-
treffen in Heidelberg bereits zu einer Arbeit für den Hof — zu jener prächtigen Miniatur — heran-
gezogen wird, Dies könnte eben jener Büchsenmeister vermittelt haben, den wir als Besteller des Haus-
buches ansehen. Kommen alle diese in die Gegend von Heidelberg oder Speyer weisenden Umstände
zusammen, so ist auch der Dialekt des Hausbuches, der von typisch mittdrheinisdher Färbung, für die
Lokalisation des Besitzers heranzuziehen. An und für sich darf natürlich damit nicht das Mindeste be-
wiesen werden, da der Schreiber seinen mittelrheinischen Dialekt überall gesprochen und geschrieben haben
kann und zudem der Dialekt oft auf die von ihm benutzte Vorlage, nicht auf den Schreiber selbst zurück»
zuführen ist. In unserem Falle ist er als Mitgrund von größter Beweiskraft, zumal eben auch der
Schreiber der Lage II, der mit dem Besteller der Handschrift nicht identisch ist, denselben Dialekt schreibt
und die oben besprochenen, nicht in der Vorlage befindlichen Zusätze des Bestellers keine davon ab-
weichende Sprachformation erkennen lassen. Es wäre schon mehr als Zufall, wenn zwei mittelrheinisdie
Schreiber wo anders als am Mittclrhcin Sich zur Fertigstellung einer Handschrift zusammengefunden hätten.
Fassen wir demnach alle Vermutungen über den ersten Besitzer zusammen, so sehen wir in ihm einen bürger»
lidien, vermutlich am Mirtelrhein wohnhaften ßüchsenmeister, der die Neußer Fehde in unbekannten Diensten
mitmachte, das Hausbuch bestellte und dessen heutige Lagen IV, VI und IX selbst abschrieb*) und durdi
sachverständige Korrekturen verbesserte. Diese Vermutungen finden noch eine teilweise Bestätigung durch
die nachfolgenden Besitzer des Hausbuches. Es Sind sicher alles Bürgerliche gewesen, und von einem
derselben scheint es sogar fast, als ob er ebenfalls den Beruf eines Büchsenmeisters ausgeübt hätte.
Wenn ein Adeliger der erste Besitzer gew esen wäre, wie wäre dann das Hausbuch so schnell in bürger-
liche Hände geraten?
Früher stellten wir bereits fest, daß das Hausbuch ursprünglich (um 1480) 98 Blätter zählte. Bei
seinem nächsten Besitzer waren nur noch 78 übrig. Wohl möglich, daß bei dem Berufe des ersten Be-
sitzers manches in den Feldzügen, in die er die Handschrift mitnahm, abhanden kam. Den zweiten Besitzer
kennen wir zwar auch nur durdi seine Schrift — er hat das Hausbuch zum zweiten Male paginiert —
aber seine Beziehungen zu einer Familie „Hof", die nach Ihm in mehreren Generationen die Handschrift besaß,
lassen die Möglichkeit zu, daß er irgendwie näher mit dieser Familie verwandt war. Folgende Inschriften
sind von ihm erhalten: p. 25 b [Tafel 33] (oben) „-2-9BD-'/ p. 39b (oben) „-45 p D "/- p. 65b
[Tafel 74] (oben) ,,-78-B-1-AB g® ",- p. 65b (unten) „ludwig Hof Der Junger zog zu Innsprugg" und
auf der hinteren inneren Deckels ei re (oben links) „78BIAB". Die Schrift zeigt den Typus des be-
ginnenden 16. Jahrhunderts, auf die gleiche Zeit kommen wir auch, wenn wir vom ersten Besitzer an
weiter rechnen, der doch 1480 auch schon nicht mehr ganz jung gewesen sein kann. Vielleicht ist hinter
dem Zeichen „B D" oder „p-D " das Monogramm des zweiten Besitzers verborgen und das „B l A B "
Stellt seine Devise**) dar.
Der darauffolgende Besitzer, dessen ganze Paginierung des Hausbuches noch erhalten, bei dem aber
die Blattanzahl wiederum — auf 66 — reduziert ist, hieß Joachim Hof. Außer der Biartpaginierung
kennen wir von ihm noch folgende Einträge: p. 65a [Tafel 73] „Dis Pucch [korrigiert in „Pu eck"] gehört
Joachim 1 lofen." Darunter, auf dem Kopfe stehend, die Federproben „Gannz, mein gaimz"? weiter unten
„Bon", „Suma der Plettrr 65 Plette/'/ endlich auf p.6_5b [Tafel 74] „66 plettrr". Von derselben Hand
•> Die ursprüngliche Lage R (heute verloren) mufl rbrtif.ilIb von Ihm gochriebca gewesen sein.
•*) Auch «1er Kuq>fäi-L&Ae Büdisenmeister Philipp Mond) (Cod. pal. germ. 12b} führt eine Devise, und swar „g-Ls-b-" und stellt daneben
sein Monogramm „f • m •" [fllipp mtfndil/ da ährdidicT Fall in der «iem Augiburger Georg Mfilid) gehörenden Meisiterlinrfironik (Stuttgart,
Kgl. HofbiLilkuhelt, H. B. V. Hist. 52 Fo.) von 1457 auf p. 88a { G | A • W l - B -1 M | wovon die äußersten Buchstaben
,rG" und „M' den Namen, die davon umschlossenen die Devise bedeuten.
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wohl audi die mannigfachen Schnörkel auf p. 65a und b. Der Schrift wie der Berechnung der Besitzer»
reihenfolge nach dürfen wir Joachim Hof etwa ins zweite Viertel des 16. Jahrhunderts versetzen.
Übrig bleiben zur Besprechung noch zwei Einträge, die sehr stark radiert sind, auf p.9b [Tafel 4] und 52b
[Tafel 58]/ wahrscheinlich rühren beide von der gleichen Hand her, sicher aber nicht von einem der drei ersten
Besitzer. Die Schrift weist auch schon ins Spätere 16. Jahrhundert, so daß wir hier vielleicht den vierten Besitzer
vor uns haben. Er gehörte ebenfalls der Hofschen Familie an, anders ist wenigstens der Eintrag auf
9b nicht zu verstehen, von dem die Worte „...............— meister leonhartt Hofen..........— mit Sicherheit zu
entziffern sind, Vor „........meister" muß noch irgend etwas Definierendes, wie etwa „Büchsenmdster" oder
dgl. gestanden haben. Die Inschrift auf p. 52b scheint kdiglidi eine Bemerkung zur Darstellung zu sein
und, soweit lesbar, nichts von Bedeutung enthalten zu haben.
Leider war über die einzelnen Mitglieder der Familie Hof*> noch nichts zu eruieren/ in Innsbruck war
sie nach meinen Nachforschungen im Statthaltereiarchiv jedenfalls nicht heimisch.
Weiterhin verlieren siefi die Schicksale unserer Handschrift völlig im Dunkeln. Wir können nur sagen,
daß nach der Joachim Hofschen Pagination noch drei Blätter <1,63 und 64) ausgeschnitten wurden und
daß im 17. oder 18. Jahrhundert ein Besitzer oder Betrachter des Hausbuches zwei Zeichnungen durch
Schmierereien**) verunzierte. So auf p. 52b [Tafel 58], wo er eine wellige Bodenlinie hinzufügte, die
Pferdefüße schwarz färbte und dem einen Reiter eine Pfeife, in den Mund gab, ein Anachronismus, der
uns den terminus post quem dieser „Verschönerungen" liefert. Auf p.53a [Tafel 601 oben hat derselbe
„Künstler" das zum Turmfenster herausschauende Mädchen von p. 53b» <53bi ist die Rückseite von
p.53a> durchgepaust.
Erst im späten 17. Jahrhundert erfahren wir wieder etwas über unsere Handschrift und können ihren
Aufbewahrungsort von da ab mühelos bis auf unsere Zeit verfolgen, denn das I Jausbuch blieb von nun
an im ungestörten Besitze einer Familie: der Fürsten von Waldburg zu Wolfegg und Waldsee.
Der Rcichserbtrudiseß Maximilian Willibald <1604 — 1667), ein Sohn des Reichserbtruchsesscn Heinrich,
war es, wie man mit größter Wahrscheinlichkeit vermuten darf, der das für uns überaus kostbare
Manuskript wohl während des Dreißigjährigen Krieges erwarb oder erbeutete und es so einem fast ge»
wissen Untergänge entriß, dem damals zahlreiche Kunstwerke jeder Gattung zum Opfer fielen, die sich
aus vorrefonnatorischer Zeit über Bilderstürme und Bauernkriege hinweg ins 17. Jahrhundert noch glück»
lieh gerettet hatten. Wir verdanken die Erhaltung unserer Handschrift wohl nicht zum wenigsten einer
Leidenschaft des Rcichserbtruchsessen, seiner Vorliebe für „geheime und natürliche Wissenschaften als
Mediän, Chymie und Akftymie/' wie sich sein Biograph Matthäus von Pappenhciin in seiner Chronik
der Truchsessen von W aldburg <zweyter Theyl 1785, S. 440* ***» einmal ausdriidet, wenngleich wir wissen,
daß Maximilian Willibald auch ein reges Kunstinteresse besaß, das ihn zur Gründung der heute noch
bestehenden Wolfegger Sammlungen bewog.
*> LcdigtiA eine „Agatha Hoffin" «Ad 1577 im VerfaAungs Püechl p, 16b des Innsbrucker ArAivs «wähnt, sic stammt aber nirfir aus Inns»
bruck. Häufig kommt dagegen die Familie „Höfer" vor, darunter 1521 (MissivbuA p. 63a) ein Leonhardt Höfer, den» als ausgedienten „Lieh*
Ciardarobmeistcr'-' Kaiser Maiimilians eine Pension auagcKttl Vfrd. DoA wage iA „Hof" mit „Hofer'1' nicht zu idaitifizicren — M&gliAer-
weise bezieht siA auA das p 25b [Tafel 33] befindliAe Monogramm ,rM h" — früher Eas »A „Lg h/ was IA auA heute mxfi niAt ganz ver-
44?rfe _ auf die Familie Hof (Ludwig J löf?> oder Hildebrand und nicht auf den Künstler, der Typits der SArift läflt eine Datierung wesenlliA
naA 1500 nlAt zu, er sAeint sogar eher noA in» ausgehende 15. Jahrhundert zu gehören.
Ob die Kolorierung brzw. Übermalung von p. 24b—25a (Tafel 31—32) ebenfalls erst im IS. Jahrhundert vorgenommen wurde, wie
Refbcrg a a. O. S. & anninunt, möAte IA bezweifeln.
**•) „Es war dieser Herr niAt allein ein grofler Sraatsmann, HoFmann und Kriegsmann, sondern auA ein großer Liebhaber der sAöncn
Wissens Aaftcn nflA dem GcsAmach derselben Zeiten, er sfänd mit mehreren Ministern und Kriegsoffideren in Italien, FrankrciA und Tcursdi-
land in beständiger Cerrespondcnr, er sammelte auA alle geistreichen SArifrea GediAte und derglciAen in allen bekannten Sprachen, wetAe
zur selbigen Zeit bey vcrsAiedenen Gelegenheiten zum Vorschein kamen, und diese Sammlung allein begriff vier gcsAricbcnc Folianten, wo-
runter sehr vieles von seiner eigenen I land eingetragen war. Er war ein großer Liebhaber von den geheimen und natClrfiAen WissensAafren
.ik Mcdkiit, C-hymie und Aldiyniie und hinterließ von diesen drey Folianten gesammelter SArlften, srelAe alle noA vorhanden sind: seine
Bibliothek nebst diesen, die er auf 30000 El. gcsAätzet."
SLUB
Wir führen Wissen
http: ' d ig ital.s I u b-d re ade n ,de.-'id4 8 09591 53/29
Es war eine Leidenschaft Jener Zeit, sich mit okkulten Wissenschaften abzugeben. Das niedere Volk
stak mehr denn Je zuvor voll von Aberglauben abenteuerlichster Art, und die Gebildeten, wenn man in
diesen unruhigen Zeitläufen überhaupt von gediegener Bildung reden darf, wandten sich der Magie, der
Astrologie zu, wohl hauptsächlich in der Erwartung, sich bei der allgemeinen Verarmung durch über-
natürliche Hilfe nur allzunatürliche Vorteile verschaffen zu können. Man mag es sich vorstellen, mit
welch innerer Freude der wackere Rcichscrbtruchseß ein Rezeptbudi aus dein 15. Jahrhundert — denn
das ist doch sdiließlich das Hausbuch textlich zum größten Teile — seiner Bibliothek onveddbte, in der
er, wie Pappenheim berichtete, bereits drei Folianten derartiger gesammelter Sdiriften besaß. Hinter den
in den 1 ext eingestreuten hebräischen Worten, die Maximilian Willibald trotz seiner mannigfachen Sprach-
kenntnisse wohl kaum hatte lesen können, mag er etwas besonders Wichtiges und zugleich Geheimnis-
volles vermutet haben, während die Planetenverse seine astrologischen Neigungen befriedigten.
Genau anzugeben, wann und wo Maximilian die Handschrift erstand, wird natürlich wohl immer un-
möglich sein. Immerhin dürfte es von Wichtigkeit sein, zu konstatieren, daß sich Maximilian im wesent-
lichen während seines ganzen Lebens nur in Süddeutschland aufgehalten hat und von 1633 an für längere
Zeit Stadtkommandant von Konstanz, von 1642—1647 Kommandant von Lindau am Bodensee war.
Fünf Jahre nach dem lode Maximilians, am 26.IXJ1.X. 1672 hören wir unter seinem Sohne Maxi-
milian Franz 1681), dem eigentlichen Begründer der Wolfegger Linie, in No. 2899 des Fürstlich
Wolfeggischen Archives „Jnuentarium vndt Darüber verfertigtes Notariat Instrumentum Vber Die Hoch-
gräfff Reich Erbtruchsessische Wolfeggische Fidei Commiß Bibliothec" zum ersten Male urkundlich vom
Hausbuche. In diesem Inventare, das den Nachlaß Maximilian Willibalds verzeichnet, wird ein „Manu-
scriptum Chimicum auff Pergamen der Saturnus etc. alt" an 6. Stelle unter den „Manuscripta" auf-
geführt. Zweifelsohne ist damit unsere Handschrift gemeint, denn unter dem Ausdrucke „Chimicum"
sind sicherlich die zahlreichen Rezepte verstanden, und der Saturnus ist das erste Planetenbild, das zu
Anfang des Werkes steht. Der Nachsatz „alt" zeigt, daß es sich um eine schon damals alte Hand-
schrift handelt, was sicher für das Hausbuch zutrifft, das 1672 bereits rund 200 Jahre zählte.
Da das Hausbuch von nun an unveräußerlich einen Bestandteil des Fideikommisses bildet, wird es in
der folgenden Zeit öfters registriert. Dahin deuten die Zeichen „litt: 3E • N9 18" auf der inneren vorderen
Dedcelseitr des Hausbuches und „No. 159" auf pag,2a [Tafel 1J. Die letzte Markierung " oder „0XX ",
die das Hausbuch noch heute auf einem kleinen, auf dem Rücken aufgeklebt en Zettel und auf der vorderen,
inneren Deckelseite trägt, bezieht sidi auf einen Bücherkatalog der W’offeggischen Bibliothek (ohne Jahres-
zahl, aber vermutlich aus der Zeit um 1780- 1800), der das Hausbuch unter dieser Signatur und dem
Titel „Dct Lauf der 7 Planeten in Gemälde auf Pergament vorgestellt" aufführt. Der Wolfeggsche Bibliotheks-
stcmpel ist ebenfalls im Hausbuche p. 4a [Tafel 3] angebracht,' er zeigt in der Mitte das bekrönte Wald-
burgschc Wappen und am Rande die Legende: „FÜRSTL. WALDB. W'OLP. BIBLIOTHEK."
Bereits 1783 kündigte ein Anonymus in der Zeitsdirift „Deutschlands achtzehntes Jahrhundert" <Bd. II,
1. Teil, S. 262) eine ausführliche Abhandlung über die Kunstsammlungen auf Schloß Wolfegg an, worin
er jedenfalls auch des Hausbuches gedacht hätte. Leider ist der Aufsatz nie erschienen, und es dauerte
noch bis 1855, bis Obersrudienrat Haßler in Ulm (in den Verhandlungen des Vereins für Kunst und
Altertum in Ulm und Obersdiwaben S. 22) auf unsere Handschrift verwies, und bis 1857, bis
Emst Förster in seinen „Denkmalen deutscher Baukunst, Bildnerei und Malerei" (Leipzig, Weigel 1857)
zuerst eine Abbildungsprobe gab, nachdem bereits Dudiesne (Voyage d'un Iconophile, Paris 1834) den
Haus buchm eist er - er nennt ihn „Maitre hollandais de 1480" - als Individualität im Kupferstiche er-
kannt hatte. 1860 endlidi glückte es Ernst Harzen, die Identität des Kupferstechers mit dem Zeichner
des Hausbuches fcstzustellen, und er eröffnete damit eine Flut von Aufsätzen, über die eine genaue
Bibliographie am Schlüsse dieser Erörterungen Aufschluß gibt.
18
D. HERALDISCHES UND HISTORISCHES
IM HAUSBUCHE
I. DIE WAPPEN
on den vielen Wappen des Hausbuches ist das sogenannte Goklashjrappcn an erster Stelle
% / zu nennen, da wir in dessen I räger den ersten Besitzer, bezw. Besteller der Handschrift zu
% / sehen haben. Bereits im vorigen Abschnitte konnten wir die Vermutung aussprechen, daß
der Besteller des Hausbuches höchstwahrscheinlich ein Bürgerlicher gewesen sei. Die heraldische
▼ Untersudiung des sogenannten Goldastwappens bestätigt dies. Dasselbe kommt im Hausbuche
viermal vor/ zweimal groß auf besonderer Seite <p. Za und 34b, Tafel 1 und 36) und zweimal klein,
der Schild allein, auf dem hintersten Zeke rechts auf p. 53a> [Tafel 61], Eine genaue heraldische Be-
seh reibung ist bei den einzelnen Blättern gegeben.
Daß es sich nicht um das Wappen der Konstanzer Familie Goldast handeln kann, was man seit Rct-
berg (Kulturgesdiiditl. Briefe, 1865, S. 13 und 93> allgemein annahm und was darnach kritiklos in die
verschiedensten heraldischen Fadiwcrke übernommen wurde (vgl. z. Ö. Srröhfs heraldischen Atlas oder das
Heraldische Kunstblatt, Lieferung I, 15), scheint letzt endgültig gesichert.*) Leider ist es auch heute noch
nicht möglich, zu sagen, von welchem Gesddedite das Wappen einstmals geführt wurde.**) Daß es ein
bürgerliches war, dürfen wir aus der Forni der Helme schließen, zumal wir aus anderen Gründen zur
gleichen Annahme uns genötigt sehen. Der Stechhelm, wie er uns auf Tafel I entgegentritt, war im
15. Jahrhundert bei Wappendarstellungen durchaus der bürgerliche Helm, w ährend der Spangenhelm dem
Adel vorbehalten blieb. Natürlich konnte der Adelige auch den Stechhelm führen und der Bürgerliche
griff vom 16. Jahrhundert ab, trotz mannigfacher Gegenerlasse, immer häufiger zum Spangenhelm, aber
allgemein war diese Verwiirung im 15. Jahrhundert sicherlich noch nicht Wenn der Träger des so-
genannten Goldastwappens wirklich ein Adeliger gewesen wäre, so hätte der Künstler auf Tafel 36,
der offenbar zur Abwechslung eine andere Helmform wie die auf Tafel 1 suchte, eben den Spangenhelm
gew’ähk und nicht die heraldisch sonst gänzlich ungebräuchliche Salade.
•) Bereits Ed Flechsig (ZöUdir. f. bild. Kunst, VIII. Bd. |1A97| S. 71) hatte das Gold.tstwappen an gezweifelt, da dte Helmzier nicht mit der
für die GoEdasts überlieferten abereinstimme. Er dadwc, allerdmgi ebne Beweise, an ein mittelrhrinisches Ge«hle<hl. Hachmcister (Heltiriberger
Dissertation, 1W97) wagte keine F.ntsdieidung. Boßert (Repertcr. f. Kunstw. Kd. XXXII [19091 p. 333, Anm. 2) stellte die erhaltenen Goldasrwappeti
zusammen und lehnte die Attribution an die Goldasts ab, da die erhaltenen Wappen weder in der Helmzier no<h im Sdiildhilde mit dem Haus*
bmhwappen ßbereiustimmtcn und die Konstanzer Familie Galdast bereits 1419 (bexw. um 1450) ausstarb, also zu einer Zeit, die sicher nid»
mehr für die Entstehung des I lausbuthes in Betracht kommt. Winj^nroth und Gröber (Die Grabkapelle OffM III. von I Ldiberg und die Malerei
u'ditend des Konstanzer Konzils, Zeitschrift „Schaums land- |9Q9, S.44) stimmten ihm zu, 1910 versuchte Boßert (Zeitschrift „Sthjuinsland"
S. 106) das Wappen mit dem der Thurgauer (Biscbofszellrr) Familie „Guldinast" tusamiHenzubringcn, die seit Anfang des 15. Jahrhunderts in
Konstanz auftauchte, Immer mehr Ansehen gctaim und nadiwekdlch versuchte, durch Anübndung ihres Wappens an das -der Goldasts mit diesem
ausgestorbenen Geschlechte einen Familienzijsammcnhang zu konstruieren. Hofiert betrachte das I lausbudi wappen als eines dieser Wappenpliasen
der Guldinactt, (Vgl. Kindler v. Knobloch, Badisches Gcsdikdstcrbuch I, 4S8ff.) - Leonhardt und Boftcrt (Zritsdif. f. bild. Kunst 1912, S. 244'245)
mußten auä obigen Gründen ebenfalls die Attribution an die GokLists ablrhnen. kamen aber aus anderen Erwägungen zur Qberzcugiing, daß
es sich nur um ein schwäbisdi« und höchstwahrscheinlich um ein börgerltchen Wappen handeln könnte. — Herr Dr. Leonhardt hofft in seinem
unter der Presse befindlichen Buche über die Grabdenkmäler des Salzachgcbirtcs neue Aufschlüsse Ober das „Goldastwappen" geben su können.
Die von Storck (Burlington Magazine 1911, S 189, Anm. 7) erwähnte Kopie des I Utobcidi wappens Bl.2a (Tafel 1| im Baseler Kupfer.
Ktkhkabinctt kann zur Lokalisierung nicht hcrangezogcti werden, da wir nicht wissen, srolier die Zeichnung stammt. Es ist eine mit etwas w-
blaflter Tinte ausgefülirte Federzeichnung auf Papier, das als Wasser-eichen einen Ochsenkopf mit Stange zeigt. Kopiert wurde ziemlich getreu
und originalgrc-ß aus dem Haus buch w appen auf BI. 2a nur der Helm ohne Helmzier, die Helmdedce und der leere Schild. Dk Absicht ist deut,
inh: der Kopist wollte dir Umrahmung zur Einfügung eines anderen Wappens benutzen. — Vielleicht liegt der Fall auch anders, und die Baseler
Kopie geht gar nicht direkt aufs Hausbuch zurück, sondern beide Darstellungen benutzen dk gleiche Quelle, einen Wappenstich r. B. Wir dürfen
auf diese Vermutung um <0 eher kommen, als der Zeichner des Wappens auf BL Ja auch der Verfertiger von BI. 3a (Tafel 2] und 16b (Tafel 17]
ist, bei denen die starke Abhängigkeit von Kupferstichen außer jedem Zweifel stritt. — Die Baseler Kopie ist ihrem Stile nach nicht wcsentBA
später als das Original im 1 lausbuche und schönt ucdh dem Ende des 15., spätestens dem beginnenden 16. Jahrhundert ansiigehörcn.
Gerade der Hausbuchmdster scheint sehr genau auf diese Unterscheidungen geachtet zu haben. Ist
er es doch selbst, der in seinen Stiehrn den neugebackenen Adel, bezw. die Sucht der Bürgerlichen nach
Wappen und ritterlichen Übungen sdiarf verspottet. Drastisch kommt dies in seinem Stiche „Zwei
kämpfende Männer zu Pferde" <L, 53) zum Ausdruck. Ebenso beißend sind seine Phantasiewappcn,*)
von denen ich nur L. 81 (im Schilde ein SidteL Stechhelm, bekrönt von Reisern [!!,• Schildhalterin mir
Korb[!]> oder L. 89 (im Schilde ein kopfstehender Bube/ Stech hdm, bekrönt von Spindel haltendem Manne,
auf dessen Rücken eine spinnende Erau sitzt) als gute Beispiele herausgreife, gemeint. In all seinen
bäuerischen Wappen sind als Helme Stechhelme verwandt, niemals aber Spangenhelme. lediglich bei
L. 86 findet er sich/ das ist aber auch ein echtes Wappen, Nicht nur die Buchstaben „A N" weisen
darauf hin, sondern auch das Sprudiband, das zum Einträgen einer Devise oder ähnlichem benutzt werden
sollte. — Als einzig gesichertes Resultat dürfen wir daher Festhalten, daß wir in dem sogenannten Gold*
asrwappen ein bürgerliches Wappen zu sehen haben.
Bei der vorläufigen Unmöglichkeit, das Bcstellerwappen auch zu identifizieren und zu lokalisieren,
versteht man es, warum die meisten Forscher die übrigen Wappen zum Ausgangspunkte für die Loka*
lisierung des Hausbuches und seines Meisters nahmen. Und doch muß ich gestehen, daß man bei der
Häufigkeit der benutzten heraldischen Figuren keinen allzu großen Wert in dieser Hinsicht wird auf sie
fegen dürfen. Eine andere Frage wird cs für uns später sein, inwieweit die Wappen etwa für die l-oka»
lisierung der Darstellung herangezogen werden müssen.
Sehr wahrscheinlich hat der Künstler nicht bei allen Wappen bestimmte Familien im Auge gehabt,
sondern eben da, wo die Schilde eine Inncnzcichnung verlangten, die bekannten und geläufigsten Embleme
wie den Löwen, den Stern, die Sparren hineingesetzt. Der Miniator — wir dürfen annehmen, daß er
nidir mit dem Zeichner identisch ist — hat dann die Farben in die Wappen eingetragen und dieselben
dadurch bestimmteren Familien zugewiesen, als es der Zeichner ohne Farben tun konnte. Wie schematisch
und gedankenlos der Miniator dabei vorging, ergibt sich schon daraus, daß die roten Sparren einmal im
Silbernen, das andere Mal in goldenem Felde erscheinen/ ähnlich auffällig ist der Wechsel des Silber*
und Goldgrundes bei den Sternenwappen. Beide Male waren wohl vom Zeichner dieselben Wappen
gemeint, deren lingierung trifft demnach seine Absichten keineswegs. Eine geradezu unmögliche Farben-
gebung weist der Grund des Löwenwappens auf p. 51 bi [Tafel 55J auf. Der Künstler hatte ihn 3 mal
geteilt gezeichnet/ rrotzdem ist er vom Miniator ganz in blau angelegt. Damit ist unser Urteil über den
Wert dieser drei Farbengebungen gefällt Sollen wir da den übrigen Tingierungen mehr Glauben schenken?
Sehen wir aber von den Farben ganz ab, so ergibt sich der schon erwähnte Übelstand, daß die Wappen
dann einer zu großen Zahl von Familien zugewiesen werden können und so die Ergebnisse für unsere
Untersuchung wertlos werden.
Im folgenden sind die einzelnen Wappen der Reihe nach aufgeführt und die Deutungen der Forscher,
soweit sie voneinander abweichen, hinzugefugr.
*) Sowohl bei den Phantasiewappen als beim Bauernfurnier (L , 53> wird man an das Gedidn von Heinrich Wirrem«eifer; „Der Ring"
(trtrausgeb. Von L. Bcchstdn, Bibi. d. Litterar. Vereins Sturigart. EM XXII. 1S5D aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts; erinnert, das genau die-
selben Dinge verspottet trnd vielleicftt dem Hautbudicneister bekannt war. E« hcilk da S. 3 ff.
Do huob sieb ein hofieren
Mit stechen und tomirren....
Der erst was. unser Trle-fnas
Ein held recht satn ein gics fas,
Des wappen warend gabfen zvo
In einem mist, der was er iro.
Der andere Chtroncz von Stadel hirt.
Ein helde sam ein waldmks.
20
In seinem iAilr gemakf v-as
tn grünen) veld ein toter bas. uhw.
Der sechste hier den nanien Twrrg
Ein hodigepomrr auf rfent perg.
Des Wappenrodt genialer wai
Mit dreyn ffetigcn in ein) glas. usw.
Ir chiainct [kkinod] was das aller liest,
Ein kalb in einem stordiennrst,
Dar fünftens gmaincHeidt En dem her
Durch junkfrawn Märzen zu hi und er.
Die beim tum chö-rbc wärmt gsiridit.
Also daz käyner dar Inn derstiAi usw.
Ufrn krüdten wSrt-nt sper
Si vegten greulich bin und her usw.
tl SLUB
Wir führen witttfl.
http: .’-'d ig ital.s I u b-d re sde n ,deid4 809591 5 3'32
1. Adkrwappen (schwarzer Adler in goldenem I'ekle).
Zwei Darstellungen auf Zeltschilden auf p. 53a ' Tafel 60], ebenda zwei Darstellungen auf ZagcL
fähnldn und eine Darstellung auf dem großen Banner, dessen Wimpel rot^grün-weiß koloriert sind.
Eine Darstellung auf einem Zageifähnlein auf p.53at [Tafel 6] ].
Retberg a.a. O. S. 120. „In der Mitte das Hauptzelt des Kaisers Friedrich besteckt mit zwei kaiser-
liehen Bannern, davor das Hauptbanner (S. 121 „Reichsbanner")-'1* — Diese Deutung Retbergs ist
ohne Zweifel richtig.
2. Drei rote Sparren in goldenem Felde.
Seths Darstellungen auf p. 53a’ [Tafel 61], und zwar fünf auf Schilden, die an vier Zelten ange-
bradit sind, und eine auf einem Zagdfähnlein.
Retberg a a. O. S. 121 hält diese Wappen für die der Werdenstein (Retberg untersdieidet die
verschiedenen Tingierungen der Sparrenwappen nicht,- vgl. No. 3).
Nach Flechsig (Zötschr. f. bild. Kunst 189/, S. 71) kommen einzig zwei unteifränkische Geschlechter,
die Grafen von Hanau und die Herren von Epstein in BetradiL Da auf p.53a« [Tafelöl] auf einem Zelte
sowohl das Sparren* als das Hirschstangenwappen angebracht ist, vermutet Flechsig eine Allianz zwischen
beiden Wappenträgem, die er in Phil, von Eppstein, der mit Margarethe von W ürttemberg verheiratet
war, findet.
Huchmeister (1897, S. 35) gibt die Möglichkeit von Flcdisigs Deutung zu,- „aber eine ganze
Reihe anderer Geschlechter haben dasselbe Wappenschild. Damm kann man keine sicheren Schlüsse
für die lokale Fixierung daraus gewinnen und tut gut, auf diese Argumente ganz zu verzichten."
Leonhardt und Boßert <1912, S, 245): Hanauwappen der Farbengebung nach möglich,
3. Drei rote Sparren in silbernem Felde.
Zwei Darstellungen auf den mit „Zagei" versehenen Hausfähnlein auf p. 24a [Tafel 30]/ auf dem
Zagei sitzt jeweils ein goldener Stern.
Eine Darstellung auf dem Zagelfähnlein des Gepäckwagens auf p. 51 bi [Tafel 55].
Retberg a. a. O. S. 79 Anm. 1 bemerkt zu p. 24a: „das Wappen der Werdenstein weisz-rot je
3 gesparret ist erst von einem villeicht spätem Besitzer der Handschrift hineingemalt worden welcher
wohl nicht anete dasz das Haus ein Frauenhaus war." Retberg zu p. 51 bi S. 115: „Wappen der
Werdenstein, silbern und rot, je dreimal gesparrt."
Flechsig, vgl, das unter No. 2 Gesagte. (Flechsig unterscheidet die verschiedenen Tingierungen
der Sparrenwappen nicht.)
Leonhardt und Boßert <1912, S. 246) „außer den Herren von Epstein kommen noch Dutzende
von Geschlechtern in Betracht, denn die weiß-rote Sparrenteilung ist eine der allerhäufigsten heral-
dischen Figuren."
4. Sternenwappen (Schild geteilt von Silber und rot/ im silbernen Felde zwei rote Sterne, im roten
Felde ein silberner [weißer] Stern).
Drei Darstellungen auf Schilden an zwei Zelten auf p. 53a [Tafel 60],
Eine Darstellung auf einem Banncr auf p. 53a [Tafel 60],
Retberg a. a. O. S. 121: Wappen und Banner von Erbach.
Leonhardt und Boßert (1912, S. 246): „Gesicherter erscheint der Schild mit in Weiß und Rot
wechselnden Sternen zu sein/ er gilt bisher unwiderlegt (Hadimeisters Bedenken beruhen wohl auf
einer irrtümlichen Einschätzung des Siebmachcr) als der des Grafen von Erbach."
21
gl SLUB
Wir führen Wissen.
http: ,’d ig ital.s I u b-d re sde n de id4 8 09591 5 3 ‘3 3
Stemenwappen (Schild geteilt von Gold und rotz im goldenen Felde zwei rote Sterne, im roten
Felde ein goldener Stern).
Eine Darstellung auf dem Zagelfähnlein p. 52 a [Tafel 56],« der Zaget in Silber.
Retberg a. a. O. S. 116: „Wappen der Erbach, silbern und rot gequert mit 2, 1 Sternen ge-
wechselter Farbe." (Retberg untersdieidet nicht die verschiedene Tingierung der Sternenwappen/ vgl. No. 4.)
Leonhardt und Boßert <1912, S . 246): „Derselbe Schild kommt im Hausbuch auch rot-gold
tingiert vor, wie er für die nivderbayerischen Führer überliefert ist."
6. HirscfistangenWappen*> (zwei schwarze, horizontale Hirschstangen in goldenem Felde).
Zwei Darstellungen auf zwei Zeltschilden p. 53a» [Tafel 61].
Retberg a. a. O. S. 121: „Wappen von Wirtemberg."
Nach Flechsig: „Württemberg."
Leonhardt und Boßert (1912, S. 246): „Geschlechter, die bloß zwei Hirschstangen im Wappen
haben, gibt es nur äußerst wenig. In der horizontalen Lage und in den Farben (schwarz in Gold)
sind sie in Mittel-, West- und Süddcutschland nur bei den schwäbischen Tannern, und zwar nur in
einer bürgerlichen Linie dieses Geschlechts nachweisbar"
7. Zweimal gespaltener Schild von rot, grün, weiß.
Zwei Darstellungen auf den Schilden, die am Zeltdache des Kaiscrzeltes p. 53a — 53a> [Tafel 60—611
angebracht sind.
Wurden bisher in der Literatur überhaupt nicht erwähnt/- auf die Deutung werden wir im dritten
Absätze zurüdckomnicn.
8. Schreitender goldener Löwe in blauem Grunde.
Eint Darstellung auf einem Zagelfähnlein**) auf p. 51 bi (Tafel 55]/ der Löwe nach links gewendet.
Eine Darstellung auf p. 53ai [Tafelöl] auf einem Zeltschilde im Hintergründe, der Löwe nach
rechts gewendet.
Retberg a. a. O. 8. 115 zu p. 51 bi: „Nassau, hellblau, belegt mit einem güldenen Löwen be-
seitet von Schindeln." Zu p. 53ai bemerkt Retberg nichts. Retbergs Deutung, die auch von den
andern angenommen wurde, scheint mir, insofern man nur die Tingierung beachtet, richtig.
9. Wappen des radhaltenden Löwen. (Schild gespalten in rot und blau/ im roten Felde ein
silbernes Rad, das im blauen Felde von einem goldenen Löwen gehalten wird.)
Eine Darstellung auf einem großen Banner auf p. 53a« [Tafel 61],
Retberg a. a. O. S. 121: „Banner von Nassau-Mainz."
Flechsig a. a. O. S. 71: „Wappen des Grafen Adolf II. von Nassau, der 1463—1475 Erz-
bischof von Mainz war" Diese Deutung ist zweifellos richtig.
*) Vielleicht steht die Jus :*»ei I lirvdwange-n sich e us a m mens eri ende Helmzier des im Vordergründe lagernden Kriegsknerhta, die auf der
Sigmaringer Auferstehung des Hausb-udimcisters sehr auffaflh in einer Beziehung zu unjeetn Wappen, Audi auf der Kreuztragung des Haus*
budimeuters im Museo- Civico zu Venedig trägt du Mann, des Hintergrundes diese eigentümlidie Helmzier.
**) Der Grund ist vom Zeichner dreimal gereift, was vorn Miniator übersehen wurde.
22
II. RITTERORDEN UND LIVREEN
Unter dem Begriff „Ritterorden" faßt man gewöhnlich ganz versdiiedene Institutionen zusammen. Erstlich
die religiösen Ritterorden, dann die Rittergesellschaften und endlich die wdtlicfn-n (nicht religiösen} Ritterorden,
wie wir sie unterscheidender Weise nennen wollen. Mit den religiösen Ritterorden haben wir uns hier nicht
weiter zu befassen, da uns das Hausbuch keine diesbezüglichen Hinweise gibt/ wohl aber mit den Rittcrgesell-
schäften und den weltlichen Ritterorden. Unter „Ritrergesellschäften"*} versteht man Verbände, die durch frei-
willigen Zusammenschluß einer Reihe von Adeligen entstanden, sich durch ein gemeinsames Abzeichen von
den andern unterschieden und mit der Gründung einen bestimmten Zweck verfolgten. Die weltlichen Ritter-
orden sind dagegen immer Gründungen eines Hochadeligen, Fürsten und Landesherren, in die die Ritter durch
Verleihung der berr. Ordenszeichen (Vorläufer unserer heutigen Orden} aufgenommen wurden. Natürlich waren
auch die von den Fürsten gestifteten Orden ursprünglich einem bestimmten Zwecke gew idmet, aber dieser w urde
dadurch, daß die einzelnen Mitglieder sehr bald den verschiedensten Ländern angehörten und daher der Zu-
sammenhang der Ordensinhaber nicht so enge sein konnte wie bei den territorial meist begrenzten R irrergesell-
schäften, rasch verw ischt. Auch bedingte die Aufnahme in die Gesellschaft oder Liberei eines Fürsten keineswegs
ein strenges Abhängigkeitsverhältnis, da derselbe Ritter zu gleicher Zeit mehreren Orden angehören konnte.
Der Unterschied zwischen den weltlichen Ritterorden und den Rittergesellschaften liegt also neben der Art
der Begründung darin, daß es bei den weltlichen Ritterorden immer einen „Primus" gibt und Mitglieder in
verschiedenen Rangstufen, während die Rittergesdlschaften nur „pares", höchstens „primi Inter pares" kennen
Beide Arten von Ritterorden scheinen im Hausbuche vorzukommen, und zwar am häufigsten die Ab-
zeichen eines weltlichen Ritterordens, die des sogenannten Kannenordens, Sein Abzeichen ist eine weiße,
im Hausbuche fast ausschließlich über die linke Schulter getragene Stola mit goldener Kanne, aus der drei
Blumen, meist Lilien, hervorwachsen. Sie findet sich p. 18b [Tafel 19] bei dem Manne mit der Mütze
links neben dem Brunnen, p.21b [Tafel 25] bei dem Manne mit der Mütze — es ist der gleiche wie auf
p. 18b (Porträt!} — rechts hinter dem Rirter mit der Inschriftdecke, sehr deutlich bei dem Reiter auf p.22b
[Tafel 27], eine Rückcnansicht auf p. 23b [ Tafel 29] beim Manne des zweiten Paares von links (unten},
p.24b ( Tafel 31] bei dem Jüngling mit dem Blätterkranze im Haare (in der ES, Vorlage L. 215 fehlt
dieses Band, die Absicht ist also deutlich), p.25a [Tafel 32], p. 35a [Tafel 371 bei dem Manne mit der
Dame rechts unten in der Edce und vielleicht auch p.35b [Tafel 38] bd dem Manne vor den Blasebälgen.
„La banda de CaStilia" wurde 1332 durch König Alphons XL (1312—1350), dem Sohne Ferdinands
von Kastilien, gestiftet,**} In dem bekannten Grünenbergschen Wappenbuche ist sie dem Wappen des
Königs von Kastilien beigegeben (vgl. Paul Ganz a. a. O. Fig. 23).
Etwa um die gleiche Zeit wurde von Alphons IV, (1327—1338) von Aragon***) eine Parallelstiftung,
die des AragOnischen Kannenordens (Ordo temperantiae, Orden der Maria ddla lara (?) oder „du vase
de la vierge"), vorgenommrn, dem dieselben Insignien, die Stola mit der aufgenähren Kanne, außerdem
aber auch eine Ordenskette eignen, bestehend aus nebeneinandergereihten Kannen in reicher Goldschmiedc-
arbtli, einem Anhänger mit dem Bildnis Mariae auf der Mondsichel und als Abzeichen einem geflügelten
Greifen mit einer Bandrolle, die die Devise trägt: „per bon amore" oder „per so amor".
Griincnberg selbst war Mitglied des Ordens und hat die Vase mit dem Anhänger zur Rechten seines
Wappens angebracht (vgl. Stroh!, Heraldischer Atlas, Tafel XXX).
•> Die wohl meist Tumicrgeseflsrhaften warm und eigenes Banner und Abzeichen an der Kleidung führten, nach denen sic sich benannten!
Gesellschaft der Krone, der Lairpradcen, des Esels, des Wolfs, des gekrönten Steinbocks u. dergf.
•*> Vgl. besonders Paul Ganz, Die Abzeichen der Ritterorden und Tumtcrgcseilsdiaftcn, Schweizer Archiv für Heraldik 1905 u. 1906,- mir nur
aus einem SonderaMruck bekannt.
•**> AI «tu Schultz, Deutsch« Leben in der Vergangenheit {Familien ausgabe Bd. II, IW9ZJ, gibt S. 375 wolil fälschlich an, der Orden sei erst
von Alphons V. <1416—145B> gestiftet «orden.
23
Um 1473 hat Friedrich III*> den Orden als Mäßixkeitsorden mit der Devise „Halt Maß" für Deutsche
land erneuert. Uni 1480, also zur Zeit der Entstehung des Hausbuches, kommen noch alle drei Orden
in Deutschland nebeneinander vor,**> man findet die Abzeichen besonders zahlreich auf Grabmonumenten.
Ganz hat einige Beispiele für die Schweiz zusam menge stellt/ der Mangel einer größeren, das gesamte
Material berücksichtigenden Arbeit macht sich hier sehr bemerkbar. Jedenfalls läßt die weite Verbreitung
der Orden eine Identifizierung der im Hausbuche gemeinten Persönlichkeiten ohne weiteres nicht zu, es er*
gibt sich auch, da wir nicht wissen, ob wirklich der von Friedrich 111. gestiftete Mäßigkeitsorden gemeint
ist, kein Terminus post quem für die Entstehung des Hausbuches,
Unsicher ist dieDeutung des Abzeichens, das der Ritter links neben dem Kaimenordensritter p. 21 a [Tafd24]
auf der linken Seite der Brust trägt. Es läßt sich nicht einmal genau beschreiben. Es ist eine Air von
doppeltem Ring mit einer Quaste daran und kommt nur dies eine Mal im Hausbuche vor.***> Möglich,
daß es sich hier um das Abzeichen einer Rittergesdlschäft bandelt.
Ferner ist das Wappen auf dem Schilde der Brunnenfigur p. 18b [Tafel 19] als bierhergehörig zu er-
wähnen. Wir erkennen in ihm das Kreuz des hl. Grabes, das die Tirularkönige von Jerusalem und
öfters die Herzöge von Lothringen, von denen ja im Texte des Hausbuches an einer Stelle die Rede ist,
im Wappen führten, das aber auch den Pilgern nach dem hl. Grabe in Jerusalem zugleich mit der
„Ritterwürde des hl, Grabes" verliehen wurde. Vielleicht hatte der vornehme Kannenordenritter, der
porträtgetreu neben dem Brunnen steht, selbst auf einer Fahrt nach Jerusalem diese Würde erworben.
Alle übrigen im Hausbuch? vorkommenden Abzeichen gehören im speziellen Sinne zu den sogenannten
Livreen,f> also zu den Abzeichen, durch deren Tragen zwar kein Ordens Verhältnis ausgedrückt werden sollte,
deren Träger aber dodi in einem gewissen, nodi näher zu erörternden AbhängigkeitsVerhältnis zu einer Person
stehen mußten, falls sie nicht selbst die Erwählet der betr. Livree waren. Da über die Livreen noch so wenig
bekannt ist und die daran sich anknüpfenden Fragen für die Aufklärung der mysteriösen Inschrift auf
p, 21a [Tafel 24 J von größter Wichtigkeit sind, müssen wir uns schon etwas eingehender damit beschäftigen.
Nach Grimm (Deutsches Wörterbuch, Bd. VI, 5. 853f. und 1073> ist „liberei" <livree> vom mittel*
lateinischen „liberata, liberatio, liberia" abzuleiten und man versteht darunter ein Abzeichen an der Kleidung,
welches die Zugehörigkeit zu einem fürstlichen oder herrschaftlichen Hause dartun soll, welches aber der
betr. Herr oder Fürst auch selbst trägt. Eine ähnliche Erklärung gibt Wolfg. Sdiönslederus S. 1. in seinem
promptuarium germanico-latmum: Liuerey =insignium principalium, ducalium, regiorum etc., color in vestitu.
Vielleicht ist diese Definition noch etwas zu speziell gefaßt. Ganz allgemein läßt sich die Livree als
ein selbstgewähltes oder verliehenes, ein gewisses Abhängigkeitsverhältnis ausdrückendes Abzeichen erklären,
wobei vorläufig ganz außer Acht bleibt, welcher Gestalt das Abzeichen ist, von wem es verliehen, zu
welchem speziellen Zweck cs gewählt und auf welche Zeitdauer cs getragen wurde.
*> Audi sonst zeigte Friedrich III. reges Interesse für die Ritterorden. In seinem Mctnorflitdenbutfi (herausgeg. v. Chmd, Kaiser l'riedrirh IV.
und Maximilian I. Bd. I) finde! «ich S. 583 die Ordnung der Gescllsdiaft zu Cipem von. ihm eigenhändig notiert. — Die Abzeichen des Mäßig-
keitsordens sind die gleichen v« die des Aragonisdien Kanntitordens: Eine Kette ancinand entweih ter Kannen, in denen beweib drei Blumen
Stedten, al® Anhänger in einem Sonnenkranz das Brustbild Mariae mit Kind auf der Mondsichel, daran hängt ein Greif, der rin Band mir der
Devise: „Hall riiAfV- hält. Sehr scheine Exemplare dieser Onlensinsignien finden sich an der DflrersAen Ehrenpforte Kaiser Maximilians an den
beiden mittleren (großen) Sävltns«fiäften aufgehängt. Auf dem gleichen HoJzsdinitte sitzt ganz rcdits auf dem Ardiifrav ein Greif mit dem Devisen-
bank! „Halt mnfi". Die Kanne mit den Blumen allein findet sidi $ehr deutlich auf dem Dürnsdien Wappen mit den drei Lö^^köpfen <B, 160). - Erxt
kurz vor seinem Tode (am 12. Juli 1492) entschloß sidi Friedrich III. zur Annahme des Ordens vom Goldenen VHcfte. der bei den Darstellungen
Maximilians rine so große Rolle spidt (vglChmel. Regesta Friderid III., p.793 No. 8319 u,Rriffenberg,Hi«.de l’nrdre de la toison d'or(1830J p. ZI l ff.).
••) Für den Aragonisdien Kannenorden führt Alwin Schultz (Fannlienausgabe 1L 1892, S 375} einen urkundlichen Beleg aus dem 15. Jahrhundert
an, Von der Königin von Aragonien erhielt llsung Jr liberry und scsrikdiaft. eine weißt Sk>l tnlt <im kendin, die hat mir jr königlich gnad mit
|ren Senden umgetan etc." - Im Crüncnkrgsdicii Wdf>f.enbuAe (p. XX) ist der Orden neben dem Wappen des „Kung von Arogon" dargestellt.
Ein ähnlidirs Zricher» findet siA nach Leonhardt und Bofltrt (Zritschr. f. bild. Kunst 1912, S. 248) im Wappenbuthe der St, Christophs-
Bruderschaft vorn Arlberg neben dem Wappen des Hani Laun.
+> Im weiteren Sinne sind ttarijrlich auch die Abzeichen der Ritterorden und -geseiht.Lüften als Livreen ZU btzridinen.
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Die Form der Livreen ist mannigfaltig genug/ Farben,*> Monogramme,**) ausgeschriebene Namen,***)
abgekürzte und ausgeschriebene Devisen,*)*) Symbole der verschiedensten Artf f) wurden bei der Tracht
der Maischen und Tiere dazu versendet. Auch an allen erdenklichen Hausgeräten wie Geschirr, Möbel,
Teppichen etc. wurden sie ebenso wie an den Gebäuden, Grabmalen), Schiffen, Wagen, Kriegsmaschinen
u. a. angebracht, öfters begegnet man auch naturalistisdieren Livreen wie Pfauenfedernrf ff) abgebrochenen
Zweigen,*f) kunstvoll zusammengesetzten, aufgenähten Edelsteinen**+> und ähnlichem. Vielleicht sind * I * * 4
•> Vgl. Anm. T.
Die Horbeamten Heinrichs VIII. von England trugen auf der rcditcn Bruslscitc rin rtidovers<hciörk<tlt«S „H" |l k'nricu.c|, auf der finken ein
„R1“ [Rrs]. Vgl. das Porträt im Wiener Hoftnuseum von Holbein (1534) und ein riwnsotche» im Schloß Ripaillc bei Thonen (Paul Ganz, Holbein
d. J, Klassiker der Kunst Bd. XX, S. 105 u. 115). — Jehan Fouquct 0420 — 1460) brachte sehr oft die Livree seines Protektors, des „grand
tresorier de Franc* Etienne Chevalier" auf seinen Miniaturen in der Form des Monogramm« ,,e. c" an. In dem livrr d'brures (Chantilly), das
Fcxiquet 1452 —60 für Etienne Chevalier anfertigre, findet sich auf dem „Martyrium des hl. Andreas“' (F. A. Gruyer, Les Quarante Fouquet,
Paris 1897, Tafel XXX) diese Livree auf der Hals- und Rückrndetke des Pferdes, auf dem Etienne Chevalier ritzt, genau so wie im Hausbuche
öl. ZI a [Tafel 24] in Form des Monogramm« „e. c." angebracht. Bei der Schilderung des Begräbnisses Chevaliers; (Gruyer a. a. O., Tafel XXXIX)
hängen an allen Kerzen Tüdilrin mit rtngewrbien „r. c." dieselben Buchstaben auf dem Babrtuchc. In dem Wethe von George» Latentste«
„Jehan Fouquer” (Paris 1905) ist auf den Abb. S. 19, Z0, 23, ti8 das Monogramm ,.r. c.J* auf Schilden angebracht, S. 43 ist es oben auf dem
Betthimmel vielfach eingorkkr, auf einer ändert« Miniatur auf <km Teppich. — Nicht immer ging das Monogramm auf Vorgesetzte oder auf die
Besitzer selbst, die dem Fraucndknst sich widmenden Ritter brachten sehr häufig atidi das Monogramm ihrer Geliebten an allen erdenklichen
Stellen an. Nur rin Beispiel dafür. Im Livre dTIcures du Duc de Berry (Le Meiste des ElumimtrC», Bd V »TSIh man fast auf jeder Seife auf
zwei verschlungene Buchstaben. Daß diese das Monogramm der Geliebten des Duc de Berry darsteilen, wird durch rin Gedicht im „Livre du
Cuer espri3J' (Oeuvres compfetes du Roi Rene, edirion Qjiatrebarles t. III. p. 117) erwiesen.
•**) In Anfoiiw Vriatds „Mer des 1 listoires (Lyon, Jean Dupre 1486, Meistcrhokschniitc von Georg Ilirtli und Richard Murher 1893, Tafel 26)
wird die Tauft des Königs Chlodwig dargestcllt. Sowohl das llaktund als der Dcdscnsaum des Pferdes, auf dem Chlodwig »itzt, tragt die
Worte „CLOVIS ROY“. — Auf dieselbe Art sind die Namen des „Jehan de Bourgogne" und des „roy de naple" in der Bilderhandsdirift des
Froissart von 1468 angegeben (Alwin Schultz, Deutsches Leben in der Vergangenlreit. Familienausgabe 1892, Fig. 227),
T) Im Grünenbcrgschen Wappenbuchc ist p. CXXXII rin Turnier dargestellt f eine der Pferdedecken trägt die Devise „trug nie**. - Auf einem
Florent inisdeen Kupferstich (St. Georg tötet den Drachen/ P. V. 70, 70) findet sich auf den Zierraten des Pferd« der WahfepTUth „PER FORZA",
Auf den Ptanetenbildem „Sol" und „Venus" der dem Baccto Baldinl rtigrerhrirlwnrn PLaneienkupfersridie (Lippmann, die 7 Planeren, A IV und
A V) sind auf zwei mettsdilkhen Oberschenkeln Devisen eingre tickt» einmal „DROIT KANT', das andere Mal „AMBS DROIT". Dieselbe
Devise „AME DROlT" findet sich auf einem anderen Kupferstiche der Schule Finiguerras auf dem Ärmel eines tanzenden Jünglings (B. XIII.
145. 7). — Abgekürzte Devisen als Livreen sind ebenso häufig, man blättere nur da* Burgkinairsdbc oder Ostendorfsche Turnicrbucfi durch und
nun wird Beispiele genug finden. In diesen Zusammenhang gehören auch die Buchstabenfolgen „A E I O V", „O N W A" und „W EJI im
Hausbcichc [Tafel 26, 57], auf die wir später zu sprechen kommen Hier sei nur an die „Liberia regte Ladislai: A(ma), D (cum). C (lerum),
I (ustidam), P (acein)“ erinnert. Möglicherweise war das römische ,,S P Q.R", das von den Künstlern »c? oft auf den Fahnen der Kreuzlgunji-
bildrr gebracht wird, für derartige Bildungen nldit ohne Einflufr.
ff) Alle Symbole und Embleme aufzirzählrn. wäre unmöglich, <Li es f.ist keinen Gegenstand gibt, der nicht dazu hätte verwendet werden
können, Hier nur ein paar Beispiele. Bei Hefner-AJtcnedc, Trachtenhiich Bd. VI (Tafel 385) trägt ein Mann ein Schachbrett auf dem linken
Lbilcrsdaenkcl als Livree. — Le Duc de Berry «'äldttf neben dem Monogramm seiner Geliebten einen weißen Schwan als. Livree. Er sagt:
„Je fu d anfanment desirr amoureux espris
D'une dame angLaische, servantt du dicu d’Amours,
Que vaheu mt trttlfy par «Ct gracieux toure,
Pour eile prtns ung mot et mis seubz mOn esCti
Le cygne bhnc itavre. Autre mot puls n'y ful"
Im Hausbuch« (pac. 12a, Tafel 8) führt der Planet Jupiter das Schaf als Livt« auf Banner und Df die. — In der Hagenbachchrönik (Moncr Quellen.
Sammlung zur bad. Laiidesgcxch. UL 1863, S. 320) heißt cs: „und furten uf den hulcn Unri# un<l auf dem llndken emiel dri groß vieredeet wirk!
zu einer hübschen liberi.......bei den würflen stund; iih pasß, ich pasB, mit werten dabcigessfiricbcn "
ftt) Pfauenfedern sind in der Hagenhachchrcmik Abzeichen der Österreicher und der österreichisch Gesinnten.
Das Erkenntnis;«ichcn bei den Burgundern ün Krieg war Tsnncntris »ls Helmschmudt, im Frieden Eichenlaub.
M4) In den „Geschichten und Taten Wrilwolts von Schaumburg" (beräUtg. von A. v, Keller, Bihl. d. Lltrerar Vereins Bd. 50, 1859) wird S. 14
beschrieben „Mir was Köstlichkeit Herzog Karel von Burgundeu zu Trier zum Rcidistag cinzoch." Nämtldv „und hat der herrag ab seinem
kürrüss ainen wappenrödt an, dem man nichts anders, dan das allerpect und kosiHthLst edl gestain und wunder schone grolle pcrlcin sadi und
wart über hundert tausent gülden wert. Desgleichen het er uf 6» linlm selten über den pcinhamtsch zu raQ einer rwertien hant brait einen
Porten von solkhen pcrlrin, und das edlstain so maisterlich gesetzt, das es sich mit den färben, so berzog Karl hofgesint füret, der hofklaiduciK
vergleicht etC.“ — Hochinteressant sind schließlich die Berich re über die Hochzeit Georgs, Pfalzgrafen bei Rhein, mit Hrdwig, Königin von Polen,
die 1475 in Landshut In Gegenwart des Kaisers und des Herzogs Sigismund von Österrridi startfand, (Vgl. Lorenz Westenrieder, öcyträge
zur vaterländischen Historie II., 1789, S. 105ff.). S. 203; ..lirm Thur das Hofgewanndt auf dl« Hödurit i*t die varib gewesen, Hall» prawtp
Halb Gra, vnd Weift, alles in einer Sulfla II" VIIIF IXXXl guldin Rrinl. Hem So sein der tibrey gcwcren die auf das Hofgcwandtt gangen
sein Vlllc VIII Librey zu gritt angeschlagen facit Illi* XXV 1b. Illi fr -II Dn." — Ferner S. 122: „Herzog Otto mit den Eaadgraven, greven,
Herren und Rittern, gcizlert mir Jren gestickten Klaidcrn meins gnädigen Herrn Herrog lorgen des prawrigam varib und Uebrey/' S, 134: „Item
llertioj lorig was auf die zeit seins Empfalicns der Königin Hernach gcmcltcr nun bditaidl, N«m1id> Er Hrtt einen kSstlichen, Eerhaurten,
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letztere so^ar die primären. Wenigstens im Frauendienste* *> — und in diesem scheinen sich die Livreen
entwickelt zu haben — ist es doch einfach so gewesen, daß der Ritter Gegenstände, die ihm seine Dame
schenkte, an seinem Hute, Schilde oder seiner Gewandung anbrachte. Erst später wird man zu einer
dekorativen Nachahmung dieser Liebeszeichen geschritten sein, anfänglich in Anlehnung an wirklich vor-
handene, Später an selbst erfundene. Natürlich gingen beide Gebräuche auch nebeneinander her.
Fassen wir die Person des Livreeträgers ins Auge, so haben wir zu unterscheiden zwischen denen,
die sich ihre Livree selbst wählen, und denen, denen sie verliehen wird. Personen, die ihre Livree selbst
wählen, sind vor allen Dingen Fürsten und Hodiaddige^ sie sind es, die andere, besonders den Hof*
Staat und die Hofbeamten, in ihre Livree aufnehmen. — Glcichzustellen mit den Fürsten sind die Ritter«
verbände, die ihre selbstgewählten Zeichen an die Neuaufgenommenen abgeben. Natürlich kann sich
auch jeder Adelige eine Livree wählen und seinen Kreis damit bekleiden, doch haben solche Livreen bei
der geringen Anzahl der Träger nur untergeordnete Bedeutung.
Handelt es sich uni Livreen, die einem noch spezielleren Zwecke gewidmet sind, wie Kriegs«**) oder
Liebeslivreen, SO ist selbstverständlich der Kreis der Träger sowie die Zeit, innerhalb welcher die Livreen
geführt werden, eng umgrenzt. Deswegen sind gerade die Liebeslivreen so überaus mannigfaltig,’ sic finden
sich beim ganzen tumierbürtigen Adel, aber jeder einzelne hat eine besondere, und selbst diese w ird manch-
mal nur für den Tag gewählt. Ebenso rasch verschwindet sie wieder, um einer neuen Platz zu machen,
wie denn auch die jeweiligen Herzensschw'ankungen Veränderungen in der Livree bedingen.
Liber die Zeit des Aufkommens der Livreen in Deutschland sowie ihre lokale Verbreitung läßt sich
nicht viel Bestimmtes sagen. Jedenfalls datiert ihr Gebrauch frühestens in der 1. Hälfte des 15. Jahr-
hunderts***) und da nur bei Höfen und Rittern, die in irgendwelchen direkten Beziehungen zu Frankreich,
besonders Burgund, wo derartiges bereits seit dem 14. Jahrhundert*}*) in hoher Blüte stand, aufzuweisen
hatten. In der 2. Hälfte wird das Vorkommen am Rhein und in Süddeutsddand allgemeiner und im
16. Jahrhundert ist es dann sehr verbreitet, geht jedoch schon langsam wie alles Ritterwesen seinem un-
rühmlichen Ende entgegen.
Nach diesen notwendigen Erläuterungen kehren wir zu unseren speziellen Hausbuchfragen zurück. Es
handelt sich um eine genaue Deutung des Vorganges auf BL 20b —21a (Tafel 23 — 24 und hauptsächlich
um eine nähere Bestimmung der beiden mit Livreen — denn als solche erkennen w’ir sie nach unseni
Vorbemerkungen ohne w eiteres — versehenen Turniergegner. Nadi Retberg <a. a. O. S. 60 f.) hat unser
Blatt ein sogenanntes „Stechen mit Krönigeif' zum Vorwürfe und wir gewahren dk letzten Vorberei-
tungen hiezu. Eine sehr vornehme, höfisch gekleidete Zuschauermenge zu Pferd, unter denen uns bereits
der Kannenordensiitter und sein Partner mit dem quastenartigen Abzeichen bekannt Sind, hat sich
Enngen, Kurtzcn Rogckh der bemühten seiner varib an, darauff «rin Lidrrry von perliii vnd Edelin gestaln NemliA Rubin, pall-is. Saphir gr-
siidl was. Er Hett auff einen gcsAimukteri Httett der bemclten seiner Varib daramb einen köstlichen großen Krantz von großen prriin vnd
auch vil Edelin gestain getziertt, der ob den ftafftzigk Tavscnt ffuMhl wetdt gen Artet wardr, Vnd auch efnen weißen Raigcr pusA federmn. daran
«in k&stKA Haffrtl auff ScAs Tausent guldin werde, gebeffn was, vnd Hett audi der perlin Zeug einen in massen srin Knaben auf seinen pferden
darauff er saB, Item da«ibs im viunad Ranntten aber vier milteinander mit Spicßenn." S. 133—134. „DazwisAcn Hi eitlen Zelten Hertz e-g
Irrigen Knaben auf gewachsen pferden naAeinander, Aulf denselben pferden gannt: pedein rcug die mit Silbncin Spannten vnnd Sengkelti
besALagen. Dieselben Knaben waren mit Hertzog lörigen Varib gannte -«» bekleid t der lr ytgltAer ein seyden pindtten der bemelten Varib mit
Silbrein flynntfcrlrin aufgehebtt, vmb die Huetr, Darauf ain köstlichen weyss. Raigrr federn pusch vnd daran guctie I EVTllI Helten dy bemdicn
pferdt."— Man Vgl.audi die TrachtensAildcrungen der venezianischen Gesandtschaft von 1492 in Strinhausens Zeitsäir. tKukurgcsch. (1395), S. 2+1 ff.
*) Daher auA die andere Bezeichnung „Sirviss" <s<rvie<) für Livree, Man vergleiAe dazu eine der ältesten LivreedcvLsen, die des sAwarzen
Printen ft 1-376) JA dien".
••) Die ganze KrteffswaAt wäre als hierhergehörig su erwähnen. Die srädtischea Organisationen bekleideten öfters Arc Soldaten mit den
Farben der Stadt. Adelige ließen ihre Kontingente in ihren Wappen färben an treten öder sie sonstige AbselAen tragen. — Die uns allen
geläuhge Redensart „Des Kaisers Rock tragen" ist in dieser HinsiAt zu verstehen,
Ein ziemliches frühes, deutsches Beispiel ist die Livree auf dem Grabmaltaodcll Ludwig der Bärtigen von Bayern »Ingolstadt von 1435 (I).
t> V8t ZeiuAr. f. bild Kunst 1912, S 246, Sp 2.
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«ngefundeTi, weniger begüterte Bürgerliche warten zu Fuß auf den Ausgang des Kampfspieles. Soeben
reicht man den gewappneten Rittern die Stedilanzen, die Grieswertel treffen die letzten Anordnungen und
sogleich wird das Rennen beginnen. — Die Livreen beider Gegner sind in gleicher Weise angeordnet
und verteilt: auf der Tartsche, auf dem Halse des Pferdes, auf der Schenkeldecke (genannt „Dülgcn")
und auf dem hintersten Teile der Schabracke. Beim Ritter links jeweils drei mit fünf blättrigen Rosen
versehene Pflanzenstengel, die von einem Bande, auf dem eine Devise zu denken ist, dekorativ um-
wunden werden, beim Ritter zur rechten eine Folge von Buchstaben. Die Rosenlivree ist von typisch
westrheinischem Charakter, eine ähnliche Anordnung linden wir schon bei der Livree des Schwarzen
Prinzen.*) Nun berichtet die Straßburger Hagenbachchronik**) auf S, 389: „Karls von Burgund Pferd
ist mit reichem Lederwerk, das mit Rosen verziert ist, angeschirrt/' „er selbst <S. 388) trägt ein
gesticktes Brusttuch und darüber eine Kette mit einer großen Rose als Kleinod.'* Von seinem Statt-
halter Peter von Hagrnbadi heißt es: „über seine Brust hängt eine Kette mit eckigen Gliedern, sie
schließt mit der fünf blättrigen Rose als Kleinod. Auch sein Pferd hat am Geschirr diese Rose/' S. 283:
„Der eine der Ritter hat zwei 5 blättrige Rosen am Helme/* Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß
diese eben beschriebene Livree im Hausbuche gemeint ist und wir also Karl den Kühnen selbst oder
irgendeinen burgundischen Ritter seiner Umgebung vor uns haben.***) Der Turniervogt mit dem Stabe
und seine Dame (p. 21a oben) tragen dieselbe 5 blättrige Rose als Abzeichen. — Wie steht es nun aber
mit der Person seines Gegners, dem Ritter mit der Inschrift?
Eine genaue Untersuchung derselben dürfte das Rätsel bald lösen. Die erste Frage lautet not-
wendigerweise: Ist die Inschrift auf der Pferdedecke und auf der Tartsdie gleichzeitig und von der gleichen
Hand wie die Zeichnung des BI. 21a [Tafel 24], d. h. ist sie keine spätere Zutat oder, wenn schon
gleichzeitig- mit der Zeichnung, vielleicht nicht von der Hand des Zeichners? — Dafür gibt es eine definitive
Antwort: Die Schriftzeichen auf BI. 21a müssen gleichzeitig mit der Zeichnung und von der Hand des
Zeichners selbst sein. Warum? — Weil die Inschrift auf p. 21a, wie wir bereits sahen, kompositionell
völlig gleichartig aufgebaut ist wie die reich verzierte Rosen-Schabracke auf p. 20b [Tafel 231. Daß
diese Verzierungen aber von der Hand des Zeichners herrühren, lehrt ihre stilistische Übereinstimmung
mit der übrigen Zeichnung. Es läßt sich gar nicht annehmen, daß der Künstler einen Ritter mit, den
andern ohne Livree hätte antreten lassen. Das widerspräche dem allgemeinen Brauche. Folglidi muß
auch die Buchstabenlivree von seiner Hand sein. Doch können dafür noch andere Gründe angegeben
werden. Für die Gleichzeitigkeit der Inschrift und Zeichnung ist natürlich von größter Wichtigkeit, daß
beide mit derselben Tinte hergcstellt sind und der Schriftcharakter der Buchstaben völlig zu der Zeit um
1480 paßt.
Daß die Hand des Schreibers der Inschrift dieselbe wie die des Zeichners ist, gehr auch daraus her-
vor, daß wir auf zwei anderen Blättern des Hausbuches, die sicher vom gleichen Zeichner stammen wie
BI 21a, nämlich auf Bl. 22a [Tafel 26' und auf Bl. 52ai [Tafel 57], drei weitere Inschriften vorfinden,
die, wie die Schriftvergleichung dartut, zweifelsohne von derselben Hand wie die Inschrift auf BI. 21 a
herrühren müssen. wONWA"f) steht auf dem rot-blau-weißen Banner und auf der Arm-
B) Vgl. Zcitsdir. f. bild. Kunst 1912, S. 248. Spalte 1.
M> Vgl E.J. Mene, Quellins^mnifung der badistften Ljndexges<hi<hte 111 (1863), S. 183ff.
•**) Diese Behauptung wurde von Ikiften (Sdhauinsfand 1910, S. 112) aufgesteflt und von Leonhard! und Befort (Zdtidir. f- MM- Kunst 1912,
$, 248) viederhett.
t> Unbekannte, wohl deutsche Device, Herberg-, Kulrurg-esch. Briefe S.63 vermut« ohne Beweis, daß diese Ruths laben „auf den nachherigen
Kaiser Max I. xu deuten sdsdnen". Im' Ssfaatzbeh alter Tafel 119) findet sieh atrf einer Zeltwand dieselbe Devise neben andern:
(flOStlf EABJöAVN. Vielleidii gehört hierher audi der Rest einer Devise „ W A", die auf einem Helme von Albrecht Dürer cin-
gcieidirict ist (Lippfnann, 461). Von ähnlicher Beclrtnung die Burhwaben „A N " auf dem Hausburfimeistersckfie L. 86.
ff) Bruchstücke einer Devise.
binde eines Reiters auf BL 22a,- „A E [I] O [VT*) auf dem rot ^grün-weißen Banner des Blattes
52ai. Sämtliche drei Inschriften gehören notwendigerweise zur Komposition,- die Armbinde auf Bl. 22a
ist ja nur der Inschrift wegen da, ebenso die Hahnen, Eine Sehr zarte, leichte Hand muß es gewesen
sein, die die Buchstaben schrieb,- etwa derselbe Charakter, wie er sich in den Zeichnungen ausspricht.
Klan beachte, wie die zwei Halbkreise des „E" aneinander ansetzen (die drei „E" auf BL 21 a und das
eine auf BI. 52a»>, ferner das r,AJ' mit dem horizontalen Balken oben und dem eckig gebrochenen Mittel»
striche <BI. 21a, 22a, 52a *).
Wir kämen nun zum zweiten Punkte unserer Untersuchung: Wie wurde die Inschrift geschrieben und
wie sind die einzelnen Buchstaben zu lesen? — Wir haben außer den bekrönten Buchstaben auf der
Tartsdie und dem bekrönten ,,E" drei Inschriftzeilen zu unterscheiden: 1. drei Schriftzeichen auf dem Pferde-
halse, 2. vier Schriftzeichen auf der Schenkddcckc (Dülken) des Ritters, 3. fünf Schriftzeichen auf dem Rücken»
teile der Pferdedecke. Alle drei Zeilen wurden von links nach rechts geschrieben und die Zeichnung befand
sich dabei in ihrer richtigen Lage. Dies ergeht daraus, daß bei der ersten Zeile der letzte Buchstabe (rechts)
unvollständig ist, was nicht der Fall gewesen wäre, wenn die Inschrift von rechts nach links geschrieben
worden wäre, also mit diesem Buchstaben hätte beginnen müssen. Aus dem Drucke der Buchstaben —
die zusammengelaufenen Tintenstellen befinden sich immer unten — darf man schließen, daß die Zeichnung
beim Schreiben nicht auf dem Kopfe stand. Wir fassen zusammen: Die Inschrift wurde in normaler, links
nach rechts läufiger Schreibart hergestellt.
Wir beginnen mit der ersten Zeile. Der erste Buchstabe ist rin ,/N", das durch die Zügel zerschnitten
wird. Die Inschrift wurde also erst nadr Fertigstellung der Zeichnung eingetragen. Der zweite ein „E",
der dritte ein Bruchstück des Buchstabens „H"> für diesen Budistaben reichte nicht mehr ganz der Platz
und so fiel sein rechter Vertikalbalken mir der Umrandungslime des Pferdehalses zusammen. In der zweiten
Zeile erkennen wir ohne weiteres die drei ersten Buchstaben als „HCl". Bemerkenswert sind die beiden
Seitenpunkte in der Mitte des ,J"»Vertikalbalkens, sie sind besonders charakteristisch für die Zeit. Als
letztes Zeichen gewahren wir einen uns auf den ersten Blick ungeläufigen Buchstaben. Er ließe sich be-
schreiben als ein „D" mit der Rundung nach links, die aber oben offen ist und an die ein kleines Häkchen
ansetzt; also etwa so: „H". In der dritten Zeile lesen wir: „GN AhlF", wobei auf die für diese Epoche
* ) Im ..Beschrtiljcnden Vcrrcidinis «Irr Illuminierten Handschriften in Österreich^ (Bd. I, 1005, S. 12) wird No. |2 ehi Graduale von 1493
besdi rieben, auf dessen fol. 1 ebenfalls dne grün-weiß-rare Fahne mit der Aufschrift „AEIOV“1 Hattert. Es kann also in unserem Falle,
da Farben und Buchstaben üherrinstimmen, gar keine Frage sein, dafl es sich um die gleiche Fahne handelt Die Devise „AEIOV'1 wurde
von Friedrich I.LI. (geb. 21. Sepr. 1415, gest 19. Aug. 1493) erfunden. Am frühesten tritt sic uns in dem von Friedrich elgenhindfg ge-
schriebenen Gc<lenkhtid»e (vgl. Jos. Cbmd, GcsdihfitC Kaiser Friedrichs IV. und seines Sohnes Maximilian, Bc£. I, S. 577ff.) entgegen und zwar
bereits im Jahre 1437. Friedrich äulkric sich selbst hierzu (S. 57ö); „Pei belhem Pau oder auf wdhrm Silbcrgeschir oder Kirengdunt oder
andern KLainaten der strich vnd die fünf puestaben aeiov strnd, das ist mein Firrcsog Fridrels des Jüngern gebessen oder ich Hab das selbig
paunn oder machen lassen.“ Denig ent Hfl stoßen wir auf diese Devise auch bei den verschiedensten Gegenständen, die mit Friedrich in Beziehung
standen. Sc vor allein bei den Siegeln, und zwar zuerst auf dem Römischen Königssiegd (nach Otto Posse, Die Siegel der Deutschen Kaiser
und Könige, 1L Bd. 1910, Tafel 23, zwischen 1443 und 1450 verkommend) auf dem Revers die Buchstaben „aclcr"; vent dann an fast auf
jedem Siegel. — Weiter« zablreidie Beispiele dieser Devise gibt Theodor Golf lieb (Die Büeherxammlirng Kaiser Maximilians, Leipzig 1900),
Denn alte Bücher, die von Friedrich III stammen, sind mit ihr in Minuskel« oder Kapitalsehri ft, meist mit beigesetzrer J-itiftiSahl, versehen
Das früheste Beispiel S. 21 (Cod. 2704) „1439 A >E I -O • V • “ Die gleichen Buchstaben trügt der Wagen Friedrichs tll., der heute im
Zeughaus zu Grai acifbewahrr wird - Nod» dag Grabmal FriedridH III. rm Stephansdorn von Nichus von Leydens Hand zeigt auf Schrift-
bändrni die bekannten Buchstaben (vgl. Studien zur deutschen Kunstgesdi Bd 131, Tafel 13). — Was die Deutung dieser Devise an langt, so
sind einige von Friedrich selbst in seinem Gedenkbuche gegeben: „als erdrridi ist ostcrrich vneienhan'1', „Auftritt tst Imperarc «bi universo"
und „en amer elkctis iniustis online r ultor, sic Fridcricus ego rengna inea rego" (eine ähnliche Auflösung „En amor electis iustis Ofdinum
ultorr Sic fridcricus ego rex mca iura rego“ stand auf dem letzten Blatte eines astronomischen Manuskriptes von 1409 in einer Wiener Privat-
sammlung, über dir |. Schlager, Archiv f. Geschichte, Statistik, Literatur u. Kunst [Bd. 19, 1828, S. 308] berichtet). — Auch von den übrigen
zahllosen Deutungen werden wohl die meisten auf Friedrich selbst zuriidegehen, der an solchen Phantastereien großen Geschmack fand. An
dieser Stelle seien nur ncwfi einige- gegeben. Im Grüncnbcrgschcn Wappcnbuchc stdar p. Uh „bedutnis der funff vocales: Al ere ist osteriifc
VndrrMit, AI ert Ist öb Vn»'', Auf der hinteren Deckdsrtrc des Cod, genn. tncmac. 68 die Deutung: „Austria Exrrndrtur In Orbetn Vniuer-
sum“. J. A. Sdimeller, Bavriidies Wörterbuch, 2. Ausg., Bd. I (1827 1837) S. 1413f. führt an: „Liberia irnperatoris Fridcrict IFL: Aquila ELfccta
lusta Omnia Vitixit." Sonst noch einige bekannte Auflösungen: „AustriAe es! imptnura orbis universi“ und ^Austria erit in orb« ultima“.
http: .'-d ig i tal. s I u b- d re sd e n de id4 B0959153/40
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Wir führen wissen.
des sogenannten Brückens„M aufmerksam gemacht sei. zlii
zusammenfällr, so daß nur
in Honzontallage.
typischen Formen des „G" und des „M",
beachten ist, daß die Falte der Decke mit dem linken Verrikalbalken des „H
der Kopf dieses Balkens deutlich zum V orschein kommt.
Zusammenfassend ergibt sich für die erste Zeile „NEE", für die zweite „HC 1^1" und für die dritte
„GNAhlF". Auf der Tartsche des Ritters drei Buchstaben „ILLI" bekrönt/1) die ,,F' mit den seitlichen
Zierpunkten, und endlich auf dem Rücken des Pferdes ein bekröntes ,,E
So weit gekommen, gehen wir zur Deutung dieser Buchstaben über. Am wichtigsten müssen uns für
die Identifikation des Ritters die Zeichen auf der I arische sein, denn sie stellen seine eigentliche Livree dar,
wie wir dies auch bei seinem Gegner mit der Rosenlivree zu gewahren haben. Es handelt sich demnach zuerst
um den Nachweis derjenigen Personen, die historisch erkennbar, das bekrönte E als Livree führten. Es
sind dies Kaiser Friedrich 111. (geb. 21. September 1415, gesr 19. August 1493), sein Sohn Maximilian
(geb. 22. März 1459, gest. 12. januar 1519) und Sein Vetter Erzherzog Sigismund von Österreich
(geb. 26. Oktober 1427, gest. 4. März 1496).**)
Das „E" spielte bei dem phantastischen Friedrich 111. eine große Rolle. Zuerst begegnen wir ihm in der
Form von 5 nebeneinandergereihten Minuskel „
das Erzherzogtum Österreich von 1459 (Otto Posse, Dir Siegel der Deutschen Kaiser und Könige, Bd. II,
1910, Tafel 27). In seinem Mfmorancknbuch versucht er sein hauptsächlich aus „F." bestehendes Monogramm
mit der Devise A E I O V, von der wir schon sprachen, zu kombinieren,- so in einem „1446'" datierten
Beispiele, worunter die Worte: „Praescripta recognoscimus" (Climel, Kaiser Friedrich IV. und Maximilian I.
Bd. 1, S. 580). Auf dem Dresdener Sdieibenriß
buchmeistcr selbst zugesprodien wird, tritt uns das bekrönte Minuskel „e" auf der Außenseite des rechten
Obcrsdicnkcis des Königs entgegen. Da das Porträt des Königs mit dem Maximilians nicht übereinstimmt,
kann nach dem Stile der Zeichnung nur Friedrich 1IL gemeint sein, zu dessen Darstellungstypus die Dresdener
Wiedergabe* paßt.
In der gleichen Anordnung wie auf der Dresdener Federzeichnung treffen wir das bekrönte Minuskel
„eZ4 auf dem rechten Schenkel des Vetters und Mündels von Friedrich III., des Erzherzogs Sigismund
von Österreich, und zwar auf einer Federzeichnung der Hagenbachchronik, die ein Ereignis des Jahres 1474
darstellt, aber wohl erst um 1480 entstanden ist.^
Maximilian I. trägt 1497 das bekrönte, von einem Greifen gehaltene „E
Form des Hausbuches — als Livree in einem zu Innsbruck stattgefundenen Scharfrennen gegen Friedrich 111,
e" auf dem I lalsbande seines Pferdes auf dem Siegel für
') „König und Page als Wappcnhalter", der dem Haus
— das „E" genau in der
* ) Retberg a. a. O. S. 61 uhrribc; „An der Tarnxhr sehen wir den Buchstaben E unter einer Krone und beseitet von rwei abgeledijten
Pfählen wie «ter Buchstabe I,"
* *> Für Friedrich III. und Sigismund wurde der Beweis von Bolkrt (Sdraulnsland 1910. S. 112*13) gegeben und von Leonhardt und Boden
(Zriischr. f. bild. Kunst 1912, S. 246. Spalte 2} wiederholt. Nur der Volhtändiglteii halber sei das bekrönte Minuskel ,^e'w, das In der Wenzel -
bibel eine so große Rolle spielt und skher auf die Geliebte Wenzels ru beziehen ist, erwähnt, ebenso das. von Storck (Nfonatsh. f Kurastw 1910,
S, 286, Anm. I) rumhafl gemilchte Wappen mit dem bekrönten E auf einem Schlußsteine des Kreujgangkrruijjewölbes in St. Stephan zu Mainz. —
Ein M mit der Krone findet sich auf dem Martyrium des hl. Sebastian vom Meister des PeringsdörTcr Altars auf einem Satrclknopfe Im Hinter»
gründe. Vielleicht Ist dort der junge Maximilian gemeint, Auf der DürcrsAen Ehrenpforte MaxImtlUukS ist auf dem Bildchen, <Lt* den Kampf
um Neapel vergegenwärtigt, im Vordergrund ein kämpfender Rittet d^rgen teilt, der auf dem Hinterteile der Pferdedecke ein bekröntes „AV"
führt Also analoge Fälle 2 Um bekrönten E genugr noch heutigen Tages ist das bekrönte Monogramm auf Pferdedecken eint häufige Erscheinung.
Detitifwicdergabe: Sduuinsland 1910. S. 113, Abb 12, Gcsamtaufnihmc Karl Wörmann, I land Zeichnungen alter Meister fm Kgl Kupfer»
stidikab, zu Dresden 18-96. Tafel 12. Gdegrntlich einer Besprechung dieser Zeichnung weist Lchrs (Jahrb. d. pretift. Kunsts. 1899, XX, S. 180)
darauf hin, daß das bekrönte „e" natürlich nicht als Monogramm des Künstlers auFzufasien sei. Weitete Beispiele für das Vorkommen von
Livreen auf den Schenkeln wurde bereits S. 25 Anm. f und tt gegeben.
+> Detailwirdcrgabe; Sthauinsland 1910, S. 113. Abb. 11, die gante Darstellung bei Motte, Quellensammlung tur badisA. Landesgevfiichte
(Karlsruhe 1861). Die Handschrift ist 1870 In Straßburg verbrannt. Sie war jedoch nicht das Original, sondern eine getreue, tudi Pausen her»
gestellte Kopie aus dem Jahre 1555, herrührend von Mathis Herman, Sdtuhnrisirr zu Breisach. Das Original Ist verschollen Zur Darstellung
vergWAt Mont a, a. 0. S. 265. Auf der rechten Wade Sigismunds stellen übereinander zwei Minuskel „e‘', darüber eine vom Kopisten 1555
nicht mehr verstandene Krone, aus der -er eine die Krone noch deutliA erkennenlasseride Verzierung macht, deren wahre Bedeutung erst durch
die Dresdener Federzeichnung völlig klar wird,
।
Wir führen wissen,
http: '-'d ig i tal. s I u b- d re sd e n de id4 B095915 3/41
von Sachsen. Die Livree ist vorne am Bug und hinten am Riideetiteil der Pferdedecke angebracht. Eine
Ansicht davon gibt das in Sigmaringen auf bewahrte Burgkmairschc '[ umierbuch.*)
Weitere Beispiele des bekrönten „E" sind mir bis fetzt nicht bekannt geworden, vor allem keine Bei»
spiele, aus denen erginge, daß diese Livree auch vom Hofstaate jener Fürstlichkeiten getragen worden
wäre, wie dies sicher bei der burgundisdien Rosenlivree der Hall ist. Es hängt dies sehr wahrscheinlich
mit der Bedeutung der E-Livree zusammen. Ursprünglich dachte man, bevor die Burgkmairsche Dar»
Stellung Maximilians bekannt wurde, das bekrönte „E" könnte sich bei Friedrich HI. und bei Sigis-
mund in gleicher Weise auf ihre Gemahlinnen, die beiden Eleonoren beziehen.**) Dodi läßt sich das-
selbe nicht auch auf Maximilian an wenden, der 1497 längst verwitwet war und, da sein Vater bereits
seit vier Jahren verstorben, keinen Grund hatte, eine Livree solcher Bedeutung weiterzufuhren. — Auffällig
bleibt immerhin, daß die fünf Minuskel „e" ausschließlich auf dem Siegel des 145/ neuerworbenen Erz»
Herzogtums Österreich erscheinen. Vielleicht liegt in diesem Umstande ein Hinweis, der später einmal zu
einer genauen Erklärung des bekrönten ,,E" helfen konnte. —
\Vie dem auch sei: die E-Livree wurde zur Zeit der Entstehung des Hausbuches von sämtlichen er-
wachsenen Gliedern des Hauses Habsburg getragen, und es fragt sich nur noch, ob wir Irgendeinen
Hinweis darauf haben, im Hausbudie in dem Buchstabcnlivree-Rittcr einen bestimmten Habsburger dar-
gestellt zu sehen. Wenn wir die Entstehung des betreffenden Hausbuchblattes zwischen 1475 und 1480
fcstlegen und dabei, gestützt auf spätere Resultate, annehmen, daß die Zeichnung keine länger zurückliegende
Begebenheit zum Vorwurfe hat, so wäre Friedrich 111. mit seinen 60—65 Jahren fürs 1 urnier wohl zu alt/
es müßte denn sein, daß man in der ganzen Darstellung nur einen symbolischen Kampf zwischen Habsburg
und Burgund sehen wollte, was mir nicht sehr wahrscheinlich verkommt.
Übrig bleiben Sigismund und Maximilian/ beide haben sowohl ihres Alters wie ihrer bekannten Be»
Ziehungen zu Burgund wegen Anrecht darauf, mit dem Budistabcnlivree-Ritter identifiziert zu werden
Für Maximilian, der als einziger das Majuskel „E" in der im Hausbuche überlieferten Form trägt, scheint
mir allerdings der Kampf mit einem vornehmen burgundischen Ritter etwas besonders Bedeutungsvolles
zu haben. War doch der Abschluß jener Neußer Fehde (147.5), von der wir mit Beziehung auf das
Hausbuch noch zu sprechen haben werden, nichts weiter als eine Verlobung Maximilians mit der Tochter
Karls des Kühnen, Maria von Burgund. Daß es bei der Prachtliebe Karls und der jugendlichen Feurigkeit
Maximilians***) damals nicht ohne Kampfspiele abgegangen ist, scheint außer allem Zweifel. Ist dem
so, so hätten wir in dem vornehmen Kannenordensritttr (hinter dem Ritter mit der E-Livree) dann wohl
niemanden anders als den sdto© bejahrten Erzherzog Sigismund von Österreich zu erkennen, bekleidet
mir den Insignien des 1473 von seinem Vetter gestifteten Mäßigkeitsordens, und der reich gelockte Jüngling
neben ihm mit dem qu asten artigen Abzeichen wäre eben einer seiner Arlbergcrf) Ritter. Die Anwesenheit
des burgundischen Turniervogtes mit seiner Dame erklärte sich ebenfalls von Selbst.
Es wird sich gegen diese Deutung vom historischen Standpunkte aus nicht viel einwenden lassen.
Die mir bekannten porträthaften Darstellungen Sigismunds, besonders die in der Hofkirche zu Innsbruck,
stimmen im Typus im wesentlichen mit denen des Hausbuches überein/ die Anwesenheit Sigismunds bei
der Neußer Fehde wird uns in den Quellen ausdrücklich bestätigt und die Beziehungen des Hausbuch*
*} Detail bei Hefner-'Alteneck, Traditcnbuda Bd. 7, Tafel 436.
**) Vgl. Leonhardt und BoBert. Zeitschrift f, bild. Kunst 1912, S. 246, Spalte 2.
•••) ,rEr Kat getriben rirttrspil
Darin crtxdgt audt kurt?«ei1 vit
Mit warheit idt das sprcdicn kau
Als vormals me kein furst hat ihan/'
sagt Dürer auf der Ehrenpforte Maximilians.
Arlberg gehört tu Tirol, dem Stammland« Sigismunds, das diew erst Im März 1460 mit V&rdeMsttrrri<fi an Maximilian abtrat
30
P SLUB
Wir führen WiS^ft.
http: Id ig i tal. s I u b- d re sd e n de id4 80959153'4 2
meistere zu Sigismund und Innsbruck einerseits/) zu Maximilian andererseits**) sind durdi die neuesten
IHorschungcn immer klarer geworden.
Dodi was sollen die immer noch nicht erklärten drei Zeilen NEH / HCIM / GNAHF / auf der
Schabracke des E^Ritters? Stehen sie in einem direkten Zusammenhänge mit ihm, sind sie nur dekorativ
hingesetzte Buchstaben ohne jegliche Bedeutung/**) oder was haben wir sonst hinter ihnen zu suchen? —
Darüber, daß es sich um eine Buchstabenlivree handelt, sind wir natürlich nach unseren früheren Er»
örterungen nicht im geringsten Zweifel. Wir sahen damals, wie überaus häufig sowohl ausgeschriebene
und abgekürzte Devisen, als monogramraierte und ausgeschriebene Namen auf Pferdedecken gesetzt wurden.
Doch ergab sich bisher aus unsem drei Zeilen kein Hinweis auf eine dieser vier Möglichkeiten.
Nun müssen aber diese Buchstaben etwas bedeuten/ sie sind zu sorgfältig hineingezeidmet und bis auf
ein etwas undeutliches Zeichen völlig normal, keine arabeskenhafte Phantastereien. Um so eher dürfen
wir hinter diesen Buchstaben einen Sinn suchen, als wir aus der ganzen Komposition der Insdirift eine
gewisse Absicht des Künstlers nidri übersehen können. Er hätte nämlich, wenn er ganz regelrecht die
Form der Rosenlivree hätte auf die Budistabenlivrce übertragen wollen, das gekrönte „E" auch auf Halsdecke
und Dülgen anbringen müssen,- ebenso wäre das „E" auf dem Hinterteile der Decke nicht so hoch hinauf-
geschoben worden. Das alles hat er aber — offenbar der Inschrift zu Liebe — nicht getan.
Betrachten wir uns die fraglichen drei Zeilen etwas genauer, so müssen wir gestehen, daß 12 Buch»
staben keine abgekürzte Devise oder einen abgekürzten Namen bedeuten können. Es fehlen dazu auch
die Kürzungspunkte. Die Buchstaben dürfen also nur im Zusammenhänge gelesen werden, falls sie
überhaupt etwas bedeuten. In der zweiten Zeile fällt jedem aufmerksamen Beschauer sofort die Buch»
staben Verbindung „HC" auf. Kein Wort und keine Silbe einer der in Betracht kommenden Sprachen,
in denen die Inschrift abgefaßt sein könnte, duldet aber zwei solche Buchstaben am Anfang, auch die
Verbindung „GN" in der dritten Zeile wäre im selben Falle äußerst selten. Lesen wir dagegen beide
Buchstabenfölgen von rückwärts, so ergeben sich zwei der allerhäufigsten Konsonantenverbindungen „CH"
und „N G", wovon die letztere allerdings nur am Silbenschlusse vorkommt.
Dieser Umstand brachte mich zuerst auf den Gedanken, die Inschrift könnte silbenweise in verkehrter
Reihenfolge der Buchstaben geschrieben sein. Die erste Zeile lautet „NEH" und ergibt unigedreht
die Silbe „HEN", die zweite Zeile „HCI^i", also umgekehrt die Silbe „MICH"/ in Verbindung mir
der ersten Silbe gelesen also „HENdl CH". In demselben Augenblicke erinnern wir uns, daß auf
Pferdedecken häufig ausgeschriebene Namen angebracht werden und deuten ohne Stocken das etwas ver*
schriebene und unklare Zeichen „H“ als ein umgestelltes „R" und erhalten damit den Vornamen
„HENRICH".
•> Wir wissen, «hfl einer der frühesten Besitzer des Hausbuches Beziehungen :u Innsbruck unterhielt; Ludwig Hof zog nach Innsbruck.
Wir vermuten ferner, daß zwei Hauptwerke der Budiillustration, die Steinhöwcischc Boc'caccioähersetzucig. «He der Frau Sigismunds, Eleonore
von Schottland, gewidmet ist, und der Sreinliövekche Acsop, der Sigismund sriMr xugeeignet wurde, von der Hand des Hiiustadunefatteni illustriert
sind Wir wissen ein!lieh, daß jener Maler Mang, der als Vater des Hausbudnncisltrs vorg«<hlagen wurde, Kit Sigismund Altarwerke nach
Seefeld bei Innsbruck geliefert har, und daß die Familie Mang bald darauf In Innsbruck ansässig wird tiltd « dort ZU einflußreichen Stellungen
bringt. So taucht 1502 ein Goldschmied Conrad Mang mir Arbeiten für den Hof auf und ist als Innsbrucker Bilger auch die nächsten Jahrzehnte
all Goldschmied tätig. 1529 wird ein Conrad Mang — vielleicht ist cs derselbe — als Stadtriditer von Innsbruck erwähnt. Ein Eustachius und ein
Adam Mang begegnen uns ebenfalls öfters. Sollte das alles zußllig und ohne Zusammenhang sein» Falls die Identifikation des altere Kannen-
ordenritters mit Sigismund sich bewahrheiten sollte, hätten wir in der Dame auf p.lSb [Tafel 19] seine Gemahlin zu sehen, jene geistreiche Frau,
die sidi durch Übersetzungen aus der französischen Literatur audi in der Geschichte des Romans einen Namen erworben hat. (Vgl, Bcbertag,
Ge«h- des Romans in Deutschland, 1876, S. 71.> Dieselbe starb am 20. Nov. USO Der Vorwurf dieser Zeichnung müßte also variier liegen.
*•) Eine Zeichnung im Berliner Kupferstichkabinett spielt auf die Brügger Gefangenschaft Maximilian« I4S8 an. Sie ist unzweifelhaft vom
Hausbuthnieister. — Auf zwei weitere Darstellungen Maximilians im Hausbudie werden wir noch zu sprechen kommen.
*♦*) R ei berg a. a. O. S. 61 f. schreibt dazu; „am Halse, Düigen und Rü&cntfil der Roßdccke je eine Reihe susarnmengesAobener Buchstaben,
wie solches namentlich auch auf Gewaruhtreifen in Altargemälden zu Ende des 15. Jafifhumkrt« und besonders oft auf Gemälden Zeithloms
vwk'mmt und wie es scheint, mit keinem andern Anspruch als wie Verzierung zu dienen. Hier und da Meilen Sich jedoch solche scheinbar
willkürlich zusammengcstellte Buchstaben auch als die AnfcutgsbuAitaben der aufeinanderfolgenden Werte eines Wahl- oder Sinntprudw« däf
und «cs mochte es im andern Fall einen gewissen Reiz Leben, die Lust zu der Auflösung solcher wirklichen oder scheinbaren Rätsel zu erwecken."
31
ff SLUB
Wir führen Wissen,
http: ’-’d ig ital.s I u b-d re sde n .de? id4 8 09591 53/43
Die Schlußzeile, umgedreht, ergibt die etwas sonderbare Lesart „FMANG". ,,FM" ist wiederum
keine deutsche Konsonanrenverbindung am Anfänge einer Silbe. Da fällt uns ein, daß wir gleich bei Beginn
der Inschriftenuntersudiung unzweifelhaft feststellten, daß der Schreiber in normaler Weise von links nach
redhts schrieb, daß also, wenn die dritte Zeile eventuell aus zwei versdiiedenen Bestandteilen sich zusammen-
setzte, der letzte natürlicherweise rechts von dem ersten stehen müßte. Wir streichen daher von der
Buchstabenfolge rechts beginnend soviele Zeichen ab, bis der davon links stehende Rest rückwärts gelesen
einen Sinn ergibt. Nehmen wir rechts das F weg, so bleibt „GNAH" = „HANG" und damit ein
gebräuchlicher Nachname übrig. Weitere Streichungen von rechts nach links sind unmöglich, weil, wenn
wir F und H wegnähmen, der Rest „ANG" zwar vielleicht noch ein nomen proprium abgäbe, die
Konsonantenverbindung „Irl F" (,,FM" rückwärts gelesen) aber Schon aus dem Grunde unmöglich einen
Sinn hätte, weil eben kein Wort der in Betracht kommenden Sprachen mit „PM" beginnen kann. Wir
lesen also in der dritten Zeile „HANG/P" und im Zusammenhänge „HEN RI CH/HANG/F".
Soweit angelangt, vergegenwärtigen wir uns leichtlich, wie der Künstler die Inschrift fertigte, als er
„Henrich Mang F" schreiben wollte. Er schrieb zuerst die erste Silbe rückwärts „NEID und begann
dabei, wie das auch der Inschriften befund ergibt, mit dem Budistaben „N". Dann folgte „HCId" mit
„H" beginnend, darauf „G NAH" mit „G" beginnend, und als er damit fertig war, setzte er das „F" als
letztes Zeichen dahinter. Die ganze Deutung der Inschrift ist demnach völlig zwanglos und nur eine
logische Folgerung aus allen Hinweisen, die uns die Inschrift selbst und die Kunde der Livreen im all-
gemeinen an die Hand gibt.
Nur ein Punkt steht Jetzt noch zur Untersuchung* Wie kommt die umgekehrt geschriebene Inschrift
„Henrich Mang F" auf die Pferdedecke des E»RittcrS? Ist es möglich, daß er selbst etwa Henrich Mang
hieß und nur dem Hofstaate eines der drei Habsburger angehörte und so ebenfalls berechtigt war, die
E-Livree zu führen? — Daß der DargcstcKte selbst Henrich Mang geheißen hat, ist unmöglich, weil uns
erstens kein Henrich Mang bekannt ist, der von so hervorragendem Ansehen gewesen wäre, daß er in
Gegenwart vornehmer Adeliger ein Turnier mit einem vomdunen burgundischen Ritter auszufechten gehabt
hätte, und weil zweitens sonst sein Name in normaler, nicht in unigedrehter Form geschrieben wäre.
Denn nur in deutlich lesbarer Form hatte cs überhaupt einen Zweck, seinen Namen als Eigentümer auf
einer Pferdedecke anzubringen, und nur in dieser Form sind uns ausgeschriebene Namen auf Livreen bis
jetzt begegnet.
Wer härte aber sonst irgendein Interesse daran, in geheimnisvoller Weise seinen Namen auf der
Pferdedecke eingetragen zu sehen? Doch niemand anders als der Künstler selbst, der in spielerischer Weise
den Typus der Namenslivree für seine Signatur benutzte. Gerade deshalb war es ihm auch unmöglich,
seinen Namen in normaler Weise anzubringen, denn sonst hätte jeder Leser in Henrich Mang den Dar-
gestellten gesehen. Dieser sollte aber doch, wie eben aus der E-Livree hervorgeht, ein Habsburger sein.
Da blieb dem Künstler, als er sdion einmal die Idee zu einer solchen Signatur gefaßt hatte, nichts anderes
übrig, als den Namen rückläufig zu schreiben und so bei dem flüchtigen Betrachter die Ansicht zu erwecken,
die Buchstaben bedeuteten irgendeine abgekürzte Devise oder seien überhaupt nur rein dekorativ
beigesetzt.*)
«riwei Prägen wird man sich nun noch vorzulegen haben. Gibt es weitert Signaturen in Livreeform
und wie ist es zu erklären, daß ein Künstler seine Signatur derart anbringt, daß sie nur mit großer
Mühe als solche erkannt und entziffert werden kann? — Den echten Buchstabenlivreen nach hatten wir
Livreesignaturen in ausgeschriebener und monogram mierter Form zu erwarten, und tatsächlich finden sich
solche in größerer Zahl. Idi will mich hier auf ein paar besonders lehrreiche Beispiele beschränken. Der
*) Aus demselben Grunde ist wabrsAcinliA auA das „B" so uuikutlidi ausgefallen.
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Wir führet! Wissen
http: '-d ig i tal. s I u b- d re sd e n de id4 B0959153/44
Typus einer ausgeschriebenen Livreesignatur mit E>eigcfügrer Devise tritt uns in der bekannten Inschrift
„d'PFENNlNGj 1RR9) ALS ICH CH VN" („der Pfenning, 1449, als ich divn") auf einer
Kreuzigung der Wiener Galerie entgegen. Sie ist auf der Pferdedecke des Hauptmanns angebracht und
zweifellos — trotz Otto Fischer*) — als Signatur aufzufassen, Den I ypus einer monograminierten
Livreesignatur <auf Pferdedecken) treffen wir sowohl bei Dürer**) als bd Burgkmalr.***) Diese Beispiele
mögen genügen. Unsere Signatur ordnet sich zeitlich zwischen diese.
Bei Betrachtung von mittelalterlichen Signaturen geht man manchmal von einem falschen Gesichtspunkte
aus: die Signatur sei nur aus dem Grunde angebracht, weil der Künstler durch sie der Öffentlichkeit zu
erkennen geben wollte, er <und kein anderer) habe das Werk gemacht und kein anderer härte cs so
machen können, weil er sie also gewissermaßen als Schutz- und Reklamcmarke hätte benutzen wollen.
Nichts ist unrichtiger als diese Annahme. Das so oft gehörte Schlagwort von der Entwicklung der Indi-
vidualität in der Renaissance gilt auch hier. Alf diese Voraussetzungen für die Signatur sind aus der
Renaissance und den ihr folgenden Epochen gewonnen. Als wichtigstes Beweisglied mag folgende Tatsache
dienlich sein: erst in der Renaissance beginnt man der Signatur einen besonderen Platz im Bilde anzuweisen.
Der mittelalterliche Künstler ging von der Ansicht aus, die Signatur habe eigentlich mit der Komposition
selbst gar nidits zu schaffen. Brachte er seinen Namen wirklich im Bilde und nicht auf dem Rahmen an,
so suchte er ihn irgendwie zu motivieren, d. h. er benutzte dazu Stellen, an denen an und für sich schon
Insdiriften stehen konnten, z. B. sehr oft Gebäude oder ähnlich geeignete Orte. In diesem Sinne geht die
Entwicklung der Signatur auffällig dem langsamen Einwachsen der Stifterfiguren in die Komposition parallel.
Das Rückwärtsschreiben der Signatur ist eine uralte Gewohnheit und entspricht psychologisch ganz den
mittelalterlichen Anschauungen. Der Künstler hat nur für sich selbst eine Freude, auf seinem vollendeten
Werke seinen Namen zu setzen, nicht um vor anderen als Verfertiger zu prangen, sondern nur des
kindlichen Genusses wegen, da an irgendeinem unbeachteten Orte seinen Namen eingeschmuggelt oder
hincingeheimnist zu haben. Diese Methode findet sich besonders häufig bei den Handsduiftenschreibemf)
und es liegt nahe, daß der Hausbuchtneister bei seiner Beschäftigung mit der Handschriften- und Btich-
illustration damit bekannt geworden ist und so auf die Idee gelangte, seinen Namen gerade auf diese
Art der Nachwelt zu überliefern.tt)
Daß unser Künstler eine wahre Scheu besaß, seinen Namen zu profanieren, ergeht daraus, daß sidi
auf keinem seiner Stiche oder Gemälde irgendein Monogramm oder dgl. befindet. Auch seine samt*
liehen bis Jetzt bekannten Zeichnungen sind mit einer Ausnahmettt) unbezeichnet,- ebenso die Holzschnitte.
Ein Grund mehr, unsere sonderbare Signatur im Hausbuche als solche gelten zu lassen, zumal wir
*} Otto FkAer, Die altdcutsAe Malerei In Salzburg (I lEersemanns Monogr. XII, 1908) hat den Meister Pfenning „Konrad Laib'' getauft
«Emst Hei«lriA, Die altdeutsAe Malerei, Tafel 38, hat es ihm leider naAgesArieben). Hans Tietze, K um tgesA. Anzeigen <Nö. 2. 1910, S. 47)
bemerkt hierzu mit Recht; „Im Emst gesprochen,. ein derartiger Übergriff der sogenannten Kennerschaft ist nahezu ohne Beispiel in elcr ganzen
KtinstgcsAiAte." Tietz« führt dann des «eiteren aus, daß uns auA andere Künstler nur der Signatur nach bekannt seien, wie Lucas Maser.
Ulrich Schreier von Salzburg rind Hermen Rodt/ deshalb seien diexelben aber nicht ohne weiteres im Reich der Fabel zu verweisen.
••) Im Gebetbuch Maximilians f, 558.
I läufig im Weiß Kernig.
f) Man vgl. Wattenbadi, Anleitung zur lateinischen Palaeographic, 4. Auf!., S. 12 und Maurice Prou, Manuel de Paleographie <1910) S. I6-L&7.
— Für die Zelt des Hausbuches hat K. Haebler (Eentralblatt für Bibliothekswesen XXV11, 1910, S, 553) ein sehr schönes Beispiel gebracht.
f f) Ob da« „F” der Signatur als „Fecitv oder als Abkürzung des Herkunft««- oder Aufenthaltsortes (j. B. rrFriburgenri<') des Künstlers auf-
eul&sen Ist, lasse ich dahingesttlk. Beides w3re möglidi., dodfi Ußr sich, solange eine gründliche Gcsrfiidite der Signatur fehlt, nidits Definitives
darüber sagen. — Ein weiteres Beispiel einer rückläufigen Künstlcrslgnatur haben Leonhardt und Hofiert (Eritschr. f. bild. Kunst 1912, S. 249,
Anin. 3) gegeben. — Ähnlich geheimnisvoll sind schließlich auA die frcmdspradiliditn, z. B. griediizdicn und hebräischen Signaturen, die sich u. a.
hei Mant eg na oder Lorenzo Costa finden. — Nachdrücklich zu warnen ist dagegen vor dem Mißbrauche, nun in jedem arabeskenhaften Zeichen
oder in jeder dekorativen Buchsralienlivree eine Signatur zu finden. Die angebliche Inschrift „Hans Peurl", gegen die Max Hadi (Rcpertor. f.
Kunstw. 1909, S. 407ff.) mit Recht Protest erhob, Ist ein lehrreiches Beispiel. Ob in dem Monogramm Mh auf Tafel 33 «p. 25 b) eine Signatur
d« „Mang henriA" zu sehen ist, halte ich niAr für sicher. VielleiAt geht diese InsArift auf einen der I lofs als Berit:«1 zurfldt. Vgl. S. 17 Anm. *.
von Storck attribulertc ZriAnung ein« AmtbruvisAützen von 1485 zeigt ein „b” als Signatur.
5 33
SLUB http://digital.slub-dre3den.de/id480959153/45
Wir führen Wissen
sahen, dal) kein einziger äußerer Grund dagegen spricht und zudem durch die neuesten Forschungen fest*
gestellt worden ist, daß es tatsächlich eine bekannte deutsche Künstlerfamilie namens „Mang"*> gab, aus
der unser Meister entsprossen sein könnte.
III. HISTORISCHES
Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß diejenigen Zeichnungen des Hausbuches, die überhaupt An-
spruch darauf erheben können, als Versinnbildlichungen historischer Ereignisse aufgefaßt zu werden,**)
dies höchstens in zweiter Linie sind. Der Zweck der Hausbuchdarstellungen war lediglich praktische
didaktischer Natur: sic wollten dem Besitzer zeigen, so sieht rin Scharfrennen aus, so formiert sich ein
Heereszug, so wird eine Wagenburg angelegt usw. Daß der Künstler dabei, vielleicht sogar auf An-
regung des Bestellers, wirkliche Begebenheiten, die besonders geeignet waren, das Verlangte zu zeigen,
und die nebenbei auch in irgendeiner Hinsicht sich in das Leben des Künstlers oder Bestellers einßoditen,
zu Hilfe nahm, ist ebenso sicher, für den Zweck des Hausbuches aber im Grunde unwichtig. Von
solchen Darstellungen dürfen wir daher keine historisdie Treue erwarten. Das historische Moment konnte
für den Künstler nicht zur Hauptsache werden/ es mußte vor dem rein Technischen in den Hintergrund
treten und, wo es Sidi nidit mühelos in die Darstellung einfügte, ausgeschaltet werden.
Vergessen dürfen wir auch nidit, daß nodi ein dritter beaditenswerter Punkt hinzukommt, die Vorlage des
Künstlers,- sie war sicher, soweit wir es nach der Art der Benutzung der Planetenvorbilder abzuschätzen ver*
mögen, wenigstens für die Komposition im großen ganzen maßgebend, und der Künstler hätte seine vielleicht
nach einem ganz anderen Vorgänge gezeichneten Quellen wesentlich umarbeiten müssen — auch in der Gc^
samtanlage —, wenn er die von ihm beabsichtigte Begebenheit hätte getreu schildern wollen. Daran war je-
doch damals selbst den rein historischen Illustratoren wenig gelegen, der Sinn für historische Korrektheit, für
historische Kritik mangelte dieser Zeit — neben ganz seltenen Ausnahmen — noch so sehr, daß sie glaubte,
in Fällen wie den unsrigen durdi Zufügung und Umänderung einiger Details schon für die Darstellung
genug getan zu haben. Wieviel weniger war für unseren Meister die historische Treue, die bei seinen Zeich-
nungen gar nidit oder doch erst in zweiter Linie in Betracht kam, erstrebenswert?
Gehen wir mit diesen Gesichtspunkten und unter diesen Voraussetzungen an die „historisdien Zeichn
nungen" des Hausbuches heran, so scheint es auf den ersten Blick unmöglich, aus ihnen überhaupt den
historischen Kern herauszuschälen. Und dodi brauchen wir uns nur die allgemeine Geschichte dieser Zeit
zu vergegenwärtigen, so ist auch dieser nebensächliche Aufputz, wenn man so sagen kann, dieser Firnis
von Details, die den Betrachter des 15. Jahrhunderts in der Darstellung den vom Künstler beabsichtigten
historischen Hintergrund erkennen ließen, auch für uns nodi bei vernünftiger Verwertung des Gegebenen
von der gleichen Bedeutung. Audi uns genügen diese kleinen Hinweise, um uns in das historische Milieu
einzufühlen, nur dürfen wir, wenn wir auf Grund dessen die Darstellung für ein bestimmtes Ereignis in
Anspruch nahmen, nun nidit auch alles das zu finden verlangen, was uns heute das reiche Quellenmaterial
lehrt und was wir darnach von einer modernen Rekonstruktion desselben Ereignisses erwarten müßten.
Was sich uns nicht von selbst bietet, dürfen wir nicht einmal suchen, denn es lag nicht in der Absicht
♦> Ein« neue, sehr wiAtige Norit über den Augsburger Meister Mang- hat Abraham (Studien z. deutschen Kunstgescfi. Heft 157 |19|Z|
S.239 Anm. 1> ans Liebt gezogen.— Die Stell« attt dem IntutbnjAer RaitbuA de« Matheis Tümdl von 1472 (fol. 95 verso) sei hier njdi meiner
AbsArlft des Originals gegeben- ,,Ann Suntag nach corporis Christi hab Ich VfriAen Glier, tkdiler von Augsburg, an der Arbait der
so Er auf das Seeuelr macht, und die sein varer von mir emphangen hat. auf sein quitrung geben — — —vj mark Pemer.“ Ferner fol. 148 recto:
[An Erfrag naA sand Jacobs tag[ „Eadem die hab IA maister Mangen malcr poten. den Er her Inn vmb gelt von der tauel wegen, so Er
auf das Sceudt maAt, gesaat hat, dem IA aber xu Äsern mal niAt Hü geben bett, zerung wider haitrt geben--------------VI lb. pemer",
**> Es sind dies Tafel 23i'24, 25’36, 54'57 und 60'61. HistorisAc Reminiszenzen finden siA mannigfaA; ct. a auf Tafel 19,'20, 2L.'22, 27i28,
29'30 und 37.
34
I
1
des Künstlers. (Zwischen einer „historischen Darstellung" des 15. Jahrhunderts und des 20. Jahrhunderts
ist vergleichsweise derselbe Unterschied wie zwischen der Szenerie der Shakespearebühne und der lllusions-
bühne. Jene appelliert an die Phantasie, diese trifft den Verstand.)
Friedrich 111. war ein schwacher Kaiserz weder der äußeren Feinde noch des inneren Zwiespalt ver-
mochte er Herr zu werden und das Reich könnte erst wieder aufatmen, als man den tatenkräftigen
Maximilian am 16. Februar 1486 zum römischen König erwählte.
Friedrich 111. war rin Träumer, ein Phantast/ in den Sternen las er von der Größe Österreichs, sie
allein lag ihm am Herzen, für die Forderungen des Reiches harre er wenig übrig. „Er detr dem rieh
öueh nie kein gürs, die weil er Kcisser was" heißt es in einem Zusatz zur Königshofener Chronik.
Seinen eigenen Vorteil verstand er, soweit es durch diplomatische Schachzüge allein möglich war, trefflich
zu wahren und wie wenige der Habsburger hat er zur Stärkung der österreichischen Hausmacht beigetragen.
Wo aber die bewaffnete Faust den verbrieften Rechten Geltung verschaffen sollte, versagte er, da wußte
er kaum das Altererbte zu behaupten. „Und also was, alz wyt die cristenheit waz, krig und unfrit.
Der romsche keiser dette lutzel dar zu,- er bleibe in seinem lande und waz er mit briffen mochte uß
gerichtet!, anderß hette man kein hilffe von ime, dan wo ime gut mochte werden, daruff waz er geneiget"
bemerkt resigniert die Speyerer Chronik zum Jahre 1461.
Um so größer war das Erstaunen und die Freude, als sich Friedrich III. auf die Bitten und besonders
auf die namhaften Geldzuw^endungen Kölns hin entschloß, am 7. Januar 1475 Herzog Karl dem Kühnen
von Burgund den Krieg zu erklären und am 28. Januar gegen ihn ein allgemeines Reichsaufgebot zu er*»
lassen *> Auch hier war das Ende schließlich eine Verlobung Maximilians mit Maria von Burgund/
die Rcidisinteressen waren den persönlichen Machtgelüsten Friedridis geopfert worden. Und doch hatte
die Fahrt an sidi das Volk auFgerüttelt, cs war ihm im Erkennen der gemeinsamen Gefahr der Glauben
an ein deutsches Reich wieder lebendig geworden und so harte sich gerade dieser wenig ruhmreich endende
Feldzug in aller Gedächtnis eingegraben. Nach so vieler Untätigkeit mußte schon der Wille des Kaisers
für die Tat genommen werden, und die wenigen mißgünstigen Kritiken**) verschwinden hinter der all-
gemeinen Anerkennung.
Zwei gesicherte Reminiszenzen an diesen Feldzug finden sidi im Hausbuchc; einmal im Heereszug
[p. 51 b—52a»; Tafel 54—57' und dann im Feldlager _p. 53a— 53ai,- Tafel 60 — 611, Bereits Harzen (1860,
S, 18) hatte vermutet, das Feldlager stelle den Moment dar, wo beim Ausbrudi des burgundischen Krieges
der Kaiser in seiner Wagenburg xrerschanzt die Belagerung beobachtend und unterhandelnd abwartet. Retberg
(1865, Sri 17fi und 120ff) griff diese Bemerkung auf, dehnte diese zeitliche Fixierung auch auf den Heereszug
aus und brachte zur Unterstützung seiner Behauptung positives Material herbei. Jähns <1889, S. 269)
schrieb im wesentlichen Retberg ab, auch die späteren (der „Historicus" von 1894 u. a.> kamen mit Aus-
nahme von Flechsig über das bei Retberg Gebotene nicht hinaus.
Sicherlich hat der Heereszug (Tafel 54—57) im Hausbuch nur den Zweck, dem Besitzer die Formierung
einer vor dem Feinde befindlichen Marschkolonne vor Augen zu führen. Aus drei Zeilen, deren innerste
k
•> Die wii+irißsten Darm Ober &tfltinktPg. Zus und Stärke des Reichs he« res enthält Müllers Rffchstags-Tlvra trum B<f. 2. — Straßburg sog
beispielsweise „uff zinstag in der karwochen" [ZI. März| nach Neuß ab. Am aSerfrühaten die Augsburger (vierzehn Tage vor Lidirnieß). da
der Kaiser sidi damals gerade in Augsburg atifhirii. — Ca. 19.—24. Mai befand sufi das Reithsheer vor NtuÄ, dessen Stärke am 25. März auf
20000 Marn fesEgelcgt worden war. Vgl.auchWüIcker,Urk. u. Akt brir.d.Belag v.Ncuft (Neujahnibt <L Ver. fGesdi. u.Alt«Tumsk., Frankfurt 1877).
M) „Aber 4o *n,in in das fdt käme und für Nüsse iCrth, do n.im er |der Kaiserl gelt do für und streit nlt, und was ein valsdier heisser - und
was doch alß wol crzuifc vokk do von furscen, iwren, epten, bisth&Srii und ridistctten, als kein man nie gesehen ban tmd vilLidit nycmer
gesehen mag, und nSt gesdulft wank. Das macht der margroffe von BrancfenfrurÄ und em lefirtL 4k rwen noment gelt von dem beruogen
von Burgundr und maduent rin rarhtungc, die do nit fast gfitr wa*. Also do man VIII wodicti im felde, do kam mancher künnr man trmb
sin leben und do sofft man uff sannrr |P«rers| und Paulus oßtnt wider uss dem ve-lde und ;odj yederman wider In sin lant, und herten fürsten
und Heren und srett groß gbt vertiert, dar umb »le der heisser brarhr, und tfodi nint geschafft ward, und was mancher ffirst, fiere oder statt
do, die ]c milcn zu dem geztrg harren." (Fortsetzung der Kftnigshofener Chronik^ Mont, Quellen der bad, Landesgwch, 1, 1648, S. 26C >
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http: //d ig i tal. s I u b- d re sd e n de id4 80959153/47
Wir führen wissen,
die Gepäck- und Fouragewagen bilden, setzt sie sich zusammen. Inmitten der Gassen bewegen sidi
die Züge des Fußvolkes, die durch die in den äußeren Seilen laufenden Büchsen wagen geschützt werden.
Die Deckung des Ganzen hat neben der kleinen Vorhut die nachfolgende Reiterei übernommen.
Daß es sidi nur um einen Heereszug Friedrich III. handeln kann, darüber besteht kein Zweifel: hoch
flattert das rot-grün «weiße Banner mit den Buchstaben „A E • I • O • V-" in der Luft. Der Vorgang
muß also vor 1493, dem I odesjahre Friedrichs liegen. Auf eine nähere Datierung bringt uns der Um-
stand, daß gerade die Anordnung des Markgrafen Albredit Achilles für den Zug nadi Neuß 1474 die
Einfügung des Fußvolkes zwischen den Gassen vorschreibt (Retberg, S. 116>. Bemerkenswert ist aber
vor allen Dingen die Person des Bannerträgers selbst, Retberg <8. 117> vermutet in ihr mir Recht den
jungen, damals gerade 16 jährigen Maximilian,*) von dem wir urkundlich wissen, daß er den Zug wenig-
stens bis Frankfurt a. M. begleitet hat. Endlich sind nodi die Livreen der Reiterei, alle rot-grün-weiß
gefärbt, beachtenswert, denn es steht fest, daß das Augsburger Aufgebot in diesen Farben am Zuge nadi
Neuß teilnahm. Gerade dieses Kontingent wird aber der junge Maximilian begleitet haben, da er beim
Ausbruche des Krieges mit seinem Vater in Augsburg weilte. Die Augsburger marschierten deshalb
auch am frühesten von allen Truppen nach Neuß ab.
Das Feldlager auf p. 53a —53a i [Tafel 60—61] ist ursprünglich nur eine anschauliche Darstellung,
wie man eine \X agenburg anlegt,**) und fügt sich ebenso wie der Heereszug zwanglos unter die übrigen
kneg.s technischen Zeichnungen der heutigen Lage VII ein. Doch hat der Künstler auch hier historische
Erinnerungen eingeflochten. Das Ratternde Reichsbanner zeigt uns an, daß wir es mit einem kaiserlichen
Lager zu tun haben, und aus dem Darstellungstypus des Kaisers, der gerade eben von einem berittenen
Boten einen Brief in Empfang nimmt, ergeht, daß es sich nur um Friedrich III. handeln kann. Die
. nähere Datierung ergibt sich bei dieser Zeichnung unwiderleglich aus den Wappen, während beim Heeres-
zuge uns dieselben in keiner Weise nützlich sein konnten.
Aus den Wagenburgordnungen wissen wir,***) daß immer auf der rechten Seite des Kaisers die Erz-
bischöfe von Mainz und Trier ihren Platz innehatten. Nun gewahren wir auf der rechten Seite das
Zelt mit dem Löwenwappen und vorne daran das Banner des radhaltenden Löwen, Adolf II. von
Nassau war von 1463 — 1475 Erzbischof von Mainz, worauf Flechsig hingewiesen hat/ er war der Kanzler
Kaiser Friedrichs und wir wissen urkundlich, daß er die Neußer Fehde gerade noch mitgemacht hat und
in der Wagenburg anwesend war.']') Die Nassauer führen den goldenen Löwen im blauen Schilde, und
•> Die Körpergröße des Dargestcilren rtimmt auffallend zu diesem Alter. Wichtig ist, daß dieselbe Persönlichkeit als Zuschauer bei dem
SAarfrcnnrn auf Tafel 26 wiederum als Bannerträger ersAcint, und daß sic gerade ein Blatt (Tafel 24) vorher (nach meiner Vermutung) selbst
als Tumiergegner figuriert Dies kann natürlich nicht alles Zufall sein, Auf Maximilian, den „großen Adler'’', wie er in einer gleichzeitigen Prvphc-»
zeiliirng genannt wird, setzte das deutsAe Reich seine gauje I [offinung, und deshalb beschäftigte man sich schon vor der Zeit mit seiner Person
angelegentlich.
Zu vergleichen sind über die Anlegung einer Wagenburg die Abschnitte im Vegcz. (Cap. XXI „Von bewarung der Wagenburg",
Cap XXII „An welchen steten Wagenburg ze machen sein-', Cap. XX1U „Mit was gestalt Wagenburg ru bewaren rind", Cap. XXIV „Wie
man die Wagenburg bewaren «oll", Cap. XXV wWk man die Wagenburg, so der vetnd nahet, bewaren soll ") — Daraus abgeleitete, und aus»
gearbeitete Handschriften finden sich zaflreiA. Ich gebe hier aus „Philips von Seldennedc verzaychenii« der ordenung" (Papier-Handschrift
„DurhA IS" der Karlsruher Hof- und Landcsbibliothek^ spätestens um 1480 geschrieben) einen Auszug au« dem Kapitel von der „Ordenung
vnnd geschieh der «agenburck In ein felcft, zu denn vdnden vnnd vonn denn veindenn" und berücksichtige dabei besonders die für die Haus-
buA<Lu-sie1lucig wkfitigen Punkte. „Der wagenburgfc meister sei erkennen, was zä der wagenbftrdt vnnd dein leger gehöre. Item holte, wasser
vnnd fütterfing rfi finden, stet der wagenburgk vnnd dem volck dar jnnc zb. damadi sol der wagrnbfirgkmcister die wagenburgk iegenn vnnd,
ob « sein not jst, alle naAt dar vmb für schlagen. Item mitten jn dem platz sol der furst (igenn vnnd vff der rrAten seinen «ednn Liegen
des fürsten kemmerer. Item an der nethstrn seil, ann dem ring vff bedenn seiften, solnn liegen die grauen, freyenn, ritter vnd edelnn. Item
der martkt, darauf! man wein vnd prot veil haben toi, die solnn zu denn zwryenn seytren hin den an der wagen burgk liegenm erc. etc."
Vgl. die vorhergehende Anmerkung und Retberg S. 121.
f> In der SpeyerWnfn Chronik ist uns eine der ausführLiAsten Präscnslisten des Neußer Lagers auf bewahrt. „hem ein absArifft alz der
romsdhc keiser ul) Köln vor Nflfl zoA mit den fürsten «mf fwrren und mit des rfAs Stetten, afs man zaltc nadi Christus gebürte dusent -WO
und 75 |ar," Gleich an sweiter Stelle wind aufgtfohrt „der bischoif von Meinte: an der reditcn siten, Adolff graif zu Nassafiwe".
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http ://d ig ital.s I u b-d re ade n .de/id4 8 09591 5 3’4 8
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Wir führen Wissen,
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das Rad ist das Wahrzeichen von Mainz/ die Verbindung des Bistumswappens mir dem persönlichen
Wappen des Bischofs ist sehr gebräuchlich. Bald geschieht cs durch Quadrierung der beiden Schilder,
bald wird das Bistumswappen mit dem persönlichen Wappen des Bischofs als Herzsdiild belegt, bald
gelangt man zu ähnlichen Wappenkompositionen wie der des radhaltenden Löwen. Es unterliegt also
gar keinem Zweifel daß wir tatsächlich rechts vom Kaiserzehe das Zelt seines Kanzlers, des Erzbischofs
Adolf II. von Speyer, vor uns haben.
Noch ein sehr wichtiger Beweisgrund kommt neben den früheren geäußerten dazu, um die Datierung
des Feldlagers auf 1475 zu sichern. Wie schon angeführt, sind am Zelte des Kaisers zwei zweimal
von rot, grün, weiß gespaltene Schilde angebracht. Nun wissen wir, daß Augsburg mit diesen Farben
1475 zu Felde zog,*) wir wissen ferner, daß Augsburg zuerst die Rcichsfahne führen durfte.**) Vor
dem Zelte steht aber die Reichsfahne aufgcpflanzt, die beiden Schilde am Zelte des Kaisers wollen daher
nichts weiteres besagen, als daß für diesen 1 ag die Augsburger die Fahncnwacht übernommen haben.***)
Mag man die übrigen Wappen des Feldlagers deuten wie man wil[,f> endgültig steht die zeitliche
Fixierung des zur Darstellung gelangten Vorganges fest.'l'j’)
•> Retters S. 118.
Retberg S. 122.
Warum <kr Künstler «wohl beim Heereszuge als beim Feldlager gerade die Augsburg« Truppen In den Vordergrund schiebt, will Ich
dahingestellt sein lassen. Arn ehesten würden wir es begreifen, wenn es sich tatsächlich hcrausstcllcn sollte, duft er selbst ein Augsburger von
Geburt war.
t) In der Prawnriistf 4er Speyrer Chronik werden von Adeligen, die etwa als Träger der Wappen in Betrtd»! kämen, genannt: graff
Philipps von Naswuwe. graff Philips von Wurtcnherg, gndfHeinrich von Nassauwe. Alt Wurtenbcrg lijt dem keiscr nahe an der linderen sltten.
Graff Eberhart von W einerberg lijt unden an dem alten von Wurtcnberg. Gothart, lierre zu Epstein. Irem myn her berirog Sygmüt von
Osterich sin botscfiaff lijt auch an «lern keiser ulten an der rechten Sitten, — Die Herren von Hanau oder von Erbach werden in den mir be-
kannten Listen nidit aufgefiührt, '«'ohl aber zahlreiche bürgerliche Geschlechter bei den Städten Man vergl. Klone, Quellen zur bad. Landes«
gesd» |. Bd, <1848) S . 278 und 518f.
ft> Unseren Voraussctstmgcn würde cs widersprechen, wenn wir nun die Gegenprobe machen und die wirk liehen Darstellungen der Neußer
Belagerung also solche Darstellungen, die nur den einzigen Zweck harren, diese* historische Moment festzuhalten — mit unserer Feldlager-
Darstellung vergleichen wölken Da wäre die Qbercinsiimmung nidit grofl. So haben wir z. B. in der Koellxiffsdrcn Chronik rin Bild, wie
„Nuii beratet Ind Wacht" wurde (Städtedironiken Bd. 14 [18771 S. S31>. — Karl der Kühne hatte erlöst dn großes Gemälde der Belagerung
durch seine wohl im Lager anwesenden Hofmaler anfertigen lassen <vgl. Parmrt, Rudolf von Langen [1809]}, Es heißt wenigstens in der Koel-
hoflsdien Chronik „Item nodi waren dair |im Burgundischen l.ag«| pfaffen, schfivcr ind bloisser kenierlinlc umbirint 400", darunter wohl auch
Maler. — Christianus Wierstraat singt Hl »einer „Historl des Belegs van Nuli"
„Wer t wiMcrt wil, der mach dar suedien
in alden ind in nuvffl burdicn
ouch in getneels up manchen ducdien,
hi raiflen und wenden hart," iVcrs 21—24.)
Ausführliche Beschreibungen von Darsicllungei der Neußer Belagerung finden sich dudi in der I lagenbachchronik (Mene, Quellen zur bad.
Larilcsgcsdi ||Jr S.393). — Über die Wagenburg vgl. Ferner Wilwofts von Schaumburg Gesthichm und Taten (Bibi. d. I.itterar. Vereins Bd Kl
118590 S. 24—27 „Wie «ich der Kaiser mit seiner Wagenpurg neben Herzog Karin whhieg und was für Sdiarniütsd Und Schießen daselbst
gcsdiadj."' und R. v. Liliencron, hisror. Volkslieder 2. Bd. <1£66) No. Hl S.MIT, Vers. 17:
„Das alle die sprechen unde [eben,
die on vor Null haben gesehen
gcleger in deme felde
daß die waginborg vif köstlicher was
Von husern und von gerclte" —
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Wir führen Wissen.
http: ’/d ig ital.s I u b-d re sde n .de/id4 809591 5 3 49
E. DIE KÜNSTLERISCHE TÄTIGKEIT
DES HAUSBUCHMEISTERS
m cn Schöpfer der bedeutendsten Zeichnungen des mittelalterlichen Hausbuchs hat die Forschung
3k sich gewöhnt, als ,/Meister des Hausbudtcs" zu bezeichnen und hat in ihm die markanteste
Künstlerindividualität erkannt, die der deutschen Kunst vor Albrecht Dürer und Hans Holbein
t d. J. besdiieden war. Die Frische und Ursprünglichkeit der Erfindung, wie sie aus seinen
Jl Werken uns anspricht, der starke Gcgenwartshauch, der ihnen entströmt, die Schärfe phy*
siognomischer Beobachtung, die ihm eigen, der treuherzige Humor und überlegene Witz, der ihn als Ge-
fährten seines literarischen Zeitgenossen Sebastian Brant erscheinen läßt, — alle diese Züge haben ihm
das besondere Interesse der Forschung erworben und vermögen sogar den Laien festzuhalten, der sonst
nur mit einer gewissen Scheu vor der Betrachtung der Kunstwerke aus dem 15. Jahrhundert zu stehen
gewohnt ist. Es ist das Einzigartige seiner Kunst, daß sie zum ersten Male Züge ausbildet oder er-
strebt, die in der modernen Kunst recht eigentlich zur vollen Entfaltung gekommen sind. Es ist psychologisch
begründet, daß die ersten Forscher, die seiner Kunst besondere Beachtung widmeten, ihn mit Zeitgenossen,
wie Chodowiecki und Hogarth in Parallele setzten, gerade wie wir Heutigen in seinem Werke Spuren
des Geistes entdecken, der in der Kunst Jener Schwind, Böcklin und Thoma, oder aber gar Goya und
Rops enthalten ist. Es ist das ihrer Kunst Gemäße und Verwandte, das sie Vorschmeckende und
Ankündigende, das nach einem Ausspruche Nietzsches, den Geschmack der Kunstgenießenden fesselt.
Ja, der uni die Erforschung des Hausbuchs verdiente schwäbische Gelehrte R. von Retberg scheute sich
nicht, das Hausbuch in die erste Reihe mit den Dokumenten deutscher Geistcskultur zu stellen: „Hs geht
mir — schreibt er — mit unserem Hausbuche, wie mit der Edda, dem Nibelungenliede, der Gudrun
oder dem sogenannten Gebetbuch des Kaisers Max und den übrigen Werken unseres herrlichen Meisters
Dürer, oder Goethes Faust oder den Stichen nach Cornelius — immer wieder möchte man von vorn
anfangen und es geschieht denn auch, so oft ich das Bedürfnis habe, recht gründlich mit Hochgenuß aus-
zuruhen"
Die Zeichnungen des Hausbuches, die in kultureller Hinsicht der allgemeinen Zeitgeschichte und be-
sonders auch der Kriegsgeschichte Material geboten haben, sind künstlerisch nicht alle von der gleichen
Qualität. Das Wappen auf S.Za, das Blatt mit den Gauklern S. 3a, die Initiale S. 16b, der Liebes-
garten S.24b —25a, sowie das Bergwerk S.35a erfordern eine gesonderte Betrachtung. Es ist bereits
ausgesprochen worden, daß wir in dem Wappen auf S.Za, über dessen heraldische Bedeutung an anderer
Steife gehandelt ist, sicherlich eine Kopie zu erkennen haben, sei es nach dem auf S. 34b vorkommenden
Wappen, oder aber, was wahrscheinlicher ist, nach einer unbekannten Wappenvotlage, die dann auch
der in Basel <U. 1.2) befindlichen Kopie zum Vorbild gedient haben mochte. Das Blatt mit den Gauk-
lern, S. 3a, ist in allen seinen Details aus Stichen des E S, kompiliert: die beiden Burgen des Hinter-
grundes gehen auf die Schlösser der Geburt Christi <L. 21)*) und der Stigmatisierung des heiligen Franz
(L. 143)**> zurück, die Gruppe des Burgherrn kommt von dem Martyrium des heiligen Sebastian
(L. 157),***) wo Diokletian mit seinen Begleitern dargcstellt ist/ der Reiter mir erhobenem Arm ist aus
dem großen Liebesgarten <L. 215) übernommen/ alle einzelnen Figuren gehen auf Spielkarten des E. S.
♦> Das zweit« Btrgsdjicf' von link«. Vgl. Lelitt, KrithAer IGiulög ITr Tif.53, No BO (B. VI. 9 12.}.
’*) Das BergsAloB mit Baum ohne die beiden links und rerfits auf den Felsen stehenden Bäumchen. Vgl. Lclirs, Taf, 51, No, 208
<B. VI. 30 70.).
Vgl. Lehrs Tat 65, Nö, 167 <B. VI, 28, 75.) ynd G-eisberg, die Anfänge des Kupferstichs Tafel 37, S. 86.
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Wir führen wissen.
zurück *> Auch der als Inifialsdimuck (auf S. I6l>) verwandte Stein werter als Knabe mir lockigem Haar
gebt auf eine Spielkarte des E. S. zurück?*) Das Bergwerk, S.35a, steht ganz für sich.
Der Liebesgarten schließt sidi wenigstens in der linken Hälfte an den gleichnamigen, vidgdeannten Stich
des E. S. <L. 215) an.***) Doch handelt es sidi in diesem Falle nicht lediglich um ein gedankenloses Plagiat,
sondern mehr um die Überarbeitung einer vorhandenen Vorlage. Kostümliche Veränderungen und anmutigere
Charakterisierung der 3 ypen, sow ie die perspektivisch sicherere Anordnung der Gartenmauer zeigen die
vorgeschrittene Freiheit eifies späteren und selbständigen Künstlers. Der Bretterzaun des Stiches ist nadi
hinten geschoben und erweitert, an Stelle des Falken hat auf ihm ein Pfau Platz genommen. Im MitteL
gründe ist ein Ziehbrunnen aufgestellt/ die Figuren sind um eine Frau und einen zweiten Narren mit Keule
vermehrt worden, die von rechts herbeieilen. Die etwas sehr schematische Charakterisierung der Vegetation
auf dem Stidi des E. S. ist natürlicher gestaltet und verlebendigt. Die ganze, rechte Hälfte, S. 25a, ist an
die Darstellung der V orlage neu hinzugefügt,- zw'isdien beiden Seiten fließt ein kleiner Badi mit einem Steg.
An seinem Ufer stößt ein Falke auf eine Ente/ eine Wassermühle — die stilistisch mit den technischen
Zeidinungen des Hausbudis Übereinstimmt —, Felsen und reiches Gebüsch geben den landschaftlidien Hinter*
gründ ab. Als Staffage treten auf ein Herr und eine Dame, die wiederum eine etw as veränderte Kopie eines
E. S,-Stiches (Geburt Christi, L. 23>f> «Erstellt. Das Gesamtbild zeigt trotz aller Abhängigkeit von
Stichen des E S. selbständige Qualitäten der Komposition und individuelle Charakterisierung,- die hart*
stedierisdie Manier des E. S. mußte einer mehr malerisch duftigen Zeichnung Platz machen. Deutlich führen
Verbindungslinien zu Stichen des Hausbuchmdsters (vgl. L. 75, 73, 54, 7, 70} und auch zu anderen Original»
Zeichnungen des Hausbuches, wo z. B. auf dem Planeten Merkur, S. 16a, die völlig übereinstimmende Form
des auf dem Tisch stehenden Bechers wiederkehrt.Ft") Die Wahrscheinlichkeit spricht nach diesen Ausführungen
dafür, daß wir in diesen beiden Blättern des Liebesgarten eine eigenhändige Zeichnung eines Hauptmeisters
zu erkennen haben, der hier — w ie auch anderwärts bei den Stichen — V orbildern seines Lehrers H. S.
folgt und sie selbständig verarbeitet. Selbst in den übrigen Zeichnungen des Hausbudies sind Qualität^»
unterschiede zu erkennen, die den meisten der bisherigen Betrachtern wohl zum Bewußtsein gekommen sind.f
Als die feinsten und vollendetsten Blätter sondern sich ohne Müht S. 13a, 14a und 17a deutlich ab, sie
stehen in der zarten und tonigen Art der Strichführung der ausgezeichneten Technik der Kaltnadtlradierungen
am nädisten und ermöglichen am überzeugendsten und leichtesten den Nachweis der Identität des Kupfer*
Stechers, den man früher Meister des Amsterdamer Kabinetts nannte, und des 1 lausb nehm eist ers selbst.*
•) Der züliöAstsithetufe Jüngling (Fcucrsdd Inger} stammt von d-er MeiisAen-Sieben (L.245, vergl. Lehn, dir Spielkarten «les EL S. 1892. Erste
aufterordmilidic Publikation der Cbalkographisdoeii GesclisAaft No. 5: Jüngling unten links). Die beiden sAräg nadi unten folgenden Figuren
«Messcrwerfer und Sddangenbeawinger) sind der McngAen-Nfttn entlehnt <L. 247, Lehr», Spielkarten des E. S. No. 7; Erste Figur <kr mittleren und
dritte Figur der unteren Reihe). Die beiden kämpfenden Paare sind der Men<A«*fi • Vier enmommrn (L.242? Lehrs, Spielkarten du R. S. No. 2).
•*) Der Strinwerfrr ist der Menschen«AAt entlehnt. (L. 246, Lehrs, Spielkarten des E. S. No. 6.) Da die Entstehung dieses Kartenspiels
von Kämmerer (Jahrb. d. kgl. prruft. Kunsts. XVII, S. 152> mit ziemlicher Sicherheit auf die Zelt ewisrhen 30. Man und 5. Oktober 1-163 fest«
gehest ist. so ergibt siA dieser Zeitpunkt als »uherer lerminus post quem für <l«e Entstehung dieser HaushuAsekhnungen.
***) Vergl. Lehrs, Rep. f. Kunst*. XVI, S.327, 13. und Gciäberg, Anfänge, Taf. 44 S. 96 (B. V L 35.90,.
f> Das Vorbild der schreitenden Frau ist die vordere der beiden Hebammen, vergl, Lehn, Taf. 55, Na. 136 <B. VI. 10.1)-> und Cicjsberg, Taf. 31.
rit? Die SdiilfgeMrädite erwfielnen in gleiAcr Weise auf S. 19b, die gezackten Wellen in» Vordergründe cbenfall'- S. 19b 20a.
tft> Bereits Förster hat diese Tatsache mit zwingender Klarheit erkannt und ausses-proAcn, er «Ardbt zutreffend: ..Bei den Planeten Lsr zwar im
Geist der Komposition eine große Qt>«rei«uttimmung, aber im Vortrag, in der Festigkeit der Hand, in der Reinheit und Starke des Striches, selbst In
der Zeichnung der Formen und Charaktere ist dn* Verschiedenheit deutlidi wahr:unehmen— Audi Harzen und die Herausgeber des Hausbudies,
»OWie neuerdings besonders Bcth, Boßert und Storck haben mit Entschiedenheit die Qualitätsunrersdilede der einzelnen Zeichnungen betont. Allerdings
haben i kdisig und Weizsicker diesen Abführungen u-idmprodien, ohne fccfcidi auf die Beweisführung der genannten Autoren weiter einzugehen,
*t> Naumann har neuerdings versucht, die Iwtden Meister wieder voneinander su trennen. Seine Ausführungen, obglcidi sie auf eint geist-
reiche Art Sdswierigkeilen aus der Weir zu sdiaffen scheinen, erwedee-n in der ffüAtigrn An ihrer Darbietung <Öib1. No. 168) wenig Zutrauen. Es
erscheint un* ausgeschlossen, «laß ein Trabant oder Kopist Zeichnungen von der Urwüchsigkeit der Erfindung und Ursprünglichkeit des Stils
zustande bringt, wie es gerade die drei Planetendarstellung*-« auf 5.13a, 14a und 17a sind Beih (Bild No. 15S> sondert girkhfalls den Haupt-
mcistcr von den übrigen ab und urteilt auf Grund seiner speziellen Untenudiungen über die BaumjeiAnung: ,,Allerdings kommen dafür fsc. für
die Kunst des H.iusbuAmeiUeri> nur knapp drei Blätter, S.13a, 14a und 17a, in Betracht, denn daß die iindtrot VM anderen Künstk-rhänden
hrrstammen, beweist sAon der Llntersdiied in ihrer BaumeelArtung."
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Man brauefit nur etwa — um leichthin einige Beispiele heratiszugreifen — den Kopf des Planeten Sol, S.14a,
zu vergleichen mir dem Kopf des Joachim auf L.9, den der Luna, S.17a, mit der säugenden Madonna (L. 25),
den in der Edce stehenden Bauer auf S. 17a mir dem bärtigen Ringer <L,63) oder die Landsdiaftszeidinung
auf S.13a mit der Landschaft auf dem Stiche der Hirschjagd (L.67), — es sind dieselben Mittel der zeidi-
nerischen Durchbildung, der landschaftlichen und individuellen Charakterisierung/ auch die für den Meister in
Gemälden, Stichen und Holzsdinitten so bezeichnenden Fußformen treten am deutlichsten in dieser Planeten*
gruppe auf Von den anderen Planetendarstcllungen gehören in der scharfen, schnittigen Strichführung die
Planeten Saturn, S. 11a, Jupiter, S. 12a, und Merkur, S.16a, sowie die offenbar auf S.15a eingefügte Liebes»
laube unmittelbar zusammen, während Venus, S. 15 a, in allen Einzelheiten der Zeichnung und Charakter-
bildung mit den übrigen figürlichen Darstellungen des Hausbuches überein stimmt.*) Der Geist jedoch, der aus
allen Darstellungen spricht, ist der gleiche. Und nur eine einzige Künstlerpersönlichkeit kann für die gesamte
Ausstattung verantwortlich sein/ die Verschiedenheiten der Zeichnung, die nicht wegzuleugnen sind, entspredien
etwa den stilistischen Verschiebungen, die Formschneider mit ihren Vorlagen zuwegebringen. Aus dieser Hr»
kenntnis heraus wurde die Vermutung ausgesprochen, bei der Illustrierung der Handschrift möchte ein Meister
mit gleichgesinnten Genossen tätig gewesen sein, die nach seinen Angaben oder gar Vorzeichnungen die ein-
zelnen Blätter ausführten. Die andere Möglichkeit, die jene Unterschiede im zeichnerischen Stil zu erklären
vermag, ist die Annahme einer zeitlichen Differenz ihrer Entstehung. Dem würde das Ergebnis der erneuten
Untersuchungen entspredien, nach denen eine Reihe von Jahren die Anfänge der Illustrierung der Handschrift
von der Zeit ihrer Vollendung trennte/ die historisch gewonnenen Daten würden einer solchen Annahme ent-
gegenkommen, die erstgenannte indes keineswegs aussddießen. Es steht außer Zweifel, daß die Darstellungen
des kaiserlichen Feldlagers, S.53a bis 53ai, sowie des Heereszuges, S.51b bis 5Za», auf die Ereignisse des
burgundischen Kriegs und insbesondere der Neußer l ehde Bezug nehmen. Karl der Kühne und Kaiser
Friedrich HL, die beiden Gegner im Kampfe, erscheinen, wie die historischen Betrachtungen wahrscheinlich
gemacht haben, in eigener Person in den Zeichnungen des Hausbuches. Es ist anzunehmen, daß der Illustrator
von Ulm oder Augsburg aus an dem Zug gegen den Burgunderherzog teilgenommen und die Belagerung
von Neuß <1474/7.5) mit eigenen Augen gesehen hat. Wenige Jahre später mag er dann die gewonnenen
Eindrücke auf Grund früherer Studien verwertet haben, um im allgemeinen das Kriegswesen seiner Zeit
darzustellen für den Büchsenmeister, in dem wir den Auftraggeber des Hausbuches zu erblicken haben, und
der dann für seine Zwecke noch detaillierte Gerätzeichnungen benötigte. Ein Teil des Textes muß um
1482 geschrieben sein, und zwar, wie die Untersuchungen Boßerts wahrscheinlich machen, in der Gegend
von Speyer oder Heidelberg. Zum Schlüsse mögen dann die Darstellungen der Planeten hinzugefügr sein,
sowie die allgemeineren Darstellungen des höfischen Lebens, das — wie dies auch aus Seinen Stichen her«
vergeht — kennen zu lernen, der Künstler in Heidelberg am kurpfälzischen Hofe Gelegenheit hatte.
Was wir sonst über die Person des Bestellers und sein Verhältnis zu dem Künstler aus der Hand*’
Schrift erfahren können, ist bereits an anderer Stelle festgestellt worden. Hier gilt es die Kunst dieses
Meisters noch näher ins Auge zu fassen.
*> Auffallend irt, daß gerade die stilistisch zusammengehörigen Blätter S. 11 a, 12a und 16a sida gemeinsam von den übrigen Planctcndarstdlungcn
dadurch untrrsdictden, daß sie allein Abzekhcn auf den Bannern der Planeten gär ter aufweben, den Drachen bei Saturn, das Sdcaf bei Jupiter und den
Fuchs bei Merkur/ die übrigen vier Plancrmgörter tragen leere Fahnen, Die Abtritten, deren Deutung im einzelnen noch nicht unzweideutig fest-
stcht. cndidnen audi auf den PalinCT der Pla/Kicnbildcr der Cassder Handschrift von 1445 <Stifwj«dce Landes Hbliotbek, God A^rron. fol. 1). —
Die genauen Filia tonen der verschiedenen Placictenhands-diriftcn sind noch nicht festges teilt worden/ dies vird erst möglich sein auf Grund einer
kollektiven Bearbeitung der nachweisbaren Bilderhandsehriften, die l’lanrienclurstellungeji enduiren. Das Hausbuch teilt einzelne Züge mit der Casseler
I landsdirifr (Fahnen in den Händen der Planetenfiguren), andere mir den Handschriften Conrad Kiesers von Eichstätt (die Darstellung der Planeten
als reitende Gottheiten). andere wieder «Dir dem rtfederDnditthen B1odtbu<hr worauf Lipjwnann bereits hingewiesen harre (z B. bei dem Planeten
Luna die Vogelsteller uud Gaukler, bei Merkur das schmausende Paar, bet Saturn den Pflüper, Spatengräber Und Gefangenen). Die Beziehungen
zum BbdcbuA sind trotz entscheidender Abweichungen — di« Haasbudaplaneten tragen außer den Fahnen keine Attribute in den Händen/ sie
sind reitend dargcstellr, die des Blodrbuches stehend etc. — unverkennbar. Kautzsch (Bibi. No. 81, S. 38 ff.) glaubte in der Casseler Handschrift,
dem Bioiihudi und dein Hausbuch drei voneinander unabhängige Bearbeitungen einer gemeinsamen Vorlage erkennen zu dürfen. — Auf die
Zusammenhänge der Handschriften im einzelner» vifd Bußen In einer Arbeit Ober die B|o«kßuihplainctarien zu sprechen kommen.
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Wir führen Wissen.
Ernst Harzen, der Hamburger Kunstfreund und hervorragende Kenner, war der erste, der den
bedeutsamen Sdiritr tat, den Zeichner des Hausbuchs mit der Persönlichkeit des Kupferstechers, den
man als „Meister von 1480 ' kannte, zu identifizieren. Du dies ne aine hatte kurz vorher die Indivi*
dualitär dieses Stechers aus der Schar der Unbekannten losgelöst und ihn als den „maftre hollandais de
1480"' in die Geschichte des Kupferstichs eingeführt, und Passavant mir Nachdruck die überragende
Bedeutung der Stiche dieses Meisters hervorgehoben. Durch diese beiden Forscher, sowie durch den ent»
scheidenden Schritt Harzens wurde die kunstwissenschaftliche Forschung über den Hausbudtmeister begründet.
Harzen konstatierte ferner, was audi Förster wenige Jahre vorher für den Meister des Hausbuchs aus-
gesprochen hatte, die stilistischen Zusammenhänge mir der schwäbischen Schule,- er ging sogar weiter und
glaubte den Kupferstecher, als welchen er den Monogrammistcn bxs betrachtete, mit dem Maler Barthel
Zeitblom identifizieren zu dürfen, indem er das Monogramm auflöste als: B<artholomäus> S<tedier>. Dir
neuere Forschung hat zwar den Irrtum berichtigen müssen, daß der Monogrammist bxg lediglich ein Trabant
und Kopist des Meisters sei, in der Identifizierung des Zeichners und Stechers, sowie auch in dem Hin-
weis auf die Himer Holzschnitte hat Harzen Jedoch der Forschung für alle Zeiten den Weg gewiesen.*)
Obwohl Förster und Harzen die deutsche Herkunft des Kupferstechers ausdrücklich betonten, wurde
der Künstler weiterhin immer nodi von der Mehrzahl der Ikonographen, Nagler, Klinkhamer, Renouvicr,
Kramm, Waagen, Thausing, Dutuit und Willshire der holländischen Schule zugewiesen, und figurierte in
kunstgeschichtlichen Darstellungen als der „Meister von 1480'' oder „der Meister aus der Schule der van
Eyck". Die Bezeichnung, die man außerdem dem Kupferstecher beilegte: „Meister des Amsterdamer
Kabinetts", weil 80 seiner seltenen Stiche aus der Auktion des Baron von Leyden in das Rijks-Prenten»
Kabinet zu Amsterdam gelangt sind,**) war dazu angetan, den Irrtum der holländisdren Abkunft
des Meisters weiter zu verschleppen. Max Lehrs hat dann, um diese Mißverständnisse aus dem Wege
ZU räumen, vorgeschlagen, den Namen „Meister des Hausbuchs" endgültig festzulegen.
Das gesamte Kupferstichwerk des Meisters besteht aus 90 Nummern, deren Abdrücke äußerst selten sind,
w ohl infolge der besonders zarten 1 echnik, dir mit der kalten Nadel auf weichem Metall (Blei oder Zinn) arbei-
tete, sodaß von diesen w idcrstandsschwadien Platten nur wenige Abdrücke zu gewinnen waren.***) 70 sind nur
in Je einem Abzug erhalten. Über 30 Nummern sind ganz verloren und nur aus Kopieen festzustdlen. Der
Monogrammist bxg hat 29 verlorene Originale, Israhel von Medkenem 5 kopiert,- jedenfalls haben wir auch in
3 Stichen des Meisters W.B.mit dem Schlangcnstabe Kopieen nach Stichen des H aus buch m ei stets zu erkennen.f)
*) Märzen erkannte bereits In dem Asop, sowie in der fünften deutschen Bitwi die Hand des HausbuckmelKters, rk-m er ri.inn veiterhfn
«ne Reihe von Werken allerdings zu Unrecht zuwies, im ganzen machte er 5 Efazclhoizschnitte und 19 Drucke namhaft, die nach .«einer Meinung
von der Hand des Hausbuch meisten ausgeführt «kn,
Harzen (Bibi. No-Zl, S. 1> gibt an, daß die Auktion du Barons von Leyden am 11. Mai 1811 stattgefunden habe. Eine Nachfrage bei der
Direktion des .Amsterdamer Kabinette* ergab über die Provenienz keine absolut sicheren Feststellungen. Nach der frdl. Mitteilung des Direktors Moes ge-
hörten die Stiche zu dem Grundstock der Sammlung, dem Kabinett des Altbürgermeisters. Johan Oa<I in Leiden, das in einem 17. März 1807 datierten
Kontrakt von König Louis Napoleon für die kgl. Bibliothek in Haag angekauft und später der Gemäldegalerie zu Amsterdam überwiesen wurde.
***) Außer den 80 Stichen des Amsterdamer Kabinett* verteilt Sich der bekannt gewordene Bestand der Abdrücke auf folgende Sammlungen:
London (British Museum): 7 Bl, Paris (Biblfatlidque nationale): 7 BL, Veste Koburg: GBL. Wien (Albertina): 4 BI., Oxford (Ashmolran Museum,
früher S. Douoe): 3 BL, Militsdi (Sammlung des Grafen von Maltzan): 3 BL, Bas ff (Kupfers rieh k abinert): 2 BL, Berlin (Kupfcrstichfcabinett): 2 BL,
Dresden (Kupferstichkabinett): 2 BL, Hamburg (Kupfersrichkabinctt)! 2 BI. und Stuttgart (Kcrpferstiddcabinetü: 2 BL, Dümldörf (Kunstsammlung):
1 BL, Schloß Wolfegg: 1 BL, Paris (Sammlung Rothschild).- 1 BI und London (Sammlung John Malcolm of Poltallodi): 1 BL 1 BI., aus der Samm-
lung Wilton stammend, kam bei Gui dunst in Stuttgart 1998 zur Versteigerung. (Sammlung Marsden J. Perry und F. Rumpf, 18.—23.M.1F IQÖS.) —
Die Stiche des Amsterdamer Kabinetts warm von Befand und Kaiser veröffentlicht worden, das gesamte Oeuvre hat Lehrt in seiner grund-
legenden Publikation der ChalkograpliIschen Gesellschaft zugänglich gemacht, mit Ausnahme des fr-igmentattsdi erlialteucu Adam und Eva-Stiches,
der im Jahrb.d.kgl. preuß. KucuUamml. XXIIt, S. 130 von Lehrs veröffentlicht wurde. Neuerdings har Lehrs die nur in einem restaurierten Abdruck in
der S. Roihichild zu Parts erhaltene Madonna in Halbhgur auf der Mondsichel für eine fraglos echte Arbeit des l lausbuchmeisters erklärt (Jahrb. d. kgl.
preufl. Kunstsamml. XXXlil. 1912, S.275, Abbildung bei Weigel-Zestermann, Die Anfänge der Drudccrkunst in Bild und Schrift, 1866, II, S.355,
No. 424). Der dritte Band großen kritischen Katalogs'' von Max Lehrs wird auch die abschließende Würdigung dieses Kupferstechers bringen.
f) E« siml dies «fit drei Port rätst) d»c, die Harzen bereits in das Werk des I lausbuchmelsters cingerciht hatte und die neuerdings in der Publikation
der Internat- CLdkogr. Gesellschaft (1890, No. 14—16) dem Meister W. B. mit dem Schlangen stabe zugewfesen wurden. Bär (BibL No. 157. S. 412)
möchte sogar vermuten, daß die erhaltenen Abdrücke von den aufgestochenen Originalplatten des I Ihm. abgelegen sind. — Audi in dem LicbcsKjrtcn
des Menograramisten W. H. möchte Bär die Kopie eines verkrenen Originales des Hbm erkennen (Abb. Gutckuust, Dit Kunst für Alle. Tai 19).
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Wir führen Wis^n.
Kein Monogramm auf den erhaltenen Originalstidwri gibt uns den Namen oder auch nur einen Hin«
weis auf den Namen des Künstlers,- schon der Mangel jeglicher Signatur trennt den genialen Unbekannten
von seinem Zeitgenossen Martin Schongauer und seinem Vorläufer, dem Meister E. S.,*) die beide nicht
ohne Einfluß auf seine künstlerische Entwicklung gewesen sind.**)
East ist man versucht, die beiden Zeitgenossen als Gegensätze gegeneinander atiszuspielen. Schon«
gauer war Idealist, der Hausbudnneister der erste moderne Realist,- der erhabenen Ruhe Schongau ersehe r
Schöpfungen steht eine gewisse nervöse Unruhe des Hausbuchmeisrers entgegen. Seine Kunst zeichnet
sich aus durch eminentes geistiges Selbstbewiißtseiii und eine überraschende Unbefangenheit des Bildes.
Die Wucht gewaltsam vorbrechender Ursprünglichkeit druckt besonders den Arbeiten seiner Spätzeit den
Stempel auf. Er hat den Stoffkreis der künstlerischen Darstellungen um ein Bedeutendes erweitert und
als erster in seinen Stidieu das profane Gebiet dem religiös*überlieferten vorgezogen. 54 religiösen Dar«
Stellungen entsprechen 74 profane, Das Leben von der Straße <L.62 — 65), auf der Jagd (L. 70, 72, 6/>,
in den Klöstern <L. 68/69) hat er als aufmerksamer Beobachter in seinen Stichen festgehalten, die fände«
leien der Frauen mit feinem Liebreiz und viel Grazie dargestellt (L. 66, 73 und 75). Dann griff er
hinein in den reich sprudelnden Boni alter Volkssagen, um die schlauen Listen der Frauen und die Tor-
heiten der weisen Männer darzustelkn <L.7 und L.54), er schildert, wie eine junge Schöne ihre drei Lieb-
haber zum besten har <L73>, oder wie Greise von Mädchen <L.55>, Jünglinge von alten Frauen (L. 56>
betört werden. Dann wieder läßt er seinen Launen freien Lauf, die leicht zu Schnurren und Späßen
aufgelegt war, und er spottet mit feiner Satire über Übelstände der Zeit, wie über den hochmütigen Unfug,
der mit Wappen getrieben wurde (L.84 —85, L.87 —89 usw.).
Mir einzig dastehendem Realismus und scharfem, sicherem Blick hat er Menschen und Tiere festgehalten
<man betrachte die lebenswahre Gestalt des sich kratzenden Hundes, L. 78),- und er hat diese treuherzig offene
Sprache, die seine Zeichnungen im Hausbuch und die Stiche reden, hineingetragen in die erstarrten religiösen
Darstellungen, denen er neues Leben eingrhaucht hat. Da erscheinen die Propheten als Alltagsmenschcn
mit modischen Hüten und Trachten <L. 1 — 4), Maria als zierliche Jungfrau (L26>, der heilige Martin als
vornehmer Reitersmann, der mit einem des Weges trottenden Bettler den Mantel teilt <L.38>, und der
alte Josef spielt mit herzlichem Vergnügen an der Rasenbank mit dem kleinen, munteren Jesusknäblein
<L.28>. Neben dem Humorvollen, Behaglichen und Satirischen fehlt jedoch nicht das Pathetische und
Dramatische. Die alte Legende von den drei lebenden und den drei toten Königen (L. 57) hat er in
dramatisier Bewegtheit packend dargestellt/ und in einem anderen Blatte die Unabwendbarkeit des Todes,
dem der Stachel genommen ist: das abgezehrte, fleischbehangene Skelett legt einem jugendlichen Junker die
eisige Hand schwer auf die Schulter und blickt ihm in die Augen — lange und tief <L. 58). —
Für die Erkenntnis des künstlerischen Entwicklungsganges des Haus buch mei sters ist cs wesentlidi, die
duonolögisdie Folge seiner Kupferstiche klarzulegen und, soweit möglich, zeitlich zu bestimmen, um von
hier aus den Boden zu gewinnen für die stilistische Einreihung der dem Meister zugewiesenen Werke,
der Zeichnungen, Holzsdinitte und Gemälde. Für die Planecenzcichnungen des Hausbudies wurden die
•> Es ist übrigem bemerkenswert, daß von 311 Suchen des E. S. nur 18 Monogramme tragen/ die primitiven Meister sind meist gar nidit
signiert. Nur Schongauer hat «alle seine Stiche bezeichnet.
Die EfaftbM der Kunst des Meistern ES. sind an einzelnen Stichen mit Sicherheit zu belegen/ die heilige Magdalena (L. 50} gehl auf da«
ältere Vorbild des E. S <P II. 62- 179/ Lehm 169^ Gci&bvrj Taf, 33) zurüdc. L. 51—52. sind durdi Spielkarten des E. S beeinflußt; L. 7 setzt
die Bekanntsdiaft des weitverbreiteten Blattes Augustus und Sibylle (L. 192) wohl voraus. Auch in dem frühen Karlsruher Gemälde sand mit
Recht Spuren der Kunst des Meister» E.S. festgeslrilt w orden. — Der Einfluß Schongauers wird besonders erstehtIich bei der Koburger Hekhnung,
die dem Schongauer'sehen Stiche B. 6 folgt, dessen Komposition auch noch in dem Stiche des Hausbuchmeisters 1L 10, nachvirkt. In technischer
Hinsicht tuet Schongauer siiierlicft den» Hausbuchmcistcr neue Mittel an die Hand geliefert. Auch im Kreise seiner reiigWxen Darstellungen scheint
Schongauer auf ihn gewirkt zu Italien Cvgl. L17 und B.67/ L39 und B. 58# L.4V und B.45).— Unter den Gemälden Ist die Übereinstimmung
der Engel mit Krone auf der Münchener Madonna des Hausbuchmeisters mit denjenigen der Kohnarer Madonna bemerkenswert. Weizsäcker
(Bibl. No. 20-1, S. 82) sudite neuerdings die Gemeinsamkeiten der malerischen Tradition bei Schongauer und dem Hausbuchmeister fesrrulegen.
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Beziehungen zu einer bestimmten Gruppe der Stiche bereits angedeutet. Die Entwiddungslinie des Stiles
im einzelnen festzustcllen ist auf Grund stilkritischer und historischer Erwägungen möglich ^ Der Weg
seiner künstlerischen Entwicklung ist dieser: Von einer in der stecherisdien Tradition des "Meisters E. S.
wurzelnden technischen Behandlungsweise führt er über eine dem Schongauerschen Ideale nahekommende
Meisrerlichkeit zu autokratischer Vergewaltigung dieser technischen Mittel, zur völligen Auflösung der
plastischen Form in rein malerischen Ergüssen.
Die typischen Frühwerke, die zeitlich in das Jahrzehnt zwischen 1465 und 1475 gesetzt werden können,
sind charakterisiert durch eine noch unbestimmte Beherrschung der Technik, unsichere Zeichnung und un-
geschickte Komposition. Der gute Hirte <L. 19) steht wohl am Anfang des Oeuvre/ er folgt in der
Komposition einem niederländischen Vorbild**) und ist in der zaghaften Behandlung der Körperlichkeit
und Faltengebung, sowie in der schematischen und oberflächlichen Charakterisierung des Landschaftlichen
bezeichnend für diese Frühzeit Die beiden Stiche L. 51/52 (nackte Frau auf Hirsch und wilder Mann
auf Einhorn) sind in der Erfindung und technischen Behandlung echte Nachkommen der Spielkarten des
E. S. Die beiden Simsen-Stiche <L.5/6>, der hl. Georg zu Pferde (L.34) gehören eng zusammen, wie
weiterhin der Leichnam Christi <L. 20> und die Bekehrung Pauli <L. 41), sowie der Dudelsackpfeifer <L.62>
und die spielenden Kinder <L.59 — 61/ und die Nachstiche L. 92 — 96a). Auch die stehenden Apostel
(L. 1 —4) müssen als Jugendwerke angesprochen werden, sie stehen in der Zeichnung der Augen und
der unsicheren Modellierung der Körper und ihrer Extremitäten den spielenden Kindern nahe. In der
Wappenfolge (L.8L 84 — 86, sowie dem verwandten Wappen der Rörbach* von Holzhausen, L. 116)***)
tritt bereits ein Streben sorgfältigerer und klarer Strichführung ein, wenngleich stilistische Einzelheiten und
Befangenheiten, besonders in der Durchbildung des Räumlichen, die Hand des noch jugendlichen Künstlers
verraten. Diese räumliche Enge bestimmt uns, das Passionswappen (L.22) ebenfalls dieser Gruppe an-
zureihen. Die stehende Figur der hl. Barbara <L. 45) bezeichnet die Übergangszeit/ die stehende Madonna
<L.26> zeigt bei aller Verwandtschaft doch bereits die größere Sicherheit der Zeichnung- Der fragmentarisch
*) HaArcieistcr (Bibi. No. 80) voran Ate als erster dw Chronologie der Stiche zu gewinnen, die trotz weltsAweifiger Betrachtungen zu keinem
hrfriedigrnden Ergebnis kam. Valentin« (Bibi. No. 103) und Bodt (Bibi. No, 135) gaben einige Hinweise. Alsdann hat Glaser fBihl. No. 164} auf Grund
stilkritisAer Untersuchungen die Chronologie festxulegea versucht. Erneute Untersuchungen und Nachprüfungen haben mich von der Ridttigkdl
seiner hauptsächlichsten Bestimmungen überzeugt, und idi kann den Einwendungen Beths <Bib1. No. 158) nicht folgen, der sagt, die Reihenfolge der
StiAc sei noch immer nicht geklärt. In Artigen Punkten glaube iA Glasers Bestimmungen wldetspreAcn zu müssen. L. 12 gehört wegen drr
splcIerisAcn Freiheit tcAnisAcr Behandlung m. E. sicher späterer 2elt an und unmittelbar mit L. 65 zusammens das Gleiche gilt von L. 30,
das mit den späteren Arbeiten L23 und L.48 Übereinstimmungen zeigt. Glasers Gruppe II b :eigr die meisten Abweichungen von meinen Unter-
wAungen,- L.87 88 sind m. E. später und gehören mit L. H9 stilistisch und InhaltllA zusammen; L. 14 gehört tu L. 31, mit dem es durA ge-
meinsame LandsAaftzmoriwe und gleiAe Maße verbunden ist. L. 23 und L. 48 können niAt getrennt werden, sie sind beide «ras Glaser für
1..48 bestätigt — spät. L. 86 gehört m, E. zur früheren Periode, wj< tlA mir aus der Anordnung des SArlftbandrs bei L. 19 und der Ver-
wandtsAaft mit L. 84 zu ergeben scheint. Die Grundlinien der Entwicklung seh« iA mit Glazer in derselben RiAtung. — Von den Aufstellungen
Bars (Bibi. No.157) srciAe iA in einigen wesemlidccn Anordnungen ab, besonders in den AnseaimKen von L.24, 1—4,62, 44 <dLcs siAer mh L.13
SUSammengehöti). 22, (bei dem man allerdings s Aw an ken kann, da einreine Wirkungen auf rin Helldunkel .ibziden; jrdcxfi ist «Aon Glaser
durA die räumliA« Engt tu drr m. E. riAtigen früheren Datierung bewogen worden). Bärs Ausführungen gewinnen ihre besondere Bedeutung
durA die Jeweilige richtige Verwendung der feststellbaren Termini poxt oder ante. AuA die von Bär versuAte Zu Rammen Stellung einzelner
Folgen von Stieben halte iA für glückliA; jedoA vergißt Bär die BrrüduiAtigung der Maße, die ca z. Ö. ausgtsAksttii erscheinen lasacn, daß
L, 17, 21 und 18 zu dnem TrlpryAon zusammengriiftren.
♦') Vgl. SAreiber, Manuel de l'amateur 1. No. 838. Taf. XX.— Der HoEsAnitt ist In einem Rand der Breslauer Sladtbibtiotiiek <lnc, M.ZI)
ein geklebt und wird von SAr. ca. 1470 Aitiert. Er ist BAer niederländisA (laltrtA?), dürfte aber in, E. einige Jahre früher datiert werden.
”•} Auf der gleiAcn Stilstufe sicht die Dresdener Zridinung der Prinzessin Cleodelindc. AuA die beiden anderen Dresdener Fcdcrzci Anungen
(König und l*Äge, Sowie König und Königin ak WappcnhaJwr) sind dieser Wappenfolge <L.B4—86) eng verwandt. Ein ganz frühes Blatt
ist, wenn meine Vermutung der EAtheit zütriflt, die Dome mir SAkier in Litte. (Mus^e Vicar 936. Braun 313.) — Das Ehewappen des Frank-
furter Patriziers Brmlcaed RorbaA und seiner Gemahlin Eilgin von Holzhausen geht, wie bereits früh erkannt wurde, siAcr auf ein Vorbild des
|Iben zurück. "Man nahm bisher an, daß da* Wappen, ern BrtAerieiAen, 1466 aus Anlaß der Vermählung der beiden Inhaber entstanden sri.
FleAsig <Bibh Nö, 184, S- I65ff ) hat die Lin Haltbarkeit dieser Annahme naAgewicxen. Indem er zeigte, daß dem Vater Bernhard Reu ha As. erst 1470
das Familien wappen in der Form „gebessert'' sei, wie es auf dem StiAc ccsArine (Krone auf dem Helm). Der Stich kann also erst naA 1470 ent-
standen sein,» FleAsig rückt ihn in unmittelbare Nähe des Paares am Brunnen des Alcnanadus von 14S3. Gewiß sind die Beziehungen sehr nah«,
dewh sAeint mir die gleiAzeitigc Entstehung der beiden Darstellungen nkht erwiesen zu sein, »Aon aus dem Grande, wril der SrcA zu anderen
SAnltren des „SpfaegelsJ‘ (Naumann 170, 205) glcidtcrmafkn Analogleen aufweist. Die VerwandrsAafir mit den obengenannten StiAcn L. 84—86
und L 81 bestimmt midi. clie Entstehung des BüAcrzetAcns in den Anfang der siebziger Jalitc iU setzen- —
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Wir führen Wiss«ti
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erhaltene Adam und Eva-Stich — dessen Datum 1476 auch zeitlich die zweite Periode eröffnet — ist
bekanntlich im Anschluß an niederländische Vorbilder entstanden, die sonst weiter nicht zum Durchbruch
kommen. Die technisch verhältnismäßig vorgeschrittene, im Landschaftlichen jedoch befangene Darstellung der
hl. Magdalena (L. 50) zeigt in der Komposition unmittelbare Beziehung zu dem Stich des E.S.(L. 169), dessen
Einfluß in der nun folgenden Gruppe einer nachhaltigeren Einwirkung Schongauers Platz machen muß.
Der hl. Martin <L. 38), die Kreuztragung (L. 13), sowie der Kampf wilder Männer (L.53) sind Beispiele
dieses Ringens nach der plastisch-klaren Sprache Sdicngaucrscher Linien. Der Stich des hl. Martin (L.38)*)
hat unter den dem Meister zugewiesenen Zeichnungen ein Gegenstück in dem zum mindesten im Ent=
wurf auf ihn ziirütizuführenden Blatte der Erlanger Universitätsbibliothek (der von einem Ritter zu Pferde
Abschied nehmenden Dame>.**> Blätter wie der hL Christophorus <L. 32),***) die beiden Johanneshäupter
<L. 36/37), sowie die ringenden Bauern (L. 63> zeigen in der stecherischen Sicherheit der Modellierung,
daß der Künstler die Mittel seiner Zeit und seiner Kunst völlig zu beherrschen gelernt hat. In der Tcchtiik
des Kupferstiches kommt er in dieser Periode dem Ideale Martin Schongauers am nächsten. Und doch
wird er gleichzeitig ganz er selbst; die einzige dastehende Naturbcobachtung äußert sich nidit nur in dem
mit Recht vielgerühmten, steh kratzenden Hunde (L. 78); sic spricht auch aus den dem Leben abgesehenen
Darstellungen der Marktbauem <L. 64>, sowie aus den auf der Wappenfolge <L. 79/80, L. 82/83) dar-
gestellten Personen des niederen Volkes. f> Die große stehende Madonna <L. 27>ff>, die mit dem Holzschnitt
des Spiegels menschlicher Behältnis (Naumann 177) verglichen werden kann, zeigt noch die klar und bestimmt
strichelnde Manier, sowie die statuarische Sicherheit körperlicher Charakterisierung und gehört zu diesen
technisch durchgereiften Arbeiten; sie bekundet den großen Sinn des Künstlers für ornamentale Schönheit,
der besonders in den Holzschnitten bemerkenswert ist. Die beiden zusammengehörigen Blätter Aristoteles
und Phyllis (L. 54) und Salomos Götzendienst (L. 7) zeigen die gleichen Pendenzen. j"1"|i) Die Verkündigung
(L. 8), sowie die beiden Stiche mit den kauernden Mönchen und Nonnen <L 68/69) repräsentieren Ports
schritte räumlicher Klarheit. Die Heimsuchung (L. 9), sowie die heilige Familie (L. 29), die sicher der Folge
eines Maricnlebens angehören, fuhren schon zu dem Ende der 80er Jahre und enthalten Elemente ausge*
bildet, die erst wieder in der späten Mainzer Gemäldefolgc Gestaltung gewinnen Für die Zeit der 80er
Jahre, der die letzten Werke dieser mittleren Periode angehören, ist der Aufenthalt des Künstlers am Hofe
Philipps des Aufrichtigen (1476—1508) in Heidelberg durch das fraglos echte Widmungsblatt (Cod. pal.
gernr 87) nachgewiesen und zwei Jahre später in Speyer durch die Tätigkeit des Meisters für die Offizin
des Peter Drach. Man hat vermutet, eine Reihe von Darstellungen, die der Sphäre höfischen Lebens ent*
nomraen sind, möchten am Hofe des Pfälzer Kurfürsten ihre Entstehung gefunden haben; und in der Tat
wird die zeitliche Ansetzung der sowohl inhaltlich wie technisch eng verwandten Stiche durch stilkritische
Erwägungen gleichfalls gefordert, Es sind dies: die beiden Männer im Gespräch <L. 71>, der Falkner und
*> 1.. 3S. 50. 53, 13 und 44 halten die glcidic Plattrngröfk.
Vgl. Bibi. No. 175. — Er ist nidrt ausgcsthlo-sscn, daß die Erlanger Zeidinurig1 nur eine Kopie, vlelkldil sogar nadi einem Stldie dn Meisters,
dar« teilt Dag Gkkhe gilt von der Wappcnzddmung der Albertina (Ritter und Dame mit Wappen, Meder 680), die stilistiswfi ebenfalls der Frühreif
du Meisters angehört und — falls sie nidit einen Originafentrutf des Künstlers für eine Glasscheibe darstellt — gleichfalls die Kopie einet Ver-
loren gegangenen Stühes sein kann. Die Enis.diehjungr ob Original oder Kopie, ist in diesen EinzcIFdlkn nur schwer zu gtwinnrn/ denn gerade
nach Stichen Ist im 15. Jahrhundert unendlidt viel kopiert worden. Im Katalog der Auktion Brandes wird unter Nr. 4713 die Zeichnung eines
Türken zu Pferd namhaft gcmadiL die wohl auch auf den Stlrfi L. 74 de* Meisters zurückgchr. In der Sammlung Lanna (Auktfonskatalag II. Teil,
HaiKkeidinuiigcit Nr. 31) befand sidi eine na<h dem Originale den Hausbudimeisters ausgeftihrte Tu sehre ichnung eines Orientalen mit seiner I'amilie.
Der Türke <L. 74), dessen Datierung tnandft Schwierigkeit bietet wegen der tonlgen Patina des Stidics, möchte am besten In die Nihe
dieses Stidics gesetzt werden/ Lndsdufilii+i haben beide grofle Venrandtsdiaft. audi die Plattengröflc ist überrinstimmrnd. Früher ist der Stidh
keinesfalls/ die xusatiiniengtbatlien, Icidnskizdenen Massenbäume weisen eher auf noda spätere Entstehung (vgl. L.49>.
t> Hierher gehören nodi die ungleidien Liebespaare (L. 55/56), sowie die meisten Nachstidie des lb x g. z.B. L. 97-100, 10 V6, 109 113.
— Da* im Format und Inhalt mit L.64 übereinstimmende Bhtr L. 6.5 (die Landstrcidier) zeigt tedmisdi größere Freiheiten, die sich, auch bei L 1Z
(Gefangennahme Christi) finden.
+t> Sie ist auf dem Niedcredcnbadier Altar (1497) des Darmscädtrr MuMtnna kopiert.
+t+> För die icitlidic Ansetzung dieses Strhfies spriAt u. a. die nahe VerwWlsdiaft mit einem Spiegelschnitte (Naumann 33). Sein Ent-
stchungsdatum muß vor 1488 liegen, da in diesem Jahre eine Kopie in Tfiurcwz’ Chronik fesigcstellt werden ist (Bit, Bibi. No. 95. S. 153).
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Wir führen Wissen,
sein Begleiter <L. 70), der Jüngling und die beiden Mädchen (L. 66), die Frau und ihre drei LieMiakr
(L. 73),*) das Liebespaar {L. 75),**) die Hirschjagd (L. 67),***) der Auszug zur Jagd (L. 72).f) Von
Zeichnungen dieser Zeit ist besonders der gleichfalls höfische Szenen vcransthaulidiende Scheibenriß des
Professor Becker in Leipzig zu nennen, der mit den Stichen L.72, 73 und 75 stilistische Analogieen zeigt,
aber trotz lockerer Strich Führung befangener und brüchiger wirkt, ff) Vielleicht ist auch die Zeichnung der
Anbetung der Könige auf der Veste Koburg schon in diese Zeit zu setzen. Die räumliche Beengtheit der
Komposition und der unmittelbare Anschluß an Schongauers gleichnamigen Stich <B.6> weisen zwar auf die
Frühzeit, doch ist die Wuchtigkeit der Zeichnung beim Anblick des Originals so eindringlich, daß man zu
einer späteren Datierung bewogen wird. Die Gruppe der genannten Stiche wird fortgesetzt durch die beiden
I Otentanzblätter (L. 57/58). Die Gleichförmigkeit und gewissermaßen Handwerklidikeit Schongauersdher
Strichfiihrung hat in diesen Blättern einer tdinisdien Verfeinerung Platz machen müssen. Jn der duftigen
Zartheit des Gesamttons erinnern sic geradezu an Silberstift^Zeichnungen, von denen ja ein besonders
schönes Blatt, das stehende Liebespaar des Berliner Kupferstichkabinetts,fff) uns erhalten ist, Schon bei
den Planeten^Zeichnungen haben wir diese technische Subtilität hervorgehobenz sie zeigen auch sonst
die nächsten Beziehungen zu dieser Gruppe. — Von hier ab gewinnt der Hausburhineistcr jene Freiheit
der Formenbehandlung, die ihn von aßen seinen Vor* und Mitläufern, bisweilen selbst von Dürer, scharf
trennt. In Zeichnungen, die dieser Periode folgen, der Ermahnung des Berliner Kupferstichkabinetts, sowie
vor allem in dem sitzenden Bogenschützen der Erlanger Bibliothek, wo jede feste Form zerbrochen ist, hat
der Meister bereits Paradigmata dieser freiesten, malerischen Kunst gegeben, die der spätesten Periode die
Signatur gibt. Das Datum der Erlanger Zeichnung, 1485, mag die ungefähre zeitliche Begrenzung dieser
letzten Stilperiode des Hausbuchmeisters geben. Drei sicher zusammengehaltene Gruppen von Stichen ver*
mitteln den Übergang, Die hl. Anna Selbdritt (L. 3Q), die Madonna auf der Mondsichel mit Sternenkrone
<L. 24), die hl. Dorothea <L. 48) und die kleine Madonna auf der Mondsichel (L. 23)*j") gehören zusammen,
weiterhin die in kastenförmige Rahmung gesetzten Heiligen Johannes Baptista (L. 35), die hl. Katharina
und Dorothea <L. 46 und L 47)**f>, sowie die beiden Sebastians=Darstellirngen <L. 42/43) und sddicßlich
die 3 appen /L. 87 — 89). Nicht mehr die möglichst deutliche Sichtbarmachung technischer Fertigkeiten
ist das Ideal dieser spaten Arbeiten, sondern die rein malerische Behandlung aller Formprobleme. Eine
Befreiung von den Fesseln zünftigen Zwanges erfolgte. Mit der ihm eigenen Unstetigkeit schafft der
Künstler Impressionen, die den Gesetzen graphischer Handschrift geradezu zuwiderlaufön. Die malerische
Auflösung der Strichlagen und die Behandlung der versuchten Helldunkel »Probleme <vg1 L. 30, wo die
hellen Heiligenscheine als Sammelpunkte aller Lichtstrahlen vor dunklem Hintergründe sich fast überscharf
abheben) verleiht den Werken den hoben improvisatorischen Reiz, den wir erst wieder in Rembrandts
späten Zeichnungen genießen. Die Entwicklung vollzieht sich Schritt für Schritt. Der segnende Christus
*) Kaiser (Bibi. No. 28) hat Jaraul fiinge*lesen, daß der Sricfi bistcirisdie Person liddceitcri chrstdlc. In der sitzenden Dame wollte er Marie
von Burgund erkennen, in dem von ihr begünstigten jungen Kavalier Maximian. Die beiden jugendlichen Brgkiter sollen dk llrriögc von
Ckve und Geldern sein. Am 21. IV. 1477 vermählten sidi Marie von Burgund und Maximilian, am 2f). VI. 1477 starb der llersog von Geldern,
so daß aus dieser Deutung — wofür allerdings jegliche Beweise fcEilm — historische Termini ru gewinnen «.Jren-
••> Der Stich muß Vor 1458 entstanden sein, da rr 1+88 in Thurocz'Chronik kopiert ist (vjf. IV r, Bibi. 95, S. 153).
*’*) In der Helge dieser Stiche Ist die Baumzcidinung bemerkenswert: hohe Stämme mit »charlgcuciduicten Biankronen, wie sie Im Hausbuch
und bei den Stichen L 9,54 Vorkommen.
t> Zu dieser Gruppe von Stichen gehören wohl aurfi die verschollenen Originale der von big kopierten Blätter L. 101—104, I,. 108.
tt> Die Zeichnung wird soeben tu dem Aukrionskatalog CX. bei C- F. Börner üi Leipzig unter No. 134 aufgefühn und abgebildct (28.Nov, 1912).
tft> Vielleicht ist das Brmhsliklc einer Silberstlfteetchnung auf Schloß Wolfegg dn weiteres, leider sehr -ersrärtts Beispiel dieser reizvollen Kunst.
•"D Dir beiden kleinen BLättdten L. 23 und 48 -Stimmen auch am Format völlig üb®reln. — Die nur in schlechtem /Xlxlnnh erhaltene Macfanna auf
der Mondsichel (Paris, S. Rorhsdiild) scigt in der kompositionellen Anordnung Verwandtschaft mit L.24 und L.27/die Engel gleichen denjenigen auf
L.20, 49, 50, das Christkind kann mit demjenigen auf L.28 und L32 verglichen »erden. Eine zeitliche Einordnung dieses dem Meister von Lehrs m. E.
mir Recht zuefkannren Stiches möchte ich nicht versuchen, da idi den Stich nur aus der mangelhaften Reproduktion bei Weigd-Zcstermann kenne.
**f> Zu diesen auf Konsolen stehenden Heiligen von gemessen statuarischer Haltung kann der hl. Paulus <L. 40) gefelgt werden, der ihnen
stdistisch und Iccmposlfcnell glridm Daß die beiden Heiligen (L.46 und 47) nicht all allcrspätcstc Werke gelten können, wie Glaser meint,
geht m. E. aus der Übereinstimmung der Heiligenscheine mit Werken der -Weiten Periode hervor (vgl, L. 9 und 29).
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<L. 17)*) und der Schmerzensmann (L. 18), sowie die einzelnen Köpfe (L. 76/77 und L. 16) zeigen bei der
Auflockerung der Srriddagen eine reiche Nuancierung der Tonwerte und starke Helldunkel-Wirkungen.
Die Gestalt des hl. Michael <L. 39) ist noch voll von der Sicherheit und Großzügigkeit körperlicher Struktur,,
doch werden in den ornamental gruppierten Engeln, sowie in dem merkwürdig verschobenen Kopf des
Michael Merkmale dieser späten Kunst deutlich. Der Cniäfix (L. 14) und der hl. Christophorus (L. 31>
berühren sidi, abgesehen von der übereinstimmenden Größe der Formate, in der Anordnung landschaft-
licher Veduten, sowie in der tonig leicht skizzierenden Art der Stridiführung. Die 3 Blätter: die säugende
Madonna, von Engeln verehrt <L. 25), die hl. Maria Magdalena <L. 49) und die hl. Dreifaltigkeit (L. 21),
deren Plartengröße Übereins tim mt, bilden diese Eigenschaften weiter aus. Der große CruziEx <L. 15) schließt
sich ihnen an. Den Abschluß des Kupferstichwerkes bilden 2 Paare der vielleicht freiesten Blätter, die jeweils
gleiche Formate zeigen. Die Technik ist vollständig radiermäßig geworden, die Ausbildung des Land-
schaftlichen und Räumlichen von größter Vollendung/ neben sicherer Freiheit des Gruppenbaues zeigt sich
eine mit malerischen Mitteln erzielte Balanzierung der Komposition. Die hl. Familie beim Rosenstock <L 28)
und der hl. Georg in der Landschaft <L. 33), sowie die Anbetung der Könige (L. 10) und die Beschneidung
<L, 11) sind die spätesten Arbeiten des Künstlers, die bereits im neuen Jahrhundert geschaffen worden sind.
Die Skizzenbuchblättcr, die aus der Sammlung Latina in das Berliner Kupferstichkabinett gelangten und
wohl mit Sicherheit Ereignisse des Jahres 1488 repräsentieren, verraten bereits in der überraschend sicheren
Schndlschrifr die Stilstufe dieser spätesten Radierungen.**) Die Zeichnungen des schreitenden Mannes im
Berliner Kupferstichkabinett, sowie der grandiose Entwurf einer Kreuzigung in Paris, der mit den späten
Blättern <L. 21,11,15) nahe Übereinstimmungen zeigt und wohl 1 503 datiert ist, sind in der genialen Inspiration
und gewaltigen Wucht großzügiger Formenbehandlung unmittelbare Urahnen Rembrandtscher Skizzen.
Was sonst noch an Zeichnungen bekannt geworden ist und dem Meister mit Sicherheit zugewiesen werden
kann, erhält seine besondere Bedeutung durch die Tatsache, daß cs sich um Entwürfe des Künstlers handelt,
nach denen kunstgewerbliche Gegenstände ausgeführt werden sollten. Von besonderem Interesse ist der
Entwurf zu einem gotischen Becher, der in einer Zeichnung der Universitätsbibliothek zu Erlangen vor-
handen ist und beweist, daß auch der Haus buch meister dem Goldschmiedehandwerk noch nahestand, wie
dies bei seinen Vorgängern die Regel und auch bei Schongauer und Dürer noch Sitte war **t> Die übrigen
Zeichnungen haben als Vorlagen für Glasscheiben gedient. Was früher nur als Vermutung geäußert werden
konnte, ist zur Gewißheit geworden, seit es gelungen ist, zu einer vorhandenen Zeichnung (dem Entwurf
bei Prof.Bedccr) die ausgeführte Scheibe nachzuweisen (im Kunstgewerbe-Museum zu Berlin), Weitere Ent-
würfe für Glasscheiben haben wir zu sehen in den 3 bereits genannten Dresdener Zeichnungen und vielleicht
auch in der Bisterfeder-Zeichnung der Albertina zu Wien,f) sowie in der Koburger Zeichnung der An-
betung der Könige. Es ist unterdessen gelungen, eine Reihe von weiteren Scheiben namhaft zu machen,
F) Das charakteristische Rsmkenornamrnt, das in einer Reihe mirtdrfieiniscfcer Altäre au« der Sdiuk des Hausbuch meistens die Regel Ist, tritt
in diesen späteren Stichen auf; vgl. L. 17, M. 25, 40.
Därgertellt ist: König Maximilian beim Frirdenslunkrtt und bei der Friedcnsnses.se in Brügge, wie Warburg wahrscheinlich su machen
suchte. Stilistisch möchte man, wie mich Bär und Friedländer empfinden, bis In die ersten Jahre des 16, Jahrhunderts geben. Wenn Icdcdi die Aus-
führungen Warburgs, die mit Sorgfalt und Scharfsinn geführt sind, ridilig sind, wird man stilkritisdsc Einwände zugunsten einer besser fundierten
historischen Datierung falten lassen. überdies sind die Zeichnungen, wie dies der Erlanger Armbnistsdiüue von 1485 beweist. bereits im letzten
Fünftel des 15. Jahrhunderts von größter Freiheit/ sie sind eben Skizzen im wahrsten Sinne des Wortes. — Der späten Zeil würde audi die Zeichnung
des gewappneten Ritters (Meder 13Z5> angeboren, die aus der Sammlung Lanna in das KiJpfcrstidkkabiiHztt zu Dresden gelangte. Dodc ist auch
diese Zeichnung m. E. bestenfalls eine öftere Kopie nach verlorenem Original.
***> Audi im Hausbuch finden wir die allerdings sehr flüchtigen und nur andeutenden Zeichnungen einiger Becher, auf S. Ha, 15a und 19a,
die in der Grund Form derjenigen des Erlanger Entwurfs entsprechen (vgl. Geisberg, Bibi- No. 16Z>.
t) Oben wurde bereits fesrgestellr, daß wir e» in diesem Blatt mil einer Kopie nach einem Kupferstich zu tun haben können, zumal eine
gegenseitige Kopie in dein Mbwadhet) Blat! des Karlsruher Kupferstidikabi nette (Band 66, No. 59) erhalten ist, das außerdem SthongaucTsdx
Embleme als Wappen kopiert. — Der Wiener Zeichnung nahe stellt die stehende Frau mit Falken (Berlin, KirpferstlchkabinetT 4509). die zwar
nidu eigenhändig ist, aber auch ata Bruchs flick eines Scheihenrfsses angesehen werden kann. — Die Wappen der Albertinazddmuug mit den ge-
krönten Sittichen und doppeltem Drtibcrg gehören dem St. GalFcner Geschlecht der Büfgifl und dem Konstanaer der Grünberg an.
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die auf Entwürfe des Meisters zurückzufuhren sind. Zweifellos ist dies der Fall bei den aus dem Kloster
Alpirsbach stammenden Scheiben der kgl. Altertümersammlung zu Stuttgart/ sie gewinnen eine besondere
Bedeutung diirdi ihr sicheres Datum 1482. Die Art ihrer ornamentalen Füllung stimmt auffallend überein
mir der aus sicheren Holzschnitten bekannten Dekoration, die Form des würrrembergischen Wappens kehrt in
der gleichen Ausführung wie auf einer Alpirsbacher Scheibe (Bibk No. 196, Abb. 33) bei dem Wappenhalter
wieder, der einem Kalender für das Jahr 1482 entstammt und vermutlich in Urach bei Zainer ersdnen (Abb. 38,
Bibi. No. 198). Zeitlich und örtlich gewinnen wir hier einen sicheren Anhaltspunkt. Weitere Scheiben nach Ent*
würfen des Hausbuchmeisters befinden sich in Herrnsheim, in Erbach, Köln, Zürich, New York und München.*)
Berats Harzen, Haßler und Retberg haben erkannt, daß der bedeutende Kupferstecher und Zeichner auch
für den Holzschnitt tätig war. Nach vereinzelten, nicht immer glücklichen Hinweisen auf Mainzer Buch*
Illustrationen kam die neuere kunstwissenschaftliche Forschung unter Führung von Flechsig dazu, die Grenzen
seiner Tätigkeit auf diesem Gebiet fester zu umreißen, nodi ist in diesen Fragen das letzte Wort nicht
gesprochen, und ich ziehe es vor, meiner orientierenden Betrachtung nur die am meisten gesicherten Arbeiten
cinzureilicn.*’) Daß der Ulmer Holzschnitt im Anfang der 70er Jahre Elemente zeigt, die der Kunst des
Hausbuchmeisters nahestehen, ist nidit zu leugnen, fraglich bleibt nur nodi immer, wie weit der Meister
selbst dafür verantw örtlich zu machen ist, Holzschnitte, wie etwa die Madonna mit Kind und Engeln,
Augustus und der tiburtinisdhen Sibylle aus der „Sequenz unserer lieben Frau" (Ende 1472) oder das Zainer*
Wappen aus Boccaccios, von etlichen Frowen (Anfang 14/3) oder die Narrenranke mit dem sitzenden Ge*
lehrten und Spruchband (aus Alvarus Pelagius, de planctu ecdesiae 1474) sind in der Zeichnung figürlicher
Details mit Stichen der gleichen Zeit in Beziehung zu setzen, auch die fünfte deutsche Bibel, die Ende 1476
bei Sensensdimid und Frtsner in Nürnberg erschien, zeigt in der Charakterisierung der Gesichter, im Falten*
Stil, in der Wiedergabe des Landschaftlichen und der räumlichen Füllung der Ornamente unverkennbare
Elemente der Kunst des Hausbuchmeisters. Der wilde Mann mit dem Lowenwappen, der als Schluß*
Vignette der zweiten Auflage der G. Zainerschen Bibel von 1477 erschien, weist in der Zeichnung der
Fußform, in den flatternden Enden der Kopfbinde und deren ornamentaler Verwendung bereits auf die
Schnitte des Spiegels menschlidier Behältnis hin (vgl. Naumann 72). Als Hauptwerk des Meisters in Ulm
wurde dann bereits von Harzen und Retberg und neuerdings von Flechsig, Boßert und Leonhardt, der 1477
bei f. Zainer erschienene Äsop nachzuweisen versucht, an den Sich eine Reihe weiterer Arbeiten in Ulm
und Urach anschließen sollen, die des Meisters Tätigkeit in Schwaben bis in die 80er Jahre hinein wahr*
schdnlich machten. Das Hauptwerk seiner Tätigkeit für den Holzschnitt bleibt jedoch der Spiegel mensch*
liehet Behältnis, der etwa 1482/83 in Speyer für Peter Drach entstand, sowie der Kalender für das
Jahr 1483, der vermutlich im Herbst 1482 bei dem gleichen Verleger erschien. Die Autorschaft des
Hausbuchmcisters für diese Arbeiten ist von verschiedenen Seiten wohl unwiderleglich festgestellt worden/
die Schnitte stehen stilistisch auf der gleichen Stufe wie die in den 80er Jahren entstandene Gruppe der
Stiche, auf deren Übereinstimmung mit dem Spiegel bereits flüchtig hingewicsen wurde. Der gleiche Reiche-
tum der Nuancierung seelischer Empfindungen, die Verlebendigung der Heiligengeschichten, die unerschöpfliche
Phantasie in der Verwertung ornamentaler Motive, die tatzenähnlichen Froschbiße, deren Erkennungs*
Zeichnung für die Hand des Meisters die Umfrage Flechsigs dargetan hat, — alle diese Momente lassen
Bedenken irgendwelcher Art nicht aufkommen. Besonders auch die Brunnenszene des Kalenders, sowie •*)
•> Über die Cildnchcibcn nadi Entwürfen des Hausbixfameistcrs wird I L Sdimite ausfülirlidi handeln im Ka|ütt-1 XX. srinrs Wer Ire „Die
Glasgemälde des k^l. Kunstgewerlwrnuseums In Berlin. Mit einer Einführung in die Gesdridife der deutschen Glasmalerei."
•*) hin. Verzeichnis der in den Forschungen Von Boßert «Lranhardt dem Metsrer rugew-ksenen Hoksdmitlc wird unten bei der Bibliographie
fNo. 198> gegeben Die Aufsärre enthalten zahlreiche Abbildungen. Dort vergleiche man auch die im obigen Texte namhaft gemarfiten Sdinirte.
\\ eizisädtcr (Bibi No. 204, S.80> äußert Bedenken gegen die Zuv«i*utig der LUmer HoLsdmircr. Audi Bär scheint der Zuweisung nidit panj
geneigt zu sein, *ic aus «len w ähl auf seine Autorität rurtidigehenden Bemerkungen im „Frankfurter Büd»erfreund' X, 1912. No. &3l und 302
bervorgrht. Idi sdbst habe mich gleichfalls noch nidit von der Riduigkeit aller Zusrhreibufijjen überzeugen können.
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dessen einzig sdiönen Initialen verraten allzu deutlidi die Klaue des Löwen. Sie sind ebenso wie die
besten Schnitte des Spiegels* *) von einem Formschneider geschnitten, der am tiefsten sich in die Eigenart
seines Meisters einzufühlcn vermochte. Auch der Schnitt der Madonna mit Kind und knieendem Bischof
(aus dem Herbst 1483) und die Initiale P mit Bischof aus dem bei Hist erschienenen Drucke stehen in
unmittelbarem Zusammenhang mit den Spiegelillustrationen und den Stichen des Meisters. Was von Einzel®
Holzschnitten dem Hausbuchmeister zugewiesen wurde, ist an anderer Stelle aufgefühn worden.**)
Aus den bisherigen Ausführungen ergibt sich ein Überblick über die Tätigkeit, die der reich beschäftigte
Meister auf dem Gebiet der graphischen Künste entfaltet hat,- und — man darf wohl sagen — in erster
Linie ist er stets Graphiker geblieben und nicht, wie man eine Zeitlang amiehmen zu sollen glaubte, Maler.
Denn was wir als malerisch in seinem Kupferstidiwerk anzusprechen geneigt sind, ist letzten Endes doch
nur die konsequente Steigerung seines zeichnerischen Stiles, es ist die Befreiung von der Strengen Gebunden»
heit und Straffheit des gotischen Lineaments zu einer freien Auflösung der Formen. Die Einsicht, daß
in seinem malerischen Werk eine Entwicklung in dieser Linie nidit zu erkennen ist, dürfte uns in dem
Glauben bestärken, daß er die Malerei nicht in erster Linie und hauptsächlich ausgeführt hat Immerhin
ist auch hier das Feld seiner Tätigkeit bereits weiter ausgedehnt worden und steht im Begriffe, durdi
neue Funde gefordert zu werden. Flechsig hatte — einem Hinweise Friedländers folgend — die malerische
Tätigkeit des Meisters in einer großen Anzahl von Werken der mirtelrhcinLSchen Schule erweisen zu
können geglaubt. Die besonnene Kritik Lehrst Scheiblers und Thodes schränkte die Zahl dieser Gemälde
wesentlich ein, und besonders die Düsseldorfer Ausstellung des Jahres 1904 ermöglichte auf Grund
der zusammengestellten Hauptwerke eine klarere Sonderung. Heute steht das Bild dieser malerischen
Tätigkeit auch in der stilistisdien Entwicklung einigermaßen sicher vor uns. Als frühestes Werk dürfen
wir die Dornenkrönung Christi in der Großh. Gemäldegalerie zu Karlsruhe erkennen, die kurz nach der
ersten niederländischen Reise des Künstlers, etwa 1477, entstanden sein mag.***) Es ist die unbeholfenste,
in der Komposition am meisten zerflattemde Tafel des Meisters. Erst in den über die Mauer und von
dem Balkon herabsdiauenden Personen äußert sich die Frische und Lebendigkeit des Hausbuchmeisters.
Audi die Kreuztragung im Museo Correr zu Venedig, f> deren Rückseite die stark verblaßte und zer-
störte Darstellung Christi vor Pilatus enthält, gehört dieser frühen Zeit an und zeigt eine unausgeglichene
und unreife Formensprache. Doch weisen bereits mehrere Typen <z. B Christus, Johannes, Maria und
die Schergen), sowie die satten und tiefen Töne der Farben auf die Freiburger Bilder hin, Die Kreuzigungs»
darstrilung, welche heute in den städtischen Sammlungen zu FreiburgTt) aufbewahrt wird, ist das Haupt#
bild des Meisters aus dem Anfang der 80er Jahre. Daniel Burckhardt hatte das Bild bereits im Jahre 1897
*) Die Verteilung der Arbeit an die verschiedenen Form Schneider hat Flechsig <Bibl. No. 184) bereits sorg-fähigst vorgenommen. Besonders gute
Schnitte sind die folgenden Nummern (nach Naumanns Ausgabe}: 1 — 12, 14, 16—19, 24— 29, 31—34, 37 — 40, 45—48, 61, 63, 69, 72, 86, 90,
9S/99, 102, 104-106, 110, 112, 117—120, 123/124, 127, 131, 140 Hl, 147, 150, 16t 166, 168-170, 177, 180-182, 185, 105. - Au» einer
gesonderten Bcimditung einzelner Probierte wäret! rKKh interessante Aufschlüsse zu gewinnen über die Sdi.iffensart des Künstlers. Das Ver-
hältnis des Speyrer Spiegels zu dem 1476 bei Bernhard Ridiel in Basel erschienenen, dem die Speyrer Ausgabe im Text und in der Satzanordnung
un-mittelbar folgt, Ist bereits van l’ledisig erörtert worden. Der überragende geistige und formale Abstand, der den Hausbuch meister von Zeit'
genössen trennt, wird aus einer solchen vergleichenden Betrachtung recht ersithtlkh. — Förderlich schiene mir z. B. auch eine Spcrialunter$iKtmng
übet* die architektonischen Elemente in de^ Kunst des IlAUsbudinrtistersc hier führen direkte Verbindungslinien V0« den HolMduiitten zu den
Stichen und iLiusbuchzeidmungtn. Uni etwa ein Beispiel berauszugreifen, Naumann 1S3: Michal läßt David zum Fenster hinab/ die Art der
Darstellung hat ihr Gegenstück in der Zeichnung auf S.53bi des Hausbuchs/ das Brüdtentor kehrt in ähnlicher Form wieder in dem Gehäuse
des. Gelehrten auf dem Planeten Jupiter, S. 12a. Es reift sich, wie eng die Werke zuianjmengehören. Weitere Beispiele tieften shh leicht an-
fübreii. — Ähnliche Architektur erscheint auch im Äsop, z. Ö. bei der Fabel ,,von zwryen mtusen" (Abb. Nluther 11, S. 43), wo bereits die
Hlienförmigm Türbeschläge ausgebildet sind, van denen noch zu reden ist. vgl S. 49. Antn. f.
•*} Ein Verzeichnis der Elnielsdcnitte vgl. bei der „Bibliographie" (No. 186>.
**•) Na. 1136, Eichenholz. 0,675:0,48/ aus der S. Hirsdicr in Freiburg stamm-end.
No. 38. Holz. 1.23 : 0.&7. — Ein Zettel bezeichnet die Bilder als Werke Martin Schongauers, ebenso plump gefälschte Monogramme-,
Vgl Lazari, V. Notlzb delle opere d'arte et d'anricjuitä della Raccolta Correr. 1859. S. 31, No. 153.— Stiatsny hat darauf aufmerksam gemacht,
d^ß die in gotischen Minuskeln an einem Wind hak en befestigte Inschrift; ,.dtt terez zu" alemannischen Dialekt repräsentiere.
tt> Tannenholz. 1,305: 1,73/ aus der Sammlung W. B. Clarke - Freiburg stammend, der das Bild in Speyer kaufte.
entdeckt und als Werk des Hausbuchmeisters erkannt, Max Lchrs widmete ihm alsdann eine ausführliche
Besprechung, von der die weiteren Forschungen ihren Ausgangspunkt nahmen. Ohne Zweifel gehören
die Darstellungen des Ecce homo und Christus vor Kaiphas, bei Weihbischof Knecht in Freiburg,*}
mit dem Kreuzigungsbild zu einem Altar zusammen. Was bei diesen Bildern, die in zahllosen Details
mit Stichen des Meisters verglichen werden können, auffällt, ist die emailartige 1 ransparenz und der
Reichtum der Farben bei einer rein zeichnerischen Methode scharfer Konturen. In sicher umschriebenen,
graphisch bestimmten Linien sind alle Formen festgehaltcn. Bedeutend ist die ausbalanzicrtc Komposition
des Mirtelbildes an sich und seiner beiden Flügel. Die Komposition der drei Bilder ist durch das feste
Schema der mittleren Gruppe der Kreuzigung und der von ihr abfik'ßendcn Massen der Nebenfiguren
bestimmt. Es zeigt sich hier, was bei Stichen und Schnitten gleichfalls auffällt, daß der Hausbuchmeister
einer der wenigen Künstler des 15, Jahrhunderts ist, bei denen Linien und Farbkompositionen bildmäßig
ausgereift sind. Überraschend Für seine Zeit ist die Freiheit der Lichtführung bei der Mondscheinland~
schäft, die im Hintergründe des Christus vor Kaiphas zur Darstellung kommt. Ein weich zitterndes,
grünliches Dämmerlidit des Vollmondes kontrastiert mit dem grellen, rötlichen Schein der Fackeln.**)
Charakteristisch für den Künstler ist die sorgfältige Behandlung kostbaren Brokatstoffcs, dessen Musterung
noch auf der Mainzer Maiienfolgc dieselben ornamentalen Formen zeigt. Nahe mit den Freiburger Bildern
zusammen gehört die in den gleichen Maßen gegebene Grablegung Christi in Dresden,***) die ausgezeichnet
ist durch eine großzügige Linienführung der Komposition und eine reichgegliedcrte Landschaft vor Gold*
gründ. Sie geht in der Freiheit der Laiidsdiaftsbchandlung über die Freiburger Bilder hinaus und berührt
sich engstens mit der Auferstehung Christi in Sigma ringen, f> die vielleicht die Seite eines Flügels dar*
stellte zu einem Altar, dessen Mittelbild die Dresdener Grablegung bildete. Die Luft ist auch hier milder
und weicher, eine gewisse Flüssigkeit der Farbbehandlung und Verschärfung ins Helle hat stattgefunden.
Die wcidie fließende Behandlung des Haares der Magdalena des Dresdener Bildes findet in der Zeichnung
des Haares des auf den Sarkophag sidi stützenden Landsknedites in Sigmaringen ihr Analogon, die auf
dem Hintergrund der Dresdener Landsdiaft dahineilenden Figürchen mit Werkzeugen und Leitern sind in
ähnlich geistreicher Weise in den Raum gesetzt wie die drei des Weges daherkommenden Marieen in
Sigmaringen. Auch die Körperbchandlung des toten Christus gleicht sich auf beiden Bildern auffallend.
Es kann sich bei dieser Gruppe von Bildern um zwei analoge Aufträge gehandelt haben, bei denen die
Freiburger Kreuzigung und Dresdener Beweinung jeweils das Mittelstück abgaben. Das Freiburger Mittel*
bild wurde in etwas veränderter Fassung wiederholt in dem Altäre, der sich heute in der Pfarrkirche zu
St. Goarfj") befindet und der überlieferungsgemäß aus Neustadt bei Speyer stammen soll. Die Erhaltung
der Bilder ist schiedet und von späteren Übermalungen nicht frei, Genau wie auf dem Freiburger Bild
ist ein falsches Dürer-Monogramm später aufgemalt worden. Die Flügelbilder, bei denen eine besonders
*) Tannenholz. 1,30:0,765. Früher bei BuAlsändler Hutter in Freiburg und 1888 bei Lude von Livonius in Frankfurt, — Es lind unbe-
gründete Zweifel an der Zusammengehörigkeit drr drei Bilder geäußert morden Stil, Komposition. Maik und Holz führen die Bilder sicher zusammen.
Die Darstellung der Mond- und FaAelheleuAtung geht offenbar von den Niederfanden aus CGeertgcn tot shr Jans und Gerard DavicV.
In DeutsAland erscheint sie in einer ölbergsxene «aus der KarharincnkitAe, letzt Im German Museum zu Nürnberg, N<X 151), die etwa der
gleichen Zeit wie dir Freiburger Bilder angeboren.
No. 1868a. FlArcnholz <wie eine neuerdings durA Herrn Direktor Pos« veranlagte Untersuchung f« (stellte/ bisher galt Ate Hofe. al«
Tannen, UaS den anderen Tafeln mispräAe>. 1,3! ; 1,72, Früher bei Jo». Lamberti und Dr. Deeberg In AaAen.
f) No 18. Tannenholz., 1.31:0,76, Früher S. Weyer in Köln. Weizsäcker wies darauf hin, daß die Art der Behandlung der Rückseiten
erkennen lasse, daß w siA um auseinandergesägte FlügdbrcttCr handele. Dreh brauAt das Bild nicht unbedingt zum Freiburger Miitelbild zu
gehören, da die Dresdener Bcxrcintrng die gleichen Kiabr zeigt und stilistisA dem Sigmaringer Bild noA näherstebt. — SiAer |cdoA ist cs
nidit angängig, wie Bär «S, 4»4) und Glaser CS. 155, Arun, l) dies tun, das Bild früh zu setzen. Es Ist stilistüA und dem Format naA
unzweifelhaft mit den Freiburg-Dresdener Bildern verkettet Ein sichere« Kennzeichen dieser Bilder ist der mit stilisierten Lilien gefüllte
He lügens Acin, der in der glriAen Form In Freiburg, St Goar und Mains verkommt Die Herleitung dieser Ornamente aus dekorativen Ele-
menten der Stiic <L. 27 und 47> und HofesAnittc «Naumann 11, 16, 24 etc. als TdAienden) ist IriAt ciniuschcn.
tt> Der Altar wurde von einem Frankfurter Wohltäter geseifter und soll naA unverbürgter Tradition aus Neustadt stammen. Die Mafie
entsprechen den Freiburger Tafeln.
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Wir fuhren Witten,
plumpe Übermalung stattgefunden hat, stellen die stehenden Heiligen Sebastian und Katharina, sowie die
Verkündigung dar. Die Heiligen weisen bereits im Typus auf die Frankfurter Bilder, während man in
dem Kopf des Erzengels Gabriel*) überraschende Verwandtschaft mit dem Jüngling des Gothaer Liebes*
paares feststeifen muß. An der Gesamtausführung des Altars sind sicherlich Schülerhände beteiligt, wenn*
gleich er noch unter den Augen des Meisters selbst entstanden sein dürfte. Die Maria der Verkündigung**)
leitet über zu den folgenden Mariendarstellungen und enthält bereits Elemente der Mainzer Marienfolge.
Kurz vor 1491 dürfte ein Altar entstanden sein, dessen Flügel mit den vier stehenden Heiligen (Nikolaus
und Qiiirinus, Katharina und Barbara) vor einigen Jahren aus einer Tapetentür zersägt und in das städtische
historische Museum in Frankfurt gelangt sind. Sie stammen aus der Frankfurter Dominikanerkirche,***)
wo zehn Jahre später Holbein der Altere beschäftigt war. Die Vermutung darf aufgestellt werden, daß die
Kreuzigung im hessisdien Landesmuseum zu Darmstadtf) mit dem das Kreuz umfassenden, knieenden
Dominikanermönch zusammen mit den Frankfurter Flügdbildern zu jenem Altar gehörte, der 1491 in der
Dominikanerkirche geweiht wurde. Sicher trifft dies auch zu für die drei Engel der Kunsthalle zu Basel,ff)
die in ihrer malerischen Durdibifdung und hellen Färbung, sowie vor allem in der kompositionellen An-
ordnung genau den Engeln entsprechen, die auf der Tafel mit den Heiligen Nikolaus und Qiiirinus in dem
oberen Zwickel flattern. Koloristisch stehen sich die Frankfurter und Darmstädter Bilder so überraschend
nahe, daß der Vermutung ihrer Zusammengehörigkeit, die überdies noch durdi die Gleichheit des verwandten
Kiefernholzes eine Stütze erhält, nicht widersprochen werden kann. Die Figuren zeigen auf beiden Bildern
jene ruhig fließenden Faltenströmc, die den Gestalten eine gewisse feierliche Monumentalität verleihen.
In der landschaftlichen Ausbildung setzt das Darmstädter Bild die Bestrebungen der Dresdener Grab-
legung unmittelbar fort.
Die nun folgende Gruppe später Bilder, deren Entstehnngszeit bereits an die Jahrhundertwende herab*
gerückt ist, entsprechen durchaus den dieser Periode angehörenden Stichen: es sind die Madonna mit Kind
im bayrischen Nationalmuseum zu München fff) und die hl. Anna Selbdritt in Oldenburg.’f) Der Typus
der Madonna kann übereinstimmend in Stichen (L. 16, 25, 28) und Holzschnitten (Naumann 46) festgestellr
werden. Das Oldenburger Bild, das in der Architektur und in den Typen dem späten Stiche <L. 29) ent-
spricht, leitet über zu den Bildern des Mainzer Marienlebens und der dazugehörigen Geburt Christi, die
früher in Schleißheim**f> ausgestellt war und dort bereits das Interesse der Hausbuchmeisterforscher seit
langem erregt hatte. Die Folge des Mainzer Marienlebens,***f) dessen Entstehungszeit auf das Jahr 1505
*) VgL auch die Schwingungen der SAriftbänder.
**) VgL die Oldenburger und MünAtncr Madonnen und deren Stirn reife.
***) Kiefernholz. 1,75 : 0,675. — Laußcr (Bibi. No. 129) hat mit einiger SiAcrheit erwiesen, daß die Frankfurter Tafeln von einem Altar stammen,
der dem Andenken an WynriA Monis (f 1477) gestiftet und 1491 von dem damaliger» Mainzer Generalvikar HeinriA Wn RübenaA geweiht
wurde. Aus der urkundliAcn Notix (im ArAiv de« Dominikanerklosters No. 19, S. 13) ergibt sich weiter, da& die verschollenen Flflgelsrilen
die Heiligen Dominikus, Johannes d. T., Wolfgang und Margaretha darstcUtcn.
t) Kiefernholz. 1,68 : 1,45. — Thade, der das- NaAwirken der Kunst des Meisters da Marienlebens betonte, setzt den Altar xu früh an,
was sAon SAeibler und Bock bezweifelten.
tt) No. 431 (früher 76). 0,2B :0,35. — Aus der 5 Di?n«t-BurAfiaidt in Basel.
ttt) Holz. 038 ;,0,25. Als Leihgabe (Inv. No. 4235) des Dr. 1. Marks tal Irr im Bayr. Nationalmuseum. Stammt aus dem ehemaligen Kapuziner«
It les ter in Regensburg.
*t) No. 271. Kiefernholz. 1,36: 1,05. Früher S. Rülik. Bereits Lcfirs erkannte die Übereinstimmung des Gemäldes mit L. 29.
•*+) Jetzt in der Alten Pinakothek zu MünAcn. No. 1509. FiArenholz. 132:0,76. — Früher in Sdileifllirim No. 77 (136), wohin <£i< Ri’d aus
der S. Wallerstein gelangte. Vorher war es in der Sammlung de* Grafen |. Von Rcdibcrg. der cs aus der Mainzer Stadialer!«! erhielt.
**»t) Die Tafeln oitspreAen in den Maßen den Freiburger und Sigmaringcr Flügeln. 1,2S;O,74 und 1,31:0,75. Sie Mammen aus Mainz
und wurden 1720 von Lothar Franz von SAönbom an das WdsAnonncnkläster geschenkt, von wo sie 1810 in An Galerie kamen, — Die
Darstellung im Tempel (434) zeigt die gleiche Innenarchitektur und denselben Fußboden he lag wie die Oldenburger Anna SdWritt. Dieses
Flieftentnustcr kehrt auf drei weiteren der Mainzer Bilder wieder (430,436 a. 437). Auffallend ist die reiA ausgebildete Landsdiaft auf der Geburt
Christi und Vor allem der Ausgießung des heiligen Geistes (436), die eine FlußlandsAaft zeigt von ähniiAcni Charakter, wie wir sie vom Planeten
Luna und den StiAcn L. 2ß, 74 usw. kennen. — Die Anbetung <433) und Geburt (432) zeigen die gletAe ArAltektur, die In etwas veränderter
Form auf dem ehemaligen SAleißhrimer Bilde voekommt.
50
http: //d igital.slub-dresden.de/id480959153/62
SLUB
Wir führen Wissen.
festgelegt ist, hat die Forschung seit zwei Jahrzehnten immer wieder beschäftigt Friedländer, Kämmerer und
Flechsig wiesen die zahlreichen Übereinstimmungen nach, die die Gemäldefolgc mit Stichen des Meisters ver-
binden. An der unmittelbaren Beziehung zu der Kunst des Hausbuchmeisters konnte kein Zweifel sein. Was
einen aber immer wieder bei der Betrachtung stutzig machte, war die trockene und spröde Art, die hausbackene
Spießbürgerlichkeit, die besonders Bilder wie der Tod Mariä (437) und die Ausgießung des hl. Geistes <436)
zeigen. Aber auch die Darstellung Christi im Tempel <434), der Tempelgang Mariä <429) und die 1505
datierte Verkündigung <430) lassen nur schwer an eigenhändige Arbeiten des Künstlers glauben. Thode wird
wohl redit haben, der in diesen Bildern handwerksmäßig rasch ausgeführte oder nadi Zeichnungen in des Künst-
lers W erkstatt entstandene Bilder erkennt. M. E. ist der Meister selbst persönlich an der Ausführung einiger
Bilder beteiligt, die durch eine Gefestigtheit der Komposition und sicher bestimmte Farbengebung aus der
Folge hervorragen, die Anbetung der Könige <433), die Geburt Christi <432), der zwölfjährige Jesus im
3 empel <435) und wohl auch die Heimsuchung <431). Diese zuletzt genannten Tafeln stehen in der klaren
Charakterisierung der 1 ypeii, in der Farbensprache und in der auffallend sorgfältigen Behandlung des Brokat«
Stoffes der Freiburg»Dresdener Gruppe noch nahe/ die Fußform mit den stark hervorstehenden Ballen
— ein äußeres, aber unfehlbares Kennzeichen für den Meister — tritt auf diesen Bildern mit voller Deutlichkeit
hervor/ und gerade bei dreien dieser Bilder (432, 433 und 435) treffen wir die charakteristischen Lilien-
nimben jener früheren Bilder wieder. Die Anbetung der Könige ist überdies kompositionell mit dem Stiche
und der Zeichnung des Meisters eng verkettet. Die scharfe stcchcrischc Kontur, die noch auf diesen späten
Werken ausschlaggebend ist, bestärkt uns wiederum in der Erkenntnis, daß diese Technik seine eigentliche
Welt war. In stilistischem, unmittelbarem Zusammenhänge mit der Geburt Christi der Mainzer Folge steht
die gleiche Darstellung, die aus der Schleißtaimer Galerie in die Münchener Pinakothek überführt wurde.
Ihre Zusammengehörigkeit wurde von Scheibler bereits erkannt; nun hat die Feststellung ihrer Provenienz
ergeben, daß sie ursprünglich in der Mainzer Gemäldegalerie ihren Platz hatte. Ob sie zu der
Marienfolge selbst gehörte, wie die Maße und die Art des Holzes vermuten ließen, ist nicht mit Sicherheit
festzustellen, dünkt mir aber unwahrscheinlich, weil in der Mainzer Folge bereits eine Darstellung der
Geburt Christi vorhanden w'ar. Die knicende Madonna des Schleißheimer Bildes ist eine direkte Schwester
jener Frauen, die uns aus späten Stichen des Hausbuchmeisters bekannt sind <vergl. L. 15 und 25),- auch
der übermäßig große Heiligenschein kehrt hier wieder. Das Bild gehört sicher bereits dem neuen Jahr«
hundert an und teilt mit den Mainzer Tafeln einen reich ausgestatteten landschaftlichen Hintergrund und
abgewogene Komposition. Die Mauerbogen sind als festrahmender Abschluß dem freien Landschaftsgrunde
gegenübergesteilt Eine weitere Werkstattarbeit, die der Mainzer Folge nahesteht, ist das Noli me tangere
in der Pfarrkirche zu Studernheim,*) das durch Übermalungen der Nimben und des landschaftlichen Hinter-
grundes sehr gelitten fiat. Das Bild ist von äußerst mittelmäßiger Qualität, zeigt jedoch große Verwandt-
schaft in Typen und Landsdiaftsdarstellung mit den Dresdener und Sigmaringer Bildern, sowie mit den
späten Stichen <L. 15 und L. 21). Der charakteristische Liliennimbus hat durdi spätere Übermalung eine
plumpe und ungeschickte Umformung erhalten.
Als Krönung des Lebenswerkes des Meisters scheint mir noch immer das Gothaer Liebespaar sicher-
zustehen.**) Wenn wirklich der Graf Ludwig von Hanau«Lichtenberg mit seiner Geliebten dargestellt ist,
•) Holz. 0,96:1,13. - Abb vgl. öibt No. 82, Fig. 61.
**) No. 306. Lindenholz. 1,14:0,80.— Die Bestimmung der Dargestellten auf den Graten Ludwig VOtfl Hanau-Liditeutarg ist mit ein-
Icuditcndcn Gründen Vcrsudit worden. Cßäbl. No. 117.) Neuerdings hat Naumann (ßibL No. 167. S. 53> die Behauptung aufgestellr, es handle
sich um ein Doppdbiidnis. des Grafen Phitipp II. von Lichtenberg und seiner Braut Anna von ysenhurg (aus dem Jahre 1480). Da noch jeg.
liehe Beweise für diese Angabe ausstehen, ist sic nicht diskutierbar. Daß da« Bild wirklich vor 1500 entstanden sein soll, Ist mir nidit wahr*
Bcheinlidu Der Hinweis CR.ViiAefj) auf das Bildnis einet Ehepaares im Amalicnstift zu Dessau ist jeden fall« nicht stichhaltig/ denn die Jahres*
zahl 11475) dieses (fiüher Wohlgemut zu gewiesenen) Bildes ist ein« moderne Fälschung. — Die Mehrzahl der Forscher hat sich bd der Dfljsei-
dorfer Ausstellung gegen die Autorschaft des Haus buch meistere acisgcspnodirn {Berit, Bodenhauscn, Lehn, Seidlitz, Thode, Völlj. Nur Baum*
garl«i. Bär, Ftedwg, Gebhardt und Warburg erkennen in dem Bild die Hand des I Ibsti,
51
würde die Entstehung auf das Jahr 1507 im Elsaß festzustellen sein. Ehe Begründung Für die Zugehörigkeit
zum Werke des Meisters im einzelnen anzuführen, ist hier nicht der Ort/ die geistige Verwandtschaft ist
von jedermann anerkannt worden. Die stilistische Zusammengehörigkeit mit der Berliner Silberstiftzeidmung,
mit der Brunnenszene des Sp-eyrer Kalenders,, sowie mit dem Verkündigungsengel des St. Goarer Altars
kann nicht geleugnet werden/ebenso dürfte die kompositionelle Anordnung und der paläographisdie Charakter
der Sdiriftbänder charakteristisch für die Kunst des Hausbuchmeisters sein, wofür demnächst ein weiterer
Beleg in Gestalt einer Glasscheibe in Herrnsheim gegeben werden wird. Wer sollte auch der Meister
dieses einzig schönen Bildes sein?
Bereits die Bilder in St. Goar, Mainz und Studernheim haben durch die Ungleichwertigkeit ihrer malerischen
Ausführung den Gedanken nahegekgt daß der Hausbuchmeister einen ausgedehnten Werkstattbetrieb ent-
faltet habe.*> Die genannten Bilder, sowie die Frankfurter Flügel der Dominikaner-Kirche, zeigen uns, wo
die Zentren dieser offenbar sehr fruchtbaren Kunstschule zu suchen sind: in dem Umkreis der Städte
Speyer, Mainz und Frankfurt,- hier am Mittclrhdn klingt ein vielfach starkes Edio seiner Forniensprache
durch. Als Arbeiten seiner Werkstatt, auf die im einzelnen liier nicht näher eingegangen werden kann,
dürfen erkannt werden: die Flügtlbilder des Altarcs zu St. Stephan in Mainz,**> der Seligenstadter Altar
in Darmstadt***> und die eng damit verwandte Madonna zwischen Johannes dem Täufer und Johannes
dem Evangelisten in Münster.^ Auch in dem Tod Mariä des Wallraf-Richartz-Museum zu Kölnff>
kann ich nur die Hand eines Schülers erkennen. Diese Schule scheint sich dann in weiterem Umkreis aus-
gebreitet zu haben. Aus ihr mögen noch hervorgegangen sein: die Bilder der Martyriumsszcnen im
Wallraf-Richartz-Mus cum in Köln (No. 377 — 8Q>, der Boßweiler Altar (im Dom zu Speyerund
wohl auch der Gdnhauser Altar des Nikolaus Sdiit,*t> der das frühe Datum 1500 trägt.**f> Eine
besondere Gruppe für sich bilden eine Reihe von Bildern, bei denen schwäbische Elemente überwiegen,
deren Schöpfer jedoch mit der Kunst des Hausbuchmeisters Fühlung gehabt zu haben scheinen; die Ent®
hauptung Johannes des Täufers im Kaiser Friedrich-Museum zu Berlin und die gleichnamige Darstellung
in der Gemäldegalerie zu Karlsruhe (No. 35X***f> Audi in Wandgemälden des mittclrheinischen Gebietes
glaubte man Niederschläge der Kunst des Hausbuchmeisters erblicken zu dürfen, welche Vermurung
•) Lchrs hatte (Bibb No. 85, S. 176) bemerkt, die Geburt Christi tni Baseler Privatbesitr (1502 datiert) sei von der gleichen Hand wie die
Mainzer Marienfölge. M. li. hat das recht bedeutende Bild mit der Kunst des Hausbuch mosters so jjut wte nichts zu tun, zefgt vielmehr An-
klänge au die Kunat Hans Horbeins d. A. Auffallend ist die reiche Durchführung des Flußmotivs in der Landschaft, sowie die vedutenhafre
Prägnant ci s Südtehildts. — Hingegen stehl die Geburt Christi der Aschaffenburger Galerie (293,, jetzt No. 14/ 0,75 • 0,64) in der Verbindung
zeichnerischer Schärfe and malerischer Weichheit dem Hausbudiinriiter nahe, jedenfalls naher als das große vielbesprochene Altarwcrk der gleichen
Galerie (jetzt No, 7—11), in dem Thodc einmal die Hand des jungen Grünewald erkennen zu dürfen glaubte. Ich kann mich nicht entschließen,
in dem tnatcrisch wohl bedeut enden Altar die gleiche Hand zu erkennen, die das Gothaer Liebespaar ausgeführt hat/ denn dessen Meister ixt
m. E. der Hambudimeister. Rieffd brachte neuerdings den Mrisicr D. S. für das Aschaffenburger Bild in Vorschlag, der dem Kreist' derer um
den Hausbuchmeister an gehöre.
** ) Die rlügelhilder {Besdinridung, Anbetung und Verkündigung 1,21 :0,56> stehen dem Werke des Hbm. noch ziemlich nahe.
•**> Verkündigung, Geburt, Anbetung, Beschneidung, Petrus und Paulus.
f) 108 (226). Tanncnholi. 1,19:0,865. - Nach Untersuchung de« Originals bin idi zur Überzeugung gekommen, daß es sich bei diesem
den Seligem lädier Typen nahestehenden Bilde, nur um Werkstattarbeit handelt
ff) Dai Bild wurde von Voß aU Frühbild der Meisters QaduuwtiMn versud)l, die Befangenheit und Steifheit der Komposition/ sowie das
von den Hauptwerken abweichende: Kolorit sprechen indes laut für Schülerhand.
Ttt> Von sehr schwacher Hand ausgeführt, aber der Kunst des Hbm. durchaus nabe sieben der hl. Hieronymus im Städtischen Institut zu
Frankfurt (SO Bt 1480 datiert/ 0,47 :0,13) und eine Madonna mit Kind, Jnadtim und Anna in Donaueschingen (No. 133/ 0,47 ; 0,35). Beide, üi den
Maßen übereinstimmende Bildchen zeigen die nämliche, mit dem Pinsel bewerkstelligte, scharfe Konturtnzdditiung.
• f) Geburt Christi, Anbetung und Verkündigung, Der Altar zeigt, wie auch der Seligenstädter und Niedererlenbadicr, das reiche Ast- und
Rankenwerk, das uns auf späten Stichen des Meisten begegnet ist,
* *f) Die Außenseiten stellen dar: die Verkündigung, die Hlg. Wolfgang und Georg/ die Innenseiten: die Hlg. Sebastian und Katharina, Valentin
und Margaretha. Durch flhertnalung ist viel von dem ursprünglichen Eindruck verloren gegangen. Tbode wies den Quirinusaltar in Wimpfen
der gleichen Hand zu.
* **t) Flechsig versuchte die Enthauptung Johannes d.T. in der Karlsruher Sammlung (35/ Tannen, 1.02 ; 0,73 mit bemalter Hödcseite) für ein Ulmer
Werk des Hausbuduneisters zu halten. — Die neuerdings für das Kaiser Friedrich-Museum erworbene Enthauptung Johannes des Täufers (Tannen.
1,02:0,73) gehört denselben Richtung wie die Karlsruher Bilder an, die überwiegend schwäbische Zöge enthalten.
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http: .'-'d ig i tal. s I u b- d re ad e n .de/id4 8 09591 5 3/64
indes mir einigem Vorbehalt ausgesprochen werden muß. Sicher jedoch scheint festxustehen, daß der
Künstler hier am Mittelrhetn sein Leben beschlossen hat,- dies muß, soweit wir aus seinem Werke
übersehen können, im ersten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts gewesen sein. Mit Sicherheit läßt sich eine
dahinzielaide Behauptung nicht aufstellen.
Denn noch immer lastet über der Person und den Lebensschidcsalen dieses genialen Künstlers ein
nicht enthülltes Dunkel. Den einzigen sicheren Anhaltspunkt, den man für die Kenntnis des Namens des
Künstlers verwerten zu dürfen glaubte, bietet die Inschrift auf Seite 21a des Hausbuchs: Henrich Mang F.
Ist diese Inschrift wirklich als Künstlersignatur anzunehmen, wofür ähnliche Fälle sprechen könnten,*)
dann führen die Spuren einer urkundlichen Fixierung nach Augsburg, wo die Familie Mang, insbesondere
ein vielbeschäftigter Künstler Mang, genannt Sdwllaweg, nachgewiesen werden kann. In ihm wäre dann
der Vater des Hausbuchmeisters zu erblicken, wie man neuerdings annehmen zu dürfen glaubte. Immer-
hin bleibt es auffällig, daß es bisher noch nicht gelungen ist, „I knrich Mang" — wenn er wirklich der
Schöpfer der Hausbuchzeichnungen ist — urkundlich zu belegen. Die Frage nach dem Lebensgang des
Künstlers, dem ein so reiches Werk hat zugewiesen werden können, bleibt nach wie vor offen. Was
wir aus seinen Schöpfungen mit größerer oder geringerer Sicherheit entnehmen können, ist: daß er in den
/Oer Jahren in Ulm und Augsburg tätig war, 1475 die Belagerung von Neuß miterlebte und anschließend
die Niederlande besuchte, 1480 am Hofe des Pfälzer Kurfürsten in Heidelberg, 1482 in Speyer und
1488 in Brügge und in den 90er Jahren in Frankfurt und Mainz tätig war. Fr ist offenbar ein wandte*
lustiger Geselle gewesen, der Deutschland immer wieder durchquerte.**) Für Dürers Wanderungen hat
man jetzt mit vollem Redit die alten Hauptverkehrsstraßen verwertet. Von diesem Gesichtspunkte aus
bekommen auch die örtliddceiten, die mit dem Hausbudimeister verknüpft sind, einen gewissen inneren
Zusammenhang, wenn wir uns beispielsweise einer Reise erinnern, die Maximilian im Jahre 1492 über
Augsburg, Lllm, Konstanz, Straßburg nach Frankfurt und an den Niederrhein führte.***) Die unmittel-
baren Vorläufer seiner Kunst müssen wohl im obcrrhrinischx?schwäbis<hen Kunstkreise gesucht werden,-
in seinen Stichen und in den Hausbuchillustrationcn konnten Anklänge an die Kunst der Bodensecschule
erkannt werden, wenn die Landsdiaftsbestimmungen richtig sind, die neuerdings von verschiedenen Seiten
vorgeschlagen wurden. Der Beginn seiner Tätigkeit scheint etwa durch das Jahr 1465 begrenzbar zu sein,
Die Jahre 1480—1485 sehen ihn auf der Höhe seines Schaffens, und im Anfang des neuen Jahrhunderts,
etwa im Jahre 1510, scheint er seine Tätigkeit beendet zu haben.f) Als ein Hauptvertreter der deutschen
Kunst des 15. Jahrhunderts steht er neben Schongauer und Albrecht Dürer. Er ist halb Romantiker,
halb Stürmer und Dränger. Seine Kunst ist weltlich, sein Temperament heiß und sprühend. Der Kunst
seiner Zeit eroberte er eine neue Welt,- er überwindet die Starrheit und Seelenlosigkeit der zerrinnenden
Gotik und verleiht den religiösen Stoffen neuen, zeitgemäßen Inhalt. Seine Kunst ist die gewaltige
Äußerung germanisch-reformatorischen Geistes. Man begreift an seinem Werke, welche Elemente wirk-
sam waren, als die Welt des Mittelalters endgültig zerbrochen wurde.
I
•) Ober den Namen Mang vgl. die Ausführungen Boßert» (Bibi. 198, S. 249; und oben S. 31ff.
Meder hat mit tilüd dfc Reiseroute Albredhr Dürer* fesuulegen v<nud>t. (Jahrb. d. Kunsts, des A.H. Kaiserhauses. 1912, S. ISJfT.)
UlniAnrl, Kaiser Maximilian!. B 1, S. 1561t
t> Mit mehr oder minder großer Sidnerheit stehen etwa «hn Daren »einer Werte fest: 1476, Adam- und Evasridj, 1480, 1 leidet berg er
WidftlUlkCfHMt/ 1482. Alpirsbacher Sdieibecl und Speyrer Spiegel, I4&5, Erlanger Bogcnsdiütxe/ I4&S, Berliner SkizzenbEäMtry 1500 <?), schreiten-
der Mann in Berlin/ 1503, Pariser Kreuzigung/ 1505, Mainzer Verkündigung/ 1507 <?>, Gorhaer Liebespaar. Als siithere tennini ante ques
ergeben sich: 1482 (Todesjahr Bernhard Rorbadis/ 1.. 116)/ 1488 (Thurocs' Chronik, Kopien nach L.7 u. 75), 1493 (Sdiedebdic Chronik/ Kopie
nadi L. 50; y 1496 (Gebetbuch Herzog Eberhards 1., Stuttgart Q, 1. f42r/ Kopie nach |.. 59>y 1497 (Nicckrcricnbadxr Altar/ Kopie nadt L 27)/
1503 (Tod israhrls- van Mecienem;, 1516 (HortüllU anltnae, Mafae, Kopie nrtdi L. 38).
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http: ’-d ig i tal. s I u b- d re sd e n de id-4 8 09591 5 3,'6 5
F. BIBLIOGRAPHIE
Es ist versucht worden, die Literatur über den Meister des Amsterdamer Kabinetts und den Hausbuch meister, so
veit sic mir zugänglich war, zusammenzustellen. Nicht berücksichtigt werden konnten die Erwähnungen des
Meisters in der Tagespresse, Von allgemein zusammcnl.issendcn Darstellungen der Geschichte des Kupferstichs
oder Gesamtdarstellungen der Kunstgeschichte wurden nur solche aufgenommen, die entweder Neues zu bieten hatten
oder aber durch die Autorität ihrer Verfasser Ansprudx auf Berücksichtigung machten. Unter den gleichen Gesichts-
punkten erfolgte die Heranziehung der Kataloglitcratur.
1786, Heinecken, C. H. v* <i>
Entwurf einer Kupferstichgeschichte. NeueNach«
richten von Künstlern und Kunstsachen. I. No.24,
37, 289, 325 (anonym), S. 168 (Meckenem), 8. 362
(Monogrammist A. N ).
Unbestimmte Erwähnung einzelner Stiche.
1794. Katalog der Auktion Brand es. Leipzig. II. No.4695
passim. (2)
Zehn Stiche Werden unter Schongauers Namen auf«
geführt, die in die Kabinette von Coburg und Wien gc«
langten <L. 1 -3, 7, 13, 54, 73 - 75, 89),
Weitere Aukrionskataloge, In denen Stiche des
Meisters vorkommen, sind diejenigen von Praun
(Nürnberg 1802: L. 1 1)/ Buckingham (London 1834:
L. 1I, 86)z Ottley (London 1837: L.53>/ Hawkins
(Ixmdon 1850: L.7)/ Bammevillc (London 1854:
L. 8>/ Drugulin (XX. Leipzig 1862: L, |9),- Pal-
mer (London 1868: L. 34).
1803. Bartsch, A. (jj,
Le Peintre Graveur. Vienne 1803- 1821. VI, 68.
X (Anonyme. I Sujets de la Bible: 1, 3/ 111 Sujets
profanes 16, 21, 22, 23, 26, 28).
1816. Bryan, M.
A biographical and critical dicrionary of painters
and engravers. Lond. I. PI. 5/ II, 381 (bxs).
Ottley, W. Y. <5)
An inefuiry into the origin and early history of
engraving upon cupperändin wood. 11. S.628<bxs>.
1826. Ottley.W. Y, <6)
A Collection of facsimiles of scarce and curious
prints by the early masters. I. S. 18 PI. 33’4 (bxs
u. Meckenem), 90 (Türke).
1828. Wilson, T. (7>
Catalogue raisonn^ cf the sclect collection cf en«
gravings of an amateur. S. 85 (ringende Bauern),
105 (Frau mir Wappen A. N ).
1833. BrulJiot, F.
Dictionnaire des monogrammes, marcfucs figurees,
lettres initiales, noms abreges. Munch. 11 No. 120.
1834. Dudiesne, J. (atn^).
Voyagc d'un iconophilc. Paris. S. 77, 110, 189,
222, 241, 346, 363, 376.
15. erhob den Stecher aus der Masse der Unbekannten
zu einer Individualität und gab ihm den Namen „Meister
von 1481)" (maitre holl-tnciais de 1480).
1850. Passavanr, J. D. <|0)
Zur Kunde der ältesten Kupferstecher und ihrer
Werke. Deutsches Kunstblatt I, No. 23, 181.
Hinweis auf die Bedeutung der Stiche des Meisters
von 1480,eines,.Niederländer der vanEycksdwn Schule".
1851. Sotzmann, J. D. F, <H)
Einige Aufklärungen und Berichtigungen über den
Inhalt alter Kupferstiche. Deutsches Kunstblatt II.
No. 38, S. 302.
Ober den Stich „Aristoteles und Phyllis".
1853. Renonvter, J. <|2)
Des types et des manlcres des njaitres graveurs
(XV s.) Montpellier. 8.93.94. 8.76 (b s>, S. 145
(Du Hamed).
1854. Bartsch, Pr. v. <13>
Die Kupferstichsammlung der Kgl. Hofbibliothek
in Wien. 8.99.100. No. 1132-36.
Waagen, G. F. <14>
Treasures of an in Great Britain. I. S. 291.
Nennt den Meister ,,niederländisch um 1470", der
aber Verwandtschaft mit Schongauer zeige.
1855. Haßler, C. D. Ci5>
Bericht über eine Reise nach Wolfegg. <8. Juli 1854.)
9. und 10. Bericht über die Verhandlungen des Ver-
eins für Kunst und AltCrtlium in Ulm und Ober-
schwaben. Lllm S. 22.
Erster Bericht über das Hausbuch, „ein Pergament-
Manuskript, eine Art Qjjodtibct für die Kulturgeschidire
des 15. Jahrhunderts".
1856. Becker, C. 06>
Der Kupferstecher bxg. Naumanns Archiv für die
Zeichnenden Künste 11. S. 168,70.
Besonders über das RohrbaduHolzhausensdicWappen.
Klinkhamer, H. A. . <17>
Les estampes indecrites du Musee dAmsterdam.
Supplement au ICK vol, de Bartsch. Bruxelles (Extr.
de la Revue universelle des arts IV S. 409 — 420 ff.).
Versucht die Aufstellung eines graphischen Oeuvres
auf Grund des Amsterdamer Bestandes. (73 NrtiJ
Krumm, C <18)
Levens en Werke der Kunstsdiilders (Suppl. zu
Immerzeel). Amsterdam 1857.63,
1857. Förster, E.
Denkmale deutsch er Baukunst, Bildnerei und Malerei.
Lpz, UI, Abi. 3. S. 11114.
Bildet das Pla.netenbildrrLuna"<in einer Nachzeichnung
von Förster) ab und charakterisiert den besten Künstler
des Hausbuchs als schwäbischen Meister um 1450 — 60,
der Schongauer so nahe stehe, daß man wohl auf ihn
als Urheber schließen könnte, P, unterscheidet mehrere
Hände im Hb.
1858. Nagler, G. K. <2ö>
Die Monogrammisren 1. S. 435, No. 999,
1860. Harzen, E. <21>
Über Bartholomäus Zeitblom, Maler von Ulm, als
Kupferstecher. Naunxanns Archiv für die zeichnen«
den Künste. VI. S. 1-30, 97-124.
Versucht als erster den Nachweis einer Identität des
Stechers — in dem er den Meister B.S. erkennt — mit dem
Zeichner des Hb., den er für Zeitblom hält, und gibt S. 97
einen Katalog der Stiche van 158 Nummern, von denen
jedoch 20 anderen Stechern zugehdren und 49 Nächstid>e
von bxg sind. H. setzt die Entstehung des Hb. um 1450
bis 60 an, er weist bereits auf Einsekdmitte und Drucke
hin, die als Werk« des Künstlers in Betracht kommen.
Passavanr, J. D. (2Z>
!>* Peintre Graveur. 11. S. 254'64,
Bezeichnet den Meister als >, Anonymus der Schule van
Eycks" (Le maicre de l'ecole de van Eyck>x gibt einen
,,catalogue raisonne" der Stidie. P, berent die Be-
ziehungen der Kunst zu Flandern.
Renouvier, J. (23}
Hist cd re de forigine et des progres de la gravure
dans les Pays-Bas jusqu'ä la fin du 15e stecle, Brux.
S. 171177.
Macht den mißglückten Versuch, auf Grund der In-
schrift „O Vere tu” auf dem Stith „Sauls Götzendienst"
<L. 7} den in burgundischen Registern varkommenden
Namen Giflekin van Overheer (Goldschmied) für den
Künstler in Anspruch zu nehmen.
1862. Grimmer, H. <24>
Kunst und Künstler in Frankfurt. Fkfr. 8. 23
(Holz ha usen wappenX
Waagen, G. F. (25)
Handbuch derdeutsdien und niederländischen Maler-
schulen. I. S. 184.
Folgt im wesentlichen den Angaben Harzens.
1864. Zahn, J.
Liber ein Planetarium in Holz täfeldruck. Scrapetun
XXV. s. 8.
F rwäh nt d ic Historikerversa mm 1 ung v on 1860 i n M ün*
eben, wo einzelne Nachbildungen des Hausbuches ausgekgt
waren, das das german. Museum herausgeben wollte.
1865. Retberg, R, v. 4
Kulturgeschichtliche Briefe über ein mittelalterliches
Hausbuch des 15, Jahrhunderts aus der fürstlich
Walclburg-WolfeggischenSammlung. Lpz. R.Weigel,
Ausführliche kulturhistorische Würdigung des Hb. In
der Idenrrfikation des I Ihm. mit Zritblom folgt er Harzen.
S. 8. Sämtliche Zeichnungen des Hausbuches sind bis auf
die zwei ersten von einer Hand. S. 290 berichtet er von
der Vermurung Haßlers, der Künstler könne an den
Zeichnungen der hei Kcmr. Dinikmui zu Ulm <1486) er-
schienenen Llrarschcn Chronik und den „Eunuchen''1 des
Terenz beteiligt sein.
1866, Kaiser, J, W. <28>
Curiositds du Musee d’Arnstcrdam. 1. Facsimiles
d’cstampcs de irraitres inccriricxs du 15f sicclr,graves
par les clevcs de Picole de gravure ä Pacademie
Royale des bcaux-arts ä Amsterdam et i9Jites par
Ic directeur de cette rede. Utrecht Lpz. Paris.
Reproduktionen der Amsterdamer Stiche mit einem bc*
d«itung5l©senVorwor(,dasH.irzen£egenübcrskrptischist.
Er erkennt verschiedene Hände unter den Stichen.
Mittelalterliches Hausbuch.
Bilderhandschrtfr des 15. Jahrhunderts mit voll-
ständigem Text und faksimilierten Abbildungen (ge-
stochen von Heinrich LudwigPetcrsen)hcrausgegcbeii
vom Germanischen Museum. Lpz. Bnxfchaus. VIII
u. 53 S.
Die Entstehung des Hb. wird auf mehrere Jahre ver-
teilt, an der Ausführung der Zeichnungen werden ver-
schieden« Hände vermuret, deren beste B. Zciiblom fährt.
1867. Waagen, G-F. (30)
Die vornehmsten Kunstdenkmäfer in Wien. II.
S. 258; 59.
Übet die Wiener Stiche des „Meisters von 1480",
der in manchen Fällen an Hans Memling erinnere.
1870. Eye, A. v.
Le banquet amourcux. Anzeiger für die Kunde der
deutschen Vorseir, N. F, XVII. S. 165'67.
Ober den Liebesgarten des Hb., der mit seiner Vor-
lage. dem Stidie des E S., dem Meister bxg Zuge wiesen
Wird. (!) Es .scheint dem Verfasser unglaublich, dafi
Zeitblom, der Schdpfer ernster, religiöser Gemälde dieses
eckige Gekritzel lasziver Darstellungen ausgeführt habe.
1872. Quellen zur Geschichte der Feuerwaffen hg. vom
Germ. Museum zu Nürnberg. S. 50. Taf. LXI
bis LX111. (32>
Reproduktionen nach Zeichnungen des Hb.
1875. Wessely, W. (33)
Die Kupferstichsamrrdung der kgl. Museen in Berlin.
No. 117, 221123 (bxg>.
1876. Thausing, M. (34)
Dürer, Geschichte seines Lclrnns und seiner Kunst,
S. 73.
Über den „Stecher aus der Eycksdirn Schule''.
1879. Schn aase, K. (35)
Geschichte der bildenden Künste. VIII. S. 423.24,
Spricht sich gegen die Harzcnsche Hypothese au» und
findet die Verwandtschaft der Kupferstiche mit Gemälden
Zeitbloms ganz gering und allgemeiner Art.
1880. Duplessis, G. (3^>
Hlstoire de la gravure en Italic, en Espagnc et en
Allemagne. S. 157.58.
Sieht in dem Stecher einet» niederländischen Künstler,
der jedoch Verwandtschaft mir rheinischen Künstlern zeige.
55
1882. Dutuit, E. (37>
Manuel de l'amateur dcstampcs, V, 8. 132144 z
VI. S. 665,
Catalogue raisonne <62 Nos,),
Woftmann, A. - Wörmann, K. <3S>
Geschichte der Malerei, II. S. 102.
Spricht von dem echt „flandrischen Charakter" des
Meisters, von 1430.
1883. Befand, J. A. <39)
Choix d'cstampes rares de maitres incomius du
15e siede gravces en facsimile d'apr^s les originaux
du Cabinet destampes a Amsterdam.
69 Rcproduktionsstiche des Amsterdamer Kabinetts
(wie Kaiser).
Essen wein, A. <40 >
Kulturhistorisch.Bilderatlas. D. S.l 1.laf.CI—CVI.
Enthält Reproduktionen nach dem Hau&bud».
Lehner, F. A. v. (41)
Verzeichnis der Gemälde des fürstlich Flehe nzölkm-
sdicrt Muse ums in Sigmaringen. 2. Aufl. S. 7 No. 18.
L, Scheibler erkennt die Zusammengehörigkeit des Sig-
maringcrBildes, das Endes noch als ,,Wotgemuih" figuriert,
mit der Main:er Folge, sowie mit den Bildern (Christus
vor Pilatus und Ausstellung) bei Lucit Vött Livonius
in Frankfurt (Main).
Willshire, H.W. (42)
A descriptive Catalogue of early prints in the British
Museum. II. S. 219-229.
The master of the year 1480 or the master of the
School of van Ryde. Folgt in der Zusammenstellung
des Werkes Kaiser und handelt besonders ausführlich
über den Stich der 3 Lebenden und der 3 Toten.
1884. Riehl, B. (43)
Geschichte des Sittenbildes in der deutschen Kunst.
8. 51'53 (Hausbuch), 60162 (Stiche).
Niedermayer, F. <44>
Mathias Grünewald. Rep. f. Kunstw. VII. 8. 265.
Erwähnt die Bilder des Marienlcbens in Mainz und
deren Provenienz.
Scheibler, L. (45)
Schongauerund der Meister des Bartholomäus. Rep.
f. Kunst«'. VII. S. 49. Anm. 15.
Stellt Werke aus Schongauers Schule zusammen, von
denen die Main:er, Oldenburger, Sigmaringer, Freiburger
(Flflgel), Darmstädter und Dresdner (damals Aachener)
Werke des Haus buch meisters sind.
1885. Bayersdorfer, A. <46>
Katalog der in der kgl. Galerie zu Srhkißhcim aus-
gestellten Gemälde. S. 15 No. 165.
Zu den Gemälden „Tod der Maria'* und ,,Sendung des
Hlg. Geistes ', die von der Burg in Nürnberg stammen,
macht B. die Bemerkung : „Diese Bilder stehen dem Woi-
geinut sehr nahe, welchem auch die wenigen Werke! der
gleichen Hand zu geschrieben werden, die sidi in den
Galerien zu Sigmaringen (18) u. Nürnberg (114), Mainz
(199— 207b sowie im Privatbesitz zu München, Buchloe
und Frankfurt befinden. Sie sind aber von einem noch
unbekannten, von Wolgemut sehr wohl zu unterscheid en-
den Meister, der den Einfluß Schongauers in hervor-
ragendem Maße erfahren hat. J
Lchrs, M. (47)
Die ältesten deutschen Spielkarten des kgl. Kupfer-
stirheabinetrs zu Dresden. S. 15. Anm. 2.
Weist nach, daß S. 3 a, 16b, 24 b —25a des Hausbuchs
mit Kompilationen aus Spielkarten und anderen Stichen
des E. 8. durchsetzt sind.
Tableaux de la (Zivilisation er de la vieseignciiriak
en Allemagne dans la demiire pclriötk du moyen-
äge. A- Quantin, Paris. <43)
Nachdruck der deutschen Hausbuchedition vom fahre
1866 mit Erläuterungen eines ungenannten Verfassers.
1886. Vischer, R. (40)
Albrecht Dürer und die Grundlagen seiner Kunst
(Studien zur Kunstgeschichte) S 174 u. 415.
Würdigung des Künstlers und Charakterisierung als
RbeiruKhwaber außerdem Bemerkungen über des Künstlers
Verhältnis zu Dürer, dessen Straßburger Lehrer der I Ihm.
sein könnt«/ dann habe 1494 eine Begegnung der beiden
Künstler in Str.ilHmrg stattgefunden.
1887. Lchrs, M. (50
Katalog der im Germanischen Museum befindlichen
deutschen Kupferstiche des 15. Jahrhunderts. S.2930.
Nr. 85. (Über das Rohrbach - Holzhau^ensche
Wappen, das auf ein verlorenes Original des Amster-
damer Meisters zurück zu führen ist.)
Schlägt ein Stelle des unzutrelfend.cn und irreführenden
Namens des „Meisters des Amsterdamer Kabinetts" den
Namen: „Meister des Hausbuchs" vor und charakterisiert
den „originellsten und bedeutendsten deutschen Kupfer-
stechers des 15. Jahrhunderts''' als Rheinschwaben.
Mittelalterliches Hausbuch. (51)
Bilderhandschrift des 15. Jahrhunderrs mit voll-
ständigem I ext und faksimilierten Abbildungen mit
einem Vorworte von Dr. A. Essenwein. Fft.a.M.
H. Keller. XII. Seiten Text.
1888. Bodc,W. (52)
B dderk $ c a us kl ein en Ge mä Id reammlu n ge n(d i cGroß -
herzogliche Gemälde-Galerie zu Oldenburg). S. 79.
Reproduktion der Anna Sclbdritl in einer Radierung
von P. Halm, als Schule Schongauers beschrieben.
Lchrs, M. (53)
Der deutsche und niederländisdic Kupferstich des
15. Jahrhunderts in den kleineren Sammlungen:
Schloß Wolfegg. Rep. f. Kunstw. XL S. 49'54.
Enthält einige liemerkirngen über das Hb., das sicher
schwäbischen Ursprungs sei.
Stiassny, R. <54>
Altdeutsche und Almicderländcr in oberit al lettischen
Sammlungen. Rep. f. Kunstw. XL S. 371172.
P SLUB
wir führen Wissen
http: .'-'d ig i tal. s I u b- d re ad e n de id4 809591 53/68
Erwähnt die Kreuztragung und das Verhör Christi icn
Museo Civico in Venedig als oberdeutsche Werke mit
Beziehungen su Schongauer.
1889. Jähns, M. (55)
Geschichte der Kriegs Wissenschaft en (Geschichte der
Wissenschaften in Deutschland 21,1) I. S. 269 70.
Über den kricgsteduiischen Inhalt des Hb., das auf
ca, 1485 datiert wird.
Lehrs, M. (56)
Wenzel von Olmütz S. 15 No. 58,60,68 Tafel II.
fig. 4, UI. fig. 6.
Bespricht Kopien Wenzels ven OlmüU nach Stichen
des Meisters,
Lehrs, M. <57)
Der deutsche und niederländische Kupferstich etc.:
Stuttgart. Rcp. f. Kunstw. XII S. 29'30. (L. 57>.
1891. Lehes, M. (58)
Der deutsche und niederländische Kupferstich etc.
Rcp. f. Kunstw. XIV. S. 112 (Düsseldorf), 387
(Frankfurt: bxg).
Lübke, W. (59?
Altes und Neues. Studien und Kritiken. S. 136 53.
I landelt itn Anschluß an die Essenweinsche Publikation
über das Hausbuch, das in der Hauptsache von einem
süddeutschen Meister der schwäbisch -alemannischen
Schule ausjcschmückl und in Konstanz entstanden sei.
Lützow, C. v. (ü0>
Geschichte des deutschen Kupferstiches und Hctlz-
schnirtes (Geschichte der deutschen Kunst Bd. IV)
S. 26'27.
Betont den oberdeutschen Charakter der Schöpfungen
des Hbm.
Pit, A. <6I>
La gravure dans les pays Bas au XVC siede.
Revue de l’art chrctien. XXXIV. Jg. S.494, 497.
Glaubte Beziehungen des Hbm. zu den Schnitten
Erhard Rcuwidis in Breydcnbadts Peregrinaticmes (Mainz
1486) feststeilen zu können, die ihn zu einer Identi-
fizierung da beiden Künstler verleiten.
Probst, J. (62)
Liber die Bodenseeschule. Schriften des Vereins für
Geschichte des Bodensees. XX. S. 122.
Ordner das Hausbuch in die Bodenseeschule ein.
Wessely, J. E. (63)
Geschichte der graphischen Künste. S. 31'32.
Der Amsterdamer Meister, von E S. stark beeinflußt.
1892. Lehrs, M. (64)
Der dculsdte und niederländische Kupferstich etc.:
Amsterdam. Rcp. f. Kunstw. XV. S. 110J46.
Kritischer Katalog sämtlicher Amsterdamer Stiche,
S. 118 Hinweis auf Beziehungen des Stiches der big.
Familie <L. 29? zu dem Oldenburger Bild.
1893. Lehrs, M. <65?
Der deutsche u. niedcrländ. Kupferstich etc.: Militsch
(Graf Mal tzan). Rep. f. Kunsrw. XVI. S. 328 30.
S. 327,13: über den Liebesgarien dcsE. S. und des I il>.
1893/94. Lehrs, M. (66)
Der Meister des Amsterdamer Kabinetts. Internatio-
nale Chalkograpbische Gesellschaft 1893 94. S. 1i8.
Grundlegende Publikation des Kupfersrichwerkes in
89 Heliograminen mit kritisdiem Katalog (auch der
KopFeen des Monogrammlstcn bx8> und Einleitung.
Lippmann, F. (67)
Der Kupferstich (Handbücher der kgl, Museen) S. 30.
1894. Beck. (68)
Liber schwäbische Miniatur- insbesondere Brief- und
Kartenmaler. Diözesanarchiv für Schwaben EX.
S. 73/74.
Über das Hausbuch.
Friedländer, M. J. (69)
Zum Meister des Amsterdamer Kabinetts. Rcp.
f. Kunstw. XVII. S. 270'73.
Besprechung der Publikation der Chalkogr, Ges. und
Ch-imkrcristik des Künstlers als oberdeutsdeen Künstler.
Außerdem 1 1 in weis auf den direkten stilistischen Zu-
sammenhang der 1505 datierten Mainzer Bildcrfülgt.
F, bemerkt,, die Zeichnungen des 1 Ib. seien mit „geringerer
Liebe" ausgcführt als die Stiche.
Historicus. (70)
Hans Holbein derÄltere und der Meister des Amster-
damer Kabinetts. Kunstchr0nikV(No.2O)Sp3l3il6
Widerspruch zu der von Lippmann geäußerten Hypo-
these der Identität der genannten Künstler und erneuter
Versuch einer Datierung des Hausbudisaufdas Jahr 1475
— als gezcidmct von einem Augenzeugen des Lagers
von Neuß.
Lippmann, F. <71?
Liber einen deutschen Stecher des!5. Jahrhunderts,den
sogen. Meister des Amsterdamer Kabinetts. Kunst-
chronik V (No. 18) Sp. 292*04 und Sitzungsberichte
der Eterl. Kunstßcsch. Gesellschaft 18941 (26. Januar),
Versucht den. Nachweis zu führen, der Stecher des
A. C. sei identisch mit Hans Holbein dem Alteren, aus
dessen früherer Sdiatfenszeit die Stiche stammen sollten.
Singer, H. W. (72?
Rezension von Lippmann, der Kupferstich. Rep. f.
Kunstw. XVII. S. 166.
Energische Em wend ungen gegen Lippman ns 1 dypotfiese
auf Grund der TemperamcnCSuntcrsdüede der Künstler.
1895. Lippmann, F. (73)
Die Sieben Planeten. Internat. Chalkographischc Ge-
sellschaft 1895. Text S. lOi'll. Taf. D. I-VIJ.
Bringt Abbildungen der Planerenhilder des Hb. auf
Grund von Photographien nach den Originalen und er-
örtert das ikonographisdie Verhältnis zu den Planeten der
ilalienisdien Excnipl.irr, des Berliner Block hu ehe s und der
späteren Planetcnfolgcn Bchams und Gabriele Giolito de
Ferraris,
Schlosser, J.v. «. <74>
Ein veroncstsches Bilderbuch und die höfische Kunst
des 14. Jahrhunderts, Jahrb. d. Samt d. Allerh.
Kaiserhauses XVI. S. 197.
Bemerkungen über das Hausbuch.
Schmidt, W. (75>
Rezension d, Publik, d. Internat. Chalkogr, Ges,
1893 95. Kunstdironlk N. F. VI. Sp. 499/501,
Betont mit EntsAicdcnheit die Zugehörigkeit des
Künstlers rum miltel rheinisch en Kunstkreis,
1896. Kämmerer, L. <76?
Der Kupferstecher E. S. und die Heimat seiner Kunst.
Jahrb. d. kgl. preuß. Kunstsamml. XVII. S. 155 56.
Rückt außer E. S. auAdcn Hausbirth meister zurMainzer
Malersdsule und weist auf nahe Verwandtschaft seiner
Kunst mit E. S. und den Mainzer BuAholzschnlncn der
9Cer Jahre. Er vcrstiAtcineZcidinunginLille(Braun313>.
eine Frau mit Rosenkranz in Erlangen und ranzende
Bauern in Basel (vgl. Gaz. d. beaux«-arcs 3e per XV.
(1896) S. 231. wo die Zeichnung dem bxg gegeben wird)
mit dem Meister in Beziehung zu bringen.
Wörmann, K. <77>
Ha ndzd Anungen alter Meister im kgl. Kupferstich-
kabinett zu Dresden. I. Taf. 9. N, 12.
Veröffentlichung der Dresdner Zeichnung (König und
Page als Wappenhaltrr) als „oberdemsAer Meister um
1480". Weiterhin die Bemerkung, daß Lehrt mir Recht
in dieser Zeichnung die Art des „Meister des Haus-
buchs" erkenne.
1897. Flechsig, E. <78>
Der Meister des Hausbuchs als Maler. Zs. f. bild.
Kunst VIII. N. F. S. 8’17 und 66'73,
Grundlegende Arbeit, die den Meister in größerem
Umfange als Maler in die Kunstgeschichte einführt. Die
Bilder in Gotha, Oldenburg, Sddcißheim und Sigmaringen
werden eingehend gewürdigt; außerdem werden Schul-
werke desMcistcrs: der Seligenstädter.Boß weder, WaAcn-
heimer und Wolfs kehlen er Altar, sowie der Altar und
die Geburt Christi in Aschaffenburg aufgefühet und —
allerdings zu Unrecht — dem Meister selbst zugeschrieben,
Zum Schlüsse linden sich bemerkenswerte Datierung;»-
versuche und Deutungen der Wappen des Hausbuchs.
Der Meister wird mir Enrsehiedenhdi der mit rdrheinIschen
Schule eingcreihv der Einfluß der Niederländer, ins-
besondere Memlings wird betont.
Friedländer, M. (79)
Rezension von Wörmann. Rep. r.Kunstw.XX.S.72.
Nimmt die doppelseitige runde Federzeichnung in
Dresden für den Hbm. in Anspruch.
Hochmeister, C. (ÄOj
Der Meister des Amsterdamer Kabinetts und sein
Verhältnis zu Albrecht Dürer. Heidelberger Disser-
tation. (Berlin 52 S.>
Versucht in ausführlicher Betrachtung ein Cljrono-
fogie der Stiche, lehnt die Gemälde ah und unternimmt
den mißglückten Versuch einer Identifikation mit Wilhelm
Pleydenwurff. In der Besprechung des Hb. ist H. geneigt,
S. 18b —24a einem zweiten Künstler zuzuerkennen.
Kautzsch, R. <B1)
Planctendarstellungen aus dem Jahre 1445, Rep, f,
Kunstw. XX. S, 36 lf,
Besprldit die Bedeutung der Planctendarstellungen des
Hb. und ihr Verhältnis zu vorausgegangenen, Insbesondere
einer Bilder Handschrift zu Cassel aus dem Jahre 1445.
1898, Die Baudonkmaie in der Pfalz. 2. A
S. 127/30. (82)
Gibr auf Grund brieflicher Berichte von Df. Fledtsig
die Aufstellung eines Oeuvres im Anschluß an denFlügd-
altär zu Speyer. Als „unanfechtbare Werke des Hbm."
werden aufgeführt: Christus als Gärtner in Studernheim,
Kreuzigung in Darmstadt (175), zwei Altarflügel (Ver-
kündigung, Geburt, Anbetung, Darstellung im Tempel}
in Großgerau, Kalvarienberg in Freiburg, Eccc homo,
Kreuztragung (richtiger; Christus vor Kaiphas) bei Frau
Hutter in Freiburg, drei Engel in Basel, Geburt Christi
in B asefer Priv at bcs i tz, Flügel e rnes A Ita rwerk es (Pas sions-
szenen) In Regensburg(Samml.dts Hist or. Vereins), Geburt
Christi in Hannover (Kestner-Museum), Hieronymus in
Frankfurt (Städel 80b), Klaus und Margarethe Stalburg
ebenda (75/76) und das Altarwerk des Nikolaus Sdjii
in der Marienkirche ZU Gelnhausen.
Friedländer, M. C&3)
Rezension von Hach meister, Zs, f. bild. Kunst
N. F. IX. S. 246,
Schränkt die Beziehungen zu Dürer ein.
Haberfeld, II. <-545
Der Meister des Amsterdamer Kabinetts. Die Zeit.
No- 199.
Geistvoller Essay.
1899. Lchrs, M. (Ä5)
Bilder und Sei Anungen vom Meister des Hausbudis.
Jahrb. d. kgl. preuß. Kunstsamml. XX. S. 173'82.
Schränkt die Zuschreibungen von Flechsig wesentlich
ein und würdigt als einzige echte Werke die Freiburger
Kreuzigung und ihre beiden Flügel, sowie die Auf-
erstehung in Sigmaringen. Von Zeichnungen wird die
Prinzessin Kleodetinde dem Meister neu zugewiesen und
dieBcrlinerSilberstiftzeidinung des steh enden Liebespaares
abgcbildet, L, sieht In dem Hbm. einen Angehörigen
der mirtelrhciniscfien Lok .tisch ule, die ihren Silz In oder
um Mainz gehabt habe.
1900. Bork, F. <R6)
Memllng-Studien (Düsseldorf). S. 101'071 der
Meister des Amsterdamer Kabinetts und die mittel-
rheinische Malers Aule,
Bietet niandies neue Material (Altar zu St. Goar),
allerdings In niAt immer zutreffender Verarbeitung.
Lehmann, A- (Ä7>
Das Bildnis bei den altdeutschen Meistem (Hierse-
mann, Leipzig). S.82'88,
Besprechung der Gemälde, insbesondere des Gothaer
Liebespaares.
Thode, H. <Ä8)
Die Malerei am Miriclrhcin im 15. Jahrhundert und
der Meister der Darmstädter Passionsszenen, Jahrb.
d. kgl. preuß. Kunstsamml. XXL S. 113 35.
Reiht den Meister und seine S diu lc in den Zusammen-
hang der mittelrheinisAen Kunst ein (IIL Phase;
1460/1510); vorsichtige Besprechung der Gemälde und
Hinweis auf Anklänge an die Kunst des Meisters des
Marienlebcns (besonders In der Darmstädter Kreuzigung).
Th. stellt die Vermutung auf, der Meister könne identisA
|1 SLUB
Wir führen Wissen.
http: 'd ig i tal.s I u b-d re sde n ,de/id4 809591 5 3'70
sein mit dem von Dürer genannten und gerühmten Martin
Heß. Als Sdiulwerke werden neu eingefiilirt: Sebastians*
legende in Mainz I. Palaisj die jedoch vom Über-
rhein stammt), ein Altar in Wochenheim und cineKreuz-
aufrichrung in Frankfurt/ als Arelierarbeit das Noli me
tangere in Studernheim. Der Alrar der Aschaffenburger
Galerie (7 — 11) und das Gothaer Liebespaar werd«) dem
jungen Grünewald zugeschricben, der seine Ausbildung
bei dem Hbm. erhalten haben soll.
Welzsätker, H. {8Q>
Katalog der Gemäldegalerie des Städclschen Kunst-
Institut« in Frankfurt, No. 78'79.
Das patrizische Ehepaar wird als ..unzweifelhaft von
derselben Hand, wie die Mainzer Bilder" charakterisiert
und der Werkstatt des Hausbuduncisters zugewiesen.
1901. Thode, II. (90)
Albrecht Dürers sieben Schmerzen der Maria. Jahrb.
d. kgl. preuß. Kunstsamrnl. XXII. S. 100 u. 106.
Hinweis auf ev. ikonographtsdie Zusammenhänge der
Stidie L. 13 und L. 11 mit Werken der Nürnberger
Kunst: Kreuztragung (mit dem Kraftschen Relief) und
Beschneidung (mit einem Holisdtniir des Schar zbelialters).
Bayersdorfer, A. (91)
Leben und Schriften S. 436.
Bricflidie Äußerung <16, VI. 1899 an Lehrt) über
die Meraner Fresken, die entweder vom Meister des Hb.
oder vom jüngeren Cranach seien. ,r Vielleicht ist beides
richtig. Dann wären zwei peinliche Fragen auf einmal
aus der Wdr geschafft. Nachdem Zeitblom und der
ältere Holbein die Position nidrt haben halten können,
kann’« vielleidu der stärkere Cranach". (!)
Firmenich-Richartz, E. <92>
Hans Memlings Jugcndenrwiddung. Zs. f, chrisil.
Kunst XV, Sp. 109.12.
Wcndctskh gegen die von Bock versuchte Zuerkennung
des St. Goarcr Altars an den Glorifikations meister, den
er mir Redir für den Hbm, in Anspruch nimmt. Erster
ausführlicher Hinweis auf die Beweinung Christi aus dem
Besitz des Herrn Lamberti in Aachen.
LehrSj M. <93)
Der Meister der Boccaccio-Bilder. Jahrb. d. kgl.
preuß. Kunstsamrnl. XXIII. S. 129 u. 136.
Erneute und begründete Zuweisung des Adam-und-
Eva- Stiches (für Colard Mansions Boccaccio 1476,
P. II. 275), die Dupkssis bereits vollzogen hatte, und
Erörterung’ des Verhältnisses zum Meister der Boccaccio-
Bilder.
Rieffet F. (94)
Ein Gemälde des Matthias Grünewald. Zs. f. bild.
Kirnst N. F. XIII, S. 210,
Verschiedenes über den Hbm. und besonders das Altar-
bild In Aschaffenburg <270/71, 273, 275.77).
1903. Bär, L. <95?
Die illustrierten Histortcnbücher des 15. Jahrhunderts.
S. 137, 153, 170.
Ober den Adam-und-Eva-Stich, über Kopien Von
L. 7 und L. 75 in Thurocz, Chronika Hungarorum
(Augsburg 1488) und L. 50 in der Schede Ischen Welt-
chronik. Erörtert die Beziehungen der Schnitte von Bothos
Sachsenchronik (Mainz 1492) zu den Stichen und ver-
sucht auf Grund des in der Chronik verkommenden „H"
eine erneute Identifizierung des Meisters mit Martin Heß.
Esch er ich, M. (96)
Dürers Beziehungen zu gotischen Stechern (E. S. und
I Ihm ) Helbings Monatsberichte für Kunst und
Kunstwissenschaft III. S. 244'46.
Escherich, M. (97)
Der Meister des Seligenstadter Altars. Helbings
Monatsberichte etc. III. S. 292.
Geisberg, M. (98)
Der Meister der Berliner Passion und Jsraltel van
Meckenem (Studien zur deutschen Kunstgeschichte 42)
S. 13133.
Verwertet die Kopten Medccnems nach Vorlagen des
Hbm. zur Datierung von Stieben (vor 1485).
Geisberg, M. (99)
Der Hausbuch meister. DieRhdnlandcIV. S. 132'39.
Gesamtwürdigung des Künstlers S. 135 „Der kost-
bare Kleinfolio-Band (das Hausbuch] ist nicht vollendet,
wie manches leere Blatt beweist, und auch nicht affe Bilder
sind von seiner Hand."
Hänel, E. (100)
Der neue Meister des Hausbuches in der Dresdener
Galerie. Helbings Monatsberichte über Kunst und
Kunstwissenschaft 111. 8. 173.74.
Lorenz, L. <101>
Die Allegorie des Lebens und Todes in der Ge-
mäldegalerie des Germanischen Museums zu Nürn-
berg. Rep. f. Kunstw. XXVI. S. 219'22.
Versuch einer Zuweisung dieses Bildes andcnM.d. Hb.
Le maitre de l'ecole de van Eyck. (102)
12 Lieferungen in 60 Tafeln. Haarlem. H. Klein-
mann 'l£> Co.
Völlig unwissenschaftliche Publikation der Stiche (vergl.
Lehrt, Mitt. d. Ges. F. verf. Künste 1904, S. 31),
Valentinen, W. R. <lö3>
Der Hausbcrrhmeister in Heidelberg. Jahrb. d. kgl.
preuß. Kunstsamrnl, XXIV. S. 291—301.
Weist die kolorierte Federzeichnung von 1480 (im
Cod. pal. germ. No. 87) dem Meister zu und bestimmt
damit die Anwesenheit des Künstlers in Heidelberg, wo
offenbar eine Reihe von Stichen mit Darstellungen aus
dem höftschen Lehen entstanden «ind, die V. richtig zu-
sammcnsrellt. Hinweis auf die Zeichnung des stehenden
Liebespaares zwischen zwei Wappen In spätgotischer Um-
rahmung zu Wien (Albertina, vergl. Meder 680, der die
Wappen als die des St. Gdlcncr Geschlechtes Bürgiß
und Constanzer Gruenbcrg bezeichnet).
Vaset A. <1O4>
Sammlung graphischer Kunstblätter, zusammen-
gestellr und beschrieben von A.V. (Beierstedt).
No. 6210. S. 361 wird ein Exemplar des Spiegels
menschlicher Behältnis erwähnt, und die I lolzsdinitce auf
59
Grund der Bestimmung E. Flechsigs als Werke des Hbm,
bezeichnet.
1904. Bork, F. <105 >
DieWerkedesMatthiasGrünewald<Srudi€n2urdeut-
sehen Kunstgeschichte 54) S.l 1, 78,145)46,165/66.
Charakterisierung des Künstlers and seiner Werke,
sc wir ausführliche Besprechung von Werken aus dem
Kreise des Hbm., die zu Grünewald in Beziehung ge-
bracht werden (Gorhaer Liebespaar und Asdiaffenburgcr
Bilder).
Esdieridi, M. <106)
Die deutschen Meister in der großherz. Galerie zu
Darmstadt Hessenland XVIII. S. 50i52.
Besprechung der Darmstädter Werke des Künstlers
und seiner Schule.
Katalog der kunsthistorischen Ausstellung in
Düsseldorf. S. 96 No. 225 32 (Mainzer Bilder,
St. Goar, Freiburger Kreuzigung, Sigmaringer Auf»
Erstehung und Gorhaer Liebespaar); No. 604i6
(Dresdener Zeichnungen). (107)
Uber den Meister; ,,er scheint vorzüglich Leistungen der
Kölner Malcrsdiuk gekannt zu haben und erfuhr starke
Anregungen durch Martin Schongauer" (Firmenidu
Richartz).
Lorenz, L. (lüft)
Die Mariendarstellung Albrecht Dürers, (Studien
zur deutschen Kunstgeschichte 55) S. 4 u. 10.
Beziehungen von Srichen Dürers zu Stichen des Hbm.
Louhier, J. (H»>
Der Bucheinband in alter und neuer Zeit (Mono-
graphien des Kunstgewerbes Bd. X) S. 64'65.
Abbildung des Ledersdmittcs des Liebespaares auf
einem Einband des österr. Museums für Kunst u. Industrie
In Wien.
Peartree, S. M. (110)
Eine Zeichnung aus Albredit Dürers Wanderjahren.
Jahrb. d. legt, preuß. Kunstsamml. XXV. S. 123.
Dürer u. Hbm. im Anschluß an die Zeichnung des
1 lamburger Liebespaares Dürers.
Scheibler, L. flU)
Die kun s th istorische Ausste 11 u ng 1904. R ep. f. K unst w,
XXVII. S. 569.71.
Kluge Besprechung der Gemälde des Hbm.
Schubring, P, (112)
Die Düsseldorfer Aussteifung. Preußische Jahr»
bücher 1904. III S. 50'51.
Charakterisiert das Gothaer Liebespaar als Courfi-
sanen-Szene.
Singer, H.W, <113>
Der Kupferstich (Sammlung illustr. Monographien
XV). S. 20'22.
Springer, J, (114)
Eine Zeichnung vom Meister des Hausbuches. Jahrb.
d. kgl. preuß. Kunstsamml. XXV. S. 142.
Der schreitende Mann, ein Geschenk des Geh, Rat
W. Bode, der sie an einem Einbanddeckel in Venedig fand,
wird veröffentlicht. Die Heidelberger Zeidinung wird
an gezweifelt,
Voll, K. (ii5>
Die kunsthistorische Aussteifung in Düsseldorf. All-
gemeine Zeitung (Beilage) 1904. S. 539.
Über das Gothaer Liebespaar und den Meister, dessen
„schwäbischer Charakter" betont wird. Die Identität des
Hbm. mir dem Stecher d. A. C. scheint V. noch immer
selir fraglich.
1905. Ckmen, P. — Firmenidi-Richartz, E. <H6>
Meisterwerke westdeutscher Malerei auf der kunst-
historischen Aussteifung zu Düsseldorf. Münch.
Taf. 67—70. S. XXI und 30 - 32.
Abbildung der Gemälde zu Freiburg, Sigmaringen,
Dresden und Gotha.
Gebhardt, C. (117)
Das Gothaer Liebespaar. Rep. f. Kunstw. XXVIII.
S. 46673,
Setzt die Entstehung des Bifdes auf das Jahr 1507 fest
und versucht die Dargcstdlten zu identifizieren mit dem
Grafen Ludwig von Hanau-Lidltenberg und seiner Ge-
liebten..
Geisberg, M. (IIS)
Verzeichnis der Kupferstiche Isralids vanMetkenem
(Studien zur deutschen Kunstgeschichte 58) No. 260,
309, 400, 413, 442 und 386, 387, 422, 423, 424,
438 und 443.
Führt in seinem kritisdien Kataloge die Kopien
Meckenems nach erhaltenen und verlorenen Stichen des
Hbm. auf.
Kristellcr, P. >
Kupferstich und Holzschnitt in vier Jahrhunderten.
S. 50, 68 ff, 75, 90, 200 und 209.
Gesamt Würdigung des Künstlers und u. a, Hinweis
auf das niederländische Vorbild (Schreiber I. No. 838.
Taf. XX) für den Stich des guten Hirten <L. 19).
Kruse, J. (120)
Amsterdamer mästaren (Meister des Hausbuches)
en gravör frän 1400 — tafets slut (Studier tillägnade
Henrik Schück) S. 21.
Zusammcnfassendc Würdigung des Künstlers.
Springer, J. (121)
Eine neue Zeichnung vom Meister des Hausbuchs,
Jahrb. d. kgl. preuß. KunstsammL XXVI. S. 68.
Veröffentlichung der Zeichnung: Die Ermahnung, die
aus dem Besitz des Herrn E. Rodrigues in Paris an das
Berliner Kupferstidikabinett gelangte.
Wörmann, K. <1Z2>
Geschichte der Kunst II. S. 487/88.
Zusammenfassende Würdigung unter der mittel»
rheinischen Schule.
1906. Bredius, A. — Schmidt-Degener, F, (123)
Die großherzogliche Gemäldegalerie im Augusteum
zu Oldenburg, S. 30.
Lehrs tritt energisch für die Autorschaft des Hbm. bei
der Anna Selbdritt ein.
60
Peart ree, S. M. <1Z4>
The master of the Hausbuch; The Cnicifixian.
The Dürer Society. 9ser. PI. V. Text S. 4—6,
Ver5ffentliihungderKreuzigung<Zcichminj)imCabinet
des Estampcs der Bitt, nah zu Paris (B.4 res.) und Hinweis
auf das Gemälde der Maria mit Kind zwischen Johannes
dem Evangelisten und dein Täufer im Landesmuseum
zu Münster.
Simon, K. <125>
Zum Gothaer Liebespaar. Rep. f. Kunstw. XXIX.
S. 30'31.
Über die Inschrift,
Weisbach,W.
Der junge Dürer. S. 5, 20, 26, 85.
Dürer und der Hbm.: eine vielleicht nur flüchtige Ein-
wirkung der Kunst des Hbm. müßte in der Friihzeit der
90 er Jahre gesehen werden, Dürer mag aus den geistvollen
Blattern Für manches eine Anregung erhalten haben (z. B.
Bremer Kavalkade)»
Bode, F. <127)
Mathias Grünewald. Wallhalla-Büdierei III. S. 158
<1909 als selbständiges Buch erschienen).
Zusammen fassend über dcnM. d. Hb. und die mittel*
rheinische Schule.
Escheridi, M. <12£)
Die Schule von Köln (Studien zur deutschen Kunst-
geflehte 89) S. 103/05.
Lauffer, O. <129)
Ein neu aufgefundenes Altarwcrk des ausgehenden
15.JahrbundeTtsausdcrDominikanerkirchezu Frank-
furt a. M. Hessenkunst Jg. II. S. 3—6. •
Über die Bilder des Hbm. im Stadt. hist, Museum,
die aus einer alten Tapetentür wiederhergesidlt wurden.
Setzt die Bilder kurz vor 1491 an, ohne indes den Namen
des Künstlers zu nennen.
Rauch, Chr. C130>
Die Trants (Studien zur deutschen Kunstgeschichte
79) S. 17,22,34,36.
Besprechung einiger Gemälde des Hbm., von denen
das Schleißheimcr Bild und die Mainzer Folge als „.sicher
echt" bezeichnet wird. R. erkennt in. dem Peringsdörffer
Altar,den crH-tnnsTraut (aus-Speier) zuweist,sowie indem
Rochusaltar zu St. Lorenz und dem Heilsbronner Drei«
königsaltar „offensichtliche" Beziehungen zu der um den
Hbm. gruppierten Malerschule am Mittel- oder Oberrhein.
Schmid, IL A. <13l>
Rezension von Bode Die Werke des Mathias Griine-
wald. Rep. f. Kunstw. XXX. S. 266, 268, 271.
Bedeutsam die Bemerkung, daß er das Gothaer Liebes-
paar bereits vor Flechsig für ein Werk des Hbm. ge-
halten habe / er nennt es ein hervo trage ödes Werk aus der
Schule des Hbm. Der große Akar in der Aädiaffcn Bürger
Galerie gehört zur mitteirfieinischen Schule und zeigt
Anklänge an den Hbm.
Siebert, K. (132)
Wer ist das Gothaer Liebespaar? Rep. f. Kunstw.
XXX. S. 44145.
Versucht die Dargestcllrcn zu identifizieren mit dem
Grafen Reinhard IV. von Hanau-Münzenbcrg und seiner
Gemahlin Katharina, geb. Gräfin von Schwarzburg. Ent-
stehung nach 1 500.
Valentiner,W. R. (133)
Notiz „Der Schongauer Fund“. Kurtstdironik N.
F. XVIII. S. 202.
Es interessiert die Bemerkung. daßV. die Sddelßheimer
und Mainzer Bilder für echte Werke des Hbm. hält.
1903. Betb, J. (134)
Federzeichnungen der Herpinhnndsdirift in der kgl.
Bibliothek zu Berlin. Jahrb. d. kgl. preuß. Kunst-
samml. XXIX. S 264 75.
Die „Historie vom Herzog Hcrpin von Burges und
Seinem Sohn Lewe" (Berlin, kgl. Bibi, ms, germ, Fol, 464)
wird als Werk eines Rhein frank en charakterisiert, der in
Ulm ausgebildet, am Miltdrficin in der Werkstatt des
Hbm. tätig gewesen sei. — Von dm Hb.-zeiduiungeti
hält B. nur die Planeten für eigenlündig.
Bock, F. (135)
Der sogenannte Dürer in Darmstadt Hessenkunst
111. Jg. S. 27-34.
Unternimmt den Versuch, d.15 Bild Friedrichs II. von
der Pfalz im großh. Schloß zu Darmstadt in die Nähe
des I Ibtn. zu rücken, und erkennt auf Grund der Inschrift
Anton Neubauer als Maler des Bildes, außerdem zu-
sammen fassende Bemerkungen über Stiche, Zeichnungen
Und Gemälde des Hbm»
Escherich, M. (136)
Zur Inschrift des Gothaer Liebespaares. Rep. f.
Kunstw. XXXI. S. 170'71.
Gebhardt, C. C137>
Martin Heß. Rep. f. Kunstw. XXXI. S.437-445.
Weist die Unmöglichkeit einer Identität diese? Künstlers
mir dem Hbm. nach und bestimmt die Stellung des Marfin
1 leß. In den Werken zu Frankfurt, Basel, Darmstadt und
Srhleißheint erkennt er nur die Hand eines Schülers.
G. glaubt nicht, daß die Siadt Frankfurt berufen sein wird,
in der Hbm.frage die Rolle zu spielen, die man ihr wohl
zugedadit hat.
Geisberfl, M. (133)
Un nouveau dessin du „Meister des Hausbuchs".
Staryje Gody S. 302'05.
Veröffentlichung der Anbetung der Könige auf der
Veste Coburg.
Lehrs, M. <139>
Geschichte und kritischer Katalog des deutschen,
niederländischen und französischen Kupferstiches im
15. Jahrhundert. Wien I. S. 7, 19, 22, 28, 34, 37,
39, 41, 44, .50, 55, II. 7, 17, 69, 71, 205, 228, 240,
305, 329, 332/33, 354.
Beiläufige Erwähnung des Hbm. und seiner Kunst in
allgemeinen Fragen. Die ausführliche Würdigung des
Künstlers wird der Hl. Band des Werkes enthalten..
Rielfef, F. (140)
Ein Gemälde des Kleisters D. S. ? Kunstchranik
N. F. XIX. Sp. 321-324,
61
0 SLUB
Wir führen wissen.
http: ;7d igital.slub-dresden.de/id480959153'73
Erkennt in dem großen Altarwerk mit der Geburt
Christi und Flügeln zu Aschaffenburg ein Werk des
Meister D. S., der mit dem 1 Ibtii. in Beziehung stehe.
Shassny, R. (Hl>
Zu dem Aufsatz von Voß. Kunstchronik N. F.
XIX. Sp. 303.
Hinweis auf Rcp. XL S. 371, wo dk Kreuztragung
mit der Sdiühlein-Zeiiblömschcn Richtung in Verbindung
gebracht wurde.
Voß, H. <142>
Einige unbeachtete Bilder akdeutscher Meister im
Museo Civico zuVenedig. Zs. f. bild. Kunst N F.
XIX. S. 96 98.
Veröffentlicht die Kreuztragung (und Verhör Christi)
als Werke des Hbm.
Wörmann, K. <hjj
Katalog der könijl. Gemäldegalerie zu Dresden.
No. 1868 A
Über die Grablegung Christi.
1909. Boßert, H. Th. <I44>
Dürers Aufenthalt in Straßburg. Monatshefte £
Kunstwiss. II. S. 578.
Die Vermurung, der alte Straßburger Lehrer Dürers
mödne der Hbm. sein, findet B. für diese Zeit <1494?
aus den Handzeidmungen nicht zu belegen. Zweifels»
ohne stehe jedodi die Frühkunst Dürers eine Zeitlang
in abhängigem Verhältnis zum Hbm.
Boßert, H. Th. Cl<45>
Heinrich Lang, der HausbuchmeLter. Rep. f, Kunstw.
XXXII. S. 333'34.
Weist auf die Inschrift auf S Zla des Hausbuchs und
glaubt in Heinrich Lang den Namen des Künstlers ge-
funden zu haben.
Escher ich, M. <no)
Zur Martin-Heß-Frage. Rcp. £ Kunstw. XXXIL
S. 67/68.
Die minelrlieinische Kunst und Martin 1 Jeff.
Geisberg, M. <147>
DerHausbudimeister in den Niederlanden. Cicerone
I. S. 245,48.
Weist an der Hand des Adam- und Eva-Srikhes, der
Illustration zu Colard Man-sions Boccaccio, einen Aufent-
halt des Künstlers In Brügge nadi (1476). Die Eva des
Stiches deckt sidi mit der Figur auf dem Innrnfiügel des
sogen. Sakramentsaltares von Rogier van der Weyden<?)
im Prado.
Heidrich, E. (148)
Die altdeutsche Malerei (Kunst in Bildern) Abb.
50/52. S. 27 u. 260.
Abbildung und Bespredmng der Bilder in Freiburg.
Sigmaringen und Gotha (kurz vor 1500 entstanden), so-
wie der Nürnberger Allegorie, welch beide letztere ihm
nicht von der Hand des Hbm. scheinen.
Kehrer, H. (i49>
Eine neue Zeichnung vom Meister des Hausbuchs
auf der Veste Coburg. Zs. f. bild, Kunst. N. F.
XX. S. 112.13.
Veröffentlichung der Coburger Zeichnung und Nach-
weis der Abhängigkeit van Schongauers Stich (B. 6).
Rauch, Ch- (150)
Zum Hausbudimdster. Hessenkunst, IVJg. S.15i18.
Abbildung und Besprechung der Altarflügd in Frankfurt
und der Beschneidung Christi in St. Stephan zu Mainz,
sowie eines Wandbildes (St. Martin) zu Oberwesel. die
in den Kreis der Kunst des Hbm. gerückt werden. „Die
von Lehre publizierten Stiche gehören derselben Schule,
aber nidit alle derselben I Lind an."
Schmid, H. A. (151)
Rezension von Glaser, I Ians Holbein der Ältere.
Rep. f. Kunstw. XXXIL S. 272.
„Von der schwäbischen Kunst ist sicher au<h der Hbm.
ausgegangen."
Springer, J. <152>
Federzeichnungen altdeutscher Meister aus dem Be-
sitz des kgl. Kupferstichkabinetces in Berlin.
Abbildung der Berliner Zeichnung „Ermahnung'«
Storch, W. F. <153>
Dk Zeichnungen des Hausbuchmeisters. Monats-
hefte f. Kunstwiss. II, S. 264 66.
Bibliographische Zusammenstellung und Sichtung der
Zeichnungen.
Voß, H. (154)
Ein Frühbild des Hausbuchmristers? Monatshefte
L Kunstwiss. 11. S. 538.1'39.
Versucht den lod der Maria im Wallraf-Richartz»
Museum zu Köln als Frühbild des Hbm. aus dem Um-
kreis der Schongauer Schule nachzuweisen.
Wingenroth, M. — Gröber. <155>
Die Grabka pelle Ottos lll. von Hadiherg, Bischofs
von Konstant und die Malerei während des Kon-
stanzer Konzils. Schauinsland XXXVI. S. 42/44.
(Audi als Separardruck erschienen.)
Hinweis auf den Zusammenhang der Kunst des I Ibm.
mit der Konstanzer Kunst (dem Kreis der Richental-
Illustratoten) und auf das Porträt Blarers (1467) imRos-
garten-Museum zu Konstanz, das dem I Ibm. nahe stehe.
1910, Bade, F. <156)
Mittdrheiniscbe Kunst. S.4, 76, 82.
Flüchtige Hinweise auf den Hbm. im Zusammenhang
mit der niittelrhrinischcn Schule. Die eingehende Be-
arbeitung der Kunst des Meisters vonseiten des Ver-
fassers stehl nodi aus.
Bär, L. (157)
Weitere Beiträge zur Chronologie und Lokalisierung
der Werke des Hausbudtmeisters. Monatshefte f.
Kunstwiss. Ul. S. 408—424.
Vetsudil eine Chronologie der sämtlichen Werke des
Hbm. zu gewinnen bei vorsichtiger und kluger Verwertung
der ieweiJigen Termini posr oder ante. Datierung des
„Spiegels" auf 1478 ’79. Für dk Kenntnis der Stiche ist
von Bedeutung die Begründung der Stidie des Meisters
W. B. mit dem Schlangenstabe als Spätwerke des Hbm.
(vergl. Chalkogr. Ges. 1890,. 14H6), sowie die Ver-
mutung, der „Liebesgarten" des Monogramm!Sten W. H.
gehe auf eine Vorlage des Hbm. zurück.
http: .’.-d ig ital.s I li b-d re sde n ,de.;id4 8 09591 5 3‘74
Wir führen Wiss«<1.
Beth, J. <158>
Die Baum Zeichnung in der deutschen Graphik des
15. und 16. Jahrhunderts, (Studien zur deutschen
Kunstgeschichte 130.) S.43,
Kommt auf Grund der Verschiedenheit in der Baum-
zeidinung tu der Teilung des Hausbuches an verschiedene
Händei nur S. 13 a, Ha und 17a hält er Für Werke des
1 laupuncisicrs.
Boflert, IL Th.
I leinrith Lang und der Ilausbuchmeister. Schaum
in&land XXXV1L S. 102'19. (Audi als Separat--
druck erschienen.)
Behandelt ausführlicher das Hausbuch (seine Geschichte
und Inschriften) und die Kunst des Hbm., besonders die
Freiburger Kreuzigung und deren Flügel. Aus stilistischen
Kriterien kommt Boßen zu einer Teilung der Hände des
Hausbuch meiste re. Für den Ursprung seiner Kunst sucht
B. die Beziehungen des Künstlers zur Konstanzer Kunst,
besonders der Richetlthalsdien Chronik, in der er sogar
Jugendarbeiten des „Hcnridi Lang" erkennen zu dürfen
glaubte, auf zu weisen.
Creutz, M. <i6o>
Jahresbericht cf es Kunstgewerbemuseums der Stadt
Köln für 1909. S. 14 u. 21.
Veröffentlicht einen Teppich <ca. 1460) mit west-
fränkischen Inschriften, für dessen stilistische Bestimmung
er auf den Kunsrkrcia des Meisters des Amsterdamer
Kabinetts hinweist, und gleichzeitig ein Gegenstück im
South Kensington Museum In London namhaft madit.
Flechsig, E. (161)
Eine Rundfrage. Ex ungue Icouem. Cicerone II.
S. 71174.
Anonyme Frage über die Holzschnitte eines mittel-
rheinischen Druckes mit abgebildeten Pausen. Darauf
die Antwort in Cicerone II. S. 190'99, wo Kämmerer,
Storch, Geisberg, Voß einstimmig denHbm. als Künstler
erkennen und nur ein Anonymus die Hand von Veit
Stoß erkennen zu dürfen glaubt. Voft weist auf eine
Madonna aus dem Besitz des Dr.M-arkstallcr in München
(jetzt Bayrisches Nationalmuseum) hin, die ohne Zweifel
von der Hand des Hbm, ist. Zum Schlüsse ergreift der
Urheber der Rundfrage E. I -ledisig, selbst das Wort und
trklärt, daß er bereits seit 10 Jahren in den Holzschnitten
des Spiegels menschlicher Behältnis (Speyer, Peter Drath)
die I land des Hbm. erkannt habe.
Geisberg, M. <I6Z>
Zwei neue I landzeichnungen deutscher Stecher des
15. Jahrhunderts. Monatshefte f. Kunstwiss. III,
S 381.
Veröffentlichung einer Bcdicr-Eeidinung der Universi-
tätsbibliothek zu Erlangen, die sicher dem Hbm. gehört
und den Entwurf zu einer Goldsdunicdrarbdt bietet.
Geisberg, M. <163>
Die Anfänge des deutschen Kupferstiches und der
Meister E.S. (Meister derGraphfk II). S.4,6,8,16,21,
24, 68, 83 passim.
Die Schaffenszeit des milidrheinischen Zeitgenossen
Schongauers, des M, d, Hb., wird auf die Jahre 1 475 bis
1490 angenommen. — Das „y,J des Figurenalphahctcs
von E. S., das aus der Reihe der übrigen Buchstaben
herausfälh, kann möglicherweise efnVorläufer der späteren
Kaltnadelarbeiten des Hbm. auf weicherem Metall sein
<S. 26).
Glaser, C. <164?
Z ur Z eit brsrI mmu ng d er St i ehe d es Haushudirneis ters.
Monatshefte f. Kunsrwiss. III. S. 145 56. (Referat
über diesen in der Jaiwarsirzung der Berliner kirnst-
geschieht liehe ii Gesellschaft gehaltenen Vortrag vergi.
Kunstchronik N F, XXI. Sp, 252'53.)
Sucht auf Grund stilkritischer Untersudiungen zu einer
Chronologie der Stiche zu gelangen. Setzt die Tätigkeit
zwischen 1465—1505 an und teilt die Stiche in Werke
der Frühzeit <1465—75}, einer mittleren Epoche <1475
bis 1488) und der Spitzelt <1488— 1505) ein.
Gottlieb, Th. <]65)
Bucheinbände der k. k. Hofbibliothek zu Wien, Tafel
83, Sp. 73.
Kopie des Liebespaares auf dem Wiener Bucheinband.
Hagelstange, A. <|66>
Verzeichnis der Gemälde des Wallraf-Richartz-
Museums der Stadt Köln S. 116.
Führt als Werke der Sdiule des Hbm. No. 377 — 380
an (Martyrium der hfg. Ursula, der 11000, Geschichte
des tilg. Felix u. der fdg. Elisabcih. — aus der 8. Weyer).
Der Ted Mariae (376a) wird als „M. d. Hb." genannt
und abgebildet.
Naumann, H. (167)
Die Holzschnitte des Meisters vom Amsterdamer
Kabiiicit zürn Spiegel menschlicher Behältnis (gedruckt
zu Speyer bei Peter Dradi). (Studien zur deutschen
Kunstgeschichte 126.) Text S. 1 — 80,
Publikation der Holzschnitte mit einer Einleitung, die
die Enrstchiingszeit (1478'79) und das Verhältnis zur
Ridiclschcn Ausgabe zu bestimmen suchri Das Geburt»--
Jahr des Künstlers — ah welchen N. lediglich den Stecher
erkennt — sclzt er 1456— 57 anr er verspridit 35 Feder-
zeichnungen Etadizuweiscn und d.irzutun, daß das Gothaer
Liebespaar ein iDoppelbildnis des 18 jährigen Philipp II.
von Hanau-Lichtenberg und seiner Braut Anna von
Vsenburg sei und 1480 entstand. Die Stätte seiner Tätig-
keit sei das Elsaß, wo der Meister unter dem direkten
Einfluß des E.S. und Schongauers, aufgewarhsen sei. —
Sein Trabant. Hcnridi Lang, der Meister des I {ausbtnhes,
habe in der Gegend Von Mainz eine Schirle begründet;
von ihm rühren auch die Schnitte der Sadiscncfironik
(Mainz 1492).
Naumann, H. (iwj
Das I Liusbudi und der Meister des Amsterdamer
Kabinetts. Rcp. f. Kunstw. XXI. 8. 293 309.
Versucht den 1 Ihm. vom Meister des Amsterdamer
Kabinetts ZU trennen, teilt das Hausbuch an verschiedene
Hände auf und weist dem Hauptmdstcr, den er Henridi
Lang nennt, die von der Forschung fest gestellt en Bilder
63
g] SLUß http:«!
Wir führen Wissen
.s I ub-d re sde n ,deid4 80959153.75
und Zcidmungen zu, mit Aufnahme des Gothaer Liebes-«
paarai und der Coburger Zcidinung, in denen er allein
Werke des XL <1. A. C. erkennen will. Henridi Lang
soll der schwächere Gefolgsmann des M. d. A. C. sein.
In den 3 Gemälden der Aftarflügel von Boßwciler sicht
er die vielleicht frühesten Arbeiten dieses „Lang'. Der
Verfasser stellt weitert: Unters udiunpcn über diese sehr
fragwürdig erscheinenden Hypothesen, die von Bär, Boßert
und Fledis i g energisch zurück gewiesen vurden, in Aussidu.
Odienkowski, H. <1&9>)
Die Selbstbildnisse von Albrecht Dürer, I Idlg.
Dissertation S. 8.
Über Dürer, den Hbm. und Herpin meist er.
Reau, L. <170>
Les Primitifs Allcmands. <Les grands art ist es,)
S. 80.'84.
Die Sammlung Lanna. 11. Teil. (171)
Handzddinungen alter Meister. S. 4.
No. 26 gehamisdifer Ritter. Zeichnung in der Art
des Hbm. (Meder 1325). No. 27 Fürst bei der Messe und
bei der Täfel’ tvergl. unten No. 185). In der Art des
Hbrn. No. 31 Orientale mit seincrFamilic auf grundiertem
Papier. Nach dem Stidie des Hbm. <L.65).
Storck, W. F. (172)
Zu den Stichen des Meisters des Amsterdamer
Kabinetts, Monatshefte f. Kunstwiss. III S. 243 44.
Schlägt für L. 73 eine volkskundliche Deutung vor;
Die Legende von dem Weib und ihren drei Liebhabern.
Storck, W. F, (173)
Über das mittelalterliche Hausbuch. Monatshefte
f. Kunstwlss. III. S. 285.87.
Versucht eine Aufteilung der Zeichnungen des Haus-
budis an mehrere ansführende Hände und hält nur S. 13 a,
14a, 17a für vom Hbm. selbst ausgeführt. Außerdem
Betnedcungäl über Geschichte und Inschriften des Haus«
bu«hs und neue Hinweise für die niktelrhcinisdie Tätig-
keit des Künstlers; urkund liehe Feststellung eines „Arnold
Sdiyt meler" <1469 u. 1478).
Storck,W. F. (174)
Eine Zeichnung des Meisters der Herpinhandschrifi.
Monatshefte f. Kunstwiss. III. S, 346.
Veröffentlichr die Zeichnung eines schreitenden Liebes-
paares auf der Universitätsbibliothek zu Erlangen und
knüpft Bemerkungen daran über das Verhältnis des I Ihm.
zu Dürer und dem llcrpinmcisrcr.
Storck, W. F. (175)
The master of die Amsterdam Cabinot and two
new works by bis hand. The Burlington Magazine
XVIII. S. 184'92
Handelt zusammen fassend über die Kunst des Hbm.
und veröffentlicht die Zeichnung eines Liebespaares und
eines sitzenden Armbrustsdiüizen <1485 dal.) aus der
Universitätsbibliothek zu Erlangen. Nebenbei Hinweis
auf Glasgemälde nach Zeichnungen des Meisters.
Storck,W. F. (176>
Die Allegorie des Lebens und Todes und stilverwandte
Bilder. Zeitschrift d.bild.Kunst N.F. XXL S. 302 04.
Bringt die Bilder der Annenlegcnde In Frankfurt (Stadt.
Hist. Museum) und Christi Erscheinung an Magdalena
auf SdJoß Wolfegg mh der Allegorie zusammen, als
Werke eines mittel rheinischen Meisters mir nieder-
ländischem Einfluß.
Weixlgärtner, A. (177)
Graphische Künste. Mitt. d. Ges. f. verf. Kunst
XXXIIL Sp. 63.
Bespricht gelegentlich eines Referates der Publikationen
der Dürer-Society die jüngste Hbrn.-Lileratur. Es inter-
essiert die Bemerkung, die Zuteilung der „ausgezeichneten
Allegorie der Vergänglichkeit an den Meister sei durchaus
nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen",
Wingenrorh, M. <178>
Zur Hausbudimcistcrfrage. Kunstchronik N. F.
XXL Sp. 350 (1. April).
Hinweis auf die Ausführungen Boßcrts. (auf Grund
eines Vortrages in Freiburg) und Anerkennung von dessen
Resultaten. Vgl. 159.
Wurzbadi, A. v. <179)
Niederländisches Künstlerlexikon. III. Ergbd. S.
201/11.
Unwlsscnsdiaftlidic, lediglich hypothetische Aus-
führungen.
1911. Albert, P. P. <iso>
Der Meister E. S., sein Name, seine Heimat und
sein Ende. Funde und Vermutungen. (Studien
zur deutschen Kunstgeschichte 137) S. 101.
Über E. S. und den Hbrn., in dem er Henrich Lang
erkennt und „dessen Heimat in Oberelinheim im Elsaß
er auf die Spur gekommen zu sein glaubt".
Boßert, H. Th. <1-81>
NeueHausbudimeistcrIifer.itur. Kunstchronik N. E
XXH Sp. 161/63.
Referiert über Forschungen vo-n Naumann, Geisberg,
Bär u. Storck und weist auf das Bild der Karlsruher Galerie
(No. 1136) und die Wappcmeidinung im dortigen
K upfers tichkabinett.
Boßert, H. Th. (182)
Ein Frühwerk des Hausbuthmeisters. Zs. f. bild-
Kunst N. F XXII. S. 139'45.
Das Bild der Karlsruher Galerie, Do m en krön ung Christi
(aus der Sammlung Hirsdier stammend), wird als Frulibild
des Meisters nadizu weisen gesucht und seine Beziehungen
zu E. S. ins Licht gerüdrt, vielleicht etwas übertrieben.
Das Geburtsjahr wird bis 1430— 35 hin.ibgenidit, was
jedoch nidit annehmbar ist.
Conway, M. <|83)
Dürer and die Housebookmastcr The Burlington
Magazine XVIIL S. 31724.
Legt besonders großes Gewicht auf den Einfluß der
Kunst des Hbm. auf Dürer, besonders in den Werken,
die in Straßburg entstanden seien. Die Ausführungen
haben im wesentlichen hypothetisdien Charakter.
Flechsig, E. (184>
Der Meister des Hausbuchs als Zeichner für den
I lolzsdhnitt. Monatshefte f.Kunsrwiss.IV.S.95i 115,
16375.
I SLUB
Wir führet! Wissen.
http: '-d ig i tal. s I u b- d re sd e n .de/id4 B0959153/76
Profunde Untersuchung aber die Sptcgelholzsdrmrte,
die er ca. 1481 82 1476i 89) datiert. Aus Dradis
Speirer Offizin wird außerdem der Almanadi auf das
Jahr 1483 afs Werk des Meisters nachgcwiesen. (Vgt.
Abbildungen bei Heils, Neujahrswünsche des 15. Jahrb.
1899 No. 28 u. Hibler, Hundert Kalenderi nku nabe In
1905. T. 414 Von Petrus de Crescenriis, Philos. bon.
opus ruralium commodcmm seu de agricultura werden
einige Holzschnitte als Werke desl Ibin. namhaft gemacht.
Den Ursprung seiner Kunst führt F. nach Ulm zurück,
wo er folgende Arbeiten ausgeführt haben soll: die fünfte
deu tsche B ibel (147 7), S1 dnh öwe ls A s op ü he rs etz ung (1< urz
vor 1480), Boccaccios De claris mulicribus (1473),
Steinhöwels Boocacdoübersetzung (1473), und einen
Druck bei Konrad Fyner zu Eßlingen. —Fetner ist der
Nachweis wichtig, daß das Rohrbach-Holzhausensche
Wappen nicht vor 1470emstandensankanny zum Schlüsse
wendet er sich gegen die Aufteilung der Zeichnungen des
I klusbudiC-S, die indes bereits von den ersten.Herausgebern
erkannt worden war, Eine sdurfe Kritik dcrNaumannschen
Ausgabe des Spiegels beschließt die Ausführungen.
Friedländer, M. (18.5)
Vorbemerkung zu No. 194. Jahrb. d. kgl. preuß.
Kunstsamml. XXXXI1. S. 80.
Begründung der Zuweisung der aus der Sammlung
Lanna an das Berliner Kupferstidikabmctt gelangten
Zeichnungen: „spätere oder späteste Arbeiten“.
Geisberg, M. 086)
Die Fcrmsdinlttc des 15. Jahrhunderts im kgl.
Kupftrstidhkabinett zu Dresden. (Kolorierte und
Schwarze Einblattdrucke. Hg. von P. Heitz, Bd 22.)
5. Verklärung Christi (Sehr. 140)/ 8. Die Vorbe-
reitungen zur Kreuzigung (Sehr.66*1)/ 9.Tod Mariae
(Sehr. 717)/ 17. Der kniende Schmerzens mann mit
Leidenswerkzeugen (Sehr. 906)/ 23. S- Dominikus
(Sehr. 1388)/ 34. Memento Mori (Sehr, 1890).
S. 9 macht G. noch folgende Einzelschnltte namhaft,
in denen er die Hand des Hbm. erkennt; in Berlin:
Jesusknahe mit Blumentopf (Sehr. 821)/ der unter dem
Kreuz zusammcmbrediende Christus (Sehr, 926)/ Be-
weinung (Sehr. 514), Grablegung (531), Gregorsmesse
(Sehr. 1483)/ hlg.Margareta (Sehr. 1613), Geburt (Schr.70)/
Beweinung (Sehr. 508)/ — in Nürnberg (G. M.): Kal-
varienberg (Sehr. 484/ Essenwcin 94), Christus Und
Madonna (Sehr.751 , Essen wein 64)/— in Wien (Alber-
tina); Madonna von Engeln gekrönt (Sehr. 1123), Ma-
donna (Sd»r.998L — in Paris. (Bibi, nat.): Jesuskind vou
einer Nonne verehrt (Sehr. 824/ Bouchat 149). Schreiber
weist derselben Hand zu; Schmerzensmann (S, Huth.
Sehr. 900> und Passionsfolge (Sehr. 176), — Ferner:
Kreuztragung (Sehr. 354), mit der nadi Schreiber Fuß-
wasdrang (Sehr. 163), Entkleidung (Sdu.243) und Dar-
stellung Christi (Sdir. 227) zusammengehören.
Hind, A. M. (]g7^
A short hist ory of engraving and erdiing. 2"d ed.
S. 30 ff., 472.
Oulmont, Ch. <is&)
Notes sur un tableau du „Haushudmieisrer". Revue
archeologique XVU. S 307.14.
9
Ober die Freiburger Kreuzigung, ganz auf Roßert
fußend und von Bedeutung nur durch die Abbildungen
(auch der Pariser Zeichnung).
Singer, H. W. <ltt>
LJnlka und Seltenheiten im kgl. Kupferstich-Kabinen
zu Dresden. T. 15.
Die Frau mir dem Rettichwappen <L. 84),
Storck,F. <190;
Letter to the Editors: The Housebookmaster. The
Burlington Magazine XIX. S. 55.
Nadi trage zu No. 175 und Llinwtis auf ditWappcn-
zeidinung in der Albertina und deren Wiederholung in
Karlsruhe, sowie auf Sdiulbilder tn Köln <S. Sdinütgcn:
Verkündigung), Paris {Musee Cluny) und Donau-
eschingen (Madonna).
Storck, W. F. <191)
The St. Goar Ttypiich. The Burlington Magazine
XIX. S. 105.
Veröffentlichung des Sr. Goarer Altares (Kreuzigung,
Verkündigung, Schlüsselübergabe u. hlg. Sebastian und
Katharina).
Storck, W. F. (192)
Dürer und der Hausbuch meister. Kunst dtronik.
N. F. XXII. Sp. 343,45 (bxg).
Schränkt im Gegensatz zu Conway den Einfluß des
Hbm. auf Dürer erheblich ein.
Storck, W. F, (193)
Der Meister des Hausbuches als Zeichner für den
1 iolzMhnitt. Kunstchronik N.F.XXX11. Sp.407,10.
Referat über Flechsigs Ausführungen und Hinweis auf
Zusammenhänge mit Augsburger Drucken, lehnt die Zu-
weisung des Karlsruher Gemäldes der Enthauptung
Johannes des Käufers (und der Rückseite der Geißelung
Christi) ab und nennt Geisterns Zuschreibungen der
Schnitte. Aus Bärs „incunabula xylographtea" wird der
Holzschnitt aus Joh. Presbyter (Hesse), de riru et moribus
Indorum, Speier, Job. u. Conr. Hist, namhaft gemacht.—
Ablehnende Kritik der Ausführungen Wurzbadis. —
Warburg, A. <194>
Zwei Szenen aus König Maximilians Brügger Ge-
fangenschaft auf einem Skizzenblatt des Hausbuch*
meistere. Jahrb. d. kgl. preuß. Kunstsamml. XXXII.
S.8L84.
Gibt den historischen Nachweis der Beziehung der
Berliner Zeichnung (vergl. oben Na. 185) auf Vorgänge
des Jahres 1488: König Maximilian bei der Friedensmesse
und beim Friedensbanquet.
Weixlgärtner, A. (195)
Eingedruckte Stiche. Jahrb. d, Kunstsamml. d. allerh.
Kaiserhauses XXIX. S. 356 u. 364.
1912. Batet, L. (i%)
Sdi wä bische Gl as m al er ei (Katolöge d .kgl. Alt err Omer-
Sammlung in Stuttgart II). S. 1821 und No. 32.'35.
Veröffentlichung der 1482 datierten Alpirsbacher
Scheiben, die auf Entwürfe des Hbm. zurückgehen.
Becker, F. (197)
Ein neuer Scheibenriß des Hausbudimeisters. Zs.
f. bild. Kunst N. F. XXJli. S. 219/22.
65
Wir führen wissen.
http: '-'d ig i tal. s I u b- d re sd e n .defidd 8 09591 5 3 '77
Veröffentlichung einer Zeichnung aus dem Besitze von
Prof. Hecket, die die Vorlage ist für eine Scheibe im Kunst«
gewcrbrmtiseum zu Berlin. Die Zeit der Entstehung
wird auf etwa 1485 angeseixt, ein paar Jahre nach Ent-
stehung des Hb.
Boßert/ H. Th. — Leonhardt, K. (198)
Studien zur Hiiusbuch meister frage. Zs. f. bild. Kunst
N. F. XXHl. S. 133138, 191.203, 239152.
B. und L. versuchen die künstlerische Entwicklung des
Hbm, bis 1485 auf Grund der Holzschnitte darzusrellen.
L Tätigkeit in Ulm von 1472 bis zur nieder Kind. Reise
<Endel474)? II. Die Wanderjahre 147576, III. Tätigkeit
des Hbm. in Schwaben 1477/80/ IV. Heidelberg und
Speyer <1480 bis zur 2. niederländ. Reise 1488). — In
einem weiteren Abschnitt folgen heraldische Bemerkungen
zum Hb., sowie die Deutung der Inschrift auf S. 21a
des Hb. als „Henrich Mang F'. In diesem Henridi Mang
erkenneri die Verfasser einen Sohn des in Augsburg ur-
kundlich vorkommenden Malers gleichen Namens. — Ein
kritischer Katalog stellt das gesamte Holzschnittwerk
zusammen, das dein Hbm. zugewiesen wird. Es werden
folgende Werke namhaft gemacht:
I. L Steinhöwels Pesiregimcnr (Ulm. J. Zainer,
Sehr. 5312); 2.Sequenz U. L.Frau (Sehr,4058) / 3-Kalen-
der für das J.ih^ 1473 (nicht erhalten), 4. Boccaccio,
de mulieribus Claris (Ulm.. J. Zainer, Sehr. 3510); 5.Kurcz
sinn von etlichen Frowen (Sehr. 3507); 6. Boccacius, von
etlichen frowen (Ulm J. Zainer, Sehr. 3506, nur das
Zainerwappcii)/ 7. A. Magnus, de officio mlssae (Proct.
2494)z 8, Petrarca, De Insigne obedientia et fide uxoria
Griseldis in AX1 ahlterum (Ulm. J. Zainer, Hain-Coppin»
gcr 12814); 9. Durandus Rationale (Proct. 2498),
10. Petrar&a Griseldis (Sehr. 4914); 11. Bcrdiorius,
Über bibltae morälis (Proct. 2502); 12» Pdagius, Alvarus,
De planctu ecde&iac (Ulm. J. Zainer, Sehr. 4904).
II. 13. Fünfte deutsche Bibel (Nürnberg, Senscnsdimid
® Frisner, Sehr. 3457)/ 14. Deutsche Bibel (Augsb.
G-Zain er: wilder Mann mit Löwenwappeii, Sehr. 3458).
HL 15. Aesopus, Fabulae et vita (Ulm. ) Zainer,
Sehr. 3020)/ 16. Leonardos Aretinus, Historia Sigis-
munde (Ulm. J. Zainer, Sehr 4487)/ 17. Peter Schwarz,
Der Stern Mcschiah (Eßlingen, C. Feyner, Sehr. 5217);
18, Deutscher Kalender für das Jahr 1479 (Ulm.
J. Zainer, Sehr. 3162); 19. Leonardus de Utino, Sermones
quadragestmales (Ulm. J.Hainer, Proct. 2518>f 20. Biblia
latina(Ulm. J. Zainer, Sehr. 3469); ZI. Xylogr. Donatus
(Ulm C. Dinckmut, Proct. 10); 22. Plenarium (Uradt.
C. Feyner, Sehr.4953); 23. J deVoragine, Heiligenleben
(Urach. C. Feyner, Sehr.4304); 24. Gcorgiusde Ungarin,
de moribus Turcorum (Urach, C, Feyner, Proct. 2822);
25, Kalender für das Jahr 1482 (Sehr. 3171).
IV. 26. Kalender für das Jahr 1483 (Speier, P.Drach.
Sehr. 3173); 27, dgl. (verloren. Ranke in Ordo divini
officiL Sehr. 4875a), 28, Spiegel menschlidier Behältnis
(Speier. P. Drach, Sehr. 5276) ; 29. Ordo divini officii
<Sdir. 4875); 30. Joh. Presbyter, De riru et moribus
Indoruin (Speiet. J. u. C. Hist, Proct. 2404); 31, Thomas
Aquinas, De arte praedicandi (Speier. J. u. C. Hisr,
Proct, 2409); 32. Albertus Magnus, Secrera mtdierum
(Speier. J, u, C. Hist, Sehr. 3056).
Girodie, A. <199>
Martin Schongauer er Part du H^ut-Rhin au XVe
siede (Les mairre de l'art). S. 206'07 u. passim.
Gramm, ). <Z00>
Die ideale Landschaft, ihre Entstehung und ihre
Entwicklung. Text S. 152, 172, 490.
Über die Landschafiskunst des Hbm.
Meder/ J. <201>
Neue Beiträge zur Dürerforschung. Jahrb. d. Kunst»
hisr. Samnd. des A. H Kaiserh XXX, S. 194.'5.
Untersucht von neuem die Beziehungen des Hbm. zu
Dürer und hebt besonders das kostümlicft Gemeinsame
hervor.
Storck, W. F, <20?)
Bemerkung zu den Scheibenrissen des Hausbudi»
meisten. Kunstdironik N. F. XXIII. Sp. 540'41,
Im Anschluß an Bedccr und Bafet Hinweis auf ein
Glasgemälde im Bayrischen Nationalmuseum zu München
(Saal 14. No. 1329).
Vischer/ E. <203>
Formsdinirte des 15. Jahrhunderts in der Großh.
Hof- und Landest)]bliothek zu Karlsruhe. (Kolorierte
und schwarze Einblattdrucke. Hg. von P. Heitz.
XXVII. S.9. T.5.)
Christkind mit Rosen (Sehr. 823) wird in die Ulmer
Zeit des Hbm. verlegt. Der Holzstodk Ist erhalten und
stammt aus Kloster Söfßin gen bei Ulm (vgl, Essen wein, A.
Die Holzschnitte des 14. u. 15. Jabrh. im German.
Museum. 1875, T. 85, 2).
Weizsäcker, H. <204)
Die Heimat des Hausbudimeistets. Jahrb. d. kgl.
preuß. Kunstsamml. XXXIIL S. 79—104.
Versucht die oberrhcinisdie bzw. Konstanzer Her-
kunft des Hbm. nochmals zu erweisen auf Grund von
Zusammenhängen mit der Wandmalerei; er betont das
Verwandtschaftsverhältnis des Hbm. zu dem Zeichner der
Riehen falschen Chronik und sucht den Boden seediarak ter
der Landschaften auf einigen Stichen zu bestimmen.
W. erkennl den Stil des I Ihm. wieder in Konstanzer
Handschriften (Missak des Bischofs I lugo von Hohen«
landenbergz worin besonders das Pfingstwunder — III
fol. 9 — und die Auferstehung Christi — II fol. 162 — mit
Gemälden [Mainz u. Sigmaringen] des Hbm. in Beziehung
gebracht werden); er bildet das von Wingenroth bereits
herangezogene Porträt des H. Blarer ab und setzt es in
nächste Beziehung zur Kunsr des Hbm.
Wörmann/ K. <205)
Von Apdles zuBöcklin. I. S. 268. (Von deutscher
Kunst, Betrachtung und Folgerungen.)
ZUSATZ
Hier seien einige Werke verzeichnet, deren jeweiliges Erscheinungsjahr nicht mit Sicherheit zu ermitteln war, die
Reproduktionen nach Stichen fSj, Holzschnitten oder Zeichnungen fZj bieten, meist ohne verbindenden Text:
Amand-Durand. (206)
Eatue-Fortes et gra vurcs d e mai'trcs anci en s. X. No. 39 flYj.
Börner, C. G. (207)
Manuskripte und Miniaturen des XII. —XVI. Jh. Hand«
Zeichnungen des XV. — XVII. )h. (Auktion CX> 1912.
No. 134 fZj.
Cabinet des Estampes. (208)
XV. Versluys. Amsterdam ('15’J. Vorzügliche Repro-
duktionen,
Diederichs, E. <209)
Deutsches Leben der Vergangenheit in Bildern. I. 1907
(7/ und Sj.
Gutekunst, H. G. (210)
Auktionskatalog No. 65. Sammlung Marsden J. Perry
u. F. Rumpf. 1908, No. 886 <L. 63).
Gutekunst, H. G. <211)
Perlen mittelalterlicher Kunst. No. 60 CSj,
Hirth, G. (212)
Formenschatz 1890. No. 3 (Zjj 1895, No. 85, 117,
149; 1897, No. 3 CSj.
Isographieen. <213)
System van Mcurs. Amsterdam. (Beredeneerde en
Geillustreerde Caialogus van 162 uitgezochte kunst-
reproducties van eerste meesters.) No. 153— 162 CSJ.
Vorzügliche Reproduktionen.
Lipp mann, F, <214>
Kupferstiche und Holzschnitte alter Meister in Nach-
bildungen herausgegeben von der Reichsdrudcerei VTII-
3—3* m
Lippmann, F. <215>
Zeichnungen aber Meister im kgl. Kupferstidikabinett
zu Berlin, III. Lieferung, No. 51 = V E, XIX A
Meder, f.-Schönbrunner. (2I6>
Handreidmungen der Albertina. No. 680, 1325 CZJ.
Mürber, R. <zi7>
Die deutsche Büchcrillustration der Gothik und Früh-»
renaissance. 1884 CHJ.
Prints and Drawings in the British Museum. Part III.
PI. VIL new. ser. Part II. PI. XIX (218)
Schultz, A. <2I9>
Deutsches Leben im XIV. und XV. Jahrhundert. Wien
1892 (Zj.
Warnecke, G. <2Z0>
Heraldische Kunstblätter. I. Bl. 5 Fig. 20/ BI. 18,
Fig. 19 etc. fSj.
Wessely, W. C22.1 >
Das Ornament I. BI. 2, No. 22/ BI. 9, No. 23 etc. fSJ*
67
G. ANHANG. TEXT DES HAUSBUCHES
Soweit wir cs heute zu erkennen vermögen,*> befanden sidi unter den 12 ursprünglichen Lagen
der Handschrift mindestens vier volle Texttagen (Lage 6, 8, 9 und 12> und zwei aus Text
und Zeichnungen gemischte Lagen (Lage 1 und 2>. — Von diesen Lagen sind die erste und
I zweite von einer Hand geschrieben, alle übrigen von einer anderen Hand, hinter der wir schon
früher den Besteller der Handsdirift vermuteten.
Um den Vergleich der beiden Handschriften zu ermöglichen, ist von jeder Textlage des Hausbuches
eine Seite, von der zweiten Lage sogar — der Initialen wegen — der gesamte Text in den Abbildungen
wiedergegeben **>
Die erste Sdireiberhand vertritt den Typus einer spärgotisdien Minuskclbuchschrift, die zweite den
einer schon stark ausgerundeten spätgotischen Kursive. Da die beiden Schreiber zwei voneinander ab-
weichende Schriftarten gewählt haben, läßt sidi die Vergleichung der beiden Hände nicht an den Rudi-
staben selbst, sondern nur an Nebendingen durchführen. Dadurch wird die Untersuchung etwas erschwert,
aber sdiließlidi genügen gerade diese mehr nebensächlichen, bei beiden Schriftarten an sich gleich möglichen
Eigenheiten der beiden Schreiber, um uns von der Verschiedenheit der Hände zu überzeugen.
Der erste Schreiber zieht am Ende der Seite die Unterlängen der Buchstaben der letzten Zeile stark
herunter [vgl, Tafel 3, 5, 15, 17], überhaupt zeigt sich in seiner Schrift ein Gefallen an starker, dabei
aber leicht-eleganter Versdinörkdung. Charakteristisdi sind seine Frakturverzierungcn, die öfters in ein
Band aneinandergereihter „8" auslaufen [vgl. „P“ Tafel 3, „G" Tafel 15, „L" Tafel 17],
Der zweite Schreiber kennt die gezogenen Unterlängen in der letzten Zeile überhaupt nicht [vgl.
Tafel 45, 72], höchstens verschnörkelt er die Buchstaben der letzten Zeile etwas [Tafel 34], Seine Fraktur-
verzierungen fallen, wenn er sie anzuwenden versucht [vgl. „W" Tafd 34], derb und zusammengedrückt
aus, dickflüssig im Vergleich zu den elastischen Windungen des ersten Sdireibers.
Der das fehlende „m", „n" oder dgl. bedeutende Abkürzungsstridi des ersten Sdireibers setzt in einer
leicht geschwungenen Kurve an und läuft, meist nach oben steigend, fast immer drucklos aus. Der Ab-
kürzungsstrich des zweiten Schreibers besteht aus einem kurzen, energischen, mit Drude versehenen Haken,
der nadi kleiner Ansatzkurve horizontal ausgeht oder am Ende sogar wieder nudi unten zurüdebiegt.
In den Überschriften bringt der zweite Schreiber ebenfalls eine Minuskelsdirift zur Anwendung, doch
ist diese bedeutend weniger kursiv, wenn man so sagen darf, als die des ersten Schreibers/ sic zeigt
ein mehr altertümliches Gepräge, entbehrt aber jeder Feinheit.
Der prinzipielle Unterschied in den beiden Handsdiriften liegt darin begründet, daß wir in der Hand
des ersten Schreibers die eines Professionsschreibers, in der zweiten die eines Gelegenheitsschrtibcrs vor uns
haben, Mit großer Gewandtheit nimmt der erste Schreiber auf das Schriftbild, auf die Anlage der ganzen
Seite Rücksicht: er arbeitet für den Verkauf. Seine Schrift ist deutlidi zu lesen, daher von einer gewissen
Charakterlosigkeit, wie sic den Schreibern von Beruf zu eignen pflegt. Die Hand des zweiten Schreibers
zeigt den gebildeten, etwas schwerfälligen Mann, der für sich und zu seinem Nutzen Einträge in seine
Handschrift sammelt. Die Hand ist undeutlicher, aber sie bringt das Individuum zur Geltung.
Das Gesagte mag genügen, um uns den Unterschied der beiden Schreiberhände zu verdeutlichen. Er-
wähnt soll noch werden, daß die Schrift des zweiten Schreibers im Charakter nicht in allen Lagen gleich
•) Der Inhalt der alten Lagen 3 und 4 blribt ungewiß.
*•> Tafel 3 für Lage 1? 5, 7, 9, 11, 13, 15 und 17 für dir Lage 7/ diese als Proben «les ersten Sdireibers. Für den »reiten Sdireiber
Tafel 34 für die Lage 6, Tafel 45 för die Lage 9 und Tafel 72 für die Lage 1Z.
0 SLUB
Wirtühren Wissen
http:'d ig ital.s I u b-d re sde n ,deid4 80959153/8 0
ist. Hs mag dies damit Zusammenhängen, daß zwischen den einzelnen Schriften ein gewisser Zeitraum
liegt, in der sich der Schrift charakter modulieren konnte. Besonders auffällig tritt dieser Unterschied in
der Schrift der 12. Lage [Tafel 72] — gegenüber den früheren — in Erscheinung, doch ist an eine andere
Hand keinesfalls zu denken.
Zur Feststellung der Zeit der Niederschrift des Hausbuches steht uns ein wichtiger Terminus post
quem zur Verfügung, auf den wir oben <S. 15) schon zu sprechen kamen. Auf p. 29b [S. XIX, Zeile 8],
also etwa in der Mitte der alten Lage 6, findet sich der Satz „Das ist dez Hertzogen von Luthringen
stück, do in sust mit nicht geholffen kunten". Die Bemerkung wurde von Flechsig mit Recht auf die
Krebskrankheit Renes II. von Lothringen (1473—4508), an der er im Winter 1481/1482 darniederlag,
bezogen.*) Da die alte 6. Lage die erste**) vom zweiten Schreiber geschriebene Lage ist, und dieser Satz
nidit vor 1482, der Heilung Renis, geschrieben sein kann, müssen wir die ganze Tätigkeit des zweiten
Schreibers nach 1482 — wohl nicht wesentlich später — beginnen lassen. Von Herbst 1482 bis min-
destens Herbst 1483 weilte aber der Hausbuchmdster, das wurde durch die Holzsdinittuntersuchungen
(Zeitschr. f bild. Kunst, 1912, S. 202/203) endgültig festgcstcllr, in Speyer, und zu dieser Gegend paßt auch
der Dialekt der beiden Schreiber des Hausbuches, auf den wir schon kurz (S. 16> zu sprechen kamen.
Die meisten Forscher sind ohne weiteres über diese philologischen Fragen hinweggegangen. Nur einige
wenige haben es der Mühe wert gehalten, darüber ein paar Worte zu sagen. Hrnst Förster (1857)
betont S. 14 vorsichtig die „süddeutschen Sprach-Eigenheiten" des Hausbuditcxtes, besonders der Planeten»
verse. Nadi Retberg <1865) S. 2 läßt der Text vermuten, daß die Handschrift vielleicht im nördlichen
1 eile des Landes [Schwaben] oder von einem Unterländer geschrieben wurde, da die schwäbische Mund»
art mit fränkischen Formen durchwachsen ist.***) Flechsig hat auch hier wieder, wie SO oft in der Haus-
buchmeisterforschung, die richtigen Wege gezeigt, besonders ausführlich 1911, S 172, wo er den rhein»
fränkischen Dialektdiarakter des Hausbuchtextes feststellt. Mit Recht weist Flechsig auf das nachgeschlagcne
„i" (philologisch richtiger wohl als ein orthographisches Dehnungszeichen zu bezeichnen, da das „i", wie
man aus den Endreimen bei Gedichten ersieht, kaum gesprochen worden sein kann), das nur am Mittel-
rhein gebräudilich ist f> Tatsächlich zeigt der ganze Lautstand des Textes die dem Fränkischen eigen-
tümlichen Färbungen, von einem alkmannischen oder bayrischen Einschläge konnte ich auch nicht die Spur
cntdedccn. Diese Wahrnehmung wurde mir von Fachphilologen durdiaus bestätigt. Für die Lokalisierung
der Herkunft des Hausbuchmdsters läßt sich damit gar nichts anfangen, da er den Text keinesfalls
geschrieben hat, wohl aber für die des ersten Besitzers, wenn wir mit unseren früher geäußerten Vermutungen
recht behalten werden,
Über den Inhalt des 1 extes, bezw, über das handschriftliche Vergleichsmatcrial wird man, soweit nötig
und möglich, in den Fußnoten zu den einzelnen Seiten des im Anhänge wiedergegcbcncii Textes unter-
richtet. In den Anmerkungen zu den Planere nvtrstn des Flausbuches [Anhang S. V —XI] werden die
Lesarten sämtlicher erhaltener xylographischen Planetenvcrsrexte, wie sie sich in London, Basel, Wien,
Heidelberg und Graz finden, wiedergegeben. Dabei ist zu beachten, daß die Bmchstucke in London,
Basel und Wien zu ein und derselben Ausgabe gehören und zusammengenommen ein vollständiges
Exemplar bilden. Was von dem Exemplar im Britischen Museum erhalten ist, wurde von Ludwig
’) FJeihsig, Mnnatih. f. Kumtw. 1911 S. 172. Die Erwähnung Ren« ordnet sich trefflich in dm Ideengehalt der Zridmuttgcn rin. Im I leriMt
1475 wurde er von Karl «Jem Kühnen angegriffen und rum Verriet auf sein Land gc:4'Uugenr erst nadi der Schlacht bei Murten (Juni 1476>
konnte er atedw n.tch X'ancy zurürfckehftn. Rei der allgemeinen Erbitterung gegen Kür! von Burgund, die rieh im J lausbu-ch in dem Zuge
nach Neuß, in <ler Wagenburg und in «kni Kampf des E-Ritten gegen den burgemdiuhen Adeligen aussprichr, «henkte man seinen Feinden
die größte Bcaditung.
•*> Falls die verlorenen alten Lagen 3 und 4 keinen vom ttriten SdirciEicr gcsriiricbcf*cn Text enthielten.
Retberfl Kitte —öhl gern „frJrtkitö"' geschrieben, aber es paßte ihm nicht zu Zritblom.
Im Allcmannisdien und Hayri«dien wird dazu meist das „u'J benutzt.
Bedistdn im Deutschen Museum für Geschichte, Literatur, Kunst und Altertumsforschung Jena, 1842],
S 243 — 252 publiziert, die Bruchstücke in der Wiener Hofbibliothek sind unpubliziert, enthalten aber nur
Stücke, die schon im Londoner Exemplar Vorkommen, und brauchen daher nicht berücksichtigt zu werden.
Das Baseler Exemplar in der Universitätsbibliothek ist ebenfalls unpubliziert und wTirde von mir kollationiert.
Eine schematische Übersicht über das Erhaltene dürfte das Verständnis erleichtern.
4- = erhalten — = fehlt Sacirmus Juprtcr Mars Sol Venus Mercurius Luna
1 Hälfte 2.1 ttlfic 1. Hälfte 2 .Hälfte 1. Hälft« 2, Hälfte 1 Hälfte'2 Hälfte 1.Hälfte 2 Hälfte 1.Hälfte 2.Hälfte 1 .Hälfte 2. Hälfte
London -f- — — ~l ‘ 4- -f- *— — 4“ -4-
Basel 4* — —' 4 — -f- -f- -4- f-
Wien — — — — 4- 4- — — — —
Die Lesarten werden nach dem Baseler Originale und bei den 4 Stücken, die diesem fehlen, nach dem
Bechstcinschen Abdrucke gegeben, den Mr. I. V. Scholderer gütigerweise mit dem Londoner Originale
verglidi und für mich die zahlreichen Druckfehler notierte.
Das Exemplar in der Grazer Landesbibliothek ist komplett und von J. Zahn in der Zeitschrift „Sera-
peum ' Bd 25 (1864) S. 1 — 8 vollständig veröffentlicht Sein Abdruck liegt unsem Lesarten zugrunde.
Das Exemplar in der Heidelberger Universitätsbibliothek ist unpubliziert und wurde von mir kolla*
tioniert Es enthält nur 4 Stücke,*) und zwar die 2. Hälfte von „Mars", den ganzen „Sol" und die
L Hälfte von „Venus".
Die Siegel bedeuten: L. = London, B. -= Basel, W. —• Wien, H. = Heidelberg, G. — Graz. — Dia le k-
tische Abweichungen blieben bei der Kollation völlig unberücksichtigt.
Obwohl die Planetenblcxkbücher durch ihre weite Verbmtung sicherlich für die Textgestaltung der
Planetenverse von ausschlaggebenderer Bedeutung waren als die Handschriften, läßt es sich in unserem
Falle doch nicht sagen, daß der Text des Hausbuches mit irgendeinem der oben bezeichneten Blockbuch-
texte nähere Verwandtsdiaft zeige als mit dem anderen. Das mag wohl damit Zusammenhängen, daß
die handschriftliche Vorlage des Hausbuches sehr jungen Datums war, also zu einer Zeit geschrieben
wurde, wo bereits die verschiedenen fextgruppen stark untereinander gemischt waren.**) Dafür sprechen
auch die stark verderbten I extstellen im Hausbuche. Man kann demnach bezüglich der Planetenverse des
Hausbuches auf keine so bestimmten Vorlagegruppen schließen, wie dies für die Plane tcnbilder wohl mög-
lich wäre.***)
Für die übrigen Textteile des Hausbuches ließen sich mit Ausnahme der Büchsenmeistervorschriftent)
keine bestimmten Quellen namhaft machen. Es ist auch kaum anzunehmen, daß sehr viel für die Haus-
buch meisterforschung durch eine genaue Untersuchung der in barbarischem Latein abgefaßten Mnemotechnik
oder der ebenso barbarischen Rezepte he rausgekommen wäre. Zweifellos gehen aber auch diese Textteile
auf ältere, zum Teil sogar sehr alte Sammlungen, wie sie zahllos in jeder größeren Handschriften«
*> W. L Sdireibcr, Manuel de lainateur, tarne IV <1902> S. 420 kennt noch ein komplettes Exemplar da Heidelberger Blixkbudu „du deuxieme
tirage'. weiß aber seinen Aufbewahrungsort nidit.— Mir tsr es leider trotz mannigfacher Bemühungen auch nicht gelungen, diesen fatzurtellen.
**> Der Urtext der Planetenverse fällt seiner Abfac^tmgsztit nkfct früher als in die erste Hälfte des 15. Jahrb.e sicher vor 1445, denn der
Casseler Codex Astron. fol. 1, der 1445 voflendet ist. har bereits unsere Verse.
*••> So finden sidi zum Beispiel die Hanetengotthriten zu Pferde nur In den „Kicscr'-Handschriften (Conrad Kyeser von Eidistärt), Vgl.
die betr. Handschriften itn Ferdinandeum zu Innsbruck, in der OSninger Universitätsbibliothek., im Kölner Stadtarchiv u. a. m.
t) Vgl S. XXXV ff. und oben S 15,
70
Bibliothek ruhen, zurück. Der „episcopus eistedensis" auf p.29b <S. XVIII, Zeile 1> läßt vermuten, daß
ein Teil der Rezepte auf Quellen ähnlich denen Konrad Kiesers von Eichstätt fußt, zumal auch die
Planetenbilder ikonographisch auf Kieser Hinweisen. Möglicherweise könnte also eine späte, überarbeitete
Kieserhandschrift oder deren Ableitung eine der Hauptquellen des Hausbuches sein.
Trotzdem scheint es mir kaum annehmbar, daß das Hausbuch für seinen ganzen Inhalt nur diese
eine Vorlage benutzte, obwohl es eine genaue Disposition innehält, also nicht wahllos von da und dort
zusammengestellt sein kann, Jedenfalls sind bis jetzt keine Handschriften bekannt geworden, die im
wesentlichen dasselbe an Text und Bildern enthalten hätten wie das Hausbuch.
Über die Art der Edition des nachstehend wiedergegebenen Hausbuchtextes sei folgendes bemerkt.
Dem Textabdruck liegt eine vollständige Neuaufnahme des Originaltextes zugrunde- Um eine genaue
Vorstellung von diesem zu bewerkstelligen, wurden sämtliche Abkürzungen zwar soweit möglich und nötig,
im Sinne des Schreibers aufgelöst, aber durch Kursivdruck als solche kenntlich gemacht. Audi die pleo-
nastischen Buchstabenverdoppelungen fanden dabei ebenso wie überhaupt die willkürliche Orthographie ge-
naue Berücksichtigung. Der Text blieb an sich völlig unangetastet Etwaige Hinzufügungen wie die
Auflösungen der hebräisch geschriebenen Worte wurden von edeigen Klammern [....] eingeschlossen.
Des besseren Verständnisses wegen legte ich Wert auf eine moderne Interpunktion, bin mir jedoch
bewußt, hierbei wohl nicht immer — bei der großen Verderbtheit und Unklarheit des Textes und bei
dem mir ferner liegenden Inhalte der Rezepte — das Richtige getroffen zu haben. Ebenso wurde eine
Zeilenzählung am Rande zur Erleichterung des Zitierens vorgenommen. Zum Verständnis der Fußnoten
füge ich noch an, daß das Zeichen „-ff" ein Melirvorhandrnsein von Satzteilen nach dem mit Anmerkung
versehenen Worte in dem betr. Texte bedeutet, das Zeichen " dagegen das Fehlen der nach diesem
Zeichen stehenden Worte des Hausbuchtextes in einem anderen Texte anzeigt.
Auf ein „Glossar" mußte des Raummangels wegen verzichtet werden. Ein solches erübrigt sich auch
bei den derzeitigen guten lexikalischen Hilfsmitteln. Das Glossar der aken Hausbuchausgabe wird man
auch für diese Ausgabe benutzen können, da der Inhalt einer unserer Textdruckseiten sich mit der ent*
sprechenden der alten Ausgabe aus dem Grunde deckt, weil hier wie dort jede Hausbuchtextseite einer
Druckseite entspricht. Doch ist Vorsicht bei dem Gebrauche des alten Glossars anzuraten, da seine
Behauptungen nicht immer der Kritik Standhalten.
fl SLUB
Wir führen Wissen.
httpd ig ital.s I u b-d re sde n .de/id4 8 0959153/8 3
[itK. pftfl. :] Prout1) (Balieiiu? in Qlrdu fecrctorum^ Sicut et phireö pbifice Sluctore? ipgL^rda,]
monent mcmoriam per conformia applkatiua ab ertra mite fubleuari pofie
quemabmobu#* et per corum coiitraria fubito cbctari, quob cunctuofe notorhuw
efb bum aut&w boctrina mcmorie ar? vcl Ingenium abiutorio aficritur
bicto cclfrnä et ertentiffime ljabebit illuftrart Xlam bonuzM junctum bono 5
non erit minu? bouuzz/» famulatur enim bec arti? forma omni quanhtws
cumqz/e in memoria illti/wi/zato pzv?cipiie banbo orbinem in rcbuö memoratibi&
Iractat ergo be artificiofa memoria Ibuliuö’} iiip [quartb] Ketbortconw» biccn?:
„Conftat ißitur artificiofa memoria loci? et ymaginibu?; loco? appellamuß eo?,
qui breuiter, vmcctc, inpqnite aut natura aut mann fitnt abfolnti etc/* 10
Seo loci et alia, que ibibcm tamquazft in g^nere boceutur, certo et electiffimo
bic ebifcnntur proceflxu
prima pars Iniiuö be fcric
et p^rfccdone locorum,
iHotiiet eniffl» tnultoruw potiffiiimö ifte es/, vt rlegantw certe fcointtö tu is
ftaciotre poft imiicem ciuitati? aut villc note pel ftrmiter ffcte« Ct circa
froftiu-w tamquaw ab ertra ttf/z/zzm eligantur quatuor loco» primn? fit
in vna calumpna b^ftv* Secunbu? intra bonnu/z cito ultra latibitluz/z, herein?
in fccunba calitzzzpna b^fty, (Üuartu? ertra Oomuw foraö a latibulo, pt
ponamur tamqtftz#» in quabrata?, freut oftenbrt/z/- in figura bornu? Inters 20
ffqnate in fine feripti/) Sic loci arti? babentur, f^c/ abfoluti et inpz’rfecti. Seb
notanbuw eft, quob omni? loci p^/fcctio in bifferenciatore elu? confiftit; ergo
* ) Eir gri|ärr grfirtieften, 1‘d’ivrtrjrn Snittalrn finb im «Trißitifllr in ürahtmm mrbr oder weniger verjirn (vgl. ICafel 5).
* ) 5« Ernten ill nvbl an bem (fMlciniö jugrfdwicbcne „Liber S^cretorum ad Monteum“. ®^nfi rannte ich wrnigflene
Pein anberte IVrrF niü Abnllebem Eitel finbeit. X)gl. Bibliothei a Graeca lohannis Alberti Fabricii, Vol. V (179(3} p. 453.
) (ßrineinr ilTi'ae (Alfcblid) Gern (Eitere jugefänirbtne Werf, ö.ie flewilinluh unter £>em Eitel nRhclorkorum ad C.Herennium
libri IV" lAuft. Eie betr. Stelle ftefct nidn Im 4. £ncbc, wir unfrr Irrt angibt, fonbern im 3. Uinftr. Eap. Z0i „constat
ißitur arlificiosa memoria ex locis et imaginibus: locos appellamus eos, qui breviter, perfecte, insignite aut natura aut
manu sunt absoluti, ut cos facile naturali memoria Comprehendere et amplecli queamus etc“
3n WirflitbFeit ifi bir hier angeFünbigtr jeidmnng nicht rorlianiirn,
1
http: ’d ig ital.s I u b-d re sde n ,de/id4 8 09591 5 3’84
SLUB
Wir führen Wissen.
in omni loeo et habet poni aliquob a/d/waL 11t fforno bene notuß alicutus
raritatiö, ut aliquiö vcl aiiqua notuß ucl nota Oe cabem domo aut alter aut
ffultuö aut niecffanfcuß uel confobaliö bomo prlncepß uel alter rcpntatue*.
3iitcrbuw alia awiwaUa bruta aut volatilia etc* £t talcö biffcrenciatorcß feil
locorum patroni femper taleö bebcnt ab orrmem ma/er/^nt (erwart* Hani r.
poffinit ffctione om/dbuß operadonibuß conffectt £Et boruw locoruzw cuw
patrouiö permanffuiß babilitati poteW pluralitaß elegi* ift ff lod beffcerent,
buw imponeretur ma&rZa memoranba, per ymagineß aptae» fubbiuiberetur
locuö in cp/tftuor aut fer partes iurta b^ere^c/ani pofkZonU ut antrorfub,
retrorfuß, Surfu^ beorfus, bcrtrorffi# et ffniffrorfiw» w
J^urfuö notanbtiiW, quod biffereitdafore* loconm probtet! bcbent per bhtcrfbö
fftu* (wißt appoffti efffr r>t, ff cffez* bonv/.v mercatoruw, poffet mercator
poni In primo loco ffanbo, nu/lier due nota 3n feambo loco fcbenbo, 3u
terdo für aliquio iacenbo £t in quarto monacbu# aut aliue notuä genua
flectcnbc*
Scambß pars
et cft bc ymaginibuö aut finiulad)ris memorialtuzn«
(Dmttt autcm memoriale bebet apponi bifferendatori cuicumqire occurrewtl peryma=
gineß aut ffmulacbra rcruw vcl verboruzH obiectorum per ccrtam cu//z biffcrcndatore
JO
II
Ü SLUB
wir führen wissen.
http: '-'d ig i tal. s I u b- d re sd e n .de/id4 80959153/85
op^radonem rarann jDe primo bidt 3(riftotileö: Senfado, bum cs/ pr/n=
cz>ium p^r fpewnn fenftbilem receptam in orqano feiifatiuo ertcriod, ins
tcllectio, przncz/duz», fatrtftematuw eft; Seb per ftmulacpra aut per ymas
qinee» referuata aut referuataB in coz/zmuzti feufitiuo pr^teritoruzn recorbacio
bicitur effe mcmo/’z'zz. >De fcczz/zbo bidt pbiftate: Karte nouie et iitaubitte
erfufdtatur anhmte. Sflitur onvzte operado rd memorattbe bebet effe rara,
mirabilte, miraculofa, dbtculofa aut aliqua no/zzbilitate p^z-acta, Jüidt eiiiz/z
luliite:’) „ymagineb funt forme quebam et liote et ffmulacbrc eilte rd, qua
memi/z/fti vclumite, reperire ymaglneö eorim, in locte cetcrte collocave noö
oportet*" &ec Ille» 10
l%im autem illoruw eremplmw fit, teuob, ft occurrctzzr nobte boc metruw
nwmoranbuzu, Vt non eßroteß, inter buo fercula poteb, 5?mago aut fimuladmm
rei eft aliquiö potatte babette buo fercula manu; Seb tarnen aliqua cos
op^racZo bebet fempez ablu/zßi bifferendatorte aut patroni in loco eriftentte
orbinario* 3beo poffet poni, qzzo^Z bififerendator lod, ut cfict monacW, i&
eßrotarctnr et rccolliqcret intefiina f/z/?z?r terra ftbi rueuda er egritubine etc
buiuomobi, tzz/zzzni, buzw aliuz/z quemeuzwq^ atttngerct loat/zz et eilte bifferens
ciatorcm, poffet fic affigi opmtdo cuzz? ynia^ine rei memoranbc+ Si uero
fut?rit mrz/erza bifpenbiofa etc, bebet biuibi in certotf articuloä puweta uel
claufulaö; et fic pz?r rara$ Operationen bifferendatorte batzzr repre^entado m
InponentL £t circa bcc habet erfufdtari itzz/zzralte meworia, qmm arn fequi
habet Vnbe 2(rä imitatur nzz/zzzwn, in quantu/zz yo/m* Simpler ipsa
naturalte memoria femper ftnqit certam operadonem referuanborzzzzz et illam
ccrto in loco; Seb locorum illoruzzz non ba£ctur orbo nee ferien ita biffufa
notida, cui iffc ertremim per artem batur fubftbiuzzz» 25
’) Rlictoricorum hc! C. Herennium lib.lll cap, 29; t)imagines sunt formae quaedam et notae et simitlacra eius rei, quam
meminisse volumus, quod fenus equi, leoncs, aquilae, quorum memoriam si volemus habere, imapties corum locis
certis conlocarc nos oportebit/ Ulan fieht, wfc AH0crcrf>cttiHdi verderbt der uausbudjiejri: ip, iinfe wir fdwierifl Baljrr,
511 ehwr ü’nrif|cmA|lrn 3itttrpunPrion 511 gelangen.
111
[inf.pae. 5t:j [ocoru/zz iHoru/w non b*bdur orbo nec ferieö tut biffufa notida, cui
Vic ertrennw per artcm batur fubfibiuni/) Si vero occurrerit aliquob
iiomen proprium vt petrus, fingatur fanctuß petruß cuzw claui aut aliuß
be boc nomtwe notuß, fadenß notabilem operadcnem cuaw blfferendatore
lod, vt ftc nom/7/iß tnemoranbi fieret iiibuctio* 6i vero fuerit nomen s
appellatiuiw rt curruß et cquuß, affungeretur bifferendatori, q/zotZ ges
rem curruw plemu# fuper capite fuo ct equuzw fup<?r illo, quob magni
fpectaculi fbret ftam vifo aliquo bucenti currum am equo 11011 ftc ffre
aquiefceret menti ficut vifrere geflautem currnzw fup^r capite plauftratuw
et equu//z vd cquoß fup^r illo, quob mire accumberet memorie, rcplis w
canbum* <Lrrcti ut<z/?//% dum autem fuerit scrbuz«, ut (cribcre fingere^
tur aliqutß fcrtbeiiß pebitz/.s* et biffcrciidatoriß cuhißciiiiiqzr# in erbitte ab-
Vereret operado, r>t, qz/oeZ quib feribeuö feriberet pebitws, biffereiidator
notuö iiiafticaret bentibuß vel aliter fub rata uel ribiculofa op^radoue.
iDn//z vero bictio fuerit ignota memoranti effet giabtum, apponeretur glabiuß ™
biffcreiidatoriß veutri fort incufftw bicente contemplatom 3g»otuw ferimuß,
qz/ob iiobiß cofliiira forma/zt* Solo quippe boc memorie ittgenio folct
quteqt^ babita# in promptu freto iociö cum btfferendatoribnß fuiß prima
bie et vice aporadoniß queiwqw aliuw in becem awZ plurib^o partibuß
fupc’rare. *>
fuper b^nw erercicio nullius naufietur animuß prindpianttö> Ham prim
dpiuz# eft potifffma p#r$ reu (Dmwibuß in rebuß grauiß eft inccpcio prima;
Seb magniftca breuem poft vfum cclcrc p^rftdewtur opmt, c\uod ftbeö
inerp^/ti ante practice vfurpacZoÄ^m confiberare, nequib pb/Zos^Zzuß vfuö in
multiö partibuß artte babitum fuperau 30
*) sCer <3atj „Sed locorum — dafür subsidium“ aue VrrfcVen fcco »djreibere boppcli im CCrn (vgl. bae £nOc Otr
uorbcrgrheiiörn Seilt).
IV
[inc.pA0.lOb:]
^Slturnu#1) pin 3d; genannt,
Der pocbft planet3) wol begannt.
XWurlicb pin ich, trutfenn mb Palt
HTtt meinen wercfen*) manigfalt*
id) 3n4) meinen pewfern (tau,
Dem ftainpctf vnb*) bem wafiermaiw.
Den tfrun ich fcpabcH Jn*) ber weit,
Bcibe 3n waffer mb in reih’)
UTein erpopung in her wage ift,
3m wiber valle id) ju ber frift
Vnb mag bie $welff 3ei#en/J
3n breifftg 3aren burd?') rcid;en.
titeln Pint fein fid), pleidk burrr rnb Falb
(Braw/) treg, pog, ncybig, trawrid? mb alt,
Dip, geitlg,l0) gefangen, Urne mb vngeftalt,
<Tiff äugen, ir bawtt“) ift bartt mb wenig parh
(Öroffe lebc^/’) mgefcpaffcn gemantt,1*)
Wiifte tbyr fint in wol beFannh
Da# erttrid) ffe burcbgraben gern,
Delt pawen# fte auch nicht emperm
Dnb wie man in noyt“) mb“) arbeit fol leben,
Da# ift öatnrnu# Pint gegebene
Die annberö ir natur pan,
Allein ron Saturno fbl man bas“) rerfiam
[vgl, 5.J
&
10
15
*) C W. ö. (ß. + „Ain („ein* [iß.]) flem*. ’) iL W. 15. <B. + „flir*. •) t. ir. 3. cö. „Ulit rninrrn würPrn hwirecftn* t®.])“1.
*) d5. „pr. •) £. W. 3. <P. - ,»nö*. •) Ü. W. B. iß. „3ä (^cju* ’J H. W. B. iß. „mir roaiTrr vtrt mir gwffcr
(„0*?Hir" Feh-, ) 5, W. B, 45, werr.Tidinr (»errtidjhi* [©.])*. “) C. 45. .grst’*'. lu) ll. 45. „ßtrig („ging" ftB.JJ*.
”) „bAirrr*' fcrrigirrtau& „tatini*. **) t, 45. + wvnö*. **) £. 45. „grrcant*. wj„iwyt" Fcrrigirri aue „iiryt*. **) t, 45. »in*«
’•) £.45.
fll SLUB
Wir Führen Wissen.
http: //d ig i tal. s I u b- d re sd e n .de id4 8 09591 5 3 "8 8
|>nr.-pa0. J Jb.|
l
^Vpiter id; fol1) nennen miet),
?Dcr annber planet bo genncslicb^
Warm mb*) fembt pin ich gare
3n meiner natur,*) netnet ivare.
groey seiden feint bie hevffer mein:
<Der6) rifd?, ber fdjuej mit gulbem*) febeim
60 man mich bar 3nne erfycbt/}
Uymant febaben mum gefthiebt*
3m') Brebß werbe ich erhöhet fere,
3m fteinpoct tljun id? bie iviberfere.*)
ITieln vmblauff bureb bie swelff“*) seichen ift
3m swelfften11) tare ju aller frifu
[vjjL täfel J.]
5
!□
fuchtig, tugenbafftig mb flecht,
Weiß, friblich/ fftig1’) mb geredet,
(ßlmffalig, rvol gefielt mb1*) abenlicb, »
Schon, furnemig mb hniftcnrcich,
<Ein hubfeh, rofenlich angefiebb
2116 ob eß“) 311 lachen rcere“) geriebt.
pfert, falten mb febetfpil,
3agen mit hnntten treiben1*} fieI7> viL 00
dichter, febiffer mb ftubirer,
Üegiften, becretiftcn mb hoftrer,
3n18} bifett hingen geneyget fint,
jDie bo (int ganncs 3uyiterß Hnu
«) U«l"L<S.J) Kb". *) ") t.d5.+„nu
6) 4. <?, ) ü. <fi. „guttrni (,z0ntrm"[©.]"♦ „rnydit" Perripirrt auä „rrfnebt". ) cß.„3nnc bttn"1. *} Cdk
„btn Abfarc („abehrt"10) — „jwrliF". u) 4. iP. „3n sroAlff t/Jnr swoliF'icß.])". l*) ». ifl. -„firi0".
,g) B. iß. „vnb". u) B. iß. 4-„tViirc C'^rrr'7 ,fc) B. tö. — „wert". “) B. iß.
”) B.iß. „öc", ") B,iß,„3ß (w3u“[iß.r.
VI
0 SLUB
wir führen wissen.
http:-'d ig i tal. s I u b- d re sd e n .de/id4 8 09591 5 3 '89
|inc. pag, J’b:]
tHsirei, ter tritt planet vnt ftcrn,
pin id? gel?eifleit tmb cjom ^gertu
6ci0 vitO trutfen pin id? z>il
iTTit meiner crafft mere, tenn// id?’) wil*
Stvey 5«d?cn fein mein bewfer fdjon:1*)
Ser wiber vnt ter fcorpioiu
ttrig wirt mit wiberwerttige pein/)
So id? mit crafft ter 3nne werte fein,
mein erbobung Jn tem fteinpod? ift,
5m Brebß verliff id?°) crafft vnt lift,
Sie swelff seid?en td? turd? nare
3» cjweien taten ganncs tut gare.
[üflLfcftftl $.|
IQ
Stile mein geporn Fint
Sornig, mager, gepcüngfl> fint,
6<8tg, Brigifd? vnt7) mißl?eligz*)
Stelen, rauben nut’) iigen öic&
Bornen,1“) rnorben vnb") aUccseit triegen,
Sted?en, flauen in engften”) Erlegen«.
3r antlucä ift prawn, rait vnt fpic&
#in fdjarpf geftdH mit yofer wies,
(Lieht jene ein clahien part,
5r leip ift lannc? tmbM) ir bautt16) barth
Vnt watf mit fewer fol gcfd?cben,
£»w muffen mein Unter veriel;en//.
15
> Mcjom" P^rnptrrt aus ?4nJ-'. ’.i £•. cfk „mnn". *i B. „|m0 mir VTitcrMn'*; <5. „fint mir vnbrrian"; „fchon" forrißiert
au© „fcbcltt". £) i*. <B. haben Hefe Seile erft an nAdiftcr öreUc, fcaffir öic int •v'suöbiich folgende Seile $ an 7. Stelle.
vl b. (fk + „min [„mvn" (J5 Jp. •) ft. W. „geU^; . „geilifl'*; „flrle". 7) C. TO. <0. & - „vn^. •) .5. „mpffrlig".
j ft. UX t.r>. »j. „ntb". 10| ft. IV. „Aminen". u) ft. IV. cfS. — ^vnb". ”) G.YV. <0. flatt „in engften" „lernen".
,5i ft. W.6. „niiinö". u) ft. IV. (ß. &-„vni". “) „Mit" torrigkerr aus „baW'j ft. IV. „l?rnt>" J5. -j.,fbenöe-\
VII
fl SLUB
Wir führen Wissen.
http ://d ig ital.s I u b-d re sde n .de,'id4 8 09591 5 3/9 0
[inc.rflfl. lÄb:]
0<DI3 bie Sun« man miet) Veiffen1) foL
£cr nitttelft planer pin id) woL
Warm vnb trugen Ban id? fein,
natürlich ganncs mit meinem fctyein*
«Cer lern’) l;at mein# l;aup frei#,
jDor 3nn pin id? vaft beiß;
3Dod? tft gtaturnufr ftetiglid?
111 it feiner Feit wiber mtd).
lernet wert id) in bcm wiber/)
3n ter magef) falle id) tyerwiber/)
3n breyljunbcrt mb funflTnnbfedx^ig tagen
tllag id) mid; burd) bie seictycn trägem
3d? pin ghiglid), ebel vnb fein,
2llfo fint and? bie Hnbcr mein.
(Bele, weißgemengt, fd)on atigeftdif,
Wolgcbartt,7) weiß, dein bare geflidn,")
#iii feiften leip mit fd)arpffen t)imz")
lllittet augcn, ein groffe ftirm”)
Scitenfpil vnb fingen von niunb,
Wol elften vnb gr^ffcr Herren hint“)
Vor mittem rag bienent fie11) got vil,
jDar nad? leben fte/*) wie man wiL
StcinftofFen, fd^irrncn/1) ringens,
3n gewalt fic ginge» rill gcwynnen//.
[Vffl. Cafct IIJ
Ifl
’) e.W. <P« :> — *) 6* „nennen". ") ILYV. <P. „lec". •) 6-„ftcr". 6> H. W. (fr. „wrtfle"; t>. „wogen". •) fc.W.
„her ni^er"; cfr. „hemieber"; y. „>er weher". y. ,rWcl ßdwn". 8) CIV. V. <5. „getlidit". *) Jl.lV.». „autrm";
„oövtn"; (fr. rrn>c*Htn". 10) (fr. t. IV. B. „fHtnm". ”) yhfdir.: „fintt" vtrbrfftrt in „FAnt"» H. IV,(P. y.
„Fiindr'-'. **) £.iV.». „(y dienent"; (fr. „fw McneiiV*} y. „fte byucn". w) ft.W. B. „fy lebcnt"* (fr. „ftc lebint"; $. „ne
leben", “) (fr. „fdiiriTtcr'.
Vlll
0 SLUB
Wir führen wissen.
http: ’-'d ig i tal. s I u b- d re sd e n .de/id4 80959153/91
X)^enu6 ter fiitiffr planet fein,
6eyg id? vnb pin ter mynne fcbctm
Sendet tmb Fair pin leb mit crafft
natürlich, biet’ mit mdfterfdjaflrt1)
gwey berrfer feint mir vnttertan,
£er ftir, bie wage, ter inne id? bau
grclid? leben vnb lufteß viL
So mar# mit mir nit Prigen wiL
3n bem Web’) erbebe id? mich,
3n ter magt falle ich ffcberlid?.
3n einem iare vnb in einem tage")
SLaiiff4) id? bürd?') bie') seidjen tagen.0
Waß Pinter*) vntter mir gehören werten,
jDic ftnt froiieb bie aufif erben.*)
£in seit arm, bie annber seit reich,
3n mittelPeit10) ift in nymant”) gleid?.
^arpffen, lauten, fingen,1*) alle feytenfpil,
öoren fte gern vnb hinnen fein vil;
(Drgcin, pfeiffen vnb pufaunen/1)
Üanncsen, helfen, Puffen“) vnbM) rawmen.'*)
3r leip ift fd?on,”) ein bubfeben mimt,
Stngprawen gefug, ir antlucj riint,
VnPeufcb rmb ber mynne pflegen?/
Sein venuß Pint allwegen.
[P0!.tcifd|3.]
10
is
£0
’) (ß. tr?bl ale iDnicffthln-’) CJ.IV, 15.„ben vifdirn"; (P.,rben ftycbeit"; •j.,.6rn fvffcbHi". •) XL W,
CCC UiflCH ftmjF mit» facbjijr; tfk „3n CCCft U0en funff rnb (tdirjigF^; „Jn CCC ugen funi|f wib ftrfirjiP".
*) 4, XV, V. „fciirdi hiifp3 <R. „tiirtfi lauft'*; .XurcbUwFrf/. *) C. fl*. &- „burrfr. ’) C. W.(J5.4-„jTOclff
’) ötÄtt „taßen" haben d5.„bicf- ) ».©.„Hnb". •) Statt „bic auff erben" bat
w»nb iiiiflnib gerne«; (ß, „vnb fingim genw". ”) U. „miltifÄil"; tfk „imlrtPrit". u) „nirnian in"; Oh „nieman
ent**. xt) ö. <35. — „fingen"» Ig) B. (ß. „rrofunen". ll) S. „hiifcn halfen'1'; „hiffin 1#) V. <ß, — r,t»nb".
“) V>. „wnrii"; (.15. GErurffcblcrO „rinnen«, 1?) B. „büpfd?"; tfl. ,,bubif*'\
IX
[tnc. pog. Jöb:]
tlTCrcurtutf, feer planet cjarrt/)
pin’) id? vnfe tnad? wlnt weben harrt* *
Warm pin id? pey einem warmen ftern
Vnfe Ealt bey feem Paltten gern»
JDer") swiling vnfe feie maget fein
©int gefeeifFen feie bewfer mein;
JDar ein geen id? gar*) tugcntleicb,
©o inpiter nit cnirrct4) mid?»
ITTein erfrofeung ift in feer maßet,
3n feem vlfcp*) werfe id? vertaget»
sDnrd? feie jeidjen id) laufen tagen
3n fereytyunfeert vnfe7) vier miö fereifftg") tagen»
|veLtafd |ß.]
io
(ßetrcwe, bebennt ich gern lercnj
iliein Pint ftd? ju“) bubfcbdt feeren»
Wol gccsiret^ vnfe fear 311 weife,
Srembfee Ennft, fnbtH mit preife;
3r angeficbt ift rait“) vol”) vnfe plaicb,
JDer leib weiß, feie gellfeer waicb*“>
©ie fint wfel geirrt vnfe gut“) fcbreibcr,
(ftoltftniö, maler vnfe pilfefneifeer,
Orgeln machen vnfe orglecfeen fein,
manicber bannt fie liftig fein*
3r frcunt in wenig tnilflf14) fint,
Slrbeitfam fein Wlercuriuö feint*
15
l) „Cjarrt" forrigitri .nie B.— „C5«rtrt. *) B, iP,„ifaifü *) K <P..Xic". *) V. tfk-,-örtr".
•) B. (P. „irret". •) B. (B. „ßen vifditn [„frfchin" T) V. (B. - *) ». <P- wfe<±»3tfl ß^ecbcjtg" (iß.)]".
*) aor) «. B, iß. „ieren". “i ls) H.B.<ß.„vat |„iMk'yi(ß.)]\ '*) 1E. V, „ftin K*dir fiini
ßdlniarbar ivcxidr'; iß. „jfitt *5c<biYrnic flckiiar hxr weiche". u) H. B. iß. — „vu* flut". “) 4. B. <B. «bilüfl [„bilrng“(iß.)]".
ii
X
[tnc.pag. JOb:]
£vnaj) ber monat?) ber le^ft planet naß,
Öci0 id) vnb wnrcE bingp bie fein laß,
Halt vnb fernst mein WiircPHng") ift,
Natürlich, vnftet 311 aller trift.
j£er Prebö mein bawß befeffen Vat,
So mein figur bor JJnne ftar,
Vnb tuyiter tnicfy fd^awet an,
‘Mein 0 viele* id; getvurdcn Pan*
Erlebet werbe id? in dein ftir,
3m fPorpz’oÄ valle idf) nibcr fd)ir.
I)ie 3Wdff 3dd)en id? burdjgang
3n Sibenvnbc3wcnc3ig tagen lang*
JDcr (lerne wurden geet bnrcb mid>,
3d) pin vnftet vnd") wimberlidp*
Ütein1) Pint man Panin") gemeinen tan,
Etymant fein ftc gerne’) vnttertane»
3r antlius1*) ift plaid? vnd runt;
23rawn") graufani sene, ein bieten munt*
Vbcrfidnig, fd)clc, einen engen ganndp
(Bern bcfferttig,1*) treg, der leib ifiu) nit lancP»
Heuffer, gaudler, fifd?cr, niarnep,
üarnfcbnler, vogler, nialcr") padcr
Vnb waö mit waficr ficb crncrt,
?Dein’*)i(t beö monatö*’) fdjcin befcberu
[rgl, lafrl If.]
5
1U
Iß
) 4. ö. <S» „ftX'TM''. *) >!.. 1\ tß.„rnon |„>incnc" s) U. 15. „rviirFeii"; tß. *) „Kein" ferrigkrt anö ^it".
*) «L V. 4- ^ber*. *) H. B. <&. - •) ILB, J5, tTiinrr [»niynrr«•) ft. B, <5. »Pfthtea
•) LB. „fr gern faib"; tp,„fit gcritt fint*. 10) (0.„mtgcftfb:-. ”) ft.B. <0. „®rfin [„<Brtn*(<0.)]'. ««) ft. B. „mun**.
“) Cl\c5,„b?frig*. M) C.l\u>. - „tft*, t.B.©.„mullrr rn4«trÄ{©.)]^ w) ILB.d5> jDen' lJ)
XI
Lincpaß.iO*:] WOH/ft gttraltgL [vpt.Caicl 34.J
X7yni t^”3 ]ün [roten l>ctfus’ Viib tnoßlicbelin traut vnd worn. thu cß3n rinei» VTiiivcn bafeit onb
güten weißen wem dar über, feubt in Ö03 brittcil 3'**i. Cring co r.Uen tag einen guten truncf, @0 heilet
fit Doj?3nnen bei- aiiß» Ulan nvniwpr auch »ii cym wont tränet Aynflaw, ©anictcl, rtunttetgrun, byp?
tongon, 2>vuoß, Awalwurtj and ein baut faul, grüß i meß reine bar an mb einen andern bafen bar
aujf ItfTD’i’riD LVn*ut‘re^ 3ß c* ü^fV* die ivonbe folglich iß mb nit genefen fcl, Ao blppt der
tränet 111t by 3in küßt S“ &er wonbezr brr auß,
3tenh fo fimß ein ivonbr heilen mit, Ao grüß fit nöl lyn 61s vnb nym polum, drin geribrn
mb bmid> vnb mad) ein plaßer t»ar von, leig es 3nt bar über. 3ß a^fr wonbe £111 id), fo nvm
Hauff iv^rg vnb cyee weiß, leig ee auff bie wonde £ bannt? bas plaßer, Ao jeubt re die eine her 10
auß. Afet aber dir wonbe off dem boupt, benden ober fußen, Ao nvm das vorgena/zt p laßer nit.
Vub fchüt fev doch vol olcyß, fo nvm weiß bart? viib mgcavbeit wachs, mach em plaßrr bar non.
l&ae pla|tcr iß ut allen wonben gütt ubrr $u leigen, llyni tvcipeu mel, frucht es enn?enicb mit falls
ivaffer. Chu dar in en wenid) bonicb, poluni armenum vnd baztj.
(ßcbrOCbdl gelibcr, i^ir h-ump fmt geheilt mb ntdn recht gefebient mcren, rviber innb riditrw. ifi
Hyin [iunfcfraubonig], ITIacb es ivarm 011 ßrben und fetvc iveifien inel bar 3m*; bas es
wert als ein latwerge. ban geuß dar ui ein rvtnicb [lein ole]; bar m gtbrift (tc wol febmerfetibt
rofen onb rofen orl1) mb auch bolum arinenuz??. dae ßrcidi vff ein böd\ Alacb es omb ben bnidi oder
beyn. Jnn J4 lagen wert bas dein alfo iveicb, bas bu cs richten madiß; banz» fcbicti es von ncuivcnu
/£111 plilftCT 3Ü fllte/z fdhXbiV/* I7rm bas mtz/g von evmc rinde auf» dem bunberßen fd>encfel, so
XTcuive ivabß; baris, bir|cbai rnfd>lttt, merbern buttem, tbü es mber einanbermb inad) cs ein ivenid)
warm und feroe rvpraueb bar mber.
JDäf* bir ein xvonb fanflft heilt; cBip 3m njnPK "ip [aerber lxr]aut in etwas jfi elfen, tflan fagt,
wer 30 Pinen fern nympt mb leigt fic über nacht 3»n <*•* wafftr, cs wfirt fdileimid}. 2*o mit wafd>
die wenden. *5
Jjleifd? £*6tC1b t7vm traibafcbeii, Rebafdjtnn, buchen mbbonafdien,cak«,mt>iF0x»ane?3c0^9 *ott»
dar ju gehört bry meß waffers. laiß ften 5 rag vnd riirc cs ye rnibrr einander, bannwgeußs cs ab vnd
’) •Jrtiibfdirift: „ncl* Porrißicrt in „otl*.
XII
8 SLUB
Wir führen Wissen,
http: ’,-’d igital.slub-dresden.de/id480959153,^9 5
•] fetib cs halber in. Staniur laiß cs über ßen gcuallcn, fey re bürd’» ein cüd> mb feub es aber halbe»
in et ftvüa. roan bu ba mit opzziem rollt, |o mad) cm prylin oon calro viiw vnö mit bem roaßtr»
131ÜT ViTftCllCH. llynr cm ftott euch, prmn becj, yu pulfcr, ferne cs in bie roonben* (Dbtr nym
ifspcn rinbm, pttlewrä>ry, tbfi es 3m Jn bie roonbrn. Ober nym walt roorn, prtnna ein roafler
baroon; bas roaffer iß güt,
^ill |tülßrtllß, iDer nit |cbabc iß brr nahirr; in1) X ober in Xij folt/ZZoztcm bc ^K[abß}ntco, bii
pe 3nn einwr gßtcn wein in cm glaß, loß ße über nad?t bar 3nn ligen verbeut, ürmd re baw
nach, roanner bir es eben iß. 16s tript alle mfuberfeic oen bir one fcbabm.
purgdr/o fine cura. Hym fmit /, lot, y^p-mr [freertelroorj] roortycln als tyn miß’, gip re
3m nüchtern 3nn ryner prü. io
ÖilflIVpe/? sDutbeiiebKt’MS, gcnomcn ein lot an bem morgen J11” einer rnveiß prüg ober 3nn
rocin, t»nb vicqtunt barauff nßdxern, biß bie ßul tarnen, bas macht 8 ober 0 ßulgengt mb iß
brzt 3ungtn mb alten luten güt fommer mb rointerß mb befonbrr wer alt mattrrg mögen
beit. So bu in bey morgens ncnicn roilt, So tring bry obenty r»or, £ bu mber geft, ’i» glaf vel
fyropprn oyolarum. 15
?Dya fenUr (ßenemcit in ein«' prfi, ficw/ iam ÖKttrni eß, fae/7 5 ober 6 ßnl gengr vß cincjo; brr
über fruchtig iß furniere mb nunterß, bo gehört auch bc? obnit? fyntp ciohru/z^
jEyd ß(Trtbißt**! I lorr macht 5 ober b ßülgcng; iß güt bem, brr rin inagen hat, ber aljyt über
fid) tciicbt, bo fon bic bcupt wc Fcmczr. Srnip ryolarum iß feudn nnb ßereft bas brrn mb
iß fcmmero mb rouirtrrß gut. Syrup rofaruw btr trurft mb Pülcr bas bett? mb iß bre fommas so
nutjer bann/? rin romtter.
jtem, roan ir nit Jim bie apotecFen Fomen mogent nod'i bem fyruppnTn, fo niadi bifr trand*
als bernad) gefebriben ßott. fletnpt 2 lott prterlin fomrn, »encfel, Firmungen ana 2 lot, bönt
bas jäfdtnÄten in f/i mbß roaßers, loß es ßeben, bas rin mof bar auß roiirtr. 3ß er biaig^z
natur, fo ni/H */. libzöJ» juders bar mber mb tcß cs auch bar in ßbm. 3ß rr aber Falter natur, g-,
fo ncwuDpt eine/? oicrbcn teil bomg.
,-)ll VClftCll ITtCllfdje// VTym ein lot miß, Z lot fenit, l tot palipobij, 2 lot turbvt, ein lot 3n0cw«»
bas ßcß vnber einander 5 lot »BcFcr, fo ir niber genr bünt, bas juefrr bar mber; fo nempt fin
ein lott, macht 5 ober 0 ßülgrng gar fdnfft. bar ?ü burjff ir fein frrup.
iTtaßcr machen» M
lllad) ein lattwerg, tlym 2 lotö'JPT[p»»t]r 1 lot?ymmciit rinben, Z lot |”üTpm[rorinßcin], ifin cd?tmoße
*) «in* foll TOO^l t»eipkn „nym**
XIII
(mc.pag.z/a:] völliges; feub bas »Sonig vnb verfcbaum re mib tbü baim/7 bie frautorbar in vnb mad> rin lattverg
bar von vnb gip es 3m bej obenß vnb bei morgens \ü efen; man er fin nie mtr frühen mach, fo
iirm bie beniocb gefebriben pulvis* vnb fbe es off ein gebeigt bcott vnb gip es Jin aud) Öes morgens
vnb Öcj obrmj ui efen.— 3fem 6 Hot trapr [feint], 0 lott juchr, 1 lot iqnn/wfrvnbcn, 1 lott öil|omcw,
J lott tvriß Toniznd, I lot petirfilieii fomm, lMot mufebgate», *Mot neglin, *ii löt jngtvrr. ife fpreebent ß
ettlidv bei* ein 3X?3V1 [gebran |tcu ivin nrm///pt vnb fetj in J4 tag in einen heifenn nnft vnb tri tieft bar
von, rr Litt ben meiifdicn nie fcifl ivtrben.
jtc/z?, wann ir ftul nvin/f/pr, @o trinrft nie lau lern wem. mi|l in ivott mit träger mb rfent auch
nit ui vil bar auf, tf rvurb ud> anders hymrricz? 3m tybe.
3»m, ivan öd? bundet, bas iidt bie gliber fdnver vnb emeebtid) weites» rverbes» von ben fälgengen, in
fo nempt Jm fommiz |’/s qrvmtin niabaritate vnb qfent cs bre morgens in rrcins» ju tribm vnb |a|l
4 |hint bar auf, bas jtugt bie gift vß bni gliöcrn.
Pcrftorfuiig. Ao 3r nft jeuil ßulgeng betten, fo nempt ein Hm vnb fult bas mir eyes buttern
vnb 0oft bar vnbw gall oppfel vnb l/i lot tvabs, fctibt bas bun vnb rrinrft bie prii, bisr fiopL
£in anderst tlempt ein cv, fd>lagt bas an berfpHrn mifT vnb bunt ba? roriß bar auß vnb nempt 1."
ein mufd)gatt miß, fdmevbc bie 7l,,n CF* Hurt bie vnber einander, Üc-fi bas er bans» hett proteii,
rfjimt bas, fo ir beifleß mogenh tlTacbcnt ud) ber eyer fo vil, fo ir 3r nieffen mogent, (Tbens vnb
morgens; brinefent nit bar anff in gutter jyr.
IVil es hieb 3e nit helfcnn, fo trinct iffpdi bar auf, bcdi nit jüuil auf ein mol; bruirf befer
öfter* Otcm roami alle ttrfloppfimg nidjt belfern wolleiit, fo nym ein? borfe lebern, prot die vnb so
efent fte auf» tf[id>.
KßCft <Bk märten vnb liehen oft 31,TI waffer vnb gip 3in bem wafer ju tnndem
<Dber nym '£in fplpülD [futlnttn] jit puhter ober fdincvö fit dein vnb ben rattern von cym ifv, Ihn Jim
3n ein fcbuflel, febe bas pulfer bar 3’11’, Hym rin jicgelfein, mad) Jnii warm vnb grüß von bem
buttern vnb pulrrs* 5 Fucblin bar auf vn/laiß bacfenn vnb rfe fev bej morgens vnb bej obtnt} 2.'.
ander 3 hiddm; bas tßfl jtven tag, ts ftoß jid) vub hilft cne ju'ifdl
I7yrn ber deinen Hrttni mit haut vnb rvorßlen, brenn wafer bar von, ivorin bas
rcafev vnb öunrf bie bauweln bar Jini, leig es auf ben fd?aben vnb ivorm rin tfinftlüd>rud% leg
es rin aud) bar auf. cDbri nym rin ys“nw [ingivcrK], fdnicyt bie fdialn ab, leig fie vf bif Fein vnb
loß fie gluegen, 17ym vnb reib fk bann/» vf eyme rcibfeiii mit bäum oll, bas ftrid) of bie ivart^eln. so
XIV
tl SLUB
Wir führen Wissen,
http:'•'d ig ital.s I u b-d re sde n ,de/id4 80959153/97
[iiw. pafl. 5.7 b;
bie obere 'SAlftt
twScüe LftfreL]
Hopff fe^cti. 21 uicrnrra1) Öpricbtt das topf fetjcn Hrinigct vil me feie <&aut br? menfd>en, bamw
obmin läiftem Tiber bie topf jiebcn bas rein gut geplürr oil mer auji, bann/? obren laifien. iDarumb
menfdjen, bie fubteil gflt grplütr haben t, den ift aud) nit nüt^ topf fetjeim. — Jitrin topf fernen rnbni
am fyiut i|i gut ju den jenen, ul der feien onb ift gut dem antltg pnb Heiniget bo; hrni/?, boupt
pnb tymtbadeim. — 3tem Mpf fetjen rem am libt ift nit gut, wen bie fynnt des menfdwi roerbrn
bar bind'» perfeimbert, — 3frm topf fetjen porn an btynrz? ober den tnven ift güt für bie gcfd^trulft
mb gefror br dem gemeebt als fdMicr. — 3tem fopf fegtnn btinbrn rf den fdntltem ift nit frr gurt,
wir ivol bie baut bar burd) gcreiniget ttpurt, wann es priugt^nn dem menftyrn pevgeftlidvit, wann/?
bo binden Jim boupt lytt feej mrnfdnm gebcdtrnifte, — Jjttm tSpf feftenn auf ben arft baden ift
gut pnb bringt gefunrbrit btr gefdnver vnd ift gör för Jurfex? und rufee rnb für bas potengramm
011b für bie bofni ftufi bej rüden vnd ift aud> g«tt för bie bofen tvinbe bei ptefen. — Otem topf
feigen uttber bem arftbad*enn ift gut pnb jeudit 314 Jfr alle uirreiniftytt poii brm ganzen licbitam
pnb ift gutt bem/w 3nngen?ribr, pnb ber gant? Itp nmrt bar burd) gelud)tigeh 3ccm PSpf fenei:
ift nit güt, fo der men neunte ober alt ift :c, Amtbev ymt mittel der nionat^ ift cs am beften, @0
bie frudnigteit 3m übe pf fdwrlgt pnb 311 nymevpt, nach brm alle feud?tifeit beybe 3« menfebm
vnb tbicni ;u nemcitt, fo ber mon 311 nymzupr. — 3tnn topf fetsmn ift aud? am tag 311 i ober
3 oren am aller beftenn.
’) 0 ÖSO 7 I05;; einer ber berühintciten arabKchcn »IriilotcliFer ttnb &r&te im (Trient, tfr febriet» unter an&ertm ein
grageo tnesijinifibco Wert „Canon rnrNrinae", icte ^abrliimOene lang and» im Ubenblanbe im bJdi|irn tfnfebcn fcnb.
[Int. pag.
frie obere y&i'tr
JcrdrirrilMrci-J
(LOttfttVß pcftilciicfam» t7ym fumus tem, geuß gepßmolcfrnn pn'ig bar über« Stoß ßeii prr $
btee, geiß et? eben abe, bifWZsra mit rauten ober anbei gut gebrurt videficet ab potanbwn. Ober
nym bebend, meifitnvurQ, ttrptntilla, bla Ivlvcn rvortj, weiß Jugtber vnb al|o ril iiikw muß, als btj
alles iß; ^u\verisiersf gips mit gutem ivryrm.
plafter»
I7ym canraribee 2 lot, K’Dlü [hitia] 1 pattem1), temperiere mit rfikbj fac, vt fc/Jt, rirn a*Ci11
\'^upe/nf nmOung 3 <Pber iiym einezi glcfcn bafen, tu ein balp mof< efficb bar^inih x'» libraz^
fcbtlfrauc mit vpunjeln tuiball, berf e$ j.ü emb feub es halber ’jn, Xu baß Jraur ivibcr auß^ Jetibt bie
prüg bau mir tim löffel mit bonige, grp 3m bar von jn tivnFeuii/j.
‘Xliub.
tTym bvantlatticb ber murmeln vnb nym 5 acfdi?, bu Jim ein [jroibeln] vnb bret fit; tntrf
bas fa|f bar auß tmb temperiere mit beim wurzeln vnb gips ^m ju eflenm
Über „J partem* frebt in bar öanbfcbrifr lot*.
XVI
:] (Dfcern foffeil. mann fol Obern loffenn für die peftiletttj; reifte, daß das göt ift end bilffr fere. Wem
fit reerbeit ann dem boupr oder hälfe, brr fol laiffen bie boupt obcm an der rechten bant. Wem
fte reurr an den beynen ober of bett fcbültem, fo Io ft auff der rechte* bant dir imlß obcni. -
Wem fte reerbent am hälfe ober an dem boupr, brr fol laiflen bie boupr Odern an beiden tauincii.
— Wem ftc werben am lyncfm arm, ber loft die inyitj obcni am lainlofen Dinger vnb bcmzw
myttdfteu an brr fclbctt frrtm. — Wem ftc werben an den bcigtrüfni, an der rechten feiten obre
an beme beyne, ber fol laiffen die fraureen Odern Jnroenbig am ffift. — Wem fte werben vff
bem bergen ober oftwenbidi auff bew niet, fo lauf die hing obcni an beiden fiiftcu. — Vnb das
ober loftitn fol geefdteen, £ dann* brr menfd? gefdjloyff in bem gebrechen. — Wem fte reerbent
auff bem ruef, der fol laiffen bir ober, die auff bie groß 3r gett, vnb wer bo flofft, er man 3me
iaiftr, den bilffr cts nit; ju reeUkber jytt eg ben nieiifcben an Fompt, ber fol ftcb buten vor floffen.
1^011 bem ftcplllt. Jft baß gepißt, baß bu von bir laifteft, als rin fdiaum, fo ift bir irre by
brntr prüft. — 3ft eß plo, fo ift dir irre by bem itipl#. — Jft es grün, fo ift bir irre tag by
dem brrtjrn. 30 « fc ift bir n?ee by ber Icbrrn. — 30 eß bart vnb fd>n?artj, fo baftu es
311 lang verhalten. — 7*0 C9 10,1 pnh hart eine* febreargen rind’1), t**c cab/ws. 3ft es bart
vnb fdjtvartj rnb bat einen toben rrnrf, fo baftu das gcfücbt. — 30 hart vnb bat vil reaflere,
Örj'ig/zot febreß. — 30 ‘»ber daß reaftcr wider bem plßr, fo biftu reafter fftebrig. — 3 fern ift baß
plut rot vnb bart em reenich reafferß, befig/;ac faz/itaftm--------------3ft re aber hinge* färb ftc*/ aquo,
|ig/;öi mortem, jft baß plut rott, grün, plo vnb ein teil grftalt als hingen färb, brr ftirpt F11/13;
ifi anders, baß Fein rvaftcr bar auff febreept. — 30 e9 fcbarlad? vnb bar auff tvaffer,
ftgatfr fa/ii/ate/zt. — *Sarr daß plut em reifte baue vnb hort einw frauweit 311, die bat rrm plümen
3m» ber jyt; ift bar airff mafttr vnb rcer eins manft, ftgn//7ratt morrcza. — Jft baß plftt fdiwarn
je mol rnb ift einer frauxven, bie mit eyme Finde gett, ftgaat mortem. — Jft ber fraureen plut
rott vnb auch rcbelich troppfen, dir gett mit eyme Finde. — 3ft ha? Fint ein Fnab, fo ift bae
plfit rott rnb off bem plütt pliben 2. rr£pflin wafter ften atijf einer feiten; bas Fan man nit reol
gtprüfen, barniz? nod> ber balbrnn jytr. — 30 haß geptütt als hingen, daß bebütt ben büßen
ober hingen ree. 30 has reafters me bamiz? bej plßft, der felbe menfeb bait ben ftein. <iar beß
menfdw geplüt ein lauter baut, fo ift 3m bie feuebt gefallen jrcufeben feil vnb flcifdi.
CottttA LiXptbrm I1T vcficu Ct in reno» tlym 2 ]?arfes prrerlin fomeii, | teil [bibcncl],
V,,rü X ]Ot [fend)elf0111 en 1 teil], cm teil langen pfeffer, piilirrZv?/^, vnb roigs, nym an gereicht
’/• ab vil pftrfid? Fermim, pulivr/k/e?r to/t/m in ftzwi/l; da» meufeb, bas damit? den ftem bart,
baß erft ef|cn, bas ma/?3m fliptt bet tnorgeas, nea cura br dn maagarc, fo nym des pulvrrvbav auft'
vngcferlidi, ab ob bu cs fallen ivoheft. baß tbü vff ein biflrn l ober s etc; er barff bar 311 uit baden.
Xiiopf VCTtfibCTL nym □DRTHÜX2 [batßroamm] m*), bie Fomlin jn »’» habe/?, pren cs je pulrfr
to/f/m vnb gip es 3rtt trindren obentj, morgens nüchtern ye cm reemdi als ein eycblin in
eym loffd, boj er 3 fto [ftunr?] barauff faft 3« !4 diebies.
J) •janbfcbrifi: „ruef" vrrbenrn in „rind’". rin ,,m" biicdifltiYridirti.
XVH
?nillb C)pisCOpi(Ö cifttÖHKzi’*’) I7u meid: fo der menfcb Öen ßcin fr groß mtb fr hart hetf, fr
frl er baden 3nn eym waffer badet. 6ol neme// J leit p'rrüD [pctcrftlgcn fr]mcn, J loir
ptttrlin wurzeln, I ter pt [fencbcl frm en] frm«w, 6 loir [bibettd], J lot tydjem, 3 lott
laiißö pfefferß» |3 leit pßrßcb hm; lotß ßc bum werben, mad)& ju puliw. ber menfd? frl uff bett
oben'b] haben em ßunb ober lenger, dann// pngeffen auß bem bad an bas bet gen; md gip J’11 bas
pul iw fr groß als rin *.'» welfrb nuß nut oflaben, dimd fie ym jn roeynn mb fcblacb bas pul iw bar
in, gip es ym ju fcblmbew, cs fit bet ßcin in leiibe/t, 3» ber feiten ober in ber plojcm er pricbr, pnb
gttt fanfft pon ym.
Contra febre& tiym * loit biobtlaucbs, l leit ‘lösyDm’j [langpeffer], 2 leit nymb [lerbre],
PuIiw&ot, geuß bar an auff ein palet pyrß, frtj jum feityr, loß halber Jn ßcbcn, loß geuaUcz», feyg
bat, lauter ab, loß cs über naebt ßon viib auff 3 ßimt vor tag fr laiß ein roenid) mylcb war«/ werben
pnb gip cs ym ju trinden pnb von ßimt rhu rin tueb Jn cm falt waffer mb f lad) cs vm rmb den
half? pnb ein gcpcit brot für den monr mb wvber nyber geleit pnb ju geöerft, bas er|d)wiß; bas tbun
» morgen« ber trand iß herb; bas itjt gezrozz/ puhw gehört ju einem trang, bu macht ber3) pulfer
eil machen pff rin mol pnb bod> ym ju ci/iem trand geben# als ob gefebrtben ßott.
(Db ein menfd? eilt,VI//t wer, Hym falt langen pnb y1?« DX2 [bam ole]; bas wafler lofebt fere.
bar über geleit ober VTym picit wegrid} frm pnb roclfd) miß aiw, I lot ivrrmtit frm Pnb rüden
profera pnb bm» acbteil cfrd\ trnipe?«>re rnber einander, bas bu dm effteb nit mer fiebft; tn cs
5ivufd>en jwey tiidter end leig es auff ben fdjaben.
gen waffer» llym ein V« acbceit eflicb, bonicb, als cm ey, ahm, als rin tvr!fd> miß.
jDie r6t xniber den augezj« riym p5*»X [aid>cn], mifpel fpon pnb gcißmücb mb öißellierß mit
dem ivaffer. ivafd? bid> offt pnber den äugen nub gee Jmie batt, Actj topf binden auf btm nid,
ßvid) bas gcpllir onber den äugen binber |td).
öligen Wrtffer. VIym I qv/n/m campbevy ’l« quintin frl arznoözizcwzzz, tutia, calitjenßcin, ncglin, jyment
tynbm, mufebgat plüt, Jngrctr, piuröl ano ’n lot, »f« meß ntalmaßers, beiß 3nn eym verded’tew bafen
3 tag rnd feubs J/i im baj bint ju pferbÄ», die fei ober fuß bofe augctf ober gcßedjt betten; ju Öem
menfeben mynneres mit dem fal armo/j/tfct/zn, pittr/o/et^ IDaß rebwaffer iß gut ju den äugen, wamiz?
ee dißelicrt iß 3nM frmie/?, ober fdwltauit maffci.
Vor bklb gilt waffer tTym hatiß wuro, ivabß, baz-n vnd gilben eßid>, ßoß ui famzwtn, leig ce
vff den febabefl, laiß rin tag bar auff hgen. Ao bu cs ab nympfl, febe poluzu armemim bar in ober
nym bas grün meß ron den boten bcinerz vnd ferne cs bar in.
*) Über „riftrbcTtus1' frebt: „cowt/'a lay/bez»*, *) Hadi «bee* ift „waffer* bunh|je|Yrkbnu
’flb:] (BrniCdrt WCC. mir px^X [alaim] roaflcr, bas letvc fty, rvafcbe ym vnb leig ein naff büdMm von bem
wajfrr dar über; roa/mn rs beßetr, bauten 511 werden, fo bil|f Jin fuß mit fd?mah ober gefd^abera täd?*
I?or Oie flefwolft tlrm honigh, loß es lewe werden vnb febwe tftfK [ars 11s] tum dar in, das es
tvurt ate ein latroerg, auch nit birf; fhicbs auff ein nid? vnb leig 3»n darüber bej rage eins vnb Örj
na ebn ein anberß vnb fprend? ym auch rofen waßer; cs ußu/// ift dar in. 5
T^Ol dilt Firpf» 17rm t JVüTip |Froten] vnb 2 Fiep? viic/prrn bao ju pul 11 er in cyiri bafen, ferne bas
pulrerin den preßen, wefd) den preßen al rot gen mit fynci eigen prunnot, bar 3»» vittrMum romu/zw/w
in gefetren fp. ff'ae iß bei beiciogcn non Hutbringez» ßuet, bo in fuß mit nidn gehdffew hmt*/».
4Eil1 pulfer jfi fule« roonbezk Hrm weiße/» gali^en mib pK^X [alaun], cakiniero auff eyme heißen
cyfni, worff cs Jm 3n bie ivonben; es leß Fein faul ßcifd) roaebfm mtd bot bie ßßdn. 10
5uni maßetk Ob einer idrt bSfes 3m magen beit, @0 nym ein p3»*| [riben] mtb hol ße mirtcz» vnb thu
hflt Bilder bar Jnn vnb geplanten weyn vnb beet cs wider ju vnb bxott ßc vnb eß ßc, wann bu
flößen teilt gönn.
21 q Ult Vir tut ZS* Hym ein balp moß gfih geprann reine, Xbu die nach benantrz» Praiitter bar 3m»,
$erqrcctfd> ße vnb laiß ßc ßen 14 tag mir eim beißen verbeeft: tTiufchgart miß ober mufebgat plött, ir.
ncglin, paviß fornner, lingnu/zz aloco and I qw//»/Zzr, galganum, $itrear* cubobcit, 3,,0upc*7 carbamomi
and 1 qw/7;Z/7z, Z lot jymt/mt rinbrzr. bß barjft l lott grüner falberen plctier, 1 lot yspon, i lot pow/nn
citri vnb btß///?//T.
litrdtiUU///* Vtym pulpa colequi/ibibe, cfule, miferiain, fyrz//»»//»/ anabuli, cocomity ana 5
I et ßrcci; ]\n//>um fem/m« laiiieoli, mirti nigri, alots ana I; rercantcv-er tribulentwcr conßciantur 20
cum fucco corianbri vir/bie er inz» ferenterr po/'d/um, qi/dzZ tcnca/z/r in ma/hb/re etc. folucre oburaru
mateziarz/z» bigeßart/m miralv/Z/er lajat, purgar etc cölcrazw er alia mala acc/VrnZ/a.
PoX/ZZ// ttOCißc* t *rm lauba/zi oncrew | et ll« alipte nntseate, ] I gälte mwrare, f ’i1« ßorrax calas
mite, f I lig/z/zm aloes, 5 [fcrupulum] I eaeiefo/,; macre ano } [ßriipulum] pul irrem fzzbrzd^/c
tezpp//ri/ze f 3; man fd bas in machen in eim ivarmen morfel und auch ein nparmew ßeinpfcl. a&
XUub* ’iXeci/re lignuzu aloce, XTiirre, ftorar edamite ano } cdofonie et lauba/zi ana f pJ., gaüe mz/ss
cotc 3, 5 grana lauva fanbaracc caviofo/i 5 j1/.« cum rrrpenrina ut pnus,
2CliUb« Cimia/ze libramf miuzw gra/»nw gtinipei, quarr. J rofartzzn, mic/s, mtzjrati,
dibanuzo 5 iij atia; in mad) es mit ein reenich trrpcncyz». iT'ii macht in corpfrirn mit ft0rar liqzz/be
vnb terpezuin; ßorap liqwbe iß befler. so
XIX
Wir führen Wiisen,
http :.7d ig it a I. s I u b -d re sde n. d e/i d4 8 09 591 5 3.; 10 2
[tnc. isig«30rt:] Cßltbclß» 1\ec/pe bcinfu, fxorvari, timiana, c4i7ö/ö//7\xb« ponbij 5 4; xhue, rofe ftcci, floß, fpicca, fan balz'
cocc/nif colony lign/mi aloes ano pönbuj 4er [^uatucr] 4; bytec©, gkifja, dnamemi em# ponbvs 6 4.
piilivzizrj/jvr to/wzw cou fmml et fiat pafta eua/guzntne rzpganti rr aqua rofaip/n et be carbone falic/k
911hl pV/Ä filhU Ifac/pa lanbancmi j 4, (terrae | |, mußws gezm/ni I, fanbalvm f V«, albafor J •(.,
biiioß ponbtrt 0 4» rofe fi«e 1 4/ tur/k 0 4, timiana f Z. ba carbonrw et gu/nwr ficiz/ fupzzms; fac
canbcla© et inccmfiturf iDaAzz et bifugivefr/z. fi non bz’tie? een burrntaz, pona/wz a/fus bc carbonibvj.
Plllllib bC CipCTIL Vceczpe bc© mcßigee, bat? an ben paumezr n?ech|t ober auff bem ßcin, Haß w
von Jm felber tburre werben; bann nvzo guzrnnv tragantwn; vnb Äöftnwafler, tempmero, floß ba©
moßteb jiu pulltet vnb teß gen pzz crebrizzw rnb temperier® burdxin mit dem gurami waflzz, in ad) c*
ah einen Füdien, leig ee auff rvfrn trat alfi auff einen wintofm vnb ein tueb bar über mib laiß
ben raud> von ben Fernen bar 3nn grnn/z. 2?at? pulfei rbu jn ein waffez, fo bu gewant gcivc|cbni
haft, vnb jruebs burd) bat? tvafier; e? reud)t fere ivol.
pro 1Y//6T tlZZ.s/^r. tTyni cerafa et Qiimr/tt arabica rr glimme tragantu/n; plt/s cap/tuf be
ßii/z/zzze arabice qwz» rragancnzzi in onmibzzj paftzs. fac paflazn cuza illns1) et aqt/o.
2llia et fllia. Vfym laubaxttfin j 3r |krari ? 1 timia/n | cinz/ün/aw/ ponbw^ 5 4/ car/ofo/ji
3 4/ fpkfl naibi 4 4/ rofn-j J 4» pifte/nr beeil«? m mortazio; et fac pafluz»1 ciizw giiw/ne ara^Zca et
rraganr/, btflempeza am; aqua rofarez/n. viö tenrz«’ paftae wolle, y\ec//>e felia frifca bc raulc, et
ungenrz/r cux» oleo;et niitta/w fupzrpo,la/n er lige/z/z intezs prr jztanu#? et pant/J bebetmobiamj
balnearuiD« qvanefo cie laboraze, vnge manitf cun? olco>
!TItXtCO/l£ZW pro IllUftO* "Wec/pe gu/?/rna fenapij et piftc/r/z et gencianazn ficcajz7 ^w\verizatam et
rofaj? pulwz/za<tfs ana f 3 et iapitux fangwie tuxtisaimgue animal rccernZs et nnnafwzcurw aqua
rofarzrn/ et mobkum faffrano et caimfofj/ ’ J. pulp^ratftor ro/mn et mijrteafi/z in |mml et facta
rnutiow pona4/z mobiairw be ©Ito ftnifjim© oliiiarim;. pest moburn brficca ab fole/w ud ab pnibra,
et ninipcA/z inttfr manzM, fkn/ vibißi, et pona/izz intiw vefican?.
Vl^illiii Crwträ fltit/Z?* Viet'/pe olcurn tnenbule bulcc et ainaze et be pigwebine re|aculor^n? cafloriuzw
rr be pigivebint ivulmrw, illub tc/znn mittag in ageHnm fiiper igntrn uel cinezibzKS calibie et {bringt
pestea er pzz pamiim? nitrrav in altizajsa cr/w fi©le bt Ctra noua er lm | primam] matez/tfin ftc foctaza
1P tr/izc non fluit ita» et |° [prima] cera brbet rj/c cokrata crocea; pu/?ea capia© bc vua paßerüv et
k pciiiinti/z in aqua caliba et pc/ku pißen/pz, et fac ec/öw ccrani ]icut per pazzmmz foitezw et !“*
[primamj pignwÄnen; mittag ab pr/7wznn opnj. po/?ea mittag ro/wm m ßaml in comit bouit? incibc
et fac teiam intaf be ne/7*At algalia er duba© cum calio conni iiz4 inftrumriito bzn^ et mitta© fnb
finio p«?z |4 bim.
Sfiff tll^d)ClL Recjpe l libzos waibafdten, J libzem/ cakzs oirw,
auff 3f0l‘d)s libz<m; geben ein mof tvaßero vnb 511 3 libz/y I libro/n vnflini. rtlicb tönt
») 0«nbf(brtft (illiusl.
Lilie, pftf. 50 b:]
bar Jnn ein güttril erbte md vnb reriflen bunbeß mi|l, bae befd)id>t baruzwb, bas fte bdbezf
bid ttmi't vnb fie Jim bi« formme gießen mag.
5inigfraiiwezz feiff. IW/yte red riccbrnbe enxtter ficx/Z byreos, calamis, labba/n/m; fpica narbi
mad)|hi auch nemew. ma« fol ts aber floflen mb m cffld? leigen l ober ,5 tag, ye Irriger ye
bc|fcr; bcn eflid) bcn bcffilicv per rilrraxn tmb giqfcn bcn effid> 311 ber rednen fruffrn Lingen &
pnb ficbe ,n’f febeffe// vnfdjlitr.
2lHa Ct fl'llft. H^itec&yrfchen feiftfott vnb laugcmi, gemacht vozz cdcevtiw vnb dnerrtws d&ve//otisf
ficbt bas friff vor, alfo bas es re eich reurt, vnr/febiitt cs baim/j ,j,,n bie laug ! por/em bc groflo ei
4 pnrZeff be leyia. parta rür es red onb fen 3nn bie fornie pw 40 bk$ llri plus pnb alle rag rür?;
qi/audo ficcari/A, mittag inri/s bc alia laria, bk nit fo fiard? fic, pnb rür ee oft vnb auf bas Iccbp bu io
pil fenfrer laugen bar^nn pnb reibe bie’) feuf jreufdicn ben bnibcn rechte reol, ÖO reurt fic planet,
bep fr bau vfer bem reaffer pnb thfi cs bann# 3r,ri cm gcfd’iirre pnb fetj Jnn die fonne. 2?ic
Jtucht bie fcudniFcir gar brr auf. wann bu bo mit arbeiten reih, rbu bar Jun 3” cyncw funbrm
gqd>irrc tvd rkchenbc Frrmtcr als rofcii wafltr; car/o/fc/v, majcati; ambro. etc (kn/ fuperiz/j.
*?lu|H4 J.V0 DldHit'Hy* 'Recipe Wolricd?cnbc rofen, rbun fic in ein ßddün mit ein ree nid) cainphrrn r>
unb geufi gebraut?# reyn bar über; bi\le///er bas pnb biftcllicr ein ivafcr von funff finger craur, bebak
3eglid?s befunber; fo bu opetrim reite, @0 nvm bei* jreciger wafer ein teil vnb lr[6o] teil gemein reafers.
(ßlcfeit VCtltlt. Recj/>e (Suniwy arabke, feucht fic Jnnrecabid) bo mit, bann |lofi (j [Silber] bar
2fnn, banne fülle es auf mir baureollr. fo r» banne glatt ift, fo füll es aufi mit bem poft, ber
ba bint jum pa/er npjfpr. Marnie rebe fie 3mi eintzrj farf, bo bimß pulivr Jnn i|l ober aicna 211
coDimun/St fo verfallt cs bcn glaiiQ.
2Uhlb. Rec/pe ti!Ka[ma(t] fr, mad) in rearm an tyncni [<Solj] vnb nurf rroppfen bar von,
fo purgirt er bannt? nym bej fdben purgwvPA vnb mach fornlm bar auf über rin glutt
ober feuyr mit cymc bofa, bas bu mnbtro|1, fo nym bann/j ein rü’VD XlpK [atua fitie^4) bo
criflal 3tm fduirrt fie, pnb leig bie prrlin bar ^nn; es fol gcreyimcn bic bert vnb färbe. sr.
PöftCtHC/z. Hym ju einer mef reaffers als groß als 4 ober 5 reclfd>cr nuß cuder Panbit, fiebtj,
gept jm da oon 311 trinrfen vnb gip ^mt 3c eflim ein lartreerg, beiftr loborfanu//i, bic i|1 aud>
fcrc güt für büftrnn. @0 bic paftemcc? einen menfdxn an Fomen rvil, ber fpureet fere vnb fiidnt
3nn ’jn ber feiten, @0 fol er von ftimt an Idjienn er oporito bradiio; bat einer aber gnvert, fo
loif an ber felben feiten.
pCtCgrillll ^tc/pe ein ]XKp [Pajrn], roorff ben topf, jagel vnb itigerecibe vnb aud) bie
haut bin, bad fie au|f bas dainft vnb fülle es in ein gute tjkj [gane] mb fledc fpfaen recgetidi 31z
ring vmb bic T2K> [gan»! bas ber bafc foul reerbe, mb brot fie rcdit febon. iTae» felbe fd)maln, bas bo
vo-n fom/z/pt, oalct optime, fo bu bic gliber ba mit febmierff über vnb ruber brm geprc|lrii pnb
am fny vnb vnben am fuß. reer cs aber fad), bas cs bid> alt an Femen reer pnb 3m kgrr lei)L 85
fo mach rin batt alfo: Recipe attid), Ucbjl&fel, erper crautt, ficbe es mit reaffer, feij bin füfle vnb
*) Vlad’ „Oie" Oae Wort „laiifle,r Oiircfegcfhidien. 5; (ßtnirint i|l „aqua virtulis*.
XXI
wir führen Wissen.
http:Adigital.slub-dresden.de/id4809591 53.-104
beyn bar 3nn. So ße geninistltt werben, So leig ein plaßcr bar Aber, gemacht vo« purgerten
rp5 [pcf]1), bas purgiert ße, 3m wafler leig es yme nit inet bann an bic ßjßc vnb, fo es offen
iviirt, fo fcbmier 3m bic ftiffe vnb ftiy mit bem vorgen»»MM fdnnalQ. So jcugt re 3nn ^f,n
fluß binc// tvetag vnb libcrigc brmpff brr auf, bas ir fytrn lang gciffid) babcntt, vnb heilt aud)
bJbe wider, bas ir ryicu vnb gen mogcntt.
££tn fultl 3ii Wilprccfrt. Hccipe \icibcnFonm mcl, fcudn cs mit prunß waffcr vnb falt?» xvol
vnb mad) et a gut leibe pron bar auf vnb tbu bar vnber em gut hoff fchuffel ool espenn her
ebn mer, bad) bie leib vnb febneybe ßc bami// ju fdinyben. Hoß ße vnb geuß harn bar über,
loß al|b eine/; tag vnb rin nadu ßen. iTym bann fd>off mild) ober geiß mild) |‘.'w moß, 1 lib/w»
picta, caffarvij, ifepcu vinöen ein gut baut faull vnb harn von eym tbier ober bitt} ein gut rrynl*
glaß foul vnb mengt bas alls burd) einander; nym bann» offfi leymc, ber gepranc fei, 211s groß,
als ber Icip einer iß, jerfdMad) bic erben vnb feudjt fep mit harn vnb mad) aud> ein (eip bar
von vnb falß in wol. jcrfdMad) in bann/; rviber vnb tbfin es jum fordern.
2?ann foltu tyr? ihun fei harn? bau vnb thii eß alles burd) einanber vnb fdbllt cs, fic»Z fcZr.
IViltu cis fd)iffcn, mad) cs nit 5 um tbn/?, foiiber als einen buten pfrfitr. mad) cm butten auff einen
paum, haiiwe espm ab, jciid) ße vnber bcn bäum, biet fie ivol vnb brßvcid) fit mit bei mairerg.
Hur ts nit mit bcn bcnbni an. cs bid) nit vber nvinbe, nym bie [für] von eym hier
ober bic IfK’lcn] mit brr obern, bo es an bangere; bas berren ym raudi vnb fd)offe (red1 ober
mer, berrc ße aud) vnb bie plofen» <i)iab ein bafen ’Jn bic erben vnber bcn bäum, leig Fein bar in
vnb ein wafem bar auff der mitten ein lod? bab, mad) cm raud), ßc«/ fc/j. es vermint bid> nitt.
pfeift leibtg JÜ nindxtk ftecjpe gepramrzr leymen, mad) einen Md>cn bar auf mit falt? nvffcr,
gip bic bem pfrrbc ju efferu Sin futter vnb haun?c befpreng yme mir faltj ivaffet; ob es 3111
fey, fo muffii cs purgicm. Hym qrvetfe ber TCiirßdn vnb ’imXJH’l [wcgivat] tc/7 murmeln, gip ße
bem pferbt Mi eßen mit bem ffitter yc cm geifd)el vol ober 2, mad) ym fm geb ran d1 loe vnb tbu
3m ein rvenid) fctiffen bar 3nn* J^ovon begyntt er ju fd>eiflcn vnb purgiert fid% ivaimz? bann/?
fm nicrbuOT nit mer ßindrr, So gip 3ni der rourglen nit mer. SDarnad) mache 3”1 ^‘lö pulwr.
Wedpe pirbaume/7, mefpel plctrer f ^t, wedolter per p/t foml vnb fenum great/» fouiL (Dip bas
bem pftrbe beß tag» ju vier molm futter vnb gip 3m ll1 megni cm geifcbel foul geribens bron bar
vnber vnb bej forbem pulfcr als eyn cy vnb befpreng bas futter mit ein rvenid) |alts waffer, |o
bendet ßd> bae puifrr bar an. Sin getraiid feube 3,n »lil F,ym/ 0'P ),,n rtud> otfr 5U fr»ndcen.
3um lauffen. "Reepe ein Falfe» vnb
geprallte» [leimen] vnb mad) ein mfiß bar von vnb fdmner enn bic beyn auff vnb vmb bic bauffr
*) pnifrrjJ — iDie f ffniroeinfcbe 2Lii»ß(ü>e vermutet „yeeb".
pnö kii|t jin fin futter fcfrrln 3 ober 4 rag Dor bin, er es lauffen fol, vnb gip 3n> nie pil baurvs.
t>n£ gip 3m 3n bem futter 311 elfen pTHjj [benvurj], vnb bitqivurft vnb bej morgen« bund* ein göt
blind gepeigq broq in guten tt>dfd?en roeiit vnb ßoß Jni bin rin, ob ee nit c|feu rrolt, lief re 3nn
Jm tvirdni I ßunbr ober 2, €e bu Jm tvibrr 311 elfen gipft, m// roannz? cs kniffen fol, fo gip Qm
mcißei* tvurtj ju tffen rnb mach 3m birfcb rvurq rnb benvurtj 3n bas gepiß.
Pulctytllzn facicm. Hw/e* U?|fa be reffe caßpr/no, uira ben« cum pano fenßo balhze, rumpc ab vmuw
rcß/ro/mn, cuefer Faubir | juefer rubei ] ’/», fernen aßmutrs, fpinaej et mobicuxn maluaßa viimm
pocale, U oua coqwe et postet frange eae.1^ unc/aa/ rrrpcnrina/T/z» bißilla per alepicu/u et, quuncfo
pis opÄmre, ctrufii, bu flache baiuniwbr, £bu cs 3mi ein proct mb bacbe baß bann ander
proit, bann rbu bie fduvart? baut oben abe et s/c fac tribus ßcibiu. posMi mitta« in aqua data et w
lauae, usqiM neniatt aqua alba, et mitta« tune in aliazzi aquam clara/n« quani/b opwabie, mitta« in
quam/fbet man nm rnam gutta/z/ br oleo ß’110 oliuarz/m er be ißa aqiza fine pulirre alba mobiciutf et
mge facicw. — Vel }\eci/re be fvbtile farma, mitta« iu aquam fciftlbam et veltas et mitta« fia/r et
pzoice aquam ißazn et miete alta/n tquam dtrtm ficutt prius; hoc fac 1) vicibap, pa$/«i cazracla in
folc et, qisundb opertrt polu^rZr, Rec/pe mobictuv be ißa lapibe et mirtc cum tacte nu/liei A et pnge 15
faciem et posfea cum gum/zze arabico, fi ois mbißca/t, facias cum pe/ro|'i(icof vino, accero et aqcitt ana.
‘flH CO/ifeCt/ Ut petezt COitUZZZ« Viecrpe xnp3 rwp [fero bintba] 1 quintinf niuocat ole
f 2, eyer bott^zn gcfottcxr f 4; mad) rin confect ber auß.
TUiUb psTÖ Vifö Ct mz/lz/’rbf ):Keripe brrtii/m, ßoß em cley» önb $erlaiß f’jXflnm [bunersmalj]
mb bonid) vubrr riiianbcr, $11 bannn ben bertrerm bar 3nn, verfudi« r|f bei* jungen, mad) cs nit ai
jii greib, brurf es bann bo bnreb rin rüdi, bas es fubteil nrnit, |lrid> cs ab mcmbrwm
dlz/Oö' niwl/?r fic probat«^ Rea>#pon bem Dtfl trwwifc px P’X n üDQyrt [bempt, bo ain in
menßruirt t>ar] mit bot, bov rin lcd> in ein ]T3 pHTT [boben boten], ftoße bas bar in, vnb prbtre ßath
6i faccr^ viro, Hym bcs -ir*»x IT tD’-Iü-Iyx [arm-idle, bo aincr] gebrunftt batt, rbu re in ein
]”□ ]yttTT [böten betn], vermach« vnb begrab« an einen ivegb vnber ein cruq, bo einer miaUX 25
[aermortj iß.
CUftiti7/z.s*+ }\eci/>e finnn/z agm caßi 5 5, föliort/zn uizri toßerz/zw, fucci, rute, cimijrr ptperrd
411,0 ) b fewf// mite peonie ana y f, cazw, 4 [fcnipulum] I, juccz’/* ? 4. IXec/pe tbJjuc t libröw uqe/ö
tute, ter ud 4 5 bißilacr. fac, vc fc/s.
2(C|UU Icticic« IXecipe 2)ia boragicum vncios 3, jingibri, burragZ^A anö } 1, iiuc/j, mr/frott, cor/flzuZrj jjo
anc? j lf crocij y verbeut $ 'ft. pul^er/^ ut ^ctni bktum effe
xxm
[inc.paa.32ft:] SUflia VCIICT/<£. Recife DU fatuiyon ] 5, jinji | tr wro/o/ii j I, fati bctbonicc ano f */, pul Pes
rizenfur et conpcanti/r cum aqua vite.
311 tllb. Recife viertle ouor«jw, butivi rccezrtzs, prtapi, camaricarzmf galangc» fattaion, crobari| ; 3;
caobitu/z? mente tcfriculorzw? gallotwro et vulpZr ano ? 1; ccrcbrtloriwi cclumbarz/jö, paflerum b<m<?
ccctori/m et affori/m and lib/ww ’/«; mcbulle nuus Jnbicc, pineaiwiw er corticatarvz», baaitormw 5
and y 2; fernem cruce, ßar/vfi/i ) 3; pip«rte longi albi et nigri, ligive auis febulli, dnamo/ni ano y9*
ifta oznuia tnunbificentur rt parnitaret boftqiftM/to’ c<c. in lacte oznziia et poßca fortt£ftrcoz?rcrant«r
taube ßinefort/zw to/tzm; can|u*ientur cum melle et pant be cuctdro ft laitc igiAzrr agitanbo
conbuiti/n 2hit Recife teßiculöO üblpjfc, cerebrtla paffcriww, bree^uemur in aqr/0; bdn«/r aliqua/zs
liHuzn affriitar et potiffuwe cerebrtla ttiam terantwr cu/w fkribus palmariz/zr et mobke caubavz/M 10
ßinctovww et coÄftdau/tfr fiwzH ft urarfr ifta mazre et fevo.
CEyfcil WCtcV tttftCbt#* Recife feuffen pnb fdjncpb fic dein1) ui rin pfann in rvarm rvafjer vnb
faltj fie ivcl vnb bete cynen gcprmiten leymcn bar mit. Atofi bcn |iacln Jnn die feu|rf btii vnb
falt? beim flat! bann/? n?ol mit fal armaniacum vnb flach beim Icvmcn bar vmb vnb tbii es Jnn
ein feuyr, bas cs ginget, vnb laiß jm feuyr auch felber erhalten eher lofdi [2Mci] 50 in aqr/d 15
vite vnb bar nod? bas eyfen er 0"° ober I3fcb ftabel ober epfen Jini pilfrn traut fafft; cs trurr trcicb.
(Eilt nltbCtß. Rectyr Tvaibafcbnin, calcrm nivozw ano, mach ein lauge77 bar bureb 12 ober 14 mol,
leig cs bar Jn 12 ober 14 tag ober nvm fal Mmofiwcum vnb flarcfcn guten effld) von iveid,
falpdfer vnb fal ge/z/nic ano, temperiere mit einunbrr vnb bi|lelicre, was bu bar Jnn leigcft.
Ober npz» fal ^men/acurft, falpe&F vnb tartartzw vnb laiß bas benvatkn by bem feuyr; ivas 50
bu bar in legefh reurt n^cicb.
^Eyfen Ober ftdd frcito/z. Rectyc faulrappen, regtitroorm, merrcttidi, brenn cm roaffer bar von;
lofeb bar Jim, was bu ivilt; mai? fol bic rooffen nit reiber atifi laifienn.
£autcnt wein» Dyftelicr m 2 frög, bic halber foul weine (int, [fxvcfcl]raud? 24 ftinibe. Dar«
nach ju Jeglicher moß ein lott maffy; auff ein fübtr gehört 2 mofi reeinfi. tDbcr nvm weiffen fenff, a®
floß in vnb feube 'Hin Jtmgfrauivtn fconid) vnb febeums vnb fd?ut es bar Jnn vnb rürß; iviltu,
bu macht Ju ablaifftn. Jn ein fflbcr gehört ein libro fenffs; ober nym auf ein fuber 50 ober
Oo ciaer, Hopf fie luter vnb nn haut foul faltj vnb riir cs rrol vnber emanber, fchüt cs j,,n ^c‘”
wein, laß gefallen vnb laiß bae trübe vnben Jm faß berauß ober laiß 111 ab in ein anbei faß.
Weichen writl» 'IKectfe 511 eyme fuber ein hojf fd>ü(fd foul [falj], mach es heiß Jnn einer pan, 30
fdniit cs bannzi oben hui in vnb rütc re banne ivol mit cymc triber 1 ftuntj loß in bannzr flcften/n
’) Mtkin" ift bem Worte „rccicb", ba& Fdncn £-inn gibt. übcracCcbriebnu
XXIV
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[hic,prt#'S2t>:] IViltU guten cffid) IThldlCII/ I7ym tvcynn ber vor (mit micbels tag, tbu bie in ein verglaß,
groß gefd)irre, fen an bie fonne, laifi in veryern. £*anu tbö bir hülfen bar auß vnb grüß bas
llur^r jmi rin drin fcfielin, bas fo! gefebwaneft fin mit gutem wein, vnb bu brn vergelten wein
bar 3nnr 2llfo bas cs 2 finger bieff man fep vnb oerfpunt es wol vnb laß cs ften an ber worin
einen menet, fo bafiu bezi aller ficrd'eften, befien effid?« 5
X5ihCTl(tlWkltQ 1114(1)1*11* 25eiß brn biber, ficwf fak, bempf galopfcl mit eym wenig bäum olrs,
biß fit weich fallen. l'Tyzwju *it libru beropfel 4 lot aluzz, 2 lot cs uftuzzi, J 4wertin fal ar/»o/zracz/w;
mad)S, als bu weiß.
51110 ftadie» ftöCZk tTIad) rill fiarcf laugen von rcaibafcbeim vnb cakr viTO, hiß fifbtn mit ein
vnb fleuß bic laugen durch rin filtj. Vlym baniizz gehechelten floß, loß in fieben bar Jnn 2 fiunt, 10
wart, bas nit über gte, tvafcb in, bann bart er nit gcnfid> fiebe in mer.
jElld), litten, WllllCII Vllb fldd)£ Aivarn oerben; 311 einer rin gehört l lat fgalnus], bu
fit 3nn cynn fieberiges rcafier imb ’h lott ahnt bar 311 vnb bamacb bas bild) loß fieben I fiunt
vnb leiiger vnb firl cs bann ab. VTym bann 3 lott oitriohi/zz, *f» lot gu/zzme, figcl fpon von
I [€i|tn] noch gebunden; loß ficben vnb Hil es ber weil, fiebe, biß fchwanj genög ivurr, i&
£in Waffe? JÜ flecVeil Su brm gerraube, wie mazz bie auß bringen. CTym 311 0 rynbem gall
nadt einß fo vil gcmcyiieß roafiers, »/» tibro weinficin, 2 lott ahm; fioß dein, loß ficben. Hym banne
ein trmd glaß vol rfligeß, tbü bar 3nn |M« lott vittr/W, geuß bar ju, loß bas brittril yn ficben.
Hot fcrbeiL 2\eape Ifngclfd’» fioden, fdmeytr fie dein vnb feubc fey in prunrcafier, floß fie vnb bal
fie 311 Humpen bart off ein, loiß fie mol brikfen. Ao bu ir bai fit, fo fioiß fie dein, vermach heu 20
morfel, bas bas befi nit ocifiicbe. SXrnn mad) ein wafler, alfo nym weifien Flycn, fiubt wafler bar
mit, biß es au|f feubr. Adiutt cs bann in ein boe gefdurre vnb rur es alfo ivol burd) einanber,
biß es phimcfl lefi, bann brrf ts ?u; rv muß 311m mynften ßon 4 tag gefallen, bann/z nym bas
obrrjl wafier, Ebu cs 3,,n fincn wann es aufi feubt, Ao tbu ber vordem färben bar 3nn
311 bryn tim ’J« libn? vnb ban bas bftcb loß fiebenn fiertcl einer fcimbt vnb ban bnicfrit vnb 25
wiber 3n bie frlbe färbe bu es, biß rs febon rott wurt vnb rcafcb cs. iTas tud), bas bu rott
wilt ferben, foltu vor alfo bereiten. I7ym ahm, regenwafier, loß cs benvallcn. Stoß bas bud)
ober fevben darin mb laiß einen deinen mal bar Jttn fiebtn, Hym bami/z weynficirt, floß in
and) dein, feubr 3« auch mir regen mafiri 311 5 ein J fiertet, fiofi bäs bßd) bar 3nn vnb rciber
miß vnb loß brikfen. frrbc es bann/z Jim ber fordern färbe, fo iß es bereif. so
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:] Brann« Wanna bas buch plo oder grün geferbec iß, fo ßeps 3n bie rott färbe, fo wurt es praunn.
BlO färbe. IXecS/M Weybtpl&men, bft fit 31111 Hegen roaßer oß eyn meß J flcrtcL wann» es an teil
heben mi ßtbenn, @0 rür die plum onber onb floß bie buch bar ynn, laiß ßeben auß ein halb
ßnnbe, bann» tbü es her nu|i *nb roaf'ch eß* Wilm praum pla haben, Ao bas bud> feubt, fo
thu gefloßen waidt afeben bar 3nn ju 5 eien alß ein nuß. 6
Barchant miiß nian ahmen ond bann» (Icbenn in Jini difer jarb; 511 eyncr moß waßers gehört
anderthalb lott ahme. Ä.oß bas buch ein mol bar 3mi f leben onb trurfen 011b wider alun, alfo
2 mol; tune fufpcZrt.
(ßrfllk €in Prautt, beifcht walt od febart ober roixfdnn, Öas leig in1) waidt afehen lauge», latß cf
bar 5nn beißen l flunbt onb wider dmrfmn, thu ce bann» 3nn einen febonen Fcßcl onb thu 10
außer bar über, wann» es bann» auß feubt, fo nym ein pret mir lod)cm onb leig es off bas
trauet, bas bas hauet bas bßd) nit eure, cs wurt andevß flerfeebt, onb tbö bas bild? ober barcfranc
bar 31111 vnb loß (leben flunbt. floß es bann Jnn bie plo färb, cs wurt praitn grün.
sDiincbel grün, fo nym wayb afdicnn, preini jic ein oitrtcl einer flunbt. ÖO mach bann» ein
laugen bar durch. 2)cr lauge» geuß 511 btm plaen, fo bu bas bfich durch wilt jicbai. 2?ii|lu 16
ber lauge» ril bar 3n,b ** wirrt ßeber. loß (leben, jeudi es bann» berauß onb wafebs bann».
Wein flecPcit r»llß brillßCII. IXec/pe waib laugen», febtitt bie waiblaugen 5 ober 4 mal durch
bie rrbafdien; bas roaßer nympt aus wcinbtr, obs rnb ole flccfen.
3um wailöcn. RMpe bäum ole, [|al>] onb r||ld> Öurd) ein [ander]; tmiffs in die betlaben
ober wo cs nott iß.
T>Ot MC •llUttett« auarö galg/r, yngis ant?, ßoß dein onb thu cs ^nn rin warm maßen
bo mit befprnig bas geivant und audi bie trobm. ocvfloptf bas roaßer, bas es nit ütrriecb.
J^ill ßcbä(feil(S. TXecipe bas weiß von eyem onb weißen md rnb mach ein paß dar P011; reib in
lang, fduicib dein ßurflin gltdi wie bafelnuß, bacf fry in buttern. 2)ann hab ein fcßel, gleid?
tna» juefer macht, ihn ßt bar ^im onb bar über honicb rnb wurß cs r»mb als jurfer. 2>ann» S&
teil eß miß oß ein ttllcr, glcidi bti gefeben baß, loß cs 0011 Jm felbcr beirr werben.
Slabem IXecipe frvfdvn Fefe, ßoß in wol rnb thu buttern bar 9nn nit ju feil rnb riger rnb and?
ein wcnid> milch onb ein vng refcn waßers, meng es rnber einander rnb auch dn rvenid? jiirfer.
wann cs gebaden ift, fo thu auch juefer onb rofen waßer bar auff. fo bu eft machen wilt, |dimrr
bir pfan mb ßrcu md bar jnn rnb fdnir cs wider omb onb geuß bau den paß bar in rnb so
bad' cs gemelich, ßc»/ ribifti. wiltu, bu niadßr rourty onb gut haut«/* bar ui tbun alß pctcrßhgc,
rSmfd) t*«SL niadi cs als ein folßrn vnb rhii eß bar in*
») Jn" rrrbrnerr BU« „ein“; auf „rin“ folgte „riadit“. Oas jrijr Ourd>griYridini.
13
XXVI
Iitic.pag.40ä-] §1110 ^11)11 Vi 1 CflVt l ßf. 1 ipm calt'Zs piiM£ ’ libröj, f lib/ww waib ofcbciiji, ßoß >u puliwy bu Irfll-
bie VXüW[t»attafcb]bm allein Jn Peflel mit wafier, ein fpan bar über onb loß re ßebrn; wann/?
[am &nkr;J d es an hept fc jü geben, fo n?ur|f bcn catewn ßuef iveif? bar in pnb foß ep bas vierbe teil in geben.
<Lü cs ber ab vnb laiß re gcuallrn; bann/? tbu bas luter ab onb tbu cs roiber Jn ein FeffeL öeibe
e»r bi|-s es rvurt bid*, bauz? loß es Fair werben» iDann/? ibü t» pnn einen bafen pnb p^rlutir einen c
anbem ^afen bar au|f onb |crj cs in eine/? glue, kp es gemach benvarmenn. it’ann ye großer,
bis es gilt. 2>ann bep ee ber aup vnb lop Fallt werben. 2>ce ßeimt frn ju dm peglicben rin
19 fouil mit anberm jü falj* macbß es in ein gieß purflin1) gießen; bas faln, ober ßcin macht
alle rrn fluffig; Qatfc, bae gefoben iß in Pl?l [gtis] milch, mache auch einen güten ßuß. >Jatt es
$pn, fo irurfft man cafceni üvam baraußl Scbirrling muß man roßen vnb ßcbeni vnb fametn io
ni/n S feubro], $ kr glaßgaln, b fort antbioru/w, Z fort . .. ]vx [aifenjcyelunz/g*), l [?] qumtin [?]
7 [ÄupferJj bas gehört aujf 4 lot evß.
? [ÄtipfcrJ verfiidien. rtym ambkn/za, kp cs gen off einen tribfeberben, wurff ben
ßeins bar yn vnb tripe, biß rs luter wurt. U)ber fcbmclQ Jnn eym tigel mit örm roßen vnb
falacoli, (kwf fc/& JB
[am Kanbe:] e ? [ÜilVfLl~|, [ÄJifCtl] fdlllliUß TOCX* Pulurr|icr bas ertj, send? bas eyfen btr aup mit
einem Ü3ÄJK23 |mangnrt]. n?er es aber in grofiem gejeug als ym ert^ ober 2 [IKupfer], fo es gr
fönwtaefl iß, fo fpreng es pwin *rt ]’X [in brr buten] bin vnb ber mit eyme löffel onb nym es
nnber onb roß es, fo tut EJTnnTI [verbrent bar] eyfen, ober, fo es fdjmilftt in eym tigel, rcerff
pntt?» [a|d)ben] bar in onb jigb es ab vnb roiber, biß es lauter n?ürr. 2a
^ber roß ben $ fÄnpfrc] rrd>t wol onb nym ßc alfo ghlßcnbig, lofd bie bunntn fd?eibrn in
einer langen, gemacht von cake riw, fal mnimunt, buchen, efd)en ober n>eir efd)en.
[am lUnbet] f I7yin fantßein ober deren fant onb pren in ju jirein molrn; ob es ßießen roolr, So nym bic
leiben ^ertaiffen ßürf vnb pren es nad? ein mol Dannjo fo nym Z mol fo vil Icymrns onb ivyid1
bcn gepranten |anc bar onber. Set? es bann?/ Jn änezr roß vnb roß cs wcL 2?avnod> ßanips 25
cs ju puifar onb nym bau üT’ÖtfTl [rofmiß] onb mtifcfr in bo mit.
Ulltuzz? fap/tfw/ie* ttym iiij lib/wj gepranri ltymc//s, jivei librzw gcißcn mel, l lib/ww afdw von
fcudßcm boltj, ein pfuzüt faltj. $31ad) bas bureb ein fyp, tbu bar ju FalcF pul/i’r onb fyne/r deinezi
fant | ßrbuz/g. Hym bappeln faß onb rig^r dor ana, Fnett cs bürd? cinanbrr mitt roollc/r.
*) Uadi ^yiictlin- ftebt „fegen* in brr ^anOfdinft äiiTdißnM<hcn. •) ?llp „«ifrntflcyelunß-; vor bkfem Worte
eine hefne «Utfe in Oer yanOfcbrirX rielleicbt für t»as fehlende „fi*.
XXVII
[inr.pafl.40b:] !£ill flut gcftlip, ÖÄÖ litt auff ftCtt. Uym pa^ [Heymcnj, ber jirey mol ivol D1KWÄ (ge*
Jvwbr:] f braut] fey, mb mad? Qn je piürw; nym ban «In onb glü fie mb lofd? fr* t-Tym bc^ felben
gcßup 2, teil mb cm teil leymens. Ao aber bas ertj robe vnb tvilbc iß, fo nym glid) eil vne/
mad? bas jufammeii, bas cö fid? ballen leß.
jDaf* eilt bett nit Pff ftC, VTym ein gervaffdun cafcczty ber Fein bittrrfeyt 3nn ym hab, mach b
ein pru bar auf sc. VTet? ein babern bar 3nn sc vnb über far den bert bar mit. £r ßett nit
auff mb leiß bie giert rcyn*
r«m Hanert] h JDftb feyr jfl crfCHIICII» Ao bas feurr bitt [gel], ’fra [Hb], fH3 [£ttün] ßtcbr *jin ßam, fo bat
es g [Kupfer]. £at cs aber yiKTST [fivarj] gre färb, fo bat es |25lei] mb (L [Ailbcr]. Ao
bu aber greiffeß tum furm bin Jim mit bem rautven yfenn mb ber fcblagF gipt fpryngen, fo ift 10
baj ertj J [tCtfcn] fdmßig* Ao es ber fprintjen vil gipt, ie me cs J [ififcn] bat, fen Jm vil
FalcFßein tu, es benympt ym ben J [ififen] fer.
£hl flllß 5HH1 ettj. Atem, bie bo fpringenr 3m feyr, bic ßnt gär. 2bar ju glü fie recht ivol
3m roß imb Irfcb fy 3nn laugen, gemacht von calce viva, falrv buchen, efchcii ober tvaibs
afchenn. fen ern ab mizfus 2 mol fo vil bej ßuffes; rvil es nit fließen, fo fetj 3m 3 m0l <Ü3 15
vil tc. Ao bas ern gern leufft mb fcvgrr iß, fo flach 3m ju 2 centner ßuß ober febladen. 3ß
es nit feiger, fo mußu ym 4 ober 5 fdilarfen Falcfßein, bo man calmn oivcw auf madn, iß gut
• fluß ober rvaffer bufft, iß cm IcdHcr, tvrifer, leebter ßcin. Ao bir ein 8 [Kupfer] ßeyu Fompt, iß
er dein Faruet, iö eß vil fprinfeltcbt, fo bebarff er 5 roß, iß er aber nit Plein Faniet, fo btbarff
er 7 ober $ roß. wamm es ein blae färb getvynct ym roß, tune fujf/er/d't. 20
mit t*C11 lad)Wilt 3tem 3n” 'dien fdnnclhen i'crßop bic 15d)tr mit bem erßen, biß bu jflm form
3nnen ßcbß, bas es lauter gr, bann/> offen cs. — Jtein am i> [2Mci] ofen fol bas fd>lad*en ang
I fpait hoher ßan, bau bas gejeugb aug.
Kcuciltfd) goultt. Koß es jum brieten mol, pitlferficr es dein vnb tvafcb» bann. VTim oitrwl,
fal avinon/acunj, falp^fer an<2; ber aller ij mol fo viel, bet? ertj iß, vnb feubs ab vnb gcüfs es in a.r>
ein bucfeln, 3fr bas brr Fonnig nit rein fompt. Stoß roiber vnb ferc es 3m ,r>hcr als vil ptthvr
ju als vor vnb güß vt pr/us. Fompt rr weiß, fo nym vnb güß in 3nn ein oll, gcniadir von
rracFohrni bolrj. ßatt es nit farvven geinich, geuß es mt 311 51c tc.
vcrfüdicih ^\eci/>e JU eym lott ert? 3 lott rtf?} [(ß**J *»ol puhitfzßerft]; los bas tx’?Ä [glas]
an gen, bannz? nym bas ernt vnb als vil pulUArßect mb iTHirßv fuccefßue bar an
3nn. cs fest ßd> fd?on an ein Fcnnig. 3ß t0 3 [Kupfer]ßein, fo fttj bc/t frein jtvey mol, alfo
vil > [2blei]f fdunelct ce ju fernen, vnb feß bann off ein treib fd^erben mb jüd? bcn fatumuw
ab, ob bu tvilt, mit Mn gtßüp m/Z falls, ivtirff aber bar auff vnb jcikhs rvibcr abc mit bem
glet fper, fo Fomßu halbe bar von, ober loß cv fuß verricdxn.
I xxvin
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Wir führen Wü«n.
http: "d ig i tal. s I u b-d re s d e n .de /id4 8 0959153/111
[mc.paf(.4ia:] 2U11H Jlt tlvm ben alun fleyn, brenn 31111 J11 cvmr ofeini, 2tl|o man Palet brnttt, X
ober Xij flunr, bann leig 3” bie lufft, bas cs nit regen ober waifrr 311 falle* Ibn ben Pcflcl
t>öl tvaffrr» rnb laifl es ivol ynn flebrnii, bnnzr febopff bas calcczn bar in rnb loiß üij freit fertiges
rum mit holpern fchaufeln nit rein */» ßutiwt. bann rotrfftn fle brn catecw mit ben fchaufeln
bin auß vff ein leger, bas er rviber trieff in fcflcl. bicfclbc ert iß nie mer niit?, vnb butt frifchrn 5
calrara in bas rvafler in emm mode als vor */ ßunt. iDas but man, biß ber alun am fliel ber
fchaufeln begynnt ann ju bangen. 2>ann fchütten (te es Jnn bülnen Panbel vnb kuflen es gen
3n raßen, flex/f vibißi. 2)ar 3”n ßctt es pff 5 Mfl, biß es ftd> an benefett, bann fchopff* bas ivafler
auß in ein anbei caflen ober 3n Fcifel 3«n aUer moß als vor.
3tcn»F fo bas tvafler auß bem caflen gtfcblptft wart, <$o ßbopf ben grünt auch her auß, in
ivafcb in vnb rbu in yn ben fqfel vnb fere ben faßen fchon vnb floß bann ben alun ab bem
alun faß, bie weil rr noch feucht iß, 3m f°rb <wb fthroeztg in 311 einer tbtinzz, bas er lauter
werbe, vnb laiß in vevtrieflim; bas fclbc ivafler iß auch gut in tqfel.
2>ar Feffcl iß by X ober Xij |d>ü weit, bart vnbtn einen Fuppfcni yobem, obezi iß rr auß
gemacht mir geb arten flaue/; vnb calci, 1-
2?cr fcffel flnb 4* ÖO man einen auß leit, bas ber ander ivarm fri, boj mann nit müfßg ßre.
w
jDer CäLz jum FeffeL cakan viwzu, remprncis mit deinen fal vnb jiegel ßein, geflup,
eyes weiß, eie; ßriebs an, bamad> über fare es mit ale.
Vit7*Z0l VOtll rtlllll JC |d)Ci£'e’7Z* 3T*as tbuftu mit . . ► .*), glii es vnb ivcrff es bar 3mi. cs
3Üd)t ben vitzfol an fleh. 20
SrtlVCter ^tclfnu (ISrabc tine gräbe in em ertricb vnb fege c&\cem Aivarn bar in ^weiger finger
biet vnb bau geprant flro, ofeln onb ertrid) eins febubes biet’ bar auff vnb rviber Palet vnb ßro
vnb erreich als vor. gieß ban alle tag bam bar auff über brr rvochcn, fo fübe ben falprtez bar
von vnb fülle bie grübe rviber auß als vor.
Hpm Fmve miß, prenn 3nn 3» evmc fcifentt verflopfr, Hebe in burd> ein tfidi, nym bann/; 25
gilt ge|d>[cmpt afdxn als vil, nym bann/; gegoßen fal, als vil bu es 3nn cVm waffer biflelierfl
per riltrtt/M. mit bem ivaifer teinperier ben beig, loß es bann/; borrrn; rvannzt bu fln bann/»
barfft, fo frudit 3n «sie cappell^n.
Reuter ben leymen v|f bas rcinß, |chlacb in auff ein protc, nym 311 einer hoff fcbufjtl vol
leymen J Ijant foul Poln geßup, pfloden, bie reynzi fln, vnb falft, |übe cs mit einanber :c. bo
x) 6'<t ift in btt ^anbftbrifx eine tiefe für ein Wort.
XXIX
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Von ber ntftllfte.’) Wer rin milmj an rcil nemm, brr fei bis nachgefcbriben wiffen. von erßen,
wie ße fin foll mit bem lern vnb mit ber offaall, auch wie vil ber felben miinn für einen ß. gen
foL ©rtj alfo, rvae ßoß mich ein feyn mard 3™ laujf, waß mach id? bar miß machen. £ar$
nach feß allenn onfoßen, I*cn bern, fcbleig febaft, ^au weiß, bas rott, J’en gefeiten ym Ion vnb
fiir geroidjt Abgang 3m 0*clTcn PTI^ madim, ^rgcl, coln, pley, winßein, faltj, feie, licd?t,
bolß, cvfen, warb in vnb wrfßd>e/ii,
Vtii ffp ben coßen als an ein fum/ne vnb ßd), reau bu bar auf macbenn macbß, vnb (er? bie jroo
fnm gegen ein onb jud? eins gegen bem/»e anbern ab, fo pinbeßu vnb berfennrß geropil onb vcrluß.
3tem id? fol machen ein müntj; foln ftn alb za? onb |oln yo off ein mard gen, £4 für ! ßv
pi gcbalt $ lot friiw, was Foßs mich vnb was magb id? bar auf bringen«
Jtem bas margf gtrtd?ent ju 7 fL 12 albws, roßen mid? bic $ lot fryns 3 ß- J$ albw«, bau rot
1 alba?, ber anbrr onfoßen auff $ albzzs, macht jufammeu 4 ß. 3 albas. nu mad? id? bar anß
yo albro; far/t 4 ß. |4 albz/j. jeud? eine gtitt bem anbern ab, blipt bir xj albus gercyns.
3tcm ivan bu tollt fd?idcn 3,u tigel, aud? was bin balgon halt, tvan bu 4 ober funferley
baß, ah brniad? gefchribm ßott, feft alfoi ich bab in ftrzi 10 mard pt gebalt 4 lot, 12 mard 311
gcbalt 0 lot, |5 mard pi gcbalt 6 lot, 10 mard ju gebalt $ lot.
Suttiz»a balgon 57 halten weiß 44 mord 14 lot. Vfu jettd? 24 mord |4 lot oen 57 mard,
fo blipt bir 52 mord 2 lot roitu onb >4 ward* 1 14 lot weiß. Qu ftQ bin fd?idung, wie bin
tnu/Kj feyn fol onb was fie halben fol; fol ße balbrzz 7 lot, fo leig bie jreo fu/mne gein ein onb
bebe auff, alfo bid als bu tnagß, g mard roiß onb 7 mard weiß oon ben jreein funumn. an
redlicher fommen bir über fd?aüß rott ober weiß, fo gleich es alreegen pt 0 lot reite 7 lot weiß
onb tbu algebalt bifar vorgenannt regel gleich*
3rcni fo bu 3m bigel fd?ideß ober bin mfintj verflicht baß, iß, frv am ßlber pi febroad?, mad? &in
rccbenfd?aflß, wie vil mard bu 3m tigel baiß, vnb rechen bannn bie fumztft, tvie vil ßc ju jd)n?ad?
frv, glich, als id? bau 24 lott8) mard 3m Kl*vr, fol haben I Ward 7 lot, iß pi frand bic mard
] qwintin, fen alfo 24 qreintin feine an bie ftart, noch iß bo 24 qwintin reit», mußu fd)idni
nad? bem gcbalt ye 511 9 qreintyn roits 7 quiiuin weiß, fo maebßu alle guß gerecht.
’) Sinn VeriUnbnie free» fdgenbrn ift cs iiniiingAtifllid» lu-iig. lieh Oie alten (JkwidhlUa unb ißdbwertt Flar 311 machen.
1 «LciHnrr — 100 Pfunb.
| Pfitnb (Ubrrt,®) = 2 War! = 4 Vicrbiinft = 32 Hot = 64 linken = 128 (ßulntiiu
1 ttlad == *1» Thmb = 2'VUrMmg = 16 Cci 32 Unsen -= 64 cLniintu.
I T'ierbung = ’/< Pftmb — lltarf = 8 €oi — 16 Unsen — 32 cHnimiit.
1 lot (’ ober |) = 2 Unsen = 4 duintin = 16 4.
1 linse (S, ’ ober f) = 2 dhiintin = 8 4 = 24 ©Fntpel (scrupulum).
I cüiiinrin (J.Urcubmc, Qiimtdien) = 4 4 (lEwnduu) = 12 dEniycl.
14 = 3 efrupeC
1 Hot bar gcw2bnlidb 72 Karat1 Karat — 4 flran.
1 fL 4 4M -- 20 0 = 24 albue = 240 l?clkr.
j 4?rr =3 5 ß = 6 albus = 60 heller«.
1 0. = 12 heller.
1 albus = 10 bellet.
’} rt^ott" in brr ^anbfctirifr bunbßdtridjen.
XXX
[inc.pag.43A:]
(Bolt ,$ft 12 Karat.
1 ITtorcf für42 fl.
Vs ITtord1: 21 fl. 4 lot: 10 fl. 10 ß. 2 lot: 5 fl. 5 ß. 5
Hoc: 2 fl. 12 ß. 6 blr. Vs lot: t fl. 6 ß, 3 blr. 1 quirX///: 13 ß. 1 blr. Vs qui/n/w; 6 ß. 6 blr. V» 1 4» 3 ß. 3 blr. 10
(Bolt su 18 Karat. 1 marcf t 45 fl. io ß. Vs Miircf: 22 fl. 15 ß4 4 lot: lifl. 7 ß. 6 blr. 2 tote 5 fl. 13 ß. 9 blr. 15
1 lot: 2 fl. 16 ß. io blr. V« lot: 1 fl. 8 ß. 5 blr. 1 qutnrÄn 14 ß. 2 blr. Vs qiiint/h: 7 ß. 1 blr. 14: 3ß. GHr.Va 20
(Bolt sft 14 Karat. 1 marrf: 49 fl. Vs marrf: 24 fl. 10 ß. 4 lot: 12 fl. 5 ß.
2 lot: 6 fl. 2 ß. 6 blr. 2.’.
1 lot: 3 fl. 1 ß. 3 blr. V? lot: 1 fl. io ß. 7 blr. 1 qutafjzr: 15 ß. 3 blr. Vs qiii/KX/j; 7 p. 7 blr. (Bolt sä 15 Karat« ;»
i iTkrcfr 52 fl. io ß. Vs ITtarcf: 26 fl. 5 ß. 4 ter: 13 fl. 2 ß. 6 blr. 2 tot: 6 fl. 11 ß, 3 blr. 1 lot: 3 fl. 5 ß. 7 blr. 35
Vi lot: 1 fl. 12 ß. 9 blr.
1 quizn/w: 16 ß. 4 hlr.
V* qinzrt/ff: 8ß. 2 blr.
1 4: 4 ß. 1 blr.
(ßolt JÜ 16 Karat.
1 llkirrf: 56 fl.
V« marrfi 28 fl.
4 lot: 14 fl.
2 lot: 7fl.
1 lot: 3 fl. 10 ß.
V- tot: 1 fl. 15 ß.
1 quifjt/0: l|7]')ß. 6 blr.
Vs quiW/z: 8 ß. 9 blr.
I 4: 4 ß. 4 blr. V.
(Bolt sä 17 Karat
1 59 fl. 10 ß.
Vs ITkrrf: 29 fl. 15 ß.
4 tot: 14 fl. 17 ß. 6 blr.
2 lot: 7 fl. 8 ß. 9 hlr.
I lot: 3 fl. 14 ß. 4 blr.
Vs lot: 1 fl. 17 ß. 2 blr.
1 quiflt/zh 18 ß. 7 blr.
'!t quimZa: 9 ß. 3 blr.
i 4 • 4 ß. 7 blr.
(Bolt ,31! IS Karat.
1 »narrt ror 63 fl.
V- HMrd*: 31 fl. 10 ß
4 lot: 15 fl. 15 ß.
2 tot: 7 fl. 17 ß. 6 blr.
1 lot: 3 fl. IS ß. 8 blr.
V. tot: I fl. 19 ß. 4 hlr.
1 qui/nzw: 19 ß. 8 blr.
Vs qiiim/Tf: 19 ß, 10 blr.
1 4: 4 ß 11 blr.
(Bolt ,jü W Karat
1 HTiircf: 66 fl. 10 ß.
V „7“ in feer ^anöfcbrifr tvegraMerr.
XXXI
[tnc.i^d.+öb:] Mi Hlatrf: 33 fL 5 ß. 1 lot: 4 fl. 16 ß. 3 bir.
4 btt 16 fl. 10 ß. 6 bir. Mi bt: 2 fl. 8 ß. 1 blv.
2 btt 8 ft 6 ß. 3 bir. 1 quim/7/; 1 fl. 4 ß.
i 1 lot: 4 ft 3 ß. 1 bir. Mj quizFt/zjr 12 ß-
Mi bt: 2 fl. Iß. 6 bir. & 14» 6 ß
1 quioi/n; 1 fl. 9 bir* (Belt ÄH 23 ttantt.
Mt quifltZw 10 ß. 4 bk»
14» 5 ß. 2 bir. 1 lliarrf: 80 fl. 10 ß. Mi ilk'.ixt: 40 fl. 5 ß.
(ßolr 311 20 lUmir* 4 lot: 20 fl. 2 ß. 6 bir.
i mord': 70 fl. 10 2 bt: 10 fl. 1 ß. 3 bir.
Ms niarcf: 35 fl. 1 bt: 5 fl. 7 bir.
4 bt: 17 fl. 10 ß. Mb lot: 2 fl. 10 ß. 3 bir.
2 bt: 8 fl. 15 ß. 1 quint/rz: 1 fl. 5 ß. 1 bh.
1 bt: 4 fl. 7 ß. 6 bir. Ma quiJ7t//z: 12 ß. 6 bir.
‘‘•[lot]:1) 2 fl. 3 ß. 9 bir. 15 1 4» 6 ß. 3 bir.
1 qui/itzh: 1 fl. 1 ß. Mb qui/rtZr?: 10 ß 10 bir. 11 bir. (Bolt 24 Marah
1 4s 5 ß 5 bir. 1 ITbrdM 84 fl. Ma marrf: 42 fl.
<ßolt jit 21 lUmiL 4 bt: 21 fl.
1 tUirrf: 73 fl. 10 ß. 20 2 bt: 10 fl. 10 ß.
Mb mard3: 36 fl, 15 ß 1 bt: & fl. 5 ß.
4 lot: 18 fl. 7 ß 6 bir. Ma bt: 2 fl. 12 ß. 6 bir.
2 lot: 9 fl. 3 ß 9 bir. • 1 quimhit 1 fl. 6 ß. 3 bir.
1 lot: 4 fl. n ß. 10 bir. Ma quim/zn 13 ß. 1 bir.
M» lot: 2 fl. 5 ß. 11 bir. &5 1 4» & ß. 6 bir.
1 quizrt/zn 1 fl. 2 ß. 11 bir.
M« quürt/zr: 11 ß. 5 bir. . Jtem cm Rarat macht 3 fl. 10 ß.
14: 5ß 8 bir* Mtern 1 grant 17 ß- 6 bir.
(ßolt 22 *ßlatirt. MiinM nirtrdf (T [Silber] vor 6 fl.
1 nirtrdr: 77 fl. oo Ma mavdM 3 fl.
M» martf: 38 fl. 10 ß. 4 bt: 19 fl. 5 ß. 2 bt: 9 fl. 12 ß. 6 bir. 4 bt: 1 fl. 10 ß.
*) „tot" ficht nicht tu Ötr •fan&fdirifx. M Eir ferti letzten Ätilrn, von „f in iiwrd' 10 ß", ftiiO wegraMert, itxtrtn aber
mittele Knigrnflcn mit völliger €iicbrrlirii 311 lefrn, jhiiiaI fie fidi 4ud> Ourd» t»ir ii.idn>lgcjti?tn 3rilrn rrh?iiftruicrcn ließen.
XXXII
0 SLUB
Wir führen Wissen.
http: "digital.slLib-dresden.de,;id4809 59153/115
[tnc-fp.ig. +4a:]
2 lot: 15 ß. 1 qui/zt/n: 2 0. 1 blr.
1 lot: 7 ß. 6 bk. Mt q ui At/A; 1 P Ms blr.
M« lots 3 ß. 9 blr.
i quim/fl; I ß. 10 blr. «Ein marcE: 7 p.
M- qui/rt/7n 11 blr. 6 Ms inarcft 3 fl. 10 ß.
1 5 blv. Mi 4 lot: 1 |1. 15 ß.
2 lot: 17 ß. 6 blr.
£in nmrcE: 6 fu 5 ß. 1 lot: 8ß. 9 blr.
Mt marrf: 3 fl, 2 ß. 6 blr. Ms lot: 4 ß. 4 blr. Mi
4 lot: 1 |l. 11 ß. 3 blr. 1 quint/i?: 2 ß. 2 blr.
2 lot: 15 ß. 7 blr. io Mi qutAt/w: 1 ß. 1 blr.
1 lot: 7 ß. 9 blr.
’.s lot: 3 ß. 10 blr. ein mar er: 7 fl l ort.
1 quizn/w: 1 ß. 11 blr. Ms mord: 3 fl. 12 ß. 6 blr.
Mi qiütrtit/t 11 blr. 4 lot: 1 fl 16 ß. 3 blr.
2 lot; 18 ß. 1 blr.
(Bin niarcE: 6 fl. 10 p. 15 1 lot: 9 ß. Mi blr.
Ms ithirrf: 3 fl. 5 ß. Mr lot: 4 ß. 6 blr.
4 lot: 1 fl. 12 p. 6 blr. 1 quintJÄ: 2 ß. 3 blr.
2 lot: 16 ß. 3 blr. Mi quim/7/: 1 ß- I blr, Mi
1 lot: S ß. 1 blr. 1 4: 6 blr. Ma
Ms lot: 4 ß. Ms blr. » £in mard: 7 fl. 10 ß
1 qui/Jhw: M« qui/H///; 2 ß. 1 ß. Ma nmrcf: 3 fl. 15 ß.
4 lot: 1 ri. 17 p. 6 blr.
1 4s 6 blr. 2 lot: 18 ß. 9 blr.
1 blv.: 3 blv.
1 lot: 9 ß. 4 blr.
£in nmrtf: 0 fl. 15 ß. « *'•lö" 4 ß- 8 blv.
M« marcf: 3 fl. 7 ß. 6 blr- 1 quizit/A: 2 ß. 4 blv.
Mi quiatzA: 1 ß 2 blr.
4 lot: 1 fl 13 ß. 9 blr.
2 lot: 16 ß. 10 blr. marcE: 7 fi . 3 ort.
1 lot; 8 3. 5 hlr. Mi marrf: 3 fl. 17 ß- 6 blr.
Mi lot: 4 ß. 2 blr. Ms 30 4 lot: 1 (1. 18 ß. 9 blr,
XXXIII
WiSttfl.
http: "digital.slub-dre5den.de/id480959153; 116
[inc.pafl.ff’b:]
2 lot: 9 ß. 4 bir. V» 4 lott 2 fl. 3 ß 9 bk.
1 lot: 9 ß. 8 btr. Ms lot: 4 ß. 10 bk» 1 qui/rt/a: 2 ß. 5 bk. M» quizrtüv: 1 ß. 2 bk. Ms 5 2 lot: 1 fl. 1 ß. 10 bir. 1 lot: 10 ß. 11 bk. Mt lot: 5 ß. 5 bk.M» I quintu: 2 ß- 8 bk.
JEin inarg: 8 fl. Ms marp: 4 fl. 4 lot: 2 fL 2 lot: 1 fL 1 lot: 10 ß- 10 Ms qtrintzn: 1 ß. 4 bk. £in mard: 9 fl. Mt mard: 4 fl. 10 ß. 4 lot: 2 fl. 5 ß. 2 lot: 1 fl, 2 ß. & bir.
Ms lot: 6 ß. 1 qui/rtZo; 2 ß. 6 bir. Mi quizrtZ:?: 1 ß. 3 bir. 14: 7 bir. Ms <in mard1: 8 fl. 1 ort. IS l lot: 11 ß. 3 bk. Mi lots 5 ß. 7 bk. 1 quiz/tw: 2 ß. 9 bir. Mi qttizir/flt 1 ß. 4 bir. £in mard?: 9 fL 1 ort.
Mi mard: 4 fl. 2 ß. 6 hlr. 4 lott: 2 fl. 1 ß. 3 bk. 2 lott: 1 fl. 7 bk.Mt 1 lot: 10 ß. 3 bin Ms Mt lots 5 ß. 1 bk. so Ms mard; 4 fl. 12 ß. 6 bir. 4 lot: 2 fl. 6 ß. 3 bk. 2 lot: 1 fl. 3 ß. 1 bir. 1 lott: 11 ß. 6 bk. Ms lot; 5 ß. 9 bir.
1 qui//rin: 2 ß. 6 bk. M« qui/rt/z?: 1 ß 5 bk. £in mard: 8 fl. 10 ß. Mt mard: 4 fl, 5 ß 4 lot: 2 (L 2 ß 6 bk. SS 1 quiatwt 2 ß 10 bk. Ms quintün 1 ß 5 bk, £in mard: 9 fl. 10 ß Mi maidt 4 cfl. 15 ß. 4 lots 2 fl. 7 ß 6 bk.
2 lot: l fl. 1 ß. 3 bk. 1 lot: 10 ß. 7 bk. Mj Mt lot: 5 ß. 3 bir. 1 qujjTtrtH 2 ß. 7 bk. Mt Mt quior/o: 1 ß. 3 bir. B0 2 lots 1 fl. 3 ß, 9 bk. | lott 11 ß 10 bk. Mi Mi lor: 5 ß. 11 bdr, 1 quizrt/a: 2 ß. H blr.M« Mt quizrt/a: 1 ß. fi bk.Mi
•fin mard: 8 fl. 8 ovt. Mt mard; 4 fl. 7 ß. 6 bk. ißin mard: 9 fl. 3 ort. Ms mard; 4 fl. 17 ß. 6 bir.
4 lot: 2 fl. 8 ß. 9 bk.
XXXIV
Wir führen Wissen.
http: "d i g i tal. $ I u b-d re s d e n .de ;id 4 8 09 5915 3/117
[int. p«(j. 07 a:]
Jtem1) biö-*} hort dm bücb(fenni«|hr jät ifr fol got vor äugen ban; waitz? fo er mitt ber*) [vgl. täfel
blicbfm onb pulfrr vmb gett, Ao bat er fynen greifen fcpnt vor vm, 2Ufo nifift er alwegen bry*
fettige forge bau4): £1 feile fleh') brfcbdbrntlid? halten, mit bem er') wauödt, rnb fol wol geherzt
(In, wan man hott gern rrofi von Jm, onb fol wißen bie ortanii/zg gern graben, Farwn7), mau reu'),
fchyrmen*) vnb (Id? auch bfiten vor bem gerodi10), wan cs iß veny/t, onb fol ivarm mrld'» eßen, 5
bie ift yme nüra 4»üt bid>u) vor17) cffig onb tffen, öaj Falt rnb füyd)t fy, vnb vor altem gt*
falßcm flcifd’» 011b vor geworbter fpyftn.
Jtem wurt bir ein bürg18) befoln ju beßdlen, bu bidj Ver(icd?ß, bat? man bid) beligen
Wil, Ao ficb vor allen dingen11), bae bu Hütt“) habeß, ben bn glauben1*) macbfL.
SDamad? beftrllc bin wert alfo vß ben rhonmenl?), Femnare/?, bie muren onb bie graben mit io
bm frommen Huben, 2llfo bas menlicb1*) miß, wo er bin foL ifb |id> ein gefdney erhübe, bas
ein ycglidwr an (in wert ließ vnb fid) ba finden1*) ließ.
3hicb miß, bas bir ffcminzwc gebüren rnb arbeiten*) tnedtt gar nut? (int, $u tarryfftn“) vnb
graben ju") machen, tf>b bu benw) vyenben en gegen graben foltcß. rnb bar vmb folcu ir niet
verfebmebtn M); (Buch foltu feie by vn fm. mb flcfo ju, bae fie fid? id?t vil rümen on,n) bpnn“) i&
wißen, wann/? fie (Int Franrfer wißbeit. Marvin zwbr fol tu beroam, bae fie nid)t ^ro ei trächtig77)
rnber 3™|W,3#) werben.
darnach befielt bin fälligen an einen, ber ftdi bej") btnges wol reißet. Vnb*) ber“) fol bie
IdifirjtH rnber wi|rn, was |ie tbunbe ober laiffen fallen, wannz? bu Faii|l an allen enben nicht
gcßn ); bar vmb beöarßru fromjwrr Obe wol. rnb (Id) aud) febe jti rnb biß“) ben Huben so
fhmtlid? mir Worten vnb werden rnb cnlaiße bid> nit beruinmni, fo blibefm by fvuneii. Vnb
bie Hübe, bie“) bliben audi eins mit bir Vnb (int bir8*) willich, war $11 bu ir bebarflt.
tVannzr bu ITu"*) Hübe genud) baß: gutter”) Hube, werd: Hübe rnb arbeiten M) Fnecht, büdjßm
meific/4*), febü^meißer, fchmybe, jyznmer Hütt vnb aud) fhynmtQcn, Wonach befftell bin wert
mir bm biidßjrn, bonod)“) alfo bu (icdßl, bae fyd) bie veynt gegen bir ßelkn. Vnb bonodi 35
niuftu bid> ricchtcn mit41) bync/z biidißcn vnb mit bynere wert* Vnb was bu ifift, bas47) rbu mitt
Habt feiner frünbe, fo wrzfecn fie bir nit nüber fe^id?“). Vnb mit allem |liß fo bewarr, sDas feyn
J) E>rr erfte Wag von „jrtm — fpyi'en" ift im Originale in roter 6dwifr wiebrrgefleben. ifs ift tiefer fin
aus bau bcFannrett, vidverbrtitetrn Scurrrrrrt'i&t’iidic, boch ^rbi er, wie brr in ^dOdbarg nad> Jf50 Cp. Ja:
flottes iiamcB atnai. 3n Ocm jar als man febrryb vrer bunOert iar vnb bar nach in bem brv|ür|icii iar wart mir grbabrri
bifl bucht $u fd)ribcn*j bcch ift c+n teil bes Roberte erft fp&er naebpetraflen, unb jwar um H*®, barunttr and) bie ‘biidifciu
metftemrorbnung. Pan bemfdben (?) ^dneibrr ftnbet ficb 1 dm lieh auf y, ZJn bie Uorij ^iCon nm ichrib 1400 vnb 3n bnn
3air wart biö flefdwebett.") entftanbme Cod. pal. germ. 787 lebrr, w© birfrr Ttusvifl and) bereits vor bem im vjausbiiche
falflenbeii tert ftebt, in Oiefcr 2lbfdirifr nwbl Famn auf bae .SnicrwcrPsbud) bireft pirürf, fenbrrn cbm auf »janbfdirifint
wie Cocl,pa|,germ.787, ber allerbinfl& auf pafl.öjb—55b nicht ben ganjen folflnibrn lert bringt. 3Ca es jebeeb bie einzige
uns bekennt flcwv'rbene öanbfcbrift ift, Oie überbAiipt bitfett iEeittril bt« 6a»wbncbM audi hat, pebtn ivir in ttinnerrungen
bie tvicbtiflftcn Hcsarten Ort* ^dbrlberger ttobrres (bejeicbiier mit w*5"), wobei narürUd) wicOer builrFtifrfje Tttweidningen
unbcrücfnciuiflt bleiben. *) bie nach «eichrebtn ftiief berettt. e) ben. 4) -j: tragen. ") »5: + »uicb, *) tj: + vmb ger vnb.
’J 6: — fagnL ’) ^: + vnb. ’) y: + etc. “) geredb vnb iwrrn inilcb eförn ift jm nit gut. *’) y: 4- aiidi. »J
Falter fpyeft vnb gefalcjener fpieft fo bu mit bem gewereb rnb puhier vmb geft man eft ift bir ein jergift etc. ‘ft) y: fcholft
[wohl verfdiricben für „ftfiloft"]. M) y: + ju. “} babeft lube. *•) miigeft glawben. ’7) 6: + wib. M) y: ein
jglirhcr, l") y; lieft fmben. “j y: arbeyt. M) y: taeraffini 511 graben. «) 6= — 3» macbcm 1B) bvneiL M) «jt Vers
füdittL “) •$: vne. ”) ben. ”) jweytradn. *•) »5: ein anber. *) ber blitg. w) *j: — Vnb. te) y: b«.
") *$: — bar vmb bebarfftu frommer töbe wol rnb ficb auch febe 311 vnb. M) •$: + audi. •*) y: — bir, ”) yt jv allen
hingen williger. 4- guter, t7) «5: - gurter inbe. “j »3: arbeytrr. «) 6: + vnb. “) •$: nadi bem alß. <l)
biner n?erc biidiften. “) - bas. 4n) y: tmbcrfecsig.
XXXV
[iiir.pafl.57 b:J
nivfirrabt werbe oiiber bineu1) gcfrilnr). Vnb I ich bau gefrort, Chis cynn bouptman vff einer
bitrdr wart belegen; jTcr wart mir fpnen gefeite// emß, 2llfo ba? fie bruberfrbafffc jufamtnen
fdiwürcm, off bat? fern vrru/yg vnbrr in würbe.
?hk-h fo bcficb"), ob pergen» jwen ober bry8) houpt jufamez; |1o|fent onb weiten einen eigen
raibt halten*), bie teil’) von rinanber, rvana es Fompt gern vmaibt ba von. ß
2tucb wiß vnb befid>, bas bu cs alfo rßricbtcft nut ben") foßen vnb mit*) bem trand*, bae
bin gefeiten nit Jagen boiffen vnb1") fic Fcyn vrfacb gegen bir gebahnt mögen. Annber gip eym
jeglich tu genug, bej bu babefl, nad)ll) bem als bu fied>fl, bas ffcb rin jcgltdier beit. bept18j
er fid> bann“) rcbdich, Öo halt in aud? tebelidxn.
?lud) foltu bidi haben gcricd?t vff bcnu) werd gejugb, VTcmlich bredipfe/z, hebyfen, fiißdiug, 10
fd>clhcin///er> ßeinbidrri, ©d?nabelbidrd breit“) mib brät“) hanircii17), fchanfeln, niyftgabcln1"), erfc,
fegen, gant ju fenz/rn '*), wach», rnfcblit, licll, bend?, Sv/nmcrboln“’), frrenge, nrgrl, Pyrin”), yfen,
hart?, bedt, fdnvefcl, falpeter, Fein23), morfel, pulucr, ferf vnb ein wag, glcn bartfdK/r*) bdcb|fen,
arm braß, facFdn, alles bingrs genug, bann es get vil byn ivegb, rean es bar ju fomptt.
bu and’» bar ?u gefebidr habeft’*) blr, gvcfr’) Pein, blaßbclge, labe hezz/mer, hantbezwmct’*), 15
groß”) rnülbr/? '8} bry ober ßer vnb auch dein, fo vil gut, miibm, wirppen, fuyr pfyl vnb fprengs
biicbflen, pfmnig nagel onb"'’: fuß allcvlcvm) nagel, auch'11) fußvfen 311 tverffen"'1) vnb"*) fößyfeti,
bie inan rmb bie fuß fpannet, obM) es glatt wert; auch mfijhi”) haben8") tptner, Ftibel onb
waßer"7} jubtr”). 2luch foltu haben*’) ßard? fpriefjen, bo mit man bie leptern von btn murm“}
wurifett"1). 20
2teem4t) fo fid> jtt, ba? bu fcbüßlocber genug habe|l bind) bie’1) mauren jfi jteinbüd>|7cn, ju
barryßbäcbtfcii onb and) ju allem gefdjuij oh*/ gefdioß1*). baßu ir nit, fo mach fic. Watin bu
fic gemacheft 311 beim greifen gcjügei?’), fo maure fic ban wider JÖ vnb wann bu fic bebarfft,
fo bfifhi pe ivcl wider off vnb leige bin"8) bud>|fni bar für vnb4’) n?ae bu mitt ben greifen
biidjflen tü|l, fo leige ftc pe »efie» 25
2tucb foltu byn jpnncn“) foul ivcr|ff,0) ftein teigen onb mache beim“) gand alfo“) hcdi, bas
bu bid? tvoi über bie mureii Funneft geb lief *?n*s) vnb gewerfftnu«
*i ’i: bcn. ’) •$: +TV<m cß Mmpt flernc vncfugE bar von. ®) 6: — Vite ich bau flrbort... mtecrin wnrbc. 4) y: ficrf>.
•) y: 4- bic. *) •$: baten. T) y: tren. 8) fj: brr b|T. •) y: — mit bem. lö) y; vnb .?ndi Mn fach. “) y: bar nach bu
lieft ,8) bell. — bann. M) <6: bin. w) y: — SduiabdbkPcl breit. l*) y: — breit. ,7) y: batven. ,B) -j:
gabeln. ,r) y: fnnven; yr.usbncb: „fenen* forrigierr aus ^fnicu*. M) y: Jymmerfrolcj. 81) y: Foln. *) 6: pulfer,
M) tarrafeb. **) y; ‘Iludi faltu bar ju (dürfen.. ”) 4" rßern ”) y: 4- pbinnrlr btidbßen. aT) y; J- mb deyn,
M) 6' — miilbeiibrv...Pfennig nagrl. J9| y;+<riicb. M> - allrrlcv. - an*. ’*) y: 4-inte febießm. *»)•$: aute.
M) fo. “) ’.i: barfihi. “) $: — haben. aT) y« — wafltr. M) y: 4- vnb. ’•) -j: — ^lud? foltu haben. **) »j: — von
ben niuren. *x) abewirft **) y: 3rem. •*’) y: bin. M) — tnte gefdp0, “) y; ju brm großen flejugF. Ifl) 6: bie.
*j: rite lege bic großen budn'ßen yc »eg. IS) •>: 4- vor. *») - wrrff, M) y: bin. M) y: fo. “) y: borfen.
XXXVI
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h ftp: "d i g i tal. s I li b-d re s d e n .de r'id 4 8 09 5915 3.‘‘ 119
[ine. paß. ö«a:]
ftud) foltu bie1) murcn verbcncfcn mit den’) brettern, die bar 311 gebäre#, fo düftu Öynen
fyendn» febäden, vnb fte m5gen bir md)t getbßn,
Ao bu nu h«ftr wes bu bebarftt, fo beftrll bin wad)t. 2llfo laift bin gcinyet’) »rechter wachen,
ab ir grwenheit ift*), jwm ober wie öil bir nott ift, vnd bie folkn (rille fehwigen onb feilen
hören. So bie wechrer an eyz» enbe |tnt vnö niften, Sc feilen fte an bem1) andern ende fyn
vnd ftillr fdnvigcn vnd lyfe hören.
darnach foltu vft yeglicbm*) tborn’) pven buben, btn bit gloubcft“). SDamad? ftclle") bin
Fem/miatcn, vnb wer bar vft ligett, bas er bie Femitarezr noch 3mc $u fdrliefte; vnb layft brn10)
»rechter nit ber“) abe gon, er Fünne ftcb banii^”) wol befebenn,ir) Jm graben mb allcft, bas
da“) gebiirtt jfi befeben.
darnach laiß einen bin vft, bem bu glaitbrft vnb getruweft, rnb laift bir”) bcn befebenn allrft
bas, bo mann ftd> vor beforget, £e bann bu bie bruef1*) oft fdftüftcft.
2lucb laift 3Din grfclnn Je nit fpieln, »rann« bo Fompt onraidt vorn»; vnb wann» fte ftd> ^tveyen,
fo vnber wynt bas Vnb laift es17) nicht über mcchtig werben.
darnach beftcll mitt ben tbonvartern, bas fte niinans Jtin laifttii, man frag dich bann”) bar
vmb ober wem bu bas brftclrft.
2tud) wann man bich fturmpt an einem enbe, fo |wh yc1*) an andern”) enben 311, oft bas £his
fte an eymt andern rrtbe nit anders traft11) begymicnt.
darnach bcivare, bas man Dirnit jn ftygennt ber bermlu-hcn Ftmft;dae, bas”) bewar mitt fteynen.
Üaygc byn mauren foul raubet fteyn vnb laift fte ein tvenidiM) hin vft henrfni; auch bylftt bie wacht’•)♦
Zhi faltt cnid) befrham, bas bu lrbigz*r jynnen1*) genfich babefh »ranzt pfeil wurbn genüg ju
gefchofienn; bie flut jerbrodhenn, fo fttef bie pfen an bie jyime.
Vnb brfundcr, fo bu belegen bift, fo beftell, bas niemant mit den”) fynben enrtbc”) one”) bu
allein ober »rem du bann’*) gecruiveft“").
iDamach befteb, wie fte dich fturment wßllenr. ?llfo ob es gefdieni well mit dem81) ju gon”)
vnb mit Leitern, bas foltu alfo brechen» wann fte bir alfo nobe Foment, bas bid)iSJ ^ptr bebunefett,
Öo laiß bin buchfttn balp an gen vnb laiß ftr wider vmb") laben, baftu anders die muß")* ift
brs aber nyt, So loß fte alle") an gonnzr vnb foiilgc bcn bäycbfen mit ben17) ffiß yfen, 3?ie man
mit bcn buppen*8) wurftrrt Jnn ben häuften, So lebett man bie rotle bic büd?fen wider. vnbu,,J
ned? enfpai noch enfd>cnia) ber ftein nit mitt dem41) wevfenn.
I..
2(1
Sö
«) ß: Nn, ’) ß: - bcn. 8) ß: gmyerttiu 4) ßi — als ir «ewenbrit tft. ») ß: ernt. ’) ß: ein. ß: 4- ye.
") ß: wol flttrtaii. •) ß: befttlL ier) ßt bim lI) ß: her. lt) ß: eie Fonben bau ftcb. «) ß: nmbflrfeben. u) ß:
003 bas nüc. “) ß: — bir. M) ß: bin bnrflF. IJ) ß: 4- aud>. ’) ß: erft. lfl) ß: — yr. ») ß: allen. ß: ivaft
anberft. ss) ß: — bas. «) ß: «»wenig. 9‘) ß: — aiicb brljTt bic »vadtt. ß: jevi». ") ß: bin. ”) ß: rcb. 4") ß: warn
w) ft: M. ™) 6: (tftuwefr. M) ß: — bem. ’*} ß: ßausbudn „511 gon* wohl verlrfm für ^jngen-. M) ß;
+ ’4) 6: - vmb. “) ß: roillc. “) ßt alcr. S5) ß: - ben. ,6) ß: happen. **) ß: — vnb. w) ß: em'dwit vnb
enfpaxe yc. n) ß: — bem.
XXXVII
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»
[mc. rag. 5$b:J
2lud> fo1) lab bin Reöelicbfle bi’idffc mit bryl; wann/? bami bin fcynt |fl florm fjontr fo loß fie loß3).
Daniorb fo wurff alfo4) bßlö bin fuyr. Das foltu alfo machen. VTym gepuffert falpettrlin
vnb barnacb4) fd) wruel, Mrlaiß bcn Vnb nrm‘) eyn rein*) lynen tficb vnb floß bas in brn $erlaiffcn
fulphur*) vnb ferne bar uff8) fulpctcr, bas cs ftd> mit eyn menge vnb Itrudi0) fleyti abe“) an bas
böcbH) vnb cntjunbc re, bad Fan nkman geltSfdxn1*). Damod) wurff bin fpring bufft ober ß
wurff büd?ffe").
Tlüdi“) mach fibcnbicb heiß waffer vnb tbii bar Jnn Flyen vnb giiß re vff bic1Ä) ncyiib; cö butt
2lnnu) großen fcbabm. (Pud) enfdjone1’) ber Balern werf (lein niet.
Vnb tvo fie leitern an breiigen1’) ober brcd)ni”), Do follcn bie mit ben erfen vff warten wib
bic mit ben grellen onb, wo fie“) Bonnen eynez?31) begriffen off 3) bcn leitern 38) mit bcn grellen, in
bic öc einen boefen ^attw)z bcn fol man“) bo halben alfo”) lang, bae”) bu etFemic|lr was bir
eben iß. onb ftd) yc™), bas bu ßcin genug babcfl, wann/? cd ciiFaiin nicmaii wol glauben, Das
bcs”) dingte alfo vil bin“) wtgb gett, wann// man?/ cs anc grifft. Darum///b beflelle, bas bu
bic murr“) nidit Äumczi barffeß von bc$ gebred)s wegen, wann/? es bir gar vcrFtrlid) wer,
bas du nit folteff fein genüg haben“). 16
(Pud) fo bebend? bin maurtriz? mir groffen langen baume/i vnb ye ein bäum an jwen ßrenge
vnb myß rs vor ye eben, 2llfo wa// bu eine/? firangf ciitjivcv bauwrff, Das ban bas ein enbe
über ber erben bcrßiid'» eine föffes bod). bas Fcrt bic benef ab vnb bic wcrd’Iiibc, bic bar vnber
arbeiten z?. onb ber bäum feilen 3 ober 4 über einanber brndc/j nod) rcd)tcr moß* Du folt aud)
bey# gefellen 3nn brv par teilen, 3tlfo bas bu loffcß ij teil vuwe/z vnb bas bcvtrcil an brr wert ßom so
@d)üß man fuyr 311 bir mit arm braßen, baß reiß ab mit ben rinne// fuyr hoden onb lofd)
cs mit frifdicr erben, mit cffid) ober mit feige. Gebüßt man die füyr 3» nut büdfffen ober
»vurfft bire 3nn, baß foltu wenden an patt; onb ffurvt einen Feffel bar über tmb bempf ce, fo
Pan bir Fein fd>abt bo von gcfd>ccu.
Vnb mir allem fliß fo tbu, wie bu macbr, baß bu yc bcn vffem graben bdjalrcft, fo ift ber sr>
ynnerfit grabe btß* bewarr. ^aftu ein berg febloß 3nn, baß brikfen graben bart, vnb
welle// fie bir brn graben füllen mit boln vnb wellen, cm werd’ 511 bir treiben, Dar gegen foltu
bin barnß bud)ffen leigen onb bin werd' bcftclL
*) *: — fr. ’) 6: an. ) *5: alfl. *) 6: — «rpnlfm falprierlin vnO Ntrna*. *) y: + bam •) u: + beeb, ö?
fdnvebrl. ") •$; 4- gqrölfttt. •) y: + bar vff. l0) y: okv. ll) •$: — an b*ß biieb. lf) y: gelaßen. J“) — JDameeb
n?ur|f, buchiTe. **) :>r + f®. “) 6: bin. **) S&J ein. ”) yi $d>oit auch. u) y! Vnb wo bin ftenbe locbc jn brechen.
JB) — Ober bretbrn. w) y: + eyn. ”) y* — rynen. y: mit. “) y: 4- vnb. ,4) y: — bic bo einen boefen batt.
w) y: + ftl. “) ’3‘ *10* ”) 6: ftlfl- ’B) 6: + 5». ”) •ä- dif. TO) y: enweg. *) «j*. bin wert. ‘Sier bricht ber
Codex paL germ. 787 im Icrtc ab, Oamatb folgen einige freie ISUurr, bir Stiften, baß bas im yati^bucbc Sdftcnbc i’piter
nactigrtragen iverbrn folltc.
XXXVIII
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http:.Vd igitaL s lu Dresden,de.’id4 8 09591 53.-121
[iw. piiß. 59 a:]
Vnb wann» fie bcn graben füllen, fo foltu mitt den barryebucbfföi nyt fchie|jen. bu foli beiten
olfb lang, biß bas ba? werd naher Pomzwpt. 211? es bir eben iß, @0 laiß bin barryß biidis
an gten vnb würg bann» bin fuyr Jnn ban holß in ben graben 2\om; aud) ba» bei- irint nit
gerabe off bid^ gte.
Vas fuyr foltu alfo madien. t7ym ein britteil fdnvcncte, ij teil! ij partes bed\ 1 partem rajfs, &
üj partes falpttzv, ij partes vnfchlit; bae jcrlaifi alles be| unter vnb guft es bann» ^ufamen vnb
nvm bann werd ober flabß onb mad? bas naß ober frucht bar in vnb ßrcyiv bau bas ra|f bar
Jnn vnb thu bas Jn c*n gcbichc faß ij ober nte vnb |lrcyw bar Jnn cm Libnz/w büd)fen pulfer
ober ine vnb roürff vnb wurjf bas Jnn bcn grabt» 511 bem houltu darnach, fo bicb bas bann»
djt buneft, fo küß bin barrvß büd)ßeii ban an gern vnb thu, waß bir nütj ijl, vnb febauw auch io
anberswo ju, bas bu nit betrogen werbeft.
IVoltcn fie aber jß bir vnb er bie erben graben, Jnn bas foltu alfo brrchen. V11 folt erß
hören, wie fie graben her. Vas horeßu bann» wol. illan hort cs and» ferrc, fo ma» vnbrr
ber erben arbeyt ober bricht, Vo foltu Jun tngtge» brechen vnb folt glich in byme graben vnbrr
bid> graben oba brechenn, wo bu fie bore|L vnb traun» bin grabe alfo bieff iß, bas fic ruber 1&
bync» graben nit Pomwcn') hin tomzwrn, @0 foltu hören, wo gegen fit finr, onb far in glid)
gegen. Vnb wann» bu bej loch? gewar ivuibcß, Öo folhi brn fuyr boln. iT'ao foltu ju ynn
Jn bas lod> bringen vnb bas loch nach bem fuyr alfo halbe ju tham/wn, bas ber rauch in bas
loch gtc onb nytt ju bir. wer bann» in bem (od> i|L brr leybett mc b5fen mortlichen gcranch
vnb rürttt 3nn fcrc bas leben. 20
iDae fuyr foltu alfo machen. 17yni falpeter x libr»^ Schroeitds iij libro? onb onfcblytt, |Vi libzas
lynbrn Eoin, iiij lott vealgar, ij loit fampfer, ij lott born|kins, iiij lott aripigmcz/t///», 4 [ott hüt#
rauch, yerlaiß ben fd)weurl rnb bas vnjcblvtr vnb wörjf bas puhtet bat in vnb menge bas wol
rnbtr cinanber vnb nym ban brnffcii werd ober habeni vnb ncry bas bar Jnn vnb mach fogcln
bar vß mb über ycuch fie ban» mit btd> vnb mach bann» cm loch in bic Fitgcln vnb thu bar «
Jnn buchfen puluer rnb, man bu wilt, fo timbr es mb rvurff es Jnn bas loch/ ab vorgefebribe»
ßett, onb verivar, bas ber rauch nicht $u bir ltoniz»e< mit miß.
„Pemmen" rrobl rnfäiridcn für „Fönncn".
XXXIX
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ßnc,pafl,?^b:] 13iid)fcil pillfCV. Vlvm iij libra$ falpcters, iij perbuiig tolii, iij ßerbung fcbwcucls; bu macht dar
ju nemni I lib/wzi Fein, Sunde pulfer, J librow falpetero, I ßrbung toln, bce1) ßröuiig fulpbure.
MHli fct)kll?C1lbe fcvr* t7ym glitt sünbe pulfer, feucht cs nut gebrautem wvm floß es bart oft
einander, als man cappellcn madHt, onb lof fic büyrre werben. t7ym bann// ein gfitt gemeyn
pulfer, Illach r& frucht nut ein ivcnid’» Ivn oll vnb füpU ein higrl Do mit miß. 21 ber bu mt/fi 5
bt) grfd)lageti jtinbe pulftrs mitten bar ynn tbiin tc.
BlCbCllbC feyt* tlym balp junbc pulfer, balp fdweud, £5d)melt) Jnn ep/w baftn onb bitnrf
ben gcyigf bar in, fo ojfr bu wilr, rnb \unbc es am
ffebent Ulf 51t .^Üllbeil. 17ym batnvoUcii febem, 6nbt ftc Jun efjigb tnib puffet onb loß fte
bruden rnb befprenge fit wider mit pulfer vnb fube fie 3nu aqua rite, wakf fic yn gutem io
51m be pulfer.
jDdd heimlich feyr. t'lrni faul nußbaumen holt?, brenne es 3nw cV,ne bafcmi oerbempfe rnb
fuyls auß, ftc/// feis. tTber nym bas felbe faul holt? vnb laiß cs wol dürre werben, Stoß es
bann/? clcvn vnb mache cyncn bafrn wann vnb thu bas pulfer bar vn inib fd)wende 9ni bafcn
hin vnb brr, biß es brun wurtt, vtt fupzw. 15
^ili ander werff fnyr. tTvm vnfdilyt vnb fcbiveuel glich vif, jerküß bas vnbrr nm ander; bann
habe jtvev ober brr lott rcalgcrs wol gefloßen vnb nkc es bar vnbrr, Dann habe vil pladcit ui
famen genud)t, Stoß fie bie ^ergangen ntateryc rnb rrynbe et» ju fanien 3nTI ^er
taps boypte*/- et ferua, wann// bu fic werffen wilt, fo ^imbe |Tc an vnb ivrrff fic geyn bynen veynbeih
£tn gcftailCB 511 xverffen. nym mpld) wafler von fefett vnb bant bar vnbev vnb mach baji so
yn ßefchen, bo Fein luffr ju tomen möge, laiß es jeben tag ober Icngerr ligen onb iverffe; es mag
vor gcftang uicinans bar by blibenn.
fctKCCVcilbCH tcß ben tlon eine viugers birf vor bas ror gen vnb f?n binr/7 |fryiin
rbtS- WC-bl 3 = 2; dbnlid) p.ZSb |XVIIJ Stile 30.
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http:<Vdigital.5lub-dresden.de.,,id4809591 53/123
|ine.p.ig. 00«:] mitten bran vnb vmb faß in myt eym iiaffni tucb, (über mach öynca Hotj von bappyr vnb
fdiieft vnber ein ßißfold tc.
Wlltll CIHCII bUflCl ICbiefTen# Slach einen bülijen dorr für bas puluev vnb barnad'» yferen
febrot ober ßücf, fo vil bu nult, vnb «über ein Floij,
Pulfer fol man halten an eyner warmen ßatt, bo es nit frucht fr vnb auch nit faß lufftich. e
So bu ein pulfer verfudßh loßt es weiß higdn, fo iß bej falpettre 311 vil; laßt es roit Fugelib
fo ift brj fcfcwebrls 3« vil; loßr es aber fdwartj Fugeln, fo iß ber Pein jeuil.
Jrem falbeßu einen pßl vom am yfen mit etwas fett, er fchlecbt feß. Salbeßu in au ban
mbc, bo er bir firmvc rurt, er butt nicht vil macht.
Ihußu ju eym pßmtt pulfrre rin qrvyntin y pRupfcrl ein balp lott burroß vnb lebeßn bin w
büß bo mir, fk jerbridn.
jDaö bU etil büdffe entlrtbeft^ Slad> hubfcblicb vrnb bas dottj, fo reyfet es. öledißu aber
nit gern oft' bic büd)», fo leig ein feil bar Jnn vnb flad) bar off :c.
£in focftltu Hym einen langen ban ff ßengd vnb fcbnevbe ymr bic eße ab vnb lays in wo( buvrrc
werben nnb über fchiit ße nut jcdoßcz» beeb; vnb wann» es büyrre wurt, So über jtich fie 15
mit jerlaiffem fcbrvrucL So bae hrrFaltrt, fo über juch ßc mit wache vnb jiinbt ße an, bas
Fan Weber wynt nod> regen gdofehen.
46tn aiibcrö. fuipbut Vitium vnuzu parcem, collfonia vnuw partem, harn vnuzv
boj jerlaif mit emanber vnb jeud) lyncn buebtr bar burd), bie vor bureb gebranttn ivyn gejogen
ßnt, vnb mach wngc bar vp vnb jiinbe re an. re ivurt ein wonbevhebe fryr mir fynm ßamme/i.
ffin feyv, b/73 3tn TOäfftt btcntt* tlym iij lib/w falpeters, J libmw fehwebde, ‘/b ItbrajD
lynben Fein, I lott campfcr, I lott bemftems; bae menge vnbei einanbrr, fac, ßcvZ feie. Jtcin
bcßilla aquaaz arbentezw per aJemicu/n et inpona bt fak c&iznnum quazrtitatczn ct> fy in ttnrerts
in eii/w pannurw nrl bigitituz» et apofuerie canbdazw, arbebtr ßnc panni 11H bigiti (eßone.
Sulpbur viuuzn in piilfere/iz rebactu/zi et pingwebi/vun cerpenttne in bibohizu rt accnifui» babit 25
ßammam magna/» et oribile valbc. CoUofcnia in ßibtiliffimu/// pulivrrzn rebactam et acbüimie
piilfa-ifata/ij et praice contra ßaznmaj» aliqua»/, babit ßaomiaa/ magnaz».
XLI
Wis^a.
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HAUSBUCH: paS. 2a
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HAUSBUCH: pag. 3a
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TAFEL 3
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imtur CHrto erffttt* crfcMtiffh»* ßrtÄfir
tu pnirtttffi &H0 U0H cut ftHHii* ÄJitil?rfämuCttur cnim
ba itrtK'&mti« omm äuantamtntf hl menioria i/Uudco
vnviK battbo (nörHCtii rrt vefus hWnHmui&itf "CrArtnrcttfr
« mcifiwia ftbioruva? ntrntö’
itrUMt amfino|rt uwmorut ß>n0 ct
pmrtvtrtt neu wt hhhms ^tmu&tur
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HAUSBUCH: pag. 4a
I SLUB
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en Wissen
TAFEL 4
HAUSBUCH: pag. 9b
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TAFEL 5
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P <\tuvnn$ prtt 4tK gtnmiKT
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bkllTfaflirficgdm tdi tnuföttf xntö faß
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^?n öKiflln ?•»«« frurefi vadnii
V%it tair rem iwfTölci^ Shu vnökilt
Jlf-jSnUv T»v^ pc^i Habit} tratunrti V«ö ü(t
tjutui ncfenqtii ihittc vnbt»ntjdwft
5 fJvtxflFaiHjcii irMimfriff S<im wutfl ?<ut
Ma jjcjmtrtfc
rf>ur fwet m wf Maimf
«vtttiTtT fw bJinJwyuiScit tjvui
-—^ftpunxne iic ämiä mdit omzkvii
^•tb tm< mmc m «<rt v«ö tu6of (U &£<n
twe ilKSiwiwi* Fint |j«jFioi
Äintbctf k »WWr
wtGÄtMHW ffCnutrt M» ver/iun
HAUSBUCH: pag. 10b
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I
HAUSBUCH; pag 11a
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Tafel 21
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