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Теги: waffen waffenlehre schusswaffen
Год: 1908
Текст
-----Berlin ----
ßandbud) der * * -
33aff(znl<zf)rc
fjanöbibliotljek ites Offiziers
8*^2^
Grfter Band,
fjanbbud) für bie
Dorbereitung jur Kricgsabaöemie.
|i|lri4 fii Jhttrbrr fnr He wi|fri4iftli*e 9eftk*fli|«i| jiiirrer ffflhirrr
von Krafft,
Sauplntiirtn nnb Xompagniedjef tm 3nf. Hegt. ^rbr. Ijiller v. Gaertringen Hr. 59.
Jivcitc, vermehrte Mufiagc.
(II8,—, In Leinen (II 9,50.
Da» Werf ifl Durch feine ge iß volle €i gen art, praPtifcbr unb iiberßcbtlube
Ifnmbnung rin IVegweifpr, den von nun an tvobl fein inffijier bei feiner
Uorbrrritung jur Krirasafabemirprfifung wirb entbehren wollen. 3,n ganjen:
€ i n u o r i r e f f I i rtj t s u d? 1 111 i I i tä r • IV o d? e n b I a 11.
Zweiter Band.
Der Rbjutanteitbtenft
bei tri Cri„ti ilrr Jliiffra, bei (SiriifoikiBMiltt Bit tIepttekiMMiitaf.
r»n Graf v. Schwerin,
ruiupfniünn unb Vatteried’tf im 2. Garbe«.f elbartilIerie*Krginient
Zweite, neu bearbeitete Huflage.
m 4,—, In Leinen IT1 5,- .
€$ ifl eine ftbr wo bl burebbaebte Arbeit, bir llliiüer finb gut ae«
wählt, librraH iß auf bir rntfprrcbrnben Pienßvorfcbriftcn ikjng gcnoiiimrii. £in
qitnj brfonbrrrr Vorpia iß es, baß ßd? bas Vuib mit ben Verhält»! if f en aller
fPaffrn unb BlenjlßeHcn ber nieberen 2lbjutanfur befaßt.
münebener Heueße Macbricbten.
Dritter Band.
fjanbbud) ber IDaffenkljre.
fir Orfijicrr eUn MJ^fra nm Selblliitrrritt, btforitro jur (Jürbrrritang
fir He firif|9thüf«it.
von Berlin, major beim Stabe bes 5ußart. ikgts. Mr. 14.
mit 2S3 Abbildungen im Crxt und 15 Slelndrudctafeln.
Zweite, neu bearbeitete Huflage.
EU 10,—, In Leinen III 11,50.
£üt brn Croppe nof fixier fehlte es bisher an einem brauchbaren banbbueb
brr Waffrnlrbrr Das Vorlteginbe iß ein b er vor ragen bcs IVrrf, wie fokbes in
g l r i d> e r V o 11P o m ni r n b e i’t feit langer 5c,t n i cb t e r»d: i r n e n iß.
Kdlnifcbe (3rirun4
Vierter Band.
Der Dienß bcs (Bcncralßabcs.
von Bronfart von Bcbellendorff, weilanb General ber 3nf<mtevic.
\ Vierte Uuflage
wnfart von SdjeUcnborff, OTberßlt, im großen ^encralßabe.
' m 9,50, in Leinen IR 11.-.
Auflage bat bas IVcrP an 11 berfid’tlidjfcit unb .folge
»onii en unb ße 1?t vo11ßanbig auf ber t*Öbe ber 3r i t.
Itrral b. Jnf. v. l’lunic im lu i Ii tär < IVod’cn bla ft
fünfter Band.
Der Kompagntecfyef
i£in Nakjcber für
(Friir|ii|t Jeebilhit, yrraaliiu irt M*tfcu| hr
Fun V* «ledel,
major uTiti öuMiUamtümmiinbfur Im ffiartt- jfijitIrr Regiment.
3. umgfarbeiiete Auflage, unter BerDdcsiditigung der ntutslen Dienst
vorrärilien für die Infanterie«
CT1 4(—, in keinen Dl 5,
Beehrter Band.
Der BataiOonsbommanöeur
im äufemn und inneren Dienft.
t’c-i Becher,
(H brr ft tiub Xommanbriir fcrs nj Eotlitingifdsni 11t. |?4.
Zweit«, unter Beiüdurcbtiqung der neuen Dienstvorschriften für dielnlanterie
bearbeitete Auflage- In Uorbenitung.
Etwa ID 2,80, En keinen Hl *
Siebenter Band.
Qanöbud) her üahtth.
den Emmanuel,
HLi]Or unb Itdidi Uon 'foniimiiibrUT im ? fot^ting. Jnn Hr<JL 11t. (SD.
Zweite. auf Grund der JeldditnU-Ordnung 1903 um gearbeitete Auflage.
In Körbe Teilung.
|Wt zablreidtcri HbMldungrn.
Etwa m 11,-, In keinen ID 12, .
«In trhr- Uht) :? 111 b i r m u>rr f Hflm Rangc$J £tnc ^unbgmbt fflt
alle Cruppriicff’jkfe. Mr ftdi lofHfrtj ivriitrbilbrn, Juf hie Kri rg5aFa
bjfflit mbrrri ttn obrt fld? über Mr fdjroebr nfrr n öf”fr’J>jrH ori*n»
t i r r t n mallrn. TieiiijdTr^lPffiiTtrblLTtf
Hebt er Band.
Die öeutfdjc £anö= unö Seemodjt
und die Berufspflichten des Offiziers.
t>»n von Rabenau.
tfduprnid'in unb inilitärltbrrr nn brr fhiiirt-Reifer HrnanjtiilL
Zweite, neu bearbeitete Auflage. Tn Uorbereitung.
Etwa CTl 5,-, in keinen m b,25.
rrtf 1? i I f 5 m i 1 e r 1 filr jefern, brr ndj iibrr bic (DfHjEtt'
[auffaohri iinicrTid'irii null Dem Srfoff 1 jirr iDirb hier rin i’oUrt fiiiblicf 111
bie (Drgdniid rioii 1111 b bir lluihflbufij fte s £ a n b L? r c 1 r 5. bnu (Dffi}irc
bts £ü n r rt 5 rin folger in Mr (D t g u ni 1« r i« n Linbbu^f^iff^nidtrrial
brr bfutftbrn z-rt macht grgrhtn. 111
Sortfefrunfl aut teex
THE IINIWRSTW OE W«.WS» EX»»8^
Jjanöbuct}
ber
IDaffenlefyre
©Hijiere aller Waffen jum Selbstunterricht
befonberS 3 m
Vorbereitung für die Kriegsakademie
Berlin
9Jtajor beim Stabe be« Babifcben ftuffarttllerie ftegimentb 9h:. 14
Sweite, ueubearbeitete Auflage
Witt 283 Slbbilbungctt int Scj-t unb auf 15 tafeln
<300
Berlin 1908
grnft Siegfried SKittler unb Soljn
Aöniglit^e $ofbud)^anblung
«otbftrajt 68-71
9HIe 9te$te aus bem Sefefce bom 19. Juni 1901
fotvie ba$ ÜberfeVungörcc^t finb uorbebaltcn.
Uonuort jur ersten Auflage.
^ai »orliegenbe ®utf) ift in erfter Vinte bagu befiimmt, bem
jungen Offizier beim Selbstunterricht ein brauchbarer, guoerläffiger
{Ratgeber ju fein, befonberS ihm bie Vorbereitung für bie ftriegS*
atabetaie gu erleichtern.
ferner eignet eS ficß für folcße ffäßnricße, bie ohne Vefucß einer
StriegSfcßule ficß gur ©ffigierprüfung »orbereiten, unb für SriegSfcßfller
gur häuslichen Sßieberßofang beS im $ärfaal (Erlernten. Schließlich
bürfte eS auch bem neuemtretenben Seßrer ber Vtaffenleßre eine
ertofinfchte (Ergängung beS amtlichen ßeitfabenS bieten unb ißm bie
(Einarbeitung erleichtern.
Site ich,. einer Anregung non befreunbeter Seite folgenb, baran*
ging, meine in längerer jätigleit ate ßeßrer ber fflaffenleßw an ber
ÄriegSfcßule 3Reß gemachten, in gaßtreicßen Sufgeicßnungen niebergelegten
(Erfahrungen gu einem für bie genannten ßwede bestimmten $anbbudje
gufammenguftellen, mußte ich fragen, ob bie vorhanbenen Vficßer
meßt fdjon genügten.
®er „?eitfaben für ben Unterricht in ber SEBaffenteßre an ben
ftöniglidjen ÄriegSjcßulen“, ber grunbfäfclicß alle tecßnifcßen (Eingel*
heiten beifeite läßt, tann jenem ßioede nur genügen, wenn er burcß
ben Vortrag beS SeßrerS ergängt unb erweitert wirb.
©ie „SBaffenleßre" beS ©enerate Sßitte*) ift ein auSgegeidjneteS,
eigentlich baS Staffenroefen ber gangen SBelt umfaffenbeS Vudj, welches
aber gerabe burcß bie ffütfe beS Stoffes auf einen jungen üffigier,
ber eine ©runblage in ber Kenntnis beS VtaffenwefenS legen will,
oerwirrenb wirft.
3<h glaube baßer, baß baS vorliegenbe „^anbbucß", in ber fIRitte
gwif^en bem „Seitfaben" unb ber VMllefcßen „VJaffenleßre" fteßenb,
bocß eine Süde auSfüUen wirb.
*) 2. Xuflage, Setlin 1901, 91. Sifenfcßmtbt.
IV
Sorroott jur erftrn Stuflage.
Qn ber ©lieberung bed ©toffed tonnte id) neid) im allgemeinen
ber bewährten (Einteilung bed Seitfabend anfdjließen. Stuf bie gefc^it^t«
liehe (Entwictlung ber $anbfenertvaffen unb (Gefdjüfce feit bem gelb«
guge 1870/71 höbe ich, trofcbem fie fo turg wie möglich gefaßt ift,
befonberen ©ert gelegt, weil id) glaube, baß bad berftänbnid für bie
beftehenben (Einrichtungen fo am leidjteften erworben wirb, unb weil
aud) für bad ©tnbium unfered großen ftrieged bie ftenntnid ber
bamaltgen ©affen unb ihrer ©irtung von ©ert ift.
bei ben (Gewehren unb (Gefchüfcen frember Staaten glaubte id)
midj auf bie europäifchen (Großmächte befdjränten gu lönnen, ba bie
Heineren europäifchen Staaten unb bie vielleicht in betracht tommenben
bereinigten Staaten von fRorbamerita unb gapan mehr ober weniger
auf ben (Erfahrungen ber genannten ©roßftaaten aufbauen.
Um ben Umfang bed budjed gu befdjränten, höbe id) auch bie
gasreichen intereffanten (Entwürfe neuzeitlicher ©affen ber privat»
fabrifen nicht aufgenommen unb nur ba eine Hudnahnte gemacht, wo
fi<h unfere ©affen voraudfidjtlidj in ähnlicher' ©eife entwideln werben.
(Ed ift natürlich« baß in einem $anbbuche ber ©affenlehre
mancherlei (Einrichtungen aud bienftlichen fRüdfichten nicht näher be«
fehrieben werben lönnen; in foldjen gälten habe ich auf bie betreffenben
©ienftborfdjriften verwiefen.
(Ed ift mir ein bebürfnid, $errn ÜRajor V. Wlülmann, Rom«
manbeur, ben Herren Hauptleuten v. Storp unb Strafft, Seljrern an
ber Striegdfdjule ÜRefe, fowie Herrn Veutnant berlin im Siheinifchen
gußartillerie»9legiment SRr. 8, bie mich teild burcß fRatfdjläge, teild
burch fDHtarbeit bei ber Hbfaffung bed buched unterftüfet haben, auch
an biefer Stelle meinen oerbinblichften Dant audgufprechen.
£)aß ich mein buch Herrn (Generalleutnant fRohne gewibmet höbe,
foU ein Reichen ber ®antbarteit fein, welche ich Seiner (E&elleng, beffen
Schriften für mich eine Quelle reichfter belehrung unb Anregung
gewefen ftnb, fchulbe.
Stile borfchtäge unb ©ünfche, bie für etwaige Sbänberung, Stürgung
ober (Erweiterung bed Inhalts mir gugehen, werbe ich banfbar annehmen.
2Reh, tm September 1903.
®er: Berfa JTrr.
Dorwort jur ^weiten Auflage.
®ie Überaus frennbtic^e Beurteilung, bie ber erften Auflage beS
$anbbu$e£ in ben militärifchen ßeitfdpiften unb ben Tageszeitungen
Zuteil geworben ift, hat meine (Erwartung, bafj biefeS Buch eine Vürfe
in ber Literatur beS SJaffenwefenS nuSfüllen würbe, voll unb ganz
erfüllt.
T’er hauptfächlich infolge ber (Einführung ber S« Munition not«
wenbig geworbene erfte 9?adjtrag brauchte nicht, wie beabsichtigt, burd)
einen zweiten ergänzt zu werben, ba bie erfte Auflage vergriffen unb
eine zweite notwenbig geworben war, in welcher bie inzwifchen ein«
getretenen bebeutfamen Beränberungen auf bem (Gebiete beS ©affen«
wefenS bie gebührenbe Berüdftchtigung gefunben haben, foweit fleh bie«
mit fflüdficht auf bie vielfach gebotene (Geheimhaltung ermöglichen lieh.
ffür bie vielfachen, mir zugegangenen Anregungen unb ffiünfche,
bie ich .ntöglichft berfidfichtigt habe, fpredje ich auch an biefer Stelle
meinen T)ant aus unb hoffe« bah bie zweite Auflage biefelbe gute Auf«
nähme finben wirb wie bie erfte.
Straßburg i. (E., im September 1907.
^nfaltsnerjeiihnis.
Seite
(Srfter 8(bfdjnitt.
•inteilung ber SSaffen......................................................1
a. Angriffdroaffen...................................................... 1
b. Schußwaffen...........................................................2
ßtoetter Slbfdjnitt.
®te Hanfes Staffen..........................................................2
Dritter Slbfdjnitt.
Steift*, Spreng* unb Sttnbmittel............................................6
I. Tie Treibmittel.......................................................6
Ter Vorgang in ber Söaffe beim Schienen.............................6
Anforberungen an Treibmittel........................................6
A. Tas raudjfchmache $uloer......................................8
a. Tie reinen Scßiebwollepulüer...............................8
b. Tie fprengölhaltigen Schießwollepulner....................10
(Sigenfchaften ber rauchfchroachen $ufocr.....................11
B. Taö Schworjpulner............................................13
Tie ®crwcnbung ber Treibmittel...............................13*
II. Tie Sprengmittel......................................................16
Anforberungcn an heftig roirtenbe Sprengmittel.....................18
Tie Serwenbung ber GfranatfüHung 88................................17
Schroarjpulner a(ö Sprengmittel...................................18'
III. Tie .ßitabmittel . . . 18
Tie burch Stofj unb Schlag entjünbeten ßünbmittel..................18
Tie burch Reibung cntjünbcten ^ünbmittel...........................19
$lühlünbfchraubc...................................................20
Vierter Slbfdjnitt.
Scpieftleftre..............................................................21
Allgemeines................................................................21
A. Tie ©eftalt ber ©efcfjoftbalpti.....................................21
1 Tie Anfangögefchwinbigtcit.....................................22
2. Tie Dichtung...................................................30
3. Tie Schrocrfraft...............................................31
4. Ter £uftroiberftanb...........................................35
5 Tie $ejchofjbrehung............................................43
B. Tie Ermittlung ber ©eftfjogbafjn für bad Schienen...................48
a. Tie Otefchofcbahnen ber §onbfeucrroaffcn.......................48
b. Tic ftefchofcbahnen ber ©efchüßc...............................52
3n$aItdDergei$nid. VH
Seite <
fünfter Abfdjnitt.
SM Steffen ..................................................................56
1. Sie Streuung ber einzelnen SBaffe.....................................56
2. Sie Streuung ber einzelnen SBaffe beim ©ebraudj.................... . 64
3. Sie Streuung mehrerer SBaffen.........................................66
4. Einflufj ber ©eftaft ©efc^ofebabn auf bad Treffen.....................69
a. glarfjc 0efc$o(j bahnen......................................... 69
b. Steile ©efäofjbabnen..............................................70
5. Einfhife ber ©eftalt unb Aufteilung bed 3^cä auf bad Treffen ... 71
6. Einfluß ber Ermittlung ber Entfernung auf bad Treffen.................74
a. Sc^iefeen ber gnfonterie..........................................74
b. Sc^iefjen ber Artillerie..........................................75
3ufommenfoffung............................................................. 76
©elfter Abfdjnitt.
Sie $anbfenertoaffcn.........................................................76
I. Änrje gefdjidjtiitie Gntmidlnng fer $ewe*re feit bem gfelbange
1870/71 ................................................................. 76
1. Sad ßünbnobelgeroe^r.............................................77
2. Sad gnfanteriegeroebr M/71...............................84
3. Sad Jnfanteriegeroetjr M/71/84.............................93
4 Sad ©eroeljr 88............................................... 102
5. Sad ©eroetjr 98.............................................. 103
Überfidjt über bie Entroidlung ber beutfe^en ©eroebre................103
Selbftlaberoaffcn....................................................105
Tie Selbftlabepiftole „^arabeUum"....................................107
II. 3»«^ »üb Giuteilnug ber $anbfenerwaffen.............................120
IIL Anforbernngen an bie $anbfenerwaffen..................................120
a. An bad ©eroefyr...............................................120
b. An ben Karabiner..............................................121
c An bie JJauftfeuerroaffe......................................121
IV. Allgemeine Ginrid|tnngen ber ganbfenerwaffen..........................121
a. ©eme^re.........................................................121
1. Ser Sauf....................................................121
2. Sie «ifiereinric^tung................................• . . 124
3. SJerfdjlufj mit 9Ref)rfabeeinri$tung .....................125
4. Ser Schaft................................................127
5. Ser SBefc^lag unb bad 3ubet)ör.................127
b. Äarabiner......................................................127
c. gauftfeuerroaffen..............................................127
V. Sie bcntftfjen $anbfenerniaffen......................................128
1. Sad ©eroetjr 88................................................128
2. Sad ©eroebr 98.................................................140
SSoqüge bed ©eroebrd 98 gegenüber bem ©eroebr 88 . . . .151
3. Ser Karabiner 88 unb bad ©eroe^r 91................152
4. Ser Äarabiner 98...............................................153
5. Ser Aeooloer 83 unb 79...........................153
vm
gnholtdoerjeichnid.
Seite
VI. Ser Sdjieftbebarf ber ganbfettermffea................................157
a. ftür bad Seroehr 88, ben Karabiner 88, 98, bad Gewehr 91 .157
b. Jür bad Seroehr 98.............................................160
c. gür ben SReoofoer 88 unb 79....................................162
VM. Sie (Beftefnpirfttttft ber $anbfenermaffen...........................162
a. ©eroe^re.......................................................162
b. Karabiner......................................................165
c. SReoofoer......................................................165
VIII. Sie Sdpfleifcagen ber ganbfenermffen.................................165
b. ®eroehre 98 (88).............................................. 165
b. Karabiner 88 (Sewehr 91) Karabiner 98..........................169
c. SReoofoer 83 unb 79............................................171
IX. Sie (Bewehre ber enropftifcben ^regmä^te............................171
1. ßfterreich’Ungam. Sad Stepetiergeroehr M/95....................171
2. Italien. Sad (Bewehr M/91......................................176
3. Jrantreich. Sad SebebCBeroehr M/86/93 ........................ 180
4. SRufjlanb. Sad Sreilinien»®ewehr M/91..........................185
5. ©nglanb. 1. Sad 2ee*@nfielb*(Bewehr M/95 II....................189
2. Sad furje 2ee^@nfielb«®eroe^r M/1903 .... 191
SufammenfteUung ber wichtigften Angaben über bie Oeroe^re ber
europäifchen (Brofjmächte.......................................193
Siebenter Slbfdjnitt.
*a8 SRafdjhienaetoebr.......................................................196
1. Sad eigentliche Gewehr.................................................196
2. Ser Schlitten..........................................................202
8. Sie Safette...........................................................202
4. Sie $rofce.......................................................... 203
5. Sewichtd: unb SRajperhältniffe........................................204
6. Stiftung bed SRafchinengeroehrd.......................................204
Steter Äbfdjnitt.
SieOefcbfl^e................................................................205
I. Knrge gefd)id)tltd)e Qatoitfhmg ber (Befere feit bene ftelbgage
1870/71 ................................................................. 205
A. Sie <&efc$ü$e ber gelbartillerie...............................205
Sie 8 cnvKanone. (Seichte ^elbfanone C/64).................... 205
Sie 9 cm-Kanone. (Schwere gelbtanone 0/71).....................206
Sad gelbartiHeriegerät 0/73 .................................. 208
Sie ^elbfanone 96..............................................213
Sie leichte ^erb^aubi^e........................................216
Seberfporngefchüfce............................................217
ftohrrücflaufgefchüfce.........................................218
Gntroidlung ber ftelbfanonen (Überficht).......................221
tfruppfche 7,5 cm>$e(b(anone L/30 ............................ 223
B. Sie ©efchüje ber JJufjartillerie................................226
öefchichtliched................................................226
^anjergefchüje.................................................231
Sn^altdoergeicbnid. IX
Seite
Schwere Artillerie bed ftelbbeered............................
Entroicflung bed 15 cm^Iad^feuergef^ü^ed (Überfid^t) . . .
Entroicflung bed 15 cm'Steilfeuergefchüfced (Öberfidjt) ....
ßruppfdje 10 crmBelagerungdfanone.............................
Kruppfdje 15 cmsjjelbhaubije..................................
Äruppfdje 10,5 cnvgelb&aubifce................................
H. CHnteilnng ber «efW.................................................
1. Krümmung ber ©efdjofebafjn. (®efd)übarten)....................
2. Stohrburcbmeffer.............................................
3. ®ebrauc$dort (©efc&übNaffen)..................................
a. Ser gelbfrieg............................................
b. Ser ©ebirgdfrieg.........................................
c. Ser geftungdfrieg........................................
d. Scr Seefrieg.............................................
111. Sie ®ef ...........................................................
A. Allgemeine Einrichtungen......................................
1. Sad Sohrmetall...........................................
2. Ser Aufbau bed Söhres....................................
3. Sad Äußere ber ©efdhüfjrohre.............................
4. Sad 3nnere ber ©efcbüßrohre..............................
5. Sie «erfölüffe...........................................
Anforderungen.............................................
Ser Äeifoerfälufc.........................................
Sie Siberungdringe........................................
Sie Entjünbung............................................
6. Sie fticbtmittel.........................................
A. ^(tere ©efchüße.......................................
a. Einrichtungen jum unmittelbaren Sichten (Auffäfce) .
b. Einrichtungen jum mittelbaren Sichten (Quabrant ufro.)
B. Seuefte ©eföüfce......................................
B. Sie Soljre, Aerfdjlüffe unb Sichteinrichtungen ber
hauptfäd>lid>ften beutfchen ©efchüfce...............................
1. Sie gelbtanone 96 n/A....................................
2. Sie leichte gelbhaubiße..................................
3. Sie fdproere Jelbhaubiße 02...................
4. Ser 21 cni»9Rörfer.......................................
5. Sie 10 enpftanone........................................
6. Sie lange 15 cm*#anone...................................
7. Sie 3,7 cnvSeooloer4tanone...............................
IV. Sie Safetten........................................................
Allgemeine Bezeichnungen.........................................
Einteilung ber Stafetten.........................................
Anforderungen an bie Stafetten...................................
a. Jelblafetten.............................................
b. Stafetten ber ferneren Artillerie bed gelbbeered.........
c. Belagerungdlafetten......................................
d. Jeftungdlafetten.........................................
e. Äüftenlafetten...........................................
f. 6d)iffdlafetten...........................................
X
3n$a(t6Derjei($ni8.
(Seite
Ter Slufbou bet ßafetten...........................................809
A. Tie fahrbaren Lafetten........................................809
Allgemeine Einntblungen.........................................309
Tie Jöönbe....................................................809
Tie 9H$tmaf($ine..............................................311
Tie St^fe.....................................................812
Tie «über.....................................................317
Ter SRobrrüctlauf.............................................819
Tie Sefchlfige................................................821
Tie faltbaren Lafetten ber ^auptfttc^lic^ften <3ef4üfce .... 821
1. Tie JclMafettc 96 n/A....................................821
2. Tie iyelbbaubiblafetic 98 .............................. 828
3. Tie föroerc vV^lbbaubi^Iafctte 02 ...................... 332
4. Tie 21 cm^öriexlafette...................................333
5. Tie 10 cm Vufette 04 ................................ 338
6. Tie (miße 15 cm Vafettc..................................338
7. Tie 5 cm ttanjerlafctte..................................342
B. Tie bauernb auf befonberem Unterbau aufgeftellten
Lafetten............................................................345
1. Tie 15 cnvÄüftenlafette..................................345
2. Tie SRinimalföartenlafette...............................852
3. Tie äafemattenlafette....................................352
4. Tie ©<$iffgiafetten......................................352
V. Tie groben...........................................................353
SlUgemeines........................................................353
Einfettung ber $ro$cn..............................................854
Anforberungen......................................................354
Ter Aufbau ber ^rofcen............................................ 356
1. Tie ftclbprofce 96nA.........................................356
2. Tie ^etol>aubi$pro$e 98 .................................... 360
3. Tie fdjioert ^dbb(tubi$pro$e 02 ........................... 360
4. Tie 10 cm^rofce.............................................360
5. Tie 21 cm DJörfcrpro^c......................................360
VI. Tie Srtifleriegefdpffe..............................................362
A. Einteilung unb ©ejeichnung ber (Befc$offe .... 862
B. Einrichtung beä Gefchoffeg....................................863
1. Taö GejchofemetaH.......................................363
2. Toö Äufeere beö Gefchoffeg..............................363
3. Tag innere beg Gefchoffeg...............................365
a. ©djrapnelig...........................................365
a ^obenfammerfchrapnelig................................366
ß. IHüteltammcrfcbrapncUg...............................367
b. Granaten..............................................367
(t. rprcnqgrcinakn......................................367
ß '^ulvergranaten.......................................367
/. ganggranaten.........................................369
©chrapnellgranaten...................................369
c. Äortätfcben...........................................370
Sn^olttoeqeic^niS. XI
Seilt
4. Tie t&eföofoünber.................................... 372
a. Aufföfagjünber......................................372
a. Ter ©ranatyünber 96 unb ber ©ranatgünber 96 m. S. 873
ß. Ter ©ranat^ünber 04 ... -.....................374
y. Ältere (Sfcanatgünber..............................874
d. günber ber ^Jufoergranaten.....................375
b. 23rennjünber........................................376
c. Toppeljünber....................................... 878
Tie Toppeljünber ber JelbartiUerie....................379
a. Ter Toppeljünber 96 ....................... 379
ß. Ter ToppeQünber 92 für Jelbfjaubifcen .... 880
y. Ter Toppelgünber 98 ........................ 380
Tie ToppeQünber ber gufeartiüerie..................381
d. Ter ToppeQünber 92 .............................. 381
. e. Ter Toppeljünber 92 für 10 em*Jtanonen .... 383
Ter Toppeljünber 91................................383
rj. Ter Toppelftünber 85 ............................ 383
9. Ter Toppeljünber 86 ............................. 383
t. Ter Toppetjünber 88............................... 383
3ufammenfteUung ber bet ben tjauptfä$li$ften @efd)ü$en ber gelb=
unb gufeartiUerie oerroenbeten (55ef cfjoffe, günber, £abungen unb
3ünbungen.....................................................384
VII. Tie tBirfnng ber Artiüeriegef^offe....................................386
Allgemeines......................................................386
1. SBirfung gegen lebenbe 3iclc..............................386
a. Ter Kartätfäfäub.....................................386
b. Ter 0t$rapnellfc$ufj 23$.............................386
©ebeutung ber Tiefenroirtung....................... 392
c. Ter Sprenggranatfdjufe ..............................394
d. Ter Aj.*6$u6 ber e^rapneHS unb (Granaten . . . 895
2. Söirfung gegen tote 3iele.................................397
VIII. Tie geiftnngen ber ijanptfftdilidifiten bentfdien ®efd)ü$e .... 399
1. Tie gelbfanone 96 n/A ......................................399
2. Tie leiste Jelbfjaubi^e.....................................404
3. Tie fernere gelb^aubive 02 ................................ 406
4. Ter 21 empörter.............................................410
5. Tie 10 cm=Manone 04.........................................413
6. Tie lange 15 cm-Äanone.................................... 414
3ufammenftellung ber roic^tigften Angaben über bie beutf$en ®ef$ü$e
ber Jelb- unb gufjartiUerie.................................415
IX. Aberfidjt über bie Artillerie ber enropäifd)tn ©rofcmädjte . . . 420
I. ÖfterreidpUngarn.............................................420
A. gelbgefäüfce.............................................420
1 Tic 8 cm^elbfanone M/5...............................420
2. Tie 10 cm4$clb^aubibe M/99 ....................... 424
3. Tie 7 cm GJebirgöfanone M/99 ..................... 426
4. Tie 7 cnv(3ebirgsfanone M/99 ..................... 426
XII gntfaltdüerjeübnid.
€eiie
B. B^were Artillerie bed gelb^eered........................426
Tie 15 em-Batterie^aubi^e M/99 ........................... 426
0. Überfielt über bie Belagerungdgef$ü$e..................429
D. Jeftungdgefc^ube.......................................430
£. Äüftengejdbü^c.........................................430
II. gtalien....................................................430
A. 5elbgefc$üfce........................................430
1. Tie gelbfanone 75 A.............................430
2. Tie gelbfanone 1906 ................................ 432
3. Tie 7 cm Äanone M/77/84 (öebirgdgefc^üb) ... 433
4. Tie (Mebirgdfanone 70 A.........................433
5. Tie 4.2 cnvÄanoru 3Rajim-^orbenfeIt (@ebirgdgef($ü$) 433
B. Saniere Artillerie bed gelb^cered....................433
C. Überfi^t über bie Selagerungd* unb geftungdgefc^ü^e . . 434
D. Tie £üftengef$übe....................................... 435
HI. Srantrei^...................................................435
A. gelbgeföübe...............................................435
1. Tie 75 mm-Jtanone M/97 ............................. 435
2. Tie furje 12Omm Äanone...............................441
3. Tie 80 mm^ebirgdtanone M/78/81 ..................... 442
4. Tie 68 mm-öebirgdlanone 443
B. Bgroere Artiüerie bed gelbfjeered.........................443
Jhirje 155 mmJtanone 9timail$o.............................444
C. ftberfidü über bie ©elagerungdgef^ü^e.....................446
D. Seftungägefdjüfce.........................................447
E. Äüftengefcbübe........................................... 447
IV. Stuft lanb.....................................................447
A. Selbgefcftüfte............................................447
la. Tie Sftöüige S^neUfeuertanone M/1902 .... 447
1b. Tie SftbÜige S^neüfcuerfanone M/1903 .... 449
2. Tie SftftÜige S$netlfeuertanonc M/1904 ............. 449
B. @<ftwere Artillerie bed gelbtjeered.......................449
Ter 6jöüige gelbmörfer C/86 .............................. 449
Überfielt über bie
C. 8elagcrungdgef(bütfe......................................452
D. Jefhmgdgefdjübc...........................................453
E. Äüftcngefcbübe............................................453
V. Gnglanb......................................................453
A. gelbgefcftüfte............................................453
1. Tie 18pfünbige ScfcittUfeuertaiwnc...................453
2. Tie ISpfünbige SdjneUfcuerfanonc.....................454
3. Tie 5jöaigt Jelbfyaubifcc C/96 454
4. Tie 7pfünbigc Äanonc C/79 (®ebirg0gcj$ü$) . . . 455
5. Tie 7.5cn>'Äflnone löebirgögefdjüfc).................456
B. Schwere Artillerie bed Jclbbeercd.........................456
Tie 4jöÜige ^cbneüfeuertarwne............................ 456
C. 8efagerungdgefc$üfce......................................457
äSsssssSsSssagsälSS
SngaltgDerzeicgnig. XTTT
Gelte
Neunter 2lbfdjnitt.
ftie fttieatfatoenae....................................................
Sweet unb Einteilung ber Ärieggfagrjeuge................................
Anforberungen...........................................................
allgemeine Einrichtung ber gagrjeuge....................................
I. Sie 3rahr$enge ber ^elbartillerie................................
a. Sie Sabrjeuge ber Jtanonenbatierie..........................
1. Ser SWunitiongwagen 96 n/A................................
2. Ser 1. ®orratöwagen 96 n/A ...............................
3. Ser 2. Sorratgwagen 96 n/A................................
b. Sie ga^rjeuge ber leisten gelbbaubifcbatterie...............
II. Sie ^agrjenge ber ferneren Artillerie M fjelbljeereg ....
a. Sie gagrjeuge ber {(gweren gelbbaubifcbatteric.....................
1. Ser ®eobac$tunggwagen 02..................................
2. Ser gugartiHerie‘9Runitiongwagen..........................
3. Ser Storratgwagen.........................................
b. Sie gagrjeuge ber 21 cm Mrs.Batterie..........................
1. Ser 21 cm*-9lobrwagen.....................................
2. Ser ®ettunggwagen I für 21 cm^Mrs.-®alterten..............
3. Ser Settunggwagen II für 21 cm Mrs Batterien..............
Sc^nter Abfdjnitt.
Sie iBerwenbnng ber SBnffen.............................................
A. Sag ©tgiegen mit ^anbfenerwaffen.................................
1. Sag ©Riegen mit (Sewegren......................................
Entfemunggermittlung...........................................
Einzelfeuer....................................................
Abteilunggfeuer................................................
geuerw irfung..................................................
gcuerleitung unb geuerjucbt....................................
2. Sag ©djiegen mit bem Karabiner (Öcwefjr 91)....................
Einzelfeuer.....................................................
Abteilunggfeuer.................................................
3. Sag ©Riegen mit bem Aeuoluer..................................
B. Sag ©(Riegen mit bem SRafcbinengewebr............................
Allgemeine ©runbfäge für bie ®erwenbung............................
Sag ©Riegen........................................................
Sie geuerwirfung...................................................
C. Sag ©(giegen mit @efd)ityen.......................................
L Sag ©Riegen ber gelbartillerie.................................
Erfunbung beg geinbeg unb ber geuerftellung...................
geuerleitung..................................................
geuerorbnung unb $euergefd)winbig!eit.........................
geuernerteilung...............................................
©Riegen mit Aj................................................
Sag Eabelfdjiegen.............................................
Sag weitere ©Riegen im glagbahnfcgug..........................
XIV 3M®Wueraei<$ni4.
Cette
2)er Dogenföug bet gmibige....................................490
. ©djiegen mit ©djrapnellö D$...................................401
2)a$ ©abelföiegen............................................491
$a« Da^iegen................................................492
©Riegen mit ©ranaten Da.......................................494
2)a$ (Einfliegen.............................................494
fcaö Da**©$iegen.............................................494
©Riegen mit ©$rapneD3 Da* na$ vor^ergegangenem (Eranatfäiegen 495
9(&n>e$felnbed ©Riegen mit Sa* unb Da.........................495
II. 2)a« ©Riegen ber gugartillerie..................................496
^Ugemeines....................................................496
(Erfunbung unb SBagl ber geuerftetiung........................496
geuerleitung................................................ 498
Deoba^tung....................................................500
Seuergeföroinbigteit unb geuerorbnung.........................501
2)ad Stiegen einer Datierte...................................502
Mgemeine«.....................................................502
©djiegen mit (Granaten........................................508
(3abelf$iegen mit nagfolgenbem (SfaippefcQicgen...............508
©treufdjiegen.................................................504
€>4iegen mit Scgrapnetid......................................505
$lanf($iegen..................................................506
Sadperaeidpii#...........................................................508
Quellen.
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Scbugroaffen. ßaUe 1901. SB. Hnapp.
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teilungen. »erlin 1908. G. S. Mittler & Sob«.
— Sad mobeme gelbgefcbüj. Seipjig 1906. Sammlung Göfcben
0. fcoffbauer. Gntro 1 cf(ung bed SRaffengebraucbd ber Artillerie. »erlin 1900.
G. S. SRittler & Sobn.
— Bur Stage berScbnellfeuergelbgefcbü^e unb i$red tattifeßen SBerted. »erlin 1902.
G. S. SRitiler & Sobn.
— Bur »erroenbung ber ftelbbaubifcen im gelb« unb »ofitiondfriege. »erlin 1901.
G. S. Mittler & Sobn.
— Altes unb Aeued aud ber beutfeben getoartiüerie. »erlin 1903. G. S. Mittler
& Sobn.
äorgen unb O£n. SBaffenlebre. SBien 1904. £ SB. Seibel & Sogn.
Äraufe. Sie SBitterungdverbältniffe unb ihr Ginflug auf bie Flugbahn bed 8mm»
Gefcboffed. »erlin 1902. G. S. Mittler & Sobn.
— Sie Geftaltung ber Gefcbofjgarbe ber Infanterie beim gefecbtdm&gigen Spießen
unter Anroenbung ber SBabrfcbeinlicbfeitdlebre unb »ebanblung verfebiebener
feßiefetaftifeßer gragen. »erlin 1904. G. S. Mittler & Sobn.
Beiifaben für ben Unterricht in ber SBaffenlebre auf ben Jtöniglicben Jtriegdfcbulen.
1. bid 12. Aufl. »erlin 1907. ®. S. Mittler & Sobn.
0. Böbelld 3abredbericbtc. I. bid XXXIII. Jahrgang, »erlin 1875—1906.
G. S. Mittler & Sobn.
SRarfebner. Bebrbucb ber SBaffenlebre. SBien 1903. g. Xempdfp.
SRaubrp. SBaffenlebre für Offiziere aller SBaffen. SBien 1895. 2. SB. Seibel & Sobn.
o. SRüller. ®ie Gntroirflung ber gelbartillerie oon 1815—1892. »erlin 1893.
G. S. SRütler & Sobn.
— 2)ie SBirfuna ber gelbgcfcbüfte 1815- 1822. »erlin 1894. ®. S. Mittler & Sobn.
— $ie Gntroicnung ber preugifeben geftungd- unb »elagerungd&rtillerie 1815 bid
1875. »erlin 1876. G. S. Mittler & Sobn.
— $ie Gntroicflung ber preugifeben Hüften« unb Scbiffdartiüerie von 1860—1878.
»erlin 1879. 91. Dppenbeim.
— Sie Xäiigfett ber beutfeben geftungdariillerie im beutfeb-f ranj öftfeßen Äriege 1870/71.
»erlin 1898-1904. G. 6. 9RittIer & Sobn.
— (^efeßießte bed geftungdtrieged von 1885—1905 einfcbliefjlicb ber »elagerung
von Arthur, »erlin 1907. G. S. »littler & Sobn.
v. »lönnied. Sad günbnabelgeroebr. Sarmfiabt 1865. G. ßernin.
— Sleue ßinterlabungdgeroebre. Sarmfiabt 1867. G. Bemin.
XVI
CueHen.
o. Aeictyenau. ©influft ber Sdjilbe auf bie ©ntioirflung bed gelbartillerie«Blaieriold
unb ber Taftif. Berlin 1902. Bojfifdje Bucftfeanblung.
— Staljlgefcboft unb Scbufcfcftilb. Berlin 1902. SSoffifc^e Stac^anblung.
Aeineli. Söfungen oon Aufgaben aus bem (Gebiet ber Sßaffenlctjre. Berlin 1902.
Siebel’föe Bucbbonblung.
A offne. Stubie über ben Scbrapnellfcbuft ber gclbartillerie. Berlin 1894.
©. S. Mittler & Sofjn.
— 5Die Tattif ber gelbartillerie. 3. Aufl. Berlin 1908 ©. S. Mittler & Softn.
— Sad Sc^ieften ber gelbartillerie. Berlin 1881. 6. S. Mittler & So$n.
— Sie franjöftfc^e gelbartillerie. Berlin 1902. @. S. Mittler & So^n.
— Stubie über bie ©$ne(lfeucrgef$ü$e in Aobrrücflauflafette. Berlin 1901.
©. S. Mittler A So$n.
— Scbicftlebre für 3nfanierie. 2. Aufl. Berlin 1906. @. S. Mittler A So^n.
— Scfticftleffre für bie gelbartillerie. Berlin 1895. ©. S. Mittler & Sohn.
— Aeue Siubien über bie BSirfung bed Snfanteriegeroebrd beim gefechtsmäßigen
Abteilungdfchieften. Berlin 1898. ©. S. Mittler & Sohn.
o. Sauer, ©runbriß ber Söaffenlehre. SRün^en 1869. fiitt. artift. Anftalt
Schmibt. Allgemeine SBaffenfunbe für 3nfanierie. Bem 1888 1891. A. grantle.
Schubert. Sie gelb« unb ®ebirgd«ArtiUerien ber europäischen Staaten im Jahre 1890*
SBien 1890. 2. 2ß. Seibel A Sohn.
Sieger t unb 2angerhanß. Ser guftartiüerift. Berlin 1876. Boffifche Buch«
ftanblung.
SBangemann. Beiträge gut ©ntroidlungdgefchichte ber heutigen Jtriegdtechntt.
Berlin 1902. A. ©ifenfehmibt.
2Beigelt«ffiehrle. fcanbbuch für bie ®injährig«greiroilligen ufro. ber guftartiüerie.
II. Teil. Berlin 1908. @. S. Mittler A Sohn.
SBerrtig!. fcanbbuch für bie ©injährig-greiroilligen ufro. ber gelbartillerie. Berlin
1908. ©. S. Mittler & Sohn.
Söepganb. Sie mobemen Drbonnan^räjifiondroaffen ber Snfanterie. Berlin 1878.
gr. Sucfftarbt.
Söille. Sßaffenlehre. Berlin 1905. A. ©ifenfehmibt.
— über bie Bewaffnung ber gelbartiHerie. Berlin 1880. A. Bath-
— Sad Heinfte ©eroehrtaliber. Berlin 1893. A. ©ifenfehmibt.
— gortfehritt unb Aüdfchritt bed Snfanteriegeroeftrd. Berlin 1894. A. (Sifenfchmibt
— Selbftfpanner. Berlin 1896. A. ©ifenfehmibt.
— 9Raufer«Selbftlaber. Berlin 1897. A- ©ifenfehmibt.
— Selbftlaberfragen. Berlin 1903. A. ©ifenfehmibt.
— ©ntroicflung ber Berf$lüffe für Manonen unter befonbercr Berücfftchtigung ber
neueften Berfchlüffe Spftem ©bewarbt. Berlin 1903. A. ©ifenfebmibt.
Söuicf). 15 gemeinverftänblidje Borträge über bie BHrfungdfäbigteit ber ©ef4ü$e.
2Bien 1891. 2. 9B. Seibel A So!jn.
3eitfd)r'ften:
9Ri(itör«2ßodjenblatt. Berlin. ©. S. AHttler A Sohn.
#riegdte$nifdje 3eitfcftrift. Berlin. ©. S. Mittler A Softn.
Sabrbücfter für bie beutle Armee unb Alarme. Berlin. A. Batb.
Alilitär^ßeitung. Berlin. A. ©ifenfeftmibt.
Seutfc^ed Dffyierblatt. Olbenburg. ® StaHing.
Blitteilungen über ©egenftänbe bed Artillerie« u. (3enie«9Befend. Jßien. A. v. SBalbfteim.
Streffleurd ßfterrcicbifcbe Militärische 3eüfchrift. Sßien. 2. 2ß. Seibel & So^n.
Brometfjeud. Berlin. A. Alürfenbcrger.
Biertcljabrdbefte für Truppenfüftrung unb fteeredtunbe. Berlin. ©. S. Mittler A Softn.
Artilleriftifcbe Alonatdftefte. Berlin. A. Bat!).
grffet Jtfßhtitt.
(Einteilung bet üönffen.
$ebe ÄriegSwaffe fyat ben 3toed, bie Streitträfte unb Streit« i
mittel beS FeinbeS ju vernieten (SingriffStraffen) ober bie eigenen ber
(Einwirtung ber feinblichen SlngriffSWaffen ju entjiehen (Schußwaffen).
a. Sie Singriffswaffen.
Sie follen entweber unmittelbar ben nahen ®egner treffen, 9iah» 2
Waffen, ober burdj bie Straft eines von ihnen gegen ben entfernt
fteljenben $einb gefchleuberten ©efdjoffeS wirten, Kernwaffen.
Sie 91 ahWaffe, ursprünglich jeher ®egenftanb, burdj beffen $ieb 8
ober Stof; man bem @egner Verlegungen jufügen tonnte, entwidelte
ficf» früh jur blanten SBaffe aus ÜRetall. Sie war Fahrtaufenbe bie
oom einzelnen Spanne Derwenbete, faft alleinige Sffiaffe, ber bie (Ent«
f^eibung beS ÄampfeS jufiel.
2lu<h t*eute noch tann ihr biefe fRolle jufallen, wenn bie ßä^ig»
teit beiber ®egner es bis ju einem ftampfe SRann gegen Wtann
tommen läßt.
Sie Kernwaffe, urfprünglid? ber gefd)leuberte Stein, war früher 4
Wenig geartet, bis ber menf$lid|e ®eift eS lernte, bie Straft beS SlrmeS
burch ftärtere tRaturfräfte gu erfefeen unb bie SBirtung me^r unb mehr
in bie {ferne gu lenten.
feilte finb als 5ernlDaffen auSfdjtiefjlidj bie Feuerwaffen in ®e»
brauch, welche bie Vebeutung ber blanten Sffiaffen fet>r in ben hinter«
grunb gebrängt haben.
Sie Feuerwaffen finb entweber für bie ^Bewaffnung beS einzelnen &
Solbaten beftimmt, £>anbfeuerwaffen, ober fie muffen Don mehreren
Leuten gehanbhabt werben, ©efchühe.
Sie $anbfeuerwaffen teilt man ein in folche jWeihänbigen
Gebrauchs, (Gewehre, Karabiner, unb folche einhänbigen ®ebrau<hs ober
Fauftfeuerwaffen, ^iftolen, fReoolDer.
9 er litt, SBaffenlefcre. 2. KufL 1
2
(Sinteilung ber SBaffen.
‘Cie ®efcf>üfee Unterseiten fid? von ben ^anbfeuertvaffen burdj
ihre größere Seelenweite unb Schwere, bie ein fahren in befonberem
©erüft, ber Safette, unb ihre $anbl)abung bur$ mehrere Seute, bie
©ebieuung, erforbert. ®eim Schuß ruhen fie mit ihrer Stafette auf
bem ©oben ober fie hefinben fid) in befonberen Sauten (ganger«
türmen).
$n jüngfter ßeit ift eine Feuerwaffe eingeführt, beren Schieß»
bebarf unb SBirfung fie als ^anbfeuerwaffe fenngeidjnet, mährenb fie
in ihrer $anbhabung unb Fortfchaffung bem ©efchüß ähnelt, 2Jlafchinen<
gewehte.
b. Cie Schuhwaffen.
6 Cie früher große Sebeutung ber ben Cräger bedenben Schuß»
»affen (Sdjilb, fftüftung) ift mit ber gefteigerten SBirfung ber Jeuer*
»affen immer geringer ge»orben. 9?ur wenige Uniformftücfe, $etm,
SpauletteS, Süraß, erinnern heute noch an ihren einstigen 3»ecf.
Cagegen hüben bie fahrbaren Schußwaffen (SdjiffSpanger, ©e»
fchüße mit Sdjußfchilben, fahrbare ^angerlafetten) fomie bie feftftehenben
(Bangerbatterien, Schirmlafetten, Bangertürme) in neuefter ßeit große
SBicbtigfeit erlangt.
^weiter $0(djnitt.
Xie blanlen SSJaffen.*)
7 Cie blanfen SBaffen feilen im fRahfampfe, im ^anbgemenge ge«
braucht »erben unb ben Segnet burch Stich ober $ieb tampfunfähig
machen. SBäßrenb für bie Infanterie ber tRaßfampf nur bie Ausnahme
bilbet, hat er für bie Stavallerie immer noch 9ro6c Sebeutung.
Cie blanfen SBaffen müffen bem ©ebrauchSgwecf nach 30rm»
Sänge, Schwere unb SchwerpunftSlage entfpredjen.
8 Cie Sange ift bie wichtigfte blante SBaffe unb nur für ben Stich
beftimmt. Sie befteht aus ber Vierfantigen, ftählernen klinge, an ber
fidf 6 ©fen für bie g'lagge hefinben, unb ber Stange auS Stahlblech»
rohr. (^Bisweilen noch aus $olg.) Cie Sange barf baS ©eroicht von
2 kg nicht überfdjreiten unb muß fo lang fein, wie eS ihre fidjere
*) Seitfäben betr. bie Seitengeroe()re ber Xruppen Jufc unb ju $ferbe unb
bie ^anjen.
5)ie blanten Sßaffen.
3
Hanbljabimg geftattet, über 3 m. Shr ©chwerpunlt muß nafye an ber
führenben £>anb liegen, bie ©pifce in ber Sldjfe.
Sh* ©ebraud? erforbert große SReitfertigleit unb fiele Übung, ver«
leibt aber ber mit ihr bewaffneten SReiterei ein bebeutenbeS Übergewicht
für bie Slttade unb baS (Singelgefecht gegen langenlofe Reiterei. ©egen
liegenbe Infanterie ift fie allein als 9?ahwaffe ju gebrauchen.
Die Degen finb $iebftichwaffen, vornehmlich aber für ben ©tich 9
beftimmt unb haben beShatb eine gerabe, vorn gweifchneibige, nicht fehr
lange klinge, geringes ©ewicht unb einen nahe bem ©riff liegenben
©chwerpuntt, was ihre fchnelle unb gewanbte Rührung begünftigt.
Die ©übel finb Hiebwaffen mit getrümmter Älinge unb im
allgemeinen fernerer als bie Degen; ihr ©djwerpuntt muß weiter nach
ber ©pifce gu liegen, ba fie burch bie Söudjt beS HiebeS wirten [ollen.
Um fie auch gum ©tich benufcen gu tönnen, ift ihre Slinge vorn gwei»
fdjneibig.
Degen unb ©übel beftehen aus ber ftählernen, gefdjmiebeten Älinge,
bie vielfach burch Hohlbahnen gefdjmeibiger unb burch Rippen verftärft
unb vermittels ber Singel im ©efäß befeftigt ift. SeptereS hat einen
©riff gur Hanbljabung, ber mit einem Sorb, SBügel ober ©tidjblatt
gum Schufte ber $anb verfehcn ift.
Die Älingen beiber SBJaffen werben in ftählernen ©Reiben, bie mit
$olgfpan auSgelegt finb, untergebracht.
Die SBaffe wirb entweber am Stoppel ober beim Dienft gu ^Jferbe
auch am ©attel getragen.
DaS aufgepflangte ©eitengewehr ift bie blante SEBaffe ber 10
Infanterie, f^ür biefen $wecf würbe eine lange Äünge vorteilhaft fein,
fie .verminbert aber bie Dreffäftigteit ber Schußwaffe, ba fie beten
©chwerpuntt weit nach vorn verlegt unb bie fidjere fjanbhabung beim
Schuß beeinträchtigt Grwfinfcht finb beShatb leichte, furge ©eiten»
gewehte.
DaS 3nfanterie«©eitengewehr befiehl aus Slinge, ©efäß unb
©d^eibe.
Die klinge ift mit ber Singel im ©efäß vernietet; lefttereS bient
gut Hanbljabung unb hat am ©riff eine Vorrichtung gum Slufpflangen.
©in Deil ber klingen ift am [Rüden mit einer ©äge verfehen.
Die Seitengewehre ber Säger, Sdjüften, fjrußartillerie, Pioniere,
VertehrStruppen finb ähnlich eingerichtet.
Die meiften Seitengewehre werben in ßeberfdjeiben getragen, bie
oben mit einem Wlunbblech mit ^ebervorri^tung gum ^efthalten ber
klinge unb unten mit einem ©rtbanb gum Slbfdjluß verfehen finb.
1*
4
Sie (laufen SBaffen.
11
Sie preußifdjen Hauten Staffen.*)
1 Tu (Sdjtoer- ®en>idjt
{Benennung ' 1 »0* gefügte punft btt ftliitat mit &• ber Älinge mit ®efä( ber polfe {Beffimntung
Ber Schreib« f*B ließt non (efflerem fünbi* gen 6«
©affe weife rnlfttiH uiTfle« bm unge* fa?t SBaffe unge« f$r ©affe
mm g g
©affen ber 5HßtruPPen-
Infanterie -- Offizier* begen 1.0. D. 95 ; 781 ! 1172 i 1 • 1 Offiziere ber Snfanterie, 3äger unb Schüßen; bed ; Sngenieur- unb Pionier« f orp ö, ber Serfehrd trupp en; Sanitätd Offiziere; 3eußs unbgeuerwerfdoffijicre unb SRilitärbeamte.
SlrtilleriesDffijierfäbel A. 0. S. 140 990 1500 Offiziere ber gufjartiücrie.
Seitengewehr für Fahnenträger 8. f.F. 82 | 955 i 1246 gahnenirä9€r ber truppen.
Seitengewehr 98 8.98 75 430 ! 580 Snfanterie, mit (Gewehr 98 audgerüftet.
Seitengewehr 98/05 S. 98/05 s 595 700 gufcartiHerie, mit Aarcu biner 98 audgerüftet.
Seitengewehr 98/02 S. 98/02 65 i 590 ! 825 1 mit GJeroetjr 98 1 audgerüftet truppen) v '
Jtut3eäSeitengewehr98 K S.98i i 6 | | 405 505 SRafchinengewehrfchügen.
Sufanterie^Seiten« gewehr 71 | $irfchfänger 71 i 8 71 1 H. 71 1’8 725 670 920 840 Snfanterie, mit (Gewehr 88 audgerüftet. Säger unb Schüßen, mit wehr 88 audgerüftet.
SlrtilleriesSeiten-- gewehr 71 • A. 8. 71 .55 785 I 1000 1 1 ^ubartiHerie, mit (Gewehr 91 audgerüftet.
$ionier«Fafchinen« meffer 71 _ P. F.71 60 ' 835 1 1135 Pioniere, mit (Gewehr 88 audgerüftet.
Seitengewehr 71/84 8. 71/84 2 1 377 483 ! i Suftfchifferf olbaten, Äranfcn= i träger.
Seitengewehr U/M 8. U/M. j 60 | 845 : 1060 1 1 Unberittene ^elbartilleriftcn.
♦) Sie Offiziere ber nicht preufjifchen 93unbcöftaatcn tragen Seitengewehre
uerfchiebener SRufter.
Die blanfen SBaffen.
6
^Benennung ber SBaffe Rb« getürmte Schreib« weife ©er ©djwer« punft ber ftlinae mit &*• fäfc liegt oon ie|terem entfernt «nae fäfr ©etoidjt ©eftimmung ber SEBaffe
bet ßlinge mit (SJefäß unaes fä?r ber pott* ftänbb gen SBaffe unge« fäjr
mm g
SBaffen ber berittenen Gruppen.
Äüraffier«Dffyier« begen (Sti^begen) Kür.O.D. 120 | 1000 ! । ! | | 1500 1 Offiziere ber ©arbeö bu (Sorpd, ber Äürafpere unb Säger ju ?ferbe.
Äavaüerie * Offtjier* fäbel (Snterimö- fäbel) K.O. S. 150 । 900 1 i 1 1390 1 Dffuiere ber Dragoner«, Öufaren« unb Ulanen« Regimenter unb bed Xraind.
Rrtiüerie*Dffi3ierfäbel I A. 0. S. 1 140 990 | 1500 । Offiziere ber $elbartiüerie.
Säbel für Unter« veterinäre | 8. f. U. i 1 140 ! 990 1 । । 1500 Unterveterinäre.
Äüraffierbegen ! Kür. D. i i i' | 115 । 1340 i i 1 ! 2290 I Regiment ber ®arbeö bu Äorpd unb Äüraffier« Regimenter.
Äavaüeriebegen | K. D. 1 1 1 i 127 , 945 1 1465 J Dragoner, §ufaren, Ulanen, Säger ju ^ferbe.
Rrtilleriefäbel 1 A.S. 1 | 200 । 1030 1 1 , 1900 ! Berittene JelbartiUeriften.
Äavaüeriefäbel . K.S. । 140 j 1110 I 1920 i ... Berittene bed Draind, Jelb« poftiüone.
Staßlroßrlanje St. L. i । i |1536J . I 1 1790 1 ÄaoaUerie, außer Säger $u Bferbe.
$oljlanje H. L. 1 । 1550 | . 1 1980 i 6ä$fi{$e ÄavaUerie, Refervetftavaüerie.
6
Ireib=, Spreng; unb 3flnbmitteL
Prüfer
Steife, «Zprenfp unb 3ünbmittd.
I. Die Treibmittel.
Der Vorgang in ber Kaffe beim Spießen.
12 Unter Spießen verfielt man bad fjorttreiben Von ®efdjoffen aud
Feuerwaffen.
Die fcierju notwenbige Straft gewinnt man burch Verbrennung
Vulverd, welches in bem ftaum jtüifdjen ©efcboßboben unb 23er«
bem Verbrennungdraunt, eingefötoffen ift. ©ei ber ©ntjünbung
verwanbelt fid) bad Vufoer ptöfelicfj unter großer Kärmeentwictlung
in ®afe, bie bad Veftreben buben, ficß nadj allen Seiten audgubebnen.
Da fie ringdberum an ben Seelenwänben unb hinten am Verfcßluß
einen feften Kiberftanb finben, fo fu^en fie fid) an ber Stelle bed
fchwächften Kiberftanbed, nad) vorn, einen Sudweg. Dabei muffen fie
bad ©efdjoß Vor fid) ber auS ber Kaffe forttreiben, unb ba bie Um«
wanblung bed Vulverd in ®afe in fetjr turjer ßeit erfolgt, fo erteilen
fte bem ®efd)oß eine große ©ef^winbigfeit.
Snforberangen an Treibmittel.
13 1. Dad Vulver muß eine große Srbeit leiften bei mög«
lidjft geringer iRobranftrengung.
Die vom Vulver geleiftete Srbeit ift bie tebenbige Sraft bed @e«
fdjoffed, auch ©eftboßarbeit genannt, beim Verlaffen ber ÜRiinbung.
Sie ift gleich bem ^robuft aud ber halben SDiaffe bed ©efdjoffed (p)
mal bem Quabrat ber Snfangdgefcbwinbigteit (vB), alfo = ?-• vt
Unter SRaffe bed ©efcßoffed verfteßt man fein ®ewi^t in kg, geteilt
burch bie Vefdjleunigung ber ©rbfdjwere (9,81 m), 3. ®. SJlaffe bed
fjelbfchraimelld = Jg = 0,7.
«7,01
Die ©efcboßarbeit wirb meift in SReterlilogramm (mkg) ober
Wfrtertonnen (mt) bezeichnet, b. b- Arbeit, bie erforberlidj ift, um
1 kg ober 1 t (1000 kg) 1 m hoch i« be&en. (ß. 85.)
'Jladj biefer Srbeit im Verhältnis jum ©ewicht ber ßabung unb
ber Kaffe tann man bie Veißungdfäbigteit bed Vulverd unb ber Kaffe
Sie Treibmittel.
7
beurteilen, (mkg ober mt ©efihoßarbeit an ber SRünbung auf 1 g
bed $ulverd ober 1 kg bed ©ewidjtd ber SBaffe.)
Die bet ber (Sntjünbung bed SJulverd entwidelten ®afe brüden, 14
wie erwähnt, nach allen ©eiten, Diefer ©adbrud barf babei nicht fo
hoch werben, baß er bie SBJaffe über ©ebüljr anftrengt unb ihre $alt»
barteit gefä^rbet. geringer bei gleicher ©efdjofjarbeit ber ©adbrud
ift, um fo geringer tonnen bie Sßanbftärte unb bad ©ewicht ber
SBaffe fein.
Die SReffung bed ^öcbften ©adbruded erfolgt meift burcfy eine im
ißerfchluß ober Stabrennungdraum ober in ber Startufdje felbft befinb«
lidje Stauchvorrichtung. Sud ber ©roße ber Stauchung eined tupfernen
Staudjlörperd, b. h- bem Unterftyebe feiner Sänge vor unb nach bem
Schuß, tann man auf ben ©adbrud in 9ltmofphären (1 Sltmofphäre =
1,03333 kg auf 1 qcm) fließen.
2. Die 9lrbeitdleiftung bed $utverd muß ben Slnforbe» 15
ritngen entfpredjen, bie man an bie betreffenbe SBaffe in
begug auf 9lnf angd gefcfjtoinbigf eit unb ©eftalt ber ©efdjoß*
bahn {teilt.
Da biefe Slnforberungen feljr verfdjieben finb — ©eweljre unb
Kanonen verlangen große 9lnfangdgefd)Winbigteit unb geftredte ®ef$oß<
bahn, ^aubifeen unb SRörfer Heine Snfangdgefchwinbigteit unb ge»
trümmte ®ef$oßbaßn — fo muß auch bie Slrbeitdleiftung bed ^ulverd
verfdjiebenartig fein.
3. ©roße Slrbeitdleiftung im SSerhältnid jum ©ewicht 16
unb ^Rauminhalt ber Sabung.
SBenn von 2 $utverforten A unb B 1,5 kg bed $ulverd A unb
0,5 kg bed ‘’ßulverd B bie gleiche Slnfangdgefdjwinbigfeit ergeben, fo
ift bad $ulver B vorjujiehen, benn man braucht für jeben Schuß nur
7s bed ^ulvergewichted von Sorte A, woburdj eine bebeutenbe ®e«
widjtdverminberung bed mitjuführenben ©djießbebarfd unb eine größere
SRaumerfparnid in ben SRunitiondwagen eintritt; eine Serfürgung bed
Slartufdjraumed führt ferner jur ®rleid)terung bed IRohred.
4. ©lei<hed ©eroidjt berfelben ^Julverforte muß in ber» 17
felben SBaffe ftetd gleiche Slrbeitdleiftung herborhringen.
Diefe 9lnforberung ift bedhalb fo Wittig, weil auf ihr überhaupt
unfer ganjed ©chießverfahren aufgebaut ift. ©leicße 2lnfangdgef<hwinbig»
leiten ergeben unter fonft gleichen SSerhältniffen gleiche Schußweiten;
hierauf beruht bie Dreffähigleit ber ^Baffen.
5. Die $$erbrennungdgef<hwinbigfeit bed $u(verd muß 18
fich in beftimmten ©renjen regeln laffen.
8
X«ib«, Spreng^ unb 3ünbnttttel.
Die Verbrennung erfolgt gwar in einer feßr turgen, aber bocß
meßbaren ßeit, bie auf bie $öße bed entwidelten ©adbruded von
großem Ginfluffe ift.
19 6. {Raudjentwidlung unb {Rüdftanb, ÜRünbungdfeuer
unb Stnall füllen möglidjft gering fein.
Alled, wad ficß bei ber Umfeßung bed “ißulverd nicßt in ®afe,
fonbern in {Raudj unb {Rüdftanb verwanbelt, geßt für bie Arbeitd»
leiftung verloren. Der SRücfftanb (^ulverfcßleim, ^ulüerfrufte) ver»
ftßmußt bie Seele, vermeßet bie {Reibung bed Gefdßoffed an ben
Seelenwänben unb macßt öftered {Reinigen notwenbig.
Starter {Raucß unb ftarled ÜRünbuugdfeuer verraten bie eigene
Stellung, erfterer ift aucß beim fielen unb {Ricßten ßinberlicß. 3Rün*
bungdfeuer unb Änall beläfligen in ber Scßüßenlinie ben {Rebenmann.
20 7. Die VerbrennungdWärnte barf nicßt gu groß fein.
Audbrennungen bed fRoßred unb Verfcßluffed würben bie ^olge
fein. Diefe bürfen aucß nicßt burcß cßemifcße Verbinbungen, bie bei
ber Umfeßung bed 'fJuloerd entfteßen tonnten, angegriffen werben.
21 8. $oße Veflänbig!eit bei ber Lagerung unb $ort>
fcßaffung; Unempfinblicßteit gegen Feucßtigfeit, $iße unb
ftälte.
Selbft bei jaßrelanger Lagerung, bei langbauernber (Erfcßütterung,
beim Tragen unb f^aßren, in trodener unb in feucßter 8uft barf bad
Vulver Weber feine fjornt verlieren nocß feine treibenbe Äraft Veränbern.
22 9. Anfertigung im Großbetriebe, Lagerung unb gort»
fcßaffung müffen möglicßft gefaßrlod fein.
A. Dad raud)fd)Wad)e tyfalver.
23 $n ben beutfcßen Feuerwaffen benußt man ald Treibmittel gwei
Arten raucßfcßwacßer $utver: Dad reine unb bad fprengötßaltige
Scßießwolleputver (iRitrogeltulofepulver).
Veibe finb fauerftoffreicße, cßemifcße Verbinbungen, beren ®runb»
ftoff bie gereinigte VaumwoUe ift, bie in ißrer cßemtfcßen ßufammen«
feßung bem ^flangenjellftoff (ßeQutofe) am näcßften fteßt.
a. Die reinen ScßießWolleßnlver.
24 Sie befteßen aud Scßießwotle, b. ß. ber in ein Gemifcß and ton«
gentrierter Salpeter« unb Scßwefelf&ure eingetaucßten VaumwoUe. Durcß
bie Sättigung mit tongentrierter Salpeterfäure, wobei bie Scßwefel«
fäure bad bei biefem Vorgänge audfdßeibenbe SBaffer abfonbert, wirb
bie Vaumwoüe in ein fRitrat übergefüßrt „nitriert". Die faferige
Die Treibmittel.
9
<5d)iefjmolle wirb nun burd) 3ufah tion Ätheralfohol unb Stampfer in
einen jähen ®rei überführt unb bur«h Stnetmafdjinen in eine gallert=
artige fDtaffe berwanbelt „gelatiniert". ©iefe SDtaffe wirb bann auf
bie gewünfdjte ©ide auSgeWaljt unb Vermittels Wtaf$inen in quabra»
tifche ©lättdjen jerf^nitten. „ölättdjenpulver."
«Sie ähneln im BuSfehen bem Seim unb finb t>on graugelber ober
brauner, glänjenber Färbung.
©aS aus bemfelben «Stoff beftehenbe „fRöhrenpulber" erhält bie
§orm von ftridnabel* bis bleiftiffrbiden Stieren von verriebener
Sänge, eS ähnelt in ber ® eftalt am meiften ben Rubeln (SDiaRaroni),
in ber $arbe bem IBlättdjenpulver.
©iefe neuejte fform beS fßutberS I?at ben Vorteil, baß bie ®nt»
jünbung fid? feßr gleichmäßig burdj bie Ranäle unb 3wifdjenräume
fortpflanjt.
®tii> 1.
Heine Schiefjmollepuloer.
®en»ebtä!8Iätt<benputoer. ©efchfl^HIAttcbenpulDer. ®robe3 Slütt$enpufoer.
(Gew. Bl. P.) (Geech. Bl. P.; (Gr. Bl. P.;
Geech. Bl. P. 03; Gr. Bl. P. 03;
Geech. Bl. P. (umg.)*) Gr. Bl. P. (umg.)*)
|umgearbeitet])
Höljrenpufoer. (R. P. 96.)
®S tommen folgenbe reine «Styefjmollepulver jur SJerroenbung 25
(«ilb 1):
1. (bewehr «IBlättdjenpulver (Gew. Bl. P.) im @ewehr 88, im
Karabiner 88 unb 98 unb Gewehr 91.
2. S-^ulVer (Bl. P. 8.) im ®eweljr 98.
C^laftpatronenpulver [PI. P. P.] in ben ^Jlafcpatronen ge=
neunter SBaffen.)
*) Diefe $uloer finb burd) Umarbeiten oon Gesch. Bl. P. unb Gr. Bl. P.
milber unb lagerbeftänbiger gemacht.
10
Zretfc, Spreng-- unb ßünbmittel.
3. Sefcf)üfe48[ättcbenpu[ber (Gesch. Bl. P.) in ben 9 cm«Sanonen
73,73/88,73/91 (Gesch. Bl.P. 03 ober Gesch. Bl.P. [umg.])
in ber ferneren 12 cm>£anone.
4. ©robeS IBlättdjenpulber (Gr. Bl. P. 03 ober Gr. Bl. P. [umg.])
in ber 15 cm«SRingfanone, ber langen 15 cm«Sanone unb ber
21 cm«fRing!anone.
5. SRö^renpuloer 96 (R. P. 96.) in ber gelbfanone 96 (127 mm
lang).
(W?anöber>fRöprenpulber 96 [[Man. R. P. 96] für Wlanöber«
fdjüffe ber gelbtanone 96.)
6. SRöferenpulber 97 unb 99 (R. P. 97. unb 99.) in ben berfdjiebenen
Sitten ber lOcm4tanone (380 mm lang).
(ÜRanöber«3iöbrenpulber 97 [Man. R. P.] für ^lafepatronen
ber 10 cm«Sanone.)
7. fftöbrenpulber 03 (R. P. 03.).
8. 2Ranöber«fRingpulber (Man. Rg. P.).
b. Sie fpreugölfjaltigeu Sdjießttiollcpniber.
26 Sie hefteten auö Sollobiumwolle, b. b- fdjwad) nitrierter Saum-
woüe, bie unter ßufafe »on Sprengel („97itroglpgerin'‘, welcfieä aus
©Ipgerin burdj 3ufat üon ©alpeterfäure entfielt), gelatiniert ift.
Sie Wflaffe wirb auSgewalgt unb burrf) SDiafc^inen in Sßürfel unb
Störner bon gewünfd)ter Stätte unb Santenlänge gerfdjnitten. Surcp
einen fdjwadjen ©rapljitübergug wirb bie Gigenfdjaft ber ^uloertörner,
burd) gegenfeitige Reibung elettrifd) gu werben unb an Wtetall feängen
gu bleiben, bermieben. SBJürfetpulber.*)
27 GS lommen folgenbe ffifirfelpuloer» (W. P.) Sorten gut Ser-
Wenbung (Silb 2):
(Sie Sailen geben bie Santenlänge ber SBürfel bgw. bie
$ölje ber SBürfel an.)
1. W. P. (V2) in ber 3,7 cm>9tebolbertanone.
2. W. P. (’/«1 in ber turgen 15 cm Sanone. (2Iudj W. P. [2]).
3. W. P. (2x2x3/<l in ber 5 cm«Sanone.
4. W. P. (4x4x1) in ber leisten gelbbaubifee.
5. W. P. (2) in ber ferneren gelbbaubifee unb bem 21 cm<
Srongemörfer.
*) Sie juerft eingefüfjrten fprengölbaltigen S$ief)n>oIIepuü>er bQben äßürfeh
form, baburdf ift ber 9lame „ißürfelpufoet" auf aUe berartigen ißufoer übertragen
roorben.
Die Treibmittel.
11
6. W. P. (10x10x17») in ber ferneren fj-elbhaubifce 02, ber
15 cm«£urm«$aubifee unb bem 21 cm«®ronjemörfer.
7. W. P. (12x12x2) im 21 em»2J?örfer.
SSilb 2.
SBürfelpulcer.
• ®
W.P. (*/<).
W. P. (2x2x»/<). W. P. (4x4x1).
W. P. (2).
W.P. (12x12x2).
W. P.(IOxIOxIVj).
W. P. (i/g).
Dad W?anöüer>fRingpülber (Man. Rg. P.) gehört ju ben reinen 28
Schiefjwollepufoern, ift aber locferer unb leichter verbrennlich- Ed
wirb ju ben $la$patronen ber 3,7 unb 5 cm»fianone unb. ben SDianöüer«
fdjüffen fämtlicher ©efdjüfee, foweit fte niefjt 2Jianöüer«fRöhrenpulver
haben, toerwenbet unb bebarf, um jur Ejplofion gebracht ju werben,
einer befonberen Vorlage.
Eigenfcfjaften ber rauthfthwadjen fßufoer.
$rei angejünbet, verbrennen fie ohne BfplofionSerfdjeinungen mit 29
rötlicher, heller flamme; fte bebürfen, um jur Entfaltung ihrer £reib=
traft gebracht ju werben, einer Einf^liegung. Diefe, ber anfängliche
JBerbrennungdraum, barf aber bei beiben. ^ulverarten nicht ju Kein
fein, ba eine ju enge Einf<hlie|ung bad $uttoer jur „Detonation" unter
Entroicflung eines fehr hohen ©aSbrucfeS bringen würbe.
Die für bad Pulver ald Treibmittel erforberliche Umfefeung in
®afe wirb „Ejplofion" genannt.*)
föcibe $ult>erarten entfprechen in h°$em -Dlaffe ben in 3- 13 30
bid 22 aufgeftellten Slnforberungen.
*) Siäfjereö über ben Unterftf)ieb jroifc^en „Detonation" unb „Sjplofton"
f. 3 51.
12
Xreib<, Spreng; unb 3<Wb>nitteI.
81 Slrbeitdleiftung ift fefyr bebeutenb bei verhältnidmäfng
geringer fRohranftrengung, ba fie ben hofften ©adbrud nicht bei ®e«
ginn ber Umfefeung, fonbern erft, nadjbem fcdf bad (Siefdjofä in ^Bewegung
gefegt ^at, enttoideln unb fo bem in Bewegung gefegten ©efcfjofs in«
folge ber na$f$iebenben SBirfung eine grofje S3ef$leunigung erteilen.
'Die Umfefeung ber reinen Sdjiefiwolleputver erfolgt (angfamer
unb unter verhättnidmäfjig geringer Söärmeeutwidlung, etwa 2200° C,
bad $ufoer wirft „milbe". ©aber verwenbet man biefe Pulver in
SBaffen mit ftarfer Sabung unb tanger Seele, in ©ewe^ren unb
Stationen.
©ad fprengöthaltige Schiefftvollepulver verbrennt fchneUer unb
unter einer etwa 2800° C ljoljen SSerbrennungdwärme, ed Wirft
„fdjärfer“. ©edhalb wirb biefed Pulver in SBaffen mit Keiner Sabung
unb furjer Seele, in $aubtyen, Dörfern unb Sanonen Keinen Durch«
mefferd mit furjem fRoljr benufct.
82 Sleine ©ewidjtdmengen rau$f$wa$en ^ulverd ergeben h°he
Sfnfangdgefdjwinbigfeiten. SBeldjen $ortf$ritt in tiefer ©ejieljung bad
rauchfehwache Pulver gegenüber bem alten bebeutet, mögen einige Sei«
fpiele geigen.
$n ber ^elbfanone 73 erhielt eine Sabung von 0,64 kg Gesch.
Bl. P. bie gleiche Knfangdgefchwinbigfeit (442 m) Wie 1,5 kg grob«
förniged (rauchftarfed) fßulver; in ber 15 cm«9Hngfanone ergibt eine
ftabung von 2,75 kg Gr. Bl. P. eine Knfangdgeft^winbigfeit Von 457 m,
eine fiabung von 5,8 kg ^ridmatif^em (raucbftarfem) Pulver eine foldje
von 450 m.
88 Die SSerbrennungdgefchwinbigfeit, bie fidj nach ber ab«
fotuten Sänge ber Seele rieten muß, läßt ficf? burch bie ©eftaltung
unb geinljeit ber ©lättdjen, Stohren unb SBürfel ben Sebürfniffen ent«
fpredjenb regeln. (SSergt. 3. 72—73.)
84 ©er entwidelte, geringe fRaud), meift SBafferbampf, ift ^ell«
grau, bur$fi$tig unb verflüchtigt fid) fchnelt; bei feuchter Buft ift bie
Stauchentwidlung ftärfer ald bei trodener.
35 ©er fRiidftanb ift bei beiben $utverarten nicht nennendwert.
Sluch bad fDKinbungdfeuer unb ber ftnall finb verhältnidmäfjig gering,
©ie rauchfehwachen Pulver finb in hohem ®rabe unempfinblich gegen
f^euchtigfeit, SBärme unb Saite. Selbfl Pulver, welched in SB aff er ge«
legen h«t nachbem ed troden geworben ift, Weber eine 33er«
änberung feiner ©eftalt noch eine ffiinbufje in ber Srbeitdleiftung.
©ie ^Berührung mit Metall bewirft feine 3erfehun9 i>cd $utverd
ober ^erftörung bed SWetalld.
(Die Treibmittel.
13
©ie Anfertigung im Großbetriebe hat fich als gefaljrlofer be» 86
wiefen als bie beS SchwarjpufoerS.
(Eine unangenehme (Eigenf^aft haben bie rauthfdjwachen 87
Sulver, fte finb fdjwer entjünbli^ unb bebürfen in ben weiften Gefdjüfc«
labungen eines fehr träftigen BünbmittelS, baS ihre (Epplofion fiebert.
(Seilabungen, Schlagjünbfchrauben 3- 43. 57.)
B. ®a6 Sthwarjpulver.
«Seit ber (Einführung ber Feuerwaffen im 14. Qahrhunbert bis
jur Witte ber adliger Qahre beS »origen Würbe als Treibmittel
auSfchließlich baS Schwarjpulner »erwenbet, ein medjanifcheS Gemenge
aus Salpeter, $oljtohle unb Schwefel im gewöhnlichen WifchungS«
DerhältniS 74:16:10. ©er Salpeter ift ber Sauerftoffträger, ber
bei feiner ^erfefeung bie treibenbe Rraft liefert, bie Sohle bient jur
Aufnahme unb ^ortpcflanjung ber (Entjünbung, ber Schwefel bient als
Sinbemittel ber beiben anberen Stoffe unb vollenbet bie ßerfefcung.
©aS Schwarjpulber liefert bei ber ^erfe^ung nur l/a gasförmige,
alfo Arbeit leiftenbe Serbinbungen, ju 2/s »erwanbelt eS fich in fRaudj
unb fRüdftanb. ©a eS ferner fehr empfinblich gegen Qreucfjttgfeit ift
unb bei längerer Lagerung feine Form leicht änbert, fo tann eS in
feiner Steife als Treibmittel mit bem raucßfchwachen Ouluer in Ser«
gleich gefteUt werben.
(ES Wirb baher als Treibmittel nicht mehr »er«
wenbet.*)
(Eine Art, baS neue Gewehrpulver 71 (Silb 3),
bient als Seilabung jur fieberen (Entjünbung ber rauch«
fchwachen Sutberforten. (ES befielt aus unregel«
mäßigen Römern »on eefiger, fcharffantiger FDrm
mit fchwarjer, glänjenber Oberfläche.
89
Bilb 3.
9leueS G)eroeht=
puloer 71.
®ic ^erwenbung ber Treibmittel.
©aS Pulver wirb in Patronen hülfen, Rartufd)hülfen ober Rartufdj« 41
beuteln »erwenbet.
Satronenhülfen haben alle $anbfeuerwaffen, bie 3,7, 5, 6 unb
10 cui-Ranonen, Rartufchhülfen bie F^lbtanone 96, bie leichte F'lb*
haubi^e, bie f$were ^elbljaubifee 02 unb bie 15 cm*Turmhaubifce,
Rartufchbeutel alle übrigen Gefäße,
*) (Die einjige SBaffe, bie baS StfjroarjpulDer nodj alä alleiniges Treibmittel
benu§t, ift ber JteDoloer.
14
Steiß*, ®pteng= unb äünbmittel.
42
3« ben tyitronenhulfen ber ^anbfeuertoaffen befinbet fich baS
fjufoer lofe (fRähereS barüber 3- 372), in benen ber 3,7 unb 5 cm«
Stationen am IBoben ber $ülfe, burch eine über ihm befinbliche fjrilj«
»ilb 4 platte u°b eine f)oljwatje feftgehalten. ®ei biefen
10 cm.-^atrone. Übungen genügt ber fteuerftrahl beS ^ünbfjüt^eng
jur ©ntjünbung beS ^ßuloerS ohne befonberes 3ünb»
mittel.
$n ben Sßatronenhülfen ber 6 unb 10 cm-Stanonen
unb ben Startufchhülfen ber f}e(bfanone 36 ift baS
Pulver ganj ober in feiner unteren ^älfte burch einen
Startufctybeutel umfd)toffen, ber in ber DRitte beS
SobenS bie aus neuem ©etvehrpulver 71 beflehenbe
IBeilabung trägt.
©ie $atronenhülfen ber ©efchüfee finb aus einem
©tüd SReffing gejogen ober neuerbingS meift getoaljt.
SRan unterfcheibet an ihnen ©oben, $ufoerraum,
Schweifung unb ©efchoßraum. ©ie 10 cm^atronen»
hülfen (®ilb 4) finb fdhrvatf» fegeiförmig gestaltet otjne
Schweifung. ©er -©oben ljat einen überftefjenben
9ianb für ben SluSwerfer unb ift bcfonberS träftig,
ba er ben größten ©rud ber $ulbergafe auSjityalten
hat. Sr trägt in ber 9Ritte bie .ßünbplatte mit
bem .günbhütchen (©gl. IBilb 5). ©ie SBänbe ber
$ülfe »erben nad) Corn bünner, entfpre$enb bem
fd)toä$er toerbenben @aSbrud; bie ©eftalt ift fdjwadj
tegelförmig, um baS SluSjie^en ju erleichtern.
©ie ftartufdjhülfen finb ähnlich eingerichtet; es
fehlen bie «Schweifung unb ber ©efchoßraum.
©ie fjfelbfartufche 96 (®i(b 5) ift oben burch
einen ©edel auS bünnem fIReffingblech (bei ber
SRanöberfartufche aus Sllumimtmblech) gefchloffen, bie
ftartufchen ber leichten fyelbhaubi^e unb ber fehleren
ffrelbhaubifce 02 burch einen ©edel auS $anfpappe
mit Schlaufe, ©ie leichte g-elbhaubifetartufche hat
7 Labungen, jebe in einem ^artufcßbeutel, beren
ftärtfte am ®oben bie Seilabitng trägt; fie finb mit
Hummern verfehen.
„5. Sabung!" befohlen, fo toirb ber ©edel an feiner
äßirb j. «.
tScfjtaufe herauSgenommen, bie 7. unb 6. Sabung entfernt unb ber
©edel wieber aufgebrüdt. ©ie gleiche ©inridjtung fyat bie (6 Vabungen
2)ie Treibmittel.
15
umfaffenbe) ftartufd)l)ülfe ber ferneren ^elbtyaubtfee 02. Die Sartufdj«
Ijülfe ber 15 cnvDurmtjaubifce ift niebriger, bie Sartufcfyen werben
vermittels 4 Streifen ©eibentud? auf bem fBoben ber $ülfe feftgebunben.
Die (Entjiinbung ber 10 cm«?atronen unb ber Startufd^iilfe ber
ferneren f^elbljaubifce 02 unb 15 cnräurm^aubifee gef^ie^t burdj eine
»ilb 5.
$elbtartuf$e 96.
a
Silb 6.
Äartufc^e
ber 1g. 15 cm K.
(4 kg Gr. BL P.)
a 3ünbf)üt$en.
b Seilabung (10 g n. Gew. P. 71).
c Äartufc^beutel.
d 2)ecfcl.
©djlagjünbfdjraube (3. 58). ©ei ben übrigen ©efdjüVen befinbet fid)
ba§ Pulver in ftartufdjbeuteln and ©eibenabfaflftoff, ber beim ©er*
brennen nid)t nadjglimmt.
Tie Sanonen tyaben einfache ©eutel (©ilb 6), bie oben mittet« 46
©inbfaben« ju einem Stropf jufammengebunben finb unb am ©oben
(bei älteren ©efdjüfcen oben) unter einem ®tüd rotgefärbten ©eutet*
16
Xreifc, Spreng* unb Sünbmiitel.
47
«üb 7.
<Re$beute(tartufd)e.
Ufr
tudje« bie Seilabung tragen. £a« ®ewi$t ber Sabung ift auf ber
Startufdje bergeidjnet*)
©ie Sabungen ber nidjt mit SOletaöfartuf^en berfe^enen ©teil«
feuergefdyfifee beftetjen auö Teilfartuf$en, bie in einem oben gugebunbenen
9?efcbeutel bereinigt finb, 9tefebeutelfartuf$en. (Silb 7.)
Sei ber fdßWeren ^elbfjaubifce finb bie
Labungen Wie bei ben anberen f^elb^aubifcen
mit Stummem berfeljen. $ebe Teilfartuf$e
ift an ber ©eite mit i^rem ©etoidft unb am
Soben mit ber Sulberforte begeidfnet; bie
fdjwerfte, Welche gugleidj bie in bem be»
| treffenbeit (Sef$iife ju berwenbenbe tleinfte
Sabung ift, trägt am Soben bie Seilabung.
* ©ie gu berfeuernbe Sabung Wirb bei ber
fdjweren $elbl?aubifce burdj Sejeidynung ber
bei ben anberen ©efc^ü^en unter Segeidjnung
ß. S. Sabung „2Silol!‘‘ ©er Siefcbeutel
Stummer ber Sabung,
beS ©eWicßtö befohlen.
Wirb aufgebunben unb bie überfdjüffigen Teilfartufdjen entfernt, fo baß
im Stefebeutel fo fiel jurüdbleiben, wie 2,1 kg Wiegen.
©ie gufammenfefeung ber Sabung nadj Hummern, wie bei ben
^elb^aubi^en, ift einfacher unb fii^rt weniger leitet ju Errungen wie
bie na$ @eWi$t, weil ber Kanonier babei nidft gu regnen braucht.
II. Die Sprengmittel.
48 Sei ben Sprengmitteln muß man unterfdjeiben, ob fie lebiglitfy
eine gerftörenbe SBirfung auf if>re Umgebung auSüben füllen, ober ob
mit ifynen ein bem Treibmittel äßnlidßer (Srfolg erhielt Werben fotl.
Wnforbernngcn an heftig wirtcnbe Sprengmittel.
49 1. 3erfc^ini9 ’n lütjefter f^rift unter ©ntwidlung bon ftartem
treuer, 9?aucb unb Änall.
2. &räftigfte, gerftörenbe SBirfung gegen bie (Einfctyließung begw.
Umgebung.
3. Sic^er^eit unb 8ei$tigfeit ber ßntjünbung, befonberS aber
©ityrtyeit gegen borjeitige (Sntgünbung burcf) ben Stoß ber Treiblabung.
4. Sange Lagerung unb g-ortfcf^affung bürfen feinen ©nfluß auf
ißre Seiftungen f*erborbringen.
♦) Sie Äartufdjen ber gelbtanone 73 unb einiger älterer @efdjü$e haben feine
«eüabung.
S)ie Sprengmittel.
17
5. Anfertigung aud) im Großbetriebe unb GerWenbung müffen
Verhältnismäßig gefahrlos fein.
AIS heftig wirfenbeS Sprengmittel fommt in Deutfdflanb auS» so
fdjließlicß bie Granatfüllung 88 (Grf. 88) jur Gerwenbung; eine Ab-=
art ift ba« Füllpulver 02 (Fp. 02).
Sie ift, wie bie Treibmittel, ein fRitrat, ßergeftettt aus Rarbol»
fäure, unb befteßt auS hellgelben ftriftallen. Sie hat einen fehr bitteren
Gefdjmad, ihre Gafe Wirten giftig. Sie verbrennt, frei angejünbet,
unter ftarfer Feuer« unb ^Rauchentwicklung.
Die fräftigfte SBirfung ber Grf. tritt nur ein, Wenn fte jur 61
„Detonation" gebracht wirb, hierunter Verfielt man bie .ßnfefcung
beS Sprengmittels in bentbar fürjefter Frift unter Gntwidlung beS
hödjften GaSbrudeS unb ber ^öc^ften ©arme.
Die Detonation tann nur burd) ein fehr fräftigeS GrregungS«
mittel hettwrgerufen werben; meift wirb baju eine mit Rnallquedfilber
gelabene Sprengfapfel oerwenbet. (3- 57.)
Unter „©pplofion" Verfielet man eine im Gergleid) jur Detonation
langfame ßerfefcung beS SprengftoffeS, bei ber alfo nicht bie ihm inne«
wohnenbe häufte Sprengwirkung erjielt Wirb.
£)b ein mit Grf. gelabeneS Gefdjoß betoniert ober nur epplobiert,
tann man beim $tafcen beS GefchoffeS an ber Färbung ber fRaudp
Wolfe ertennen. Gei ber Detonation ift fte faft fdjwarj, bei ber
(Jpplofion grau, mit einem Stich Gelbliche. Die ßahl ber Spreng»
ftüde ift bei ber Gyplofion erheblich Heiner Wie bei ber Detonation.
Die Gerwenbung ber GranatffiOnng 88.
Die Granatfüllung 88 wirb als Sprenglabung in allen neueren 62
Granaten, meift in gefd)motjenem ßuftanbe in einer SprenglabungS»
büd>fe befinblich, berwenbet.
Diefe ift auS ’ßappe gefertigt unb entfprid)t in ihrer Geftalt ber
Gefchoßh^hlung; fie ift oben burd? einen eingeteimten Dedel mit Dedel«
hüt gefchloffen, in ben bie ßiinblabung h<ueinragt. Die Spreng«
(abungSbüchfe Wirb burd) Garaffineinguß ober umgelegte Gappßreifen
im Gefchoß feftgelegt.
Da bie SBirkung ber Granatfüllung auch erfolgt, ohne baß fie 63
eingefcptoffen ift, fo eignet fte fich aut$ befonberS ju Sprengungen
j. G. Pon Griiden, @ifenbahnfd)ieneit ufw.
ßu biefem 3nje^c fommt fte als Sprengmunition 88 in Form
pon Sprengförpern, Gohr« unb Sprengpatronen jur Gerwenbung.
Berlin, fijaffenle^re. 2.Hufl. 2
18
XrtiB«, Spreng^ unb Sünbmittel.
©er Sprengtörper 88 ift 7 cm lang, 5 cm breit, 4 cm b0(P unb
wiegt etwa 206 g. &c ift gum Scpufc gegen fjeucptigleit mit Paraffin
getränlt unb in Baraffinpapier gewidelt. $n tpm befinbet ficfj ein
mit Rapier berfdploffener ßünblanal gur Kufnapme ber Sprengtapfel.
f^ünf Sprengtörper bilben, in eine ß^le'h'&ücbfe eingefcploffen,
bie Sprengpatrone 88, beren (Entgünbung ebenfalls burcp eine Spreng«
lapfel bewirft Wirb; ipr ©etoicpt beträgt 1,25 kg.
©ie Bohrpatrone 88 ift Keiner als ber Sprengtörper unb wiegt
nur 73,5 g; (Entgünbung wie bei ber Sprengpatrone.
54 KIS milber wirlenbeS Sprengmittel berwenbet man noch
baS Scpwarjpulber, unb gwar SReueS ©eweprpulber 71. (3- 40.)
(ES foll weniger eine gerflörenbe als eine gerlegenbe, mehr treibenbe
Rraft entwideln.
(ES bient als Sprenglabung in ben ©ranaten ber 3,7, 5 unb
6 cm« Ranonen fowie in allen Schrapnells. Bei biefer BerWenbung
tommt befonberS bie gute BeobacbtungSfäpigleit beS eine weiße, bide
fRaucpwolfe ergeugenben SdjwargpulberS jur ®eltung.
©aS ßplinberpufoer bient baju, ben ^euerftrapl beS ßünberS gu
berftärlen unb in bie Sprenglabung beS Schrapnells gu leiten.
III. Die 3unbmtttel.
55 Sie bienen gum (Entgiinben ber ®ewepr«, ®efcpüfc« unb Spreng«
labungen'unb finb Stoffe, bie fiep burch ©toß, Schlag ober {Reibung
entgiinben unb eine träftige Stichflamme ergeugen.
Dian verlangt bon ihnen, baß eine Heine ÜRenge gur fieberen
ffintgünbung unter möglicpft geringer IRaucpentWidlung genügt, baß
ihre Hnwenbung gefahrlos unb einfach ift, unb baß ihre SBirtung nicht
bei ber Lagerung, <5ortfc^affung unb burcp BJitterungSeinflüffe leibet.
M ©ie burch Stoß ober Schlag entgünbbaren .Qünbmittel
beftepen in ber $auptfacpe auS Rnallquedfilber.
©iefeS (Quedfitber in Salpeterfäure gelöft unter 3ufafe öon
Hltopol) epplobiert, burcp Stich ober Stoß entgünbet, mit äußerfter
$eftigteit Scpon eine Heine 2Renge genügt gur (Ergeugung einer
träftigen Stichflamme. (ES wirb gur Füllung ber 3ünbpüt$en in ben
Patronen ber ^janbfeuerwaffen, ber ©efcpüfce, Rartufcppülfen unb ®e«
fCpoßgünbungen berwenbet.
W ©aS ßünbpütcpen befteht aus bem lupfernen ^ütepen, in bem
fiep ber mit einem Qedblättcpen bebedte ßünbfafe befinbet. £)aß 3ünb«
pütepen wirb in bie ßünbglode, in beren DHtte fiep ber Hmboß erpebt,
Sie 3ünbmittel.
19
eingepreßt. ®eim Stoß bed Schlagbolzens roirb ber Qünbfafc gegen
ben ald SBiberlager bienenben Slmboß getrieben unb baburdj entjünbet.
Der f^euerfträbl fdjlägt burdj bie in ber .ßünbglode befinbltc^en 3ünb«
fanäle in bad Qfnnere ber Patrone ober Rartufd^ülfe, ©ei ben ®e*
fcboßjünbern gefc^ie^t bie günbung meift burrf) ben Stidj einer fRabel.
Die für bie Detonation ber mit ©ranatffillung gelabenen ®e«
fdjoffe, ßünblabungen, Sprengtörper ufro. erforberlidje «Sprengfapfel
enthält ebenfalls Stnatlquecffilber.
«Die 10 cm «Patronen unb bie Startufcbbülfen ber ferneren fjelb« 58
haubifce 02 foroie ber 15 cnvDurmbaubifee enthalten im ©oben eine
eingefdpaubte (Styagjunbfctyraube. (®ilb 8.)
©eim Slbfeuern fdjlägt ber Schlagbolzen bejro. Schlaghammer auf
ben ©oben bed günbfcbraubengebäufed a unb entjönbet bad günb«
bütc^en b. Deffen fjeuerftrahl fdjlägt burdj bie ©obrung ber ^mboß«
f$raube c, enfjintbet bad lofe $ulver d, unb ber burdj bad gepreßte
®ulüertorn e verftärtte fjeuerftrabl fd^tägt burdj ben ©erfdjluß f in
bad innere ber Patrone bejro. Sartufcbbülfe.
Die burcb Reibung entgiinbeten ^Jünbmittel werben lebig« 59
lid? &e’ ben Patronen« ober ffartufebbülfen audgeftatteten
®ef(biifcen oerTOenbet. Diefe finb
«Ub 8.
»itb 9.
3teibjünbf$rau6e.
e<$(agjünberfe$raube
a ^nbfcbraubtngetyhift (au8 SRefßng).
c 9(mt)of)f$raube.
d Sofed Sßutoer.
e ©eprefeteä $utoer.
verlotef.
ec^roube.
Sietber.
$ul»erfotn
in <5d;u(p
bflUe auö
Rapier,
a. Die JReibjünbfeljraube. (©ilb 9.)
Sie beftebt aud einer Schraube mit ftopf, bie mit ihrem ®t> so
roinbeteil in bad Wfuttergeroinbe bed .ßlinbloebpoUend bed ©erfebluffed
(acbftale ^ünbung) eingefchraubt wirb. §m Qnnern ber 9teib)finb«
2*
20
Ireibs, Sprengs unb ßOnbrnüteL
fdjraube befinbet fidj ber SReiber b, ein Draht, beffen unteres ffinbe
gerauht ift unb in einem IReibfafc, in ber ^auptfache aud chlorfaurem
ftali unb Antimon beftehenb, fifct, ber mit einem $u(verfafe c umgeben
ift. Über ber geraubten Stelle hat ber {Reiber eine feulenförmige Ser*
bidung unb enbigt oben in eine Cfe. SBirb ber {Reiber jurüdgeriffen,
fo entjünbet ber geraubte Seil ben IReibfafc, beffen ffintjünbung ftd?
auf bad {ßulvertorn unb oon biefem auf bie ftartuf$e überträgt. Die
SSerbidung wirb in bie entfpredjenb geftaltete Durchbohrung ber Schraube
gezogen unb verfchliefjt biefe nach hinten, fo baß ^ier feine fJulvergafe
entweichen tönnen.
hierin beruht ber $auptvorteil ber .ßünbung burdj bie {Reib«
jünbfdjraube. ©onft ift ihre Sebienung ziemlich umftänblid), ba fie
vor jebem Schuß erft mit ber §anb, bann mit einem S^lüffel ein»
gefdjraubt unb nach bem Schuß wieber I^eraudgefdjraubt werben muß.
b. Die fjelbfä)lagrÖhre.
dl Sei älteren ©efchiifcen geftyeljt bie ^ünbung burch fjelbfchlag«
röhren.
Die f^elbf^lagröhre befielt aud einem meffingenen ober fupfernen
{Röhrchen, beffen Sopf tellerartig verbreitert ift. Qm oberen Seite fifjt
eine ßünbljülfe mit {Reiber; erftere enthält ben {Reibfafc, in bem ber
geraubte Seit bed {Reiberd fifct, wäljrenb fein anbered ffinbe eine Öfe
bilbet. Unter bem {Reibfafe bepnben ficfj lofed ©efchüfepulver unb
5 gepreßte ^ßulverförner; unten ift bie fjelbf^lagröhre gefdjloffen.
Sie wirb in bad .ßünbloch geftedt, wobei ber SRanb bed Sopfed bad
$ineinf$ieben begrenzt, unb ber roagerecpt gebogene iReiber toermitted
ber ftbjugdfdjnur ^erattdgeriffen. tiefer entjünbet ben Safe ber Qünb«
hülfe, beren ^eraudreifen ber Verengte $a(d bed Sopfed verhinbert,
unb ber burch bie ¥ulverfüöung verftärtte fjeuerftrahl fdjlägt in bie
ftartufche.
62 S>ie SSerwenbung ber Qelbfdjlagröhren bei Ober« unb Schräg-
jünbung hat ben Nachteil, baß ^Julvergafe ungenufet burch Bünb;
loch entweichen unb bad Süden bed iRohred begünftigen.
c. QHühjünbfchraube.
63 (Sine befonbere 9lrt bilben bie ©lühjünbfchrauben. Sie ähneln
im allgemeinen ben IReibgünbfchrauben; ihre ßntjünbung wirb aber
nicht burch einen {Reiber, fonbem baburch bewirft, baf 2 Drähte, bie
©ie SünbmttteL
21
in ben an (Stelle beg SF?eibfafee<8 fifeenben ©lü^iinbfa^ führen, burch
eleftrifcfjen Strom glüljenb werben.
Durdj biefe ©lühjünbfthrauben foll ein gleichzeitiges Abfeuern ber
©ef$fifee einer Steilfeuer»ftüftenbatterie jum $ef$ie|en von $anjer<>
bedS bewirft werben.
giertet JtßWnitt.
SidjCefttefre.
53orbemer!ung. 3Bo in na^fte^enbem Sbfdptitt {Beifpiele auS ben
Sdjufjtafeln gegeben werben, finb weift folche and ben Veralteten „All»
gemeinen Sdjufjtafeln für gejogene ©efdjfifje“ {Berlin 1879, SJoffifdje
Sudjhanblung, angeführt, baneben aber bie entfpredjenben neuen ®e«
fdjfifee unter Angabe ihrer {ewigen Schufjtafelnummer Vennerft (Schuft
tafelfammelheft „9?ur für ben Cienftgebraudj bestimmt“), fo baf jeher»
mann bie feljlenben Angaben leicht ergänzen fann.
Allgemeines.
Cie Sdjiefjlehre befdjäftigt fidj mit ber {Bewegung ber ®ef$offe; 64
bie innere Sd^iefjleljre befyanbelt bie Urfachen biefer {Bewegung, 53er«
brennung, Rraftäujjerung beS fßulverS unb ©efdjofjbewegung in ber
Seele, bie äufjere Sdjiefjlehre bie {Bewegung bed ©efchoffed außerhalb
ber Sßaffe.
©irb ein ®efd)o§ mittels ber fto^artig wirfenben ^ulverfraft auS es
ber ©affe fortgetrieben, fo legt ei einen ©eg jurfid, ben wir fjlug»
ober ®efd;oßbaljn nennen. £a aber bad ®ef$of; wäljrenb feines
OrlugeS fi$ um feinen Sdjwerpunft bewegt, mujj man genauer ald
glugbabn ben Sieg bejei$nen, ben fein Sdjwerpunft Vom Serlaffen
ber HRünbuug bid jum Sluffdjlag auf ben Soben ober bid ju bem
Sunft in ber Vuft, wo ed pla^t, bem Sprengpunft, jurüctlegt.
A. Die ffießalt l>er ®>eft^o|5bal)n.
Cie ©eftalt ber ©ejtbofjbaljn wirb burdj folgenbe Kräfte unb 66
(Einflfiffe beftimmt:
1. bie Anfangdgef$winbigfeit;
2. bie fRi$tung;
3. bie werfraft;
4. ben fhiftwiberftanb;
5. bie ©efdjojjbreljung.
22
6<$iefcle$re.
1. Sie Snfangdgefihwinbigtett.
«7 S)ir ©efdjwinbigteit ober fjluggefchwinbigteit bed ®efdjoffed ift
ber ®eg, in Bietern gemeffen, ben bad ©efdjofj in einer Setunbe bei
glei$Heibenber Bewegung gurücflegen Würbe, bie Snfangdgefchwinbigteit
bemnadj bie Strecfe, bie bad ©efchofj gurücflegen würbe, wenn ed bie
beim SSertaffen ber ©affe innegehabte ©efdjwinbigfeit beibehielte.
(genauer begeidjnet man lefctere mit ÜRünbungdgefchwmbigteit;
unter Stnfangdgeföwinbigteit wirb gewöhnlich bie ®efchwinbigfeit ber«
ftanben, bie bad ®efdjof? in einem meift 25 ober 35 m vor ber ÜJiünbung
liegenben fünfte hat.
68 ©ad SReffen ber 2tnfangdgef<$winbigteit,*) v„ gefdjiefjt meift ber»
mitteld bed bon bem belgifdjen SrtiUerieoffigier 2e Soulengd erfunbenen
ßeitmefferd (ßtyronograpljen, ®ilb 10), bei bem and ber Sänge bed
f^attraumed eined Stabed auf beffen ßraUgeit unb baburdj auf bie
fjluggeit bed ©efchoffed gefdjloffen wirb.
Stuf bem Saften A ruht bie Sragfäule B mit bett ßteftro»
magneten a unb b. Sefctere galten in magnetifd)em ßuftanbe (ßu»
fü^rung bed Stromed aud ben Batterien I unb II) bad ©ewidjt c
unb ben Stab d. SEÖirb ber Strom in b unterbrochen, fo fällt
ber Stab in ben Saften, Wirb ber Strom in a unterbrochen, fo fällt
bad ©ewicht c in bie $ülfe e auf ben burdj eine fieber gehaltenen
$ebe( f, woburdj fich Keffer g audhatt, Vorwärts fchnetlt unb
babei eine SRarte in ben vorbeifaUenben Stab, ber mit einer ßinttjülfe
untfleibet ift, einfdjneibet.
Sie Rebern 1 bed Unterbrecherd C bienen mit $ilfe ber Sperr«
febem m gur gleichzeitigen ^erftellung unb Unterbrechung ber Strom»
läufe.
ßwei $olgrahmen, mit fortlaufenbem unb mit ben Batterien in
SSerbinbung ftehenbem ©raht übergogen, finb, ber 1. Nahmen 10 m,
*) 3n ben lebten 3af>ren ftnb SJerfudje gemalt roorben, bie ©runblagen ber
©efdjofjbaljn (HnfangSgefdjroinbigteit, UmbrehungSgefchroinbigfeit, 3lbgang3nrintel,
(Subgef^roinbigfeit, Umbre^ungdgefc^winbigfeit gaUroinfel) fcurcf) £i$tbilber feft«
jufteHen. 2)iefe 93erfu($e, bie auf Örunb eines non ^rofcffor Sleefen angegebenen
Serfa^renS non ber SlrtiHerie^rüfung&Äommijfion begonnen unb oon ber girma
Ärupp fortgefefct rourben, ftnb erfolgreich geroefen, fo bafj roo^l fünftig biefc 9Irt,
bie glugbahngrunblagen ju beftimmen, in Slufnahme tommen roirb. (93gl. Mriegö«
tedjnifche Scüfthrift 1903 fceft 2 unb Sa^rbüc^er für bie beutfdje Slrtnee unb SNarine
1906, 3ebruarljeft)
Sie ©eftalt ber ©eföogbobn.
23
ber 2. Stammen 60 m üor ber Künbung bed ©efcbüfeed, fo aufgefteltt,
bafj bad ©efdjofj ben £ra!ft in feinem fettige jerreißen muß.
Qurd? gleichzeitige Unterbrechung ber Ströme wirb junäcfyft am
Stabe (1 eine üDtarte beftimmt, welche burch bad frühzeitigere (fallen
»Hb 10.
Set geitmeffer von 2e Soulengd.
bon d gegen c burch bad Keffer eingef$nitten wirb, ©iefe -Karte
wirb bürd? eine Steltfc^raube (über f) auf ben 9iullpunft von d ge
bracfyt.
24
@$ießle$re.
3fl bet Sbftanb tiefer Starte Vom Sullpuntt = x, fo ift x = x/i gts
alfo t = l/-?^-. (t=3eit, g = ©djtoerfraft 9,81 m).
S
SBtrb nun bad 1. ©itter vorn ©efdjoß jerriffen, fo fällt d; beim
Serreißen bed 2. ©itterd veranlaßt bad von c eine obere Starte
an d. ©egeidjnet man beren Sbftanb vom Sullpunft mit x', fo ift
x' = ’/• gts, alfo t' = l/-2^- = ffallgeit bed Stabes. Die in
’ 8
ber bad ©efdjoß ben Saum s vom 1. bid 2. Stammen burdjfliegt, ift
alfo s = t' — t, bie mittlere ©efdjtvinbigfeit (alfo 10 + 25 = 35 m)
g
vor ber Stünbung = ------------
L 1 1" 1
Sud einer ßufammenfteUung, tvel$e bie verriebenen fjallräume
unb bie bagu gehörigen ©efdjtvinbigleiten enthält, tvirb bie Slnfangd«
gefdjtvinbigteit ermittelt.
IBeim Steffen ber v» bed ©etve^rd fte^t ber 1. Stammen unmittel«
bar vor ber Stünbung, ber 2. Stammen 50 m bavor, fo baß $ier bie
©efdjtvinbigteit 25 m vor ber Stünbung gemeffen tvirb.
89 ©ad Steffen ber ©efamtfluggeit erfolgt mit ber Söbnerfdjen
©ertienufyc. ©ad SBerf biefer U^r tvirb burdj ben ©rud auf einen
ftnopf in ©ang gefegt unb burdj ©rud auf einen gtveiten Stnopf feft«
gehalten.
©ad Zifferblatt ber Ußr Jjat 3 Streife, auf benen ficb 3 Seiger
betvegen, bie bitrdj iljre Stellung bie gtrifdjen bem 1. unb 2. ©rud
verfloffene Seit angeben; ber 1. Seiger geigt bie Statuten, ber 2. bie
Selunben, ber 3. bie ^unbertftel Selunben an.
©er am ßiel Steffenbe ^at einen Qfernfpredjer am £tyr, tveldjer
mit einem gtveiten in ber 3täße bed ©efdpifced verbunben ift. Sobalb
er ben Sdjuß fyört, fefet er bad Uljrtvert in ©ang unb fdjaltet ed beim
Snfdflag bed ©efdfoffed aud. ©ie Ußr gibt bie fflugjeit mit großer
©enauigleit an.
70 ©ie Snfangdgef^winbigteit fteUt ftcb bar ald bad (Ergebnid ber
bie {Bewegung bed ©efdpoffed im Sto^r förbernben unb ^emmenben
Sinfläffe.
©ie förbernben ©infliiffe.
71 ©ie förbernbe Straft tvirb burdj bie Verbrennung bed ftalverd
erzeugt, tvel$ed babei unter großer SEBärmeenttvidlung gang ober bocb
gum größten ©eile vergaft. SBenn au$ biefe Umfefcung bed Sulverd
®ie ®eftalt bet ©efäofjbatjn.
25
in einem feßr turjen ßeitraume vor ßd) geljt, fo ift beffen ©röße bodj
auf bie SBirfung bed ©reibmitteld von größtem (Einßuß.
Um bie Vulvertraß für bie Bewegung bed ©efdjoffed in ber
Sßaffe völlig audnufeen }u lönnen, muß bie Seele, b. I). bie Sängd*
boljrung bed Saufed bjm. SRoljreö, fo lang fein, baß bad $ulver völlig
verbrannt iß, wenn bad ©efdjoß bie IDlünbung verläßt.
3« länger bie Seele im Ver^ältnid jur Seelenmeite iß, um fo
länger tönnen bie $ulvergafe auf bad ©ef$oß einmirten, um fo größer
wirb feine ©efd)minbigteit.
©ad ©etveljr 88 fyat bei 740 mm Sänge bed gezogenen ©eild
620 m 9üifangdgefd)minbigteit, ber Karabiner 88 bei 488 mm Sänge
unb gleicher Vulverlabung eine foldje von 570 m; Ißer ge^t ein ©eil
ber $ulvergafe ungenufct verloren.
Sei einer ju langen Seele mürbe bad ©efdjoß bie größte ®e»
fdjminbigteit im ÜRo^r fyaben unb infolge ber Reibung an ben Seelen*
tvänben bie SRünbung mit verminberter ©efdßvinbigteit verlaffen.
3e fdjneller bad Pulver verbrennt, um fo größer ift ber auf ben 72
©efcßoßboben audgeübte ©adbrud unb um fo fdjneller bie Sormärtd«
bemegung bed ©efdßßfed.
Son ffiinßuß auf bie Sd)nellig!eit ber Verbrennung finb bie
fjfvrm unb 9Irt bed Vulverd, bie ©inf^ließung unb gorm ber Sabung
unb ber Ort ber ©ntjünbung.
$e tleiner unb feiner bie Sulbertörper (Slättdjen, SRöljren, Sßürfel) 73
ßnb, umfome^r £>berßäd)e ljaben ße bei gleichem ©emidß, um fo
fdjneller pßanjt ßdj bie (Entjünbung fort.
©ie Slättdjen* unb IRöIjrenpulver brennen infolge iljrer djemifdjen
Sefdjaffenljeit an ßdj langfamer ald bie SBürfelpulver (ß. 31), alfo
tritt bei erßeren ber Ijödjfte ©adbrud fpäter auf ald bei festeren.
©edljalb vermenbet man bie langfam brennenben Vulverforten in 74
ben fteuermaffen, bie eine lange Seele Ijaben müffen, ©eme^ren unb
Kanonen, wobei bie abfolute Sänge bed gezogenen ©eild mieber bie
fjorm unb ©röße bed Vulüerlörperd beeinßußt.
©ad ©emeljr 88, Sänge bed gezogenen Xeild ber Seele 0,740 m,
Ijat bad feinße Vulver Gew. Bl. P., bie 9 cm»Kanone 73, Sänge bed
gezogenen ©eild 1,495 m, Ijat bad .gröbere Gesch. Bl. P., bie lange
15 cm*ftanone, Sänge bed gezogenen ©eild 3,43 m, fyat bad Gr. Bl. P.
©ie W. P.«Sorten »erben in Steilfeuergefdjüfcen nadj benfelben
©eß$tdpuntten vermenbet.
26
©djiefelelj«.
Die teilte fffclbhaubifce, Sänge beS gezogenen Seils ... m,*) tjat
ba8 W. P. (4x4x1); bie fdjroere fjfelbhaubifce, Sänge be8 gezogenen
DeilS 1,216 m, tjat ba8 W. P. (2); ber 21 cm=2Rörfer, Sänge be8 ge«
jogenen 5teil8 . ..m,*) ljat ba8 W. P. (12x12x2).
Sluch bei ben SdjneUfeuer»Stanonen Keinen DurchmefferS wirb
baS fdjnell brennenbe W. P. verwenbet, ba fie ein furjeS Stohr haben.
IRevolvertanonen W. P. (l/s), 5cm«Äanonen (2x2x8/<).
75 3e en9er Sinfdjliefjung be8 fßulVerS (3- 29), Je Keiner alfo
ber gtoifd)en ©efdjoßboben unb SSerfc^lug befinbliche anfängliche Ser«
brennungSraum**) ift, je fchneUer fidj bie Gmtjünbung burch b*e ganze
Sabung fortpflanzt, um fo fchneUer finbet bie Sergafung ftatt, um fo
ftärtere Spannung entwicfeln bie ©afe.
76 Die ©affen miiffen fo eingerichtet fein, baß alle Sulvergafe für
baS fjorttreiben beS ©efchoffeS bemißt »erben unb nicht ein Deil un«
genügt verloren geht Deshalb muß bie ©ntjünbung ber Sabung
burd) ®<hlag °^er e'ne ben günbtanal abbichtenbe fReibjiinb^
fchraube (3- 60) erfolgen, nach vorn muß baS ©efchoß bie Seele
abfdjließen.
77 Son größtem ©influß ift baS ©ewidjt beS SulverS im Verhältnis
jum ©ewicht beS ©efchoffeS, baS SabungSverhältniS, weld)e8 meift
in f$orm eines SrucheS auSgebriicft tvirb, beffen Slenner baS ©etoicht
beS ©ef<hoffe8 als t>ielfa<he8 beS mit 1 bezeichneten BählerS angibt.
3c größer baS SabungSverhältniS ift, umfomehr Sulbergafe Werben
entwicfelt, um fo größer wirb bie 9lnfang6gef<hwinbigteit.
Daraus geht auch herbor, baß ©affen mit großer Anfangs»
gefd)Winbig!eit (©ewehre unb Kanonen) ftetS ein großes SabungS»
Verhältnis unb eine lange Seele, ©affen mit Keinen 2InfangSgefhWinbig=
feiten (Steilfeuergefd)iifce) ein Keines Sabungsverhältnis unb eine
furje Seele hoben miiffen.
Sei erfteren ift ba$ SabungSVerhältniS gleichartiger ©efchoffe ftetö
gleich 9r°it bei (enteren Veränbert eS fid) mit ber Schwere ber Vulver»
labung.
*) Angaben: Setyeft jum Scfiufitafelfamtneltjeft S. 6 unb 14.
**) Stan nennt baS SeröältniS beä $ufoergen>i<$t3 jur ®tö§e beb anfänglichen
Serbrennungöraumeä „Sabebichte"; eö ift alfo bie welche angibt, wie viel
Gramm Sßuloer auf 1 ccm fiabungsraum entfallen.
Sie ©eftalt ber ®ef$oßbaQn.
27
78
$eifpiete:
SB aff e &efc$oB fiabung ®enri$t kg bungöj Ijältnid (runb) 1 i Sänge bed gezogenen Xeilö ber Seele fangd* R ge» fcbwm* oigleit m
nennung i ®eroirf)t kg in m in 2)urc$s meffem
©eweljr 98 S=®efdH 0,010 0,0032 1 Vs,l 1 0,74 93,7 860
®en>egt 88 (S>efc$o& 88 0,0147 0,00263 [ 1/&A 0,74 93,7 620
Jelblanone 96 Selb» | fd^rapneU 96 6,86 0,67 1 V« 1 _ •*) ! •*) 1 1 465
15 cnvSiing: (Granate । 80 ! 27,21 ' i । 2,75 *'10 1 i 2,41 16 l 467
fanone Schrapnell | 80 ' 39,6' । | 1 ’/m | i 403
Jtuqe 15 cmdtanone (Granate ! 80 | 27,2! 0,5 1,523 10 265
(Granate o/\ j 79,11 i ,/M 1 290
21 cm^ron^e« mörfer 80 (Granate 83 1 1 ! 118,6 2,4 1 1 1 V« ’ i i 1,262 l 6 214
Die hemmenben ©inflüffe.
Da8 ®efcf)oß muß burdj bie Straft ber fßulvergafe juerft in SBe« 79
»egung gefegt, fein {Beharrungsvermögen muß über»unben »erben.
Schwere unb lange ®efdjoffe »erben f$»erer in Bewegung gefegt als
leichte, lürjere, befonberS fjemmenb »irtt aber auf bie ®efcgoß-
gef$»inbigteit im {Rohr bie Reibung an ben Seelen»änben.
Da alle ßanggefdjoffe im Stobt eine Drehung um ihre SängSadjfe 80
erhalten miiffen (ß. 116 ff.) unb biefe Drehung ba§ ©efdjoß in feiner
5Bor»ärt8be»egung flört, fo wirb auch Sjterju eine gewiffe Staft »er«
braucht, ßugunften einer großen 2lnfang$gef<h»inbigteit muß bie
{Reibung unb Drehung fo gering »ie möglich gemacht »erben.
Schmale unb nicht ju harte ^ü^rungjSfläc^en, »enige unb flache
ßiige, jentrierte Sage beS ©efdjoffeS vor bem Schuß, Meiner Drall«
»intel ($. 125) verringern bie {Reibung.
*) Angaben: Siebe SSeiljeft jum Scgubtafelfammelbeft S. 6.
28
Ctyiegleljre.
Sei allen neueren (Sefdjüfeen ftnben wir bedljalb bie ^ütjrung bed
©efdjoffed nur an einer <StelIe burdj einen fdjmalen Rupf erring, bie
Sage bed ©efdjoffed mit ber Sängdadjfe in ber ©eelenadjfe burdj eine
ßentriertoulft bewirft unb einen Keinen Slnfangdbrall (ß. 126).
©ad gnfanteriegefdjoß würbe bidljer an feinem ganjen waljen«
förmigen ©eil geführt. ©ie ßierburdj bebingte ftarte {Reibung erhärt
bie im $inblid auf bad große Sabungdoerßältnid ('3- 78) Keine
9nfangdgef$winbigteit.
{Reuerbingd ift ed gelungen, burdj günftigere®efdjoßform bie {Reibung
ju verringern, jugunften einer weit größeren änfangdgefdjwinbigteit.
81 Qe größer unb fdjwerer ein ©efdjoß ift, um fo größeren Sßiber»
ftanb fefet ed feiner {Bewegung unb ©reljung entgegen, um fo flärter
muß ber Aufbau bed {Roßred fein, unb um fo langfamer muß ed feine
{Bewegung beginnen.
©ie {Reibung im {Ro^r wirb burdj Serfdjinufcung, {Roft, rauße
©teilen, verbeulte gelber Vermehrt.
82 Slld 3Raß für bie aitd ber Slnfangdgefdjwinbigteit fidj ergebenbe
Veiftung wirb meift bie {Bewegungdarbeit ober lebenbige Rraft bed ®e«
fdjoffed an ber SRünbung gewählt.
©ie {Bewegungdarbeit B (ß. 13) wirb in 2Reterfilogramm (mkg)
ober Wtertonnen (mt) gefunben aud bem ©efdjoßgewidjt p in kg, ber
2Rünbungdgefdjwinbigteit v0 in m unb ber ©djwertraft g = 9,8l m
nadj ber fjformel
b=l;v-.
2g
{Beifpiele:
SB a f f c l geroirfjt feg SRün* ; bung^ gefdjroiiv bigfeü I m gormel B
©eroefjr 98 0,01 1 885 i 0,01-885« ’ 2-9,81 1 1 399,2 mkg = 0,399 mt
Gteroefjr 88 0,0147 i 645 0,0147 - 645» 2-9,81 1 311,6 mkg = 0,3116 mt
ftelbtanone 96 6,85 465 | 6,85-465* 2 - 9,81 ’ 1 75491 mkg =- 75,49 mt
21 cm^ronjemörfer j 146,6 214 1 342186 mkg = 342,18 mt j i i
®ie ©eftaltung btt (Seftho&bahn.
29
Sei gleichartigen SRo^ren unb ®efcf)offen ftel)t bie geleiftete Arbeit 88
im gleiten Ser^ältnid jur ©roße ber Sabung. Se$eid)nen 1 unb 1' bie
®etoid)te ber Sabungen, p unb p' bie ber ®efd)offe unb v unb v' bie
Infangdgefdjminbigteiten, fo ift
1 -•1( = P2 V =
Ö Ö
1 1'
— : —, = v2: v'2 ober
P P
l/. L : 1/-1- = v : v'
' P ' P'
ift aber bad Sabungd»erl)ältnid, alfo »erhalten fi<h bie älnfangd*
gefd)nrinbigteiten v : v' wie bie Duabratmurjeln aud ben Sabungd*
öerßältniffen.
Sei gleid)b(eibenbem ®efd)oßgeimd)t fann man ftatt Sabungd«
»er^ältnid aud) Sabungdgewidjt fefcen, ed müßte alfo, um eine hoppelt
fo große Slnfangdgefdjimnbigteit ju erhalten, bad ®et»id)t ber Sabung
vervierfacht werben.
3n SBitfltchfeU trifft bied nicht ju, ba eine folche Steigerung bet Sabung
burch bie Serfleinerung bed anfänglichen Setbrennungdraumeö eine bebeutenb
größere Slnfangdgeichroinbigfett hetootbtingen mu&. Sie futje 15 cnvJtanone »er=
feuerte früher bie Sanggranate 69 mit 0,4 kg ®efchü$puluer unb erreichte bamit
eine y. oon 116 m, mit 1,3 kg Sabung genau bad doppelte 236 m unb mit ber
flätffien Sabung 1,4 kg eine ▼. »an 246 m.
3e größer bie SInfangdgefdjtoinbigfeit ift, befto geftrecfter wirb bie 84
fjlugbaßn unb befto größer bie <Sd)ußn>eite, befto ftetiger tvirb bie
£>rel)ungdad)fe (3- 123) unb befto geringer bie Sßirtung äußerer,
unregelmäßiger ©inflüffe; burd) bie größere ©ejtrecttljeit unb größere
fRegelmäßigfeit tvächft bie Ireffäßigfeit (3- 182).
£>a bei großen änfangdgefd)tt>inbigieiten aud) bie (Snbgefd)imnbig*
leiten t>erl)ältnidmäßig groß finb, fo wäd)ft aud) bie £urd)fd)lagdfraft
unb bie Xiefentvirfung.
Die 2lnfangdgefd)Winbigteit muß baffer fo groß gemad)t
»erben, ald bie ^altbarleit bed 9tol)red, bie Sage bed 3i«l*$
unb bie baburd) bebingte ®efd)oßbal)n ed irgenb erlauben.
Unter alleiniger (Sinmirlung ber 3lnfangdgefd)roinbigteit mürbe bad 85
®efd)oß in ber ^Richtung ber <Seelenad)fe in geraber Sinie mit gleich»
bleibenber ®efd)n>inbig!eit bid in bie Unenblidfteit fliegen.
30
S<$iefjleljre.
2. Sie Stiftung.
86 Die {Richtung, in ber fi«b ba$ ®ef«boß nadf bem SSertaffen ber
SBaffe bewegt, ift in erfter Stnie bon bem (Erböbungötointel ab«
hängig. hierunter berfteht man ben SBintel, unter bem fid) bie
©eelena«hfe mit ber SBageredjten un«
mittelbar bor Abgabe beS ©«huffe«
fthneibet.
Daä ©efdjoft berläßt aber bie
SBaffe nid?t in biefer {Richtung, toeil
bie SBaffe, burep ben Drucf ber
^ufoergafe in {Bewegung gefefet, in
bem Hugenblicf; wo ba$ ©efd^oft bie
SRünbung berläßt, eine gegen bie
Sage bor bem ©djuß etwas ber«
änberte {Richtung bat.
Der SBintel, ben eine an ben
Anfang ber Flugbahn gelegte ®e«
rübrenbe mit ber SBageredjten bilbet,
beißt ber Hbgangöwintel, ben
Unterfdjieb jwifthen ®rhßhunS8' unb
HbgangSwinlel nennt man Hb«
gangSfebler (®ilb 11).
{Beim ®ewehr wirb ber Sauf
burd) ben Schuß in ©«hwingungen
berfefct, bie ben HbgangSfehler jur
fjolge haben. (Er ift abhängig bon
ber SBärrne ber SBaffe unb ber 2Run«
bungSgefdjWinbigteit unb ift pofitib
ober negatib. ©eine größten
©tbtoantungen um einen feftfteßen«
ben SRittelWert betragen etwa
+ 3 SRinuten. ©eichen (Einfluß bieö
auf ba6 ©«hießen haben tann, jeigt
ber Umftanb, baß beim ®etvebr 88
1 Sogenminute auf 300 m bie Sreff«
punttlage um 9 cm änbert.*)
*) Sgl. Äraufe „®ie Sßitterungäoer^ältniffe unb ibt (Sinfluf) auf bie Flugbahn
bed 8 tnm=@efcf)offed". 8er(inl902. ftöniglige ^ofbucfjljanblung von ®mft Siegfrieb
SRUtler unb €>o$n.
2)ie ©eftalt bet ©efc^ofeba^n.
31
©ei ben ®efdjüfcen erfolgt ber SRiidftoß*) bed JRoIjred in einer 88
^Richtung oberhalb bed ©chwerpunfted, woburdb außer bem fRiidlauf
audj eine Drehung bed ©efchäfced um bie Hintere Sluftagefläche, ben
Safettenfdjwanj, tyeroorgerufen wirb, bie Stafette „fpringt".
©ei ©efdjüfcrohren, beren ©obenftiid mit ber Safette verbunben
ift, ift ber $bgangdfe^ter ber SBintel, um ben fid) bie Stafette beim
<Sd)uß vorn tyebt; bei folgen, bie tofe auf ber 9tid)tmafd)ine aufliegen,
bewirft ber auf fie audgeiibte Drud ein Rebern unb $eben bed ©oben«
ftüdd, bad fogenannte „©uden", welches jiim Seil ober ganz ben Hb«
gangdfehler aufhebt. (Die 10 cm«Äanone in (Schirmlafette hat fogar
einen negativen äbgangdfehler.)
SReift Vergrößert ber äbgangdfehler bie ©rljöhung um ein ®e«
ringed. Da er bei gleicher Sabung ftetd gleich groß ift, fo hat er für
bad ©Riegen leine ©ebeutung; feine ®röße ift in ben Schußtafeln
verzeichnet.
3. Die Sdjwertraft.
Die Flugbahn im luftleeren SRaum.
Die ©djwerfraft bewirft, baß ein nit^t unterftiihter Störper mit 89
gleichmäßig zunehmenber ©efchtvinbigleit nach ^cm ©Httelpunft ber
Grbe zu fällt. Der in jeber ©efunbe erlangte ©efchwinbigteitdzuwadhd
beträgt 9,81 m unb wirb mit g bezeichnet (gravitas).
fRach bem ^atlgefeV fällt ein Störper in einer Flugzeit von t ©e«
tunben um 6r fällt alfo in
*) £et „SlüdftoB" ift bie burcf) ben ©adbrud oerurfacf)te Jlüdroärtdberoegung bet
SBaffe. Sie roirb babei mit einet ®ef$n>inbigleit jurüdgeftoBen, bie ficfj ju bet bed
©efdjoffed verhält roie if;r ®eroid)t jum ®efdjoBgeroid)t.
SBenn P bad ®eroidjt, ▼ bie @efdjroinbigteit bet SBaffe, p bad ©eroidjt, V bie
@eftf)n>inbig!eit bed ®e[cf)offed ift, fo verhält fidj
alfo ift
- p
Seim ©eroeßt 98 ift v = = 2,16 m.
Dec ÄüdftoB ift bann (3.12) R = ?'v- - V2’16-’ = 0,976 mkg.
di Q A * «7yöl
32
Scfcie&letjre.
1 Setunbe 1• -f = 4,905 m,
2 ©elunben 4 • 4 = 19,62 m,
5 • 25 • 4 = 122,625 m.
Sobatb ba§ ®efd)oß bie Wiünbung oerlaffen fjat, beginnt e$ ju
fallen, itnb jroar gelangt in ber 1. ©elunbe nicht nad) a (Bilb 12),
fonbern nad) bem @efefe vom Parallelogramm ber Bewegungen nad)
a’, in ber 2. Setunbe nidjt nadj b, fonbern b1 ufro.
Sift 12.
a'= 4,905 m a‘/=d‘« 4« = 4?
6' = 19,62 l>ig = c'h
<1= 44,145
d* = 78,48 »
e» = 122,625 ‘
Seine Batyn roirb au$ einer geraben eine gelriimmte Sinie.
90 Unter bem (Sinflitg ber 9lnfang3gefd)roinbigfeit, be4 9lbgang$rointel£
unb ber @d)roertraft bilbet bie <&ef$of}bal)n eine regelmäßig gelriimmte
Sinie, bie unabhängig von bem ®en?icht, £taerfd)nitt unb ber f£orm beS
©efdjoffe« ift.
£)ie Flugbahn ift ber Seil einer Parabel, beren ®eftalt burd)
bie Slbfjiffen Mf, Mg ufro. unb burd) bie Orbinaten a*f, b'g ufro.
beftimmt roirb.
2)ie ©eftalt ber @e[$of)babn.
33
(Errichtet man in ber ÜRitte gwifdjen M unb e1 in 1 ein 8ot, fo
teilt biefeö bie Parabel in gwei gleiche $älften, ber $untt m begeidjnet
ben fjödjften $unft, ben Sdjeitelpuntt ber ©ahn. ©er ©eil ber
Safyn oon ber SRünbung bis gum Scheitetyunlt, Ma’b’m, ber auf«
fteigenbe 2Ift genannt, ift gleich bem anbern ©eil, bem abfteigenben
Hfl mc1 dle1. ©er SlbgangSWinfel aMf, (a) ift gleich bem fjall«
winfel n exi (ß), ber burch bie SBagerechte unb eine an baS (Enbe ber
©ahn gelegte ©erüfjrenbe gebilbet wirb, ©ie fünfte gleichen 3lb«
ftanbeS vom Scheitelpunft ljaben auch gleichen Slbftanb von ber
fflagerechten. ©ie anfangSgefdjwinbigteit ift gleid> ber Snb«
gefchwinbigfeit, am Scheitelpunkt ^at baS ®efchoß bie tleinfte
®ef chwinbigfeit.
©a ©efdjoffe mit großen ©efchwinbigteiten in gleiten feiten 91
größere Streifen gurücflegen als folche mit Keinen ©efchwinbigteiten,
bie Schwertraft aber betbe in gleicher ßeit um baSfelbe W?aß nach
unten gieht, fo ^aben ©efdjoffe mit größeren ©efdjwinbig»
feiten geftrecftere Flugbahnen unb größere Schußweiten als
folche mit fleinen ©efchtoinbigteiten.
Silb 13.
MZ Sdjuferoeite bei 45°. ®rögte @$ufjroette.
MZ^ bei 30° unb 60°.
3ft ber SlbgangSminfel 0°, fo ift bie S^ußtoeite 0 m, ebenfo 92
wenn ber KbgangStvinfel 90° beträgt, ba bann, rein roiffenfdjaftlich
betrachtet, baS ®ef$oß in bie Wiünbung guriidfallen müßte.
SWit ben (Srtjö^ungen groifchen 0° unb 90° tann man jebe über«
hau))t mögliche Schußweite ergielen, bie größte mit 45°. 3Wei ®r»
8<<Iin, ffiaffcnlebn. 2. «uff. 3
34
SdjieBletjre.
jungen, bie fidj gu 90° ergangen, muffen alfo gleidje ©djufjmeiten
ergeben (®ilb 13).
93 nri$tigften Formeln für bie Sere^nung ber ®efd)ofjbal)n im
luftleeren 8laum finb folgenbe. (91adj ^etybenreidj „Die 8e$re bom
©djufj unb bie ©djufjtafeln". ©erlin 1898. ftitaigl. $ofbud^anbluttg
bon (E. Wftttler & <Soljn.)
©egeidjnungen: g ©djtoerlraft = 9,81 m.
a äbgangärointel.
<p ^allivinlel.
vB SJlünbungSgefdjtoinbigteit.
v, (Enbgeftfynrinbigfeit.
x (Stange ©djufjtoeite.
y fjlugljitye für jeben ?un!t ber ®a^n.
T (Stange (Jluggeit.
H (Sfröfjte ©teigljölje.
a = <f>
va8 • sin 2 a
x =---------------
g
x g X*
y = X tff a — ~---9-----£—
J ° 2 vx2 • cos 8 a
v = i/r^z
a F ein 2 a
T___2 va • sin a
_ v.’.sin’a_ g 2
H- 2'g “'S’1
©eifpiel: fjelbtanone 96. a = 10°, v, = 465 m
465’. sin 20°
x =—W” = 7538111
9 81.L5383
7538 . 1ft0 ' 2 _„„O9
y — 2 ’tg 10 2 • 465’• cos ’ 10° — 332,2 “
V!
'9,81 • 7538
. haa = 465 m
sin 20°
Sie @eftaU bet ©efdjofebatjn.
35
_ 2’465’SinlO0 ~ .
T =--------OQ1 = 16,46 Sefanben
yzoi
H=4-,’?ä10"=T T’ = 332,2 m
& • y,oi ö
4. Der Suftwiberftanb.
©ie Suft ift ein Sadgemenge, Welches bem fliegenben Sefchoß 94
einen Söiberftanb entgegenfe^t. ©ad Sefchoß muß bie feiner Bewegung
entgegenftehenben 8uftteitchen beifeite fliehen. ©iefe baßen fich vor
bem Sefdjoß jufammen, ed entfielt vor ihm eine 8uftverbichtung; bie
toerbicßtete 8uft fließt jum ©eil nach hinten ab, fie vermehrt baburd;
bie JReibung an ben ©efchoßwänben. hinter bem fdjneß fliegenben
Sefdjoß entfteht ein luftverbünnter {Raum, ber einen Segenbrud erzeugt.
gur Überteinbung biefed SSÖiberftanbed verbraucht bad Sefdjoß 95
fortwährenb Straft, bie für feine Vorwärtsbewegung verloren geht;
bie Sefcßwinbigfeit bed Sefchoffed währenb bed fjluged ift in jebem
geitteilchen geringer ald im vorhergehenben, am größten alfo beim
Berlaffen ber SRünbung, am geringsten beim Suffchtage ober beim
$lafeen in ber 8uft.
Such bie ©reljungdgefchwinbigteit Wirb, trenn auch in geringerem
URaße, burch ben 8uftwiberftanb verminbert.
$n neuerer geit ift ed gelungen, bad Bilb fliegenber Sefdjoffe auf 96
einer tic^tempfinblic^en Blatte aufgufangen; bad Bilb 14 geigt, baß ein
Sefchoß in ber 8uft ähnliche Bewegungen hervorruft wie ein in fchneßer
fjahrt befinblicheö Schiff im SBaffer.
©ie Stöße beö gufttviberftanbeö hängt ab: 97
1. von ber Sefchaffenheit ber 8uft;
2. « • Sefcfjtvinbigteit beö SefcIjoffeS;
3. . • Slrt be« Sefdhoffeö.
1. $e bichter bie ?uft ift, je feinerer fie alfo ift, um fo größeren 98
SBiberftanb fefct fie ber Bewegung beS Sefcfjoffeg entgegen. ©a£
mittlere ftaftgewicht bei 745 mm Barometerftanb, -f- 15° C SBärme
unb 50% JeuchtigteitSgehalt ber ßuft beträgt 1,2 kg. ©ie Schwan«
fangen bed Suftgewichtö werben hauptfächlich burch bie SBärme ber Vuft
beeinflußt.
1 cbm 8uft Wiegt bei 4-29° C = 1,145kg, bei + 9° C = 1,225 kg,
bei —1° C 1^72 kg unb bei —21° C = 1,373 kg.
SBeniger (Einfluß haben ber Barometerftanb unb ber fjfcuchtigteitd«
gehalt ber 8uft. ©ie Unterf^iebe bed Suftgewichtd an warmen unb
3*
36
Scßieblebre.
falten Jagen bewirten, baß man im (Sommer im allgemeinen mit ber«
felben @r^ung »eiter fließt wie im hinter.
9?ad) ben Beregnungen bed $auptmannd Rraufe (vgl. 3- 87
Slnmertung) beträgt j. B. an einem Sommertage bei + 29° C unb
1,145 kg ßuftgewidjt auf 900 m bie Schußweite bed ©ewehrd 88
Sito 14.*)
S$attenbilb bet Suftberoegung, bie ein fliegenbed GJeroeijtgefcbofj
erzeugt.
£)fterrei$if$ed 9lannli<$etgef4o$ äbgeftuinpfted 9lannli<$ergef$ofc
(530 m ftefcßroinbigteit). (517 m @ef<broinbigfeit).
Stufnalpnen von Dr. Subroig 9la$.
951 m, bie Jreffpunttlage befinbet fidj 2 m über ber regelrechten, bei
+ 9° C Schußweite 900 in, jreffpunttlage + 0, bei — 11° C Schuß«
weite 852 m, Jreffpunttlage — 2,1 m. ©ie Sdjießergebniffe haben
bie SRic^tigfeit biefer Beregnungen mit verhältnidmäßig geringen 2(b--
weidjungen ergeben.
Bei ber f^elbtanone 73 beträgt ber Unterf^ieb in ber Schußweite
gwifchen Sommer unb SBinter etwa 250 m (fRohne).
99 2. 3e fchneUer ein (Sefdjoß fliegt, um fo größer ift bie feiner
Bewegungdrichtung entgegengefefete Suftverbirfitung, um fo größer alfo
ber ju überwinbenbe Vuftwiberftanb.
97ach bem SReWtonfchen ©efefc Wädjft unter fonft gleichen Berhält«
niffen bie ®röße bed Vuftwiberftanbed mit bem Duabrat ber <&efchoß>
gefcßwinbigteiten. ©iefed ®efefe gilt faft genau nur für bie ®ef<hwinbig«
feiten Von 400 m ab, bei Heineren ift ber Suftwiberftanb geringer.
*) 8(u8 „Rriegdtecbnifcbe 1900- Seit* 383. (Berlin, (S. S. SRittlet
& So^n, Äöniglid)e §of6ucf)f)anb[ung.
®te ©eftatt bet ©efdjofebafjn.
37
(Ein allgemein gültiges ©efefc für tote Abnahme ber ©efchtoinbigleiten
ift noch nid^t gefunben.
(Einige Seitytele mögen ben (Einfluß ber <5rluggefdjn>inbigteit auf 100
ben ©efchtoinbigteitSberluft erläutern.
Gteftfjoß Sabung 1 1 1 ; V. | V. , I m i m auf: 1 ®e* ! m fc^toin« । “e« bigteitt’i oeriuft merfungen m ।
15 cm^ingi lanone 1 LangCT. 6,2 kg C/72 Priam. 1 PJ) : 1 i 485 | 5000m | I । ’ 284 ‘ 1 ! 1 ' । | । 1 I 251 j *) Sc^roarjpulüer L:
Sange 15 cm- Äanone 1 15 cm: ' 4,0 kg | Gr. 88 Gr.Bl.P. I । 03 1 495 1 . «) 1 i 1 I 1 1 .»)[*) g^ufetaftl 14 i 1
Äurge 15 cm- i 15 cm: 0,5 Sehr. 80,W.P.(3/4) । i | 214 | 3000m i 179 i 35 1 1 1
Äanone 1 15 cm* | 0,5 265 178 Gr. 80 ,W.P.(»/4)| । 87 1
Schwere gelb* ßaubifce ! 15 cm- | 0,7 I Gr. 88 >W. P. (2) i • ’) • ») 1 1 . ») 3) Sc^ußtafel 17 l
3. SBenn man nun auch ben ßufttoiberftanb nicht aus ber 3öelt 101
fdjaffen tann, fo ift man boch imftanbe, feine unangenehmen (Einmietungen
burch eine jloectmäßige (Einrichtung beS ©efdjoffeS ju berminbern.
Der Vuftroiberftanb mächft mit ber ©röße ber getroffenen fläche,
alfo mit bem Querfdjnitt beS ©efchoffeS; bon jtoei ähnlichen, gleich
langen ©efcijoffen erleibet bei gleicher ©efchtoinbigteit baS mit Heinern
Querfchnitt einen geringeren ©efchtoinbigteitSberluft.
Qe größer nun baS ©etoicht ift, baS auf einen beftimmten flächen-
teil beS QuerfchnittS, j. 1 qcm, brücft, je größer alfo bie lebenbige
Äraft ift, bie bem Sufttoiberftanb entgegentoirtt, um fo beffer wirb er
übertounben.
SDlan berfteht unter Duerfdjnittsbelaftung, auch Querbichte
genannt, ben Deil beS ©efchoßgeioichtS in ©ramm, ber auf einen
Quabratyntimeter be$ QuerfchnittS entfällt. Der Querfchnitt eines
©efchoffeS ift r3 * s n, alfo bie QuerfchnittSbelaftung in ©ramm auf
einen Quabratjentimeter, wenn p baS ©etoicht beS ©efchoffeS in ©ramm
0* = 3,14159).
38
Stiefelette.
102 ©eifpiele:
SB a f f e ®«ltofe= | gemicfet ! g ' 1 r 1 cm gormel üuetfönitt& belaftung g/qcm
©eroeljr 98 10,0 i. ; 0,395 10,0 20,4
03952 • 3,14159 |
©eroe^r 88 14,7 * 1 0,395 14,7 0,3952-3,14159 30,0
Sebtanone 96 6850 3,85 6850 147,0
3,852-3,14159
Sange 16 cm«Äanone 42300 7,45 42300 7,45«-3,14159 242,1
108 ©rei gleichartige (Sefchoffe von gleichem Querschnitt füllen 2, 3,
4 ©urdjmeffer lang fein (©ilb 15). ©enft man fich ben ©oben bet
®ef<hoffe in Quabratjentimeter eingeteilt, fo taflet auf jebent Quabrat«
S3ilb 15.
3 öeftofS* von 10cm Sutcfemeffer.
Zentimeter eine SRaffe, bie ftch »erhält wie 2:3:4. ©ie ©efdjoffe
bieten jtvar bem Suftroiberftanb bie gleiche QuerfchnittSfläche, aber auf
biefer ruhen SJlaffen, bie fich ebenfalls wie 2:3:4 verhalten, ©erben
bie brei @ef<h»ffe mit gleicher 9lnfangSgef^minbigteit unb gleichem Sb>
2)ie (Seftalt bet @ef$ogfa$n.
39
gangßtoinfel verfeuert, fo muß
baß fdjtoerfte ©efdjoß in ber
1. ©etunbe ben weiteften, baß
lei$tefte ben fürjeften ©eg
jurüdtegen, baß mittlere einen
jttnfdjen beiben liegenben.
®et ä$nlid)en @ef$offen
wädjft bie Querfdjnittßbe«
laflung mit bem £)ur$meffer
beß ©efdjoffeß, ba baß ®e«
fdjoßgewi$t im ftubuß, ber
Ouerfdjnitt aber nur mit bem
Ouabrat beß -©urcßmefferß ju«
nimmt; bie Querfdjnittß«
belaftungen äßnlicßer ®e«
fdjoffe bereiten fidj wie
ißre Durdjmeffer.
£)ieß ift ber einzige
®runb, weß^alb bei
gleidjer (ober audj größerer)
Slnfangßgefdjtoinbigfeit
$anbfeuern>affen nidjt fo
große <Sdjußroeiten ßaben
wie ©efcfjüfce, unb meß«
halb ©efdjüfce mit großem
$)ur<$meffer bei gleichem
Sbgangßrointel größere
«Schußweiten haben wie
®efdjüfee Heineren
mefferß. ®arauß folgt fer-
ner, baß auf gleiten (Sntfer«
nungen ©efdfoffe mit großer
£}uerf$nittßbelaftung Hei«
nere (Erßö^ungen nötig
$aben, baß ißre ^lugba^n
alfo geftredter ift. (®ilb 16.)
* Safjn bed Sdpapnettd bet gelbtanone 96. -Gtefäofebafjn bed ^nfanteriegeroe^td 88.
SRa&ftab nadj bet Sänge: 1 Quabtatfeüe = 25 m.
; i * *pöf)e: 1 t = m.
40
€>d>iefjle$re.
105 SSeifpiete:
SB a f f e fäofc i i Quer- fdjnittä« v* laftung in g/qcm weite (ei 32° bunß Sluf 2000 m ©ntfemung »bßanßfc bjw. @r- Setnerfungen
!|ö9ung& rotnfel w infel
©eroe^r 98 s 860 20,4 , 4000»)) 4° W 20"' 11®»’ *) Sdjufeweite (ei 31° ©r^öfjung
©eweljr 88 1 88 620 30,0 4000 6° 41’ 20" 140 B';
^ebfanone 73/91 Sehr. 91 442! 1233 I _ _! 6276 i 1 4* «) 6* ») s) S)ie$otenMal)len (ebeuten ©e$gel)ntel»(Sfra(e
gelNanone 96 Sehr. 96 465' 147,0 | ' । i • ») i • *) 8) SiefjeSdjufjtafel 2b
15 cm^ing- fanone Gr.80 457; 154,0 : i 7430 1 ! 314 S) 5» ») l
Bange 15 cm- Jtanone Gr.88 ' 495: 242,1 ! ! . 4) .<)•<) ©ie$e6($u&tafel ! 14
106 Qe größer bie Slnfangßgefchwinbigfeit eines ®efd)offeß ift, um fo
größer ift fein ®efchwinbig!eitßt>erluft (ß. 100). Um biefen möglidjft
gering ju geftalten, ift bisher grunbfäfelid) eine möglichst große Duer=
fchnittßbelaftung angeftrebt worben, beren giinftiger (Einfluß auß ber
ßufammenftetiung 3- 105 fyervorgefyt.
©er neue ©dfießbebarf beß ®eweljrß 98 jeigt einen neuen ®eg,
Wie bem ®efchwinbig!eitßöertuft trofc geringer QuerfdjnittSbelaftung
burdj giinftigere ©efdjoßform entgegengetreten werben !ann.
107 ©ie OuerfdjnittSbeiaftung ^ängt ferner t>on ber Schwere beß
®efdjoßmetallß ab; je fdjwerer baß (Eigengewicht beß festeren ift,
um fo größer muß bie Ouerfdjnittßbelaftung bei gleichem ©urchmeffer
unb gleicher Sänge »erben.
(Ein SSollgef^oß Ijat natürlich ftetß eine größere &uerfdjnittß*
belaftung atß ein ähnliches ^oljlgefchoß.
©er Stern beß ^nfanteriegefdjoffeß Wirb meift auß Hartblei
((Eigengewicht 11,0) ober SBeidjblei ((Eigengewicht 113?) her9cftcIIt.
©aß SSolIgefchoß beß franjöfifchen ©eweljrß befiehl auß SDieffing.
2llß ärtiHeriegefchoffe werben auß ®rünben ber SBiberftanbß«
fähigteit (Eifen« ober ©tahtgefdjoffe verwenbet, bie wegen ber mit ihnen
®ie bet ©efdjofjbaljn.
41
beabfidjtigten SBirfung eine Höhlung haben müffen. Obwohl (Eifen
unb Stahl ein Heinere« (Eigengewicht al« ^artblei ober Sßeichblei
haben, Verbürgt ber größere Ouerfchnitt bennoch eine genügenbe
Ouerfchnitt«belaftung.
Bon großem (Einfluß auf bie Übertvinbung be« ftaftwiberftanbe« 108
ift ferner bie $orm ber ©efchoßfpifce unb bie ©eftaltung ber ©efchoß*
oberflä^e.
(Sine gerabe fläche überwinbet ben Suftwiberftanb am fdjwerflen,
ba bie {entrecht bon ißr jurüdgeworfene ßuft eine ftarfe Suftverbi^tung
Vor bem ©efcßoß erjeugen mürbe. Deshalb h^en a^e ©efdjoffe eine
©pifce, beren ^orm ein leidste« Slbfließen ber 8uft betvirtt.
211« fjorm ber Spif}e ift allgemein bie fpifcbogige (ogivale, ent* 109
fpredjenb ber Spifce eines gotifdjen fjenfter«) im ©ebraudj, bie jeboch
nach neueren (Erfahrungen unb Beregnungen noch nicht bie ©efchoß*
fpifce „Heinften SBiberftanbe«" ift. (Eine längere, fdjärfere Spi^e, bie
man neuerbing« ben ^nfanteriegefdjoffen gibt, erjielt eine weit beffere
Übertvinbung be« ßuftwiberftanbe«.
(Ein glatte« Slbfließen ber Vuft muß burch glatte Oberfläche be« uo
©efchoßmantel« unb Bermeibung aller fcharfen Santen beförbert Werben.
fjührung«ringe, ^entrierwulft unb Sante be« ©efdjoßboben« ftnb be«»
halb abgerunbet; ber $ünber muß fich mit feiner ©eftalt ber ©efd)oß*
fpifce anfehmiegen.
Die Ringbahn im lufterfüllten fRaume. (Bilb 17.)
Der Sufttviberftanb verringert fortwährenb bie ©efchwinbigteit; 111
ba« ©efchoß legt in jebem 3eitteildjen einen türjeren Sßeg jurüd al«
im vorhergeßenben.
Unter bem (Einfluffe ber v. unb be« 2lbgang3tvinfel3 würbe ba« 112
©efeßoß in ber 1. Setunbe nach a gelangt fein, in ber 2. nach ufw.
Der verjögernbe (Einfluß be« ßuftwiberftanbe« bewirft, baß ba«
©efchoß in ber 1. Setnnbe nach a>* in ber 2. nach b1 nf*9- gelangt.
Die S^tvertraft jießt ba« ©efd)oß in ber 1. ©etunbe von a‘
nach &3' in ber 2. von b1 nach bs. Da fie im lufterfüllten SRaum
faft genau fo Wirft Wie im luftleeren, fo jieht fie ba« ©efchoß um
baöfelbe W7aß nach unten.
Die ^lugbaßn wirb au« einer Parabel eine SBurfturVe,
bie fidj burch folgenbe (Eigenfdjaften von ben erfteren
un terf <h eibe t:
Der ©cheitelpuntt m liegt nicht in ber ÜRitte, fonbern näher bem
(Enbe ber Bahn. Der ^allwintel ß ift nicht gleich bem Abgang«*
42
64ie$(e!pe.
WinJet a, fonbern ftetö größer, ©er auffteigenbe 3(ft Ma’b’m unb
ber abfteigenbe m c’d’Z finb nicht gleich, ber erftere ift länger unb
flacher, ber lefctere tiirjer unb getoimmter. ©ad SJerhältnid ber Sänge
bed auffteigenben jum abfteigenben Hfl etwa 3:2. ©ie $lug>
gefdjwinbigteit bed ©efdjoffed ift in jebem $un!t ber ®ahn Heiner ald
im vorhergehenben, am Heinften am (Enbe ber (Snbgefdfwinbigteit.
»ilb 17
114
115
Sei großen (Erhöhungen, bie nahe an 45° ober baräber liegen,
Wirb bie (Enbgefdjwinbigleit infolge bed ffalled bed ©efdjoffed aud
bebeutenber ^öhe unb baburd) vermehrter IBef^leunigimg wieber etWad
größer ald bie (Sefchwinbigteit in einem ^ßunft bed abfteigenben Slfted,
aber niemald fo groß wie bie Hnfangdgefchwinbigleit.
©a bie Umwanblung ber @efchoßbahn aud ber Parabel in bie
SBurffurve lebiglich eine (folge bed Suftwiberftanbed ift, fo gleichen bie
Bahnen ber ©efdjoffe, bie ihn am beften iiberwinben, am weiften
einer Parabel.
©ied finb bie ©efdjoffe ber ferneren SWörfer, auf bie infolge ihrer
Heinen ffluggefähwinbigfeit unb fehr großen Querfchnittdbelaftung ber
Vnftwiberftanb am wenigften einwirlt. Sim weiften leiben unter feinem
(Einfluß bie leichten, fchnell fliegenben ^nfanteriegefdjoffe (3-105).
Die ©eftalt ber <3ef$of)6af)n.
43
5. Die (SJefcßoßbrehung.
Qebe« ganggefdjoß mürbe burch bie Sinmirtung be« Suftmiber* 11«
flanbe« jum Überfdjlagen gebracht »erben, wenn bem nicht bie Drehung
be« ®ef«hoffe« um feine 8äng«achfe entgegenmirtte.
SCßenn ba« ©efcljoß W?ünbung verläßt, beginnt e« fich unter 117
bie Stiftung ber ©eelenachfe ju fenten, ber 8uft»iberftanb greift bafyer
ba« ©efdjoß nid^t in ber Stiftung ber gäng«adjfe an, fonbern Von
unten.
Die $orm be« mit einer ©pifee verfetjenen Sanggefdjoffe« bringt
e« mit fleh, baß fein ©ch»erpun!t nicht in ber HJZitte ber Vänggadjfe,
fonbern mehr nadß bem ©oben ju liegt.
SDenft man ftcf? nun ben 8uft»
miberftanb in eine einzige Straft
vereinigt, fo gebt beren Slngriff«-
ridßtung nicht burch ben Stßtoerpunft,
fonbern burd) einen oberhalb biefe«
liegenben $untt P (®ilb 18).
Diefe Straft Ijebt bie @pit$e unb
mürbe allmählich bie ©efchoßachfe
immer mehr ber ©entrechten nähern,
bi« ein Überfchlagen einträte. Dem
»ilb 18.
® ef$ofjbreljung.
»irtt bie Drehung entgegen. £)ierbur<h tvirb nämlich bie he^en^e
Straft be« Suftmiberftanbe« in eine feitlidje Slblentung vermanbelt. Die
®efChoßfpifee »eicht bem Druct be« Sufttviberftanbe« nach ber ©eite
au«, nach ber bie Drehung ftattfinbet, nach recht«. Da nun ber Suft«
miberftanb ftänbig auf ba« fliegenbe ®efChoß eimvirlt, fo geftaltet
fich bie ©emegung be« ©efdjoffe« um feinen ©chmerpunh al« eine
legeiförmige $enbelung,
Da« ©efdjoß erhält
außer feiner Drehung
um bie 8äng«achfe eine
Bewegung um eine Quer*
adjfe, fo baß bie ®e*
fchoßadffe fidh in gmei
Segelmänteln bewegt,
beren gemeinfame ©fjifee
ber ©chmerpuntt be«®e*
fdhoffe« unb beren Slchfe
bie ©erührenbe ber § lug«
bahn bilbet. (Silb 19.)
Silb 19.
®ef djo&penbelung.
5 = (Sc^werpunft
tg = 93 erührenbe bet @e{rf)ofebaf)n.
44
S$ief)(e!)re.
118 Diefe Anbetung ber ©efc^oßfpi^e beträgt meift nur 90° bis 180°;
fte ift um fo ftärler, je größer bie fjluggefchwinbigleit ift unb je weiter
ber SlngriffSpunlt ber Suft vom Schwerpuntt entfernt ift.
Qe ftärler bagegen bie Drehung beS ©efdjoffeS, je ftetiger alfo
feine SängSachfe ift, um fo Heiner ift bie $enbelung.
119
Sift» 20.
3une$menber
Stall.
SA = Seelenac^e.
« Stallroinfel.
a = a1 = «8 = «3. « ( a1
a* <a3.
Da nun bet längeren ®e»
fdjoffen bie fünfte S unb P
weiter voneinanber entfernt finb
unb baburdj ber fjebelSarm, an
bem ber Sufttviberftanb wirft,
groß ift, fo folgt barauS bie Wot«
wenbigteit, biefen ©efdjoffen einen
ftarfen Drall ju geben. SUe
neueren ©efdjühe verleihen baher
ihren langen ©efcfjoffen eine ftarte
Drehung.
Die Drehung be<3 ©efdjoffeö
um bie ßängSachfe wirb burch
bie .Qüge, fchraubenförmig in bie
Seelenwänbe eingefchnittene Win-
nen, bewirft. Da§ 3Rafj biefer
Drehung ^ei$t ber Drall.
Seine ®röfje wirb burch ben
Sßintel beftimmt, ben bie Seelen«
achfe mit ber Rante eines ßugeö
bilbet, Drallmintel, ober burch
bie Streife, auf ber fid) ein 3ug
einmal um bie Seelenachfe herum«
winbet, Dr al länge. (®ilb 20.)
$e größer ber Dralltvinfel,
um fo Heiner ift bie Drallänge.
ßefctere wirb entweber in m ober
gebräuchlicher infRohrburchmeffern
angegeben. Die fjelblanone 73
hat 50 Durdjmeffer Drallänge, b. h- ein 3U9 winbet fich auf 50 X
8,8 cm = 4,4 m einmal um bie Seelenachfe herum, baS ©efc^oß macht
auf biefer Streife eine Umbrehung.
121 Die UmbrehungSgefchwinbigleit beS ®efdjoffeS, b. h- bie
©efchwinbigleit, mit ber fich ein ißunft beS ©efchofjumfangeS um bie
DrehungSathfe bewegt, wirb burch bie Streife bezeichnet, bie ein folc^er
Sie ©eftalt ber <Bef$ogbal)n.
45
fßunft in feittidjer 9?ic^tung in 1 ©etunbe gurücflegen mürbe. Diefe
Stretfe ift bad ^robuft and ber 3abl ber Umbiegungen unb bem
2Beg für eine Umbre^ung.
®i. W ta Umbre^ungen ift = .
7 7 ” 1 Drallinge L
Der Sßeg für eine Umbreijung = 2 r tt, alfo bie Umbrefyungd«
gefdjminbigfeit = ^ • 2rn.
ißeifoiele.
122
SB aff c S)urd^ meffer r mm 9ln- fang& fle-' bigfeit V* m S)rallänge (©nbbrall) T. ber Um» brefjungcn (u-1) in 1 ©efunbe SBeg für 1 Um* bretjung (2r;i) mm Umbre!)ung& gefdjTOtnbtgfeü in 1 Sehmbe (^-•2rn) m Sem errungen
$urdj= । meffer | cm
®eroe$r 98 7,9 860 30,4 24 3583,3 24,8 88,866 9lu3 bem fieitfaben ber
©ewetjr 88 7,9 620 30,4 i i 24 2583,3 24,8 64,065 SBaffenle^re für Äriegds fdjulen.
Jelbfanone 96 77 465 l 25M ;192,5l) i j_ 241,5 241,8 58394 2) 2obung0,85 kg-
Sange 15 cm-Äanone 149,1 495 25,586' 381,5 i 129,7 468,2 60,725
Schwere 3relb|aubi$e 149,7 276») 1 15 221,2 184,3 470,1 86,639
Qe fdjneller bad ©efdjoß fliegt, je ftärler bie burdj bie 128
$üge erhaltene Drehung ift, um fo größer ift feine Drehung«*
gefdjminbigteit, um fo ftetiger feine Dreljadjfe, um fo meniger
neigt ed jum Überfdjlagen.
Sei fefyr großer Dreljungdgefdjminbigteit mürbe bad ©efdjoß 124
infolge ber feljr großen ©tetigteit ber Dreljadjfe bie Sage beibet)alten,
bie ed beim SSerlaffen ber SDlünbung ljat. (£ö mürbe bem guftmiber«
ftanb nidjt bie tleinfte Querfdjnittdflädje bieten, alfo allinäljlidj eine
ftarfe IBerjögerung erleiben ($. 101).
Sei ju geringer Dreljungdgefdjminbigleit mürbe ein alünäljlidjed
$eben ber ©efdjoßfpifee eintreten, bid bad ®efdjoß jum Überfragen
gebradjt mirb.
46
S$ief)[e(pe.
©ie ©rehungdgefdjwinbigteit muß bes8fya(b fo gewählt werben,
baß bad ©efdjoß mit feinem Sdjwerpuntt fidj in ber $al)n bewegt
unb feine Spifce um ihn eine Keine $enbelung macht; bei biefer
Bewegung bietet ed bem Suftwiberftanb ftet<3 annähernb bie tleinfte
OuerfdfnittSflädje bar.
125 fj?ür bie ©reljung bed ©efdjoffed in ber Seele wirb ein Seil ber
^uloertraft »erbraust, er geht für bie SBorwärtSbewegung üerloren;
baher mad)t man ben ©rall nur fo ftart, wie notwenbig jur
(Erreichung einer hinreidjenben Stetigfeit ber ©rehadjfe ift.
$e größer bie SlnfangSgefc^winbigfeit ift, um fo Heiner tann ber
©rall fein. ©a eine große 2lnfangdgefd)Winbigfeit ftarten Oadbrucf
jur SBoraudfefcung fyat, fo würbe bei einem ftarten ©rall bad ®efdjoß
ben 3&9en nicht folgen, bie fjührungdteile würben abgeriffen, unb
fdjtoere Ü3efdjäbigungen bed IRohred wären bie fjolge.
126 ©a aber lange ©efdjoffe einen ftarten ©rall fjaben müffen
(3- 119), fo erleichtert man ihren (Eintritt in bie Büge baburcb, baß
man ben ©rall juerft fdjwach macf/t unb ihn allmählich bid nahe an
bie -Dtünbung warfen läßt.
SDtan nennt biefen ©rall ben „juneljmenben" ober „fteigenben“
©rall ($rogreffi»«©rall). äuf eine turje Strecfe üor ber SRünbung
hat ber ©rall bann meift bie ®röße, bie bad ©efdjoß für bie Stetigteit
feiner ©reljad^fe braucht.
127 »ilb 21 ®er iune§menbe Wirb in allen neueren
©a« ®ef(bo& oon ®efW« »erwenbet (j. S. ©raliwintel ber ftelb«
oben gefe&en. tanone 96 4°—7”; ber 10 cm»S?anone 4°—8°;
ber ferneren ^elbhaubifce 4°—12°; bed 21 cm®
WMrferd 53°—lllSt). Seine Slnwenbung ift nur
möglid), wenn bad (&efdfoß an einer fdpnalen
Stelle geführt Wirb, bei ^interfü^rung. Seim
©eroefyr, beffen ®efdfoß am ganjen üDtantel ober
einem oer^&ttnidmäßig großen Seil bed SRanteld
geführt Wirb, 1)aben Wir bed^alb gleichförmigen
©rall.*)
©a bad ©efdjoß, wie oben erwähnt (B-117),
bem ©rud bed Suftwiberftanbed mit ber Spifce
?feilftricbe l = 9iicb= au8®ei(^t' f® witb in biefer @^“«9
tung be3 fiuftroiber ba8 ®«f<ho6 burd) ben Suftwiberflanb aud) feit«
wärtd aud ber Schußebene ({entrechte (Ebene burch
ftanbeS.
*) Sine S(u6nal)tne macht bad italienische Seroebr, welches juneljmenben
®raU bat (3.413).
2)ie Öeftaft ber ©efc^ofeba^n.
47
bie ©eelenadjfe) IjerauSgebrudt (®ilb 21); es entfielt eine ftänbige,
feittidje äblentung.
©iefe Seitenabweichung ift um fo größer, je länger bie gflug*
geit ift, je länger baS ©efdjoß bem ablentenben Einfluß beS Suft*
wiberftanbeS auSgefefet ift, unb jwar nimmt fie in viel ftärferem
Ser^ältniS ju wie bie Entfernung. Qe geringer bie lebenbige ftraft
beS ®efdjoffe$ ift, je langfamer eS fliegt, umfomeljr wirb eS nadj
rechts abgelenft.
* ©eifpiele.
129
130
SBaffe
Jelbfanone %
21 cm-3Rörfer
15 cm*
ftingfanone
21 cm-
öronjemörfer
gelbtanone
73/91
Sanae 15 cm-
Kanone
1000 m 3000 m 6000 m
▼ ! a v ; a V I a
m m | m m i m m 1 m
442 319 j 1 1 233 12 188 114 1
465 1 • *) r j) .‘)l -1) 1 ! • l) .*)
485«) 366 i 268 9 229 । 57
— — — ( 1
495 — .«) 1 .«)l .”) .») .») — 1
2904) 273 ! 4 242 ' 48 215 366
— i— 1 — i
•5) s) ! .5) 1 •5) 8) .»)
23emerfungen
v» = Slnfangäge*
färoinbigfett.
v = Sluggeft^roinbig-
leit
a = Seitliche
Weisung.
l) Stelje Sc^ufjtafel 2b.
«) Sabung 6,2 kg ^riß--
matifäeö ^uloer.
«) (Siefje (Sc$u6tafd 14.
4) Sabung 2,4 kg W.P.
(2)-
s) Sietje «Sdjufjtafel 19.
Seim ®eroefyr 88*) beträgt bie Slbmeidjung auf 1OOO m etwa
0,70 m, auf 1500 m = 2,3 m, auf 2000 m = 5,7 m.
Unter beut (Einflug ber Slnfangdgefdjttinbigteit, bed
äbgangdtoinleld, ber ©djtoerlraft, bed ßuftmiberftanbed unb
ber ©efdjogbreljung geftaltet fidj bie ^tugba^n ju einer
boppelt getrümmten Sinie, einer Üßurflurbe, bie nidpt nur
nadj unten, fonbern audj nadj ber ©eite ftärler gelrümmt ift.
©ad ©efdjog berlägt bie ©djugebene nad) Serlaffen ber SWünbung,
nähert fidj allmählich ber Sifterebene unb fd)neibet fie im $iel (Xafel 1).
Um ju treffen, mug man ba^er bie ©eelenadjfe fo hoth über
bad .ßiel rieten, mie bad ®ef$og auf biefer (Entfernung
fällt, unb (bei fRedjtdbrall) fo biel lintd bom ßiel, mie bad
©efdjog auf biefer (Entfernung nadj re$td abtoeidjt.
131
*) SRotjne, SRitüär-SBoc^enbtatt 1904, 9tr. 113.
48
Sc^iefjlelpe.
B. Die (Ermittlung ber (Seföoliba^n für bas Spießen.
132 Für baS Schießen ift ei Von 2Bid)tigfeit, bie ®eftaltung ber ging«
bahn unb bie ®röße ihrer einzelnen SSerte ju Tennen. ©aber »erben
auf ®runb non zahlreichen Spießen, bei benen alle Fehlerquellen
tunlichft auSgefdjaltet »erben, alfo mit tabellofen ©affen unb borjüg«
liebem Schießbebarf, bei günftiger ©itterung unb beftimmtem ?uft«
gemixt bie jur tBeftimmung ber Flugbahn notwenbigen Angaben feft«
geftellt. ©abei ift eS nicht not»enbig, baß biefe Flugbahnwerte auf
allen Entfernungen burch ©chießverfudje gefunben »erben, fonbern ei
genügt, fie auf mehreren Entfernungen ju erfd)ießen; bie „ßttHfdfentverte
tonnen bann leicht burdj jeidjnenbe ©arftetlung ober Rechnung beftimmt
»erben, ba fie regelmäßig ju« bej». abnehmen.
a. ©ie ©efchoßbahneu ber \§anbfentr»afftn.
183 ©ie ©eftaltung ber Flugbahn ^VnfantcrtcgcrucljrS (88 unb 98)
geht aus ben Angaben ber Infanterie«Schießvorfd)rift 3- 22 unb 23
hervor (Karabiner 88 unb ®ewehr 91 3- 22 unb 23). ©ie Er«
höhungSwintel finb nid)t angegeben, ba fie für baS prattifdje Schießen
ohne Sebeutung finb, bagegen finb bie Flughöhen verzeichnet, bereu
Kenntnis unerläßlich ift, unb ebenfo bie ungefähre ®röße ber Fall’
»intel, ba biefe bisweilen Von Einfluß auf bie ©aßl bon Stel-
lungen uf». fein tonnen ($. 202).
©ie nebenftehenbe Sdjußtafel*) beS ®eweßrS 98 ift burch b. IBurgS»
borff auS ben 3- 22—26 ber Sdjießvorfchrift errechnet worben, »älfrenb
ben entfpredjenben Eingaben für ®ewel)r 88 ^Rechnungen ju ®runbe
liegen, bie in ber Flugfchrift „Über bie ©eftaltung ber ®efdjoßgarbe
ber Infanterie" (Berlin 1904. E. ©. ÜRittler & Sohn) bon $aupt«
mann Traufe enthalten finb.
181 ©aS SBilb ber Flugbahn beS ®efdjoffeS fteUt man am einfachften
her, wenn man auf SOiillimeterpapier in einem bestimmten ÜRaßftabe
bie Entfernungen bon 50 ju 50 m abträgt unb barüber bie Flughöhen,
jur befferen SJerbeutlichung in einem bebeutenb größeren ÜRaßftab,
einjeichnet. ©ie SSerbinbung ber Flughöhenpunfte ergibt bie Flug«
bahnturbe (®ilb 22).
135 ©ie ©djießborfchriften geben bie mittleren Flughöhen beS
©efchoffeS an, b. h- baS arithmetifche SDiittel aus einer großen ßahl
bon Flughöhen, bie fich beim Schießen ergeben haben. W?an tann bie
Flughöhe aber auch berechnen, wenn man ben 2lbgangS»infel für bie
Schußweite unb ben für bie Entfernung, beren Flughöhe ntan fucht, tennt.
*) SeutfcbeS Dffüierblatt. 1905, Str. 51.
Berlin, Staffenlefre» 2. Äufl.
«3 e ZS E i Äfigangöroinfd SaUiüiiifet Sdjeiteb entfemung ö<$citd$ö^c
in 8 | «8 S ! i 88 m 8 | 88 in 8 ! 88
0 100 — 1 - 2' 20” ! 4' 40” 2 20” 5' 50 । 50 0,02 0,04
200 5' 10' 6' 12* 102 105 0,08 0,15
300 8'20" 16’ 10* 21' 157 162 0,201 0,40
400 12' 23' 40" 15* 33' 215 220 0,39 0,82
500 16' 32' 40" 23' 49' 274 278 0,70 1,44
600 21' 43' 20" 32' 1° 8' 338 336 1,13 2,40
700 28' 55' 40" 46h l°31r 405 394 1,87 3,70
800 36'20" 1° 9' r 5' 1°57* 468 450 2,95 5,38
900 45’40" 1’24'40" 1° 28' 2*26’ 530 504 4,36 i 7,57
1000 56' 40" 1° 41'40" 1°54’ 2° 59' 592 560 6,18 10,29
1100 1’ 9’20" 2° 0'40'' 2° 24' 3° 35' 650 620 8,52 113,51
1200 1’24'40" 2’21 2° 57’ 4° 16' 714 678 11,53 17,42
1300 1’41’ 2° 43’ 3° 34' 5° 3 778 740 15,10 22,05
1400 1’59'20" 3° 7’20" 4° 16 5° 55’ 840 800 19,38 27,52
1500 2’20'20" 3° 34’ 20" 5g 4' 6° 5? 900 862 24,75 34,10
1600 2° 43' । 4° 2' 40" 6° 7° 55* 965 922 31,08 41,50
1700 3° 9'20" 4’34'40” 7° 2 9° 7F 1030 984 38,66 50,47
1800 3° 38’ 5° 10’ 20" 8° 14* 10° 30' 1096 1052 47,63 61,16
1900 4’ 12’ 40” 1 5’ 51’ 20” 9° 43' '12° 5h 1160 1130 59,00 7435
2000 4’ 56'20"'6° 41'20” Jl 11°35P 114’ 5' 1230 1212 74,40 91,53 i
Sfufljeit Set. Gnbge- [cfjwinbig feit m/Set. arbeit mkfr ffri^cner JRaum bei 1 m ^ielbÖ^e 50% ige $öben* ftreuung bed ©croebrd m 50% ige £ö$en: ftreuung vorjügl. Sdjütyen m
r 8 n f 88
s 88 8 88 S 88 S 1 88 S 88
- - 875 640 390 307 1-
042 0,17 810 565 335 239 100 100 0,03 0.03 0,14 0,21
0,26 0,36 742J 498 281 186 200 200 0,06 0,08 0.30 0,43
0.39 0.57 673 j 440 231 145 300 300 0,09 0.12 0,46 0,66
0,54 0,81 606 389 187 113 400 400 0,12 0,18 0,65 0,88
0,72 1,08, 538 351 148 $)2 500 95 0,16 0,25 0,85 Ml
0,92 1,381 470 323 113 78 170 55 0,22 0,32 1,05 U4
1,15 1.69 1 403 302 83 68 85 42 0,28 0.41 1,28 1.58
1,41 2,04 356 285 64 61 50 33 0.35 0,51 1.52 1,82
1,71 2.39 324 ( 269 54 54 40 25 0,43 0,63 1.76 2,08
2,03 2,79 301 [ 255 46 49 30 20 0.52 10,75 2,02 2,35
237 348 282. 241 41 44 25 16 0,63 0,90 2,30 2,63
2,74 3.61 266 228 36 39 21 13 0,76 1,07 2,57 2,94
3,13 4,06 250 [ 217 32 35 17 11 0.91 1,26 2,87 3,27
3,54 4,54 236 208 281 32 14 9 1,09 1,49 3,19 3.65
3,97 5,04 222 198 25 29 12 8 Ul 1,76 3,54 4,08
4,44 5,57 211 188 23 26 10 7 1,56 2.07 3.96 4,54
4,921 6,10 199 »181 20 24 8 6 1,85 2,43 4,48 509
5,44 '6,67 1881171 18 22 7 5 2,20 2,85 5,14 5,77
5.981 7,27 177 164 16 20 6‘ 5 2,60 3,35 5.93 6,71
6371 i 7,89 166 j 154 14 18 5I 4 3,09 3,96 7,10 s 8,17
CO
$ie ßmittlung ber @efäo6Mn für bad Stiegen.
leit, aber Verriebenen SlbgangStoinfeln fjervorgerufenen f^lugbalpien
benfelben Ärömmung^albmeffer fyjfcen. hieraus folgt, baß jebe fla$e
«ilb 22.
£er auffteigenbe 9lft ber glugba^n bed ©eroe^rö 88 auf 500 m fättt mit bem bed öewe^rd 98 auf 700 m
faft genau gufammen.
8
2>te ©tmitttunfl bet ®ef<$ofjba$n füt baS Stiegen.
51
Ringbahn burch einfaches ©dementen um ben SWünbungdmittetyunlt in
eine anbere ®ahn überführt werben fann. ©emnach bilbet jebe flache
®ahn für eine bestimmte (Entfernung ftetd einen ©eil ber ©ahn für
eine größere (Entfernung (8ilb 23).
»t(b 23.
ß = ?'
©eifpiel: SBie groß ift bie ^lug^ö^e bed ©efdjoffed bed ®e»
wehrd 88 auf 400 m, Wenn auf eine (Entfernung bon 800 m ge>
f^offen wirb?
ttaä) «ilb 23 ift x = 400 (M A) • tg a — a,
a = 1° 10' 22"
— «'= 0° 24' 12"
0° 46' 10"
log 400 = 2,60206 —
1g tg 46' 10" = 8,13311 — 10
Nlg 0,73417 = 5,422 m.
ytaä) ber ©djießborfchrift ift x = 5,4 m, nach ber S^ießftanbS«
orbnung 5,41 m.
IBefonbere SBidjtigteit für bad Schießen ber Infanterie hat bte 186
©röße bed beftric^enen fRaumed. ©arunter berfteht man bie am
ebenen ©oben gemeffene ©trecfe, innerhalb beren bad ©efchoß ftd) nicht
über ^iet^ö^e erhebt (IBilb 24).
©eine ©röße hängt bemnach bon ber $öhe ^eS ßieled unb ber
Flachheit ber ©efchoßbaljn in ihrem abfteigenben Slft bid jum Stuf«
fdjlag ab.
©ie ©chießborfdjrift für bie Infanterie gibt in 3- 25 unb 25 a
bie Sänge bed beftri^enen fRaumed in ÜRetem für bie 23ifierentfernungen
unb ßielhöhen an (flehe 3- 397). f^ür Karabiner 88 fielje ©djieß*
borfdjrift für bie Saballerie 3- 24; flehe 3- 403).
©ie ©röße bed beftrichenen iRaumed läßt fich Kenntnis ber
fjallwintel einfach beredeten, wenn man ben lebten ©eil ber Flugbahn
4*
52
S^iefjle^rt.
ald gerate Sinie anfieljt; bann ift er R = ber ^iel^ö^e h» aeteitt
burdj tg bed ^atlwinfeld ß.
R=_h
R W
3. : SBie groß ift ber beftridjene 9laum bed (Mewe^rd 98 auf
1200 m für 1,7 m £ielW?
lg 1,7 = 10,23045
1g tg 2° 57' = 8,71208
Nlg 1,51837 = 33 m.
Siü> 24.
187 fjür jebed ©efdjüfc ift eine ©dbugtafet Dorljanben, bie in überftdjt«
lieber f^orm eine ßufammenftellung aller Beim ©djiefien erforberlidjen
Angaben über bie ^lugbaljn ber ©efdjoffe enthält.
188 Die ©djußtafeln geben für bie (Entfernungen Don 100 ju 100 m,
bei ©efdjoffen mit Srennjünber (&&.) and) Don 50 ju 50 m ben
(Er^ö^ungd« unb Sratlwintel foteie bie ©eitenDerfdjiebung in (traben
unb Secbje^ntebSraben an. Diefe (Einteilung Ijat Ben Vorteil, ba|
wegen ber guten Deilbarteit bequem geregnet werben tann. Da ferner
tg */i6° = runb ’/iooo ift, fo verlegt '/is° (Erdung ober ©eiten»
Derföiebung ben £reffpunft nach unb ©eite um runb */iooo ber
(Entfernung. £)ie ©teilfeuergefdiüfee baBen für jebe Sabung bie be«
fonberen Eingaben. (IBei einigen ©eftbüfcen ift bie ©eitenüerfebiebung
in Jeilftridjen, 1 Eeilftridj = */iooo ber IBifterlinie, angegeben.)
Die Ermittlung bet ©eft^ofjba^n für baä Stiegen.
53
ferner enthalten bie ©djufjtafeln Angaben über fjluggeit unb 189
(Enbgefd)toinbigteit fonrie bad 3Rafj, um toeldje« '/i6° ben Sreffpuntt
genau nadj $ö$e unb ©eite verlegt unb bie ©djufjtoeite änbert.
Sei ©efdjoffen mit ®j. treten nodj nötigenfadd Angaben über bie
Srennlänge in ©etanben unb Hdjtelfetunben, über bie ©prengljötye für
bestimmte ©prengtoeite unb über bie burdj 1/e ©etunbe $ertorgerufene
Verlegung bed ©prengpunfted nadj ber $ö$e fyinju.
Qebe ©djufjtafel gibt bie Slnfangdgefdjtoinbigteit unb ben Abgangs«
fehler an; bie meinen enthalten nodj eine Angabe über bie Siefen»
toirfung bed einzelnen ©djrapnedd.
(Ein Seifpiel für bie (Einridjtung einer ©djufjtafel gibt umfte^enber
Sudgug (®. 54, 55).
SD7it £*i(fe ber ©djufjtafel tann man bie ©eftalt ber ^lugbalpt 140
mit einer ©enauigfeit ermitteln, bie für ade ©ebraut^dgtoecfe genügt;
befonberd toidjtig ift bied beim Steilfeuer.
Seifpiel (Silb 25): (Ed fad eine ©rabentoe^r auf 3000 m be«
fdjoffen »erben, ©er tieffte Sreffpuntt toirb jroectmäßig auf ’/» Wd
Vs ber SWauerljöIje non unten ju legen fein, ©er ljiergu erforberlidje
fjadrointel ß ift gleich bem ÄBintel, unter bem ber tieffte Sreffpuntt
gebedt ift, berme^rt (ober oerminbert) um ben SBintel y, um ben er $ö!jer
(ober tiefer) liegt ald bad ©efdjüfc (©elänbetüinlel). $n ber ©djufjtafel
ift nun bie Labung audjufu$en, bie bei 3000 m (Entfernung ben betreffen«
ben fjadtointel ergibt.
»ilb 25.
glugbaljn bei Steilfeuer.
©en ©cfyeitelpuntt einer Safyn finbet man in folgenber £3eife. 141
(Eine an i^n gelegte IBerü^renbe ber &a$n läuft toageredft, ba^er mu$
erfterer auf ber (Entfernung liegen, auf ber bie ©umme bed $u einer
(Entfernung ge^örenben Slbgangdtointeld (^) unb ^adtointeld (ßi) gleich
ber für bie gange (Entfernung betannten (Erdung (a) ift.
IBeifpiel: ©efudjt ber ©djeitelpuntt ber ®afyn ber (ffelbtanone 73/91
auf 4000 m.
©elannt a= 129/i«°. ©efuc^t ß-\-ßi = a.
$=51/16°, j?i = 78/i«°. ©umme 129/i«°. ©ied finbet man in
ber ©d)ufjtafe( bei einer (Entfernung oon 2250 m.
54
Stiefelette.
142
148
©ie ©djeitel^ölje ber ®a^n finbet man nadj ber formet
ff ta
x = %-, wenn g bie ©djtoertraft = 9,81, t bie gange gtugjeit in
o
Setunben ift ($. 93).
Seifriel: ®efud)t bie ©djeitelßöhe ber Sa^n bed 21 cm-SDlörfer$
auf 5000 m, trenn mit ber großen (Erhöhung (3- 92) geföoffen wirb.
(Erhöhung 63u/ieo, Sabung 2,6 kg, fjlugjeit 47,9 «Sefanben.
9,81 • 47,9» _
x =-------ö—-— = 2960 m
o
($ölje ber ßugfrifee 2964 m. ©ie überhaupt größte ®d)eitell)öl)e ber
SDlörferftugbaßn beträgt 3005 m).
©(ßußtafel für bie fernere fjelbtanone 73, bie f^elbtanone 73/88
unb bie ftelbtanone 73/91 mit fJelbfdjrapnelljB 91 unb Spreng»
granaten mit 0,64 kg (Sefd)iife*Slättd)enpufoer»8abung.
(fbie S^ufetafel ift im Sommer 1893 aufgefteUt worben.)
Schrapnell 91 unb Sprenggranate.
(3lnfang8gef<bwinbigfeit = 442 m, 9(bgang3fei)Ier = 4- 6/is ®tab.)
1 2 _ 3 4 1 5 6 l..7_ 1 8 Ll.. 1 10
। 1 Vw
Seiten» ($rab Spreng« Snb« ße- «e»
(5nii Er» ner» Saüb 3W üerlcßt ben ./ifi i^rab rtnhprt hö^e ftridjener
f<pi* fang Treff» UlLwvll bie weite für 50 m fdmritv btglei! !Raum
fcmitnfl Ijötjunfl " 1 rotnfel jeü punft na<$ ber Sprcnfl» weite für 1,7 m 1 ßieUjölje
ll 11 1 .Völje ।
Teil= , . ’3c-
m i C6rab 1 1 firicb । OJrab funben m 1 m m TT) m
100 ; i 0 30 3 0,9 0,1 45 424
200 । 1 0 30 6 0,5 04i 42 407 -
300 s 30 9 0,7 0,3 39 0,4 392
400 ; 4 30 ! 19 1,1 0,4 36 0,5 378
500 30 15 1,2 Ofi 34 1 0,7 365 1 146
600 j 10 30 1 18 1,5 0,7 32 ' o,» ! ‘ 354 99
700 1 14 . 30 17 1,8 0,8 30 1,1 344 77
800 1 11 31 in 2,1 0,9 29 I u 335 63
900 : 1» 31 20 . 2,4 1,0 28 1 l,e 327 52
1000 18 ’ 31 25 2,7 1,1 27 ! U 319 j i 43
1100 l1* . 31 2W ( 3.o 1,2 26 2,a 312 37
1200 115 । 31 215 3,4 1,3 25 2,5 ! 306 32
1300 2> 31 35 3,7 1,4 25 2,8 300 28
1400 27 31 . 3» । 4,0 1,5 24 . 3,1 . 295 25
1500 2» . 31 । 4« ! 4,4 u i 23 1 33 290 23
Xie Ermittlung ber ®ef$oBba$n für bad Stiegen. 56
1 2 3 4 _5_J 1 6' 7 8 9 | 10
V16
Ent-' Er. Seiten« oer= 3an= Siu# Örab üetlegt ben ‘/l« ®rab Spreng. Re Enb. ft* f * * 1 »e. [tri ebener
Xreff. UllvvIA Hip für 50 m 9iaum
fcmung t)B$ung bung w infel jeit punEt nadj ber Ulv Sdjufc* weite Spreng« weite fdjTOtru bigteit für 1,7 m S’^We
Jpöfje
Xeib Se*
m in fitridj ©tob tunbcn m m m TD m
1600 3° 31 48 4,7 U 23 1 3.8 285 1 ( 21
1700 3® 32 415 5,i 1,9 22 ! 4,1 281 19
1800 3>“ 32 5® 5,5 2,o 21 4,5 276 18
1900 315 32 5» 5,8 2,i 21 I 4,9 272 17
2000 41 32 6* 1 | 6,3 J 2,3 1 1 20 1 5,3 268 16
2100 । 49 1 32 6» ! 6,« 1 2,3 ’ 20 t 5,8 264 15
2200 4J4 1 32 7« 1 7,o 1 2-4 ! 19 63 260 14
2300 5» 32 7» | 1 7,< 1 2,r. 19 6,7 256 13
2400 5® 33 । 85 ' 7'* 8,3 1 2.« 18 7,2 252 12
2500 \ . 1 5’5 1 • 33 1 811 1 1 2,7 1 . 1 18 । ' : | 7,7 249 1 11
5600 248 46 I 395 1 26,1 I 5,o 1 6 186
5700 25* 47 1 40» 1 27,o 4,9 6 186
5800 26« 48 i 42» 28,o 1 4,9 5 186
5900 27« 48 i 44< i 29,1 4,8 5 187
6000 29» 49 1 46« 80,3 4,. 4 1 188
6100 30» 50 48« 1 31,6 i 4,5 4 1 I 190
6200 32» 51 1 1 50« 33,1 1 4,1 1 3,5 3 1 ‘ 193
6300 84« 52 । 52« 1 34,9 3 1 ; 196 l 1 •
6400 37» 53 । 55« ' 37,o 2,« 2 1 200 |
6500 | 41« 54 ; 59« 39,9 1 . 1 1 207
ftnmertung: Xie größte Sd&u&weite mit bem Brennjünber beträgt 4500 m
56
!D<1« Treffen.
fünfter
$>a$ Treffen.
1. Die Strennng ber einzelnen Stoffe.
144 SBenn bie auf bie ©eftaltung ber ©efchoßbahn einwirtenben
Sträfte (3- 69) ftet« gleich groß wären, fo müßten bie au« einer un«
verrüdbar fefltiegenben ©affe abgefeuerten ©efdjoffe ftet« biefelbe
Flugbahn betreiben unb benfelben Vuntt treffen, ©ie Kräfte finb
aber, mit Aufnahme ber ©chwertraft, bei jebem Schuß verfdjieben.
©iefe Verfchiebenljeit beruht in ber Sefdjaffentyeit be« Schieß«
bebarf«.
14& Vei ber Wlaffenanfertigung ftnb Heine Verfdjiebenheiten im ®e*
fd)oßgetoi$t unvermeiblich; baju fommt, baß bie güßrungöteife meßt
ober weniger hart, glatt ober burch Verbeulungen, ©chmufe ufw. raub
fein ober geringe Unterfe^iebe im Umfange haben tonnen, baß ein un=
gleichmäßige« Anfefcen ber ©ef^offe ben anfänglichen Verbrennung«»
raum vertleinem ober vergrößern, bie allmählich eintretenbe Ver»
fchmufcung ber Seele eine erhöhte ^Reibung hervorrufen tann.
(Ebenfo tann ein mehr ober weniger fefter Sih be« ©efcßoffe«
in ber $atronenhiilfe größere ober geringere ®a«fpannung jur $otge
haben.
ferner tann eine Verfchiebenheit be« Vulvergewidjt« unb ber Ver>
brennungögefcßwinbigteit, hervorgerufen burch geringe Unterf^iebe in
ber cßemifchen .ßufammenfefeung, größeren ober geringeren ^eucßtigteit«»
gehalt be« $ulver« unb burch allmähliche (Erwärmung ber SBaffe, von
Sd)uß }u Schuß vorhanben fein.
14« ©iefe Verfdjiebenheiten tönnen Wohl biirdj forgfältigfte Anfertigung
be« Sdjießbebarf« unb griinblidje Unterweifung in feiner Veßanblung
auf ein ÜRinbeftmaß befchräntt, aber niemat« gang auf gehoben werben.
147 ©ie bringen Verfchiebenheiten ber SRiinbung«» unb ©rehung«»
gefchwinbigfeit unb in geringem Ttaße auch be* Abgang«wintel
hervor, ©aju fommt, baß ber 9uftwiberßanb unb bie SBitterung bie
®ef<hwinbigteit unb fjlugri^tung ber ©efdjoffe verfdjieben beein«
fluffen tönnen.
148 ©iefe Unterfchiebe, bie man auch b’e ©aenftreuung ber ®affe
nennt, bewirten, baß bie au« ber feftliegenben VJaffe abgefeuerten ®e»
fchoffe nicht benfelben Vunft treffen, fonbern baß bie Flugbahnen fich
flrahlenförmig au«breiten.
2)ie Streuung ber einzelnen SBaffe.
57
(Sine Hngahl von Schliffen aus berfeiben SBaffe, in gleidjer Sage 149
abgegeben unb auf einer [entrechten Ganb aufgefangen, bebedJt baher
eine mehr ober ntinber große fläche, bie [entrechte Drefftädje. Sie
hat meift bie $orm einer (EUtpfe.
Die ®röße ber [entrechten Dreffläthe begeichnet bie Streuung ber
Gaffe. 3hre $öhe ($öhenßreuung) ift meift größer als bie breite
(Sreitenftreuung), unb bie Schüffe fifcen in ber SOHtte am bichteften.
(Silb 26). Qe geringer bie Streuung ift, um fo beffer ift bie Dreff»
fähigteit ber Gaffe.
AB = $ö$enftreuung.
iiißi == Sängenftrtuung.
CD = Sreitenftreuung.
C«Z)i =
Die Drefflächen toachfen mit ber (Entfernung, ba [ich bie ber«
fchiebenheiten ber (&ef<hoßbahn umfomehr bemertbar madjen, je weiter
bie ©efdjoffe fliegen.
betrachtet man ben Sluffchlag ber ©efchoffe auf ber Gagerechten, 150
fo ift bie große Slchfe ber (Ellipfe bie Sängenftreuung, bie Heine bie
breitenftreuung (bilb 26).
bei einem ^aüwintel von 45° ift bie $öhenftreuung = ber Sängen«
ftreuung, bei Heineren §atlwinteln ift bie erftere Heiner, bei größeren
größer. Die breitenftreuungen auf ber [entrechten Drefflädje finb um
ein geringes Heiner ald auf ber Gagerechten.
bilb 27 geigt bie berteitung von 24 Schöffen au§ ben Qn[an« 151
teriegemehren auf 500 m.
$n biefem Drefferbilb [djeinen bie Schliffe gang unregelmäßig
verteilt gu fein, man bemertt nur, baß fie um einen in ber WRitte
liegenben bunH bidjter fifeen; von ba auS nimmt bie Dichtigteit nach
allen Seiten ab, guerft allmählich, bann mehr, bis an ben dlänbern bie
Treffer gang vereingelt fihen. Der blittelpunlt ber Dreffläche wirb
burch bie Sage beö mittelften Schuffeö begtv. eines buntteS beftimmt,
162
58 Steffen.
weldjer eben fo »iele Treffer über wie unter fiS, rechts wie lintä pat;
man nennt ipn ben „SRittelften Ireffpuntt" (T), bie burdj ipn
gepenbe ©efSoßbapn peißt bie „SDHttelfte ©efSoßbapn".
Sei ber Artillerie wirb ber „SOHttlere iEreffpunlt" errechnet.
{entrechten Xrefferbilbe finbet man ipn, inbem man bie
Summen aller Abweisungen über bejw. unter ber SBagereSten burS
ben ßielpunlt unb re$t£ begw. tinfö von ber ©entrechten burS ben
^ielpunft bilbet, bie Heineren non ben größeren abgiept unb burS bie
Sußl ber ©S^ffe teilt.
»Hb 27.
Streuung ber ©eroeljre auf 500 m.
Öeroe^r 88.
T® *
©ewefjr 98.
1
---------51cm--------m
--------------------!-------- i
—-----------53 cm---►
(größere ©ebeutung pat für ba$ ®S’e§en ber Artillerie bie wage.
reSte XreffläSe («ilb 28).
$ier finbet mau ben mittleren Jreffpuntt, inbem man junäSft
bie „Mittlere ®Su§toeite“ beftünmt; fie ift bie !DurSfSnittöfumme
aller ®Su6toeiten. hierauf fud)t man bie „parallele ©eiten«
abweiSung", b. p. bie algebraifSe ©umme aller ©eitenabweiSungen,
$ie Streuung ber einzelnen fflaffe.
59
»ilb 28.
Streuung ber gefbfanone 96 mit auf 5000m.
A H CD = ©anje Streuung. EFG11 = Mittlere g&ngenftreuung. JKLM= SRittlere 8reitenßreuung.
+
II
=«a li II IIIIII II II II II II IIII II IIII IIII II IIII II II II II
® — 'M «o * »o « r-ao o» o — aoo»g —
0)
60
Sad Steffen.
redjt$ ber «Schußlinie mit +, linld mit — begeidjnet unb burdj bie
$ahl ber Schüffe geteilt. (Ein aud ber mittleren Schußweite auf bie
parallele Seitenabweichung gefälltes Sot fdjneibet biefe im mittleren
©reffpuntt.
153 Sud ben ©refferbilbern geht hervor, baß man am beften trifft,
wenn es gelingt, bie mittelfte bgw. mittlere (Sefdjoßbahn in
bie ÜJEitte bed 3^*3 3U legen, ba fich um ben mittelften
bgw. mittleren ©reffpuntt herum bie Schüffe am bidjteften
lagern.
1&4 ©ie ©reffer verteilen fi<h (abgefeljen von einigen Sudreißern) in
allen ©reffbilbern fo, baß bei Sbgabe genügenb großer Sd^uß«
jaulen bie $älfte aller Schüffe, 50%, in einem Streifen fi^en, beffen
Sänge ’/< ber gangen Sängenftreuung ift, unb in einem Streifen, beffen
©reite ’/* ber gangen ©reitenftreuung ift. Ttan nennt ben Streifen
EFGH (bilb 29) bie mittlere Sängenftreuung unb ben Streifen
JKLM bie mittlere breitenftreuung.
156 Qn 3- 24 ber Sdjießvorfchrift für bie Qnfanterie ift nur bie
gange $öljen« unb breitenftreuung in cm angegeben, ©ie betreffenben
Angaben enthält 3. 395.
166 ©ie Schußtafeln ber (Sefdjüfce enthalten bagegen in befonberen
Angaben über ©reffähigleit bie 50 progentigen ober mittleren Streuun«
gen nach $öhe, breite unb Sänge, foweit bie betreffenben Streuungen
für bad Spießen in betragt lommen.
157 ©ie gange Streuung finbet man, wenn man biefe Angaben mit
4 vervielfältigt.
158 Sld ©eifpiel für bie in ben Schußtafeln enthaltenen Angaben
über ©reffähigleit möge bie ber fjelbtanone 73; 73/88; 73/91 bienen
(Vgt. nebenfteljenbe ©abeUe).
159 ©ie in biefen Angaben enthaltenen Sbmeffungen begiehen fich auf
bie Sage bed mittleren ©reffpuntted in ber ©litte bed ßield, unb ed
Wirb babei voraudgefefct, baß ed in ber anbem gugeljörigen Sudbeljnung
fo groß ift, baß fjehlfdjüffe in biefer fRidjtung nicht vorlommen.
Sinb bie Sbmeffungen eined 3«e^8 ’n irgenb einer fRidjtung
Heiner ald bie gangen Streuungen, fo lönnen nicht alle Schüffe bgw.
nicht 50 °/o ber Schüffe bad 3i*l treffen.
160 (Ein Urteil über bie ©reffwahrfcßeinlichleit beim Spießen läßt fich
mit £>ilfe ber „2Bahrf<h«*nlichteitöfaftoren,‘ an ber $anb ber
©reffähigteitdtabellen gewinnen.
(Ein 3iel bon ber ®röße 0 wirb von feinem Schuß getroffen,
ed Wirb aber umfomeßr Schüffe erhalten, je größer ed ift. ©ie
Sie Streuung ber etnjelnen Stoffe.
61
(Erfahrung unb bie SBahrfcheinlichteitdrechnung ^aben gelehrt, baß fein
Schuß an einem Siele vorbeigeht, bad etwa bie vierfachen Sbmeffungen
ber mittleren Streuung h«t (Ed wirb alfo bie fcrefferjahl mit ber
®röße bed ßieled von 0 bid jur vierfachen ®röße ber mittleren
Streuung ftetig warfen. T)ie ßahl, welche angibt, um wievielmal
ein Siel größer ift ald bie ®röße ber mittleren Streuung, heißt ber
„SBahrfcheinlithfeitdfaftor", unb für jeben Sßert biefer S®hl nmß
eine beftimmte änjahl ber Treffer ju erwarten fein. £)ie S®ßl ^er
Xrefferprojente für bie SStahrfcheinlithfeitdfaftoren ift mitteld ber höheren
Wlathematif aud ber SSJatjrfcfjeinlidjteitSredjnung hergeleitet.
SUe Schußtafeln enthalten bie ®ahrf<heinli<hteitdfa!toren, f. 3-158.
Angaben über Xreffähigleit. — Schrapnell 91 unb Spreng,
granate.
1 2 8 4 & 1 6 7 1 8 1 9
2luff($lagjünbet ©tCTnjÜnber «uffätagjünber
6 ni« 50% Treffer erfordern 5O°/o ber Spreng* punfte liegen in einem SHaume non Ent- 5O°/o Treffer
fetmnty eine fernung erfortem eine 3tel=
(©reite । Sänge §ö(ie Sänge ©reite 1 Sänge
m m 1 m i m m | m m 1 m 1 m
200 0(i 0,1 19 • 1 . 4600 6,9 36
400 0,2 04 1 19 0,4 । 20 4800 7,4 88
600 0,4 0,4 1 19 0,7 1 21 5000 8,0 40
800 0,6 0,. I 20 1.0 ) 22
1000 0,6 04 20 14 | 23 5200 1 8,9 42
1200 1400 1600 1800 14 1,< 1,7 2,1 14 14 p 1 21 1 21 i 22 i: 2,6 2,9 1 £ ( 26 27 5400 5600 5800 6000 93 9,8 10,6 11,2 44 46 49 52
2000 2,5 u 1 23 3,4 28 6200 11,9 ! 55
2200 2400 3,0 I 3,6 1 2,1 2.4 23 24 4,0 । 4,6 > । 29 1 30 6400 I 6500 12,7 13,2 | 58 60
2600 4,3 1 4,6 1 1 2,7 3,0 25 26 5,3 j 6,1 1 1 31 ! 32
2800
3000 5,7 > 3s 27 7,o 33 ^Ja grf epetn hey reits *
fartoren.
3200 1 • ' 3,7 28 8,0 34 0,1 für Wo 1, 3 für 58P/o
3400 1 ! * l 29 9,i I ' 35 0,3 * 11 1,4-65*
3600 44 30 10,3 36 0,3 * 16 1,6 » 72»
3800 1 4,9 31 IM । 37 0,4 * 21 s 1,8 » 78»
4000 | 5,4 32 13,4 1 1 38 0,5 = 26 = 2,ü * 82»
0,6 > 31
1 1 E Z,4 * ÖJJ *
4200 t 1 54 33 15,4 40 0,7 * 36 s « 94>
4400 6,4 ’ 34 17,9 41 0,8 - 41 * 3, > » 97*
4500 - 6,» j 35 19,3 41 03 - 46 3.« 98 >
! 1,0 * 50 < ttroa 4,o • 100 >
62
®a8 Ireffen.
161 1. ©eifpiel: SBieviel % Xreffer ftnb beim ©efdjießen einer 2 m
hohen ©artenmauer auf 3000 m mit ber Qelbtanone 73 ju erwarten?
Qielhölje = 2 m, mittlere $öhenftreuung = 5,7 m
5-7 = 0'35
*t*«**« 0,3 = 167. oIfo 0>35 = 18l/i 0/o
£)ie ©artenmauer ift fo breit, baß nadj biefer Stiftung lein
Schuß vorbeigehen tann.
162 2. ©eifpiel: ffiieviel % Treffer ftnb gegen eine 1,5 m h°he un^
5 m breite ©arrilabe au« bemfelben ©efchüfc auf 1900 m gu er«
Warten?
Qielhölje = 1,5 m, SDlittlere ^öljenftreuung = 2,3 m
2^ = 0,65 = 33%
Qielbreite = 5 m, ©littlere ©reitenflreuung = 1,6 m
^ = 3,1 = 96%
33 % • 96 % = 31,68 runb 32 %.
168 ©eim Schießen mit ®j.«®efdjoffen (®j. = ©rennjünber) wirb
bie Streuung burch ba« vertriebene ©rennen berQünber vergrößert.
Seßtere« wirb ßervorgerufen burch vertrieben lange Lagerung,
vertriebenen Qeuchtigleit«gehalt be« ©rennfafee« unb bie ©erfchiebenßeit
ber einzelnen ßünberlieferungen.
T>ie Sängen* unb ^ößenftreuung ber Sprengpuntte ift erßeblidh
größer al« bie entfpredjenbe Streuung ber ©efcßoffe. ‘©ie ©reiten*
ftreuung ift bagegen ber ber ©efroffe annäßernb gleich-
®er ©untt, um ben fich bie Sprengpuntte nadh Sänge, $öße unb
©reite lagern, heißt „©Mittlerer Sprengpuntt", feine Spreng*
weite, b. h- fein wagererter Slbftanb vom ßiel „©littlere Spreng«
Weite", feine Sprenghöhe, b. h- fein {entrechtet Slbftanb von ber
Oagerechten „©Mittlere Sprenghöhe".
164 Siu« ben in ben Angaben über ixeffähigleit (ß. 158) enthaltenen
$öhenftreuungen folgt, baß amh bei einer ber Srußtafel entfprerenben
mittleren Sprenghöhe vereinzelte Sluffrtäge ju erwarten finb.
166 Qm ©ilb 30 a ift bie $öhen« unb ©reitenftreuung von 24 Spreng«
puntten bargeftellt. Sie verteilen fich utn ^en mittleren Sprengpuntt
T in gleicher SBSeife, Wie für 9lj.*®efchoffe in Q. 152 angegeben. Sin
ber rechten Seite be« ©ilbe« ift biefe ©erteitung nach ber $öhe unb
am untern IRanbe nach ber ©reite verzeichnet.
Sin» 80.
©tteuung ber ©prengpunlte bet Selblanone 73 mit Shrapnel!« 91 auf 3000 m.
•' slt'<SÄ ÜX? l”m b-
ÄWb 2*% x.
0 = SprenQpuntte- -= €$ityenliiiie. = GprengpunHe.
X = «uWW0e. =««fW0e.
2)ie (Streuung ber einzelnen SBaffe.
64
£<rä Steffen.
Qm ©ilb 30 b ift bie gängenftreuung (man beadjte bie große
©erfcftiebenpeit ber SDßaßftäbe) bon 24 ©djüffen bargeftellt unb am
untern ftanbe »ergeidjnet.
®(eit^geitiß erläutern bie ©ilber folgenbeS ©eifpiel:
186 äßieviel % Auffdjläge ftnb gu erwarten, wenn bie fjfelblanone 73
auf 3000 m mit SdjrapnellS gegen eine ©djüfcenlinie fdjießt unb ftdj
eine mittlere «Sprengte bon 5 m ergibt?
Sßenn ber mittlere ©prengpuntt 5 m über ben ©oben liegt, fo
müffen ftcft bie ©djüffe fo berteilen, baß 50 % barüber, 50 °zo barunter
liegen; alte ©djüffe, bie in bem fttaunt bom ©oben bis 5 m unb
barüber liegen, ergeben Sprengpuntte, ber SReft Auffdjläge.
gielbölje 5 x 2 = 10 m
SOWttlere ^öljenftreuung = 7 m (Angaben über Sreffäljigteit 3- 158
«Spalte 5)
y = 1,43 = Sßa^rfcfteinlicbteitäfaftor für 66%.
(ES fallen alfo in ben ftlaum bon 10 m über bem ©oben 66 %,
bie übrigen 34 % jur $ä(fte barüber, gur $älfte barunter, geltere
ergeben Auffdjläge; man erhält alfo 17 % Auffdjläge.
3ft bie mittlere Sprengßölje geringer al» 5 m, fo ergeben ftcft
nocft meftr Auffdftäge, ift fte größer, fo erhält man meftr Sprengpuntte.
167 Die bie Streuungen betreffenben Angaben ber ©djießborfd)rift
für bie Infanterie unb ber ©d)ußtafeln ber Artillerie ftnb unter ben
günftigften ©erljältniffen unb unter ber Annahme, baß bie
mittelfte bgw. mittlere ©efdjoßbaßn burcft bie ©litte beS
Sieles geljt, erfdjoffen.
©ie geben bafyer einen Anwalt für bie Seiftung ber ein«
gelnen SBaffe; beim ©djießen wirb man nur in feltenen
fjällen barauf rechnen tönnen, bie in ben erwähnten An*
gaben niebergelegte £reffäljigteit gu erreichen.
2.- Sie Streuung ber eiugeluen SBafte im (Sebrand).
168 3ft bie SBaffe nicftt, wie bisher angenommen, feftgefteUt, fonbern
von einem Scftügen ober 8?idftfanonier gerietet, fo werben bie
Streuungen burdj bie beim fielen unb Stiften gemachten f^e^ler
Vergrößert.
169 And) bei einem guten Auge unb forgfamer AuSbilbung ftnb fje^ler
unbermeiblicß. Die ^äufigften Sielfeljler beim ©dfteßen mit bem ®e«
Wefyr ftnb ©oll- ober ^eintornneljmen (Silb 31b unb c); erftereS er«
geugt fyofy, festeres fturgfdjuß.
Sie Streuung ber einjelnen Sßaffe im @e5rau$.
65
£)ie ^Beleuchtung tann ebenfalls Don wefentlichem Ginflug fein.
Gin Don oben heö beleuchtetes Som erfd^eint burch Strahlung
bem Singe größer als fonft. SÖlan wirb baher untoillfürlidh baS Korn
nicht fo hoch wie notroenbig in bie Kimme bringen, alfo ju für}
fließen.
Umgelehrt werben trübe Witterung, SBalblidjt, Dämmerung leicht
baju Derleiten, baS Korn höher als nötig in bie Jtimme ju nehmen,
woburdj ^ochfchu^ erzeugt wirb.
Bilb 31.
Stur bei geftrichenem Korn (Silb 31a) ift eine beftimmte
Höhenlage ber SJifierlinie Dorhanben, toährenb bie anbern Sitten beS
ÄoranehmenS Dielfache Slbftufungen julaffen.
©etoehrverbrehen finbet ftatt wenn ber SSifierlamm nicht toagerecht,
fonbera nach ber einen ober anbern (Seite geneigt, b. h- Derlantet
wirb. ®aS Gefdjoß weicht nach ber ©eite ab, nach ber baS Gewehr
Derbreht wirb, außerbem fcfjlägt eS etwas ju furj ein.
Korntiemmen tritt ein, wenn man bie 93irb 32.
Kornfpifce nicht fdjarf in bie SDlitte ber Kimme, Sinta getlemmteS
fonbera feitlich babon (teilt. SinlS getlemmteS®ot";
Korn (®ilb 32), ergibt ßints«, rechts getlemmteS
SlechtSfchug. ▼
SBirb baS Korn ftart »on einer Seite befchienen, fo erfcheint bie
hell beleuchtete ©eite größer als bie bunlle. SJlan bringt baher leicht
nicht bie Korafpifce, fonbera ben h«lta beleuchteten Seil beS KornS in
bie SOtitte ber S3ifierfimme; bie [folge ift eine Slbwei^ung beS Ge«
fdjoffeS nach ber bunteln ©eite hin.
Sim meiften machen fich ^’e fehler geltenb, bie burch unrichtiges 170
SlWommen unb Slbgiehen, fReißen unb Wtucfen ^eröorgerufen werben.
GS ift Sache ber SluSbilbung, auf bie SSermeibung biefer fehler be-
fonberS tatfräftig htnjuwirlen.
Berlin, SBaffenle^re. 2. VufL 5
66
Sa» Steffen.
171 {Beim ©efdjöfe »erben Abweisungen fjauptfäd^lid) burch geßler
im Stellen ber Süc^teinri^tungen naS $öhe unb Seite, be» ©renn«
jünberö ober burS fdjiefe Stellung ber ©efdjüfcachfe ^ervorgerufen.
172 ©a» Auffaffen be» ßielpunfte» wirb ferner burd) bie {Beleuchtung
ber Siel» ober töi$teinridftungen unb be» $iel» fotoie burch bie
größere ober geringere Klarheit ber Suft Vertrieben beeinflußt.
173 ffiährenb bie Sigenftreuung ber ©affe hauptfächlidj Vertrieben«
heiten ber Anfang»» unb ©rehung»gefdjwinbig!eit bewirft,
machen fich bie fehler be» Schäften ober fRidjttanonier» al» ©intel»
fehler bemerlbar, bie einen Unterfchieb in ben Abgang»winteln
jur fjfolge haben.
©ie» ift auf bie ®röße ber Streuung von viel größerem
(Einfluß, unb jtvar umfomehr, je Heiner bie (Entfernung ift.
3. Sie Streuung mehrerer ©affen.
174 ©irb au» mehreren ©affen gefeuert, fo verurfadjt ihre ®er'
fchiebenheit, bie troft ber Anfertigung burch 8et,au arbeitenbe SUiafchinen
unvermeiblich ift, ferner ber vertriebene ®rab ihrer Abnuftung (neue
unb auSgefdjoffene Saufe unb fRoftre) eine Verfchiebenheit ber mittleren
Jreffpunftlagen, alfo Vergrößerung ber Streuung.
©ie Schießvorfdjrift für bie Infanterie fagt barüber in 3- ff.:
175 3ufammentoirlen mehrerer ® ew ehre.
Sirb eine ÜRehrjahl bon ®eweftren gleichzeitig gegen ein 3*el
verwenbet (Abteilung»feuer), fo entfteht bie ®efchoßgarbe.
©a infolge ber unvermeibliSen Verfchiebenheiten im ®au ber
©affen bie mittelften Xreffpuntte ber einzelnen ©ewehre voneinanber
abweichen, fo ift bie ^öftenauSbehnung ber ©efdjoßgarbe unb bamit bie
{entrechte ©refffläche unb bie ©iefenftreuung beim Abteilung»feuer größer
al» beim einzelnen ©eweftr ((Einzelfeuer).
176 ©ie ©ichtigteit ber ®arbe*) nimmt, wie bei ben Schöffen au»
bem einzelnen ©eweßr, von ber ÜJtitte ber ©refffläche nach ben ffinben
ju allmählich ab. $e größer bie 3ahl ber gegen ein £iel gerichteten
Schöffe ift, um fo gefefcmäßiger geftaltet fich bie Verteilung ber Treffer,
unb jtvar berart, baß [ich etwa bie $ätfte im mittleren Viertel, vier
fünftel in ber mittleren $älfte ber ganjen ©refffläche befinben (Vilb 33).
*) Sen Zeil bei 0efcf)o6flarbe, in bem fich bie Flugbahnen am bid^teften
lagern, nennt man auch ben Äem bet ©efchofigarbe.
£ie ©treuung mehrerer Söaffen.
67
©ie liefenaudbe^nung (Jiefenflreuung) ber ©efdjoßgarbe ift von
ber ©röße ber ^ö^enftreuung unb bed (EinfaHwinleld abhängig. Seibe
(Einffüffe wirten mit gune^menber ©djufjweite in entgegengefefeter IRidj«
tung. SBadjfenbe $öljenftreuung vergrößert, (teilet werbenber (Einfall»
Wintel verringert bie ©iefenfireuung ber ®arbe. ©a ber ©infallwintel int
allgemeinen auf ben für bad §nfanteriefeuer in Setradjt fommenben
(Entfernungen meljr gunimmt ald bie $öljenftreuung, fo tritt mit ber
gunalpne ber (Entfernung eine Serfürgung ber ©efdjoßgarbe ein.
177
Silo 33.
Verteilung ber ©djüffe in ^ro^enten.
MUtLeree
Kertel
Seim Slbteilungdfdjießen ift mit ber ®efdjoßgarbe, nidjt mit ber
((lugbaljn, gu rechnen. Tur auf naljen (Entfernungen tommen, nament«
lidj litten Bielen gegenüber, bie ®djußleiftungen bed einzelnen ©ewe^rd
in Setradft.
©ie fidj aud ber Serfdjiebenfyit ber ©eweljre unb Tiunilion er« 178
gebenbe ©iefenftreuung bed Slbteitungdfeuerd wirb burdj JBitterungd»
einflüffe unb ^elfter ber Sdjüfcen erweitert, ©er ®rab biefer (Er«
Weiterung ift von fo mannigfaltigen (Einflüffen (Sludbilbungdgrab,
törperlic^e unb feetifdje Serfaffung ber ©djüfjen, Sidjtbarteit bed Bieid,
fjeuergefdjwinbigteit ufw.) abhängig, baß fidj fefte B^lentverte für bie
verfdjiebenen (Entfernungen ni^t geben taffen.
Sei mittelguten Sdjüfeen beträgt bie ©iefenftreuung unter günftigen
Serljättniffen ungefähr bad ©oppelte berjenigen, bie lebigtidj ber
SBaffe gugufdjreiben ift.
©ie ©djiefjvorfrrift gibt in 3- 26 bie Ba^en f^r bie ©iefen» 179
ftreuung beim 9Ibteitungdfeuer, bie lebigtidj ald ein Seifpiel angu«
feljen finb.
5*
68
2>a« Treffen.
liefenauöbehnung ber ©efchoßgarbe (©iefenftreuung); er«
fdjoffen von ber Infanterie• Sd/ießfdjule bei günftiger
ffiitterung auf »agerechtem ©oben.
©etoebr 98 (88).
(Entfernung Xiefenftreuung in m für 50 o$. aller 6($üffe (Entfernung Xiefenffceuung in m für 50 o$. aller 6$üffe
400 180 (90) 1300 50 (40)
500 140 (80) j 1400
600 110 (70) | 1500 40 (35)
700 90 (60) 1600
800 80 (50) ! 1700 35 (30)
900 70 (50) 1800
1000 00 (45) i 1900
1100 »B (40) 2000
1200 50 (40)
Tie Tiefenftreuung für 82 o$. aller Sd&üffe (f. Bilb 33) beträgt
ungefähr bad Toppelte ber Ziefenaudbe^nung für SO oö.
180 ©ie in ß. 179 enthaltenen Angaben finb auf ber Infanterie»
Sdjießfchule burch Schießen vorzüglicher Schüßen erf$offen unb fteUen
ungefähr bie oberfte örenje ber Sdjußleiftung bar, bie im ^rieben
unter günftigen SSerhältniffen erreicht »erben tann. Qm ©efecht »erben
bie fehler ber Sdjühen bürd? bie Aufregung unb (Ermübung bebeutenb
toergrößert, fo baß man I)ier mit »eit größeren Ausdehnungen ber
®ef<hoßgarbe rechnen muß.
181 Auch bie Schießborfchriften ber Artillerie »eifen barauf hin, baß
beim ©(hießen aus mehreren Sefchüfcen bie Streuungen erheblich
größer als bie in ben S^ußtafeln angegebenen finb.
(Eine beftimmte Angabe barüber ift in biefen Sorfchriften nicht'
enthalten, bod? ift burd) bie (Erfahrung, gegrünbet auf eine große Qahl
bon Schießen ber Qelb« unb Qußartillerie»Schießfchule, feftgeftellt, baß
man beim triegömäßigen ^.«Schießen nicht auf »efentlich größere
Sängenftreuungen ju rechnen hat« als bie S^ußtafeln angeben, baß
bagegen bie $öhen* unb ßängenftreuungen beim Aj.«Sdjießen unb bie
©reitenftreuungen bei alten Schießen et»a baS 1>/»fache ber fdjuß«
tafelmäßigen Angaben betragen.
(Einfluß bet ©eftalt bet ©efcßoßbaßn auf bad Xteffen.
69
4. Einfluß bet ©eftalt bet ©efdjoftbalju auf bad Steffen.
©ie ©eftalt ber für bad Steffen erforberlidjen ©efdjoßbafen 182
ridjtet fid) nadj ber Sage bed Bteled. 2ltle non vorn treffbaren Biele
erforbem fladje ©efdjoßbaßnen, alfo Heine- fjallttintel, alle von oben
treffbaren Biele eine fteile ©efdjoßbaljn mit großem f^aUwinlel.
a. (Jladje ©efdjoßbaljnen.
Qe flauer bie ©efifioßbaßnen finb, um fo größer ift ber beftridjene 188
9lamn (B- 136). ©a mit ber Entfernung bie ^ratlnnnfet warfen, fo
toirb ber beftridjene fRaum um fo Heiner, je größer bie ©djußtoeite ift.
©ie ©röße ber beftritßenen fRäume für bad ©etvefer 98 unb 184
©etveßr 88 gibt bie ©djießvorfdjr. f. b. Qnf. B- 25 unb 25 a an.
©ie Bufammenftellung ift in B- 397 enthalten.
©er beftridjene fRaum wirb ferner baburdj vergrößert, baß man 185
beim Spießen einen tiefen Slnfdjtag toäßlt (liegenb fließen). (Bilb 34).
8iö> 34.
Seftricßefier Jtaum bei oetfc^iebenen Stnfcßlagßftßen.
ab 2(nfd)(agljöt)e bed (iegenben Schüßen
ac * . ftefjenben <
bz Sifietlinie bed (iegenben S<$ü$en.
cz : s ftebenben =
/» Sielte.
zd unb ze beftric^ene Sldume.
©er tiefe Slnfdjlag bringt befonberd auf Entfernungen unter
600 m bjto. 400 m eine beträchtliche Vergrößerung bed beftridjenen
fRamned Ijervor. (Sdjießvorfdjr. f. b. Qnf. B- 13.)
Er ßat ferner befonbere Bebeutung für bad ©djießen ber Qn« 186
fanterie, ba ein großer beftridjener 9?aum geiler in ber Vifierftellung,
bie burdj falfdjed ©dfäfcen ber Entfernung ober außer a^t laffen bjw.
falfdje Beurteilung von SBitterungdeinflüffen entfielen, bid ju einem
getviffen ©rabe unfdjäblidj macßen lann.
9Ran fließt 3. B. mit bem ©etveljr 98, Bifier 700 m, gegen
htieenbe ©djüfcen (0,80 m ßod)), bie teirtlidße Entfernung beträgt 650 m.
©er beftridjene {Raum ift 70 m, bie mittlere fylugfyöße auf 650 m 0,7 m.
Beim $altepunft „Bi^ auffifeen" trifft bad ©efdjoß bad B’^ in
ftopffeöfee.
70
2)a8 Xreffen.
würbe fid} ergeben, wenn 3. SB. bei richtiger Sifier»
entfernung bie Schußweite bürd) entgegemvehenben Sßinb verfürjt würbe.
187 Sei 3U Hein gewähltem Sifier wirb 3War nicht burdj bie ©röße
beS beftrichenen Saumes biefer greller ausgeglichen, wohl aber lönnen
bie in ber ©efdjoßgarbe über ber mittelften ©efdjoßbahn liegenben
Sahnen baS ßiel noch treffen.
188 Seim Sefdjießen von fielen in ber Sewegung tritt bie SJichtigteit
ber ®röße beS beftrichenen Saumes befonberS hettwt. i- ®.
eine liegenbe Sdjüfcenlinie auf 800 m befdjoffen, fo ift ber beftridjene
Saum für biefeS 0,30 m h°he 3^1 nur 20 in. ©elfen bie Schäften
vor, wobei fie ein £iel von 1,7 m ftifye bieten, fo befinben fie fich
wäljrenb beS SorgehenS 100 m, bis 700 m im beftrichenen Saum.
Sie lönnen, ohne bah e*n Umftellen beS Sifiers notwenbig
ift, befdjoffen werben.
$ierin liegt ein nicht 3U unterfdjäftenber Sorteil beS Infanterie»
feuerS in ber Serteibigung.
189 Seim Schrapnellfeuer ift eine flache ©efdjoßbahn bie Sor»
bebingung für eine große Xiefenwirfung, b. h- ben Saum, ben ein
Schrapnell mit feinen fjülllugeln ber Sänge nach beftreicht. $ier
machen fich bie gleichen Sorteile geltenb wie beim äbteilungSfeuer ber
Infanterie, ba jebe einzelne FüHfugel einen um fo größeren beftrichenen
Saum hat, je flacher ihre Sahn ift.
190 Seim ©eweftr» unb beim Schrapnellfeuer erhöht bie flache ©efdjoß»
bahn bie ©efährbung beS hinter bem befdjoffenen ^iel befinblidjen
©elänbeS. $e flacher bie Flugbahnen, je näher alfo auch bie @nt=
fernung ift, je näher UnterftüftungStruppS, Seferven ufw. hinter bem
3iel flehen, umfomehr Sebenwirtung hat man von biefem Strich»
feuer 3U erwarten.
191 Sei allen Wirten beS FeuerS mit flacher ©efdjoßbahn ergibt fich
ber grofje Sorteil, baff ihre Sorbebingungen bie $öhen> unb
Sreitenftreuung vertleinern.
b. Steile ©efdjoßbahnen.
192 Stageredjte ^iele (Unterftänbe, ^ohlräume) erforbern einen Fad*
winlel, bei bem baS ©efdjoß nicht abgleitet, fonbern einbringt. SSan
verlangt hierzu einen Fatlwinlel von etwa 30° unb bezeichnet biefeS
Feuer als Steilfeuer ober Sogenfdjuß.
198 3ft bie Sage beS $ieleS berart, baß bie Flufl^ahn, um baS 3tel
3U treffen, erft über eine vor ihm liegenbe Rettung hinweggehen muß,
(Einfluß ber ©eftalt unb Slufftetlung beä Qieleä auf baB Ireffen. 71
fo ricßtet fuß' bie ®röße be» fjatlwintel» nacß bem ©intel, unter bem
ba» Biel gebedt ift. (3. 140. Bilb 25.)
Bisweilen wirb mit (Erßößungen über 45° gefcßoffen, um einen 194
feßr großen fffallwintel unb bamit eine größere Surcßfcßlagötraft gegen
ftarfe, wagerecßte 3’e^e i“ erlangen (3- 114).
Beim ©teilfeuer tommt e» nicßt auf bie $ößenftreuung, fonbern 195
nur auf bie Sängenftreuung an; je Heiner biefe ift, um fo bidßter
liegen bie ©djüffe um ben mittleren Sreffpuntt jufammen. Sa fjeßler
in ber (Erßößung nicßt burcß einen beftricßenen {Raum ausgeglichen
werben lönnen, fo muß bie mittlere ^lugbaßn möglicßft naße bem
SRittelpunft ber wageredßten Srefffläcße gelegt werben, man muß fuß
möglicßft genau einfcßießen.
5. (Einfluß ber ©eftalt unb Huffteflnug be» Biele» auf ba» Steffen.
Wüt ber ©roße be» 3’^ nimmt bie Sreffwaßrfcßeinlicßteit ju. 19»
3e ßößer unb bicßter von vorn treffbare Biel« finb, umfomeßr Sreffer
faßen in bie vergrößerte fentrecßte Srefffläcße, unb um fo größer
ift ber beftricßene {Raum; je länger wagerecßte ^iele finb, um fo
günftiger macßt ficß bie Heine Sängenftteuung ber ©teilfeuergefdßflße
geltenb.
Sille ©affen ßaben größere $ößen« unb Sängenftreuungen al» 197
Breitenftreuungen; ßoße unb tiefe Biele werben beffer getroffen al»
flacße; bie» ift von größtem (Einfluß auf bie Satti!.
2Ran muß bem ®egner möglicßft niebrige unb flacße Biel« bieten;
Infanterie bilbet im fjeuerbereicß be» gfeinbe» licßte ©cßüßenlinien unb
fcßießt liegenb, Artillerie (teilt bie ©efcßüße mit großen Bwifcßenräumen
auf; bie Bebienung tniet ßäufig nieber; fjfelb« unb f^riebenSbefeftigungen
werben fo angelegt, baß fie möglicßft wenig Siefe ßaben.
Borteilßaft ift e» für bie ©irfung, Wenn man bem ®egner burcß 198
©cßrägfeuer beitommen ober gar ißn ber Sänge nacß faffen tann.
Huf ber ßierbei eintretenben größeren ©affenwirtung unb ber Wlöglicß»
feit, auf größerem {Raum meßt ©affen in Sätigfeit ju bringen al» ber
®egner, berußt jum großen Seil ber ©ert ber Umfaffung.
©cßnelle unb ßäufige Bewegung be» ßieleö verminbert ba» Sreffen, 199
namentlicß Wenn ficß ba» B*«l frf?r^S ober fenfrecßt jur ©cßußricßtung
bewegt. Alle Bewegungen im feinblicßen $euer muffen be»ßalb möglicßft
fcßneß gefcßeßen.
Bon befonberem (Einfluß ift aucß ber 9Iufftellung»ort be» 3^3- 200
Bon ber Befcßaffenßeit be» Boben» ßängt bie Baßl ber nacß bem
72
Sa« Steffen.
elften Äuffthlage weiterfliegenben $nfanteriegef<hoffe unb ©chrapneß«
tugeln ab. Sei ebenem, feften Soben ift bie gabl ber Äbpraßer be-
beutenb, bie SJirtung entfprechenb erpöht. (©eneral Sohne gibt in
feiner „©chießlepre für bie Infanterie“ ben 3)ia$f$mtt ber Quer-
fcljläger bei nicht gu ungünftigem Soben auf 23% an.) Ähnlich
bürfte bie ©urdjfchnittögahl bei ben ©djrapneßtugeln fein.
201 Die ©eftaltung bed ©elänbed beeinflußt bie ©roße bed beftrid)enen
Staumed. ©teigt bad ©elänbe am Biel an, fo wirb er toertürgt,
fällt ed, fo wirb er Vergrößert. (Silo 35.)
»ifo 36.
(Etnflufj bed ©elänbed auf ben betriebenen Staunt.
Äuch bad Äbpraßen unb {Beiterfliegen ber ©efepoffe wirb burch
bie ©eftaltung bed ©elänbed günftig ober ungünftig beeinflußt.
202 Bft bad Äbteilungdfeuer ber Infanterie gegen ein gur 2?ifier=
linie anfteigenbed ober abfaßenbed ©elänbe gerichtet, fo wirb bie
Diefenaudbepnung ber ©efchoßgarbe entfprechenb bem burch bie ber«
längerte Sifierlinie unb bie Sobenfläcpe am Biel gebilbeten {Bintel
' vertürgt ober oerlängert. Seim Sefcpießen bon ©cpüfcenlinien ift bie
SBaprfcpeinlicpteit, gu treffen, unabhängig bon ber Seigung bed ©elänbed,
bagegen tann ein gur Sifierlinie abfaßenbed ©elänbe bie Xßirtung
gegen Biele, bie fich hinter ber Scpüfcenlinie befinben, Unterftüfcungd*
truppd, Seferven, bebeutenb erhöhen. Diefe SBirtung wirb fich um fo
weiter nach ber Diefe erftrecten, je mehr bie Krümmung ber ©efepoß*
bahnen ber Seigung bed ©elänbed entfpriept. (ftaflwintel ber ©efepoß«
bahn bed ©ewehrd 98 (88) auf 1000 m = 2° (3°), auf 1500 m
= 5° (7°J.) ©teiler Äbfall bed ®elänbed fchüfct Gruppen, wenn fie
fich au^ nahe bem eigentlichen Biele befinben, ftetd wegen ber fjflach«
heit bed $euerd.
203 ftolonnengiele werben in einem gur Sifierlinie anfteigenben ®e«
länbe, alfo g. S. am oorberen £>ange von ^öpen, beffer getroffen ald
im ebenen ®elänbe, ba bie bintereinanber ftehenben ©lieber ber Solennen
ein h^hered Biel unb eine größere {entrechte Drefflädje bieten.
(Sinflub bet GJeftatt unb Äufftellung bed 3te(ed auf bad Xteffen. 73
$n Silb 36 bebeutet h bie 3ielljöfye, burdj beten SWitte bie
mittelfte ©efdjoßbaljn geht; alle 3 ftolonnen k 1 finb gleich lang, bie
©efdjoßgarben baten benfetben f^aHmintel.
2(u§ a gebt baß im ebenen ©elänbe jtuat bie Sbolonne
in größerer Siefenaudbehnung getroffen wirb ald im anfteigenben
©elänbe b, baß aber bei [euerem ber Sern ber ©efcßoßgarbe in bad
3iel gebt. Sei ebenem a unb abfatlenbem ©elänbe c liegt ein großer
Silb 86.
einfluf) bed ©elänbed beim Sef$ie(jen tiefet Biele.
Xeil ber unteren £>älfte ber ©efdjoßgarbe oor bem ßiel. Sei ab«
fallenbem ©elänbe c gehalten fidj bie £reffoerl)ältniffe bed oberen
£eiled ber ©efdjoßgarbe giinftiger ald bei a; fie »erben um fo beffer,
je mehr ber 9?eigungdtointel bed ©elänbed bem fjattrointel ber ©efdjoß«
baßn entfpridjt (3- 201).
Seim <$djrapnelIfeuer macht ftdj bie ©eftaltung bed ©elänbed 204
in bemfelben ©inne geltenb mie beim Slbteilungdfeuer ber Infanterie.
Sefonberd mirtungdooOed ©tri^feuer ergibt fich beim ©djießen gegen
74
2)a3 Steffen.
$öhenftellungen, ba bie größere ober geringere Steigung beS rüd«
' toärtigen Abhanges teinen Schuh gegen bie unter verfdjiebenen
galltoinfeln einfdjlagenben jJüHtugeln bietet. Stur wirtliche Steilabfälle
lönnen vor bem Strichfeuer ber Schrapnells frühen.
6. (Einfluß ber (Ermittlung ber (Entfernung auf baS Sreffen.
206 ®ie in 3- 24 ber Sdjießvorfchrift für bie Infanterie angegebene
„Streuung ber ©affe“ unb bie „Angaben über bie Sreffähigteit" ber
®ef$üfee geben, tote ermähnt ($. 155, 156), SRittelwerte für bie
Sreffähigteit ber ©affen an unter ber Sebingung, baß bie mittelfte
bgw. mittlere ®ef<hoßbahn burch Wtitte beS ßieleS geht, ^ft bieS
nicht ber galt, fo verminbert ftdh 3a^ ^er Treffer umfomeßr, je
weiter ber mittelfte bgto. mittlere Sreffpuntt Von ber SJlitte beS ßieleS
entfernt ift.
Aufgabe beS Schüßen beim (Eingelfeuer, ber geuerleitung
beim AbteilungSfeuer ber Infanterie unb Schießen einer
Satterie ift eS, biefe Sebingung möglichft gu erfüllen.
a. Schießen ber Infanterie.
206 (Beim (Eingelfeuer wählt ber Schüße baS ©fier, welches ber ge>
fdjäßten (Entfernung entfpricht. Seim Abteilung^ feuer wirb biefe ent«
Weber gefchäßt ober mit bem (EntfernungSmeffer gemeffen. Seim
Schaßen hanbelt eS fich alfo um eine (Entfernung, beren genaues
Wlaß man nicht fennt; beim WReffen ergielt man gtoar mit ßinreichenber
©enauigteit bie (Entfernung, aber baS banacp beftimmte ©fier braucht
immer noch leine ©irlung gu ergeben, ba bie Sobenentfernung faft
niemals mit ber für ben betreffenben Sag paffenben ©fierentfernung
„SageS en tfernung“ übereinftimmt.
207 S)ie SageSeinflüffe: Suftgewicht, geuchtigteitSgehalt ber 8uft (3- 98),
©inb, bewirten eine mehr ober weniger große Abweichung ber gangen
(Sefchoßgarbe von ber ©fierentfernung.
S)a baS SOtaß biefer Abweichung niemals mit Sicherheit feft»
guftelten ift, fo muß auch h‘er eine Sdjäßung eintreten
S)en größten (Einfluß barauf, ob bie ©fierftellung ber SageS«
entfernung entfpricht, hat natürlich bie (Ermittlung ber (Entfernung.
Seim Schäden werben erfahrungsmäßig geßler gemacht, bie bis gu
lO°/o ber (Entfernung von biefer abweidjen. Seim SWeffen ergeben
flöh gehler, bie auf mittleren (Entfernungen burchfdjttittlich 3,5 % betragen.
208 S)ie eingeführten (EntfernungSmeffer ha&en gWeifelloS einen fehr
günftigen (Einfluß auf bie Sreffergebniffe, babei barf aber nicht Ver»
Cinftaft ber (Ermittlung ber (Entfernung auf baS Xreffen. 75
geffen werben, baß fie wohl bie ©obenentfemung Ijinreidjenb genau
feftftellen, aber niemals bie für ben Sag notwenbige ©ifierentfernung
ermitteln lönnen.
©en einzigen fixeren Anhalt für bie richtige Sifierftetlung gibt 209
bie ©eobadjtung ber SBirfung.
Sei QriebenSübungen ift bieS meift nur auf Heinen (Entfernungen
unb feljr günftigen Sobenverhältniffen, trocfener, ftaubiger, hinter bem
Qiel etwas anfteigenber Soben, möglich, barf aber niemals außer acht
gelaffen werben.
Qm Kriege gibt bie ©eobadjtung ber ^Bewegungen beS ©egnerS,
9la$(affen beS feinblidjen QeuerS einen Anhalt für bie richtige Sage
ber ©efdjoßgarbe.
Qe größer bie (Entfernung ift, um fo größere Qehler im Sdjäfcen 210
unb ©leffen tommen vor, um fo fdjwieriger wirb bie ©eobadjtung,
um fo geringer bie Sreffähigfeit.
(Ein fehler in ber iffiahl beS SifierS muß fich umfomehr geltenb
machen, je Heiner bie SiefenauSbeljnung ber ©efdjoßgarbe ift (Q. 177)
unb je beffer bie Schüßen fdjießen. ©eSWegen wenbet man bei ni(f)t
genau betannter (Entfernung auf (Entfernungen über 1000 m meift 2
um 100 m ober 50 m auSeinanber liegenbe Sifiere an, um ben mit
fffeuer gebecften Kaum ;u vergrößern. 2Kan ift fich ^ei wohl bewußt,
baß man bie SBirfung tjerabfefet, aber bie SKöglidjfeit, überhaupt ju
treffen, erhöht.
tJalfth Wäre eS, barauS ju fließen, baß eine grünbliche Schieß» 211
aulbilbung bann überflüffig wäre. Qm Gegenteil, je Heiner bie
Streuungen finb, um fo leichter ift bie Seobachtung ber Oejchoß»
einfdjläge, um fo fdjneller wirb ein fehler in ber SBahl beS SifierS
erfannt.
Auch barf nicht überfeinen werben, baß mit ben näheren (Ent-
fernungen fehr häufig bie ^euerleitung aufhört unb jeber Schäfte
für fich ®ifier unb ^altepunft wählen muß. ®erabe auf ben nahen
(Entfernungen ift ein gut gezieltes (Einzelfeuer von entfcheibenber
©ebeutung.
b. Schießen ber Artillerie.
ffieit günftiger als bei ber Qnfanterie geftalten fi<h ©erhältniffe 212
beim Schießen ber Artillerie.
Schrapnells wie Granaten ertauben, ihren Auffchlag auf bem
©oben ju erfennen. Seim Schießen wirb zubem nicht bie an fich
gleichgültige Sobenentfernung, fonbern bie für baS betreffenbe Schießen
Zutreffenbe SageSentfernung feftgeftellt.
76 Äwtje gef$i$tli4e Gntwicflung bet ©eroe^re feit bem Jefcjuge 1870/71.
Qe nach ber ärt bed ©efchoffeS unb 3^^ entweber bie
SEagedentfernung bjw. bie erforberlidje Sr^ö^ung genau erfdjoffen
(©enaued (Einfdjießen) ober nur bie (Entfernung bed .ßieled innerhalb
genriffer ©renjen feftgelegt (©abelfdjießen).
2J?an tann bad ©efchüfc ben beften (Entfernungdmeffer nennen.
218 fjaßt man alte Umftänbe turj jufammen, bie auf bie
S3a$rfd)einli$!eit bed Dreffend bon (Einfluß finb, fo er«
geben fich:
bet ber SB aff e: Stleine (Eigenftreuungen ber einzelnen SBaffe;
gleichmäßige Schußleiftungen ber Stoffe ber
SBaffen; forgfame Sludbilbung bed Schüßen
unb ber S3ebieitung im (Gebrauch ber SBaffe.
beim $iel: Dem ßiel entfpredjenbe ©eftalt ber ©efdjoß«
bahn; ©rüge unb Stufftettung im Vergleich
jur Schußweite unb Streuung.
beim triegdmäßigen
©ebraudj: (Ermitteln ber richtigen (Entfernung unter
©eadftung ber zufälligen ffiinflüffe ber
SBitterung.
jUWnttt.
£anbfeuertoaffett.
I. Änrje dnfrotdilnng ber Gewehre feit bem
/elbjuge 1870/7L
214 Dad ©eweljr, bem $reußen jum großen Seit feine Siege in ben
fjfelbjiigen 1864 unb 1866 Verbantte, war aucf) im Kriege 1870/71
bie SBaffe ber Infanterie.
Da bad preufjif$e ,ßiinbnabelgetoel?r bad Urbilb unb ber S$orläufer
faft aller jefeigen ^riegdgeWe^re unb eine ber genialften (Erfinbungen
auf bem ©ebiete bed SBaffenwefend ift, bie ald ber Anfang eined ganj
neuen „Styftemö" ber $anbfeuertvaffen angefeljen werben muß, fo ift
ein nälfered (Eingehen auf feine (Einrichtungen unb Seiftungen woßl
gerechtfertigt.
®a8 Sünbnabelgeroe^r.
77
©ad günbnabelgewehr M/41 (M = SRobeU) ift eine Srfinbung 215
bed and ©ömmerba in Springen gebürtigen ©chlofferd unb SRechanilerd
Qo^ann SRifolaud ©ret/fe, ber im ^a^re 1809 ald junger ÜRann in
$arid in ber SBertftatt bed ©ewehrfabritanten ^aulp ben ®runb»
gebauten eined $interlabungdgewehrd tennen lernte unb ihn in wahr-
haft föfyferifdjer Sßeife, in jahrjehntelanger Arbeit unb mit eiferner
SBitlendfraft jur SBoüenbung führte.
©em Könige fjfriebrich Sßilhelm IV. gebührt bad 25erbienft, bie
Sßic^tigteit ber Srfinbung, bereu erfte tSetanntfdjaft er fdjon 1829 ald
Kronprinz gemacht ljatte, ertannt unb mit ‘ftadjbrucf geförbert ju
haben; 1841 würbe bie Anfertigung bon 60 000 3^nbnabelgewebren
befohlen unb bamit ein neuer, bebeutfamer Abfdjnitt in ber (Entnmflung
bed SBaffenwefend eingeleitet.
1. Sad gftnbnabelgewehr. (Silb 37—41.)
(©ewidjtd* unb Wiafjberhältniffe fowie Seiftungen f. 3- 256.)
©er 8auf ift eine eiferne {Röhre bon 90,7 cm Sänge, bie fidj 21«
am hinteren ®nbe tegelförmig berjüngt, ßaufmunbftücf i (töilb 37).
»ilb 37.
3finbnabelgeroe$r M/41. (*/>)•
Sd)(o(j geöffnet, aber n«$t gefpannt.
d $OIfe.
di 9($ttant ber §ü[fe.
I Sauf.
> ßauftnunbftiirf.
p 9tnfa§ ber $illfe.
A Hammer.
f Sperrfeber.
c ^aumenftoOen beö S$löf)4en3.
n ftammerfnopf.
o Söarje beö JtammerfnopfeS.
<1 Anie beö ftillfenföltyeä.
(Er ruht in einer fRille bed höljertten ©djafted, mit bem er burch
meffingene {Ringe berbunben ift.
78 Äurje gefcbic&tltdje ®ntwi<fltmg ber GJemeljre feit bem gelbjuge 1870/71.
217
218
Stuf ein am Hinteren @nbe vor ber legelförmigen Serfüngung
befinblicße« ÜRuttergewinbe (Silb 4011) ift bie fjülfe d (Silb 37) mit
ißrem Vorberen älcßtlant aufgefcßraubt. Sor bem ^ülfentopf ift ber
Sauf auf 6 cm Sänge, jirecfö fefter Lagerung im Schaft, ebenfalls
acßtlantig unb verjüngt fich üon h’er nach ^er SRünbung ftetig.
$n bie Seelenwänbe finb 4 ßüge eingeftyiitten; ba« Patronen«
lager fd)lief?t fich ^urc^ e‘nen ÜbergangStegel, ben ©efchoßeintritt, an
ben gezogenen ©eil an unb ifl walzenförmig. ©er ©efcßoßeintritt
fall ben allmählichen (Eintritt beS Spiegel« be=
Wirten.
©a§ Sifier (Silb 38) ift auf bem achtfan«
tigert ©eil beS Saufe« aufgelötet unb befteßt au«
bem Stanbvifier, ber Heinen unb ber großen
Stoppe. Sefetere hat außer ber oberen Stimme noch
ein Schliß« unb ein Segmentvifier. ©ie Sifier«
fcßußweite beträgt: beim Stanbvifier 350x, bei
ber Heinen Slappe 550", bei ber großen 850x.
©a für bie gwifcßenentfernungen, außer ben zwei
in ber großen Slappe, leine befonberen Sifiere
vorßanben finb, fo ergibt fich eine feßr verwidelte
^altevorfdjrift.
©er Serfchluß befteht au« ber $ülfe, bem
«Schloß unb ber SlbzugSvorricßtung.
(Silb 37) ift mit ihrem ächtlant dl auf ben
Sauf I aufgefcßraubt, fie ifl eine offene, Walzenförmige fRößre, bie oben
ber ganzen Sänge nach *nit einem vom breiten, bann rechtwinHig ge«
brochenen Scßliß verfeßen ift. Som ift fie burch e‘ne Sefefligung««
fcßraube mit bem Sd)aft verbunben, hinten enbigt fte in einen Sappen,
ber in ben Scßaft eingelaffen unb mit ihm burch bie Sreuzfcßraube
verbunben ift. Unten ßat fie einen ©urößbrucß für ben 9lbzug«ftollen
(Silb 40).
©a« <Sd)loß befteht au« ber Sammer mit bem fRabelroßr, bem
Schlößchen, bem ^abelboljen mit fRabelfcßaft unb ßünbnabel, ber
Spiral« unb ber Sperrfeber.
©ie Sammer h ift eine walzenförmige fRößre (Silb 39), in beten
mit SRuttergewinbe verfeßenen Soben h1 (Silb 40) vorn ba« 92abel«
roßt e (Silb 40), zur ^iißrung ber sJlabel beftimmt, eingefcßraubt ift.
©ie Sammer ift vorn z“m Übergreifen über ba« Saufmunbftüd eben«
fall« fegeiförmig geftaltet; ber ba« sRabelroßr umgebenbe fRaum heißt
bie Sufttammer (Silb 40 m). ©ie Sammer wirb burcß ben Sammer«
Silb 88.
SStfier be« 3ünb=
nabelgewehr«
’/«
a Stanboifier.
b JtCeine JtCappe.
c Orofee ftCappe.
d
S)ad .gilnbnabelgeroe^t.
79
fnopf n bewegt, beffen Sßarje o bei gefchloffenem 23erfcf)luf? (Silb 39,40)
fidj redftd an bie fdjiefe fläche bed ^ülfenanfahed p legt unb fo bad
®<hlo| beim ®<hufc feft^ält.
»Hb 39.
3ünbnabelgeroet)r M/41 (>/>)• ®ef<$loffen unb gefpannt.
« fiaufmunbftücf. c
h Äammer. q
b Slabelboljen. n
a 9labelf$aft. o
f Sperrfeber. p
SaumenftoUen bed Ccblöföend.
Jtnie bed gttlfenföttyed.
Aammertnopf.
SBarje bed Äamnterfnopfed.
£>ülfenanfa$.
©ad ©djlöfjdjen c (Silb 40) ift ebenfaUd eine Walzenförmige
SRöhre, feine ^Bewegung gefdjieht burd) ben ©aumenftollen c. $n
ber ©djlöfjchenbohrung befinbet fich ber fRabelboljen b (SBilb 40) mit
bem toorberen fJiabelboljentopf, beffen Seberplatte bie äbbicfytung ber
©itrdjbohrung bed 9?abelrohrd ^erftellt unb ben ®tojj bed 9?abel«
boljend gegen bad fRabelroIjr beim «Schuf; milbert. ©er Hintere
fRabetboljentopf bilbet bad »orbere Sffiiberlager für bie Spiralfeber,
bie hinten ihr SBiberlager an bem Slbfafe ber ©chlöfjchenbohrung finbet.
3n ben fRabelboljen ift ber 9?abelf$aft a ($ilb 40), vorn mit
ber .günbnabel, eingefdjraubt.
©ie ©perrfeber f liegt in einem 9udfd)nitt bed (Stfjlöfcdjend unb
fafjt mit einer Jhalle in beffen »orberen ©eil ein; i^re ^interfte, nadj
oben gerichtete dralle faf;t in eine 9iaft ber Kammer unb hält fo bad
©djlöfjdjen feft. Sei geftf;loffenem ©etoehr (Silb 39, 40) flehen
(Sperrfeber unb ©aumenftollen in einem 9ludfchnitt ber Kammer unb
werben fo feftgehalten.
©ie 2tbjug4borri$tung (Silb 40) befiehl aud ber toorn an
ber $ülfe feflgefrfjraubten Slbjugdfeber g, bem auf ihr fifcenben 2lb«
Zugdftollen g1, ber burch e^ne ©unhbohrung ber $ülfe unb burch
80 Autje g«f<$«$tlid;e CntaicMung ber ©eweljre feit bem gelbjuge 1870/71.
(Sd&fifce in Kammer unb ©djlöfcdjen bis in (eueres ^ineinragt. T>er
Slbjug k iß ein burcfj einen Otift mit ber SlbjugSfeber berbunbener
Rnie^ebel mit 3 £>rudnafen k1, k’, k3.
ffliß» 40.
3ünbnabelgeroet?r M/41 (*/s)«
Sentre$ter $ur$f$nitt (S$lo& abgebrueft).
r
a 9tabd|($afi mit 3ünb-
nabel.
b ftaMfofyen.
c ©djlößdjen mit
cl$aumenftoUen.
d $ülfe.
cA9l$ttant.
e 9tabelrot)r.
f Sperrfeber.
<j Stbjugöfcber.
</15KbSUQAftoUcTu
h .Ramm er
MÄammerboöen.
i fiaufmunbftürf.
k Slbjugöftange mit 3 2)rucfr
nafen Xr’, k*t H
I Sauf.
A SKuttergeroinbe für bie $ülfe.
m Suftfammer.
n Äammerfnopf.
o Sßarje.
p $ülfenanfag.
©a$ ^ufammenwirten ber Schloßteile.
219 ©ie Page ber Sdjlojjteile beim abgefeuerten ©eweljr jeigt ®ilb 40.
®eim Cffnen wirb junädjft mit bem ©aumen bie Sperrfeber f
Ijeruntergebrüdt unb baS Scf|lößd}en am ©aumenftoüen jurüdgejogen,
bis ber Hintere Stabelboljentopf hinter ben bei biefer ^Bewegung
tyeruntergebrüdten SlbjugSftollen tritt. 9?adjbem ber SJerfdjlufj burd,
einen (Sdjlag gegen ben Sammertnopf gelodert ift, wirb bie Sammer
nad) lintS gebre^t, wobei bie ffiarje o an ber fdjiefen gftädje beS
^ülfenanfafeeS p gleidjjeitig etwas na$ rüdwärtS gleitet. SBeim
gurüdfüljren ber Sammer flögt bie ffiarje o an baS Snie beS $ülfenS
fdjlifceS q, baS @ewel?r ift in Pabeftellung (®ilb 37). Sammer unb
€d)töf;c$en bewegen fid) mit ityren unteren @$ti$en am SlbgugSftolIen
entlang.
2)a8 Sünbnaöelgerot^t,
81
9?adjbem bie Patrone mit bem Daumen in ben Sauf gehoben
iß, wirb bie Sammer vorgegeben, ber Snopf nach redjtö ^erumgelegt
unb bie feße Anlage bed Sammermunbed an bad Saufmunbßüd burdj
einen Schlag auf ben Snopf bewirft.
©ad Schlößchen wirb mit bem Daumen vorgefdjoben; ber SJlabel»
boljen wirb burdj ben an ben Abjugdßollen ßoßenben hinteren 9?abe(-
boljenfopf Uerfjinbert, biefer ^Bewegung ju folgen; bie fieber
jwifdjen ihren beiben Sßiberlagern gefpannt.
Seim .gurücfjieljen bed Abjuged bid jur Anlage ber 2. Drucfnafe
tritt ber Abjugdßollen nach unten, beim weiteren Qurüdjiehen
ber 9?abetboljen frei unb bie fjebertraß fdjnellt iljn nach vom. ©er
vorbere 9?abelboljen!opf ftößt mit ber Seberplatte an bad fRabelrohr,
bie 9?abel burdjbringt beffen Durchbohrung, bie ^ulverlabung unb
ßidjt in bie günbpille.
©ie bad 9?abelrohr umgebenbe Suftfammer m foll ben ißulver»
unb ^atronenrücfßänben jur Ablagerung bienen.
SiW 41.
©ie .günbnabelpatrone. (Silb 41.)
©ad eiförmige Sangblei (SBeidjblei) wirb in
feinem hinteren Seile von bem (Spiegel, einem pfropfen
aud gepreßtem Rapier, umfaßt, ©a fein Durchmeßet
größer ald ber bed Saufed iß, fo wirb er in bie
3iige gepreßt, beren Söinbung er folgt unb fo
bem ©efdjoß bie gleiche Drehung erteilt. 9?adj 53er>-
laßen ber SDlünbung fireift ber Suftbrucf ben Spiegel
vom ©efdjoß ab. Am Soben bed Spiegels iß in
einer Sertiefung bie $ünbpitle untergebracht, unter
ber bie $uloerlabung liegt.
®efdjoß, Spiegel unb Pulver werben von einer
oben jugebunbenen ^ßapierhülfe unßdßoßen.
3um günbnabelgewehr gehört ein an ihm be«
feßigted, breifantiged Sajonett.
©ad Gewehr jeigt gegenüber ben bid baljin ver=
wanbten Gewehren gleich brei große fjortfchritte:
^interlabung,
©inheitdpatrone,
Sidjere (Sefchoßfüljrung.
Auf biefen (Srrungenßhaften baute nun bie ©edjnit
ber ^anbfeuerwaffen auf.
Berlin, SBaffenlefre. 2. %u fl.
3ünbnabeh
paftone (>/i).
a £angb(ei.
b Spiegel
c 3ünbpiHe.
d $ufoerlabung.
e $apier$ülfe.
6
82 gefävStüdft CntoüStmg bet Ocmetyre feit bem gtCbjugt 1870/71.
©aß .QünbnabelgeWehr jeichnete fich ferner burch große (Einfachheit
feiner Zeile, burch $altbarfeit unb gefieberte Sage ber .Qünbpitle and.
228 ©aß ursprüngliche M/41 Würbe im Saufe ber Qaßre Verfdjiebent«
Ii<h Verbeffert, bie neueren ÜRobelle finb im allgemeinen türjer unb
leichter unb fyaben Säufe auS ©ußftahl, Verfeuern aber bie gleite
Patrone, ©iefe finb:
5)a8 3ünbnat>etflen>el)r M/62 mit Bajonett,
baS fjüfifiergeroe^t M/60 mit aufpflanjtatem ©eitengeroefjt,
bie gftnbnabelbtkbfe M/49, 54, 62 unb 65 mit $itf<$ftager jum
Slufpftanjen (M/62 mit Stet$fc$lofi, M/65 mit fantigem Sauf),
Bionietgetoeiit M/ 69 mit aufpftanjbarem ©eüengeroebt,
ftarabinet M/57.
224
»ilb 42.
fßuffetiibetung beß aptietten
BftnbnabeigeroeljtS (*/»)•
a flammet.
b Einförmiger Stempel.
c flautj$u!ring.
©ie fjortfchritte, bie in ben 9laö&*
barftaaten burch bie Annahme eines
Heineren SaufburdpnefferS gemadjt tour*
ben, veranlaßten Preußen junäö&ft ju
einer „äptierung" ber .ßiinbnabelroaffen,
bie erft nad) bem ffelbjuge 1870/71
eingeführt würbe.
(Eine bebeutenbe Serbefferung war
ber beffere Hbfcßluß jwifdjen Sauf*
munbftiid unb Kammer burch bie
Sufferliberung (®ilb 42). ©aS 9?abel«
roßr würbe burch eine fRö^re erfefet,
in ber fich e'n ^en Äammermunb
hervorftehenber pilzförmiger (Stempel
mit untergelegtem Äautfdjufring befinbet. Qn ben hoppelten Soben
ber $atronenßiilfe ift ferner ein gefetteter Zudjlappen eingefdjoben
(Silb 43). ©ie $ulvergafe brürfen ben teueren an bie Söänbe unb
ben Stautfdjutring an ben Soben unb bie SJänbe beS ^ammermunbeS
unb ftetlen fo einen gaSbicßten Hbf^tuß l?er.
Sffiegen biefer befferen ©idpung tonnte baS ffeftfd?lagen ber
Kammer mit ber £>anb fortfallen, alfo waren 2 Sabegriffe weniger
erforberlidj.
(Eine weitere Serbefferung ift bie (Erleichterung be« Sangbleis von
31 auf 21 g burd; Serminberung beß ©urdpnefferß, aber gleichzeitiger
Verlängerung von 1,98 auf 2,05 ©urdpneffer, woburch baß Sabungß*
Verhältnis von auf y«,« unb bie Hnfangßgefchwinbigteit von
285 m auf 341 m ftieg.
®ad 3üni>rtabel0eroe§r.
83
©en befferen Seiftungen entfpredjenb, Würbe bie große SMappe bed
SBifierd burdj eine Schieberflappe mit (Einteilung bis 1200 m erfefct.
©er fjelbjug hotte bie Überlegenheit bed franjöfifchen ßfyiffepot« 225
gewehrd (berbefferted ßünbnabelgewehr non 11 mm Saufburdjmeffer)
gejeigt; namentlich machte fidj bie größere Schußweite (bid 1200 m)
für bie ©eutfdjen oft unangenehm bemerfbar. ©edhalb entfloß man
Silb 44.
Silb 43.
Patrone bed
aptierten 3finb*
nabe[gen>e$rd.
d gefetteter Xufy
lappen.
Sifier bed 3nfanteriegewe^rd M/71.
M bie oben erwähnte Slptierung bed bodj in$Wif$en bereiteten ßünb«
nabelgeweßrd aufjugeben unb ein ben ^ortfchritten ber SBaffentechnit
mehr entfpredjenbed neues Gewehr Heineren ©urdpnefferd einjuführen.
9ia<h langen, eingehenben iBerfudjen unb Prüfungen gelangte bad
bon ber SBaffenfabrit Wtaufer in Dbernborf gebaute (Gewehr burch
ftabinettdorbre bom 22. SDiärj 1872 ald $nfanteriegewehr M/71 jur
ISinfiihrung.
6*
84 Äurje gef$i$tlic$e SntroWlung bet ©erneute fett bem gelbjuge 1870/71.
2. 5)a« Bufanteriegetttehr M/71. 08ilb 44—51.)
(@etr>id)t«- unb SWaßverhältniffe fotoie Stiftungen f. 3- 256.)
226 ®er Sauf au« ®ußftahl ift außen gebräunt, vom tegelförmig,
hinten mit einem farjen Sichtfant verfehen, an ben fid) ber Oeminbeteil
unb ba« SRunbftürf mit Sdhlußfläche anfdjließen. (Er ift ähnlidj mie
ber be« Bfln^na^e^fleWeM ®$&ft unb $ülfe verbunben.
®ie Seele ljat 4 Büge; an ben gezogenen Seil fdfließt fid) ber
Übergang«!egel, ber ben gleichmäßigen (Eintritt be« ®efd)offe« in bie
Büge ohne Slbftreifung ber PapierumtvicKung (B- 231) vermitteln unb
ben Müdftoß milbern foll. ®a« Patronenlager ift entfpredjenb ber
3form ber Patronenhülfe gestaltet (B- 231).
»ilb 45.
Snfanteriegeroeljr M/71. Die $filfe non oben fiefe^en.
a Sauf (3(<bttant).
61 Joiilfe.
b* $atn>nenemlage.
b* SBiberlager mit
b* tellerförmiger Siu««
fenfung.
bfi Äreujteil.
A® auöjie^emut
bt Sreujfdjraube.
68 £o<^ für ben 2bjugä=
feberftoUen.
b» So<b für bie Serbin«
bung£f$raube.
bv> 2o$ für bie «bjugfr
feberfcbraube.
6« Qnoetterung ber hülfen«
bo^rung.
227 ©a« SStfier (Pilb 44) ift bidjt vor bem Kchttant mit bem
eifernen Pifterfuß aufgelötet, tiefer trägt hinten ba« Stanbvifier
für 270 m, hinter biefem ba« Öhr für bie Schraube ber Keinen
Stlappe, vor biefem bie beiben Öhre für bie Schieberflappe. ®ie vor
ber Sdjieberflappe befinblidje Sifterfeber giebt erfterer, niebergelegt
ober hothS^0?^ eint fePe Stellung. ®te Keine ftlappe ift für
350 m (Entfernung.
®ie Schieberflappe ift ein Mahnten mit (Einftridjen unb.Bahlen
für bie (Entfernungen auf bem linten Scheutet unb für bie Stimme be«
Medhted« im Schieber bi« 1050 m, auf bem redeten für bie obere
ftimme für 1200—1600 m. ®er auf bem Mahnten bewegliche Schieber
hat 3 Stimmen, bie unterfte im Mechtecf, bie mittlere für 1100 m im
Segment, bie obere für 1200 m unb barüber auf ber oberen Orlädje.
228 T)a« Sorn ift mit bem fjuß in bie Stommarje eingefdfoben unb
vernietet.
2)aÖ 3nfanterieg«roef)r M/71.
85
©er «erfdjlufj befielt aus benfelben ©eilen tote beim Sünbnabel« 229
getoeljr ($. 218).
©ie $iilfe («ilb 45) ift adjttantig unb ljat hinter bem hülfen«
topf redjts einen SluSfdjnitt, bie «ßatroneneinlage. ©ie toirb »orn
burd) bie lumenartig geformte ftlädje beS £>ülfen!opfeS unb hinten
non einer ebenfo geformten ftlädje begrenzt, bie in bett (Einfdjnitt für
bie Rammerleitf^iene übergebt. ©eren Slüdwärtfibetoegung in ber
Rammerbaljn toirb burd) Sütftofjen ber Rammerfdjeibe an bie tellerförmige
SluSfentung im SBiberlager für bie Rammerfdjeibe begrenzt, ©ie $ü(fe
enbet hinten in ben Hreugteil unb tjat innen an ber linlen ©eite bie
9lut für ben SluSgie^er, unten baS 8od) für ben SlbgugSfeberftollen.
«orn ift fie burd) bie 23erbinbungöfd)raube mit bem ©dfaft verbunben
(«ilb 50).
»ilb 46.
Snfanteriegeroefjr M/71. (*/i.) ®ef4Ioffen unb abgebrüdt.
a Sauf (Ä^tfant). d Jtammerleitfd&iene. g Sicherung.
b d Äammerfnopf. h @$lagboljenmutter.
W SBiberlager.
P S$lö&$enleüf$iene.
©a3 ©djlofj («ilb 48—50) befielt auö ber Sammer, bem «er»
fd)luf)!opf mit 9lu$giel)er, bem ©d)löfjd)en mit ©d)lagbolgenmütter unb
bem ©djlagbolgen mit fieber.
©ie Hammer c l)at innen eine engere «otfrung für ben <Sd)(ag«
böigen unb eine toeitere für bie ©piralfeber, unten eine 9?ut für ben
SIbgugSfeberftollen. hinten redjtö ift bie Sütöfräfung für ben ®$l(lf$en«
anfafc, bie an ber redeten «Seite bie fd)iefe $lä$e enthält, oben bie
Staft für bie Söalje ber ©id)erung («ilb 50). ©ie Stammerleitfd)iene c1
tyat nom unten einen Slnfafc, burd) ben bie 9taft für bie 9tafe be4
«erfd)lufjfopfe£ gebilbet toirb, unb oben in einem ftager bie Hammer«
fd)eibe t? mit $altefd?raube cs. hinten ge^t fie in ben Hammer«
tnopf c4 über.
86 Äurje geföigtlige ©ntaicflung bet ©erneute feit bem JJelbjuge 1870/71.
Som ift in bie Sohrung ber Sammer ber Serfchlußlopf d
(Silb 48) mit feinem Rapfen eingefchoben. Der Serfdjlußfopf legt
fich mit bem vorberften Seil, bem Spunb d', an ben Soben ber
Patrone. Die hinter bem Spunb befinbliche (Einbrehung d2 unb eine
(Erweiterung ber ^ülfenboljrung (Silb 45b*1) (ollen etwa nad) hinten
audtretenben $ulbergafen (Raum jur Audbreitung geben, hinter ber
(Einbrehung trägt ber Serfchlufjfopf ein Sager für ben fjuß bed Aud»
jie^erS unb oben eine Olafe ds. Der 3aPfen d4 bat einen (Einftrich
für bad Statt bed ©(^lagboljend; feine Durchbohrung entfpricht ber
Sdjlagboljenfpihe. Der Audjieher e fifct mit feinem guß in bem
Sager bed Serfdjlußfopfed; er trägt vorn bie ftratte e1, feine febernbe
SBirfung wirb burch ^en h’nteren' fchwächeren Seit, bie (Schleppe es,
»eiche fich mit einer ®ulft auf bie Sammer ftüfct, erreicht.
c flammet. c* 3M für ben Sl&jugäs Nut.
c1 flammerleitfdjiene. feberftoHen. f2 9(nfa$.
c* flammerfdjeibe mit d SBerfdjlufcfopf. P ©djlöfjdjenleitfc^iene.
c8 <paltefdjraufce. d1 ©punb. g Sicherung mit
c4 flammerfnopf. d^ ©inbreljung. gb Slügel.
c5 Xuöfräfung für bad SluäjiefjerfraUe. yG $alteftift ber ©i^erung.
®$lög$en. f S^Iö&c^en. h ©c^lagboljenmutter.
Dad Schlößchen (Silb 49) hat eine Sohrung für ben Schlagbolgen
unb an ber unteren Seite bie anfteigenbe 9?ut für ben Abjugdfeber»
ftollen (Silb 47 unb 49 f1). Sinld trägt ed bie SBarge mit Stift,
erftere fperrt bie Audgiehernut gegen bad etwaige 3urü<ffd^tagen ber
Sulbergafe, teuerer, in bie Sohrung ^ineinragenb, uerhinbert im
Serein mit ber Abflachung bed Schlagbolzens beffen Drehung. Der
breiecfige Schlößchenauffafc huf red/td bie fdjiefe fläche entfprechenb ber
®a« 3nfanteritgeroe$r M/71.
87
im ßinteren Seil ber Hammer. Die Scßlößcßenleitftßiene F entßält
bie Sicßerung. Diefe befielt au« ber Sffialje, bereit »orbere Raffte ßatb
abgefcßnitten unb auögerunbet ift, fo baß bie Scßaufel für bie IRaft
ber Hammer (®ilb 42 c1) gebilbet Wirb, unb beren ßinterer Seil bie
Heßle für ben burcß bie Sdjlöfjcßenleitfcßiene geführten $alteftift trügt.
Der ßinterfte Seil ber Söafje, ber ®unb, trägt auf feiner »orberen
fjläcße eine Stippe, bie eine unbeabficßtigte Dreßung ber Sicßerung
»erßinbert, unb berbinbet mit ber ®afje ben Flügel, ber jur $anb»
ßabung bient.
Die Sdjtagboljenmutter h
®ilt> 48.
(®ilb 46,47 unb 50) enthält ba«
SRuttergewinbe für ben Scßlag»
boljen unb wirb an einer Drehung
burcß ben ßapfen, ber in bie
5Rut für ben Slbjugsfeberftoüen
im Scßlößcßen tritt, »erßinbert.
(Sine fRafe auf ber linlen (Seite
bient jur (Sperrung ber 2lu««
jießernut gegen etwa jurüdfcßla»
genbe $ulbergafe.
DerSdjlagboljen i (®ilb50)
befteßt au« ber Spiße, bem iBlatt,
bem Seiler, ber ba« »orbere
SBiberlager für bie (Spiralfeber
bilbet, unb bem Scßaft, ber mit
feinem Qkwinbe in bie Scßfag«
boljenmutter eingefcßraubt ift;
eine Slbffacßung am Scßaft »er»
$erf$lufjtopf mit Stu«gießer.
(»/«)
dl Spunb.
cP Cinbref)ung.
cP Stofe.
d< gapfen.
& Sager für ben
Sluäjieber.
cP (Sinftrid) für
ba« Stott be«
Sdjlagboljen«.
e Sluäjie^er.
el ftraUe.
e* Schleppe mit
e® Söulfl.
ßinbert ißn im herein mit bem Stift in ber Scßfößcßenboßrung
(®ilb 49 B F) an ber Dreßung.
Die 9fbjug«»orricßtung ift äßnlicß ber be« ßünbnabelgeweßr«,
nur finb ber 9lbjug unb ber Slbjugfeberftollen in einem gabelförmigen
Seil ber 9lbjug«feber mit je einem Stift befeftigt; bie 9lbjug«ftange
ift gefcßweift unb abgerunbet, um bem Zeigefinger eine günftige 2ln*
leßnung ju bieten.
Da« 3ufammenft»irfen ber Sdjloßteile.
®eim gefdjloffenen unb gefpannten Scßloß ßaben bie Seife bie in 230
5öilb 47 erficßtlicße Sage. Da« S^ßlößtßen mit Scßlagboljen unb
Scßlagboljenmutter wirb burcß ben 9Ibjug«ftoUen feftgeßalten, bie fieber
88 Auqt gefgitylübe Gntotdfang bet ©ewe^re fett bem §elbjuge 1870/71.
ift gang gefpannt. Ta« 8ttgieren erfolgt in berfelben Seife »ie beim
ßfinbnabelgeme^r <3- 219). ®obalb ba« ©djlößdjen frei toirb, fdjnellt
bie fjeberfraft ben Sdjlagbolgen mit ®d)löfjd)en unb Sdjlagbolgen«
mutter naä) oorn (ba« Statt be« Sdjlagbolgen« wirb babei im &apfen
be« Serfdjlufjtopfe« geführt, bie @pifce burdjbringt bie Sofyrung be«
(enteren unb flößt gegen ba« günbfyütdjen ber Patrone.
Da« fjreft^alten be« ©djloffe« in feiner Sage unb ben Siberftanb
gegen ben £)rmf ber Suloergafe bewirft bie Hintere f^lfi^e ber Sammer«
leitfdjiene, bie fid) gegen bie Hintere ftlädje ber Satroneneinlage ftöfet
(Silb 46).
Seim Öffnen toirb bie Sammer nadj linf« gebreljt, wobei bie SRaft
ifjrer Seitfdjiene bie 9lafe be« Serfdjlufjtopfe« umfaßt (Silb 47).
»itb 49.
Schlöffen unb Sicherung.
A.
Schlößen non rechte,
nid^t gefiebert
P 2)reierfiger Wnfafc.
P ©$IögcbenIeitf4iene.
B.
Schlöffen non
p 2(nfteigenbe Wut für
ben Wbjugöfeber*
ftollen.
P SÖarje mit bem Stift.
C.
Schlöffen non oben.
Z).
Sicherung non redjtä.
E.
Sicherung non oben.
g SBalje.
gl Schaufel.
g* Ächte.
g3 93unb.
g* Wippe.
g* Slügel.
g* $alteftift.
©leidjgeitig tritt bie Sammer infolge ber fdjiefen Jlädjen ber Patronen«
einlage gurücf, ber 9lu«jie^cr lodert bie i'atronenljiilfe unb gie^t fie
etwa« guriiet.
Ta« <S$löf3$en tvirb, ba e« bie Tretyung ni^t mitmad)en tann
('Sd)löfid)enlcitf(f)iene im Sammereinftyritt), burc^ bie fd)iefe ffl5d)e in
ber Sammerfräfung um bie Vänge feine« ’änfabe« nacfy hinten gebrüdt,
SDaä gnfantenegeroe^r M/71.
89
Wobei feine untere rampenförmige Wut ben SlbjugSfeberftollen nach
unten brücft, big er mit hörbarem Änacfen vor baS ©djlögchen tritt.
DaS ©chlögchen nimmt hierbei ben Schlagbolzen mit, ber mit feinem
Deller bie fteber jufammenbrücft.
Das (Schloß wirb beim öffnen ber Kammer gefpannt,
WüdwärtSfpanner. ©eint ^urüdjiehen ber Kammer flößt fie mit
ber $altefdjeibe an ba« SBiberlager ber $ülfe, ba« ®ewe$r ift geöffnet.
Die ^atronenbälfe wirb burd? eine rudartige ^Bewegung beS ®ewehr§
nach recht« ^inauögeworfen.
Silb 50.
Sentierter Schnitt Durch baö Eeroehr. (l/s.)
Schlafe gefpannt unb gefchloffen.
b öülfe.
6* Erweiterung ber $ülfew
bohrung.
c flammet,
c? *Raft für bie Schaufel
ber Sicherung.
d Berfchlufetopf.
d* Einbrehung unb
fi 9hrt für ben SlbjugS:
feberftoUen.
/•»Schlöfechenleitfchiene.
g Sicherung.
K Schlagbolzenmutter.
i Schlagbolzen.
»i Seiler.
i* Blatt.
t*8 Spifce.
k Slbjugöfeber.
& SlbzugSfeberfchraube.
k* SlbjugöfeberftoHen.
k* Slbjugöftange.
/ Berbinbungäfchraube.
m flreujfchraube.
n Entlabeftoct
Bum Vaben wirb eine Patrone in bie ^Jatroneneinlage gelegt, bie
ftantmer üorgefc^oben unb babei bie Patrone in ben Sauf beförbert.
‘Das ©djlöficfjen wirb beim weiteren 23orf$ieben vom SlbjugSfloUen
feßge^atten, bie Sammer tritt bei ber 9le$t£brel)ung gleichzeitig nach
Vorn, woburch eine Trennung ber Sammer vom @$löfjchen unb bie
lefcte «Spannung ber fieber bewirft wirb. Die SraHe befi SluSjieherS
ift febernb an ber Srempe ber Patrone vorbeigeglitten unb hat Hefe
von vorn erfaßt.
ßur Sicherung beS gefpannten (bewehrt wirb ber ^lügel (®ilb 49)
nach Te|W ^evurngelegt; bie «Schaufel ber Sicherung, bie bis bahin
90 Äurje gef$i<f)tli$e fintmidlung bet ©eroe^te feit bem ffetbjuge 1870/71.
über ber Äammer lag, tritt nach unten in bie Sidjerungdraft unb fyilt
bad Schlößchen in biefer Sage feft.
©ie Patrone M/71 («ilb 51).
281 Sie befteht aus ber Patronenhülfe, ber Pulverlabung, bem Sßadjd»
pfropfen mit ben ftartonplättdjen unb bem ©efdjoß mit Papier»
umwicflung.
©ie Patronenhülfe, aud SOleffing gezogen, befteht aud bem
fchroadj fegeiförmigen Pulverraum, ber
Selb 51.
2)ie Patrone M/71. (’/i.)
H $aitonenbülfe.
a $uloerraum.
6 S<^roeifung.
c ©efdjo&raum.
d $fllfenboben.
e ftftlfenranb.
f 3flnbbüt$en.
g $ulver.
A ®acf)öpfropfen.
t> | fiarton:
»*/ blätteren.
k ^apierumroieflung.
L ©eftbofe.
ftarf fegeiförmigen Schweifung
unb bem fdjWach fegeiförmigen
©efchoßraunt. Qfjre ©eftalt
entfpricht bem Patronenlager
bed Saufed, bie Schweifung
bewirft burch Anlage an bie
entfpre$enbe Schleifung bed
Patronenlagers bie richtige
Sage ber Patrone
©er ftarfe ^ülfenboben
trägt in ber fDiitte bad etwas
verfenfte Bünbhütthen f (®n»
richtung »gl. 3- 57). @r ift
mit Ausnahme einer Keinen
wagerechten Reibefläche nach
bem Ranbe ju abgefdjrägt,
um bie Reibung bed Per»
fchfaßtopfed ju verringern.
Por ben überftehenben Slanb
greift bie SludjieherfraUe.
©er Pulverraum ift innen
lädiert.
©ie Pulverlabung befteht
aud 5 g ©ewehrpulver M/71;
fie wirb nach Vorn burd) ben jwifchen jwei Startonplättchen liegenben
PJachdpfropfctt abgefchloffeu. Vettere feilen gleichzeitig jur Reinhaltung
be« Vaitfed bienen.
©ad aud Plcibraht gepreßte ©efchoß, 25 g fchwer, trägt am
Poben eine fteine £)öhlmtg, um bie SSürgung ber Papierumwicftung
aitfjitncbnien. ©ad ©efchoß fifjt 9 mm tief in ber ^>ülfe, bie Papier»
umwieftung foll ein Perbleien bed Saufed verhinbern. Shirj vor bem
©ebrauch wirb bad ©efeßoß mit einer ©efchoßfettung aud 5 ©eilen
%>ai Snfanteriegewe^ M/71.
91
Hammeltalg unb 1 Steil weißen SBachfed verfehen; fie foll im SSerein
mit bem SBachdpfropfen bie SReibung bed ©efdjoffe» im Sauf »erminbern.
3la$ bem M/71 würben in Seutfrf>[anb nocf) eingefüljrt: 282
Sie 3ä0erbü<f>fe M/71. (Unterftriebe: Sänge 1,20 m, @eroi<f>t 4,41 kg.
Som, tjinien mit SRefftngblätt^en, ift im Somfug x>erf<f>iebbar, richtige Stellung
burtfj Sintyteb bejei^net. Stanbüifier für 200 m, Heine Slnpp« für 800 m.)
Ser Karabiner M/71. (Unterziehe: Sänge 0,95m, @eroi<f>t 3,3 kg, Som
bur<$ 2 Baden feitlidj gefdjüßt, Sammerfnopf umgebogen. Bifier biä 1200 m.)
(Die gfortfdjritte, bie bad ®ewehr M/71 gegenüber bem Qünb' 288
nabelgewehr in begug auf Schußleiftung unb gfeuergefdpmnbigteit geigt,
finb in ber Überficht 3- 256 enthalten; Vorteil bed Heineren Durch«
mefferd »gl. 3- 289.
(Die (Einrichtungen ber SBaffe geigen folgenbe bebeutfame ®er» 284
befferungen:
Die SWetallpatrone. $hre Einführung befeitigt bie Übelftänbe,
bie bie mangelhafte 2lbbidjtung gwif^en Sauf unb SBerfdjluß mit fich
brachte: Entweichen hon mehr ober weniger Pulvergafen, baburch
fchwanlenbe Slnfangdgefdjwinbigteiten; SBerfchmufcung ber Hammer unb
bed patronenlagerd burch Pul»erfdjleim unb unverbrannte ^ßapierrefte,
bie häufig Babehemmungen »erurfachten.
Dad Pulver ift beffer gegen fffeudjtigteit, bie Patrone gegen 3er'
brechen gefdjüfct; ferner finb Babehemmungen, bie burch bad Quellen
ber Papierpatrone entfielen tönnen, audgefchloffen.
Die SRetallpatrone tann flafchenförmig, alfo hinten ftärter fein,
woburch fte unb bad Patronenlager türger, ber Perbrennungöraum
günftiger wirb.
Die ©efdjofjführung übernimmt bad ©efdjoß felbft; ed tann
bedhalb in feinem langen Xeil gleich ftart fein gugunften ber Quer«
fchnittdbelaftung; ber Spiegel fällt fort.
Selbftfpannung bed Scf/loffed beim Öffnen ber Hammer, baburch
2 ®riffe weniger.
Einfache Sicherung bed gekannten ©eWehrd.
Erfafc ber fchwadjen, manchmal brechenben 3 ünb na bei bur$ bie
bauerhaftere Spifee bed S$lagbolgend.
Demgegenüber fallen bie fJladjteile nicht ind ©ewidjt: 9?otwenbigteit
eined Sludjieherd unb größere Schwere bed Söhiegbebarfd burch
W7etaQhüIfe.
Dad (Gewehr M/71 ift eine für bie 3e<l ihrer Einführung gang
audgegeühnete SBaffe.
Schon in ben fechgiger fahren bed vorigen Qahrhunbertd mehrten 285
fi$ bie Seftrebungen, ben Vorteil einer fich fd/nell wieberholenben
»ilb 52.
Snfanteriegeroe^r M/71/84.
£aö abgebrücfte (Sc$lo& 3um 9Ragajinfeuer geflellt.
a Sauf.
b fcülfe.
b{ Sanger Xeil ber $ülfe.
b* flut für bie ©c^lö^ennafe
unb bie flafe ber €>$lag«
boljenmutter.
c flammet.
c& 6i$erung3raft ber flammet.
d Sßerfc^lupfopf.
dl flafe bed ierfc^lufetopfed.
e fluöjie^cr.
f Bc$lö6c$en.
P Sd^töfecbennafe.
P ©$föß$enleitfc$iene.
g Sicherung.
g* Behäufel ber Sicherung.
g* gebet ber Sicherung.
fl3 Stügel ber «Sicherung.
h G^lagbofyenmutter.
//’ 9lafe ber e^lagboljen*
mutter.
i (Sc^Iagbo^en.
Slbjugdfeber.
^bsugdftoUen.
Ibjugöftange.
I Söffel.
fr Söffelroeüe.
P Söffelfc^nabel.
m IRagaginro^r.
n Jöuip ber ®perrflin!e in ber
Stoß bed Söffelfd^nabeld.
p Äeilßürf.
62 Äurje geföi^tli^e Gntroidlung ber Gferoeljre feit bem genüge 1870/71.
S)ad Snfanteriegenieljr M/71/84. 93
SBirfung ber SBaffe gu erreichen, ein mehrfdhüffiged ®ewehr gu bauen.
Sie fanben ihren Audbrucf in bem Bau oerfdjiebener „fRepetier"*
gewehre unb Siftolen, bei benen eine Mngahl Patronen entweber in
einer ©rommel (Gott) ähnlich bem SReVotoer, ober in einem ÜRagagin
im Kolben (Spencer) ober in einem folgen unter bem Sauf ($enrp,
SJindjefter) untergebracht waren. Aud) abnehmbare SRagagine tauchten
mehrfa$ auf (Rrnfa, See).
©ad befte biefer Spjteme ift gweifellod bad mit einem fRöhren*
magajin unter bem Sauf. (Ein berart eingeridhteted Gewehr, bon bem
Schweiger Betterli gebaut, war fdjon in ber Schwei) eingeführt:
„JRepetiergewehr M/69/81“ unb hatte fich botttommen triegd*
brauchbare SBaffe bewiefen.
©ie fjfrage ber SWehrlabegewehre, gegen beren SRotwenbigfeit ft$ 236
freilich eine ftarfe ©egenftrömung geltenb machte, beren Verfechter
namentlich SRunitiondüergeubung befürchteten, befdjäftigte alle ^eered*
Verwaltungen auf bad lebhaftefte; felbftrebenb waren auch ®eutf<h’
lanb eingehenbe Berfuche im ®ange.
Xrofebem man hier bie üRängel bed SRöhrenmagagind, bon benen
fpäter bie fRebe fein wirb (3- 245), wohl erfannte, entfdjloß man fid)
aud politifdjen ©rünben 1884 gu einer fchleunigen Bewaffnung ber
Infanterie mit einem Wlehrlabegewehr, weldjed unter ber Bezeichnung
„^nfanteriegewehr M/71/84" jur (Einführung gelangte.
3. ©ad SnfanteriegeWehr M/71/84. (Bilb 52—56.)
(©ewidhtd* unb 2Raßverhältniffe fowie Schupleijtungen f. ß. 256.)
Söie fdjon bie Bezeichnung verrät, gleicht bad Gewehr in allen 287
wefentli^en Xeilen feiner Sauf* unb Berfchlujjeinrichtung bem
®ewehr M/71. Die Unterfdhiebe finb nur burd) bie Anbringung ber
SRehrlabeborrichtung bebingt; ferner geigt bad Bifier eine Heine Ser*
fchiebenheit.
©ie Unterfdjiebe gegen M/71.
©ad Bifier befteht aud ber großen unb Heinen Slappe. 238
(Erftere hüt einen Schieber mit Schleppe, ber in bie am redeten
Sdhentel befinblidjen fRaften eingreift.
Stanbvifier (große Stlappe niebergelegt) 250 m.
kleine Klappe 350 m.
®roße Klappe (aufgerichtet) 400 bid 1600 m.
©er Berfchluß. ©ie $atroneneinlage ber $ülfe ift amBoben
audgefdritten unb burdh ben Süffel 1 erfefct. An ber linten Seite ift
94 Äutje geföidftficbe (Sntoidlung ber (SemeQre feit bem gelbjuge 1870/71.
bie 5Rut für ben äuöroerfer angebracht; in ihr befinbet fich e’n $0(h
für ben Durchtritt ber SteHfebertvarje. Qn ber unteren $ülfentoanb
be« langen Seils, hinter bent SluSfChnitt für ben Söffet, ift eine 9hit ba
für bie 9lafe be« Schlößchen« eingefchnitten unb ein Soch für ben in
bie 9?ut eintretenben 3lbjug«ftotlen.
Der ben $ülfenbur<hbruch nach unten verlängembe Haften bient
jur Aufnahme be« Söffet« nebft SnfchlagftüCf r, ber Sbftelfoorrichtung
unb ber SbjugögabeL
Da« Schloß (Seite nrie bä M/71). Die Schlußfläche be« Ser«
fChlußtopfe« hat eine Su«brehung, um bä gesoffenem Gewehr ben
Satronenboben aufjunehmen unb beim 3urücf3iehen ber Hammer im
Serein mit bem Su«jieher bie Patronenhülfe feftguhatten unb bamit
»in> 63.
2>er ÄuStoerfer. (.'/»-)
Von linkt
4. J
Söilb 54.
ol ©to&teil. öS $al6ring. o5
o9 ©infräfung. o< SÖarje.
ihr Siegenbleiben im Patronenlager unter allen Umftänben ju
verhinbern.
Der ßapfen be« 5Berf$lußfopfe0 hat feinen ©nftrich, fonbern eine
flafdjenförmige Sohrung für ben Schlagbolzen.
Der SluSjieher e ift in einem auf ber oberen Seite be« Serfchluß«
topfe« befinblichen Sager fo angebracht, baß er fich mit ihm vergleicht.
Die febembe Straft erhält ber äluSjieher burch ben bogenförmig auß«
gefchnittenen febemben Seil unb bie Sdjleppe, bie im ßapfen beS
SerfchlußlopfeS gelagert ift. Seinen $alt gegen ein SuömeiChen nach
rüCttoärtö erhält er burch bie Anlage ber hinteren ^läc^e feine« langen
Seil« gegen bie Stirnfläche ber Hammer.
Sn ber tinten Seite be« Serfchlußtopfe«, beffen (Einbrehnng mit
einem $albring tlauenförmig umfaffenb unb mit einer SBarje in bie
Söetle eingreifenb, fi|t ber Suömerfer o (Silb 53 unb 54). Sein
Stoßteil greift burch einen (Einflrich in ber SBelle be« Serfchlußtopfe«
SJUb 55.
Tnö Bei geöffneter Äommer jiim
SHagajinfeuer gefteUt.
c Äantiner.
c1 Äammerleitfäiene.
c> Äammerfc^eibe.
c3 Jtammerföraube.
c4 Äammerfnopf.
c® Äuroenförmige Jlftdje ber
ftammerleitföiene.
e Slu^ie^er.
f S^föfäen.
P Sc$töfjc$ennafe.
P 64Iögc$enan{a$.
P e^lößd^enleitfd&iene.
g3 Sic^erungSflügel.
h ©^lagbolftenmutter.
Ai 9lafe ber Sd^agbolgetv
mutter.
I Söffer.
I* Söffelfc$nabel.
m SRagajinrofjr.
o Sluömerfer.
o’ ©toftteil.
o* ©infräfung.
r &nfdjlagflürf.
s ©teDtyebel.
cp
Ü’
96 Äurje geföigtlidie (Etttaidlung bet ©erneute feit bem getbjuge 1870/71.
bid in bie Sludbreljuug für ben ftatronenboben. Die SBirfung bed
Stofjteild tritt ein, bevor bie Rammer völlig jurüdgejogen ift, inbem
ber Sludmerfer mit bem vorberen äbfafce feiner (Emfrüfung an bie
SBarje ber Stellfeber s ober bei SRagajinfeuer an bad änfdjlagftüd r
anfdjlägt, toäfjrenb bie Stammet nodj ein Stüd in ifyrer Stüdioärtd«
betoegung bid an bad Jßiberlager für bie Rammerfdjeibe fortfätjrt.
$ierburdj fdjiebt fic^ ber Sludtverfer um ein gteidjed Stüd längd ber
Rammer nach vorn, bie vom Sludjieber feftgebaltene $ülfe erhält einen
Stoß unb fliegt jur Seite hinaus. Die SBarje foll bie Stöße, bie
ber Sludtoerfer beim Öffnen unb Schließen ber Rammet erfährt,
auffangen.
Die ©infräfung, ein redjtnrinfliger, nach unten offener Cinfdjnitt,
ift fo bemeffen, baß feine beiben (Snben beim ^urüdjiehen bjm. Sor-
füfjren ber Rammer an bie Stßarje ber (Stellfeber bjto. an bad Slnfdjlag»
ftücf anfdjlagen, moburdj bad Sudtoerfen ber $atronenl?ülfe unb beim
SJtagajinfeuer gleidjjeitig bad $eben bjn». Senten bed Söffeld
benrirtt wirb.
Die SRut auf ber inneren Seite nimmt bie SBarje ber Sdjlößdjen«
fdjraube in fidj auf unb ver^inbert fo ein $erumbre$en bed Schtößcbend
beim völligen .ßurüdjieben ber Rammer.
Dad Sdjlößdjen f bat unten eine rampenförmige Slafe f1, bereu
borberer Slbfafc, bie Sdjlößdjeuraft, beim Sorfübren ber Rammer an
ben 2lbjugdftollen flößt; b'er^ur^ tvirb bad Sdjlößdjen feftgebalten.
Die an ber linten Seite befinblidje Sdjlößdjenfdjraube ragt in bie
Sohrung hinein; an fie legt fich bie Slbfladjung bed Sdjlagboljend.
Die in ber Sdjlößdjenleitfdjiene f3 untergebrachte Sicherung ifl
mit einer Sidjerungdfeber oerfetjen, bie bie nötige Spannung jur
feften Auflage ber Stippe unb bed Sunbed auf bie Sdjlagboljenmutter
unb bad Sdjlößdjen gibt.
Der S<blagboljen i bat fein Statt; ftatt beffen ift ber ^intet
ber toaljenförmigen Spitje liegenbe Steil flafdjenförmig geftaltet. Der
binterfte Steil ift fdjtoädjer gehalten unb gebt in ben ftärferen burch
einen Übergangdtegel über.
Die Sdjlagboljenmutter h bat jur Sperrung ber Shit für
bic Stblößdjennafe gegen jurüdftblagenbe ^ulvergafe unb um ein 3lb»
fd/rauben ber SJlutter beim ©ebraucb ju verhüten, eine Slafe h1.
Die Slbjugdvorridjtung. Die Slbjugdfeber ift eine Spiral»
feber, tvelc^e bad Drucfftücf bed Slbjuged gegen bie Drudpunttauflage,
ben Slbjugdftollen, burdj bad 2oif) in ber Sohrung ber $ülfe brücft.
Der Slbjug bat nur jtoei Drudpuntte.
Ü)a3 3nfanteriefleroe^r M/71/84.
97
©ie SReljrlabe»
borric^tung.
Sie nimmt 8 'Patronen
auf unb bjat ben .ßwed, btefe
Patronen beim Öffnen itnb
Spließen ber Sammer in bie
^atroneneinlage gu beförbem
unb fomit ben Sabegrif f ent»
befyflid) gu machen, wenn au8»
na1jm£weife befon»
ber« fdjnell gefdjoffen
werben foll.
Sie befielt au«^
bem "tßatronenmaga»
gin, ber Sperrtlinte,
bem Söffet mit 2ln»
fdjlagftüd unb bem
Stellhebel.
©a« Patronen»
magagin m befielt aus!
einem biinnen Sta^l»
bledjrofyr, weldje« im
Straft unterhalb be«
Saufe« liegt, hinten in
bie $itlfe münbet unb
born mit einem ©edel
»erfdjloffen ift; legerer
ift mit einem Stod 311m
.ßufammenfefeen ber ®e»
roetyre berfeben.
©ie im SDiagajin
befinblid^e Wlagajin»
feber foll bie eingelabe»
nen Patronen na$ tyin»
ten brüden unb ift gum
§eft^alten im SRagagin
mit einer Sapfel ber»
feljen. ©a« $eran8«
treten ber ftapfel, ober,
wenn ba« SOtagajin ge»
501 r 11 n, SBaffenle^rt. 2. 8ufl.
&
is-
£3
M®
® 5
3
289
PH
«®So5
•Sf
»sss
7
98 Äu«3e flefdjidjtlidje (Sntwirflung bet (Seroelpe fett bem (Jelbjuge 1870/71.
füllt ift, ber Patronen, verhinbert bie Sperrtlinle. ©ie ift an ber
(inten Slufjenwanb ber $ülfe befeftigt unb tritt mit ihrer SraUe
burch bie $ülfe hinburdj vor bie Hintere Öffnung bed SDlagajinrohred;
in ber richtigen Vage wirb fie burch eine ©oppelfeber gehalten.
©ad .ßurüdbrüden ber Sperrtlinte, fo bafj jebedmal eine ber im
Wiagajin befinblidfen Patronen an ber Sralte vorbei aud bem Wtagajin
treten tann, wirb beim Öffnen unb Schließen ber Sammer burch bad
gleichzeitig ftattfinbenbe 2luf» unb Slbberoegen bed Söffeld bewirft,
ber bie aud bem Wtagajin tretenbe Patrone aufnimmt unb in bie
^atroneneinlage beförbert, von wo fie beim SBorfdjieben ber Sammer
in ben Sauf gelangt.
Der Söffet 1 ift burdf einen Stift, bie Vöffelwelle 1’, brefybar in
ber $ülfe befeftigt; feine 9luf= unb Slbwärtdbewegung bewirft ber 2lud«
Werfer in SSerbinbung mit bem Wfchlagftüd.
©ad Slnfchlagftüd r liegt mit einer fjführungdteifte in einer
(Rinne auf ber linfen ©eite bed Söffeld, ift mit bem Stellhebel s ver«
bunben unb tann burch biejen hoch unb tief geftellt werben. Siegt
ber Stellhebel nach hinten, f° ift bad Slnfchlagftücf ho^9ehoben, ber
Söffet beweglich unb ber (Sinwirfung bed Sludwerferd unterworfen;
liegt er nach vorn, fo ift bad Slnfdjlagftüct gefenft unb ber Söffet
unbeweglich- Bum fjeftfteöen bed Stellhebeld in ber ihm gegebenen
Sage bient bie an ber linfen Seite ber -fpülfe augefdjraubte Stell«
feber. (Born hat fie eine ffiarje, bie burd) bie $ülfe in beren innere
(Bohrung tritt unb beim 2ludwerfen ber ^atronenhülfen mitwirft,
wenn bie SRehrlabevorridjtung abgeftellt, b. h- bad ^tnfchlagftücf
gefenft ift.
®n Slbftellen ber SRehrlabevorrichtung ift nur möglich, Wenn bie
Sammer geöffnet unb vollftänbig flurücfgejogen, ber Söffet gehoben ift.
240 ©ad 3ufammenwirfen ber Sdjlofjteile
erfolgt in berfelben SGJeife wie bei M/71 mit folgenben Unter«
fchieben:
2Bar bad abgebrücfte ©eweljr jum ©injellaben geftellt, fo be«
finbet fich ber ©riff bed Stellhebeld in feiner vorberen Sage unb bie
SBarje ber Stellfebcr innerhalb ber Sludjiehernut. ©er Söffet ift
hoch gejogen unb unbeweglich- SBar bad ©eWehr jum ÜRagajinfeuer
geftellt, fo befinbet fid) ber ©riff bed Stellhebeld in feiner rücfwärtigen
Vage. (®ilb 55—57. i ©er hintere Slbfafc ber Sinfräfung bed Sind«
wcrferd hot bad Slttfdjlagftücf nach vorn unb baburch ben Söffet nach
unten gebrücft. hierbei ift bie vorher vom Söffelfchnabel noch im
Sad 3nfanteriegero«^r M/71/84.
99
SWagajin jurütfgehaltene
Patrone in bie ^atro«
nenbafjn be« Söffet« ge*
fdjnetlt.
SBeim Öffnen unb
^urfidjie^en ber
Sammer jiefjt bie Sr alle
be« 31u«jteher« bie ?a=
tronenhutfe in bie $a>
troneneinlage gurücf;
hierbei wirb ber fRanb
ber $ülfe »on ber 9Iu§*
bretjung im SJerfdjlufj*
topf unb ber Tratte fo
feftgehatten, baß ein So««
taffen au«gefdjtoffen ift.
Sutj üor ootlftänbiger
tBeenbigung ber 9?iicf»
betoegung ber Sammer
tritt ber Stugenbtid ein,
Wo bie $atronenhiilfe
burdj ben Stof; be«
9tu«toerfer« entfernt
wirb. 2ßar ba« Qteweljr
jum SRagajinfeuer ge*
ftetlt, fo bewirft ber
Slnfdjlag be« 9lu«werfer«
an ba« 9lnfdjtagftürf
gleichzeitig ba« $eben
be« Söffet« unb fomit
bie IBeförberung einer
neuen Patrone in bie
$atroneneintage. 2öar
beim Schließen ba«
Gewehr jum iKagajin»
feuer geftettt, ber ®riff
be« Stellhebel« alfo in
feiner hinteren Stellung
unb ba« 2lnfdjtagftüd
hodjgejogen, fo erfotgt
7*
100 Äurje gef$i<$tli$c ©ntroicflung ber ©eroefjre feit bem gelbjuge 1870/71.
beim ^erumlegen ber Sammer baburch, baß bad ßintere (Enbe ber
(Einfräfimg bed Sludwerferd gegen bie hintere Sante bed Slnfchlagftüdd
brürft, bad £*erunterbrüden bed Oöffet« unb bamit bad (Eintreten einer
neuen Patrone in bie ©atronenbahn.
2ßar bad ®eroefjr nicht jum 3Raga}infeuer geftellt, ber Steilheit
alfo in feiner vorberen Sage, fo tann eine (Einwirtung burch bie ©e»
wegung ber Sammer auf bie Wfctyrtabeborridjtung nicht ftattfinben,
weil bad Slnfchlagftüd gefentt ift.
Sichern unb Slbbrüden bed Sdjtoffed wie bei M/71.
©er ®ang ber SJleljrtabetoorridjtung.
241 1. ©ad ®ewehr 3nm (Einjetlaber geftettt. (©üb 56.)
©er Söffet liegt oben unb fdjließt bie $atroneneintage nach unten
ab; er wirb baburch feftgehalten, baß bad nach unten gezogene 9In«
fdftagftiid r fich feft an bad Seilftüd n legt; ber Stellhebel s liegt
nach t’orn- ®«t<h ^en bed Söffeld gegen bie SBulft ber Sperr«
ftinfe (©ilb 53 n) ift ihre Sralle aud ber SRagaginbohrung ber $ülfe
jurüdgebrüdt, unb verhinbert nun ber Schnabel bed Söffeld P allein,
baß Patronen aud bem URagajin audtreten.
242 2. ©ad ©ewehtjunt ÜRagajinfeuer geftellt. (©ilb 53,55,57.)
©er Stellpebel s liegt nach rüdwärtd, unb bad Slnfchfagftüd r
ragt nach oben in bie (Einfräfung bed Sludwerferd hinein.
©eim Schließen ber Sammer wirb ber Sludwerfer fo weit naä)
vorn geführt, baß er bad Slnfchlagftüd nach vorn unb ben Söffet nach
unten briicft.
Sobalb ber Söffet in feine unterfte Stellung gelangt, fdjnellt bie
hinterfte ber im SRagajin befinblichen Patronen, welche mit ihrer ©oben»
fläche bereitd gegen ben Schnabel bed Söffeld anliegt, burch bie ÜJiagajin«
feber getrieben, in bie ^atronenbahn bed Söffeld.
©ie übrigen Patronen werben baburch im SRagagin feftgehalten,
baß währenb ber Hbwärtdbewegung bed Söffeld bie ffiulft ber Sperr«
ftinfe in ihre SRaft am Söffelf^nabel (©ilb 53 n) unb baburch bie
Sralle wieber in bie SRagajinbohrung eingetreten ift.
©eim .ßurüdjiehen ber Sammer fdjlägt bie vorbere f^lädje ber
Sludwerfereinfräfung an bad Hnfchlagftüd unb fjebt ben Söffet; hierbei
brüdt ber Schnabel bie Sßulft unb baburch jugteich bie Grolle ber
Stinte fo weit jurüd, baß bie nächfte, im SRagajin gelagerte ©atrone
mit ihrem ©oben an bie vorbere f}läd)e bed Sdjnabeld treten tann.
©ie im Söffet liegenbe Patrone ragt mit ihrem fRanbe in bie Sammer»
bahn unb wirb beim ©orfdjieben ber Sammer in ben Sauf gefdjoben.
®a8 3nf<mteriegen>efjr M/71/84.
101
©er Sd)nabel bed Söffeld verhinbert, bafj eine Patrone unter ihn
gelangen tann, wenn beim ^odhheben bed Söffeld bie Tratte ber Älinte
jur Seite gebrücft wirb.
©ie Patrone ift bie gleiche Wie für bad ©entehr M/71 (3- 231), 248
nur ift bie Spifce bed ®efd)offed etwad abgeplattet, ba fonjt beim Ein»
fdjieben ber Patrone in bad SRagajin eine ®efd)oßfpifce bad Bünb«
hütdjen ber vor ihr liegenben Patrone entjünben lönnte.
©ad ©entehr geigt ald wefentlichen fjortfd)ritt nur bie SO?eI)r< 244
labevorridjtung unb bie von vielen Seiten für einen Wlehrlaber
geforberte Eigenf chaft, bafj ed ald 9Jle!)rlaber unb Einjeltaber ver«
ntenbet werben tann.
SD?it bem SRagajin tann man in entfdjeibenben Slugenblicfen bed
©efedjtd eine fehr bebeutenbe f£euergefd)winbigteit auf turje $eit
entwideln.
©ie SWängel bed Stöhrenmagajind finb aber aud) red)t bebeutenb. 245
Sinb bie Patronen bed SWagajind verfdjoffen, fo ift bad ©ewehr nidjtd
ald ein Einjellaber, ba bad füllen bed ÜRagajind — jebe Patrone
muß einzeln gelaben werben — fo lange bauert, bafj man ed in ent>
fdjeibenben Slugenblicfen nicht audführen tann. ©ie Zuführung ber
Patronen in ber engen $ütfe ift außerbem unbequem.
©urd) bie 8 Patronen im SWagajin erhält bad ©ewehr einen
©ewid)tdguwad)d von runb 400 g, ber fich unter bem Sauf Verteilt
unb fo nicht nur bad ©ewehr an fid) fdjwerer macht, fonbern aud)
feinen SdjWerpitnlt um 10 cm nach Oorn Verlegt. ®eibe Umftänbe
wirten ermübenb auf ben Sd)üfeen.
löeint ©ebraud) bed SRagajind änbert fich ber Sdjwerpuntt fort«
währenb, fo bafj ber Sd)üfce beim ?lnfd)lag tein fid)ered ©efül)l für bie
richtige Sage feined ©ewehrd hat.
Ed ift ein(eud)tenb, bafj alle biefe Umftänbe recht nachteilig auf
bie ©reffleiftung einwirten müffen.
2hid) bie Einrichtung bed Schloff ed ift nid)t genügenb einfad) 248
unb haltbar, ©ie außerhalb ber $ülfe liegenbe Stellfeber Verfd)mufet
leicht; Von ihrer ©angbarteit hängt aber bie WWglidjfeit ab, bad
2Ragajin ein« ober abjuftellen. ©ad $eraudnel)men unb Einfefcen bed
Sdjloffed tann nur bei ber Stellung jum Einjeltaber audgefül)rt
werben, ©ie SSerbinbung bed äudwerferd mit S5erfd)tußtopf unb
Schlößchen ift nicht genügenb haltbar.
©ie Wtängel bed ©ewehrd traten im ©ruppengebraud) immer 247
mehr jutage, unb fo richtete fich bie Slufmertfamteit auf ein Spftem,
bad juerft ber Slmeritaner See mit einem anhängbaren ftaftenmagajin
102 Äurje gefc$ic$tlic$e CEntmidbmg ber öeroetjre fett bem Jetbjuge 1870/71.
begonnen batte, unb baS von bem Öfterreidjer D. äRannlidjer in ber
Söeife DerDolltommnet »ar, baß er ein fefte$ Wlagajin im SWittelfcbaft
anwenbete.
£48 Kllfeitig mar man barüber Har, baß bie fjeuergefcbwinbigteit eines
SDlebrlabegewebrS nur bann Doll auSgenufct »erben würbe, wenn ber
Schüße eine größere Vatronenjaljl mitfüljren tönnte. ©iefeS IBeftreben
mußte aber mit sJ7otwenbigteit ju einer Verfeinerung beS Saufburdj«
mefferS führen.
249 ®erabe jur rechten ^eit würbe baS rau$f$wadje Vuloer erfunben,
welches ber (Einrichtung ber $anbfeuerwaffen neue ®aßnen anwieS.
(Erft baS raudjfcbwadje $ufoer geftattete bie für einen Keinen Sauf«
burdjmeffer unbebingt notwenbige Steigerung ber SlnfangSgeftbminbigteit
unb Slnwenbung einer größeren QuerfcIjnittSbelaftung burdj Verlängerung
ber ©efdjoffe.
250 $n ^frantreidj War man mit ber $erabfefcung beS SaufburdjmefferS
Dorangegangen unb batte 1886 baS Sebelgewebr (8 mm) mit Röhren«
magajin unter bem Sauf eingefübrt.
251 £)eutfdjlanb folgte im ^afyre 1888 unb nahm baS fJRamtlidjerftbe
Softem, fefteS -UiittelfchaftSmagajin, 6 Patronen im Nahmen, an.
£)aS Gewehr erhielt bie &ejeidjnung „®ewebr 88". Seine (Ein«
ridjtungen finb fpäter (3-311 bis 329) eingebenb bebanbelt.
252 ®ie fjfortfdjritte beS ©eweljrS 88 gegenüber bem M/71/84 finb
ganj gewaltig.
©ie $erabfefeung beS SaufburdjmefferS Don 11 auf 7,9 mm im
Verein mit bem befferen raudjfdjwacben $uloer fteigert bie KnfangS«
geftbwinbigfeit Don 430 auf 620 m. ©iefe unb bie günftigere Quer«
fdjnittsbelaftung ergibt eine Diel geftrecftere Flugbahn, beffere Ireff«
fäljigteit, ©urdjfcblagStraft unb größere Schußweite. ©aS geringere
(Sewidjt ber Patronen geftattet baS SRitfübren einer größeren Patronen«
jabt; baS ®ewebr wirb leichter, ber IRücfftoß geringer.
£>aS WRittelfcbaftmagagin gibt bie ORöglidjteit, 5 Patronen mit
einem ©riff ju laben, fteigert baburdj bie $euergef(b»inbigfeit unb
fyeuerbereitfdjaft. £)ie ScbwerpunltSlage bleibt biefelbe, gleichgültig,
ob 1 ober 5 Patronen gelaben finb.
253 daneben tommen im (Sewebr 88 bie Vorzüge beS raudjfdjwacben
$utoerS in Dollem 2Raße jur (Geltung (3- 29 bis 36).
9IIS befonberer ^ortfdjritt in ber (Einrichtung beS ©djloffeS ift
ju erwähnen, baß eS nicht wie bisher an ber rechten Seite ber $ü(fe
feine Stübflädje bat, fonbem an jroei gegenüberliegenben fünften ber
Hammer Derriegelt wirb.
DaS Snfanteriegeroeljt M/88 unb M/98.
103
$laä) gehnjährigem ©ebraudj, ber natürlich eine allmähliche 8b» 254
nufcung ber Säufe unb bie 9lotwenbigteit ihres (ErfafceS ^erbeifü^rte,
entfchlofj man fid), ben ingwifdjen am ©ewehr 88 ^erborgetretenen
Mängeln ber Einrichtung (3- 352 ff.) burch Sinführung eines in
ben ©chufjleiftungen oöllig gleichwertigen, in ben (Einrichtungen fehr
üerbolltommneten ©ewehrS abguhelfen: „©ewehr 98".
(Eine gewaltige unb ungeahnte Steigerung ber Sdjufjleiftungen beS
©ewehrS 98 ergab in jüngfter ßeit bie (Einführung eines neuen <Sdjiefii
bebarfs, ber S-'fJatrone. Durch flünftigere fjorm unb (Erleichterung
beS ©efchoffeS, SBerminberung ber Reibung im Sauf unb fräftiger
wirlenbeS Pulver ift bie 2lnfangSgefchwinbig!eit gang bebeutenb ge«
fteigert worben.
©eiche 83or» unb Nachteile eine weitere $erabfefeung beS Sauf« 255
burchmefferS mit fi<h bringen Würbe, ift in 3- 298 ff. näh« begrünbet.
Überftthi über bie (Entwicklung ber bentfihen (Seweljre. 25«
i 3ünb« nabel- Stptur= teä 3ünb= nabel; geweht Snfan« terie« geweht M/71 i Snfan« terie« geweht M/71/84 ©ewehr 88 ©ewehr 98
fcurchmefier bed Saufed mm 15,43 15,43 11,0 11,0 7,9 7,9
©ewicht bed ©ewehrd (ohne Sajonett ober Seitengewehr) I kg 5,083 4,883 4,5 4,6») 3,8 4,1
Sänge bed ©ewehrd (ohne Bajonett ober Seitengewehr) m 1 1 1,432 i 135 1 । 133 i । .14 1,245 135
Serföluft unb Schloß Kolben, ®or- toftrtf«, nicht ©elbft« fpanner Äolben, ®or- wärti», nicht fpanner Kolben, Rfict- wärt«- ®elbft> fpanner Kolben, 9?üc!wärt8- Selbft« fpanner Kolben, fRütftoärtt« ©elbfi- fpanner Kolben, Äüdwärtfl- ©elbft- fpanner
Siberung | 9ldaa> flächen Staut«1 Wut. I ring 1 9letaa« hülfe SRetaU« hülfe 3»etaW hülfe SRetaW hülfe
SRagagin (3ahl ber Patronen) i • 3töhre unter bem Schaft (8) 3efl im SRittelfchaft (5) fteft im ®tittelfchaft (5)
104 gefdjidjttidje (Entroirflung ber ©eroefjre feit bem gelbjuge 1870/71.
ßünbs nabel* : geroefjr M/41 «’Änfan« 3ünb* i X.k.f. 0e»«9t Jnfan* terie« geroe^r M/71/84 ®en>e$r 88 ©eroefjr 98
geroeijr M/71 1
8«W 4 4 4 4 4 4
3üge Breite 1 6 6 ! 4,32 4,32 4,4 : 44
liefe ) 0,78 0,78 0,15 ' 0,15 0,12 0,12
Söinfel S)raH* Sänge i.$ur$meffern 3° 47' 3° 47' ; 3° 36' 3° 36’ 5° 54’ 5° 54’
47 47 50 50 30,4 30,4 1
Shfier Älap* pens M" , men u. । Älaps ; Pen« ! 1 men u. Älap* । Stammen unb Älappen- Stammen unb klappen* W' bogem
©ewic^t g Patrone Sänge mm 40 29,5 43 43 ! 27,88 23,85
53 59 77,2 77,2 82,5 80,3
Öeroic^t g 31 21,5 25 i 25 14,7 । 10,0
f®o6 8än8e in mm 28,5 24,7 ! 28,6 28,6 31,3 1 28,0 1
s in JDurcfjmeffern 1,98 j 2,05 2,6 ' 2,6 3,86 3,54
©eroidjt ber ^ufoerlabung g 4,85 4,85 5,0 5,0 2,63 1 3,2
Sabungänerfjältnid */<M •/m ' ’/5 */5 | Vm» 1 */s,i
üuerfönittöbelaftung g/qmm 0,213 0,186 0,26 0,26 0,30 । 0,204
@ef$ogfitf)rung Spie« Sei Spie« Bel Stau« <t)ung | Stau« ; ctiung Stauchung (Stauchung
Slnfangegefc^roinbigfeit (25m cor berSRünbung) m 285 341 430 । 430 i 620 860
Öröfete ©cfjuBmeite (fjödjfteö Shfier) m I 562 1 1 1200 1600 ; 1600 1 2050 1 ! 2000
300m 93 93 | 300 300 3002) 300
©eftricfjener SRaum (m) für 1,8m giefe 5 39 j 35 52 52 I 110 600
höbe auf ben Gnb femungen - i . i 18 1 25 25 : 40 ! 80
1200 s 1 • 1 12 15 15 I 20 l 40
Selbftlabewaffen.
105
sank. na^ 1 Qünb* Ä^nabeb M'41 geweht 1 3nfan* terie- | geweht; M/71 ! Snfan« terie; 1 geweht M/71/84 1 i 1 1 1 (Gewebt 1 (Gewebt
88 1 98 1 1
3ahl ber Sabegriffe 6 1 4 i 3 3») | 3<) ; 3*j
hielte Schüffe inberSJHnute 5 i 8 ; 121 j 20-25 । 20-25
ftücfftoft mkg 0,93 1 0,73 i 1,58 • 1,54 ; 1,38 | 1,3
J) IRagajin gefüllt 5,0 kg. *) £)ie beftrichenen ftäume bed (Mewehtd 88 unb 98
gelten für 1,70 m ßielhöh«. ’) ©ei SWagaginfeuet nur 2. 4) SBenn ein Stammen
ober Sabeftreifen gelaben ift, nur 2.
Selbftlabewaffen.
Dad Seftreben nadj Sßerüollfontmnung ber $<mbfeuerwaffen madjt 257
fidj neuerbingd nadj einer befonberen Stiftung ljin geltenb. 9ladj
bem Vorgänge bed SERa;im*W?af$inengewe$rd (7. Slbfdjn.) berfudjt man,
ben SRücfftofj gum felbfttätigen Öffnen bed SBerfdjtuffed, $eraudwerfen
ber §üife unb ©fließen bed Serfdjluffed, woburdj gleichzeitig eine
neue Patrone in ben Sauf eingefiifyrt wirb, gu »erwarten, fo bafj ber
©djüfce nur nodj abgufeuern ljat.
Cd ift ofyie weitered Har, ba| foldje ÜBaffen eine er^eblidje 258
Steigerung ber ^euergefdjwinbigteit ^erbeifü^ren miiffen. Sdjon mit
ben jefcigen S07efyrtabern ift eine ©efdjwinbigfeit bon 20 bid 25 ge»
jieiten ©djuffen in ber Minute erreicht worben.
Die ffreuergefdjwinbigteit finbet aber i^re ®renge barin, bafj ber
©djüfee bor Abgabe bed ©t^uffed ruljig jielen unb gut abfommen mufj,
im anbern fjalle fiiljrt fie nur jur ^atronenbergeubung.
Der SBert ber „Selbftlaber" beruht alfo weniger auf ber ge» 259
fteigerten f^euergefdjwinbigteit, ald auf ber Cntlaftung bed ©djiifcen
burdj Fortfall berfdjiebener Vabegriffe. SBenn ber ©djiifce nadj bem
füllen bed SRagagind nidjtd Wetter gu tun ljat ald abgubriiden, fo
lann er feine gange Slufmertfamleit auf ben fjeinb unb auf ein forg»
famed ßtelen unb ru^iged Slblommen ridjten. Sludj bie törperlidje ?(n»
ftrengung bed Sdjüfcen wirb baburdj berminbert, baß ber SiücfftoK
wenig ober gar nidjt empfunberi wirb.
Cb biefe unleugbaren Nörglige Ijinreidjenb erfdjeinen, um jebem 260
©djiifeen eine JBaffe in bie §anb gu geben, beren Sinridjtungen gweifel»
lod berwidelter fein muffen, unb beren ’ßreid fic^ felbßrebenb Ijöfyer ftellt
ald bisher, wirb bie ßutunft entfdjeiben.
106 Äutje gefötytli^e entroicflung ber Ocroeljre feit bem gelbjuge 1870/71.
261 (SS ift fdjon eine gange Hteihe bon ©elbftlabewaffen gebaut worben,
beren Einrichtungen fich hauptfächlich burd) bie ärt unb ©eife unter«
fdjeiben, wie ber SRüdftog ber SBaffe in Arbeitsteilung umgefefct wirb.*)
262 ®ei bem einen Spflem finb Sauf unb Perfdjtug beim ®djufj ge»
tuppelt, fte gleiten gufammen jurüd unb werben nad) einem gewiffen
©ege getrennt, wobei ber Sauf burd) eine beim ßurüdgleiten gekannte
gebet allein wieber borgefd)oben Wirb. Der allein Weiter juriidgleitenbe
Perfchlug wirft bie Patronenhülfe aus unb fpannt bie ©djlagbotjen«
feber, worauf er ebenfalls burch gebertraft wieber vorgef^oben wirb,
babei eine Patrone in ben Sauf fd)iebt unb verriegelt wirb.
Die Patronenhülfe behält ihre Sage im Patronenlager, bis ber
©aSbrud aufhört, ba Sauf unb Perfchlug fi«h erft trennen, wenn baS
©efdjog bie Ptünbung vertaffen hat* Sie braucht beShalb nicht ftärler
gu fein als beim gewöhnlichen Ptehrlaber.
263 Seim {Weiten Stiftern ift ber Sauf unbeweglich; ber Perfchlug
gleitet allein {urüd unb trennt fich öom Sauf im Augenblid beS
©chuffeS, inbem er in geraber fRidjtung {urfidgeht, ober er geht erft
jurücf, nachbent er eine traubenartige Drehung gemacht hat. Sefctere
entriegelt ben Perfchlug unb bauert länger als bie Beit, welche baS
©efchog bis {um Perlaffen ber Ptünbung braucht.
3m erften galle muh bie Hülfe, ba fie {um Deil freigelegt wirb,
bevor ber ©aSbrud im Sauf aufhört, befonberS wiberftanbsfähig fein.
261 Peim brüten Spftem ift ber Sauf vorwärts beweglich- ©ine
gebet brüdt ihn im fRuheftanb nach hinten gegen eine fefte Stogplatte,
bie ben Perfdjtug bilbet. Peim Schuf; wirb ber Sauf infolge ber
burch bie Reibung beS ®efdjoffeS verurfachten Arbeit nach norn mit«
genommen unb fpannt bie Q^eber, währenb bie leere Hülfe ausgeworfen
wirb. T>n ©egenbrud ber gebet fdjiebt ben Sauf wieber gurüd, wobei
er fich über eine ingwifchen aus bem Plagagin hervorgetretene Patrone
tiebt.
265 PiS jefet finb bie verfchtebenen ©elbftlabefhfteme hauptfädjlidj für
Piftolen jur Anwenbung gefommen, bie bie veralteten ^Revolver gu
erfefcen beftimmt finb.
266 Singer ben ©elbftlabern gibt eS noch fogenannte „Halbautomaten",
bei benen ber Schüße außer bem Abfeuern noch einen nieift
©fliegen beS Perfd)luffeS, ju machen hat.
*) 3- 262 bis 266 nacf) 3BiOe „Selbftfpanner" unb „SeCbftiabefragen".
Serien 1896, 1902. 91. Sifenfgmibt.
2)ie $arabenum>$ifiole.
107
(Sine ganj Ijemrragenbe «Selbftlabepiftole ift bie 'ParabeHum« 267
•piftole ber beutf^en ©affen« unb üfiunitionSfabrifen, bie für bie
Offiziere ber Wtafchinengewehrabteilungen eingeführt ift.
®ei ber beutfdjen flotte ift an ©teile beö IRebolberö eine
„Selbftlabepiftole 1904" jur (Einführung gelangt, bie ebenfalls bon
ben genannten Gabrilen IjiergefteUt wirb, ©ie entfpridjt in ihrem 9uf«
bau ber unten betriebenen $arabetlunt’>$iftole; bie Unterfdjiebe gegen
biefe finb in $. 282 angegeben.
Die $arabeünm>^iftole.
Die 'ßarabeltum»$iftole, nach bem bewährten ©runbfafc ber 268
2Raf$inenwaffen aufgebaut, gehört )u ben ©elbftlabewaffen, bei benen
Sauf unb SSerfdjluß beim ©chuß jufammen jurüdgleiten. ©ie werben
nad) einem gewiffen ©ege getrennt, ba ber Sauf eine Einlage finbet.
Der allein weiter jurüdgleitenbe Ißerf^luß wirft bie ‘patronenljülfe aus
unb fpannt bie ©t^lagboljenfeber. Dann wirb er burch fjebertraft
wieber borgefdjoben, fdjiebt babei eine 'Patrone in ben Sauf unb wirb
gefchloffen. hierbei nimmt er ben Sauf mit in bie fRuIfetage.
Seim ßurüdgteiten wirb ber Serfchluß erft geöffnet, nad)bem
baS ®ef$ofj ben Sauf berlaffen hat.
(ES ift Har, baß bieS eine 2lnforberung ift, ohne beren (Erfüllung
eine ©elbftlabepiftole leinen 2Infprud) auf bie Sejeichnung einer neu»
geitlid)en jtriegSWaffe erheben tönnte. Stur unter biefer Sebingung
ift eS möglich, ^e* jebem ©chuß bie Sufoergafe gleichmäßig auf
baS Sefchoß einwirten, woburd) allein eine gleichmäßige Anfangs«
gefdfwinbigleit unb bainit gute Dreffähigleit gewährleistet wirb.
Die $arabelhim>$ifto(e*) befteßt auS jwei $auptteilen: 269
bem beweglichen Deil unb
bem feften Seil (®riffftücf),
bie burch bie ^ugSbedplatte miteinanber berbunben werben.
A. Der bewegliche Seil. 270
(Er befteßt auS Sauf mit ©abelgehäufe, Sßerfchluß unb SlbfeuerungS«
Vorrichtung.
Der Sauf (122 mm lang) hat 7,65 mm Dur^meffer unb hier
0,125 mm tiefe, 3,1 mm breite Büge. fRedjtSbratl bon 250 mm Sänge.
*) 8e(<h«it>ung unb Silber nach ber 3lugj$rift „2)ie Selbftlabepiflole
$arabellum", ®eutf<he Sßaffen* unb SRunitionSfabrifen, Serien NW., ÜJorotljeen:
ftrafce 43/44.
108 Aurje gefdbidjtlidje ©ntroirflung ber ©eroefjre feit bem gelbjuge 1870/71.
Sad SB ifter befinbet fid) auf bem Ijinterflen Seite bed 93er»
bluffe«.
Sad Ejafenförmige Born ift mit feinem fjufj in einen, mit bem
Sauf and einem <Stüd beftebenben Bornträger ftbnmlbenfdjroanjförmig
eingeftboben; feine richtige «Stellung wirb burd) einen Cin^ieb ge»
tennjei^net.
Silb 68.
$arabellum>$iftoie.
9lnft$t t>on linfd.
unb
t>or>
2'1 9luf ben Gietvinbeteil
bed Saufed ifl bad @abel«
gebäufe mit feinem SD?ut«
tergeminbe aufgefebraubt.
Sad ©abelgebäufe be-
liebt and bem »orberen matjenförmigen Seil
ben beiben feßienenartigen ©abelarmen. 9lm
beren Seif tragt ed unten ben ®renjftolten r, ber
bie 9iü(fwärtdbett>egung bed Saufed im fefiftebenben
Seil begrenzt.
'Sie ©abetarmc finb außen an beiben Seiten
mit Seiften jur Jubrung bed beweglichen Seild
im feften Seil berfeben, innen mit Stuten jur Rührung bed Ser-
f<$tuffed. 3n e'neni Surcbbrutb bed regten 2trmed, unterhalb ber
9tut, befinbet fid) ber Slndmerfer mit fieber (16 in Silb 61 unb 63),
Silb 59.
in einem Surcbbrucb bed linten ilrmed (Silb 59) ift bie ilbjugd«
ftange mit Sdpiappftift, fieber unb Stiet gelagert (Silb 61). Sie
Sbjugdflange ift an ber Slußenfeite bed ©abelgebäufed unter einer
Sie $arabeHunp$iftole.
109
Heinen Seifte, um bad 9?iet bretybav, berartig angebracht, bag bie
(Stangenraft (n") in ben Durchbruch ber 9lut l^ineinragt, Welche
(Stellung burch eine 3feber (18") betnirlt wirb.
Den hinteren STeil bed ©abelgehäufed bilben jwei ®aden, beren
twrbere abgcfefcte ©den (c") bie SBiberlager für bie (Schultern (c') bed
SJerf^lughintergelenfed (4) bilben, währenb bie Durchbohrung ben
Stift (7) für bie SJerbinbung bed ©abelgehäufed mit bem $intergelent
aufnimmt (®ilb 62 unb 63j.
ȟb 60.
»erfc^Iufe.
2 »erfölufftaupiftüct
3 »orbergelen!.
4 Jpintergelent.
41 ©c^lieBfebeduppIungdtette.
4n, 5, 6 »erbinbungdftifte.
15 9(udjieber.
Silb 61.
£Bagerec$ter (Schnitt.
1 ©eroinbeteil bed fiaufed.
in ©abelge^äufe.
41 ©c$lieftfeberfupplungdfette.
11 »erfölufcfäliefcfeber.
12 ©^lagbolaen.
14 »erföluftbobenftüct
17 Griffftürf.
171 ©perrroiberbaten.
18 SlbjugSftange.
181 ©c^nappftift.
1811 gebet jum ©c^nappftift
19 Slbjugdftangenfeber.
21 Slbgugdbecfpfatte.
22 2(bgugd$ebel.
26 »erf^IugfanggelenL
Cx ©eitenföüb.
n1 ©(^lagboljennafe.
n11 Slbjugdftangenraft.
Ser Sßerfdjtufj befteht auS bem 23erfd)[uf$auptftürf (2), bem 272
SBorbergetenf (3), bem ^»intergefenf (4) mit ber ©cfjiefjfebertupplungg’
tette (4').
Qtefe Seite finb burcE) (Stifte miteinanber nerbunben.
£a£ toatjenförmige ^auptftüd fyat äufjertidj an jeber «Seite eine
Seifte, bermittetS beren eS in ben güfyrungSnuten beS ®abe(getyäufe£
geführt wirb. Sie rechte Seifte ift mit einer runben, bie (inte mit
110 ßuqe flefdjidjtlidje Gntwicflung ber ®eroe^re feit bem gelbjuge 1870/71.
»ilb 62.
fiintäfeitige 2(nji$t bei abgenommener (3rifffchale,
©icherungöfperrhebel aufeer Gingriff.
Mittlerer Icil bcs
»erjcbluBftücfes.
»orbergetent
.rnntcrgdenl.
Skt&mbungsftift.
Sibjugsfiange.
SIb.mg.
'Mbiuflöbcrfplattc.
8<bfofebattcr.
Üabrrntjincnbaltcr. _ ____________________________
28 fteber gtimftcibmcnhalter. 8° Flügel ber 8t<berung,
29 ’ ........... ~ *
31
35
2
3
4
5
18
20
21
24
öictjcrungehebeL
8 icbetitngäfperrbebel.
i'abaaljmcn.
C1 8 (butter bes SHittergclcnfö.
G11 ?BtbcrIagcr beö WflbdgeQäitjeö.
G* oklcnffnopf.
C1 Äurmi bco ceitcnjcbitbcä,
S 2Uatt ber Sicherung.
S1 dlnfciV be* Slcbcrungobcbcle.
SU Unterer :Hrni be<5 8penhebeh.
V iötfter.
»ilb 63.
9ie$t£feitige 9(nfi$t, Grifffc^ale abgenommen, »atronenoorrat
verbraucht, Sanggelenf in Gingriff (»erfc$lu6 offen).
2)ie SßarabeUunvißiftole.
111
einer vieredigen 9iut verfehen. S3orn trägt bad $auptftüd bie 2lu§«
fenfung für ben ©oben ber Patrone, in ber SDlitte mit einer 'Durch-
bohrung für bie Schlagbolzenfpihe. Oben liegt in einem (Sinftridj ber
Sludjieher, mit feiner Sralle (15) in bie ermähnte SluSfenfung hinein«
ragenb. Unter ber rechten gführungSleifte befinbet fid) bie juerft rantpen«
förmig, bann in gleicher Diefe geführte 9lut für ben änfafc bed 2Iuö»
Werfers. Unten bilbet eine SluSfparung bie 5angraft (c) für ben 3ahn
bed SBerfchlufjfanggelenfS (26 in ®itb 64 unb 67).
Selb 64.
£äng3f($nitt (fc$ufjbereü).
Cmmmm
2G
27
35
StenrfJufcffliWdcnL
Sabera&men haltet,
^abcnihmai.
35a cd)rahmen.
351) ^Ätbnnßerfeber.
35d Trurftrippj.
35f 3obentciL
35g SCerbinbimgSfttft.
11
12
14
15
17
1 2auf.
inwabclflefiäufc.
2 ^krfcfcluftfjaiiptftücL
3 JÖoiDcrgefcnL
4 .vintcnjdetif.
4T .Üupphmi\ö!cttc.
4U, 5, 6 9Serbinbungs>ftifk.
Ik’rf d) [ u M dj I itfcf eb c r.
Sdjiaflbotjcn.
tkrfdHuRbobenjtLut
Stu^idjec
©riflftüd.
171’ fltemcnöfc.
20 9(bjug.
2D1 9lbjugfcber.
24 Sdjfofjbalta.
25 6$[oBt)alterfebCL
Qn ber Durchbohrung bed .fpauptflücfcS fifet oer Schlagbolzen (12),
ber mit feiner 9lafe (n'), bie vorn jmeimal fcharf abgefefct, hinten
rampenförmig verläuft, burch einen Durchbruch in bie 9iut ber linfen
tJührungSleifte bed ^»auptftflds bineinragt.
Die auf bem $auptfitfld fifeenbe hafbfreisförmige Sßerftärfung be«
wirft burch einen Stift (5) bie SBerbinbung mit bem vorn gabelförmigen
SBorbergelenf (3), beffen linte ®abe(, hafenförmig verlängert (Spann«
nafe n in Silb 66), vor bem unteren dlaftanfafe (n') ber Schlagbolzen«
nafe liegt. $n bem h»h^en Schlagbolzen fi^t bie Schlagbolzenfeber,
beren erfte Spannung baburch bewirft wirb, bafj ba« SJerfchlufjboben«
ftücf (14), welches mit einem Dorn in bie fieber hineinragt, vermittels
eines IBajonettverfchluffeS in bem $auptftüd feftgehalten wirb.
112 Aurje gef$i$tli$e Gntmicflung ber ©eroe^re feit bem fjelbjuge 1870/71.
Tad mit bem S3orbergelenf burd) einen (Stift (6) verbunbene
^jintergelenf (4) hat vorn gtvei ©elentfnöpfe, bie gur befferen $anb«
babung geriffelt finb unb hinten oben 8roe* ®d)ultern (c' ®t(b 62
unb 67), bie fich an bie SBiberlager (c") bed ®abelget)äufed anlegen.
Qm regten ®elenffnopf ift ber febembe Sperrhafen (8) gelagert, ber
bei gefcbloffenem 93erfd)luf3 mit feiner dralle unter ben SBiberhafen bed
©riffftüded (17') faßt.
Ter mittlere flache Teil bed $intergelenfd trägt unten in einem
(Sinftrid) bie burd) ben Stift 4" fdjroingenb befestigte ftupplungdfette 4'.
Tiefe bat unten einen Querriegel, ber in bie Stauen ber 23erfd)luf)«
fdjliefjfeber eingreift. Ter hintere runbe Teil trägt oben bad SSifter
(®ilb 62), bie Tur^bohrung für ben tßerbinbungdftift (7) unb einett
®inftrid) mit gmei SInfäfcen, bie fid) bei gang geöffnetem SBerfchlufj
gegen ben hinterften Teil bed ©riffftücfd ftüfcen (IBilb 64 unb 67).
B. Ter fefte Teil, ®riffftücf.
273
Tad ©riffftüd befteht aud einem faftenartigen ®el)äufe, tt?eld)ed
fid) nach unten in ben ®riff fortfefct.
Ter obere faften» S«ß> 65.
förmige Teil hat gtvei ©riffftüd (feftflefcenber Teil ber SBaffe).
Sängdleiften, bie innen
bie gur Rührung bed be»
»beglichen Teild beftimmten [
fRuten tragen. Tiefe
Seiften enbigen hinten in
Seitenfd)ilben, beren 93or«
berflä<ben furvenartig ge«
bilbet finb.
2ln ber linfen ©eite ift bie Seifte and»
gefpart gur Aufnahme ber Jlbjugdbcrfplatte i21
in ÄBitb 62). SEÖeiter rücfroärtd ragt burd) einen
Turdjbrud) ber Seifte bad Sflatt । S) ber fctbfb
tätigen Sicherung. Qm linfen Seitenfdfilb be-
toegt fich ber Sperrhebel ber Sidjerung (31 in
®ilb 62). 2lud ber rechten Seifte ragt bidjt
vor bem Seitenfdjilb ber Sperrwiberhaten bernor (17' in ®ilb 63).
Tad ®riffftficf wirb hinten burd) einen gtvif^en ben Sdjilben befinb«
liehen Steg gefd)loffen, ber an ben Seiten von ben fyührungdnuten
für bad ®abelgehäufe burdfbrothen ift unb beffen obere gtvei fRuten
bie Rührung für bad £)intergelenf bilben. ®egen ben mittleren brei«
2)ie $arabeUunv$tftoIe.
113
»ilb 66.
Obere 2(nficht bed unbeweglichen öriffftüdted, bei heraudgenommenen
beweglichen 33 er f I u fc t e i I ert.
11 Serfchlufjfchlicfjfeber. 26 Serfchlußfanggelenl. 35a Saberahmen.
171 Sperrroiberhaten. 261 3eber gum Berfchlufr 35c ^atronentragplatte.
24 Oc^Iofe^alter. fanggelent. 0 Rührung bed ®rengftoHend.
8 »latt ber Sicherung.
»ilb 67.
Xeilroeifer Schnitt, Sauf unb »erf.c^lug in hinterher Stellung,
Scftliefcfebcr gcfpannt.
11
15
16
17
l^Otabergebäufe.
2 SJerfchlufjljauptftücL
3 ^orbergefenf.
4 $intergefenf.
4r Äupplungdfcite.
4rT, 5, 6 $crbinbungdftifte.
$crfd)hiBfch(iefcfebcr.
Hudjieher.
?lu9werfcr.
Okiffftüct
1711 ftiemenöfe.
2lbjug.
Schfofcbaltcr.
^c^lofe^alterfeber.
Serfchlufefanggelent.
Stahmenhalter.
20
24
25
26
27
C Jcmgraft bed '3cr
Mitufntürfeä.
C1 Scbuhcr bed frlnkn
gclcnFo.
CJT ©tberlager bes
^nbelgcb^ujco.
Cx Cfclenttnopf.
n rpannaie bed Korber
gclenld,
nT Scblagboljennafc
(SRaftanfafc).
SJübrung bed @reng-
ftoUend.
35 Saberahmen.
r ©renjftoncn.
o
S e r l i n, SBaffenltfcre. 2. Kufl.
8
114 ÄutJ« geföi<$tli<$e GnhoicKung ber ©etoefjre fett bem Jetbjuge 1870/71.
edigen Slnfafc ftüht fid) bad $intergelent bei völlig geöffnetem SerfchlufU
Unterhalb bed ©teged ift eine fRiemenöfe (17") angebracht.
3® vorberen Seil be« ©riffftüdd ifl unten eine 9lut (o) aud«
gefpart, in ber fich ber ©renjftoUen (r) bed Saufed bewegt. 3ft ^er
bewegliche Seil auf bad ©riffftüd geflohen, fo wirb bie 9iut vorn
burch $erumlegen bed ©djtoghalterd (24) gefdjloffen; ber Sauf tann
fich atf0 nur in bem fflaum o vor« unb jurüdbewegen (Silb 64 unb 67).
3m mittleren Seil bed ©riffftüdd befinbet fich ber ©urcbbrud)
für bie im ©riff emportretenben Patronen, an beiben ©eiten mit
Stuten jur ^ii^rung bed Saberahmend Verfehen.
274 ©er ©riff bilbet innen jwei längliche $ohlräume. ©er vorbere
bient jur Aufnahme bed Saberahmend, ju beffen Rührung er mit jwei
Stuten Verfehen ift. 3n e*nen Durchbruch ber vorberen runben üiut
ragt ber Stahmenhalter (27) hinein, ber burch einen äugen angebrachten
©rucffnopf mit fieber (28) betätigt wirb (Silb 62). Än ber rechten
©eite bed ©urchbruched ift bad Serfchtufjfanggelent gelagert, ©ein
3ahn (26) befinbet fi<h infolge Jeberbrudd (26') unterhalb ber ©leit»
bahn bed Serfchluffed unb wirb erft gehoben, wenn nach Serfeuern
ber lebten Patrone ber ^ührungdfnopf (35e Silb 63) bed Sabe«
rahmend feine hödjfte Stellung erreicht 3n biefer gehobenen Stellung
tritt ber 3ahn in bie fyangraft bed vorgleitenben Serfdjluffed unb
„fängt" ihn.
©er hintere $ohlraum bed ©riffed bient jur Aufnahme ber
hoppelten ©djliefjfeber (11), beren gabelförmige#, mit jwei $aten ver»
feljiened ffinbe in ben hinteren ©urdjbruch bed ©riffftüdd hineinragt.
3uf ber linten ©eite bed hinteren $oh(raumed ift bie Sicherung (29)
angebracht, ein um einen ©tift brehbarer, burch eine fjfeber (30 in
Silb 63) nad) oben unb hinten gebrüdter £>ebel, beffen Statt (S) ge«
wohnlich burch bie linte Seifte bed ©riffftüdd in bie obere ©teitbahn
bed Serfdjluffed hineiuragt, währenb ber ©icherungdflügel (So) hinten
über ben ©riff vorfteht. 3n biefer Stellung tann bie Sicherung burch
ben ©perrhebel (Sn Silb 62) feftgeftellt werben.
©ie vorbere iRunbung bed ©riffed bilbet ben Slbjugdbüget, in ben
ber Slbjug (20), burch eine ©piralfeber in ber richtigen Sage gehalten,
eingefd)oben ift. ©er Slbjug ift oben gabelartig gebilbet; in biefe
©abel greift ber ©intelljebel ber Slbjugdbedplatte mit feinem unteren
turjen 2lrm.
275 ©er Saberahmen (35) befteht aud einer Slluminiumhülfe, beren
©eftalt bem vorberen ^whlraum bed ©riffed entfpricht. ©ie 8 Patronen
liegen, wie in Silb 64 erfidjtlich, übereinanber, burch eine Zubringer«
Site $atabeUum^tfloIe.
115
feiler (35 b) mit entfpredjenb gestalteter Patronentragplatte (35 c) nach
oben gebrücft. ©a« $erau$treten ber oberften Patrone verhinbem bie
oben umgebogenen SRänber beS Warnten#. S)er Poben ber oberften
Patrone ragt etwa halb Aber ben Stammen, fo bafj biefe non bem vor»
gleitenben Sßerfc^tuß vorgefdjoben werben tann. Ttoß Patronenlager
greift mit einem £>rucftnopf in einem Sdjlifc nach äugen, fo baß man
bei Ijerau3genommenem Dtahmen bie fieber jufammenbrüden unb bie
Patronen einführen tann.
Ser ftaberahmen wirb von unten in ben ®riff gefdjoben, bis ber
Stahmenhalter (27) in einen (Einfdjnitt beS Stammens einfdjnappt.
C. Sie SlbjugSbedplatte.
<£ie bient jur Perbinbung beS beweglichen Seils mit bem 276
©riffftücf.
»itb 68.
»ift 69.
Sbjugßbedplatte
(üoh innen).
21 Schmale Seifte.
22 9Ib3U0ö^beI.
23 Slbjugäftift.
9M$tige $altung ber $iflo(e beim Sc^iefecn.
®ie befteht auS einer Platte (21 in Pilb 62), bie mit einer
fdpnalen Seifte hinten unter eine Heine 9?ut ber rechten f^ührungSleifte
beö ©riffftücfS greift; über ben vorberen 2lrm faßt ber Stnopf beS
(SdjlofjhalterS (24 in Pilb 62). Qnnen ift ein SBinfelhebel (22) an»
gelentt, beffen unterer, wagerechter Sinn in bie @abel beS HbjugeS
eingreift, unb beffen oberer ferfreuter 2lrm auf bem vorberften Seil
ber Slbjugöftange (©djnappftift) ruht.
Tätigkeit i>rß ©etriebeß.
Saben. 9tachbem ein gefüllter Saberahmen eingefefct ift, wirb bie 277
Pijtole mit feft umfaßtem ®riff in ber rechten ^>anb gehalten (wobei
ber nach h*nten vorftehenbe ©icherungSflügel [29] eingebrüdt fein muß),
8»
116 Äurje gef<$i$tl«$e ffintairflung bet ®eroet)re feit bem fjelbjuge 1870,71.
ber ßeigefinger außerhalb be« Sbgug«bügel« langgeftrecft, ber Sauf gerabe
nach vorn gerietet unb ber SJerfdjlug nach lint« geneigt. Dann Werben
mit Daumen unb Zeigefinger ber linten $anb bie (Selenttnöpfe be«
Sftittelgelenl« feft angefagt unb fräftig gerablinig rüdwärt« (nicht fyocfj,
Wa« anfang« ber ©perrhalen an ber rechten ©eite verhinbert) gezogen,
unb gwar fo weit, bi« ba« «erfchlugftüd hinter ber oberften ‘Patrone
be« Saberahnten« fleht- Dann lägt man plöhltch lo« unb bewirft,
wenn ba« ®elent fid) hierbei nicht völlig ftredt, bie« burd) einen leisten
^anbbrucf. $ierburch ift bie oberfte Patrone au« bem Saberahnten in
ben Sauf eingeführt, ber ©chlagbolgen gefpannt unb bie SBaffe feuer«
bereit, («ilb 64.)
PJan tann ben Sauf auch mit einzelnen Patronen laben; wirb
bei gelabenem Sauf ein voller Stammen in bie SBaffe eingeführt, fo
tann ber ©chüfce ohne Unterbrechung 9 ©djüffe abfeuern.
278 ©djiegen. Die in «ilb 69 veranfdjaulichte Haltung ber Piftole
gewährleist infolge be« ber ©eelenadjfe gang nahe entgegenftehenben
SBiberlager« ber $anb bie mit ber SBaffe erreichbaren Vorzüglichen
Ireffergebniffe. Die Piftole ift berart feftguhalten, bag ber hinten
iiberftehenbe (Sriffanfafc fich wöglichft fühlbar auf bie $anb ftüfet unb
ber Gntficherungfiflügel (29) eingebrücft wirb, ßum jebe«maligen Sb«
feuern ift bann nur ber Sbgug gurüdgugiehen unb wieber vorgulaffen,
folange ber in bie SBaffe eingeführte Patronenvorrat reicht — bei
ruhigem ©dpegen aber immer Drudpuntt gu nehmen.
Der Vom Zeigefinger auf bie Sbgug«gunge (20) au«geübte Drud
Wirb burch ben an ber Sbgug«bedplatte (21) angelentten SBinfelhebel
(22) auf ben vorberen Seil ber Sbgug«ftange (18), ben ©djnappftift
(18') übertragen, hierbei wirb gunädjft burch ben Sbfafc am unteren
Srm be« Sbgug«hebel« (22) ber Drudpuntt fühlbar, unmittelbar barauf
aber infolge be« weiteren auf ben Sbgug auögeübten Drude« bie
©djlagbolgennafe (n') auger Gingriff mit ber ©tangenraft (n"j ge«
bracht. Der frei werbenbe ©djlagbolgen (12) fchnellt unter ber SBir«
tung feiner fieber nach vorn unb entgünbet bie Patrone.
Die fRüdwirfung be« ©djuffe« treibt ben beweglichen Seit in ben
Rührungen be« feftftehenben ©riffftüd« fräftig gurüd.
hierbei bleibt ba« (Selent gunädjft geftredt unb baburch ber Per»
fchlug feft gefdjloffen, währenb ba« (Sefdjog ben Sauf burcheilt.
Qm weiteren fRüdlauf gelangt ber ©perrhaten (8) im rechten
(Selenttnopf hinter ben SBiberhaten (17') be« (Sriffe« — ba« (Selent
wirb gnm $ochf<hnellen frei.
Sie 5ßara6eUunv5|8ifloIe.
117
©ie ©elenttnöpfe (c*) treffen mit ben entgegenftehenben Kurven
(Cx) ber SeiteHfdjilbe am ©riffftürf gufammen; bad Äniegelenf (6)
hebt fid) über bie ©bene ber ©nbgelente (5 unb 7).
SBährenb nun ber Sauf mit bem ©abelgeljäufe nur nod) bid gum
8nfd)lag feines ©renzftotlend (r) in ber Rührung (o) bed ©riff*
ftücfd zurüdgeht, wirb burd) bie beim SRücflauf ber SBaffe weiter
wirtenbe lebenbige Straft bad Kniegelent bid-gum vollftänbigen Spannen
ber Sd)liefjfeber (11) gehoben unb bad 2$erfc^lu^ftü<f (2) in feine
hinterfle Stellung gebracht. (Silb 67.) ßugleid) Wirb bie Vom Sind«
gieper (15) aud bem Sauf mitgenommene leere Vatronenhülfe burch
Änprallen an ben burch bie rechte ©ehäufewanb hineinragenben ÄuS«
Werfer (16) audgeworfen, ferner mittels ber Spannnafe (n) bed
Vorbergetentd (3) ber Schlagbolzen (12) am fRaftanfaf} (n’) jurüd»
gezogen unb bie Schlagbolzenfeber jufammengebrücft.
©ie burd) ben Stürfftoß gespannte, aber in Spannung nicht jurüd«
gehaltene Sdjließfeber (11) fd)netlt vermittels ber im $interge(enf
fdjtvingenben Äupplungdtette (4') bad Serfchlufjftücf nad) vorn; bie
Vorwärtsbewegung teilt fich bem Sauf unb bem ©abelgehäufe mit,
welche bis jum änftoßen beS ©renzftoUenS (r) mit bem Schloßhalter
(24) Vorgeben; bad Rniegelenf ftrecft ftd), ber Spendeten (8) fdjnappt
über ben Sßiberbafen (17') unb verljinbert bad ßurüdprallen bed Ver«
fd)tußftüctS. ©leichzeitig wirb bie burch bie SBirfung ber gubringer»
feber (35b) Vor bad Serfchlußflüct gehobene oberfte Patrone aud bem
Saberahmen in ben Sauf gefdjoben, bie Schlagboljennafe (n") Von ber
Stangenraft ber Slbjugdftange gefangen unb ber Schlagbolzen in
Spannung gehalten. (Silb 61.)
©er Verfchluß liegt tvieber feft; bie Sicherung ber Sdjußlage er«
folgt baburdj, baß bad üDHttelgelent (6) etwas unter ber VerbinbungS«
linie ber ©nbgelente (5 unb 7) liegt unb bad geftrecfte Selent ent«
gegen ber ©aSfpannung gleichzeitig mit ben Schultern (c') bed
$intergelen!S (4) an bie ©iberlager (c") bed ©abelgehäufeS anftößt
unb burch ben bie Verbinbung bed teueren mit bem ©eien! bewirfenben
Stift (7) geftü^t wirb. (Silb 62 unb 64.)
97ad) bem Schuß ift ber Slbzug immer gleich burd) Vorftrecfen
bed ^ingerö gänzlich loSzulaffen, bamit ber bei ber vorangegangenen
Vorbewegung bed ©abelgehäufed zunädjft hinter bem einwärtd gebrücften
oberen 2lrm bed äbzugdhebelS (22) angelehnte Schnappftift (18')
wieber unter biefem vorgehen unb bad nächfte Slbfeuern bewirten tann.
©ie ©affe ift auf biefe SBeife, alfo felbfttätig, wieber gelaben
gefd)(offen, gefpannt unb fd)ußbereit.
118 Äurje geföi$tfi<$e Gntoüflung bet ®ewe$re fett bem gelbjuge 1870,71.
Jlad) bem legten Schuß (geleertem Vaberagmen) wirft ber f£ügrungd*
tnopf (35 e) auf bad Serfcglußfanggelent (26), beffen 3a^n in b«
279
^angraft (c) bed Serfcglußftüded einbrüdenb.
Der Serfdjtuß bleibt offen, bad (Selent ge«
geben, bie Sifterltnie oerbedt iSilb 63
unb 67). Dureg bie SBirfung ber Segtieß»
feber bleibt bad (Selent aud) nad) $eraud>
nagme bed Saberagmend gegeben, ba fieg
ber offene Serfegluß gegen bad ganggelenf
ftügt. Diefed wirb bureg bie eigene fieber
(26*) in fein Vager niebergelegt, fobalb bad
borbrüdenbe (Selent jurüdgegogen wirb.
Siegern. Der Sicgerungdgebet (29)
ift im (Sriff berartig angelenft, baß er unter
bem ©nftuß feiner fieber (30) ftetd felbft«
tätig einerfeitd mit feinem Statt (S) nad)
oben über bie Slbjngdftange (18) greift unb
anberfeitd mit bem flöget (S°) naeg rüd«
wärtd gervortritt. Daburtg, baß bad Statt
entgegen ber Sewegung ber Slbjugdftange ju
ftegen tommt, wirb biefe fo feftgegalten, baß
Weber burd) bie Setätigung bed Stbjugd noeg
bureg .ßufätligteiten ber Scglagbolgen jur
Scgußabgabe frei werben tann.
W2it ber f^eftftellung ber Slbjugdftange
erfolgt jugteieg aueg eine Sperre ber Vauf>
bewegung unb bamit aller Seile, ba bad
Statt (S) in ber Sagn ber mit bem Sauf
bewegliegen Seite ftegt.
@rft beim feften Umfaffen bed (Sriffed
unb bem bamit erfotgenben Sinbrücfen bed
©iegerungdftügeld entgegen feiner fjeber»
roirtung tritt bad Statt außer (Singriff, fo
baß alle bewegtiegen Seile wieber in Sätig«
feit gefegt werben tonnen.
gur f^eftftellung biefer Sicherung berart,
baß fie nur bureg befonberen £>anbgriff, alfo
mit Stbfidjt außer (Eingriff gebraegt werben
tann, ift mit igr ber Sperrgebel (31) in Serbinbung gebraegt worben.
Diefer ift am linfen Seitenfegilbe bed (Sriffftüdd bregbar fo angeorbnet,
®ie ^arabeQum^ßiflole.
119
baß er mit bem Daumen ber bie piftole I)altenben $anb betätigt
»erben tann.
X>ie SBirtung biefed Sperrßebeld erfolgt in ber SBeife, baß ber
am unteren $ebetarm (8n) befinblidje, nad) innen greifenbe $alen je
nadj feiner Stellung fidj vor ober neben (®ilb 13) ben Snfafe (8*)
bed Sidferungdßebeld (29) legt unb baburd) beffen IBemegung ber«
ßinbert ober freigibt.
Saßlenangaben.
®e»id)t ber piftole............................................ 835 g
Sänge • •.............................................. 237 mm
• bed Saufed............................................. 122 •
Sdjießbebarf. 280
©eroidjt ber fertigen Patrone..................................10,5 g
• • raudjfdjtoadfen $ulberlabung........................ 0,33 «
• bed @)efd)offed ($artbleitern mit tapfernüfetylat«
tiertem Staßlmantel)...................................... 6,00 •
Sänge ber fertigen fßatrone....................................29,8 mm
feiftung. 281
Snfangdgefdpoinbigleit (V10)................................... 350 m
®rößte Tragweite etwa......................................... 1800 «
Die 2}ifiereinrid)tung ergibt ^lerff^uß auf......................75 »
Streuungen fieße ®i(b 21
Durd)fd)lagdfraft auf 50 m gegen ©annenßolj .... 160 mm
• • » « « Sudjenßolj .... 70 •
• = « • - Sifenbledj .... 8 «
$euergefd)toinbigleit mit bereitgeßaltenen Sabeftreifen in
ber ’DHnute ettoa............................................lOOSdjüffe
©ie in ber beutfcßen flotte eingfüßrte „Selbftlabepiftole 1904"
unterfdjeibet fid) oon ber ^arabellum-^iftole in einigen toefentlidjen
fünften.-
282
Durdjmeffer bed Saufed..........................
Sänge • - ......................
©ermeßt ber SBaffe..............................
Sänge « « .............................
®en>id)t ber Patrone
• • ‘Buloerlabung......................
« bed ®efdjoffed............................
Sänge ber Patrone...............................
9 mm; 6
150 «
915 g
267 mm
12,5 g
0,35 «
8 «
29,2 mm
120 3»e(f unb (Einteilung btt ^anbfeuerroaffen.
©ie Siftole wirb an Sorb an einem über bie linte Schulter
laufenben Srageriemen in einer Sebertafdje an ber redeten Seite ge=
tragen. $ur ‘•ßiftole gehört ein Slnfafctolben, fo bafj bei beffen ®e«
nufcung bie Stoffe toie ein Karabiner benufct werben tann, waS beim
Stampf auf größeren (Entfernungen, g. S. bei Sanbungen, bon großem
Sorteil ift.
11. 3wtdt unb (Einteilung ber ^anbfeuerroaften.
288 ©ie £>anbfeuerwaffen haben ben ßwecf, tebenbe SßSefen burch bie
©urchfdjlagStraft ihrer Sollgefdjoffe außer ©efedjt gu fefcen.
©ie $anbfeuerwaffen, bon einem Staune getragen unb bebient,
teilt man nach ber Sänge, bie ihr ©ebraudjSgwecf erforbert, in ©ewehre,
Karabiner unb fjauftfeuerwaffen (^tftolen, fjlebolber) ein.
284 ©ie ©entehre finb für bie Slaffenbewaffnung ber Infanterie
beftimmt; ba fie unter Umftänben aud) als blante Stoffe bienen fallen,
haben fte eine (Einrichtung gum Sufpflangen beb Seitengewehrs.
288 Karabiner führen bie berittenen Siannfthaften, bie auch gwn
fjeuergefecht gu $uß befähigt fein müffen, unb folche fVußmannfdjaften,
bei benen ein langes ©ewehr für ihren befonberen ©efedjtSgwecf
hinbertich fein würbe.
286 ©er Oievolüer (^ßiftole) ift bie $anbfeuerwaffe für üfftgiere,
JDfftgierbienfttuer, Unterofftgiere unb Slannfthaften howptfädjlidj 3ur
Stahverteibigung.
111. änforberungen an bie ^anbfeuerroaften.
a. Sfa baS ©ewehr.
287 1. SOiöglidjft gute Seiftung als Schußwaffe: ©roße ©efchoß«
gefthwinbigteit, geftrecfte Flugbahn, Keine Streuung, große Schußweite
unb genügenbe ©urdjfdjlagStraft.
2. (Einfache unb bequeme ^anbhabung auch bei fchnellem freuet,
Wtöglichteit, baS ©ewehr in jeher Stellung (ftehenb, tnieenb, liegenb)
bebienen gu lönnen.
3. ©roße fjreuergefdjwinbigfeit, bei ber aber trofcbetn tein Ser«
fagen beS ©etriebeS, feine (Erhifeung, bie baS Saben unmöglich wacht,
unb teine gu ftarte Seanfprudjung beS Sdjüfeen infolge SiücfftoßeS
eintreten barf.
4. ©infache, auS wenigen Seilen beftehenbe (Einrichtung beS
SdjloffeS, baS jeher Solbat auSeinanbernehmen unb gufammenfefcen
tann; leichter (Erfaft unbrauchbar geworbener Seile.
Slnfotbetungen an bie ganbfetterroaffen.
121
5. SJiberpanbSfäbigfeit gegen ftarten (gebrauch beim Schießen,
Ejerjieren unb beim (gebrauch als blante ©Jaffe, babei
6. nid?t ju großes ©etvic^t, fowie günftige unb ftetige Sage beS
SdpverpuntteS, um beim Schießen unb auf bem Wtarfdje ben SDlann
nicht gu überbürben.
7. ©enügenbe Sänge unb Schwere, um baS (gewehr aud) ald
blante Stoffe mit hinreidjenber Stocht gebrauchen gu lönnen.
b. 8u ben Äarabiner.
fjür i^n gelten bie gleichen Snforberungen in begug auf bie 288
Seipung als Schußwaffe, bagegen fallen bie an baS (Sewehr als blante
Stoffe gepellten Slnforberungen fort.
c. Sn bie (Janftfeuerwaffe.
3bre Sdjußleiftung foll auf Keinen Entfernungen genügen; Abgabe 289
mehrerer Schüffe bintereinanber, möglidjp ohne befonberen ®riff gum
Spannen, ift für ihren (gebrauch im $anbgemenge wünfdjenSWert.
Sie muß pch bequem unterbringen unb leidet hanbljaben (affen.
IV. Allgemeine (Einrillungen ber ^nnbfenerwaflFen.
a. ©etoeljre.
©ie ftriegSgewehre bepehen auS folgenben $auptteilen: Sauf, 290
Sipereinrichtung, Serfdjtoß mit SOlehrlabevorri^tung, Sdjaft, Sefdjlag
unb ßubehor.
1. ©er SJauf.
©er Sauf ift eine fRöhre auS (Stahl, bie impanbe fein muß, bie 291
bauernb großen Snprengungen beim Schuß fowie beim Gebrauch als
blante Stoffe auSguhatten.
Er befteht baher aus bepem 9?icfetftahl, ber gleichzeitig ben Sorteil
geringen Eigengewichts hat.
©a ber ©rucf ber ©ulvergafe auf bie Seelenwänbe um fo geringer
wirb, je weiter baS (gefdjoß fich im Saufe vorwärts bewegt, fo ift bie
ÜRetaflpärte ber SJänbe am größten am Ort ber Entjünbung beS
SulöerS unb nimmt nach ber PRünbung ju allmählich ober in 2lbfäfeen
ab. $ierburdj liegt ber Schwerpunft beS SaufeS mehr nach hinten gu,
waS für bie £>anbhabung beS EewehrS von Sebeutung ift.
©ie Sänge beS SaufeS ip fo bemeffen, baß alles Pulver verbrannt 292
ip, wenn baS Eefdjoß bie WHinbung verläßt (3- 71, 74). ©a alle
neugeitigen (Gewehre ein großes SabungSverhältniS haben (3- 77), fo
122 Allgemeine ©tnricfjtungen bet §anbfeuern>affen.
ift tote Sänge be« Saufe« ebenfalls bebeutenb. fjfür eine große Sänge
fpridjt außerbem bie SRotwenbigteit, ein mehrgliebrige« fjeuer abgeben
unb ba« ©ewehr al« Stoßwaffe verwenben ju miiffen.
298 Um bie ^janbßabung be« ©ewehr« auch bei erstem Sauf ju
ermöglichen unb um ihn gegen Pefdfäbigungen burch (Stöße ju fehlen,
iß er entweber in einem Saufmantel, einer bünnen Staljlblechröhre,
gelagert ober unmittelbar im Schaft untergebradjt unb oben mit einem
böljernen ^»anbfößu^ bebecft.
294 Die Seele jerfäUt in ba« Patronenlager unb ben gezogenen Steil.
295 DaS Patronenlager nimmt bie Patrone auf unb befte^t ihrer
fjorm entfprechenb au« bem fdjwach legeiförmigen ^üffenteil, ber ßar!
fegeiförmigen Schweifung, welche ba« (Einführen ber Patrone begrenzt,
unb bem Übergangsteil, ber ben (Eintritt be« ©efdjoffe« in bie Büge
erleichtert, ben SRücfßoß Verminbert unb bie ^attbarteit ber ©affe erhöht.
Die Patrone liegt mit einem febr geringen Spielraum im
Patronenlager, um fowoht ihr ©inführen, al« auch ba« $erau«;iehen
ber leeren £)iilfe nach bem Schuß ju erleichtern.
296 3n ©änbe be« gezogenen Deil« finb bie Büge eingefchnitten
(3- 120); bie jWifdjen ihnen ftehen gebliebenen Streifen, bie gelber,
verlaufen hinten vor bem Patronenlager rampenförmig bi« jur liefe
ber Büge, um ben (Eintritt be« ©efdjoffe« ju erleichtern.
Um eine möglichft Heine Reibung be« ©efchoffeS im gezogenen
Seil ju bewirten, unb bamct ba« geftamhte ©efchoß bie Büge tunlichß
auSfüllt, ift bie B°^ un^ £*efe ^cr Büge gering bemeffen (Bahl
jwifchen 3 unb 7, meift 4). Die Preite ber Büge iß weiß größer al«
bie ber gelber, fcharfe Santen finb burchweg Vermieben.
297 Da« ©ewehr braucht einen ftarten Drall (B- 120). Obwohl
nämlich bie Slnfangägefdjwinbigteit groß ift unb ©efdjoffe mit einer
foldjen im allgemeinen nur einer fdjwächereit Drehung bebürfen, fo
muß boch ba« ©eWehrgefchoß wegen feiner abfolut Heinen Querfchnitt«»
belaftung (B- 105) aud; nod) eine ßarte Drehung haben, um eine hin«
reichenbe Stetigteit feiner Dreljachfe ju erlangen (B-125).
Die meiften ©eWeljre haben gleichförmigen (Siedjtö») Drall, ba
ba« ©efdjoß mit feinem ganzen, walzenförmigen Teil geführt wirb;
eine Ausnahme macht ba« italienifdje ©ewehr, welche« junehmenben
Drall hat.
298 Der Durchmeffer be« Saufe«, von 3felb ;u fjelb gemeßen,
fdjwantt jWifchen 8 unb 9 mm, er ift von h°her Pebeutung für ba«
©ewehr.
2)er Sauf.
123
<J« ift fdjon früher au«einanbergefegt ($• 104—107), baß bei
ähnlichen ©efdjoffen unb gleicher 2lnfang«gef^winbigteit ba« mit bem
größeren Durdjmeffer bem mit (feinerem Durdjmeffer in begug auf
gute Überwinbung be« tfuftwiberftanbe«, bemnadj flachere ©efdjoßbaljn,
größere Schußweite unb beffere Durdjjchlagdtraft überlegen ift.
Diefer Nachteil be« Heineren Durchmeffer« tann nur burch
größere 3lnfang«gefchwinbigteit unb ffötyere CuerfdjnittSbefaftung au««
geglichen werben.
3für einen großen Durdjmeffer ift eine Steigerung ber Anfang«« 2»»
gefdjwinbigteit, alfo ein größere« gabungöverljältni«, nur mit einer
erheblichen Vergrößerung be« ®ewidjt« ber ©affe, be« Sdjießbebarf«
unb bed SÜüdftoße« gu erlaufen. @in größerer Durdjmeffer macht
nicht nur ben Sauf an fich fernerer, fonbern er muß auch wegen ber
ftärferen ©aSfpannung unb be« größeren SRohrwiberftanbe« bidere
SJänbe erhalten.
(Sbenfo wädjft ba« ©etoidjt ber einzelnen Patronen unb befdjräntt
bie Bafyf ber vom ^nfanteriften mitjufütyrenben Patronen; aud) ber
größere SRüdfloß Wirft ermübenb auf ben Sdjügen unb bamit ungünftig
auf bie Dreffäljigteit ein.
@in Heiner Vaufburdjmeffer geftattet, bie SJänbe bebeutenb ftärler 300
ju halten, ohne ba« ©ewicht ber SJaffe gu fehr gu erhöhen. 2Qan
lann alfo ein größere« £abung«ver1jältni«, bei bem bie Wlenge be«
Sulver« unb bamit bie ©aSfpannung immer nodj Heiner ift al« beim
größeren Durchmeffer, ergielen unb baburdj eine größere SlnfangS«
gefcfywinb igf eit
Der Serluft, ben ber Heinere Durdjntfffer an CuerfdjnittSbelaftung
Verurfadjt, muß freilich burd) eine Verlängerung be« ©efdjoffe« wieber
eingebradjt werben. Diefe führt mit SRotwenbigleit gur änwenbung
ftärlerer ©efdjoßbrepung mit ihren iRadjteilen (ß. 124, 125).
Der Heine Durchmeffer verminbert ba« ©ewicht ber eingelnen
IJatroue unb erhöht bie ßaljl ber mitgufüljrenben, er verringert ben
9iüdftoß ber SJaffe.
Da« eingige ernfte Vebenfen gegen einen fefjr Heinen Durdjmeffer
ift bie fjrage, ob ein foldje« ©efdjoß trog feiner ffinreidjenbcn Durdj-
fdj(ag«fraft nod; genügt, ben ®egner außer ©efedjt gu fegen (g. 387).
$n Deutf$(anb war bie« siebenten ber ©runb, we«galb man bei
ffiinfügrung be« ©eWefjr« 98 nid)t unter ben bisherigen Durdjmejfer
fjerunterging.
Der ruffifcg-japanifdje Strieg hat über biefen Vunft eine wünfdjen«» 301
werte Suftlärung gebracht. Die burch japanifche 6,5 mm«®ewehr
124 Allgemeine Einrichtungen ber foanbfeuerroaffen.
Verurfachten SSunben ^aben jwar bie betroffenen faft ftetd lampf«
unfähig gemacht, bie SBunben finb aber, felbft wenn fte ferner waren,
in erftauntich turjer $eit geteilt. Seute mit ^Sruftfd^üffen ha&en noth
20—30 km ju fjuß jurüdlegen lönnen.
®ei einer weiteren $erabfefcung bed ©urdjmefferd Werben fich
biefe ©erhältniffe nodj günftiger für bie betroffenen geftalten, fo baß
man wohl 6,5 mm ald bie unterfte brenje annehmen muh.*)
2. Die Vifiereinrichtuug.
802 ©ie Vifiereinricßtung bient jum ßieten unb befteht aud Vifter
unb ftorn.
®eibe ©eile ftnb auf bem Sauf bjw. Saufmantel befeftigt. ©ad
erftere fifct in einer Entfernung bom ftolben, bie bem Sluge bed
Schüßen ein fdjnelled Erfaffen ber etwa 60—70 cm langen Vifierlinie,
b. h> ber Verbinbung jwifdjen Viflerlimme unb Äorn, gewährleist,
©ad Slorn ift nahe ber SNünbung angebracht.
803 ©ie Vifierlinie unb bie Verlängerung ber ©eetenachfe fdjneiben
fleh bor ber ÜRünbung unter einem SQSinfel, welker ber für bie be«
treffenbe Vifierentfemung notwenbigen Erhöhung entfpricht. $e höher
bie Vifierftellung ift, um fo größer Wirb biefer Erljöhungdwintel, um
fo näher rüdt ber «Schnittpunlt jener beiben Sinien ber SRünbnng.
Such bei ber niebrigften Vifierftellung liegt bie Vifiertimme höh**
über ber ©eelenachfe ald bie Äornfpifce, bie Vifierlinie läuft alfo auch
hier nicßt gleich ^er ©eelenadjfe-
Sei gleichlaufenber Vifierlinie würbe auf nahen Entfernungen, ba
bad ©efchoß fofort nach Verlaffen ber 'JRünbung unter bie Stiftung
ber ©eelenadjfe finit, oft ber $altepunft „3iel tterfchwinben laffen"
ober „über bem ^wl" genommen werben müffen unb bad ßielen bamit
erfdjwert ober unmöglich gemacht werben, ©ie Vifierung muß ftetd
geftatten, bad $iel ju feljen, ben $altepuntt alfo im ober bidjt unter
bem ßiel ju nehmen, ©ie niebrigfte SSifierftellung, Stanboifier, Wirb
jWedmäßig ber Entfernung entfprechen, auf ber bie fjflughöhe bed
©efdjoffed nicht größer ift ald bad fleinfte triegdmäßige 3*el-
$e flacher bie Flugbahn ift, einen um fo größeren fRaum beherrfdjt
bad ©tanboifier, umfoweniger braucht bad Vifier in entfeheibenben
9lugenblicfen gewedjfelt ju werben.
>) t>. 2öbell, Sahxedberi^te 1904, S. 360ff.
Xie $ificreinri$tung. — X)er 53erfdjlufj mit SReljrlabeüorridjhing. 125
Die IBejeichnung ber Sifiere gefdjieht nach ber Sifierfchußweite, 804
b. h- ber (Entfernung, auf ber bie fjlugbahn bie Sifierlinie jum gtveiten
SWale fcßneibet (3.131; Tafel 1).*)
Die Sifiere miiffen einfach fein, ftd) leidet unb fidjer fteUen 305
taffen, bem Schüßen freie« ®eficht«felb gewähren unb eine bequeme
Prüfung ihrer Stellung geftatten. Die meinen Sifiere bereinigen
Stanb«, Stoppen« unb Schiebervifier.
Naä} ihrer 3lrt unterfdjeibet man {Rahmen« (Schieber»), Quabranten«, 80«
Treppen» unb [Richtbogenvifier (fta^tnenbifier: ®etoef)r 88, Olirfjtbogen«
Viper: ©ewehr 98).
Da« Som ift bachförmig geftaltet, fein {Rüden bilbet bie Ser« 807
tängerung ber Sifierlinie bei fjöc^fter SifierfteUung, fo baß man bei
allen Sifierftellungen nur bie Spifce be« Sorn« in ber SRitte fielet.
Da« Sorn ift nad) ber Seite verfdjiebbar; feine richtige Stellung
nad) bem änfehießen be« ©ewepr« toirb burch eine 2Rarte ((Einhieb)
bezeichnet.
3. Der Serfdjluß mit SDleljrlabeOorridjtung.
Der Serfchluß bient jum Serfchließen be« Saufe«; er foll ferner 808
ba« ßuführen unb (Entgiinben ber Satrone, ba« 9u«jie^en unb 2lu««
werfen ber Satronenfjiilfe nach bem Sd)uß bewirten.
fjfaft {amtliche ©ewehre haben ben juerjt beim ßünbnabelgewehr
verwenbeten ßplinber« ober Solbenverfchluß, ber vor anberen Serfdjlüffen
(Slod«, SJellen-, Slappenverfchlüffen) ben Sorteil großer (Einfachheit
unb $altbar!eit befifet. (Ein großer Sorjug ift feine Sewegung in ber
Säng«rid)tung be« Saufe«, Woburd) ba« Saben in jeber Stellung
(ftetjenb, tnieenb, tiegenb, hinter Sruftwehr) ermöglicht ift. (Ein Stach«
teil ift feine giemlid^e Sänge unb Schwere.
Der Solbenverfdjluß befteht au« ber $iilfe, bem Schloß, ber «09
XbjugSüorricptung unb bem Saften mit ÜRehrlabevorricptung.
Die $ülfe ift ba« ©epänfe jur Aufnahme be« S^loffe«, fie ift 810
mit ihrem Vorberen Teil, bem £)iilfentopf, auf ben Sauf gefdfraubt.
Da« Schloß greift mit jwei Slnfapen in entfpreepenbe 2lu«> 811
bretjungen be« $iilfentopfe« unb wirb baburch feftgehalten, „verriegelt".
21m beften gefdjieht bie Serriegelung burch iwi, einanber gegenüber«
liegenbe, vorn am Schloß angebrachte „Sammer« ober Stüfcwarjen“,
*) 2)ie 3HfierE>ö$en ber beugen ©eroe^re finb für mittlere 2Bitterung&
nertjältniffe ber norbbeutföen Xiefebene (1225 g £uftgeroid)t, etwa 750 mm Saro«
meterftanb, 4- 9° C.) Sßinbftille unb mittlere 9Infang$gef$roinbigfeit beö OefdjoffeS
(860 m; 620 m) beftimmt; fie fönnen baljer nur unter biefen 93erl)ältniffen SBifterz
f$uft ergeben.
126 allgemeine Ginric^tungen bet ^anbfeuettoaffen.
ba Ijierburdj bie fRücfwirtung ber Pulvergafe gleichmäßig auf ben
$ülfentopf übertragen wirb. (Sine bisweilen angebrachte brüte, hintere
Stüfcwarze bient als Sicherheit beim 9lbbredjen ber Derberen
(Gewehr 98).
Der vorberfte Seil beS SchloffeS „Perfdjlußfopf", wirb beim
Schließen feft nach vorn gegen ben Patronenboben gebrüeft. hierzu
muß baS Schloß in ber SRidjtung ber Seelenachfe vor» unb rücftoärtS
geführt fowie jum Perriegeln gebreht werben. Diefe hoppelte Pe«
wegung beS SchloffeS ift bisweilen burch ben „©erabejug" vermieben,
bei bem bie breljenbe ^Bewegung beS PerfcplußtolbenS in einer be«
fonberen, gerabe jurüd» unb oorgeführten $ülfe burd; fdjraubenartig
angebrachte f^ührungSnuten unb Reiften bewirft wirb (ß. 408).
812 Die „Selbftfpannung“ beS SdjloffeS tritt baburdj ein, baß
nur ber Dorbere Seil, bie „Sammer“, beim Öffnen bie breljenbe ®e«
wegung macht unb hierbei ben hinteren, ben Schlagbolzen umfaffenben
Seil, baS „Schlößchen“ unb bie „Schlagbolgenmutter" ober ledere
allein um ein beftimmteS 9Raß jurüdbrüeft, wobei bie Schlagbolzen»
feber gefpannt wirb.
Peine ßurücfführen beS SchloffeS wirb bie leere Patronenljülfe
burch einen am Dorberften Seil fifeenben „SluSzieljer" mit Sralle gurüd«
gezogen unb burch einen „SluSwerfer“ auS bem ©ewehr entfernt.
Port Sßidjtigteit ift eS, baß ber SluSzieher bie Patrone fdjon beim
Porfdjieben ber Sammer erfaßt unb folange fefthält, bis nach bem
Schuß ber SluSwerfer in Sätigteit tritt.
Stach bem völligen Öffnen beS SchloffeS tritt, burch fieberhaft
gehoben, eine Patrone Don unten vor ben Perfdjlußtopf unb Wirb Don
ihm bei ber PorwärtSbeWegung in ben Sauf gefdjoben.
DaS Porfdjieben beS mit bem Schlagbolzen verbunbenen Seils
beS SchloffeS wirb burch ^en „?lbzug" begrenzt, ber, nadj Perriegelung
beS SchloffeS heruntergebrüeft, ben erfteren freigibt unb baburdj baS
Porfdjnellen beS Schlagbolzens erlaubt.
818 QebeS Gewehr hot fine „Sicherung", bie ein unbeabfidjtigteS
SoSgehen ber gelabenen SBaffe verljinbert, meift burd) fjeftljalten beS
gefpannten SdjlößdjenS nach Ginfdjaltung einer Sperrvorrichtung.
814 Die Gewehre ber Großmächte h^öen mit SluSnaljme fjranheidjs
bie Saften«2Rehrlabevorridjtung im SRittelfdjaft eingeführt. Sie
beruht barauf, baß ein Palet Patronen, bie burch einen febernben
fRahmen ober Streifen jufammenge^atten werben, mit einem ©riff
in ben Saften geloben wirb. $ier liegen bie 'Patronen entweber über«
einanber (Spftem SRannlidjer) ober fdjadjbrettförmig über« unb neben«
einanber (Spftem SPlaufer). Der Patronenrahmen Wirb mit gelaben,
. 2)et Schaft. — 2)et SJefdjlag unb bad 3u^e^r- 127
erforbert alfo ein unten offenes SRagagin, bamit er herausfallen tann.
Der gabeftreifen roirb nicht mit getaben, ertaubt alfo ein unten ge»
fdjtoffeneS Tiagajin.
©in „Patronen Zubringer", beffen fteber beim gaben gekannt
roirb, bewirft, bafj bei völlig geöffnetem Schloß bie oberfte Patrone vor
ben Perfchtußfopf tritt.
4. Ser Straff.
Der meift aus 'Jlußbaumholj gefertigte Schaft verbinbet mit $ilfe 315
beS SefdjlageS bie Seile beS ©eroehrS ju einem Oanjen, ermöglicht
bie $anbljabung als $euer> unb Stoßwaffe unb fd^ü^t ben gauf bjro.
gaufmantel.
(Er befteht aus Rolben, ftolbenhals unb langem Seil.
Ser Äolben bient beim 2lnfchlagen jum (Eingehen beS ©eroehrS
in bie Schulter, wobei ber ftolbenljalS bie $anbhabe .bilbet. Sin
(efcterem ift oft eine $anbftiifee vorhanben, welche bie richtige gage ber
rechten $anb gewährleiftet.
Ser lange Seit gibt bem gauf, Perfchtufj unb fonftigen Seiten
baS gager unb hat baju verfchiebene (Eintaffungen unb P errungen.
Pei fehlenbem gaufmantel erleichtert ein vor bem Pifier über bem
gauf tiegenber $anbf<hufe bie $anbhabung beS (Gewehrs, befonberS bei
flarfer (Srtji^ung beS gaufeS.
5. Ser Sefchtag unb baS $nbehiir.
Perfchiebene fHinge, Schrauben ufro. bienen bem in 3- 315 81ft
gegebenen ßroecfe. SaS ßubehör befteht aus bem ©eroehrriemen,
WtiinbungS’Secfel bjro. »Schoner, Schraubenzieher ufro.
b. Karabiner.
Sie Karabiner entfprecfjen in ihren (Einrichtungen meift benen ber 317
(Seroehre; ihre Peftimmung macht einen tiirjeren gauf unb (Einrichtungen
nötig, bie eine Unterbringung am Pferbe erleichtern. (Umgelegter
Äammerfttopf, Schuh beS Roms burch -Pacfen, anbere Anbringung
beS fRiemenS.)
3hre Schußleiftungen fteljen, ba fie meift bie Patrone beS 318
(SetvehrS verroenben, hinter benen beS festeren juriicf; ihr Pifier reicht
nicht fo weit.
c. ^auftfcucrwaffcn.
211S foldje »erben in ben meiften feeren noch Revolver gebraucht. 319
Sie beftehen aus einem turjen gauf, hinter bem fid) eine mit gewöhnlich
6 Patronenlagern verfehene brehbare UBalje befinbet. Peim Spannen
beS $ahnS roirb burch einen „Umfahhebel" bie SSÖalje gebreht, bis ein
128
$ie beutföen fconbfcuerwaffen.
320
»ift 71.
©eroe^r 88.
Sauf
QRunbring.
JSt!<fctrenbe
Ctocf
Cb erring mii-
Schraube unb-
Seitengewehr»
warje
- Wfwchrriemen
»djnafle
c
o
S
s
&
Kingfebet»
Unterring- \ ötirwenbügel
3ni Innern:
Statthalter
mit HRuttex»
gtminbc
„Sirretierhebel" fie wieber fefthält.
©aburd) tritt jebedmal ein Patronen-
lager hinter bad gaufmunbftüd.
©a ber ^Revolver, auch ab«
gefehen non feiner geringen ®d)ufj«
leiftung, verfdjiebene fdjwerwiegenbe
9tad)teile hflt fo ift fein balbiger
Erfafc burd) eine ben jefcigen Snfor-
berungen entfpre$enbe Piftole nur
eine fjrrage ber Beit.
V. Die bentfdjen ^«nbfener-
wafltn.
1. ©a« ©ewehr 88 (G. 88).
(Pilb 71 bi« 86.)
(geitfaben, betr. ba« ©ewehr 88
unb feine Plunition.)
321
©ifterfeber»
Schraube .
Ghrofce Klappe
Schieber *
Staub cifier
Kleine Klappe* ’
322
-- $oppettnopf
Bapfenlager» fRiemeutlammer
mutlet ÖerbinbungS»
ich raube,
öerfchlub
*’ Kaften
r ' ' Trurfftürf
ilbjugöbügel
< * - Krenjfchraube
KolbenhaU
Schraube
Klammerfufe
Schraube
Schraube
% Schraube
Kolbentappe
ÜRe^rlaber mit feftem
telfd^aftdmagajin für 5 Pa-
tronen in Patronenrahmen.
(«SVftem SWannli^er.)
©eile: Vauf, gaufmantel,
Pifiereinrid)tung, Perfd)lufj,
Schaft, etod unb 38ef$lag.
$u bem ©ewehr gehört ba«
Zubehör unb ein «Seiten-
gewehr.
1. ©er Sauf nimmt in
feiner P2etaUflärte ftetig nach
ber PHtnbung ju ab; ba« vor»
berfte 6nbe ift walzenförmig,
bamit e« unbefjinbert au« bem
Tiunbring be« gaufmantel«
hervortreten tann, wenn fid)
infolge ber Srhifcung ber gauf
behüt, («ilb 72.)
Qnnere Einrichtung be«
gaufe« vgl. 3. 294ff.
©er gauf ift mit feinem
hinteren ßnbe in ben hülfen-
<Ca8 @ewe&r 88.
129
topf eingefdjraubt (®ilb 85) unb liegt mit einem großen Spielraum
im Saufmantel, oorn ruljt er mit Keinem Spielraum im SOlunbring
be$ Saufmantel«. (®ilb 72.)
Bitt 72.
Borbere« ffinbe be8 2aufe8 mit SaufmanteL
Saufmautel
überxingwarje
2. Der Saufmantel, eine maljenförmige Stö^re au« Staljlbled), 828
ift mit feinem Hinteren ffinbe, bem ©etoinbeteil, auf ben $ülfentopf
gefdfraubt, rufyt in einer Stille be« Schafte« unb bilbet toom ben
SRunbring für ba« walzenförmige (Enbe be« Saufe«.
»ilb 73.
$intere8 Cnbe be8 £aufmante!8.
3. Die 35ifiereinridjtung, befteljenb au« Sorn unb $5ifier, ift 824
auf bem Saufmantel aufgelötet.
Da« SBifier (8ilb 74 unb 76) befteljt au« SSifierfuß, ber Heinen
Jllappe unb ber großen Stoppe mit Stanbüifier unb ©ifierfdjieber.
Der obere Staub ber 55ifiere beißt Samm, ber breiedige SluSfcbnitt
Rimine.
Der SSifierftift oerbinbet bie Heine unb große Slappe mit bem
Sifterfuß; bie JBifierfeber hält bie lefetere in ihrer Stellung.
Die große Stlappe, an ber fid) aud) ba« Stanbbißer befinbet, ift
mit bem SBifierfdfieber verfemen, meldjer unter Drucf auf feine Schleppe
Setlin, ffiaffailefre. 2. Sufi. 9
130
Tie beutf^en franbfeuerroaffen.
burdj Serfdjieben auf bie verfdjiebenen Sifiermarten eingefteßt
werben tann.
Sie Schleppe unb bie linte «Seite bed Sifierfchieberd haben eine
f^ifdjhaut. 3um Sreftfteßen bed ©djieberd finb an ber rechten ©eite
ber großen Slappe fRaften jum Eingreifen ber Schleppe angebracht.
SilD 74.
Sifier non re$tä.
Kleine Klappe 850 m
t Sianticinei 2X) tn
\ ®toB< Klappe 450—m
825
826
827
Sie Entfernungen, auf bie bad Sifier eingefteßt werben tann, finb:
250 m Stanbbifier,
350 m Heine Slappe aufgeridjtet,
450 bid 2050 m große Slappe aufgerichtet, unb jwar
450 m Sifierfdjieber ganz niebergelaffen,
500 bid 1850 m Sifierfchieber auf bie mit ßafjlen bezeich-
neten ganzen ober bie barüber befinblidjen halben Sifier«
märten eingefteßt,
2050 in Stamm ber großen Slappe.
Sad Som (Silb 75) ift mit feinem ftuß in bie Sornwarje ein»
gefdjoben; ed fleht richtig, wenn bie Einhiebe auf Somfuß unb
ftornwarje eine gerabe ßinie bilben.
4. Ser Serfdjtuß befteht aud ber $iilfe mit Sdjloßljalter, bem
Sdjloß, ber Slbjugdüorridjtung unb bem Saften mit äRehrlabe»
Vorrichtung.
Sie $ülfe nimmt bad ©djloß auf. fDlan unterfcheibet
$ütfentopf,
'patroneneinlage,
Sammerbahn unb
Sreujteil.
2>a3 ©ewetjr 88.
131
Der $ülfentopf ift innen mit einer Ausbreitung mit Riefen
flächen für bie beiben Sammertoarjen unb unten mit einem 3aPfetl
verfemen, ber mit $ilfe beS Zapfenlagers ben fRüclftoß auf bie ganje
©reite beS ©djafteS überträgt.
Die Patroneneinlage ift unten für ben Patronenrahmen burch«
brachen. DaS vorn im Durchbruch ftehengebliebene ©tücf heißt bie
©efthoßantage. ßtoei Durchbrüche auf ber linlen ©eite finb für ben
Schloßhalter, bad ?otf) unten ift für ben AbjugSftollen. Der «Schloß«
halter begrenzt mit ber ^altetearje bad ^erauSjiehen beS SchloffeS;
feine AuStoerfernafe bient bem AuSioerjer als Sßiberlager.
Der hinterste Deil ber $ülfe, ber Sreujteil, hot innen Jloei feit«
liehe 9?uten für bie beiben ftammerroarjen, eine untere für bie 9?afe
beS Schlößchens bjto. ber S^lagboljenmutter. Die Rreujfchraube im
Sreujteil oerbinbet $ülfe unb ©cf^aft.
»ilb 75. »ilb 76.
Horn. »ifier oon hinten.
Äornfufe ©perrftift Bum Bielen auf 2050 m
Cinljieb.
Äonnoarje
1t
DaS S^loß befteht auS:
Sdjlagboljen,
©chlagboljenfeber,
Sammer,
©chlößchen,
©icherung mit fieber,
©chlagboljenmutter,
SJerfchlußlopf,
Suöjieher,
Stasujerfer.
Der ©chlagboljen (@ilb
77) bient jum ffintjünben ber
Patrone. Sein (Platt greift
in ben (Sinftrich beS Per«
fchlußtopfoapfenö, fein Deller
bient als oorbereS PSiberlager
für bie ©chlagboljenfeber.
dfi
=14
13z
©rofce Äfappe
=_ß
Bifierfufe
- - Stanbüifier
»ifterftift
* Äleine Älappe
©djicber auf 1
-----Biftenuarte 1X50
eingefteDt
©d?ieber gaiy
____nieberaelaffen
auf ©inermarfe
450
828
9*
132
Tie bcutfgen ^artfeuetwaffen.
Seine äbfla^ung »er^inbert im Serein mit bem Stift be« Sdjföföen«
feine ©re^ung; auf ben ©eroinbeteil wirb bie S$lagbol}enmutter
gefdjraubt.
»ifo 77.
S^tagboljcn.
*kfta<*ung 0aDubdtiI
Zeller
Sanger Zeil
Blatt
©ie Sdjlagboljenfeber (Silb 78) bewirft ba8 SorfdpieHen
be« SdjlagboQen«; iljr hintere« SBiberlager ift in ber Soßrung ber
Kammer.
»iÜ> 78.
S^Iagboljcnfeber.
mmyuuyuuuuAÄi^
©ie Äammer (Silb 79) bient jur ^anb^abung be« Schlöffe«.
Sie frfjtießt mit $itfe be« Serfdflufjtopfe« ben 9auf nad) hinten ab,
«ito 79.
Äatnmer.
fobalb bie beiben Sammerwarjen in ben entfprecfyenben 2lu«bre^ungen
be« $üifentopfe« rufjen. ©ie Äammerwarjen fangen außerbem im
®aä ©eroetjr 88.
133
herein mit ben {entrecht unter bem ^ülfentopf ftepenben unb im ©djaft
lagernben 3aPfen ^en WiWftofj auf*
“Stä Sdjlöfjcpen (Selb 80) bient pauptfätpticb jitm Spannen
bed ®emeprd unb jur Slufnapme ber Sicperung.
»tfo 80.
ScptB&cpen.
Qn bie Soprung ragt von linfd per ein Stift pinein, an ben fiep
bie Slbftatpung bed Scptagboljend legt.
Die Seplagbofjenmutter (®ilb 81) berbinbet bie Sdplogteile
miteinanber.
©er SJerfdjfufjtopf (Sitb 82) fcpiebt bie Patrone in ben Sauf
unb »ermittelt beffen Sßerfdjlufj.
8ilb 82.
8 erf glugtopf.
»Hb 81.
Stblagboljenmutter.
Äulfräfung für ben ®unb
ber ©ttberung
Sapfen
(Er trägt reeptd ben Sludjieper, linfd in ber ^üprungdtoarje ben
Kudtoerfer. ©ie fjiiprungdtoarje verpinbert ben SSerfdjtafjtopf, bie
©repbewegung ber Sammer mitjumatpen. ©ie ^altemarje auf bem
Rapfen bewirft bie fßerbinbung mit ber Sammer.
©er Sfudjieper entfernt üermitteld ber SraUe bie ^atronenpütfe
aud bem Sauf. (Er ftiifct fiep mit bem unb bem pinteren ©eil
feiner Septeppe auf ben SSerfcptufjtopf unb erpält baburep feine febernbe
SBirfung.
134
Die beutfgen ^onbfeuenoaffen.
Ser Suöwerfer flögt beim .gurürfjieljen ber Sommer mit feinem
hinteren Seil an bie 9?afe be« SdjlofjhalterS unb wirb infolgebeffen
nadj vorwärts bewegt; bie ^atronen^ülfe erhält tyierburdj einen Stoff
unb fliegt feitwärts heraus.
Sie «Sicherung (Silb 83) mit ^eber Verljinbert bei rechts herum«
gelegtem ^Ifigel baS SoSgehen beS gekannten ©ewefyr«.
8iß> 83.
Sicherung.
Wippe ©unb SBaQe Schaufel
Sti^eningBfeber
Rippe
Sie SlbjugSVor»
ridjtung (Silb84) bient
jum Slbjie^en unb hilft
beim (Spannen beS ®e»
wehrS. «Sie befteht aus
ber Slbiugögabel mit
fjeber, bem SlbjugS-
flößen unb bem Slbjug.
Sie brei Seile wer»
ben burdj «Stifte mit«
einanber unb mit ber
$ütfe berbunben.
SaS Srudftiicf fjat
jweiSructaafen; bie erfte
wirb burd) bie ^eber
gegen bie ^iilfe gebriidt,
bie jweite berührt biefe
erft beim ^Injie^en beS
Slbjugeö.
320 S)er Saften mit 3)ieljr(abeborridjtung. Ser Saften nimmt
bie U)te^rlabeborri(f)tung auf; er enbigt hinten in einen Siigel jum
»ilb 84.
SlbjUQäDOtricfjtung.
«bjugtgabel MbjugOftolIen Qrucfnafen
ttbjuglftbct
Äbjilfl
— ©rurfftüct
Stange
| - -Bunge
2)ci$ ©eroelp 88.
135
»ilb 85.
Sentredjter ßängenf
(»erföluft nad) bem ©infefcen eined »afconenra$menö.)
GgtagboTjen Äclben
mutter i
Gu- -
Ci^erung mit ßebci
y h
6$Wb(!}tn
ftamtncr
Änopf-
Brrfölufctopl
Äomntrr1
$aimcncbi
BuBbtebung ffir bi'
Äomtricrworifn
£ülkn top
WtatteTflttoinbe fftr ben £auj
Gtwinbe für ben Sünitnantcl ft-. i [
* ftolbenftol*
Srudbolaen mit ^eber
3nbrinfln'©erfläx!uTtfl
QMdjofcanlage
ÄbjugBbüfid
Snidftflä bet
i ' Rabmenbaltei*
ubrfaßtT,
mgct Seil
ÄrtUAfftronbe
~~ mit RöQT^en
SlbjUflB.
üorritbhmß
- itatroncntrSga
tßatttnrnlag«
~ EtabmbunflBftyoubc
C^lagboljcnfcbt
u
2auf
Canfmantd
e$öf*
(Sdjufce beS Sibjugeö. ®eim gaben wirb in ben haften non oben her
ein Patronenrahmen mit 5 Patronen eingefegt. (©ie Patronen tönnen
auch auönahmöweife einzeln mit ber $anb eingetaben werben.)
136
£ie heutigen §anbfeuerwaffen.
Der Patronenrahmen (vgl. 3- 376 unb Pilb 115) ift hinten mit
falzen verfehen unb an ben Seitenwänben oben unb unten etwas um*
gebogen, um bie Patronen fefljuhatten; an ber SRüdfeite bepnbet fid?
ein $aft für ben JRahmenhalter.
Der Zubringer (Pilb 85) brüdt bie Patronen nad) oben. (Er ift
ein jmeiarmiger $ebel, auf beffen fingeren Arm ber Drudbolgen mit
Spiralfeber wirft. Der dtahmenhalter (Pilb 85) bient jum ^efthatten
beS Patronenrahmens. Peim (Einführen beS iRahmenS tritt fein $aft
unter ben $aten beS IRahmenhalterS, ber burd? eine Spiralfeber
vorwärts gebrfidt wirb unb baburdt ein Ausweichen beS iRahmenS nach
oben verhinbert. Entleert, fällt er von felbft nach unten heraus; wenn
er gefüllt ift, verljinbert bie Auflage ber untersten Patrone auf bem
Zubringer fein ^erauSfaUen.
©oll ber gefüllte Nahmen aus bem Saften entfernt werben, fo
Wirb mit bem Daumen auf ben Snopf beS IRahmenhalterS gebrüdt.
Der Patronenrahmen wirb baburdt frei unb infolge beS DrudeS beS
Zubringers auf bie unterfte Patrone bei geöffnetem ©ewehr nach oben
herauSgeworfen.
DaS Zufammenwirfen ber Schloßteile.
330 a. Das ©ewehr nad) bem Abfeuern (Pilb 86).
Die Kammer ift nach rechts herumgelegt. Der Perfcplußfopf, ben
Patronenboben umfaffenb, liegt mit feinem vorberen fRanbe am Saufe,
bie AuSjiehertraUe in ber Ausbreitung ber Patronenhülfe. Die beiben
ftammerwargen befinben fich °^en uni5 unten in ber Ausbreitung beS
^ülfenfopfeS.
Der Schlagbolzen hat mit feiner Spifce baS Zünbhüt^en auf ben
Amboß ber Patrone getrieben.
Die Sdtlagboljenfeber ift nur noch fo weit gefpannt, wie bieS
burch ^5 Zufammenfefcen beS Schloff eS bebingt wirb.
831 b. DaS Öffnen beS ©ewehrS jum Saben.
Permittels beS SnopfeS wirb bie Sammer nach lints gebreht,
wobei fie, ben fdjiefen flächen in ber AuSbrehung beS $ülfenfopfeS
folgenb, etwas jurüdgeht. Die Ausbreitung im Qnnern ber Sammer
erfaßt währenb ber Drehung bie ^altewarje beS PerfdtlußtopfeS, ber
burch bie gührungSwarje am Drehen verhinbert war, unb nimmt ihn,
entfprechenb bem fRüdgang ber Sammer, jurüd. Die AuSjieherfratle
jieht bie Patronenhülfe etwas zurüd unb lodert fie.
2)aä ®etoe^r 88.
137
©ie mit bem (Sdjlößdjen oerbunbenen ©djloßteile lönnen ber
©reljung nidjt folgen, ba bad erftere, burdj feine Seitfdjiene in ber
pfiffe gehalten, fidj nur »or* unb rüdroärtd bewegen tann.
©ad (Sdjlößdjen gleitet beim {Beginn ber ©reljung mit ber fdjiefen
fjtädje feined Slnfafced an ber entfpredjenben Sludfrüfung- ber Hammer
entlang unb tritt mit bem (Enbe bed Slnfafced in bie fRaft am Hammer«
hoben, ©leidjjeitig gleitet bie (Sdjlößdjennafe über ben Slbjugdflollen,
iljn etwad nadj unten brüdenb. ©iefer tritt, burdj bie Hraft ber
ttbjugdfeber wieber nadj oben gebrüdt, unter hörbarem äluffdjlag ber
erften ©rudnafe auf bie $ülfe, t*or bie (Sdjlößdjenraft.
ȟb 86.
®ewe^r abgefeuert.
Sauf,
m Saufmantel,
h $ülfe.
a Sammet.
c Sammetmarjen.
v ®erf$luf)topf.
p Stammen.
f 3taf)menf)a(ter.
z ßubringer
o 2)urdjbru$ beb Saftenö.
d Drudboljen.
©djlagboljen unb «Sdjlagboljenmutter madjen bie 9lüdwärtd>
bewegung mit, wobei bie ©djlagboljenfeber jwifdjen tyren ffiiberlagern
um bie Sänge bed (Sdjlößdjenanfafced gefpannt wirb.
©ad (Sdjloß wirb jurüdgefü^rt, bid bie tinte Hammerwarje an
bie $altewarje bed ©djloßljalterd flößt.
hierbei jieljt ber Sudjieljer bie ^atronenfjülfe mit jurüd unb (jält
fie mit feiner Hralle in ber Sludbrefjung bed IBerfdjlußtopfed feft.
Rurj bor bölligem Öffnen wirb bie £)ülfe burdj bett 9ludWerfer, ber
gegen bie Sludwerfernafe bed <Sdjlo$a(terd flößt, audgeworfen.
©obalb bad ©djloß böUig geöffnet ifl, wirb bie oberfle Patrone
burdj ben Qubringer fo weit in bie $ö^e gebrüdt, baß fie etwad in
bie Hammerba^n ^ineinragt unb oom SSerfdjlußfopf gefaßt werben
tann. (Ein g&njlidjed $eraudtreten ber Patronen nad) oben oer^inbern
bie nad? innen umgebogenen (Seitenwänbe bed $atronenra$mend.
138
S)te beutf^en öanbfeuerroaffen.
882 c. ©ad gaben, Sdjliefjen unb Spannen bed ©eroeljrS.
{Beim gaben Wirb burdj einen ©rud auf bie SDHtte bed Pulver»
ranmd ber oberßen Patrone ein gefügter {Rahmen in ben hälfen«
burdjbrudj fo roeit eingefü^rt, bis ber $aten bed SRa^mendafterd über
ben $aft greift, ©ie oberße Patrone ragt fo meit in bie Kammer-
bafjn, ba§ ein ©eil iljred {Bobend vor bem {Berfdjlufjfopf liegt.
{Beim SJorfüljren ber Kammer flieht biefer bie Patrone in bad
Patronenlager.
©ad Sdjlöfjdjen tritt mit ber geitfdjiene in ben $ülfeneinfdjnitt
unb mit ber SRaft gegen ben Slbgugdftollen, roo ed feßgeljalten wirb.
{Beim fRe^tdbre^en ber Kammer tritt biefe, ben fdjiefen ftlädjen
in ber Sludbre^ung bed ^älfentopfed folgenb, nodj etroad nad) vorn,
rooburd; ber IBerfdjlufjtopf bie Patrone völlig in ben gauf flieht unb
bie Kralle bed Sludjie^erd in bie (Einbreijung ber Patrone faßt, ©ie
Sdjlagboljenfeber iß völlig jufammengebriidt, bad ©eroeljr gefpannt.
888 d. ©ad Sidjern unb (Entfiedern bed ©eWeljrS.
©urdj bad Umlegen bed ©i^erungdßügeld nad) redjtd Wirb bie
SEßaljc mit ber ©djaufel aud ber Sdjlöfjdjenleitfdjiene in bie Sidjerungd«
raft ber Kammer gebreljt. ©a bie Sicherung infolge ifjrer vorberen
(Sdjaufelform fdjraubenartig wirft, wirb bie <£d)lagboläenmutter mit
©dßöfjdjen baburdj etroad jurüdgebrüdt unb ber Slbjugdftollen frei.
{Beim (Entfiedern, Vinfdljerumlegen ber Sicherung, tritt bie Sdjaufel
aud ber Si^erungdraß in bie <Sd)lögdjenleitfdjiene juriid, fo bafj bad
Sdjlöfjdjen nadj vom gleiten tann, bid feine fRaß wieber am Slbjugd«
ßoüen ßeljt.
334 e. ©ad Slbgieden bed ©eWeljrd.
©er 2lbjug roirb fo roeit jurüdgejogen, bid bie Auflage ber ^weiten
©rudnafe fühlbar roirb; ed iß ©rudpuntt genommen.
{Beim ßurüdjieben bed Slbjuged fenlt fief) ber SlbjugdßoHen nadj
unten, bei geringer SBerßärtung bed ©ruded — beim älbgieljen — tritt
er fo roeit nadj unten, bafj bie @d)lößcdenraß frei roirb. ©ie nun«
met)r freigeroorbene Sdjlagboljenfeber fdjnellt bad Sdjlöfjdjen, bie
Sdjlagboljenmutter unb ben Sdjlagboljen nad) vorn, wobei bie Spifee
bed (enteren bad 3ünbl)ütdjen auf ben SImboB treibt unb entjünbet.
335 5. ©er <Srfjaft $at bie in 3- 315 befdjriebenen (Einridjtungen,
eine fpanbßütje fe^lt.
2)aö @ewe$r 88.
139
»ilb 87.
©eroetjr von re$t8.
»ilb 88.
»orberer Seil mit Seitengewehr.
Jtonv_
Sauf- .
Bifleritift
Berfäfab
©d^ofl
. ße'
fponnt
unb
gefiebert
GktmptL-
platte
aeftcQt
(©fanb»
niffer)
ftornbalter
(auf-
gef<b obene
oünnman.
bige Röbre)
©eiten«
gewebt
baller
$afen für
ben ©emebt
riemen
- ©<baft
Bifierfub
— ©etoebr*
riemen
- AoTben
- Älinge
©taten,
rüden
SOtfinbung.-
Sauf
ffommarje
ftornbalter -
Rom
Stuten für
bie Ruruen«
ftifte beB
Bifier,
febteberft
Rolbenbaie
fcanbftühe
bei ftolben«
balfeb
$anbf<bu|
SBiflerftift -
- ©riff
$afen für
-ben ©ewebr*
riemen
— Cberring«
feber
Unterring,
feber
Unterring
mit !Hiem<
bügel
©ewebr*
riemen
C^nalle
140
S)ie heutigen ^anbfeuenoaffen.
336 6. ©er ©tod bient jum ßiifammenfegen ber ©«wehre, beim
Serfagen bed äudjieherd jur (Entfernung ber ^atronenhülfe and bem
Sauf fowie im Notfälle im fjelbe ald SBifchftod.
91m Hinteren (Enbe ift er jum (Einfehrauben in ben im ©d)aft
liegenben ©todtialter mit einem ©ewinbeteil, vorn mit einem Stopf
verfehen.
Sefcterer ^at ein SDluttergewinbe, Wel^e« bad 3ufamrnenWrau^en
mehrerer ©töde ermöglicht. Qm ftopf aufjerbem zwei (Einftriche jum
Einbringen von SBerg ober Sappen.
837 7. Seft^lag. ©aju gehören: Cberring mit «Seitengeweljrtoarje
unb Schraube, fRingfeber, Unterring mit fRiembügel, ©tottyalter mit
SOluttergetoinbe, Zapfenlager mit Wiutter, Serbinbungdfchraube, Streuj«
fdpaube mit SFiö^rc^en, Stlammerfufj unb ftolbentappe mit Strauben.
888 Zubehör: ©ewehrriemen mit Stlammer unb ©oppeltnopf, £>fe
unb ©chnalle, SRünbungdbedel, ©djlofjfdilüffel (ju 3 ©ewehren 1),
Schraubenzieher (zu 10 ©ewehren 1).
Seitengewehr fiehe Z- 1® unb H-
2. ©ad Gewehr 98 (G. 98). (Silb 87-107.)
(Seitfaben, betreffenb baö Öeroefjr unb Seitengeroeljr 98.)
SOle^rlaber mit feftem SDHttelfdjaftmagajin für 5 Patronen
in Sabe ft reifen (Styftem SOlaufer).
»ilb 89.
Hinterer Sauf teil mit Sificrfufc.
(Sifierfdjieber unb SBifietffappe festen.)
Ofen für ben
iötfterfttft Oberc 5(ätbe
(recpt« gerabe, Itnt« ungerabe Rimberte)
Patronen*
lager
©tfierfuh
mit
^tfterniarten
Slaftcn ber
^übrmig« (elften
für bie 'Jlafen ber
T rüder be«
iBiftcrfdjieber«
Scbranbengetninbe
für ben fcülfentopf
(Rogener leit
ber Seele tin
Ämtern
389 ©ad ©ewetjr 98 (Silb 87) unterfd)eibet fich Vom ©eweljr 88
burdj bie beffere (Einrichtung verfchiebener ©eile.
S)aS @eroe$c 98.
141
Die Unterf^iebe finb folgenbe:
1. Der Sauf ßat eine größere ÜSanbftärte; hinten hat er eine 840
tellerartige Serftärfung, ben ©unb, auf bem ber wirtliche Saufburdj«
meffer in hunbertftel fDliUimeter eingefdjlagen ift, 3. ®. 7,91.
Der Sauf befielt aus brei »erfdjieben ftarten Slbfä^en, bie bur$
ÜbergangStegel verbunben finb. Sie fallen bei warm werbenbem Sauf
feine SluSbehnung geftatten, ohne baß Klemmungen im Schaft eintreten.
$n festerem finb bemgemäß bie Sagerflä$en mit bem nötigen Spiel«
raum verfemen. Der Saufmantel fehlt.
2. Die 3Bifiereinri$tung (®ilb 90-91). 841
DaS SJifier befteßt aus SBifierfuß, IBifiertlappe unb Sifierfdjieber.
»ilb 90.
Sifierflappe unb Sifierffieber, von lintS gefefyen.
Wertlappe
»ilb 91.
SSifier!lappe oon vorn oben
gefeben.
«Ramm Jhmme
Sudfrftfung bot
ber Ätmme
2luf ben SBifierfuß ift ber 33ifier-
fdjieber gefdjoben, ber mittels ber
beiben mit fjrifcßßaut verfehenen
Drücfer nebft Drücterfebern auf bie
»erfdjiebenen SBifiermarten eingeftellt
werben tann.
Sefctere befinben fitb für bie
hintere 2lbfd)nittSflä$e beS ÜBifier«
fdjieberö auf ber oberen fläche beS
SJifierfußeS, rechts für bie geraben,
lints für bie ungeraben ^unberte.
Die SSifiermarten für bie Seiger
beS Schiebers liegen auf beiben Cfe für bm
Seiten beS iBifterfußeS.
Die SBifiertlappe, welche ber SJifierpift mit bem fjuß toerbinbet, ift
an tyren beiben, aufwärts gerichteten ißänben mit 9tuten verfehen, in
bie entfpredjenbe ß^tfen beS 93ifierfd;ieberS — bie Kurvenftifte —
eingreifen.
142
®ie beutf^en $anbfeuern*affen.
Um bad fjfeftfielen bed Pifierfdjieberd auf ben SDtarten gu fiebern,
finb auf ben beiben güljrungdleiften bed ^nfjed SRaften angebracht, in
bie bie 92afen ber ©rüder greifen.
©ad Pifier tann auf folgenbe (Entfernungen eingeftellt »erben:
400 m (Stanbtoifier—Pifterfchieber in hinterfter Steilung).
450 m uf». mit je 50 m Unterfdjieb bid
2000 m.
©ie Stellungen für bie gangen ^unberte ftnb mit Wlarfen unb
ßa^len auf beiben f}ührungdleiften begeidjnet. ©ie ßwifchenfteHungen
für bie falben ^unberte finb nicht befonberd bezeichnet.
842 ©ad jtorn ift mit feinem 3ruf? in bie dornmarge bed domhalterd
eingefdjoben. gefcterer ift eine furge (Röhre, bie über bad oorbere (Enbe
bed Saufed gefeßoben unb mit ßinntötung unb einer (nicht ft eßbaren)
Schraube befeftigt ift.
848 3. ©er Perfdjluß. ©ie $ülfe (Pilb 92—93) Ijat eine hinten
gefdjloffene Sammerbahn, »eldje £ülfenbrücfe h«ßt« 9Iuf ihrer Stirn«
feite befinbet fich ber Sludfdjnitt gum (Einfefeen bed Sabeftreifend.
3m ^nnern ift oben bie f^ührungdnut für bie fjrührungdleifte ber
dämmer, lintd ber ©urdjbrudj für ben Sdjloßhalter unb Sludtoerfer.
3n ber dammerbahn ift unten bie Sludbrehung für bie Hintere
ftammertoarge.
©ie Seiten»änbe ber $ülfe finb unten nadj innen umgebogen, fie
geben baburdj ber oberften Patrone eine 21nlagefläd)e unb oerhinbem,
baß biefe nad) oben völlig heraudtritt.
©er Schloßhalter begrengt mit bem ^alteftollen bie (Rüd»ärtd«
bemegung bed Sdjloffed. ©er 8lud»erfer unb ber Sdjloßhalter ftnb
burdj bie gemeinfdjaftlidje Sd)loßhalterfd)raube mit ber $ülfe be»eglidj
oerbunben unb »erben burd) bie ©oppelfeber betätigt. Peim Burüd«
führen ber dämmer ftößt bie patronenhülfe an ben in bie (inte
dammertoarge eintretenben 2lud»erfer, unb bie $ü(fe »irb baburdj
bortoärtd Ijeraudgemorfen.
344 ©ad Sdjlofj.
©er Schlagbolgen hat hinter ber Spi^e einen flafd)enfönnigen
©eil, entfpredjenb ber (Bohrung im 3aPfen bed oorberen ftammerteild.
©er abgeflachte ©eit ift lang, entfpredjenb feiner Rührung im Schlößchen,
©ie (Einbreljungen geftatten, ben Schlagbolgen burch */« Untbreljung
mit ber Schlagbolgenmutter gu verbinben.
©ie dämmer (®ilb 95—97) wirb burch bie fjührungdleifte in
ber 9tut ber £)ülfenbrüde geführt, ©er Stengel bed Rammertnopfed
flößt beim ßurüdfüljren an bie ^jütfenbrüde.
2)aö ®eroe$r 98.
143
Batten mit Ser
binbungdmanc
Äu«fdmitt für
ben Daumen
bdm tttnfübren
ber Patronen
Durdibrudj für
&bloftba(ter unb
ÄuSwerfer
SRuttergetDtnbe
für bie ecblcR
ftalterfcbraitbe
Smb für ben Äi>
$UQäftüUai
ÄreufteH
ew
Silb 92.
$ülfe von Hn!3.
XeUer
Silb 93.
$ülfe von rechts.
3lii8brebungen mit
1 ifjiefen Tfläaifn für Die
beiben borberen &am
nierroarjeti
O&fW-&üh'rntobf
Patronen
ein Lage
rum Gin
“(eben bed
Vabeftretfend
’tjüifenbrürfc
Statteraeminbe für ben Sauf
äUlffllW- ^aRä|< %
Ent für
Die link
Derbere
Jtammer-
roarje
Äüöfttrittt
wm Gin-
(eben Des
Sabeftrctfend
hülfen
brücfe
-3 m Innern
fiübrungd
nute für bie
ßübnuigd
l elfte ber
Kammer
)hde für bie
5lafc ber
etfUufl
bol.jeii
immer
Sötten
mtt Ser-
bin-
biuigd*
mar je
Ua*
rronen*
ein lagt
Äam-
mcibabn
initftuä’
brebung
für bie
brnierc
.Kam-
mer*
nxxrje
-JtreiiA*
teil
^Ruftcrgerotnbe für bie
Ärenjirfjraube
Silb 94.
(Srfjlagboljen.
Äbgeftatbter leit
Gtnbrebungen
144
Sie beutfc$en §anbfeuerroaffen.
»ilb 95.
»ilb 96.
flammet, geöffnet, von rechts.
Äubfräfung
für ben
anfafc ber
Schlag-
boljenmutter
»ilb 97.
flammet, geöffnet, roageredjter Schnitt
®U8«
Sieber* —
frade
Bohrung_____
für bie
epi|e
beb
Schlag«
boljent
Borbere rechte Beweglicher
nammertoarse fRing
Sufijieber
Hintere Kammer-
roarje (recht«;
Kammer«
hoben
Borbere linfe
Stammerrtjarse
mit (Hnfcpnitt
für ben »ub«
werter
CHaßabjuge«
Öffnungen
SRuttergewinbe
für oab
Scfclöficben
®ad ®eroe$r 98.
145
©er borberfte Steif ber Rammer bilbet ben ©erfdjlufjtopf.
©er borbere Steil ber Rammet ift mit jmei ©adabgugdöffnungen
berfeljen, bie bei $ülfenreifjern ein weiteres gurüdfdjlagen bon ?ulber>
gafen behüten feilen.
©ad ©djlöfjdjen (®ilb 98—101) bat in feinem Rapfen eine
auf beiben ©eiten abgefladjte SBoljrimg für ben entfpredjenben Steif
bed Schlagbolzens. 2Rit bem borberen Sdjraubengewinbe wirb ed in
bie Rammet eingefdjraubt; bie richtige Vage bed ScblöfjcbenS in ber
Rammer ift bann borhanben, wenn ber ©rucfboljen in bie Sicberungd«
raft ber festeren einfpringt, er berbinbert fo ein unbeabficbtigted ©re^en
bed Schlößchens.
Bilb 98.
Sdjlöfjdjen von redjtd.
Shfcrnnifl «Vlüflcl bcxtjßcftcU»
SJnitfboljen
eWiWrv
nute
Bilb 99.
Sdjlöfjdjen von oben,
o$ne Sicherung.
(Schrauben«
genrinbe für
bad Shutter-
(jcrutnbc brr
Äciinnicr
©ie hintere Schlöfjchenboh«
rung nimmt bie Schlagbolzen«
mutter auf; fie hat unten eine
$ut für beren 2lnfafc, ber bei
abgewogenem ©ewehr mit feiner
fcbiefen fläche in ber Sludfräfung
ber Rammer liegt.
©ad borbere Gnbe bed
gapfend bilbet bad hintere SBiber-
lager für bie Schlagbolzenfeber.
Bilb 100.
©djlöfjdjen von vorn.
GWöfätn
nut
XruaODhcn
©ie ©idjerung bat feine fieber; fie Wirb in ihren brei Stellungen
burch bie ©cblagbolgenfeber gehalten.
©ie ©cblagboljenmutter berbinbet bie Scbloßteile miteinanber
unb bient jum Spannen bed ©ewehrd. Sbre innere Bohrung ift mit
Berlin, Staffenlcftre. S.BufL
10
146
$ie beutföen $anbfeuerroaffen.
einem an jtoei ©eiten tpeggefdjnittenen ©etoinbe toerfehen, in toeldjeS
ber entfprechenb geftaltete hintere Steil bed ©djlagboljenS eingreift. Um
beibe Steile ju toerbinben, genügt 7< Umbreljung.
ȟb 101.
(Sd^Iö&d&en, fenfred^ter
»obnmg für bie
Äammermtt ber
©tcbenmg$raft
Hintere« SBtber*
lager für bie
©djlagboljen*
feber
Tur(bbni(b für bie £<baufd ber SWrunfl
/
»obruno für bie
j ~ eUbeninfl
©obnmg füt bie
eglagooljerv
mutter
ecbraubengefttiwe für bab Wluttergefttnbe ber Äammex
»ilb 103.
»ilb 102.
StbgugdDorri^tung Don rechts.
845
»bjuflfc
ftollen
ÄbjugS
gabel
Trucfftüd mit 2 2)rutfnafen
Der StuSgieljer ift ber*
mittels eines breljbaren fRingeS
mit ber Kammer toerbunben.
(Er erfaßt bie Patrone beim
Sorfdjieben ber Sammer
unb hält fie bis jum 2tuS»
werfen feft, fo baß ein Doppettaben Vergütet wirb.
Der SlbgugSftollen ift hinter bem Slbjuge angebracht.
Der Saften mit fIRehrtabetoorricbtung (fBitb 104). ®r ift
unten burd) einen abnehmbaren stoben gefd)(offen, ber fid) mit bem
©djaft Vergleicht. Stuf bem iBoben ift ber Zubringer (öilb 105) mit
^ubringerfeber befeftigt. Grfterer ift treppenförmig, um ein tfagern
ber Patronen feitlich übereinanber gu bewirten. Der Saftenboben
tann abgewogen werben, ngd)bem ber ihn haltcnbe $atteftift mit ber
@ewe^r 98.
147
»ilb 104.
9Re^r(abet>orrt$tung beä <3eroe$«S 98.
Sdbeftretfen (fitffi fetttDörW QrrauS)
(gpt^e etneS ®ef$offeS Ijer«
untergebrüdt unb ber ©oben
etwas nadj hinten geflohen ift.
®eim?abenwirb einSabe»
ftreifen (ß. 381) mit fünf
Patronen in ben 9luSfdjnitt
ber $ülfenbrüde gefegt unb
bie Patronen in ben Saften
gebrüdt. ®ehn SSorfüfjren ber
Sammer fällt ber leere ?abe*
ftreifen feitlidj fjerab.
©ie Patronen lönnen
audj einzeln ebne Sabeftreifen
geloben werben, muffen aber
bann ftets in ben Saften ge»
brüdt werben.
Silb 106.
Zubringer.
10*
148 beutföen ^anbfeuerwaffen.
»ilb 106.
8erf($Iug beim (Sinfejen eine« neuen ßabeftreifen«
<2>ur$f($nitt non linfö gefe^en).
edjaft , ... ... Bapfen ber fcülfeAuiu | nuffangen be« Mütf I ftogeg, mtt Berbin bimgdmarge J Berbinbunggfdjraube u r| mtt öattefdjraubc '-Y (Sefäofjanlage - - Subrtafitr . • . ÄaftenbnOcti Bubrtngerfebrr -- -H Hj fluSbreljung brr > Jbülfe für bie btnicrc | - -., / Äammertoaiv - , " Y *igc iR ff / . •’ ; l z! Äreujfcfjraiibc 4 • mtt $attefdjrai!bc äolbenbal* - / I $anbftäge 1. )l; Älammerfufe ™ mtt »efeftt“ gungäfdjrauben — - I Äolben • - Beginn btfggogene ...... feitt ber Seele ih «““f rij | 1 1 Patronenlager 1 1 k . - - ’ Sanfmunbftüd t - «ülfentoW . . , Äuöbrebungen für bie Äammertoar jen | 1 1 ,| ! - - Cabeftreifen mtt I } | | 5 Patronen IH Anil /f* 1?i « 6ülfenbrü<fe Illi , ; n.. Kammer |i »| j - - - - -ed)lagbol«en i ii . i @4)Iagboljenfeber | 1’ /Jhiobf mit 0teugel »s,— ;jC .. .- SdjlbfedKn L|Jj SdjlagboQenmirttcr
i "
2)a8 ©eroe^r 98.
149
Cad ßnfammenwirfeu ber Sdj(o|tei!e.
Cie Unterfdjiebe gegen baS (Sewehr 88 finb folgenbe:
a. Cad Öffnen bed ©eweljrd 3um gaben. 34«
Seim Crehen ber Sammer tann ber Hudjieljer nur eine fRüd»
wärtdbewegung machen, ba er einerfcitd burdj bie 9?ut im ^jülfenlopf
gebalten, anberfeitd burdj ben beweglichen fting mit ber Sammer ber»
bunben ift.
Cie Sdjlagboljenmutter wirb beim Seginn ber Crehung mit
ber fdjiefen fjlädje i1jred SlnfaheS an ber entfpredjenben SluSfräfung
ber Sammer entlang geführt, bie 9iafe gleitet über ben Slbjugdftollen,
ibn etwas nach unten brüdenb, bid er burch bie 2lbjugSfeber wieber
nach oben gebrüdt wirb.
Seim .ßurüdfähren ber Sammer wirb auch ba? 'Scfjlöfjdjen
jurüdbewegt. 'Cer Crudboljen ift in bie SRaft für bie «Sicherung unb
ber Slnfafc ber Sdjlagboljenmutter in bie Heine Staft am Sammer»
boben eingetreten.
Cer 9lud;ieber jieljt bie Patronenljülfe, welche er mit feiner
Sralle feftgeljalten batte, jurücf. Surj vor Seenbigung ber Südwärts«
bewegung bed (Sdjloffed tritt ber Sludwerfer burch ben ©infdjnitt ber
linten Sammerwarje; hierburdj wirb bie Patronenljülfe vorwärts
binaudgeworfen. «Sobalb bad <Sdjlofj Völlig jurüdgejogen ift, tritt,
bem Crud ber $ubringerfeber folgenb, bie jweite Patrone nadj oben,
unb jWar fo, baff fie etwad vor ber Stirnfläche ber Sammer liegt.
(Ein gänglidjed ^eraudtreten ber Patrone aud bem Saften nach
oben verfjinbern bie nach innen umgebogenen SeitenWänbe ber $ülfe.
b. Cad gaben, Schließen unb Spannen bed ©eweljrS. 347
Seim gaben wirb ein gefüllter gabeftreifen in ben Sludfchnitt ber
$ülfenbrüde gefefct unb bie Patronen burch einen Crud auf bie oberfte
in ben Saften eingeführt. Sie lagern feitlidj übereinanber, rechts brei,
linfd jwei.
Sßirb bie Sammer vorgeführt, fo fällt ber gabeftreifen redjtd feit»
wärtd heraus, wäljrenb bie oberfte Patrone in bad Patronenlager ge»
fchoben wirb.
(Etwa in ber WHtte ber Patroneneinlage greift bie Sralle bed
Sudgieljerd fofort in bie (Einbreijung ber Patronenljülfe.
Cie Ü2afe ber Sdjlagboljenmutter gleitet in ihrer 9?ut unb
fefct fich gegen ben SlbjugSftollen, wo fie fteljen bleibt.
150
2)ie beutfgen $<tnbfeucrwaffen.
23eim $erumlegen ber Sammer nach rechte rüden Sammer unb
Sd)löfjd)en nod) etwas bor, ^ierbnr0 wirb bie Patrone böllig in ba«
Patronenlager eingeführt. ©er ©rudboljen tritt auS ber fflaß für
bie (Sicherung unb wirb burd) bie Hintere linte tJläd)e ber $ülfe in
fein Sager im Schlöffen jurüdgebrüdt. ©ie ©lagholjenfeber
iß nun ganj jufammengebrüdt unb baS ®ewe!)r gefpannt.
©ie Schlagbolgenmutter ßefß mit ihrem Slnfafe hinter ber
entfpred)enben HuSfrüfung ber Sammer.
348 c. ©aS Sbgiehen be£ (Gewehres.
' SBBtrb ber SbjugSßotlen nach unten gezogen, fo wirb bie fflaß ber
Schlagboljenmutter frei, unb bie ©d)lagbotgenfeber fdptettt bie lefetere
mit bem Schlagbolzen nad) born.
»ilb 107.
9tflnbungdf<boner.
SJlantd
349 4. ©er Schaft f;at bie in $. 315 betriebenen ®nrid)tungen
(ßelje aud) 1. „©er Sauf"); er t)at eine ^anbßüße. ©er oor bem
23ifier über bem Sauf liegenbe $anbfd)t erleichtert bie $anbl)abung
beS Gewehres, befonberS bei [tarier (£rt)ihung beä SaufeS.
350 5. ,ßum ®efd)lage gehören: (Pilb 87 unb 88) ©berring unb
$aten für ben ©ewehrriemen, ©eitengewehrftalter mit ©tift, jwei
fflingfebera, Unterring mit ffliembügel, Stodljalter, ßapfenlager, 23er-
binbungdfchraube mit .paltefdjraube, Sreu$fd)raube mit fflöhrd)en unb
£*altefd)raube, Slammerfuß unb Solbentappe.
351 6. 3U&törteile ßnb: ber ©ewehrriemen mit Slammer, ©oppel»
tnopf, Öfe unb Schnalle, ber SfflünbungSfdjoner (®ilb 107), ber mit
bem ffltünbungsbedel bereinigt iß, unb ju 10 Gewehren ein Schrauben«
jieher.
Seitengewehr fiehe 3- 10 un^ H.
$aS ®en>e$t 98.
151
Sie BorgÜge ber Einrichtungen bed ©ewehrd 98 gegenüber bem
©eweßr 88.
1. ©ie Bifiereinrichtung. ©ad SRichtbogenbifier bed ©eweßrd 98 352
bat nur eine Stimme, Wad nicht nur eine wefentlidje Bereinfachung
beim ©teilen bed Bifterd ift, fonbera aud) Berwechflungen ber Stimmen
beim 3itlen un^ baburdj Snwenbung falfch« Sifierftellungen aud«
fdjließt.
©ad Sifier geftattet in jeher Stellung eine freie Überficht, währenb
beim ©eweljr 88 bie Schentel bed Stammend eine Sefdjräntung bed
©efidjtdfelbed bewirtten.
©urdj bie Einrichtung ber feitlidjen Sifiermarten unb bed .ßeigerd
ift eine Prüfung ber Sifierftellung burd) ben Borgefefcten bequem unb
ohne Seläftigung ber Schüßen möglich.
©ie Heineren Sbgangdwintel bebingen niebrigere Sifierljöhen unb
bamit bequemeren Snfdjlag unb beffere Sdjußleiftung beim Spießen
auf weiten Entfernungen ©ie Sifierhöhen bed ©ewehrd 98 bienen
einer um 300 m »eiteren Entfernung beim ©eweljr 88.
2. ©er Serfdjluß. ©aburch, baß bie $ülfe oben gefdjloffen ift 358
($ülfenbrücfe), erhält fie eine größere ©auerhaftigteit.
©er Berfdjlußtopf ift fortgefallen; baburch ift ber Übelftanb beim
©etvehr 88, baß bad Schloß auch Dhne aufgefefcten Serfdjlußtopf ge«
fdjloffen unb abgefeuert werben tonnte, woburch erhebliche Berufungen
bed Schüfen bortommen tönnen, befeitigt.
Sei etwa eintretenben $ülfenreißern fdjlagen bie $ulbergafe nicht
hinten aud ber $ülfe hna»d, fonbera finben vorn burch bi* ®ad«
abjugdöffnungen einen unfdjäblidjen Sudweg.
©er Sudgieher ift wefentlidj berftärtt unb fo eingerichtet, baß er 354
beim Sorführen bed Sdjloffed bie Patrone ergreift unb bid jum
Sudwerfen feftljält. Seim ©eweljr 88 tritt bie Sralle bed Sudgieferd
erft bann in bie Einbrehung ber Batronenhülfe, wenn bad Schloß
beim fllechtdbrehen ber Sammer bollftänbig gefdjloffen wirb, ©er Sud«
jieher bed ©ewehrd 98 wirb nicht nur weniger leicht unbrauchbar,
fonbera er bereitet bollftänbig, baß jwei Patronen beim Saben auf«
einanber getrieben werben, bad fogenannte ©oppellaben.
©er beim ©eweßr 88 nicht immer ganj fidjere Schlößchenftanb
ift baburch bermieben, baß bad Schlößchen in bie Sammer einge«
fchraubt ift.
3. ©ie Tlehrlabeborrichtung. ©er unten gefdjloffene Saften 855
berßinbert ben Eintritt bon fjrembtörpern in bad ©ewehr, Wad beim
©eweßr 88 namentlich beim Schießen im Siegen oortommen tann.
152
Sie beutföen jpanbfeuetnMxffen.
Der leidet abnehmbare Staftenboben geftattet bem Schäften, jeher«
jeit bad innere bed Saftend nachgufehen unb ju reinigen.
Der Saften ragt nicht nach unten über ben ©«haft hettwr; ba»
burch ift bie $anbhabung, namentlich bad Dragen bed ©ewehrd auf
ber Schulter, bequemer, ber Anfchlag, befonberd hinter einer Sruftwehr,
leichter geworben.
Der Sabeftreifen (©ewicht 7 g) Verminbert bad ©ewicftt bed fSa«
tronenpafetd erheblich* (©ewicftt bed $atronenrahmend 17,1 g.)
Dad ©ewehr 98 tann auch urit einzelnen Patronen gelaben werben,
baher ift auch e’n 9t ach füll en bed Saftend bei teilweife verbrauchten
Patronen möglich.
SM 4. Der Schaft. Durch ben Fortfall bed Saufmanteld ift ed
möglich geworben, ben Schaft, befonberd im SBorberteil, triftiger ju
halten, wad namentlich für ben ©ebrauch ald blaute SBaffe erforberlich war.
Die Anbringung bed Seitengewehrd unter bem Sauf befeitigt ben
Übelftanb bed ©ewehrd 88, baß beim Schießen bad redjtd angebrachte
Seitengewehr bie Ireffähigfeit ungünftig beeinflußt; auch bie Sicherheit
beim Stoß ift erhöht worben.
Die £>anbftüfte gibt bei allen Anfdjlagarten ber redeten $anb bie
richtige Sage unb ermöglicht ein fefted (Eingehen bed ©ewehrd in bie
Schulter.
3. Der Sarabiner 88 (K. 88) nnb bad ©ewehr 91 (G. 91).
(©ewicht 3,1 kg, Sänge 95 cm.)
357 ®etbe haben im wefentlicßen bie Einrichtungen bed ©ewehrd 88.
858 Die Unterfchiebe finb folgenbe:
Der Sauf ift türjer (48,8 cm gegen 74 cm bed ©ewehrd).
Sei ber Serwenbung bed gleichen Sdjießbebarfd Wirb infolge nicht
völliger Audnuftung ber $ulvergafe bie Anfangdgefchwinbigteit (25 m
vor ber Wiünbung) auf 570 m, gegen 620 m bed ©ewehrd, herab«
gefefct (3- 71).
Die folgen finb größere Erhöhung für gleiche Entfernung, ge«
frümmtere ©efdjoßbahn, geringere Schußweite unb Durchfdjlagdlraft.
Der Saufmantet ift vorn burch ben Oberring mit bem Sauf ver«
bunben unb hat feine Seitengewehrwarje.
Dad SStfier reicht nur bid 1200 m unb hat Heinere Abnteffungen;
bie Schleppe fehlt-
Dad Sorn ift gegen Seftoßungen bei Unterbringen ber SBaffe
in ber ftarabinertafche bed jReiterd burch jwei Sacfen bed Dberringd
gefchäfjt.
Äatablnet 88 unb ®ewe^t 91. — Karabiner 98. — Sieootoer 88 unb 79. 153
©er Stengel bet flammer hat leinen flnopf, fonbern einen
©riff, unb ift nad) unten umgebogen, fo baff er fid) feitlid) an ben
Schaft legt
(Ein Stod ift nid)t vorhanben.
©ad ©ewefer 91 hat am Oberfchaft einen lurjen $alen jum
gufammenfefcen ber ©emefjre unb einen SRünbungdbedel.
©er flarabiner 88 hat eine Sifterfappe, bei ben berittenen
Irainmannfchaften eine Schlofelappe.
©er ©ewehrriemen ift an ber linten ©eite angebracht.
4. ©er flarabiner 98 (K. 98).
(©ewidjt 3,0 kg, Sänge 95 cm.)
(Er gleicht in feiner (Einrichtung bem ©entehr 98, in feinen Schüfe* 869
leiftungen bem flarabiner 88.
Son legerem unterfcheibet er fid) baburch, bafe ein Stod jum
.ßufammenfefcen ber flarabiner unb am Unterring ein Seitengewehr*
haltet vorhanben finb.
5. ©er ttrMtar 83 unb 79 (R. 83; R. 79) («ilb 108-110).
(^nftruttion, betreffenb ben fRevolver 83 nebft zugehöriger SRunition.)
©er ältere fRevolver 79 ift etwas länger unb fehlerer ald ber 360
fRevolver 83, fonft ganj gleich in Einrichtung unb Schufeleiftung.
(©ewicht be« SRevolverd 83 940 g, Sänge 258 mm.)
©er fRevolver 83 befteht aud Sauf, SBalje, Sd)lofetaften mit 361
Schlofe unb ber ©arnitur.
©ie $auptteile finb aud Stahl, bie ©arnitur unb Schrauben aud
(Eifen, bie flolbenfchaten aud fRufebaumI)olz.
1. ©er Sauf ift ein fich nad) vorn verjüngenbed fRohr. Sorn 362
trägt er bad florn, hinten geht er in einen 2ld)ttant über, auf ben ber
©etoinbeteil zum (Einfehrauben bed Saufed in ben Schlofefaften unb bad
Saufmunbftüd folgen; lefetered vermittelt ben Übertritt bed ©efchoffeS
aud ber 83alje in ben Sauf.
©ie Seele hat vier ßüge, bie fich auf 575 mm einmal um bie
Seelenachfe tvinben, ber ©urdjmeffer beträgt 10,6 mm. 9ln ber
SRünbung ift ber Sauf audgebrod)en, b. h- 3^9e nnb gelber finb etwad
nach aufeen abgerunbet, um fie vor Seftofeungen möglichft zu bewahren.
2. ©ie ©alje hat fed)# Sohrungen, Patronenlager, jur Stuf« 363
nähme ber Patronen.
154
Sie baiif<$en ^anbfeuenoaffen.
2(n ber äußeren Umflädje ber ®a(je liegen fedjß Heine Mafien, in
bie ber Slrretierljebel bei gefpanntem unb abgebrücftem Sdjlofj eingreift
unb fo bie Sßalje fefiljält. ©ie SSJalje breijt fidj um bie ©aljenadjfe,
bie burdj ben Sorberteil beß Sdjloßtaftenß unb bie SBalje $inbttrdjge$t
unb hinten in ber Sdjirmplatte ru^t. ©ie Sage ber Sßalje wirb burdj
ben in ber Mälje beß Äopfeß befinblidjen Hußfdjnitt, in ben ber Sperr«
ftift eingreift, gefidjert.
Silb 108.
Set Revolver 83.
©aß nadj jebem Sdjufj erforberlidje Umfefcen ber Sßalje ver«
mitteft baß an ber Hinteren ftlädje befinblidje fedjßteilige ßaljnrab.
(Silb 109.)
344 3. ©er ©djlofjtafien bient jur Hufnaljme unb Serbinbung ber
©eile beß Mevolüerß unb ju feiner -fpanbfjabung.
SSorn fifet ber bie SBaljenadjfe ljaltenbe Sperrftift, beffen $eber
ifjn nadj re^tö in ben 2lu3fdjnitt ber Sßaljenadjfe brüdt.
©er 2lu£fdjnitt für bie SEBalje wirb nad? oben burdj bie Sifier«
fdjiene, nadj ljinten burd? bie Scfjirmplatte begrenzt, ©ie Sifierfdjiene
trägt auf iljrem Hinteren (Enbe baß Sifier mit ftimme.
D« Seoofoet 88 unb 79.
165
Die Schirmplatte fdjliefjt bie SBalge nad? hinten ab; ber baran
befinblidje Stoßboben brüdt bie .abgufeuernbe Patrone öotlftänbig in
itjr Sager. Die Sdjirmplatte ift am Stofjboben für bie Spifce bed
$ahnd trichterförmig burdjbohrt unb enthält bad Sager für bie SBalgen»
adjfe unb einen länglichen Durchbruch für ben Umfafehebel.
Sin ber Schirmplatte fifct, mit ihr burch öhr un^ ®djraube ^tx’
bunben, bie Sabetlappe mit ®riff, ihre feitlicpe fefle. Anlage erhält fie
burch bie Sabeftappenfeber.
Sin bie Scpirmplatte fdjließt fich hinten bad Schloßteillager mit
brei feften SBellen für ben $aßn, ben SIbgug unb ben Sirretierhebel an.
Dann geht ber Saften in eine Schiene über, bie ben oberen unb
unteren Deil bed Sdjloßtaftend »erbinbet unb mit ben beiben Selben«
fchalen ben Selben bilbet.
4. Dad Schloß befteht aud ber Schlagfeber, bem £>ahn mit 365
Sette, bem Slbgug mit Slbgugdfeber, bem Umfafehebel mit fieber, bem
Sirretierhebel mit fjeber unb ber «Sicherung.
Die einarmige Schlagfeber ift mit ihrem »erftärtten ffinbe an
bie untere Solbenfchiene gefchraubt unb bilbet born einen $aten gur
Aufnahme ber Sette.
Der $ahn bient gum Spannen ber Schlagfeber, gum Umfefcen
ber SBalge unb gur Entgünbung ber Patrone. (Er befteht aud Sopf
mit Spifce unb Daumengriff, $ald unb IJlatte. än beren unterer
Seite finb gtoei fRaften, SRuh» unb Spannraft für ben Slbgug, bem
bad Sager für bie Umfatyhebeifeber unb hinten ber (Einftriöh nebft Öfe
für bie Sette. Diefe »erbinbet betoeglich ben $ahn mit ber Schlagfeber
unb wirb im Öhr bed $ahnd burd? einen Stift gehalten.
Der Slbgug hält ben aufgegogenen £jahn baburch feft, baß fein
Schnabel in bie fRaften bed £>ahnd eintritt.
Die an ber unteren Solbenfchiene angefchraubte Slbgugdfeber brüdt
auf ben Slbgug unb brüdt ihn fid?er in bie Stuften bed $aljnd.
Der mit feiner Sßelle in ber »erberen £*ahnplatte fi^enbe Umfaß-
hebel toirb beim .ßurüdgiehen bed $ahnd gehoben, mobei er mit feinem
üorberen (Enbe einen 3ahn bed iRabed an ber Sßalge nach oben fdjiebt
unb biefe gtoingt, eine Sechftelumbrehung nach rechts gu machen.
Der Sirretierhebel ift gtoeiarmig, ben »erberen längeren Slrm
mit SBarge brüdt bie Slrretierßebelfeber nach oben gegen bie SBalge.
Die Sicherung befteht aud Flügel unb SBelle, lefetere ift ficf?el=
förmig audgefdjnitten.
Dad Schlofjblech (®ilb 110) ift mit brei Schrauben befeftigt unb
hat auf ber äußeren Seite eine bogenförmige Slinne, in ber fid? bie Ü83arge
bed Sicherungdfliigeld bewegt; an ben (Enben ber iRinne je eine SRaft.
156
Sie beutföen $anbfeuenoaffen.
©ad ^ufammeuroirfeu ber Styfoßteife.
a. ©er abgebrüdte fRevolver.
366 ©ie Sdjlagfeber ift etwas angespannt; ber^ja^n liegt mit feinem
Stopf feft gegen bie Sdjirmplatte, feine Spifce ift burch bad Vodj ber
Platte hinburdjgetreten.
©er Schnabel bed Slbjuged fleht vorwärts ber fRuhrafl; bie
ärretierljebelfeber bat bie Sßarje bed Srretierhebeld in eine fRafl ber
®alje gebrüdt unb lefctere baburdj fejtgehalten. ©er Umfafcljebel ift
ganj nach unten getreten, fein 3ahn liegt am ßahnrab ber ffialje an.
b. ©er in fRuljraft befinbli^e fRevolver.
867 ©er $aljn ift, unter etroad ftärterer Snfpannung ber Sdjlagfeber,
fo Weit aufgejogen, bafj ber Schnabel bed SlbjugeS in bie fRuljraft
eingetreten ift; bie Spifce bed ^afjnd ift babei juriidgegangen unb fteljt
in bem 8odj ber Sdjirmplatte. ©er Umfafcljebel ift etroad gehoben,
ohne inbeffen bie SSalje in ^Bewegung gefegt ju haben.
©er SIbjug hat ben hinteren Sinn bed Slrretierhebeld nadj oben
gebrücft; ber vorbere Slrm ift infotgebeffen nach unten getreten unb bie
©alje frei geworben.
$n biefer Stellung ber Scblojjtetle erfolgt bad Saben unb fönt«
laben bed fRevolverd.
c. ©er gefpannte fRevolver.
368 ©er $aljn ift fo roeit jurüdgejogen, baß ber Slbjugdfdjnabel in
ber Spannraft fteht. ©ad StetteniHjt hat einen Söogen nadj unten be«
Schrieben unb baburdj bie Sdjtagfeber gefpannt. ©er Umfafchebel hat
feinen $ub vollenbet unb bie SÖalje um l/e umgefefct, fo bah ein neues
Patronenlager vor bem Sauf fteht.
©er Slbjug wirft nicht mehr auf ben Slrretierhebel, beffen vorberer
Slrm fich gehlen hat unb burch Eintritt feiner SBarje in eine fRafl
ber ©alje beren QSeftfteljen bewirft.
d. ©er gefieberte fRevolver.
369 ©er fRevolver tann forooljl bei Stellung bed $aljnd „abgebriidt“
roie in „fRuljraft" gefiebert »erben, ©ie Stellung ber Sdjloßteile bleibt
hierbei unveränbert, nur erhält bie ©elfe ber Sicherung burch ©«Ijen
bed ^-liigelS nach unten eine folche Vage, bah bie {jaljnplatte an bem
baran befinblidjen Sludfdjnitt nidjt Vorbeigehen, alfo ber $ahn nicht
aufgejogen »erben tann.
(Der S^iegbebarf bet ftanbfeuetwaffen. 157
e. Dad Mbgiehen bed fReWlverd.
* Seim .ßurüdgiehen bed Slbguged toirb ber $aljn frei; bie Sdjlag» 870
feber fdjnellt vermittels ber Rette bie $aljnplatte hinten nadj oben,
tvoburdj ber $aljn gu einer Drehung um feine Söelle gegivungen unb
feine Spifce nadj vorn gegen bie unter ber ©tofjplatte liegenbe Patrone
getrieben wirb.
Die ©arnitur befteht aud bem äbgugdbügel, ben beiben Rolben»
fdjalen unb bem Sragering.
VI. Der Sdjiejibebiirf ber ^aubfenerioafen.
8. 5ftr bad Qfetoeljt 88, ben ftarabtner 88, 98, bad ®etneljr 91.
Die Patrone 88 (Silb 111, 112) befteljt aud Patronenljülfe, 871
ßünbhütdjen, Pulverlabung, Pappeblättchen unb ©efdjofj. Sänge
= 82,5 mm, ©etoidjt 27,88 g.
Die Patronenhülfe, aud SReffing gegogen, entfpricf)t iprer gorm 872
nadj bem Patronenlager. $hre Seile ftelje Silb 111. Der Pulver»
unb ber ©efdjofjraum finb fdjtvadj tegelförmig, um bad $eraudgiehen
ber leeren Patronenljülfe gu erleichtern. Die ftart tegelförmige
Sdjtveifung begrengt bad $ineinfdjieben in ben Sauf.
Die flafdjenförmige <$eftalt geftattet, bie Patrone unb bamit bad
Patronenlager fürger, ben Serbrennungdraum gfinftiger gu geftalten,
ferner macht fie bie Patrone ljanblidjer unb ihre Unterbringung in
ber Patronentafdje bequemer.
$fn bem ftarfen, mit ber (Einbreljung für bie SudgieherfraUe Ver»
fehenen Soben ift bad ßünbhütchen ettoad verfentt untergebracht.
((Einrichtung $. 57.) Der Pulverraum ift innen lädiert, um ein
©djtvifcen bed SWetaHd beim S3Järmett>edjfe( gu verhüten.
Dad Stättdjenpulver (2,63 g) ift lofe in ber Patrone; ed
füllt ben Pulverraum nicht gang aud. Der verbleibenbe ßuftraum
hat ben .ßived, ben Pulvergafen {Raum gur erften (Entmidlung gu
geben (3- 29).
Dad Pappeblättdjen trennt bad Pulver vom ©efdjofj, um
biefed vor bem ©ppbieren gu fdjüfeen.
Dad ©efdjofj (31,3 mm == 3,86 Durchmeffer lang, 14,7 g 878
fdjmer) befteht aud bem $artbleilern unb bem aufgeprefjten, unten
umgebörtelten Stahlblechmantel. Diefer ift mit einer gang bünnen
fRideltupferljaut übergogen, bie bad fRoften verljinbern, bie {Reibung
158
Ter bet SxnatawrwejftB.
im tauf »erminbern unb fo eine gefdjmeibige bewirten füll,
(fine Weftboßfettung ift überflüffig.
974 Xad Qeftßoß ßat einen mn 0,2 mm größeren Snrtßmeffer (8,1 mm)
alt ber fcouf jWiftßen ben Reibern (7,9 mm). Taßer wirb t9, wenn
t& fi<b in Bewegung fefct, in bie ßfige geflankt. $ierbur$ erhält ed
einen größeren Umfang unb füllt bie $üge, wenn au$ ni$t ooflftänbig,
and, woburtß bie fixere ^üßrung gewäfyrleiftet wirb.
8tft> in.
Bilb 112.
Tie ftarfe $atrone 88.
Senkrechter Schnitt.
3tnfl$t.
®ef4)ofiraum
Mhilueniuim
Woben
— WeftM
- •• Patronen*
hülfe
-- l'inbrehnng
für bie Shio-
uebertraUe
3Aiibbühbcn
Wappc»
blält$en
SRantel, au*
(yinbrebung
für bie tflud-
liebe dralle
^ünb- 3ünbfllocfe mit
bunben 2 3ünböffnungen
Ätnbofe
Siä iyiu narfted ^kigcfdwß würbe bei ber großen 3nfang3gefd)winbigfeit
überhaupt nicht geführt, fonbern abgefdült werben unb beim Serlaffen
betJ Vaitietf feine v'eftalt völlig veränbert haben. Ä?er Stafiünantel
gibt bem O'efcboft bie nötige ^efligtcit unb verbinbert eine ju ftarfe
£taud'ung, inbem er bett Gleitern .uifammenbält. infolge feiner
»ebernben Si'irtung geftattet er iebeeb, baß bad ^eftboß genügenb ftart
geftaucht wirb.
S)er 6($ie&bebarf ber öanbfeuenvaffen.
159
{Beim Sluftreffen auf bad 3^ bewahrt ber Stahlmantet bie für
bad (Einbringen günpige $orm bed ©efchoffeS unb fiebert bannt beffen
bolle Durchfchlagfcaft
»ilb ns.
»ilb 114.
2)ie piafcpatronc.
2)ie S^erjierpatrone.
2 ©liefe-
pappe- -
pfropfen
$lafe-
patronen* “
Aulner.
Sfafcer ber fc^arfen Patrone werben in ber
SBaffe 88 noch bie piafcpatrone unb bie (Sgerftier;
patrone verroanbt. (»ilb 113 unb 114.)
3)aä in ber erfteren verroenbete piafcpatronem
pulver verbrennt rafc$er alb bab Öeroetjrblättdjen--
pulver. £aö leiste £oljgefc$o6 leiftet nur geringen
SBiberftanb unb wirb beim Sdjufj in viele Xeilc^en
jerriffen.
fünf Patronen bilben ein Pafet,
in einem Patronenrahmen (®ilb 115) ber*
einigt. ((Einrichtung beb Patronenrahmens
f- 3- 329.) .
(Ein SRahmen mit fünf Patronen wiegt
156,5 g. lieber ftnfanterift führt in ben
Zafchen 120 Patronen mit; 3 {Rahmen werben
in einer Padfchachtel, 15 folche in einer
»ilb 115.
$er Patronenrahmen 88.
160
Set S$ief;6ebatf bet $<tnbfeuern>affen.
Pacfljülfe untergebracht. ©er Rompagniepatronenioagen enthält 64 Pacf»
hülfen ju je 225 Patronen = 14400 Patronen, für ba« ©ewepr
(250 SDtann) 57 Patronen.
b. gür ba« ®ett»eljr 98.
378 ®ie S«Patrone befielt au« Patronenljülfe, ßünbhütdjen, Pulber«
labung unb ©efdjofj. Vänge = 80,3 mm, ®ewi^t 23,85 g.
»itb 116.
3ilnbt)iMdjen Sflnb^flt^en ^ttnbglode Slmbofj
mit 2 3ünb=
Öffnungen
379 ©ie Patronenljülfe ljat ähnliche ®eftalt unb (Einrichtung wie
bie ber Patrone 88. ®a« eingenietete unb um 0,25 mm üerfentte
ßünbljütdjen trägt auf bem ©oben bie ©ejeidjnung S. 04.
IDa« Pulver, eine neue Sri be« ©eweljrbtättchenpulber«, ift
feiner al« ba« bisherige unb wiegt 3,2 g. ®8 ift (ofe in ber pfiffe
unb füllt ben Pulberraum nicht böllig au«; ein Pappeblättchen ift nicht
üorljanben.
®et Scfcie&bebatf bet $ani*feuetn>affen. 161
Dad 8«®ef<hog (©frifcgefchog) ift 28 mm — 3,54 Durchmeffer 880
lang unb wiegt 10 g.
(Ed beftegt aud bem SBeic^bletfern unb bem aufgelegten, unten
umgebörtelten f^lugeifenble^mantel, ber, wie bidger, mit einer Riefel*
lupferhaut oerfegen ift. Der IBleifern h®i unten eine flache Hud«
höhlung.
Dad ©efdjog gliebert ft^h in ben hinteren, f$iva$ fegeiförmigen
Xeil, ber 8 mm, alfo noch nicht */’ ber ganzen Sänge, audma$t, unb
bie fegarf audlaufenbe, 20 mm lange <S|>ifee; bie Sänge ber Umbörte«
lung beträgt 1,5 mm.
Der Untere Seil, g-ü^rungdteil, hat einen etwad ftärferen Durch«
meffer ald ber Sauf ^wifchen ben Reibern; an biefer ©teile toirb bad
@ef<hog, wenn ed ftd? in ^Bewegung fefct, geführt. Die ©efchog«
führung erfolgt alfo burch ^teffung.
töegünftigt toirb bie fixere ©ef^ogführung burch bie ermähnte
flache Sludhöhlung im ©oben bed Sleifernd.
Der glatte (Eintritt in bie güge unb eine Slbf<hwä<hung bed
©toged hierbei, jugunften geringeren fRüdftoged unb grögerer Schonung
ber Sßaffe, wirb burch bie fdjwadj fegeiförmige ©eftalt bed gührungd»
teils begfinftigt. Dad ®ef$og fifet mit bem hinterften Deil 4,7 mm
tief in ber $iitfe, bie ed bermitteld einer fdjwachen üöürgung fefthält
fiabeftreifen
mit 3 Patronen.
»ilb 117.
fiabeftreifen
von oben gefetjen.
fiabeftreifen
(otjne gebet) oon oben
gefetjen.
(an« einem ©tüd gefertigt)
fluSgeftanste
Bungen
mit Bebertraft
3?ünf Patronen finb in einem Sabeftreifen bereinigt; • ©ewicht 381
126,26 g.
Betlin, Staffenlt(rt. S. Stuft. 11
162
S)ie (Sefdjofjnrirfung bet $anbfeuernraffen.
Die neue fform bed Sabeftreifend f)at im ©oben leine befonbere
fieber, fonbern ift aud einem <5tüd gefertigt, beffen ©oben vermitteld
audgeftangter, febernber 3un9en b« Patronen fefthält.
Dad geringere ©etüidjt ber S-Patrone geftattet bad SOWtfüljren
einer größeren Patronengafjl ofjne SDlehrbelaftung-bed Sdjüfcen (150 ®tüd,
bidljer 120).
»ilb 118 ®* ^<U 83 nnb 79.
882 ®'c Die fdjarfe Patrone (©üb 118) befteht aud ber
3levo(oet> patronenljülfe, bem $ünbljütdjen, ber Pulverlabung unb
pattone. bf,m
fDie patronenljülfe ifl walgenförmig unb hinten mit
einem überfteljenben 9?anb, ber Krempe, verfeßen, bie bad
Sinfüljren ber Patrone in bad Patronenlager begrengt.
ßünbljütdjen mie gewöhnlich.
Die Pulvertabung befteljt aud 1,5. g ®eweljr=
pulver M/71; bad ©efdjoß ift aud ©leibraljt gepreßt,
17 g fdjwer unb hat gwei fRiUen, bamit bie ©efdjoßfettung
« Keffer haftet.
Sänge ber Patrone 36,5 mm, Schwere 21,15 g.
Sie Platzpatrone ljat ftatt bed Gfefdjoffed jroei Serfpfropfen aud gliefr
papier, Puloerlabung 1 g. Sie Grer^ ierpatrone ljat ein $>oQgefc$o&.
VII. Die (öel'djofiwirkung ber fjanbfeuerwaffen.
a. ©ewehre.
383 Dad ©eweljrgefdjoß foll lebiglidj burdj feine Durdjfdjlagdfraft ben
©egner außer ©efedjt fefcen; fie ift um fo größer, je größer bie
lebenbige Sraft bed ©efdjoffed ift.
381 Dad (Einbringen bed (Sefdjoffed in ben Körper wirb burdj Heinen
duerfcfjnitt unb giinftige ©eftalt ber ©efc^oßfpifee erleichtert.
Der Staljtniantel bewirft, bafj ber ©leifern beim Durdjboljren
von SBeidjteilen unb Snodjen nicht gerfpri^t. Daher fann badfelbe
©efdjofj mehrere bintereinanber fteljenbe Veute burdjbringen unb außer
©efedjt fe(jen.
385 Die Perwunbungen geigen im allgemeinen, im ©ergleidj gu ben
burdj nadte ©leigefdjoffe verurfadjten, einen Heinen Sm» unb Hudfdjufj
unb glatten Sdjufjtanal.
Dagegen wirft bad ©efdjoß infolge feiner großen ©efdjwinbigfeit
in ber Uöeifc auf ben burdjboljrten Körperteil, baß ed beim (Einbringen
Sie @efc$ofjn>irfung ber Jpanbfeuerroaffen.
163
ben umtiegenben gflüffigteitSteilen feine ©efchwinbigfeit mitteitt, wobei
fie, ba fie nid^t ^ufammenbrüdbar finb, in tfyrer Umgebung eine ärt
Sprengwirfung auSüben.
Naturgemäß bringt biefe SBirtung bad ©efchoß befonberS in
folgen Organen hervor, bie ftarf mit glüffigfeit gefüllt unb ringsherum
eingefchloffen finb (©ehirn, fperj, SOlagen ufw.). SOJarffnothen werben
meift jerfplittert, flad^e Stnodjen (Seelen, (Schulterblatt) glatt burch«
fragen. ©ie außerorbentliche ©utartigfeit unb fdjnelle Teilung felbft
fernerer SSerwunbungen Würben im ruffifdjqapanifdjen Äriege feft«
geftellt.*)
©ie eigentümliche ©prengwirfung ber fdpietlfliegenben ©efdfoffe 886
beranfdjaulicht fehr treffenb ein SSerfuch, ber in ber „©eutfdjen SBerfuchS»
anftalt für fpanbfeuerwaffen“ in fpalenfee ausgeführt würbe.**)
©ie Slbbilbungen (IBilb 119) jeigen ben (Ein- unb SluSfcljuß eines
mit berfdjiebenen ©efchwinbigfeiten berfeuerten 9 mm»®efdjoffeS
auf 10 m ©ntfernung gegen eine 7,5 cm ftarfe glatte aud tnetbarem
©on. ©iefer ift befonberS baju geeignet, bie ©efdjoßwirfung im
tierifdjen Jtörper ju üeranfthauiichen, ba er nicht jufammenbrücfbar ift,
währenb feine fjlfiffcgfeitsteile beim ©urdjbringen eines ©efchoffeS fid)
leicht berfdjieben unb bie hierbei erhaltene ©efchwinbigfeit ihrer Um«
gebung mitteilen. ©ie im Xon burch ben <Sd)ufj herborgerufenen 23er«
änberungen bleiben beftehen unb geigen fo ein recht beutlidjeS Silb ber
©efchoßwirfung im Körper. Sehr beutlich ift in ben Slbbilbungen ber
(Einfluß ber ©efcßoßgefchwinbigteit ju berfolgen; bei ber grüßten bon
450 m hat ber ©chußfanal einen ©urchmeffer bon 15 cm, bei ber
fleinften bon 60 m einen folgen bon nur 1,5 cm. ©arauS geßt
herbor, baß bie Schwere ber Serwunbungen Wädjft, je Reiner bie (Ent«
fernung ift.
©ad bei bem Serfudj benufete nadte SBeichbleigefchoß erhielt burch
bie Stauchung beim (Einbringen fc^on einen ©ur^meffer bon 18 mm,
bagegen erlitt ein mit 650 m ©efc^winbigfeit auffcßlagenbeS Sollmantel«
gefdhoß feine Stauchung unb erhielte in ber Tonplatte einen (Einfchuß
bon 6 cm unb einen 2lu£fchuß bon 7,75 cm ©urchmeffer. ©aß bie
©chußfanäle im (ebenben ffleifct; Heiner finb, bürfte barin liegen, baß
baS IDfuSfelfleifch elaftifcher ift als ber Don.
*) „HKobeme Seroaffnung unb ©anitätöbienft" non Dberftabäarjt
Dr. Schaefer im 3. Sei^eft jum 9Rilitär4Bo$enblatt 1907. Mittler <fc @o$n.
♦*) „Ärieg$tec$nif$e Seitfärift" 1900. 6. £eft (5. ©. ©littler & ©o^n.
11*
164
Üe 0cf<|efrrätaa6 bet
981 Xie SMatttt, bie gegen eine »eitere fjerabfefenng be« 8anf-
bnrdpneffer« geltenb genutzt »erben, bafj nümlidj ein ®ef$o£ bon
Heine» Xnr^meffer nidjt genüge, nm ben Oegner anfjer <3efe$t gu fefcen,
finb bnr$ ben rnfftf<^japanif(ben ftrieg in ber Seife geHärt worben,
bafj ein Xnrdjraeffer von 6,5 mm als bie unterfte gnlüffige Orenge
angefe$en werben mut.
«ilb 119.
@inf<bufj.
8NN Xie Sirtung be« S»@efdjoffe« (Oefdjoffe« 88) gegen wiberftanb««
fähige 3'fic gibt bie ®cf)iefjt>orfcf)rift folgenbermafjen an:
(Mögen £)ol(v 9luf 100 m Wirb 60 (80) cm ftarte«
. 400 < - 80 (45) •
• 800 . r 35 (25) .
. 1800 • « 10 (5) »
trorfene« JHefernbolj bnrdjfdjlagen.
(Hegen (Sifen: 7 nun ftarfc ciferne glatten werben bi« etwa
350 (500) m bnrobfcblagen; 0,5 mm ftarfe Staljtylatten befter Än«
fertigung erhalten bi« etwa UM) (50) m unbebeutenbe (Einbrüde,
barttber hinan« büren auch biefe auf. (Sin Angabe über bie Sirtung
2>ie S^ufjtetftungen ber §<xnbfeuerro<xffen. 165
beS (SfefdjoffeS gegen bie 4—5 mm ßarlen ©djufcfdjilbe bet f^elbartillerie
iß in ber Sdjiefjvorfdjrift nidjt enthalten, bodj iß anjuneljmen, baß ße
von 300 m ab gegen Qnfanteriefeuer fdjßfeen.
Die (Einbringungstiefe in ®anb unb (Erbe beträgt IjödjßenS
90 (90) cm.
.ßiegelmauern von ber ©tärfe eines ganzen (halben) ©teinS lönnen
mit einem ©djufj burdjfdjlagen werben, ßärfere, wenn mehrere ©pfiffe
biefelbe ©teile treffen.
Die Kenntnis biefer SBirfung iß bei Anlage von Cefeßigungen
unb Senkung von Decfungen notwenbig.
b. Sarabiner.
3§re ®ef$oßwirfung ßeljt ber ber ©eweßre nur Wenig nadj. 889
Die ©djiefjvorfdjrift gibt gegen wiberßanbSfityige ^iete biefelbe SBirfung
Wie bie beS ©eweljr« 88 an.
e. Revolver.
Die SBirfung bed fRevolvergefdjoffeS reicht nur auf ben nä^ßen 890
(Entfernungen auS; auf 15 m (Entfernung werben 3. SB. fRößrentnodjen
beS BferbeS nit^t mehr burdffdjlagen.
VIII. Die S^ttßleißunsen Ker ^anbfenerwaffen.
&. ©eweßr 98 (88).
SOliinbungSgefc^winbigfeit 885 (640) m, (Sefdßvinbigfeit 891
25 m vor ber Wlünbung (SnfangSgefcßwinbigteit) 860 (620) m.
©efamtfdjufjWeite ungefähr 4000 m bei einem (ErljöljungSWinfel 892
von etwa 31° (32>).
fjallwintel. 398
Stuf 4000 m beträgt ber (Einfallwintel etwa 60° (60°)
• 2000 ... . runb 12° (14°)
• 1500 - • « • 5° ( 7°)
. 1000 . . ’ . - 2° ( 3°)
- 600. « . . */»° (r)
(Eine ©djußtafet ber (Seweßre ift in 3.133 enthalten.
SDlittlere fttugljöljen ber ©efdjoffe in m über unb unter ber toageredjten SSiperlinie.
Setter 98 (88).
Sei Änroenbung bed Sifterd 50 auf ben Entfernungen 750
100 150 200 250 300 350 400 450 500 550 600 650 700
Sfanbvtfter (0,10) \ (0,20) (0,25) (0) 60,?0) 1 l 1 1
Äletne klappe (0,25) (0,40) (0,55) (0,60) (0,50) (0) (0,50)
400 0,15 0,25 0,35 0,40 0,40 0,30 0,20 0 -0,20
450 (0,35)' (0,65) (0,90) (7,/OJ (/,/5) (1,10) (0,90) (0,50) (0) (-0,70)
500 (0,40) ’ (0,80) (1,15) (W (1,50) (1,50) (1.35) (1,10) (0,65) (0) (-0,85)
0,20 0,40 0,55 0,65 0,70 0,70 0,60 0,50 0,30 0 -0,35 1
(0,50) (0,95) (1.35) (1,65) (7,90J (1.95) (1,90) (1.70) a,30) (0,75) (0) (-1.00)
ÖÖV 0,25 0,45 0,65 0,75 0,85 0,90 0,85 0,75 0,60 0,80 0 -0,40
600 (0,60) (1,15) (1,60) (2,00) (2,30) (2,45) (2,50)\ (2,35) (2,05J (1,60) (0,90J (<>) (-/,/5;
0,30 0,55 0,75 0,95 1,05 1,10 1,15 | 1,05 0,95 0,70 0,40 0 -0,45
650 (0,65) (Vo; (1,85) (2,35) (2,70) (3,00) (3,10)! (3,05) (2,85.) (2,45; (1.85) (1.05) (0) (-/,30J
0,35 0,65 0,90 1/10 1,25 1,40 1,45 1,45 1,35 1,20 0,95 0,55 0 -0,60
700 (0,75) (7,50) (2,15)' (2,70) (3,20) (3,55J (3,75; (3,80) (3,70) (3,40) (2,90) (2.15) (7,20) (0) (-7,45;
0,40 0,75 1,10 1,85 1,60 1,70 | 1,80 1,85 1,80 1,65 1,50 1,20 0,70 0 •0,75
£ie Sc^ugleiftungen ber fcanbfeuerwaffen.
»ilb 120.
Streuungen ber ©eroe^re 98 unb 88
auf:
£te Sd&ufeleiftungen ber ^anbfeuerwaffen.
$ö$enftreuung: { cin $öljenftreuung: { gf = iof fcöfjenflreuung: { |g =
»reitenftreuung: | »reiienftreuung: { \ 88= 63 »reitenftreuung: | 88 s
168
Die ©(^ufeleiftungen btt ^anbfeuerwaffen.
896
Streuung beS ®etoe$r& 98 (88).
Uta tut- | || III I___
M«~a« 60 100 160 200 960 800 360 400 460 600 600 700 800 900 1000 11001200
_ Mna_________|___________I I_____________ ।____________I_____ ।
' 9 I 15 | 21 I 27 I 84 [ 41 I 48 I 66 I 65 | 86'111 [ 140 | 178 | 210 251 296
utmnig
4
(8)
TL"?:.
«neuen*
ftreuung
in em
8 I 8 I 18 I 18 I 28 I 28 I 88 1 39 | 45 I 51 I 61 I 79 98 f 121 I 148 11791904
\(4)(10y(15)(20).(36).(30y.(37)(42)l(48)\(33)\(64)\(88)(1t2)\(i36).(t60yt . | .
£)ie Sailen Peilen SRitteltverte vor. GS tann nidjt geforbert
toerben, bafj jebe* einzelne ®eweljr auf alten (Entfernungen biefen
StreuungSgrenjen entfpridp.
an ®eftridjene {Räume in m. ©eroe^r 98. •
Sei Stnroenbung bed Sei fielen in ber $öfje non m
Sifierd: 0,30 । 0,50 | 0,80 | 140 | ljo ; 2,00
400 100 1 • gan$ beftridjen
500 60 120 | gatt$ kefhi^ett
600 ” 40 1 r-6ö । 120 gattj btflridjeit
^00 20 ~4O ‘ j 70 140 230 befffSen
800 20 l » Z*L 80 100 180
900 15 20 30 60 80 100
1000 io 1 20 I ,_j- 30 50 60 70
11Ö0 10 1 15 ~ 20~ 40 50 60
~~ 1200 10 20 30 40 50
Öeroefjr 88.
Sei ^Inroenbung bed Sifierd: Sei gielen in ber $ö$e non m
0,30 i 0,50 | 0,80 | 1,40 | 1,70 1 2,00
Stanbbifter flang befinden
kleine Etappe 60 | 110 ; gatt} kepridjett
450 30 ' 50 1 90 da«) beftridjen
500 25 40 j 70~ 1 150 I ganj beftridjen
- _ — _ — — — — —
600 20 1 80 40 | ' 90 T 110 1 140
700 ” 15 1 20~ 80 । _ 60 ' I ' 7Ö~ I 90
’ 800 10 i 15 20 1 ’ ~~50 — । 50 ~ 70
900 “ 10 15~ ” 20~ 1 85 | 40 50
1200 V । 10 1Ö ! 20 i 20 80
Die 6$ugleiftungen ber ^anbfeuerroaffen.
169
b. Karabiner 88. (®ewe$r 91.) Karabiner 98.
3Rünbung«gef<$toinbigteit 590 m, ©eföwinbigfeit 26 m vor 898
ber SD?ünbung (3lnfang«gef^icinbigteit) 570 m.
©efamtf ^ujjweite ungefähr 3200 m bei einem (Erb^un98* 899
Würfel von etwa 35°.
^allwintet. 400
Ent« fer» nung gaUrointel Ent- fer» nung gaürointel Ent* fer. nung gaUroinfei Ent* fer» nung Sattroinfel
50m 100 * 1 150 * | 200 = | 0° 3' 5" 10° 6'42" 10° 10' 52" 10° 15'37" 250 m 300 * 350 = 400 s 0° 20'59” 0° 27' —" 0° 33*41" 0° 41' 3'* 450 m 500 * 600 * 700 * 0° 49* 10** 0° 53* 1" 1° 18* 7” 1° 41*35" 800m 900 * 1000 * 1200 * | 1 '2° 8'88" 2° 39'80" 13° 14'22" 14o 37- r 1
Wiitttere f^lug^ö^en ber ®efdjoffe in m über unb unter ber 401
wageredjten SBifiertinie.
Sei 9ln* roenbung beSSifterd auf ben Entfernungen
50 100 Ibo'aoo! 250 1 800 ! 350 1 400 1 1 1 1 1 1 1 450 500 । 550 600 650 700 750
Jtai etairbolfkrl 0,2 0,3 0,3 0,21 0 ! cabiner 88 (®ewe^r -0,4 ; i 91) 1
ä1“äI«»7< ÖAO,«| 0,7 0.7 _0,6" 0,4 1 0 1 — 0,6 i
450 0,&! 0,9 1,2 1,3 1,4 1,310 Ö6 ~0_ ^0,8 1 1
500 0,0; l.O11,4' 1,71 1,8 Q J 1,8 1 1,6 1£ 0,7 0 -0,9; 1 1
ovo 0,7 l,*! 1,9 2,4; 2,7 _ „ II 1 1 1 25” _2£ 1,8 1,0 0 -13 1
700 4,3 33 1 2,4 r^ -1,6
Äarabi etairtWer 0.2 0.2 0.2, 0 -OX । iner ! 38 ! 1 i_ 1 L_ 1
300 0.3 04.0.5 0,5| 0,8 ‘ 0 1-0,5 1 1 1
350 0,3 (MJ O,7jo,7 0,6 oTii^ -Ö6 l_— | i 1 _ i | 1 1
400 1 ®. 1^ m! ©' 5 S~ I 0,8 ! 0,5 0 1—0,7 l 1 1
450 500 0,5 0,9.1,2 1,3 1,4 0,6 1,0 1,41,7] 1,8 ! 1,3 I 1,0 iijn.ö- oj- 13 1 0,7 j-08 L°~ i-w — 1-.. 1 1 1 i
600 0,7 1,4 1,9 2,4 2,7 1 2,9 [ 2,9 2,72,3 L1'8. 1,0 0 ;-u
700 = _ |1,H, 13,2: '4,1 l”~ 43 i | 8,8 r 2,4 | 13 I 0 -”l6
170
2)ie €$uf)(eifiungen bet Jöanbfeuerroaffen.
402
Streuung.
(Karabiner 88, 98 unb ©entehr 91.)
2(uf ben Entfernungen D£»n m 100 1W 200.250 1 1 II 400 , . 900 1 1000
.vöbem ftreuung in cm 14 28 1 36 45 ! 54 77 ( 104 136 175 221 336 i
®reiten= ftreuung in cm 10 16 23 30 | 38 46 64 ' 1 85 108 132(158 1 1 1 186 216
©ie Ballen fallen WHtteltoerte bar. tann nidjt geforbert
werben, bafj jeber einzelne Äarabiner auf allen (Entfernungen btefen
Streuungdgrenjen entfpricht.
408 ©eftridjene fftfiutne.
Karabiner 88. (GJetoeljr 91.)
Sei 9lnroenbung bed Sifierd 0,30 bei Sielen in ^er $öbe von m 2.0
aso 0,80 1,40 1 1,70
bed Stanbüifierö 83 ganj befinden
ber (leinen Klappe 36 65 ganj beftridjen
450 23 39 69 ganj beftxi$en
500 - “ J 32 54 116 • 168 ßanj befinden
600 14 23 । 38 73 95 118
700 7nj 18 28 52 | ! 65 79
800 8 ; 13 ! V 1 41 1 so : 1 60
900 6_ 1 _2L.i J 32 40 «
1000 i > ! Li? _l5_i 27 • 32 38
1100 4 । I 7 1 12 ' 23 । 26 I 31
1200 4 i 6 10 19 l 21 1 26
©ie beftridjenen fRäunte bed Starabinerd 98 finb nidjt belannt.
Sie (SJewefjre bet eutop&iföen ®rofjmä$te. 171
c. fRevolver 83 unb 79. 404
Über ihre ©djufjleiftungen enthält bie (Sdjiefjborfdjrift ber Qn«
fanterie nur folgenbe Pemertung: Wad) ber Seiftungdfähigteit ber ©affe
tann ein fid) er er Schüße mit jebent ®djufj bie gigurfdjeibe treffen
((Entfernung 20 m).
^öffentlich wirb biefe veraltete ©affe balb burd? eine Selbftlabe«
piftole erfefct.
IX. Sie (Gewehre btt enropaifthtn ffirofnnäthte.
Sotbemetlung. Sa bie ©eroe^re bet ®ro|jmäc$te in ben ©runbfäfcen
ifjrcr €inri$tungen ben ausführlich betriebenen beutfdjen Hßaffen gleichen, fo ftnb
im folgenben nut bie roefentlidtften Untetföiebe be^anbelt Jür bie Sßejeid&nung
bet ©eroetyrteile ftnb bie beulten 2lu3btüde angeroenbet worben.
®ine oetgletenbe 3ufammenf*eIIun0 bet roidjtigften Angaben enthält 3.457.
1. öfterrei<$*ttagarn.
Sad fRepetiergcwchr M/95. (Pilb 121—123.)*)
IRehrlaber mit feftem PHttelfchaftdmagajin für Patetlabung; 405
turjer Patronenrahmen mit 5 Patronen. ©hftem SWamtli^er.
Der Sauf, Durdpneffer 8 mm, hflt 4 $üge, gleichförmigen fRechtd« 406
brall. Draütvinlel 5° 44' 26". (Er ift faft feiner ganzen Sänge nach
mit einem höljernen ©berfdjaft bebecft.
Pifiereinrid)tung. Storn auf befonberer Stornhülfe, bie auf ben 407
Sauf geflohen, vernietet unb verlötet ift.
Pifier: {RahmenVifier mit Pifterf^ieber. Der {Rahmen ift auf
bem Pifierfufj brehbar befeftigt unb Wirb burch b’e Pifierfeber in
liegenber ober ftehenber Stellung gehalten.
(Er hat unten einen rechttvinllig angefefcten, turnen Sinn mit ber
Äimme für bie „’JlormalauffahfteUung", 500x (lx = 0,75 m). än ber
unteren fläche beö 9lahmenau3fchnitte3 ift bie Stimme für bie türjefte
PifierfteUung, 300x. 2ln ben ©chenteln beS {Rahmend ift bie Pifier«
einteilung von 600—2400x angebracht; ber oberfte Pifiertamm trägt
bie Stimme für 2600x.
Pifierfchieber ähnlich tvie beim ©etveljr M/71/84 (ß. 238).
Perfchlufj. ©erabejug • Stolbenverfchlufj mit zentraler Per« 408
riegelung.
®ie ^ülfe ift im oberen, vorberen Seil eingerichtet wie bie bed
©etvehrd 88 ($. 327). Der Streujteil hat ald (Gleitbahn für bie
*) Silber auS SRarföner „fflaffenlefjte", SBien, 1899, & XempStp.
»ilb 121.
GJeroefjr abgeftroffen. 6enhe$ter Schnitt.
S)ie (Steme^re ber europftiftyn (Sfco&mfitye.
9 fcülfe.
vst Hammer.
9*t ©riffftüd.
st Stütfeber.
ah 9Cb3ug3$e6eI.
at Slb^ugöftodcn.
s Slb3UQ.
aw SluSroerfer.
ai ©renjftoUen.
«i »bguftgftift.
sm ©$lagboljenmutter.
d (Skiff baju.
zf Subringerfeber.
zh SubringerQebel.
zp B^bringerplatte.
mh 2Ragajin^a[ter.
£)fterrei<$41ngam.
173
gührungdttarjen bed OriffftücfS eine oben breite SRut mit trapej«
förmigem Ouerfdjnitt, für bie Rührung ber Schlagboljenmutter eine
fdjmale, rechtedige Stut, lintd eine Öuernut für bie Sicherung („Sperr«
tlappenraft“).
©ad Schloß befteht and ber Sammer unb bem ©riffßüd, welche
bie übrigen ©djloßteile enthalten unb burd) bie Sd)lagboljenmutter
jufammengehalten werben, ©ie Sammer (®ilb 122) ift in bad ®riff«
ftüd eingefefct, ihr Derberer ©eil hübet ben Serfd)tußtopf mit ben
5Berfd)lußloarjen. ©er ®erf<hlußtopf hat unten eine Stut, in bie ber
äudwerfer beim .Qurüdjiehen bed ©djloffed eingreift, ©ie innen
»aljenförmig audgebohrte Sammer ift hinten burd) bie Sammerfdjraube
mit ©ohrung für ben Schlagbolzen abgefd)loffen. Sie bilbet bad
hintere Sffiiberlager für bie Schlagbo’lgenfeber.
®ilb 122.
®riffftüd unb Äammer.
gjt. (Sriffftüd.
fji. gührungötjütfe.
fjt. gütjrung3f($raube.
ni Wut für ben 2tuö=
jieijer.
fit gütirungäleiften.
e Ginftrith jur Stuf«
nähme ber Sperr«
Happe.
v.k. SJerfdjlu&topf.
w Sßarjen.
a.w.n StuSroerfernut.
ns Schraubenförmige
Wüten.
nj Waften.
vx Jtammerfdjraube.
bie äußere ^(ädhe ber Sammer finb ^toei fd)raubenförmig
getounbene Stuten für bie ^ührungdieiften bed ©riffftüdd eingefd)nitten.
Sie haben eine nach vorn bjW. hinten führenbe, gerabe Sertängerung,
in bie bie f^ührungdleifte bed 9lud)ieherd eingreift.
©ad ©riffftüd (©ilb 122), ein waljenförmiged, burdjbohrted
Stüd, hat außen jtoei fjführungdleiften unb trägt rechtd ben ©riff mit
174
Sie ©eroefjre ber europäifchen @rofjmä<hte.
S3iR> 123.
©eroetjr geöffnet; 1 Patronenrahmen eingefeßt
e £ n.
<9 55 <0
Snopf. Tie an bei
unteren fVlädje befinb«
liehen turjen ^üljrungd«
leiften bienen jur Se«
grenjung ber Stüctmärtd«
Bewegung bed ©djloffed.
Sufjerbem befinbet fidj
an ber unteren Sammer*
fläche ber mit einer Sud«
breijung berfeljene Sidje«
rungdanfafc, in bie ber
Sudmerfer bei gefdjloffe»
nem SBerfdjluffe eintritt
unb, inbem er an ber Sud«
merferftüfte (Silb 123)
ein SBiberlager finbet,
bad ßuriidroeidjen bed
©riffpücfed üerfyinbert.
Tie hintere, ringför«
mige Serftärtung bed
©riffftücfed fyat lintd
einen (Sinftridj jur Suf»
nähme ber bre^baren
(Sperrtlappe.
Tie innere Sohrung
trägt bie burdj eine
«Schraube in ihrer Sage
feftgeljaltene ^ü^rungö=
hälfe, bie jur Rührung
bed «Sdjlagbol jend bient.
Tie Sohrung vor ber
^üljrungdhülfe bient jur
Aufnahme ber Sammer unb
Bat redjtd eine 9tut für ben
Sudjieljer. Tie hintereSoIj*
Tung nimmt bie «Sdjlag«
boljenmutter auf.
Ter Sudjieljer liegt in
ber entfpredjenben 92ut bed
©riffftiicfed unb tann fich
baher nicht breljen.
£>fterrei$=Ungam.
175
©ie aRehrlabeVorridjtung entfpricht in ihrer Slnorbnung ber
bed ©ewehrd 88 (3- 329). äm 2lbjuge ift ber äudWerfer angebracht,
ffir liegt in bem Vager bed Sibgugdhebeld; fein oberer Slrm tragt einen
in bie $ülfe hineinragenben Slnfafc unb legt fid? 9e9en e*ne Staft, bie
atadwerferflüfce bed ©riffftüded. ©er Slbgug hat 8»ei nad? oben
gehenbe, jaljnartige änfäfce, bie ©renjftolleii, gegen bie fid? bie lurgen
<Jiil?rungdleiften bed ©riffftüded beim Öffnen legen.
©ad gufammenwirten ber ©d>logteire.
®eim Öffnen Wirb bad ©riffftüd heftig gurüdgegogen, bid bie 40»
lurgen ^üfjrungdleiften an ber unteren ©eite fid? an bie ©rengftollen
legen. Sei {Beginn ber Bewegung gleiten bie fdjraubenförmigen Seiften
bed ©riffftüded in ben entfpredjenben Eliten ber Kammer unb breljen
fie um 90°.
©ie 2Jerfd?lußwargen treten aud ben 2ludbrehungen bed hülfen«
lopfed h^raud; ber 2ludgieher tann bie ©reljung nid?t mitmad?en, ba
er in einer 92ut bed ©riffftüded geführt wirb, ©a bie fRüdwärtd»
bewegung fich auch ^cr ®<h^a9^ol3enntutter mitteilt, fo wirb ber ©d?lag=
böigen gurüdgegogen unb bie fieber gefpannt. Äurg vor bem völligen
Öffnen tritt ber Sludwerfer in bie 9iut bed SBerfdjlußlopfed unb ragt
bei Vollenbeter Öffnung in beffen Sludbrehung hinein; eine in ihr be«
finblidje Patrone wirb hinaudgeworfen.
{Beim ©d?tießen treten bie ©d?loßteile in finngemäßer SBeife in
©ätigleit; ber 33erfd?lußtopf fetjiebt eine Patrone nad? vorn, beren
23oben fich in feiner Studbrefjung lagert unb vom äfadgieher erfaßt wirb.
©er ©djaft bat üorn an beiben ©eiten eine flache {Rille, um 4io
bad (Gewehr beim ©(hießen mit ber linfen $anb bequem halten gu
lönnen, unb eine $anbftüfee.
©er ©djießbebarf. Patrone wie gewöhnlich- SSorberer ©eil 411
bed ©efdjoffed eingefettet. $ulVerlabung 2,75 g, ©ewehrputver
(„©djeibchenpulver") M/92.
ßum öebraudj auf Sc^iefjftänben bient eine <5djei benf djufjp atro ne M/3,
bie ftd> von ber fdjarfen Patrone baburdj unterfdjeibet, bafj igr ®ef$ofj aud einem
aud mehreren Stücfen beftefjenben ® (eifern e beftefjt, beffen ®pige aud bem bur$
befonbered SSerfagren gefcgroäc^ten (Staglmantel geraudragt. Seim 2luftreffen auf
(Srbe, fcofj ufro. jerft^eUt bad 6ef$og, unb ed roirb fo ein Skiterfliegen bei 2(b*
prallem vermicben.
©jerjierpatrone M/93 ($Iagpatrone) beftegt aud einer fcütfe, bie mit 1 g
(SEeqierpulver M/93 gelaben ift; (5$IuBpfropf aud Rapier.
176
2)ie ®eroef)te bet eutopätfc^en ©roftmatye.
{Beurteilung:
412 ©ewehr bon guter balliftifcher Seiftung. ©b ber geringe Porteil
bed ©erabegugd, Öffnen burch blofjed 3ur“dgiehen ber Sammer, bie
verwideltere (Einrichtung bed ©chloffed rechtfertigt, bleibe bahingefteQt
Über Nachteile bed offenen haftend bed ©hftemd Mannlicher
vgl. 3- 355.
2. Italien.
®ad ©ewehr M/91. («ilb 124—129.)*)
418 Mehrlaber mit feftem Mittelfchaftdmagajin für Pafetlabung,
Patronenrahmen ju 6 Patronen, Softem Mannlicher.
414 ©er Sauf, ©urdhmeffer 6,5 mm, hat 4 Büge; junehmenben
{Redjtdbratl (ßnbbrall 30,77 ©ur^meffer). (Er verftärtt fich hinten iu
einem fjünftant. Sein hinterer jtvifdhen Sifier unb oberem
fRiembügel, ift mit höljernem $anbf$u$ bebedt.
41B ©ie Sßifiereinrichtung. Sorn auf einem {Ring, ber auf bie
Münbung aufgehoben unb oben vierkantig gebilbet ift.
»ilb 124.
»ilb 125.
Sifier oon red^td.
SJifier von oben.
a/. SJificrfufe.
a.st. SSifierftift
a.k. Sifterflappe.
a.f, ©teüfeber.
dk Trucffnopf..
1 Stimme ber 53ifier!Iappe.
II Stimme am SJifierfuß.
SSifier (®ilb 124 unb 125). ©uabranten»
vifier; befteht aud bem SSifierfufj a f mit jtvei
gebogenen {Baden, tvehe bie 23ifiermarten tragen,
rechts mit ben geraben Bahlen 6—20, lintd
*) »Uber aud „ftriegstecbnifcbe 3c*tf<$rift" 1S99. »eriin, Jtömglic$e $of»
bucbQanblung oon €. S. SRütler & ©o^n.
Stalitn.
177
mit ben ungeraben 7—19 unb ber Vifierflappe ak, welche nm Vißer«
ftift ast breljbar iß.
Die Vifiertlappe hat eine Simme I unb an redetet ©eite eine
SteUfeber stf, bie in bie 9?aßen an redjter ®atfe eingreift unb burdj
ben mit bem Viperßift oerbunbenen Drudtnopf dk in ihrer Stellung
gehalten wirb. ßum Stellen beS VißerS wirb Drudtnopf mit ber
Unten $anb nadj redjtä gebrüdt unb baburdj bie ©tellfeber auS ber
fRaß gelöß, bie Slappe mit ber redjten $anb auf bie betreffenbe (Ent
femung eingeßellt unb burd? SoSlaffen beS DrudfnopfeS bie ©tellfeber
in bie SRaß geßeöt.
SBirb bie Slappe nadj ber SRünbung ju l?erumgelegt, fo tann bie
am ÜBifterfuß beßnblidje Stimme II, (Erhöhung für 300 m, benufct
werben. DiefeS SSifier wirb für ben (Einjelfchufj bis gu 400 m
benufct; bie niebrigße Stellung ber Vifierf lappe, „SRormalbißer", bie
ber (Entfernung 450 in entfpridjt, wirb für baS SbteilungSfdjiefjen
bon 0—500 m benu^t; Vißer 600 für 500—600 m, Vißer 700 für
650—750 m ufw.
Der Verfdjluf;. Solbenberfdjluß mit Drehbewegung, Verriegelung 416
wie beim (Sewehr 88. Die $ülfe hat bie betannten (Einrichtungen;
unter bem $ülfentopf ein SBiberlager, entfpredjenb bem Sapfenlager
beS OewehrS 88.
Der Verfdjlufjtopf iß mit ber Sammer auS einem Stüd unb
hat einen teilweife borßeljenben SRanb, ber mit bem ÄuSgieljer pz
(Silb 129) baS Sager für ben ‘Patronenboben bilbet. Der SuSgieljer
liegt in einer 5Rut ber redeten Sammerwarje unb macht ihre Drehung
mit, wobei feine Sratle in ber (Einbrehung ber Patronenljülfe gleitet.
Der 2luStoerfer aw (®ilb 128, 129) iß mit bem Sbjuge gelenl«
artig berbunben unb ragt bei geöffnetem Verfdjluf; non unten in bie
Sammerbahn hinein. 2lbgug unb SluSmerfer werben burd? biefelbe
Spiralfeber betätigt.
Sn ben borßehenben SRanb ber Sammer legt fich ein ebenfoldjer
fRanb beS PatronenbobenS, woburd? eine ßdjere zentrale Sage ber
Patronenljülfe erreicht wirb.
Die gebogene 9lut an ber Sammer mit einer vorberen unb einer
hinteren fRaß (®ilb 126, 127) bient jur Rührung be£ ßahneS (z) ber
SidjerungSljülfe sh. Sefctere iß in ber Sammer berfdjiebbar unb wirb
burdj ben Flügel S bewegt.
Der borbere fRanb ber SidjerungShülfe bilbet baS hintere SBiber=
lager für bie Sdjlagboljenfeber.
{Berlin, ©affenleljre. 2.8(ufl. 12
178
Sie ®emei)re ber europätföeit ®n*§md^te.
3« bet Sammer ift ein ©aäabjugSfanal, ber mit ber SluSbrefyung
für bie redjte Sammerioarge im ^»ülfentopf in 53erbtnbung fteljt.
©a« ©djtöfjcfyen (ast) wirb an ber linlen «Seite ber $ttlfe burd)
bie Seitfd>iene f (Silb 126,127) geführt. ©er fdjranfcenförmige Snfafc d
bient gum «Spannen, bie ©djlöfjdjennafe a jum ^eftyalten am Wbjug$»
flotten.
ÜRe^rtabeborri^tung wie beim ®etoel)r 88 (3* 329)*
8ilb 126.
Ser Hintere Seil beS S<$loffeä.
Cntfpannt, gefiebert.
»ilb 127.
(Sefpannt.
m
Gr Hammergriff.
vst Hammer.
S Sic^erungSflügel.
8h ©ic$erung3t)ülfe.
3a^n ber ©ic$erung&
[jülfe.
88t Sdjlöfedjen.
f Seitfdjiene.
d 2(nfa$ mit fd&raubem
förmiger glä^e.
a ©$föföennafe.
vk ©djlagboljemnutter.
417
®aS gufammenwirlen ber <ScfjtoBteile.
®a$ Srfjtoß muß juerft auS ber rr9?ormatfte^^ung,* in bie „fteuer*
fteltung" gebraut werben.
Sei rr9Jorma(fteUung,\ ob ba$ ©eWeljr getaben ober ungetaben
ift, befinbet fic^ ber galjn ber Sic^erung^^iHfe in ber Hinteren fRafl
ber gebogenen Sammernut (Silb 136), bie Sidjerungäljülfe alfo hinten,
^ierburd) ift bie ©djlagbotjenfeber entfpannt, ba iljr IjintereS XBibertager
jurüdgegtitten ift. ®(eidjjeitig wirb baS Öffnen be$ SdjfoffeS baburd)
unmöglich bafc fidj ber ©idjerungSfiügel S gegen bie g-ütyrungSleifte beS
SdjlöjjcbenS legt unb bamit eine Drehung ber Sammer oer^inbert.
Stäben.
179
Seim Sorfdpeben bet ©i^erungd^ülfe wirb bie ©c^lagboljenfeber
um bad Wlajj biefe« Sotföiebend jufammengebrürft, alfo gefpannt.
„tJeuerfteflung" (Silb 127).
Silb 128.
€>$lofj geöffnet; ein Rahmen eingefegt.
»ilb 129.
©c^lofe gefdjtof f en unb gefpannt; eine Patrone gelaben.
G fcülfe.
Gr Jtammerfnopf.
vc Kammer.
vw Äamtnerroarjen.
pz Stuöjiefjer
8 ©idjerungöflügel.
9h ©icfjerungSljüIfe.
z 3a$n ber ©ic^erungö-
fjülfe.
99t ©rf)(öferf)en.
vk ©c^fagboQenmutter.
ast Slbftugäftollen.
ah SCbjugöljebel.
g9 ®renjftollen.
aw 9IuSroerfer.
z Slbjug.
rh 9lalpnen$alter.
zb Zubringer.
Subringerfeber.
W $apfen ber §ülfe.
Diefe Ginridjtung bebeutet einen großen SJorjug, ba bad ®etoe^r
ftetd in ber 9?ornta(fteHung, alfo unter allen Umftänben fieber fein
fann unb erft furj vor Abgabe bed ©c^uffed burdj einen einfa^en
$anbgriff feuerbereit gemadjt wirb.
12*
180
Sie ®tmcfytt bet europSiftpen @ro6mi<bte.
übrigen entfpridjt bad 3ufflmmentt,Men ^er ®^loßteile bem
bed ©etoeprd 88 (3- 330).
418 ©cpaft Wie ©etoepr 88 (3- 335, 315).
419 ©cpießbebarf. Patrone M/91 äpnlicp ber Patrone 88 (ß. 362),
abgefepen bon ber erwähnten beränberten ©eßalt bed Batronenbobend.
gwifcpen ©efcpofj unb $ulberlabung iß ein Baumtoolfepfropf
eingefept.
Die Sabung beßept aud 2,28 g ©olenit ($oplröprcpen bon 2 mm
Durcpmefler unb 2 mm $öpe). — 6 Patronen finb in einem fRapmen
aud üJlefßngblecp bereinigt
güt ben ffla<f)tbienft unb bie Setimpfung von Unrupen int eigenen Sanbe
finb Jtartfitfdfpatronen eingefüprt S)aä Sefdfofj beßept aud 11 $art6leiftücfen, bie.
burcp einen SRefßngmantel jufammengepalten werben. ®ie Sabung ift geringe«
wie bie ber fcparfen Patrone. ißiappatrone M/91 mit SJaptergefcpofj, Sabung aud
Silit, (pulver in fjabenform.) ©jetjierpatrone M/91. fjülfc mit fcpwarjgefarbtem,
poplem Wefßnggefcpop.
Beurteilung.
420 äludgejeicpneted ©eroepr bon poper, baüiftifcper Seißung unb ein«
facpen (Einrichtungen. fRacpteil ber offene Saßen bed ©pßemd 3Rann«
licpcr (bgl. 3- 355).
3. grtanfreid).
2>ad £ebel«®ewepr M/86/93. (Bilb 130 bid 134.)*)
421 äftepriaber mit fRöprenmagajin im Borberßpaft jur Sufnapine
bon 8 Patronen.
422 £)n Sauf, Durcpineffer 8 mm, pat 4 mulbenförmige ßüge mit
gleichförmigen fRedptdbraß; DraUwintel 6°.
428 Die Bifiereinridjtung. Dad Bißet (Bilb 130) iß ein fRapmen«
unb Sreppenbifier mit 4 Simmen. ’&er Bißerfufj pat treppenförmige
Baden, in bie ber Bißerfcpieber bei umgelegtem fRapmen eintritt.
’&ad ©tanbbißer, fRapmen ganj nach born peruntergetlappt, ent«
fpricpt einer (Sntfemung bon 250 m, bie kreppen entfprecpen ben (Ent«
fernungen bon 400 bid 800 m, ber aufgellappte fRapmen benen bon
900 bid 2000 m. Die Bifierentfernungen fiub am Bißerfuß unter ben
Dreppenßufen angegeben; am Stapmen finb bie Bißermarten für bie
ganjen $unberte an ber recpten ©eite burcp ©trid)e unb 3a^en« an
ber linten ©eite für bie palben $unberte nur burcp ©tricpe bezeichnet.
Dad fär bie neue Patrone (3- 432) beßimmte Bißet reicht bid
*) Silber aud SJlaubrg „SBaßenlepre", ffiten 1896. 8. SB. Seibel unb Sopn.
granlreich.
181
2400 m unb hat wahrfdjeinlich ein Stanboifier, welches einer Ent-
fernnng non 400 m entfpricht. SenauereS ift gur 3eit nicht betannt.
©er Verfdjluß ift gang ähnlich bem beS SewehrS 88 in 3U' 424
fammenfefcung unb Verriegelung, iebodj ift ber Verfdjlußtopf k (Vitb 131)
burd) eine VerbinbungSfdjraube (vs) fefi mit ber Stammet Verbunben
unb tritt bor bie Verriegelungsmargen, bie fid) beim geöffneten ©ewehr
oben unb unten befinben.
Segen baS ßurüdfdjlagen ber Vufoer»
gafe fdjiifet ben SWann ein am Verfdjluß« «ifier, Rahmen fjo^geflappt
fopf vermittels eines febernben SRingeS
angebrachter Sd)irm, beffen hintere Ver»
längerung bie fogenannte SölaSfe trägt.
Vei gefdjtoffenem ©ewehr wirb burch ^en
Schirm bie 9lut für bie obere Verfdjtuß»
topfwarge gefperrt; bie ÜRaSte foll bie
oom Schirm nicht aufgefangenen Safe
nad) oben ableiten. 3u biefem ßroecf
bient ferner eine fdjraubenförmige SRille
am Verfdjlußlopf unb eine {entrechte ftiUe
an ber Stirnfläche ber Sammer.
TaS ßufammenhalten ber Sdjloßteile
bemirtt eine am Schlößchen angebrachte
Suppelung. ®aS Schlößchen tann auch
bei gefchloffenem ©ewehr gurüdgegogen
unb gefpannt werben; gum .ßurüdgieljen
bient bie an ber oberen Schlößchenfeite
angebrachte Vertiefung für ben “Daumen.
©a§ Schlößchen hot 3 Siaften:
Spannraft, SRuhraft, Sicherheitsrat
»ilb 130.
Af Bifietfufj.
R Stammen.
S Schieber.
1. Bifterfimme für Stantoifter.
II. Bifterfimme für ®nt=
femungen 400—800 m.
UL Bifterfimme für bie ßödjfte
BifierfteUung 2000 m.
IV. Bifterfimme beS Schiebers.
(850—1950[?])
©er 2lu3gieher liegt in einer 91ut beS VerfdjlußtopfeS. ©er SluS»
werfet, eine Schraube, ragt in ben Unten £>ülfenranb hinein; für. ihn
hat bie linte Sammerfeite eine wintlig gebogene 9?ut.
£ne Wlehrtabeborridjtung befteht auS bem IDlagagin F, 425
beffen Einrichtungen benen beS SeweljrS 71/84 (3- 239) int wefent«
liehen entfprechen.
®aS $eben beS VatronengubringerS (Söffet) Wirb beim Sebel«
©ewehr baburdj bewirft, baß beim $urüdführen ber Sammer bie untere
©arge beS VerfdjlußtopfeS w1 (Vilb 132) an ben 2lrm z anftößt.
$ierburdj Wirb ber Zubringer um feine ©eile gebreßt.
182
Sie (Bewerte bet eucopäiföen
Um ihn beim Schließen bed SSerfdjluffed ju fenten, ift an ihm
rechtd bad Slnfdjlagftüd a (Silb 131) gelagert, weldjed beim $erum*
legen ber Sammer bon beffen gührungdleifte nadj unten gebrüdt wirb.
©er an ber rechten Seite außerhalb bed SWagajingehäufed be-
finblid^e Stellhebel g (Silb 131) berbinbet mittels feiner SWjfe g\
bie eine 9?afe i trägt, ben Zubringer unb ben Slbjugdhebel ah mit
bem Sßagajin. Qn fein oberes ffinbe greift bie Steffljd&dfcber f, bie
ihn ftetd nach °^cn brüdt; festere ift am guß bed SDlagajind befestigt.
Silb 131.
Serfdjlug unb SRe$rlabevorri4tung.
ßum Stagaginfeuer geßedt.
V flammet.
Fa tJüEjrungöanfafc ber
flammet.
K Serf($lu&topf.
K * afatyieber.
S Schlößen.
b Taumengriff.
F SRaga^inge^äufe.
äs 9lbjugdfto(Ien.
ah 9Ib$ugöf)ebel.
af SltyugSfeber.
z Slbjug.
Z gubringer. (Söffet.)
a Slnfc^lagftücf.
a* Sapfen bed 9(nfc$lag*
ftücfed.
g Stellhebel.
gi 6teahebela$fe.
g* SteUhebeltnopf.
f SteUhebelfeber.
©ie ^Jatronenfperre P ift ein boppelarmiger $ebel, beffen hinterer
Sinn burd) eine $eber nadj oben gebrüdt wirb, ffiirb biefer Sinn
nadj unten gebrüdt, fo hc&* fich norbere Slrm, tritt oor bie
Öffnung bed SRagaginrohred unb h^tt bie h^nudtretenbe Patrone
jurüd.
426 ©ie Slbjugdborridjtung befteht aud Slbjugdhebel, SlbjugShebeU
feber unb Slbjug. ©er Slbjugdhebel ift auf bie Stellh^belachfe g1 gefcboben,
trägt oben ben Slbjugdftollen unb hinten in einer ®abel ben Slbjug.
©ie Slbjugdhebelfeber a f übt mit ihrem oberen Slrm ftetd einen ©rud
nadj oben auf ben Slbjugdhebel aud.
granfreich.
183
Dad ^ufammenwirten &er teile.
a. Dad®ewe^rjumSWagajinfeuer gepellt. (®ilb 131,132.) 427
Der Steltyebel ip in feiner Hinteren Sage; feine 5Rafe $at bad
9lnfd?lagpü(f a fo gehoben, bap beffen änfafc as über bie Patronen-
einlage ^eroorpety. ®eim Öffnen unb gurüdjiefjen ber Sammer flößt
bie leere $atronen$ülfe an ben lintd in ber $ülfe fifeenben äudwerfer
unb fliegt nadj redpd Ijeraud. ®eim völligen Öffnen fdjlägt bie untere
53ilb 132.
Serfchlufe unb SRehrlabevorrichtung. ©entrechtet Schnitt
Sterlette Patrone verfeuert, ©chlofj noch nicht völlig geöffnet, lefcte Patrone
im Subringer.
H fcülfe.
K Serfchlufttopf.
ra Spannraft.
rb Sluhraft
ZA ftafe bed Subringerd.
Z* ©tollen bed Suöringerd.
ir1 Untere SBarjc bed
SBerfchlufetopfed.
Fa gübrungdanfaj ber
Kammer.
Vs SerÖinbungäfchraube.
5 ©chlöftchen.
SK ©chlößchentuppelung.
rc ©icherheitäraft.
F ajtagagingehäufe.
ah SIbjugdhebel.
o öhc bed Slbjugdhebeld
für bad Suffchieben
auf bie ©teUhebet
achfe g*.
af Slbgugdfeber.
as abjugdftoDen.
Z Slbjug.
P. $atronenfperre.
h Sauf.
Mf Sftagajinfeber.
®erfdjluttopftoarje w1 gegen bie 9?afe Z1 bed ^atronenjubringerd
unb $ebt üjn baburdj, wobei ber Stollen Z2 über bad Hintere Snbe
ber ^Jatronenfperre gleitet unb beren ^eber bad $eben bed Subringerd
unterftüfct 9?ad^ bem $eben wirb bie fieber frei unb $ebt ben Hinteren
2lrm ber ^atronenfperre, beren oorberer Slrm nun nac§ unten tritt unb
bie ljinterfte Patrone freigibt. Diefe wirb nun oon bem Sdjnabel
bed Söffeld gehalten.
®cim SJorfdjieben ber Sammer wirb bie im Söffet licgcnbe Patrone
in ben gauf gefdjoben unb beim oößigen Sdjliefen (8ledjtdbre$en) ber
Sammer bad Slnf^lagftüd burd? ifyre fjü^rungdleifte nad? unten gebrüdt,
184
2)ie ©eroetjre ber europfiiföen (Srofrnfttye.
428
429
480
481
ber gubringer alfo gefenft, wobei bie ljinterfte Patrone in ben Süffel
tritt. SIbfeuern wie beim ©eweljr 88 (g. 334).
b. Dad ®ewe$r jum (Einzelfeuer geftellt. Der ©telfljebel
ift nadj uorn bewegt, woburdj bad 3nf$lagftüd fo weit gefenft wirb,
bafj fein Snfafe nidjt Ober bie ^atroneneinlage Ijervorfteljt; ber Süffel
fte^t nadj oben.
Um bad gelabene ©eroefjr ju fidjern, wirb bie Sammer fo weit
Ringern ber linfen $anb in bie $ülfe
faffen fann, um bad (Sdjliefjen gu »er«
Ijinbern. Dann wirb mit bem redjten
Zeigefinger ber Slbjug gurürfgegogen
unb mit bem Daumen bad ©djlöfjdjen
langfam vorgelaffen, bid ber Slbjug in
bie <Sidjer$eitdrafl eintritt, worauf bie
Sammer wieber gefdjloffen wirb. $ier«
burdj wirb bie ©djlagboljenfeber fo
weit entfpannt, bafj fie, audj wenn fie
vorfdjneßt, nidjt meljr bie nötige Sraft
Zum (Entjiinben ber Patrone Ijat.
Der <Sdjaft ift zweiteilig, Sorber«
fdjaft unb Selben finb burdj bie $ülfe
miteinanber verbunben.
Der <S$iefjbebarf. Die fdjarfe
Patrone (®itb 133) ljat eine ^>ülfe mit
vorfteljenber Srempe; bad ®efcf)ofj ift bem ber ?a»
trone 88 äljnlidj. (Ed ift vorn abgeftumpft, ba eine
«Spifce beim füllen bed fDtagagind leidet bad günb-
l^ütdjen ber vor ifyr liegenben Patrone entjünben
», fönnte.
$ulverlabung 2,75 g ®eweljr«®liittdjen«fßu(ver.
Die neue Patrone f*at eine ‘tßulverlabung von 3,10 g ®ett>idjt.
Dad ©efdjofj — balle D — (®ilb 134) ift ein SoHgefäofj aud „laiton“
Wfcffing, 39,2 mm lang unb 12,80 g fdjroer. Der auf 8,2 mm ver«
flärfte Deil übernimmt bie ^ütjrung bed nadj Ijinten fidj verjüngenben
©eftfjoffed. Die gelber bed Vaufed follen fidj bid etwa 5 mm ober«
Ijalb bed ®efdjofjbobend einfdjneiben.
geöffnet, bafj
»ito 188.
Scharfe
*ßattone.
man mtt ben
Bin» 134.
balle D.
bie franjöfiföe fiaoaUerie unb Artillerie ift ein 8 nun-Karabiner M/90
eingefütjrt, ber für ^afetlabung ju 3 Patronen nach bem Syftcm SRannlic^er ein=
gerietet ift.
SRufllanb.
18$
^Beurteilung. .. .
® etoeljr Don guter, baUiftifther Seiflung, bie burch (Einführung ber 482
neuen Patrone noch gesteigert ift, aber veralteter (Einrichtung. ®e«
fonberS mnftänblich ift bie Sicherung. Nachteile beS fRöhrenmagaginS
f. 8. 245.
Die (Einführung eines 6,7 mm-©elbftlabegetoehrS foll enbgültig
befchloffen fein.
DiefeS (Setoehr foll lürger als bad 8ebel>®ewehr fein unb leinen
hölgernen $anbfchufc, fonbern einen folgen aus einem befonberen,
fd)le$t bie ©arme leitenben Stoff haben. DaS ®ef^o| foll bem
balle D ähneln; Don einem Wtantelgefchoft foll man abgetommen fein,
ba bei bem Heinen Durchmeffer unb ftarfen DraU ber Üßantel gu
häufig aufreißt unb baburch IBefchäbigungen beS Saufinnern herborruft.
Nähere Eingaben fehlen noch.
4. Stuftlanb.
Das Dreiltnten*@ewehr M/91. (8ilb 135 bis 140.)*)
SWehrlaber mit feftem WtittelfchaftSmagagin für ißatetlabung, 8abe» 488
ftreifen mit 5 Patronen, ©vftem Staufer.
Der Sauf, Durchmeffer 7,62 mm, hat 4 ßüge mit rechtecfigem 434
Querfchnitt, gleichförmigem fRechtSbrall, Drallrointel 5° 45'. Oben
hölgerner $anbfchufc.
Silb 135.
S)ie Serbinbungdleifte.
a. Don (inte,
b. Don oben.
T Sc^fenftänber.
xX öo^Ie Sapfen.
8 SBarje jur Serbinbung mit
bem Serjrfjlufjtopf.
n ftut jur Jüfjrung bed Sb«
jugdfloUend.
k ftafe für bie üuemut ber
Äammer.
t Sorberer Snfa$.
g ©djlifc für bie <Sd^löfec^en=
nafe.
®ie 23ifiereinri0tung. 33ifier ift ein Stammen* unb 435
Üreppenbifier, ä^nlic^ wie baS beS ßebeMSewefyrd eingerichtet (3. 423).
3Iuf ber linten 53arfe be$ SifierfußeS finb bie Xreppenftufen für
bie (Entfernungen 400, 600, 800, 1000 unb 1200* (lx = 0,7112 m).
Sliebrigfte SJifierfteflung alfo 285 m.
•) Silber aud 2Raubrp „SBaffenle&re", Sßien 1896. 2. SB. Seibel unb Sofjn.
186
!Die ©«roeljre bet europ8if$en ®tofrnS$te.
fjür bie ßntfernungen ton 1250 bis 2600* wirb ber Stammen,
ber bon 50 gu 50* eingeteilt ift, aufgellappt. ©roßte ©tyißweite
SBifier 2700*.
486 ®er ®erfd)luß bat große äljnli$teit mit bem beS ©ewe^rS 88.
Bur Sßerbinbung ber Kammer mit bem ®erfd|lußtoffe unb jur befferen
Rührung ber erfteren bient bie an ber unteren fjfthbe ber Kammer
angebra^te SßerbinbungSleifte. (®ilb 135.) $br Sldjfenftänber T bat
2 boble Raffen, bon
benen ber borbere in
ben SBerfdjlußtof f, ber
hintere in bieftammer
eintritt. £>ie 9lafe k
faßt in bie Quer»
nut ber ftammerleifte
unb berbinbet baburcß
beibe Seile. £>ur$ bie bohlen Baffen faßt ^er ®$lagboljen. ©ie
borbere SBarje s faßt in bie Öuemut q beS 93erfcf)lußlopfeS. (®ilb 136.)
$n ben ©cfjlifc tritt bie <S$löß$ennafe, woburdj eine Drehung ber
®erbinbungSleifte bertynbert wirb, Wenn ber SJerfdjluß jurüdgejogen wirb,
©er borbere 2Infa^ r begrenjt baS ^erauSjieben beS SßerfdjluffeS.
»ilb 136.
2) er Verfchlufetopf.
w—w Söarjen jur Verriegelung.
n Stafafc jur Verbinbung mit ber
Hammer.
g üuemut für bie SBarje ber
Verbinbunggfeifte.
»ilb 137.
Verf$(uf; unb 9Rel)rlabet)orri$tung. Sentregter Schnitt
1. Patrone abgefeuert.
H $ülfe.
F Hammer.
VI Verbinbung$(eifte.
F ®$fagboljenfeber.
B Sc^lagboljen.
5 (Stfjlöfjcfjen.
h @$Ibfi$ennafe.
t Slbjugöftift.
z Slbjug.
r »orberer Slnfafc ber »er; B (5$fög$en(eitf$iene. «l Haftenf$raube.
binbunggleifte
m Schraubenförmiger SInfafc. »f Sperrfeber.
S)aS ©dflößdjen ift ohne €$lagbo(jenmutter auf ben @>$lagboljen
aufgeföraubt. £)ie 9lbjug$feber ift' an ber £>iilfe feftgefdjraubt; fie
»ilb 188.
8erfc$lu6 unb 3Re^r(abeoorric§tung. Senfredjter Schnitt,
gabeftreifen eingefefct.
quoi^nig
H fcütfe.
Z Äammerleifle mit Jtnopf.
a Sager für ben ttnfafc bed
8erfc$lufctopfed.
b Duemut für bie 9lafe ber
Serbinbungdleifle.
F Schlagboljenfeber.
r Storberer Slnfafc ber SJer:
binbungdleifte.
H St^Iagboljen.
c Sidjer^eitdraft.
d Spannraft.
5 SdjlöMen.
m Schraubenförmiger 3nfa$.
. h Scftföföeniiafe.
Zl S^föfföenleitföiene.
d OrenjftoHen.
f »bjugdfeber.
as XbjjugdftoÜen.
t Stift oed Sbguged.
s «bjug.
äaftenföraube.
Bf Sperrfeoet.
:f Rubrtngerfeber.
zh Zubringer.
3ubringerplatte.
L gabeftreifen.
b Stnfafc ber $ülfe.
188
2)ie ©trotzte bet.europäiföen ©rogm&^te.
geht burdj ben gabelartigen Slbgug Ijinburdj unb trägt an ihrem hinteren
ßnbe ben SIbgugdftollen.
487 ©ie SRehrlabevorridjtung befteht in einem unten gefdjloffenen
Saften, an beffen ©oben ber Zubringer mit fieber befeftigt ift; bie
©inridjtung ift gang ähnlich ber bed ©ewehrd 98. ©er Sajtenboben
tann mit bem Subringer na^h abwärtd gebreljt werben, ein fjeberriegel
hält i!jn bei gefdjloffenem Saften feft.
©ad $eraudtreten ber Patronen nadj oben oerljinbert ber
Matronenhafter (®ilb 139), eine fieber, bie in ber linten $iilfenwanb
gelagert ift unb fidj mit leidjtem ©rucf bon ber ©eite her auf bie
oberfte Matrone legt.
Stilb 139.
»ilb 140.
®er ^atronenbalter.
Schnitt. Son hinten.
SRedjtd ift an ber $ülfe ein fefter Slnfah
(s Silb 139) angeorbnet, ber im herein mit bem
Matronenhafter bie Matrone fefthäft. 9lm Matronen«
haltet ift nach unten gu ein Sorfprung, Slbtrenn«
gähn, redjttointlig angefefet, ber bei geöffnetem
©erfdjluh unter bie oberfte Matrone greift unb fie
S)ie f<$arfe
Patrone.
oon ber barunter liegenben trennt, fo bah beim SJorfdjieben bed
©djloffed nur bie oberfte mitgenommen »erben tann.
©er Matronenhafter bient auch ald äudWerfer; ^ierju hat er
oben eine 9Zafe, gegen bie beim ßurücfgehen ber Sammer ber ©oben
ber Matronenhülfe ftö(jt. ©er Sludwerfer greift in eine iRut an ber
linten ©eite ber Sammer, bie fo angeorbnet ift, bah fie beim völligen
©djliehen bed ©erf^luffed ben Sludwerfer unb mit ihm ben Matronen«
©ngfanb.
189
Ratter in bie $ülfenwanb brüdt, fo bafj bann bie neue Satrone nadj
oben treten tann.
Seim Einffihren ber Patronen wirb ber gabeftreifen in jwei
fenfred^te 92uten ber $ü(fe eingefefct; nadj bem $ineinbrüden ber
Patronen mufj er mit ber $anb Ijerauggenommen unb weggeworfen
werben. Um bad gefpannte ©eweljr ju fi ehern, wirb bad ©djlöfjdjen
an feinem Snopf jurüdgejogen unb nadj (infd gebreljt, bid ed an bie
linte ©eite ba $iilfe ftöft; hierauf läßt man ed tangfam borgleiten,
wobei feine ©icherungdnafe in bie entfpredjenbe fRaft ber Samma
greift unb bie ©pannraft aud ber fjührungdleifte Ijeraudtritt. §ier«
burdj ifl ein Drehen ber Sammer unmöglich gemacht.
Dad .ßufammentoirlen ber ©djlofjteile unb bie Dätigtrit 488
ber Tleljrtabeborridjtung gehen aud bem Angeführten unmittelbar Ijerbor.
Der ©djaft hat bie gewöhnliche Einrichtung. 489
Der ®djiefjbebarf. Die fdjarfe Patrone M/91 (Silb 140) hat 440
eine $ülfe mit borfteljenber Srempe. ©efdjofj wie gewöhnlidj. $uloer«
labung 2,2 g. Der gabeftreifen ift breiter ald ber bed ©ewehrd 98;
bie an ben Enben beftnblichen gappen werben nach ^em ©nfüllen ber
Patronen umgebogen, um beren $eraudfallen ju oerljinbern.
Beurteilung.
©ewehr bon guter battiftifdjer geiftung. Berfdjlufjeinridjtung nicht 441
einfach genug, befonberd bie Serbinbung ber Deile burch bie Ser«
binbungdleifte; gabehemmungen foUen nicht feiten fein.
Dad ©eweljr hat fich *m rufftfdj’japanifdjen Stiege bewährt.
5. ©nglanb.
1. Dad £ee«6nfielb.®ewehr M/95 II. (Silb 141—143.)*)
Wtehrlaber mit anhängbarem Saftenmagajin für gehn Patronen. 442
Der gauf, Durdjmeffer 7,69 mm, hat fünf mulbenförmige Büge,
gleichförmigen ginfdbratl. DraUwintel 5° 30'.
ßwifdjen ^ülfentopf unb Sifier ift ber gauf mit höljemem $anb>
f^uft bebedt.
Die Sifiereinridjtung. $n ^er Wftttellinie befinbet fich e‘n 448
Dreppen« unb fRaljmentoifier für bie Entfernungen toon 300 bid
1900 9)arbd (1 §)arb = 0,914 m) unb aufjerbem an ber ©rite ein
Stappenbifier unb Som mit Diopter für bie Entfernungen bon 1900
bid 3500 7)arbd.
Der Serfchtufj hat bie gewöhnlichen Xeile. Er ift burch e’n 444
mitteld breier Schrauben befeftigted Siech gegen bad Einbringen bon
*) Silber aud SRaubrp „SJaffenle^re". SJien 1896. 2. SB. Seibel unb So$n.
190 Sü ®ewe$re bet europAif$en @n>gmft$te.
Staub unb 9Jäffe gefchfifet. Der Snopf befinbet ftd) am Hinteren önbe
ber Sammer.
445
£
9
8?
Der Verfchlufjlopf ift non
vorn in bie Sammer geflohen
unb nicht brefybar.
Dad Schlößchen S wirb
an einer Drehung burd) bie
9iafe n, bie in einem Sdjlifc
ber $iilfe eingreift, verhinbert.
Die Verriegelung erfolgt
an ber rechten Seite burd) Sn«
läge ber Sammerleitfd)iene L
gegen bie hintere, fd?rauben«
förmig gestaltete f£läd?e ber
Vatroneneinlage (wie beim ®e«
tve1)r M/71,3- 230). hierbei
tritt gleichzeitig bie untere
Sammertvarge w in eine fdjrau«
benförmige Öuernut ber $ülfe.
Dad auf ben Schlagbolzen
aufgefdjraubte SdjlöfjchenS hat
unten eine 9lafe mit Spann»
unb Sid)erheitdraft.
Sbjugdvorri^tung nie
geroöhnlid).
Die SDieljrtabeoorridj«
tung befteht aud einem Saften
von Stahlblech («ilb 142),
ber von unten in bie $ülfe
eingefdjoben unb h'nten in
einer 9?aft burd) ben im Sb«
jugdbügel angeorbneten SDla«
gaginhebel (mb) gehalten tvirb.
Deffen vorberer Srm wirb
burd) bie Sbjugdfeber f immer
nach üorn flebrüdt. Vorn tvirb
ber Saften in einen 9ting am
Unterriembügel eingehängt.
Qm Saften befinbet fich b« Zubringer P, ber burch ß*e Subringer«
feber nach oben gebriicft tvirb. Die jehn Patronen liegen, wie im ©ilb
(Snglanb.
191
erficbtlidj; fte muffen einzeln in ben Saften gebrücft werben. ©ad
$eraudtreten nadj oben verljinbem bie umgebogenen fftänber bed Saftend,
©ad füllen bed Saftend tann bei abgenommenem ober angeljängtem
Wiagajin erfolgen.
©oll bad ©eroeljr ald ©injellaber benufct werben, fo wirb ein an
ber rechten $filfenwanb fifcenber ©edel über bad SWagajin gefdjoben
unb biefed fo gefdjloffen.
3ur Sicherung bed
©ewehrd wirb ein an ber
linten $ülfenwanb fifeenber
Silb 142.
©ad Stagajin.
«ilb 143.
©idjerungdbebel in eine ent«
fpredjenbe äudfräfung bed
©tblöfjdjend Ijineingebreljt.
©ad Bufammen-
wirten ber ©djlofjteile gebt
aud bem ©efagten ohne
weitere« fjervor.
©er ©djaft ift gwei«
teilig; Vorberfdjaft unb Selben ftnb burdj bie $ülfe
Verbunben. ©urdj ben Selben geljt bie Verbinbungä«
fdjraube, beren ©ewinbe in bie ^interwanb ber $ülfe
eingreift, ©er Selben bat eine £>anbftüfee. Sine
Vohrung nimmt eine Ölbüdjfe auf, erftere wirb
burdj eine Slappe gefdjloffen.
©er ©cbiefjbebarf. ©ie ftarfe Patrone
(Vilb.143) b«t eine $ülfe mit Srempe.
©efdjofj wiegewöljnlidj. $ufoerlabungl,95gSorbit
(Vnlver in Sabenform).
^Beurteilung.
©ie ftarfe
Sßatrone.
44«
447
448
449
©elegenbeitdmebrlaber. ©ie einfeitige Verriegelung bed Verfdjluffed
beeinträchtigt bie Sreffähigteit. ©ad $ulver bewirft Vielfadj Stud«
brennungen im Sauf.
2. Sad tnrje £ee«©nfielb«©ewebr M/1903.*)
Wlebrlaber mit feftem fDtittelfdjaftdmagajin für $atetlabung.
Sabeftretfen mit & Patronen, beim Vaben werben 2 ßabeftreifen,
alfo 10 Patronen in ben Saften gefüllt.
Oeänberted ©pftem Käufer.
©er Sauf bat eigentümliche iBobrungdverbältniffe; vom Patronen«
lager bid ju einem von ber hinteren ftaufflädje 28 + 2,5 cm entfernten
450
451
k) Ärie0ötec$nifc$e 1903, 436.
192
Die Oetoeljte ber europäifchen ©rofjmächte.
fßuntt beträgt ber Saufburchmeffer 7,71 + 0,025 mm, erweitert fich in
biefem $untt (auf 2,5 cm Sänge) auf 7,75 + 0,025 mm unb behält
biefed bis jur fDlünbung bei.
Die ßüge finb bis auf 29 cm bon hinten 0,125 mm tief unb ber»
tiefen fid) bon ^ier aümählid) bis jur SJtünbung auf 0,165 mm.
Durch biefe (Einrichtungen foll bie {Reibung bed ®efd)offed im
borberen Saufteil berminbert »erben; man bat baburch einen ßutüadjd
bon 10 m Anfangdgefchminbigleit erreicht.
462 Die 53ifiereinridjtung. Dad Sifier ift ein bon 200 bid
2000 9)arbd (180 bid 1800 m) reidjenbed W7auferfd)ed Rurbenbifler,
toelched ebenfo mie bad Storn burch 8®ei feitlidje ftählerne Saden,
ähnlich mie beim beutfdjen Karabiner, gefehlt ift. fffür größere (Ent*
femungen ift eine feitlidje Sifiereinri^tung borhanben, bie bon 1600
bid 2800 9)arbd (1460 bid 2560 m) reicht.
Die Sifiertimme ift nach ®e*te unb ö^rftellbar eingerichtet,
um Serbefferungen ^ierburc^ bemirten ju lönnen.
468 Der fBerfdjlufj entfprid)t im mefentlichen bem bidherigen, an
Steuerungen finb ju ermähnen: ein am Serfchlufjtopf fifcenbed ©leitftüd,
bad bei geöffnetem SSerfchlufj am ®ehäufe anflöfjt unb burch $erbor*
treten bor ben Serfchlufjtopf bem Saberahmen eine Rührung bietet,
©chufebedel ift fortgefallen; Sicherung nach tintd berlegt unb bequemer
eingerichtet. Der ftarre Abjug ift burd) einen febernben Abjug mit
Drudpunft erfefct.
Die fDtehrlabeborrid)tung. Dad SRagajin ift etmad tiefer mie
bidher; SRagajinfperre ift fortgefallen, fo baf; bad ®emehr reiner SRehr*
laber ift. SIS ßubringerfeber ift bie £D?auf erfd)e Bidjadfeber angenommen.
464 Der Schaft ift jmeiteilig. Der £)berfd)aft reicht bid jur 2Rfin*
bung, ber Oberring hat flleid) unterhalb ber SRfinbung einen turjen
ßapfen jum Sluffteden bed {Bajonetts, fo bah biefed etmad »eiter bom
Sauf abfteht unb mit ihm gar nicht in Berührung lommt.
466 Der Schiefjbebarf ift ber gleiche mie beim borigen ®e»ehr.
Beurteilung.
466 ®emehr bon guter balliftifd)er Seiflung.
Stach bem Urteil bed ^ngenieurd Angier*) ift jebod) bie SBaffe
fehr unjmedmäfjig gebaut; fie befteht aud 135 Deilen, bon ben 48
rticfjt größer ald 10 mm finb. Sefonberd mangelhaft ift ber Sabe=
ftreifen, in bem bie Patronen ftarl fd)lottern.
Stach neueften Stadfrichten ift bie meitere Anfertigung biefed
®emehrd megen feiner SRängel bereits mieber eingefteUt.
•) firiegstechnifcbe 3eitfc^rift 1904, S. 436.
Xie ©etoeijre bet europaifäen (Broßma<$te.
193
Ittfammra^tllung btr widjtig^rn Angaben über bie ®eu)fl)re ber 457
enrayinftben töroßmädjte.
Staat Xeutfchlanb Öfter» reich5 Ungarn | Stalien »ißlartb ©nglanb
Bezeichnung bed ©ewehrd ©ewehr 98 ©ewehr 88 Bepetier* geweht M/95 i Bepetier* geweht M/91 2ebel> | flemebr , ! 86/93 1 XreU linien» geweht 91 See« ©nfielb« 1 ©ewehr M/95 Jtuqed See« ©nfielb« ©ewehr M/1903
©ewehr: ©ewicbt ohne Manie SBaffe kg 4,100 3,80 3,650 | | 3,800 1 j 4,180 1 1 3,993 i I | 4,195 3,75
®eu>icbt mit Manier SBaffe • 4,530*) 4,20 3,93 4,200 ' 1 4,580 i i i 4,299 1 4,620
hne Manie m 1,250 1,245 1,227 1,290 1,307 1,288 i । 1,807 1,128
Sänge mit Manier SBaffe s | 1,77 1,450 1 1 ! 1,518 1 1 1,590 i 1 1,825 1,730») [ 1,562
Sauf: Sänge m 0,740 ! 0,740 ; 0,765 ; 0,780 1 0,800 0,800 1 0767 | 0,640
Xurchmefier mm 7,9 | 7,9 j 8,0 > 6,5 ! 8,0 7,62 7,696 7,71 bi« 7,75
3üge: Sahl 4 4 1 < 1 4 I * i 4 5 5
Xiefe mm | 0,12 | 0,12 1 0,20 0,13 | 0,15 ! 0,152 1 0,102 0,125 bid 0,165
Breite * 4,4 | 4,4 1 3,5 • 4,2 1 3,81 1 •
Xrallwinlel 5° 54' : 5° 54' i5° 44'26" | 5,8° 6° \b°U'26" 5° 30* 5° 30'
Bifier: Mrt Sticht- bogen i | Böhmen ' Nahmen 1 Cua- branten Xreppen 1 unb । Böhmen 1 Xreppen 1 unb , Böhmen Xreppen unb Bahnten*) Jturoen
Sahl ber Kimmen 1 4 2 1 2 4 L_4 _ ; 2 1
Stanboifier für eine (Entfernung oon m 400 | 250 ! i 225 1 450 1 250 ! | 285 [ 180 ! i 180
$ö<hffe Bifierftellung für eine (Entfer* nung oon m 2000 j 2050 | ' 2250 2000 2000 | 1920 ( 2650 I | 2560
Berfchluh (Btt) (Berriegelung burch) Xreh5 Xrehs ©erabjug- lolben 1 lolben lolben (3 SBar« 1 (2 SBar« (2 SBar« gen) l gen) gen) Xrefc lolben (2 SBat. 3 en) Xreh5 lolben (2 2Bar< Jen) Xreh5 I Xreh5 ; Xreh« lolben lolben 1 lolben (2SBars l(feitlichan (feitlichan gen) Iber $ülfe),ber $ülfe)
Bewertungen:
O Bei Berwenbung eined Seitengewehrs 98 mit Sägerüdenllinge 4,605 kg. — 3) 3m Xienft wirb
bad ©ewehr ftetd mit aufgepflangtem Seitengewehr getragen. — •) Bahmenoiffer feitlich mit Xiopter.
Berlin, Baffenleftre. 3. «ufL 13
194
$ie Eeroegre ber europäifcgen ©rofemäcgte.
© t a a t $eutf(gfanb ßfterreieg« Ungarn Italien granfc reieg | ftiftfanb Englanb
©ejeicgming bed ©eroegrd Eeroegr 98 Eeroegr 88 Repetier« geroegr M/96 Sepeticr. ; geroeljr M/91 SebeU geroegr 86/93 . 4) 2)rei« Itnien« geroegr 91 i See« Enfielb« geroegr M/95 Äurjeö 1 See« Enftelb« 1 geroegr i M/1903
Slägaflin Slitteb fegaft, 6 $a« fronen, Sabe« ftreifen SRittel- faaft, 6 Sßas fronen, Sagmen Slittelfcgaft, 5 Patronen, SRagmen Stiftel« fegaft, 6 $a« fronen, Sagmen Stögre unter bem Sauf, 8 3Ja« fronen i SRifteb f(g< 5 $a« fronen, Stagmen bat am SRttteb 10 tränen ! Stiftel« fegaft 2 Sabe« ftreifen, 10 $0’ fronen
Patrone: ©eroicgt g 23,85 27,88 2835 22,0 29,0 25,812 j 26,7 । 26,7
Sänge mm 803 82,6 76,0 76,0 75,0 76,7 ! 77,0 77,0
Eefcgofc: ©eroicgt g 10,0 14,7 16,8 10,5 l 15,0 i (12.8) 13,7 s) 13,8 133
Sänge mm 28,0 1 31,3 31,8 30,5 31,0 (39,2) 30,23 31,5 31,6
$ufoerlabung: 9Irt । 1 Eeroegr« ©läftcgcn« $uloer i Eeroegr« Slätfcgetv Ouluer Eeroegr« 1 Suiocr M/92 ©olenit ©cgiefr rooU« Släffcgen* $ulocr ©egtefc roolb $u(oer । ftorbit Jtorbif
Eeroicgt g । 3,2 2,63 2,75 2,28 । 2,75 (34) 2,22 2,08 2,08
Sabungdoergältnid ‘/W ’/wb VßJ4 | ’/W 1 'l&SB i/efG» */«,«
üuerfegnitid« belaftung g/qcm 20,4 30,0 31,4 31,6 । 29,8 1 (25,01) 30,2 30,1 1 30,1
Änfangd« gefegroinbigfeit (26 m oor ber m Stünbung) , 860 I 620 600«) 6807) 600«) 1 (700) j 620 610 617
1 300 m: 1 0° 10' 0° 21' »):0°22' 49" io)O° 17'40" 0° 21' H) 0° 24’«»)) 0° 23' “) . «)
eJaUwinfel 400 / 0°15’ ] 0°33' 1 0°34' 13" ! 0° 43'36" । 0° 84' 0°37' 0° 36' •
auf eine Entfernung 600 « 0° 32' 1°8’ 1 1° 5’ 36” l°0 53 '1 1° 7’ 1°9‘ 1° 12' ’ •
von 800 «, 1°5' 1 1°57' 1° 48' 16" 1°45'49" 1°52’ ; 2° 13' 2° 4' •
1000 «1 1°54’ I 2° 59' 2° 32'51"! 2° 43 4"| 2° 48' 3° 7' 3° 9' •
©em erfunden: <) £ic in klammern gefegten Angaben befliegen ftcg auf bie neue Patrone.
— ß) Slacg anbercn Angaben 13,89. — 6) Stünbungdgefcgroinbigfeit 620 m. — 7) Slünbungdgeftgroinbigfeif
700 m — •) Slünbungdgefcgroinbigteit 638 m. — 9) 9(u3 ber ©cgiefeftanbsorbnung. — 10) 3la(g Slarfcgner
„Segrbucg ber SBaffenlegre". (SBien 1899. g. Xempdfy.) 3)ie gaHrointel ftnb aud ben in ©(griff an«
gegebenen Sßeiten burd) Snterpolation errechnet. — >») 3tadj ber bienftlicgen ©tgufttafel (SBille „SBaffem
legre" I, ©.229). — «) Angaben ftnb nur Snnägerungdroerte. — u) 9lacg „Äriegötecgntfcge Seitfcgrift“
1908, ©. 444. — ,4) Angaben nicgt betannt.
Tie ©eroehre ber europäifchen ©ro&mächte.
195
Staat Teutfchlanb Öfterreich« Ungarn Italien granb reich Buhlanb ©nglanb
Segeichnung bed ©ewehrd ©eroehr 98 ©eroehr 88 Bepetier« geroehr M/95 Bepetier* geroehr M/91 i Sehet geroehr 86/93 । Trev liniem geroehr 91 । । 2ee« ©nfielb* geroehr ! M/95 i Äuraed 2ee> ©nfteto geroehr M/1908
fiftchfU mittlere fjlug* höhen ©efcboffe in m 300m 0,20 0,39») .«) 0,31 >0) 039 w) .14) ' 0,443
400 « i 0,83 .0,81 \ 0,896
über ber magere chten Stfierlinie auf ben (Entfernungen I non i 600 * | i.2±J 2,48 2,9 2,04 2,40 • 2,59
| 800 / 2,95 | 5,50 • 4,77 i 5,97
1 1000 ' < ! 6,18 10,26 • 9,25 10,0 1 1U
Seftrichene 1 300 m 0««3 gana ganj gan» 1 i 1 0««3 1 ganj d««a
Bäumeie) für 400 -- 0a«3 j ßönj 0<xnj ! gonj 0«nj । gana
1,70 m Siet höhe auf ben 600 s Hl ! 89 97 I 88 68
(Entfernungen ! 800 * 100 54 64 66 53 44 50
non kooo* 60 33 38 36 35 31 1 82
Semertungen:
14) 9ta$ Starföner „SBaffenlehre" IL, S. 52, finb bie folgtnbe:
auf 300 Schritt 0,28 m (225 m), (1 Schritt = 0,75 m),
500 * 0,78 * (375 *),
800 * 2,9 s (600 s),
1000 * 4,0 -- (750 *),
1200 7,0 (900 * j,
tt) 9}a<h bemfelben Such S. 104 finb bie f$Iughöhen folgenbe:
auf 400 Schritt 0,4 m (284 m), (1 Schritt, arfchin, = 0,7112 m),
600 1,0 « (427 s),
800 1,9 -- (569 * ),
1000 ; 3,7 * (711 *),
1200 6,1 < (753 *).
16) gür bie ©eroehre ber fremben Staaten errechnet nach 3* Hl.
13*
196
S)aä SRafc$tnengetDe$r.
Siebenter ^ßfdjnttt.
dRafdjtnengetodjr.*)
468 Die eigenartigfte unb neueße SBaffe unfered Jpeered iß bad
ffltafchinengewehr.
Cd nimmt infofern eine Sonberßellung ein, ald fein Sdjießbebarf
unb feine Sdjußleißungen ed ald $anbfeuerwaffe tenngeidjnen, to&ffrenb
bie Srt feiner Fortbewegung unb Vebienung ed gu ben ©efdjüfcen
toerweiß.
459 Die (Einrichtung bed SRaf^inengewehrd beruht auf bem in 3- 262
behanbelten ©runbfap, bafj ber burdj ben Siüdßoß in {Bewegung gefegte
Sauf burch ^ne ^fbeit bad Öffnen bed Verfdjlußed, Sudwerfen ber
^ülfe, Schließen, Verriegeln unb Sbfeuern beforgt.
490 Die SBaffe befteht aud bem eigentlichen Wtafchinengewehr, bad in
einem befonberen ©eßell, bem Schlitten, gelagert iß, ber Safette, ber
©rofce, ben ßubehör« unb Sudrfißungdßficfen.
401 1. Dad eigentliche ©ewehr beßeljt äußerlich aud bem brongenen
Saufmantel, an ben ßdj hinten ein Saßen anfefct; in biefen beiben
Stüden ßnb bie übrigen Deile bed ©ewehrd untergebracht.
a. Dad 3urücf« unb Vorgleiten bed Saufed. (©ilb 144,145).
402 Qn bem einem Heinen ©efchüfcrohr gleichenben Saufmantel iß ber
Sauf, ein gewöhnlicher ©ewehrlauf bon 7,9 mm Durdjmeffer, in Stopf«
bud)fen fo gelagert, bafj er in biefen gurüd« unb Vorgleiten fann.
Um fein Stoßen gu verhinbern, iß er toertupfert.
Der Saufmantel wirb gum größten Deil mit SBaffer gefüllt, im
SBinter unter 3ufafe °on ©Ipgetin, um bad ©efrieren gu Verhinbern.
Dad SBaffer fotl ben Sauf beim Schießen fühlen; gum (Einfüllen unb
Waffen bed SBafferd ßnb im Saufmantel gwei Öffnungen oorhanben.
Da bad SBaffer fich ^ur(^ ben ^eiß werbenben Sauf erhifct unb ßdj
Dampf entwickelt, fo muß für beffen (Entweichen geforgt werben. 3U
biefem S^ede iß oberhalb bed Saufed im Saufmantel ein Dampfrohr (d)
♦) Sehreibung unb Silber nacf) ber SIbfjanblung „Wiafc^inen ald Sßaffen" bed
SJlajord Älufjmann, §cft 10 ber „Äriegdtcc^nifc^en 3citfctyrift" 1898 (@. 6. Mittler
& Soljn) unb ber giughrift „Tad 3Warim--3Wahincngewe^r unb feine Serwenbung"
bed ^auphnannd Staun. Serltn 1903. (9t. @ifen{$mibL)
S)ie Dicnftuorfc^rift „Seitfaben, betreffenb bad SNahinengeroeljr" ift nur für
ben S)ienftgebrau$ beftimmt.
Sifo 144. 2)aä 9Raf$inengen>cfyr.
Slnfidfrt.
®a« durftet* unb Sotgleiien be« Saufe«.
198
®aS 9taf4maigcvc$r.
feß gelagert, Weldje« oben, vorn unb hinten je eine (Eintritt«ößnung
für ben Dampf hat (o,o’> Uber ba« Dampfrohr ifl ein ©leitrohr (g>
geßreift, welche« beim Schießen mit (Erhöhung burdj feine Schwere nadj
hinten gleitet unb bie Öffnung o verßhließt, beim ©«hießen mit
©entung nach vorn gleitenb, bie Öffnung o1 verfließt. Der Dampf
tritt burdj ba« nach ber ©eite be« Saufmantel« offene Dampfrohr
in« fjreie.
Der Sauf hat am Sobenßfld jwei ©^ilbjapfen, bie mit jwei
ftäljlernen Schienen „©djlittenwänben" (in Silb 145 rechte ®anb N
ßchtbar) ftarr verbunben finb unb mit bem Sauf jurfidgleiten. Die
Sdjlittenwänbe finb an ihrem hinteren (Enbe burchbohrt jur Aufnahme
einer Drehadjfe, „©djloßturbelweUe" D, bie quer burch ben Sdjloß»
laßen geht. Diefe hat vorn eine Durchbohrung für ben fturbetboljen,
auf bem ber Sdjloßfuß breljbar gelagert ift, ber feinerfeit« mit bem
©intelhebel be« Schlöffe« verbunben iß. Da« rechte (Enbe ber fturbel*
Welle tritt au« bem Stoßen herau8 unb trägt ben ©djloßljebel mit
©riß.
Um ben Sauf nach bem Schuf wieber vorgubrfiden, iß an ber
linten Seite be« Sdjloßtaßen« in einem ©eljäufe eine ßugfeber g
angebracht, bie vorn (bei v) feßgeßalt iß unb hinten in eine ©lieber»
lette enbigt, beren (Enbe an bem Heinen Slrm a befeßigt iß (Silb 144).
Diefer Slrm iß wieberum feß mit ber fturbelweUe D Verbunben.
©leitet ber Sauf jurüd, fo muß auch bie Sturbeiwelle D jurfid«
gehen unb mit ißr ber Slrm a, ber bie ßugfeber fpannt (auäeinanber«
jieht).
Sin ber SturbelWeße D iß recht« ber ©djloßljebel befeßigt, beffen
Sirene F unb B (Silb 144) bie Trennung von Sauf unb Serfdjluß in
bem Slugenblid bewirten feilen, in bem ba« ©efdjoß ben Sauf verlaßen
hat, wo alfo ber ©a«brud im Sauf aufhärt.
9tadj einem dliidlauf von etwa 6 mm, ber jener 3eit entfpridjt, ßößt
ber $ebel mit feinem Slrm B beim ßurüdgehen gegen ben $ebel<
anfdjlag C. Die hintere Segrengung von B iß gebogen, fo baß bie
9lüdwärt«bewegung ber Rurbelweße in eine Drehung nach vorwärt«
unten umgewanbelt Wirb, inbem B nach vorwärt«, alfo F juerß nach
aufwärt« unb burch ba« Seharrung«vermägen nach vorwärt« gefdjleubert
wirb. Der Slrm F fdjlägt babei auf bie oben am Schloßlaßen an«
gebrachte fieber II (Silb 144), woburdj bie Drehung ber SBeße begrenzt
wirb, unb wirb burch bie fjeberfraft wieber juriidgefdjleubert. Durch
bie 9iiidwärt«bewegung unb Drehbewegung ber Äurbelwelle wirb bie
ßugfeber g, inbem ber Heine Slrm ißre ©liebertette auf bie Sßelle auf»
X&tigteit bei Setföluffe«.
199
widelt, fo fdjarf gefpannt, ba| fie ben Sauf wieber in feine alte Sage
borbrücfen tann.
b. ©ätigteit be« ®erfdjluffe« (®ilb 146bi« 149).
»ilb 146 geigt ben »erfdjlufj in bem Slugenblicf, in bem bie 4«8
jweite Patrone eben betroffen ift; ityre $itffe liegt nodj im Patronenlager.
Über bem Sanf, im Patronenjufü^rer unb bom Patronengurt ge«
galten, liegt bie britte Patrone.
©er borberfte ©eil be« ©djloffe« ift ber Patronenträger P; er
Ijat an feiner ®orberfläd?e bie Patronenfityrung«leiften unb äu«»
fparungen jur Slufnafyne be« Patronenlager« unb ber Patronenftüfc»
feber (®ilb 148, 149). ©er Patronen^alter, ber burd? bie Patronen«
tfaltefeber nadj born gebrädt wirb, f)at eine 9lu«fparung, bie genau
bem ©urdpneffer be« ^ülfenboben« entfpridjt, unb Ijält bie Patrone
in ber richtigen Sage, bi« fie in ben Sauf geflohen wirb.
©ie «Stüfcfeber ^ält bie leere $ülfe, bi« fie in ba« Su«fto^ro^r
gelangt ift.
®et geöffnetem ®erfd?lufj ift ber Patronenträger nadj unten ge*
treten (»ilb 147), wobei bie bon ilpn bor^er gefaßte, oberfte britte
Patrone bor bem Sauf fte^t unb bie $ülfe ber jweiten Patrone, bie
er au« bem Sauf gezogen ^atte, bor bem 9lu«ftoßroljr.
®irb ber »erfdjluf; gefdjloffen, fo fdjiebt er bie britte Patrone
in ben Sauf, bie leere jweite ^iilfe in ba« 9tu«ftofjrot)r, wobei bie
fdjon in biefem befinblidje, bon ber fieber R feftge^altene erfte $iilfe
Ijerau«geftofjen wirb unb ju »oben fällt.
Steigt jefct ber Patronenträger fenfredit in bie £)öfye, fo gleitet
200
3taMuKn$uKfyL
Bilb 147.
R Sc^lofjfufc F Slbjug^ebeL
/> JturbclroeUe. J ©c^tagfeber.
Xüttflteit beä 3erf$Iuffe8.
201
er bon ber teeren $ülfe ab unb fdjiebt fidj auf ber gelabenen ‘Patrone
fo tjodj, baß feine ber Sdjtagbolgenfpifce entfpredjenbe Tmrdjbohrung
oor ber SOHtte beS SaufeS liegt (®ilb 148). ®ie nun über bem Sauf
liegenbe neue Patrone wirb bon bem aufwärts gehenben Patronen«
träger mitergriffen.
©iS gu bem Stugenbticf, wo baS ®efdjoß ben Sauf verläßt, mfiffen
Sauf unb SSerfdjtufj gemeinfam gurüdgleiten. Um bieS gu bewirten,
ift ihre SBerbinbung, Sd^loßfuß B verbunben mit Äurbet E (SBitb 146,
148), nadj oben etwas eingetnidt, fo baß ber ©rud beS StüdftoßeS
auf ben Patronenträger fie nidjt nadj unten einbiegen tann.
Sobalb aber beim gemeinfamen gurüdgleiten bie Sturbelwelle D
gebreljt wirb, tnidt bie mit iljr feft verbunbene Stürbet E nad) unten
ein, wobei bie 2ldjfe d beS SdjnabelS s (®ilb 147) in ber Stiftung
ber Seelenadjfe gurüdgeljt, ber Schnabel fetbft aber aus feiner fenl«
redjten Sage in eine fdjräge übergetjt. $ierburdj fdjlägt ber Patronen»
trägerljebet c (Pilb 147) mit feinem hinteren 9lrm in bie $ölje, ber
vorbere mit bem Patronenträger wirb burd) feine Sdjwere unb bie
©edelfebern W (Pilb 145) nad) unten gebrüdt; bie neue Patrone tritt
vor ben Sauf, bie teere «gyülfe vor baS SluSftoßrohr (Pilb 147).
ÜBäljrenb ber Perfdjluß infolge beS (SintnidenS ber Stürbet unb
beS SdjloßfußeS feine SlüdwärtSbewegung fortfefct, gleitet ber Sauf
Wieber vor; bie gugfeber fpannt fid? weiter, inbem bie Stette fidj burdj
bie ©reljung ber Sturbelwelle D weiter aufwidett unb baburdj bie
Straft erhält, [pater aud) ben Perfdjluß Wieber vorgufdjieben.
Sßenn nämlidj bie ©retjung von D infolge beS guriidf^leubernS
beS 9lrmeS F burd) bie [feber H (Pilb 144) fidj im umgeteljrten
Sinne vottgieljt, wirb bie Stürbet E unb mit iljr ber Sdjloßfuß B nad)
vorwärts unb aufwärts bewegt; ber Sdjnabel brüdt ben tjinteren
$ebetarm C nacß unten, ben vorberen unb mit iljm ben Patronen«
träger nadj oben.
©aS Spannen ber Scfttagfeber J (Pilb 148, 149) gefdjieljt in 4«4
ber Söeife, baß in bem Slugenbüd, wo Sauf unb Perfdjluß fich trennen,
ber Sdjloßfuß B ben Spannhebel G Ijerunterbrüdt, ber feinerfeitS ben
Sdjlagbotgen gurüdgietjt unb baburd) bie Sd)tagfeber fpannt.
©er SbgugSljebel F gleitet in einem Sdjlifc ber SlbgugSftange a,
an beffen (Snbe er gegen einen 2lnfa§ flößt (®ilb 149, S), woburdj ber
SbgugSfdjnabel auS ber 9laft beS Spannhebels G getreten ift unb bie
Schlagfeber guin SBorfdjnetlen frei geworben ift.
Solange bie 92afe ber älbgugSftange bie auS Silb 146 erfidjtlidje
Stellung ljat, alfo ber Slbgug auS ber 9laft beS Spannhebels auS*
202
Da« Staföinengerotlp.
gelöft ift, wieberholt fich bad Spannen bed Schloffed unb bad Slbfeuern
felbfttätig.
©iefe Stellung bet Slbjugdftange Wirb baburdj bewirft, bag ber
Sdjiifee bie ©rudftange h (Silb 145) gegen bie hintere ffianb bed
Sdjlofjtaßend brüdt. SBirb fie lodgelaffen, fo wirb bad felbfttätige
treuer unterbrochen, weil ber Slbjug beim Sorgleiten bed Schloffed
nicht mehr an ben Slnfdjlag ber Slbjugdftange flögt
©er lurje, obere Slrm bed Slbgugd F greift in biefer Stellung
unter bie fRafe bed Spannhebeid G. ÜRan tann baher burch turjed
©rüden auf bie ©rudftange einzelne Schüffe abfeuent.
c. ©ad ßuführen ber Patronen (Silb 150 bi# 152).
445 ©er Patronen^uffihrer (Silb 150) befteht aud bem ^ufü^rer*
gehäufe, weldjed bie $ebel unb ffebern jum 3uf“hren ber auf einem
Patronengurt aufgeregten Patronen enthält.
(Er ift unmittelbar über bem Sauf, hinter bem Saufmantel auf*
gefefct. ©er Patronengurt wirb von rechtd nach lintd über eine fRolle
in ben .ßuführer gezogen (Silb 151), wo er burch jwei febernbe
$ebel gehalten wirb, bie fich non unten gegen bie burch bie jweite
Patrone gebilbete Sludbauchung bed ©urtd legen (Silb 152). ßwei
anbere $ebel faffen von oben hinter bie burch bie erfte Patrone ge*
bilbete SSBulft.
Seim ßurücfgfeiten flögt ber Sauf gegen ben einen Slrm eined
im 3ufühcer angebrachten boppelarmigen $ebe(d. ©er anbere Slrm
ift fo angeorbnet, bag er nach rechtd feitwärtd geht, wenn ber erfte
Slrm jurüefgeht. ©abei jieljt er bie oberen $ebel mit nach rechtd
über bie SBulft ber nächften Patrone.
ffienn ber Sauf unb mit ihm ber ©oppelhebel wieber in feine
urfprünglidje Sage jurfidgeht, fo nehmen bie oberen $ebet, ba fie nicht
über bie Patrone wegrutfdjen lönnen, ben ganjen ®urt um bie Stärle
ber Patrone mit, fo bag bie neu erfagte Patrone über bem Sauf ju
liegen lommt.
44« ©ad Sifier (Silb 144, 145) reicht bid 2000 m.
447 ©er Sdjiegbebarf ift ber ber Infanterie (3- 371 ff.). 3um
füllen ber 250 Patronen haltenben ®urte bient ein befonberer ©urt*
füller.
448 2. ©er Schlitten ift bad Sdjieggerüft für bad Plafchinengewehr.
(Er befteht aud 2 Stufen, bie vorn treidrunbe Slnfäfce haben, in beren
fRaften jwei Stüfcen eingreifen unb fo bad $öher« unb ©ieferftellen
bed ©ewehrd ermöglichen (Silb 153).
3**füJ)ren bet $atronen.
203
Der Wtantel bed ©eweljrd ruljt mit «Sdfilbjapfen in Sdjilbjapfen»
lagern; bie $ölpnri$tung tvirb mit einer 8lidjtmaf($ine genommen.
3. Die Safette (8ilb 154) bient bem ©dritten ald ^a^rgeriift
unb gleichzeitig ald Wlunitiondwagen. Sie nimmt ferner auf ihren
Bilb 150.
$attonenjufüQter.
Bilb 151.
Bon hinten.
Sifcen jtvei SOlaf^inengewe^rfc^ßften auf unb fiat an feber (Seite ein
Futteral für beren Karabiner.
4. Die $ro$e bed f^alfrjeuged enthält ebenfalls ©djiefjbebarf 470
unb nimmt 3 S^ßfeen auf.
Dad feuern tann entweber von ber fRäberlafette erfolgen (Sind
nannte) (®ilb 154), ober ber ©glitten wirb bon tyr gehoben unb in
feine Stellung getragen ober gezogen. Der ©$iefjbebarf wirb bann
in Wtanitiondfdflitten, beren feber 6 Staffen faßt, na^gejogen.
204
2)a4 3Raf<$menge»e$r.
©er üKunitionSttagen ift äljnlidj bem 2Raf(^inengett>e^r->^a^rjeug
gebaut unb bient jur Aufnahme bon «Sdjiefcbebarf, ßubefyör unb
Weferbemannfdjaften.
tJfür bie Gerwenbung bed Oewebrd in Heftungen unb auf ftriegd»
fdjiffen ift eine befonbere 8rt ber Safettierung borgefetyen.
471 5. ($ewid)td< nnb StaftnertyUtnijfe.
©ewidjt bed ®ewebr?.......................runb 27,5 kg
» ber SBafferfiitlung......................3,7 «
> eines $atronengurted mit 250 Patronen 8,315 «
Sänge bed ®en?e^rd..............................1,07 m
« « i’aufed................................0,72 •
472 6. Seiftnug bed Wiaf^inengewe^rd mit S-^atronen (Patrone 88).
SWünbungdgefc^minbigteit 885 m (640 m).
9( n f a n g d g e f $ m i n b i g t e i t (25 m bor ber fDtiinbung)860in f£20 m).
©efdjofjarbeit an ber SWflnbung 399 mkg (312 mkg).
® röjte Sdjuftroeite (bei 31° [32 ] (Ertytyung) 4000 m.
®urdjfdjtagdtraft gegen <Sanb unb (Erbe auf 100 m 0,90 m.
< 800 • 0,35 •
gegen trodened ^iditen^olj * 100 • 0,80 *
. 800 « 0,25 «
euergefdjroinbigfeit 400 bid 500 Sdjufj in ber ÜHinute.
478 Streuung unb fjtugjeiten (Sdjießbebarf 88).*)
(Entfernung m 50% Xi £öt)e cm reffet erfordern ei ©reite 1 cm ne Siel« 1 Sänge 1 ra Slugjeit Sefunben
100 6 1 4 40 0,20
200 12 ' 8 34 O41
300 18 ' 12 29 0,63
400 25 1 17 25 0,87
500 32 ! 23 23 1,13
600 40 29 20 1,41
700 48 1 36 18 1,71
800 56 43 16 2,05
900 65 51 15 2,4t
1000 75 1 59 14 24t
1100 85 68 13 3,28
1200 96 l 77 1 13 3,65
1300 109 1 87 1 12 4,10
1400 123 , 98 1 12 4,58
1500 139 1 110 1 12 5,07
1600 158 123 1 12 5,58
1700 182 136 12 6,18
1800 210 150 12 6,89
1900 245 ! 165 12 7,»
2000 290 181 13 7,»
«) güt 8 Sdjiefebebarf nid^t begannt gegeben.
©ilb 153.
2Rafd)incn0ett)eIjr.
*U{uiittion3fdjlittciL
ajhinitioiiöfflfteii.
©ilb 154.
n f dj i n c n ft e w c () r.
ftutje gefgtytltye Cntwicflung bet öeföüf}« fett bem getbjuge 1870/71. 205
Jlcßfer Jlßfdjnttt
®ie ®ef$u^e.
1. Änrje gefdfic^tltd^e (Entwicklung hr Chefthuh feit hm
JeUtjnje 1870/71.
A. Die ®cf<$ö$e ber ^elbarHUcrie.
Die beutfdje ^elbartillerie fyat fid? im beutfch’franjüfifchen Sriege 474
unvergängliche Sorbeeren erworben; wa« fie geleifiet tjat, fleht in ben
Blättern ber ®efd?idjte bezeichnet. Qh* finb bie glänjenben (Erfolge
im ftelbjuge jum großen Seil ju banlen.
Schon im Beginn be« Stiege« trat ihre Überlegenheit gegenüber
ber franjöfifchen Artillerie herüor, un^ ba« ttar bei ber befferen
Bewaffnung ber franjöftfchen Infanterie ein ©lüd.
Die fjelbartillerie hatte im ^elbjuge eine 8 cm- unb eine 9 cm- 475
ftanone, beibe mit ©ufjftahlrohven. Die reitenben Batterien unb ein
Seil ber ^ufjbatterien war mit ben 8 cm-Sa non en (reitenbe unb
leidste Batterien), bie übrigen mit ben 9 cm-Sanonen au«gerüftet
(fdjwere Batterien).
Allgemeine (Einrichtungen ber ©efd)iibe.
Die 8 cm-Sanone. ($ierju Safet II.) 47«
(Einfache« «Stahlrohr 7,7 cm Durchmeffer, 12 Seiljüge, Drall*
Wintel 3° 44’, 8abung«berhältni« 1/8,7 Doppelteilberfchlufj C/67
(C/ = Sonftruftion) mit Supferliberung. 5efter ®“ffah wit ta^er
Bifierlinie auf ber rechten Seite be« fRohre«.
<$efchoffe: (Eiferne ©ranaten bon 4,342 kg ©ewicht unb
1,85 Durchmeffer Sänge mit bicfem Bleimantel unb 170 g Spreng«
labung. Öuerfchnitt«belaftung 95,6 g, 30 bi« 40 Sprengftücfe.
Auffchlagjünber mit Borfteder.
Sartätfche: Büchfe au« (Eifenblech, 3,75 kg fdjwer, 2 Durchmeffer
lang, gefüllt mit 48 Sinttugeln, je 50 g ferner.
Sabung 0,5 kg ©efchütymlber im Sartufchbeutel. Obergünbung
burch ©chlagröhre. Anfang«gef<hwinbigteit 341 m, (Enbgefchwinbigteit
auf 3000 m (Entfernung 205 m. Sdjufjweite mit ©ranaten 3450 m,
mit Sartätfchen 450 m.
206 gef<$i<$fli<$e entanidlung bet ®ef$ü$e feit bem ffelbjuge 1870/71.
477 ©ie 9 cm-Äanone. ($ierju ©afel III.)
(Einfached Stahlrohr, ©urdjmeffer 9,16 cm, 12 gleichlaufenbe
Büge, ©raöwinfel 3° 30', Sabungdüerhältnid 1/11,5, ftolbenberfchlufj
C/61, Siberung burd? Srefjfpanboben, gofer, neufilberner Suffafc;
lange Sifierlinie auf bet SWitte bed fRohred.
öefdjoffe: (Eiferne ©ranaten non 6,9 kg ©ewicht, 2,05 ©urd)»
meffer lang mit bidem SBeidjbleimantel unb 250 g ©prenglabung.
Ouerfchnittdbelaftung 104,8 g, 32 bid 40 Sprengftücfe. ßünber wie
8 cm-Äanone.
Äartätfche wie bei 8 cm; ©ewicht 5,25 kg mit 41 ßinffugeln,
je 86 g ferner.
Sabung 0,6 kg ©efchiifcputber in Rartufchbeutel. (Entgünbung
wie bei bet 8 cm-Äanone. Snfangdgefdjroinbigteit 322 m. Schuf?«
Weite mit ©ranaten 3440 m, mit Sartätfdjen 500 m.
478 Sei beiben ©ef^iihen waren bie Lafetten unb ÜRunitiondwagen
mit ben Srofcen im ©leichgewicht; Sorbet« unb ^interwagen bet'
bunben burd) ^rofjnagel unb ‘fJrofclod). ffahtjeuge burd)Weg aud $olj
mit eifernen ®efd)lägen; Hemmung beim ffahren burd; •gjemmfdju'h.
479 Sludriiftung mit Sdjiefjbebarf: (©efamtgahl ber ©efdjoffe.)
0ejd)ü5= $Runition& 9Runition&
praße Sßagenproße §intenoagen
2ei$tc unb reitenbe Batterie 48 52 56
Saniere Batterie .... 38 36 63
Slufjerbem war an ber Safette eine £artätf$e untergebracht.
480 ©efamtgewicht bed triegdmäßig berpadten ffahrgeuged, bei ben
leisten unb fdjweren Satterien mit aufgefeffener SRannfdjaft:
kg kg
Sieitenbe Batterie......................... 1578 2078
Seichte ................................ 1996 2475
€>d)roere > 2262 2722
481 ©ad gefamte SIrtilleriegerät fyitte fi$ ald bur$aud triegdbrau$bar
bewährt; ed waren nur 2 9 cm- unb 25 8 cm-8toljre böllig un«
brauchbar geworben, boriiberge^enb unbrauchbar 16 9 cm- unb 57
8 cm-9lohre, meift infolge bon Sludbrennungen, bei ben 8 cm-Slanonen
befonberd bon folgen an ber borberen fteilto(hf[ä($e. ©urd? feinblidpd
ff euer würben nur 2 9 cm-JRohre befdfäbigt, 14 Safetten unb 11 $ro$en
^erflört, 7 ftart befdjäbigt. ©urch Sefdjäbigungen beim ©randport
würben 69 Granaten unb 650 Jlartufdjen, le^tere meift burch ffeu^tig»
feit, unbrauchbar.
Die ©eft^üge bet gelbartillerie. 207
©er Eranatfdjuß »ar tjäufiß fdjon auf Entfernungen bon 3000 m 482
unb barüber berwenbet worben; auf 1800 bis 2200 m »ar eine
bebeutenbe SBirtung feflguftellen unb auf ben häupgpen Entfernungen
gWifdjen 1100 unb 1800 m würbe feinblidje Artillerie unb Infanterie
oft gum Abguge ober gur Umtehr gegwungen. Auf ben näheren Ent*
fernungen Ijatte ber ©ranatfcpuß häufig eine gerabegu bemi^tenbe
ffiirtung gegeigt; faft nie gelang eS ber feinblidjen Infanterie, näher
als auf 600 m herangutommen. Sieben ber SBirtung burch ©reffet
War auch befonberS bie moralifche JBirfung beS ©ranatfeuerS unber*
tennbar groß. Es tarnen fehr Wenig $3linbgänger bor.
©er Rartätfchfchuß War gur Selbpberteibigung in mehr als 488
40 fällen berwenbet worben; in ber $ätfte ber f}älle ift bie Abwehr
beS ©egnerS lebigtich als fjolge beS StartätfchfeuerS feflgefteUt.
©aS Schrapnell war auf beutfcper Seite nur bei wenigen 484
baperifchen, fächfifdjen unb in eingelnen gäHen, im fpäteren ©erlauf
beS SriegeS, bon preußifchen ^Batterien berwanbt worben. ©aS ge«
ringe ßutrauen ber Artilleriften gu bem neuen, noch wenig erprobten
©efchoß läßt eS ertlärlich erfcheinen, baß eS nur feiten berwenbet
würbe, ©ie geringen Erfahrungen wäprenb beS Krieges erlaubten
tein abfdjließenbeS Urteil über feine SeiftungSfähigteit. ©aS Schrapnell
reichte bis 2200 m unb lieferte gegen 200 Sprengteile.
Eine Überlegenheit beS fdpoeren gegenüber bem leisten ©efchüfc 488
hatte fiep nur ’n b« größeren moralifchen ffiirtung unb ber befferen
Seißung gegen fefte 3iele bemertbar gemacht.
©ie JBeWeglichleit beiber ©efcßüfce ber ^ußbatterien War eine 486
genügenbe; baS leichte hatte fich bem f<hweren bei ungünftigen ©oben«
berhältniffen überlegen gegeigt; bei ber reitenben Artillerie traten in
perborragenber SBeife bie ihr eigentümlichen ©orgüge hervor.
©rofe ber günftigen Erfahrungen im Kriege tonnte man fich 487
befehlen, baß eine Steigerung ber SeiftungSfähigteit ber ©efcßüfee,
namentlich in Anbetracht beS Weitreichenben ^nfanteriefeuerS, not«
wenbig fei.
Sffiährenb man früher eine hw^'^enbe Sßirfung ber ©eweßre
bis auf 600 m angenommen hatte, war fie jefct bis auf baS ©oppelte
gewachfen; fogar auf 1500 m Entfernung waren ber Artillerie f<hon
©erfaße burd; frangöfifdjeS ^nfanteriefeuer gugefügt worben. ©aS
©efedßt mußte auf weit größere Entfernungen eingeleitet unb burch«
geführt werben als bisher.
ferner mußte man beßrebt fein, baS ©erät fo gu gepalten, baß 488*
eS in begug auf ©efcßoßgefchwinbigteit, Sreffähigteit unb Jötrfung
208 Äurje geföi($tlt<$e Cntwictlung ber öefäüge feit bem fjelbjuge 1870/71.
meljr leiftete, ald augenblidlich notwenbig war, um nicht fo halb bon
anberen «Staaten überholt ju werben. Die nötige Seweglidjteit mußte
felbftrebenb gewahrt bleiben.
489 Die auf ©runb vorfteßenber Erwägungen audgefüßrten SSerfudje
tarnen im Qfaljre 1873 jum äbfchluß; bad neue SlrtiUeriegerät erhielt
bie ^Bezeichnung C 73.
Ed hatte Wieber jwei verfdjiebene fRoßre; bad leichtere, bie 8 cm-
Stanone, erhielten aber nur bie reitenben Batterien, bie 9 cm-Stanone
bie fämtlidjen fjußbatterien.
490 Dad 3?eIbartiIleriegerät C/73. ($ierju Dafel IV.)
Dad leicßte ^elbgefdjüß, Durdjmeffer 7,85 cm, unb bad
fdjwere, Durdjmeffer 8,8 cm, ßatten folgenbe gemeinfame Ein«
ridjtungen: Äruppfdjed ©ußftaßlmantelroßr mit 24 fteiljügen unb
3° 36' DrallWintel. fRunbteilverfdjluß mit Siberungdring C/73
(3- 648 ff. unb 3- 653 ff.), Sdjrägjünbung burdj Sdjlagrößre. ftefter
81 uff aß mit turjer SJifterlinie, redjtd am ©efdjüß.
491 Der Sdjießbebarf glidj in feiner Einrichtung junäc^fl bid auf
Einzelheiten bem bidßerigen, man ftrebte aber halb nach einer größeren
Sänge ber ©efdjoffe, um bie Ouerfdjnittdbelaftung günftiger ju geflattert.
492 Um eine größere Saßt ber ©ranatfprengftüde ju erhalten, führte
man juerft bie fogenannte „Doppelwanbgranate“ ein, bie aud jWei Waffel«
eifenförmig gestalteten Eifenternen beftanb unb beim blaßen 2 bid
27s mal foviel Sprengftüde lieferte wie bie einfache. 8lld ©efdjoß«
länge Würbe bie non- 2,55 Durdjmeffern angenommen; ald ^üßrnngd«
mittel, ba ber alte Sßeidjbleimantel bei ber größeren Slnfangd«
gefdjwinbigteit nicht genügte, ber bünne ^artbleimantel. Slucß biefe
©ranaten beftanben nicht lange; fcßon im $aßre 1876 würbe eine
neue Slrt, bie ftinggranate eingeführt, beren innere ^ößluitg junädjft
burch eine Saßt von audgejadten Gingen umgeben War, bie Vom
©efdjoßmantel eingefdjloffen würben. Diefe ©ranate lieferte etwa
breimal foviel Sprengflüde Wie bie Doppelwanbgranate unb würbe unter
ber IBejeicßnung „fjfelbgranate C/76" eingeführt.
498 fffelbgranate C/76 von 5,07 b$W. 7 kg Schwere unb 2l/a
Durdjmeffern Sänge; f$elb>©ranatzünber C/73 mit Sorfteder, Spreng»
labung 0,195 bjw. 9,280 kg. Querfdjnittdbelaftung 105 bjtv. 115 g;
Sahl ber Sprengftüde 115 bjW. 150.
494 Nichtiger war noch b>e Annahme bed Sdjrapnetld, weldjed nach
bem f^elbjuge fdjon bei bem alten f^elbartiUeriegerät fich immer mehr
Hnertennung erworben hatte.
Sie Oefctjü^e ber gelbartillerie.
209
ftelbfdjrapnell C/73 (Siferned iilRitteltammerfdjrapnetl) von
5,53 bjto. 8,15 kg ©djtoere mit 122 bjm. 208 ®tüd 16,7 g ferneren
Jßeidjbieitugehi. 3aM b« ©prengteile 140 bjtt. 230.
ftartätfctye, (Sifenble$bii$fe bon 5 bgm. 7,5 kg ®d)teere mit 496
76 ©tiitf 46 bjto. 70 g ferneren ^inffugeln.
SeidjteS <$ef$ü( 496 Schweres @ef$ü$
Sabung 1/25 kg grobtömigeö $ufoer 1,5 kg grobtbmigeä $utoer
SabungöDerfjältniö Slnfangögefd^winbigfeit . . . ©nbgefc^winbigleit auf 3000 m Gr. Sehr. ’/« 'Im Gr. Sehr. 465 452 Gr. 239 Gr. Sehr. ’/44 */m Gr. Sehr. 444 447 Gr. 235 Gr. Sehr. Kart 7000 2500 400
Sc^u&roeite Gr. Sehr. Kart. 6800 2500 400
®te SEßänbe ber Lafetten, ^rofcen unb SOhmitiondwagen mürben 497
burdjmeg aud @ta^l> bjm. (Sifenbledj ^ergeftellt unb bamit ni$t nur
eine erhöhte $altbarfeit, fonbern aud) eine bebeutenbe ©emidjtderfparnid
erhielt. ®ie SSerbinbung bed 93orber- unb $intermagend mürbe burdj
©infüljrung bon ^ro^aten unb ^Jrofcöfe berbeffert.
Sludrüjtung mit ©djiefjbebarf unb ©emi^tdber^ältniffe. 498
£ei$ted @ef$fl$ ©djroereä @ef$ü$
38@($u6 32Sc$u6 Ta^u 1 jtartätfe^e an ber Lafette,
2Runitionö-2öagen .... ©atterie Seroi^t beä i öef^ü? ganzen frtegä- v mäfjig Der- 9(nmer!ung: ßa^Ien n 86 « 922 1800 kg 1921 -- a4 SBiUe: 77 814 2365 kg*) 2665 s ♦) „öewaffnu Ginfc^liefeli^ ber 6 Äar» tätf^en an ben Lafetten. *) (Sinf^liegli^ aufgefeffener 8ebienung. ng ber gelbartillerie''.
©erlin, KBafftn!e$re. 2. Xufl.
14
210 Äuqe gefd?id?tli$e ©nhoicttung bet ®efdjfl$e feit bem gelbjuje 1870/71-
499 hiermit mar ein geiciffer Slbfdjluß erreicht.
©ie {Jortfd/ritte be« ©erät« C/73 gegen bad alte mären ^auf?t«
fädjlidj folgenbe: Verbefferung im Slufbau be« fRohre«, be« Verfdjluffe«,
ber Sibetung unb ber (Entgfinbung. Hierburdj mar bie ßRöglichfeit
gegeben, ba« 8abung«berhältni« unb bamit bie 3lnfang«gefchminbigteit
gu Vergrößern; mefentlich trug tyierju aud; bie ©infii^rung be« grob«
iörnigen pulver« bei, melrfje« langfamer mie ba« ©efchüfcpufoer ber»
brannte unb eine beffere Arbeit bei geringerer ©aöfpannung leiftete.
©ie Jüljrung unb Ouerfdjnittdbelaftung ber ©efdjoffe mar beffer.
Sille biefe Umftänbe bemirtten eine Vergrößerung ber Slnfang«--
gefdpoinbigteit beim leisten 9io^r um 124 m, beim ferneren um
121 m, eine (Ermeiteruug ber Sdjußroeite bon 3800 m auf 6800 m
bgm. 7000 m. ©ie ^otge ber geftrecfteren ©efdjoßbahn mar eine
Zunahme be« beftricfjenen SRaume«, eine beffere ©reffähigteit unb
©urdjfdjlag«!raft.
500 ©ie Sßirtung be« (Eingelfdjuffe« mar bei ber ©ranate burd; ben
fRingaufbau mefentlich gediegen, befonber« aber mar im Schrapnell
ein äußerft mirffame« Streugefdjoß für bie Hauptaufgaben ber fjelb»
tanone gefunben. ©ie geringe Schußweite be« Schrapnell« unb bie
fRotmenbigteit, beim SdjrapneUfchießen guerft bie (Entfernung mit ber
©ranate gu erfdjießen, ließen jebod) bie ©ranate auch iefct noch
ba« Hauptgefchoß ber ^elbartillerie erfcheinen.
501 ©a« Verhältnis ber ©efdjoffe gueinanber in Hunbertfteln mar
folgenbe«:
bei ben leisten ©efchüften: 68 % ©ranaten, 27,5 % Sd;rap<-
neßs, 4,5 % Sartätfdjen;
bei ben fchmeren ©efdjüfcen: 70% ©ranaten, 27,5 °/o Sdjrap«
neH«, 2,5 % ftartätfdjen.
502 ©ie gefchilberte Steigerung ber Söirfung mar aber nur burch eine
©emichtSbermehrung be« gangen ©erät« gu ermöglichen gemefen.
©rofcbem auch bie fchmeren hölzernen ftafettenmänbe, Vrofefaften
ufm. burch leichtere au« Stahl« bgm. (Eifenblech erfefct maren, tarn
man boch auf ein bebeutenb höhere« ©emicht; g. V. ftieg bie Suglaft
eine« Vferbe« beim frieg«mäßig au«geriifteten ferneren ©efchiifc bon
368,5 kg auf 394 kg.
©ie 3®hl b« 3Runition«magen hotte bon 6 auf 8 erhöht merben
miiffen.
508 Qm ?aufe ber 3a^re mürben am Slrtilleriegerät C/73 bielfache
Veränberungen unb Verbefferungen borgenommen; fie erftrecften fich
befonber« auf eine (Erleichterung unb Vereinfachung be« ©erät«.
£)ie Sef^ü^e ber gelbartiUerie.
211
Berfu^e ergaben, baß bad fdjroere Stofyr burdj Slbbrehen auf
420 kg ®etrid)t gebracht »erben tonnte, ohne feine SBiberftanbd»
fä^igteit in unjuläfftger ÜBeife gu fdjroärfjen. ©aburch »ar bie 3J?ög«
lic^teit gegeben, ed auch ben reitenben Batterien ju übermeifen unb
bamit ein Einheitdgefdjüfe für bie gefamte ^elbartiUerie ju fdjaffen,
»ad namentlich für ben äßunitionderfafe feljr »iinfdjend»ert »ar.
©ad leichtere fRo^r »urbe für alle Batterien unter ber Be» 504
Zeichnung C/73/88 angenommen; ein 3a^r fpäter gelangten auch er»
leichterte $rofeen unb SOTunitiondmagen zur Einführung.
©ad ©efdjüfc »og indgefamt: für reitenbe Batterien 1930 kg,
für fahrenbe 2005 (SO?ehrge»icht burch bie 2 Sldjdfifje), mit SWann«
fdjaften 2395 kg.
©ie Xreffähigteit »urbe burch b» Annahme einer befferen 505
©efchoßführung gesteigert; im 3ahre 1882 mürben (Granaten unb
Sdjrapnelld mit Rupferführungdringen unter ber Bezeichnung C/82
eingeführt. (Gleichzeitig »urbe bie gaßl ber ^ülltugeln burch ®er'
tleinerung bed ®e»ichtd auf 13 g von et»a 208 auf 260 (fdjroered
Schrapnell) erhöht unb bamit eine bemertendmerte Steigerung ber
SBirfung bed Einzelf^uffed erzielt.
$anb in $anb mit ber Berbefferung ber (Gefdjoffe ging eine 506
Solche ber $ünber. ©ie veraltete .ßünbvorrichtung ber (Granate »urbe
burch ^en „$elbgranatzünber C/73" erfefct, beffen vorzeitiged Entgünben
»ie bidher burch e’nen Borftecfer, ber burch bie (Gefdjoßbrehung
heraudflog, verhütet »urbe. Später gelangte ein verbefferter ßünber
unter ber Bezeichnung „fjrelbgranatzünber C/80" jur Einführung; er
»ar ber erfte fjertigzünber, bei bem ein Borftecfer nicht mehr er»
forberlich »ar
ffür bad Schrapnell »ar zuerft ber „Schrapnetlzünber C/73" mit
einer Brennzeit bid 2500 m eingeführt worben; er »urbe 10 $ahre
fpäter burch ben „^elbfdjrapnedzünber C/83“ erfefct, ber bem (Gefdjoß
einen ffiirtungdbereich bid 3500 m gab.
©ad Schrapnell eroberte fich immer mehr ben ^lah ald bad 507
^auptgefdjoß ber ^elbartiüerie, befonberd nachbem ed gelungen »ar,
einen ©oppelzünber zu bauen, ber Sluffchlag» unb Brennzünber in fich
vereinigte unb fo geftattete, mit SdjrapneUd im Sluffdjlage bie §lug»
bahn feftgulegen unb bann bie erfdjoffene Entfernung auf ben Brenn»
Zünber zu übertragen, ©iefer $ünber, „©oppelzünber C/86 mit
©oppelzünbfchraube C/86", »urbe 1888 angenommen.
©ie 3ahl ber SchrapneHd ftieg in ber Sludrüftung ber Batterie 508
auf bie $älfte ber Schüffe; bad 3ahr 1891 brachte bie Einführung
14*
212 Äuqe Sniroidlung bet feit bem geibjuge 1870/71.
etneä Schrapnells mit Staljlwänben unb 278 Äugeln ju 11 g Schwere.
Die ber ffülHugeln mar bon 180 bei ber fdjweren gelblanone
C/61 auf 278 geWadjfen.
Sluch bie VeobachtungSfähigleit beS Schrapnells C/91 geigte einen
erheblichen fjortfchritt
Die Vebeutung ber Sprenggranate Wirb »eiter unten befprochen
Werben. (3- 526.)
509 Such an ber Stafette war als eine ganj bebeutenbe Verbefferung
bie Seilbremfe eingeführt worben.
510 Sine jWeite bebeutfame Anbetung im ^aljre 1391 War bie Sin«
nähme eines neuen {Rohres C/73/91. Die bisherigen {Rohre hatten
gegen {Rohrjerfpringer ber Sprenggranate leine geniigenbe Söiber«
ftanbSfähigleit gegeigt, baS {Rohrmetall war ju fpröbe. Die {Rohre
73/91 erhielten burch e’nen 3ufah bon fRidel jum Stahl bie nötige
Sähigteit.
511 ©ie wir gefehlt ha^n, War baS f^elbartiUerigerät C/73 im
Saufe ber $ah« re(^( Vielfachen Veränberungen unb Verbefferungen
unterworfen. Sein urfprünglidj ju h°he3 ®e»i«ht War herabgefeftt,
feine ©irtung ganj erheblich gefteigert worben, fo bafj eS Anfang ber
neunjiger Qahre immer noch ^aS befte ber borhanbenen ®eräte
angefehen werben tonnte. Da baS f}elbgefchüh aber trofc feiner Er-
leichterung an ber ©renje ber VeWegungSfähigteit ftanb, trat man
fdjon frühjeitig bem {plane eines neuen ®eräts nahe, ber hauptfächlich
auf Verminberung beS ©ewichts ohne $erabfefcung ber
©irtung unb eine Ijöljere f^euergefd)Winbigteit Vebad/t nahm.
512 Sefonbere Anregung erhielt bie ®efchüfcfrage burch ^en mächtigen
Sluffd/wung bon Qnbuftrie unb Ded/nif unb bie Teilnahme grofjer
.Vribatfabrifen an ber $erftellung bon ©efchüfcen.
Die jahtreichen Entwürfe für ein neues ®erät befolgten alle ben
3wecf, baS ®eroidjt burch $erabfefcung beS {RoIjrburchmefferS ju ber«
minbern, bie ©irtung burch Verlängerung ber ®efd)offe unb baburch
erlangte Erhöhung ber QuerfchnittSbelaftung ju fteigern unb burch neue
Verfchlufj« unb Stafetten-ISinrichtungen bie ^euergef^Winbigleit ju erhöhen,
ben {Rüdlauf aber aufjttheben ober wenigftenS möglichft einjuf^ränten.
518 (Sin befonbereS $inbernis für fdhneUfeuernbe fyelbgefchüfce war ber
Vulberbampf, ber fid? in bidjten ©ollen oor bie ©efdjüfce legte unb
baS {Richten erfchwerte. 9lud) bie bei Verringerung beS {Rohrburch«
mefferS notwenbige Steigerung ber anfangSgefdjwinbigteit tonnte mit
bem bisherigen Vulver nicht ergielt Werben.
S)ie ©efdjüße ber gelbartiUerie.
213
(Erft bie Annahme beS raucßfcßroacßen Pulvers mit feinen geringeren
(SlaSfpannungen ermöglichte einen gewaltigen ^ortfdjritt; es erfdjten
gerabe jur rechten ßeit, um bie oben gefdjilberten Aufgaben, beren
Söfung bei änmenbung auch verbefferter Schwafjpulverforten nur in
engen ©renjen möglich War, ihrer SBoUenbung jujuführen.
©ie (Bewaffnung ber 3nfanler'e mit rauchfehwachen UReßrlabe« 514
geweßren, ihr baburch gefteigerter SßirtungSbereicß unb ihre auf türjere
Beitbauer jufammengefaßte SOlaffenwirlung mußten naturgemäß be«
fchleunigenb auf bie (Einführung eines neuen fJelbgefcßüheS wirten.
So würbe als erfteS, neuartiges fjfelbgefcßüt} bie beutfeße fjelb« 515
tanone 96 eingeführt.
©ie fjelbtanone 96. (F. K. 96, Beiden f). $ierju ©afel V.
(Roßr. ©ußftaßlmantelroßr von 2,1 m = 27,3 ©ureßmeffer 516
Sänge unb 434 kg ®ewicßt (mit Verfcßluß unb (Roßrträger). 32 gleich*
laufenbe Büge, jtineßmenber ©rall. ©rallwintel 4—7 ” = 45—25
©urchnteffer ©rallänge. 2ln ber linten Seite beS SabelocßeS ift baS
(Roßrmetall weggefeßnitten, um baS Saben ju erleichtern unb baS ®e«
Wicht ju verringern.
laeßteil« S eßne11feuerverfä)luß mit felbfttätigem SluSwerfer 517
unb Sicherung gegen vorjeitigeS Slbfeuern unb willtürlicßeS Öffnen.
(Er enthält bie Spann«, SlbjugS«, 2luSwerf« unb Sicherungsvorrichtung.
©ie Verriegelung beS VerfdjluffeS erfolgt burch bie in entfpreeßenbe
SuSfcßnitte ber hinteren Äeillotßfläcße tretenbe ©eroinbegänge ber Ver»
fcßlußfcßraube.
®eim VinlSbreßen ber kurbel wirb bureß beren Spannwulft bie
VbjugSöfe nach 00rn bewegt, welche vermittels beS SpannftücfS bie
Schlagfeber teilweife, aber nicht völlig, fpannt. ßum Öffnen beS
VerfdjluffeS genügt ’/j Surbelumbreßung. (Beim völligen ^erauSjießen
beS VerfdjluffeS erhält ber SluSwerfer eine breßenbe Bewegung; feine
hinter bem Staub ber Startufdjßülfe (iegenben Ärallen werfen biefe nach
hinten; gleichseitig ift bie (Bewegung beS VerfößtuffeS begrenjt.
©urtß baS 3urü(fjießen beS SlbjugSftücfS vermittels ber SlbjugS«
fchnur wirb bie Schlagfeber junädßft völlig gefpannt unb bann frei,
fo baß ber Schlagbolzen vorwärts fdßnellt unb baS Bünbßütcßen ber
Rartufchßülfe jur (Entjünbung bringt.
©aS SRoßr befifct leine feitlicßen, fonbern nur einen {entrechten 518
Schilbjapfen, ber in einen befonberen (Roßrträger eingreift unb mit
biefem verbunben ift. Um ben {entrechten Scßilbjapfen lann baS iRoßr
214 Äurje gef$id?tli$e Sntroidlung bet öeföüfce feit bem ftetyuge 1870/71.
bermittet« bet Seitenrichtmaf chine gebreht werben; man tann fo
bie feinere Seitenrichtung nehmen, ohne bie Safette gu bewegen.
©er ftählerne SRohrträger, ber ba« SRoljr mit ber Safette ber«
binbet, ift für ben (entrechten Sdjilbgapfen burdjbohrt; feine fetrtidhen
Schilbgapfen ruhen in entfprecfjenben Sagem ber Safettenwänbe. ©er
fRohrträger faßt mit einem Slnfafe in eine Staue be« SRohr« unb ift
hier mit ber ^öhenri^tmafchine burch e'nen '©^ehbolgen berbunben.
6r nimmt ferner bie Seitenrichtmafchine auf, burch beren ©rehen ba«
SRohr wagerecht um feinen Schilbgapfen gefch»entt wirb (4° nach
beiben Seiten).
519 JRidjtmittet. Som in einem Somträger an rechter fRohrfeite.
Sim S3obenftüd fdjräg geftellte« Sluffafcgehäufe, fo bag bie Sluf«
fafcftange eine ber $Recht«abweichung be« ©efchoffe« entfprechenbe
Stellung erhält. Sluffafcfchieber mit Snebel gum $öher« ober Xiefer«
(teilen be« Suffafefchieber«, beffen obere Sante bie Slblefetante be«
Sluffafce« bilbet. ©er Schieber bient bagu, Unftimmigteiten gwifchen
Flugbahn unb ©rennbauer be« ßünber« auöguf^alten. @r ift mit
Xeiljtridjen »erfehen; 1 Xeilftrid? änbert auf 3000—4000 m bie Schuß«
weite um etwa 50 m. Sim Sluffafegehäufe Schnedentrieb gum ®e«
wegen be« Sluffafee«; Xrieb tann au«gefchaltet werben.
©et fRichtbogenauffah befteht au« Sluffafeftange, SibeHenbor«
ridjtung unb SBifierborrichtung.
©ie Sluffafcftange hat eine non 100—5000 m reichenbe, bon 50
gu 50 m befchriebene SReterteilung, ferner eine gur ‘Prüfung be« Stuf«
fafee« bienenbe Orabteilung unb eine SSergahnung für bie Schnede be«
Sdjnedentriebe«.
©ie SibeUemwrrichtung ift in (entrechtet ^Richtung brehbar mit
bet Sluffafeftange berbunben unb mit einer Xeilung (1 ©eil = 2*/»/i6°)
berfehen. ©urdj Sinfpielen ber Suftblafe tann man ben Unterfchieb
gwifchen bet SSifierlinie unb ber SBagerechten, ben ®elänbewintel,
tneffen. Vermittel« be« einmal feftgefteQten ©elänbewintet« tann auch,
Wenn ba« fehlet fichtbar ift, bie Srhöhung genommen werben.
©ie SSifierborrichtung hat eine bon 0—75 reichenbe Teilung für
bie Seitenberteilung, Xeilftrich 35 ift fRullpuntt.
©er SBintelmeffer, ähnlich bem Quabranten, wirb gum fRehmen
ber (£rhöhun9 gebraucht, wenn ber Sluffafc nicht au«reicht ober un«
brauchbar geworben ift.
©ie fRichtfläche bient gum erften f^eftlegen ber Seitenrichtung
bei nicht fichtbaren fielen; fie wirb auf ba« IRohrbobenftüd gefefet.
Sie ®efc$ü$e ber ftelbartiUerie. 215
Safette, Stagerhöhe 0,885 m, ^euerhöhe 0,96 m; größte Er» 520
höljung 16°, größte Senfung 12°. Stafettenwintel 29°. ©ewidjt
480 kg. Soppetfchraubenrichtmafchine. $of)(e ftählerne Achfe. Seit«
bremfe jum Schieß« unb ^ahrgebraud). (ß. 767.)
ßum ftärteren $emmen beß SRüdlaufß bient ber Klappern, ber
bretybar an ber Vrofcöfe befeftigt ift.
$rofce unb Sdjießbebarf finb bie gleichen wie bei ber F. K. 521
96 n/A. ©. 3. 876, 942.
Sie fjortföhritte gegenüber bem bisherigen ®erät finb befonberß 522
folgenbe;
Surd, $erabfefeung be« UtohrburchmefferS von 8,8 cm auf
7,7 cm toerminberte fich @ett>ic^t beS SRohreß von 450 kg auf
390 kg, baß ber Stafette bon 525 kg auf 480 kg, baß ber $rofce
bon 545 kg auf 430, baß beß triegßmäßig außgerüfteten ©efchüfc«
fahrjeugeß mit aufgefeffenen üRannfdjaften bon 2395 kg auf 2160 kg.
Saß ©efchüfc ohne Adjßfifce unb SDlannfchaften wiegt 1720 kg, ift alfo
auch f“r reitenbe Batterien leicht genug.
Srofc ber SSertleinerung beß Surchmefferß trat infolge beß befferen
Sßutberß unb befferer ®efdjoßführung eine Erhöhung ber Anfangß«
gefchwinbigteit bon 442 m auf 465 m unb im Sßeretn mit ber burch
baß längere ©efchoß erhielten Steigerung ber Querfchnittßbelaftung
bon 123 g auf 147 g eine Erweiterung ber Schußweite bon 6500 m
auf 8000 m ein. Sie Sreffähigteit ift auf allen Entfernungen beffer,
bie fjallwintel ftnb Heiner, bie beftrichenen SRäume größer geworben.
9loch wichtiger ift bie burd) bie flachere ©efdjoßbahn unb ?Wed-
mäßigere Einrichtung beß ©efdjoffeß bewirtte größere Siefenwirtung
beß Sd?rapnellß, feine größere Streuwirtung burch Vermehrung ber
Singeln auf 300 Stüd unb bie Erweiterung beß SBirfungßbereichß beß
®j.»Schuffeß bon 4500 m auf 5000 m.
Sie ^euergefdhwinbigteit ift burch Annahme eineß Schnelfabe«
berfdjluffeß, ber felbftlibernben Sartufchhülfe, beß SRichtbogenauffaheß,
ber Seitenrichtmafchine unb beß Spornß an ber Stafette bebeutenb ge«
fteigert worben, burch bie niebrigere fjeuerhöhe ber Stafette ift bie SSe«
bienung bequemer geworben, bie ßielfläcpe beß ©efchüfeeß Heiner. —
Eine ganj befonbere Dichtung gaben ber ©efchüfefrage bie 2Riß» 528
erfolge ber SRuffen im ruffiffytürtifchen Kriege. SBetanntlich gelang
eß ber ruffifchen gelbartillerie nicht, bie türfifd)en SBerfchanjungen bei
Vlewna fturmreif ju machen. SBenn auch in ^er ttauptfadje ber 2Riß»
erfolg ber fehlerhaften tattifdjen SBerWenbung ber ruffifdjen Artillerie
jugefchrieben werben mußte, fo tonnte man fleh bodj anberfeitß ber
216 Äutje gef$id?tlid?e @ntn>id(ung ber ®efc§ü§e feit bem ^tlbgitge 1870/71.
Anfuht nidjt berfdjließen, baß aud? bie Art ber Bewaffnung baran
Sdjulb träge. Die ^etbgefdjüfce Tonnten mit ißrer flachen Flugbahn
Weber bie türfifd?en Dedungen gerftören nod? bie hinter ihnen be»
finblidjen Gruppen fd?äbigen.
524 Die ffolge biefer (Erfahrungen war, baß man in allen Staaten
mehr als bisher ben SBert ber im fffelbtriege hergeftellten Decfungen
erfannte unb baß bie Xaftif in biefer 9?i^tung erheblich beeinflußt würbe.
@8 mehrten fich nun auch bie Stimmen, bie bon ber f^elbartitterie
eine SBirfung gegen folche bon born gebedten 3iele »erlangten.
826 Die ruffcfche Artillerie War mit ber (Einführung eines 15 cm«
fJelbmörferS (ß. 1117) bahnbredjenb borangegangen. 3n Deutfd?lanb
Würbe gunädjft ber Berfuch gemacht, burch (Einführung Heiner Labungen
beim 3felbgefd?üfc größere ffallwinlel ju ergielen. DaS (Ergebnis war
ungünftig, bie Dreffähigteit fehr mangelhaft.
528 (Ein weiterer Berfuch war bie ^erftellung einer htrgen 12 cm«
Äanone, bie recht gute (Ergebniffe lieferte unb im ©ewicht fogar etwas
hinter bem bamaligen fdjweren fjelbgefdjüfc gurüdblieb. Die (Ein*
führung biefeS ©efchüfceS ftanb bevor, als bie Annahme ber ©ranate
mit fräftig wirtenber Sprenglabung ber ffelbartitlerie ein auS ber
gelblanone gu »erwenbenbeS fDHttel gegen 3*e^e hinter Dedungen bot.
Diefe „Sprenggranate", beren Sprenglabung baS ©efdjoß im
Sprengpuntt nach a^en Seiten auSeinanber reißt, ftanb Wohl in ihrer
SBirtung bem Steilfeuer ber turjen 12 cm»Sanone nach, f^‘en a&et
bod? auSreidjenb gu fein. Diefe ^Öffnung erfüllte fich nicht, namentlich
ba baS (Erfdjießen ber richtigen SprengpunttSlage viel $eit unb Schieß«
bebarf in Anfprudj nimmt.
Außerbem tonnten bie Sprengftüde ber ©ranate wohl Biele
hinter Dedungen faffen, waren aber nicht imflanbe, bie Dedungen felbft
gu burd?fd?lagen, fo baß fdjon eine gang fd?wad?e, abwerfbare Dedung
bon oben völligen Sd?uh gewährte. 2Ran war alfo gegwungen, Wieber
gum Steilfeuer gu greifen.
527 @S lag nahe, ein ©efchüfe ber gußartiHerie, bie in langjährigen
(Erfahrungen baS Steilfeuer auf einen h°hen ©rab ber BoUtommenheit
gebracht hotte« für biefe ^roeefe gu verwenben; bie Steilfeuerbatterien
ber f^elbarmee würben mit 15 cm«$aubifcen auSgeftattet. Diefer für
bie gfugartillerie gänglid? neue Dienftgweig gab ber SBaffe einen
mächtigen Anftoß in ber felbgemäßen (Entwidlung. Die SBirfung ber
$aubifeen übertraf alle (Erwartungen, aber bie SchWerfälligteit beS
gangen ©eräts, bei beffen Berwenbung man Bettungen nicht entbehren
gu lönnen glaubte, ließ befürchten, baß biefe Batterien nicht immer
©ie @efdßtye bei JelbartiHerie.
217
gur redeten 3e^ ™ ^en Äampf eingreifen würben. ©eSbalb wollte
man WenigßenS für einen SEeit ber Steitfeuerbatterien eine größere
&ewegli$!eit ergielen, bie nur burd? $erabfefeung beS fRohrburchmefferS
gu erreichen War.
©ie (Erfahrungen, bie man fdjon bei ber f^elbtanone mit 93er«
fleinerung beS ©urdjmefferS, Verlängerung beS ®efd?offeS unb $erab«
fefcung beS ©ewichts gemacht hatte, tarnen ber neuen „ffelbhaubifee“,
bie ber gelbartiüerie überwiefen würbe, in ber SBeife zugute, baß ihr
©urchmeffer auf 10,5 cm beßimmt werben tonnte. ©ie (Einrichtungen,
Seißungen unb ©ewichtSVerhältniffe ber leichten 3;elbhauH£e 98 ftnb
fpäier ausführlich bestochen (3- 692 ff.).
©aS „(EinheitSgeßhüfe" iß wieber auS ber fjelbartillerie ber« 528
fdßvunben; ße hüt nicht nur ©eßhühe bon verf^iebenem SRohrburch«
meffer, fonbern, waS viel mehr ins Setoidß füllt, bon berfchiebener
ärt, beren Aufgaben fich eigentlich gegenfeitig auSfdjließen. Srofcbem
iß eS gelungen, bie leiste ^elbhaubifce auch f**r ®elämpfung un«
gebecfter, lebenber ßiele brauchbar gu machen.
©aß mit ben 2 ©eßhüfcen auch e’ne @rf<hwerung ber SluSbilbung,
namentlich im Spießen berbunben iß, bebarf teiner Vegrünbung.
©er nie raßenbe fjortfchritt ber hDth entwidelten ©efchüfctechnif 529
bringt eS mit fich, bie ©efchüfee heutzutage ßhneller veralten als
früher.
Staum war bie fjelbtanone 96 in ber beutfdjen ärmee eingeführt,
als bie Hemmung beS fRüdlaufS vermittels beS ßarren Sporns burch
eine berbolltommnete 9lrt ber Hemmung, ben fjeberfporn, überßügelt
Würbe.
Unter ben zahlreichen Safetteneinrichtungen mit ^eberfporn zeichnet 530
ßch bie ber fjirma ^riebrich Srupp burch (Einfachheit unb ©auerhaftig«
leit befonberS auS.
©er ftruppfche „Scheibeiifeberfporn" (föilb 155) beßeljt auS bem
Spaten, ber um einen über ben Safettenwänben gelagerten fBotjen
brehbar iß. SRit bem Spaten iß eine Stange verbunben, bie vorn
burch ein Sager hinburchgeht unb an ihrem vorberen (Enbe eine fDZutter,
bahinter einen Juffer trägt, ßwifchen Sager unb Spaten iß bie Stange
von 16 $aar ßählemen $lattenfebern umgeben.
®eim fRüdlauf gräbt fich ^er ®P«ten ein, bie $lattenfebern werben
gwifchen ihm unb bem vorberen Sager gufammengepreßt, verringern
baburch ben iRüdtauf unb fchieben baS ©efchüfc, wenn bie Sraft beS
ßlüdlaufeS aufgegehrt iß, Wieber in bie Schußßetlung. ©er $uffer
milbert babei ben Stoß ber ffllutter gegen baS Sager.
218 Jturje geföi^tli^e (Entroicftung bet @efdjü(;e feit bem Je&juge 1870/71.
531 Auf bie IBremSftange tann mittels einer befonberen Stell«
»orridjtung ein mehr ober weniger ftarter ®rud auSgeiibt »erben,
ber fid) burdj [tariere ober geringere Reibung ber IBremSftange im
borberen Sager bemerkbar macht. ^ierburdj tann bie Starte beS 23or«
laufeS geregelt »erben, bie fid) nad) ber $)efchaffenheit beS ©obenS
(»eidjer, harter Untergrunb) unb feiner fjorm (ebenes, hinten ab»
fallenbeS, nad) born geneigtes ©elänbei richtet.
»ift 155.
©tunbfafc bet @inrid)tung beS Äruppfc^en SdjeibenfeberfpotnS.
S Spaten. B »temSftange. M Slutter. F Jebem.
b ®ref)6oljen. L Saget. P puffet. V Stettoorric^tung.
532 £)er Sporn braucht beim fahren nicht hodjgetlappt ju »erben.
(Er bewirft einen »eitlen fRücflauf unter Schonung ber Safette unb
brücft baS (Sefdjüfc fo genau in bie fjfeuerftellung bor, baß eS nur
eines geringen 9ladjrichtenS bebarf.
SD?an bat mit foldjen fjeberfporngefdjüfcen (ffruppfdje Schnellfeuer«
tanone C/99) eine fjeuergefdjwinbigteit bis ju jeljn gezielten Sdjüffen
in ber Minute erreicht.
533 ähnliche (Einrichtungen finb in üerfdjiebenen Artillerien jur @in»
füljrung gelangt.
534 So bortrefflidj an fich ber fjfeberfporn ift, unb fo fe^r er bem
ftarren Sporn überlegen ift, fo ljat er bo<b ben 9?adjteil, baß ein
ridjten ftets erforberlidj bleibt, unb baß bie Söebienung beim Sd)uß
auS bem ©eleife treten muß.
535 Aud) biefe 9iad)teile ju uberwinben, gelang ber Jecbnif burch ben
®au oon ®ef<hüben mit fRohrrüctlauf.
3hre (Einrichtung beruht auf bem ©runbfafce, baß beim Schuß
baS 9tobr allein in ber feftftebenben Safette jurüdgleitet, wobei bie
®ie @efdjü|}e ber ^elbartitterie. 219
ftraft beS fftüdftofteS burcf) eine ^lüffigfeitgbremfe aufgezehrt unb eine
Borbringeüorrittung in Spannung verfemt wirb, bie baS {Rohr nadj
Beenbigung beS 9iüd(aufeS wieber in bie Stuftftellung Vorbrüdt.
ftrantreit war ber erfte Staat, ber ein ftelbgeftüh 9J°hr' 586
rürflauf (Beitreibung fiehe 3- 1098) einführte unb bamit ben Slnftoft
ZU einem lebhaften DJieinungSauStauft über ben 23ert berartiger ®e«
ftüfce gab. 3a^re^an9 ’P baS ltn^ 3SMber in ben rniütärifd^en
ftadjjeitftriften unb fogar in ben ©ageSblättern erwogen worben; bie
für bie Artillerie fo bebeutfame iJrage ift jefct enbgültig jugunften ber
fRohrrüdtaufgeftüfee entfdjieben. ©ie meiften Staaten haben bereits
SRohrrüdlaufgeftühe eingeführt ober finb in ber ©inftthrung foldjer
©eftüfee begriffen.
Qn ©eutftlanb ift bie Bewaffnung ber ^elbtanonenbatterien. mit 537
einem IRohrrüdlaufgeftüfe bur$gefitrt, baS bie Bezeichnung „F. K. 96
n/A.“ (neuer 9Irt) erhalten h«t. (3- 688 ff.)
Unter Beibehalt be§ fRoftreS, Welcpeö einen berbefferten Berftluft
erhalten hat, ift eine beftilbete IRohrrüdlauflafette eingeführt, bie eine
ebenfalls bertoollfommnete IRitteinrittung befijjt.
©ie F. K. 96 n/A. entfpritt tooHftänbig ben an ein neuzeitliches
ftelbgeftüfc zu ftellenben Anforberungen.
©ie (fntwidelung ber beutfd)en f^elbtanone geht aus ber um« 538
ftehenben 3ufammenfiellung*) (3- 539) hervor.
©ie Borzüge ber IRohrrüdlaufgeftüfee beftehen barin, bafj 540
baS ©efdjiifc beim Stuft gänzlich ftilipeljt, woburdj ein 9iat«
richten bei jebem Stuft überflüffig wirb, in ber baburt hot9efteigertcn
fteuergeftwinbigleit unb in ber SWöglitleit, Stufeftilbe anzu»
bringen.
©aS Borbringen beS (SeftüfceS nat bem Stuft, ber bei weitem 541
anftrengenbfte ©eil ber Bebienung bei ben bisherigen ©eftühen, wirb
zwar aut üoni ^eberfporu geleiftet, jebot mfiffen bie BebienungS»
mannftaften beim Stuft aus bem ®eleife treten, unb ber IRitttanonier
muft üon neuem ritten. BeibeS fällt bei ben jRohrriidlaufgeftfifcen
fort; etwa vom britten Stuft ab, wenn ftt ber Sporn geniigenb ein«
gegraben hat> (W baS t&eftüfc völlig ftill, ein tRatritten if*
mehr nötig.
©er 9tittfanonier übt feine ©ätigfeit fogar im Si^en aus. sJRan
barf bie Bebeutung biefer Stonung ber jträfte nitt unterftäfcen, fie
*) 9la$ §egbenreicf): „®ie Sehre vom @<h»f) unb bie Sttjufetafeln".
Serltn 1898. <&. S. SRittter & So^n.
220 Äurje gef$i$tli$e ISntwirflung ber ©efdjüfce fett bem gelbjuge 1870/71.
(Sntoitffang ber
©efdjüfc 9 cm-Staljttanone C/61 mit Äolbennerfd&fafj 8 cnp<5tat)[!anone C/64 mit Jteifoerfd&Iufe Seifte getbtanone C/73
$ofjr, 9WetaU, Aufbau Stafjl, SRaffwrofjr Stafjl, 3Kaffivro^r Sta$l, SRantelrotjr
3£ot>rgeroid)t (mit ®er= fd|fu& kg 433 275 390
Safette 9 cm=ge [blafette 8 cnvjelblafette 2ei$te Jelbiafette 0/73
©erntet ber Safette kg 517 450 490
©efdjüfcgeroidjt (SRofjr unb Safette) kg 950 725 880
3afjrgang ber ©infü^rung 1861 i 1870 1864 1873
3tof)rbur$meffer cm 9,16 7,85 7,85
Sänge bed Htotjred m 2,04 1,935 2,1
Erafil ®rab 38 gleidjbleibenb 312 glei$bleibenb 310 gleic^bleibenb
(Seföofi 9™- Vr sX: Gr. Sehr. ^/•ta J I_C/70 8 cm- Gr. 8 cm- । Schn 1 1. Feld- gr- C/73 1. Feld- schr. C/73
3ü$rung Sßeidjblei ' Sßeid&blei Hartblei
(3eroi$t (fertig) kg 6,9 6,91 7,41 4,34 i 4,60 5,09 . 5,53
Cuerfönittdbetafhmg g/qcm 105 ! 105 113 90 । । 95 105 114
Sänge mit Bünber in $urc$meffern 2,1 ] 2,1 2,2 2,2 2,2 2,8 ' 2,7 1
$ufoerforte ®ef$flty,ufoer (SefdjüJpufoer ©robtörniged $utoer
Sabungdgeroidjt kg 0,6 । 0,6 0,6 0,5 0,5 1,25 1 1,25 1
Sabungduerljäitnid 1: 11,5 | 11,5 | 12,3 8,4 9,2 4,1 i 4,7
Änfangdgefd&roinbigteit m 322 j 322 ' 313 341 i । 333 465 I 452
©efdjo&arbeit an ber SRünbung mt 36,4 | 36,5 । 37,0 25,7 1 25,9 56,1 | 67,7
S)ie ®ef^e ber gelbartillerie.
221
gclbtawnen.
58»
64roere gelbfanone C/73 gen» i fanone C/73/88 Selb« । fanone 1 C 73/91 Selb« fanone 96«) 1 Sdbfanone • 96®/A8)
SRantelroh C/73 abgebreljt Stah Stentel« ©taljl Stentel etat)I Kantel l) 8om 8er« faffer tjinju« ßcfügt.
445 420 . 442 390 • ») «) M = Seuer 9rt. ’) 9Hd>t »er« öffentlich; Angaben in: „fttä SeR>s artiOene«
6<$were gelblafette C/73 Selb« lafette C/73/88 R gm» lafette C/73,88 Selb« lafette 96 Selblafette 96*/A (S<fiu|f<bilbe) (iRoorrü ctlauf)
525 505 545 480 L Material 96 n/A.H
970 925 987 914 • ’) 1
1873 1882 1888 1891 1896 1906
8,80 roie C/73 7,7
2,1 s 2,1
310 gleic^bleibenb s 4-7» gune^menb
schw. F. Gr. C/73 schw. F. Sehr. C/73 schw. F. Gr. C/821 schw. F. Sehr. | 0/82 schw.1 F. Gr. C/82 schw. F. Sehr. C/82 Feldsehr. C/91 Feldgr. C/88 Feldsehr. 96 Feldgr. 96
$artblei Rupfemnge ßupfetringe flupferringe $interfü!)nmg bur$ Rupferbanb, gentrierroulft _
7,02 8,15 7,04 8,07 7,04 8,07 3m Wittel 7,45 6,85
116 134 116 133 116 133 5 123 147
2,8 2,7 2,8 2,8 2,8 2,8 2,6 3,75
©robförnigeS Pulver (Srottömigeö Pulver ®efd)ü$s »lättd^en« ^ulüer ®ef$üfc«Slätt$en* ^ulver 9tö!pen«$ufoer 96
1,5 1 ! i* u 1,5 0,64 । 0,64 0,64 0,57
4-7 5,4 4,7 | 5,4 11,0 12,6 3m Wittel 11,3 12
444 417 442 419 452 430 t 442 465
70,4 72,1 70,1 72,2 73,2 75,9 t 74,2 75,5
222 Äurje gef$i$tlidje Gntwidlung bet @ef<$ü$e fett bem gelbjuge 1870/71.
fommt fictjer einer guten Sebienung unb befonberd einem genauen
fRid)ten gugute.
542 Die vermehrte fteuergefchwinbigteit fyat gweifellod ben Vorteil,
bafj bie SBirfung auf einen Heineren ßeitraum gufammengebrängt tvirb
unb bie (Entfdjeibung fchneUer fallen tann, wad nicht nur an fid) einen
®ewinn bebeutet, fonbern aud) bie moralifche SBirtung bed fjfeuerd er«
hebtidj fteigert.
Sei einem ©efchüh ofyne fRohrrücflauf finbet ein Schnellfeuer nicht
nur feine ®renge in ber ßeijlungdfähigteit ber Sebienung, fonbern
aud) in ber halb eintretenben Unmöglichfeit, bad in IRauch gefüllte
Biel aufgufaffen, namentlich bie richtige Seitenrichtung gu nehmen.
Seibed ift beim {Rohrrücflaufgefchüfc nicht mehr ber fjall. ÜRan tann
ohne befonbere Seanfprudjung ber Sebienung unb ohne bad einmal
aufgefaßte Biel [eben gu miiffen, ein längere 3eü bauernbed Schnell»
feuer unterhalten.
543 Aid ein weiterer Vorteil h^herer tfeuergefdjttnnbigteit tvirb »er»
fcbiebentlid) bie Tlöglichteit begeidjnet, bie 3ahl ber ®efd)üfee von
6 auf 4 herabgufetjen. $n ber fDHlitärliteratur ift hMHl ^‘e ®e»
fürdjtung audgefprodjen worben, baß ber IRaum für bie (Sntwicflung
ber 144 ®efchühe eined Armeeforpd vielfach nicht vorhanben fein werbe.
Die hohe fjeuergefchwinbigfeit einer {Batterie Von 4 fRohnüctlauf«
gefd)üfcen gewährleistet allerbingd eine fjeuerfraft, bie ber einer Satterie
von 6 bidherigen ®efd)üfeen überlegen ift; ber {Raum für bie Artillerie
tönnte um */s verminbert werben.
Daß bie ffeuerleitung einer Heinen Satterie leichter ift, bebarf
feiner Segrünbung.
Der Audfall eined ®efd)üfced würbe gwar eine folche {Batterie
um '/< ihrer geuerfraft [chwädjen, eine {Batterie gu 6 ©efdjühen nur
um ’/e, ed ift aber gu bebenfen, bah eine Schnellfeuerbatterie burd)
eine Steigerung ber 3feuergefd)winbigteit biefen Serluft leichter aud«
gleichen fann ald eine anbere.
544 Die Schufcfd)ilbe gewähren gwar feinen Volltommenen Schuh,
ba fie gegen Solltreffer unb größere Sprengftücfe nicht fd)üfeen, jeben«
falld ift aber burch fie bie flRöglichfeit, bie wid)tigflen fRummern ber
{Bebienung gu treffen, bebeutenb herabgefefet.
545 Die befd)ilbeten ®efchüfce bieten allerbingd eine größere, beffer
fichtbare ^Jielfläc^e, namentlich wegen bed baneben aufgeftellten
üRunitiondwagend.
Aber abgefehen bavon, baß man burch einen gweefmäßigen An«
Sich« am heften hellgrau, bie Sidjtbarfeit fehr Verminbern tann, ift
®ie bet gelbartiUcrie. 223
herborguljeben, bag nichts fo feljr eine Satterie tenntlidj mad)t mie bie
Bewegungen ber Bebienung. Sei einer ge[d)üt5ten Satterie finb foldje
nid)t gu feljen, bie wenigen nid)t hinter ben ©djilben gebecften $erfonen
tonnen fidj gweifello« im ®elänbe leichter fdjüfcen, al« bies3 mit einer
gangen Satteriebefa^ung ber f^aU fein tann.
®idjerlidj ift eS ein ÜRadjteit ber Sdjilbe, bag burdj fie bie Über' 54«
fidjt über bag ßielfelb befdjräntt wirb, ©iefen Übelftanb Ijat man
burdj Anbringung von ®djilben, beren Oberteil Ijeruntergeftappt werben
tann, vermieben. (F. K. 96 n/A.). 9leuerbing« ift burd) Annahme
be« Sanoramafernrohrauffafce« (3- 550) unb Anbringung eine« hodj«
liegenben ®ehfd)lihe« aud) ein Happbarer Oberfdjilb unnötig geworben.
©ie unvermeiblidje ®ewidjt«vermeljrung von runb 50 kg mug 5«
mit in Rauf genommen werben, fie fpielt gegenüber ben erwähnten
Sorgügen ber <Sdju$fd)ilbe teine {Rolle.
©ie Seftrebungen ber beutfdjen ©efdjüfefabriten nad) SerVoU» 548
tommnung be« fjfelbgefdjühe« finb befonber« barauf gerietet, bie 9?idjt«
mittel feiner unb gwedbienli$er gu geftalten, bie Sebienung be« ®e»
fdjüfce« gu erleichtern unb baburch bie f^euergefchwinbigteit für ent«
fdjeibenbe Augenblide auf ba« fjödjfte tDlag gu fteigern.
Al« URufter einer neugeitlidjen fjelbtanone tann bie Struppfdje 549
7,5 cm «^elblanone L/30 gelten. (Silb 156.)
©a« ©efdjüfe hat einen Sanorama«3fernrohrauffafc. ©a« 550
Fernrohr biefe« Auffafce« ift berart eingerichtet, bag feine optifdje Adjfe
nach 2lrt ^er ?ri«menfemrohre gweimal im rechten SGöinfel, einmal nach
oben, ba« gweitemal in wagerechter {Richtung gebrochen ift. ©er
Oberteil be« Auffafce« tann nun ring«herum gebreljt werben, Wobei
ber Sßinfel, ben bie Sehlinie nach ^em 3^1 °^er na(h einem beliebigen
$ilf«giel mit ber feftftehenben Wagerechten Adjfe be« unteren Fernrohre«
bilbet, auf einer ©eilfdjeibe abgelefen werben tann. ©er {Ridjttanonier
tann alfo, ohne feine Stellung gu änbern, inbem er unten in ba«
(Jernroljr fieht, burch ®rehung be« Oberteil« ba« ßiel ober jebe«
$ilf«giel im gangen Umtreife anfdjneiben. Sefonber« nüfclidj ift biefe
Einrichtung bei Sdjitbgefdjüfcen, burch beren hochangebrachten Sehfdjlife
ba« $iel nach DDrn angefdjnitten werben tann, wäljrenb ber Stopf be«
fRidjttanonier« gebeett bleibt, ©er ©djilb braucht leinen gum herunter«
Happen eingerichteten Oberteil gu haben.
(Eine weitere ServoUtommnung ift bie unabhängige Sifier« «51
linie (Silb 157). hierbei ift ba« Einrichten, b. h> Einftellen be«
Auffafee« auf bie befohlene Erhöhung unb Seitenverfchiebung, Sewegen
ber £)öljen« unb ©eitenridjtmafdjine, bi« bie Sifterlinie auf ben ßiel«
224 Antje gtfäiQtßdjt Caiwüfbmg brr Sefc^tye feit bot gebjage 1870^71.
p«nft jeigt, babnrrfj vereinfacht, bas bem SHchtfanonier lebiglich baS
(Einftetlen ber Settenrichtung unb baS entrichten ber Vifterfinie auf
ba£ Qitl obliegt, währenb ber Verfchlufjfanonier unabhängig bavon
bad Ginfteflen be« Sichres auf bie befohlene Grhäbnng beforgt
SUb 157.
Gkunbfag bet unabbüngigtn Sifietlinie.
A $öf)enrid)tmaf$ine. Ai fiutbeltab. B ,ßroeite $ö$enri<btmaf$ine.
B\ $anbrab. B-j @tQö()ungäf$ei6e. Bs Serbinbung mit bem Sluffafe. C Panorama*
gernrofjraufiafj. Ci SHuffaJjträger. C» Unterer (Sinblirf. Cs Oberer bre^bater Xeil.
D i'afettenroänbe.
$u biefem ßtced bebarf e& gtveier, voneinanber unabhängiger
Vorrichtungen jitm Zehnten ber (Erhöhung, ©ie eigentliche $#hen*
richtmafchine hebt unb fentt bie Sli^tfohle mit ber Oege, bem Slohr
unb ber Vifierlinie. Sie wirb vom Siichtfanonier bebient, ber bie
Vifierlinie auf baS ßiet einrichtet, wobei er auch bie Seitenrichtmafchine
benufct. (Vettere ift auf bem Vilbe fortgelaffen.)
Mrnvvirtic U> cm ^ehuieiuniiotanenc
®ie @efäü$e ber gelbartillerie.
225
Bwifdjen ber ^öhenridjtmafchine unb ber Söiege ift nun eine
{Weite fRichtmafdjine eingefdjaltet, bie baS {Rohr in begug auf bie
{Ridjtfohle hebt ober fentt. Durch biefe Vorrichtung gibt ber Vcrfihluß«
fanonier bem fRoljr mit ber SEöiege bie fdjußtafelmäßige (Erhöhung nach
einer Vor feinen Slugen befinblichen Deilfcßeibe. (Sleichjeitig wirb burch
eine bewegliche Verbinbung biefer Vorrichtung mit bem äuffafc bewirft,
bafj biefer fid) bon felbft auf bie genommene GEr^ö^ung einftellt.
Die unabhängige Vifierlinie geftattet alfo, baß ber {Ridjttanonier,
unabhängig von ber gleichzeitigen (Erteilung ber (Erhöhung unb auch
währenb änberungen an biefer borgenommen werben, bad Biel
unaudgefefet im Singe behalten tann. Vefonberd wichtig ift bied beim
(Einfliegen.
DaS ®efd)üfe hat einen Sdjubturbet«Reilverfdjtuß mit gerab« 552
liniger wagerechter Verfärbung fenfrecfjt jur Seelenadjfe. Öffnen unb
Schließen gefchießt burch einen ®riff mittels ber Sdjubturbel.
(Eine {entrechte, mit Rurbeigriff verfeßene SBelle ift in ber oberen
Reiltocßwanb gelagert. Die VJelle hat einen wageredjten Sinn, für
beffen {Bewegung in ber oberen Reillocßwanb eine Sludfparung bor>
gefeßen ift; bei gefdjtoffenem Verfcßluß ift biefer Slrm ber borberen
ReiHocßwanb annäßernb gleichgerichtet.
Der Slrm trägt am äußeren ®nbe, unten, einen ßergförmigeu Sin«
faß, ber in eine fdjräge SRut in ber oberen Reilfläcße eingreift, unb
oben einen Sfafaß, ber fich ’n einer ringförmigen SRut in ber oberen
Reillocßwanb bewegt. Durch biefe beiben Slnfäße wirb in ber ge«
fdjloffeneu Stellung ber Sdjubturbel bie Verriegelung bed Verfcßluß«
teitd im SRoßr bewirft.
SBirb bie SBeUe in ber einen ober anberen {Richtung gebreßt, fo
fdjiebt ber in ber SRut fortgleitenbe, ßergförmige Slnfaß ben Verfcßluß
aud bem Reillodj heraus ober in bad Reillocß hinein.
Dad innere bed Verfdjlußteild enthält ein Bünbfdjloß mit VJieber«
fpannabgug. (Eine {Betätigung bed SdjlagbolgenS, ehe ber Verfchluß
Völlig gefcßloffen ift, Wirb burdj eine felbfttätig wirtenbe Sicherung
verßinbert. «Durch eine {Weite, von $anb gu bebienenbe Sicherung
tann gleichzeitig bad Öffnen bed Verfdjluffed unb bad Slbgießen un«
möglich gemacht werben (fjaßrfidjerung).
Der SRunitiondßinterwagen ift für (Eingelverpadung ein« 553
gerichtet, ©oben unb fdjrantartige Düren finb gehungert, eine Bünber-
fteUmafdjine wirb nach Slufftellung bed VJagend in bie unten befinblidje
Rlahpe eingehatt. Der Bwifdjenraum gwifdjen ©efdjüfe unb Sßagen
Berlin, fitaffenlefre. 2. ÄufL 15
226 Surje gef$id)tli$e (SntoüHung bet öefcfeüfee feit bem gelbjuge 1870/71.
wirb burch einen eingehängten Sdjilb mit Seobad)tung«fchlib ge*
Schloffen.
554 ©ie weitere (Entwicklung ber tjrelbgefchüfce bewegt fid) nach
berfelben {Richtung wie bie ber (Gewehre.
©er nächfte fjrortfchritt, wie ihn j. S. bereit« bie Äruppfdje
6,7 ein«®ebirgSfanone L/18 geigt, bürfte barin begehen, bajj „halb«
automatische*1 Serfchlüffe jur (Einführung gelangen.
©a« erwähnte ©efchüfc hat einen S<hubfurbel»$teifoerfcblu§ mit
SBJieberfpannabjug. {Rach Abgabe be« Schuffe« öffnet fich beim Sor«
lauf be« {Rohre« ber Serfchlufj felbfttätig, wobei bie leere $ülfe auö*
geworfen wirb. QHeidjjeitig wirb eine jum Späteren Selbsttätigen
Schließen be« Serfchlüffe« öorgefeljene Spiralfeber gefpannt unb in
biefem ßuftanbe burch eine Sperre feftgehalten. Seim ßaben ber
Patrone wirb ber AuöWerfer burch ben ^jülfenranb gebreht unb hierbei
jene Spiralfeberfperre auögelöft. ©ie frei werbenbe Spiralfeber be-
Wirft ba« Schließen be« Serfchlüffe«.
B. ®ic ©cfchü^e ber ^uftartiUcric.
555 Sind) bie beutfdje fjeflung«artillerie burfte auf ihre Stiftungen im
fVelbjuge 1870/71 mit Stolj juriiefbliefen; bei 14 Selagerungen hotte
fie, junt ©eil unter ben Schwierigsten Serbältniffen, mitgewirft.
©ie (Erfahrungen be« Äriege« waren für fie nicht minber wertooU
Wie für bie ftelbartillerie; auch fie batte fi<h ber frangöfifdjen Artillerie
überlegen gegeigt.
©ie ©efchüfee waren fehr ftarf in Anspruch genommen; batte bodj
bie $eftung«artiüerie im Jtriege 464 000 Schüffe, 100 000 mehr al«
bie gefamte fjelbartillerie, abgegeben.
550 ©ie beutfehen Selagerung«gefchüfce waren bie in nebenftehenber
ßufammenftellung angegebenen.*)
©ie SRohre ber turjen 15 cm »Kanonen unb glatten URörfer
waren au« (Eifen; erftere waren jum (Erfafc ber noch im Selagerung««
train befiublichen glatten furjen 24pfünbigen (15 cm) Schweren
£>aubifcen unb Sombentanonen beftimmt unb junächft nur in geringer
ßahl vorhanben; »om 21 cm«2Rörfer C/70 würben im Serlauf be«
ftriege« 10 Stüd fertig unb ju einigen Selagerungen jugejogen.
©ie gezogenen ©efd/ii^e hatten ben ©oppelteilverf^lug mit
ftupferliberung (vgl. leichte« ^elbgefchüb 3- 476), nur bie 9 cm«Stahl’
tanoite batte ben ÄolbenDerfchlitft (ogl. Schwere« ^elbgefchüfc 3- 477).
*| 3(u6 S». ». IRüUer „Tic Tätigteit ber beutfehen gefhingäartiUerie ujro."
I. Tic Belagerung non «Strafeburg. Berlin 1898. S. Wittler & Sohn.
®ie <3e|$üfee bet tJufearfillerie.
*227
©efchüfc ©eroicht ©ranate ©eroicht Schrapnell ©röfcte Schüfe* weite
be£ 9^ohre3 kg ber fette kg fertig kg I ber Spreng» labung 1 kg ®e» mic^t kg 3«bi ber 3üU. . tugetn ©ra* naten m Schrap« | neHö 1 m
15 cmtStahlfanone 2523 1447 27,35 0,9 31 450-470 4500 (56001) 2200
12 cm^ronjetanone 867,5 715 15,1 0,5 16 237-248 3750 i 2200 ।
9 cnrStahlfanone 430 485 6,9 0,25 6,9 170-180 3800 i 2200
Äurje 15 cm JUnone 1475 1250 27,35 27,7*1 0,9 31 450-470 44002) J 1800
21 cm:8erfu$& mörfer3) 3589 3720 80 4,75 . i 1—• 4070 •
21 cnpüftörfer 0/70 1600 i 1725 i 80 ’ 4,75 • 2600
©latter 28 cnvHJtörfer 980 975 55,9«) 3,0 • • 17ÖÖ~ _2°755) •
s 23 * 540 605 28,3») 1,6 • • 1725 •
* 15 * 75 64 7,3«) 1 0,35 । • 1 860 ’ !
Semertungen. «) ®lit Sluänaljmefobung ton 3 kg. *) ©rannten C/69.
*) 2 Stüd tot Strafeburg. <) Soinbe. SBontbe mit Ißfeit unten.
©ie 2 ©urdjmeffer langen ©efdjoffe Ratten bitte Bleimäntel. ©ie
farge 15 cm=ftanone unb ber 21 cin«5Wörfer hatten Sanggranaten,
b. t). 2*/j ©urdjmeffer lange Oefdjoffe mit bünnem Bleimantel, bie
9 cm» unb 12 cm»ßanone Granaten bon 2 ©urdjmeffern Sänge, bie
15 cnpftanone ©ranaten unb Sanggranaten mit bitfem Bleimantel,
©ie Schrapnells waren mit bem SRidjterfdjen 3eitgünber verfeljen. ©ie
glatten $aubifcen unb SOJörfer verfeuerten ejgentrifdje Bomben mit
Säulengünber. Sämtliche @efd)ü^e hatten ^öl^erne Safetten; bie
Kanonen bie Belagerungslafette C/64 mit 1,8 m fjfeuerhöhe, bie ge»
gogenen SOlörfer fdjwere niebrige, bie glatten $aubifcen unb Dörfer
bie niebrigften Safetten.
©ad ®erät batte bei ben Belagerungen manche Mängel gegeigt, »57
viele fRobre mit Äeilverfdbluß waren burch SluSbrennungen unbrauchbar
geworben (vgl. 3 481), ber 21 cm»2Äörfer war gu fdjwerfällig, ber
erleichterte Dtörfer tjatte gu geringe SBirfung. ©ie Schußweiten ber
meiften ®efdjufce waren gu tlein. Sim beften batte fid) bie turge
15 cm»Äanone, namentlich als Brefdjgefdjüfc bewährt, bodj fehlte ein
f^WereS ®ef cfjütj als ©rfafc ber unbrauchbaren, glatten ferneren ^aubihe.
15»
228 Äutje gef$K$iIi$e Cntaidtung ber ®efc$ü(je fett bem ffrelbjuge 1870/71.
668 Die Seftrebungen nad) SBerbefferungen führten junädhft jum
(Erfafc ber 15 cm^ftanone burdj bie 15 cm«9iingtanone (fRohraufbau
3- 623) mit Shtnbteilberfd/lufj, entfpred/enb bem ber fjfelblanone C/73
(3- 420).
DiefeS ©efdjüh geigt fdjon einen, gewaltigen fjfortfdjritt ber €>dju&»
leiftuug. Die anfangSgefdjwinbigteit ber ©ranaten fHeg non 307 m
auf 466 m, bie ber Schrapnells Von 299 m auf 391 m, bie ©djuß»
Weite ber ©ranaten Von 4500 m auf 8500 m, bie ber Schrapnells
Von 2200 m auf 4400 m.
Diefe (Steigerung Verbanlte man bem befferen Aufbau beS SRohreS
unb ber baburd? möglichen größeren ftabung, ber befferen ©ntjünbung
unb auSnufcung beS priSmatifdjen ^ulberS. Der weit reidjenbe
Sdjrapnellfcbuf; war eine fjfolge ber (Einführung beS SdjrapnetljünberS
mit 2 Safcftüden.
8n Stelle ber Ijöl^eraen trat eine wiberftanbSfähigere eiferne
Vafette mit boppelter Sdjraubenrichtmafchine.
669 Die Serbefferungen am ©erät, bie im Saufe ber Häuften Qahre
burdjgeführt Würben, finb ju jahlreidj, als bafj fie alle einzeln auf«
geführt werben tönnten, eS fotl beShalb nur auf bie widjtigften lurj
hingewiefen Werben.
680 Sefonbere ®ebeutung erlangte für bie ©efcbüfce ber fJeftungS»
Artillerie baS alte Ranonenmetall, bie IBronje, baburd), bafj eS gelang,
fie wiberftanbsfätyiger ju mad/en. Das DJietall ber Seelenw&nbe
Würbe burd) ^inburdjpreffen mehrerer legeiförmiger Stahlflempel ftarf
verbietet unb erlangte hierburd) unb burch eine Vervolllommnete ürt
beS ©uffeS eine bem Stahl ähnliche £)ärte unb fjefligteit.
Diefe „.fjartbronjerofyre" bewährten fidj bamalS bur^auS, unb ba
eS aud) auS SparfamleitSrücfftdjten geboten fc^ien, bie $al)lreid)en, im
Äriege eroberten IBronjerofyre ju benufeen, fo Würbe bie .fjartbronge
für alle ©efc^ü^e mit nic^t ju fyofyen ©aSbrüden als fRobrmetaU ge«
Wä^lt.
581 ältere ®efd)ü^e würben burd) leiftungSfä^igere erfefet: bie 9 cm«
ftanone burdj bie fdjwere 9 cm«Stanone, bie 12 cm«Stanone burdj bie
f$Were 12 cm>ftanone, bie lurje 15 cm ftanone auS <£tfen unb 2Bei$«
bronje burd; eine folc^e auS ^artbronje. 9u$ eine lurje 21 cm«
Stanone würbe eingeffiljrt, bis fie fpäter burdj ben 21 cm«2Rörfer ber«
brängt würbe.
2ln Dörfern gelangten aufjer bem 21 cm«3Rörfer nocfy ein 9 cm«
unb 15 cm«SO?örfer jur (Einführung, ber 9 cm«SD?örfer nur für
lurje 3eit.
Sie ©efc^üge bet gufeartiUerie.
229
Siebenter ging bie Gervolltommnung ber Stafetten unb ©efdjoffe; 562
(Erfafe ber hölgernen burch eine einheitliche, eiferne SRäberlafette mit
befferer SRidjtmafdjine, (Erfafe ber ©efdjoffe mit biefem Gleimantel burdj
foldje mit bflnnem unb fdjließlich mit Kupferführung, verbeßerte Sin*
ridjtung ber Bünber (fjertig* unb Doppelgünber).
Sille biefe G erbefferungen fowie bie Gerwenbung leiftungSfärgerer
Sßulverforten bewirken eine erhöhte Sdjußleißung unb größeren
©irtungdbereidj, namentlich bed Sdjrapnellfeuerd. ^ür .ßtvede ber
©rabenbeßreidjung trat vielfach an ©teile ber Rartätfdjgefdjttfee bie
3,7 cm«5ReVolüertanone (B- 734).
Dad widjtigße (Ereignis in biefer ßeit war bie (Einführung ber 5«
mit Schießwolle gelabenen ©ranaten. Qm Qahre 1884 Würben bie
5 jDurchmeffer langen Stahlgefdjoffe für ben 15 unb 21 cm-WMrfer
unter ber Gegeidjnung C/83 angenommen.
Qh^e ©irtung gegen (Einbedungen war gang gewaltig; fte würbe
noch geßeigert burch bie Annahme einer verlangfamten Bünbborrichtung,
bie bewirtte, baß bad ©efchoß erß, nachbem ed in bie ©edung ein«
gebrungen war, gum Glafeen gebraut würbe. ©er alte Stampf gwifdjen
©efdjüfc unb ©edung trat in einen neuen (Entwidlungdabfchnitt.
Um bad Qahr 1885 brachten auch auf bem ©ebiet ber Ge« 564
lagerungd= unb Qeßungdgefchüfce bad rauchfdjwache ^ulver unb neue
Iräftigere Sprengmittel einen Umfchwung hert)Or- Sluch h'er ßrebte
man nadj Steigerung ber ©irtung, ber Schußweite unb Jener»
geßhwinbigteit.
Gefonberd trat immer mehr bad Steilfeuer in ben Gorbergrunb. 565
Gid bahin hielt man nodj im Slrtillerielampf bad birette Treffen bed
feinblichen ©efdjüfeed mit Jlachbahnfdjuß, ben fogenannten ©emontier«
fchuß, für bad geeignetße Kampfmittel. Qe mehr aber ßdj bie Über«
geugung Gähn brach, baß ein Kampf auf fo nahe Sntfernungen, Wie
fie ber ©emontierfdjuß verlangte, angefidjtd ber geßeigerten Schußweite
ber Jelbtanonen unb ©ewehre unmöglich Wäre, umfomehr ßieg ber
©ert bed Steilfeuerd auch 'm Kampf von ©efdjüfe gegen ©efdjüfe.
©ie 15 cm»SRingtanone unb ber 21 cm»2Rörfer genügten nicht 566
mehr; erßere würbe burch bie lange 15 cm«Kanone erfe^t, lefeterer
erhielt burch Stabungdßeigerung einen bebeutenben Quwachd int ©irtungd*
bereich unb eine beffere Stafette.
Der ©unfeh nach leichterer Gebienung unb größerer Qeuer« 567
gefdjwinbigteit fdjwerer ©efdjüfee führte gur Annahme einer Schuß«
bremfe für verriebene ©eßhüfee.
230 Auqe ge[$i$t(i$e ©ntroicHung ber ®cf<$ü(;e [eit bem geibjuge 1870/71.
508 Sin ©djnellfeuergefdjüf} in fahrbarer ^angerlafette, bie 5 cm-K,
tvurbe neu eingefü^rt.
509 Slhnäfylidj ffellte ed ftd) Ijeraud, bag bie £>artbronjerofyce für bad
raud)fdj»ad)e Pulver nidjt wiberftanbdfä^ig genug Waren. (Ed traten
SBerlängerungen ber Sabungdräume ein, bie ein Übertragen ber Se«
ridjtigungen beim ©Riegen von (Sefdjüfc gu (Sefdjiifc unmöglidj madjten;
aud) tarnen Ijäufig Sudbrennungen vor. Um bie galjtreidjen ©rouge»
roljre nidjt gänglidj Verwerfen gu müffen, entf^log man fidj, fie mit
einer ©ta^lfeele gu verfemen, bie alfo nacfjti'äglidj in bad vorganbene
fRoljr eingegogen würbe, ©ämtlic^e nodj Ijeute im (Sebraudj befinb»
licken ©rongegefdjüfce Ijaben bedtyalb biefe (Einridjtung, bie ein fRotbe^elf
ift; neue ©rongeroljre werben nidjt meljr angefertigt.
570 Die ©djiegbaumwolle Ijatte fidj bei ber Lagerung nidjt beftfinbig
genug gegeigt, fie würbe burd) bie $itrinfäure, „(Sranatfüdung 88“
erfefet, bie guerft aud) in' ben eifernen (Sranaten in lofer, trtyftatlinifdjer
fjorm gur ©erwenbung tarn. Die $ulvergranate verfdjwanb aUmäljlidj
völlig aud ben ©eftänben, fte würbe burd) bie Spreng« ober Sang»
granate erfefet.
671 Die ©ntwirflung bed 15 cm»5ladj» unb ©teilfeuergefdjiifced geigt
bie ßufammenftellung*) auf ben ©eiten 232/233 unb 234/235
(3. 572, 573).
574 Sud biefer .Qufanuiienftellung ge^t tiar Ijervor, in weiter Söeife
fidj bie beiben 15 cm=®efdjii§c entwicfelt unb welche fjortfc^ritte fie
babei gemadjt paben.
Dad ^aljr 1893 bradjte bie Sinfüprung ber 15 cm«^aubi^e (feit
1900 „©djwere fjelbljaubifce"), bie gum (Erfafc ber beiben veralteten
15 cm«©teilfeuergefdjiifce, ber turgen 15 cnvRanone unb bed langen
15 cnpfWörferd beftimmt ift. Dad neuefte ÜRufter bed 15 cm»©teil«
feuergefdjiifced ift bie „©dfroere fjelbljaubifee 02" ($. 708), bie ald erfted
SRoIjrriirflaufgefcf/üfe in ber beutft^en Srtiüerie eingefii^rt ift. Der Srfafc
bed 21 cin«®ronjemörferd burdj ben 21 cm»2Rörfer aud ©ta^l (®n»
ridjtungen 3 710 ff.) unb ber fdjroeren 12 cnvSanone burdj bie 10 cm«
Ranone (Sinridjtungen 3- 719 ff.) ift im (Sange.
575 Den fjrortfdjritten ber (Sefdjiifee unb iljred ©djiegbebarfd entfpradj
bie Sntwicflung ber fJiidjt« unb ISeobadjtungdeinridjtungen. 33on
grögter iBebeutung war bie Sinfii^rung bed g-ernfpredjgerätd, toeldjed
allein bie äRöglic^feit gewährte, bie Batterie im (Selänbe verbedt
♦) $epbenreid) „£ie Sefjre »om ©cfjufj unb bie Scfjiifjtafeln". Berlin
1898. 6. ©. Mittler & co^n.
2)ie ®e[cf)il(}e ber J-u&artillerie.
231
aufjuftelfen unb ifyr fjeuer non einer entfernten Geobadjtungdftelle
ju (eiten.
(Sine befonbere (Richtung erhielt bie Sntroidlung ber fjfeftungd» 576
gefdjüfce burdj bie vermehrte Anwenbung ber Sßanjertürme. SBäljrenb
früher nur ^anjertürme mit meift 2 15 cm«(Ringtanonen an Wenigen
©teilen ber widjtigften Heftungen »orhanben Waren, fjat man in neuerer
£eit bie ^euerfraft unb fteuerbauer ber GerteibigungdartiUerie baburdj
erheblich gefteigert, baß man in fßanjerbatterien 10 cm*Stanonen
unb 15 cm«$aubifcen in größerer 3af)l aufgeftellt bat.
Diefe ©efdjühe buben {entrechten Seiluerfdjluß, bie 10 cm-Sanone
ÜRetallpatronen, bie 15 cm«$aubifce ftartufdjhülfen; ihre ^euergefdjroin«
bigteit ift ba^er fehr groß, unb ba bie Sage fämtlidjer ^aubi^türme
unb ber meiften ftanonentürme ein biretted Gefd)ießen audfdjließt, fo
bebeuten fie für bie GerteibigungdartiUerie einen fehr bebeutenben ßu>
wadjd an fjfeuertraft unb ?3ä^ißfeit. (Sinen ähnlichen SSBert bat bie
Gerwenbung ber 10 cimStanonen in ©djirmlafetten.
Die Organisation ber Gelagerungdartillerie ^atte fidj in ber ^eit &77
nach bem ftelbjuge infofern geänbert, ald ju ben Gelagerungdtraind
fogenannte ©pejia(artil(erie«Gelagerungdtraind ^inäugefommen waren.
Diefe follten, burch Zuteilung ber nötigen fjfahrjeuge unb Ge«
fpannungen in fjöfjerem ®rabe beweglich ald bie Gelagerungdtraind,
hauptfächlich jum Angriff gegen ©perrbefeftigungen berwenbet Werben.
®d ift früher fdjon barauf hiugewiefen (ß. 524), baß unb aud 578
welchen ®rünben in ben 80 er fahren alle (Großmächte ihrer ftelb«
armee ©teilfeuergefdjühe juteilten, unb baß in Deutfchlanb biefe
fdjweren Gatterien junädjft ber ^ußartiderie entnommen Würben.
$ieraud entwicfelte fid) bie „Schwere Artillerie bed ftelbheered",
beren Aufgaben bie ^elbbienfbOrbnung in 3- 637 angibt: „Die fchwere
Artillerie bed fjelbljeered fotl bie fjelbamiee in ber Söfung berjenigen
Aufgaben imterftüfeen, für welche fernere (Gefdjüfee erforberlidj finb.
Die« Wirb namentlich ber fjall fein beim Angriff unb ber Ger«
teibigung oorbereiteter unb befeftigter ^elbftellungen fowie beim Angriff
auf ©perrbefeftigungen unb fonftige fefte Sßläfce. Die fchwere Artillerie
beS gelbljeereS führt für gewöhnlich ©teilfeuergefchüfee, mit ©ranaten
audgerüftet. $n befonberen fällen lönnen ju ß^eden ber Gerteibigung
unter Audnufeung bed ©chrapnedfdjuffed fernere f^la^feuertaliber ein«
geftellt werben."
Über ©lieberung ber Gatterien ber fchweren Artillerie bed gelb«
heered ogl. 3- 1020, 1028.
232 Äurje gefgtytli^e ©ntwictlung ber ®ef$üfce fett bem JJelbjuge 1870/71.
(StttoitffaKg >e«
©efäflj 15 cnr€ifentanone C/61 15 cm=Staljl!anone 0/64
3to$r, SRetaU unb Aufbau ©ufjeifen, 3Raffwro$r ©ta$l, 9taffroro$r
SRofjrgewicfit (mit 8er* f<$lufc) kg 2808 2506
Stafette apt. SBaftafette 0/33 15 cm-Sel. Stafette C/64
®ewic$t ber Stafette kg etwa 1500 1750
<3ef$ft$gewi4t (fflolp unb Stafette) kg etwa 3900 4256
Sa^tgang ber @infü$rung 1861 1869 1864 • 1869 1876
9to$rbur($meffer cm 14,91 14,91
Stange bed 3to$red m 3,086 3,044
$raH @rab 216 gleich bleibenb 3 7 gleic^bleibenb
®eft$o& 15 cm-löcm- Gr. : Sehr. 15 cm- | Gr. | C/69 15 cm- Gr. 15 cm- Schr. 15 cm- Gr. C/69 15 cm- Gr. L 15 cm- Schr. 15 cm- Gr. C/69
Süljrung 2Bci<$blei Söeict^s blei (bftnn) Söeic^blei SBeidj* blei (bünn) Sßeic^blei i SBetdjir blei (bftnn)
©eroic^t (fertig) kg 27,36 । 31,05 27,76 2736 31,05 27,76 2736 31,05 27,76
üuerfönittöbelaftung g'qcm 1571 178 159 157 178 1 159 157 178 159
Sänge mit Bünber in S)urc$meffern 2,0 2,1 } 2,6 i 2,01 1 5 i 2,1 i 2,6 2,0 2,1 2,6
$ufoerforte (3ef$ü$pufoer ®ef$üfcpufoer (SrobfömigeÄ ^ulner
Stabung (größte) kg 2,0! 2,0 1,8 | 2,25 2,25 2,00 3,2i 3,2 2,5
Stabungäoerijältnte 1: 13,71 15,5 I 15,1 12,2 13,8 13,9 8,6 1 9,7 11,1
3tafang3gef($winbigteit m 287 272 1 ' 283 307 etwa 290 299 359 346 328
Gfeföo&arbeit an ber HRünbung mt 115 117 113 131 133 126 i 179 183 152
Die ©eföüfce bet gufeartiHerie.
233
15 em«8rl«d)fe»er(jefdjü$e8.
672
15 cm*3iingtanone lange 15 cm-Äanone i) Som Ser« faffer $in$u* gefügt. *) Eie feiern ben Angaben ogl. ©dju&tafel 14.
eta$i , Singro^r ©efcbroerungsfü Hingro^rlafette @ta$l, SRantelringro^r
3060 (fpäter mit 15 em«l Irf 3115) 3365 lange 15 cm^afette
1775 (fpäter mit Serftärfung 1910) 2667 (mit Sremfe)
4825 (fpäter 6025) 6032 (mit Bremfe)
18 72 1874 1881 1891 1891
14,91 3,440 (fpäter 3,507) 14,91 4,471) —
34 glei$bleibenb 8°—7° june^menb
15 cm- Gr. C/72 15 em- Schr. 1 C/72 | I 15 cm- | $arb । gufar. i_C/72 15 cm-' 15 cm-l 15 cm- 15 cm- Gr. Sehr. Gr. Sehr. C/80 1 C/80 । 0/80 | C/80 Ilocm- 15 cm- q v Gr. 88 ^-l 1 Itupferbanb 42,27 j 41,2«) 242 i 252«) 3,2 3«) 1 15 cm- Gr. 96 1 Äupfer* banb • *) 1
$ar 27,48 157 2,6 tblei 39,62 227 2,8; Hartblei 35,50 i i 203 2,5 Äupferringe 27,49 ’ 39,59 158 , 227 2,5 2,7 : Jtupferringe 1 27,49 39,59 ; 158 227 2,5 2,7
VriBmatiföeä Suloer C/68 5,8 531 6,2 4,73! 6,84 j 5,73 $ridmatif$e$, ©robcS ^Juloer C/68 ^lättc^enpuloer 5,8 5,8 2,75, 2,75 4,74 ' 6,84 10,0: 14,42 @robeö $lätt$enpuloer 4,0 4,01 4,0 10,5«) 10,3«)
466 304 391 427 450! 389 284 305 465 410 495«) 500«) 527«) 525«) — .. .
309 329 3031 339
234 Äuqe gef<$«$tli($e entroicflung bet ©efdjüfce feit bem Jelbjuge 1870/71.
Chtteitflnng bei
®ef<$ü$ Furje 15 cm-Hanone furje 15 cm-Äanone mit ©tafjlfeele
Stoljr, SWetaH unb Aufbau SBronge, SRafftorobr fpäter $artbron$e ©ronjerotjr mit ©ta^lfeele
SRobrgeroidjf mit SBerfäiufc kg 1490 1458
Safette §öljeme furje 15 cm-Safette eiferne lurje 15 cm-Safette
($eroi$tber Safette kg 1250 1305
©ef^üjgcroic^t kg 2740 2763
3a$tgang bet 6in* füf)tung 1870 1881 1891 । 1891 ‘ 1896
SRo$rbur<$meffer cm 14,91 14,91
Sänge bes StoljreS m 2,134 2,134
S)raUroinfel Örab 4° glei<$bleibenb 4° gleic^bleibenb
©efdjofe 15 cm- Gr. ' C/69 15 cm-' 15 cm-, 15 cm- Sehr. Gr. I Sehr. । C/80 1 C/80 1 15 cm-J 15 cm- 15 cm- Gr. 15 cm- Gr. Sehr. C/80 Sehr. C/80 ! C/80 ; ne* 1 C/80 ftärftj 15 cm- Schr. C/80 1« ! 15 cm- Gr. C/88
gütjrung 2ßeid)= blei (bünn) ^ble? ] ÄUPfertin9e Hupferringe Hupferringe Hupfer* ringe 1 Hup* fer* ; banb
®eroic§t, fertig kg 27,76 31,05 27,49 39,59 27,19 ‘ 39,59 i 27,21! 39,59 39,59 4237
Chierfdjnittö* belaftung g/qcm 159 1781 158 227 156 227 156 , 227 1 1 227 | 242
Sänge mit ßünber in $)urdjmeffern 2,6 2,11 2,5, 2,7 1 2,5] 2,7 2,5, 2,7 1 2'7 3^
$ulnerforte ©efdjüfcpufoer' ®ef<$ü$pufoer OrobfötnigcS ! SBütfelpuInet i SBütfelpuIoet pulset (»/<) | (2)
Sabung (ftärffte) kg 1,50 । 1 1,50 1,70 1,50 l_._ 2,00 1,80 0,5 j 0,5 0,65 ! 0,80
Sabung&jerfjältntö1: 18,51 20,7, 16,21 26,4 13,6 22,0 , 54,4 ' 79,2 61,0 52,8
Änfangds gefcproinbigleit m 253 1 227 265 1 211 278 225 265 214 237 231
®efc$o fjarbeit an ber HRünbung mt 1 90,4 i 81,6 92,9 89,8 1 । 107,1 102,1 97,4 92,4 1133 . 115,0
®ie ©eföitge ber gufeartittetie.
235
15 CHbSteüfenergefdjiifceö.
57»
— 15 cm-3Rörfer langer 15 cm- SWörfer 15 cm- ^aubifce1) ©djroere Selb* Ijaubtye O28) i) ©eit 1900 ,,©$roere gelb« fcaubifce". >) Seit 1900 „©rfjroere tjelbs baubifp fafette". 5 Som Serfaffer $inju> 0W- «) ®ie fe^Ienben Angaben ogl täfel 9h. 17. 5) Bie fefylenben Angaben ngl. ®d)ufjs täfel« fammel« $eft (»eb $eft) unb @$uf}tafel 9lr. 16. 6) ÄriegSs leilfaben e. 27.
©ronje, 3Raffum>$r — Sfronjeroljr mit ©ta^lfeele 754 6ta^l, SRantel* rofjr 6tal)I, SRantel'- robr
670 1075 15 cm-$aub.s 2af .*) • s)
15 cm-3Wörfe 614 (fpäter mit 93 ftürf 814 rlafette lange 15 cm- • SWörferlafette 814 Schwere Jelbs baubi$laf. 02 (fltofrrrücflauf)
:fcf)tDerung3> =) 1114 2189
1284 (fpftter mit Sef^roerungö-- ftüd 1484) 1568 •
1881 1892 1892 । 1896 14,97 1893 '1896’) 1 1902 14,97
— 14,97 14 ,97 >20
1,385 (mit Serfölufc) 1,801 (mit Sterfdjlufj) 2°—10° junefjmenb 1,€ 6°—13°«) ;uneE)tnenb
7° gleidjbleibenb 4°—12° junebntenb
15 cm-! 15 cm- Gr. I Sehr. C/80 C/80 i 15 cm | Gr. C/80 oer= ftSrtt : 15 cm- 1 Sehr. C/80 ' 15 cm- Gr. C 83 : lÄup* i fe^ banb 15 cm-Gr. C/88 1 Äupferbanb 15 cm- Gr. C/88 j 1 IJhip* fers I banb 42,27 240 3,2 1 15 cm- Gr. | 963) 1 , lÄUpS ! fer-- banb 15 cm- Gr. 96 15 cm- Gr. 04
Äupferringe 27,49 39,59 156 225 2,5 2,7 ! 1 Äupferringe lÄup* fers banb lÄup» fer= banb .*) i । ।
27,21 39,59, 39,92 42,27 .«) .») 1 *
154 2,5 1 225 2,7 227 4,4 240 3,2
©efc$ü$pulDer SBiirfelpufoer (ll/4) SBürfel ffiftrfeb pulset pulset J1.^) LJ2). 0,65 0,70 65,1 j 60,4 SBürfelpuloer (2) 0,85») 0,85») 49,7»)' SBürfelpufoer (lOxlOxl’/s) _ ...
1,10 25,0 1,10 .36,0 0,45 60,4 0,45 88,1 0,60 66,5
S 1 § 1 171 I 59,0 l 228 72,1 1 1 188 1 1 713 ! 181 224 227 2763) , 192,93), I 326«) _
66,7 118,1 111,0
236 Äutje gef$i<$tli$e ©nhoüflung bet @ef<^üge feit bem ^elbjuge 1870/71.
579 Die BelagerungdartiHerie ift neuerbingd nid^t mehr in Shraind
unb Seltionen, fonbera in Regimenter gegtiebert, beren Bataillone
ftetd mit bem gleiten Befdjüfe bewaffnet finb.
680 Aud) bei ber gußartitterie mad)t fidj bad Beftreben geltenb, bie
neueften gortfdjritte ber ©efdjüfetechnil gu verwerten unb bie Seiftung
ber ©efchüfee burdj (Erweiterung bed ©djußberetchd unb bei ben ®e»
fdjüfeen ber ferneren Artillerie bed getbfeeered namentlich bie geuer»
bereitfdjaft unb geuergefdjwinbigteit gu fteigera.
3« neuefter $eit ift bie geuergefdjwinbigteit ber fdjweren gelb»
haubifeen, ber 10 cm« unb ber langen 15 cm»$anone baburch erheblich
gesteigert worben, bag ein (bei ben Steilfeuergefchfifeen für alle Sabungen
paffenber) gernrohr»SReterauffafe eingeführt ift, ber gleicfegeitig eine
Richtfreideinteilung trägt, $ierburdj ift bie urnftänblidje Benufeung
ber (Sdjußtafet fortgefallen unb bie ©enauigfeit bed (Einrichtend ^at
bebeutenb gugenommen. Die fdjwere gelbfeaubifee 02 unb bie 10 cm»
ftanone 04 ha&en Rohrrüdlauflafetten erhalten.
681 Städ in 3- 540 über bie Borgüge einer folchen Safette für eine
gelbtanone gefagt ift, gilt auch für biefe neugeitlichen ©efdjüfee ber
gußartitterie.
682 Bilb 158 oeranfchauticht eine 10 cm»Betagerungdfanone in Rohr»
rücflauflafette, bie in ihrem äußeren unb ihren (Einrichtungen ber
beutfdjen 10 cin-K. 04 im wefentlichen gleicht (8- 719).
688 Befonbere Sdjwierigteiten enfftefeen beim Roferrüdlauf von $au»
bifeen baburch, bei großen (Erhöhungen bad Rofer auf ben Boben flößt.
684 Stählt man einen Tur gen Rohrrüdlauf, fo flefet bie Safette beim
Sdjuß nicht völlig flitt, ein Rachrichten ift bann ftetd erforberlidj.
Diefer Übelftanb ift bei einer fdjweren gelbhaubifee atterbingd nicht fo
groß, ba ein fe^r fchnelled geuer fdjon burch bie befchräntte 8°hl ^er
mitgefüferten ©efdjoffe audgefdjloffen ift.
©in Beifpiel einer berartigen fdjweren gelbfeaubifee Veranfdjautidjt
Bilb 159. Diefed ©efdjüfe gleicht in feinem äußeren unb in feinen
(Einrichtungen im wefentlidjen ber s. F. H. 02. (8- 708.)
685 Stählt man einen langen Rohrrüdlauf, fo muß man bie Safette
fo einrichten, baß bad Rofer bei größeren (Erhöhungen nicht auf ben
Boben ftößt. Died ift an Sruppfdjen ©efdjüfeen baburch erreicht, baß
bie Roljrbremfe einen veränberlidjen Rüdlauf bewirft.
Die Bremfe ift I}ier fo eingerichtet, baß ber Rüdlauf gwifdjen
(Erhöhungen von 5 bid 13° etwa 1050 mm beträgt, mit größerer (Er»
höfeung aber allmählich unb gwar bid 500 mm abnimmt, fo baß ein
Auffloßen ber gurüdgleitenben leite vermieben wirb.
159.
xiriippfdic 15 cm .t>nitbiüe L 12.
OHohr bei größter ßrfjöbimg.
SMlb 160.
Mrnppfdjc 10,5 cm 4>mi(nUc L 14 mit 3dntbfnrbclvcrfdifuB mit* ^anüramafcvnrobraufjn(j.
OHoljr bei oröfctcr Grböbunfl. [43°] >.
Silb 161.
Äruppf($e elb f? au b ifc e mit ftänbig langem Sto^rtürflauf.
innere Einrichtung von SRohtbremfe, ^Söfjenridjtfd&raube unb 9(u«gleichvotrichtung.
A Shtögleichuorrichtung. // ^öhenrichtfchraube.
£ie @efc$itye ber gufeartitterie.
238
Einteilung ber Oeföüje.
Die ftolbenftange ift brehbar angeorbnet; fie breljt fich felbfttätig
bei junehmenber (Srhöljung un^ bewirft im herein mit einem Dreh«
fdfieber beim SRücflauf bed IRohred eine Verengung unb früheren 3lb«
fchluß ber Sotbenöffnung.
586 (Sin anbered SRittet, um bem erwähnten Übelftanbe abjuhelfen,
befteht barin, baß bie feitli^en ©djilbjapfen ber Stßiege nach hinten,
unter bad fRohrbobenftücf berlegt »erben. ®itb 160 jeigt bie (Sin«
richtung einer berartigen Jtruppfchen 10,5 cm-$aubifee.
Da fich bie ©djilbjapfen, wel^e bie Stüfcpuntte ber Stßiege mit
fRohr bitben, meit hinter bem Schwerpunft biefer Seile befinben, mar
ed notwenbig, jwifchen biefen leiten unb bem SBiegenträger ein Spftem
bon ftarten Rebern einjufchalten, welches imftanbe ift, bem SSorber«
gewicht jum Seit entgegenjuwirfen, bad fonft faft gang auf ber $öhen«
ridjtmafchine ruhen würbe; teuere ift eine Doppelf^raubenrichtmaf^ine.
(Sfijje biefer (Sinridjtung f. ®ilb 161.
S)er Sßorteit biefer (Sinrichtung befteht barin, baß ber töobenbrucf
bei allen Srhöhungen unb baburch bie fBeanfpruchung ber Safette fehr
gering ift. ferner graben fich bie ^Räber wegen bed geringen wage«
rechten Drucfed weniger tief ein; bie .fpaubifce fann gelaben werben,
ohne im allgemeinen bie (Erhöhung änbern ju muffen, jugunflen
größerer Reuergefchwinbigteit.
II. Einteilung ber <8>efdjn^e.
587 Dad @efd)ü(j hat ben Sniecf, burch feine (&efchoßwirtung lebenbe
Siele außer Gefecht ju fe^en, wiberftanbdfähige 3« jerftören.
(Sd befteht aud bem fRohr, welches in einem Schießgerüjt, ber
Safette, gelagert ift, bie meift auch ju feiner Rortfdjaffung bient.
588 Sebenbe $iele fönneic von toorn treffbar unb beweglich fein, hinter
ober unter Decfungen flehen; wiberftanbdfähige Siete finb ftriegdgerät
aller 2lrt, namentlich ©efdjühe, freiftehenb, hinter ober unter Decfungen
unb ledere felbft in ben Derfdjiebenften Störten.
Diefe SBerfd)iebenartigteit ber Siete unb ihrer Sage macht ed un«
möglich, >nit einem (Sefchüfce aud^utommen, man bebarf vielmehr ju
ihrer Wirtfamen Setämpfung verfchieben getrümmter Ringbahnen, ber«
fdjiebener ^Rohrweiten unb berfdjiebener fSewegti^teit.
589 SEBir unterfcheiben bie (Sefchüfce bemnach:
1. nach ber Krümmung ihrer ©efchoßbahn (®efchüfcarten),
2. nach ihrem iRohrbur^meffer,
3. nach ihrem ®ebrauchdort (©efchüfctlaffen.)
Sie Jtrümtnung bet ®ef$ofjbaf;n, — Set SRofjrburdjtneffer.
239
1. Sie ftrümmuug ber ©efcfjoßbah«. (©efdjübarten.)
SBon öorn treffbare Siele, lebenbe unb wiberftanbSfäljige, erforbern 590
eine möglich^ geftrecfte ©efchoßbaljn, ba Ijierburdj Sreffähigteit, Siefen»
wirtung unb S)urchfchlagStraft gewinnen. ®aju braucht man @efd>ü^c
mit großem ßabungSöerhältniS, was wieber ein langes fRo^r erforbert.
Solche ©efchüfce heißen fjladjfeuergefdjühe ober Ranonen.
Sie haben in ber Siegel, in Steutfdjlanb immer, nur eine Labung,
fo baß Anbetungen ber Schußweite nur burch Anbetungen ber @r»
höfjung erreicht werben lönnen.
Siele hinter ober unter Stellungen erforbern eine getrümmte fjlug« 591
bahn, mit ber man hinter bie Stecfungen faffen ober fie bon oben her
burchfchlagen tann. S)aju finb große SrhöhungSwintel notwenbig, alfo
Heine« SabungSberhältniS unb turje (Rohre (S- 77, 78).
S)iefe ©efchüfee ^ei^en Steilfeuergefchiifce. Solche, bie haupt«
fachlich für bie ©irtung bon oben her beftimmt finb, nennt man
fJJlörfer, folche, bie aud) jur ©irtung gegen Siele hinter Stecfungen
unb im IBebarfSfalle gegen bon born treffbare Siele bienen foUen,
nennt man $aubifcen.
®etbe ©efchüfcarten haben berfchiebene Labungen, fo baß Anbetungen
ber Schußweite, je nach ber erforberlidjen Rrfimmung ber ©efdjoßbahn,
fowohl burch Anbetung ber Srhöhung, al« auch burch Anbetung ber
ßabung erreicht werben lönnen.
2. Ser Slohrburchnteffer.
Ster S)urchnteffer be« ÜRohreS, bon fjelb ju fjelb gemeffen, be« 592
einflußt in erfter Sinie unter fonft gleichen SBerhältniffen bie ©irtung
be« ©efchoffeS.
Qe größer ber S)urchmeffer ift, um fo größer ift bie QuerfchnittS=
belaftung, um fo geftrecfter bie f^lugbaßn, um fo größer bie Schuß«
weite (S- 103 ff.).
$e wiberftanbsfähiger ein Siel nath Stoff, Slufbau unb 2lb» 593
meffungen ift, um fo größer muß im allgemeinen ber Storcljmeffer beö
jur SBetämpfung beftimmten ©efdjüheS fein. $ft wegen ber Sage
unb 2lrt beS Siels eine getrümmte ©efchoßbaljn, alfo Heine Anfangs»
gefchwinbigteit erforberlich, fo muß bie ©irtung be« mit Heiner @nb»
gefchwinbigteit auftreffenben ©efchoffeS burch großen S)urchmeffer ge»
fteigert werben.
S)a aber mit bem S>ur<hmeffer auch baS ©ewidjt beS ©efchüfceS
nnb feines SdhießbebarfS Wä<hß, fo ift ein großer S>urchnieffer nur ba
angängig, wo eine große IBeWeglichteit nicht erforberlich ift.
240
Einteilung bet (3ef$ü$e.
594 $n ber beutfcßen Sanbartillerie gibt e« 3,7, 5, (6), 7,7, (8), 9,
10,5, (12) unb 15 cm=Sanonen, 10,5 unb 15 cm^aubißen unb 21 cm«
SRörfer. (ältere ©efdjüfee finb in Slammem gefeßt.) Vereinzelt
tommen nocß 21 cm>Ranonen unb «$aubißen vor.
$n ber Seßiff«» unb Siiftenartitterie gibt e« anßerbem nocß
12,5, 17, 24, 28, 30,5 cm-ftanonen, 28 cm«Haubißen unb 12,5 cm«
Wlörfer.
3. ©er ®ebramß«ort (©efeßüßtlaffen.)
a. ©er fjfelblrieg.
595 ©ie große SReßrjaßl ber Biele be« $elbfriege3 finb lebenbe, von
vorn treffbare, fteß bewegenbe. Bu ißw* Vetämpfung eignet fuß am
beften eine ftanone mit geftredter ©efcßoßbaßn unb großer Siefen«
wirtung be« Scßrapnellfdßuffe« (B-189). ©a§ ©ewießt be« ©efeßüße«
barf nur fo groß fein, baß e« in jebem ©elänbe in fcßneßer ©angart
fteß bewegen, feßneU ba« Feuer eröffnen unb ba« ©efeeßt eine Beittang
bureßfüßren tann. IDtit fRiidficßt auf bie SBirtung unb Scßußweite barf
ber Seelenburdjmeffer nießt ju Kein, mit fRüdficßt auf bie Vewegließteit
nießt ju groß fein, ©ie ©inrießtungen be« ©efeßüße« mfiffen eine ßoße
Feuergefeßwinbigteit gewäßrleiften: f}elbfanonen.
596 ©egen Biete bicßt ßinter ober unter ©edungen reießt ber flacße
Seßuß einer leicßten Stanone nicßt au«; ßier muß ba« Steilfeuer ein«
treten, Seßnetl ßergeftetlte, leießtere ©edungen erforbern ju ißrer
Vetämpfung ein teicßte« Steitfeuergefcßüß, beffen ©urcßmeffer wegen
ber ßößeren 29iberftanb«fäßigteit ber Biete unb ber geringeren Snb«
gefcßwinbigteit be« ©efcßoffe« größer al« ber ber Stanone fein muß.
Slueß muß e« imftanbe fein, neben feiner Hauptaufgabe bie SSJirfung
ber jtanone gegen ungebedte Biele ju ergänzen. Seine Vewegließteit,
Feuergefcßwinbigteit unb 3Röglicßteit einer fcßnelfen Feuereröffnung unb
©urcßfüßrung be« %ifang«gefecßt« muß annäßernb bie ber Fetbtanone
erreichen: Seicßte Felbßaubißen.
597 Hanbett e« fid) aber um ben ßampf gegen ftärtere befeftigte
FelbfteHungen, wie fie ber Fetbfrieg ßeutjutage meßr al« friißer bieten
wirb, befonber« um bie Vorbereitung be« 3nfanterieangriff« gegen bie
Sttißpunfte eine« voll entwidelten unb in verftärtter Stellung befinb«
ließen ©egner«, fo reicßt ba« Steilfeuer ber leießten $aubiße ni^ßt
au«, e« muß bureß größere« ©efeßoßgewießt unb ftärtere Sprenglabung
eine träftigere, jerftörenbe JÖirtung erhielt werben; bie« ift nur erreieß«
bar bureß Vergrößerung be« SRoßrbureßmeffer«. ©roß ber größeren
Scßwere muß aber bie Veweglicßteit be« ©efeßfiße« fo groß fein, baß
Der @ebrauc$äotf.
241
eS in jebem ©elänbe fich bewegen, fdjnell baS fjfeuer eröffnen unb
burdjführen tann. (Gegebenenfalls müffen biefe ©efdjiifce baS fjeuer
ber Kanonen unb leichten ^aubi^en gegen ungebeefte $iele, befonber«
aber gegen bie befdjilbete feinblidje Artillerie, ergänzen tonnen: Schwere
ftelbhaubifcen.
Vielfach wirb ber ^elbtrieg, namentlich ’n ^en Kämpfen an ber 598
(Grenge, Sagen geitigen, wo ber Fortgang ber Operationen burch
Sperrbefeftigungen in ffftage geftellt Wirb.
tann gilt eS, in furger S6'1 bie Sperre gu befeitigen, ihre
ftarfen, gum Steil fehr wiberftanbsfähigen teefungen gu burchfchlagen.
$iergu bebarf es ber (Steilfeuergefthüfce mit großer turchfdjlagStraft,
alfo großem turchmeffer unb fernerem (Gewicht. £rofc biefe« (Gewichts
muffen aber biefe (Gefchüfce imjtanbe fein, fchnell vor ber «Sperr»
befeftigung aufgumarfdjieren unb eine geniigenbe fjeuergefchwinbigfeit gu
entwicfeln.
taS .«pauptgefdjüfc ift and? h‘CT b« fchwere fjfelbhaubifce,
Währenb gegen bie ftärtften teefungen fchwere SWörfer in geringerer
Sahl erforberlich Pnb: Schwere Artillerie beS f^elbheereS.
b. ter <GebirgStrieg.
tie Unwegfamfeit beS (Gebirges erforbert eine erhöhte (Beweglich* 599
feit, alfo Verfeinerung beS ®efchitye£ unb bie WRöglichteit, eS in Steile
gerlegt gu beförbern. tie Sßirtung unb Schußweite wirb burch bie
notwenbige Verringerung beS turchmefferS unb bie geringe SBiberftanbS»
fähigteit ber gerlegbaren Safette bebeutenb herabgefefct.
Stiefe Umftänbe machen (GebirgSgefchitye für anbere ^^eefe Wenig
geeignet; fte finb beShalb nur in ben Staaten eingefiihrt, wo ein (Ge«
birgStrieg mit Sicherheit gu erwarten ift.
c. Ster f^eftungSfrieg.
Vei (Belagerungen hanbelt eS fich um ben Kampf gegen große, 900
mit vorgefchobenen Sßerfen verfehene Heftungen.
tiefer Kampf bietet fowohl alle Arten von fielen beS fJelbtriegeS,
wie auch bie wiberftanbSfähigften teefungen.
©r unterfcheibet fich Dom ^elbfriege h<>uptfä^lich baburch, baß
hier lebenbe ßiele bis auf bie größten Entfernungen befchoffen werben
muffen, unb vom Kampfe um Sperrbefeftigungen baburch, baß gahl*
reiche, ftarfe, felbmäßige unb f<hon im ^rieben erbaute fehr wiber»
ftanbSfähifle Stele befämpft werben miiffen.
Sexlin, SBaffenletyte. 8. ®ufL 16
242
Einteilung bet ©efc^üje.
fjfür ben erften Stoed bebarf ei weittragenber t£la<hfeuergefd)üfee,
fernerer Kanonen, für ben gweiten bed Steilfeuerd fernerer ^jaubifcen
unb SRörfer.
601 Die SInforberungen an $eWegtid)teit lönnen bei ben IBelagerungö»
gefdfüfcen herabgefefct Werben, ba fie mehr ald bie f£elbgefd)ü|}e an ben
einmal eingenommenen Kampfplafc gebunben finb unb meift eine längere
Seit bauernbe fffeuertätigleit entwideln feilen. Verlangt mug nur
werben, bag fie fich mit $ilfe ber befonberen Serlehrdeiuridftungen bei
einer {Belagerung (^elbbatyten ufto.) an ihren ©tanbort fdjaffen taffen
unb bag ber iRad)fd)ub ihred ®d)iegbebarfd leine aHgu grogen Schwierig«
leiten macht.
602 (fine genügenbe fjeuergefdfwinbigleit tann ben ferneren ®efd)üfcen
burd) ^erßeUung fefter Unterlagen (Rettungen) unb (Einfd)räntung bed
IRüdlaufd gegeben werben.
606 {Bei ber {Belagerung fpieten f£elbgefd)übe eine bebeutenbe {Rolle.
Sie beherrfd)en im Kampf gegen fjrortdfeftungen auf ben näheren (Ent»
feraungen bad ®elänbe. Dedhalb braucht bie Sahl ber ferneren
Kanonen in ber {Belagerungdartillerie nur gering im {Vergleich gu ber
ber <Steilfeuergefd)ühe gu fein, etwa */s: 3/a.
604 X>ie beutfdfe belagerungdartillerie führt 10,5, (12), 15 cm»Ka«
nonen, 15 cm-^jaubifcen unb 21 cm»2Jiörfer.
606 {Bei ber IBerteibigung non Heftungen ^anbelt ed fid) um bie
{Betämpfung ä!)nlid)er ^iele wie beim Singriff, nur finb bie Dedungen
bed Slngreiferd naturgemäß lebiglid) felbmägiger Slrt.
^jiernad) müßen bie t£eftungdgefd)ü$e imftanbe fein, lebenbe unb
ungebecfte Siele bid gu ben grögten (Entfernungen unter wirlfamed fjeuer
gu nehmen: fernere Kanonen.
606 Da in ben Heftungen nur wenig gelbtanonen vorhanben finb,
müffen für bie 2teherrfd)ung bed näheren IBorgelänbed unb {Beftreid)ung
ber ©räben, ^inberniffe ufw. leidjte Kanonen unb Kartätfd)»
gefd)üfce mit groger ^euergefc^roinbigteit h*n3Utreten.
607 fjür ben Kampf gegen bie hinter Decfungen befinblid)e Slngriffd-
artiUerie finb »orgugdweife @teilfeuergefdjüfce mittleren Durd) =
mefferd geeignet; fd)were Steilfeuergefdjühe (SJiörfer) werben, wo fie
oorhanben finb, biefe fräftig unterftiitjen.
«08 Die W?öglid)leit eingehenbfter {Vorbereitungen im ^rieben, ge»
nauefte Kenntnis bed Slngriffdgeiänbed, Dorgügtid)e ‘’ßläne, SInlage von
gahfreid)en, ftarten Dedungen, {Bereitftellung ber ®efd)üfce unb i^red
Sdjiegbebarfd, $erftellung üon SBerbinbungen aller Slrt verleihen ben
fj-eftungdgefdjühen einen hohen ®tab von fjeuerbereitfd)aft unb geuer»
Set Sebraudfäort.
243
gefchwinbigleit. ©efonber# befäßigt bie Anlage gepanzerter f£tach< unb
Steilfeuerbatterien unb Auffüllung ber ©efeßüße hinter ^anjerfchirmen
ben SSerteibiger jur ©urdfführung eine# jähen, langbauernben Rumpfe#.
©ie Anforberungen an bie ^Beweglichkeit ber ^efhmgOgefchiifce finb 009
Vertrieben, je nacpbem bie ©efeßüße burdf ihre Aufgaben an ihren
Rampfptafc gebunben finb ober imftanbe fein muffen, au# wechfelnben
Stellungen ben Rampf burctyjufiiljren.
$u ben erfteren gehören alle ©efeßüße, bie bei ber (Einleitung 010
be# Rampfe# ba# weitere unb nähere SSorgelänbe unter $euer nehmen
füllen, namentlich bei iiberrafdjenben Angriffen: fdjwere unb leichte
Ranonen, SDWrfer, Rartätfcpgefcßüße unb alle ißanjergefchüße; ©efeßüße
ber erften ®efdjüfcaufftellung.
©ie anberen ©efeßüße [ollen ßauptfäehließ ben Rampf gegen bie Oll
Angriff#artillerie bureßfüßren. ©iefe mfiffen bie gleiche SBetoeglicßfeit
beftfeen wie bie fdjwere Artillerie be# fjfelbheere#, um an jeber Stelle
ber fjfejtung bem Oegner fcßnell gegenfibertreten ju fönnen: ©iefe
©efeßüße finb in ber ^auptfadfe ©teilfeuergefdßüße, befonber# $aubifeen;
tjfußartilleriereferve.
Au# Sparfamleit#rfidfi<hten bepnben fieß in ben Heftungen auch 612
©efeßüße älterer (Einrichtung. $n ber beutfehen §-eftung#artit(erie gibt
e#: 3,7, 5, 6, 8, 9,10,5,12, 15 unb 21 cm*Ranonen, 15 unb 21 cm>
$aubifeen unb 21 cm»2)?örfer, bie meiften in verfchiebenen Arten.
d. ©er Seetrieg.
©ie fchwimmenben ißanjerfeften ber heutigen Wiarine mfiffen eine 018
fowohl ju ihrer gegenfeitigen ISefämpfung al# auch jur Sefeßiefeung
von Süftenpläßen geeignete Artillerie an löorb ha^en-
fjfir beibe Bwecfe finb vornehmlich Ranonen fchwerfter Art mit
größter ©urchf<hlag#traft unb Schußweite erforberlicß. Sie fteßen
faft fämtlicß unter $anjerfchufe unb finb mit (Einrichtungen verfehen,
bie ihnen, unter Au#nufeung ber an ®orb befinbtießen SRafcßinenfräfte,
eine feßr hohe fjeuergefchwinbigteit verleihen.
$ur ®e!ämpfung ber nahen ßiele, lorpeboboote ufw. finb bie «14
Schiffe außerbem mit gaßlreicßer leichter Artillerie, burdjweg Schnell»
feuergefchfifcen, burch $anjerf$ilbe ober Schirme gebeeft, Verfehen.
f£fir 8anbung#jwecfe finb ebenfall# leießtere ©efeßüße vorhanben.
$n ber beutfehen flotte unterfeßeibet man: leichte Artillerie von 015
0,8—8,8 cm, äRittelartillerie von 10,5—17,5 cm, (broßartillerie von
21—30,5 cm ©urchmeffer. (©ie bei ber Schiffsartillerie gebräuchliche
IBejeidjnung L bebeutet Sänge be# fRohre# in ©urchmeffern, j. lö.
16»
244
3)ie @efd)üfytol)re.
30,5 cm»Jtanone L/35 = baö fRohr ber 30,5 cm«ftanone Ijat eine
?änge non 35 Durdjmeffem).
616 Der Kampf ber Küftenroerle gegen bie ©djiffe finbet unter äfyi«
liehen Verhältniffen ftatt. äudj $ier bebarf eS fernerer Kanonen mit
großer DurchfdjlagSlraft unb ©djußroeite, bie meift ebenfalls gepangert
ftnb unb mit h°her $euergef$n>inbigteit namentlich bie ÜRöglichleit
einer fcßnetten feitlicßen Verlegung ihrer Ringbahn oerbinben müffen,
um ben fdjnellfaljrenben Schiffen in ber Veroegung folgen gu lönnen.
Um ben empfinblichften Seil be$ Schiffes, bad ©ed, treffen gu
lönnen, müffen außerbem fdjroere ©teilfeuergefdjüfce üorhanben fein.
ferner muß auch bie KüftenartiHerie leichte Kanonen befifcen, um
Sanbungöberfudjen entgegentreten gu lönnen.
111. Die Cöefdjfi^rotjre.
A. StUgemeine Einrichtungen.
1. $aö fRohrmetall.
617 Daö ©efdjührohr roirb beim ©(hießen bauernb großen än*
ftrengungen unterroorfen, beöhalb muß baS fRohrmetall beftimmten,
jenen entfprechenben Slnforberungen genügen.
€6 muß befifeen: a) (Eine h°he <?cftigfeit gegen ©rud unb
Bruch, um ben geroaltigen ©rud ber ^uloergafe auSpalten gu lönnen.
b) ©ne genugenbe fjeberlraft, bie ba$ fRohr befähigt, nach
Slufhören beS ©aebrudö, ber eine SluSbehnung hetbeiführt, iu ben
ßuftanb öor bem ©djuß gurüdgufehren. £>hne biefe fjeberfraft roürbe
eine allmähliche ©roeiterung beS fRohrinnern eintreten.
c) ©roße gähigleit. $e 3ähcr baö fRohrmetall, um fo inniger
haften bie fIRetallteilchen aneinanber, um fo fdjroerer finb fie gu
trennen, um fo größeren SBiberftanb fefet baö fRoßr bem ßerfpringen
bei plöfclidjer, ftoßartiger fBeanfprudjung entgegen.
d) ©enügenbe £)ärte, um ein Sbfdjleifen ber gelber unb .ßüge
burcß baö mit ©eroalt hinburdjgetriebene ©efchoß auch bei häufigem
©ebrauch gu behüten.
e) ©enügenbe iberftanböfäljigteit gegen bie h°^e ^3er>
brennungöroärme beö ‘fSulüerö (ogl. 3- 31) unb feine ßerfehungö»
ftoffe, um Sluöbrennungen oorgubeugen.
Vorteilhaft ift eö ferner, wenn ba« fRohrmetall lein gu hohe®
©gengeroidjt hat unb feine fperfteUung unb Bearbeitung im .^nlanbe
beroertftelligt roirb.
©aä StoljnnetaU. ®er Stufbau beb Stoßred. 245
©ad ÜRetall, »eldjed ben SInforberungen am meiflen entfpridjt, 618
ift ßeute ber SRidelgußftaßl ber $irma Strupp; er Wirb bedßalb audj
audfc^lieftie^ bei Neuanfertigungen ber fRoßre benußt.
©er ©taßl wirb in Diegeln gegoffen unb burdj $ämmern unb
^reffen auf einen ßoßen ®rab bon f£eftig!eit, ©tdjte unb .fjärte ge«
bradjt; ein ßufaß üon Mittel berleißt ißm eine befonbere ßäßigteit.
(ältere ©efdjiißroßre aud iSronje. 33gl. ß. 1043.)
2. ©er Äufbau bed IRoßred.
©er ©rud ber ^ulbergafe trifft junädjft bie ©eelemoänbe unb 619
pflanjt fidj bon ißnen nadj außen fort; baburdj »erben bie inneren
©djidjten meßr angespannt unb erfahren bermäge ber fjebertraft bed
SRetaUd eine ftärtere Sfodbeßnung ald bie äußeren, bie bei geniigenber
©tärfe bed fRoßred taum nodj an bem SBiberftanb teitneßmen. ^»ieraud
geßt ßerbor, baß bie $altbarteit eined IRoßred über eine beftimmte
©renje ßinaud nidjt burdj SSermeßrung ber SRetaUftärfe erßößt
»erben tann.
9Ran baut bedßalb bad fRoßr aud berfcßiebenen ©cßidjten mit 620
gemeinfamem SRittelpuntt auf, »obei bie äußeren Sagen bie inneren
jufammenbrfiden unb fidj fo am SBiberftanbe gegen ben auf bie inneren
©djidjten audgeübten ©rud ber tyifoergafe beteiligen.
2luf ein berßältnidmäßig biinned IRoßr, bad Sernroßr, teirb ein 621
üRantel gezogen, ber einen geringeren inneren ©urdjmeffer ßat ald
ber äußere bed Äernroßred. Um ißn auf bad leßtere bringen ju
lönnen, »irb er burdj ©rmärmen audgebeßnt unb preßt nadj bem
ffirtalten bad Sternrqßr jufammen. ©iefed reidjt non ber SRiinbung
bid jum SSerfdjluß; ber SRantet, ber bei geringerem ©adbrud nur ben
ßinteren ©eil bed Sernroßred umfdjließt, bilbet audj gleichzeitig bad
Serfdjlußftiid bed IRoIjred. ßumeilen befteljt ber DRantel aud grnei
©eilen. Damit Stern« unb SRantelroßr fidj nidjt boneinanber abftreifen,
finb fie burdj einen SSerbinbungdring miteinanber berbunben: SIRantel«
roßre. (iBeifpiel ®ilb 179.)
$ei befonberd großen Sabungen »erben an ben ©teilen bed 622
Ijödjfien ©adbrudd um ben ÜRantel nodj Ninge jur SSerflärtung ge*
jogen; ber SRantel reidjt bei biefen fRoljren nidjt bid jur SRiinbung,
bie SSerftärtung bed borberen Sternroßred »irb burdj Ninge be»irtt:
SRantelringroßre. (Seifpiet IBilb 199.)
$ei älteren IRoßren reicßt bad Sternroßr bon ber ÜRiinbung bid 623
jur ®obenflädje, um ben Sabungdraum finb IRinge gelegt: IRingroßre
(«ilb 162).
246
Tie @ef<$ü$ro$re.
<24 ©iefer äufbau be$ SRofyred, „tiinß(i$e ffltetalltonftruttion“
genannt erfjöfjt bie $altbarfrit auf ungefähr bad Stoppelte eines gleidj
ferneren einfachen 9tolpe£, geftattet baljer eine ganj bebeutenbe Steigerung
ber Labung unb $erabfe$ung bed ®etoic^t§.
»ilb 162.
Äingrohr.
21 cm-3ling!anone. ©entrechtet ©cbnitt.
B Serftärtungdring. C £iebelring, foü bad Serfcpieben ber Siinge auf bem
SRohr üerfjüten.
625 Ältere fRofjre finb aud fcartbronje gefertigt (3- 560) unb haben, um ihre
SBiberftanbdfähigfeit namentlich gegen bie h°^e Sterbrennungdtoärme bcd ^ufoerd
ju oermehren, eine ©tahlfeele. SDiefe ift nachträglich pon hinten, um bad Operand*
fchieften ju oerhinbem, in bad audgebohrte ©eelenropr eingejogen, ald bie 8ronjes
rohre nicht mehr genügten. 9lld 8eifpiel $3ilb 163.
93ilb 163.
©entrechtet ©cpnitt burch bie furje 15 cnvÄanone.
*=,^l.A..—........ i
A ©eetenrohr. B Mantelrohr. C Serfcpraubung.
3. Taö duftere ber ®eftf)ü^rol)re.
02« 'jlußerlic^ teilt man baS dlo^r meistens ein in baS 93erf$luB> ober
©obenpüd, ba« SO?antelftii(f unb baS lange ^clb, roelcfjeß born oft
eine ißerftärtung, bie äRunbfriefe, fyat. ©ie äußere 5orm 9fo^r
förperS ift im allgemeinen tegelförmig; er ift öorn unb hinten fentrecbt
abgefctynitten. Sille fdjarfen Santen unb ®tfen finb gebrochen ober
Tad Siufjere ber GJefc^üßro^re.
247
abgerundet. Um bem Verfdjluffe mehr $alt ju geben, bildet bad
Verf^lußftücf häufig einen härteren, an ben Ecfen abgerundeten Viertant.
Die hintere fläche $etfjt bie V oben fläche; fie trägt Vertriebene 627
Angaben, g. V. fjabritnummer, Slnfertigungdort ufw., auch finb bort
bei ferneren Eefchiifcen vielfach Vorrichtungen jum geitwetfen geft»
halten bon Eefchoßtragen ober ßabebüchfen vorhanden.
?Iuf ber oberen fläche bed Vobenftikfd befindet fid) ftetd eine 628
genau ber Seelenachfe gleichlaufende Ebene gum 2Iuffefeen bon SBintel«
meffern, Quadranten, fRichtbogen unb Vorrichtungen gum ^efthalten
biefer unb ber gum Nehmen ber (Seitenrichtung bienenben ®eräte,
fRi$tflä$en, fRichtfreife.
9lm mittleren Seil bed SRohred ber älteren Eefchüfce finb gwei 62»
gapfenförmige 2Ingüffe, bie Schilbgapfen, angebracht, vermitteld beren
bad fRohr in ber Safette gelagert ift; fie geftatten ihm bie Drehung
in fentrechter {Richtung. $hre ÜRittellinie beißt Sdjilbgapfenachfe; ber
Vuntt, in bem biefe Slchfe eine lotrecht burch bi« Seelenachfe gedachte
Ebene fchneibet, ift ber Sagerpuntt bed fRohred. Siegt biefer in ber
Seelenachfe felbjt, fo nennt man ihn verglichen, liegt er unter ihr, fo
heißt er verfenft. Der hinter bem Vagerpuntte liegende Seil bed fRohred
ift meift fernerer ald ber vordere; ben Drucf, ben ber hintere Seil auf
bie 9?ichtmaf$ine audäbt, nennt man Untergewicht. Diefed haben bie
meiften ®eftf?üfee, einige Steilfeuergefchüfce haben Vorbergewicht, um
bad VSagerechtfteUen bed fRohred nach bem Schuß gu erleichtern.
Ein feitliched Schlottern bed fRohred Wirb burch fcheibenförmige
Sngiiffe, bie Schilbgapfenfcheiben ober burch vorftehenbe Vunbe an ber
äußeren Äante ber Schilbgapfen verhindert; lefctere finb bidWeilen ber
©ewichtdverringerung halber tegelförmig audgebohrt. Sluf bem rechten
Schilbgapfen ift gewöhnlich bad ®ewid)t bed fRohred mit Verfchluß
angegeben.
Die fjrelbtanone 96 hat feine feitlichen, fonbern nur einen fent«
rechten S^ilbgapfen, ber eine Drehung bed fRohred in Wagerechter
^Richtung erlaubt; bie Drehung in fentrechter Stiftung bewirtt ein
befonberer, mit feitlichen Sdjilbgapfen verfehener fRohrträger. Die
fRohrrüdlaufgefchüfce haben feine Schilbgapfen, fie finb mit fRohrtlauen
verfehen, mitteld beren fie bie Eteitbahn ber Safette umfaffen.
Der Wlantel, bad lange $elb unb bie Ttunbfriefe tragen bei allen 680
neueren Eefchüfcen Verzierungen unb $oheitdgeichen.
Die vordere fläche bed JRohred h^ißt SRünbungdfläche, fie trägt 681
wie bie Vobenflädje einen {entrechten unb Wagerechten Einriß, beren
Schnittpunkt bie Seelenachfe bezeichnet. Eine auf ber ÜRünbungdfläche
248
Die ®efd>ü$to$re.
befinblidje „l" bezeichnet bie Stelle, wo ber, bon hinten gefeljen, oberfte
„erfte" ßug bie SRünbungdfläche erreicht.
Sn ben weiften älteren {Rohren finb noch SBorridjtungen jur Suf«
nähme bed Suffafced unb jur Serbinbung bed {Roljred mit ber {Ridjt-
mafdjine, bei ben {Rohrrücflaufgefchühen ift bad SRoljr burdj einen
Snfafc mit ber {Rohrbremfe berbunben. Sn manchen {Rohren ift eine
Quabrantenwintelljülfe angebracht, bie jur Sufnaljme eined Ouabranten«
minleld bient.
682 Dad {Roljr h«t ben ftärtften Umfang an ber Stelle bed höchften
©adbruded, bem Sabungdraum unb ben junädjftliegenben Xeilen ber
Seele. Stenn fleh bad (Stefdjoß in Bewegung gefefct hat, fo »erteilt
fich bfr ®rud ber ®afe auf eine größere {Rohrflädje; bedhalb tann
bie ÜRetattftärle abnehmen, bad {Rohr fich nach üorn verjüngen.
4. Dad innere ber ©efrfjfl^roljre.
688 Die Sängdburdjbohrung bed {Roljred jerfällt in bad Sabelodj, burch
meldjed bie Sabung eingeführt wirb, unb bie Seele. Sefctere reicht
vorn Serfchluß bid jur SRünbung unb jerfällt in einen turjen, glatten
Teil unb in ben langen gejogenen Deil, bie burch einen Übergangd«
leget ineinanber übergehen.
Die Seele nimmt Sabung unb Qtefdjoß auf unb foll bem letzteren,
tveldjed burch t>ie Straft ber ^ulvergafe in Bewegung gefefet wirb, burch
feine ßüge c‘ne beftimmte Drehung um feine Sängdachfe unb burch
feine Sage eine beftimmte {Richtung für feine Ringbahn geben.
684 Die meiften {Rohre haben im Sterfdjtußftüd eine quer jur Sängd*
adjfe gehenbe Durchbohrung, bie jur Sufnahme bed SBerfdjluffed bient,
bad Steilloch.
685 Die Seele foll, rein miffenfchaftlich betrachtet, fo lang fein, baß
bad (Sefdjoß bie SRünbung verläßt, wenn bad {ßulver völlig verbrannt
ift unb bem (Stefdjoß einen ßutvadjd an (Stefdjminbigteit nicht mehr
erteilen lönnte; nur bann ift eine völlige Sudnufcung ber Sufoergafe
vorljanben (ß. 74). Die Seelenlänge muß fich alfo nach ^er Wienge
bed ^utverd unb ber ®efdjoßgefdjminbigteit im {Rohr richten; fie hängt
hauptfädjlidj vom Sabungdverhältnid ab (ß. 77). $n SBirflichteit läßt
fich biefe ^orberung bei ©efdjüfcen, namentlich bei foldjen mit großem
Sabungdverhältnid, nicht erfüllen. (Eine ber ermähnten ^orberung ent«
fpredjenbe {Rohrlänge mürbe jtvar »egen ber völligen Sudnufeung ber
^ulvergafe eine höbfre Snfangdgefchminbigteit, aber auch eine un*
juläffige (Erhöhung bed {Rohrgemichtd bewirten.
S)a3 innere ber ®ef<^fi(ro^re.
249
mit großem VabungSverhältniS Ijaben eine Seelen» «36
länge von 17 bis 27 ©urdjmeffern, entfprec^enb einer {Roljrlänge
von 23 bis 35 ©urchmeffern (bei SchiffSgefchüfcen fommen {Rohrlängen
bis 45 ©urchmeffer vor), ©efchüfce mit Keinem SabungSVerhältniS
eine Seetenlänge von 6 bis 9 ©urchmeffern, entfpre$enb einer SRohr»
länge von 10 bis 12 ©urchmeffern.
Sei Steilfeuergefchüfcen, bie mit betriebenen Labungen fdjießen,
richtet ficb bie Seelenlänge nach ber SuSnufcung ber ftärlften Labung.
©er glatte Seil ber Seele bient jur Aufnahme ber Startufdje «87
unb beS t>interften Seils beS ©efchoffeS. {festeres liegt bis ju bem,
nahe bem ©efchoßboben angebrachten gührungSring im gezogenen
Seile, gezogener ©efchoßraum.
©aS Stiicf beS glatten Seils, in bem bie Startufche liegt, heißt
ftartufchraum; er hat einen größeren ©urchmeffer als ber gezogene
Seil, nm baS (Einbringen beS ©efchoffeS gu ermöglichen. (Er ift bei
älteren ©efchüfeen röhrenförmig, bei ben mit WRetaUtartufchen ber«
fehenen ©efchühen fchroadj legeiförmig geftaltet. Sei biefen ©efchühen
ragt er ettvaS über bie vorbere fläche ÄeillochS hinaus, um ein
SBiberlager für ben {Ranb ber Rartufchhülfe ju bilben. Sei Schnell«
feuergefchüfcen heißt ber glatte Seil Patronenlager unb wirb, ber fVorni
ber Patrone entfpredjenb, in Pulberraum, Schleifung unb ©efchoß«
raum eingeteilt.
Sei älteren, mit SlbbichtungSringen (ßiberungSringen) berfehenen
{Rohren befinben ftd) erftere in einem fRinglager, einer lugeiförmigen
KuSbrehung am hinteren ®nbe beS StartufchraumeS.
©en {Raum jtvifchen bem Soben beS gelabenen ©efdjoffeS unb «88
bem Serfchluß nennt man ben anfänglichen SerbrennungSraum ober
auch lurjmeg ben SerbrennungSraum. Seine ©roße ioirb be«
geichnet burch b*e ßabungSbichte ober ftabebichte, b. h- baS ©eivicht ber
Sabung in ©ramm auf 11 beS {Rauminhalts: fie ift non großer Se«
beutung für bie Veiftung beS PulöerS. (3- 29, 75.)
Sei allen unferen ©efchüfcen füllt bie Pulverlabung ben Ser»
brennungSraum nicht völlig aus, ba eine fo enge (Einfchließung beS
Pulvers eine ju hohe ©aöfpannung unb bamit eine unjuläffige 9ln>
ftrengung beS {RobreS h^beiführen mürbe. (3- 29.) ©er Luftraum
befinbet ftch bei ben älteren ftartufchen über ihnen, bei ben üRetall«
lartufchen unb Patronen vor ihnen unb bient bei ber Verbrennung
gleichfam als Puffer, ber ben erften Stoß ber ®afe auffängt.
(Silb 164.)
250
Sie ©ef^üßto^te.
äm günftigften wäre ed baher, wenn ber Suftraum bie Pulver«
labung von allen ©eiten umgäbe, mad fid? nur in Sartufd?hülfen
einrichten liege.
(Ein ju großer SSerbrennungdraum mürbe bie ärbeitdleiftung bed
fßulüerd gerabfefcen unb bamit eine Serminberung ber änfangd-
gefdjminbigteit h*rbeiführen, and? mürben Unregelmäßigteiten in ber
IBerbrennung ein ©djmanten ber Slnfangdgefchminbigteiten üerurfachen.
689 Der gezogene Steil ber Seele foll ben meitaud größten Steil
bed ®efd?offed aufnehmen unb ihm bei feiner SSormärtdbemegung bie
nötige Drehung üerleihen.
Sltb 164.
Sage beö gelabenen ®ef$offeS.
Z.
1. @eroö$nli$e SJeuteltartuföc. 2. SDktaUfartufc^e.
V Sterfölufj. K Äartufäe. G (3efc$og. a fcinlerfteö ©tuet beö ©efchoffeS, roelc^eö
im glatten Xeil liegt, b güljrungSring. c gentrierroulft. d Stinglager mit
Siberungöring. e $orfte$enber 9tanb ber Äartufd^ülfe.
640 Dad ®efd?oß ift burd? bad Slnfe^en mit feinem ^ityrungdring
ober Sanb in ben beginn ber 3^9e fyineingeftofjen. Die .Qentrier«
mulft (®ilb 164) bemirtt bie Lagerung feiner $ängdad?fe in ber
Seelenachfe, fo baß bie ^ulüergafe auf ben red?tmintlig ju festerer
ftegenben Sefcfjoßboben brüden unb bad ($efd?oß gerabe in bie 3^9e
f)ineingepreßt mirb, gepreßte ®efrf?oßfüf)rung. £ierburd? mirb ber
geringfte ffiiberftanb bed ®efd?offed beim (Eintritt in bie $üge bemirtt
jugunften oerminberter fReibung unb größerer Slnfangdgefcljminbigteit.
641 Die Büge jroingen bad <$efd?oß, ihrer Drehung ju folgen,
(3- 120 ff.), fie finb bei allen ©efthüfeen, mit Sludnahme ber 3,7 cm-
k
Sie Serfälüfie.
251
fRevolvertanone, rechtsgängig. ©er Cuerfdjnitt ber ßüge ift rechtecfig,
bie ßugfanten finb gleichlaufend gleichlauf enbe 3üge. (^aralleljügej.
Sei älteren ©efchühen finben fich noch Reiljüge, beren ©oljle
hinten breiter ald an ber Wlünbung ift; hierburch follte ein leichtere«
ffiinfdjneiben in bad f^uhrungdmetall bed ©efchoffe« unb eine ftrammere
Rührung bewirft werben. (Nähere« über ßüge f. 3- 120 ff.)
©ie Rante bed gelbes, bie ben ©tag bed fich »orwärtö be» «42
wegenben ©ef^offe« auffängt unb ed zwingt, ber ©rehung ber ßüge
ju folgen, h«ßt bie ftührungdtante. Sei bem unterften f}elbe ifl ed
bie tinfe; bie unteren Stauten ber gelber finb abgerunbet, bie oberen
gebrochen, ©ie Sreite ber gelber ifl ftetd geringer ald bie ber 3üge,
bamit bad weggefchnittene f^ührungdmetall bie ßüge ficher audffiUt,
bad ©efchofj bie ©eele nach t,orn abbidjtet unb ein Sorbeifchlagen ber
$ulk>ergafe unmöglich ift.
©ie ßahl unb jiefe ber $üge richtet fich na$ b™ ®nrch- «48
meffer bed ©efchüfeed unb bamit ber ©djwere bed ©ef^offed. Seichte
©efdjoffe erforbern wenige unb flache, fdjwere ©efchoffe Diele unb tiefe
3üge. 3h« 3^1 beträgt bei neueren ©efdjühen 24 bid 64, bie ©iefe
fchwantt jwifchen 0,4 unb 2,4 mm.
©er ©rall (»gl. ß. 120 ff.) ifl bei neueren ©efd)üfcen ftetd «44
junehmenb; ber anfangd Heine ©rallwinfel wächft ftetig, um auf ein
©tücf furj »or ber Wlünbung gleich grof ju bleiben, ®r wächft bei
Ranonen meiftend »on 4° bid etwa 8°, bei ©teilfeuergefcljüfcen von 2°
ober 4° bid etwa 12°.
©er junehmenbe ©raH (»gl. 3- 126, 127) ift nur bei ©efdjoffen
anwenbbar, bie an einer ©teile geführt werben, bei fogenannter
$interführung.
5. ©ie Serfdjliiffe.
©er Serfdjlufj bilbet ben beweglichen Soben ber ©eele. Sei «45
geöffnetem Serfdjluf; ift ber nötige fRaum für bad Einbringen ber
Sabung »orhanben, ift er gefdjloffen, fo fchlieft er bie ©eele nach
hinten ab. ©er Serfdjlufj ift einer ber wid)tigften ©eile bed 9tohred;
von feinem richtigen Serhalten hängt wefentlich bie Sraudjbarfeit eined
fRohred ab.
©er Serfchtufj foll: 646
1. ben ©eelenboben gadbidjt abfdjliefjen, ba burch rficf»
Wärtd audftrömenbe Sutvergafe nicht nur biefe für bad Sorwärtd«
treiben be« ©efdjoffed verloren gingen, fonbern auch burch Sind*
brennungen bie vorbere Reitlochfläche unb Serfchlußteile unbrauchbar
252
Sie ®ef$ifyto$re.
»itb 165.
©runbfaj beö Jteiloetf<$luffe8.
SBagewcbtet Sdfnitt.
werben tonnten. ©urd) bie eintretenbe SBerfdjmufcung würbe ferner
bie Oangbarfeit be» Serfchlüffe» in ftrage gepellt, unb fdjließlich
tonnten burd) bie ^erau$fd)lagenben glühenben ®afe Verlegungen ber
Vebienung eintreten. ©ie Abbichtung ber Seele nennt man Siberung.
2. gut gangbar fein, ein leidstes Öffnen unb Schließen
erlauben unb jur Vebienung wenige, möglichfl nur einen $anbgriff
erforbern. And? bei fdjweren Verfdjlüffen muß bie Arbeit eine»
Sebienung»manne» genügen, bie bann burd) befonbere Einrichtungen
erleichtert werben muß.
3. bie nötige $altbarteit befifcen, au» wenigen unb einfachen
Zeilen hefteten. Sei üortommenben Sefdjäbigungen unb Klemmungen
muß er fid) leidet unb möglichst
ohne Sßertjeug au»einanbernehmen
taffen unb fdjnellen Erfafc feiner
Zeile gejlatten. Vettere ^orberung
ift befonber» bei Schnellfeuer»
gefthüfcen wichtig.
4. bei Schnellfeuergefchüfcen Ein»
ridjtungen befiften, bie ein felbft«
tätige» Au»werfen ber Rartufch»
ober Vatronenhülfe fowie möglichfl
ein fetbfttätige» Sßieberfpannen be»
Serfchlüffe» nach ^em Abjiehen be»
wirten unb ein borjeitige» Ab»
feuern üerhinbern.
$n ben beutfehen ©efdjüfcen wirb
ber Reilberfchluß angewenbet
(Silb 165); nur bie fRebolbertanone
hat eine befonbere Serfchlußeinrid)*
tung (8. 737).
ftählerner Reit entweber in wage»
rechter ^Richtung bon ber Seite ober in fentrechter bon unten in einer
entfpredjenb geftalteten Durchbrechung be» SRohre» geführt, ©iefe
teitförmige Durchbrechung, ba» Reifloch, bient jur Aufnahme, Rührung
unb jum $eftha(ten be» Reil», ©er hinter bem Reiltoch befinblithe
Zeil be» fRohre» bilbet ba» SBiberlager für ben burch b’E $ulbergafe
nach hinten gepreßten Serfchluß.
Die borbere Reillochfläche EF fleht fentredjt jur IRohradhfe, bie
hintere GH bilbet mit ihr einen Sßintet, fo baß bie eine Öffnung
be» Reilloch» breiter al» bie anbere ift.
Seim Reilberfcbluß wirb ein
Sie Serfcfclüfle.
253
Die Reiloerfdjlüffe mit Bewegung in wagered)ter SRidjtung finb 648
ber fjlachteil» unb ber 8lunbfeilberfd)luß. (^n einigen älteren
©efdjüfcen finbet fid) nod) ber ©oppelfeiloerfd)luß. SSgt. 3- 476.)
Sei beiben Wirb ber 53erfd)lußteil ABCD burch Qrü^rungöleiften
unb 9?uten in ber Bewegung fo geführt, bafj feine borbere $läd)e
AD ftet« gleidjlaufenb mit ber borberen Reillod)fläd)e EF ift. ®eim
Öffnen tritt alfo ber 93erfc^lu§ nad) ber Seite unb gleichzeitig nadj
hinten; eS entfielt ein Spielraum jtvifd)en Reil unb borberer Reil*
lodjflädje. $at ber Reit einen beftimmten SBeg juriidgelegt, fo mirb er
burd) eine befonbere SJorridjtung feftgeljalten; er befinbet fich jefct in
ber gabefteUung A’B'C'D1. Sin ber fdjmaleren Seite be« Reil«
finb (Einrichtungen Vorhanben, bie ein ^inäbergleiten be« ©efdjoffe«
au« bem gabelod) burch ba« Reilloch geftatten; ba« ®efd)oß tann
geloben »erben. IBei älteren ®efd)iifeen bient hiwzu e’ne befonber«
einjufefeenbe gabebüdjfe.
SRad) bem gaben mirb ber SBerfdjtuß wieber in ba« Reillod) hin*
eingefdjoben, er bewegt fich babei gleichzeitig nach born, bi« er an bie
borbere Reillodjflädje anftößt. Qn biefer Sage muß er junäd)ß feft*
gehalten werben. Die« bewirft eine an ber hinteren ober oberen Reil*
fläche angebrachte Schraube, bie beim $erumbrel)en mit ihren (Sewinben
in entfpredjenbe ÜJhtttergewinbe ber hinteren ober oberen Reillochfläche
eingreift. $ur fBefdjteunigung be« ^erumbreljen« finb bie Schrauben*
gänge jum Xeil weggefdjnitten, fo bafj */» Umbreljung genügt. Durd)
ba« Drehen ber Schraube wirb aber gleichzeitig eine weitere Bewegung
be« Reil« bewirft, er wirb mit feiner öorberen f£läd)e feft nach vorn
gegen bie Reillochfläche gepreßt.
Die« genügt bei @fefd)üfcen mit giberung burd? Rartufdjljülfen,
bei ben anberen (Sefdjüfcen ift ein ftärfere« $eranpreffen be« Reil«
erforberlich. Sei ihnen ift ba« fjefthalten be« SSerfdjluffe«, bie 33er*
riegelung, burch eine befonbere Ißerfdjl ufjmutter bewirft, währenb eine
in ihr liegenbe Serfdjlußfdjraube burch mehrere Umbrehungen ben
Reil noch um ein größere« Stücf feitwärt« unb borwärt« bewegt.
Sei ben neueren f£lad)teil*Sd)netlfeuerberfd)tiiffen gefdjieljt bie 53er«
riegelung burch einen ®unb ober Slnfäfee in ber oberen Reillodjflädje.
Stuf benfelben ©runbfähen beruht bie (Einrichtung be« fenfred)ten
Reil« ober f^allblodberfchluffe«.
‘Der ftladjfeiloerfdjluß wirb bei fteinem gabung«berljältni« unb an 649
fich Keinen gabungen (Ranonen Keinen Durdjmeffer«) berwenbet; er
nimmt wenig fRaum ein unb beanfprud)t be«halb feine große tote
fRohrlänge. (Seil be« IRohrförper« hinter bem Seelenboben.)
254
2)ie (&ef4ü$ro$re.
Sei ftarten ©aöfpannungen, großem BabungSVerhältniS, genügt
feine SBiberftanböfähigteit nicht, er muß fjier burdj ben SRunbteilverfchluß
erfefct werben, ber ben ©ruct ber ®afe nicht nur nach hinten, fonbera
Wegen feiner {form auch nach oben unb unten fortpflanjt. ©ie Sorber«
feite be« fRunbteil« h«t einen Hnfafc mit einer geraben {fläche.
650
8Ub 166.
Senfredjfet (Schnitt.
©er fRunbteilverfchluß
ift Bei gleichem fRohrburdj»
meffer etwa boppelt fo
fdjwer wie ber fflachleil*
verfchluß unb beanfprudjt
eine weit größere tote
fRohrlänge.
©er {entrechte fteilver»
fäluß wirb bei Steilfeuer»
gefchüfeen ba verwenbet, Wo
baS fRohr auch beim Baben
in ber SöhußfteUung ver«
bieiben foll, unb wo ein
651
652
WagerechterSerfchtuß wegen
ber Safettenwänbe bieö un»
möglich machen würbe
(©urmhaubifcen). Huch bei
tflachfeuergefchühen wirb er
neuerbingS vielfach ange-
wenbet.
Sei ben meiften neueren
©efchüfcen enthält ber Ser»
fdjluß ein Schloß, welches
bei ber {janbßabung, meift
beim Öffnen, fich felbfttätig
fpannt unb beim 2Ib)iehen
burch einen Vorfchnetlenben
Schlagbolzen ober Schlaghammer ba£ ßünbhütchen ober bie $ünb»
fdjraube im Soben ber URetalltartufche ober Patrone entjünbet. ©ie
neueften Serfdjlüffe haben einen „SBieberfpannabjug"; baS Schloß wirb
erft burch baS Slbjiehen gefpannt, nach bem Hbjiehen lehren bie Schloß»
teile von felbft wieber in ihre {Ruhelage jurüct, fo baß bei einem Ser»
fager wieber abgewogen werben tann, ohne ben Serfdjluß ju öffnen.
©iefe Serfdjlüffe muffen eine HuSwerfeborrichtung haben, bie nach
bem S$uß felbfttätig bie $ülfe entfernt. Schnellfeuer»Schneltabe»
verfdjlüff e.
2>ie Serfchlüffe.
255
SDleift tann ber Serfdjtuß burd) eine befonbere Sicherung«vorridj«
tung gegen f elbft tätiget Öffnen beim fahren unb unbeabfichtigte« Sb«
feuern gefiebert werben.
$f)r $auptvorjug befielt in einer großen Steigerung ber fjreuer«
gefchwinbigteit, ba bie Verrichtungen bei ber Sebienung ftd) auf
Öffnen be« Serfchlüffe« (bei ben neueften <$efchüfeen burch einen $anb«
griff), (Einbringen ber Vabung, Schließen unb Abjiehen beftränten.
(Ein weiterer Vorzug ift bie bentbar befte Abbichtung burch ^*e W bei
jebem Schuß erneuerabe $ülfe.
liefen großen Vorzügen gegenüber fommen bie Nachteile nicht in
Setradjt; biefe finb bie burch Anbringung ber Spann«, Abjug«« unb
Au«werfevorrichtung vermehrte (Empfinblichteit be« Serfchlüffe« unb ba«
burch bie SD?etallfartufche Verursachte Wiehrgewiößt be« Schießbebarf«.
Sei ben einfachen fteilverfchlüffen tann ber völlig ga«bichte Ab« 658
fchluß ber Seele nicht allein burd) ba« fefte £eranpreffen be« Serfdjluffe«
an bie Stohrwanb bewirft werben, ba ba« SOTetall beim Schuß febert
unb fo eine fjuge jwifchen SRohr unb Serfchluß entfteljen Würbe, bie
ben ®afen einen Au«weg nach hinten böte. Diefe fjfuge wirb burch
einen 9Hng, ben fogenannten $iberung«ring, gefchloffen.
3n bie hintere Äante be« ftartufchraume« ift ein fftinglager ein« 654
gefdjnitten, in welche« ber 9ling eingepreßt wirb, fo baß er mit feiner
hinteren 1>ichtung«fläche etwa« über bie vorbere jteillochfläche hervor«
fleht. <E« gibt brei Arten Von ßiberungöringen, ben SroabweUring
(Silb 167), ben tupfemen Siberung«ring (Silb 168), unb ben ftählernen
8iberung«ring (Silb 169).
Silb 168.
a äufjere 91antelf(ä$e (fugeiige glätte).
6 ®rutrt>flä<f)e (hintere $i<htung«fia4e).
c (Rinnen. X 9iaum innerhalb, Z$taum
außerhalb be« Sroabroellringe«.
(Der tupferne SiberungSring.
a Augeiige glä^e. I> Sßölbung.
c Hintere ÜJichtungöfläcbe. d Schmuh«
rinnen.
256
Sie ®ef$ü$ro$re.
655
©ie Silber geigen ben ©ureßfeßnitt unb bie Sage ber fRinge gum
fRinglager unb gur Staßtylatte bed Serfcßluffed.
Seim Sd?uß brüden bie Sulvergafe gegen bad Qnnere ber fRinge
unb babureß biefe nad} außen gegen bad fRinglager unb nad) ßinten
gegen bie Staßlplatte unb fdjließen fo bie fjuge gtoifeßen fRoßr unb
Serfdjluß.
656
®ilb 169.
Ser ftäl)lerne SiberungSrtng.
a Stotterer fiiberungäreifen. a> £»in=
terer fiiberungöreifen. b Steg.
c Stille. d Hintere ©id)tungäf(äcf)c.
e S<bmu$rinnen. f SBölbung.
657
658
©ie fRinge finb verfeßieben ßart
unb verfeßieben febemb; fie Kerben in
ben ©efeßüßen berwenbet, beren ©ad«
brud ißrer Eigenart am meiften ent«
fori^t.
©iefe Brt ber giberung erfüllt voll«
tommen ißren 3roec^/ boeß erforbert fie
eine große (Sorgfalt in ber Seßanblung
unb eine nad} jebetn Scßuß vorgu«
neßmenbe Prüfung ber libernben ©eile.
(Eine geringe Seftoßung ober Ser«
feßmußung, ein geringed Sc^ieffi^en
bed SRinged ober ber Staßl|»latte tann
in turger Seit gu Sludbrennungen füßren,
bie ein geitraubenbed (Einfeßen neuer
Siberungdteile erforbern. ©ied tann
ficß namentlich im ©efeeßt unangenehm
fühlbar machen.
©ie (Entgünbung erfolgt bei ben Scßnellabe« unb Schnellfeuer«
gefeßüßen in ber in £. 652 angegebenen SBeife. ©ie neueren ©efeßüße
mit einfachem Reilverfdjluß ßaben einen *n bet Stiftung ber Seelen«
aeßfe burch ben Reil geßenben Sünbtanal. ©ie (Entgünbung gefeßießt
ßier burd} eine fReibgünbfcßraube, bie bad ßunblocß nacß ßinten gad«
büßt abfcßließt. ©abureß geßen teine ©afe für bie Arbeit Verloren,
unb bie (Entgünbung erfolgt an ber günfligften Stelle, ber SRitte bed
® ob end; bad Süden fällt fort ($. 88).
Sei älteren ©efdjüfcen gefeßießt bie Sünbung burcß ein fentreeßt
von oben burcß bad fRoßrmetall ober ein feßräg burcß fRoßr unb Ser«
fcßluß geßenbed Sünblocß vermitteld einer Scßlagrößre.
659
6. Sie fRicßtmittel.
Sie ßaben ben Stved, bem IRoßr bie für bad Spießen erforber«
lidje Stellung gu geben, fie müffen alfo bad IReßmen ber nötigen (Er«
ßößung unb Seitenricßtung geftatten.
®ie Suchtmittel.
257
Die filteren ©eßhüfce fyaben bie am Slohr angebrachten Sticht*
mittel gum unmittelbaren Stiften nach ß<h®o*en fielen unb be«
fonbere ®eräte unb (Einrichtungen gum mittelbaren Stiften nach n’t^t
fidjtbaren .Sieten.
Sei ben neueßen ©efchüfcen ßnbet man meift fämtliche Sticht*
mittel in einem fjernrohrauffah bereinigt.
A. Ältere (Sefäühe.
a. Spittel gum unmittelbaren Stiebten.
Silb 170.
Aorn.
I. II.
SpifcbogenfSrmig. W«förmig (Jtlappforn).
a fiornfufj. c ©oppelfom. d Sefeftigungfc
f<h raube.
660
Ml
662
©ie beßeljen and ftom unb Staffa^.
(Erßered iß meiß aud ©tahl unb ftnfcbogenförmig geßaltet
(Silb 170). (Ed iß in ein Sager ber rechten ©chitbgayfenfcheibe, bed
StohrmetaUd ober in einen befonberen Äornträger, meiß an ber rechten
(Seite, eingeßhraubt.
Stiere Oefchüfce hoben
noch bad auf ber SRunbfriefe
angebrachte Wurmige Alapp«
tarn (Silb 170).
Der Sfaffafc iß meiß
auf ber rechten ©eite in
einem an ber Sobenßäche
ober im Serfchlufjßfid be»
ßnblichen ®ehäufe unter«
gebraut.
fteßer Sluffafe. Die
SerbinbungdlinieberSifier«
timme bed Sluffafced unb ber
©pifee bed&ornd, bie Sifier«
linie, ^eißt bann eine lurge.
(Sei alteren (Sefchttfcen ift ber Stuffag tofe; er wirb beim Slehmen ber Sich«
tung auf bem Sobenftücf aufgefteUt unb not bem Schüfe entfernt, bad Äom ift bann
auf ber Slunbfriefe, bie Sifterlinie ift eine lange.)
Steht ber Sluffafc auf Slull, fo iß bie Sifierlinie, bon
ber ©eite gefehen, gleichlaufenb mit ber ©eelenachfe.
Der Slufjah iß eine gebogene ober gerabe metallene (bei älteren
©efchüfcen auch hölgerne) ©tange, meiß innen h°h^ b’e f*dj {entrecht
ober etmad fdjräg mit ber $anb ober einem befonberen Srieb auf«
unb nieberbetoegen unb auf ber befohlenen (Erhöhung feßßeUen lägt.
Die Suffafcßange trägt eine (Einteilung, beten Deilßriche ben
Sunft angeben, too ber eine ©dientet eined bon ber ©pifce bed Stornd
668
Setlin, SBaffenlt^re. 2.flufL
17
258 ®efäü$n>bre.
auSgefjenben SßinlelS, beffen anberer Stentel eine ©teichlaufenbe jur
Seetenachfe ift, bie Sluffafeftange fdfneibet. Sie trägt entweber eine
WReter« ober eine ©rabteilung.
664 feuert man and einem ©efc^üfe mit gleicher Sabung, gleich
fernerem ©efcfjofj unb gleicher (Erhöhung, fo mut, abgefehen non ber
Streuung, ber gleiche (ErhöhungSwintel immer gleiche Schußweite er»
geben. ßJian tann bann alfo an ber Sluffafeftange ftatt beS (Erhöhung««
wintel« gleich bie (Entfernung verzeichnen. fyat man bei einem ©efd^üfe
fcerfdfieben fernere ©efdjoffe, alfo vertriebene 3lnfang$gefchwittbigteiten,
fo braucht man für bie gleiche (Entfernung vertriebene Sßinfet, man
muß alfo für jebe ©efdjoßart eine befonbere 2Reterteilung fjaben.
Sßerfdjießt ein ©efdjüh mit vertriebenen Labungen eine ©efchoßart,
fo muß für jebe Labung eine befonbere SOTeterteilung ober ein be«
fonberer 2luffah Vorlauben fein.
665 Sei ber SOleterteilung toä$ft bie SluöeinanberfteQung ber Xeil»
ftri$e mit ber Entfernung, ba für ein Seriegen ber Flugbahn um
ein bestimmtes SOlaß auf größeren (Entfernungen eine größere 3U'
nähme .be« SBintel« notwenbig ift, al« auf Heinen. ®ie SReterteilung
reicht meift von 50 ju 50 m, bie ©rabteilung bon */>« 3U */>«
(festeres wegen ber bequemen unb ofyne Sruchjahlen auSjuführenben
Teilung beS ®rabe«), fo baß nac^ Augenmaß nod) 25 m bjw. ‘/s/ie0
genommen werben tann.
666 2luf ber Sluffafcftange a (Silb 171) ift ber mit (Einteilung verfeuerte
Haften b mit 9Hetfdjraube c befeftigt. 3n ihra ^*ßt fid) mit ber fjanb
ber $ifierfd)ieber d bewegen, ©iefer trägt oben bie Sifiertimme unb
wirb burd? bie fieber f nad) vorn an bie innere Haftenwanb gebrüdt,
bamit er nicht fd)Iottert. SDlit ber f$warjen SÖiarte ▼ Wirb er auf
bie befohlene 3at)l ber Teilung am Haften eingefteßt. 3m Silbe ftetjt
fie auf 91uß. ®ie fentred)t ju ben €r^ö^ungöjablen ber SReter«
teitungen fteljenben 3a^en 9^ben bie fd)ußtafelmäßige Seiteneer«
ftyebung an.
(V. L. ^eißt SJifierlinie.)
667 ©er SReterauffafc Ifat ben Vorteil, baß bie (Entfernung offne
weiteres auf ben 2luffa$ übertragen werben tann; bie Senufcung einer
Sdfußtafel ift überflüffig, bie ffreuergefdfwinbigteit er^ö^t.
668 ©ie älteren Sanonen ber SelagerungS- unb geftungSartiflerie
Ijaben gewöfynlid; einen 3luffa|} mit SWeter» unb ©rabteilung (®itb 171),
bie Steilfeuergefdfüfee einen folgen mit ©rabteitung.
Sei einigen ©efdfüfeen, namentlich Hüftengefthü^en, ift ein ®rab«
ftreifen ober eine ©rabfc^eibe an ber Vafette angebracht; ein ßeiger
5)ie Suchtmittel.
259
gibt auf ihnen bie Grhöhung bed Mohred in Graben ober Metern an.
©ie bienen namentlich jum Nehmen ber ungefähren Grhöh^ß
(3- 856).
»ilb 171.
Seifpiel eines älteren 9luffa$ed. ((Schwere 12 cm Kanone.)
Slnficht non linfö.
SKeterteilung
für ©rannten.
Slnfic^t non hinten,
©r Abteilung.
^Inficht non rechts.
SJleterteihmg
für Schrapnells.
a Siuffafcftange. c 9liet. e ©renjfchraubc. g gebcrfgraute.
b Jtaften. d Sifierfgraute, f geber.
Der Sluffafc muß aud} geftatten bie feitliche Slbtoei^ung bed 669
©efdjoffed Dom .Biel ju berichtigen; biefe ip enttoeber bie burch ben
Drall hnftorgerufene pänbige ober eine burd? feitlid) toehenben SBinb,
Phiefen SRäberftanb toerurfadjte ober fefet fidh UerfSiebenen biefer
Ginpüffe jufamnten. $ierju ift ber S3ifierphieber, ber bie SJifierfinune
trägt, nach ber ©eite toerphiebbarr ©teht er auf 9?ull (Silb 171),
17*
«0
fo it He Vtfierliate, tra ofeea gefefeea, gleiftlaafeab arit
itt ©eeleaa^fe. (Er arit ber $oafe ttoa anrmitwft etetf Träte*
»tfäidfar.
©dar Zettaag ffir Me Seitearicfrxag ift canacter eiae •rab«
teilaag — ’x <kob ter ©cüeawrftbietemg gfäb ’ i« te* erftea
(tatet ter eatfvrecheatea (Eörteiümg fir bie $c$esridrtaag — aber
ernt mtf bie tiage ter Vtfterfiaie fich gräateate ©tricfeteilaag —
eia Stridj gleich ’/>«* ter Sifterfiaie.
Die tätigt ber SStfiertmie ift meift auf bem Aufta$ aagegefeea
(«ft 171 VL 1150 mm).
* 7« Vermittel* te* tJcfterfcfeieber* tann man temtea, baß bie Stfter»
timt mit ter Seelenachfe einen Sinfel feiltet, ber bem gur «feitignug
ber feittiefeen Abweichung notwenbigen SRafje entfpricht
* 71 Za bie anr burdj ben Drall feenwrgernfene Afewet^aug bei
berfelben fcabung unb anf berfeften (Entfernmig gleich groß ift nnb mit
ber (Entfernung gleichmäßig gnnimmt, fo ift bä neueren Sanonen
biefer ftfinbige ^elfter bnrefe eine Scferägftellung ter Anffafcftange
au*gef^a!tet. flfeer auefe bei ifeuen mnß ein beweglicher Sifterfd^ieber
vorfeanben fein, um bie burdj anbere (Einftfifte feertorgernfenen 8b»
Weisungen berichtigen gu lönnen.
Sei biefen Auffäfcen ift bie Ablefefante be* Auflage* vermittel*
eint* Auffafefchicber* ffir fidj um einen ober mehrere Zeüftridje, beren
feber ber (Entfernung von 50 m auf ben mittleren (Entfernungen ent»
fpridjt, nach oben unb unten »erfefeiebbar, um Unterfcfeiebe gtoifchtn
ttuffafe unb ^Jünberftellung audgleidjen gu lönnen.
* 7* IBei neueren Kuffäfcen tann man ben (Einflug be* fthiefen Stöber»
ftanbe*, ber eine feitlidje Abweichung be* «Schufte* nach ber Seite
be* tieferftefeenben Wabe« ^ervorruft, baburdj befeitigen, bafe ber Auffafc
in fentrechter ^Richtung fchtventbar ift unb burch eine Vibetle (entrecht
grftellt werben tann (3. 7üO).
b. (Einrichtungen gum mittelbaren Süchten.
*7* Der Aufta(} reicht auch bei Stationen nicht ffir bie größten @r»
höhungen au*; bie Auffafeftange würbe gu lang werben, auch bie
fttihiflt'it be* Auge* gum Anbifieren hört auf. DeSjalb feat man ffir
biefe brätle bei ben Nationen unb ffir bie meiften $ä(le bei ben ©teil«
feuergefd;üben (g. V. immer ffir Sladjtfetter) ein befonbere* ®erät nötig,
welche* auf bem WrunbfaV ber SBafferwage berufet (®ilb 172).
U74 Der Wintelmeffer ober C.nabrant beftefet in ber ^auftt«
fache au* einem bi* auf eine Vuftblafe L mit Seingeift ober
Die ftigtmittel.
261
Sltljer gefüßten ©ladrö^rc^en G, toeldje« in einem Oe^äufe ru^t (im
Silbe fortgelaffen). ©iefed ift an ber einen «Seite um ein (Selent D
bre^bar, mit ber anberen gleitet ed über eine Üöintel» ober (Ent*
fernungdeinteilung, auf ber ed mit einem S<ifltr Steigung feiner
8djfe gegen bie untere Ouabrantenflädje CE angibt. ©ur$ eine
«Sdjraube tann bad (Seljäufe auf jebem SEetlftrich feftgefjalten Werben
(auf bem Silbe fortgelaffen).
»ito 172.
(drunbfafc ber €inn$tung eines üuabranten (SBinlelmefferS.)
«Stellt man ben Seiger 3. S. auf 25°, bann ben Ouabranten auf
bie Ouabrantenebene AB unb breljt am Stoljr fo lange, bis bie Cuft»
blafe in ber SDtitte einfpielt, bad (Sladröljrdjen alfo wagerectyt fielet,
bann f)at bie Ouabrantenebene unb audj bie iljr gleidylaufenbe (Seelen«
atfß'e eine (Erdung non 25°.
Sei neueren (Sefdjüfeen ift biefe Einrichtung jum Stemmen ber 675
(Erhöhung mit bem Sluffafe »erbunben, Sibellenauffäfce.
Sei ihnen bient bie Sibeße audj jum Steffen bed ©elänbewinteld
unb jur Prüfung ber (Erdung beim unmittelbaren Stiften.
£)ie Seitenridjtung wirb beim mittelbaren Stiften meift ge« 676
nommen, inbem man entweber mit ber SiHerlinie ober mit befonberen
auf bad 9lo$r gefegten (Seräten, 9ti$tflä$e, Stidyttreid (S- 706, 677),
262
2>ie
einen £>ilfdrichtpunft, fRidytfatte ufw. anphueibet ober bei feueren
®eföfi$en aud) mittete ber an ber Safette angebrachten Stichtftalen
(3-681) bie erfte 9tid)tung auf ber Unterlage (Bettung) feptegt unb
auf biefe Sinie bie Berichtigung nach ber ®«te S^ünbet
©er $Rid)ttreid. (Bilb 173.)
677 (Er befteht aud einer halbtreteförmigen Blatte aud fjRefpng, aud
ber jur (Erleichterung 2 Bierteltreife h«audgefd)nitten finb. 3 9öd)er
paffen in bie 3 auf bem Bobenpßcf bed fRohred angebrachten Stifte,
©ad Bifierlineal hat an einem (Enbe ein <5d)lifcbiper, am anbern ein
fjabenbiper. (Er trägt auf bem ^albtreife eine hoppelte (Einteilung;
Silb 173.
9ti<$tIreiS, Sifitrtlappen niebergetegt 1:2.
bie äußere reicht von 0 bid 2900, bie innere bon 2900 bid 5800,
ein ©eilprid) beträgt 10/i6°, fie ergänzen pd) alfo ju 360“. ©ie
©eilftriche pnb bon 50 ju 50 bejiffert. Sin ber äußeren Teilung gleitet
bad Biperlineal mit feinem längeren Slrm (im Bilb rechter Slrm),
auf ber inneren mit bem türjeren entlang, ©ie (heben bed Sineald
pnb w förmig audgefchnitten; bie ©pifce in ber SRitte bilbet ben 3e'9er-
©er längere Slrm mufj ftetd bem Sluge junächp fein; er trägt auf ber
Bipertlappe bie Bezeichnung „Auge“.
078 3Jiit bem Slichttreife tann man jebed $itfdjiel im ganjen Unitreife
benufcen; feine Teilung, an ber man nad) bem Slugenmafj auch halbe
2)ie Suchtmittel.
263
Deilftriche = 8/i«° «Hefen tann, geftattet eine auSreidjenbe ©enauigteit
bei Berichtigungen ber (Seitenrichtung unb macht ben ©ebrauch einer
ftichtlatte überflüffig. Beim 21 cm ÜRörfer wirb auf ben fRichttreiS
ein Bifierfernrohr aufgefegt, vermittels beffen Berichtigungen um ein«
gelne ©ed)gehntel genommen werben fönnen. Die (Seitenrichtung wirb
Von allen nicht mit fjrernrohrauffag
verfehenen ©efdfügen ber fjufj«
artiUerie faft auSföließlid) mit bem
fRichtfreiS genommen unb Berich«
tigungen mit feiner $ilfe auSge«
fügrt
Der auf ein „©inheitSgeftell"
gefegte iRichtfreiS bient auch Mu«
beim Schienen auS verbectter «Stel-
lung bie <Sef$üge in bie 1. fRich«
tung „Schußrichtung" gu ftellen.
(Bilb 174.)
@r wirb mit bem auf 0 geftell«
ten Bifierlineal (Leitung beS ÄreifeS
nach rechts) nach bem Biel ein«
gerichtet unb baS fRichttreiSlager
feftgefcgraubt. Dann wirb baS Lineal
fo lange gebreht, bis feine Bifier«
linie ben fIRittetyunft beS auf bem
©efcgfig befinblidjen fRichtfreifeS
(Teilung nach lintS), ber burch Seiten^
gewehr ober fticgtlatte beutlich er«
tennbar gemacht wirb, fdjneibet. Der
hierbei fidj ergebenbe SBinfel a, ge»
tennjeichnet burch e'ne SRidjtfreiS«
gahl, g. B. 2450, wirb bem ®efdjüg«
führer übermittelt, ber feinen ®e«
fdjügrichttreiS auf bie gleiche ßahl
einftellt unb baS ©efchüg folange
feitlicg bewegen lägt, bid bie Bifier«
linie feine« iRichttreifeS bie Slchfe
beS SinheitSgefteUS fcgneibet.
Qft bieS ber $atl, bann muß bie 92ullinie beS ©efcgügrichttreifeS,
bie gleid)laufenb gur (Seelenachfe ift, auch gleichlaufenb gur Dichtung
nach ben> liegen, ba bie Sßintel a unb ai Sßechfelwinfel finb.
Bilb 174.
Berroenbung be8 9H$ttreife3 jum
9?ef)tnen ber Sdjuferidjtung.
B == 9atteriericf)tt«iä.
G = ®ejdjüfcricbttrei8.
Z?S = Seitlicher Bbftanb.
«79
264
Sie (Sefchitytohre.
Um ba« .giel ju treffen, mufj bann noch ber [entrechte feitlidp
Sbftanb bed ©efdjüfce« non ber mit bem Batterie'fRidjttrei« genommenen
Stiftung, BS, berütffidjtigt »erben.
«80 Sinb bie Qeföifye non ber 1. Stellung bed Öatterie-Hlidjtfreifed
nicht gu fe^en, fo muff burd) ein« ober mehrmalige« Übertragen bie
Sdjufjridjtung in bie Batterie gebracht »erben.
fRadjbem fo bie Schußrichtung feftgelegt ift, »irb mit bem ©efchfif}«
richtfrei« ein SRidjtpunft (möglidjft ein entfernter, fcQarf fidj abhebenber
^ßunlt nahe ber Sdjußridjtung, nötigenfalls fRidjtlatte uf».) angefchnitten
unb bie hierbei gewonnene fRichttreiSjahl bem ferneren Sdjießen bei
Berichtigungen ber ©eitenrichtung jugrunbe gelegt.
Sie Richtf taten. (Sgl. auch 3. 676.)
«81 Sie finb jroei an ber Safette angebrachte Rlechftreifen mit SRefftngbelag,
bie roinlelredjt jur Seelenachfe unter ber Safettenachfe unb am Safettenfchroanj fo
befeftigt ftnb, baß fie, für ben gebrauch heruntergetlappt, auf ber Rettung aufliegen.
Sie tragen eine ©rabeinteilung in Sechjehntefe®raben unb finb von rech» nach
linte mit ßiff^n »erfefjen; bie Setbinbungblinie gleichet ©rabjahlen ift gleich«
laufenb mit ber Seelenachfe.
SBirb nun eine Sichtung auf ber Rettung burch aufgenagelte Richtplatten ober
Riechfireifen ober auf bem getoachfenen Roben burch eine aubgefpannte Schnur be=
jeichnet, fo tann man mit $ilfe bet Stalen bie Seelenachfe unter einem beliebigen
SBintel ju biefer Richtung fteUen.
Sie Richtftalen werben nut im Rotfall, wenn bie Richtung nicht mit bem
Richttre» genommen roerben tann, oemenbet
B. tttueße «Sefdjü^e.
«82 Bei ihnen ftnb bie jum Zehnten ber [Richtung beim unmittel«
baren unb mittelbaren [Richten notmenbigen Wtittel in einem 9luffafe
vereinigt, ber gum genauen Slnbifieren be« giel« nod) mit einem $ern«
rohr »erfehen ift — fjernrohrauffafc.
«88 Bei Steilfeuergefdjiifcen trägt bie mehrfach gebrochene Huffafeftange
bie ffir jebe ftabung paffenbe 3Reterteilung unb bajugeljörige Seiten«
berfdjiebung.
«84 ®aS [Rehmen ber $öhenridjtung gefdjieht entmeber unmittelbar,
»obei bie optifdje Slchfe be« Fernrohre« (bei mit fRull geftelttem 2luf«
fafc gleidhlaufenb jur Seelenachfe) bie Bifierlinie bilbet (ein Äorn ift
alfo fiberflfiffig), ober mittelbar mit $i(fe einer oben angebrachten
$)ofen»age mit Suftblafe. $)iefe bient auch gleichseitig jur fßrfifung
bjto. Berichtigung be« fchiefen JRäberftanbe«, ober e« ift ffir biefen
3»ecf noch eine befonbere Sibelte borhanben.
Die geibtanone 96 n/A.
265
Ein mit bem 2Iuffafe verbunbener ßiichtfreid (Seilfcheibe) ermöglicht 686
bie feitlidje {Richtung ringsherum nach einem ^ilfdgiel gu nehmen.
(Sin befonberer Bifierf«hiebet ift nicht notwenbig; bie auf bem Stuffaf}
verzeichnete fcljußtafelmäßige ©eitenverf^iebung unb bie Berichtigungen
bet «Seitenrichtung werben mit $ilfe bed SRichttreifed genommen.
“Eiefe Sluffäfce, bei benen bie Erhöhung unb Äudfchaltung bed 686
fchiefen ßläberftanbed burch Einfpielen einer ober gweier Suftblafen
gefleht, bei benen bie Seitenrichtung genau bid auf 716° vermittels
bed f^abentreuged im Fernrohr eingefteßt wirb, fteßen eine außer*
orbentlidj h°he Bervoßfommnung ber Suchtmittel bar, burch bi* b'e
Ereffgenauigfeit unb fjeuergefchwinbigleit gang bebeutenb gefteigert
worben ift.
(Beifpiel eined gernrohrauffafced f. $. 724.)
Beim «Schießen aud verbecfter Stellung ift bad «Stetten ber ®e» 687
fchflfee in bie «Schußrichtung burch Einführung bed Buffolenricht«
treifed wefentlich einfacher unb fd^neßer geworben.
£er Buffolenrichttreid ift eine Berbinbung von SRichtfreid (Ein*
teilung wie bie Seilftheibe bed fjfcrnrohrauffafeed) unb Buffoie; er ift
gum SInfchneiben bed 9ti«htpunfted unb ber gernrohrauffäfce mit einem
Bifierfernrohr verfehen.
«Sein $auptvorteil befteht, abgefehen von ber größeren ©enauig«
feit ber Teilung, barin, baß bie «Sdjußrichtung burch ben von ber
{Richtung nach ^em Siel (D^er fflichtpunft) unb ber SRorbnabel ge*
bilbeten SBintel genau feftgelegt unb ohne Übertragung in bie Batterie
gebraut werben lann.
B. ®ic SRohre, SJcrfdjlüffe unb ber
hanptfäd)lid)ften beutfrfjen ®efd)ä£e. •
Sorbemerfung: biefer (Stoff jum grofjen Xeil in „9htr für ben 2)ienft«
gebrauch" beftimmten $ienftootfc$riften enthalten ift, fo finb nur folcfje Angaben
aufgenommen, bie in beutf$en Süttern unb 3eitf griffen bereits oeröffentlicbt finb.
$ie betreffenben $ienftoorfdjriften finb jeüeSmal namhaft gemacht.
1. Sie ^elbfanone 96 n/A. (F. K. 96 n/A., Reichen >|> [f^elbgefchüfc]).
Bilb 175.
(Jlacf) 9BernigbXrau$ „Dienftunterridrt". 9tad|trag. Serlin 1908. «S. ®. SRittler
unb So^n. Jläbere ®eftf)retbung in: „Daä §ett>artiUeries$iateri«t 96 n/A.")
£)ad Stohr.
SDlantelrohr von 2,1 m = 27,3 ©urchmeffern Sänge. Ed befteht 688
aud bem Sernrohr (A), bem Biantelrohr (B) mit bem ßtohrhalter (C),
bem £)ecfring (D) unb 3 ßlohrflauen (F).
266
Sie ®ef<$üfcrot)re.
©a« Puffere. (®ilb 176.)
«89
©a« fternro^r wirb außen vor ber mittleren fRofjrtlaue fidjtbar
unb enbet vom in ber {entrecht abgef$nittenen -KünbungSflädje. hinten
ragt ba« Sternrohr, gleid)»
falls {entrecht abge«
fdßnitten, ein wenig in
ba« Steilloch hinein.
Über ben Hinteren Seil
be« Sternrohr« ift bi«
faft an bie mittterefRoljr»
Kaue Ijeran ba« SRantel«
rohr gejogen. ®eibe
{Rohre finb burch ben
vom am SRantelrohr
aufgefdjraubten ©ed«
ring (D) verbunben.
Über ba« {Rohr finb
ferner bie 3fRohrtlauen
(E) gejogen, bie ba«
{Rohr beim 3urüd* unb
$org(eiten auf ben ©leit«
bahnen führen.
©ie vorbere {Rohr«
flaue trägt ben 9Hd)t«
ftift (f), ber in 93er«
binbung mit ber hinten
auf bem {Rohre befinb«
liehen {Rohrfintme (c)
al«$ilf«mittel jumfRidj«
ten bienen foU, wenn bie
übrigen {Richtmittel un«
brauchbar geworben finb.
©iefRoIjrllauen(E)
greifen um bie ©leit«
bahn en ber ©berlafette.
$n i^ren tlauenförmigen
Seil ift ein bronzener
©leitfd)ul) eingefdfraubt; ©dpnierlöcfjer, bie burd) ©c^u^febern (g)
gegen 93erfd|mufeung gefdjüfct werben, ermöglichen ba« ©nfetten ber ©leit«
bahnen, ©a« f^ütlftiid jur vorberen fRolpflaue (i) unb bie beiben
Sie ^elbtanone 96 n/A.
267
hinteren 3-üUftücfe (f. x, ®ilb 177) füllen bad Einbringen Von ©taub
jmifcfjen bie (Gleitbahnen verhüten, (Enblich finb jum ©chufce ber
(Gleitbahnen bie feitlichen ©djubbleche (h) angestaubt, bie von ber
vorberen Stohrllaue bid jur IBobenfläche bed Slohred reichen unb jur
Slbbichtung, jugteich ald ©chntiertiffen, fjiljeinlagen ^aben. ©ie
Riegen jwifdjen ©thuhbledjen, ftohr« unb (Gleitfchuhen finb jur 33er»
hütung bed (Einbringend von ^euchtigteit mit ©lafertitt audgefüllt.
Sifi) 176.
Siotjr ber F. K. 96 n/A.
Unter bem 93erfd)l ufjftiicf (a)
»ilb 177.
befinbet fich b«1 SRvhrhalter (C),
ber mit bem Sremdjhlinber feft
verbunben ift.
(Einfdjnitte unb JBejeich«
nungen: Stuf ber oberen (£lä<$e
bed 23erfchlufiftücfed ift ein SSinfel
jur ^Bezeichnung ber äßinfelmeffer«
ebene unb eine Sinie gleidjlaufenb
jur ©eelenachfe eingeriffen. ©iefe
ßinie fefct fich auf ber mittleren
9lohrflaue unb bem vorberen fRohr»
enbe fort. (Gleidjlaufenbe Linien
befinben fich auf ber regten unb
linten ©eite bed dtohred. Äurje
Linien auf ben IRohrttauen mit
fjrortfehung auf bem 9lohr felbft
füllen eine etwaige S3erfcf)iebung ber
Wohrtlauen tenntlich machen. (Ein
fentrechter unb ein wagerechter ©trief)
auf ber 38oben> unb SRünbungdfläche
Sobenfläc^e mit 9to$rl)alter.
c
geben bie Sage ber ©eelenachfe
an Stuf ber Sobenfläche bie üblichen Sejeichnungen; auf bem SRohr
$ol)eitdjeichen.
268
Die @efc^ü|to^re.
©ad innere.
690 ©egogener ©eil, ©urdjmeffer 7,7 cm, 32 gletdjlaufenbe $üge,
guneljmenber ©raß; ©rattwinlel 4° bid 7,30 = 45 bid 25 ©urdjmeffer
©rallänge.
©er glatte ©eil nimmt ben hinteren ©eil bed ©efdjoffed unb bie
flartufdje ober bie fffelbpatrone auf. (Sichre 96 alter fcrt finb jur
Aufnahme ber (enteren nadjgebotjrt.) ©ad ©efdjofj legt fidj mit
feinem f^fihringdring gegen ben Übergangdlegel vom glatten jum
gezogenen ©eil, fo bafj ed mit feinem vorberen längeren ©eit im ge«
jogenen ©eil liegt ©er hintere Slnfah bed flernroljrd (o) bient ald
Anlage für ben ©obenranb ber flartufdje ober ber gelbpatrone. ©er
obere unb untere 8tanb biefed Änfafced ift abgefladjt, bamit bie flrallen
bed Jtadwerferd unter ben 9?anb ber flartufdje greifen lönnen.
©ad fentredjt jur fRoljrfeele laufenbe viertantige fleilloch (b)
nimmt ben ©erfdjlufj auf. ©eine vorbere fläche fteljt {entrecht jur
©eelenadjfe unb ljat rechtd bad Sager für bie ©reljwulft bed 3lud«
werferd. ©ie Hintere Steillodjflädje, Snlageflfidje für ben ©erfdjlufjleil,
fteljt fdjräg jur vorberen, fo bag bad fleillodj rechtd breiter ald lintd
ift. 3n bet SRitte iljred oberen fRanbed befinbet fich eine Sludfparung,
in bie bei gefdjloffenem SSerfd^luB ber ©leitljebel eingreift, woburdj ber
©erfdjlufj Verriegelt wirb. Sine jtoeite Sludfparung redjtd nimmt beim
$eraudne!jmen bed ©erfdjluffed ben Sleitljebel auf. äuf ber oberen
unb unteren fleillochflädje befinbet fidj je eine fjführungdleifte (p), bie
ber Hinteren fteitlodjflädje gleichlaufend ift unb mit ihrer hinteren
flaute ben ©erfdjlufj führt. ©ie obere fffüljrungdleifte ift an ber redjten
©eite für ben ©leitljebel audgefdjnitten.
©er SJerfdjlufj.
(innere Einrichtung f. „Dad fJelbartilletiesSRaterial 96 n/A. III").
691 ©leitljebelverfdjlufj (t£ladj!eil«<Sdjnellfeuerverfdjluf;). Sr enthält
bie Spann«, Slbjugd«, ©idjerungd« unb Studwerfevorridjtung.
Qu bie vorbere Äeilflädje ift bie (Stahlplatte eingelaffen, bie
bem ©oben ber flartufdjljülfe (patronenljülfe) ald SBiberlager bient;
burch ihre mittlere ©urdjboljrung fdjlägt bie ©djlagbotgenfpifee beim
Sbjieljen in bad ßünbhütdjen ber flartufdje (Patrone).
©er ©erfdjlufj hat einen SBieberabfpannabgug, b. h- einen
Hbgug, bei bem bad Slbjiehen beliebig oft ivieberholt werben lann,
ohne bafj ber ©erfdjlufj ganj ober teilweife geöffnet ju Werben braucht,
©urch träftigen 3U9 am Slb^ugdgriff wirb bie bereitd vorhanbene
3>ie felgte gelb^aubi^e.
269
Keine ©orfpannung berboHfiänbigt unb bann bie Sdjlagboljenfeber
freigegeben, fo baß fie ben Schlagbolzen nafy born gegen bie ftartuf$e
fdjnellt.
(Ein unbeabfichtigted Sbfeuem berljinbert bie ©icherungdbor*
ridjtung, bie fidjert, wenn bad SCBort „Sicher" leferedjt fleht. $n
biefer Stellung berhinbert fie auch ein Öffnen bed ®erf<hluffed. ®runb*
ffigli^ ift beim fjfahten unb bei jeber Bewegung bed gelabenen
©efchüfced ju fidjern.
©ie Sudtoerfeborrichtung entfernt nach bem Sd)uß bie
ftartuf<$fiife and bem ffloip fetbfttätig burd) trfiftiged Öffnen bed
SBerfdjluffed.
$ur $anbl?abung bed SSerfdjluffed umfaßt man ben ®riff
ber fiurbel berart, baß bie Sperrflinte in ben ®riff gebrüdt toirb.
©urdj eine $albe 9te$tdbre$ung ber Sturbel wirb bann ber SSerfchluß
geöffnet. ©ad Schließen erfolgt burd) eine entgegengefegte ©rehung
ber Sturbel.
2. Die leichte $elbhanbige (1. F. H., Seichen J ), (^elbgefchüg).
(9lag ,,®a« 5eQgaubiV.3»aieriaI 98" III.)
©ad »loht («üb 178 bid 182).
SWantelrohr bon 1,25 m = ll,9 ©urchmeffern »finge unb 490kg 692
©eloidjt (mit SJerfdjluß unb Sahnbogen).
(Ed befielt aud bem Sternrohr A, »el^ed bid jur borberen Steil*
lochflfidje reicht unb hinten ettoad überfteht, unb bem SDlantelrohr B,
ioelched bad ganje Sternrohr umfchliefjt unb hinten bad SBerfchlufiftficf
bilbet.
©ad Süßere (8ilb 178 bid 180).
C langed $elb, toaljenförmig, born SDlunbfriefe unb D bier* 696
tantiged SJerfchlufjfliict, Stauten abgerunbet; oben $oheitdjei(hen.
Sm langen $elb biertantige <Schilbgapfenfd)eiben unb ©chilb«
japfen b mit SBunben, jur (Erleichterung tegelförmig audgebohrt. Stuf
rechter ©chilbjapfenfcheibe Storntrfiger c.
SSorn, nahe ber SDlunbfriefe, hier Stifte e jum gehalten ber
»lichtflfiche.
Unten Slnfafe d jum löefeftigen bed 3«hnbogend.
Sn linier Seite bed ^erf^lußftiicfd oben unb unten Seiften g mit
»luten für ben SJerfdjtufjrahmen, an ber oberen burchbohrter Snfag p
für beffen $altefchraube. SBerf^tußrahmen foU SBerfdhmugung bed
SSerfchluffed berhinbern.
270
Xie
Sin Sobenfläcfje redjtd oben fc^matbenf^wanjforiniger SuSfdpntt
ffir bad Stoff afcgebanfe; banmter eine Sftf^rägnng ffir bie Stoffabftange.
Sin rerfjter gläcfje in $ölje ber borberen Reillochfläche Stodboljining j
ffir $anbtyabnng bed Sdjieberd unb »eiter vorn Stoß ffir bie Stofe ber
©perrflinfe.
»ilb 178.
a SRunbfriefe. b Schilbgapfen. c Bornträger. e Stifte für bie ftichtfläche. g Seifte
für Serfchlu&rahmen. h Soch baju. i Soch für bie Sefeftigungdfcbraube bed SUif*
fa$gehäufed. k Sager für bie SeitmeUe. j (Sinfchnitt für ben Schieber. I Sohrung
für bie SlbjugdroeHe. m SHdjtbogenlager.
«ilb 179.
Tod floh*.
Slnficht non lintd; ber gezogene Teil (entrecht bunhfchnitten.
A Bernrohr. B SKontelrohr. c Bornträger. D Serfchlufeftücf. d Slnfab für ben
^ahnbogen. n (Rogener Teil, o übergangefegel. p Barhtfchraum. q ®ots
ftehenber Stanb bed Bemrohred. r Beilloch, «e ^ührungöleiften. t Sabeloch.
f Bloben.
üben äudfdjnitt k ffir bie Veitwetlenmutter mit Sctyraubento^ ffir
$attefd?raube. Daneben ©djraubenlodj ffir ben ®renjftift. ©otyrung 1
für bie äbjugdmefle, m Sager ffir ben Slidjtbogen. Unten Kloben f
mit j»ei fflacfen gur Sfafna^me bed SRofyrfjalterd.
2luf bem fRo^r $o^eitdjei$en unb bie fiblidjen ©ejei^nungen.
»Ub 180.
$a£ SRoljr mit 3Qtynbogen.
(3Infi$t von [inte fjinten, ohne ^erfc^rug.)
C’ Stangeä Selb.
b Mfrfjrägung für bie 9luffn^
ftange.
Ih 9(b$ugftürf.
E Sluffnfcgeijäufe.
e Stifte für bie 3Hc$tfläcf)c.
ei fiibeüe.
b Schilbjapfen.
d $lnfa$ für ben 3ahn^°9en-
h g g Einrichtungen für ben
Serfchlugrahmen.
f Kloben ^um 9toh^haIter*
r Äeitfod}.
t Sabeloch.
g 93orfte(jenber 5TeiI beS Fernrohres.
« SliHe für bie SluSroerferroulft.
«i Slille für ben Stift ber Sabetlappe.
82 gührungöleifte.
272
Tic
fiälfod) r mit Sertiefnug für bie Tre^timß bed Sudtoerferd (s).
^fihnmgdleiftai (»}, gleidplaiifenb mit Hinterer firitfo$flä$e, gum
tytytai bed Serfdjlnffed. feabetodj (t), gum bequemeren Sahen Ser»
föfagftiuf ünfd audgefchnitten. Qn ber oberen fieiUodtfädp bie Seit-
toeßennmtter mit brei ®ewinbegängen für bad Seitweßeugenrinbe. —
feinte treidfärmige 9?ut si für ben gräbrangdboljen ber Sabeflappe. ^n
ber oberen fteillod)flädp fyalbtoatjenförnrige Sndbrefymg für feeitweße
mit bem rec^td anfdjliefjenben Cinfdjnitt für ben Serriegelungdbunb.
Beiter vorn Sager für bie Brme ber Bbgngdweße unb ber Beße jum
^wifchenftücf.
©er Serf^lnp (SUb 181, 182).
(Tie inneren Ginri^tungen ftnb fortgelaffen. Bä^ered F. EL M. 98, UL)
Mi <Jrla(^teil»S(^neßfeuerverf(^lug (feeitroeßenverfdjlufc) mit fetbfttätigem
Bildwerfer unb Sicherung gegen vorjeitiged Sbfeuern unb wiflfürüc^ed
fcffnen. ör erhält eine Spann«, Bbjngd«, Bildwerfer« unb Sidjerungd«
Vorrichtung.
Sifi> 181.
Ter Scrfdjlufc.
‘Bnpc^i non tufyte oom) ofjne Cfcifftebel, Gi^crungdboQen unb gnrif^enftiUt
A Steil. Ai @tablfutter.
O Sabeflappe.
a £bfa$ für bie JJübrungdleiften.
b Sahnen für ben Budmerfer.
ai Bnf4lagflä4e. c Buöfc^nitt
für ben Schieber, d Bnfdjlag-
leifle. as Tecfplatte. f Bud*
fdjnitt für bie SeitroeOe.
g Tur$bnt4. h So^rung für.
ben SapfcH ^cr Gi^erungdßinfe.
i ^cl^x für ben ©ic^erungd«
riegel, k SaEjn für bie Bafe
ber BperrUinfe. m Budfönitt
für bie SeitroeUe. o Binnen.
Steil (A). aibfaft a jur güfjrung im Steillodj, b Sahnen für
ben 9lu0werfer, c fentrechter 2luSfc^nitt jum (Sinfüljren be£ 2^;eberS.
Skdleifte d greift nach oben unb born über bie Seitfläche unb trügt
bie tecfplatte aj, welche, ben Schieber gabelartig umfaffenb, feine
2lu£bobrung im Sleiltodj nach unten abfchließt.
üben jum (Einfuhren ber Veitroelle ein freiSförmiger SluSfchnitt f.
Darüber ein SDlartenftrich für baS (Einfefcen unb ^erauönehmen ber
Veitroelfe.
Sie leiste gelbt)au6ige.
273
darunter ein redjtediger Studfönitt g, bet in bad Saget für bad
3wif<Zenftüd fi$rt. ©iefed Saget burdjbridjt bie vorbere Reilflädje in
bem SuSfönitt c jum (Entfilzten bed ®<Zieberd.
©ie mit jwei 9luten oerfeZene ©obrung h füt ben Qapfen bet
Si^erungdtlinte Zat an iZtem @nbe eine ringförmige (Erweiterung.
©ad Saget i für ben SüZerungdriegel Zat an einem (Enbe eine
©oZrung füt bie fieber unb ben Bapfen bed ©i^erungdriegeld. ©ber»
Zalb biefed Sagerd ift bad ©ort „Sicher“ eingeftZlagen. UnterZalb
bedfelben geZt bid an bie Zintete Reilflä^e eine tängti<$e ©aZn k für
bie "Jiafe ber ©perrflinte (beim ^erausneZmen ber Seitwette and bem
©erfdjlufj).
Son ber oberen Reilflädje aud füZrt üorn redjtd bie ©oZrung 1
für bie ©eile jum Bwif^enftfid nadj bem Sager für bad ßmiftZenflüd,
im oberen ©eil ber ©oZrung eine 9tut mit ringförmiger (Erweiterung
für bie 9Jafe ber ©eile.
Sift» 182.
Ter $crfd)luB mit fäut flirt) en Xcilen.
'Jlnfidjt von rechts vorn.
A Äeil. Ji €ta(jlfiitter. F Sßellc jum 3roU<^cnftüct. G 3roifc$enftücf.
K Sic^erungöflinfe. M SluSroerfer. A’ fieber. 0 fiabeflnppe mit oj gü^rungS*
boljen. P Seitroelle. Q Örifj^ebel. Qt ©perrflinfe.
©eiter rüdroärtd ein Zalbroaljenförmiger Sudf^nitt m für bie
Seitwelle, linfd mit einer ©Ortung für ben ßapfen ber Seittoelle unb
redjtd mit ben beiben ©ertiefungen für ben ©erriegelungdbunb unb ben
(Enbbunb ber Sehweite.
öerlin, SBaffenteftre. 2. ftufl.
18
974
Tie pwi Sünaca o fiafe wa ZäMlataga grftrtm, bex 9a*
aa ber fätwtSaautta oertri ia bab Sediat einpjajmi
9ttd)te pöttex eia SJtarfexftrxb für bie Stefixag bes Stäb pa ^eraab»
xdjmen beb Sdjicberb.
Sx ber Irrten Seite ift ber Seil frtibförmig axbgeabaitttn: biefer
ftibidpritt bilbet tm Sereix mit ber an ber arteten Sorte getadurtig
beteiligten tatodlawt O bob Vobefap; 911 xngebrnberten ®ewegxag
ber Zabtttawt neben ben ©elerföfen eine Stille.
Son ber SRitte ber hinteren Seilflädje aab gebt eine bürten bnr$
bie Sdftagbotjenftpranbe gefdjloffene Sopnmg für ben SrpIagboQen ia
ber Stiftung ber Seelenadjfe burdj ben Seit
3n bie borbere Seilflädje, fidj mit biefer bergleidjenb, ift bab
erfefcbare Staplfutter Ai mit Tnrdjboljrung für bie Spifce beb Sdftag»
boljenb eingefdjraubt.
Tab ünnfdjenftücf G übermittelt bie bon ben anberen ®erfdjlnB»
teilen erhaltene Bewegung auf bab Spannftfid unb biefeb auf ben
Sdjlagboljen.
Ter dubwerfer M foll mit feinen Srallen bie Sartnfdjljülfe nadj
hinten fdjleubern; N Sdjieber jum lubwerfer.
Tie Vabetlappe O ift burdj einen 23erbinbungöboljen gelertartig
mit bem Seil berbunben; nadj innen ift fie entfpredjenb bem Vabelod?
aubgerunbet. ot Jüljrungbboljen ber Vabetlappe.
Tie Sidjerungbflinte K berljinbert in Sidjerftellung eine Se«
wegung beb .Qrvifdjenftürfb unb beb l&riffljebetb Q; fie ift jum £>anb«
haben mit einem gereifelten ®riff berfeben; baneben ein Sorfprung
mit bem ©ort „Feuer“.
Ter (^riff^ebel <2 t?at eine «Sperrfttrte Qi, bie bei gefdjloffenem
©erfd^luft mit einer Slafe in eine fRaft am Sloljr eingreift; er ift mit
einer Stabe aufgeprefjt unb bient jur Bewegung ber Seitwelle P.
Tiefe liegt in bem Vager ber oberen Seilftädje unb fyat brei fteile
Sdjraubengänge, mit benen fie fi<^ in ber Veitwellenmutter bewegt.
Otigteit beb SSerfdjluffeb.
flüfl ®eim SBorbrücten ber ©perrttinfe Q( tritt ihre Stafe aub ber Staft
am Sto^r, ber (Mriffljebel (j tann lintb Ijerumgelegt werben. Seine
Bewegung teilt fidj ber Veitwelle mit, bie junäc^ft mit bem ®erriegelungb«
bmtb aub bem entfpredjenben 2lubfd)nitt tritt unb babei gleidjjeitig ben
Seil etwa« redjtb unb rüdwärtb bewegt. Tann tritt bie Veitwelle mit
tyrcit (^ewinben in bie Veitwellenmutter unb jieljt ben ®erfdj(ufi
beraub. Tiefe {Bewegung gebt wegen ber Steilheit ber ®ewinbe fe^r
Die leiste ^elb^aubige.
275
fdjnett toonftatten. 8lm (Enbe bet ©ewegung betommt bet 3tudwerfer
eine ©retjung unb wirft bie «gjütfe nach hinten; bie Sabettappe ift, ber
Bewegung bed ^ii^rungdbotjend in ber freidförmigen iRut fotgenb,
nach unten getreten; ber {Berfdjtuß ift in Sabefteltung.
©ie {Bewegung bed ©riffhebetd überträgt ficf) auf bad .ßwifdjen«
ftiid unb ©pannftüd unb fdjließtich auf ben ©djlagboljen.
{Beim ©dj liegen tritt ber Seit infolge bed $erumtegend bed
Oriffhebetd in bad Seiltodh, bie ßabetlappe tritt nach oben; im testen
Slugenblicf bed ©fließend Verriegelt ber SJerriegetungdbunb ben 33er«
fdjluß. ©ie innen gekannten ©eite werben burch bad ßuriidgiehen bed
auf bem SSerfchlußftiicf befmbtidjen ilbjugdftiided in ©ätigteit gefegt
unb fo bad SIbjiehen bewirft. (iRäljered in „©ad F. H. M. 98“ III.)
©ad «Sinern gefdjieht baburdj, baß man auf ben Snopf bed
©idjerungdriegeld briidt unb gleichzeitig bie ©icherungdflinte redjtd
berumlegt. $ierburch wirb bad am Seil befmblidje, Vorher berbedte
©ort „Sicher“ tedbar (®ilb 181); bann wirb ber Snopf wieber tod»
gelaffen. ©ie ©icherungdflinte »erhinbert jefct eine {Bewegung bed
(Sriffhebetd; bad ©ort „Feuer“ auf ber Stinte ift von ber {Rabe bed
festeren berbedt.
©er große f^ortfdjritt in ber (Einrichtung bed Seitwetlen* 097
toerfdjluffed befteljt barin, baß nicht ein $erumbrehen ber Surbet
unb $eraudjiehen bed Seild, atfo jwei {Bewegungen, notwenbig finb,
fonbern baß burch ein einfadjed $erumtegen bed ©riffhebeld fowoht
bad Öffnen ald auch <Sd)liegen unb {ßerriegetn bed tBerfdjluffed
bewirft Wirb; bie ^euergefchwinbigfeit ift erhöht.
©ie Suchtmittel.
©eite: Sorn, Stuffafcgehäufe, Sluffafc, SRidjtbogen, fRichtftäche, 698
{Richtlatte.
©ad ftätjlerne Sorn ift in ben Sornträger c (®ilb 178, 180) an 699
ber rechten ©eite eingefdjraubt, linfd baneben Angabe ber Sornhötje.
31 uffah9ehäufe. ©eile: ^iihrungdftiid, Stuffafctaften, ©chwent« 700
Vorrichtung, Cibellenftiid, ©chnedentrieb. ©ad ^iihrungdftiid ift mit
bem Stoßr toerbunben unb bient junt ©dementen bed Stuffafctaftend.
hinten linfd {entrechte SRarte; fleht linte Sante bed Sluffaptaftend auf
biefem ©trich, fo fteht 3luffafc gleichlaufenb jur {entrechten (Ebene burch.
bie ©eetenadjfe.
©er Sluffafetaften nimmt Sluffafcftange auf. ©ie ift nicht fchräg
geftettt, ba bei ben toerfchieben ferneren ©efchoffen ber 1. F. H. bie
ftänbige Seitenabweichung auf gleichen (Entfernungen toerfchieben ift. —
18»
276
Tie
Die Seitenmänbe bed äuffa^faftene bienen als ^blefetanteu ffir bie
Teilungen ber Wutfafcflange.
Ter Surfa^taften ift vermittels ber Schwenfoorrichtung in fenf-
rechter Dichtung um einen Trebjapfen fdjmentbar, um ben [(biefen
{Räberftanb, ber fi<b bei einem Steilfeuergefchüp mit langfam fliegenben
<&ef<boffen befonberd ungänftig bemerfbar macht, audfcbalten gu lönnen.
Die fentrecbte Stellung bed Suffafced mirb burtb eine oben quer jur
Seelenachfe im Sibellenftüd angebrachte Libelle e1 (Silb 180) geprüft
unb nötigenfalls burtb Sdpventung bed üuffaptaftend berichtigt.
701 Der 3uf[ab beftebt aud ber Suffabftange unb ber Sifier«
Vorrichtung. Grftere ift treisbogenförmig unb mirb burch ben Sdfneden*
trieb auf- unb abmärtd bemegt. Der Schnedentrieb bient jum Stellen
bed Suffaged, in beffen gejahnte Stange er eingreift: Semegung
burch bie Trandportfcheibe. ßur Sudfcbaltung bed Schnedentriebed, fo
bafj bie Sluffafeftange mit ber $anb {teilbar mirb, bient bad Schalt«
ftficf. {Recbtd trägt fie bie ÜReterteilung für Schrapnells, bejeichnet
mit Sehr., linfS für bie ©ranaten, bejeichnet mit Gr. ®eibe von 50 ju
50 m mit Teilftrichen verfehenen (Einteilungen reichen von 100 bid
5900 m. 'lieben ben Teilftrichen ift mit rechtmintlig baju ftehenben
ßal/len bie fchugtafelmäßige Seitenverfchiebung angegeben.
Ta bie f^merere ©ranate bei gleicher Vabung unb (Entfernung
mehr (Erhöhung braucht, fo reicht ihre (Einteilung bebeutenb »eiter nach
unten. Die (Einteilungen geben bie (Erhöhungen unb bie Seiten-
verfchiebungen für bad Schießen mit ber ganjen (flärtften) Labung an.
702 Die IBifiereinrichtung befteht aud einer oben an ber Sluffafc«
ftange angebrachten Qührungdhütfe, bie eine von 0 bid 150, Von 2 ju
2 reidjenbe (Einteilung trägt; ein Teilftridj gleich ’/»«<* ber SBifier»
linie; 'Jiiillpuntt Teilftridj 35. Qn ber Qührungdhülfe ift ber SJifier«
fdjieber vermittels eines Triebes bemeglich; feine rechte Sante ift bie
Slblefetante für bie Seitenverfchiebung, feine obere bie ffir ben Buffafc»
fdjieber.
Qm Sßifierfchieber ift ber Sluffafcfchieber burch einen Qahntrieb
Vermittels eines Knebels in fentrechter {Richtung bemeglich, feine obere
ftante trägt bie fßifiertimme. Stinten hat er eine (Einteilung von 0
nach °ben bis 4, nach unten bid 6 reichenb; jmei Teilftriche = */i«°.
703 (Gebrauch bed Sluffahed. Der Shiffafc tann nur für ben fo»
genannten Qladjbahnichufj, b. h- bad Sdjiefjen mit ber flärtften Labung,
gebraucht merben, alfo befonberd für bad Schrapnellfchiefjen gegen
fidjtbare Qiele. Unftimmigteiten jmifchen Qlugbahn unb ©rennbauer
bed Qünberd merben burch ben 2luffafcfchieber ausgeglichen. 1 Teil»
Tie leiste Jelbtjaubifce.
277
ftridj = wa« auf 2000 bi« 3000 m bie Schußweite um 50 m
änbert.
©a aber bie Hauptaufgabe ber 1. F. H. ba« Sefchießeit bon (Sin«
bedungen im Sogenfchufi mit Keiner Sabung fein foll, fo ifl bie Ser-
wenbitug be« Suffafce« befc^räntt ©ie Erhöhung muff baljer in
Sßinfeln genommen »erben. Hiergu bient ber Lichtbogen 98.
©er Lichtbogen 98.
©er Lichtbogen befteht au«: bem Qfufj mit Seitfdfraube, bem 704
Sogenftiid, bem Sdjlitten mit Stellfchraube unb Slemmflüd, bem St«
beUenftüd unb ber ©ciebborridftung.
©er fjfufj ifl im unteren ©eil gum (Sinfdfieben be« Lichtbogen«
in ba« Sager am Lohr fchwalbenfch.wangförmig geftaltet. 2ln ber
linten Seite befinbet fich bie bon 5 gu 5 bi« 60 bezifferte Qfelänbe«
Wintelteilung. ©ie 9lu«einanberftellung gweier ©eile entfpridjt 3/ie°.
©eilftrid) 30 ift LuUftellnng biefer ©eilung. ©arunter ftetyt bie Se»
Zeichnung „Geländewinkel“. @in int ftufj befinblidfer ©rieb bient
gur Sewegung be« Sogenftüd«.
©a« Sogenftüd befteht au« bem g'ütjrungSftücf unb bem
{Bogen. Sm erflen unten ber Sßfeilftrich gum (Sinftetlen ber ©elänbe«
tointelteilung.
©er Sogen trägt auf feiner oberen fjflädje eine SLeterteilung für
(Granaten, recht« eine foldje für Schrapnell« unb lint« eine ®rab«
einteilung. Sefctere reicht bon 0 bi« 55°, bie SLeterteilungen bon 100
bi« 5900 m.
Stuf bem Sogen bewegt fich ^er Schlitten. @r bilbet mit feiner
hinteren Staute bie Sblefefante ber ©ranatteilung. Sin ber redeten
Seite be« Schlitten« befinbet fich «u Wilflri<h 3uin ©infteHen ber
Schrapnellteilung. Oben hat ber Schlitten eine bon 0 nach recht«
unb lint« bi« 12 gehenbe ©eilung gum Höher’ unb ©teferlegen ber
Sprengpuntte, an ben Seiten mit „höh«" bgw. „tiefer" bezeichnet,
©ie Su«einanberfteUung ber ©eilflriche ift = ’/ib°.
Sn ber linten Seite be« Schlitten« befinbet fich e*n Loniu«, ber
ein (SinfteUen bi« gu ’/ie° geftattet. Sermittel« be« Rlemmftüd« mit
Stnebel wirb ber Schlitten ungefähr eingefteUt; bie feinere (SinfteUung
bewirft eine im $(emmflüd fich beWegenbe ©riebfdjraube.
©a« Sibellenftüd ift mittel« eine« ßahntriebe« im Schlitten
beweglich unb trägt bie SibeUe. ©ben hat & e'nen Steg unb auf
ihm einen Sßfeilftrich gum Sinftellen ber ©eilung be« Schlitten«.
©ie ©rehung be« ©riebe« um einen 3ahn »erfchiebt ba« SibeUen«
ftfid um einen ©eilftridj.
278
Sie ®efäü|)W^re.
(gebrauch bed SRidjtbogend.
70& ®r Wirb immer beim SBogenfdfufj benußt, wenn alfo bie Er«
höljung in ®raben befohlen wirb; ferner wenn bei Angabe ber Ent«
fernung in SRetern bad Siel fdflecht ober gar nicht fidftbar ift.
@8 fei g. befohlen „IBogenfdjufj! 2800!" ©er ßugfüljrer be*
fiehlt barauf „3. Sabung! 2813! 67!" ftanonier 2 ftellt nun nach
Söfung bed Slemmftücfd bie 0 auf ber linten ©eite bed ©drittens
auf 28°, zieht ben Sbiebel an unb bringt burch ©reifen an ber ©teil»
fdfraube ben 13. ©eitftrich bed iRoniud zum Einfpielen auf ben nädfft
höheren ©eilftrich ber ®rabteilung.
©ie befohlene ©eitenverfdfiebung 67 wirb mit bem 2luffah ge«
nontmen, nadfbem biefer auf bie ber Erhöhung 2813 am SRidftbogen
abjutefenbe Entfernnngdzalfl geftetlt ift. ©ann wirb mit bem SRicht«
bogen bem JRohr bie Erhöhung gegeben.
Ein burch 5D?effen ober ©dfäfcung gefunbener ®elänbewinlel
wirb burch Einftellen bed ^feilftrichd an ber ®elänbewinlelteilung
audgefdfaltet.
©ie «Richtfläche (®ilb 183).
706 ©ie ift eine rechteckige ‘Platte, bie nahe ben fdfmalen ©eiten je
einen ®rabbogen mit Einteilung von 0 bid 30 unb von 30 bid 60
trägt, ©ie ®rabftriche finb von 10 ju 10 mit Siffern bezeichnet.
Sifo 183.
93ifurHappen nicbergcfegt 1:1.
Ein SBifierlineal mit jwei umlegbaren SSifierftappen, beren eine
am Enbe ein fjaben«, bie anbere ein ftimmenvifier hat iß um bie
üRitte einer langen Saute brelfbar unb Tann mit einer ©tellfdfraube
feftgeftellt werben; bad Sineal hat an jeber ©eite einen Seiger.
©ie JRidftfläche tann burch ätoe* i« ber glatte befinbliche 8ödfer
auf ben entfprechenben ©tiften bed IRohred fo aufgefefet werben, baff
ihre lange ©eite gleichtaufenb ober rechtwinllig jur ©eelenachfe fleht.
Die fernere ^elbhaubtye 02.
279
£)ie Oiidjtflädje bient bagu, bet nicht ft^tbarem Biel bie erfte Seiten« 707
ridjtung beS ®efd)üheS feftgulegen. £)iergu roirb, nachbem bem ©efd^üfe
bie ungefähre Stiftung gegeben ift, bie fRichtfläche aufgefefet unb baS
Bifierlineal nad) bem befohlenen $ilfSgiel eingerichtet.
Befinbet fid) festeres vorroärtS ober rücfroärtS, fo roirb bie Sticht«
fläche mit ihrer langen ©eite ber Seelenachfe gleichlaufend befinbet eS
fich feittoärtS, rechtmintlig gu ihr geftellt. Das Bifiertineal roirb auf
ben bem Beiger gunäChft liegenben SeilftriCh feftgefchraubt.
Siegt bei biefer SRid)tung ber erfte Schuf? außerhalb beS 3*^'
raumes, fo roirb ffir fämtli^e ©efdjfifce eine Berichtigung befohlen, bis
ein Schuß innerhalb beS BielraumeS liegt. 1° ber Stidftfläche verlegt
ben Sreffpuntt auf ettoa 3000 m um 50 m.
©eitere Berichtigungen nach ber Seite finben gefchfifcroeife fo
lange ftatt, bis färntlidje Schöffe im Bielraum liegen unb baS geuer
über bie gange Breite beS BieleS verteilt ift.
Qefct roirb ber ®efd)ühftanb, meift burch groei mit ber Spifce an
bie äußere Seite ber fRäber gelegte Seitengetoeljre bezeichnet unb bie
fRichtlatte, eine hölgerne, mit eifernem Schuh gum @infteden ver«
fehene Stange, etroa 10 Schritt hinter bem Safettenf^roang fo auf«
geftellt, baß fie in ber rficfroärtigen Berlängerung ber Bifierlinie beS
vermittels ber Stichtflä^e eingerichteten ©efchfifceS fteht. Sie bilbet
nun baS $ilfSgiel, vermittels beffen man über Stom unb Bifier nach
rfidroärts bie Seitenrichtung nimmt unb ihre notroenbigen Berichti«
gungen ausführt.
iReuerbingS ift ein vereinfachtes unb verbefferteS StiChtgerät
(BuffolenriChtfläche) eingeführt.
3. Sie fChmere Jelbhoubihe 02. (s. F. H. 02; 3^™ f )
(©efdjfih ber ferneren Artillerie beS fJelbljeereS unb ber BetagerungS«
artiHerie.)
SdjilbgapfenlofeS 81 oh*,*) aus SRantel unb Seelenrohr beftehenb, 708
bie burch einen ®edring gufammengehatten toerben. (Dralltoin!el
6° — 13° = 30 — 14 Durdjmeffer ©rallänge.) **)
Sn groei Slauenringen befinben fich bie QrülFnngSllauen gur Ber«
binbung von fRohr unb ©iege unb gur Rührung beS fRoßreS auf ber
©teitbahn ber ©iege.
♦) Cinjelheiten ber <5inricf)tung f. SSonberoorfchriften f. b. fjufjart „M", Sie
ftfjroere Selb^aubije 02.
**) Hriegäf<hu(leitfaben, 12. Auflage, S. 27.
280
Xie Cfcfdjügro!;«.
Serbinbung bed fRobred mit bet 9lobrbremfe burd; einen fRohr«
anfafc
äufjerlidj unterfdjeibet man bad viertantige Serfdjlngftücf, bad
hinten walgen«, vom tegelförmige URittelftüd unb bad hinten waljen«,
fonft tegelförmige lange gelb.
8uf bem Serfdjlufjftüd befinben fidj: Quabrantenebene mit 3 ©renj«
fdjrauben, 3 Stifte für ben fRidjttreid unb ©renjfdjraube jur Se«
grenjung ber ©ewegung bed abjugdftüdd.
2luf ber vorberen glädje ber Slauenringe ift jum fRehmen ber
groben Seitenridjtung eine fßifiereinridjtung, befteljenb aud Sifier unb
Rom, angebracht.
Der fRaum jwifchen fRohr unb SJiege ift vom unb an ben Seiten
burch Sdjufcbledje gefdjloffen, auf biefen Öler jum Ölen ber SBiegen*
gleitbahn.
709 Der Serfdjlufj ift ein Wageredjter Veitwellenverfdjluf;, ähnlich
bem ber 1. F. H. (ß. 695). Dad Öffnen unb Schließen gefdjieljt
burch Umlegen eined ©riffhebeld nach hinten unb vom.
Der Serfdjluf? l)at einen SBieberfpannabjug, ber burch «n nach
oben gehenbed Slbjugdftüd betätigt Wirb. 3n e'ner wagerechten
Sohrung, bie hinten burch bad Sdjlagboljenfebergegenlager, vom burch
ein Stahlfutter abgefdjloffen ift, befinbet fich ber Schlagbolzen mit ber
Schlagbolzenfeber.
©egen felbfttätiged Öffnen wirb ber Serfdjluf) burch bie in fine
fRaft am fRohr greifenbe Sperrtlinte am ©riffhebel gefiebert. ©egen
unbeabfidjtigted Öffnen unb 2ibfeuern tann er burch eine befonbere
Sicherung gefiebert werben.
4. Der 21 cm«3Jlörfer. (21 cm Mrs.; Seiten fy)
(©efdjüfc ber fdjweren Slrtillerie bed gelbheered unb ber Selagerungd»
artillerie.)
9Iuö „Sonbervori^riften für bie gufjartiUerie", Seil A.)
Dad fRohr.
710 SRantelrohr von 2,110 m = 10 Durchmeffem Sänge unb 3000 kg
©ewicht (mit Serfchlufj unb .ßafcnbogen). Dad fRohr hat £>intergewidjt.
®d befteht (Silb 184) aud Rernrohr A, fIRantelrohr B unb $ahn»
bogen C.
Dad Puffere.
711 (Einteilung: SJaljenförmigcd fßerfdjlufiftücf, walzenförmiger Deil,
(anged $elb mit {wheitdjeidjen. Die Sdjilbjapfen ha^en an ihrem
2)er 21 cm>SRörfer.
281
äuferen ßnbe einen Sragejapfen mit Slußfe^iung für bie <£>ebeüor«
ridjtung bed fRohrwagend. ®ie rechte S^ilbjapfenfc^eibe hat einen S(n<
faft für bad Storn (Stornfufj). Unter bem fRohr in $öhe ber «Sdjilb»
japfen ift ein fchwalbenfchwanjförmiger Sfafafc für ben 3ahn^°9en-
»ilb 184.
Slotjr bed 21 cm=9Rötferö.
Senfredjter £än{jenf<$niit; SRittelftüd von ber regten Seite ßefetyen.
A tternrofjr. B SJlantelto^r. C SaOnbogen. D Äorn.
a ©efdjofetragefjaten. b QiefjtCintc. e öfe für bie atbjugöfdjmrc. e Slemm-
fc^raube jum geftfiaiten bed Äomö.
2lm $erf$(ufjftü(f redjtd SiuSrunbung für ben ®riff ber Sluffafc»
flellfchraube, oben 2lnffa$ü(fe eingefchraubt. (Einrichtungen f. ®ilb 185.
3n ber Wfcffinghülfe bewegt fid) bie Sluffafcftange, i^re genaue ®n>
Peilung erfolgt burch ©reljen ber «Schnede, bie in bie ßahnung ber
Sluffafcftange greift, ihr gepftellen bermitteld ber Sluffafcpellfchraube.
9?adj ßurüdjiehcn tann ein fchnelted $eraudjiehen bed SlufjafjesS er»
folgen.
2ln ber ÄBobenfläche eingefchraubt rechtd unb lintd bed 8abeloched
je ein ®efchofjtragebaten a jum (Einhängen ber ©efchofjtrage (biefe ift
hier nottoenbig, ba bad fchroere (Sefchofj bon 4 3Rann getragen werben
mufj). Über bem linten (Sefchoßtragehaten befinbet fich bie Sieh*
tlinte b, bie bad $eraudjiehen bed SBerfchMteild begrenzt.
Über bem Steiltoch in ber SRittellinie ftählerne Cfe für bie Slbjugd«
fdhnur, an linter oberer fteillochfläche Sludfchnitt für bie SRutter )ur
Sxandportfchraube.
2luf bem ISobenftüd Quabrantenebene unb 3 «Stifte jum $eft»
halten bed fRichttreifed. Unter bem fRohr ift ber ßaljnbogen befeftigt,
ber fchwalbenfchwanjförmig über ben entfprechenben 2lnfafc am 9tohr
greift unb an biefem mit 4 Schrauben befeftigt ift.
282
2)ie @ef$Q£rot)te.
»ilb 185.
Sluffa^bälfe-
Das Qnnere.
712 ©egogener Seil: Durchmeffer 21,10 cm; 64 gleidjlaufenbe Büge;
gunehmenber Drall, Drallwintel 520 bis 12°, Drallänge 35 bis 15 Durch*
meffer. Qm tRinglager ber ©roabweßring (®ilb 167).
Reilloch linlS breiter als red)tS; oben unb unten f^ührungSleifte
für ben Sfeil. Sin oorberer Reitlochfläch« oben unb unten Ausbreitung
gur befferen $anbhabung beS Vroab-
meüringeS beim (Einfefcen unb §erauS»
nehmen. Am linten (Enbe ber hinteren
Reillochfläche auf halber $öhe Wage»
rechte {Rute, barin brei AuSfchnitte für
bie Verfchlußmutter unb beren {Reifen,
fowie am {Ranbe ein AuSfchnitt für
ben $unb ber Verfchluhmutter; rechts
eine nach oben treisbogenförmig ge»
führte {Rute für ben 3aPf«n beS
QährungSftiftS ber Sabetlappe. An
oberer Reillochfläche lintS AuSfchnitt für
bie SRutter gur SranSportfdjraube.
Der «erfchluß. (®ilb 186).
(Einfacher flacht eil »erf chlufj, be«
ftehenb auS Verfchlufjteil mit ßfinbloch»
ftollen unb ßabetlappe, (Stahlplatte,
Verfchtufjplatte, Verfchlufjfchraube, Ver«
fchluffmutter, DranSportfchraube unb
Rurbet.
Verf<hlußteil (a) lintS ftärter,
oben unb unten gührungSleiften, bom
treiSrunbe AuSbrehung ffir (Stahlplatte
d, bie burch ©tahlplattenhalter f
(Vilb 186) in ihrer Sage gehalten
wirb.
Qn hinterer Reilfläche flache SuSbrehung, beren mittlerer Seil
gur Aufnahme beS RopfeS unb beS Drahtes ber fReibgänbf^raube
walgenförmig auSgebreht ift. Sim linten (Enbe beS Reils hinten, auf
halber ^öhe, wagerechte walgenförmige SluSbohrung für bie SBerfchluft«
mutter, beren Slchfe mit ber hinteren Reilfläche gleichlaufenb ift; in ber
Verlängerung ber walgenförmigen Ausbohrung eine gleichartige AuS«
bohrung für ben (Enbgapfen ber Verfchtujifchraube.
a 9luffa$l)tt<fe. b SReffing^ütfe.
c Sluffaßfeber. c* Schraube, c’unb
c3 9tnfü$e. d 5Cuffa&ft«Ufc$raube.
e Sdjn«tenlager. f Sc^nerfe mit
f trapejförmige (Erhöhung.
g Sptralfeber. h öriffrab mit i
Schraube.
Set 21 cnväRötfet.
283
2In Hinterer ££(ä$e bed Steild oben eine 9lut für ben ffinbjapfen
ber gietplinte.
Qn oberer tädf e bed Steild in ber ganzen Sänge eine flache, mit
ber Hinteren Steiipädfe gleidpaufenbe 9?ut, bad Sager für bie £rand«
portfdfraube. 21m regten ^irnenbe Ifat ber Steil eine bem Vabelodf
entfpredfenbe Sludbrefying, an bie fidf unten jtuei Öfen gur ©efepigung
ber Sabetlappe b anfdpiefieit.
Silb 186.
SBerf djlufj, ton oben gefe^en, teilweife but$f$nitten.
a Setf$hi(jleit. b fiabetlappe.
platte, h Setfölufjmutter.
c Sünblocbftollen. d Sta^lplatte. e Setföhtfc
i Stanftpottfc^taube. k SinteS Saftet füt bie
Stanftpottf ertaube.
Diefe, aud (Stafyl gefertigt, bilbet, wageredft gepellt, bie fjort»
fefeung ber Hudbrefymg in bem redpen ^irnenbe bed Äeild unb foll
bie fonft jitm gaben erforberlidp Sabebüdffe erfefeen unb bie untere
$älfte bed SBroabwellringed vor SBefdfäbigungen burdj bad ®efdp>ß
beim gaben fdpigen. «Sie ip mitteld eined ©elenfbolgend (b1) gelent*
artig mit bem Äeil Verbunben. $n i^rem redpen @nbe ^at bie 8abe«
Happe eine tvageredjte ©urdjboljrung für ben gü^rungdpip (b2) unb
eine fentredpe für bie $altefdjraube (bs) biefed ©tiped. @ine gttnfd/en
bem ftopf bed g'ü^rungdftifted unb bem 2Infa^ ber Thirdjbofyrung ber
SabeHappe liegenbe (Spiralfeber (b6) regelt bie {Bewegung biefed
©tifted.
®er .Qünblodjftollen (c), aud (Stafp, bepe^t aud bem Stopf
unb <S$aft. iBeibe walzenförmig, Stopf vorn mit einer 9tafe verfemen,
Welche in bie entfpredfenbe 9tut ber ©ofjrung bed Stetig eingreip unb
ein Greifen bed ßünblodjpollend Vertjinbert. hinten im ßünblocf)*
Pollen bepnbet pdf bad Wtuttergewinbe für bie IReibzünbfdfraube.
284
Die @ef$il$to$re.
«Sta^lptatte (d), walzenförmig, vorn mit einer flachen Sud»
brefjung (Schnuifctammer), hat in ber Witte eine Durchbohrung, welche
bie IBerlängerung bed 3>’n^lp^i8 bilbet unb fich nad) vom trompeten«
förmig erweitert, hinten oben mit einem £od) für ben Stift jur
Stahlplatte.
Oben ift bie Stahlplatte burch ben Stahlplattenhalter, ber in
einer 9?ut an ber oberen fläche bed Keilö unb ber Stahlplatte liegt,
befeftigt.
SSerfchlußplatte (e) mit einer Durchbohrung für ben ßapfen
ber SBerfchlußfdjraube unb mit einem Sudfdjnitt für ben Rapfen ber
Drandportfchraube verfehen; an ber Hinteren fjläöhe ber SSerfchlußplatte
jwei Sudfchnitte für bie 9Jafe ber SSerfchlußmutter. Die IBefeftigung
am Steil erfolgt burd) fünf ftäplerne Schrauben mit verfentten Köpfen.
SBerf(fjlufjfdjraube, aud Stahl, befteht aud bem Kurbelzapfen,
bem 8unb, bem ©ewinbeteil unb bem (Snbjapfen. Der walzenförmige
Kurbelzapfen pat am Snbe einen vierecfigen Sudfchnitt für ben Rapfen
ber Kurbel. Sunb walzenförmig, innere Kante abgefcprägt. ©ewinbe«
teil bat fla^ed, einfaches Ste^tSgeWinbe; Snbjapfen walzenförmig.
SBerfchlußmutter (h) bilbet im «allgemeinen eine fRöhre, ^at
außen brei glei^laitfenbe, im Querfdjnitt trapezförmige Steifen, toetcQe
auf ber bei geöffnetem Serfcpluß nad) h*nten liegenben Seite Weg«
gefdjnitten ftnb. Sim linten @nbe ber Wutter (außen) ber Sunb;
auf ber linten Snbfläche am Sianbe mit einer Stafe unb red^tß unb
linfS bavon auf ber (Snbflädje mit ber ^Bezeichnung „Geöffnet“ bjw.
„Geschlossen“ verfemen; bie Slafe liegt bei geöffnetem SBerfchluß an
ber oberen, bei gefd)loffenem SSerfchluß an ber unteren fläche bed
Sudfdjnittd ber SBerfchlußplatte, wobei bad entfpred)enbe Sßort zutage
tritt. $nnen hol bie Wutter am linten @nbe eine bem IBunbe ber
SSerfchlußfchraube entfpredjenbe SuSbrehung, an Welche fid) nach
bad flache, rechtsgängige Wuttergewinbe für bie IBerf^lußfchraube an«
fchließt. Die SSerfchlußfchraube mit aufgefcljraubter Wutter ift fo in
ben Keil eingefeht, baß ber ßnbjapfen in ber entfprechenben Sud«
bohrung im Keil, ber $ald in ber SBerfchlußplatte liegt.
Die Drandportfchraube (i) befteht aud Kurbelzapfen, $ald,
S3unb, ©ewinbeteil unb Snbjapfen.
Der Kitrbeljapfen ift walzenförmig unb mit viertantigem Sud«
fchnitt für ßapfen ber Kurbel verfehen, £)ald unb 53unb finb Walzen«
förmig, innere Kante bed [enteren abgefchrägt; ©ewinbeteil hat fieben«
faches fteiled IRechtdgewinbe.
Ser 21 cm=3Rörfer.
285
©ie ©ranSportfdjraube ruht mit ihrem (Enbjapfen in bem regten,
mit bem $<A$ in bem linfen Vager beS Seils, fie hat in ben Sagern
«Spielraum. ©ie Surbel ift lofe unb bat einen für bie Sluöfchnitte
ber ©ranöportfchraube unb ber $erf$(uf;f$raube paffenben ©nbjapfen.
Silb 187.
Änfid>t beS SerfdjlufjftütfS mit tjerauSgejogenem Serfdjlufe unb
abgenommener Kurbel.
a ©efcbofttrage^atcn. b gictjtlinte. c Öfe für bie Stbjugöfdjnur. d Slutter jur
Sranbportftyraube. e Atcmmföraube. f Stafjtptattentjalter. g %lerf$Iuf)f$raube.
• Iranäportjdjraube. k SinteS Sager für bie Xranöportf$raube.
©ätigteit beS 23erfchluffe$. ©ie Surbel wirb auf ben Surbel» 714
japfen ber IBerfchlufifchraube geftecft unb biefe nad) linff? gebreljt; bie
SBerfchlufjmutter macht infolge ber Reibung bie ©rehung mit, bis
fich ihre Slafe gegen ben oberen ©eil beS SSerfchlufjplattenauSfchnittS
legt unb auf bem Stuibe baS ©ort „Geöffnet“ ganj fidjtbar ift.
§efct finb bie Steifen ber $erf^lu|mutter auS ihrem SRuttergeWinbe
in ber hinteren Seillochfläche in bie Bohrung beS Seils getreten.
Stau fefet man bie Surbel auf ben Surbeljapfen ber ©ranSporb
fchraube, bie Sintsbrehung bewirft eine ©rehutig ber ©ranSportfdjraube
286
2)ie ©tft$üfcro$re.
beren Kutter unb bie (leiten (Sänge bewirten eine f$nette SeWegung
bed 208,4 kg fdjweren Serfdjluffed, bie burdj ben 3aPfen ^er 3*ch’
Hinte begrenzt wirb.
©ie Sabetlappe iß infolge ber Rührung iljred (Jfihrungdßifted in
ber treidförmigen Kut aud ber (entrechten in bie wagerechte Stellung
getreten. Sabeftellung.
©ad Schließen erfolgt in umgetehrter (Reihenfolge.
(Die Gntjünbung erfolgt burch eine in bad ^ünbloch eingefchraubte
Sleibjiinbfchraube.
Suchtmittel.
715 Gewöhnlicher, (tählerner Stabauffafe mit Grabeinteilung, ber nur
gum (Rehmen ber erften Seitenrichtung bient.
716 fRichtfreid mit Sifierrohr, bermitteld beffen einzelne Sechzehntel
Grabe genommen Werben tönnen. (3-678.) $ur Sludhilfe Sticht*
ftalen (3. 681).
717 $um (Rehmen ber (Erhöhung bient ber ßibellenquabrant 81.
(Silb 188.)
Ȇb 188.
Sibellenquabtant 81.
Gr trägt auf ber fßlatte a bie Grabeinteilung <1, bon 0 bid 35°
in gangen, bon 35 bid 52 */a ° in halben Graben.
(Der Sibellenträger p breljt (ich um ben ©reßbolzen f unb wirb
im Schüfe e ber glatte bermitteld ber Stellmutter k geführt unb feft«
2)ie 10cm=Äanone unb bie lOcm=Äanone in Safette mit fjeberfporn. 287
gefteltt. Siecht« trägt ber 8ibellenträger einen Sioniu« q, beffen teitung
mit einem <ßfeilftridj beginnt unb 15° be« ©rabbogen« in 16 Steile
teilt, tvoburch ba« ftblefen bon ©e^ehntel ©raben ermöglicht ift;
er wirb burd? bie ©tellfd^raube m betätigt.
Da« Sibellenftücf u mit ber gläfernen Sibelle ift im Sibetlenträger
verfchiebbar gelagert. Die am öibeUenträger angebrachte Einteilung
reicht bon 0° nach beiben ©eiten bi« 6°, eingeteilt bi« halbe ©rabe,
ber am SibeHenftücf angebrachte Sioniu« ift bon 0 ($feilftrich) nach
beiben ©eiten in 8 teile eingeteilt, fo ba§ man alfo ©edjjehntel
©rabe ablefen tann. Vermittel« eine« auf ben biertantigen Rapfen A
ber triebtoeüe be« SibeHenftüct« geftecften Cuabrantenfdjlüffel« lägt
fich biefe« nach be* ©eite int Sibettenträger verfchieben.
©ebraudj be« Quabranten. flßirb 3. S. befohlen „24 ©rab 8!**, 718
fo {teilt man vermittel« ber Stellmutter k ben $feilftri<h be« SRoniu« q
auf 24° unb lägt burd? Drehen an ber SteHfchraube m ben 8. teil-
ftridj be« Sloniu« q auf ben nächft höheren teilftrich ber ©rabteilung
einfpielen.
Da« Sibettenftücf p muff hierbei mit bem ^feilftridj auf ber 9?ull
ber teilung be« SibeHenträger« einfpielen.
Söill man nun ben ©elänbetoinlel, ober einen SRehrbebarf be«
©efdjüfce« an Erhöhung, 3. S. um + 3/>«° au«f<halten, fo bewegt
man mittel« be« ©chlüffel« ba« gibeßenftücf nach ItntS (+), bi« ber
3. teilftrich auf bem nächften teilftrich be« S'ibeHenträger« einfpiett..
5. Die 10 cm>ftanone nnb bie 10 cnpÄauone in Safette mit
geberfporn.
(10 cm K.; 10 cm K. i. L. m. F.; Beidjen )
(©efchiife ber Selagerung«artiüerie.)
(8(u8 „6onben>orfcf)riften für bie gufeartiüerie", Xeil A.)
Da« SRohr. (®ilb 189).
SRantelrohr von 3,15 m = 30 Durdjmeffern ?änge unb 1300 kg 71»
©etoicht (mit Serfdjluff).
E« befteht au« bem fternrofjr A unb bem zweiteiligen SRanteb
rohr B, beffen ftärferer, hinterer teil vorn über ben fchtvächeren greift
unb hinten ba« üßerfchlußftüd bilbet.
Da« Puffere.*)
Einteilung in lange« gelb, vorn tvaljen«, bahinter tegelförmig, 720
Walzenförmiger teil unb walzenförmige« SJerfchlufjftücf. 2lm langen
*) 2>ie 10 cnvfianone 04 I;at ferner bie jur Serbinbung be« Slotjreä mit ber
SBiege unb Soljrbremfe bienenben €inri$tungen, Sc^ilbjapfen fehlen natürlidj.
288
Sie @tfd)ü|}rot)re.
Qelb S^ilbjopfen mit Viertantigen
Schilbjapfenfdjeiben. 3luf bem roaljen«
förmigen Seil vor bem Steilloch bie
Ouabrantenebene mit brei ©renj»
frfjrauben, bavor brei Stifte jum Qeft»
Ratten bed fRichttreifed.
2Iin SBerfchluffftücf lintS oben bad
Sluffafegehäufe a, unten ber 9lnfafe für
bie Schubturbelroelle b unb bie &b*
jugööfe d.
2)ad Qnnere.
©ejogenerSeil: Durchmeffer 10,5 cm,
32 gteichlaufenbe Büge, junetynenber
Drall, an ber SDiünbung 10,5 cm
lang, gleichförmig, Drallmintel 4 bid
8°, Drallänge 45 bi« 22 Durchmeffer.
^atroneneinlage, nach oben offene
halbmaljenförmige Bohrung; Patronen«
lager, ber ^orrn ber Patrone ent»
fpredjenb in ^ulverraum, Schweifung
unb ©efchojjraum geteilt, ßnrifdjen
lefjterem unb bem gejogenen Seil ber
Übergangötegel.
Steiltod}, ^orbere Seillochfläche hat
an ben Seiten 2 Qührungdlciften,
Seelenrohr in ber SDJitte einen ring»
förmigen Slnfafe ald SBiberlager für ben
.'pülfenranb (^ülfenranblager), ber feit»
lieh für bie 2lu£merferarme abgeflacht
ift. Qm unteren Seil eine halbivaljen»
förmige Sludbreljung für bie SBelle bed
2luSmerferS. 9iecf>tc Seillochfläche hat
eine oben nach vorn gehenbe iRut —
Spannut a — für ben ßapfen ber
Spanntoelle. 2In Hinterer Seilloch»
fläche unten eine Sludbrehung ffir bie Schubfurbel unb ju beiben
Seiten be« 93erfd)tiif?ftücfcS je ein tyalbtreisförmiger Sluffafc b mit
Durchbohrung für bie Schublurbeltoelle.
Sie lOcnuSanone unb bie 10 envJtanone in Safette mit geberfporn. 289
©er «erf^luß. (Silb 191 H* 194.)
Sentredjter Steil« ($aUblod>) Sdpiellfeuerberfihlufj mit felbfttätiger 722
Spann« unb Sudwerfeborrichtung.
®ilb 190.
9erf<$tuf)fHi<l non rechts rttdroArtö. ® erfdjlufj geöffnet
a 9lnfa$ für baö 9luffa$geljAufe. b Mbjugäöfe. c ^ü^rungöleifte.
®r befteht aud: Serfchfaßteil mit Stahlplatte nebft öuchfe unb
2 Stahlplattenfdjrauben, Sthlagbolgen mit Schlagbotgenfeber, Spann«
ftüd, Spannweite, Sbgugöhebel mit SBelle, Sdjubturbel mit Schub«
furbelwelle, ^anbljebel mit Schraube unb fjebergehäufe, Spiralfeber unb
Stlinte, 2 Sludwerfernüffeu, Sudwerfer, Sudwerferbolgen, ©rengbolgen.
SJerfdjlufjleit (fBilb 191 u. 192: a), bem Seilloch entfpre$enb
geformt, ift oben entfprechenb ber $atroneneinlage bed SSerfchlußftücfd
unb unten gur gefertigten Lagerung ber Sbgugdborri^tung unb jur
©ewidjtderleidjterung audgerunbet.
©er Seil ift in wagerechter {Richtung oon t>orn nad) hinten für
SdjlagboQen, S$(agbolgenfeber unb Spannftiid entfprerfjenb burdjbolprt.
©ie borbere Steilflä$e ift in intern oberen ©eil abgefdpägt; bie äufjerften
kanten re$td unb lintd bilben gtoei fdjmale fjlücfyen, ben ^rungd«
leiflen ber borberen $ei((o$f(ä$e entfpredjenb, welt^e bie ^ityrung
bed Jteild übernehmen. Dieben biefen fjtfhrungdnuten fdprägt (ich bie
borbere Jteilfläche oben abermald in ber Breite ber Sudtoerferarme gu
Sttlin, ffiafftnMte. 2.HuH. 19
290
. ©ie ®eft^ügro^re.
f^iefen ^lädjen ab. Sin beiben Seiten born je eine SluSbo^rung für
bie SluSwerfernufj. ferner unten bon hinten nadj born auf 2/s ber
©reite be« ©erfdjlufjteilS je ein SluSfdjnitt (al) für bie Slrme ber
©$ubfurbel unb eine tiefere 9?ut (a2) für bereu 9?afe. Sin ber redeten
Seite nadj oben anf$liefjenb ein SluSfc^nitt (a") für ben oberen Srm
ber ©pannwette; an ber linten ©eite eine 9iut (a4) für ben 3aPfen
Siü> 191.
Setfchlufj.
93on hinten
Son vorn.
a Serf<hlufjteil. a1 Sluöfdjnitt füt bie Sd)ubfurbe(amte. a* 9hrt für bie 9lafe bet
Schubfutbelamte. a* Susfchnttt für ben oberen Sinn bet Spannroelle. a* 9lut
für ben (Srenjbotjen. a* %ut füt bie (jnbjapfen bet SÄbjugsroeUe. b Stab (platte.
61 Staf)lp(attenf<f)tauben. 6* Surfjfe. d Spannftüd. e Spannweite. e* 3te&3«
boljen. e* Srmc. e5 3aPfcn- fl SbjugärocUc. /* 9lrtn. g Suöroerfermtf).
beS ©renjboljenS. 3" ^er unteren SluSrunbung ju beiben ©eiten
je eine 'Jlut (a5; für bie Gnbjapfen ber SlbjugSweUe. Sin ber hinter«
flädje be$ Keils eine Shtäbreljung für baö ©latt beS Spannflütfö unb
etwas nadj born ju beiben ©eiten je eine oben erweiterte S?ut für
feine ßapfen
ber SDtitte beS fteild, unter ber ©o^rung für ben Sdjtag«
boljen, fentre^t ju biefer, eine Turcbbofjrung für ben StdjSbotjen jur
Spannweite; biefer ift auf ber linten ©eite mit bem Reit vernietet,
©on ber SQitte bis jur redjten ©eite erweitert ficb bie ©ofyrung jur
Slufna^me ber Spannweite.
®ie 10 cmdtanone unb bie 10 cm Kanone in Safette mit fjeberfporn. 291
An ber vorberen Äeitftädje wirb in einer Unförmigen Ausbreitung,
beren Umgrenzung fd^walbenf^wanzförmig ift, bie Stahlplatte (b)
burdj 2 Stahlplattenfdjrauben (bl) gehalten. !$n ber SWitte ber
Stahlplatte eine SBudjfe (b2) mit Durchbohrung für bie S^lag*
boljenfpifce.
»ilb 192.
Serfchlufj, fentrechter Schnitt.
a SSerfchluftteil.
b Stahlplatte.
M Stahlplattenfchrauben.
b* »uchfe.
c Schlagbolzen.
d Schlagbolzcnfpifce.
c2 SchlagboQenfeber.
d Spannftüd.
dl Sapfen.
d* Slrm.
e Spannweite.
e1 ftchöboljen.
e* 9tafe.
e» Haften.
f gbjugShebel.
p SbjugöroeUe.
P unb p Hafen.
P Slrm.
Schlagbolzen (c), röhrenförmig, ha* uorn unten c*nc ^ut W*
bie fllafe ber Spannweite. Qn baS vorn beftnblidje SWuttergewinbe ift
bie erfefcbare Sdjlagbolzenfpifce (cl) eingefdjraubt, über beren Schaft
bie Sdjlagbolzenfeber (c2) gehoben ift.
Spannftüdt (d), auS ®latt unb Arm beftehenb, ift in bie be*
treffenbe Ausbreitung beS fteilS unb mit ben an ihr beftnblidjen
ßapfen (d1) in bie entfpredjenben SRuten eingefefct. ffiS bilbet ein
Sßiberlager für bie Sdjlagbolzenfeber unb ben gekannten Schlagbolzen.
©aS Statt ift auf ber hinteren fläche zur befferen .gjanbhabung gerauht
unb nach unten abgerunbet. hieran fe^t fich ber nach unten zeigenbe,
mit einer SRaft für bie 9?afe beS Abzugshebels verfehene Arm (d2) an.
Oben an lefcterem ein Sperrzahn.
19*
292
Die @ef$ü§ro$re.
Spannweite (e), röhrenförmig, iß auf ben Sldj«bolzen ie')
gehoben. Sin ihrem linten Enbe iß fie bunbartig üerftärtt, mit
SRafe (e2) }um Spannen be« Schlagbolzen« unb 2 fRaßen (es) für
ben Sperren be« Spannftücf« aerfehen. Sim rechten (Enbe iß bie
Spannwelle ebenfalls bunbartig verßärft unb mit 2 Slrmen (e4) »er»
feljen, bon benen ber obere einen Rapfen (e5) trägt, welcher in ber
Spannut ber regten Seillodjßäche gleitet. Der untere Slrm iß hinten
geßhweift unb bient al« @leitßä<he für ben redeten Slrm ber Schub«
turbel; born hat ber Slrm einen Slu«fchnitt.
Slbjug«he&*1 (f), auf ber Sßelle (f) burch «ne fjeber befeßigt,
greift mit einer fRafe (f2) in bie fRaß be« Spannßüd«, währenb ßdj
bie anbere SRafe (P) mit ber hinteren ^lädje gegen ben unteren Seil
be« Spannßüd« legt. Der unten etwa« fdjräg nach nom angefefete
Slrm (f4) hat unten ein Sodj für ben $aten ber 2lbjug«f<hnur. Die
Walzenförmige ©eile liegt mit ihren an 2 Seiten abgeflacf)ten (Enb>
Zapfen in ben oben frei«förmig erweiterten fRuten (a5) ber unteren
Slu«tehlung be« SSerfdjlufjteil«.
Silb 193.
®$ubturbel.
a Schubturbel. a1 Sinne, a2 3°Pfen- a* Slafe. A S$ubhitbelweHe. bi 9?afe.
c fjebergetiäufe. c» 9lnfä|}C. d Spiralfeber, d* 3öhn- e Älinfe. f Sanbtjebel.
fi $ol3f<$alen. /* SlnfaJ.
Sdjublurbel (®ilb 193: a) beßeht au« bem walzenförmigen Seil
unb ben beiben nach »orn gebogenen Slrmen (al), welche oben je
einen nadj innen zeigenben breiedig abgerunbeten 3aPfen (a?) ha&«<-
Der redete Slrm hat eine nach vorn z«(jenbe fRafe (a3) zum Spannen
be« Schlagbolzen«. Der walzenförmige Seil ber SchubturbelWelle (b)
iß burchbohrt unb auf leptere gefdjoben. Die SchublurbelweUe liegt
mit 2 walzenförmigen ßapfen in ben Durchbohrungen ber unten
am tßerßhlufißüd beßublidjen Slnfäfce. Der linie (Enbzapfen hat eine
Sie lOctn=Äanone unb bie 10em>Jtanone in Safette mit geberfporn. 293
Bafe (b1), welche in einer But gleitet. Suf ber rechten Seite ragt
ber Rapfen beröor, auf biefen ift ba« fjebergehäufe (c) mit Spiral«
feber cd) geflohen. ßefctere hat an ihren ffinben je einen 3ahn (d1),
non benen ber äußere in eine Baft be« fjfebergehäufe«, ber innere in
eine ber numerierten Baft en ber Sdjubturbelwelle eingreift. Die
Spiralfeber bient jum leichteren $eben unb gleichmäßigen Senten be«
Berfchtuffe«. Sie wirb burch ben fatlenben Berfchluß gefpannt, wenn
bie oben jwifdjen 2 Snfäfcen (c‘) be« fjebergehäufe« befinbliche
Rlinte (e) mit bem Bohr getappelt wirb. Durch Ruppelung ber
Rlinte mit bem $anbhebel wirb bie fieber au«gefchaltet.
$anbhebel (f), auf bem rechten (Snbjapfen ber Sdjubtarbelwelle
fifcenb, wirb auf biefer burch eine Schraube feftgehalten. ffir bient jum
Öffnen unb Schließen be« Berfchtuffe«. Der in ber SBitte nach außen
gebogene 2lrm trägt an feinem ffinbe 2 $oljfchalen (f*) (®riff).
Bor bem 2Irm ein SInfafe (f1) mit fRafl für bie Rlinte.
2lu«werfernüffe (Bilb 191: g), brehbar, um je einen tarjen
Rapfen vorn in ber rechten unb linten Seitenwanb be« Berfdjlußteil«
gelagert. $ebe ^at e’ne änfdjlagnafe jur Betätigung be« Su«werfer«
beim Öffnen unb eine Drudnafe für beffen .ßurüdbreben beim
Schließen be« Berfdjluffe«.
2lu«werfer (Bilb 194: a), au« ©eile unb ben beiben Slrmen (a‘)
beftehenb, befinbet fid) an ber vorberen Reillochfläche, burch ben
8u«werferboljen brehbar gehalten. Die ©eile geht in einen oben
au«gerunbeten Steg (a3) über. Die ftrme haben oben innen je eine
9lu«brehung; ber ftehengebliebene Deit greift vor ben Bobenranb ber
patronenhülfe. Unten bie beiben Slnf^lagnafen (as) unb Drud«
nafen (a4). $n linier Drudnafe eingefepte Blattfeber (a5), bie bewirft,
baß fich bie Srme nach bem 3ta«werfen ber Patronenhülfe felbfttätig
wieber an bie vorbere Reillochfläche anlehnen.
9lu«werferboljen (Bilb 194b) befteht au« Boljen, Schieber,
Rnopf unb {feber.
Der au« 3 ungleich ftarten ©aljen unb 1 Schraubenfdjaft
beflehenbe Boljen (a) hat an feiner mittleren flärtften ©alje
2 Bafen (a1) unb einen an jwei Seiten burdjbrochenen Bunb (a-).
Stuf ber an ben Bunb anfchließenben fdjwächflen ©alje ift bie Spiral«
feber (b) unb barüber ber Schieber (c), bie Bafen (c1) in bie
Schlifee be« Bunbe« greifenb, gefdjoben. Der aufgefchraubte, burch
eine Bietfdjraube (d1) befeftigte Rnopf (d) verhinbert ein herunter»
gleiten be« Schieber«. Die Bafen be« Boljen« greifen in eine Bille
be« 9tohre« unb Verhinbern ba« $erau«gleiten, bie Bafen be« Schieber«
294
Xie <9ef4&fto$re.
bod Treten bed Sofjend burd) ©«greifen in entfpredjenbe fRuten
bed 9lo$red. Um ben folgen ju entfernen, ifl »er^er ber Sdjieber
Silb 194a.
3lo^r von hinten, teilroeifer Schnitt.
(i Sluöroerfer. a1 9lrme. a* Steg. a* ftnföfagnafe. a4 JDrucfnafe. cfi Blattfeber.
b Slueiroerferbotyen. c ftityrungSleiften. d .ftülfenranblager. e $atronen$ülfe.
»ilb 194 b.
« Boljen. al 9lafen. a» Bunb. b Spiralfeber. c ©fieber, d SRafen.
d Änopf. d' 9lietf$raube. e 9iau$ung.
jurüdjujie^en unb um 90° ju bre^en. ©er ®unb be$ (Schiebers unb
ber Stopf beä SbwpfeS finb an i^rer Slufeenflädje jur befferen $anb-
ijabung geraubt (e).
®ie lOcnvÄanone unb bie lOctn=Äanone in Safette mit geberfpom. 295
©renjboljen, hat bie gleiche (Einrichtung wie ber AuSWerfer«
boljen unb greift mit feinem 3aPfen in W® betreffenbe 9Jut be« Seil«.
Bufammenwirten ber SBerfdjlufjteile.
®erfdj(ufj gefdjloffen, abgefeuert, teere $ülfe im fRopr, fieber« 728
ge^äufe burch bie Stinte mit bem 8? ohr bertuppelt.
Öffnen be« Serfchlüffe«.
Durch träftige« AufwärtSbewegen be« $anbhebel« erfolgt ©enten
be« Serfchtußteil«, ©djlagboljenfeber wirb gefpannt unb Satronenhülfe
ausgeworfen.
£>anbhebel bewirtt eine Drehung ber ©chubfurbelwette unb ber
©chubturbel.
Anfähe ber ©chubturbel bewegen fi$ junächft in bem tonjentrifch
jur Drehadjfe ber ©chubturbel geführten Seil ber Seiluut; hierbei tritt
fRafe be« regten ©chubturbelarme« gegen ben unteren ©pannarm ber
©pannwette unb jwingt biefe ju einer Drehung, wobei Bapfen be«
oberen Arme« in bie an ber redeten Seillochflä^e gelegene fRut, ©pannafe
gegen ben ©djlagboljen jurüdgebrüdt wirb.
Sperrjahn be« ©pannftüd« tritt in hintere fRaft ber ©pannwette
ein, Weil ©pannftüd unter bem Drud ber jufammengeprefjten Schlag«
boljenfeber fleht- hiermit ift ©chlagboljenfeber gefpannt. Sei Weiterer
$ebung be« $anbhebel« treten Anfähe ber ©chubturbel in grablinige
Seile ber Seilnut unb bewirten Abwärtsbewegung be« Seil«, wobei
biefer burch b*e an ^en ^ührungSleiften be« Seilloch« gleitenben Rührung««
flächen geführt Wirb. Sei biefer Abwärtsbewegung be« Seil« hat hintere
Seilfläche ftet« Anlage an hinterer Seillochfläche, währenb borbere fläche
ber ©tahlplatte nach un^ nach 130,1 borberer Seillochfläche unb bem
fRanbe ber ®atronenhülfe jurüdtritt. ©leichjeitig übt bei biefer Se«
Wegung borbere Seilfläche einen fortgefefeten Drud auf Drudnafen be«
AuSWerfer« au«, , wobei lefeterer eine geringe Drehung nach rüdwärt«
erleibet, Welche Södern ber Satronenhülfe bewirtt.
Seüor Serfchlug feine Abwärtsbewegung ganj üoüenbet hat, fragen
AuSWerfernüffe mit ihren fRafen auf fRafen be« Au«werfer« unb ber«
boCftänbigen hicrburch Drehung be« AuSWerfer«, welcher ba« Burüd»
Werfen ber $atronenhülfe bewirtt.
Abwärtsbewegung Wirb burch ©renjboljen begrenjt. Sßährenb
ber Abwärtsbewegung berhinbert .ßapfen ber ©pannwette ba« Drehen
ber lefcteren unb borjeitige« Abfeuern be« ©efchüfee«.
296
Sie Sef^üjrotjre.
^febergehäufe wirb burdj Sertuppelung ber Stinte mit bem fRohr
üer^inbert, an Drehung bed ^anbljebeld teiljunehmen, fo bag Spiral«
feber aufgeWidelt, b. h- gefpannt Wirb. Sei richtig jufammengefefcter
Spiralfeber hält ihre Spanntraft bei völlig geöffnetem Serfdjluß bem
Heil naljeju bad ©leichgeWidjt.
Schließen bed Serfdjluffed.
Seim (Einführen ber Patrone in Patronenlager werben bie oberen
Sludwerferarme nach vorn mitgenommen. Sei bem hierauf erfolgenben
fräftigen Slbwärtdbewegen bed ^anbßebetd wirb Seil burch Slnfäfee ber
Sdhubturbelweöe gehoben, ©leidjjeitig gleitet Rapfen ber Spannweite
in ber SRut nach aufwärts unb geßattet erß bei völlig gefchloffenem
Serfcpluß Drehung ber teueren unb Slbfeuem bed ©efdjühed.
ferner ßnbet bei Slufwärtdbewegung bed Serfdjluffed eine Drehung
ber SluSWerfernüffe ftatt, wobei Stnfdjlagnafen in ben Seil jurüdtreten,
Währenb Drudnafen aud bem Seil ßeraudtreten unb fich *n entfpredjenbe
Studfdjnitte bed Seild legen.
SIbfeuern bed ©efdjüfeed.
Seim Slbfeuern brüdt Slbjugdhebel ben unteren ärm bed Spann«
ftüdd-nach hinten unb bewirft feine Drehung, wobei Sperrjaßn aud
ber fRaß ber Spannweite tritt unb S^lagboljenfeber ben Sdjlagboljen
gegen Sdjlagjiinbfchraube vorfchnellt.
Der Serfdjluß bebeutet einen großen ftortßßritt. Slmh bei ihm
Wirb, wie beim ßeitwetfoerfdjlufj ber 1. F. H. bad Öffnen unb Schließen
burd? «ine SeWegung bewirft; er erlaubt eine feßr große fjeuer«
gefcßtoinbigteit. Seine Deile finb einfach unb Wiberßanbdfähtg gegen
großen ©adbrud.
724 Die fRicIjtmittel.
Die brei Slrten ber 10 cm-Sanone haben einen Fernrohr«
a uff ah*), (Silb 195 bid 198), ber bei ber 10 cm«Sanone 04 an
ber SSiege befeßigt iß.
725 Der Sluffaßträgcr (A), aud Stahl, iß mit bem Schuß (a)
auf einen Slnguß an ber linten Seite bed ©efchüßrohrd aufgefdjoben
unb burch 2 Sopffdjrauben (ai) nebß Sidjerungdfchrauben
befeßigt. Sim linfen (Enbe vereinigen ßdj feine Slrme ju ber
Platte (as), bie auf ber fRüdfeite mit einem Dreßjapfen unb über
*) Quabrant, 9li(^ttreiö unb 9tic$tffalen bienen jur StuSQilfe, wenn ber gern«
rof)tauffa$ unbrauchbar ift. (£. 678. 677. 681. 717.)
195.
5ernroOtciuff<i$. 93on lintö.
196.
gernrofyraufjag. Son hinten.
»ifo 197.
gernroOrftuffafc. ®on oben.
»ifo 198.
9(uffafco&erteil 05.
9
Die 10 cm«Äanone unb bie 10 ctn>Jtanone in Safette mit geberfpom. 297
unb unter tiefem mit je einer im Ouerfdjnitt trapezförmigen Sogen»
führung (as) für bie Suffa^iilfe (B) uerfe^en ift. Oben an ber
glatte (as) ift bie ©djtoenlOorridjtung jur HuSfdjaltung be«
fdjiefen fRäberftanbe«, beftehenb aus ber ®djnede (a«) mit bem
Sager unb bem $anbrübdjen (as) eingelagert. Unter biefer Sor»
ridjtung ift von oom her bie ©renjfdjraube (a«) eingefdjraubt.
Um baS SWafj ber Sdjtoenlung ber %tffa$iilfe feftftetten ju lönnen,
befinbet fidj oben auf ber glatte (a 2). eine oon 0 nadj linlS unb recht«
bis 6° reidjenbe, rot auSgefütlte Einteilung
so»
1 I 1 : 1 1 I 1 : i 1 ! 1
A
unb auf einer Heinen Einfdjiebeplatte ber Sluffa^iilfe (B) ein $feil.
Oie Sluffahhütfe (B), auS Stahl, umfafjt bie Suffafeftange (D)
bon born, lintS unb hinten unb wirb redjts oon einem eingefdjobenen
unb burdj 4 ©djraitben befeftigten Oe del abgefdjloffen. Huf ber
Sorberflädje ift bie Sluffa^ülfe mit einer Einboljrung für ben Oreh*
japfen unb mit Stuten für bie Sogenführungen (as) beS Sluffafc»
träger« berfeljen. Um jimfdjen biefen Serbinbungen auftretenben toten
®ang aufbeben ju lönnen, ift in bie untere Sogenfütjrung baS
fßriSma (b) eingefdjaltet, baS burdj 2 Schrauben bon unten ber
nadjgeftellt »erben tann. $n $öhe ^er ©djnede (as) ber ©djfoenl-
borridjtung befinbet fidj eine Einboljrung jur Aufnahme ber
@ dj eiben mutter. Oiefe hat auf ber Sorberfeite Einfdhnitte für bie
©etoinbegänge ber Sdjnecfe unb lagert auf einer treiSrunben Statt»
feber, bon ber fie gegen bie Sdjnecfe gebrüdt wirb. Stuf Wtutter
unb Huffafebülfe befinbet fidj je ein fülarlenftrich, bie beim ßu»
fammenfefcen übereinftimmen müffen, bamit baS ©etoinbe ber Schnede
richtig eingreift. 3ur Segrenjung ber ©djtoenlbetoegung ift auf ber
Sorberflädje ber Suffa$ülfe eine HuSbreljung borljanben, in bie ber
Enbjapfen ber ©renjfdjraube eingreift.
2tn ber linlen Seitenfläche ber Sluffa^^ülfe befinbet fidj oben ein
SuSfdjnitt mit abgefdjrägten Santen. Oie untere Rante ift mit einer
lintS mit 0 beginnenben unb bis 10 reid;enben Einteilung (bi)
jum Einflellen beS 8eifleri& BuffafcfdjieberS »erfeljen. Qeber Öeil»
ftridj ift = ‘/i»0.
Stuf ber hinteren, bogenförmigen <5ftäd)e ber Huffafchülfe ift eine
turje ßa^nftange fdjtoalbenfdjtoanjförmig eingefdjoben.
3m inneren ber Sluffahbülfe befinbet fi$ vorn unb recht« am
Oedel je eine träftige Slattfeber, bie bie Huffahftange (D) gegen
298
2)ie ©efdjüfcrolj«.
bie hintere unb linie Xßaub brüden unb ihr fo eine fixere Rührung
geben.
Der äuffaftfdjieber (C), ein ftählemed ®ehäufe, greift mit
2 Stauen in entfpred)enbe jRuten ber 3uffa$iilfe unb bewegt fid)
fd?littenartig auf ber bogenförmigen Slüdfeite auf unb ab; bad gänj«
liehe Sbgieben nach oben verhinbert bie ®renzf<hraube (bs).
linten ift ber äuffafcfchieber fdjräg abgefdptitten unb mit einer
eingefchraubten 92a fe (c) verfemen. Son biefer Sbfqrägung aud ragt
ber legeiförmige Schnedentrieb bid in bie 9(uffa$iitfe unb greift
mit feiner Schnede in bie Serjafynung ber Sluffafcftange ein Der
Sdfnedentrieb ruht in einem Sagerftüd, bad um ben Sollen (ci)
fdjwentbar ift, unb wirb burd) eine auf einem Stift bed Itagerftüdd
fifcenbe Spiralblattfeber in bie Ser^aljnung ber ftuffafeftange ge»
briidt. 2luf ben Schnedentrieb ift bad ©reifrab (cs) mit feinem
inneren Teil aufgehoben unb burd) fieber unb Wtutter befeftigt.
Der gereifelte SDtantel bed ®reifrabed ift burd) fieber unb 92ute
jurüdjiehbar mit bem inneren Teil verbunben unb innen mit einer
Spiralfeber verfehen. Soll ber Sluffafe fdjnell burd; bie Sluffafc«
hülfe hinburcpgejogen Werben, fo wirb bad ©reifrab (cs) nach unten
gebrüdt. fpierburd) tritt bie Sdjnede aud ber Sergatyiung ber 3luf-
fa^ftange heraus, ber 9J2antel bed ©reifrabed fafjt mit feinem üorberen
SRanbe über bie 92afe (c) am Sluffa^hieber unb hält fo ben Sdjneden«
trieb in biefer Stellung feft.
Ernten an ber linten Seitentoanb bed Sluffafefchieberd ift ber
flache, würfelförmige ßeiger (cs) mit feinem türgen 3rm burch
2 Schrauben (c<) befeftigt. Der feiger (cs) lagert mit bem langen
3rm Perfchtebbar in einer flachen 92ute ber äuffafchülfe; feine obere
Sante ift abgefchrägt unb bient ald SIblefetante für bie (SinfteUung
bed Sluffafced. Unterhalb ber ftblefetante ift eine (Einteilung nach ärt
eined Trandoerfalmafftabed eingeftochen. Die 3 wagerechten Striche
finb mit „90", „100" unb „110“ beziffert. Der Teilftrich 100 trägt
an beiben (Enben ^feilfpifcen. Da ber 9lbftanb zweier wagerechter
Deilftriche ,0/is° beträgt, fo ift man mit $ilfe ber jehnteiligen (Ein«
teilung im ludfchnitt ber Sluffahhülfe imftanbe, einzelne Sechzehntel
auf ben fchrägen Serbinbungdlinien abjulefen.
Son oben h^ Steift ein Trieb mit Snopf (cs) unb Schnede
in bie 3ahnftan9e an ber fRüdfeite ber luffafchülfe ein unb bewirtt fo
beim Drehen ein 3uf« ober Slbwärtdgleiten bed Suffafcfchieberd. ©leich*
Zeitig machten ber baran befeftigte feiger (cs) unb ber Sluffah — bei
eingefchaltetem Schnedentrieb — biefe Bewegung mit. Die Drehung
Sie lOcmsÄanone unb bie lOcm=Äanone in Safette mit geberfpom. 299
bei burdj $ebet unb ÜRutter auf bem Trieb befeßigten Shwpfei iß
von einem ©prunggefperre abpängig. $iergu beßnben ßdj auf bet
2faflageßädje bei Stnopfei (cs) 6 (Einhaltungen, in bie jebeimal
bet im 2toffafcf(pieber eingelagerte ©djnepperßift mit ©piralfeber
einfpringt, wenn bet ßeiger ßöp um einen Teilßridj Vetfcpoben pat.
Ter 2luffapf(pieber iß hinten burdj bie fdjroalbenfdjroangförmig
eingefefete Tecte (ce) abgefdjloffen. Stuf bet Tede iß bie Sibelle
gum Sluifdjalten bei fcpiefen ftäbetßanbei in einem btongenen
Saget (c?) befeftigt. Tai ©laigepäufe bet SibeUe iß gum ©djup
gegen gerbredjen von einem lörongegplinber (cs) umgeben. Turdj
Trepen bei 23rongegp(inberi roirb bie SibeUe burdj einen 2lttifdjnitt
ßdjtbar. 3n beiben «Stellungen roirb ber ©tongegplinber burdj eine
©lattfeber gepalten.
Tie Huffafcßange (D) iß treiibogenförimg unb bon recptedigem
Jüuerfdjnitt. Stuf bet Städfeite beßnbet ßcp bie Sergapnung für ben
©djnedentrieb, auf ber linten <Seite bie »an 200 bii 10 300 reidjenbe
fDtetereinteilung mit ben entfpredjenb eingefdjtagenen ßaplen für bie
©eitenoerfcpiebung, fowie bie Stummer bei gugepörigen 2luffapoberteili
unb auf ber recpten ©eite bie ©rabeinteilung oon 0 bii 35°. Ter
mit ber ftuffapßange aui einem ©tuet gefertigte Teller (d) bient gur
2lufnapme bei mit ipm verfcpraubten Stuffafeoberteili (E). Unter
bem Teller iß vorn an einer Dlafe ber Sluffapßange ber 21 nfcplag (di),
aui Seber, burdj einen 9Het befeßigt. Unter bem 2lnfdjlag iß bie
9egeidjnung „10 cm K. Nr...“ u. „A“ ober bei fBorratiauffapßangen
ein „B.“ eingefcplagen.
Ter 2luf fap ober teil 05 (®ilb 198) beßept aui: fffernropr (A), <26
Stoniuiplatte (B), Teilfcpeibe (C).
Tai’fjetntopr (A) pat l'/jfadje Vergrößerung unb fenfrecpten
(Einblid. äufjerlidj ßcptbare Teile bei ^emropri finb: bai Dtular (a),
bai Dbjettfo (b) unb ber ßidjtfdjadjt (f). 2luf bai fjemropt iß bie
Tofenroage (c) aufgefcpraubt, beren ©runb vergolbet unb bie mit
Toluol gefüllt iß. 2Iuf iprem oberen fRanbe iß ein aui Stimme unb
Äorn beftepenbei ©ucperoifier (i), gleicplaufenb gur fjernropradjfe, ein»
gefipnitten. Ter Sicptfcpadjt geßattet ben Sidßgutritt gu ber ^aben»
platte (J) bei ^-ernropri. 23ei Tuntelpeit tann biefe burdj eine Sateme
beleucptet »erben. Tai fjemtopr iß auf bie 'Jloniuiplatte (B) auf»
gefdpraubt.
Stuf bet fRoniuiplatte (B) iß angebradjt: ber Triebtnopf (e),
bie Sremifcpraube (d), bie Supe (g), ber 9?oniui (h). Tie Supe (g)
iß gur leisten Steinigung auftlappbar. ßum ^eßpalten in ben ber«
300
Xie ®ef<$ü$n>^rt.
727
fchiebenen Stellungen bient eine Statt-
feber (k). luf ber Sremdfdjraube (d)
bejeidjnen Sfeitßriche mit ben Sorten
„Los“ nnb „Fest“ bie Drehridjtung
beim Sojen nnb Snjiehen.
Die Zeilftheibe (C) iß burd) 6
(entrechte Schrauben mit bem Zeller
ber Suffafeßange verbunben unb gegen
Serbrehen burdj eine Seitliche Sdjraube
geßdjert. Stuf ihrem äußeren SRanbe
hat bie Zeitfeheibe eine ber Zeitung
bed düchtfreifed entjpredjenbe Zeitung
von ,0/is ju lo/»«0-
6. Die lange 15 cm>ft«Mne
(lg. 15 cm-K.; Reichen jj.
(©efchfift ber Setagerungd« unb
fjeßungdartitlerie.)
(Sluä
„SonberDorfäriften für bie (JufeartiHerie". A.)
Dad SRohr (Sitb 199).
Wtantetringroljr von 4,47 m =
30 Durdjmeffern Sänge unb 3365 kg
©eroicht (mit Serfdjtufj).
ffid befteht aud Fernrohr A, SHantel«
rohr B unb ben Serftärfungdringen bed
SDlantetd C unb bed Äernroljrd D.
Dad Rernroljr iß, um Ser«
Schiebungen ber Serßärtungdringe ju
Vertjinbern, mit brei ftbfäfeen a ver«
fehen.
Der Wlantel beßeht aud einem
türjeren, ftärferen Serfchtu$ßfid unb
einem längeren, Schwächeren SRingßücf;
jroifcljen beiben ber ^ättring b. Dad
SRingßücf iß Von fedjd Serßärtungdringen C umgeben, beren Ser«
Schiebung burch **en Diebelring bi verhinbert roirb.
Dad Fernrohr iß Von fänf Serftärfungdringen D umgeben, bie
burd) Slbfäfce am ©nbe iibereinanber greifen.
Xie lange 16 cm>Jtanone.
301
£)a» äußere.
kegelförmiges langet gelb, fRingftücf vorn feget«, hinten maljen» 728
förmig, am 9üng C« bie mit ihm au$ einem Stücf beftehenben Sdjilb>
japfenfcheiben. Stuf Sfcing Cs Stifte für ben fRi$ttrei£; bafpnter auf
bem Serfthlußftücf bie Ouabrantenebene, rechts bie 9tuffa$ülfe. 8n
ber tBobenflädje $roei Sabebüchfenhafen; an ber (infen Seite ®renj«
fettenöfe mit ®renj!ette (®ilb 200).
ȟb 200.
Zer Hintere Zeil be8 Stowte«.
3lnfic$t non lintS, »erf<$luß geöffnet.
B äRantet. C »erftörtungäringe. G ©renjtette. L £abebfi$fen$afen.
E)aS innere.
©ejogener Seil: ®ur^nteffer 14,91 cm, 36 gleidjlaufenbe 3iige. 729
3unehmenber ®rall, nahe ber SRünbung brei ®urchmeffer langer gleich«
förmiger (EnbbraU. Xirallroinfet 3 bis 7 °, ®raflänge 60 biö 26 Durdj«
meffer.
Steillod) (Ugl. fBilb 199;: SJorbere f£läd)e eben, hintere bilbet ben
Jftantel einer halben SBatje, beren Slcfjfe fi^ ber Derberen Seitto<hflä<he
nach rechts nähert. Oben unb unten je eine ^fihrungöleifie, mit jener
9(chfe gleidjlaufenb. 2ln ber tinfen Seite ber hinteren SJeillodhflädhe
SluSfchnitte für bie SSerfchlußmutter wie beim 21 cm-Mrs. $m fRing*
lager ber SroabmeUring.
302
®ie GJefdjütjrotjre.
©er SJerfdjtujj.
«30 Einfädler SRnnbfeilverfchluf? in ^orm einer föaQe, an beren
vorberer 9?unbung ein Slnfafc mit einer geraten fläche fich befinbet
(vgl. Aöitb 200). ©iefer Slnfafc trägt vorn bie ©tahlplatte. 2lm
rechten $irnenbe bed SBerfchlußteild ein 9ht£f$nitt für bie Sabebüchfe
(3- 731). £>ie übrigen Einrichtungen bed SSerfchluffed finb im alt»
gemeinen bie gleichen Wie beim 21 cm-Mrs., nur fehlt bie 8abeflappe
unb bie 9?ut für ben Sapfen ber ßiehHinte.
©ad ^eraudjieljen bed Sßerfdjluffed wirb h'Er burch «ine ®renj-
fette begrenzt, bie mit einer Öfe am IRohr befeftigt ift unb beren Enb»
glieb in einen $afen ber Sßerfdjlußlette eingreift (SBilb 200).
"31 tätigt eit bed IBerfchluf fed Wie beim 21 cm-Mrs. ($. 714.)
3ft ber $erf$luß herauSgejogen, fo wirb eine Sabebüchfe in bad
Sabelod) eingefchoben, bie bad unbehinberte Einbringen von Efefchoß unb
ftartuffy in ben ftabungdraum ermöglichen unb ben Q3roabwellring
gegen 48ef<häbigung frühen foU (®ilb 201).
SJilö 201.
£abebü$fe.
Son oben.
a ©unb. b $anbgriffe. c Sdjraubenniet. d ^oljlroafye.
©ie beweglichen ^anbgriffe faffen nach bem Einfefcen in bie an
ber IBobenftädhe bed IRohred befinbli^en Sabebüchfenhaten (8ilb 200)
unb bewirten fo eine fefte Lagerung ber Sabebüchfe. ©iefe Einrichtung
erforbert bie SWitführung eined befonberen gubehörftiidd unb beffen
Einfefeen vor unb Entfernen nach Einführung ber Labung; fie ift baher
umflänblich unb ^eitraubenb.
782 fRichtmittel wie bei ber 10 cm-K. ($. 724).
©ie lange 15 cm'Kanone.
303
T* ie 3,7 cm'SHeDDivcrfMonc
3(nfi$t oon rechtd oben.
304
Sie ©efcgügtogte.
788 Die übrigen beutfehen ©efdjüfce {eigen ähnliche (Einrichtungen, in
(Einzelheiten abweidjenb, aber im ©runbfafc mit ben befdjriebenen
übereinflimmenb.
(Eine gänzlich abweidjenbe (Einrichtung {eigt nur bie 3,7 cm«
Stebotberfanone.
7. Die 3,7 cm»9tawfoertattoiie. (3,7 cm Rev. K.; Reichen $ .)
(geftungSgefchüh.)
(Sus: „Sonberüorfcgriften für bie gugartitlerie." A.)
784
<35
73«
737
738
DaS ©efchüft befteht aus Siohrbünbet, Sobenftüd, (betriebe, Sd)ilb«
japfenrahmen, fRichteinridjtung. ©efamtgewicht 211 kg.
Da« Stohrbünbel hat fünf Sichre a, bie in bie hintere Sünbel»
fcheibe b eingefchraubt finb unb burch bie borbere c fo gehalten werben,
bah ihre Siefen mit ber Slohrbünbelachfe d gleidjlaufenb finb.
Die Sichre, einfache Stahlrohre bon 1,19 m = 32 Durdjmeffern
Sänge, haöen Sintsbratl. Draßwintel 6°, Drallänge = 30 Durch«
meffer, 12 gleichlaufenbe Büge.
Da£ ®obenftüd e bient bem hinteren (Enbe ber Slohrbünbelachfe
als Sager unb nimmt baS (betriebe auf. Das Sobenftüd ift hinten
burch e’ne uni ^en ©elenfboljen h
Siib 203. brehbare Sobentlappe f, beren Ser»
Sabetri^ter. fchluß burch bie Schraube g bewirtt
. (J Wirb, gefdjloffen. Oben lints bei
o unb i ift eine Stlappe, bie, ge«
\ lifcl. i, öffnet, baS (Einfefcen eines Sabe*
trichterS jum (Einfüllen ber Patronen
geftattet (Silb 203).
V \ DaS (betriebe befteht auS ber
\ \ Sabe», SlbfeuerungS», SluSjieh» unb
t Drehborridjtung.
ij (Sefchreibung unb S'Minung
a SRüctoanb. b SeitenroAnbe. c Rapfen, biffw Deile fiehe „Sonberöorfchriften
für bie tJußartillerie.“ A.)
Dätigteit beS (Betriebes: Durch Drehen ber fturbel ii wirb
eine DriebtoeUe y mit S^necfe bewegt. Qe na^bem fich ber Deil beS
SchnedengangeS mit ober ohne Steigung gwifchen ben Bapfen einer
ßapfenmutter bewegt, breht (ich baS fRohrbünbel ober fleht ftiü.
SSährenb eS ftill fleht, wirb in baS linie obere fRohr burd? einen Sabe*
ftempel eine Patrone geflohen, baS nächfte Slohr fleht bann toor ber
dralle beS 9tuS{ieher$, baS unterfte bor einer Schufiplatte.
Sie Stafetten.
305
(Eine nolle Umbrehung ber Äurbel bewirft */& Umbrehung beß
fRohrbünbelß. SJä^renb ber Drehung wirb ber Schlagbolzen nach
hinten gegen eine Schlagfeber gebrücft unb gefpannt. SBährenb ber
Sorwärtßbewegung beß Vabeftempelß wirb gleichzeitig ber mit ihm ber«
bunbene Sußgieher gu einer fRücfwärtßbeWegung unb gum Slußgtehen
ber $ülfe veranlagt; biefe fällt nach unten burch eine Durchbrechung
beß Sobenftücfß hcraU!®.
Sei einer weiteren Drehung ber fturbel wirb ber gekannte
Schlagbolgen frei unb fchneüt nach vorn gegen baß ßünbhütchen ber
Patrone.
Seim rafchen Drehen ftnb bie einzelnen Sewegungß» unb {Ruhe*
augenblitfe nicht ertennbar unb ein ununterbrocheneß {Jener möglich.
Die fjeuergefchwinbigleit ift bon ber Qeit abhängig, bie gum
fRachfüllen bei Patronen erforberlich ift. Daß ©efdjüfe fann biß gu
40 Schuß in ber ÜRinute abgeben.
Der Schilbgapfenrahmen p auß Sronge bient gur Aufnahme 789
ber genannten Seile; er trägt an feinen fRahmenbalten bie Schtlb«
Zapfen r mit Schilbgapfenfcheiben s unb in ber borberen Serbinbung
ber Salten baß borbere äager q für bie fRohrbünbelachfe. Der
Sügel q forgt für richtige Mußeinanberftetlung ber fRahmenbalten. Die
Solgen t bienen gur Serbinbung beß Sobenftücfß mit bem {Rahmen.
Der Sperrhebel hi foll im Serein mit ber fturbenfcheibe gi Schüfe
gegen fRachbrenner gewähren.
Die fRichtmittel beftehen auß bem tegelförmigen Sorn r, auf bem 740
Sügel in brongenem Sornträger eingefchraubt, unb bem beim Such«
ftaben n untergebrachten Äuffafe, ber burch ©chrägfteQung nach rechtß
bie fchußtafelmäßige Seitenberfdfiebung außfchaltet unb eine Leitung
bon 100 biß 2000 m trägt.
IV. Hie Lafetten.
SlUgemcine Skgeidjnnngcn.
Die Stafette bilbet ein Sdjießgerüft gur Aufnahme beß (SJefdjüfe* 741
rohreß beim Spießen; meift bient eß auch alß ^afergeug gu feiner
fjortfchaffnng.
Die {entrechte (Entfernung ber wagerechten Seelenachfe über bem
Wagerechten ©efchüfeftanb heißt {Jeuerhöfee beß ©efchüfeeß. Unter Vager«
höhe berfteht man ben {entrechten Slbftanb beß SRittelpuntteß ber
Schilbgapfen über bem wagerechten ©efchüfeftanb. Seibe finb nur bann
berfchieben, wenn ber Stagerpuntt beß fRohreß berfentt ift ($. 629).
Berlin, ffiaffenlefre. 2. Buff. 20
306
Sie Safetten.
©er Safettemvintel ift ber SBiutel, ber burd) bie Sßageredjte bed
©efdjüfcftanbed unb bie Serbinbungdlmie von ber SÜtitte ber Auflage»
tante bed Safettenfdjtvanged gu bem fentredjt über ber Safettenadjfe
liegenben ?untt ber tvageredjten ©eelenadjfe gebilbet tvirb.
©ie ©eleifebreite ber fRäberlafetten briidt ben Abftanb von SOJitte
ju SOHtte ber auf bem ©rbboben jtehenben Stöber aud.
Seim abgeprofeten ©efdjüfc tjeifjt bie Stiftung, nadj ber bie
ffltiinbung bed JRohred geigt, „vom“; bementfpredjenb „ljinten“ bjto.
„redjtd“ unb „linld".
(Einteilung ber Safetten.
742 . ©ie Safetten werben eingeteilt:
nadj ber ©efdjüfeart, bie in ihnen gur Sertvenbung gelangt: '
in Stammen», lurje Stanonen», ^aubifc» unb SWörferlafetten;
nach bem ©urdjmeffer ber aufjunehmenben ©efdjiifcroljre:
in 3,7, 5, 9, 10, 12, 15 unb 21 cm<Safetten;
nach bem Sertvenbungdort:
in Safetten ber gelbartillerie, ber fdjtoeren Artillerie bed gelb»
. fyneä, ber Selagerungd», geftungd-, Stiften» unb ©djiffd»
artillerie;
. nach bem Sßertftoff, aud bem fte hauptfächlidj 9efertigt finb:
in eiferne unb ftählerne Safetten;
nadj ber Sewegungdfähigteit:
in fahrbare Safetten unb foldje, toeldje bauernb auf befonberem
Unterbau aufgeftellt finb;
nach ber Art bed Aufbaud:
in Stöber-, SJanb«, ©rog«, Staljmen» unb Sßiegenlafetten.
$u ben ftaljmenlafetten gehören auch bie 3Rinimalf<harten»8afetten.
(Eine befonbere Art bilben bie ber 3,7 cm«Sievolber!anone eigentümlichen
Safetten unb bie 5 cm ^anjerlafette;
nach ber geuerhölje:
in Safetten mit großer unb geringer geuerljöhe.
Slnforbcrungen an bie Safetten.
Aid Sdjiefjgerüft.
743 ©ie Safette foll:
1. bem Stoljr eine fidjere unb fefte Sage gegenüber ber bauemben
Seanfprudjung beim ©djießen geben, ©er fRüdftoß bed fRohted, beffen
®röße hauptfäcbli<h vom Sabungdverljältnid unb (Sefdjoßgenricht ab-
hängig ift, wirft vornehmlich in 9tidjtung ber ©eelenachfe. Cfr über»
Stnieilung bet Stafetten. — Stnforberungen an bie Stafetten.
307
.trägt fich gunäcbft auf bie (Stellen, wo bad sJtofyr mit ber Safette Ber»
bunben ift, auf bie ©djilbgapfen unb bamit auf bie gange Stafette; er
bewirtt ihren SRüdlauf. ferner Wirft ber Drucf ber $ufoergafe na<t)
unten, namentlich an ber Stelle, wo bad Verfchlußftfid bed SRohred
unterftü^t wirb. ‘Die (Einrichtungen ber Stafette mfiffen fo bef^affen
fein, baß bad SRohr nach bem Schuß trofe biefer Veanfpruchung beim
Schuß feine Borger innegehabte SRidjtung wieber erhält;
2. bie für ben jebedmaligen ®ebraucbdgwed unb »ort richtige Vager«
höhe haben;
3. bie Vebienung erleichtern burd; (Einrichtungen, bie ein bequemed,
fchnetled Saben, SRichten unb Slbfeuem ermöglichen;
4. ben SRfidlauf aufheben ober fo weit einfchränfen, ald ed bie
fRfidficht auf $altbarfeit guläßt.
Die Veanfpruchung ber Stafette Würbe gWeifellod bie geringfte fein,
Wenn man ben SRüdlauf begfinftigte; anberfeitd ift bad Vorbringen
bed ©efchüfced in feine ©chießftellung ber anftrengenbfte Deil ber
Vebienung, bad aud biefem ®runbe auf bad mögliche SNinbeftmaß
herabjufefeen, am beften gänjlich audgufdjalten ift. 2ln manchen
©ebraudjdorten fehlt and; ber SRaum für ben fRfidlauf (in Safematten,
Vangern).
3lld f^ahrjeug.
Die Stafetten foQen leicht beweglich fein, unb wenn fie mit ber 744
Vro^e gu einem bierräbrigen gahrgeuge berbunben finb, gute Ventbar»
feit, Viegfamteit unb ©idjerheit beim fahren befifeen.
Qm einjelnen finb bie Slnforberungen an bie Stafetten toerfchieben,
je nach bem ßwed, bem fie bienen, unb bem ürt, an bem fie berwenbet
werben fallen.
a. gelblafetteu.
3relbgef$fifce fallen bad [feuer fc^nell eröffnen unb eine möglich^ 745
große ^euergefchwinbigteit entwideln. Dagu muß bie Stafette bequem
unb fchnell bon ber <ßrohe getrennt, „ab geprobt" Werben tönnen. Died
Wirb burch eine tiefe Sage bed ©djwerpuntted unb geringed ®etai^t
ber Stafette erleichtert.
$n unb an ber Stafette mfiffen alle ®eräte, bie für bie [feuer»
eröffnung notwenbig finb, angebracht fein; ein Deil ber Vebienung,
gwei SRann, muß auf ihr Vlafc finben. Die Vebienung muß burch
geringe fyeuerhöhe erleichtert werben, bie außerbem ben Vorteil hat
baß bad ®efchüfe bem ®egner ein fleined .ßict bietet. Die Vorrichtungen
gum SRehmen ber $öhen> unb (Seitenrichtung mfiffen ein fchnetled ©in«
20*
308 ®ie Safetten.
richten, fd)nelle Anbetungen ber ^Richtungen unb fchnetlen 3ie(wed)fel
ermöglichen.
Der SRüdlauf muß möglicffft aufgehoben, wenigftenS tun(id)ft be«
fdjräntt werben; auch e’ne längere ^euertätigfeit barf bie Sebienung
nicht übermäßig anftrengen, ihr Schuh burch ®d)ilbe toünfchenSwert.
A(S ^ahrjeuge muffen bie ^felblafetten gute Fahrbarleit, begünftigt
burch 9ro^e ©leiSbreite, (eichteS ©eroi^t unb tiefe S^toerpunltSlage
haben.*)
b. Safetteu ber fd)weren Artillerie beS f^IbheereS.
74« Auch oon ihnen Verlangt man große ^euerbereitf^aft unb W?ög(id)«
leit fd)neHer Sebienung; ihre Einrichtungen müffen, trofcbem fte natur«
gemäß fehlerer als bie f^e(b(afetten finb, ben ©efd)üfeen eine mögtichft
große ®eweg(id)feit Verleihen. Die fd)Werften ©efdfühe erforbern (Sin«
rid)tungen, bie bad ©efchüfc nad) bem Schuß felbfttätig Wieber in bie
Feuerftellung bringen.
Die ßafetten miiffen geftatten, mit fehr großen Erhöhungen ju
fließen, um bie Schußweite boll auSnufcen gu lönnen.
Das bebeutenbe ®ewid)t ber fchwerften ®efd)ühe macht ein $ort«
fdjaffen beS 9h>hreS in ber Lafette untunlich; beShalb muß bei ihnen
bie 3Rögtid)leit eines Quellen AuS« unb Einlegens beS SRoj)reS
gegeben fein.
c. SelageruugSlafetten.
747 Die Anforberungen an biefe beden fid) mit ben unter b erwähnten,
nur tann man bie ^orberung großer ®ewegtid)teit etwas einfd)rän!en.
2Bünfd)enSwert ift ferner bie 9Rög(id)teit, bie (Bebienung gegen feinb«
(id)eö fteuer burch Sruftwehren gu beden; befonberS für bie Flachfeuer«
gefd)üfce; biefe müffen baher große Feuerhöhe hflben.
d. FeftnngSfafetten.
748 ®ie große Wlannigfaltigleit ber FeftungSgefd)üfee bringt natürlich
eine große 3Berfd)iebenheit ber Anforberungen an ihre Lafetten mit fich.
Die (eid)ten Rampfgefchühe müffen ähnliche Lafetten Wie bie Fdb=
gefd)üfee, bie ferneren folche wie bie ®efd)üfce ber f^weren Artillerie
beS FtlbheereS unb bie (BelagerungSgefchüfee haben. 2öo nod) fd)were
F(ad)bahngefd)ühe auf hohem SBall aufgeftedt finb, müffen fie ben
*) Sie Stafetten ber ©ebirgäartiUerie müffen befonberS leicht fein, fi$ föneU
jerlegen, auf Xragttere oerlaben unb roieber jufammenfefcen laßen. Auch muß bie
3Rögli$!eit uorßanben fein, bie fiafette auf gangbaren fflegen faßten ju tönnen,
unb feßließließ muß berStücHauf möglicßft aufgeßoben fein.
3)er Aufbau bet Safetten.
309
Truppenbewegungen fdjneß folgen lönnen, ihre Safetten müffen baher
befonberd fdjnefle SJeränberungen ber Seitenrichtung geftatten.
(Eine befonbere ärt ber Sreftungdgefchäfce finb bie unter Rangern
aufgefteßten, bie in ihrer Safettierung auch befonbere (Einrichtungen
geigen. (Ein Stöcftauf ift bei ihnen audgefdfloffen, ber Slüclftoß muff
burch ben ferneren ganger aufgefangen werben. (Eine Bewegung bed
fRohred um bie Schilbgapfen würbe ein große Scharte im langer
bebingen; um biefe gu vermeiben, muß ber ©rehpuntt bed SRohred an
ber Sölünbung ober nahe an biefer liegen.
©ie Safetten ber in Äafematten aufgefteßten Startätfch» unb
Schneßfeuergefchüfce muffen ben fRüdlauf aufheben unb eine fehr große
tjeuergefdjwinbigleit geftatten, ba fldj bie ©ätigteit biefer ©efdjühe auf
SRinuten gufammenbrängt.
e. ftiiftenlafetten.
©ie Safetten ber fchweren ftüftengefchüfee für bie Seefront müffen U9
in befonberd hohem SRaße eine fdjnelle SJeränberung ber Seitenrichtung
erlauben, um ben fdfneß fahrenben Schiffen in ber Bewegung folgen
gu lönnen. ©a man bon ihnen leinen Steßungdwechfel verlangt,
tommen faft audfchtießtich Safetten gur ißerwenbung, bie auf befonberem
Unterbau aufgefteßt finb ober fich in Rangern hefinben.
gür bie Stampfgefchühe ber Sanbfront gelten bie an fjeftungd»
lafetten gu fteßenben Slnforberungen, ebenfo für bie leichten unb
Startätfchgefchüfee.
f. Sdjiffölafetten.
Sei ben Sd?iffdtafetten faßt bie fjorberung ber JBeWeglidjteit 750
gänglid? fort, ber Slüdlauf muß aber wegen ber engen Schiffdräume
auf bad äußerfte befdjräntt werben, ferner müffen bie Sdjiffdtafetten
(Einrichtungen befifcen, bie ihre (Eigenbewegung beim Schwarten bed
Sd)iffed verhinbern.
©er Slufban ber Safetten.
A. Die fahrbaren Lafetten.
Ogemeine (Einrichtungen.
Sie beftehen aud gwei SBänben, beren Cuerverbinbungen, ber 751
$öhenrichtmafchine, ber 2l<hfe, ben fR&bern mit gugehörigen ©eilen
unb bem SJefchlag. $iergu tommen noch (Einrichtungen, bie für ben
befonberen ©ebraudjdgwecf ber verfdfiebenen Safetten beftimmt finb:
Safettenlaften, Seilbremfe, Sporn, Sldjdfifce, SeitenriChtmafchine, auf*
310
$ie Lafetten.
752
758
gefegte eiferne Vöde, bei ben fRobrrüdlauflafetten aufjerbem SSiegenträger
mit SBiege, in bereu innerem fi<b bie fRüdlaufbremfe befinbet, unb
nötigenfalls ©d^ufefdjilbe.
©ie Söänbe finb jwei auf ber tjofjen Raute fie^enbe fläbleme
ober eiferne Sßerfftüde. <Sie finb entaeber gleicblaufenb ober nähern
fid) einanber am Safettenfcbwanje, bem ^interften @nbe ber Safette.
3$re hiernach gebotene SluSeinanberftellung wirb burdj Querterbiubungen,
fRiegel, SStefy, bewirft.
a Ständer.
b i'afettenroanb.
r Strebe.
d 9Jafen.
e SJMrfdjIafler.
/ Üorberer ^odfufc,
<1 .vinterer ^orffufu
k 6 djitojapfcnliifler.
i ftettc.
4- Splint
in Sctjilbjapfenpfarmenberfd.
Sift> 204.
T)ie SBänbe finb oben unb unten umgebogen, fie bilben „ffrlanfdfe"
unb ruffen enttoeber vorn auf ber 9I^fe, ober biefe gebt burdf bie
SBänbe binbureb- hinten finb fie burdj einen ©cbtoan^riegel, (S^wanj«
bledb, ^ro^öfe miteinanber berbunben. Um fie wiberftanbSfäbiger gegen
ben beim ©ebufj auSjubaltenben ®rucf ju mad^en, werben fie meift
burdf befonbere Vorrichtungen in fid? abgefteift.
Cben tragen fie bad Sager für bie ©djilbjapfen bed JRobred ober
Sßiegenträgerd, bie S^ilbjapfenpfanne, ober biefed ift auf befonberd
Ser Stufbau ber Safetten.
311
aufgefefcten, bie ^euer^ö^e bergröfternben Söcfen angebracht. Sin
Seifpiel eines eifernen SafettenbodS beranfchaulidß Silb 204.
©ie Safetten mit graftet fteuerhöhe müffen bie SRöglichteit ge«
währen, bad fRohr beim SRarßh tiefer ju lagern, ba fonft wegen beö
hodjliegenben SchwerpuntteS leicht ein Umtippen eintreten tönnte.
$iergu bient baS SRarfchlager e, in bem bie Sdjilbjapfen gelagert
»erben.
©ie SBänbe ber ferneren ÜRörferlafetten $aben im allgemeinen
eine breiecfige fjorm mit teilweife abgefdptittenen Scfen unb finb oben
mit StaSßhnitten für bie Sdjilbjapfenpfannen verfeften.
Sin ben SBänben finb bie Vorrichtungen jum SeWegen beS ab*
geprobten ©efdjüfceS, bei manchen ©efdjüfcen ferner SremSborridjtungen
angebracht.
Sin {amtlichen Safetten, mit Ausnahme ber Safetten ber fjelb* 754
gefd)üfee unb ber Schnellfeuergeßhüfee Keinen ©urdjmeffers, ift jwifchen
ben SBänben eine borbere unb eine hintere fRichtftala befeßigt. (Sgl.
8. 681.)
©ie £)öhenricf)tmafdjine bient jum {Rehmen ber ^öhenridjtung. 755
Sie muft bewirten, baft man bem SRoftr leicht unb fchnell bie befohlene
(Erhöhung gibt unb gewährleißen, baft biefe (Erhöhung beim Schuft
beibehalten wirb.
Sie befinbet fich jwifcften ben SBänben, bei mannen f&efchüfcen
iß ihre ©riebvorridjtung an ber äufteren Seite ber Safettenwanb an*
gebracht.
(ES ßnb im Gebrauch bie ©oppelfchrauben« unb bie 8a^n* 756
b o g e n • fRidßmafdjinen.
©ie ©oppelfchraubenrichtmafchine iß mit bem fRohr felbß,
bem fRohrträger ober ber fRidjtfohle, auf ber baS fRohr ruht, berbunben.
(Seifpiele einer folgen fRidßmafchine S. ©afel V unb Silb 212.)
©iefe fRidjtmaßhinen arbeiten feljr fdjneß, geßatten aber nur ber*
hältniSmäftig Heine (ErhöhungSunterfdjiebe ju nehmen unb werben
beShalb bornehmlich bei f^lachfeuergefchüfcen berwenbet.
©ie ßofinbogenrichtmafchine befteht ßets aus jwei $aupt* 757
teilen, bem burch e’ne kurbel betätigten ©rieb (fRidjtweHe), ber fich
gwifchen ben Safettenwänben beßnbet, unb bem ßahnbogen. Sefeterer
iß bei Steilfeuerlafetten halbtreisförmig am fRohr ober SBiegenträger
befeßigt (Seifpiel 8- 792 Silb 220.)
Sei ftanonenlafetten erfe^t ber 8a^nbogen bie fRidjtfchraube unb
tß Wie biefe mit ber fRidjtfohle ober bem fRohr berbunben. (Seifpiel
8- 836 Silb 226.)
312
Die Safetten.
Die 3abnbogenrid)tmafd)inen arbeiten nicht fo fc^neö wie bie
Doppelfcbraubenridjtmafcbinen, nehmen aber Wenig fRanm ein unb ge«
ftatten bie größten (Erßö^ungöunterf^iebe zu nehmen. ©ie werben bei
ben ©teilfeuergefdjflfcen unb ben ferneren ^ladjfeuergefdjüfcen berwenbet
758 . Die Ädjfe (Vilb 205), meift aus Stahl, befteht aus ber Vier«
tantigen ober Walzenförmigen SRittelacbfe, bie befonberS ftart fein muß,
ba fie ben $auptftoß beim ©djießen auSjubalten bat, unb ben beiben
legeiförmigen, etwas nad) unten geneigten ad)Sfd)enteln. Diefe Steigung,
©tflrjung genannt, bejwecft, beim fffaßren bie Stöber nad) innen, gegen
ben Stoß, zu briiden unb tyr ©(blättern ju verböten.
BUb 206.
»«Öfen.
Die Sld)fe ift entweber soll ober ßobl; lefctere bat bei gleichem
®ewid)t eine erheblich größere SBiberftanbSfäbigfeit gegen Verbiegen
unb {Bremen.
Die ftobrriidlauftafetten haben oft eine nach unten geköpfte Slchfe
von biefer ffrorm “|_____T, um eine niebrige ^euerböbe ju erhalten
unb um bie SBiege unb bamit ben ©cbwerpuntt beS @efd)übe8 möglichft
tief legen ju lönnen (j. V. s. F. H. 02. ß. 803).
759 Die Verbinbung ber 2ld)fe mit ben auf ihr rußenben Safetten*
Wänben gefd)iebt burch Slety, «nb boljen; gebt bie SItbfe
burch bie SBänbe, fo finb biefe mit befonberen Verhärtungen unb Um*
fröpfungen jur Aufnahme ber Slchfe oerfeben. Diefe Slrt ber Ver*
binbung gewährt ben Vorteil, baß man bem Stobr eine niebrige Sager*
höbe geben tann unb baß fie bie ^eftigteit beS SafettenaufbaueS Wefent*
lieb fteigert.
Der Sfafbau ber Stafetten.
313
Um ben beim SRütfftoß erfolgenben Drucf möglichst gleichmäßig 760
auf bie gange ädjje gu verteilen, finb an ben meiften Stafetten fogenannte
SRitnehmer angebracht (SBilb 206). ©ie$ finb eiferne, auf beruhen
ftante fiehenbe Schienen, bie an beiben (Enben mit unter ftumpfem
RBintel angefefeten, föeibenförmigen äugen verfetten finb. J)aS vorbere,
nach außen angefefcte äuge bilbet bie Stoßfeheibe ffir ba« fRab unb ift
gum äuffdjieben auf bie ädffe, ber fjorm biefer entfprechenb, burdjbohrt.
®a« Hintere äuge, burd? welches ber bie SRitnehmer unb bie Stafetten-
toänbe verbinbenbe SRitnehmerbolgen führt, ift an ber äußeren Stafetten-
tvanb mittete einer SRitnehmerplatte gelagert.
Selb 206.
Otunbfaj beä Slitneljtnerä. (Stafette non oben gefetyen.)
A 3Rittela$fe. ^4* 9($3f$ente[. L Stafettenroanb. R Stab. M Wünefjmer.
Ml Sorbetes Sluge. 3P SintereS Sluge. M* 2Rttnef|merptatte. B SRttnebmer«
boljen mit .Wfe.
®eim ©<huß mirb ber auf bie Stafettenmänbe auSgefibte @toß von
biefen. auf bie SRittelachfe übertragen. Da« ^Beharrungsvermögen ber
SRfiber muß baburch fibertvunben werben, baß bie SBetvegung ber SRittel«
314
S)ie Safetten.
adjfe auf bie SIcfiSfcfjenfet übertragen Wirb. (Ed fönnte nun feiert ein
Verbiegen ber bem erften Stoß audgefefcten THytfadjfe eintreten,
wenn nicht bie Sldjdfchenlet beim beginn bed fRücflaufed mitgenommen
würben.
761
763
Selb 207.
Siabrfdjeiben.
762
n
a Sünfe.
c 9töf)rfd)eibe mit «paten.
Die 'Speidßenräber fefeen
3ur Sldjfe gehören nod) bie fRöhrfcheiben unb, wenn leine Sölit«
neunter Vorlauben finb, bie Stoßfeheiben, jWifd)en benen fid) bad fRab
bre^t. Der burd; bad (Enbe ber Sldjfe gehenbe ißorfieder, ber bad
Slbgleiten bed ?Jiabed von ben «Sdjenteln
ver^inbert, Reifst bie Sünfe. Die fRöhr»
fdjeiben ftnb oft mit $aten ober Knebeln
jum (Eingängen von Dänen verfemen.
Sille Slchdfchentel habenSchmiertammern
ober »rinnen.
Die 91aber. (Ed werben blocf»
unb ©peidjenräber verwenbet.
(Erftere befielen aud einer ÜRetaU»
fdjeibe mit Durchbohrung für bie Sldfd«
fdjentel; fie finb niebrig unb werben
vorjugdweife ald Schießräber ' bei
ÜRörferlafetten unb ald Schwenträber
bei Küftenlafetten verwenbet.
fich aud 9?abe, Speichen, fyelgentranj
unb fRabreifen nebft S3efchlag jufammen. (Ed gibt Speichenräber mit
hölzerner unb metallener 9?abe.
Sin ben Stöbern mit hölzerner 9?abe (iBilb 208) unterfcheibet man
ben Stoß, inneren Deil, ben Raufen, bad biefere äRittelftüd unb bie
Stöhre, ben äußeren Deil. Die Stabe wirb burd; eifeme fRinge (a,
b, c) jufammengehalten. Die innere Durchbohrung jur Slufnahme bed
Stdjdfchenleld ift mit einer gußeifernen SSudjfe mit (Schmierrinnen Ver»
fehen. $n ben Raufen greifen bie 12 «Speisen mit ihren teilförmigen
Rapfen in fdjräger Stiftung ein. Diefe Sdjrägftellung, Stürjung
genannt, foll bad Stab bei fchräger Stellung unb gegen plöfcliche «Stöße
wiberftanbdfähiger machen. Die h^Uernen Speichen ha&en an ^en
(Enben rechtecfigen, in ber SRitte eiförmigen Querf^nitt; fie greifen
mit ihrem oberen, waljenförmigen ßapfen mit fieber in bie felgen ein.
Die fedjd gebogenen felgen ftnb burch Diebel miteinanber verbunben
unb werben burch ben IRabreifen jufammengehalten. Diefer wirb burch
(Erhifcen erweitert unb in biefem ßuftanbe aufgejogen; beim (Ertalten
jieht er fich jufammen unb übt einen Drucf auf bie felgen aud. (Er
Wirb burd) fed)d IBoljen mit ben felgen verbunben.
!E>er Aufbau bet Safetten.
315
©ei bett Stäbern mit metafiener Stabe (©ilb 209) wirb biefe bitrd) 764
ben Stöhrteil a mit ber feften Scheibe b unb ber lofen c gebilbet;
lefetere bilbet bei ben für ©eilbremfe eingerichteten Vafettenräbern bie
Seiltrommel, (©gl. ©ilb 210.) innerlich befinben fi<h gwei weitere,
in ber SDtitte eine engere Ausbohrung; biefe bilbet bie ©djmierfammer.
Qn bie weiteren Ausbohrungen finb bie fchwach legeiförmig auSgebohrten
©u^Sringe d aus ©rongehartgufj eingefchoben. Sie lehnen fich mit
einem aufgetröpften ftanbe an bie $irnffö<hen beS dlöhrteils an unb
werben burdh eine ©tiftfchraube gehalten. $)ie lofe Scheibe ift auf
316
!Die Safetten.
766
ben Stößrteil anf«
gehoben; über bie»
fen ift ein Rot«
ring e gehoben,
ber ebenfalls burdj
©tiftfdjrauben
baran befeftigt ift
gtüifdjen ben Rot»
ring unb ba$@toß«
enbe be6 Stößrteil«
greift ber Stanb
ber©toßf<heibeein.
Die ©peidjen B
fußen mit ißrem
am Stabenenbe be«
finblidjen Steil ben
Staunt jioifdjen
beiben (Sdjeiben
ber Stabe »ößig
au«. gtoölf Staben»
boljen f mit SJtut»
tem geben burdj
beibe ©djeiben unb
bie <Spetdjen!eile
unb galten bie
Seile ber Stabe ju»
fammen.
®ei neueren
Stöbern finb bie
(Speidjenenben
nidjt in bie felgen
eingelaffen, fon»
bem je in einem,
auf ben felgen»
tranj mit jtvei an«
genieteten Sappen
befefligten, napf«
förntigenSpeidjen«
fdju$ eingelaffen. $ierburdj erreidjt man eine größere SBiberftanbö«
ffißigfeit ber türjeren ©peidien unb ber felgen, bie ni$t meßr burdj
2)et Slufbou bet Safetten.
817
bie KuSftemmungen ffir bie Spetdjenenben gef<hivä<ht finb. ferner ift
bem (Einbringen von SBaffer unb bamit bem faulen ber felgen unb
©peidjenjapfen vorgebeugt.
Äße neueren (Steföfifce fyiben Vorrichtungen, um ben fRfidlauf 7tt
ber Safette einguf$rän!en; biefe finb ber Sporn unb bie ©eilbremfe;
lefetere bient aud? zugleich al« tJabrbremfe.
»ilb 210.
(Brunbfafc bet Seilbremfe.
(9fttfic$t von oben, gefpannt.)
A 9l$fe. A' Ste^bfe^entel. R Stab. L Safettenroanb. M 9litne$met. S Spann:
föiene. T Seiltrommel, b !Drat)tfeil. B 9temät)ebel. K »remdtlofc. H Stell:
$ebel. F gebet.
®ie ©eilbremfe ift eine 9tabenbremfe, bie felbfttätig beim fRiicf«
märtöbetvegen ber Safette wirft, fobalb fte gefpannt ift.
Sie befteht (Vilb 210) aus einer meifl unterhalb ber ftchfe auf« 707
gehängten febernben Spannfdpene, an beren (Enben £)rahtfeile aus
318
Sie Safetten.
Verjinttem ©tahlbraljt befestigt ftnb. ©iefe finb an ihren (Enben runb,
in ber SDlitte flach geflodjten unb mit TReibftürfen aud ©ohlleber verfeljen.
©ie ©eile laufen von ber ©pannfdjiene aud in jwei von innen
unten über hinten oben unb nadj äugen gehenben SBinbungen um bie
©eiltrommeln. ©ie in ber vorberen (Enbfdjlinge befinbliche Keine
Saufche ift burd; Sollen mit bem Stoben ber ©pannfdjiene verbunben.
©ie in ber Hinteren (Enbfdjlinge befinblidje große Saufdje ebenfo mit
bem unteren ©remdbebel.
©te aud jWei Ernten beftehenben ©remdhebel finb um einen ©reh»
böigen beweglidj, ber in einem Sager an ber Safettenwanb befeftigt ift.
©ie oberen IBremdhebel, in beren Stauen bie $remdtlöfce befeftigt
finb, haben unten einen Sludfdjnitt jur Slufnahme ber unteren fflremö«
hebel, bie an einem ®nbe mit Södern Verfemen ftnb, um ben Kbflanb
ber fBremdtlöfce Vom IRabreifen regeln ju lönnen.
bermitteld eined ©telfljebeld tann man bie Sremfe in ©ätigteit
fefcen. beim .ßurüdgieljen bed ©teU^ebeld wirb bie ©pannfdjiene ge«
fpannt; bie vorder lofe um bie Seiltrommel liegenben ©eile werben
feftgegogen.
Säuft jefet bad ©efdjüfc jurücf, fo machen bie ©eile bie ©reljung
bed fRabed mit, fie Wicfeln fidj im ©inne biefer ©reljung, b. h- fo auf,
baß bie Hinteren ©eilenben fiirger werben unb ben Sremdhebel mit
bremdtlofc nadj vorn gieren; legerer tritt an ben fRabreifen heran
unb bewirtt fo bad bremfen.
beim borbringen bed ©efdjüfced wicfeln fich bie ©eile in umge«
leljrtem ©inne ab, fo baß bie hinteren ©eilenben länger, bie vorberen
tiirjer Werben; habet werben bie langen SIrme ber unteren bremdhebel
infolge bed ©ruded ber fjeber, bie beim Hlüdlauf gufammengebrüdt
würbe, nach hinten, alfo ber bremdtlofe vom fRabreifen weggebrüdt.
768 ©ie ©eilbremfe bringt eine hoppelte Reibung hervor, bie ber
©eile auf ber ©rommel unb bie ber SBremdllöfce am fRabreifen. $ier«
burch tritt eine allmähliche, bie Safette fdjonenbe f8remfung ein. ©er
$auptvorteil beruht in ber ©elbfttätigteit ber Sremfe; wenn ber ©tett«
hebel einmal geftellt unb bie ©pannfdjiene gefpannt ifl, arbeitet bie
Sremfe, bid fie abgefteHt virb.
©ie notwenbige ©tärfe ber IBremfung fann geregelt werben, inbem
ber ©teHhebel mehr ober weniger ftart vorwärts gebrüdt wirb.
©ie ©eilbremfe wirb auch ald fjahrbremfe beim &ergabfaljren
benufct; ein gurüdrollen bed ©efdjübed im galten beim Sergauffahren
Wirb burch Hemmung bed rechten SRabed mittels einer ^emmlette ver«
hinbert.
©er Aufbau ber Safetten.
319
©er Sporn bient jur {tarieren Hemmung beS Stüdlaufed. (Er "69
beftept aud ben Firmen unb ber Starre unb ift brepbar an ber ^ßrop»
öfe befeftigt. Seim ©ebraucp toirb er unter bie ßafette gelegt, fo baf
feine Scparre mit ber Scpneibe in einem ®intel jur SBagerecpten fiept.
$n biefer Stellung wirb er geroötjnlic^ burd) eine Sette, bie in einem
Sieben ber rechten ßafettenroanb eingehängt wirb, gehalten. (Selb 215.)
Seim Stficflauf gräbt fiep bie Scharre mit ber Scpneibe in ben
Soben ein, toährenb [ich ihre obere fjläcpe feft gegen ben unteren Seil
ber ißropöfe legt, unb beranlert fo bad ©efcpüfc. ©er fRüdlauf ift
aufgehoben, bie fjeuergef^minbigfeit erheblich gefteigert.
©ie ßafetten ber Stohrrücflaufgefchühe beftepen aud jioei Seilen, 770
ber Unterlafette, bie im allgemeinen bie betriebenen (Einrichtungen
beftpt, unb ber Oberlafette ober Sßiege, roelcpe bie ©leitbapn für
bad fRopr bilbet unb bie Sremd» unb Sorpolborricptung aufnimmt.
©ie in ©eutfcplanb unb ben meiften übrigen Staaten eingeführten
Stohrbremfen finb fjlfiffigleitdbremfen; bad Sorbringen bedStohred ge«
fcpiept burch fjeberlraft.
Silb 211 beranfcpaulidjt bad Wtufter einer berartigen üßiege.
©ie SBiege A befteht aud einem länglichen, ftählernen Saften, 771
ber oben jroei feitlicpe ^fihrungdleiften trägt, bie bon ben, meift mit
Sronje gefütterten Stauen bed {Ropred umfafjt »erben.
©er Saften fcpüfct bie in ihm bepnblicpen Seile gegen feinblicped
{Jener unb Serfcpmufcung. ©ie .Stüifdjenräume jtoifcpen Stohr unb
SJiege finb burch ©djufeblecpe gefdjloffen, um ein (Einbringen bon
Scpmufc in bie ©leitbapn ju berpinbern.
©ie SBiege wirb burch eine abnehmbare Sür ober Sappe M,
hinten burch einen f“r ^elt Sremdjplinber burcpboprten Soben gefcploffen.
©ie Sremdborricptung befteht aud bem Sremdjplinber G unb 772
ber Solbenftange K mit bem Solben L.
©er hohl® Sremdjplinber ift hinten burch ben {Robrpalter B
mit bem hinteren (Enbe bed fRopred feft berbunben, fein Sopf ift burch
eine Stopfbucpfe abgebicptet. 3n bie ©änbe bed Sremdjplinberd finb
ßfige eingefcpnitten, bie born tief finb unb nach hinten allmählich ber»
laufen; fein ^oplraum ift mit ber Sremdflüffigleit (®lpjerin unb Sßaffer)
gefüllt.
3m Sremdjplinber liegt bie Solbenftange K, bie born mit ber
Sappe M feft berbunben ift unb mit iprem Solben L faugenb an ben
SBänben bed Sremdjplinberd liegt. $n ben hinteren, fohlen Seil
ber Solbenftange ragt ber mit bem Sremdjplinber berbunbene Sor»
laufborn H hinein. Um ben Sremdjplinber finb bie Sorpol»
320
!Die Safetten.
»ilb 211.
SRufter einer Söiege mit ftoljr&remfe unb ^eber^oler; iljre Serbinbung mit ber Unterlafette.
febern J, ftar!e®djrauben-
febern mit Sorfpannung,
berartig gelagert, bafj gwet
anetnanber flofjenbe febern
entgegengefefete ©mbungen
haben, bamit fie bei etwa
eintretenbemöruch fidj nicht
ineinanber fdjieben lönnen.
Die fiebern pnben vorn
ihr SBiberlager an einem
®unb bed Sremdjplinberd,
hinten am ©oben ber
Sßiege N.
Die SBerbinbung ber 1
SBiege mit ber Unterlafette
bewirft ein unter ber fDHtte
ber SGBiege befinblicber^ohl»
japfen D (äufjered Sager),
ber fich über ein bie Sa«
fettenadhfe umfaffenbed in«
nereS Sager E legt. (©ei
anbern SJiegen greift biefer
$ohljapfen in einen mit
feitlichen ©djilbgapfen in
ber Unterlafette ruhenben
©iegenträger berart ein,
bah bie SBiege um ben
erfteren feitlich gefdjwentt
werben tann). Der hintere
Deil ber ®iege ruht mit
bem ©leitftfief C auf ber
Slichtfohle ber ^öhenridjt«
mafdjine. Dur$ Drehen
ber ^öhenrichtmafchine hebt
ober fentt fich ber hinten
DeilberfRidjtfohlemit SEBiege
unb SRohr, burch Drehen ber
©eitenrichtmafchine wirb bie
Sßiege wagerecht um bad
innere Sager gefdjwentt.
Sie 3«(blafette 96 n/A.
321
©irtungdWeife ber Vremfe. Säuft bad fRohr mit bem Vremds 774
jplinber jurüd, fo toirb burdj ben feßßeljenben, faugenb fdjließenben
Kolben bie giüfßgfeit im Vremdjplinber üor bem Kolben jufammen«
gebrüdt unb burd) bie 3*l9e auf bie anbere Seite bed Kolbend gepreßt.
Die 2(rt ber .güge (3- 773) bewirft, baß ber ©iberßanb allmählich
ftärler toirb, bid mit bem Slufhören ber 3üge feine giüfßgfeit mehr
burdjßrömen tann. Sin bem ©iberßanb gegen ben fRüdlauf bed
Sremdjplinberd nehmen audj bie Vorfjolfebern teil, bie jwifdjen ihren
©ibertagem jufammengebrüdt, alfo gefpannt werben. Der Vorlauf
bed fRohred wirb burd) bie fidj wieber audbehnenben Vorljolfebem
bewirft, wobei bie giüfßgfeit Wieber burdj bie 3'*9e auf bie Seite Dor
bem Rolben jurüdßießen muß. Der Vorlaufborn brängt hierbei bie
in ben $ohlraum ber Rolbenßange geßrömte giüfßgfeit ^eraud unb
bewirft baburdj, baß bad fRohr oljne Stoß in bie fRuljeßeQung gelangt.
Die fBefdjläge bienen jur Vergrößerung ber $altbarfeit unb 775
geßigfeit ber Safette, jur Verbinbung Derfdjiebener Heile untereinanber,
jur Unterbringung Don 3u^e^r unb jur (Erleichterung ber Vebienung.
Die Vejeidjnung ber Vefdjläge iß ihrem febedmaligen (Gebraudjd«
jwed entfpredjenb.
Die fahrbaren Lafetten ber ^auptfäc^lic^ften ©efdjäfee.
1. Die gelblafette 96 n/A. (F. L. 96 n/A.)
(3uö Sßernigt unb Iraug: „Sienftuntereicbt", Stadjtrag. Berlin 1908.
®. @. Wittler & @obn. (Sinjelfjeiten Der 6inr«btung f. „SaS (JelbarttUerie=
Material 96 n/A." IV.)
Die gelblafette 96 n/A befteht aud ber Überlafette (A) unb ber 776
Unterlafette (B) (Vilb 212).
Die überlafette.
Die übertafette bient bem fRoljr ald ©leitbaljn beim Sdjuffe 777
unb Derbinbet biefed mit ber Unterlafette; i^re {jauptteile finb:
bie fRoljrwiege (a),
bie fRoljrbremfe (in ber fRoljrwiege),
bie Seitenridjtmafdjine (c)
unb bie IRidjtmittel.
$auptteile ber fRoljrwiege (Wb 213) finb: 778
Dad U-förmig aud einem Stüde Stahlblech gepreßte oben burch
bie Dedplatte (B) mit ben beiben feit liefen (Gleitbahnen (d) abge«
ßhloffene Unterteil (A). Die feitlidhen SRänber ber (Gleitbahnen werben
Don ben fRoljrflauen umfaßt.
Berlin, SBaffenlctyre. 2. Hufl. 21
322
Sie ßafetten.
©ad äufjere, an bie SRohrwiege genietete Sager (D) bient jur
Berbinbung von ©ber« unb Unterlafette unb legt fidj tyiergu mit feinem
$o%apfen (g) Aber bad innere Sager auf ber Steife, wobei ber ©ber«
lafette eine Bewegung nach redjtd unb linfS ermöglicht ift. gwei
(Schmierlöcher werben burch ®<hufcfebern gefcploffen. Unten ift bad
Sager burch ben angef^raubten ©edel (h) gefcploffen.
2)ie SelMafette 96 n/A.
323
TM ©leit find (E) bittet ben hinteren Änftagepuntt ber JRohr«
wiege. ©ie an ihm angebrachte SReffingplatte (n) hat 25 jEeilftridje,
beren breigehnter mit ber (Bezeichnung 0 bie SRittellage beS IRohreS
angibt. Qe ein rotes R unb L lintS unb rechts geben bie {Richtung
an, in ber bie Teilung gu bewegen ift, um ben Sreffpuntt nach rechts
ober lintS gu verlegen; ein ßeiger gibt bie Stellung ber Seilung an.
Bilb 213.
SRo^rroiege.
$inten lintS ift bie {Ri^tflächenträgerplatte (F) anbieüßiege
angenietet; beSgleid^en lintS bie Sluffafcträgerplatte (G), bie Born*
trägerplatte (H) unb ber $anbgriff (J). ©iefer bient gum fjreft»
halten beim Äuffifjen unb beim fahren, & feh^ bei ben reitenben
(Batterien.
©ie ÄBiegentappe bilbet ben vorberen, unb- bie ßplinber»
lappe ben hinteren äbi'd^ufj ber SBiege.
3« ber {Rohrwiege liegt bie {Rohrbremfe, welche bie üblichen 779
Cinrichtungen hat (3- 772.)
©ie Seitenrichtmafdjine bient gum {Rehmen ber feinen Seiten« 780
richtung. ©ur<h ©rehen ihre? ©reifrabeS breht fich bie Oberlafette
Wagerecht mit bem äußeren um baS innere Sager, wobei baS ©leitflüd
auf ber glatte ber (Ridftfohle gleitet. Sie hat einen SchwentungS«
Wintel von etwa 4° nach feber Seite; baS 9Raß ber Sdjwentung
wirb burch ben 3e*9er auf ber (Einteilung ber Wleffingplatte angegeben.
fRichtmittel: ©er Sluffafeträger nimmt ben Sluffafc 96 n/A. 781
auf, ber Bornträger baS Born unb ber {Ridjtflächenträger bie {Richt*
fläche 96 n/A.
©aS ©ehäufe beS SluffafcträgerS fleht fdjräg gur Senfrechten, um
bie burch ^en ®rall herüorgerufene Seitenabweichung beS ©efchoffeS
nach re$t£ fclbftänbig auSguglei^en. 3(n feiner redeten Seite befinbet
fich «n röhrenförmiger Slnfafc für ben Sdjnecfentrieb gum Stellen beS
SuffafceS. ©er Schnedentrieb tann auSgefchaltet unb ber Sluffafc bann
21*
324
Sie Stafetten.
frei mit ber §anb bewegt ober aud bem Sluffafcträger heraudgenommen
»erben. ©ad Sorn ift auf bem tvageredjten, brehbaren Sun bed
Sornträgerd befeftigt. ©ie ©pifee bed Sornd ift von einem ©$u$ringe
umgeben.
©ie Unterlafette,
(»ilb 214, 216.)
©ie SBänbe unb Stieget.
782 ©ie aud Stahlblech gepreßten 8af ettentvänbe (A) finb ringdum
mit f$tanfd)en verfehen unb nehmen an $öhe unb 3ludeinanberfteUung
nach hinten ab. Umflanfihte ©urchlochungen bienen jur Aufnahme ber
Stdjfe, ber $öhenrid)tmafd)ine, Sremdhebel, 9iiete unb ®oljen.
fjfür bie Slcfjfe finb an ber Slufjenfeite ber SBänbe Sl^dlager an-
gebracht; an ber rechten SBanb befinben fich bie 9ii^tlattenhalter.
!Die gelblafette 96 n'A.
325
Verbunben finb bie SJänbe burd) 2 Vobenbledje unb ein für ben
Safettentaften auSgefdjnittene« ©edbledj. SBerfteift ftnb fie burdj ben
SSorber«, bie 2 SRittet« unb ben $interriegel.
Vrofcöfe, Sporn, Stidjtbaum, gafettenfifee unb Safettentaften. 783
(Silb 216.)
©ie 5ßrofeöfe (O) hat ein ftählerne« (Einfafefutter (a); mit
2 Sappen (b) ift fie auf bie Söänbe genietet.
Ter Sporn (P) »erantert bad ®ef<hiife mit $ilfe feiner
Scharre (c), mit ber aufgenieteten Spornfpifce (d) unb bem Stüh«
blec^ (e).
Silb 216.
Ter fRidjtbaum ift ein tnieförmig gebogene« 8tohr (g), ba«
hinter bem leberbegogenen ©riff mit einem Tedel (h) gefd^loffen ift.
Vorn ift bie $ülfe (i) auf ba« fRohr gejogen, burch bie ber Treh«
böigen (k) geht. ®n SRidjtbaumbügel mit Trehbolgen ift betoeglidj am
fRtdjtbaum befeftigt. Sei aufgelegtem SRidjtbaum legt er fich unter
bie 9?afe be« Stidjtbaumtager« (m) unb mirb in biefer Stellung burch
bie fieber gum Trehbolgen be« fRichtbaumbügel« gehalten. Sn bem
oberen Teil befinbet fid? ein fjfufjtritt; burch treten gegen biefen mirb
ber Siigel au« bem JRidjtbaumlager gehoben; ber SRidjtbaum tann
bann umgelegt merben.
Ta« ftählerne Stichtbaumlager (in) ift auf ben oberen Sappen ber
$rofcöfe angenietet.
Ter Safettentaften enthält ba« nötige ©efc^ü^ube^ör.
Sn ber Safette finb aufferbem angebracht: 2 an ben Sdjilb ge«
fdjnallte Spaten, 2 Sangtaue unb 1 §acfe.
Tie Safettenfi^e (f. C Silb 214) bienen in ber ^euerftellung
al« Sifce für ben Sticht« unb Sabetanonier.
326
Die Safetten.
784 SRidjtmafdjinenlaßen (D), SRidjtmafdjine (E) unb auflager
für bie fRoljrmiege (F).
(»ilb 214.)
Ser giidjtmafdjinentaßen bient jum ©djufce ber jloifdjen ben
Safettentvänben liegenden Seile ber fRidßmafd)ine. Surdj eine Sur$«
bo^rung bed Seefeld treten bie fRidjtfdjrauben. Sie fltidjtmafdjine 96
n/A (Soppelfdjraubenridjtmafcl)ine) gibt ber Oberlafette mit bem SRoljre
bie erforberlidje (Erdung.
Sie Srefyung bed ßurbelrabed Wirb burdj bie ßegelraber ber
ßurbel unb bed Sriebeö auf bad große ßegelrab übertragen. Ser
Stellung bed großen ßegelrabed muß bie äußere 9iid)tfd)raube folgen;
biefe fdjraubt fid) hierbei in bem ©etoinbe ber fRidjtmelle bei Sintd«
breljung bed ßurbelrabed abtoärtd, bei JRe^tdbreßung aufwärts. ®(eicf)«
jeitig wirb bie innere 3tid)tfd)raube, bie burd) ben Srebboljen jur
9ti$tfoble an ber Srefjung ge^inbert wirb, in übereinßimmenbe auf«
unb äbtoärtdbetvegung gefegt. hierbei tjebt ober fenft ßdj ber Hintere
Seil ber 9ti$tfol)le mit ber Oberlafette, bid bie erforberlidje (Erhöhung
erreicht ift.
Sad auflager für bie iRo^rteiege ift mit feiner glatte auf
ben borberen Wlittelriegel aufgenietet. Ser erhöhte Steg bilbet mit
feinem oberen Seile bie auflageflädje, auf bie fidj bei völlig herunter«
geßtyraitbter 9to^rtoiege bad ©leitßüd auflegt, um beim fahren bie
ifiidjtmafdjine ju entlaßen.
785 a$fe, ad)öfifce, ©djilbe, innered Sager unb 9Hd)tfoßle.
Sie a$fe 96 nzA iß ^o^l; ihre fjorm iß aud $ilb 216 erßdjttid).
aid ßubefjör gehören jur adjfe 2 Stoßfdjeiben 96 (a), 2 fftö'ßr«
fdjeiben 98 für Sßagen (b) unb 2 ßünfen 96 n/A mit (Splint unb
ßnopfriemen (c).
93Ub 216.
9ld)fe 96 n/A für Safetten.
g IMIE h °l c=> 10
<hz=lj____________zn —u>
Sie a^dfifee 96 n/A*) f. «ilb 212 unb 214. Ser ©djilb
fdjüfct bie SBebienung gegen feinblidjed fjeuer. (Er beßeljt aud bem
feßen SRittel« unb bem beweglichen Ober« unb Unterfdjilb.
*) Sei reitenben Batterien fallen bie fori unb treten 6$übftil(en ^inju.
®ie gMblafette 96 n/A.
327
Stet oberen Staube beS SJlittelfdjilbeS befinben fidj vier (Sielent«
bänber für ben ©berfdjilb unb ein ©chnappfdjlofj jum ffeftftellen beS
(enteren. SintS ift ein ©ejfdjlifc auSgefcjnitten; baneben befinbet fidj
ein $aten für ben Staffafcüberjug. (Sin $aten auf ber redeten ©eite
ift für ben ©erfcjlußfiberjug beftimmt. 3luf feber ©eite ift ein Spaten«
jalter mit Stiemen, eine ©patentappe unb ein Kloben mit ©panntette
unb ©djließjaten angebracht.
Sbn unteren Staube befinben fidj ebenfalls vier ©elentbänber, hier
für ben Unterfdjilb, ber beim fjfahren burch ©panntetten mit ©djliefj»
jäten hvdjgehalten toirb.
©er ©berfdjilb hat gleich*
falls einen ©ehfcjlifc, ber burch
eine Klappe gefdjloffen merben
tann unb fidj mit bem ©eh«
fdjlife beS WtittelfcjilbeS becft.
Sta bem SDberfdjilb finb Sehn»
tiffen befeftigt.
©aS innere Sager (f.
K Selb 214) von ®ronje be«
ftejt aus bem Ober« unb
Unterteil, mit benen eS bie
9Ujfe umfaßt. ©ie S3unbe ber
SIdjfe (f. ®ilb 216) greifen in
entfpredjenbe Ausbreitungen
beS Sägers unb verjinbern
eine feitlicje Serfcjiebung. $m
Oberteil befinben fidj vier
©djmierlödjer.
©ie Stidftfojte befteßt
auS ben beiben Armen unb
bem Kopfe (f. L ®ilb 214).
©aS Stab 96 für Safetten
befteht aus ber Stabe, jtoölf
©peidjen mit ©peidjenfdjujen,
bem ffelgentranj unb bem Stab«
reifen.
ȟb 217.
Slabe.
//
a SRöhre.
fc$eibe.
f Äotring.
ber 9tabe.
Stoßföeibe.
V
b §efte Stabenfcheibe. c 2ofe9labetv
d Seiltrommel, o 9tabenboljen.
g Sluöbre^ung jur Erleichterung
h 9tu3bre§ung jur Aufnahme ber
t ©ronjene Suchöringe.
©ie ©eilbremfe 96 n/A. ®ilb 218.
787
(Einrichtung unb Sätigteit bgl. 3- 767.
328
Sie Safetten.
Silb 218.
Seiibtemfe 96n/A unb 9ti<$tfo$Ie.
Son oben.
a Stellhebel, b BaQnbogen. c SremäroeUe mit d @et;änge. e Spannfäiene.
f Srahtjeile 96 n/A. g Unterer Sremähebel. h Oberer Sremätjebel. i $illfe mit
3ugftange unb gebern ju ben unteren Srem^hebeln.
2. Sie gelbßaubiblafette 98. (F. H. L. 98.) ®ilb 219.
(„tJelbijaubifcSlaterial 98" IV.)
788 ßagerljölje 1,0m; größte Srljöfmng 40°, größte Senlung 13c;
ßafettemoinfel 34°: ©etoidjt 580 kg.
789 ©ie SBänbe A aud ©ta^lblet^ gepreßt unb mit f^lanfößen ber«
feljen, nähern fidj hinten einanber. 3$re ©urdjboljrungen bienen gur
Slufna^me ber 9ld)fe (Sldjölager) unb gur Lagerung ber 9ti$toeUe.
790 Qer dliegel B ift im oberen ^lanfd) für ben fRo^alter aud»
gefpart unb hinten oben mit einem Sßerftärtungdiointel aud ®ta^I»
bledj toerfe^en. Sn ber borberen Seite ift ber ®efeftigungdtloben gum
fRotytyilter angenietet.
Sie grelb^aubtglafette 98.
329
Der Safettenlaften D bat innen eine Tafdje für bie .ßugfütjrer« 791
täfel. Huf bem Dedel tyat er als @ifc für ben IRidjtfmwnier einen
©attel au« ©taljlblecb. Diefer ift mit einem SluSf^nitt für ben
»ilb 219.
2)ie gelbhaubifpßafette 98 (von oben).
Pi
Pt
9 Q
op
A fcafettenroänbe.
ß Wiegel.
C ^rofcöfe.
JD ßafetteiitaften.
E Wid)troelle.
G Sc^nedcnroeUe.
J Äurbelrab.
K Slc^fe.
I Seiltrommel.
n Spann[djicnc.
ni ^ra^tf eile.
7*2 Stellhebel.
o Unterer 9rem$bt*d‘
oi Oberer ibtcnrnbcbel,
03 Oberes ^remsbebellager.
03 Söremgflov.
o< öülfe mit Seber.
05 2)rel)bcl3cn jur ®cr=
binbungbed oberen unb
unteren @rcnrö$ebeld,
beten 5Ricmenöfe für ben
Spaten u. redjtS fcemnv
fette.
Aufrercr Bügel.
3nnetet -
Xrütp falte.
Si^blcd).
Sporn.
Äette ba^u.
3 dHtbjnpfenpfannen.
Sd)i(t>jap|cnpfannen=
berfel.
$anbgriff.
jfabrbalter.
jHidjtbaum.
Wtdjtbautnfager.
H' ^anbfltiffe.
lr
o o
o %
O
o
o
umgelegten SHdjtbaum U unb mit ber Sli^tgabel d1, jum ^eft^alten
beü 9ti$tbaunt$ verfemen.
Die 9H$tmaf($ine 98 (®ilb 220) befielt auS ber fllidjtmelle, 792
ber Vagerbud)fe jur Sti^tmeüe, bem ©^nedenrabe mit SReiHegel,
330
Sie Lafetten.
$lattenfebern unb Stellmutter, bem unteren Schnedentoellenlager, ber
Schnerfenroelle, bem oberen SchnecfenweHenlager, bem Äurbelrab unb
ber Sthufcfappe.
Sie fRidjtoelle E (®ilb 219) ruht mit bem redeten Sapf60 <n
ber Sagerbudjfe an ber regten Safettenwanb, mit bem linfen in ber
©udjfe bed unteren Sdjnedenwellenlagerd. äuf bem mittleren Seil
ber fRidjtrvelle befinbet fid) bad betriebe für ben .ßahnbogen.
Sifo 220.
Sie SRidjtmaf <f;ine 98. Son lintS gefe$en.
A Safettenroanb. F Unteres S^necfenroeUenlager. O @<^nedenroeUe.
H Oberes @t$nedenn>eUenlager. J Äurbelrab.
e Jli<f)troeUjapfen. f 2agerbu<hfe. f\, f\ 2agerbu<f)fen. g S^necfe. A $aIS. * ©riff.
2luf bem Sedjdfant bed linfen 3aPfen8 fifct ^er ftäplerne IReib«
feget, auf biefen ift bad S<hne<fenrab auf gef (hoben; babor fifeen bie
3 ‘Plattenfebern, beren Spannung burch eine Stellmutter mit Splint
erfolgt. Ser fReibfegel hat ben .gwed, bie felbfttätige Sperrung bed
Schnedengetriebed bei zufälligen größeren Stögen bed fRohred auf«
juheben unb ben Sörudj einzelner Seile zu »erhinbem, inbem bei
foldjen Stögen bie jmifchen Schnedenwanb unb fReibfegel vorhanbene
fReibung überwunben wirb unb IRichtwelle mit fReibfeget fid) frei im
Sdjnedenrabe bewegen fönnen. Sad untere Sdfnerfenwellenlager
(öilb 220 F) ift äugen an ber linfen gafettenwanb angebolzt unb
für bie bronzene ftagerbudjfe f jur Aufnahme bed fRidjtwellzapfend e
burdjbohrt. Sad untere S^nedenwellenlager feält ferner in 2 Sager«
ftellen bie beiben burch gingen befeftigten, bronzenen Sagerbuchfen
f gur Aufnahme ber Sdhnedenwelle.
Sie geö>f>aubi|Iafette 98.
331
Die ©djnedenmelle G Ijat Vorn bie ©djnede g, hinten einen
©edjdtant jum Sluffdjieben bed burdj eine Wlutter feßgeljaltenen Rurbel*
rabed.
£)(& obere ©djnedenmellenlager H iß an ber linten Safetten*
tvanb angeboljt; ein Vorfpringenber $ald h Ijat eine Durdjbofyrung
mit ÄBudjfe jur Lagerung ber ©djnedenmelle.
Dad Rurbelrab ift napfförmig unb mit einem $anbgriff verfemen.
Die ©djufctappe foll bad ©djnedengetriebe vor S3erfdjmu|}ungen fdjüfcen.
®eim Drefjen bed Rurbelrabed fefet bie ©djnedenmelle bad ©djneden*
rab in Semegung; ba biefed burdj Steibfegel unb $lattenfebern mit ber
Stidjtmelle feft berbunben ift, fo mirb biefe ebenfalls in Dreijung verfemt
unb greift mit bem (betriebe in ben .ßaljnbogen bed Stoljred ein, mo*
burdj lefctered feine (Erljöljung unb ©entung erljätt.
Die ljoljle Sldjfe Ijat oben 2 Slbfladjungen für bie löügel ber 798
Stdjdßfce unb 2 Södjer für bie Sldjdljalter; fie verjüngt fidj nadj ben
©eiten bid ju ben SSunben unb geljt bann in bie SldjSfdjentel über.
DaS 8t ab 98 Ijat 12 ©peidjen mit ©peidjenfdjuljen, eine ßäljlerne I9i
Stabe mit fefter unb lofer ütabenfdjeibe; festere bilbet bie Seiltrommel.
Die Safette ift mit einer ©eilbremfe verfeljen. (®gl. 3- 767.)
Die SldjSfifce, jmifdjen Safettenmanb unb Stab befinblidj, be* 798
ßeljen aud 2 tBügeln nebft Drittplatte, 1 ©ifßräger unb 1 ©ifc mit
Seljne. Diefe Ijat an ber Stabfeite einen $anbgriff. Der redjte SldjS-
fty Ijat einen Sludfdjnitt für ben ©tettyebel ber ©eilbremfe.
Der ßäljlerne ©porn befteljt aud 2 Sinnen unb ber ©djarre; 796
mit ber $ro$öfe ift er burdj einen Dreljboljen verbunben.
Der Stotyrljalter(Silb219T) Ijat ben3»ed, badStoljr beimfjfatyren 797
in annäljernb mageredjter Stidjtug ju erhalten unb bie Stidjtmafdjine ju
entlaßen; er iß in bem am Stiegel fi^enben Sefeftigungdtloben burdj
Dreljboljen befeßigt. Die beiben ©djenfel bed Stotjrljalterd vereinigen
fidj vom ju einem Sluge für ben ©djlüffelboljen. 91m linten ©djentel
iß ber ftloben, ber bie Rette mit Stingen unb ©djlüffelboljen trägt,
befeßigt. Der Stoljrljalter mirb auf bad Rommanbo jum Saben
fjeruntergeflappt unb in feinem Sager jmifdjen ben Safettenmänben
befeftigt.
Der Stidjtbaum U rulß beim fja^ren im Stidjtbaumlager V, 798
beim ©djiefjen mirb er nadj ljinten ^erumgelegt unb im Stidjtbaumljalter
feßge^alten.
Die fjanbgriffe W bienen jur bequemen $anbtjabung bed 799
Safettenf$manjed.
Sin ber Safette iß eine Stidjtlatte befeßigt. 800
332
2>ie Safeiten.
SOI
802
808
804
805
806
807
808
809
810
811
812
813
* 3. ©ie fcßwere Selbßaubißlafette 02 (s. F. H. L. 02).
(CEinjelheiten ber (Einrichtung freße „Sonberoorfchriften für bie gu&artiüerie" M.,
bie nachfteijenbe Sefcßreibung nach: „Sonberoorfcßriften für bie gußartiUerie" 8.)*)
©ie Stafette befteßt au« ber Unterlafette, bem SBiegenträger unb
ber ffiiege.
- Unterlafette.
©ie SBänbe au« gepreßtem ©taßlblecß, mit f^lanf^en berfeßen,
haben im allgemeinen breiedige fjfornt; born gleicßlaufenb, näßem fie
fieß hinten einanber. ©ie oberen ©den tragen bie ©cßilbjapfenpfannen
mit Sagem unb ©edeln.
©ureß berfeßiebene ®lecße werben bie Sßänbe berbunben unb mit*
einanber berfteift.
©ie ßoßle Slcßfe ift jur Srgielung niebrigen Slufbaue« unb tiefer
®cßtoerpuntt«lage ber Stafette getröpft; fie rußt in 2lcß«(agem ber Safette.
©ie SR aber haben ftäßlerne SRaben unb bilben mit ißren lofen
SRabenfcßeiben bie «Seiltrommeln. 2ln ben SRößrfcßeiben befinben fteß
Shtebel jum (Sinßaten ber §anbßabung«taue.
©ie ßafette ift mit einer «Seilbremfe berfeßen, bie bureß einen
an ber linten «Seite angebrachten «Stellßebel betätigt wirb.
SSorn unb hinten finb an ber Stafette SRiißtftalen angebracht.
©er untflappbare SRicßtbaum ßat eine febembe ©inrießrung,
©ritttlin!e, bie ißn in ber ©cßufjftellung ftarr mit ber Stafette Verbinbet
SBeim SRicßtgebraucß toirb ber SRicßtbaum nach born umgelegt ^ÜRarfcß«
fteUung); hierbei faßt er in eine febembe SRicßtbaumgabel.
©er breite Slappfporn rußt in ber SDiarfcßftellung in befonberen
Slufßängelagem; in bie (StßufjfleHung wirb er naeß Slnßeben be«
Stafettenfdjmanje« bureß $erumlegen eine« $ebel« gebraeßt unb hierbei
mit ber Stafette feft berbunben.
ßtoifeßen ben Stafettentoänben bepnbet fich e*n Sfafettenlaften.
©en ßinteren Slbfcßlufj ber Stafette bilbet bie ^roßöfe.
B>uei ^anbgriffe am Stafettenfcßtoanj erleichtern ba« 9Iuf« unb
Slbproßen.
Sin ber Stafette finb 1 Staber, 2 $ebebäume, 1 SRichtlatte unb
2 «Spaten angebracht.
©ie $öhenrießtmafdjine greift mit ißrem ©rieb in ben Bahn«
bogen ber SBiege ein; fie toirb burch ein an ber linten Stafettenfeite
angebrachte« Rurbelrab betätigt. (Sin ebenbafelbft befinblicße« fturbel«
rab bewegt bie «Seitenricßtmafcßine.
*) Serien 1907. ®. S. Mittler & Sohn.
$ilb 221.
21 cm Dörfer auf ber Rettung.
IB**1
Ter Nltfjtfreid ift auf bad Nobr QcfcftL hinter ben Näbern äemmteilc, neben biefen fcebebännie, baneben
Noübebel. vtnfd (^eftbofi unb CMrtiofctorb. Ncdjtd (Mefrt)o^trnge. ^or ben Näbern $atibfyei(ben.
®ie fernere gelb^aubt^lafette 02. — Sie 21 cnvSWörfertafette. 333
SBiegenträger mit Sffiiege. 814
©er SBiegenträger ruht mit jwei ^(en Schilbjapfen in ben
Sdjilbjapfenlagern ber Safette. 2(n ihm ip ber ßaljnbogen ber $öljen«
ridpmafcfyine befeftigt.
©ie üßiege, ein länglicher Saften von redpedigem Querfdjnitt,
bilbet oben bie mit jwei feitlich ^inauSragenben f^ührungSleipen für
bie Stauen beS fRoljreS öerfeljene ©leitbahn. ©ie SBiege faßt mit
einem ©rehjapfen in ein Bager beS SBiegenträgerS; bermitteld ber
Seitenridpmafchine tann fie feitlich gefdjtrenft werben. — Sie hat
innen bie üblichen Einrichtungen. (Sgl. 3- 772.)
©ie ©röße beS fRüdlaufS jeigt ein an ber SBiege angebrachter
fRüdtaufmeffer an. ©er regelrechte fRüdlauf beträgt bei größter Sabung
unb größeren Erhöhungen 650 mm, ber größte juläfpge 670 mm.
©er SBiegenhalter hält bie SBiege beim fahren feft; er bient 815
jur Schonung ber §öhen« unb Seitenridpmafchine; beim Schießen ruht
er in einem Bager ber linten Bafettenwanb.
©er ^ernrohrauffafc ip in einem an ber linten Seite ber 816
SBitge befeftigten Bluffafeträger untergebracht, ©ie in biefem bepnbliche
Sluffahhülfe ift jur SluSfchaltung bed fdßiefen fRäberpanbeS um ein am
Bluff afeträger angebrachtes äuge phtventbar; bie S^roentoorrichtung
Wirb burd) einen fjflügelgriff betätigt.
©er auf ber äuffafchülft bepnbliche Spannring trägt auf feiner
Dberpäche bie ben ErhößungSteilungen ber äuffahftange entfpredßenben
Sejeid)nungen ber Babungen, j. ®. „8. 4“. ©er über ben Spann«
ring greifenbe Stellring, in 7 Stellungen burch SRapen gehalten, hat
oben ein Qrenfter, burch welches baS Einpetlen ber äuffafcftange nur
bei ber im ffenfter pdjtbar werbenben Babung möglich iP; alle übrigen
Babungen finb öerbecft.
©ie äuffafcftange wirb burch einen ©rieb bewegt; biefer tann auch
auSgefchaltet werben, fo baß fich äuffafcftange mit ber $anb be«
wegen läßt.
äuf bem Seiler ber äuffafcftange ift ber äuffafcoberteil 05 ein«
gefchraubt. ($. 726.)
4. Sie 21 cm 2Rörfer=£afette (21 cm-Mra. L.), Silb 221.
Bagerhöhe 1,125 m; größte Erhöhung 70°, tleinfte 6°; Büfetten« 817
wintet 30°, ©ewicht 1920 kg (mit Sdjießräberni.
©ie SBänbe, auS partem Sdjtveißeifenblech, pnb im allgemeinen 818
breiedig mit abgefchnittenen Eden, ©ie obere unb »orbere Seite pnb
334
2)te Lafetten.
audgef$weift, erftere int Hinteren leil wagere$t; bie untere ©eite
Vorn audgefcfjnitten, hinten wenig gerunbet. ®om unten eine £)urdj»
bo^rung für bie SIdjfe, barüber jWet fold)e für fRi$twefie bjW. ®rem6»
fpinbet.
©ie Cuerverbinbttngen finb Wegen ber weiten äudeinanberfteflung
ber 2Bänbe jatyreidj unb ftart. Unten finb bie SBänbe burd) ein
vom vorberen Sudf^nitt biß hinten reic^enbeß Sobenbled) verbunben,
ferner burdj einen oberen unb unteren SBorberriegel, einen Wtittet«
unb einen $interriegel, alle aud ©djweifjeifenbledj unb an bie ffiänbe
mit SEßinfeleifen angeboljt. ßwif^en ^en SBänben ift nodj angenietet
ber vorbere, auf bem $interriegel ber Hintere $ro$ebeHiatter gum
©ur^fteden unb ®efeftigen bed $ro$ebetd (vgl. 3- 822).
»ilb 222.
21 cm Mrs. L.
a SdjnectenroeUe. b JturbeL 6l fcanbgrtff. c ^intered Sager jur 6$necfenn>eIIe.
d Sager jum ©rfjnectentrieb. e ©d^nerfe. f Suchen bed Sagerd jum 6c$nedentrieb.
Z*1 Sagerbectel. g ®$nectenrab. h ^(attenfebem. t Unterlegföeibe. t1 SRutter.
t* Splint, k SticbtroeUe. & gafjntranj. I Mapfcl. r Überwurf, m Somiber.
n Sager jur 9iid)troeUe. o Serftärtungdplatte.
819 Die SRidjtmafdjine. (®itb 222.) ©ie ©djnedentvelle wirb burdj
2 Sagerbedet f1 in bem Sager jum (Sdjncdentrieb feftge^atten. ßinn
Dreien ber \Sd)nedentoette bient bie kurbel b. ©ie SRidjtoeße k
ruljt (intd in bronzenem Sager, rec^td in bronzener Sagerbudfle jtoifdjen
2)ie 21 cm«3Rörferlafette.
336
ben ßafettenwänben. Stuf ben and ber redjten Safettenwanb Ijeraud«
ragenbenSedjdtant ift ber Srentdlegel unb auf biefen bad Sdpteden«
rab gefdjoben; biefed wirb burdj 3 $lattenfebern auf ben festeren ge«
prefjt. ©ätigfeit unb Sdjufc ber JRidjtmafdjine wie bei ber 1. F. H.
(3- 792).
9ti$tftalen »orn an ben Safettenwänben, hinten am Sobenbledj 820
befeßigt. (Sorbere Stala ^eruntergetlappt auf Silb 223.)
Silb 223.
Sorberteil btt Safette mit 9C<$fe.
a Sortiere @tala. b Sinne, c Srefjboljen. d Safte, bie bad $enmterlläppen
fiegrtnjen. e Schiene, f SBintel jur Sefeftigung. g SBintel, gegen ben ft<b bie
§o$gellappte €>tala legt. A jpanbgriff. i ÄCtjfe. k Schlager. I Sanbfpeidjen=
fdptben. m Jtlinfe. n Statt, o Safte.
©ie Sldjfe i, aud Stafjl (Silb 223), ift in ber SNitte Waljen» 821
förmig, ibr mittlerer, fdjwädjerer ©eit legt fidj mit 2 Sunben gegen
bie Ädjdlager k; bie außerhalb ber Sunbe beftnblidjen ftärteren ©eite
finb nadj ben 9l$3fdjenteln ju abgef$rägt. ©ie ;gjanbfpeidjenfdjeiben 1
ftnb in <Jorm einer Stabe bon äugen bid an bie Sldjdlager auf bie
SDtitteladjfe gefdjoben unb auf biefer burdj 3 Rebern, bie fi$ in
3 Stuten ber ädjdfcbentet legen, befeftigt; eine ©tiftfdjraube berljinbert
ein ftbftreifen ber ®$eiben. ©ie Stabe ift an einer Seite mit einem
bu$fenartigen Stnfafc für bie $anbfpeidje berfeljen. Qfjm gegenüber
unb in ber fDtitte iicifc^en beiben je ein Sappen mit (Sinfdjnitt für
bie Stinte m bed IBtatted n, unterhalb biefed bei bem einen Sappen
eine Stafe für bie beiben Stafte o.
Sefinben fidj bie Sdjiefjräber, bronzene Stodräber, auf ben 9(cf)d>
fetyentetn bei ber im Silbe gejeidjneten Stellung ber Steife, fo berühren
336
Die Safetten.
fie mit ihrem Srang bie Settung. ©ie Safette ift vom etwa# an»
gehoben; bie# ift bie Stellung beim Sewegen be# ©efchüfceS.
Stecft man nun in bie Sudjfe ber $anbfpeidjenfcheiben bie $anb»
fpeic^cn ein, öffnet bie Stinte m unb brücft bie ^anbfpeidjen nach vorn
herunter, fo werben bie SlchSfdjentel gehoben, unb bie Safette Wirb um
ba# 9Raß ber äbf^rägung ber SHttelachfe gefenft; bie fRäber berühren
bann bie Settung nid)t, man tann fie bretfen. Sßenn bie $anbfpeid)en
magerest ftehen, befinbet fich ber im Silbe befinblidje Sappen hinten,
bie Stinte trirb in ben ©infdjnitt gelegt, ©ie Safette ruht jefct nur
auf bem Sobenbledj; bie# ift bie Stellung beim Sd)uß.
Um bei größeren ^Bewegungen ber Safette ba# ©leiten be#
SafettenfdjtranjeS in ein fRollen gu verwanbeln, befinbet fich am
hinteren Snbe jeber SafettenWanb ein angenietete#, nach unten
gebogene# $orn, ba# eine 9lu#fentung für ben .fjjafen ber dtoUhebel
hat. Sefetere (Silb 221) ftnb h®hte ftählerne Stangen, oben mit
$anbgriff, unten mit 2 Keinen Slodträbem verfetten, gwifchen benen
ein nach oben gerichteter traten herVorfteht. ©iefe werben unter bie
^örner geflohen unb bie Stange heruntergebrüdt. ©urd) biefe £>ebet«
traft wirb bie Safette hinten etwa# gehoben unb ruht nun nach bem
Senten ber Slcpfe vorn auf ben Sdjießräbern, hinten auf ben fRäbern
ber Stellhebel fo lange, wie (entere mit ihren Stangen wagerecht ge»
halten werben, ©a# SRücfwärt#» unb Sorwärt#bringen ber Safette
wirb noch baburch erleichtert, baß bie fRäber im Sinne ber Sewegung
burch bie ^janbfpeichen gebreht Werben, bie in bie Söcher be# Stab»
hange# eingefefct werben. Seim SeitWärt#beWegen wirten bie Se»
bienung#nummern mit ^ebebäumen, bie fdjräg unter bie ferner ge»
fchoben werben.
822 ©er fRütflauf be# SRörfer# wirb baburch begrengt, baß hinter bie
Schießräber $ emmfeile (Silb 221) gelegt werben, auf Welche bie
erfteren hinaufrollen. Oft bie Sraft be# SRücflaufe# burch ba# hinauf»
rollen auf bie fthiefen ©benen erfdjöpft, fo läuft ber SRörfer wieber
von ben Seilen herunter in feine Schußpeilung.
©iefe früher au#fdjließlich bei Selagerung#» unb f}eftung#lafetten
angeWenbete 2lrt ber Sefchräntung be# fRücftaufe# h°t ben Sorgug
ber ©infachheit, macht aber ba# SRitführen ber 2 fdjweren ^emmtrile
notwenbig, erforbert eine lange Settung, beren ©ewicht baburch eben»
fall# recht erheblich ift, unb nimmt eine giemlidje Seit in Änfprudj.
©ie Sage ber .fpemtnfeile muß fo geregelt werben, baß ba# ©efdjüfe
nach jebem Schuß auf bie richtige Stelle vorläuft; bie# erforbert große
Slufmertfamteit bei ber Sebienuitg.
Sie 21 cnrHRörfertafette.
337
©ie Anbringung einer SRücflaufbremfe ift bei ber jefeigen Art ber
Mrs. L. nicht möglich.
©er SWörfer bebarf wegen feiner Schwere (fflohr unb Safette 828
4920 kg) gum Schießen einer feften Unterlage, einer ©ettung. ©iefe
befteht auS 11 ftarfen, fiefernen ^albhöljem (30x16 cm), bie, in bie
Schußrichtung gelegt, auf einer Unterlage auS ebenfolchen £>ötjern feft*
geboljt finb. ©ie ©ettung bilbet fomit ein EanjeS unb wirb im
©oben burch ftarte ©fühle veranlert.
Sott bie Lafette fahrbar gemacht werben, fo wirb fie fo auf einen
$emmteil geflohen, baß bie Adjfe f)od)ftel)t. 9iadj Entfernung ber
Sdjießräber werben hohe ©ranSporträber auf ben AchSfcfjentetn befeftigt.
Silb 224.
§atjrbremfe.
a BremSfpmbel. b Äurbel. Al ßanbgriff. c SremSfpinbellager. d Schiene jur
Dotieren 9tic$tftala. d* SJocf. e Sremömuiter. f ©renjmutter mit $ülfe. g ®er=
binbungäftüct h innerer SBremSßefcel. i SBremäroeUe. k Äußerer SremStjebel.
I Serbinbungöftange. m .ßugftange. n Sremö^ebel. nl Arme, n* Steg.
n3 SretnöHaue. n4 SretnSHoß. o Sreßjapfen.
$ür baß ^a^ren ift bie Lafette mit einer $al)rbremfe au4* 824
geftattet, beren Einrichtung auS ©ilb 224 hervorgeht, ©eim ©rehen
ber jhtrbel b wirb bie ©remämutter e auf ber ©remöfpinbel a be*
wegt. $hre ©ewegung wirb burch ben mittels beS ©erbinbungS«
ftikte g verbunbenen, inneren ©rentabel h auf bie ©erbinbungS*
ftange* 1 unb baburch auf bie äuferen ©remShebel k übertragen,
©iefe jiehen mittels ber Sugftangen m bie ©remShebel n mit ©remS«
flauen n3 unb ©remSflöfcen n4 an bie Stabreifen ober brüden fie bei
entgegengefextern ©rehen von ihnen fort.
©erfthiebene ©efd)läge bienen jum Unterbringen von Sabejeug 826
ober jur ©erftärtung einzelner ©eile.
3ur Safette gehört noch ein ©rofchebel (ß. 882) unb ein 3U’ 828
behörtaften.
Berlin, SBaffenCe^te. 2. Unfl. 22
338
Sie Safetten.
827
828
829
880
881
882
888
884
885
880
837
5. Die 10 cmȣafette 04 (10 cm L. 04).
((Einzelheiten ber (Einrichtung f. „Sonberporfchriften für bie
fJufjartiUerie" „N“.)
Die (Einrichtungen ber 10 cm L. 04 entfpredjen int allgemeinen
benen ber s. F. H. L. 02 (3- 801) mit folgenben Abweichungen:
Die l2Id)fe ift nicht getröpft.
Singer bem Slappfporn I)at bie Stafette einen feften, fdjräg nach
hinten jeigenben, Keinen Sporn jum ®ebraudj auf fehr hartem
Soben.
Die SBiege fyat jroei nebeneinanberliegenbe Sremfen.
Die $öl)enrid)tmafd)ine ift eine Doppelfd)raubenrid)tmafd)tne.
91m Jernrofjrauffaft (Sefd)reibung 3- 724) ift ein Sluffah*
fdjieber jum {Regeln ber ©prenghöljen angebracht.
Sie 10 cm-K. alä SdjieSgetüft bie 10 cm-L., eine bolje Söanblafette
mit 3«bnb08enri$tmafd)ine. $emmung be8 3iüct(auf8 bu«$ eine tflüfftgteÜSbremfe
(Sinric^tung wie bei ber 1g. 15 cm-L. 3- 836).
ferner wirb bie 10 cm-K. in ber 10 cm-L. m. F. (mit Jtberfpom) »er=
wenbet.
Selbe Safettenarten finb veraltet.
6. Die lange 15 cmȣafette (lg. 15 cm-L.), Silb 225.
ßagerljölje 1,83 m, größte (Erhöhung 40°, Senfung 4°, Stafetten»
toinfel 43°, ©eroidjt 2667 kg.
Die SBänbe ftnb aus £ ®ifen; bie auf biefe gefegten Sötte gleichen
bem im Silb 204 bargefteHten, bod) fehlt baS URarfchlager.
Die Queroerbinbungen. Som jroifchen ben Stänbern ber
Stafettenböcfe baS Rreuj mit (Eimerhaten, ber Sorberriegel, URittelriegel,
ber fJRitnehmerboljen, ber oorbere Srohhe&elholter, ber ^interriegel,
baS SdfTOanjbled) (Silb 225).
Die (Einrichtung ber {Ridjtmafchine geht aus Silb 226 hnoor.
Seim Drehen ber Surbel k roirb auch bie «SchnecfenroeUe gebreht,
bie ihre Seroegung auf baS Scpnecfenrab m unb bie {Ri^tmeUe 1 mit
bem (betriebe o übertrögt. $n lefctereS faßt bie 3ahnung beS 3ahn’
bogenS r, beffen fixere Rührung Corn burch bie ^ührungSroUe p ge»
toährleiftet roirb. Sluf bem bronzenen fRichttiffen t ruht baS Sobenftüd
beS {Rohres, ßroifchen bem {Ri^ttiffen unb bem oberen (Enbe beS
3ahnbogenS ift eine ©ummiplatte eingefd)altet, um ben Stoß beS
{Rohre# auf bie {Richtmafd)ine abjufchroächen.
3»ei {Richtftalen (hintere (Stala auf Silb 228). •
'Bitb 225.
Vfliißc 15 cm sinn o ne auf ber '«Bet tun ft.
jycrfrfjIiiK geöffnet. Mbgufläfctytiir eiiiflebaft. J&inter ben Näbent'«Borkmftcile; neben biefen nnb
vor ben Näbern ^ebebämne. Nedne vafettentafien, bnranf Vabebndjfe, baneben «Riirnifditroge.
©ie 10 cm^Sofette 04. — ©ie lange 15 cm«£afette.
339
Die Steife, boll, au£ ©taljl, ift unter ben Safettenttänben burdj 838
SldjSjroingen befeftigt. WRttnefyner bgl. 3- 760.
Der £)efd)tag. ßtoei Safettenlaftenhalter auf bem oberen f£lanfd) 889
ber ®änbe.
»ilb 226.
$Ri($tmaf($ine ber 1g. 15 cm L.
a Sorberriegel. b Wittelriegel- c Söinteleifen jur SBerbinbung mit ben SBänben.
d Sager jur Jtic^troeUe. e Sterftärfungdroinfel. f ScfynerfcnroeUe. g Oberem Sager
für bie ©d^nedenroeUe. h Wittlereö Sager für bie ©c^nedenroeUe. t Untere^ Sager
für bie ©c^nedenroelle. k Äurbel. I iHid^trocUc. m Scfjnedenrab. n febembe
glatten, o (betriebe, p JüfyrungäroUe. g ^reijboljen jur gütjrungdroüe. r Bafjrv
bogen. « ^ummiplatte. t ftic^tfiffen. u Sketjboljen.
Die IRädlaufbrentfe. Seile: ISremS^linber mit borberer unb 840
hinterer Rappe, Reiben mit Solbenftange unb Rolbenfopf (®ilb 227).
22*
340
®ie Safeiten.
©er ftä^lerne Sremgjpltnber a, auf ben bie Rappen aufgefdjraubt
finb, l)at vorn groei f<bilbgapfenübnli<be Slnfäfce, mit benen er in ber
®abel be« ©rebblod« rufyt. (Stafäfce im Silbe geftridjelt gegeidjnet).
Oben befinbet fid) eine 9?afe b al« Srfafc ber borberen Slidjtplatte,
babor ein ©ragebügel, beffen äuge c beim ffaljren ber Safette burd)
einen ©rebbolgen mit ben ©ragebänbern ber ädjfe berbunben mirb.
Qn bie innere SBanbung be« Sremdgplinber« finb Reilgüge jum
©urdjlaffen bed ©Ipgerin« eingefdjnitten.
Silb 227.
Sürflaufbreinfe. Sentredjter Schnitt.
a SremSjplinber. b 9lafe. c äuge bed Xragebügeld. d Sorbete ftappe. e güU=
lodffdjraube. f 2)id)hmg8rtng. g Sintere Jtappe. h fieberring. » Ladung.
k Stopfbudjfenringe. I Stopfbudjfe. m Äolben. n ©umtnipuffer. o flolbenftange.
p Jtolbenfopf.
©ie b orbere Rappe d ^at oorn einen $anbbabung«bügel unb ein
fdjräge« ftüllod), gefdjloffen burd) bie ffüllodjfdjraube e mit Dichtungs-
ring f. ©ie hintere Rappe g ift für bie Rolbenftange burdjboljrt.
©ie Slbbidjtung groifdjen Sremdgplinber unb Rappe erfolgt burd)
ben ©idjtungdring f, bie ber Rappe unb Stange burd) ben Seberring h
unb eine in ©alg getränfte ^anfpadung i, bie groifdjen groei Stopf«
budjfenringen k liegt, ©ie $anfpadung roirb burdj bie in bie Rappe
eingefdjraubte, mit einem fedjdedigen Ropf für ben Sdjraubenfdjlüffel
berfeljene Stopfbud)fe 1 gufammengepregt. ©er auf bie Rolbenftange
aufgefdjraubte Rotten m, beffen Slnftofjen an bie borbere Rappe ber
Summipuffer n berljinbert, liegt im borberen ©eil be« IBremdjplinberd,
bie Stange enbet in einem Rottentopf p, beffen ?luge bermittel« eine«
©rdjfcolgenS mit bem Rottenftangentyalter ber Safette berbunben ift.
©er öremdgplinber ift mit ©Ipgerin gefüllt, roeldje« burd) ba«
5üllo(^ eingegoffen unb ergänzt roirb.
841 ©ie 23erbinbung ber IRüdlaufbremfe mit ber Rettung gefdjietjt
mittel« be« ©reljblod« (Silb 228). ©iefer befielt au« ber oberen
glatte k, bie burd) vier folgen, bie gleichzeitig burdj eine unter ber
Rettung befinbüdje glatte geben, unb burd) buttern auf ber Rettung
befeftigt ift, unb bem in ber ©urdjboljrung ber glatte ftfeenben ©reb«
Silb 228.
2afettenfc§roanj unb SRüctlaufbremfe auf ber Settung.
Hintere (Sfala Ijeruntergetlappt.
X)ie lange 15 cm«Safette.
a odjTvan^ledh
b .vnitetf Xritiplatk.
c iötnfcfcifen ^ur Scfeftigung be3
Sc^iuan^ledjß.
d Hnlbenftangcntjiilkr.
e Trefjboljen für ben Jtolbentopf.
f Hintere ©tala.
ff Sfce Sterne.
h Kolben baju.
/ $atter für bie Ijo^geUappte 6!ala.
09
342
©ie Safetten.
böigen mit ®abel 1. ®nben enthalten bie Sager für bie Sfafäfce
be« Vrem«gtylinber«, bie burch ben ©edel m mit Vorfteder o ge«
jc^loffen »erben.
Veint Slüdlauf nimmt bie Safette bie Solbenftange mit; ber im
vorberen Seil be« Vrem«gtylinber« liegenbe Solben bewegt fid? in biefem
rüdwärt«, ba« (Siegerin muß burch bie ßäge nafy vorn entweichen,
©ie ^ier^u erforberlidje Arbeit fc^toäc^t ben Slüdlauf allmählich, aber
feßr erheblich ab. Um ber Vebienung bie Arbeit be« Vorbringen« be«
©efchüfce« gu erfparen, finb nahe hinter bie SRäber Vorlauffeile (Vilb 225)
gelegt, von benen erftere nach Veenbigung be« Slüdlaufe« »erlaufen
unb ba« ©efchlifc in bie ©chußfteUung bringen; beim Vorlauf tritt ba«
- Olpgerin burch bie Büge wieber hinter ben Solben.
©ie 3rähvnng«fchienen p finb innerhalb ber Stöber auf Vettung
genagelt; fie fallen bei etwaigem fd?iefem Vorlauf bie Safette auf bie
richtige ©teile ber Vettung leiten.
©ie feitlidje Vewegung ber fdjweren Vremfe wirb bei biefer
Safette burch einen Keinen Vtagen q erleichtert.
842 ©ie fjahrbremfe ift hier geteilt unb auf jeber ©eite ber Safette
je eine in befonberen Sagem untergebracht, ©ie (Einrichtung ift ber
ber 21 cm-Mrs L. ähnlich; bie Vebienung ber Vremfe erforbert gwei
Wtann.
848 ßur Safette gehören noch: ber Safettenfaften, ber beim fahren
ber Safette in ben Safettenfaftenhaltem befeftigt wirb unb gur 2luf»
nähme Von 3uMör bient, fowie ber Vrofche&el (3- 882).
844 ©je fahrbaren Safetten ber meiften übrigen beutfehen (SfofchÜfee
finb nach benfelben ©runbfä^en eingerichtet unb nur in (Einzelheiten
verfdpeben.
(Sine abweichenbe (Einrichtung geigt bie 5 cm $angerlafette.
7. Sie 5 cni«$angerlafettc (5 cm P. L.), Vilb 229.
845 Sagerhöhe 1,34 m, größte (Erhöhung 10°, größte ©entung 3°,
®ewicf)t 2240 kg.
846 ©eile: $angerbede mit Slohrträger unb ^»öhenrichtmafchine,
Vangerring mit ©edenrollen, SDlantel, Unterbau, ©edenträger mit
©treuvorrichtung unb ©eitenrichtmafchine, Vrem«vorrichtung, gugeljörige
Seile.
©ie Vangerbede a, in Suppelform au« 40 mm ftarfem ^lußeifen,
hat vorn eine ©charte mit Vifterfchlifc. ©ie obere $älfte ber ©charte
ift gum ©chuh gegen Siegen mit einer ©chartentraufe b umgeben. $n
Sie 6 cnvSßanjertafette.
343
ber SJHtte ber Kuppel befinbet fich eine breljbare Sufttlappe c, mit
Klappentraufe, hinten ItnfS ein bon innen verfdjlteßbarer Sehfdjtif}.
Den Slbfdjluß jwifchen ^anjerbede unb fßanjerring ftellt ber
Decfenring e Ijer.
innerhalb trägt bie fßanjerbede eine ©rabeinteilung bon 0 bis
360°, Deilftri^e bon 10 ju 10 bejiffert.
Unterhalb ber Scharte ift an ber $anjerbede ber 9?of>rträger an«
genietet, er trägt 2 {entrechte ängüffe jur Aufnahme ber Sdjilb*
Zapfenlager.
Die ^öhenrichtmafdjine fleht burdj ben fRidjtarm k mit bem
9?ot>rträger in Sßerbinbung. Die innere fRidjtfdjraube ift burd) eine
©renjfdjraube mit bem SRotjr berbunben. SReterteilung jum Zehnten
ber groben $öljenridjtung bon 0 bis 2900 m.
$anjerring p, ftärler ^lußeifenring, oerftärtt ben oberen Xeil
beS SJlantelS. Qfnnen 3 Dedenrollenlager mit Dedenrollen, weldje
bie f?anjerbede tragen, än linier Stolle ein Seiger, beffen mit fßfeit»
ftridj berfeljene Kante an ber ©rabeinteilung ber ^anjerbede gleitet.
Der walzenförmige ÜJlantel, auS 4 mm ftartem ^lußeifenbledj,
ift oben an ben fßanjerrtng, unten an ben Soben ber Safette an*
genietet. Junten Flügeltür mit Kettenverfdjluß.
Der Unterbau befteht auS Sobenplatte unb Sobenfdjieuen. 9ln
Unteren ftnb bie ^ahrrollenträger mit Jahrrollen angenietet. Die
Jahrrollenträger finb mit ©infchnitt für bie fRieberhalteljaten ber
Sdjienenunterlage bjw. $rofce, bie Hinteren ferner mit Durchbohrung
für bie SefeftigungSboljen verfemen, welche bie Safette beim Schießen
auf ber Sdjienenunterlage feftljalten.
Der Dedenträger (Silb 230) ift mit bem Sorberarm am iRohr»
träger, mit ben Seitenarmen an ber ^anjerbede angenietet Der
Schaft fifet unten im ©abeiträger, oben mit einem Schraubengetoinbe
in ber Stellmutter (b). Diefe liegt mit ihrem Sunb auf ber Ober«
flädje beS ©abelträgerS (c). 4 (Sinfdjnitte im Sunb finb für bie
Klauen beS SafettenfchlüffelS beftimmt. Die Stellmutter wirb auf baS
SdjraubengeWinbe ber ®abel fo aufgefdjraubt, baß bie fßanjerbede
auf ben DedenroUen leicht aufliegt unb genügenber Spielraum gwifchen
^angerbede unb $angerring oorhanben ift.
fjeben unb Senten ber ©abel unb bamit ber fßanjerbede gefleht
burdj Drehen ber Stellmutter.
Der h°hle ®tänber beS ©abelträgerS nimmt ben ©abeljapfen
auf unb hat ju beffen ^eftftellen ein SRuttergewinbe mit Klemm»
fdjraube. Die SerftärtungSrippe bed StänberS bient jur Aufnahme
847
848
849
850
344
Sie ßafetten.
bed Driebed ber ©eitenridjtmafchine; ferner finb am ©tänber bie ©ifc»
ftangen d angebracht. ©ie ©eitenri$tmaf$ine bewirft bie ©rehung
bed ©edenträgerd mit ^anjerbede unb Stehr; ihre ©riebtvefie greift
mit ben Bahnen bed ©riebed in ben Bahntrang ein.
»ilb 230.
2>e<fenträger.
a ®abel. b Stellmutter, c ©abeiträger, d Styftangen. e fttemmf<$raube jur
Sifcftange. f Zapfenlager. g Setten jur 6treuvorri<btung. h Überwurf, t £ö<$er
für bie Stifte, k Jriebroette. I Surbelrab.
m Zabnfranj, n Srctnsbanb, o SteUfcfjraube, p Ginfafcmuttet, g Sremäfpinbet,
r SörentSIjebel ber SJremsoorridjtung.
®urch Umfegen bed Übernmrfd h jmifchen gtoei in bie ßöcher am
fflanbe ber ^rehpfatte geftedte (Stifte tann bie ‘Drehung ber $anjer>
bede unb bamit bed ©efchüfced nach rechts unb lintd begrenzt werben
(®treu»orri<htung).
Sie 15 cnpÄüftenlafctte.
345
©urd) eine Sremdborridjtung tann bie ©reljung bed ©ecfenträgerd
gebremß werben. .
Sin hauptfächlichßem ßubehör finb ju ermähnen: 10 Patronen» 851
faßen, auf bem Soben jnrifdjen ber ^atronenfaftenf^iene unb bem
SDlantel ftefjenb (jeber Raßen faßt 13 Patronen), unb bie Schienen»
unterläge mit Saßhenberbinbung.
B. Hit bautrnb auf btfonbtrem Unterbau anfgeßeUten Hafttttn.
Über bie in ben neueren ^anjerfeften nerroenbeten 10 ctn>^8anjertümte, bie
15 unb 21 cm^aubi^^Janjertürme foroie bie 10 cm=€>$irmlafetten tönnen nö^ere
Angaben nicht gemacht werben.
©ie nicht gepanzerten, in ber 8anb» unb namentlich in ber Riißen» 852
befeßigung oorhanbenen Lafetten haben alte fehr ähnliche Einrichtungen,
bedhalb foU nur eine folche Safette ald Seifpiel bargeftellt »erben.
1. Sie 15 cni'Sflßenlafette (15 cm-Kst L.), Silb 231.
ßagerhöhe 2,32 m, größte Erhöhung 29°, größte Senfung 5°, 853
Safettentoinfel 39° 48', ©etoicht 5345 kg.
Seile: Oberlafette, Nahmen, Settung.
©ie Oberlafette.
Seile: jtoei SBänbe, Querberbinbungen, ftidjtmafchme, Sef^lag. 854
©ie SBänbe A aud Schtoeißeifenblech haben bie aud bem Silbe 855
erßdjtliche gorm. (Sie finb burch *>ie Duerberbinbungen (SRiegel,
Sobenbleche, Serbinbungdbitgel) miteinanber berbunben unb berßeift.
©ie SÄichtmafdjine.
a. 91 echte SRichtmafchine («ilb 232).
Seile: ßahnbogen, Sorlegerab mit 2ßeüe unb Sahnbogentrieb, 856
Sremdfpinbel, Sorlegetrieb mit Sremdfegel unb ©reifrab, Sremdfurbel
mit Sremdmut ter, Erhöhungdfdjeibe mit Söelle, Seiger unb ßahnrab.
©er 3ahnbogen a hat äußere unb innere Serjahnung. Er iß
mit einem am oberen Enbe befinblicpen Sod) auf ben ftidjtjapfen bed
IRohred gefdjoben unb burch Ropfichraube b mit ihm berbunben.
©ad Sorlegerab c fifet außerhalb ber ffianb auf ber zugehörigen
Stelle unb ift auf biefer burch e'ne butter mit Unterlegfdjetbe befeßigt.
©ie in einem Sager e liegenbe SSBetle d hält mitteld Sunbed unb ffeber
ben innerhalb aufgefdjobenen 3ahnbogentrieb f. ©iefer greift in bie
äußere Sergahnung bed ßahnbogend ein unb trägt auf einer nach innen
346
2>ie Stafetten.
angelegten Serftärtung eine bie 3ä$ne be« .ßalpibogentriebe« unb be«
ßa^nbogen« überragenbe ftätjterne ^ü^rungöf^etbe g.
Siib 232.
Siegte Sligtmafgine.
©ie SöremSfptnbel h, bon innen an ba« brongene ßager an«
gefdjraubt, ift innerhalb be« ®rem«fege(« mit 2 meffingenen Söudjfen i
verfemen unb enbigt nadj außen gu in ein (Sdjraubengennnbe für bie
Sörem«mutter.
Die 16 em=Äüftenlafette.
347
Der SBorlegetrieb mit ®rem«tegel k greift, über bie Srem«fpinbel
gefdjoben, mit feiner Serjaßnung in bie be« Sorlegerabe«. Der
Srem«fegel bient al« Dreßacßfe. äuf feinen ßapfen ift ba« ©reifrab 1
aufgefdjoben unb befeftigt; feine ärme ßaben äugen $anbgrtffe.
Die Srem«turbel m befteßt au« bem $al« unb ben beiben Ernten,
©rfterer nimmt bie mit ißm toerbunbene bronjene Srem«mutter n auf.
j£»iefe faßt mit einer entfpredjenben SluSbreßung in bie ringartige 3u«>
breßung be« Sorlegetriebe« unb fefet ficf? be«ßalb au« 2 $älften )u>
fammen. ©ine auf bie Srem«fpinbel aufgefdjraubte ÜRutter mit Splint
begrenzt bie {Bewegung ber Srem«turbel.
jÖie ®rßößung«fdjeibe o, au« Sronje, ift auf ben tegelförmigen
Siertant ber SCBelle p aufgefdjoben. Die ©rabteilung ber Scßeibe ift
in fedjjeßntel ©raben auSgefüßrt, bie Eeitftridje oon ♦/*« 3U 4/i« beziffert
unb fcßwarj lacfiert. Sor ber Scßeibe fißt ber Seiger q mit Sucßfe
unb .ßwtfdjenring auf ber Sßette, auf ber er burcß fDtutter unb Splint
befeftigt ift. Sein untere« ©nbe ßat ein fdjlißförmige« 2luge, mit
bem er auf einem mit ber SBanb verfdjraubten Steöboljen r oer»
fdjiebbar ift. $terburdj ift eine Prüfung unb {Regelung ber 3eiger=
ftellung ermöglicht.
Da« Saljnrab jur ©rßößung«fdjeibe s ift auf bem innerhalb ber
Sßaub beftnblidjen Seil ber SSBetle befeftigt. Seibe Sdjeiben Werben
in ißrer Stellung burcß ftlemmfdjraube unb URutter feftgeßalten. ©ine
bie ßäßne überragenbe fjffljrung«fdjeibe t ift wie beim Baßnbogentrieb
auf ben fRanb ber inneren Sdjeibe aufgefdjoben.
(Sei ben Lafetten ber Rüftenbefeftigung ßat bie ßrßößung«fdjeibe
SWeterteilung für bie üerfcßiebenen ©efdjoßarten.)
b. Sinte fRidjtmafdjine (Silb 233).
Seile: ßaljnbogen, Srem«fpinbel, ßa^nbogentrieb, $anbfpeidjen> 857
fdjeibe unb Srem«turbel, f^üßrung«rolle mit ©eile.
S)er ßaßnbogen a fjat nur bie äußere Serja^nung. Die Srem««
fpinbel c ru^t in einem bronjeneu Sager d unb trägt innerhalb ber
SBanb ben .ßa^nbogentrieb e mit ^rü^rungSfcfjeibe f. Außerhalb ber
Xßanb fi^t auf ber Srem«fpinbel bie burdj fieber gefieberte $anb>
fpeidjenjdjeibe g, beren nach außen geftürjte Stirn mit 6 fiödjern für
ben Dorn ber £>anbfpeidje oerfeben ift.
Die Srem«turbel h bewegt fi<b auf bem Sdjraubenfdjaft ber
Srem«fpinbel unb Wirb burcß eine meffingene Unterlegfdjeibe »on ber
$anbfpeidjenfdjeibe getrennt.
Die $üßrung«rolle i mit bronjener Sucßfe k ift innerhalb ber
ffianb auf ber SBetle 1 berart befeftigt, baß bie innere Seite be« Boß11,
348
Xie Safetten.
bogend fidj gegen iljren fRanb lehnt. ©ie SBelle legt fidj mit einem
®unb gegen bie SBanb unb ift außerhalb mit biefer berbunben.
©ie rechte fRidjtmafdjine wirb in erfter Sinie jum Stiften ber«
wanbt. ©ie Bewegung bed ©reifrabed mirb burdj ben mit iljm ber«
bunbenen SBorlegetrieb k auf bad fBorlegerab c übertragen, ©iefed
breljt bie mit iljr berbunbene SBelle d unb bamit ben auf ißr befinb«
Silb 233.
Sinte 9li$tmaf$ine.
lieben .ßabnbogentrieb f, ber, in ben ßaßnbogen a eingreifenb, biefen
auf unb nieber bewegt, ©ie g-übrungdfdjeibe g berljinbert ein Sind«
weichen bed ^afjnboßenS. ©ad geftftellen ber iRidjtmafdjine gefdjiebt
burch bie $remdturbet m, bei beren Slngieljen fich bie ÄSremdmutter n
auf bad «SdjraubengeWinbe ber fBremdfpinbel h auffdjraubt unb ben
fSremdtegel k feft gegen bie Sßanb preßt.
Sie 15 cm<Äüftenfafette.
349
Die fdjwächere ßalptung be« ßafjnbogenS brefjt bei beffen Se«
wegung bie (ErhöhungOfcheibe o, auf welker ber ßeiger P bi® genommene
(Erhöhung angibt.
Die linie fRichtmafchine bient jum fteftftellen be« fRohre« unb jum
(Entlaften ber redeten fRidjtmafchine beim Schuf?. Sie wirb allein
gebraucht, Wenn bie redete verfagt. Ql*re ffielle wirb burch bie §anb«
fpeichenfdjeibe g, in beren Södjer ^anbfpeidjen geftedt werben, bewegt;
ba« fjeftftetten gefdjiebt burch bie Srem«turbel h.
Der Sefchlag (vgl. Vilb 231) bient benfelben $weden wie bei 858
ben fRäberlafetten. Sefonber« ju erwähnen finb bie Saufräber an be«
fonberen Vaufrabträgern, bie um Slchfen brehbar vorn unb hinten an
ben SBänben fid) befinben unb beim fRüdlauf ber Überlafette in
Dätigteit treten. Da« Hintere Saufrab m tann burch Drehen eine«
(EjjenterS Vermittel« ber $anbfpeicbe gehoben ober gefentt werben
unb in ber richtigen Stellung burch einen Sd)luffe(boljen feftgehatten
werben.
Unter ben SBänben befinben ficf) mefftngene ©leitfchienen, um ba«
Snroften ju vergüten, unb 2 Sobentlammern q, bie unter bie fjlanfdfe
ber SRafjmenträger greifen. Sim vorberen unb Hinteren Sobenblech
finb 2 $uffereifen r, am vorberen außerbem ber Solbenftangenhatter
angebracht.
Der fRa^men (Silb 231).
(Er bilbet ba« UntergefteH für bie Überlafette, auf bem biefe 859
jurüd- unb Wieber vorgteitet, wobei ber fRüdlauf befchräntt wirb. (Er
ift auf ber Settung um einen vorberen Drehblod fdpventbar.
leite: 2 fRahmenträger, Ouerverbinbungen, 3 Schwentrabträger 880
mit 4 Srfpvenfräbern, ftlüffigteitSbremfe, SdjWentwert, Vorrichtung
jum mittelbaren fRefynen ber Seitenrichtung, Sefdjtag.
Die fRahmenträger, I«(Eifen mit je einem angenieteten Sauf« 801
teil e', werben burch bie üuerverbinbungen in gleichlaufenber Spannung
erhalten unb burch Ded« unb Sobenbleche verbunben.
Die beiben vorberen Sdjwentrabträger z bilben in ihren ver«
ftärtten Vaden baS Sager für bie Sldjfe d, ber SchWenträber b'.
Der Hintere Schwenfrabträger a' ift höh«; bie S^wenträber b', c'
haben 2 meffingene Surfen unb in ber Stirn eine auSgerunbete Spur
für bie Schwentfdjienen.
Die ftlüffigteitSbremfe. Der ©runbfafe ihrer (Einrichtung ift 802
b« gleiche wie ber ber IRüdlaufbremfe, befdjrieben in ß. 840.
$auptunterf<hiebe: Die Solbenftange ift born an ber Überlafette be«
350
Sie Safetten.
feftigt, fo baß beim {Rucflauf ber Äolben in ben ©rentöjtjfinber
hineingefü^rt toirb. ©remdjhlinber ftnb feine <3flge eingeftytilten,
bad ©thjerin tritt burd) 4 im Selben beftnblidje Durchbohrungen vor
unb hinter festeren.
Der Verlauf ber ©bertafette wirb burch bie fdjiefe ffibene bed
{Rahmend, bie eine {Reigung bon 4° h“t unb bie ber Sauffeile, bie
noch eine foldje oon 3° 30' haben, bewirft.
Der oorbere Juffer m', unb ber Ejintere r', fchwädjen ben Stoff
ber ©berlafette gegen ben {Rahmen beim 53or« unb {Rädfauf ab.
Silb 234.
B
8C3 Dad ©djwenfwerf (®ilb 234) finbet in einem (Sehäufe a Stuf»
nähme, weldjed am h’nteren ©djwentrabträger angefdjraubt ift. 3n
feiner ÜRittellinie finb, (entrecht übereinanber ftehenb, 2 ftählerne Sager
angenietet. $n bem oberen b liegt bie SurbelweUe c, bie naä) hinten
S)ie lö cnvÄüftenlafette.
351
gu ein ®etriebe d trägt. Der watgenförmige Seit ber SBeHe ruht in
einem mit brongener Suchfe e »erfehenen £aldlager f, welched mit bem
®ehäufe »erbolgt ift, unb enbigt in einen Siertant gum äufftecfen ber
Surbel mit hölgernem $anbgriff.
$n bem unteren Sager h liegt bie Settenwelle i, auf bie nach
hinten gu ein ßatynrab k, oor bem ©ehäufe bie Settenrolle 1, auf>
geflohen ift, beren Stirn mit Spuren für bie Settenfchalen »erfehen
ifl. Dad Ba^nrab fleht mit bem (betriebe im Umgriff.
9?ahe ber unteren ©ehäufetante finb auf ber üorberen Seite
2 Sagerplatten m angebolgt, auf beren BaPfen fich je eine Seilrolle n
breljt, beren Stirn gteidjfattö mit Spuren für bie Settenfchalen »er»
[eben ift. Qn ben unteren Selen bed Sehäufed finb 2 Seitwalgenljalter o
befeftigt, um beren Solgen je eine Seitwalge p brehbar ifl. Die gu«
gehörige Sdjtoenttette q trägt an jebem Snbe eine Spannvorridjtung
unb ift mit beiben freien Snben auf ber Settung befeftigt.
Durch Drehen ber Surbelweöe wirb bad ßatjnrab gebreljt, beffen
Sewegung [ich auf eine SBetle, Settenrolle unb Sette überträgt, inbem
bie Sette mit ihren Schalen in bie Spuren ber SettenroUe unb ber
Seilrollen eingreift. fjierburch läfjt fich bie Safette um ben Drehblocf
fdjwenten.
2lm ©eljäufe ifl in einer $ülfe s ein feiger u eingefdjraubt, ber
über ben Srabbogen ber Settung fingiertet unb beim Drehen bed
Statjniend auf ben befohlenen Deilungdftrich bed ©rabbogend ein«
gepellt wirb.
Sefdjlag bed lahmend ftehe Sitb 231 L. Die Drehblocfllappe o',
gwifchen 2 ®elentftüden p', Oerbinbet ben Nahmen brehbar mit bem
Drehblocf.
Die Settung (Sitb 231).
Sie ift bauernb in SWauerwer! ober Seton hergefleltt. Stuf ihr 8<4
finb angebracht:
Der Drehbtocf s', mit bem Drehbolgen v'. Sr ifl nach ben Scfen
feiner fjufjplatte burch 4 Streben »erftärtt unb trägt oben einen Ser-
ftärtungdring. Die Sefeftigung bed SIoclö gefcfieft burch 4 in bie
Settung eingemauerte, oben burch SDluttern gehaltene Sinterbolgen u'.
Die »orbere w' unb hintere Sdjwenffchiene x’ finb treidförmig
gebogen unb haben trapegförmigen, oben gewölbten Querschnitt; fie
Werben burch Stiftfehrauben auf eifernen Unterlegplatten y' befeftigt,
bie mitteld Slei in ®ranitfchwetfen feftgelegt finb.
6 Seitbolgen bienen gur Seitung ber Schwenftette unb finb ebenfo wie
2 (Snbbolgen gu beren Spannoorrichtung in bie Settung eingemauert.
352
2)ie Safetten.
Der meffingene ©rabbcgen ift burdj Schrauben auf einer Schiene
befeftigt, bie in ben Seton eingelaffen ift unb burdj Snterboljen ge»
halten roirb; Teilung in adjtel ©raben. Die Deilftridje ftnb Von
*/s ju */s ©raben bejiffert unb roie auch bie fahlen fdjtoarj lacfiert
866 Die ftüftenlafette geftattet in Serbinbung mit ihrer Settung einen
fdjnellen Sßedjfet ber Seitenridjtung unb ein befliegen ber leiteten
vermittels beS ©rabbogenS unb 3eigerö. Die Sefcfcränlung beS 9türf«
laufeS erlaubt eine jiemlidj bebeutenbe geuergef^roinbigteit. Die große
8agerljöt)e gewährt einen guten Sdjufc für ©efdjäfe unb ÜRannfdjaften,
bodj ift bie Sebienung auS bemfelben ©runbe anftrengenb. Sei
fdjroereren ©efdjöfcen ift jum 4>eben ber ©efdjoffe ein befonberer ®e»
fdjofjtran angebracht.
866 2. Sei ber 9RiuimaIfd)iirtenlafette, bie in $anjertürmen ver»
roenbet mirb, breljt (ich baS IRohr nicht um ben Sd)ilbjapfen, fonbern
um einen nahe ber Wlünbung gelegenen Suntt, um mit einer möglichft
Heinen Scharte im Sanjer auStommen ju lönnen. Die Seroegung beS
8tohreS gefdjieljt burch eine fRohrhebevorridjtung, beren Seroegung burch
ein Sumproert beroirtt roirb.
8«7 3. Son ben Safemattenlafettcn ähnelt in ihrem Aufbau bie
&afematten-9lahmenlafette ben Süftenlafetten, bie anberen, nur für Heine
(Sdjnellfeuertanonen beftimmten, hoben lurje Sßänbe, ftnb um eine
vorbere Slcfife mit Sdjroenträbern brehbar unb tragen oben eine
Sagerplatte mit Sdjiefjbotf jur Aufnahme beS IRohreS; ein SRücflauf
finbet bei biefen ©efdjüfcen nicht ftatt. Sei ber 3,7 cm-R. K. ift
öfters bie Lafette ganj fortgelaffen unb nur bie Vagerplatte mit Schieß»
bod vorhanben, bie an Slnterboljen in ber Stirnroanb ber Stafematte
feftgefdjraubt roirb.
868 4. 9HS Schiffslafetten tommen Nahmen» unb Söiegenlafetten,
lefetere neuerbingS auSfdjliefjlich, jur Serroenbung.
Die erfteren heben ben iRütflauf entroeber gänjlich auf (bei Heinen
©efchülen) ober fie befdjränten ihn in ähnlicher SBeife roie bie Stößen»
lafetten burch Sremfen unb beroirten ben Sorlauf burch eine fdjiefe
©bene.
Sei ben Jßiegenlafetten gleitet baS üiohr allein auf einer fRöljre,
ber fogenannten SJiege, jurücf. Der IRüdlauf roirb burch eine tjflüffig»
teitsbremfe gehemmt, baS Sorbringen beS fRohreS burch febern, bie
fich beim fRiicflauf fpannen, bemirtt.
Der Sorteil ber SBiegenlafetten vor ben Dtahmenlafetten liegt
hauptfädjlich barin, bafj baS 9tohr nur in roagerechter ^Richtung juriid»
gleitet; bie megen ber f^iefen ©bene ber IRahmenlafette erforberliche
Sie $to$en.
353
große $öhe ber Äafematten tann fomit berringert unb bie Scharte
Heiner gehalten werben.
(Sin weiterer Vorteil ift ber, baß fich bie Stichtmittel an ber
SBiege befinben unb ber iRichtenbe aud? beim 3Jücftauf beS ftohreS baS
ßiel im Sluge behalten tann.
V. Hie JJro^en.
KUgemeitteS.
Die $rofeen fallen bei ber Bewegung ben Lafetten als Storber« 869
wagen bienen. Durch bie SJerbinbung beiber entfteljt ein fjaljrgeug,
bag aufgeprofcte ®efdjiifc. Die ‘’ßrofcen ber ^elbartiOerie bienen aud?
als SJorberwagen für bie SDlunitionSwagen unb ben 1. SJorratSwagen.
Die Slrt unb SBeife ber SSerbinbung beg 33orber« unb $inter>
wagens ift bon (Einfluß auf bie ffähigteit beS ffahrgeugeS, Unebenheiten
beS ©elänbeg gu überwinben, vermehrt ober berminbert bemgemäß
beffen Sentbarteit, S3iegfamteit unb Unabhängigfeit ber Stellung beS
SJorberWagenS bon ber beS ^interwagenS.
Die erftere beurteilt man nad? ber ®röße beS BentungSwintetS,
b. h' beS SBintelS, um ben fidj ber SJorberwagen aus ber SOlittcllinie
beS ffahrgeugeS feitwärts brehen läßt. Siegfamfeit in fenfred?ter
Stiftung briiett fid? burch bie @röße beS SBintelS aus, um ben bie
Deid?fel über bie SBagered?te gehoben (SteigungSwintel) ober unter
biefe gefentt werben tann (SentungSwintel). Die Unabhängigteit
ber Stellung beS SJorberwagenS oon ber beS £>interwagenS wirb
bürd? bie ®röße beS SBintelS beftimmt, ben bie beiben Steifen in fent«
rechter (Ebene bilben tömten; fie ift alfo bie a)löglid?teit, ben SSorber«
Wagen mit ber Deichfel um feine 8ängSad?fe unabhängig oom $inter>
wagen gu brehen.
Die SJerbinbung gwifdjen $rofee unb Safette wirb burch ?rol*
haten unb Öfe ober burch $rofcnagel unb ^rofelod? h^rgefteUt, wobei
ber SBerbinbungSpunlt hinter ober auf ber 3td?fe liegt.
hieraus ergeben fid? gWei oerfchiebene Spfteme ber SSerbinbung. 870
1. DaS ®leidjgewichtSfbftem. $rofce unb $interwagen finb
hinter ber Hchfe oerbunben. Die Deichfel ift infolgebeffen nicht ftetig,
woburd? bie Slnwenbung einer Deichfelftiifce, gumal wenn abgeprofet
ift, notwenbig wirb. Dagegen ift bie Bentbarteit unb Stiegfamteit
fehr groß.
DiefeS Styftem eignet fid? fär alle biejenigen ffahrgeuge, an bie
befonberS h<>he Hnforberungen in begug auf ffahrbarteit geftellt werben,
Berlin, SBaffen(etitt. 2. ÄufL 23
354
2>ie großen.
unb finbet fich fomit bei ben ®efdjüfeen ber f^elbartitterie, einigen
®efdjüfeen ber ferneren Artillerie be« f£elbheere« unb ber Belagerung«»
artitterie fotuie in ber $eftung«artitterie bei bem oon ber fjelbartitterie
übernommenen ®erät.
2. Da« Sentfdjeitfpßem. Der SerbinbungSpuntt liegt auf
ber Borberadjfe, ba« JDbergejteH be« $intertvagen« hinter biefer auf
ben nadj hinten verlängerten unb verbunbenen Deidjfelarmen, bem
Sentfdjeit. Der {jinterwagen hält mithin bie Deicfefel wageredjt, fo baß
bie $ferbe von beren Drurf entlaßet ftnb. Darau« ergibt ßdj, baß
bie Biegfamteit, jumal nach unten hin, unb bie Senlbarteit gering ßnb.
Öefetere tann jebodj burd) Berwenbung niebrigerer Borberräber unb
Berfdjmälerung be« betreffenben $interwagen« (Brofeljebel) vergrößert
»erben.
Diefe« Spßem tommt baher bei allen ^a^rjeugen jur Anroenbung,
bie fid) ber $auptfadje nadj auf gebahnten Straßen bewegen unb bei
benen unter Umßänben ber ^interwagen einen ßarten Drurf auf ben
Borberwagen au«übt, b. h- bei ben meißen fahrbar gemachten Be«
lagerung«» unb 3reßung«gefdjüfeen.
Sei einem f^ahrjeug tjeißt „vorn" bie fRidjtung nadj ber ^ugfraft
ju; bementfpredbenb „hinten11 bie entgegengefefcte. Die linfe Seite
nennt man „Sattelfeite", bie redete „$anbfeite".
Einteilung bet ißrofee.
871 Die $rofeen werben eingeteilt:
nadj bem ®ebraudj«ort: in $rofeen ber ffelbartiUerie, ber fdjweren
Artitterie be« fjelbljeere«, ber Belagerung«« unb f^eßungö*
artitterie;
nadj bem ®ebraudj«jwerf: in ftaßenprofeen unb Sattelprofeen,
je nadjbem ße jum <3rortfcf)affen von Sdjießbebarf, Bebienung,
®efdjüfejube1jör ufw. bienen ober nur al« Borberwagen benufet
Werben fotten. Abweidjenb hiervon bilbet bie 5 cm«Brofee
für bie 5 cm«Banjerlafette eine Art Dransportwagen;
nadj bem fRohrburdjmeffer ber Oefdßüfee: in 3,7 cm«, 5 cm«,
9 cm», 12 cm», 15 cm« unb 21 cm«ißrofeen;
nach bem SBerfftoff: in höljerne unb eiferne $rofeen.
Slnforberungcn.
872 Die Brofeen fotten eine leidjte Bewegung be« ^ahrjeuge« ge«
ßatten, fie müßen alfo eine gute ffaljrbarteit beßfeen.
Gmteihtng ber Sßtolje. — 9(nfoiberungen.
355
, ©ie aufeinander reibenden flächen muffen biefer ^Reibung möglic^ft
geringen Sßiderftand entgegenfefcen. ©ad 9?ab barf nid)t gu niebrig,
ber fRabreifen nic^t gu f$mal fein, ba ein t^ot^eS fRab Unebenheiten
beffer übertvinbet unb ein breiter fRabreifen bem ßinfinfen in Weichem
Soben entgegenmirtt.
©ie ©leidbreite barf nid?t gu tlein fein, bamit beim fahren
eine große ©tetigteit erreicht Wirb; fie beträgt, bon SWitte gu 9Ritte
ber auf ben Soben auffloßenben felgen gerechnet, bei allen ftriegd*
faljrgeugen 1,53 m, nur bei ben fDiörferlafetten 1,548 m.
Qm einzelnen finb bie Slnforberungen an großen je nach bem
©ebrauchdgmed Vertrieben.
©ie ftaftenprofeen.
Sie feilen bem ©efdhüfc bie größte Sentbarteit unb Siegfamteit
verleihen.
©ie Sebienung muß leidet gu ber SerbinbungdfteUe bed Sorber«
unb $inter»agend gelangen unb bie Trennung beiber fchneUflend vor*
nehmen tönnen.
©er ^rotytaften muß einen bem ©ebrauchdgmed entfprechenben
großen Sadraum haben, ber fich bequem entleeren taffen muß. Stile
©eile miiffen lei^t fein, fo baß bie mitgunehmenbe Saft möglichfl groß
fein tann.
©ie Saft bed ^ahrgeuged muß auf Sorber* unb $interachfe
möglichft gleichmäßig verteilt fein.
©iefen Slnforberungen »irb entfprochen burch bie Slnmenbung bed
©leichgemichtdfpftemd unb ber Serbinbung gmifchen $rofce unb Safette
burch ^rofehaten unb *?Jrofeöfc.
ftaftenprofcen »erben bei ben ©efchüfcen, ben Wtunitiondmagen
unb bem 1. Sorratdmagen ber f}elbartillerie fowie bei ben ©efdhüfcen
unb Seobachtungdmagen ber s. F. H. 02 unb 10 cm-K. 04 Satterien
vermenbet. (tjeftungdgefchüfce, bie aud früherem ^elbartiUeriegerät
übernommen finb, haben ebenfalls Staftenprohen.)
©ie Sattelprofcen.
Sie fotlen bem ©efchüfc eine audreichenbe Sentbarteit unb Siegfam* 874
feit für bad fahren auf gebahnten Söegcn gewähren, ©a bad ©emicht
ber ©efchüfce, bei benen fte vertvenbet »erben, meifl fehr groß ift, fo
finb fte nach bem Sentfcheitfpftem ohne ^rohtaften eingerichtet unb »erben
bei allen ©efchüfeen, mit Sludnahme ber oben ermähnten, angemenbet.
23»
356
©ie Sßrofcen.
Der Stafban ber ^Sro^cn.
875 Da alle gleichartigen frohen fehr ähnliche ©inri^tungen geigen,
fo foll auf eine allgemeine Sefchreibung Berichtet unb eö füllen nur
bie toichtigften frohen einzeln aufgeführt »erben.
1. Die JJelbprohe 96 n/A. (F. Pr. 96 n/A.)
(SluS SBernigt unb Xraug: „©ienftunterric$t", 9la<$ttag. Berlin 1908.
6. S. Mittler & Sof>n.)
876 Die ^Jrofce befteht aus bem $rofegefteU unb bem ißrohtaften.
Silb 235.
Brofegeftell (non oben).
BProtzhaken.
877 Da3 ‘ßrohgeftell.
(Silb 235 unb 236.1
$ aupt teile:
2 ^Jroharme (A) au« Stahlblech 8eP«ßt, nehmen »orn bie
Deichfel (H) auf unb finb burch ©^erbänber (g) verbimben. hinten
finb fte burch ben
Set Aufbau bet $ro|)en. — Sie getbptoje 96 n/A. 357
©rofcljaten (B) verbunben, ber beibe ärme mit feinen beiben
Sappen umfaßt. ©ein Hopf ift für ben an einer Stette Ijängenben
©ö^lüffelbolgen burdjboljrt.
©ie leidjte 2ld?fe 96 ift ^o^l unb burdj ©olgen ftarr mit ben
©rofcarmen verbunben.
Stuf bie Sdj«fdjentel »erben
bie leisten Stüber 96 geflohen. ©iefe finb ben Safetten»
räbern üljnlidj, jebodj (eidjter unb oljne Seiltrommeln. Sie lönnen
im SlotfaUe aud? an Lafetten, ebenfo wie bie Safettenräber aud? an
©rofcen vermanbt merben. ©ie Stüber merben auf ber 9Idjfe burd? bie
Slöljrfdjeiben 98 gehalten, bie innen mit einem Veberring verfeljen ftnb
unb 2 Cfen gum (Einljafen non Sangtauen ljaben. Sie merben burd?
bie in ba« Sünfenlod? ber ädjfe geftedten Siinfen 96 feftgeßalten. ©ie
Sünfe befifet eine Srittplatte al« Auftritt für bie aufftfeenben Kanoniere.
2 ftaftentrüger (E) au« ©taljlbledj finb oben mit bem ©rofetaften
vernietet unb unten burd? ädj«pfannen unb .ßmingen mit ©olgen an
ber Sldjfe befeftigt.
2 ©radenftangen (F) übertragen ben 3U9 ^er ^tangenpferbe
auf bie SI<$fe. ©a« Hintere (Enbe, ba« äuge (a), ift auf bie äd?fe
aufgegogen unb bilbet bie ©toßfdjeibe be« Stabe«; innen liegt ein
Seberring. S3orn befinbet fid? ber ßugl?a!en (b) mit Sperring gum
(Einbaten ber
2 Ortfc^eite 96 (K) aud? Stal?lrol?r mit $olgfutter; an ben
(Enbtappen befinben fid? Öfen für bie Sauljaten.
©ie ©eidjfelftüfce (f. J, ©ilb 236) au« ©taljlrofyr mit einem
tellerförmigen fjritß, ift an einem Unteren ©djerbanbbolgen befeftigt;
beim fjaljren rul?t fte in bem beleberten ©eidjfelftüfeträger.
2 ftußbretter (G) au« $olg ftnb burd? feitlid?e fjußbrettftüfcen (d)
mit ben ©radenftangen verbunben; ba« Hintere mageredjte ^ußbrett ift
mit ©olgen auf ben ©rofcarmen, ba« »orbere fdjräge burd? 2 mittlere
f^ußbrettflüpen auf ben ©rofcarmen befeftigt unb burd? 2 fjußbrett»
ftreben verfteift.
©ie ©eidjfet 96 n/A (H) au« $idort?ljolg mirb mit iljrem
Viertantigen Seil burd? einen ©eidjfelbolgen unb burdj ©djerbänber
gmifdjen ben fßrofcarmen gehalten. ©er runbe Seil verjüngt fid? nad?
ber ©pifce, mo fidj ber $ugl?aten mit ©perring gum (Einljalen ber
©orberbrade befinbet. ©ie beiben Steuerletten finb burdj bie ©teuer»
öfe mit ©olgen unb Wlutter mit ber ©eidjfel verbunben; bie linte
ftette ift lünger, um ba« ©attelpferb beim parieren unb Tragen ber
©eidjfel gu entlaften. $e eine Rramme an ber ©eidjfel bient gum
358
$te Sßrofcen.
löefeftigen beg Deicbfelriemeng unb beg $ebebaumg, ein Sßifdjerring
jutn galten ber Söifcberftange.
Die Sorberbracfe 04 auS (Stablrobr mit ^oljfutter bat
2 ßnbtappen mit 3ugöfe unb eine URittellappe mit boppelter ^iigöfe
unb SRing jum ©nbaten in ben Deidjfeljugbalen.
Sim Untergestell befinben fid) aufjerbem je eine £>fe für ben
SBaffereimertorb am linten Saftenträger unb linten $ro|arm, ber
$ebebaum, mitteig einer 3to’n9e an ^er ^fe befeftigt unb ber b'ntere
©ifdjerring mit fRiemenöfe am redeten ißrofcarm.
Der $rofetaften
ru^t auf bem ^rofjgeftell unb ift burd) SRiete unb SoQen mit ben
^ßrotjarmen unb Staftenträgern berbunben.
$aupt teile:
Dag ©erippe wirb gebilbet auS bem SBorberrabmen unb
bem £>interrabmen, bie burd) bie oberen unb unteren Serbinbungg«
wintel unb bie beiben SRittelrabtnen berbunben ftnb.
Sie getbproße 96 n/A.
359
£)ie Sefleibung beS ©erippe« befteht aus bünnen Stahl«
blechen (£)ecfblech, Sobenbledj mit 2 Sobenjchienen, 2 burdj (Streben
»erjteifte Seitenwänbe unb Sorberwanb).
®ie Xür auS Stahlblech ift am ^interrahnten angebracht; fie
ru^t geöffnet auf bem fSrofchalenlopf unb hängt feitücfj in ben $änge«
fdjienen. «Sie wirb burch ^re* Überwürfe unb Sorreiber gefdjloffen.
Sorbere unb Hintere Sehnftüfcen (f. Silb 236), bie burd)
ein (Edblech berbunben unb mit einem Sehnblech betleibet finb, tragen
baS Sehnbrett. An biefem befinben fich Stiemen für ben geltfad.
An ber $ugwanb fifcen Sefdjläge für einen Spaten unb 2 Spaden.
innere (Einrichtung.
T)urch bie beiben SDlittelrahnten mit WKeibungSblechen wirb ber
$rofctaften in ein Sölittelfach (^3ube^örfac^) unb 2 Seitenfächer,
bie WtunitionSfächer, geteilt.
Silb 237.
Dtunition in ber ftelbproße 96 n/A.
‘Daö ßubehörfad) wirb burch einen Sttifth'röobcn au£ Stahlblech
in ein oberem unb ein unteres $ach, febeS SRunitionSfach burch eine
Scheibewanb in )wei Abteilungen geteilt. Am Soben befinben fi$ bie
Sobenleiften, an jeber Seitenroanb fowie an ben SetleibungSbledjen
360
lie prüfen.
bet SRittelrahmen je brei höljeme jj^nngdleiften. Die Sörbe werben
in jebem %ad) burch einen an ber Seitenwanb angenieteten ^alteriemeu,
ber an einen im oberen Bubehörfadj angebrachten SRefftugtnopf ju
tnßpfen ift, gehalten. DaS obere .ßubehörfadj trägt in jwei oben be«
finbtic^en fjführungbleiften ben (Sefchü^jubehörtaften. Sn ber laden
Seitenwanb befinben fich Schlaufen für eine 3an9e« an ber rechten
für eine fjfeite unb einen jammer.
Die 9elabung ber fJrofce mit getrennter unb mit Patronen«
munition ift auß fSilb 237 erfidjtiidj.
2. Sie ftelbjjanbift'rofce 98. (F. H. Pr. 98.)
879 Daß $rofegefteß ift biß auf untoefenttidje Unterfdjiebe baß gleiche
Wie bei ber F. Pr. 96 n/A. Die fRäber ber ‘fSro^e lönnen hier nicht
an ber Safette Verwenbet werben.
Der $rofctaften hat eine etwas anbere innere (Einrichtung, bem
©djiefjbebarf ber 1. F. H. entfpredjenb.
Die beiben Seitenfächer finb gleich grofj unb nehmen je 6 SDlunitionß«
lörbe auf. 3eber Storb fafjt 2 ©efchoffe unb 1 Startufchrahmen mit
2 jtartufchen, fo bag in ber ^rofce 24 Schuf; mitgeführt werben.
3m SDHttelfach befinbet fich e<n ©efchüfejubehörfaften.
3. Sie fchwere fjeibhaubihprohe 02. (s. F. H. Pr. 02.)
880 (Sie ähnelt in ihrem Sufbau ben vorigen $rofcen. Suf ber Wfrtte
beß $rofelaftenß befinben fich jtvei fRüdiehnen, jwifdjen benen 2 fRohr«
matten $lafe finben; auf bem $rofctaften fifeen 6 9Rann auf, 3 nach
vorn, 3 nach hinten fifeenb, für tefetere ift eine umtlappbare f^ugftüfee
vorhanben.
Der ^rofttaften enthält eine vorbere, mit einem Sorhang von
Segeltuch verfchloffene Abteilung jur Aufnahme ber Sornifter unb
beß 3ettjube^ör« unb eine hintere, mit Dür verfebene Abteilung jur
Unterbringung von Zubehör für ®efcfeüfe unb iBiwalßjWede.
Sn ber ^rofce finb 5 Spaten, 1 §ade unb 1 fjfelbbeil an«
gebracht.
4. Sie 10 cm«$robe (10 cm Pr.).
881 Sie entfpridjt in ihrer (Einrichtung ber s. F. H. Pr. 02.
5. Sie 21 cm«9Rürfcrprohe (21 cm Mrs. Pr.).
882 Sie ift eine, nach Venffcfeeitffeftem eingerichtete Sattelprofje;
bie USerbtnbutig be$ Sorber« unb $interwagens liegt auf ber Sorberachfe.
Sie 21 cm=S)lörferptoße.
361
Sie Stanlfdjiene, ein fdjleifenförmig gebogenes SBinteleifen, ift
mittels ßmingen auf bet Steife befeftigt; vorn bilbet fte eine Schere
für ben Steil ber Deidjfel. ©nridjtung unb Sefeftigung mie bei ber
F. P. 96 n/A.
Unter ber Sentfdjiene bie $interbra<fe, beren @nben burdj «Stangen
mit ber Sldjfe öerbunben finb, mit ben beiben Ortfdjeiten. i® eifpiel
Silb 238.)
Silb 238.
interbrarf e mit Staljlortfc^eiten.
3)ur$f4nttt.
Ser $ro$nagel ift auS einem ©tiirf mit ber Sßrogfdjeibe, bie
mittel« einer ßminge auf ber flJHtte ber Strafe befeftigt ift.
SEBenn ber Stafettenfdjman) mit einem ^ro^locp auf ben $rofc*
nagel gu liegen täme, fo mürbe ber StanlungSmintel feljr gering »erben,
ba beim (Sinfdjlagen ber Seidjfel bie Srofcräber halb an bie Stafetten*
mänbe anftoßen mürben; aud) mürbe baS 2luf« unb Sbpro^en große
®djmierig!eiten machen.
Silb 289.
^rofcfyebel.
a. Son oben.
b. Son ber Seite.
SeSljalb finb alle mit ©attelprofcen fahrbar gemachten Stafetten
(von älteren abgefeßen) burdj einen ^Jro^ebel verlängert.
362
Xie artUIeriegefc^one.
tiefer (®ilb 2391 ift ein nad) unten gebogenes T&fen, vorn
mit einem für ben Sorfteder burdjlocfeten Sappen verfemen, hinten jur
Cfe für ben ©rofenaget burdjbobrt unb burd) eine ^ßfatte verftärft.
'lieben bem Sod) für ben ©rofenagel ber ©rofering.
»ilb 240
Sufgeprofeter 21 cm<9lirfer oon ber Seite.
Soll bie Safette fahrbar gemacht »erben (©ilb 240), fo roirb ber
tßrofefeebel in bie an if;r befinblid)en ©rofefeebelhalter gehoben unb
bort mittels beS ©orftetferS befeftigt. 9iadj bem Snfjeben beS Safetten«
ftfjtüanjeS roirb bie £)fe beS ©rofefeebelS über ben ©rofenagel geftreift
unb gegen ein felbfttätigeS $erauStreten burdj bie in ben ©rofering
cingefeatte ©rofetette gefiltert.
®urd) biefe @inrid)tung roirb jroar bie Sänge beS ^aferjeugeS
vergrößert, aber feine Sentbarteit gang roefentlid) gehoben, ba bie
fJroferäber beim (£infd)lagen ber ©eidjfel nidjt an bie Safettenroänbe,
fonbem an ben fdjtnalen ©ro^ebel anftoßen.
Sämtliche Sattelprofeen finb äfenlid) eingerichtet.
VI. Die ärtillerietjeltfyofle.
A. Einteilung unb Bezeichnung ber ©efdjoffe.
HN3 Qie Artillerie verfeuert SdjrapnellS, ©ranaten unb ftartätfdyen.
Schrapnells unb ©ranaten finb £>ot)lgefd)offe unb feaben jur Cnt«
jünbung iferer Sprenglabung einen .ßünber.
(Einteilung unb SSejcichnung ber ®efcf)offe. — (Einrichtung beä ©efchoffeS. 363
©ie Schrapnells enthalten in ihrem Qnnern eine große ßahl
von ©leifugeln unb eine verhältnismäßig Heine Sprenglabung auS
Sthmarjpulver.
Die ©ranaten haben in ihrer ^jöfyfung eine Sprenglabung auS
SranatfüUung ober Sdjmarjpulver.
©ie Sartätfdjen finb SBtedjbüdjfen, bie mit Äugeln gefüllt finb.
©ie Benennung ber ©efdjoffe rietet fid) teils nadj bem ©efdjüh, 884
für meldjeS fie beftimmt finb, j. ®. Qelbhaubihfdjrapnell 98 (abgeffirjt:
F. H. Sehr. 98), teils merben fie nad; ihrem ©urdjmeffer unter $in$u«
fügung beS QaljreS ber erften Anfertigung genannt, j.SB. 12cm<®ranate80
(abgetiirgt: 12 cm Gr. 8Ü). $aben ©efäjoßarten beSfelben ©urdj»
mefferS verfd)iebene (Einrichtungen, fo merben fie burd? entfpredjenbe
ßufä^e unterfdjieben, 3. ®. 15 cm Gr. 88 unb 15 etn Gr. 88 a./A.,
b. h- alter Art.
Qm ©ruppengebraudj merben bei ber Qußartillerie bie meift vier
©urd)meffer langen, bünntvanbigen ©ranaten „Sanggranaten**, bie
übrigen „Sprenggranaten** genannt.
Alle Schrapnells unb ©ranaten hoben jum Schüfe gegen fRoft 885
einen ©Ifarbenanftridj, ber aud; als UnterfdjeibungSmertmal bient.
©ie aus Stahl ober Stahlguß beßehenben ©efdjoffe finb blau,
bie auS Stahleifen verfertigten blau mit gelbem Sopf. (Eifeme
©ranaten für ©ranatfüllung finb ganj gelb, ältere bergleidjen rot mit
gelbem Stopf, eifeme Schrapnells unb ©ranaten für Sßulverfüllung rot.
Außerbem gibt es nodj UnterfdjeibungSmerfmale untergeorbneter ®e«
beutung.
B. (Sinridjhing beS ®cfd)offeS.
1. ©aS ©efchoßmetaO.
SdjrapnellS unb ©ranaten müffen auS einem SRetaU hefteten, 88«
meines genügenbe Sßiberftanbsfähigteit gegen ben Stof ber 'fßulvergafe
befifet, bamit fie nicht im Stopr jerfchellen; im übrigen richtet fid)
bie Art beS ©efchofmetallS nach bem ©ebrauthSgmed beS ©efthoffeS.
$oI)eS (Eigengemicht ift megen ber QuerfchnittSbelaflung gfinflig
<8- 107).
Als ©efthofjmefaH mirb Stahl, Stahlguß, Stahleifen unb ®uß>
eifen vermenbet.
2. ©aS Äußere beS ©efchoffeS (®ilb 241).
a) Schrapnells unb ©ranaten finb Sanggefdjoffe, an benen man 887
bie Spifee (Stopf), ben maljenfärmigen ©eil unb ben SSoben unter»
fcheibet.
364
$ie Slrtilleriegefc^offe
888
©ie Spi|e fyat eine jur Übertvinbung bed Suftwiberftanbed be-
fonberd geeignete gorm, bie eined gotifdjen Spifcbogend (Q. 109).
®ie fyat eine in bad innere bed ©efdjoffed fü^renbe Störung, bad
9Jtiinbtodj, in beffen SRuttergewinbe ber günber eingefdjraubt ift.
SJifo 241.
53cifpiel eines $oben!ammerfc^rapneUd.
889
/ Z \
A Glefdjofjtern.
a roaljenförmiger Zeit
b Soben.
c Sogenfptye.
F güf)rung3ting.
W ’ 3enfciernnilft
M 9Runb(o$.
L Sobenfammer.
B Stoßboben.
C SüDtugeln.
K ftatmnetßülfe.
Z 3ünber.
890
b
der walzenförmige Xeil trägt
bie jur f^ii^rung bed ©efdjoffed not«
wenbige (Einridjtung; biefe befteljt in
jdjmalen Gingen ober Säubern, bie in
eine 9tinne bon fdjwalbenfdjwanzförmigem
Duerfdjnitt eingewalzt finb. damit fie
fidj nidjt breljen, ift beren ©runbflädje
burdj (Ein^iebe raulj gemadjt.
Slld fifüljrungdmetall wirb audfdjliefj-
lidj Supfer verwenbet, WeldjeS genägenbe
£)altbarteit mit nid)t ju großer $ärte
bereinigt.
®er ^IHjrungSteil bed ®ef$offed Ijat
ben durdjmeffer bed (Sefdjüfeed jwifdjen
ben 3i'9cn D^er einen etroad größeren
durdjmeffer. dad ©efdjofj wirb beim
®djufj in bie ßüge gepreßt, die gelber
fdjneiben fidj in bie fjfityrungdteile ein unb
Zwingen bad ©efdjofj, iljrer SBinbung zu
folgen, dabei brühten fie bad fjüßrungd«
metall zur Seite, weldjed bie .ßäge völlig
audfüllt unb fo bie Seele nadj vorn
abfdjließt. ®epreßte ©efdjoßfüljrung
(3. 640, löilb 164).
9lQe neueren ©efdjoffe werben nur an einer Stelle geführt, der
fffiiljrungdring fi^t meiftend naße bem ©oben, nur bei ben in Patronen«
®aä innere bed ®efc$offe8.
365
hülfen »erwenbeten ©efdjoffen fifct er höh«« bamit bie $ülfe ben
unteren ©ef^oßteil genügenb feft umfaffen tann. ^interführung.
©er Übergang bed waljenförmigen Seite jur ©ef^oßfpihe Wirb 891
burch eine leichte 21nfd)tvellung bed ©efchoßmetalte, bie ßentrierwulft,
gebilbet, Welche bewirft, baß bie 8ängda<hfe bed ©efdjoffed in ber
Seelenachfe liegt. $ierbur$ wirb ber ©efdjoßboben {entrecht jur
Seelenachfe geftellt unb bad ©efchoß gerabe in bie ßüge gepreßt (ß. 640).
©ei älteren ©ef^offen ift bisweilen an Stelle ber ßentrierWulft
ein wie ber ^ührungSring eingepreßter ßentrierring Vorlauben.
Um ein glattes SIbfließen ber ßuft am ©efchoß ju erreichen ($. 110), 892
finb alle fd)arfen Äanten bermieben, ber $ünber fdpniegt fich mit feiner
ftorm ber ©efdjoßfpihe an, fjführungdringe unb ©oben $aben abge«
runbete Stauten.
©er ©oben, auf ben ber ©rucf ber ^ulbergafe juerft wirft, ift 898
befonberd ftarf.
©er Schwerpunft bed ©efchoffed liegt in ber Sängdachfe hinter 894
ber «Witte (3- 117).
©roße Sänge ber ©efdjoffe ift jur ffirjielung einer großen Quer» 89B
fdjnittebelaftung gfinftig (3- 101 ff.), erforbert aber ftarfen ©raß
(8- 126).
©ie weiften neueren ©efdjoffe $aben eine Sänge non 3 bid 4 ©urdj--
meffern.
b) Weuere Äartätfdjen $aben bie äußere fjorm ber $o$(> 898
gefdjoffe, ältere tjaben feine Spifce.
3. ©ad JJuuere bed ©efthoffed (©ilb 241 bid 243).
a) Schrapnells. Qhre innere Höhlung entfpricht in ber {form 897
ber äußeren ©eftalt.
©ie SBirfung bed Schrapnells beruht lebiglidj auf feiner Äugel» 898
fiiUung, baper muß bie innere Höhlung möglichst groß fein, um viele
Äugeln aufnehmen ju tonnen.
Sille Schrapnells paben bänne SBänbe, bie nur fo ftarf finb, baß 899
fie bem Stoß ber ©ulbergafe im 9?ot)r genflgenben SBiberftanb entgegen«
fefeen tönnen. teuere Schrapnells finb aud Stahl, ältere aud ®uß«
eifen; bei (efcteren ift bie ©efcpoßWanb in £)öhe ber ßentrierwulft unb
bisweilen auch bed ^ührungdringed innen verftärft.
©er größte ©eit ber Höhlung ift mit Äugeln gefällt, ©ine 900
möglichfl große ßahl von Äugeln ift natürlich für bie SBirfung von
©orteil; ber ’f* inbeffen eine ©renje gejogen burch ^ot’
wenbigfeit, ben Äugeln eine jnr Überwinbung bed VuftwiberftanbeS
366
Sie 9&tiHeriegef<ßoffe.
genügenbe Scßwere gu geben. SWan nimmt als Stoff meift $artblei,
welcßeS ein großes (Eigengewicht mit geniigenber $ärte üerbinbet.
Seßtere ift gur (Ergielung großer ©urcßfcßlagSfraft erforberlich-
©aS ©ewicßt ber einzelnen fjülltugel tann um fo Heiner fein, je
größer bie ©efcßwinbigteit beS Schrapnells beim $laßen ift, ba bie
Äugeln als Seile beS SRuttergefcßoffeS beffen ©efcßwinbigteit bei*
behalten.
2Btr finben beBßalb bei ber (Entwictlung ber @efcf)ii^e, baß mit
ber erhöhten baßiftifcßen Seiftung bie Schwere ber einzelnen Äugel
ßerabgefeßt, ihre 3aßl bagegen bermehrt wirb (3- 508, 522), unb baß
bie ©efdjüße, bie ßauptfäcßlicß auf näßere (Entfernungen fcßießen, Heinere
unb leichtere Äugeln haben als bie für größere (Entfernungen beftimmten
©efcßüße. ©ewidjt ber Äugel beS F. Sehr. 96 10 g, ber Äugel beS
15 cm Sehr. 28 g (3- 1040).
©ie Äugeln müffen im ©efchoß feftgelegt werben, ba fte fonft
burch ben Stoß beim beginn ber Bewegung infolge beS IBeßarrungS«
Vermögens nach hinten gufammengebaßt würben, babei ißre fjorm her«
änbern, bie Äammerßülfe ($. 903) behäbigen unb ben Scßwerpunft
beS ©efchoffeS verlegen tonnten.
3ßre fefte Lagerung erhalten fie meift burch einen bie 3wifd)en<
räume füßenben (Einguß von $arg ober Schwefel ober einer Wtifcßung
aus JßacßS unb $arg. bisweilen ift bei Schrapnells Heineren ©ureß»
mefferS ein Seil ber Äugeln in Pulver gelagert, um bie Sprengwolte
beim blaßen beffer fießtbar gu machen.
!MH ©ie Sprenglabung ift in allen ScßrapnellS verhältnismäßig
Hein, fie foll auch nicßt baS ©efchoß nach aßen Seiten auSeinanber*
reißen, fonbern nur gerlegen unb bie Äugeln von ber ©efcßoßßüße
freimaeßen. ©eSßalb wirb ftetS als Sprenglabung eine Keine ßRenge
ScßwargpulverS berwenbet, 9?eueS ©eweßrputver 71, welcßeS außerbem
ben SSorteil einer weißen, Weitßin fießtbaren ßtaucßwolte bietet (3- 54).
9tacß ber Sage ber Sprengtabung unterfeßeibet man:
90*2 a) SobentammerfcßrapnellS. ©ie Sprenglabung ift in bei
Sobentammer, bem unterften, mit ftarter SBanbung umgebenen Seil
ber ©efcßoßßößtung eingefcßloffen. Über ber Sobentammer, auf ißrem
oberen SRanb aufliegenb, befinbet ficß ber feßirmartige Stoßboben, burcß
beffen in ber WHtte befinblicßeS (Sranblocß bie (Entgünbung ber Spreng*
labung erfolgt.
©ureß bie SRitte beS ©efcßoffeS füßrt eine SReffingrößre, bie
Äammerßülfe, bie ficß unten gegen einen Slbfaß beS öranblocßeS ftfißt
unb oben gur Slufnaßme beS ßünberfcßafteS beeßerförmig erweitert.
Qnnere beä (Seföoffeä.
367
Der ^euerftraßl bed BünberS fdjtägt, üerftärft burd) bad in ber
Stammerßülfe befinblid)e Bvlinberpufoer, in bie Sobenfammer. Die
Sprenglabung treibt bermitteld bed Stoßbobend bie Stugeln aud ber
«Sd^rapnellßüÜe nad) vorn ßeraud unb erteilt ißnen babei nod) einen,
etwa 60 m betragenben 3uroad)§ an ©efcßminbigteit. $ierburd) Wirb
ein bidjted .ßufammentyalten ber Stugeln, Heiner Stegelrointel *) ber Spreng-
garbe, große Diefentoirfung (3- 189) un^ $>urd)fd)lagdtraft erreicht.
p) Wittelfammerfdjrapnelld. Sei älteren Sdjrapnettd ift bie 908
Sprenglabung in einer Wittelfammer, einer burd) bie Witte bed
©efdjoffed bid gum Soben reidjenben Stammerßülfe, angeorbnet. Um
if)r 3erbred)en beim Stoß ber ^uloergafe ju vergüten, ift fie unten
mit einem (Gummipuffer verfeßen.
Durd) biefe Sage ber Sprenglabung roerben bie fjüttfugeln beim
$la$en bed ©eftßoffed meßr nad) ben Seiten audeinanbergetrieben.
Wan erßält einen größeren Stegelrointel unb eine Sprenggarbe,
in beren Witte fid) berßältnidmäßig wenig Singeln befinben. Die
Diefenroirfung ift geringer ald bei Sobenfammerfcßrapnelld, ba bie
Stugeln beim blaßen bed ©efcßoffed an ©efcßroinbigleit einbüßen.
Um eine nic^t gu große feitlitße äudbreitung ber Stugeln gu
erßalten, muß bie Sprenglabung ßier befonberd Hein fein, rooburcß
aud) bie Seobad)tungdfäßigteit leibet.
b) (Granaten. »M
3ßre innere $ößlung entfpridjt im allgemeinen ißrer äußeren
©eftalt.
Sie finb bagu beftimmt, enttoeber »orneßmlicß gegen lebenbe Biele
bidjt ßinter Decfungen gu roirfen ober roiberftanbdfäßige Siele gu
gerftören.
Die erfteren fotten bemnad) burd) ißre Sprengftüde, bie letzteren
burd) ißre Durd)fd)lagdfraft unb bie gerftörenbe Straft ißrer Spreng»
labung roirfen.
$iernacß unterfcßeibet man Sprenggranaten, ^uloergranaten, Sang»
granaten.
a) Sprenggranaten (Silb 242). Sie ßaben gur (Ergielung 905
einer genügenben 3aß^ öon Sprengftüden biefe SBänbe aud einem für
ißren 3Wec^ geeigneten ®efd)oßmetall.
Die Sprenglabung befteßt aud ber in einer $appbüd)fe befinb=
ließen (Granatfüllung 88 (3- 52). Um bad (Einbringen ber Sücßfe gu
*) Unter $egelroinfel nerfte^t man ben Sßinfcl, unter bem fid> bie #lugbabnen
ber oberften unb unterften äugel im Sprengpunh f$neiben.
368 2)ie 9(rtilleriegef($offe.
ermöglichen, ift bei ben ©rannten größeren T)ur^mefferö ber Stopf
abfdjraubbar.
»ilb 242.
»ilb 243.
»eifpiel einer Spreng«
granate.
»eifpiel einer Sang«
granate.
A Eicfroanbiger ©ef^ofefern.
F JütjrungSring.
W 3entrierroulft.
M 2Runbloc$.
Z 2)oppeljünber.
A Tünnwanbiger ©efc^oStem mit
ftarfein Äopf.
F SübrungÄring.
yv Sentrierroulft.
M 3Runbloc$.
Z ftuffölaggflnber.
1 1
©ad 3n"«re bed Oefchoffed. 369
Alle ©prenggranaten finb mit Doppeljünber Dj. (ß. 928), ber«
fetyen, eine Audnahme macpt bie Sprenggranate bed 21 cm»©ronje«
mörferd, bie nur einen Auffchlagjünber hat.
’pulbergranaten. Sie finb audfchlieflich jur ©efämpfung 906
lebenber .Siete beftimmt unb »erben namentlich in ben Kanonen ber*
»enbet, bei benen »egen ju Heinen Durchmefferd ein Schrapnell nicht
angängig ift. Sie hefteten aud ©ufjeifen, bie Sprenglabung befinbet
fich lofe in ber innen lädierten Höhlung. (SBenige ältere gejtungd«
gefchüfce großen Durchmefferd hoben ebenfalls noch ©ulbergranaten.)
Sille $ulbergranaten »erben nur mit Auffchlagjünber (Aj.) ber*
feuert.
y) Sanggranaten (©ilb 243). Sie haben, um eine möglichfl 907
große jerftörenbe SBirfung ju erzielen, eine große Sprenglabung,
erforbern alfo biinne Sßänbe, bie aber aud bem »iberftanbdfähigften
STOetall fergeftellt unb bidtoeilen noch burch Rippen berftärft finb.
Damit fie beim Stuf treffen auf harte ßiele nicht jerfcheßen, ift ihr Stopf
befonberd ftart gehalten, er ift auch nicht abfchraubbar; bie Spreng*
labungdbüdjfe »irb burch ^en abfdjraubbaren Soben eingeführt.
Die Sanggranaten, meift bier Durdjmeffer lang, »erben nur mit
Aj. ober Aj. m. ©. Verfeuert.
3n ber Äüften« unb SchiffdartiHerie gibt ed noch $anjer«, $artgu6« unb Soll«
granaten.
gür Übungdjroecte haben oerf$iebene @efc$ü$e aud Srfpamidrüdficbten ein
befonbered Öbungdgefchofj, welched in $orm, ©eroicht unb Seobachtungdfähigteit
bem fdjarfen ©efchof) gleicht unb in ber Siegel nur mit SQ. oerfeuert wirb. Stuf
eine SBirfung ift bei ihm nicht ju rechnen.
6d ift mit grauer Ölfarbe geftrichen unb trägt am Jtopf bie Sejeichnung
„Ueb.‘.
Dad Streben ber Artillerie nach einem 6inheitdgef d)ofj, »eldjed 910
bie SBirfung gegen lebenbe unb »iberftanbdfähige 3**1* *n f’<h öer'
einigt, ift neuerbingd burch ben ®au oon „SrifanjfchrapneUd" (©hr*
harbt) unb „Schrapnellgranaten" (Strupp) erfüllt »orben.
Aid ©eifpiel eined fotdjen ©efdjoffed möge bie Äruppfche 911
Schrapnellgranate (©ilb 244) furj betrieben »erben.
Die Qkfchoßhülle umfchließt bad borbere bünn»anbige ©oben*
tammerfchrapnell mit ©j. unb bie fjintere furje, bid»anbige Spreng*
granate mit Aj. (©obenjünber).
©eim ©j.«Schuf »erben burch b'e ©obenlammerlabung juerft bie
Sfüllfugeln audgeftofen »ie beim gewöhnlichen Schrapnell, hierbei
»irb burch ^en auf bie (Sefchofhülle übertragenen iRüdftoß ber ©oben«
jünber bed ©ranatteild betätigt, ber beffen Sprenglabung in ber SEßeife
SerCin, SBaffenlefyre. 2.SufL 24
370
2)ie StatfUriegefäoffe.
Silb 244.
912
Äruppfc^e 6c$rapnelb(3ranate mit
türjerem ©ranahXeil.*)
— ©renn*
jünber.
-----©oben*
fanuner*
labung.
Sprenfl»
labunfl.
©oben»
anffätafl’
jftnber.
gur Xßirtung bringt, bafj
bie gange @ef$o$8Oe
unter einem Äegelwintel
bon etwa 120° gerreifjt.
Seim äg.«Schu§ tritt
juerft ber Sobengünber
in SBirlfamteit; burd?
bie (Sprenglabung wirb
gleichzeitig bie ©oben«
tammerlabung entgünbet
unb bad gange ®efd?ofj
wirb nadj Art einer
(Sprenggranate 2lg. ger«
rtffen.
c) Sartätfdjen. £ie
@efd?ofjl?ülle befteht aud
bönnem SBeifj« ober
ftupferbledj, in bem bie
Stugeln eingefdjloffen
finb.
Qn ben neueren, für
@d?nellfeuergefd?ühe be«
ftimmten £artätfd?en
(Silb 245), beren fjorm
ber eined $ohlgefd?offed
entfpricht, finb bie ge«
wöhnlid? aud $artb(ei
beftehenben ftugeln burd?
eine 2JHfd?ung oon (SHpd
unb ©rbwadjd feftgelegt.
Um eine fjornwer«
änberung ber bfinnen
hülfen, bie (eicht ?abe«
Hemmungen l?crDori,uffn
tonnte, ju vergüten, finb
bie ^iilfen innen burch
eine breiteilige Stahl«
bledjeinlage abgefteift.
*) Sie 9(66i(bung ift bet „3eitförift ffir bafi gefamte Schiefe« unb Spreng«
ftoffroefen", 1906, 3lr. 6 (Wlüncfien, 3- 3- Seemann) entnommen.
5)a8 innere be8 @eft$offeä.
371
Die ®pifce ifl burdj befonbere güllftüde ober einen $olgetnfafe
gefüllt.
3n ben filteren Sartfitfdjen (®ilb 246) ftnb bie großen ßinRugeln
nid)t feftgelegt, bie 2lbpeifung ber ©üdjfe erfolgt burdj B'n^n^a9en-
Silb 245.
Silb 246.
Seifpiel einer alteren
ftartätft^e.
Seifpiel einer neueren
ftartatfdje.
S Sitte gum Verreiben ber Sfltfjfe.
B ftartatfö6ft4fe mit Staljiblec^etnlage.
T Xriebföeibe. H $olgeinfa$.
A ftartatfd)bü$fe mit Vinteinlage.
c Jtupfertanb gum Verteilten ber
Sütfjfe. b Umfeberung ber Sü<bfe.
T Zriet>f$ei6e. D Sdjtuftfdteibe.
d Öfe. e Stridljanbgriff.
äße Äartätfdjen ljaben eine fupferne Dreibf^eibe, bamit ber ®toß
ber $ulbergafe möglic^ft gleidjmäßig anf bie Äugeln wirft, bie filteren
außerbem born eine @djlußf$eibe.
Die neueren Äartütfdjen ljaben an ber $ülle eine Siete, bie filteren
einen Äupferring, bie bei beginn ber ©efdjoßberoegung in ben Bügen
Sßiberftanb finben, baS $ulver jur bollen Äraftentfaltung gingen unb
fo baS Berreißen ber IBütbfe im Wobt gewfibrleiften.
24*
372
2)ie Strtitleriegefc^offe.
4. Sie ©efdjoßgftnber.
[ 918 Die ßiinber fotten bie ©prenglabung beß ©efdjoffeß entweber beim
Sluffdjlage ober nadj einer beftimmten Beit in ber Vuft gur Entgünbung
bringen ober beibe Srten ber Entgünbung in fidj bereinigen.
SDemnadj unterf djeibet man Sluffdjlaggiinber (3lg.), Srenngünber (®g.)
unb ©oppelgünber (©g.).
914 3ltte ßünber fotten bie ©prenglabung gu bem beabfidjtigten 3eil'
punlte fidjer entgünben, eine leidjte unb vor allem gefaljrlofe ^ebienung
geftatten unb unempfinblich gegen Erfdjütterungen beim fahren, bei
ber ^anbljabung unb gegen Sßitterungßeinfliiffe fein.
©ie fotten „gertiggünber" fein, b. h- möglichft alle gu ihrer SBe«
tätigung notwenbigen Seite in fidj aufnehmen, fo baß bie ©ebienung
fich nur auf bie Entfernung eineß gur ©idjerljeit beim Sranßport
bienenben 33orftecferß unb gegebenenfalls auf baß ©teilen beß
befdjr&ntt, unb baß ber 3‘*n^er bauernb im ©efdjoß bleiben lann.
3ludj verlangt man non ihnen ein nidjt gu großeß ©ewidjt unb
eine fjorm, bie fich ber ©eftalt ber ©efdjoßfpifce tunlidjft anfdjmiegt.
915 a) 3luffdjlaggünber. ©ie werben bei foldjen ©efdjoffen Oer«
toenbet, bie gegen wiberftanbßfähige Biele burch ^rc ‘Curdjfdjlagßtraft
unb gerflörettbe Straft ihrer ©prenglabung wirten fotten, alfo vor»
neljmlidj bei ben Sanggranaten.
Um im ßfinber einen fjfeiterftraljl gu erzeugen, muß in ihm ein
‘pulverfafc mit Siinbpille ober ein Sünbhütdjen angeorbnet fein, bie
burch eine 9?abel im Slugenblid beß 3luffdjlageS angeftodjen werben.
Diefe fttabel barf aber vorher, bei ber 33ebienung unb beim ©toß ber
^ulvergafe unter leinen Umftänben in Sätigteit treten, um »orgeitige
Berfpringer beim Saben im fRohr unb wäfjrenb beß f}lugeß auß«
gufdjließen. Sie fRabel muß hiergegen burch befonbere SRittel, Rebern,
©perringe ober burch brennbare Swifdjentörper gefiebert Werben.
916 Ser ©runbfafe beß 3lg. beruht barauf, baß ein im Sünber be«
finblidjer folgen bei beginn ber ©efdjoßbewegung infolge feineß ®e«
Ijarrungßtoermögenß eine jener entgegengefefete Bewegung macht, alfo
nach hinten fliegt, wobei baß ©i^erungßmittel, meift ein ©perring,
jufammengebrädt ober, wenn eß ein brennbarer ©ab ift, verbrannt wirb.
^jierburdj ift ber Sünber fdjarf geworben, b. Ij- ber ©djlagboljen
ober fttabelboljen hat ben nötigen ©pielraum erhalten, um bei plöfclidj
eintretenber ©efdjwtnbtgfeitßoerminberung beß ©efetyoffeß, alfo beim
3luffchlage, infolge öeß $eharrungßvermögenß nunmehr borwärtß gu
fliegen unb mit feiner ittabel eine .ßünbpitte anguftechen, beren f^euer«
ftraljl bie Entgünbung ber ©prenglabung Ijerbeiffihrt.
Die ©ef$oftj&nt>er.
373
"Der neuerbingd meiftend ald ©idjerungdmittel bienenbe $utverfa$
hat ben SBorteil, bafj ber günber erft nadj einer getroffen 3eit, wenn
jener verbrannt ift, fdjarf roirb, alfo erft auf einiger (Entfernung Vor
bem dtaljre.
Bilb 247.
Beifpiel bet Anbringung eines Aj. unb einet 3flnblabung.
a SWunblocbfuttet 88, roelcgeß mit feinem ©eroinbe a' in
baß entfptedjenbe SRuttergeroinbe beß ©efcfjofjmunblodjeß
eingeföraubt roirb.
3n baß 9Runblo$futter roirb bie günblabung b, in ber fidj
bie Gptengtapfel d mit bem Anallfag e befinbet, ein»
gefegt unb batauf bet günber c mit feinem ©eroinbe c'
in baß SRuttergeroinbe im ftopfe beß Wunblocgfutterß
eingefcgraubt.
Unter bem günber ft(jt bei allen mit
©ranatfüllung gelabenen ©ranaten eine günb»
labung, bie ben ^euerftra^l bed günberd ber»
artig verftärtt, bafj eine fixere (Entgünbung ber
fdjroer entjünblidjen (Sprenglabung geroä^rleiftet
ift (3. 51, «ilb 247).
Stammt ed auf große (Einbringungdtiefen
unb Audnufcung ber ©prengroirtung an, alfo
beim Sefdjiefjen roageredjter, [tarier Einbettungen,
fo mufj man imftanbe fein, bad ©efdjofj erft
jum plagen ju bringen, toenn ed in bie
Qedung eingebrungen ift; baju bient ber Aj.
mit Sßerjögerung (Aj. m. iß.), hierbei ift
jtoifdjen günber unb günblabung ein Pulver«
[ag eingefdjaltet, ber erft verbrannt fein mufj,
ehe bad geuer in bie günblabung gelangen tann.
a) J)er ©ranatjünber 96 unb ber
©ranatjiinber 96 m. 5J. (Gr. Z. 96, Gr. Z.
96 m. V.). ©ie werben in ben meiften ©ra»
naten ber ©ef^üfee ber ferneren Artillerie bed
gelbtyeered unb ber ißelagerungdartillerie ver»
roenbet; nähere Angaben über iljre Einrichtungen
tannen ni$t gegeben »erben. (Sefchreibung unb geidjnung f. <Sonber»
vorfdjriften für bie ^uhartiUerie. D. Munition. Anfang 1.)
(Sie finb fjertigjünber, bie burch (Entfernen eined Xrandport»
Vorftecferd fdjufjbereit gemacht »erben.
917
918
919
374
Tie SlrtiUertegeföoffe.
920 ß) Der ©ranatjünber 04 (Gr. Z. 04). (Er wirb in ben
©ranaten ber ferneren Artillerie be« f^elb^eere« Verwenbet unb tann,
Vermittel« einer Umftellplatte, je nad) beren ffiinftellung, mit ober
oljne SBerjögerung verfeuert werben.
921 /) Ältere ©ranatjünber verriebener SOlufter werben in ben
©ranaten ber Selagerung«« unb $eßung3gef$ifye verwenbet Al«
©eifpiel foU bie ©inridjtung be« ©ranatjünber« 82 (Gr. Z. 82) be«
f$rieben Werben.
922 Seile f. ®ilb 248 bis 250.
»ift 248. »ilb 249. »ilb 260.
©ranatjünber 82 ©ranatjünber 82 na<$ bem
vor bem Sdiufe. »ei f$n><u$er SObung. »ei gartet fiabung.
a SRunbloc^futter. b ßünbfrfjraube mit c »er[$htf;f$rau(e unb d Sönb^üt^en.
e »oljenfapfel. f Sdjtagboljen. g Sünbnabel. h »oljentrSger. m ©ewinbeting.
n Sperrtng.
Der Qünber wirb mit feinem ©ewinbe in baS SWuttergewinbe
be« SftunbfodjfittterS a gefdjraubt, welches feinerfeit« wieber in ba«
HJhinblodj be« ©ef^offe« eingefdfraubt ift.
Sätigteit be« .ßünber«: ©ei beginn ber ©eföofjbewegung tritt
bie Soljentapfel infolge be« ©eljarrung«vermögen« juriiif unb fo Weit
in ben ©ewinbering hinein, Bi« i^r aufliegt. ©lei$geitig tritt
audj ber fernere ©djlagboljen f jurücf, wobei fidj bie f$arfen Santen
ber günbnabel in ben ©^erring n einfdjneiben, ©djlagboljen unb
5E>ie ©efc^o&jünbet.
875
9?abel bilben jefct ein Stüd (Hilb 249, 250). ©urd) baS gurüd»
treten ber Holjentapfel ift jwifdjen i^rent Hoben unb bem ©ragering
beS Holjenträgerf ein gwifd)enraum entftanben (Hilb 249). gft ber
©tofj ber ^ulvergafe fe$r fiarl, fo wirb ber (Sdjlagboljen mit folger
Straft nad) hinten getrieben, bafj bie Slrme beS Hosenträgers geftredt
werben unb ber ©ragering auf bem Hoben ber Holjentapfel aufliegt
(Hilb 250).
©ie 9abefidjerl)eit beS günberf beruht barauf, bafj bie Diabel
burd) ben Sperring beS ©djlagboljenf verfjinbert wirb, an ba« günb»
Ijütdjen ju gelangen. 9hir ber gewaltige 8?ud beS SdjuffeS vermag
ben S^lagboljen mit feinem Sperring über bie 9label ju treiben.
Heim 3luffd)lage fliegt ber ©djlagboljen mit ber SRabel infolge
beS He^arrungStoermögenö nad) vorn, bie ©pifce ber 9?abe( ftid)t ba£
günbljütdjen an, unb ber fo entftebenbe ^euerftra^l fdjlägt an ben
aufgelegten ©eiten ber Dlabel vorbei nad) hinten in bie Spreng»
bjw. günblabung.
d) ©ie günber ber ^ulvergranaten Heinen ©urdjmefferf 928
I)aben abweidjenbe ©inridjtungen.
©er 3,7 cm Gr. Z. ©eile f. Hilb 251.
Silb 262.
«ilb 261.
®efdjofjfpifce ber 6 ein Gr.
mit bem 6 cm Gr. Z.
a ®ef)8ufe. b ßftnhpiUe. c $oljpfropfen.
d jroei mefftngene Stifte, e Serfittung.
f unterer 8erf<$(ufi.
a ®el)äufe. b SRabelboIjen. c Sperr:
ring, d Sperrfeber, e ßflubfebraube.
©ätigleit bef günberf: Heim 9Iuffd)tage wirb ber ^oSpfropfen
jufammengebrüdt; bie ©pifee ber eifernen ®d)raube bringt in bie
günbpitle ein unb entjünbet fie.
©er 5 cm Gr. Z. ©eile f. Hilb 252.
©ätigteit bef günberS: Heim Heginn ber ®efd)oßbewegung tritt
ber ©perring c jurüd, fo ba§ beim 9luffd)lage ber 9?abelboSen nad)
vorn fd)nelfen unb baf günbl)ütcl)en anfted)en tann.
©ie <Sicf)erl)eit bef günberf wirb burd) bie Sperrfeber d bewirft,
bie ben Sperring in feiner auf bem Hilbe ^ervorge^enben Sage feffyält.
376
Die SIrtiUeriegefchoffe.
924 b) ©rennjünber. ©a fte bie (Sprenglabung nach einer be«
ftimmten geit jur Sntjiinbung bringen fallen, fo muß in ihnen eine
Einrichtung oorhanben fein, bie bei (Beginn ber ©efcljoßbewegung in
Sätigleit tritt unb nach einer gewiffen 3eit einen f^euerftraht in bie
Sprenglabung fenbet. ©aju wirb auSfchließltdj ein ^ultoerfah benufct,
ber burch ^reffen fo ftart verbichtet ift, baß er nicht plöhlith, fonbern
mit einer bestimmten Eefchwinbigteit unb (Regelmäßigteit abbrennt.
Sift> 253.
Safcftiicf eineä 83. non unten mit SReterteitung.
H' — 9RetaUwanb, roeCcfie bewirtt, baß ber 6a§ nur auf einer Seite entsflnbet
wirb unb nur nach einer JRidjtung hin abbrennen tann.
B = Söranbiod) jur ßntjünbung beS SafceS.
t = Starte.
©iefer Sah ’t in ber ringförmigen Winne eines brehbaren
.günberteils, be« SahftücfeS ((Bilb 253), berart gelagert, baß fein
((Beginn, bie Safenafe, burch einen wie beim 2lj. erjeugten f^euerftrahl
((Bilb 254) bei beginn ber ©efchoßbeWegung entjünbet wirb. ©aS
um bie VängSachfe beS 3>>nberS brehbare Safeftüd enthält außen eine
Einteilung, wel^e bie Einteilung auf eine beftimmte ((Brennlänge
geftattet.
,£>at ber Sah bis ju bem auf eine Sftafte am .Qiinberteller
((Bilb 257) eingefteUten Strich gebrannt, fo fchlägt ber f^euerftrahl
$ie ©efcgo&jünber.
377
burd) ein Sranblod) nad) unten in eine fd)nett berbrennenbe Schlag*
labung (Sitb 255), beren Qfeuer fid) ber ©prenglabung mitteilt.
Silb 254.
SBoljenfcgraube eined S$.
a §ülfe. d fting.
b Sollen mit 3ün^^ötc^cn- e ftappe.
c SotjentrÖgcr.
Seim Schüfe werben bie 9(rme bed SoljentrAgerd gc-
ftredt, unb ber Sollen tritt nacg hinten, wobei bad 3ünb«
gütigen auf bie 9label feglägt.
Sitb 255.
Seifpiel eined Sj.
a 3ünberteUer mit ©ewinbe
jum ©infegrauben in bad
SRunblocg.
b Sagftücf.
c Stellring.
d kleine ffletfegraube.
e Stabet.
f Sranblocg'mit ^ufoerforn.
ff Scglaglabung.
5 Sagring.
8' Sagnafe.
SEBitl man j. ®. auf eine (Entfernung bon 2500 m fdjießen, fo
flellt man ben Jeilftrirf) 2500 auf bie Starte ein, Welche bie Stelle
bed nad) unten füferenben Sranbloc^eS begeidjnet. Der bei 0 ent»
jünbete Safe brennt fo lange, bid er bei Deilftriife 2500 an biefed
löranblodj tommt unb fein $euer auf bie Schlag« unb bemnädjft auf
bie Sprenglabung überträgt.
©ad Safeftüd ift mit Steter« unb Selunbenteilung oerfefeen; bei
erfterer tann man ben ßünber bid auf 25 m, bei tefeterer bid auf
’/s Setunbe einftellen.
©ie m«Deilung ift nur angängig bei ©efefeoffen, bie in berfetben
Qeit immer benfelben JSeg jurücflegen, alfo bei ©eftfeoffen ber $lafy
bafengefefeüfee.
SBill man auf große (Entfernungen fließen, fo reicht bie ®renn« »«5
bauer eined Safeftfided nidjt aud, man verlängert fie burdj Slnorbnung
378
®ie %ctiUeriegef<$offe.
iwtier, übereinanber liegenber Sahftüde, wobei juerfi ber obere Sah»
ring abbrennt unb bann fein Reuer auf ben unteren überträgt.
©a bie ©itterungSeinflüffe, Dichte, ReuchtigteitSgehalt unb ®ärme
ber 8uft auf baS ©rennen ber günber bon (Einflug finb, fo ergeben
bie ©3. betriebene ©rennbauer; im «Sommer brennen fie im aflge«
meinen fdjneller, im ©Sinter langfamer. 3bre ©rennjeit muß alfo
nach ben jeweiligen ©erhältniffen burd? ben Schießenben geregelt werben.
936 ©eim Schießen mit ©3. ift bie Beobachtung meift föwierig, ba
man Ijöljer liegenbe «Sprengpuntte fdjwer in ©erbinbung mit bem -3iel
bringen unb entfdjeiben tann, ob ber Sprengpunlt bor ober hinter
bem Siti liegt. Auff^lag ber RüHfugeln ift nur bei günftigem
©oben, Sanb, Staub 3a feljen unb gibt nicht immer einen fixeren
Anhalt für bie Sage beS Sprengpuntte^, ba bei einem bidjt bor bem
$iele plahenben Schrapnell bie Sugelauffdjläge hinter bem ^ielc er»
fc^einen lönnen.
©ei tief liegenben Sprengpuntten liegt bie (Gefahr bor, baß infolge
ber Streuung ber Sprengpuntte «3- 163ff.) viele ©efchoffe Auffdjläge
ergeben unb fomit ffir bie ©irtung größtenteils berloren gehen.
927 3Ran legte beSljalb früher bie (Entfernung burd? bie beffer beob«
achtungsfähige ©ranate feft unb fchoß auf ber ermittelten (Entfernung
mit Schrapnells ©3. weiter. ©iefeS ©erfahren brachte mancherlei
Un3uträgtichteiten mit fr. wenn 3. ©. ©ranaten unb Schrapnells
berfdjiebeneS ©eWicht, alfo betriebene Ringbahnen hoben, befonberS
aber beqögerte eS ben ©eginn beS ©3.»Schießens. Diefe Unjuträg»
leiten werben bermieben, wenn man $ünber hot, bie A3. unb ©3. in
fich bereinigen, fogenannte Doppeljünber.
Steine Brenngünber werben in ber beutfchen Artillerie nicht mehr
berwenbet.
928 c. ©oppel3ünber. ©er ©3. muß fo eingerichtet fein, baß,
wenn mit A3. gefchoffen werben fotl, ber ©3. auSgefchaltet ift; bagegen
muß wteberunt ber «Sah beS ©3. mit ©eginn ber ©efdjoßbeWegung
anfangen 3U brennen, ©er A3. muß unter allen Umftänben in ©ätig»
feit treten, wenn baS ©efchoß auffchlägt.
$ier3u wirb bei ©ennhung bon A3. ber ©3. in eine fol^e Stellung
gebraut, baß 3War fein Sah entjiinbet wirb, aber fein Reuer nicht m
bie Sdjlagtabung gelangen tann, fonbern unfd?äblich abbrennt.
Rnt Sahftüct ift eine fogenannte ©rüde angeorbnet, ein Stüd
SDletall, welches bei „Sluffchlagftellung“ beS ßiinberS baS nach unten
führenbe ©ranbloch berfchließt. ©iefe Stellung Wirb burch eine be»
fonbere Ttarte am günber gelennjeichnet.
. 2)ie @efcf)o(Münber.
379
£)ie Vorteile bed £j. finb folgenbe: 92»
1. (Er geftattet, bie gute ©eobachtungdfähigleit bed 8lj. jur Gr«
mittlung ber (Entfernung ju benufcen unb bann mit bemfelben
(Sefdjof; jum ®j.*®chie6en überjugehen.
2. IBei ju langer ©ranbbauer bed ®j. tritt ber 21 j. in Sätigteit,
fo baff Slinbgänger audgefdjloffen finb unb fot$e ©efchoffe nicht nur
für bie Seobadjtung oertoertet »erben, fonbern aud? unter Umftänben
noch äßirtung ergeben tonnen.
3. 4Beini Übergang auf näfyer gelegene £iele treten bie auf IBj.
geteilten ®efd?offe mit 2Ij. in tätigt eit unb ermöglichen fo eine fdjnetle
(Ermittlung ber (Entfernung nach bem neuen 3iet.
£ie £)oppeljünber ber fjfelbartillerie.
o) Der ©oppeljünber 96 (Dopp. Z. 96). (Er ift für bie 99»
©efdjoffe ber gelbtanone beftimmt. gertigjünber mit jmei ©afcßüden,
(Entfernen bed SJorftederd macht ihn labefertig. $auptteile f. ©ilb 256.*)
»itt> 256.
A SßnberteUer.
B Obere« SatfttM.
a Sinne.
b Stuäfdjnitte.
c u. d S3ranblo$t>erfdjlufc
platten.
C Untere« eafcftücf.
e 9lut.
f ©teKmarte.
D Stellring.
E $erfdj[u(j[cfjraube.
F Sorfteder.
9 3u6.
h Sing.
Dopp. Z. 96.
£)er .ßünbtrteller wirb mit ber günberfchraube in bad SDtunbloch
bed ®ef$offed gefchraubt, wobei fich ^er untere ftegel an bie ent*
fprechenbe Sudfenlung bed ÜRunblo^ed legt. oberen Hegel be*
*) innere (Einrichtung ftefje „§eß>artil(erie=3Rateria[ 96". II. Abteilung.
380
2) ie SUtilleriegeföoffe.
finbet fidj eine 9H0e a, bie jum Muffegen bed WReifjeld beim Serflemmen
bed ßfinberd auf bem ©efdjofj bient.
©ad obere ©agftüd B gat eine oon lintd nadj recgtd gegenbe
Seilung für bie Srennlängen üon 200—5000 m, Steilftricf^e von 50
ju 50 m. ßtoei äudfdjnitte b bienen jum Muffegen eined ©tglüffeld
beim ^ufammenfe^en; in bem einen Qfagr ber Anfertigung, in bem
anbern bad ßeidjen Wd. (roafferbidjt). 3»ei fentredjt jur Sängdadjfe
bed ßiinberö laufenbe ©urdjbogrungen bienen jur Mufnagme ber
©djentel bed 53orftecferd. Mufjerbem Sejeidjnung „Dopp. Z. 96“ unb
ber Ort ber Anfertigung „Sp.“ (Spanbau) ober „Sb.“ (Siegburg).
iSeibe ©agftüde gaben ein Sranblocg, weltged mit einer in bie
SRantelflädje verfentten SBranblodjverfdjlufjplatte (c unb d) verfdjloffen
ifl. Auf ber oberen $3ranblodjverfdjluf;platte ift bad Streuj für bie
MuffdjlagfteUung eingerigt. Auf bem Wlantel bed unteren ©agftüded
2 9luten e für ben ©tellfdjlüffel unb bie ©tellmarfe f.
©er «Stellring D verbinbet ßünberteller unb obered ©agftüd.
©ie SBerfdjlufjfdjraube E fdjliefjt ben ßfinber oben ab.
©er Sorfteder F befteljt aud fjug g, 9?ing h unb ©(genfein,
©er fjfufj ift an feiner inneren fjrlädje bem ©agftüd entfprecgenb
gerunbet, mit einer Öfe für ben iRing unb einer filaue, bie in eine
9?ut bed unteren Sapftüded greift, Verfegen. fjierburcg wirb bad
untere ©agftüd in ber MuffdjlagfteUung gegolten, ©er 9?ing liegt
beim Srandport über bem ßünber, an igm wirb bad (Sefdjofj aud bem
fiorb gegeben unb mit igm ber SBorfteder geraudgejogen.
©teilen bed ßünberd. $ft bad fireuj auf bie breiedige ÜRarte
geftellt (IBilb 257), fo ftegt ber ßünber auf Muffcglag.
Söirb j. Sö. ber Seilftricg 2000 auf bie SRarle geftellt (SBilb 257),
fo brennt ber 3ünber bid ju biefem ©tridj unb überträgt bann fein
treuer nadj unten.
Silb 257.
Sluffdjlagftellung. Stellung auf 2000m Stennl&nge.
e t,i,t mw.i,
882 ®er ©oppeljünber 92*) (Dopp. Z. 92 F. H ), (8ilb 258).
@r ift für bie fjfelbgaubiggranate 98 beftimmt. gertigjünber mit
2 ©agftüden, Sntfernen bed 3Jorftederd utadjt ign tabefertig. ®r
entfpridjt in feinen toefentlidjen Seilen nnb feiner Einritgtung bem
*) innere Einrichtung bed äünberd f. „®ad grefogaubigmatenal 98".
II. Abteilung.
2)ie (Stefchofeünber.
381
Dopp. Z. 96. (Er ift au« SOlefpug gefertigt ba« untere ©afcpütf ift
tegelföunig unb trägt eine (Einteilung von 500—5600 m.
»ilb 258.
Dopp. Z. 92 F. H.
A SünberteUer.
a 9iinne.
b ©tettmarfe.
B Obere« Safcftüd.
ci 9tu«fcbnitte.
C Untere« ©afcftüd.
r Vertiefung jum (Einfefcen
be« Stettftifte«.
iV ^erfdjlufcfdjraube.
0 Vorftreder.
y) ©er ©oppeljünber
98*) (Dopp. Z. 98). (Er ift
für baSfJrelbhaubifcfdjrapneU 98
beftimmt. (Er gleicht in feinen
©eilen unb feiner (Einrichtung
bem vorigen.
Seine 3f°rm entfpridjt
mehr bem Dopp. Z. 96, fein
©urchmeffer ift größer, feine
$öhe geringer als bei bem
Dopp. Z. 92. ©ie (Einteilung
reicht von 300—5600 m.
98#
©er ©oppetjünber ber f^ußartillerie.
J) ©er ©oppeljünber 92 (Dopp. Z. 92), (Silb 259) (Er ift 984
für bie meiften Schrapnells unb Sprenggranaten ber ©elagerungS»
unb {fefhtngS gefehlte von 12 cm aufwärts beftimmt. fertigjünber
mit gwei Safcftüden, (Entfernen beS 33orftederS macht ihn labefertig,
©eite f. «ilb 259**).
©er 3ünber wirb mit bem Schraubengewinbe beS güubertellerS C in
ba« SRunblod) be« ©efdjoffeö eingefchraubt. 2ßirb er in einer Spreng»
granate verwenbet, fo ift vorher bie ßünblabung einjufdjrauben, in beren
oberen ©eil bann ber $ünber mit feinem Schaft htneinragt (®ilb 259).
©ie ©eilnng beS unteren, allein breßbaren SafeftüdeS reicht von
*/« Bis 28 Selunben.
*) innere (Einrichtung be« ßünber« f. ,,$a« gelbhaubifcmaterial 98".
II. Abteilung.
** ) Vilb au« „^Der Kanonier unb @efchü§fü^rer ber gufeartiUerie. St^er«
& Viermann, Vertin. Jtbnigliche $ofbuchhanblung non (E. S. Mittler & Sohn.
382
2)ie Slrtillertegeföoffe
935
Dätigteit bed ßünberd: Die afleinige Dre^barteit bed unteren
(Safeftüded unb bie Slnorbnung bed äbbrennend feined oberen @a%*
ringed in entgegengefefcter Stiftung ju bem bed oberen ©a|ringed be*
wirten, baß bei feber (Einfettung auf Srennjeit je etwa beren
auf bad obere unb auf bad untere Safcfüd fällt. Sei Seginn ber
©efdjoßbewegung tritt ber nadj (Entfernung bed Sorfederd fretliegenbe
3&nbbotjen juriid, wirb unter ßufammenbrüdung bed Sperringed auf
bie Stabet bed 9?abetfiided getrieben unb fein 3ttnb!jiit$en entjünbet.
Silb 259.
Öcfc$ofjtopf einer Sprenggranaie mit Dopp. Z. 92 unb Zldg. m. V.
©erfreuter Schnitt
A Dbered
B Untere« ea^ftüct
C HünberteUcr.
/> feteQring,
E Srfjlagbolien.
F ^iilocrforn,
G ©rohe 3labcL
H ©pertfiülfe.
J 9tabdi‘türf.
K Sperntig.
L 3ünbbo(jen.
M iter[d)lufc[(biau6e.
N SÜnbft^raube.
O Sortierter.
R 3ünblabimgefapfel.
8 3ünbfabitng$törper.
T tSprengtapfel*
V Rnafljafc.
P SerjÖgeningefaJ.
t? Scptaitung.
Der hierbei entfteljenbe ^euerftraljt fdjtägt einmal burdj bad
Sranbto^ bed oberen (SaVftüded na$ aufsen, wobei er bie Sa^nafe
bed Saferinged entjünbet, unb außerbem nadj unten burdj bie ©urdj*
boljrungen bed SRabetftüded, woburdj bad große ^utvertorn F entgünbet
$ie ©efdjofejünber.
383
wirb. Qft biefe« Verbrannt, fo feat ber Scfelagboljen ben nötigen
Spielraum, fpäter borjufdjnellen; ber 2(j. ift fdjarf geworben.
2ßar ber Qünber auf ®j. geftellt, j. S. auf 20 Setunben, fo
brennt ber obere Safering etwa 10 Sefunben, bann fcfelägt ba« ffeuer
nadj unten in ben unteren Safering, ber in entgegengefefeter Stiftung
aud) etwa 10 Sefunben brennt, worauf fein $euer in bie Schlaglabung
be« ßünberteller« fdjlägt unb biefe iferen ^euerftrafel burdj 6 Sranb«
lödjer nadj unten in bie Spreng* bjw. Qünblabung entfenbet.
SBar ber ßünber auf Slj. geftellt, + auf Sparte am ßünberteller,
fo tann ba« fjeuer be« oberen Saferinge« nidjt auf ben unteren über*
tragen werben; ber obere Safering brennt Wirtung«lo« ab. Seim
Sluffdjtag fliegt ber Sdjtagbotjen mit feinem ßünbhütdjen gegen bie
große 9?abel; ber entftefeenbe ffeuerftrafel fdjlägt nad) unten. Die
Sperrfjülfe H feält ben Sdjtagbotjen wäljrenb be« ©efdjoßfluge« feft,
fo baß er fid) nidjt bei ber ©efdjoßbreljung Vorleiern unb baburdj ein
Vorzeitiges $lafeen bewirten tann.
Sei ßünbem neuerer Fertigung ift nod) burd) eine befonbere
(Einrichtung einem felbfttätigen Dreien be« unteren Safeftüde« beim
Sdjuß borgebeugt.
e) Der Doppeljünber 92 für 10 cm«ffanonen (Dopp. Z. 92 MC
f. 10 cm-K.). Sr gleicht in feinen (Einrichtungen bem vorigen. Die
Teilung be« unteren Safeftüde« reicht bi« 26 Setunben.
t) Der Doppeljünber 91 (Dopp. Z. 91.). (Er ift für Qfelb» 937
fdjrapned« 91 unb bie ^fetbgranate 88 beftimmt. ffertigjünber mit
einem Safeftüd, beffen Deilung von 300—4500 m reicht. Qn feinen
(Einrichtungen gleicht er im allgemeinen ben vorigen 3“n^ern- Sei
Serwenbung in ©ranaten 88 tritt bie 3^n^^a^un9 91, äfjnlid? ber
Zdlg. 92, Ijinju.
Qn ben älteren (Mefdjoffen Werben nodj Dz. verwenbet, bie teine
^ertigjünber finb. Qm ©efdjoß befinbet fidj ber Sj.; ber 2lj. wirb
getrennt fortgefdjafft unb erft vor bem gaben be« ©efdjoffe« ein«
gefchraubt. Diefe ßünber finb:
ij) Der Doppeljünber 85 (Dopp. Z. 85) mit ber Doppel« 988
jünbfdjraube 86 (Dopp. Zdschr. 86).
d>) Der Doppeljünber 86 (Dopp. Z. 86) mit ber Dopp. 989
Zdschr. 86. — Seibe Qünber nur für Schrapnell«.
i) Der Doppeljünber 88 (Dopp. Z. 88) mit ber Dopp. 940
Zdschr. 86. Diefer nur für Sprenggranaten. (Er hat einen verlängerten
Schaft jur Aufnahme ber ßünblabung.
Die ©efdjüfelabungen, Sprenglabungen unb Qünbungen finb in 941
3* 41—47 unb 52—63 befdjrieben.
384
S)ie 9lrtiIIeriegef<hoffe.
ßufammenftennug
ber bei ben fjauptfädjlicfyften ®efdjüfcen ber gelb» unb ^ußartitterie
verwenbeten ©efdjoffe, ßiinber, Labungen unb .Qünbungen.
(Sei fehlenben Angaben f. bie betreffenbe S^ufetafel.)
® ef $ ü fc ® e f dj o & Sünber lo erlabung w bin Seb röl 1 =£ 1 8« 1 *= Ädbj s
^uloerforte 9lrt ber £artuf$e einfach=einf. jufammen* gefegt = auf. ®en>icht (kg) | SeUabung(g)
3,7 cm- Steüoloen tanone 3,7 cm Gr. (P.) 3,7 cm Kt. 3,7 em Gr. Z. । jw.P. (»/») Patrone 0,018 ’ s
5 cm«ftanone 5 cm Gr. (P.) 5 cm Kt. 5 cm Gr. Z. / ) W. P. f (2x2x’/<) 1 1 Patrone 1 0,110 0,100 2
gdblanone 96 u/A F. Sehr. 96 1 F. Gr. 96 f i 1 Dopp. Z. 96 } R. P. 96 einf. (Äartuf<h‘ hülfe) ; 0,57 (oljne Sei» labung) 2
9 cm» Kanone 73 9 cm= Kanone 73/88 9 cm» ftanone 73/91 1 9 cm Sehr. 82 9 cm Sehr. 91 i 9 cm Gr. 82 (P.) 9 cm Gr. 88 (Grf.) i 9 cm Kt. 1 Dopp. Z. 86 Dopp. Z. 91 Gr. Z. 82 1 Dopp. Z. 91 i 1 1 Gesch. Bl. P. einf. 0,64 (o^e Sei« | labung) ; Sc I i
10 cm« Jtanone 110 cm Sehr. 96 । 10 cm Gr. 96 110 cm Kt. Dopp. Z. 92 f. 10 cm K. Gr. Z. 96 . ' * r R. P. 97 Patrone । 2,454-30 }1
2eidjte gelbfjaubi^e 1F. H. Sehr. 98 । F. H. Gr. 98 . I i Dopp. Z. 98 । 1 Dopp. Z. 92 , (Fh.) ; 1 W. P. 1 (4x4x1) lauf. (Jtaetuf<h: i hülfe) 037 (ftärffte fiabung 2 i
Sdjroere 12 cm» Kanone , 12 cm Sehr. 80/92 i 12 cm Sehr. 80 ! 12 cm Gr. 88 a/A 12 cm Gr. 80 i Dopp. Z. 92 1 , Dopp. Z. 85 । Dopp Z. 88 Gr.Zdg.88 Gesch. Bl. P einf. i 1,4+20 Sc i
Sdjroere gelb!jaubi$e 15 cm Gr. 96 15 cm Gr 83 j 15 cm Gr. 88 GrZ 96~~1 . (auch m. V.) gel. Mldb. f. 15cm Gr. 83 unb | Gr. Zdg. 88 । - W. P. (2) juf. 0,854-10 B
SufammenfteBung ber Ijauptfä^lidjften ©efdjoffe, 3&nber, Sabungen ufw. 385
। ' ! , i 1 $ulnerlabung I ßünbung bur$: Sdjlag« röljre
®ef ®efdjo6 1 3ünber ’ i । $ufoetfoete 1 i : j Sfct bet ! flartufdje i einfach=einf. jufammen« gefegt = juf. ©ewicht (kg) ©eilabung (g) ! = Schl. ; Sünb« fjütdjen 1 fteityünb« I färaube = R.Z.
Schwere Uelbtjaubifce 02 i । 15 cm Gr. 04 Gr. Z. 04 . (audj m. V.) । 15 em Gr. 96 1 Gr. Z. 96 (au$ m. V.) . W. P. (10x10 xl'/») i 1 juf. 1 1 1 * I z.
Äurje 15 em« Ranone 15 em Sehr. 80 Dopp. Z. 85 15 em Gr. 88 1 Dopp. Z. 92 , «nb i Gr.Zdg.88 J 15cmGr.80(verBt.), Dopp. Z. 88 1 W. P. (2) W. P. (S/4) einf. , J«f- 1 L’± J 0,654-15 0,84-15 0,54-15 Schl.
2anae 15 cm« xanone l 15 cm Sehr. 92 | 15 cm Sehr. 90/92 : >Dopp. Z. 92 I 15 cm Gr. 88 ' J ! Gr. Bl. P. 03 1 einf. | i 1 4,0+30 1 BZ. 1
15 cm« SRingtanone | ! 1 ! 15 cm Sehr. 80/92 1 Dopp. Z. 92 1 115 cm Sehr. 80 । Dopp. Z. 85 1 '15 cm Gr. 80 IP.) Gr. Z. 82 J 1 1 Gr. Bl. P. | 03 einf. 1 2,75+20 1 , 1 Schl 1
Sange 15 em« ftingtanone l 1 15 cm Sehr. 80/92 . Dopp. Z. 92 i] 15 cm Gr. 80 (P.) Gr. Z. 82 j L J 1 Gr. Bl. P. ( 03 einf. ; ! । 3.0+30 1 Schl.
21 cm« ftingtanone (aud) 21 cm« SRantel« latwne) । i 21 cm Sehr. 04 i Dopp. Z. 92 ! 21 cm Gr. 80 (P.) i Gr. Z. 82 1 1 I Gr. Bl. P. 03 j 1 1 I emf. 1 ! : 1 1 1 8,3+28 1 1 R. Z.
" 1 21 cm «WRörfet Gr.Z. 96 1 21 em Gr. 96 1 (audj m. V.) 21 cm Gr. 83 j Gr. Z 96 ; (aud) m. V.) W. P. (12x12x2) : l i »“f- _ J 3,14-30 2,74-30 R. Z.
21 cm« ttamgemörfer 21 cm Gr. 96 ( ^r. Z. 96 1] 21 cm Gr. 83 {1 (oudj m. V.) ( 21 cm Gr. 88 ! gel. Mldb f.' 1 21 cm Gr. 88 ; i i W. P. • (10x10 XV/2) 1 auf. 1 ' 3,24-30 3,64-30 2,44-10 R. Z. Sehl.
। > । , Berlin, SBaffenlebre. 2. 8(ufl. 1 25
386
©ie äßitfung bet artiUeriegefdjoffe.
VII. Die Wirkung ber ärtiUeriegeföoflre.
Allgemeine«.
M8 Die ,ßiefe' toet$e bie Artillerie gu betämpfen fjat, ftnb feSr
mannigfaltiger Art; lebenbe, »on »orn treffbare unb »on »orn gebedte,
tote, aufredjte unb toageredjte Don »erfdjiebener ©iberftanb«fäSigfeit
fRadj ber Art unb Sage be« giel« ridjtet fidj bie Söafjl ber
Sefdjoßart.
Segen lebenbe $iele merben ©efdjoffe »erroenbet, bie fidj beim
Berfpringen in eine große SRenge Seile gerlegen, beren Durdjfdjlag«»
traft genügt, einen fIRenfdjen ober ein $ferb außer Sefedjt gu fefcen.
Da« ^auptgefdjoß für foldje ßiele ift ba« «Sdjrapnell.
Segen tote, aufrechte unb toageredjte .ßiele »erroenbet man Se>
fdjoffe, bie beim Auftreffen burd? ifjre große «Stoßtraft ba« Biei er»
fdjüttern, gertrümmern unb in iSm beim <ßlafcen eine gerftörenbe
©irtung au«üben. Da« $auptgefdjoß für foldje Biele ift bie Sranate.
1. ©irfuug gegen lebenbe Biele.
a. Der Rartätfdjfdjuß.
M4 @r Wirb in ben Kanonen ber ^feftungSartillerie bi« gu 10 cm
Durdjmeffer »erroenbet, um bei Gasangriffen ba« ißorgelänbe unb bie
$inberniffe unter fffeuer gu nehmen. $iergu ift er befonber« geeignet,
weil feine ©treuroirtung fdjon an ber Goljrmünbung beginnt unb feine
Sebienung bie größte f^uergefdjtoinbigteit geftattet.
Die Sartätfdjbüdjfe roirb im Gofjr gerriffen; bie ftugeln prallen
an bie Goljrroänbe unb aneinanber unb »erlaffen bie üRünbung mit
»erfdjiebener Sefdjroinbigleit unb Gidjtung. Die Sefdjoßbaijnen bilben
einen @treuung«tegel, beffen ©pifce in ber ÜRünbung liegt, unb beffen
Au«beSnung nadj ber ©reite etwa l/io ber Sntfernung beträgt. Der
ffiirtung«bereidj be« ©djuffe« ift gering; er beträgt je nadj bem Durdj>
meffer be« Sefdjüfce« 300 bi« 600 m. Die ©irtung roirb burd; fefte«,
ebene« ober abfallenbe« Selänbe in ^o^em 3Raße begünftigt.
ftrei ober über niebrige 2)e<fung feuernbe Äanonen ber ffeftungbartillerie
mittleren unb großen Surdjmeffera nermenben jur 9laf)üerteibigung baä Schrapnell
in Martatfdjftellung, b. f). ÖJ- auf fürjefte Srennlänge geftellt
b. Der Sdjrapnellfdjuß ®g.
«Hä (Sr ift bie ^auptfdjußart ber Artillerie gegen alle lebenben B«^
foroeit fte fidj nic^t bidjt Sinter Dedungen, innerSalb tjodjftämmifler
©älber ober unter Sinbedungen befinben.
. 2öirfung gegen lebenbe ßiele.
387
Som Sprengpuntt breiten fich bie Äugeln unb Sprengftücfe
ftrahlenförmig aus unb bilben in ihrer ©efamtgeit bie „Sprenggarbe"
ober ben „StreuungSlegel", beffen 2lchfe ungefähr mit ber Flugbahn
beS nicht geplagten ©efcgoffeS jufammenfällt, unb beffen ®röße burch
ben Äegeltoinfel beftimmt roirb (Silb 260).
»ilb 260.
Streuungätegel eineä Schrapnell^.
S Sprengpunit. A Stuffchlagäpunft beS nicht geplagten Schrapnell^. U Stuffchlag
ber unterften, 0 ber oberften Äugel. 3n S0ifb a.: SA Slchfe beS Streuungätegels.
4- USO Äegelrointel. 3n S3ilb A.: L Sluffchlag bet am roeiteften lintä, R Stuf;
fdjiag ber am roeiteften rechts fliegenben Äugel. 4. LSR Äegelrointel. UO liefen;
roirfung.
Sie fünfte in Sitb b. beuten bie Sluffchlöge ber Sprengteile an.
Die Sprengteile fdjlagen unter berfchiebenen $atttvinfeln auf ben
Soben; bie über ber Flugbahn beS nicht geplagten ©efchoffeS liegenben
bilben ben oberen, bie unter ihr liegenben ben unteren StreuungSlegel.
£)ie Sßirtung beS Schrapnells l>ängt ab: 946
1. bon ber ßahl unb ber ©toßtraft ber Äugeln,
2. bon ber Oröjje beS ÄegeltoinlelS,
3. oon ber Krümmung ber ©efcfrojjbahn,
4. bon ber Sage beS ©prengpunlteS jum 3iel,
5. oon ber Sefchaffenheit beS gielgelänbeS.
$u 1. Qe größer bie $ahl ber Äugeln ift, um fo größer ift bie 947
äßahrfcheinlichleit, oiele ©egner außer ©efecht ju fegen; Schrapnells
größerer ©ef^üge finb bager benen tleinerer überlegen. Die 3ahi ber
26*
388 ®ie ®irfung ber Sfrtitteriegefcßoffe.
Äugeln ift fo ju bemeffen, bafj bie einzelne Äugel noch bie jur guten
Übertvinbung be« Suftroiberftanbe« unb jum (Einbringen in bad $iel
nötige Schwere hat. ©ie ©urd)fchlag«traft ober Stoßfraft bed @efd^o§»
teile« f)ängt von feiner Schwere unb äuftreffgefdjwinbigleit ab: eine
Stoßfraft bon 8 mkg (ß. 82) genügt, um lebenbe .Qiete tampfunfähig
ju machen; für eine 13 g fchwere Sleilugel mürbe bie« eine Sluftreff«
gef$winbigteit von 110 m, für eine 11 g fchwere bon 120 m erforbern.*)
©ie 10 g fchwere Äuget be« ^elbfdjrapneß« 96 verlangt eine 3luftreff«
gefchwinbigteit von 125 m,**) bie 28 g fernere be« 15 cm-Schrapnell«
nur eine foldje von etwa 75 m. Vettere geigt alfo eine bebeutenbe
Überlegenheit, fte büßt auch langfamer ihre ©efchwinbigleit ein, fliegt
alfo vorn Sprengpuntt weiter al« bie leichtere Äugel. $e größer bie
Stoßtraft ift, um fo weiter fliegen bie Äugeln, um fo größer ift bie
©iefenwirtung.
948 ©a« fjelbfchrapnell 96 hat eine genügenbe Stoßtraft:**)
auf 1000 m bi« 291 m,
> 2000 m - 276 m,
• 3000 m • 266 m,
» 4000 m ‘ 254 m,
• 5000 m • 240 m.
949 Über bie erfahrungömäßige Xöirtung be« Schrapnell« heißt ed in
ber „Sdjießvorfchrift für bie gelbartillerie": „Über 80% ber burch
Sprengftücfe unb Äugeln von Schrapnell« verurfadjten SSerlefcungen
von SRenfdjen führen bei Sprengweiten von — 30 bi« — 150 m
(vgl. 3- 958) Äampfunfähigteit herbei, ©egen ‘fJferbe ift auf (Ent«
femungen bi« über 2000 m, namentlich bei Sprengweiten unter 100 m,
bie ©urdjfdjlag«traft berartig, baß bei Änochenfchüffen unb bei SBeidj»
teilfdjüffen in ebleren Organen faßt immer fofortige ©ebraudjdunfähig«
leit bie Jolge ift."
950 3U ©ie Sludbreitung ber Äugeln wirb burch ©efchoßbrehung
unb bie Sprenglabung bewirtt äugenblicf be« ^lafcen« erhalten
bie Äugeln al« fjolge ber ^ließtraft eine Slblentung von ber tBaljn
be« Schrapnell«, bie nach ber ©rehungögefchwinbigleit, ber Stfirte
ber ©efchoßwanb unb nad) ber Sage unb ©irtung ber Sprenglabung
Vertrieben groß ift.
*) 9ladj Stofjne „Stubie über ben S$tapneUfd)uf| bet ^elbattiderie".
Serlin 1894. Jföniglicfje $ofbu$l;anblung oon 6. S. Stiftler & Soifn.
**) !Radj SRotjne „Die DOtauäfidjtlidje äßirfung be« $eU>gef<bü(}e« 96". Ätiegi»
tecfmifdje 3ettf$tift 1899, S. 353 ff.
SBirfung gegen le6enbe Biele.
389
Siegt bie ©prenglabung in ber üRitte (Blitteltammerfd)rapnetlS
3- 903), fo verurfad)t fie einen »eiteren Streuungstegel, bei bent wenig
Äugeln in ber {Richtung ber Flugbahn fliegen, bie meiften ftd) ring*
förmig barum lagern; man erhält einen „hohlen" StteuungStegel.
Bei ben Bobentammetfd)rapnellS (3- 902) erhalten bie Äugeln
ihre Ausbreitung lebiglid) burd) bie ®efcboßbref)ung; ber Stoßboben
treibt bie Äugelfüllung mit einem ®efd)winbigteitSjuwad)S von etwa
60 m nad) vom, ber Äegelwintel wirb flein, bie ©iefenwirtung groß.
©ie ®röße beS ÄegelWintelS nimmt mit ber (Entfernung ju, ba
bie Sd)leuberfraft beS ®efd)offeS umfometfr bie Äugeln auSeinanber»
treibt, \e langfamer bie fjluggefd)winbigteit, je geringer alfo aud) bie
Äraft beS ®efd)oßteilS, vorwärts ju fliegen, ift.
©ie ©röße beS ÄegelWintelS beträgt bei ber F. K. 14 bis 951
20° (auf 2000 m etwa 16°), bei ber 1. F. H. auf ben $auptlampf»
entfernungen etwa 19°, bei ben fd)wereren Äanonen etwa 15 bis 30°.
©ie ©röfje beS {Raumes, ber nad) ber Breite bel)errfd)t wirb, 952
beträgt für bie gelbtanone (f. Anmertung **) ju 3- 948):
auf 1000 m = 12,3 m,
• 2000 m = 14,0 m,
» 3000 m = 15,4 m,
• 4000 m = 16,5 m,
* 5000 m = 17,5 m.
©ie Schußtafeln ber f^ußartitlerie geben außer ber ®röße beS 953
ÄegelWintelS auch bie Ausbreitung ber Äugeln nad) ber Seite in
SBinteln unb ÜRetern an, unb jwar enthalten fie biefe Angaben für
baS „Schießen mit Beobachtung" unb für baS „Blanfdjießen", bei
bem jebe Beobachtung auSgefdjloffen ift.
Jßenn man ben Äegelwintel tennt, fo tann man fid) bei gegebener 954
Sprengweite ein Bilb von ber Ausbreitung ber Sprengteile unb von
ber SBirfung beS Schrapnells machen. Alle Sprengteile liegen in einem
Äreife, ber entfielt, wenn ber StreuungStegel burd) eine (Ebene fentred)t
jur Äegeladjfe gefd)nitten wirb (Bilb 260). Auf 1 qm biefeS ÄreifeS
entfällt eine gewiffe 3ahl °on Sprengteilen. SBenn auch ®er'
teilung ber ©reffer innerhalb beS ÄreifeS nicht gleichmäßig ift, be*
fonberS bei 2Rittelfammerfd)rapneHS, fo gibt bod) baS Seri)ältniS
jwifchen ßahl ber ©reffet unb f£läd)eninl)alt beS ÄreifeS einen ©urd)>
fd)nittSWert für bie SBirfung beS SdjrapneUS an.
©iefeS BerhältniS, „©id)tigteit ber ©reffet“ genannt, (f. An*
mertung * ju 3- 947), nimmt ju, je Heiner ber Äegelwintel ift.
390
Sie fflirfung ber MrtiQeriegeft^ofle.
955 Die Did)tig!eit ber Treffer beträgt für bie ^Ibtanone if. Sn«
merturtg ** ju 3- 948)
auf 1000 m = 2,23,
• 2000 m = 1,64,
« 3000 m = 1,37,
• 4000 m = 1,17,
« 5000 m = 1,04.
j£)ie Did)tig!eit ber Ireffer nimmt mit bem Ouabrat ber Spreng«
weite ab, beträgt alfo bei 100 m Sprengweite nur */«, bei 150 m
nur 7» ber angegebenen.
956 $u 3. ®eim $(afeen bed Sdjrapnelld fliegen bie mittelften Kugeln
im allgemeinen in ber fRidjtung ber fjlugba^n weiter, bie obere ^Ȋlfte
ber 3?ütl!ugeln ergebt ftcf> über bie Verlängerung ber ®a1jn, bie untere
fentt fidj barunter.
»itb 261.
@$rapnellf$uf) ber fjelbfanone auf 3000 m.
‘Die f^lugba^n ber oberften Kugel SO ge^t vom Sprengpuntt S
unter einem SBintel jur Sffiagerediten SW ab, ber gleidj bem Unter*
fc^ieb jwifdjen bem falben Kegelwintel unb bem ^atlwintel bed
Sdjrapnelld ift (4. OSW = 4- OSA — 4. SAU). Der Sbgangdwintel
ber unterften Kugel ift gleidj ber Summe bed falben Kegelwinteld unb
bed ftallwinteld (4- SUH = 4- ASU + 4- SAU).
3ft ber ljalbe Kegelwintel größer ald ber ^allwintel, fo ergebt
fid) bie ®a1jn ber oberften Kugel nod) über bie SBagered)te, ift er Meiner,
fo fällt bie oberfte Kugel fdjon vom Sprengpunft ab (®ilb 262).
»ilb 262.
Sd)rapnellfd)uf) ber gelbfanone auf 4000m.
$e fladjer nun bie (Sefdjoßbalin ift, um fo weiter müffen bie
oberen Kugeln fliegen; bei einer flauen ©efdjofjbaljn ift aber aud) bie
SBirfung gegen lebenbe ßiele.
391
Eefdjoßgefdjwinbigfeit groß, beibed begünstigt eine große liefenroirfung.
3Rit ber Entfernung nimmt bie Üiefenwirfung ab.
$u 4. 3n maßgebenbfter SBeife wirb bie SBirfung burd) bie 957
?age bed ©prengpunfted jum 3'^ beeinflußt.
©er ©prengpunft S liegt am günftigften, wenn bie «al)n bed
nidjt geplagten ©efdjoffed burdj bie Wtitte bed 3ieled Z geljt, ba
hierbei aud? bie SRitte bed ©treuungdfegeld in bad ßiel faßen muß
(«Hb 262).
©er ©prengpunft muß alfo in einer beftimmten (Entfernung vor
unb über bem $ie[e Hegen.
©ie wageredjte Entfernung bed ©prengpunfted üom J^iel heißt 958
„©prengweite" («ilb 262 HZ), 3hre ®röße gängt bon ber Ein»
rid?tung bed 3ünberd ab unb ift im ©urdjfdjnitt auf aßen Entfernungen
gleich groß, ©ie beträgt bei ben ©efdjoffen ber fjelbtanone 75 m,
(ein i-«. auf 4000 m gefteßter 3ünber bringt bad ®efdjoß auf 3925 m
jum 3erfPr’n9en)» hei benen ber leidjten fjefbljaubifce 50 m.
»Ub 263.
S<$rapnellfc$ufi ber furjen 15 cm=ftanone auf 4000m.
HZ unb Hi Z Sprengroeite.
«ei ber fjußartißerie gibt ed nod? ben «egiff „Flugweite". ©ie 959
ift bie Entfernung bed ©prengpunfted bom Sluffdjlagdpunft bed nidjt
geplagten ©efdjoffed. ®eijt beffen Flugbahn burdj bad 3iel, fo ift
bie Flugweite bon ber ©prengroeite wenig berfdjieben, fo baß bie eine
ald W?aß für bie anbere bienen fann. ©ie ©djußtafefa ber fjfuß«
artißerie rechnen mit berfdjieben großen Flugweiten unb jwar ift für
bad „©gießen mit ^Beobachtung" eine Fingroeto l”,n run^ ^5 m, für
bad „«lanfdjießen" eine foldje bon runb 100 m angegeben.
©er fenfredjte 2lbftanb bed ©prengpunfted bon ber SBageredjten 960
ßeißt „©prenggöge" (SH).
392
Ü)ie SBirfung ber MrtiHeriegeföoffe.
961
962
ffllan bestimmt bie Sprengljöhe burdj SReffung toermitteld bed
Sdjeerenfernroljrd ober Schäden bed Seljwinfetd nad) bem Spreng»
punft. gfür bie ^ußartitterie ift bie ©röße bed Seljwintete für bie
anjuftrebenben Sprengten in fedjjehntel ©raben in ben Sdjuß»
tafeln enthalten.
©ie ©rüge ber Sprengten für 75 m Sprengtoeite ber ^elb»
lanonen unb 50 m Sprengweite ber leichten fjelbljaubihe ift in ben
Sdjußtafeln ber gelbartillerie in Bietern angegeben, ©ie ber {fuß»
artitterie enthalten bie mittleren Sprenghöhen in fedjjeljntel ©raben.
ferner ift angegeben, wie hoth bei mittlerer Sprengt)ölje bie hödjften
Sprengpuntte erfdjeinen lönnen unb wieöiel fßrojent Sluffdjläge hierbei
ju erwarten ftnb.
©iefe Angaben ftnb fowoljl für bad „Schießen mit Beobachtung“
ald audj für bad „Blanfdjießen" toorljanben.
Bilb 263 jeigt ben ©influß ber Sprengweite bei richtiger
Sprenghöhe.
Bilb 264 erläutert ben ©influß ber Sprenghöhe bei richtiger
Sprengweite.
»Ub 264.
Sc^rapnellfd)uf) ber gelbtanone auf 4000 m.
963
964
3u 5. ©ie ©eftaltung unb Befdjaffenljeit bed ßielgelänbed ift
bon ©influß auf bie ©röße ber ©iefenwirtung; abfaUenbed ©etänbe
Vergrößert, anfteigenbed bertürjt fie (Bilb 265).
Bei feber ©elänbegeftaltung wirb burch harten Boben bad 94b»
prallen unb SBeiterfliegen ber äugeln unb bamit bie ©iefenwirtung
begünftigt.
Bebeutung ber Jiefenwirtung.
$e größer ber 9iaum ift, ben ber Sdjrapnellfdjuß nad) ber ©iefe
beherrfdjt, unt fo größer ift bie SRöglidjteit, ju treffen, ©ine große
©iefenwirfung hat ^en Borteil, baß bie ©ntfemung bed 3ield nur
SBitlung gegen lebenbe giele.
393
annähernb mit wenigen Sdjüffen feftgeftetlt gu »erben braucht,
unb baß man be«halb fd^nelt jum ©irfung«fchießen gelangt.
{Benn aud? bie günftigfte Sage bed Sprengpuntte«, richtige Spreng«
»eite unb Sprenghöhe, ba« hefte Ireffergebni« geitigt, fo ift bod? bie
W?ögli<hleit einer genügenben ©irfung non allen Sprengpunlten gu
erwarten, bie bom günfligften nicht gu weit abliegen.
»ilb 265.
®influg ber ©elönbegeftaltung.
ab ebenes i
ac auffteigenbeS > ©eiänbe.
ad abfaHenbeä I
„Sei entfpred?enber Sprenghöhe ergeben auf ben $aupttampf« 965
entfernungen ber F^bfanone unb leisten ^elbhaubifce [ehr gute
©irfung mittlere Sprengweiten oon — 30 bi« — 150 m. Unter
1500 m ift gegen ßiele bon größerer Sxefflädje noch au«reid?enbe
©irfung gu erwarten mit Sprengweiten: bei ber ^elbtanone bi« gu
— 300 m, bei ber leichten Frfbhaubifee bi« gu 200 m.
©egen .ßiete bon geringer Xreffläd?e g. S. gegen bie Sebienung
bon Schilbbatterien unb JDtafchinengeWehren, begünftigen Heine Spreng«
Weiten bei entfprechenben Sprenghöhen bie ©irfung. (Sdjießborfchrift
für bie gelbartiHerie 30.)
Stod? günftiger gehalten fich bie Serhältniffe bei ben Schrapnell« 966
ber fchweren $la<hbahngefchfihe- ®ie fd)roeren FüUtugeln überwinben
ben Suftwiberftanb beffer, bie ßahl ber Äugeln ift bebeutenb größer.
3n ben Schußtafeln biefer ©efchüfee ift bie Ausbreitung ber Äugeln
nach ber £iefe bon 500 gu 500 m für ba« „Schiefen mit ^Beobachtung"
unb ba« „{Jlanfchiefjen" enthalten, Für lefctere« „miiffen große Flug-
weiten angewenbet Werben, bamit innerhalb ber für bie Verteilung ber
Äugeln gegebenen ©rengen (burch einen Schuß muß oon gehn neben«
einanberftehenben Stötten minbeften« eine getroffen werben? eine mög«
tichft große Ffö<he burch ben ©ingelfchuß gebecft wirb unb bie ©ahr-
fcheintichteit ba« ßiel gu treffen, b. h- überhaupt Äugeln in ba« $iel
gu bringen, groß ift." (Sdjießborfchrift für bie Fu6urtiUerie 52.)
394
Sie SBirfung ber StrfiOeriegefdjoße.
c. ©er ©prenggranatfdjuß
967 ©ie (Sprenggranate mirb burd) bie Ijeftig wirfenbe Spreng*-
labung im ©prengpunft in biefe Stüde gerriffen; bie ftraft ber
©prenglabung ift babei fo groß, bag bie ©efdjoßteite nadj aßen Seiten
unter einem großen ftegelwinfef auöeinanber fliegen, ©iefer ift um fo
größer, je ftärler bie ©prenglabung unb je geringer bie ©efdjoß»
gefdjwinbigteit ift, bei tfeinen ®nbgefdjwinbigteiten fliegen Sprengftfide
aud) nadj rüdwärt«.
968 ©er Slegefwinfef ber ffelbgranate 96 beträgt 114 bi« 200°, ber
ber ffiefbljaubipgranate 98 etwa 200°.
$ür bie SSirfung tommen nur bie nadj unten fliegenben Spreng«
ftüde, etwa '/» ber ®efamtjaf;l, in ©etradjt.
©a bie ©prengftüde im Wtittef etwa 90° entgegengefefet itjrer vor
bem $(afeen innege^abten fRidjtung fliegen unb iljre jadige fjorm un«
günftig für bie Überwiubung be« Suftwiberftanbe« ift, fo ljaben fie nur
bann eine genügenbe ©urdjfdjlag«fraft, wenn ber ©prengpunft nidjt gu
Ijodj über bem 3*efe liegt.
©ie Xiefenwirfung ift naturgemäß gering, ©er Sdjuß eignet fidj
be«^afb nid)t gur föelämpfung lebenber, oon oom treffbarer Biele, fein
SBcrt beruht in ben fteil nadj unten fliegenben ©prengftüden, bie
baburd) Biele bidjt Ijinter ©edungen ober unter gang fdjtoadjen
©edungen (etwa 4 cm*®retter) treffen fönnen.
Sitb 266.
SBirfung bcä <Sprenggranatfcbuffeö S3j. gegen einen Sdjüfcengraben.
Sa—Sd Sprcngpunf te; nur Sc ift roirfungäuoU.
©oldje Biele finb Ijauptfädjlidj fifeenbe Sdjüfcen in Sdjüfeengräben
unb Batterien Ijinter Ijoljen ©edungen.
969 Slußer einer niebrigen ©prengljötje muß bie (Granate aud) eine
fleine ©prengweite ljaben. ®« fönnen nur ©djüffe ergiebig Wirten,
beren ©prengpuntte bei ber ©ranate 96 bi^t oor bem Biel, bei ber
Söixfung gegen lebenbe 3^e- 395
©ranate 98 bid)t Dor ober über ober bid)t ljinter ^em 3’e^ liegen.
(SthießDorfd)rift für bie gelbartillerie 31.)
©ieS erforbert ein genaues (Erließen ber (Entfernung.
©a infolge ber Streuung ber ®efd)offe unb ber günber nur wenige
Sdjüffe foldje Sprengpuntte ergeben werben, fo tann bei biefem Sd)ießen
nur »on einer großen Sd)ußgah( (Erfolg erwartet werben.
©ie f^ußartiUerie wenbet ben ©ranatfd)uß nid)t meljr an. 970
©ie ©irtung beS Sd)uffeS wäd)ft mit ber gafyl unb ©röße ber 971
SprengftüCte, alfo mit bem ©urdjmeffer be« ©efchoffeS; bie ©ranate
Sg. ber £aubifce ift ber ©ranate Sg. ber Äanone in ber ©irtung
erheblich überlegen.
©ie SdjießDorfdjrift für bie gelbartillerie gibt in g. 31 barüber
an: „Schon feljr Meine Sprengftücfe ber ©ranate, befonberS ber
©ranate 98, bei biefer bis gu bem ©ewid)t Don 0,15 g herab, tönnen
bei entfpred)enber Sprengpunttslage Sampfunfähigteit bewirten.
3m allgemeinen führen etwa 75% aller Don ber ©ranate 96 unb
über 80% aller Don ber ©ranate 98 heroorgerufenen Verlegungen jur
Äampfunfähigteit."
d. ©er 2lg.«SChuß ber Schrapnells unb ©ranaten.
©egen feiner guten SeobadjtungSfähigteit wirb ber Slg.-'S^uß faft 972
ftetS gur (Ermittlung ber (Entfernung benufet.
©ie SBirtung beS Sd)rapnelIfd)nffeS ?lg. gegen lebenbe giele ift 978
auf Meinen (Entfernungen gut, nimmt aber mit wadjfenber (Entfernung
ab. Sie wirb begünftigt burd) ebenen, feften, beeinträchtigt burd) un=
ebenen weiten Soben. Set Meinem Qfallnnnfet unb großer $lug«
gefchwinbigteit plafct baS ©efd)oß im auffteigenben 2Ift beS erften
Sprunges, feine Sprengteile haben, flad) über ben Soben fliegenb,
eine giemlid)e Xiefenwirtung (Silb 267).
©a bie ©irtung ber Sprengteile Don unten nach oben gerid)tet
ift, fo tönnen fd)on geringe ©elänbeerhebungen niebrigen gielen ©ecfung
gewähren.
©er Schuß ift geeignet, auf nahen (Entfernungen bie Sartätfd)e gu
erfefeen, er wirb bei ber gelbartillerie Don ber SRünbung bis gu 200 m
in biefem Sinne Derwenbet.
Sei großen f}allroinfeln unb Heiner ©efchoßgefdjwinbigteit ift bie 974
Siefenwirtung gering; man Wählt beSI)alb auf ben (Entfernungen, wo
ber Sg.=Sd)uß beS Schrapnells nid)t auSreid)t, bie Sprenggranate
Äg., ba bie Rraft ihrer Sprenglabung bei Meinen ®efd)offen eine l)in=
reidjenbe, bei großen ®efd)offen eine giemlid) bebeutenbe ©irtung nad)
396
2)ie SEBirfung ber BrtiUeriegeföoffe.
allen «Seiten, aud? nad) rüdwärtö, auSiibt. ®egen Üntppen in I?odj<
ftäminigen Söälbern ift bie SBirfung ber (Sranate Slj. beffer ald bie beS
Schrapnells 9Q.
SBirtung gegen tote
397
©ie in erfter ginie jur Störung wiberfianbdfähiger Siete (f. 975
unter 2) beftimmten Vanggranaten ber ferneren (flach« unb Steilfeuer«
gefehlte ergeben ald 3lebenWirfung gegen tebenbe Siete Jtoar wegen
ihrer geringen Saht non Sprengftüden wenig eigentliche ©reffer, wirfen
aber in ziemlich bebeutenbem Umtreife gerabeju toernidjtenb gegen alled
Sebenbe.
^ernorjuheben ift ferner bie große moralifche SBirtung, welche eine
mit 2lj. plafeenbe ©ranate burd? ihren gewaltigen Suftbrucf unb ihre
giftigen ©afe audübt.
©ie nur mit 2lj. verfehenen fßufoergranaten hflben eine bem 976
Schrapnell 2lj. ähnliche SBirfung. ©ie Saht ’hrer ©prengftücte ift
geringer, ihr Streuungdtegel größer (60 bis 90°).
2. SBirfnng gegen tote Bitte.
(für aHe Ranonen tommt nur bie SBirtung gegen aufrechte, tote 977
Siete in Setracht, ba ihre ©efdjoffe oon wagerechten Sitten wegen
ihres Heinen ffaUwintetö abgleiten unb nicht einbringen. SHterbingö
tönnte man auch ntit Ranonen genügenb große ffaHwintet errieten,
müßte bann aber auf fo große (Entfernungen fließen, baß bie ©reff«
fähigteit gegen bie meift Keinen Sitte ju gering würbe.
2Infredjte, tote Siete finb meift dauern, Käufer, $inberniffe
(Sarritaben, Serhaue) unb Striegögerät alter 2Irt.
f^tachbahngefchüfee wirten gegen fotdje Siele burch bie ©rfchütterung, 978
bie ißr mit großer ©nbgefchwinbigteit auftreffenbed ©efchoß »erurfacht
nnb burch bie barauffotgenbe jerftörenbe Straft ber Sprenglabung,
©ünflig wirten alfo Schwere ber ©efdjoffe, Keiner (fallwintel, großer
2luftreffwinte(.
Sei ben (felbgefchüfcen ift hierju bad Schrapnell 2Ij. unb bie
©ranate 21 j. geeignet; bie ©ranate 21g. üerbient ben Sorjug, nament«
(ich iß ihre SBirtung im $nnern von Saulichleiten größer, gegen
ftärtereS Wiauerwert ift jeboch baS Schrapnell 2lj. überlegen, ©ie
2ötr!ung ber ^elbtanoue ift erheblich geringer als bie ber leisten
f^elbhaubifce, bei ber (eichten f^lbhaubifce ift bie ©ranate 2lj. mit Ser-
jögerung bem Schrapnell 2Ij. überlegen.
Sei ben fdjWeren Ranonen nimmt natürlich bie 2ßirtung mit bem
©urchmeffer feßr erheblich ju.
©in befonberö widjtigeö Sitt bilben neuerbingö bie Schufefchilbt 979
ber Krtitlerie. Sie tönnen »on ben Schrapnelltugeln nicht burch«
fchlagen werben, oom Schrapnell 2Ij. ift wegen ber Stteinheit bed
398
Sie SBirfung bet Sttiüeriegef^offe.
BielS unb bet Schtoierigfeit beS genauen ßtnf^ießen§ nut geringer
(Erfolg ju erwarten, auch jerfpringen bie Schrapnells erft etwa 1 m
hinter bem jerfchoffenen Sdjilb, ihre SBirfung geht hinter baS ßiel.
Huch feitliche Sluffchläge, felbft bicht neben ben ($efcbü$en, ergeben feine
SBirfung wegen ju Heiner feitlicher SluSbreitung ber Sugeln.
SJeffer ift bie SBirfung ber Sprenggranate gegen Schufcfchilbe,
bodj erforbert bad S3g.-^euer ein genaues unb lange bauernbeS, meift
fehr fdjwierigeS (Einfchießen.
ferner würbe eine erheblich größere SluSrüftung mit (Granaten er«
forberlid? fein, beren geringe SBirfung gegen lebenbe Biele biefe ftärfere
SluSrüftung oft unangenehm fühlbar machen würbe.
SIuS btefen ©rünben ift man neuerbingS wieber auf ben ©ebanfen
eines (EinheitSgefchoffeS für bie fjelbartillerie jurüefgefommen, welches
bie SBirfung beS Schrapnells unb ber Sprenggranate in fich bereinigt.
«80 (Ein foldjeS ©efdjoß ift bon ber fjirma Srupp unter ber Sejeichnung
„Schrapnellgranate" eingeführt.
DiefeS ©efchoß (B- 911, S3tlb 244) hat fowohl beim S9ef<hießen
bon S^ilbbatterien wie bon freiftehenben ßielen fehr gute (Ergebniffe
erhielt.
081 Die weiften toten Biele finb wagerechte Deden aus $olj, SDtauer»
werf ober S3eton mit einer (Erbfdjicht barüber. ©ie erforbem je nach
ihrer Stärfe berfdjieben fchwere ©efdjoffe, beren SBirfung burch bie
Skrjögerung ber (Entjünbung boll jur (Geltung fommt.
Die Bünbung m. SJ. hat ben Nachteil, baß baS ©efdjoß oft
fdjwieriger ju beobachten ift, beim (Einfchießen wirb fie baher nicht ber«
wenbet. SJon Bielen aus hartem SBerfftoff prallen (Sefchoffe m. SJ.
leicht ab, gerfpringen bann erft in ber Suft ober jerfc^ellen; bei tiefem
(Einbringen in baS Bist geh1 bie Splitterwirfung meift ganj berloren.
Die leichte fffelbhaubifce ift imftanbe, im S3ogenf«huß mit ber
(Granate Slj. m. 2?. auf (Entfernungen oon 2100 bis 5900 m „bie im
fVelbfriege oorfommenben (Etnbecfungen ju burchfchlagen." 2luf (Ent-
fernungen unter 2100 m ift wegen ju Heiner fjallwinfel auf auSreichenbe
SBirfung nicht ju rechnen. (Sch- f. b. fffelbart. B- 28.)
«82 Die befte Splitterwirfung gegen gebedte Biele ergeben S3rifanj«
granaten bei einem fyallwinfel bon etwa 30°.
®egen wagerechte Biele wächft bie DurdjfchlagSfraft mit ber <&röße
beS fjfallwinfelS. Bur Berfterung folger Biele tann fich baher bie Sin*
wenbung ber großen (Erhöhung empfehlen. (B- 1024.)
083 Die Sprengwirfung ber (Granaten ift abhängig bon ihrer (Ein«
bringungStiefe unb bon ber Sröfje ber Sprenglabung; bie Banggranate
Sie Seifhcngen bet E*auptfa<$Iid>ften beutföen @ef$ü$e. 399
ift fomit in ihrer ©irtung gegen Wiberftanbdfähige Siele ber Spreng«
granate erheblich überlegen. (Sdj. SS. f. b. f^ufjart. 36, 37.)
$u ben wiberftanbdfähigften fielen gehören bie in ben ^efhntgen 984
borhanbenen ftarten Beton» unb SOlauerbecfen fowie ißanjer.
Srehbare ißangertuppeln »erben burdj auffdjlagenbe fernere
©ranaten erfdjüttert unb burd) .ßerftören ihrer Betonummantelung
unbeweglich gemacht, Schartentreffer tönnen bad Stopr unbrauchbar
machen.
Bei Beurteilung ber ©irtung gegen biefe wiberftanbdfähigften 98»
Siele muh man immer bebenten, bafj nicht burch einen einzelnen
Sreffer, fonbern nur burd) bie SRaffe ber Sireff er audreidjenbe ©irtung
erhielt Werben tann, bah bedhalb alle berariigen Schiehen einen be»
beutenben Slufwanb an Sdjiehbebarf erforbern.
3Rauerjiele, bie nicht burch Slathbahngefchüfce ju faffen finb,
Werben am beften burch Ginwerfen jerftört, inbem man mit fchweren
Sanggranaten m. B. ihre Unterlagen untergräbt.
VIII. Die feißnngen ber hünptrddjlidjften btutfdjen töefdjüh*«
1. Sie Selbtanone 96 n/A.
Sie f^elbtanone ift bad ^jauptgefdjüh ber gelbartillerie; unter 986
ben beim Slrmeetorpd borhanbenen 144 ©efdjühen befinben fich
126 Kanonen.
3h*e Wichtigfte Aufgabe ift bad Sefchiehen lebenber, bon born
treffbarer .Siele; ferner foß fie lebenbe Siele bidjt hinter Seetangen
betämpfen unb fentrechte, wiberftanbdfähige Siele (dauern, Schüfe*
fchilbe ufw.) jerftören tönnen.
Sie Sdjufjleiftung.
Sad ^aupttampfgefchoh ift bad Schrapnell, 6,85 kg fdjwer, 987
tnelched mit 0,57 kg Sabung Siöhrenpulber 96 eine Slnfangdgefchwinbig»
teit uon 465 m erhält.
Seine ©irtung beruht bornehmlich in ber Stohfraft ber $ÜU«
Ingeln nach &em ^lahen bed ©efdjoffed. Siefe hängt bon ber ©eftreeft«
heit ber ®efd)ohbahn unb ber Gefchwinbigteit ab, bie bad Gefdjoh im
Slugenblicf bed ^tagend hQtte. Sad Schrapnell hat infolge feiner
groben Slnfangdgefchwinbigteit unb Ouerfchnittdbelaftung (147 g auf
400 2>ie Setfhxngoi ber tpuptfä^li^fien beutfehen ®ef($ü$e.
1 qcm) eine feljr geftredte ©efdjofjbatyn unb auf ben $aupttampf«
Entfernungen eine ©efdjwinbigteit, bie im herein mit ber öobentammer»
labung, bie nod) einen ®ef$n>inbigteit£jufd)ufi bon 60 m bewirtt, ben
güllfugeln eine grofje Siefenwirtung oertei^t unb einen fepr wirffamen
- ©njelfdjufi ergibt.
988 Über bie Seiftungen beS Schrapnell? macht ©eneralleutnant
fRoljne in feiner „Jattif ber fJelbartiOerie" folgenbe Angaben:
(Entfernung m I ®ef<$roinbigteit 1 m 1 ©tofefraft ' mt 1 9eftri<$ener 9taunt ! für 1 in ßieltjötje
0 ! 465 75,0
1000 369 47,2 j 31 m
2000 1 1 310 333 1 12 «
3000 ; 279 ! 1 27,0 j «
4000 । 256 22,7 i 1 to
5000 1 237 | 19,5
$n bemfelben Suche wirb bie bon einem Schrapnell ju erwartenbe
Trefferjal)l gegen eine breite Scheibe bon 1 m $ö1je angegeben auf:
Sei einer Sprengweite bon:
Gntfemung | M m I 100 m TD i | 150 m j 200 m । 250 in
500 ' 35,4 | 17,2 1 _ 1 11,7 | 8,6 1 1 7,0
1000 1 27,4 i 13,5 | 8,9 [ 6,5 5,1
2000 । 23,0 ! 10,5 .1 . . 1 6,6 : 4,8 । 1 3,6
3000 i 21,1 9,1 1 4,9 ! 3,1 1,4
4000 19,3 6,5 1 r " 1 i 1
5000 i 18,4 0,5 1 ! i •
©ie ©irfung eine? Schrapnell? gegen Xruppenjiele bei einer
mittleren Sprengweite bon 50 m wirb im ©urchfchnitt angegeben auf:
Die Setetanone 96 n/A.
401
Sdjüfcen, auf bad loufenbe 3D?eter 1 Wtann
Entfernung m fte^enbe Inieenbe liegenbe gebedte
500 1 1 18,4 10,6 6,4 3,5
1000 14,2 8,2 4,9 2,7
2000 12,0 6,9 4,1 23
3000 11,0 63 3,8 2,1
4000 10,0 i 5,8 i 1 3,5 1,9
©ie Bahlen begiehen W ÖUf b‘e bireften ©reffer, foldje burch
Abpraller berurfachten, beren W?enge bei günftigen ©obenberhältniffen
beträchtlich ift, finb nicht berücffichtigt.
©ie Schußweite betrügt mit ©g. 5000 m, mit 8g. 8000 m. ©ie 989
^auptfampfentfernungeii be$ ©efcfjoffeS liegen gwifchen 1500 m, wo
bie SBirfung ber Infanterie beginnt, unb 3000 m, wo bie ^Beobachtung
fcßwierig nnb bie SdjrapneHwirfung geringer wirb.
‘Die ®ranate fpielt bei ber f}elbtanone nur eine untergeorbnete 990
9tolle; ihre SBirfung S3g. gegen lebenbe Biele bicht hinter Decfungen
unb unter leichten Schuhwehren ift gering. 9?ur unter 8ufWanb einer
großen ©efdjoßgaht ift einige« ®rgebni« gu erwarten.
Schrapnell unb ©ranate werben mit 8g. berwenbet gegen Schilb« 991
batterien, um SBirfung gegen ben gefchühteren Seil ber Sebienung
unb ba£ ®erät gu erreichen, Sruppen in hochpämmigen SBätbem,
lebenbe Biele, wenn ber ®g. beS Schrapnell« nicht auÄreicht, wiber«
ftanbsfähige Biele, um fie gu gerftören.
©ie fjieuertätigteit.
©ie (Jelbfanone befifet eine große fjeuerbereitfchaft.
©ie Safette fann fdjnell bon ber ‘fßrofce getrennt werben ($rofeha!cn
unb $rofcöfe); SBebienung, ©efchiifcgubehör unb ber notwenbigfte Schieß«
bebarf werben mitgefiihrt. ©a« fahren mit gelabenem ®ef$iifc ift möglich.
©ie ^Batterie fefct fich jufammen au«:
6 ®efchüfeen
6 3)2unition«wagen
2 $Borrat«wagen
©ffigier» unb S3orrat«pferben
1 Seben«mittelwagen 2 fpännig
1 f^utterwagen 4 •
©erlin, SBaffeme&re. 2. ÄufL
QQO
WZ
99S
6 fpännig
26
402 Sie Stiftungen bet ^auptfü^Ii^ften beutfdjen ®ef$ü$e.
©ie Batterie gliebert fidj in:
©efedjtS^atterie — 6®efdjü$e (je 2 einen ßug bilbenb) unb 6S0lunitionS»
tragen (Staffel; je 2 einen SBagenjug bilbenb).
Steine Bagage — 1. Vorrats wagen, ©fpjier« unb SBorratSpferbe.
®rofte ®agage — 2. IBorratSwagen, ßebenSmittel« unb Futterwagen.
©ie ©efechtS«33atterie enthält in ben 6 frohen 216, in ben
6 SDlunitionSwagen 528 Schrapnells, alfo im ganzen 744 Schrapnells,
bie bei ber Feuereröffnung jur Stelle finb. 3® ber 35rofce beS
SJorratSWagenS werben noch 36 ©ranaten mitgeführt.
©er Sdjieftbebarf Wirb in erfter ßinie aus ber jeber Abteilung
unterteilten leichten 3RunitionS«Solonne*) ergänzt; biefe enthält:
$n 12 SNunitionSwagen je 88 Schrapnells = 1056 Schrapnells
• 9 « »88 ©ranaten = 792 ©ranaten
1848 Schuft
alfo für jebe ©atterie 616, für jebeS ©efdjüfc 102,7 Schuft.
©infdjlieftlich ber leichten SDtunitionSlolonnen Verfügt mithin jebe
fahrenbe ©atterie über 1396 Schuft (1096 Schrapnells, 300 ©ranaten),
für jebeS ©efdjüh alfo 232,7 Schuft.
©ie reitenbe Abteilung hflt eine leichte SOlunitionötolonne von
9 Sßagen, jebe Batterie Verfügt über 1176 Schuft (1008 Schrapnells,
168 ©ranaten), für jebeS ©efdjüp alfo 196 Schuft.
©emnädjft erfolgt bie ©rgänjung beS Schieftbebarfs aus ben
8 3lrtillerieȟ)tunitionS-Solonnen beS SrmeeforpS.
994 Die Feuergefdjwinbigteit wirb burch jwecfentfprechenbe ©in«
richtungen beS StohreS, ber Safette, ber $rofce unb beS SdjieftbebarfS
in h°^em ©rabe geförbert.
Stohr: Sdjnellabeverfchlufj mit SluSWerfer, Sartufchhülfe (Patronen)
auSgefdjnitteneS Seilloch.
Lafette: fiebrige Feuerhöhe, tief liegenber Schwerpuntt, leichtes
©ewidjt.
©berlafette: SBiege mit Stoljrbremfe, Seitenridjtmafchine. Sticht«
mittel: Sdjrägftehenber Sluffafc mit ißifierfernrohr, Siegler, Stichtfläche,
Sibellenvorrichtung.
Unterlafette: $öhenrichtmafchine, Seilbremfe, Sporn.
$rofce: ^wecfmäftige Unterbringung beS Schieftbebarfs, ber fdjnell
ber tßrofee entnommen werben tann; WlunitionStörbe (Patronen).
996 Ferner gewährleist bie Slufftellung beS SRunitionShinterwagenS
’/ax feitwärtS beS ©efdjüfceS eine rafdje ©rgänjung beS Verfchoffenen
*) 3la<f) Stofjne: „Sie lattit ber gelbartillerie". 8. Auflage. 1906-
Sie gelbfanone 96 n'A.
403
Schießbebarf«, bet Schub bet SWannfchaften burd) bie Sdjilbe eine
fid^ete, fdjnelle Sebiemmg. Die grüße fjeuergeföhtoinbigleit ermöglicht
ba« ©nfdjießen mit einem unb geiftveife heftige ^euerüberfälle.
Die größte fjeuergef^»inbigfeit eined Sefchüge« »irb auf 20 Schuß 996
in ber SWinute angegeben.*)
Wad? änficht be« ©eneralleutnant« Wohne**) lönnen „auf türjere
$eit 15 Schöffe in ber SWinute abgegeben »erben; biefe höchfte fjeuer»
gefch»inbigleit toirb im ©rnftfatt taum erreicht unb auch nnr gang
au«nahm«»eife angeftrebt »erben11.
Da bie $euergefch»inbig!eit naturgemäß mit ber Wähe unb ®e»
fährlichteit be« ßiel« »ädjft, nimmt Wohne an, baß bie Satterie in
einet SWinute
auf 500 m....................50
. 1000 •.................30
« 2000 ».................20
. 3000 -................ 10
» 4000 ...... 4 Schöffe abgibt.
hiernach »örbe fich nach ^em ®tnf<hießen bie oon einer Satterie
in einer SWinute beim gefechtsmäßigen Schießen ju er»artenbe Treffer«
jaljl ftetlen, »ie folgt:
(Entfernung ftetjcnbe tnieenbe liegenbe gcbedte @$ü$en
500 m 364 210 126 70
1000 » 202 117 70 39
2000 - 109 63 38 21
3000 > 46 27 16 9
4000 » 14 8 5 3
Die Setoeglidjteit.
Da« verhältnismäßig geringe ®e»icht ber fjelbfanone,***) ihre 997
große Sentbarteit unb Siegfamteit (®leichge»icht«fpftem), ihr tief liegenber
Sdj»erpun!t, bie richtig auf Sorbet» unb $inter»agen verteilte Saft
unb gtvecfmäßige Sefdjirrung be« Sed)8gefpann« verleihen bem ®efchöfc
ein h»heS Wlaß öon &e»egli<hleit, bie e« befähigt, in jebem Selänbe
ber Infanterie Vorau«gueilen unb ben Rampf gu eröffnen unb
feiner Hauptaufgabe „»irlfamfte Unterftöfeung ber Infanterie" gerecht
gn »erben.
*) SoebeHS 3at)re3berid)te 1906. <S. 446.
**) 9la$ Sloane: „®ie Xaftit ber gelbartiUerie." 3. SCuflage. 1908.
*•*) ®en>i($täangaben f. JelbartiUeriemateriaC 96 n/A. IV. 9tbt. S. 78.
26*
404 Tie geiftatgen ber bauptfaglüfftoi beutfehen 0ef<bft|e.
Ohne aufgefeffene Bebienung unb ohne Ach4ft|e ljat bie fjelb«
fanone ein ©ewicht,*; welche* bie mit ihr auSgerüftete reitenbe Artillerie
befähigt, ben Bewegungen ber Slavallerie-Sivifton ju folgen.
2. Sie leiste gelbhanbifce.
998 Sie ]. F. H. ift nur in geringer Sahl, 18 unter ben 144 ®e>
fdpfifeen be* Armeetorp*, vertreten.
$ftre Hauptaufgabe ift bie Befämpfung von f^elbbefeftigungen
burcp Steilfeuer, ihr HauPtgefcboB bemnach bie ©ranate Aj. — Sa
aber foldje $iele im ^elbtriege nicht immer vorhanben finb, fo fall
fie bie F. K. auch in ber Betämpfung lebenber, von vorn gebecfter
ßiele unterftfifeen. 3hre ©ranate ift be*halb mit Sj. verfehen; al*
jweite* ©efchoß führt fie auch ein Schrapnell.
Sie Schufjleiftung.
999 Sa* Steilfeuer erforbert ein Heine* unb ein ben (Entfernungen
entfprechenb veränberliche* 8abung*verhältni*. Sa« ©efchüfc verwenbet
7 Labungen, bie in ber Slartufc^^ülfe untergebracht finb. Sie ganje
Vabung (7. ftabung) beträgt 0,37 kg W. P.; bie ©ranate wiegt 15,7 kg.
W7an unterfcheibet ben fjflachbahnfchnfj mit ganjer Sabung, ber
ftet« jum (Einfchießen verwenbet wirb, unb ben Bogenfdjufj, bei bem
eine ftabung gewählt wirb, bie für bie betreffenbe (Entfernung einen
f^allwintel von etwa 30° ergibt. Sie SBirfung ber ©ranate wirb
burch Berwenbung be* $ünber* m. B. ganj beträchtlich gefteigert.
Beim Bogenfdjuß ift bie ©ranate-Aj. m. B. auf (Entfernungen
von 2100 m ab imftanbe, bie im ftelbtriege vortommenben, wage«
rechten (Einbecfungen ju burchfchlagen unb gegen bie unter ihnen
befinblidjen üRannfchaften ju wirten. Auf (Entfernungen unter 2100 m
ift wegen ber Heinen ^allwintel auf aufteichenbe SBirtung nicht ju
rechnen. (Sch. B. f. b. fjelbart. 28.)
looo Sie ©ranate wirb im ^la^bahnf^uß noch verWanbt mit Aj.
gegen aufrechte, wiberftanb«fähige ßiele, befonber« Schilbbatterien, mit
Bj. gegen lebenbe ßiele bidjt hinter Seefungen. fällen
übertrifft fie bie Blirtung ber F. K. gegen biefelben 3*ele Wegen ihrer
größeren Sprenglabung unb SKenge ber Sprengftüde fehr erheblich.
1001 Um ba$ Schrapnell, welches feiner ganjen Art nach für ein
Steilfeuergefchüfc nicht gefdfaffen ift, bennoch verwenben ju tönnen, hat
man fein ©ewicht auf 12,8 kg herabgefefet unb baburch baS VabungS«
•) Wcivicbtäangaben f. JelbartiUcriemateriaf 96 n, A. IV. Äbt S. 78.
S)ie leiste JJe&^aubiJe.
405
Verhältnis Vergrößert. $ierburdj fowie burdj ein Ijöfyere« Einbringen
beS FührungöringeS, woburdj ber EJerbrennungSraum Verfeinert unb
bie ©aSfpannung vergrößert wirb, ift bie Flugbahn bebeutenb geftredter
al£ bei ber ©ranate geworben. ©aS Schrapnell wirb nur mit ber
ftärfften Sabung verfeuert.
So vermag eS jwar bie ©iefenwirtung beS F. Sehr. 96 nid^t ju
erreichen, ift aber bodj vermöge feiner 5U0 f^iiUtugeln bem erfteren
auf größeren (Entfernungen Wenig unterlegen, auf näheren fogar über*
legen.
©ie ^allwinlel unb Streuungen finb im f^ladjfeuer natürlich 1002
größer als bie ber F. K., bie beflridjenen SEäume Heiner; im Steil«
feuer betragen bie mittleren Sängenftreuuugen burdjfdjnittlich 35 m.
©ie Schußweite beträgt für ©ranaten 2lj. 5900, 5600, für 100#
SdjrapnetlS'Elj. 7000, »E3j. 5600.
©ie fjeuertätigteit.
©ie fjeuerbereitfehaft, ift geringer wie bie ber F. K., ba nicht 1004
nur baS ©ewidjt größer ift, fonbern auch bie (Einrichtungen beS ®e«
fdjüfceS (ESerfdjluß, SRichtmittel, Hemmung beS SRüdlaufeS) nicht ben
neueften Anforberungen entfpredjen.
Für baS Schießen auS verbedter Stellung finb eine ©uffolenri^t*
fläche unb ^ernfprechgerät vorhanben.
.ßufammenfefeung unb ©lieberung ber ^Batterie wie bei ber F. K.
(3- 993).
©ie ©efechtS»©atterie enthält in ben 6 $rofeen 144 Schrapnells, 1005
in ben 6 WlunitionSwagen 156 Schrapnells, 192 ©ranaten, alfo
jufammen 492 Schuß (300 Schrapnells, 192 ©ranaten), bie bei ber
Feuereröffnung jur Stelle finb. $n ber 'ßrofce beS 1. EJorratSwagenS
befinben fidj noch 96 Schrapnells.
©ie leichte WlunitionSlolonne führt mit:
$n 3 SRunitionSwagen je 58 Schrapnells = 174 Schrapnells,
• 18 • »58 ©ranaten = 1044 ©ranaten
1218 Schuß,
alfo für jebe Batterie 406 Sdjuß (58 Schrapnells, 348 ©ranaten),
für jebeS ©efdjüh 67,7 Schuß.
(Einfdjließlidj ber leichten SRunitionSfolonne verfügt mithin jebe
$aubifebatterie über 924 Schuß (384 Schrapnells, 540 ©ranaten),
für jebeS ©efdjüfc alfo 154 Schuß.
(Ergänzung beS SdjießbebarfS wie bei ben ftanonenbatterien.
406 Die Stiftungen ber ^auptfü^lic^ften beutföen (Seföilfce.
1006 Die geuergefdjwinbigleit ift ebenfalls erheblich geringer »ie
bie ber F. K., ba fie fowohl burd; bie erwähnten älteren (Einrichtungen
Wie audj burdj baO größere ©ewicht beS ©djießbebarf«, bie längere
fjflugjeit ber ©efdjoffe unb notWenbig Werbenbe StabungSänberung be«
einträchtig! wirb.
Die Beweglidjleit.
1007 Die bei ber F. R. erwähnten (Eigenfdjaften unb baS Verhältnis«
mäßig nur wenig größere ®ewidjt geben ber 1. F. H. eine Beweglich«
feit, Welche ber ber F. K. nur wenig nadjfteßt.
1008 Die (Einführung einer I. F. H. mit fRoßrrürflauf unb ©djufefdjilben,
verbefferten 9?ic^tmitteln unb VerVolltommnetem Sdjießbebarf ((Einheit«»
gefdjoß) barf al« wahrfdjeinlidj gelten. (23gl. Bilb 160.)
3. Die fdjwere ftelbhanbihe 02.
1009 Die s. F. H. 02 ift ba« $auptgefdjüfc ber gußartillerie.
3hr ©ebraudj ift fehr vielfeitig; fie wirb Verwenbet im Begegnung««
gefedjt, beim Stampf um befeftigte ^elbftellungen, um ©perrbefeftigungen
unb Heftungen.
1010 3m fjelblriege, fowohl im Begegnungsgefecht Wie im Stampf
um befeftigte fffelbftellungen, ift ihre erfte Aufgabe bie Belämpfung ber
feinblichen Artillerie. Demnädjjt verlegt fie ihr f}euer gegen biejenigen
©teilen, gegen bie ber Gruppenführer ben $auptftoß feiner Infanterie
richten will.
©ie foll ferner gemeinfam mit bem 21 cm Mrs. unb gegebenen«
falls fdjweren fVfadjfeuergefchüfcen ben Stampf gegen ©perrbefeftigungen
burdjfüljren, wobei ihr namentlich ber ©efdjüfctampf obliegt.
1011 3m fteftungSlriege ift fie, auch ber .ßaljl nach, baS $aupt«
gefdjüfe ber Belagerungsartillerie, bem auch ^'er vornehmlich ber Stampf
gegen bie BerteibigungSartillerie jufällt. 5erner fott Ve Infanterie«
ftetlungen fturmreif unb baS innere von fffeftungSwerlen ungangbar
machen fowie baS fjlacßfeuer gegen foldje ©teilen, bie burch ben 3rladj«
bahnfdjuß nicht gefaßt Werben lönnen, ergänzen.
Die ©djußleiftung.
1012 DaS ©efdjoß ber s. F. II. ift bie ©ranate; fie wirb mit Aj. ober
Aj. m. 23. verfeuert.
(ES Werben verwenbet: Die Gr. 04 unb bie Gr. 96, beibe bünn«
wanbige ©ranaten („Sanggranaten“) mit Iräftigem Stopf unb ftärler
©prenglabung, ©ewicht runb 40 kg.
Die fdjroere ge&^aubije 02. 407
©ie fedjd Sabungen, in ber ftülfentartufche bereinigt, geftatten
bie ^(ugbabn bem tBebürfnid entfprechenb gu frümmen. (Snfangd*
gefchwinbigleit 188 bid 326 m.)
Qfyre ©efchoßroirfung beruht Ijauptffidjlid) in ihrer großen ©urch«
fchlagdlraft, ihrer bebeutenben Spreng* unb «Splitterwirtung.
Sie ift befonberd befähigt jur öetämpfung von «Sdplbbatterien
unb non ßieien, bie burch bi« ftärfften felbmäßigen (Einbettungen ge«
fchüfct finb ober ft$ in Sthüfcengräben, Örtlichfeiten, innerhalb h0(h'
ftämmiger SBälber ufw. befinben.
Such 9e9en ftarted »Dlauerwer!, ©rahthinberniffe unb leichte fßanjer
ift ihre Sßirtung bei (Einfafe genügenber SRunition recht gut; gegen
SSollpanjer ift leine SBirlung ju erwarten.
©egen lebenbe ^iele ift bie Splitterwirtung ber Gr. 04 berjenigen
ber Gr. 96 überlegen, beiben gemeinfam ift ber moralifche, nerven«
jerriittenbe (Einflug beim $lafeen.
©ie ©reffähigleitbed ®ef djühed ift ausgezeichnet; befonberd günftig
ift bie geringe 38reitenftreuung beim IBefchießen ber ^äufig fchmalen
3iele (Unterftänbe, Schirmtafetten, ganjer). ©ie Sreitenftreuungen
finb um mehr ald bie $älfte Heiner, bie ©urchfchlagdtraft etwa breimal
fo groß wie bei ber 1. F. H. im $ogenfd)uß.
©ie Schußweite beträgt runb 7400 m.*)
©ie fjeuertätigleit.
ßur Sudnufcung ber ffeuertraft gehen bie b. F. H. grunbfäfclidj
fo nahe an ben fjeinb heran, ald ed bie für ihren Sufmarfch erforber«
liehe ©eefung gegen Sicht geftattet.
fpierburch wirb fowohl bie SBirtung Vergrößert ald auch bi« ®er‘
binbung jwifchen ^eobachtungdfteHe unb Batterie türjer unb baburch
ftcherer. ^tauptfächlich aber bleiben fo bie ^Batterien auch in enger
Fühlung mit ber ©efechtdleitung unb fönnen bem ®ange bed ©efechtd
fchneller folgen.
Snberfeitd lönnen fie auch WotI auf größerer (Entfernung mit
Sudficht auf (Erfolg eingefefet werben, ^eranlaffung hierju wirb
namentlich beim Sngriff auf ftarl befefligte Stellungen ober Sperr*
befeftigungen üortiegen, um ben Sufmarfch unb bad ^erantommen ber
anberen Waffen auf wirlfame Schußweite ju erleichtern.
*) s)lac^ Se^nertä $anbbucty für ben Gruppenführer. 6. Mittler & ©o^n.
Berlin 1907.
1018
1014
1015
1016
408
2)ie Stiftungen btt ^auptfik^li^fltn beutfgen Qefgitye.
1017 Die Dedung ber H. Vatterie im ©elänbe ift faß überall offne
@dfwierigteiten burdfßtyrbar unb ßeto anjußreben; fte fälfrt beölfalb
metß Ifinter Rolfen, Sßälbern, Dörfern unb fonßigen ©elänbe*
bebedungen auf.
(Ein Überfdfiefjen eigener Gruppen Wirb ßdf babei feiten vermeiben
(affen, tann aber audf unbebentlidf gefdfefyen.
1018 Die fteuerbereitfdfaft mirb baburdf Vergrößert, baß grunb»
fätfidf bie nötigen Vorbereitungen bor bem (Eintreffen ber <&ef$üfce
mögiirft beenbet fein müffen. Dies ermöglicht ber (BeobadftungSWagen,
ber baS nottoenbige ©erät jum (Ertauben unb Veobadften, (©dfeeren*
fernrolfr, Veobachtungöleiter), fjeßlegen unb Übertragen bon @ruB’
rirtungen (Vuffolenri^ttreiö) unb jur ßdferen Verbinbung ber Vatterie
mit ber, meift vorwärts biefer gelegenen Veobachtungößelle (t'autfpredfer)
mitfülfrt. »uf üfm ßnben ferner bie jur Vebienung biefer ©eräte
notwenbigen (IRannfdfaften ^laß- ®er Veobachtungöwagen iß fo ieiTt
gebaut unb fo gut fahrbar, baß er bem jur (Ertanbung borreitenben
Vatterieführer in febern ©elänbe folgen tann.
Star bem (Eintreffen ber ©efdfüfee in ber fjeuerftellung erforbert
baö äbprofjen unb (Einritten ber ©efdfüge narf) einem $ilföri$tpuntt
(fjernrolfrauffafc) nur turje Beit, unb nadf Wenigen ÜRinuten iß bie
Vatterie fdfußbereit.
Vei fetjr weidfem ©oben Werben unter bie (Räber (Rohrmatten
gelegt. Der «Sdfießbebarf wirb meift abgelaben unb neben ben ®e<
fdfü^en geßapelt, er tann aber audf unmittelbar auö ben ÜRunitionS»
Wagen an baö ©efc^üfe gebracht werben.
101» “Daö «Sdfießen ber H. (Batterie auö verbedter (Stellung fpielt bei
ber f^ußartillerie biefelbe (Rolle wie baö <Sd;rapnetlfdfießen ber fjelb«
artillerie gegen ficptbare .ßiele unb iß beölfalb in Ifo^em ©rabe
entwidelt.
1020 Die (Batterie fe^t ftdf jufammen auö:
1 Veobadftungöwagen 4f
4 ©eft^iiljen
8 dRunitionöwagen 6
1 VorratöWagen
Dfßjier» unb (Borratöpferben
1 Scffmiebetoagen 1
1 fjfutterwagen J
1 Vadwagen 1
1 Sebenömittelwagen j
4fpännig
Sie fernere getb^aubifce 02. 409
©ie Satterie gliebert pdj in:
®efedjtö.Satterie: 4 ©efdjüfce (je 2 einen ßug bilbenb)
4 ÜQunitionSmagen (Je 2 einen 3Runi>
tionöjug bilbenb)
Staffel: 4 iDiunitionötragen
1 SorratStvagen
Dfpjier» nnb SorratSpferbe*)
(SJrofje Sagage: 1 Sdjmiebetvagen
1 (futterwagen
1 fßacftvagen
1 Vebenömittelroagen
Qeber ÜKunitionömagen enthält 36 fo bafj bie ©efechtö»
Satterie bei ber Feuereröffnung über 144 unb nadj bem (Eintreffen ber
Staffel über 288 Sdjufj verfügt.
©ie (Ergänzung beS Sdjie£bebarf$ erfolgt junädjff auö ber leisten
ÜRunitionSfolonne beö Sataillonö (29 F^tjeuge, bavon 24 W?uni«
tionöivagen), bemnädjp au$ ben 8 für baS $aubifebataillon bepimmten
SDlunitionSfolonnen be$ SlrmeetorpS.
©ie s. F. H. 02 tann eine feljr bebeutenbe Ftuergefdjivinbig« 1021
leit entmicfetn [einmaliges ©urdjfeuem ber Satterie in 1 bis 2 2Wi»
nuten**)], bie eS ermöglicht, ein ßiel in turjer Beit mit vernidjtenbem
Feuer ju überfdjütten. Sie rietet pdj nadj bem ©efedjtSjivecf, ber
©efedjtslage unb ber SDlöglidjteit beS SRunitionSerfafceS unb barf nicht
mehr gepeigert »erben, als ei Seobadjtung unb juverläffige Sebienung
ber ©efdjüfee julaffen.
$ur Selbpverteibigung bei überrafdjenben tRaljangriffen greift bie
Sebienung jum ©etveljr.
©ie Seiveglidjleit.
©ie Semeglidjteit einer s. F. H. Satterie 02 ip fehr groß, pe 1022
entfpridjt ber einer Satterie I. F. H. (abgefeljen von ©aloppbetoegungen).
©ie t^aljrbarfeit ber ©efdjühe unb ber nach bem verbefferten
fientfcheitfhpem gebauten SOlunitionötvagen***) ip vortreffli^. ©ie aus
*) Ter ©atteriefütyrer tann Offizier-' unb SSorratöpferbe aud) jur ($efe$t&
Satterie üorjiefjen.
**) Se^nertö Xafdjenbud) für ben Gruppenführer, ©erlin 1907. (5. S. SRittler
unb 6ol)n.
***) Sweiteilige SRunitionäroagen, ähnlich benen ber ^felbartiUerie, pnb in
Serfuch.
410 Die Stiftungen ber Qauptffi^tigfien bentföen ®efd)tye.
fedfd faltbfütigen Bferben befteßenbe Befpannung fiebert bad Bortoärtd«
tommen einer H. Batterie in jebem ©elänbe. Bei Trabbewegungen
fifct bie Bebienung auf ben ‘Profcen ber ©efdjüfce unb ben Blunitiond«
wagen auf.
4. Der 21 cm«3Jlörfer.
1028 Der 21 cm Mrs. ift bad fernere S teil f euer gefdjüb ber fjfußartillerie,
welcbed nur bann verwenbet wirb, wenn bie SSirfung ber s. F. H.
nid^t audreießt.
$m ftampfe gegen Sperrbefeftigungen unb ^fortdfeftungen fotl er
bie wiberftanbsfäljigften Betonbauten, ganger, unter ffeuer
nehmen unb burch Blaffenfeuer gerftören unb bad Qnnere ber SBerfe
ungangbar machen. Da bie ftärfften Deckungen nur in geringer Baßl
an ben wityigften Stellen angelegt werben lännen, finb im Ber«
bältnid gu ben $aubifcbatterien nur wenige Mrs. Batterien bor^anben.
Die Sdjußleiftung.
1024 Der 21 cm Mrs. bat nur ein ©ef$oß, eine biinnwanbige ©ranate
mit ftarlem Stopf unb fe^r großer Sprenglabung mit 3g. unb 3g. m. 33.
Die gaßtreicben Labungen geftatten eine feßr große Biegfamteit ber
©efeboßbaßn, bie nocß bur<ß bie Blöglicßleit ber Berwenbung ber großen
©rßäßungdgruppe erbößt wirb.
hierbei, b. ß. ^eim Spießen mit (Erhöhungen über 45 nimmt
bie (Enbgefcßwinbigteit bed ©efeßoffed burch ben fJfaH aud bebeutenber
$öbe gu, wad natürlich eine vergrößerte Durößfcblagdtraft, auf bie ed
beim Blörfer befonberd antommt, gur $olge bat. Da aber bei biefem
Schießen infolge ber langen ^luggeit bie Breitenftreuungen {eßt be«
tröstlich waebfen, fo wirb bie große ©rtjö^ung nur, wenn unbebingt
notwenbig, angewanbt.
Die ©efeboßwirtung bed 21 cm Mrs. beruht ßauptfäcblicb auf ber
mächtigen Durdjfcblagdtraft feiner faft 120 kg ferneren ©efeboffe unb
auf ber Berftörungölraft ber großen Sprenglabung. Die ©irfung ber
©ranate 96 ift feßr bebeutenb gegen ©rbe, URauerwert, Drabtbinber«
niffe unb Beton, ©egen lefctered unb gegen Banger ift nur bon
mehreren Treffern binrei^enbe SBirfung gu erwarten. Die Splitter«
wirlung gegen lebenbe Biele ift gering, bod) ift ber morafifeße ©influß
einer plaßenben ©ranate überwältigend
Iler 21 cm=3Rörfer.
411
• Die Dreff äljigteit bed 21 cm Mrs. ift nach ber {Breite unb Sänge
noch beffer ald bei ber s. F. H. 02.
Die größte Schußweite beträgt etwa 8000 m.
Die F'uertätigteit.
$war ift ber Mrs., Wad feine Dedung gegen Sid)t anbelangt, in
ähnlicher SEßeife unabhängig bom ©elänbe Wie bie s. F. H., bodj macht
bie Schwere bed ©efchüfced unb befonberd bed Schießbebarfd bie Äuf«
ftetlung ber Mrs. {Batterie in ber ERähe guter Straßen wiinfchendwert.
Da bad ©efdjüfc ftetd auf einer Rettung unb hinter einer ®efdjüb«
becfung aufgefteUt wirb, fo erforbern biefe oorbereitenben Arbeiten eine
eingehenbere (Ertunbung unb längere ßeit; bie Feuereröffnung tann
erft nach ber $erftellung ber Satteriebedung unb ber {Bettungen er«
folgen, wad immerhin mehrere Stunben in Snfprwh nimmt.
Die ©eräte jum (Erfunben, {Beobachten, 3reftlegen ber Schuß«
richtung unb jur SBerbinbung ber {Beobachtungdftelle mit ber {Batterie
ftnb wie bei ber s. F. H. im {Beoba^tungdwagen untergebracht. Die
Feuerbereitfchaft ift burch (Einführung bed fRoljrwagenö, ber bad (Ein«
legen ber {Rohre in bie Lafetten binnen weniger SRinuten erlaubt,
gegen früher ganj wefentlidj gefteigert worben.
©in SteÜungdwechfel ber Mrs. {Batterie ift fchwierig unb jeit«
raubenb, wedhalb hier eine befonberd forgfältige (Ertunbung ber Feuer«
ftetlung unb ber änmarfchwege, namentlich wegen gefieberten fRa<hf<bubd
bed Schießbebarfd, geboten ift.
Die Mrs. {Batterie feftt fich jufammen aud:
1 ©eobachtungdwagen 4fpännig
4 ®W6<n I f j?*”’”9'"
| 4 Lafetten ß
8 Settungdwagen
1 93orratdwagen
Dffijier« unb SBorratdpferben
1 Sdjmiebewagen 1 4
1 Futterwagen /
1 fJadwagen f 2
1 Sebendmittelwagen J
Die {Batterie gliebert fich in:
SBettungdftaffei: {Beobadjtungdwagen unb 8 {Bettungdwagen (je
2 einen $ettungdjug bilbenb).
1025
1026
1027
1028
412 Stiftungen ber (jauptfWübfcn beutfäen ®ef<$ityt.
®ef chüfcftaf fei: 4 Safetten (je 2 einen Vafettenjug bilbenb), 1. bis
2. Sohrmagen (1. Sohrmagenjug),. 3. bis 4. Sohrwagen,
Vorrats tragen, ©ffijier« unb SorratSpferbe*) (2. Sohr«
Wagenjug).
©roße Sagage: ©chmiebe«, futter«, $ad> unb SebenSmittelwagen.
Der ©djießbebarf mirb in ber leichten SDlunitionSlolonne beS
SataiUonS mitgeführt, bie gewöhnlich ber legten Satterie unmittelbar
folgt. Die fernere (Ergänzung beS ©djießbebarfS erfolgt auS ben
4 SSunitionstolonnen beS Mrs. SataiUonS.
1029 Die euergefdjwinbigleit ifl verhältnismäßig groß, ba bie
Arbeit beS Vorbringens ber ©efchiifce burch Slntoenbung ber §emm»
feile WegfäUt.
Die Sebienung beS ferneren ©efdjüfceS unb beS fdjweren ®djieß«
bebarfS ftellt an bie SeiftungSfäßigfeit ber Satteriebefafeung recht h°he
Slnforberungen, jebodj ift ftetS auf bie URöglidjteit einer Sblöfung ju
regnen.
1030 Sei ber Selagerung ift bie fjfeuertätigfeit unb ^euerbereitf^aft ber
Mrs. bie gleiche wie im Stampf gegen ©perrbefeftigungen. Der Mrs.
ifl in ber SelagerungSartillerie vorläufig in geringer 3ah( vorljanben;
an feiner ©teile wirb ber ältere 21 cm«Sronjemörfer Vermenbet
Segterer ift auch ’n ^er ^eftungSartitlerie vertreten, mo er namentlich
in ber erften ©efchügaufftellung bie H. beim ©efchügtampf träftig
unterlägen tann. £>ierju Ijat er auch eine Sprenggranate.
Die Seweglidjteit.
1081 Die Seweglidjteit beS 21 cm Mrs. ift naturgemäß gering. Das
fernere ©ewidjt ber [amtlichen f^ahrjeuge einer Mrs. Satterie vermeifl
fie auf bie Senufeung guter VJege; ein Abbiegen Von legteren ifl nur
auf turje Streifen bei nicht ju ungünftigem Soben möglich.
Sisweilen muß bie ^ugtraft ber ferneren ißferbe burch SDlenf^en«
traft unterftiifct merben; eine Zuteilung von Infanterie ift jur $ilfe>
leiftung beim Überminben fchmieriger SBegeftellen unb gur ^jerftellung
ber ®efchühbecfungen meift erforberlich. (Eine Semegung im Drabe ifl
auSgefchtoffen.
*) ®er Satteriefüfjrer tann Dfftjief unb Sorratäpferbe jur Bettungiftaffei
vorjie^en.
Sie 10 ctn>Jtanone 04.
413
Sie (Einglieberung eines Mrs. Sataiüond (biefed hat jtoei Batterien)
in eine SDlarfchfolonne ift bemnadj nur gerechtfertigt, wenn ed fich ura
bie Betämpfung bon Sperrbefeftigungen hanbelt.
5. Sie 10 cm«Kanone 04.
Sie ift bad ^auptfäc^Iic^ftc fjflachbahngefchüfe ber Belagerungd« 1082
ariitterie, befonberd bagu beftimmt, mit feinem weitreichenben Schrapnell»
feuer ba eingufefcen, wo bie SBirtung ber fjelbtanone gu gering wirb,
alfo bon etwa 3500 m ab.
Sie 10 cm K. foll nicht nur bie «Stellungen bed Berteibigerd,
befonberd feine SlrtiHeriftellungen, unter fjeuer nehmen, fonbern namentlich
aud) bie Berbinbungen hinter ihnen beftreichen, ben WRunitiondnachfchub
unb Sblöfungen ftören, bad $eran!ommen bon Sieferben, Beobachtungen
and bem ^uftf^iff erfchweren.
Unter Umftänben tann bie 10 cm K. gur Berteibigung befeftigter
^elbfteOungen h^angegogen werben unb unter Sudnufcung ihred
©djrapnellfchuffed gute Sienfte leiflen (§. ©., 3- 637).
Sie Sreffähigteit ber 10 cm K. 04 ift herborragenb. 1088
Sie Schußleiftung.
Sie 10 cm K. Verfeuert Patronen; bad $auptgefcfjofj ift bad 1084
Schrapnell, etwa 18 kg fdjwer, gabung 2,45 R. P. 97.
infolge ber großen Ülnfangdgefdjwinbigteit, Querbichte unb Kugel»
gah< hat bad ©efchoß eine außerorbentli^e Siefenwirtung auch auf ben
größeren (Entfernungen. Sein Bg.«Schuß reicht bid über 8000 m.
Sie bünnwanbige, mit ftartem Kopf unb ftarter Sprenglabung ber«
fehene ©ranate 96 hat nur 2lg. unb ift in erfter Sinie gum Befcßießen
tviberftanbdfähiger, aufrechter 3iele beftimmt, wobei ihr bie auch auf
großen (Entfernungen gute Sreffähigteit, welche bie ber F. K. weit
übertrifft, guflatten fommt.
Sie Schußweite ber ©ranate beträgt über 10 000 m. 1085
Sie in ber f}eftungdartillerie borhanbenen 10 cm-Kanonen (bgl. 1088
3- 1043) haben auch eine bidwanbige ©ranate mit Sg. unb eine fehr
wirtungdbolle Kartätfdje.
Sie fjeuertätigleit.
Sie Aufgaben ber 10 cm K. 04 ermöglichen meift eine Sedung 1087
ber Batterie gegen Sicht burch 2lufftellung hinter bem Kamm bon
414 Tie getfhmgen ber bauptf&pCuMtat beutfehen Ocf^fife.
i
$öhen; eine Dedung gegen Flachfeuer burch eine ©ruftwehr ift er«
wünfeht. Die ©atterie hat einen ©eobachtungdwagen.
Die Feuergefchwinbigfeit ber K. ift infolge ber (Einrichtungen bed
©erfchluffed, ihred tfernrohrauffaheft, ihred Schießbebarfd unb ihrer
9lohrrüd(auflafette fehr bebeutenb.
Die ©eweglichfeit
1088 einer 10 cm K. ©atterie ift ber einer s. F. H. ©atterie gleich 3“ achten.
6. Die lange 15 em«Sauoue.
1089 Sie ift bad fdjwere $la«hbahngefchü$ ber ©elagerungdartitlerie.
3hre ©erwenbung unb Aufgaben entfprechen benen ber 10 cm K.
Die Schußteiftung.
1040 Die Ig. 15 cm K. ein Schrapnell (Sabung 4 kg, (Gewicht
41,2 kg), beffen Diefenwirhtng bie ber 10 cm K. auf ben größeren
(Entfernungen wegen ihrer größeren (Enbgefchwinbigteit unb feßwereren
FüUfugeln noch übertrifft; bie ©j.«Schußweite reicht bid 8200 m.
$hr* bidwanbige ©ranate hat infolge ihred großen ©ewichtd eine
bebeutenbe ©irfung gegen lebenbe unb gegen wiberftanbdfähige 3’ele>
ihre Schußweite reicht bid 10 000 m.
Die Dreffäßigfeit ift auch auf ben größeren (Entfernungen recht gut.
Die ^euertätigleit.
1041 hierfür gilt bad bei ber 10 cm K. ©efagte, nur ift bie fffeuer«
gefchwinbigleit bebeutenb geringer, ba bad ©efchüfc feinen Schnellabe«
verfchluß hat, fein Sdjießbebarf über bad Doppelte wiegt unb bad
©efchiifc auf bie ©enutytng einer ©ettung mit JRüdlaufbremfe ange»
wiefen ift.
Die ©eweglichfeit
1042 einer Ig. 15 cm K. ©atterie ift ber einer 21 cm Mrs. ©atterie gleich
ju achten.
Angaben über bie beutfchen ©efchüfce ber Selb* unb Sfufcartillerie. 415
$ie umflehenbe 3ufammenftellung enthält:
Sie Widjtigften Angaben filier bie bentf^en @ef$fi$e ber gelb«
«nb gngartifierie.
€d ftnb nur fo!c$e Angaben aufgenommen, bie fchon in beutfchen Büchern unb
3eitfchrtften veröffentlicht finb.
2>ie am meiften veralteten ©ejchüfce finb nic$t erwähnt.
Ablösungen.
Berwenbung:
F. = gelbartiüerie.
S. = Schwere Artillerie bed gelbheered.
B. = Belagerungdartillerie.
Fst. = geftungdartillerie.
Kst. = Äüftenartiflerie.
©efchoffe:
Gr. = (Granate.
Sehr. = Schrapnell.
Kt. = «artfttfehe.
P. Gr. = ^Julvergranate.
Patr. = Patrone.
Bohre:
M. = Mantelrohr.
Mr. = Mantelringrohr.
R. = SRingrohr.
St. = Stahlrohr.
B St. = Srongerohr mit Stahlfeele.
Gl. = ©leichlaufenbe 3üge.
Kl. = Äeiljüge.
Sabung:
R. P. = ftöhrenpulver.
G. Bl. P. = ^efchü^Slättchenpulver.
Gr.Bl.P. = ©robed Slättchenpulver.
W. P. = 2öürfelpulver.
Zus. = 3ufammengefe$te Sabung.
Serfchluft unb Siberung:
Fk. = Slachfeilverfchluft.
Rk. = ftunbteilverfchluft.
Sk. = Senkrechter JUilverfchluft.
Kh. = Äartufch hülfe.
Ldk. = Kupferner Siberungdring.
Löst. = Stählerner Siberungdring.
Brr. = Sroabtvellring.
416
3ttfamme«ße!taig ber wic|ttgftai Wwgrira Aber bie
Set roen* bung Äofrr e**
(abgefürjie e<bttibmetfe) Seiten ®unb= 1 ®e‘ Set’ ' - jfe »“B* W1*»B ®*“It 3»N me’tCT , m. 8. (gibo , würfel u*b em j kg nmg) t Ärt Gr. Sehr. (®e. 1 («e i4t) i wi4) kR । kg
3,7 enr Steno Iderfanone
(8,7 em Rev. K.)
Fst.
।
j 8e=
3,7 St*) 211 fern 6°») 12
P. Gr.
>)
(0,46)
5 ermÄanone
(5 em K.)
Jelbtanone 96 n/A.
(F. K. 96 n/A) f
9 cm^anone 73
(9 cm K. 73) -|< f
unb
9 em<£anone 73, 88
(9 em K. 73, 88) f
10 eiwäanone 049)
(10 cm K. 04) J
10 cnvßanone in Lafette
mit Jcberfpom
(10cm K. [i.L.m.F.]) -
10 cm’Jtanone
(10 cm K.) |
2ei<$te gelb^aubibe
(1. F. H.) l|l
____________O________
Schwere 12 cm-Äanone
(s. 12 cm K.)
Fst.
unb
Kst.
B.
unb
Fst.
B.
unb
Fst.
B. Fst.
unb
Kst.
63 i St») , 143 ' 8k.’)! 1» biä | 24
l 1 > i 5« ; gi.
I I I'
7,7 I M.
I
I
M |
10,5 M.
| Rk. 310 24
420 {“*•) Kl.
. ») 8K.®) 4-8°
1270
32G1.
P. Gr.
») I
(1*07) |
9cm7), 9 cm7)
Gr. Sehr.
88 91
(7,5) (7,5)
10cm8) 10cm5)
Gr 96 Sehr.
(18) I 96
: (17,9)
1270
10,5 M. 490 1 ; Fk (Kh.) • 32 Gl. F. H. Gr. 98 (15,7) F. H. Sehr. 98 (123)
12,03 1 B. St. 1 1300 Rk. (Ldk.) 1 ! 4° 30 Gl. 12cm7) Gr. 88 12cm7) Sehr. 80/92
beutföen (Bezüge ber gelb* unb gufjartillerte.
417
atf S^ufefciftung Be« jei<$« nung ber Stafette (ßte reicht) kg ®e= nridjt beSÖC’ föüfted (9iot)r unb Be« 1043
X $e-- »rt bei (Mo roidjt bei Sta- bung 9(nfang& gef djroinbig; feit 1 । ©röfete ©cbufjnjeite nung ber Scinert imgen
<w g oete Gr. Sehr, m 1 m Gr. « Sehr. 1 m m Kt. m Stafette) kg ?rofce
1 ! t») Iw. P.! 0,018 tf) I <*/«) : i p - 1 i i I 3000 । . 1 I 300 4) 3,7 em Kaa. L. J257p 468 • 9 5 Stabte in einem 93ünbel Bereinigt >) fitnUbraU. 8) Patrone. <) Ober in Stagerplatte mit ©t^iefeboef (156 kg). ft) ßernrofjr mit auf= geföraubtem SobenftflcL 6) ®ewiät& angabenf.gelb* artiaeriemate« rial 96 n/A. 7) Shifcetbem noch ältere ®e= fäoffe. •) Über Gesch. Bl. P. (untfl.) «) 3n Heftungen ftnb augerbem an 10 cm K. üor® banben: 2)ie 10cm K. in ©<birtm lafette; bie 10 em* Xurmfanone: bie oerftärfte 10 cm * Xurm* fanone; bie turje 10 cm*Xurm* fanone.
1 | W.P. t») ' (2x2 86) i X*/«) 0.110 467 । . ' 1 1 3000 i . i ! 400 5 cm P. L. (2240) 2883 5 em Pr.
B.P. 96 0,57 465 . ! 9(3. 8000 I »3. 5000 • F.L.6) 96n/ A. . 61 F.Pr. 96n/A.
em a. ,5) 8) Gesell. Bl.P. 08 i l i 0,64 । i 442 ' aj. 6600 • »J. 4600 I i 1 1 1 1 1 1 400 1 1 1 1 9emL. 73 (566) 9cm L. 73.88 (568) 1015 985 9 em Pr. 73
1 B.P. 97 1 s i i 1 2,45 1 s i 15) 1 586 j . 5 l . ! ' (»}•) 1 10300 8300 : 1 : i 9 S 1 . 10 cm L.04 ( • )21) 10 cm L.m.F. (1620) 10 cm L. (1360) • ») 2890 2640 10 em Pr. i
W.P. i (4x4 i xl) jfZuB.) | 037 1 10) 1 295 330 ;,o)19u. 1 5900 । 7000 |. 1 »»• i 1 । 6600 r I 1 _ F. H. L.98 (565) 1055 F. H. Pr. 98 l0) ©tärffte Sabung.
i 8) Gesch. Bl.P. 08 1 13 460 l ’ • , 7260 ! 6750 1 1 । i B. 12 cm L. (1000) 2300 12 cm Pr.
8 e 111 n, ®affenle$re. 2. UufL
27
418
äufammenfteOung ber roic^Hgften Angaben über bie
(Sefdjüfc 8er-
(Äbgefürjte ©d)reibroeife roen* £urdj*
unb Seiten) bung meffer j
em '
Stofjr
; öe» Bet» : 3“St Gr- Sehr.
TOÜ$t f$luft । ®taü» W («*» (@e
1 m. 8. (2toe» i turnte! unb
k8 tunfl)' Sri
u)
3<$n>ere Jelbfjaubifce 02 8. 14,97 M.
(•. F. H. 02) | B.
11) 21) |
Fk. 6-13°
(Seit»
melle)
Kh.
15 cm,
Gr. 04
(40)
15 cm
Gr. 96
(39,5)
@$roere geö^aubifce1*) (8. F. H.) Fst unb Kst.
Äuqe 15 cmr&anone Fst.
(kz. 15 cm K.)
Sange 15 cm» Kanone (1g. 15 cm K.) B. unb Fst.
15 cm»9üngfanone (15 cm R. K.) Fst. unb Kst.
Sange 15 cm»ftingfanone (lg. 15etn R.K.) Fst. unb Kst.
21 em*3ling!anone Kst.
(21 cm R. K.)
21 cm Dörfer (21 cm Mrs.) 8. unb B.
21 cm»®ronjemörfer14) (21 cm Br. Mrs.) B. Fst. unb Kst.
14,97 M. 1075 1 Fk. 4-12° 36
(Ldk.) 1 Gl.
14,91 B. St 1458 Fk. ' 4° , 24
i (Ldk.) | Kl.
_______________I I !
I
14,91 Mr. ! 3365 Rk. 3-7° 36
(Brr.) Gl.
i . '
14,91 •
Rr. 3115 Rk. 3* 24
(Brr.) . Kl.
; i
15 cm7)
Gr. 96
(39,5);
15cm7)iS’)
Gr. 881
(48<8) j (39,6
löcrn fe'
Gr. 88 “ST
15cmsT
Gr. 80
14,911
I
I
_ —I
20,93.
21,1
Rr.
Rr. j
4000 : Rk. 1 3’®
! (Brr.),
9950 i Rk. 1 2i®
। (Brr.) |
24
1 Kl.
15em 115 en
Gr. 80 Sehr.
(P.) 80/92
(27,5) | (39,6)
| 80
1 Kl
21cm 21cm7)
Gr. 80, Sehr.
(P.) 04
; • i [») 1
M. 3000 , Fl. <6»_12®l 64
(Brr.) | Gl.
20,93, B. 8t. 3079 ' Fl. |2-12° 80
1 (Ldst.) Gl.
21 cm7)
Gr. 96;
(119) .
*) :
21 em'
Gr. 96
(119)
21 cm
Gr. 88
unb 83
(833)
(U9)
beutfehen (SJefäüfce ber gelb» unb gufjartiHerie.
419
bebarf Kt. (®e> roidjt) kg Hrt ’ be« i Der £a= riet« | bung ScßuSleiftung Stufangö- gejdnvinbiß- (Größte (gcfjuB weite fett _ _ . "Gr? Schn Gr. Schn Kt? m in m mm $ei$s ttUHß ber Lafette (fte; ividHi kg lüic^t bc$ (Me; )d)Ü^C6 (91o()r unb Safette) kg jeidr nunq ber ^emerfungen
. 1 • W. P. . >‘) tlOx lOx IW i Zus. O|, W.P. 0,85 (2) —0,4 (Zus.) ’llj 10} W.P. Gr. 0,8 (2) Sehr (Zufi/i 0,65 ” 16)”" Gr. 4,0 BI. P. 03 10. »1)1 . , 7400 l . 326 ' 1 1 1 _ _ L »1 276 . | 6060 1 1 1 »T • ‘ | 231 237 , 4400 4250 1 < 1 1 ’ 495 | 500 .10000 f 8200 n i 1 । 8. F. H L 02 8. F. n.L. (969) Kz. 15cm L- (1315) Ig- 15 cm L. (26501 n) 2035 2773 6032 8. F. H, Pr, 02 ». F, H. Pn 15 cm Pr- 70 15ctn Pr. 81 ober 70 n) triebe <5d)ufttafel 91 r. 16 unb Sei^eft jum e$uBtafel? fammcfyeft. u} gürMüftenr arftUene in 21 cm Br- Mrs. Kst. L. 13) 3n gefluiv gen ift aujjcn bem bie löctn; Tiirmfyaubige oorbanben. HJ SnSefhirt: gen ift aufjer bem ber 21 cm Bn Mrs. (m. Üzdg. )mit Oberjünbung unbeine21cm: Xurmbaubi^e, in xüftem feftnngen ber ' 21emBnKsL Mrfl- (Sranjci Hüfte tv SRSrfcr) oor> fjanben. lÄ) 3lad) n Vöbclte Saures beno- ten 190L iß) Ober Gr.
i 1 1 Gr. ! 2,75 Bl. P, ! 03 I 1«) . Gr. 3,0 BL P 03 “mj- Gr. 8,3 BL P, 03 1 457 [ 403 7600 6900 L - p 473 420 7250 1 7000 . . 494 500 9100 7000 } _ _ 1 15cm Rn L 11910 15 cm Kst. L. (5345i 21 cm Rn Kst, L. 73 17650} 5025 7345 17600 - -—
1 1 i l W. P. >«. >») (12x i 3,1 12x2] —1,5 (Zqb.) w: p, _ (10x . ®) 10< 1 3.6 IW —1,6 (ZwJ, 2.410) ob« —0,8 W.P. ’ (2) HZtu.) 10, tl) 17 j 308 8000 1 1 1 1 1 ~ —r lüj 15) . 6200 1 . » . 290 4200 ) 214 i? 1 i 21 cm Mfb.L. (1820 18) 21 cm Br. Mrs.L. «) ^1920^ 4820 4999 21 cm JM TB. Pr. 15 cm Pn 81 Bl. P. (amgj. 17 j 6ie^c 19. röbem. i») ©ietje Sc^ufttafel 9in 20. >3ie^e 6(buMafe5 mrnindbeft «) Jtaqßföub lcitfaben6.27.
27*
420
ftberftt über bie Artillerie bet eutop&tf^en @rojmi$te.
IX. Überßdjt «ber bie Artillerie ber europäiftbe« 6ro|faräd)te.
(9(u£fd)lief;ti$ ©dfiffSgefchühe.>
I. Öftcrrcidpllngarn.
A. ^dbgefd?ü^e.
1. ©ie 8 cms5elbtauoue M/5. (<5ür bie fahrenben Batterien. )*;**)
Silb 269.
1044 a. DaS ©efchüfe. (©efamtgewicht ohne SRannfchaften 1800 kg,
mit TJannfchaften 2165 kg; abgeprofct 1010 kg.)
aj 8tohr. (Einfaches 9iohr auS Schmiebebronje; Durchmeffer 7,65 cm,
Sänge 30 Durchmeffer. Drei feitlidje Ingüffe mit hinten jur ®e«
feftigung ber ffführungSfchienen. hinten ftählerneS fRohrauge, nad?
unten reidjenb, jur SSerbinbung beS fRohreS mit ber Sremfe.
30 gleichlaufenbe -3üge non 45 bis 25 Durchmeffern.
ßum äbfdjlufj beS ÄeillocQö lintS angestaubtes Steiltor^füüftürf;
IRohrmetall lintS jum bequemen Saben Weggefchnitten.
SBagerechter <Sdjubturbel»Seilverf^luß mit SBieberfpannabjug,
felbfttätigem äuSwerfer, Sicherung gegen vorjeitigeS Sbfeuern fowie
Surbel« unb Slbjughebelfperre.
Öffnen unb Schließen gefdjteht burd? Surücf« unb 95orwärt$führen
ber Schubturbel, beren langer 2lrm einen nad) oben gerichteten §anb«
griff bilbet, währenb ber turje Sinn vermittels einer beweglichen ©leit«
batte, bie fich in e’ner bogenförmigen 9lut ber oberen Seilßädfe bewegt,
bie 95erfchiebung beS Seils in wagerechter ^Richtung bewirft.
DaS Slbfeuern gefchieht burch fRechtSjiehen beS an ber rechten
Seite beS Seils h^aueragenben SlbjugShebelS.
Die Sicherung gegen vorzeitiges äbfeuern wirb burch einen
febernben SicherungSbofjen bewirft, ber bei gefchloffenem Sßerfchluf; mit
feinem Sopf in eine fRafl an ber Unterfeite ber Schubturbel tritt unb
biefe baburch fefthält. ©eine Schließen beS SBerfchluffeS wirb ber
SicherungSboljen nach unten gebrücft unb tritt mit feinem unteren ®nbe
in eine ftlaft beS SlbjugShebelS, biefen fefthaltenb, fo bah nidjt eher
abgefeuert werben tann, bis er nach völligem Schließen beS 95er.
fchluffeS wieber burch fe>ne Seber gehoben wirb, ben SlbjugShebel frei«
macht unb mit feinem Sopf in bie 9laft ber Schubturbel tritt.
Der 9luSwerfer hüt bie übliche (Einrichtung.
*) §ür bie reitenben Batterien otjne unb mit einigen Sicherungen.
**) Betreibung unb Bilb nach „Sie neue 8 cnvgetbtanone M/5 £)fter«t«
Ungamä" »an 91. Jtüfjn. SBien 1907. 2. SB. Seibel unb Sohn.
Silb 269.
Tie 8 enwftelbtanone M/5.
Taä Stoljr (ei voUenbetem SRürflauf.
DfierretyUngarn.
422 fifterftyt über bie BniUerie ber europW^en
Tie fiurbel» unb 3bgughebe(fperre befteht auS einer brehbaren
‘Platte, bk beim Treten beS ©riffftüded um 90c bnrtb (Eintritt in
einen Siufchnitt ber ©chnbturbd unb Sortegen vor ben äbjugbebel
beibe Teile außer Xätigfeit fefet.
Safette. 8 cm»Safette M/5 für langen (Rohrrfidlauf: Ober»
unb Untertafette. Jeuer^ö^e 1,0 m.
Oberlafette, Möhre nad? bem (Efyrfyarbtfcfyen Serfahren gegogen,
oben mit gwei feitlicben f^ührungdleiften verfemen, vorn burd; Serfchüißtür
abgefdjloffen.
Sn Cberlafette linfd Sifiertonfole mit brebbarem Mrm, ber bad
Rom trägt, unb Suffafclonfofe mit fchrägftehenbem Suffafcgehäufe, ferner
©dfufeblech gum ©chufe bed Michttanonierd gegen bad gurüdgleitenbe
Mohr.
Unten Trehgapfen, vermittels beffen Oberlafette im Oberlafetten»
träger feitlich fdfwentbar ift.
Mohrbremfe mit grtbervorholvorrichtung unb Sorlaufbremfe in ber
äbli^en Slnorbnung. ©ewöhnlicher Mücflauf 1250 mm, größter 1310mm.
Unterlafette. SBänbe aud ©tahlbfech. Toppelfchraubenricht»
mafdfine, welche ben Oberlafettenträger unb mit ihm bad Mohr bewegt.
((Erhöhungen üon 4-18 W* — 7 */»0-)
$olfle, burcß bie Safettenwänbe geßenbe Schfe. Mäber mit Mab»
reifenbreinfe, bie von vom unb von hinten burch ©chraubenantrieb
betätigt werben tann.
Midftbaum mit fjfeberflinte. Sreiter ftlapp» unb fchmaler (Eidfporn.
Slchöfifee (nur für fahrenbe (Batterien), beren Mfidlehne burch ^en
©chilbmittelteil gebilbet wirb.
©dfufcfchilbe aus 4,5 mm ftarten Süraßftahf; fefter ÜRittelteil,
beweglicher Ober» unb Unterteil; an linfer ©eite bed (Mittelteils
Sifieröffnung. Seim fahren wirb ber Unterteil ho<hde3°9en un^ an
.fpaten aufgehängt; ber Oberteil wirb in aufgeflapptem guftanbe burch
einen fRiegelhatet feftgehalten.
Michtmittel. 8 cm M/5»®ef<bühauffah; freiSförmiger Sibellen«
auffafc mit (Einrichtung gum SluSfchaften bed fchiefen SRäberftanbeß.
(Einteilung in 300 ©trich (1 ©trich = 6400fie Teil von 360°) unb
(Entfernungsteilung bis 5800 m.
TaS ©efchühfernrohr, gum 9luffchieben auf ben äuffafc, ift ein
fogenannteS ?anoramafernrohr, vermittels beffen ^ilfSgiele im gangen
Umtreife angefdjnitten werben lönnen. 2(m fjernrohroberteil ©u<her«
vifier unb fRichtlreideinteilung von 6400 ©trich-
Öfterrei$:llngarn.
423
8 cm«9iidjtbogen M/5, ähnlich bem ber beutfehen 1. F. H. (3- 704).
Sinteilung big 5800 m unb 440 Strict). ©elänbewintelteilung. Der
9iicf)tbogen bient jum prüfen ber Sluffäfce, eg ift in ber ©atterie nur
einer vorhanben.
y) Vrofce.
Vrofcgeftell aug Stahlblechträgern. ^ebernber $rofch<denhebet,
aug jwei gleicfrlaiifenben Seiten beftehenb, bie vorn an ber Steife brefybar
befeftigt finb unb jwifdjen ben Hinteren @nben ben nad) aufwärtg
ettvag beweglichen ^Jro^aten aufne^men. Der ^ro^atenfyebel liegt in
ber -Kitte auf einer fjeberfäule, fo bafj ber ^Jro^alen abtvärtg gebriidt
werben tann, ohne baf bie Deidjfelfpihe babei gehoben wirb.
Vrofctaften aug Stahlblech, innen 12 ^ädjer jur Aufnahme von
Sdjiefbebarf, Sebengmitteln unb ßettaugrüjtungen. fjaffunggvermögen
33 Sd)uf.
3wei von ber Stdjfe nad) vorn taufenbe Sdjgmitnehmer, burdj bie
Sprengwage verbunben, tragen fjebertjiitfen, in benen bie .ßughaten
für bie ©rtfdjeite gelagert finb, um einen weichen Slnjug ber «Stangen*
pferbe ju ermöglichen.
b. Der Sdjiefjbebarf.
(Sinheitgpatronen. Keffingene S^artufc^^ülfe mit ßiinbfdjraube.
a) Schrapnell. Stählerneg ©obentammerfdjrapnell mit tupfernem
^ührungg* unb ßentrierbanb. 316 ^iilltugeln ju 9 g unb 16 jhtgeln
ju 13 g; Sprenglabung 85 g. Doppeljünber, ©j. big 6100 m.
©ewiefjt 6,68 kg.
ß) ©ranate. Stahlhülfe, Sprenglabung SImmonal. f^ührungg*
teile unb jünber wie beim Schrapnell.
y l Vabnng 0,53 kg Köhrenpulver.
c. Der ©atterie*Kunitiongwagen.
Vrope wie ©efchüpprope, f^affunggvermögen 30 Schuf.
^intenvagen. SBagenfaften mit jwei feitwärtg ju öffnenben Suren,
hat eine beffen -fjöhe etwag überragenbe ©orberwanb aug ^anjerblech,
Vorberer <S<f>ufcfd)i(b.
Der rüdwärtige «Sdjufefchilb ift mittetg Stornieren am SEßagen*
gefielt befeftigt unb wirb beim ©ebraudj nach unten gefloppt. ®r trägt
Vorrichtungen jur Unterbringung eineg Rarabinerg, jweier Patron»
tafc^en unb jweier Spaten.
d. ©lieberung ber ©atterie.
4 ©efchüge, 8 (? i Kunitiongwagen, 5 Verwaltunggfahrjeugc.
©efed)tgbatterie: 4 ©efchühe, 4 (?) Kunitiongwagen.
1045
104«
1047
424
fiterfü^C Aber Me MttiBerie bet europäif^ai 0a>$atb<bte.
1M6 e. Stiftung bed ©efdjfifced.
©rößte ©d)ußn>eite Bg. 6100 m, 8]. 6600 m.
Anfangdgefchnrinbigteit: 500 m.
IM* f. Beurteilung.
(Ein in feinen (Einrichtungen ben neuzeitlichen Anforberungen
burchaud entfpred)enbed, jebenfaQd auch feh* leiftnugdfähiged ©efd)üfc.
2 . Sie 10 eni‘3elbb«Mbihe M/99. (Jur fahrenbe Batterien.)
10M a. Sad ©efd)üfc. (öefamtgenridjt ohne SRannfchaften 1858 kg,
mit SRannfchaften 2223 kg, abgeprobt 997 kg.)
a> Stof)r. üDlautelrohr; Rernrofjr and ©d)miebebronze, ’Ulantel«
rohr and ©chatenbronze. Sänge 1,35 m, Surchmeffer 10,4 cm. $oljle
©chilbjapfen mit aufgezogenen Buchfen. ©ezogener ©efd)oßraum.
36 gleichlaufenbe ßüge, zunehmenber ftechtdbratl von 40 bid 20 Surch«
meffern. An linier ©eite bed Berfd)lußftüdd ift $ahnbogen ber Sticht’
mafchine befeftigt.
(Eygentrifcher ©chraubenoerfchluß mit ©pannabgug; bronzene
Berfchlugfchraube mit ftäf)lerner ©toßplatte. Öffnen burch ^urüdgiehen
ber Berfd)lußturbel unb Stehen ber Berfd)lußfd)raube burch einen
©riff. Audtoerfer ffir bie Rartufchhülfe.
SRidjtmittel. 10 ctn«Anffafc M/99 (fdfräg geftellt) an
linier ©eite in ©eßäufe mit Borrichtung gum ÜReffen bed fdjiefen
Siäberftanbed. ©eitenoerfchiebung nach beiben ©eiten 30 ©tricße, $ilfd>
fchieber für große ©eitenoerfchiebnngen (0 bid 250 ©triche). $inten
3 (Einteilungen für ©chrapnetld unb für ©ranaten in m unb eine ©tridj»
einteilung. ©chrapneUd bid 5500 m, ©ranaten bid 5700 m, ©tridje
bid 540. (©trief) = SDlaßeinfjeit zur BMnlelmeffung; 1 ©trief) =’/iooo
bed $albmefferd bed zugehörigen Rreidbogend = 3' 26,3"). Xrieb zum
feinen (Einftellen bed Auffafced. — Rom anf linier ©eite bed borberen
Rernrohred.
10 cm«)Richtbogen M/99, ähnlich bem ber beutfehen 1. F. H (Ein*
teilung bid 5000 m unb 400 ©tridj. Slonind geftattet Ablefen bid
l/i ©trief). Auf bem ©leitftüd ©elänbetoinlelteilung bon 80 bid 320
©trief), Shillpunft 200. 9lid)tbogen bleibt beim ©chießen am Sichre.
//) Safette. B?änbe aud Siicfelftahlbled), hinten gufammenlaufenb,
breited ©djioanzbledj. $ofjle, ftäfjlerne Adjfe geht burch bie Safetten«
mänbe. .ßahubogenricfjtmafchine mit ©d)necfenantrieb an linier Lafetten»
tvanb; Berbinbung znrifefjen ©ehneden« unb Iriebrab burch Sieibungd»
legel. Ad)dfifce. Siäber mit ©peid)enfd)uhen. ©eilbremfe (ähnlich
ÖfterreidpUngam.
425
ben beutf^en) ald (Jahrbremfe unb bet hartem Soben ald Sdjuhbremfe.
geberfporn, 9tficflauf 10 cm.
y) “ßrole. {Räber ohne Speichenfdjuhe. (Eiferned ^rofegeftell
mit beweglichem Srohhaten, Deidjfetftüfce, bie vom $rotytaften aud
bebient werben tann. fjefte $interbrade.
^rofctaften aud Stahlbledj. $m ^rofcfaften 21 Schuh (liegenb),
je 3 ©efdjoffe unb Startiifdjeu in ftahlblechernen, Ijeraudne^mbaren
SJiunitiondfaften.
b. Der Schiefjbebarf. 1®»1
a) 10 cm« Schrapnell M/99. Stählernes Sobentammerfchrapnetl
mit fupfernetn ^ührungS^ unb 3entrierungSbanb. 450 $artbleitugeln
ju 13 g. Sprenglabung 140 g Schwarjpulüer. ©ewicht 12,7 kg.
Doppeljünber mit 2 Safcflücfen. Sei Slartätfchftellung pla^t
©efdjoh 5 bid 10 m, bei „Sortempierung" 260 m vor ber 2J?ünbung.
Serfappung unb Xetnpierfcplüffel. „Dcmpierf^ale“, um ßünber burch
einen ÜRann (teilen ju fönnen.
ß) 10cm«®ranate M/99 aud Stahl, (©eftalt unb Rührung
tote beim Schrapnell.) Sprenglabung aud Sntntonal. - ©ewicht 14,3 kg.
©ranatjänber M/99 (Doppeljünber mit ßünblabung, fonft wie beim
Schrapnell) wirb ftetd in ‘'Profje auf Sortempierung geftellt.
y) 10 cm=S obenjünbergranate M/99, länger wie bie vorige,
mit fcharfer Spifce. Suffchlagjünber im eingefchraubten Soben bed
©efchoffed. 3mmonalfprenglabung gröber wie bei ber vorigen.
J) Sabung. G Seillartufchen (*/« mm M/99 Slättchenpulver)
in Seibenbeuteln in ftartufchhMfc mit .ßünbfchraubd.
©anje („Soll*") Sabung 0,310 kg, Seilabung 5 g Schwarjpulver.
c. Der SRunitiondwagen. 1052
Srofje wie ©efdjühprofce. £>interwagen mit <ßrofc!aften aud Stahl*
bte$, fafjt 30 Schuh in 10 Siunitiondtaften.
d. ©lieberung ber Satterie. 1053
6 ©efchüfce, 12 Wtunitiondwagen, 6 Serwaltungdfahrjeuge.
Die Satterie gliebert ftch in:
6 ©efchüfce mit je 3 ©ranaten unb 18 Schrapnetld = 126 Schuh
1. Staffel: 3 SDiun. Sßag. mit je 3 ®r. u. 48 « = 153 »
2 , (3 * * * 3 * * 48 * =1306 ,
[3 - * --33 * * 18 • =J
g t 13 » • «33 * • 18 * = 153 «
fl Sebendmittelwagen.
426
über bie Artillerie ber europäif<$en @rofcm&$ie.
©efechtötrain: 1 Steqnifitenwagen, 4 ©roviantwagen.
©agagetrain: 1 ©agagewagen
Jür ba« ®ef<hüfc = 123 Schuß (39 ©r. u. 84 ©djr.'i
Qn ber ©atterie = 738 • < 234 • - 504 • »
1464 e. Stiftung be« ©efdyüfee«.
©roßte Schußweite ©j. 5600, Hj. 6100 m.
Mnfang«gef<hwinbigteit (ganje Sabungi ©ranate 290, Schrapnell
305 m.
f£euergef<hwinbigteit 9 «Schuß in ber üRinute.
1055 f. ©eurteilung.
Da« ©efchüfc entfpricht in Aufbau unb Stiftungen ber beutfehen
I. F. H. — Die ©irfung be« ©ogenfdjuffe« beginnt bereit« bei 1800 m.
i©ei ber beutfdjen $aubifee bei 2100 m.) Da« Schrapnell »irb auch
im ©ogenfehuß verwenbet unb foU beim ©efd)ießen von „gut gebeetten"
Bielen ber ©ranate ©3. überlegen fein.
$ervorgel)oben Wirb bie feßr gute Dreffähigfeit.
105« 3. Die 7 cm«öebirg«tauone M/99.
Tas wirb in 3 Teile gerlegt, Stohr unb 2 Safettenteile auf Tragtiere
oerpaeft. (Tie ©atterie fcat 69 Tragtiere).
91 oh* (Mantelrohr) aud ©ronje. 6$entrif($er Schroubenoerfchlufe mit Spann*
abjufl.
Safette (2teilig) aud Stahlblech. Toppelfchraubenrichtmafchine. Hemmung
be« SRürflaufö burch geberfpom ober Jpemmfeile aud Stahlbroht mit geber^alen.
Schie&bcbarf. 7 cm-Schrapnell M/99, ftä^kmed ©obentammerförapneB
(216 ^artbleifugcln). Toppcljünber. 7 cm Öranate M/99. Sprenggranate au«
Stahl mit Toppeljünbcr.
Meffingene Äartufd)(jülfe (0,144 kg Vs mm M/93 ^föttdjenpufoer).
3ebe« ($ef$ü$ 36 (Granaten unb 44 Schrapnell«.
4 ®efchü$e. Slnfongdgefchwinbigfcit 304 m.
Schußweite, ©j. 4000m, Sty. 4800m.
Tie 7 cm--OJcbirgöfanonc M/63 unb bie 7 cm-0ebirg«!onone M/75
finb noch ald geftungdgefchüfce in ®ebirgdfcftungen oorhanben.
B. Sdiroere Artillerie bes ^elbfyeeres.
Die 15 em>©atteriehanbihc M/99.
1057 a. Da« ®efd)üg (©efamtgewidjt ohne Ttannf^aften [Sattel-
profce] 2960 kg, abgeprofct 2660 kg).
a) Stohr. Stahlbronje mit Seele au« ©chmiebebronje; 2,0 m
lang, Durdjmeffer 14,9 cm. 36 gleichlaufenbe Büge, junehmenber
Drall von 100 bi« 25 Durdjmeffern, gezogener ©efchoßraum. 8lm
• £>fterreidj=Ungarn. 427
Soben 2 $aten jum (Einhängen ber ©efchoßtrage, unten 2 Äloben für
ßahnbogen.
(Jrladjteilverfdjluß mit Sroabmellring.
91 idjtmi11el. 15 cm«©efchüfcauffafe M/99; einfacher Stab»
auffafe. (Einteilung (für „Sollabung") für (Efrafitgranaten unb
Schrapnells bis 4000 m, für ©ranaten M/86 bis 4500 m.
Rom an rechter fRohrfeite.
9 ibellenquabrant.
9?tcbtapparat M/99. Serbefferter fRichttreiS (jum Sluffefcen auf
Sobenftücf beS fRohreS), jum SReffen magerechter ©infel, (Einteilung
in 6280 Striä). $at am Diopterlineal auch eine (Einteilung mit
Schieber jum SReffen fentrechter ©infel. Libelle jum SSJagerec^tftelfen
beS ©erätS. Dient jum SReljmen ber Seitenrichtung, SReffen von
©elänbeminteln, Sprenghöhen, Seitenabweichungen, ^ielbreiten ufm.
(Der Satteriefüf/rer ^at einen folgen JRi^tapparat mit Fernrohr auf
Dreifußgeftell.)
ß) Lafette. 15 cm«Satterielafette M/99. ©änbe auS Stahl*
blech, gleichlaufenb.
ßahnbogenridjtmafchine mit boppeltem Vorgelege, burch $anb«
rab an rechter 9afettenmanb betätigt. Sadenbremfe jum fjeftftellen
ber ftichtmafchine nach genommener (Erhöhung, ßur (Entlüftung auf
bem SRarfch Slohifattel, auf bem fRohrbobenftüd ruht.
IRabreifenbremfe als Schuß* unb ^ahrbremfe, burch drehen
ber an Stirnfeite ber Lafette angebrachten SremSfurbel betätigt. ÜRab«
fchuh mit Sperrtette.
15 cm*9lichtfcbuber jum f^eftlegen ber Seitenrichtung. Sints
Vom äufliegepunft beS linfen fRabeS unb einer URarfe an linier Lafetten*
manb mirb je 1 „©eiferpflorf" eingefchlagen (ober auf ber Settung
eine „©eiferplatte" befeftigt). Vermittels beS „SRi^tfchuberS" (ein
auSjiehbareS Sineal mit Schieber [„©eiferring"] unb (Einteilung) mirb
ber Slbftanb beS SRabeS unb beS IfafettenfchmanjeS von ben ©eifer«
pflöcfen gemeffen unb baburch bie Seitenrid)tung feftgelegt. fRotmenbige
Sinterungen ber Seitenrichtung lönnen burch Serfchieben beS ©eifer*
ringeS genommen merben.
y) Vrotje. (Eifeme Sattelprofce.
b. Der Schießbebarf.
a) 15 cm*(Etrafitgranate M/99. Stahlgefdjoß mit maffiver
Spifce; abfehraubbarer Soben mit Slj. günber. Sprenglabung 7,3 kg
(Efrafit. 1 fupferneS f^ührungSbanb, ^entriermulft. ©emicht 38,75 kg.
1058
428
übet bie SlrtiUerie bet europäifchen ®roftmä<$te.
ß) 15 cm«Schrapnell M/80/93a. ©ußeiferneS Sobentammer«
fchrapnell; 380 SBeichbleitugeln ju 24,4 g. ©prenglabung 470 g
tvehrpulver, Doppeljünber M/93a; ©eroicht 36,9 kg.
y) Äartätfche M/99. Siichfe auS Tteffingbledj mit 612 $art»
bleitugetn ju 23,4 g; ©etoic^t 21,2 kg.
J) Sabung. 8 Xeiltartufchen. Sollabung 0,71 kg ’/r mm
^lätt^enpulüer M/93. Seilabung 20 g ©efchüfcpulver.
1059 c. ® ef chüfcunterlagen.
Sei trodenem, feflem Soben Ütotbettung M/94. 3 dtippen
{entrecht jur Schußrichtung als fßäberunterlage. $n meinem Soben
außerbem unter Vafettenfchtvanj in Schußrichtung 1 Stippe unb auf
biefe foroie Ijinter bie Staber Stoljrmatten. ©ettjidjt ber Settung 100 kg.
1060 d. ©lieberung ber Satterie.
4 15 cnvSatteriebaubifcen,
1 ®efdjüfc4Requifitentvagen,
16 WtunitionStvagen (Str. 1 bis 4,9 bis 12 Schrapnell»—bie anberen
©ranatmagen),
1 fRequifitenfoagen,
2 ‘Proüiauttoagen,
1 Sagagetvagen.
®e f eä) t 8 batterie.
4 15 cm<SatterieIjaubifee,
1 ©efcfjütj fRequifitentvagen,
8 ÜRunitionSroagen.
Die Schrapnelltvagen 1 bis 4 führen je 20 Schrapnells unb
4 ftartätfdjen, 9 bis 12 je 24 Schrapnells, bie ©ranatroagen je
16 (Sranaten. Summe: 128 (Granaten, 176 Schrapnells, 16 Star
tätfdjen = 320 Schuß. 3 Satterien bilben eine SelagerungS-
haubifcbivifion, ju ber noch 1 flJlunitionSpart unb 1 ©rfa^bepot
gehören.
1061 e. geiftung beS ©efdjüfce#. ©roßte Schußweite: (Granaten
5600 m. Schrapnells 5000 m, ftartätfdjen 500 m.
SlnfangSgefchtoinbigteit (Sollabungi: (Granaten 270, Schrapnells
277 m.
1062 f. Seurteilung.
DaS ©efchüh fleht in bejug auf &iftung unb Seiveglichteit hinter
ber alten beutfchen s. F. H. erheblich jurücf.
C. Überftdjt über bie 8elagerungsgefd?ütje.
® ef cßü g Koßr Saf ette Scßießbeb (Granaten* ®ui« arf») 9lün; bungd* feßroin* bigteit Gr. (Sehr.) m Scßußroeite
dureß; meffer cm 1 Slrt roießt kg Berfcßluß (SJe; roießt kg 5 euer-- W« m öröfjte ©r= ßöljung Äar* tät= Wen kg । Bufoer* labung (rang* f(ßwa<b) kg Gr. m Sehr. m
»er kg fit I kg 1 nelte kg
9 ciwftelbfanone M/75 in ber ßoßen Safette I 8,7 1 . 1 Staßb bronje 487 | SrUKßteil l Ober« 1 jänbung 840 । 1/9 ! 32° 1 _ 6,4 1 6,83| U)l 6/4 1 । 7,5 0,44«) 448 (444) 6450 3375
12 cimBelagerungö-Jtanonc M/80. (glacßf euergefcßüg) 12,0 i "etagi- I brotue mit • em- 1 1 ।17001 grladjteil M« t 4 19501) 1 L9 30° 16,7 1 ! n'5i 19,8 1 18,011,44) 516 j484)_ 8000 8000
15 cnvBelagerungä Kanone M/80. (Jlacßfeuergefcßüg) 14,9 gezogener (Seele oon i 4%ifl« I Bronje । 8200 Dlil Bentrab jünbung 2320>)j 1/9 28° 31,9 33,0»)! 36,9 _ ! 2,3<) 484 (454) 850018500 _l
18 cm-Belagerung§sßanone M/80.3) (Steilfeuergefcßüg) 18,0 | rote oben, ! aber ohne ein|ejoflene i 2030 j 2330»)| 1,9 r • 35° 1 1 56,4; 1 : 58,0 J 64,3 i-1 3,2<) 258 (243) 5100! _ J 4500 i
15 cnvBatterießaubige5) M/94 (M/99) 14,9 । roie 12 cm' Sei. «an. | 11901 17m (1470) i ~ £9«) (1,4) r 45°6) i(65°) 31,9 39,0^ 36,9 26,5 0,71*) 293 (277) 6200 '5000 I
15 cnvBelagerungö;9Jlörfer M/807) 14 o rote 18 cm 1 Sei. San. 625 1 SÄörferfcßleife M/80 565 | 0,8 65° 31,9 I XU 36,9 i - i 0,3754) "205 (194) 3500 3200
24 cm-Blörfer M/988) 24,0 j ©tagt (SRantel- robr) | 2162 Scßrauben 3504») 1,15 65° i -i 133,0 1 _ 1 1 1 2,0») 258 5800 i !
Öfterreicß«Ungam.
Bemerfungen. ') Safette mit 9lücflaufbremfe unb Borlauffeilen. — 3) Slußerbem 15 cm--6taßlgranaten, ©artgußgranaten unb
Branbgranaten M/80. — 3) Befonberd jum demolieren mittete inbireften ScßuffeS. ferner $auptgefcßüß für ben frontalen unb enfilierenben
Scßrapnellfcßuß gegen offene SBftHe. — 4) Stftrffte Sabung ^lättdjenpulver M/93, außerbem Heine Sabungen. — ö) $auptfampfgefcßüß für
ben geftungäfrieg jum Steilfeuer gegen $oßlbauten, inbireften Scßuß, Scßrapneüfeuer unb Öefcßüßfampf. — 6) Slußerbem ßat bie Batterie;
ßaubiße eine niebrige Safette, für roelcße bic in klammer gefegten Angaben gelten. — 7) 63 ift anjuneßmen, baß ber 15 cm^Bel. 9JL all*
mäßließ bureß bie löcm^Batt. fcaub. erfegt roirb. — ») daß ßtoßr rußt in einer SSiege mit glüffigfeitäbremfe unb Borßolfeber; 3loßr unb §5
Sßiege fönnen mit einer $roße faßrbar gemaeßt werben. Bettung unb Unterlafette bilben ein jroeiteä Jaßrjeug. — 9) 3Rit 1576 mm ®elete=
breite. 3Rit 1816 mm ©eletebreite 3536 kg. — 10) Sämtliche ©ranaten unb SeßrapneDte ßaben fupfeme Jüßrung unb Zentrierung. die
ScßrapneCte finb BobenfammerfcßrapneUd. — u) Staßlgranate. — «) Zplinberpuloer M/93 ober 1,6 kg 7 mnvöefcßügpulüer.
I
430
fifcrityt Ütt tüt XniKerie wr aanäftben QtafatUftt.
D. ^ejhin^sgefcbfitje.
1M4 8 cm«Safematten«ftanone M 94 unb 95 (ftartätfdtgefchnfce); 8 cm«
IRinimalfchartentanone unb 8 cm ^angerfanone M 94 (Schnellfeuer«
fanone); 12 cm«9Rinimalfchartenfanone M./96 unb M *0 'Jlachbahn»
gefdflifee in iJanjerbatterien unb Äafematten; 15 cm«^anjerbouhife in
9Jlinimalfchartenlafette; 9 cnvSWörfer M 80; 15 cm«9Rörfer M 80 unb
M/78; 15 cm«$an$ermörfer M/80 nnb M/78. 21 cm«9Rörfer M 80.
Hußerbem fahrbare 6 cm«$an;erfanone M/98, 6 cm«ftafematten«
Kanone M/99, fahrbare 7 cm«ftanone.
E Küftengefcbü^e.
1666 15 cnufttiftenfanone L/40 unb L/35 (L/ = Slohrlänge in Durch«
meffern), erftere Schnellabefanone, festere ältere« öronjegefchüh; 24 cm«
nnb 28 cm«ftfiftentanone L/22, 28 cm«Äüftentanone L'35 । alle brei
ftruppfche ©efdjühei; 21 cm«ftüftenmörfer M/73 (©ufjeifen).
II. Italien.
A. ^elbgefdjütje.
1. Die Jelbfanone 75 A*) (7,5 cm Stahlfanone; für bie fahrenben
leichten unb bie reitenben Batterien.)
1046 a. Da« ©efd)üfe (®efamtgetoicht ohne ÜRannfchaften 1726 kg [?],
mit [5] 2Rannf($aften 2101 kg [?], abgeprofct 1040 kg).
a) SRohr. (Einfache« ©ufjftahlrohr, Sänge 2,256 m, Durch«
meffer IJb cm. 30 Durchmeffer lang. 32 gleichlaufenbe Buge. ®lei<h«
förmiger SinUbrall bon 32 Durchmeffern Sänge.
©djraubenoerfchluf} in fdjmenfbarer SJerfdjlufjtür (jtoei Sabe«
griffe). Siberung burch fIRetalltartufche. Schlagfchlofj, SuSloerfer,
(Sicherung.
9lohr ruht mit ©chtlbjapfen im fRohrträger.
91 ichtmittel. 9ln linier Seite IRi^tbogenauffaV ohne Schräg«
ftetlung. Sluffafcftange unb $ü(fe im Suffafegehäufe. 21uf ben näheren
(Entfernungen wirb Stange in ber ^tülfe eingefteUt, auf »eiteren
$ti(fe bei herauägejogener Stange im äuffahgefjäufe. Stange hat
Stimme mit Seitenverfchiebung unb SibeUe. ®ntfernung«einteilung für
brei ®ef«hogarten, in ®rabe unb in */iooo be« 9labiu« ber Krümmung.
*) A «cciaio — Stahl.
Stalien.
431
2luf ®obenftücf be« SRohre« feftgefcf^raubtpv Sftdjttrei« mit abnehm«
barem Siopterlineal jum (Einrichten nad) iöatterierichttrei«.
fftidjtbogen mit 2D?eter» unb ©tridjteilung; ©elänbewintelteilung.
ß) Safette. 2lu« Slicfelftahl, trogförmig geftaltet. Safettenlaßen,
jWei Startätfdjfutterale. Sldjfe geht burd) bie Safettenwänbe. Sldjöfibe,
$öhen' unb ©eitenridjtmafdjine. Sefttere geftattet eine feitlidje ^Bewegung
be« Sichre« um 3° recht« unb lint«.
SDlarfdj« unb ©eilbremfe; lefctere al« ©djufjbremfe bei gewöhnlichem
treuer; beibe benufcen benfelben 8rem«bal!en. 3?iir SOlarfdjbremfe
Sturbel, ©eilbremfe felbfttätig.
fjeberfporn um Soljen brehbar bei Schnellfeuer; beim Slidjtgebraudj
mit ©djneibe nad; vorn in Stetten aufgehängt.
Siücflauf mit ©eilbremfe 1,6 m, mit fjeberfporn einige Zentimeter.
/) ^rofte. Ser ben ^ro^aten tragenbe “ßroparm ift mit ber
Steife burdj ein (Selent Verbunben, fo bag er fidj (entrecht unb feitlich
bewegen tann. $ro$taften mit abwärt« ju öffnenber Siir; ©efdjog*
laßen au« Slluminium, Raffung« Vermög en 32 ©djug.
b. Ser ©djiegbebarf. 1067
a) Schrapnell ©tählerne«33obentamnterfdjrapnell mit tupfernem
Rührung«» unb ßentrierbanb. 180 $artbleitugeln von 10 g unb
127 $artbleitugeln von llgSdjtoere. ©prenglabung 100g. Aluminium«
boppeljiinber M/1900 mit 2 ©apftücfen, 20 ©etunben IBrennjeit, reicht
bi« 5600 m. Sänge 3,83 Surdjmeffer, ©ewicht 6,7 kg. ©elbfttätiger
©teüfchlüffel.
ß) Stählerne ©ranate, Rührung tvie beim ©djrapnell, (Seividjt
6,05 kg, ©prenglabung 0,586 kg ©alliftit, nur äuffdjlagjiinber.
y) Slartätfdje. Zinfljfitfe mit lupferaem Rührung«» unb 3entr'er“
banb. 296 fedj«feitig pri«matif^e f^iiUßfide au« Hartblei, in ^arj
gelagert, je 22 g fchtver. ©etvicht 7,14 kg.
d) Sabung. 0,436 kg fjilit in WletaUtartufche (Patronen).
c. Ser 2Kunition«ivagen. 1068
ißrotje mie ©efdjiih- SWunition«taften au« ©ifenblech- hinter«
Wagen hat jwei ben ißrohtaften entfprechenbe Staften. f£affung«vermögen
im ganjen 96 ©djuß.
d. ©lieberung ber ^Batterie. 1069
6 (Sefdjiifee, 10 2Runition«wagen, 3 äknvaltungöfahrjeuge.
®ef edjt«batter ie:
6 ©efdjiifee, 3 3Runition«wagen.
432 Überft<$t über bie Artillerie ber europäifc^en @rogmft<bte.
S d) i efjbeto arf:
$n bet ®efd)ü(jpro(}e ... 32 Sd)uß.
• Sßagenprofce .... 32 •
$m 9Runitiondhintertoagen . . 64
än ben Lafetten .... 2 «
tfiir bad ©efd)üh...................194 Sd)uß.
$n ber Batterie...................1164 •
1070 e. Seiftung bed ©efchüfced.
Slnfangdgefchioinbigteit Schrapnell 480 m, ©ranate 493 m.
©roßte Sd;ußioeite Söj. 5600, SIj. 7000 m.
^euergefchtoinbigteit (mit Sporn) 8 Schuß in ber SRinute.
1071 f. Beurteilung.
©ad ©efd)üfc foll rec£>t gute Schußleiftungen haben, ift jebod)
giemlid) fehler. Sein ©rfafc burch ein fRohrrüdlaufgefd)üfc fteht bevor.
Über biefed ©efdjüfc, eine Rruppfche Äanone, an ber in Italien
noch einige ben Bebiirfniffen bed Sanbed entfpredjenbe Anbetungen
angebracht merben, finb bidljer folgenbe Angaben befannt:
2. ©ie Jelbfauone 1906. (fjrür bie fahrenben Batterien.)
1072 a. ©ad ©efd)üfc. (©efamtgetoicht ohne SRannfchaften 1700 kg,
mit [5] URannfchaften 2075 kg; abgepro^t 1010 kg.)
a) Slohr. ©ufjftahlmantelrohr; ©urdjmeffer 1,5 cm.
ß) Safette. ©rogförmige Unterlafette. Oberlafette mit^lüffigteitd«
bremfe unb Borholfebern. Schupf chilbe (4 mm). JRohrrücflauf 1440mm.
Umlegbarer Sporn, JRabreifenbremfe. fjfeuerhöhe 900 mm. Unab»
hängige Bifierlinie. $anorama«9ernrohrauffafc. ©oniometer.
y) 30 Sd)uß; ©etoicht 690 kg.
1073 b. ©er Sdjießbebarf.
Schrapnell: 6,5 kg; 360 Sugeln gu 9 g.
©ranate: 6,5 kg.
ffiinheitdpatrone.
1074 c. ©er üttunitiondioagen.
©efamtgetoicht mit (3) Btann 1975 kg, ohne SDlannfchaften 1750 kg.
^intertvagen 64 Schuf), gufammen 94 Schuß.
1075 d. ©lieberung ber Batterie.
4 ©efd)iifee, 12 URunitiondioagen.
Schußgahl: 1248, für 1 ©efchüfc 312 Schuß.
1076 e. Seiftung bed ©efdjüfeed.
Hnfangdgefchwinbigfeit 510 m.
©rößte S^ußtoeite: 83. 6400 m, Bj. 6000 m.
Statten.
433
3. Sie 7 cm*ftanone M/77/84 (©ebirgSgefdjüfc). 1077
$ad (3ef$ü$ ifl gum ßetlegen unb 9erpacfen auf Xragtiere unb galten mit
©abelbeidjfel eingerichtet.
Rohr aud $artbronge mit 9Ia$leifoerf4lu&.
(Staotyt bed ®ef$ü$ed 248 kg.
©«hiefebebarf: 9obenfammerfchrapneIId, SRinggranaten unb Äartätfdjen.
Sabung 0,105 kg Sittt. 6 ®ef#ü$e. 780 ©dH-
©röfete ©d^u&weite: ©chrapnelld 9g. 2600 m, Granaten 3800 m.
biefed ©efchüfc foH burdj bie ©ebirgdtanone 70A (7 cm=©ta§lfanone) erfefct
werben.
hierüber finb folgenbe Angaben befannt:
4. Sie (Sfefcirgtfanone 70 A. 1078
SRaffroed Riefel ft ahlro$r; gleichförmiger ®raU. ßentraler ©djrauben«
oerfchlufe mit ©c&lofc. $ülfenliberung. Rohrgewicht 100 kg (1 Xraglaft).
SroeiteiligeSBonblofette. (©rhöhungdgrenjen: 4-21° bid —12°). ©jgentrifdje
SRabreifenbarfenbremfe. ®eroicht 287 kg (3 Xraglaften).
9obentammerfchrapnell 4,9 kg, 200 Äugeln gu 12g, ©prenglabung 83 g.
©prenggranate 4,84 kg, ©prenglabung 300 g.
SReffingpatrone Sabung 172 g.
Slnfangdgefdjwinbigfeit: ©djrapnelld 850 m, Granate 355 m.
©röfete ©djuftweite: 9g. 5000 m, 9lg. 6630 m.
6 ©efdjüfce. (6 Rohrs 18 SafettemXragtiere.)
30 9Runitiond*Xragetiere.
5. Sie 4,2 em«ftanone 9Rapm>9lorbeufelt (©ebirgdgefchüfc). 107»
©djnellfeuerfanone. © t a h l r o h r mit RorbenfelMteiloerf djluf;. ßune^menber
2)raH. Sluffafc fdjrftg geftellt. ©eroicht bed ©efchüfced 306 kg.
$öhem unb ©eitenridjtmafdjine. ©tarier ©potn unb Älemmbremfe an ben
Stabern.
Patrone. Eoppelwanbgranate unb &artfttfc$e. Sabung 0,81 kg Silit.
B. Seltnere 2Irtitterie bes ^dbfyeeres.
(Eine eigentli^e ©(^mere Artillerie bed ^elb^eered ift in Qtalien 1080
ni$t öor^anben, jeboc^ befielen f$on im ^rieben an brei Orten
fogtnannte „23orpartd", bie, mit $Magerungdgefd)iifeen (149mm<$anone
unb 210 min.^aubi^en) ausgerüstet, an beren «Stelle treten.
IBei ben genannten ©efdjü^en mirb ein iRabgürtel toermenbet, um
ben Stöbern eine größere Auflage ju geben unb Ijierburd) bad Spießen
oßne Settung unb bad ^afjren auf fdjletyen SBegen ju ermöglichen.
Der Stöbgfirtel befteßt aud h^Uentenz gelentartig miteinanber
»erbunbenen glatten, bie ben Stöbreifen umgeben. Hemmung bed
StöcHaufd burch ^emmteile unb einen (Schleifblod mit puffern, auf
bem ber Safettenf^Wanj ruht.
Übrige (Einrichtung ber ®ef<hü^e unter C.
Seitin, SBaffenle^«. 2. «ufL 28
C. Uberficbt über bie Belagerung^ unb ^ungsgefd}fl^e.
«0 Schießt ebar f«)
<9 e f d) ü $ Turth: meffer Aufbau ®es wicht Beschluß $uloer: granate (Wubeifer.) ^anjer granate («tabl ohne Binbtr) Torpebo; granate Atange etaty. granate?) Schrapp nell«) k8ufctiftn'' Kar« tätfche $uloer labung (gröfctt) Änfangi« gefcbwinbtg> feit Schußweite
cm kg . kg kg kg kg kg kg m m
87 mrn A1) Kanone 8,7 Stingrohr 492 ftunbfeil 6,79 — — 6,92 7JL 0,57 Gr. 455 Sehr. 457 Gr. 4500 (1) Sehr 3000 tf)
120 mm A1) Kanone 12,0 iRingrohr 1420 Schrauben 16,5 — i 17,2 16,3 4,2«) Gr. 482 Sehr. 479 Gr. 7700 Sehr. (Bi) 6700
149 mm G11 Kanone 14,9 Öußeifen mit Stahl* ringen 3300 Schrauben 30,4 39,4 — 34,9 29,7 Gr. 9,0 Sehr. 7,5 Gr. 520 Sehr. 445 Gr. 9000 Sehr. 7000 (Y)
149 mm A1/ Kanone 14,9 : । ®ußftahl>' ftingrohr 3700 Schrauben • i • ! • । • •
149 mm* .fcaubiße 14,9 tyußeifen mit Stahl* ringen I 1442 Schrauben 30,4 — 44,5 34,9 I 29,7 1,6 Gr.’260 Sehr. 248 Gr. 5000 Torp.Gr.8200 Sehr. 4800
Gr. 265 Gr. 5600
210 mm- fcaubiße8) 21,0 ßußeifen mit Stahl- ringen 3111 Schrauben 79,1 1 i Sange: 168,79 Kurse: 95,9 i.- 95,9 — 6,5 Lg. Torp. Gr. 218 Ks.Torp. Gr. 277 Ki. Torp. Gr. 6000
$art« bronse Sehr. 226 Sehr. 4400
87 mnvSRörfer 8,7 103 glachteil 6,8 8,8 6,9 0,3 Gr. 186 Sehr. 184 Gr. 2850 Sehr. 2700
149 mm^örfer 14,9 ®ta$l 365 glachteil 30,4 — 44,5 84,9 — 1,4 Gr. 202 Sehr. 184 Gr. 3850 Sehr. 2900
210 mm’Wrfer 21,0 ®u6ftaf)l> Singroljr 2095 Strauben 79,1 i Kurse: 95,9 95,9 — Gr. 7,0 Sehr. 5,7 Gr. 294 Torp. Gr. 268 Sehr. 207 Gr. 6700 Torp.Gr.5800 Sehr. 8700
240 mmSWörfer 24,0 eta^T 1750 gMfcii“ — I — i — 121,7») — — i 5,6 216 4100
Bewertungen: >) A = acciaio = Stahl, G = ghisa = (Sufjeifen. — >) Äußerbem Meine Sabungen. — s) Vfußerbem
21 cm’Seftungtyaubtye. — *) Sprenglabung: Stoffe SchieferooHe. — 5) SWinengranate. Sprenglabung: Slaffe Schießwolle. — 6) Rührung
unb Bentrierung bei allen (Granaten unb Scßrapnelld burch Kupferringe. — 7) Sine Schrapnells finb e(ferne Bobentommerfchtapnelld.
ftberfuht üfa ** XxtiSene ber empäföai
$rantrei<h.
435
D. Küftengefcfyütje.
(Ed ftnb vorhanben: Rur je unb lange 24 cm «Ran on en, 32 cm«, 1082
40 cm« unb 45 cm»Ranonen, 24 cm« unb 28 cm«$aubifeen.
III. ^ranfreid).
A.
1. Sie 75 mm-Rauone M/97.*) (fjür alle fahrenben Satterien unb
bie reitenben ^Batterien ber RorpdartiUerie.)
a. Dad ©efdjüfc. (©efamtgetoicht ohne SRannfchaften 1885 kg, 1088
mit SDlannfchaften [3] 2115 kg, abgeprofct 1135 kg.) (Silb 270.)
a) JRohr. Stclfr aud 9?i<felgufjftahl (Sänge 2,475 m [?]',
hinten mit SRantel, in ber SRitte mit mehreren fRingen umgeben. 9ln
Plantet unb fRingen vorftehenbe Seiften jur Rührung bed fRohred in
ber SBiege. Porn, unterhalb ber SRfinbung, Sfnfafc, beffen fRoUen' bie
Rührung ber SRünbung in ber ®leitbahn ber SEßiege übernehmen, hinten
am Plantet ein %tfafc, burch ben bad fRohr mit ben Rolben ber Premfe
unb bed Porbringerd verbunben ift.
©leichlaufenbe güge mit junehmenbem Drall.
Perfchlufj. (E?jentrtfcher Schraubenverf$lufj mit SBieberfpann«
abjug von fRorbenfelt Drehung ber Rurbel um 180° öffnet ben Ser«
fdjlufi, Wobei Schlagbolzen gefpannt, leere patronenhülfe audgeworfen
wirb.
Sbfeuern burch turje, am Perfchlufj hängenbe Slbjugdfchnur.
Sicherungdvorridjtung gegen Slbfeuem vor völligem Schließen bed
Serfchlitffed unb gegen unbeabfichtigted Öffnen beim fahren.
Äichtmittel. 3um prüfen ber ßielauffaffung Pifier unb Rom
auf ber SRitte bed ÜRanteld.
©ptifched Pifier auf toagerechtem Sßinlelmeffer, ber eine Drehung
um eine {entrechte Schfe geftattet. SBiU man nach ^ilfdjiel richten,
fo Wirb ber Sßintel jtoifchen ber {Richtung nach bem ßiel unb bem
$ilfdjiel auf einer unter bem Sßintelmeffer befinblichen treidförmigen
Platte mit (Einteilung abgelefen.
SibeUe gum SReffen bed ©elänbetoinleld.
ß) Safette. ©eprefjte ©tahlblechtoänbe. Die Safettenftirn befteht
aud einem ©tahlftüd, bad beim Nehmen ber feinen ©eitenrichtung auf
ber Slchfe gleitet. Safettenfchtoanj mit feftem Spaten. &uf beiben
*) 8ef$reibung unb Silber aud „2)ie franjbfifc^e gelbartillerie" von General*
leutnant Stöhne. Serien 1902. G. S. mittler & Sohn.
28*
436 ftbetftgt üb« bie Artillerie b« europäifgen @ro&mä$te.
(Seiten ber Safette Sifee, lintS für ben IRidjtfanonier, rechts für ben
abfeuernben Sanonier.
8?o^r toirb mit feinen
f^uljrungSleiften in ent«
fpredjenben 9?uten ber
SBiege geführt. Triefe
ift burdj Sdjilbjäpfen
breljbar mit ben Sa*
fettentoänben verbunben.
Unten an ber Sßiege
breiJRöljren. SinteSlöIjre
gewöhnliche f^föffigfeitS«
bremfe, mittlere Slöljre
©rudluftbeljälter, rechte
fRöljre SB erbringet, ©eint
Sdjuß mirb ber Stfid«
lauf burdj bie fjlüffig«
teitöbremfe in betannter
SBeife gehemmt, im SJor«
bringet preßt ein Selben
bie in iljm befinblidje
T)rudluft in ben mitt«
(eren T)rudluftbehälter
unb verbietet fte fo, baß
fie nadj Seenbigung beS
iRüdlaufeS, beffen ®röße
etwa 1,10 m betragen
foll, burdj ihren ©egen«
brud ben Selben mit
bem Sichre Wieber oor«
brödt.
Stuf ber «chfe Stahl«
fdjilbe oon etwa 1,4 m
$ö1je (Störte meift auf
5 mm angegeben), bie
gegen ®eweljrfeuer oon
400 m ab unb gegen
Sdjrapnelltugeln fdjiifeen. Unter ber Slchfe befinblidjer Teil ber ©djilbe
jum .gjodjllappen beim ffraljren eingerichtet. 2lm rechten Sdjilb Seber«
beutel ffir ©efchüfejubehör.
granfreic^.
437
an
linier ßafettenfeite. Dad Drehen biefe«
$öhenrichtmafchine befteht aud .ßahnbogen mit SJlutter, in ber
fich bie mit ber ffiiege toerbunbene Sti$tf$raube bewegt, gahnbogen
trögt ferner {entrechten Slrm mit Vifterborrichtung. ^Bewegung burch
Sdjnecfentrieb mit^anbrab
Stabes bewegt gleichzeitig
Slohr unb Vifierlinie. Sin
rechter Safettenfeite ange»
brachtet ^anbrab bemirtt
eine Vewegung ber SBiege
mit Slohr, alfo unabhängig
bon ber ^Bewegung ber
Vifterborrichtung. Qtft bad
©efdftife eingerichtet, fo ift
bei einer änberung ber Gr«
höhung nur eine Drehung
bed rechten Surbelrabed
nötig, bie Vifierlinie bleibt
babei auf bad ßiel gerichtet.
(Unabhängige Vifierlinie.)
ädjfe W «Schrauben*
Zahnung, in welche bie
@$necfe ber Safettenftirn
eingreift, Schnede wirb
burch $anbrab auf linter
Safettenfeite bewegt, (©ei«
tenrichtmafchine.) tpierburd)
Drehung ber ganzen Stafette
um ben feften «Spaten am
ßafettenfchwanz jum Sieh«
men ber feinen Seiten«
richtung möglich, etwa 3°
nach rechtd unb lintd. Da«
burch Wirb bermieben, bah
bad Slohr mit feiner Sängd«
achfe fertig zur SDlittellinie
ber Safette fteht.
^öljerne Stöber mit 14 (Speichen unb SJletaßnabe.
Sin ber gafette jroei ^emmfdfuhe, auf benen bie
@djufj flehen. Die $emmf$u!?e haben innen einen erhöhten Slanb,
an ber Unterfeite in ber mittleren Sängdrichtung eine Styteibe, bie
Stöber beim
438
ü6er bie SUtiCerie bet europätföen
bad feitliche fRutfdjen ber Stöber Derfyinbert. Die $emmf$ulje finb
burd? eine Cuerftange berbunben, bie ihrerfeitd wieber burch gwei Qug»
ftangen an ber Safette brehbar befeftigt ift.
Seim fahren werben bie fpenunfchuhe mit Duerftangen h0^*
gejogen unb bilben fo bie Qahrbremfe.
Sßenn feine ßeit üorhanben ift, tann bad ®efd)üh aud) ohne bie
^emmfdjulje feuern.
y) $rofce. (@etbid)t ber felbmäfjig belabenen "profte 750 kg.)
Stuf bem ^rofcfaften 3 Sanoniere. $rogtaften reicht mit feinem Soben
bid unter ^öhe ber Sdjfe, tyierburd) tiefere Schwerpunttdlage unb SRaum
für bie langen Patronen, bte im $rofctaften ftehenb, Spifce nad) unten,
untergebracht finb. Derfel bed $ro$taftend wirb nad) oben geöffnet,
Qnhalt 24 Schuf?.
Der $rofclaften hat hinten in ber SOtitte einen 3ludf$nitt, in bem
ber ^rofchalen angebracht ift.
1084 b. Der Schiefjbebarf. (Patronen.)
a) Schrapnell. Stählernes Sobenlammerfchrapnell mit lupfernem
giihrungdring unb borberer .ßentrierwulft.
300 £>artblei!ugeln, je 12 g fdjwer. ©ewidjt 7,24 kg. Spreng«
labuhg 130 g (?).
Doppelgiinber, Sj. bon 200 bid 5500 m. Dad Stellen bed
Qünberd erfolgt bermitteld einer am Wiunitiondhinterwagen angebrachten
ßfinberftellmafchine.
ß) Sprenggranate. Stahlgranate. Rührung unb (Sewicht wie
beim Schrapnell. Sprenglabung SDlelinit. Sluffchlagjiinber.
y) Sabung. WietaUpatrone mit 0,7 kg BSP (Sdjiefjroollpulöer).
1085 c. Der SDRunitiondwagen (Silb 272).
(®ewicht 1950 kg, mit [3] Sebienungdmannf^aften 2175 kg,
mit boller SluSrüftung 2275 kg.)
^Jrofce wie ©efchufc. 9ldjfe bed $interwagend geht burch ben
Saften hinburdj. Dragebäume haben ba, wo fie an ben Saften ftofjen,
ein ®elent. Seim Sbprofeen wirb ber Sßagenlaften in bie $ölje ge-
hoben, fo bafj bie $rofcöfe ber Xragbäume auf bem Soben ruht unb
ber aud einer Stahlplatte beftehenbe Soben bed Saftend feinbwärtd
geigt unb hinten auf ben Stilen ruht.
Qm Qkfecht fteht ber Wtunitiondhinterwagen bi$t neben bem
®efchüh- Öffnet man bie aud Stahlplatten beftehenben Oren, fo
ift bie hinter bem Saften tnieenbe Sebienung burch ^en ftählernen
Saftenboben unb bie Suren gegen Qnfanterie« unb Schrapnellfeuer gebecft.
§tanttei<$.
489
Naä) bem Öffnen bet ©iiren mirb bie günberftettmafdpne herunter-
geflappt. ©ie bat eine (Einteilung bon 200 bid 5500 m. ßum ^)öber«
ober ©iefertegen bed ©prengpunfted (Verfingen ober Verlängern ber
Srennbauer) bat fie einen ©cbieber; ein ©eilftrid) bed ©dfieberd Verlegt
ben ©prengpunft um etwa ’/iooo ber (Entfernung nach ber $öbe.
Silb 272.
äRunitiondlitntetmagen in bet fjeuetftellung.
^affungdoermögen bed $intertoagend 72 ©djufj, mit ^ro^e
96 ©<bu£.
< 1. ©lieberung ber Satterie. 1086
fVabrenbe Satterie: 4 ©efcbüfce,*) 12 SWunitiondroagen, 6 53er*
toaltungdfabrjeuge.
®efe<btd»Satterie: 4 ©efdjüfce, 6 SO?unitiond»agen.
©ie Satterie mirb in 4 ©eftionen unb 9 ^üge eingeteilt.
3ug 1 bid 4 (1. unb 2. ©eftion) je 1 ©eftbiife unb 1 Viunitiond«
wagen.
• 5 unb 6 (3. ©eftion) 2 bjm. 3 SRunitiondtoagen.
• 7 1 , 3 SDtunitiondwagen.
» 8 unb 9l ' Serwaltungdfabrjeuge.
©«biefjbebarf in ber Satterie 1248 ©djufj, für bad (Sefcbüfc
312 ©tbuB- (©arunter 36 ©ranaten [?].)
*1 (Die Gr^ung bet Gef^üjja^l auf 6 fall geplant fein.
440
Aber bie Artillerie ber europiifäen Orogm&c^te.
1087 e. Seiftung beO ©efchüfeeö.
ÜJlünbungögefchtvinbigleit 530 m.
®rößte Schußweite: Schrapnell ®j. 5500 m; 3lj. 8500 m.
^euergefdjwinbigteit: 20 Schuß in bet ÜJlinute.
1088 f- Beurteilung.
SNoberne^ SdjneUfeuergefchüfc bon großer balliftifcher Seiftung, über
bie inbeS Einjelljeiten nicht befannt finb.
Der ^auptborjug beö ®ef<püpeg beruht in feiner Stanbfeftigteit
beim Schießen, ^ierburdj ip nicht nur eine fehr hohe tJeuergefchwinbigteit
erreicht (ein Nachrichten ift bei bem völligen f^eftftehen beö ©efchüfeeö
nicht notwenbig), fonbern ei lönnen auch Schufcfchilbe angebracht
werben, welche bie wichtigsten BebienungOnummern völlig gegen
Scprapnelltugeln unb bon 400 m ab gegen Qnfanteriegef«hoffe beden.
Daß biefe beiben Kanoniere beim Schießen auf ihren Sifcen an ber
Safette bleiben, bebeutet eine große Erleichterung.
Nachteile: Beweglichfeit ju gering; eS wiegt in ber ^euerftellung
1135 kg. Da« Stellen ber Näber auf $emmfchuhe ift jeitraubenb,
e« foll 2 SNinuten bauern, bi« ber erfte Schuß abgefeuert werben tann,
unb erfchwert ben ßielwechfel. Nichtbaum fehlt, alfo muß grobe
Seitenrichtung bor bem Nieberfefcen be« Safettenfchwanje« genommen
werben.
Berwenbung bon Drudluft jum Borbringen beS Nopreä erfdjeint
nicht günftig, ba fcpon geringe Niängel ber Dichtungen ein ftarteS
Entweichen ber ?uft jur fjolge haben.
Die niebrige ^euerpöhe (855 mm) foll bewirten, baß bei fanbigem
Boben eine große Staubwotte aufgewirbett Wirb.
Die Sdjufefchilbe finb über bem Nopr nicht gefdjloffen unb ber»
hältniömäßig niebrig (Bgl. Bilb 270), auch macpt ihre Einbringung^»
art Slchöfifee unmöglich.
^aprbarteit wegen ju niebriger Nabhöße (1,22 m) nicht genügenb.
Nichteinrichtung fdjeint jwedmäßig, aber etwa« empfinblich ju fein.
Nach neueren Nachrichten fallen umfangreiche Etnberungen jur Be»
feitigung mehrerer ber erwähnten SNängel beabfieptigt fein.
Daö große ©ewidjt unb bie nicht genügenb fdjnelle fjeuerbereitfehaft,
bie Scpwierigteit beö ßietwedjfelö beim beranterten ®efchüfc Waren
bie ®rünbe, welche junächft eine Einführung beö Efefchüfceö bei ben
reitenben Batterien ber jtabaHerie»Dibifionen unjwedmäßig erfdjeinen
granfreic^.
441
liegen. Qefct fallen auch biefe Satterien mit ber 75 mm«ftanone be«
waffnet fein, bie burd) betriebene Srleid)terungen auf 1500 kg gebracht
ifl. SBoburd) biefe Erleichterungen erfolgt ftnb, ift nicht betannt.
2. Sie turje 120 mm=Äanone. (fjür einen Seit ber fahrenben
Satterien »gl. aud) ß. 1097.)
a. ©aS ®efd)ßfc. (©efamtgewidjt ohne Sebienung 2365 kg, 108*
mit Sebienung [4 SWann] 2705 kg, abgeproht 1475 kg.)
a) fRohr. Stählernes SMantelringrohr mit jwei fJ-iil)rungSleiften
an ben Seiten.
36 gteid)taufenbe 3“9e' gleichförmiger ©rafi.
Sd)rauben»erfd)lug.
fRid)tmittet. Sluffag; fefter Quabrant unb Seitenbifier mit
Sibelle jum mittelbaren fRehnten ber $öl)enrichtung. Horn.
ß) Safette. Ober« unb Unterlafette aus Stahlblech-
SBiege mit ^iihrungSnuten für baS fRohr, mit Sd)ilbjapfen in
Schilbjapfenlagern ber Dberlafette gelagert. Hemmung beS fRohr«
riicflaufS unb Sorbringen beS fRohreS burd) glüffigteitS-Buftbrud»
bremfe, ähnlich mie bei ber 75 mm«Äanone.
©elröpfte ftRittelad)fe, leine 9ld)Sfi$e, leine Sd)ufefd)itbe.
fefter Sporn an Unterlafette.
.ßahnbogenrichtmafchine an red)ter JBanb ber ©berlafette, greift
am rechten Sd)tlbjapfen ber üBiege an; SremS»orrid)tung an SRid)t»
mafd)ine hält $öl)enricbtung feft.
Seitenrichtmarine geftattet Serfd)iebung ber Oberlafette um fe
5° nach rechts unb lintS.
y) $rofee. ^»öljerner ^ropfaften. Serbinbung mit ber Safette
burch $aten unb ©fe.
Stuf ^Sro^taften 4 Kanoniere; faßt 16 Sd)ufj; bie @>efd)offe ftnb
liegenb, Spifje nach ÖDrn untergebracht.
b. ©er Sd)iefjbebarf. 1090
a) Schrapnell. Stählernes Sobenlammerfd)rapneH mit 637 £>art«
bteilugeln, je 12 g fehler. (fRauchentioicfler?) Sprenglabung 280 g
Schtoarjpufoer. Rührung burch Rupf erring; gentriertoulfi. ©ewicht
20,35 kg.
ß) Sprenggranate. Stählerne ©ranate mit 6 kg SRetinit.
5Rur ?luffd)tagjiinber. ©ewicht Wie Schrapnell.
442 Äöerficfjt über bie Artillerie ber europäifc^en ®roftm<i$te.
y) Sabung. 0,65 kg Blättchenpufoer. 3wei Xeillabungen (0,33
unb 0,22 kg) in Äartufdjbeutel mit Beilabung au« 20 g ©c^trarj«
pufoer.
1091 «c. Der 3Runition«wagen.
Brofce nie Oefchüfc. ^interwagen, au« 2 ^rofcfafien jufammen»
gefegt, faßt 32 ©<huß.
1092 d. ©lieberung ber Batterie.
6 ©efdjüfce, 9 5D?unition«wagen, 3 (?) Berwaltung«fahrjeuge.
. ®efecht«»Batterie 6 ©efdjü^e, 3 äßunitionSWagen.
©efamtfchießbebarf: 528 Schuß (288 Schrapnell«, 240 ©ranaten).
1093 e. Seiftung be« ©efdjüfce«.
2lnfang«gefchwinbigfeit etwa 290 m.
©rößte Schußweite Bj. 4850 m, 3lj. 5700 m.
1094 f. Beurteilung.
SReujeitliche« ©efdjüt? von roatjrfc^einlic^ fehr guter batliftifcher
8eiflung. ßuverläfftge« ift barüber nicht befannt geworben.
Da« ©efchüfc bürfte ber beutfehen leichten ffelbhaubifce an ©efchoß«
wirfung unb fjeuergefdjwinbigfeit überlegen, an Beweglichfeit bebeutenb
unterlegen fein.
6« ift wahrfcheinlich, baß bie bei ber 75 mm«Ranone in bejug
auf ©mpfinblichfeit ber Bremsvorrichtung gettenb gemachten Bebenfen
auch h’« jutreffen.
3. Die 80 mm*©ebirg«tanone M/78/81.
1095 Jioßr. ©täljierr.eä JRingrotjr mit Scf)tau5ent>erf$(uß unb ptaftifdjer Sibexung
(de Bange).
Lafette, ©tafjlblecfjroänbe. $emmtaue. Safette jroeiteilig.
Bum gortfc^affen bed 304 kg ferneren ®ef$ü$eS 3 Xragtiere. 9luc$ jum
galten mit (3abelbei<$fel eingerichtet.
©chiefcbebarf. Schrapnell. Stählemeö ÄopftammerfchrapneH. 162 Spreng«
teile 6,3 kg föroer.
©ranate. Stählerne Sprenggrana'te (Melinit) 6,3 kg fchroer.
ftartätfche. Bintblechbüchfc mit 85 $artb(ettugeln. 5,6 kg fchroer.
Sabung. 0,170 kg rauchfchroached $u(t>er in Jlartufchbeutel.
6 ©efchüfce.
3(nfangdgefchroinbigfeit 257 m.
Schu&roeite »5. 3700 m, 4300 m.
granfreidj.
443
4. Mußerbem foll bie 65 mmanone eingeffl^rt fein, 1096
über bie folgenbe Angaben*) gemalt werben:
Qefchüft zerlegbar, 2teilige Stafette. Staun gefahren unb getragen werben;
in legerem gaUe 3 Xragetiere erforberlich.
ftingrohr. Schraubenoerfchlufc mit plaftifc^er Siberung (de Bange); feitlic^e
Sifterltnie. 3^o^rg€ioid^t 105 kg.
Safette. Stahlblech, Stirnteil 112 kg, Schwangteil 34 kg, Stöber 54 kg.
Qabelbeichfel 19 kg. 3labenreibungdbremfe.
Schieftbebarf. Schrapnell mit Soppelgünber, Gewicht 6,3 (6,5) kg. Stang*
granate mit brifanter Sprenglabung unb Sluffchlagjünber. Jtarttttfche.
Sebienung 4 Kanoniere.
B. Schwere 2IrtiIIerie bes ^dbfyeeres.
Sie befielt aud kz. 155 mm«^anonen«®atterien gu4 ©efdjüfcen unb l®97
kz. 120 mm«jtanonen4Batterien gu 6 ©efdjügen; bie erfteren toerben
von ber fjuhartillerie, bie (enteren von ber gelbartillerie befefct. fte
3 ^Batterien bilben 1 Abteilung.**)
Angaben über iJiofjr, Sdjießbebarf ber kz. 155 mm Kanone ufto. 1008
unter C.
Die Safette befteht au« ©ber« unb Unterlafette, festere bilbet ge«
toiffermaßen bie Rettung unb ift mit einem ftarten ©chtvangfpora Ver«
fefjen. Die fRäber merben beim Spießen gehoben unb bamit entlastet.
Die Stirn ber Safette ruht auf einer niebergutaffenben «Stüfee. Die
Dberlafette lägt eine Seitenbreljung von 8° nadj beiben Seiten gu,
bie fRidjtmafdjine ®rhöt?ungen bid 65°. Daß iRofjr liegt in einer
Stiege, in ber ed einen burd? fjrlüffigteit«« unb Suftbrmfbremfe be«
grengten fRütflauf von 3 ftoljrburdjmeffern Sänge I?at.
©efamtgetoicht bed aufgeprofcten ©efdjüfce« 4000 kg, abgeprofct
3270 kg.
Sur Sebienung gehören 1 ©efdjühführer, 6 ÜJlann.
Die Batterie Verfügt über etwa 400 <Sdju$.
Dad ©efdjüfe fielet an tBeroeglidjteit unb fj-euerbereitfdjaft toefentlidj
hinter ber beutfdjen ferneren fjelbhatobifce gurütf.
yiad} neueren 9tadjridjten foll bie fernere Artillerie be« f^elb« 109»
heere« tünftig nur mit einem ©ef^üh, ber 155 mm«9limailho'£jaubi$e,
*) t>. SoebeU’ä 3at)re3beri<tite 1903. SJerltn. 6. S. SWtttler & Sot)it.
**) 3uverläffige Angaben Ober Stärfe unb gufammenfefcung ber Abteilungen
bjro. Batterien fehlen.
444
ft6erfi$t über bie artitterie ber europäifchen ©rofemächte.
auSgeriißet werben, wätjrenb bie kz. 120 mm« unb kz. 155 mm«
Stammen gu ben Setagerungögefdjüfcen treten würben.
Uber bai in lefcter ßeit vielgenannte ©efdjüfc ift folgenbe« be«
lannt.
Sturge 155 mm'Stanone fRimailho. (canon de 155 mm-court T. R.)
1100 a. Das (Gefdjüb befielt auS 2 leiten, bie getrennt gefahren
werben, bem 8fpännigen fRohrWagen (voiture canon) (Silb 273) unb
ber 6fpännigen Safette (voiture affüt) (Silb 274), febe« fjahrgeug foll
2400 kg wiegen. (Gewicht beS abgeprofcten (GefdjüheS 3200 kg.
a) fRohr. Stählernes fRingroljr, Durdjmeffer 155 mm, Sänge
etwa 12 'Durdjmeffer, runb 1,90 m. (ES gleitet mit Seiften unb Sdjufc«
bledjen in ber (Gleitbahn ber Oberlafette, vorn änfafc mit holten gur
fjütjrung ber SRünbung.
©chraubenberfdjtuß, ber fidj nadj jebem Sdjuß fetbßtätig öffnet,
Siberung burdj fDtetalffartufdje.
ß) Safette. Die Oberlafette, mit grlüffigteitsbremfe unb Suff«
Vorholer (wie 75 mm-K.) ruht mit 2 wagerechten Sdjitbgapfen in ber
Unterlafette. Die ©djilbgapfen finb am Hinteren (Enbe ber Oberlafette
angebracht, um gu verhüten, baß ba§ gurüdgleitenbe fRohr auf ben
Soben aufßößt. Seim fReljmen ber (Erhöhung wirb bie Oberlafette
Vorn gehoben; baS Sobenftud beS fRohreS hat bei allen CEr^ö^ungen
einen Slbftanb bon etwa 1,5 m bom (Erbboben, woburdj ein langer
fRohrrödlauf möglich ift.
Um bie fRidjtmafchine bon bem ^ierburdh entftetjenben großen
Sorbergewidjt gu entlaßen, iß gwifchen bem borberen Deil ber Ober«
lafette unb ber Unterlafette eine fRöIjre mit ^re§tuft eingefdjaltet, bie
ba$ Sorbergewidjt bei jeber (Erhöhung auSgleidjt unb baS fRohr im
(Gleichgewicht hält.
Die Untertafette ruht mit ben gepreßten Staljtwänben bom auf
ber geraben ädjfe. hinten feßer (Sporn. SorwärtS ber Stdjfe, gwifchen
biefer unb ber Oberlafette 2 fdjmale, abnehmbare ©djilbe. 8ln rechter
Seite ber Unterlafette treisförmiger, ßarter 3ahnbogen, in beffen
ßahnung Oberlafette beim Stuf« unb SIbturbetn eingreift. Der 3a^n’
bogen trägt eine (Einteilung; eine an ber Oberlafette angebrachte Sibelle
ermöglicht, eine beßimmte (Erhöhung währenb beS Spießend beibehalten
gu lönnen. Unabhängige Sißerlinie mit fRidjttreiS.
SBitb 273.
os.fcaubitje. Slofyrnmflen aufqcproUt.
S8i(b 274.
SHiinailf)o = .laubige. Stafette nufgepro^t.
275.
270 mm=3Rörfer in geuerftellung.
3rtanfcei$.
445
£ie ©eitenridjtung erfolgt burdj Berfdjieben ber gangen Safette
auf ber Sldjfe. — SRabfdjuße jur Betonierung »ie bei 75 mm-K. Qn
ber Bereitfdjaftdßellung »irb bad ©efdjüfc gufammengefefet: T>et ab*
geprobte 9lo$r»agen »irb hinter ber abgeprofcten Safette aufgeßellt.
3»ei am Vorberen (Jnbe befinblidje Stauen faßen um entfprecßenbe
Bolgen ber Safette unb verbinben fo beibe Teile. Um bie ©leitba^n
bed $Rol;r»agend unb ber Safette in eine (Ebene gu bringen, befinbet
ßd) am 8loßr»agen eine BJinbe, burdj bereu $ub bie Släber bed fRoßr*
»agend forneit nötig gehoben »erben. ©ad Borgieljen bed IRoßred
auf bie Obertafette »irb burdj eine Setten»inbe bed 9to$r»agend
be»ir!t.
©ad ßufammenfefeen bed ©efdjüfced foU 2 Minuten bauern.
y) Brofce. 9iäßered nid^t betannt.
b. Sdjießbebarf. 1101
Sanggranate 43 kg fdj»er, Sprenglabung 13 kg SOletinit.
c. 3Runitiond»agen. 1102
$inter»agen, ber einen nadj oben außlappbaren <S$ilb Ijat, fielet
in geuerßeBung linfd rüdwärtd bed ®efdjüfced.
d. ©lieberung ber Batterie. 1108
Berfdjiebene Angaben: 2 ®efdjfifce ober 4 ®efdjfifce. 3a^ ber
Wlunitiond»agen nidjt betannt.
e. Seißung bed ©efdjlifced. 1104
Größte ®djuß»eite foU 6000 m betragen, »ad fef)r »enig »fire.
®ef(^oß»irfung foU feßr gut fein. f£euergefdj»inbigteit 4 bid 5 @$uß
in ber SDtinute.
f. Beurteilung. 1105
Sluffallenb ift bad Ijo^e ($e»idjt bed abgeprofeten ©efdjiifced. T)ie
burd? bad ßobe ®e»i$t bebingte Trennung von 9loßr unb Safette
erfi^eint für ein aud) in ber $elbfdjla$t gu toettvenbenbed ®efc^ü§
feßr ungflnßig, audj »enn bad «Qufammenfe^en nur 2 ßRinuten bauern
foöte.
C. Überflut über bie 23elagerungsgefd?ütje.
£
© e f ch ü $ Stob«1) Safette Schiefjbebarf*) Anfangd* gefchreinbig* feit (Spreng* granate) m Schußweite (Spreng* granate) m
®urd)= 1 , Sänge meffer ©e* reicht kg ©e* reicht kg Seuer* höhe m ©rößte ©r* höhung o Spreng* granate (obus or- dinaire) kg Sang* granate (obus allongd) kg Schrap* neü8) (obus 4 'mitraille) 1 kg Pulver* Sabung (©rößte) 1 kg
cm m
95 mm*Kanone . . . 9,5 ' 2,5 706 1140 1,8 I 40 11,0 12,1 12,3 0,77 443 8200
(Sange) 120 mm*Kanone 12,0 3,25 1200 1500 । 1,8 30 18,3 20,35 18,9 1,65 484 9000
(Sange) 155 mm*Kanone 15,5 4,20 2500 3255 1,97 30 40,0*) 43,0 40,5 3,2 469 9000
220 mm‘Kano ne5) . . 22,0 5,10 6000 5650 • • • • 443 •
Kurje 155 mm-Kanone . 15,5 2,40 1020 1400 1,13 65 40,0 43,0 40,5 1,16 290 (Sanggranate 280) 6400 (Sanggranate 6000)
220 mm*SRörfer . . . 22,0 2,0 2100 2100(?) 1,0 60 103 118 — 23 260 (?) 5400
270 mm*3Rörferft) . . 27,0 2,60 (?) 5750 i 63007) • 170 228 — • 290 (?) 7000
Überficht über bie Artillerie ber europäifchen ©roßmächte.
^Bewertungen. *) Sämtliche Sichre SRitigro^re aud Gtaß|tahl. — 2) Außerbem ^aben alle @efrf)ü§e mit Audnabme bet SRörfer,
ber turjen 165 mm-Kanone unb ber 220 mm*Kanone Kartätfchen (bolte a mitraille). — 8) AHe SchrapneHd mit doppeljünber. Sämtliche
Kanonen $aben außerbem noch ein KopftammerfchrapneU (obus ä balles). — ♦) Außerbem eine Panzergranate. — 5) Aur in geringer
ga^t vorhanben. — (Pilb 275). SBirb in 4 Teilen, Slohr, Safette, Unterlafette (Slahmen) mit SBremfe, Pettung, fahrbar gemacht. Auf
ber böljemen, mit Stahlblech betragenen Pettung rubt ber um einen drehjapfen fchwentbare, hinten mit AoUen vcrfchene Aahmen, ber
an feinem nach nom verlängerten Teil bie 3lüffig!eitdbrem{e trägt. Auf feinen ©leitflächen bewegt fich bie vom mit Stollen, hinten mit
(SHeitfchlenen verfehene Safette. Sermitteld eined ßebejeuged »erben bie ©efäüfcteile an Drt unb Stelle gebracht, ©in abnehmbarer ©efchoß*
trahn auf bem Nahmen erleichtert bab Saben ber fchweren ©efchoffe. — 7) Safette 2800 kg, Nahmen 3500 kg. — Pettung 5250 kg. — @e-
famtgewicht bed ©efchüfced mit Rettung 16000 kg.
Sluglanb.
447
D. 5e^un9sgefd?ü^e.
ilufjer ben unter C genannten ©efdjüfcen, bon benen bie 120 mm« 1107
unb bie 155 mm »Kanone auch in ^anjertürmen unb gepanzerten
Batterien berwenbet werben, finb nodj vorhanben: bie 37 mm»Siebolber»
tanone, bie 80 mm= unb bie 90 mm»Kanone (alte $elbgefd)ii$e) unb
bie 138 mimKanone (bronje).
E. Küftengefdjütje.
(£$ finb borhanben: 194 mm«, 240 mm«, 270 mm«, 274 mm« 1108
unb 320 mm«ftanonen (jum Xeit in berfdjiebenen SOluftern), 270 mm«
unb 300 mm»2J2örfer.
IV. «RnftlanK
A. ^dbgefdjütje.
la. Sie 3j8ttige Schnetlfeuerfanone 1902. (fjür fa^renbe unb
reitenbe Batterien.)
a. ©aö ®ef$iifc. (@efamtgetoicht: £>fyne Sebienung fa^renbe 1109
Batterien 1965 kg, reitenbe 1667 kg; fa$renbe mit bebienung (5 SJiann)
2375 kg, abgeprofct 1040 kg bjto. 975 kg.)
a) Slohr. SDlantelrohr auO (Sußftahl mit ttauenförmigen f$iihrung3<
fdjtenen unb 2lnfa§ jur berbinbung mit ber bremfe. ©urdjmeffer
7,62 cm, 24 gleichlaufenbe gleichförmiger StechtSbraÖ bon
30 ©urchmeffern, ©raUwintel 5° 59'. — Sänge ber Seele 1,8 m,
beS SlohreS 2,286 m. ©exogener ©efchofjraum.
Schraubenberfchtuß mit SBiebcrfpannabgug, inSfir fchtoenlbar.
fRichtmittel. Sibellenauffafc. ferner Quabrant unb Sticht«
frei«, festerer an einem Querarm beö SfaffafceS befeftigt. Sluffafc«
einteilung in 155 Striche (feber etwa 40 m enlfpredjenb) Quabranten«
teilung in 140 Vinien.
ß) Safette. fffeuerhöhe 0,927 m. Ober« unb Unterlafette.
(Erftere röhrenförmig, oben jwei feitliche f^ührungSteiften, lagert mit
jWei Schilbgapfen in ber Unterlafette unb nimmt in ihrem inneren
bie brems» unb borhofoorrichtung auf.
fjlüffigteitsbremfe. Stolbenftange mit borberem Sbfchluf; ber Ober«
lafette berbunben. beweglicher bremögplinber, ber hinten burch ^cn
hinteren Slbfchtufj ber Dberlafette unb ben Siohranfafc fafjt. beim Stiidlauf
Wirb bremöflüffigteit burch ^en Heinen Spielraum jwifchen Kolben unb
bremOgplinber bon ber einen Seite beS Kolbens auf bie anbere gepreßt,
wobei ber SBiberftanb ber bremöflüffigteit ben Siücflauf aufjehrt.
448
über bie Slrtitlerie bet europftif$en (Sroßm&ctye.
Um ben ©remdgplinber fedjd SBorbotfebern, »orn ffiiberlager an
einem ®unb bed Sremdjplinberd, hinten am Soben ber Cberlafette.
fjeberfäule Ijat Sorfpannung. SRoIjrrücflauf 990 bid 1040 mm,
ftärtjter 1070 mm.
Unterlafette, ftäplerne ffianblafette, fadenförmiger Querfdjnitt
mit feftem, nidjt umlegbarem Sporn. Sorn Sdjilbjapfentager für bie
Sdjilbjapfen ber JDbertafette. Stählerne, gefröpfte Sdjfe, bie burdj bie
©änbe ge^t.
Sin beiben Seiten Heine Rlappfifce für ben Stiebt« unb Serfdjluß«
tanonier.
$öljenridjtmafdjine mit jwei, nadjeinanber jur ©irfung
fommenben Schrauben unb Regelräberantrieb, burch $anbrab an linier
Safettenwanb betätigt. (Sr^ö^ungen: 0° bid 16° 40'.
Seitenridjtmafdjine. (Jfeine Seitenrichtung (2° 45' beiberfeitd),
burd) fBerfdjieben ber ganzen Safette auf ber Sldjfe, erfolgt burch ein
an ber linten Safettenmanb, (entrecht jur Sdjußridjtung brebbar ge«
lagerte Sdjraubenfpinbet, bie fich in einer mit SJiuttergeminben Der«
(ebenen ^ülfe bewegt, weldj festere in ftarrer SBerbinbung mit ber
SIdjfe fleht. Antrieb oermitteld Stegelrabfiberfeftung burch £>reljen eined
üor bem $anbrab ber $öbenridjtmafdjine liegenben Rurbelrabed, fo baß
$öljen* unb Seitenridjtmafchine oon bem lintdfifeenben Kanonier bebient
werben tönnen.
2 Sldjdfifce. (Stur fabrenbe ^Batterien.)
y) $rofce. Stäblerned ißrofcgeftelt, mit Sldjfe burch Stoutfdju!«
puffer febernb verbunben, ©ür riiefwärtd ju öffnen.
f^affungdvermögen: fabrenbe ^Batterien 36 Sdjuß, ®ewidjt 925 kg,
9leitenbe « 20 « • 692 kg.
1110 b. ©er Sdjießbebarf.
«) Schrapnell. Stäblerned Sobenfammerfdjrapneü. 260$art«
bleifugetn ju 10,68 g, unten in Staudjenttoicfter, oben in $arg feft«
gelegt. Sprenglabung 77 bid 85 g SdjWarjpufoer. ©g. bid 22 Se«
tunben. Qfewidjt 6,5 kg.
(€d foU auch eine Sprenggranate in SSerfudj fein.)
ß) Sabung. (Einbeitdpatrone, meffingene 'ißatronenbfitfe, 1,045 kg
raudjfdjwadjed Pulver in Sanbform. ©etoidjt 9 kg.
1111 c. ©er Wtunitiondwagen.
$rofce wie ©öfdjüfcprofce, faßt bei fabrenben ^Batterien 40, bei
reitenben 24 S^uß. ^jinterWagen, ähnlich wie $rofce eingerichtet, ftatt
ber ©eidjfel ©ragbaum, faßt 48 Schuß, ^abrjeuggewidjt: fjahrenbe
^Batterien: Ungerabe Stummem ber SRunitiondWagen 1941 kg, gerabe
1925 kg, reitenbe: 1588 kg.
3lu&Ianb.
449
d. ©lieberung bet ©atterie. 1112
f^ahrenbe: 6 ®e|d)üfce, 16 SD?unitiondwagen
{Reitenbe: 6 > 12
(Erftere führt im ganjen 1732, (efctere 1004 Sdjufj mit fidj.
e. Seiftung bed ©efdjiifced. 1118
Änfangdgefdjwinbigleit 593 m.
©rügte ©djufjweite 5500 m, 6600 m.
f. {Beurteilung. 1114
©efdjüfc Von fehr guter baHiftifdjer Seißung, bie aber burdj ein
Ijoljed Oetvidjt erlauft ift. (Ed erfdjeint audj zweifelhaft, ob bad ®e|djö$
bei ber hohen Hnfangdgefdjwinbigleit unb bem verhältnidmäßig geringen
SRohrrüdlauf beim «Sdjnjj völlig ßiHßeht.
lb. $ie 3j3Sige Srfjuellfeuertanone M/1903. (3für fabrenbe
unb reitenbe {Batterien.)
«Sie unterfdjeibet fich von ber vorigen nur in folgenben fünften: 1115
©ie Sldjdfthe finb entfernt, bafür ftnb breiteilige <Sc^u^fd^ilbe aud
GtyfonvfRidelftabl an ber ädjfe angebracht. ©er fRanb bed h°<h'
gehappten ©chilboberteild ift 1,68 m, ber fRanb bed heruntergellappten
«Sdjilbunterteild 0,26 m Vom ©oben entfernt.
8m SWunitiondwagen iß bie vorbere «Seite unb bie nadj unten ju
öffnenbe £ür gepanzert; er wirb mit bem ©ragbaum vortvärtd bidjt
neben bem ©efdjüfc anfgeftellt.
©ab ®ef(h&6 hat e*nen ¥anorama>^ernroljrauffafe erhalten.
2. ©ie breigüUige «SchneUfeuertanoue M/1904. (ftfür bie ©ebirgd« 111« '
artillerie.) (©efamtgewidjt: 1900 kg, abgeprofct 1140 kg.)
Siobr. ®urd)tnefjer 7,62 cm, ®eroid)t 360kg(?l.
Safette mit 3tot>rrü<f[auf. (größte Srljöljung 16*/efcitlic^eö Slichifelb beiher«
feitb 23/4o, Sflnge beb Stüdlaufb 1 m, <pöt>e ber ttäber 1,36 m, Stätte ber Sc^ilbe
4,5 bid 5 mm.
6<brapneUgemicf)t 6,66 kg, 300 Äugeln ju 10,7 g.
S<buf)jabl in Der ^Jroje 36, im Wunitionämagen 96.
8 (befcbüfce, 16 SRunitionbmagen.
Stnfangögeftbroinbigteit 589 m.
Stfjuferoeite 4000 m (?).
B. Sdjtüere Artillerie bes ^elbfyeeres.
®er fechüjüUige fjelbmörfer 0/86. (^ßr bie [7] ^clbmörfer-fRegimenter.)
a. £ad @efdjüfe. (©efamtgewidjt ohne {Bebienung 2100 kg, 1117
mit ©ebienung [4 SDlann] 2425 kg, abgepro^t 1280 kg.)
® erlin, SSaffentehre. 2. Sufi. 29
450
übecficht übet bie SCttiUetie bet europäifchen ©rofemächte.
a) fRohr. Stählernes Wlantelrohr, Durchmeffer 15,26 cm,
Sänge 1,276 m. 18 gleichlaufenbe Säge; gunehmenber fRe^tdbrall
(40 (iS 15 Durd)meffer).
fjlach!etloerfd)lug. «Stählerner Siberungdring. gfinbtntg burdj
Sdjlagrßhre.
fRidjtmittel. Sluffafc mit ßahnbogen. Ouabrant.
ß) Safette (&ilb 276).*) äöänbe and gepreßtem «Stahlblech,
burdj obered unb unteres Decfbledj gu einem Saften mit fdjräger
Stirnfläche nerbunben. Unter ihm Säfte, burch Gummipuffer febemb
gelagert.
Silb 276.
15 cm»gelbtnörfer in geuerftellung.
(9le$teg Stab abgejogen.)
®eim Sdjiegen toirb Stäjfe burd) eine an ben SldjSlagern an^
gebrachte Stfifcoorrichtung getragen, baburch völlige (Entlaftung ber
ftäber. ®eim fahren toirb bie Sßorridjtung ho<hflelluppt unb an ben
Stäuben befeftigt.
£)öhenrichtniafchine an rechter Seite. Schraube ohne (Enbe, bie in
^ahnbogen eines am rechten ®chilbgapfen befestigten SappenS eingreift.
fteine SIchSfifee; leine dliidlaufhemmung.
*) Silb aud SRaubnj „SBaffenlef)«". 4. $eft. SBien, 2. SB. Seibel unb So^n.
Shifttanb.
451
y) ^rofce. Stein ißrobgeftell, Bugvorrichtung am ^rofctaften.
©iefer and (Eifenblech, 12 Rächer für Schießbebarf. 8chfe febernb
gelagert.
Berbinbung mit Safette burch $aten unb Öfe.
b. ©er Schießbebarf. 1118
a) Schrapnell. (SifemeS Bobenlammerfchrapnell mit meffingenem,
burch fechd Schrauben befeftigtem Stopf. Rührung unb Bentrierung
burch Shipferbänber. 683 ^artbleifugeln ju 21,3 g in Schwefel.
Sprenglabung 247 g ©etoehrpulver.
©oppeljünber. ©ewicht 31,1 kg.
ß) ©ranate. Stählerne Sprenggranate. ©ingefchraubter ©oben
unb Stopf aud ©ußeifen, beibe mit Stillen unb ©infchnitten verfehen,
um eine größere Baht von Sprengftücfen ju erzielen, ©oppelgünber (?).
©ewicht 26,4 kg.
@3 ift ungewiß, ob bie juerft eingefütjrten ^uloergranatcn nodj in ber Stufe
rüftung oortjanben finb.
y) ßabung. SRauchfchwached Pulver. 3 Seillabungen in Sartuffy
beutel. ©anje Vabung 0,86 kg.
c. ©er SRunitiondtvagen. 1119
Bwei gleiche ©eile. Staften: ffiifengefteH mit $oljverl(eibung.
Stann auch getrennt gefahren werben. ©ewicht 1870 kg (ohne
SQiannfchaften).
Slußerbem SOlunitiondtarren für 6 Schuf?.
d. ©lieberung ber Batterie. 1190
6 ©efchüfce, 18 SRunitiondwagen, 6 SDiunitiondtarren, 6 fjahr«
geuge. ©efamtfchußgahl 378 Schrapnells, 174 ©ranaten (?).
e. Seiftung bed ©efchüfced. 1121
HnfangSgefchtoinbigteit: Schrapnell 235 m, ©ranate 232 m.
Schußweite: Sg. 3567 m, 3550 m (?).
f. Beurteilung. 1122
©ad erfle, in bie fJelb’Slrmee eingefteHte Steilfeuergefdjüh. (33gl.
3. &23ff.) (Ed hat im ruffifch’japanifchen Stiege recht wenig geleiftet,
ba ed fehr veraltet ift. Sein ©ewicht ift Von bem ber alten beutfehen
fchweren fjelbhaubihe wenig Vertrieben, fein ©efdjofjgewicht, feine
Sbifangdgefchwinbigteit unb befonberd feine Schußweite gering.
©ine leidste 12 cm.^elbhaubifce foll neuerbingd bereits eingeführt
fein, Angaben fehlen.
29*
i
Überfielt über bie &elagerung6*, fteftangi* nnb Räftengefdjäfce.
C. Selagerungsgefdjü^e.
® e f d) ü V ÜR o fj r Safette ttutocr granate kg. ^djiefgbcbarf Anfangs- gefdjnnnbtg' feit m 6$ufrroeite in
Vdnge meffer s reicht kg Jener* W1 m (Sröfjte ®r* .böbung 1 c i $e* i reicht kg Spreng granate. ’ kg : fangen bjro. 2ang= granate kg i ^cbw1 neU kg
cm m
1 4,2jaaiße K. C/77 10,67 ! 1 3,74 j i 1310 1 1,83 40 1380 16,8 15,6 16,7 Gr. 518 Sehr. 878 Gr. 9600 Sehr. 3800
nonen i .... 6j30ige fernere K. C/77 15,24 8,25 3112 s s 1758 32,7 33,5 37,9 i 35,1 Sprgr. 458 Sehr. 893 Sprgr. 9380 Sehr. 4000
£au-- 6jöUige leiste K. C 77 | 8,20 1960 s * 1380 $ s 1 $ Sprgr. 427 Sehr. 890 Sprgr. 8300 Sehr. 3850
bifcen SjöHtge leiste K. C/77 203 1 8,15 1 8276 5 45 1877 78,3 81,8 983 83,6 P. Gr. 275 Sehr. ? P.Gr.5340 Sehr. .
8göttiger leister SRörfer C/87 s 1,52 • 1,52 60 1695 s $ . .. \ 1 1 . 1 P. Gr. 272 P.Gr.5700
9j8Uigtr letzter SRStfet C/87 22,8 1,76 1 i 1 1770 i 134 65 8140 122,7 • 139 • P. Gr. 183 Lggr. 179 P. Gr 7400
Au&erbem g&bH gu ben »elagerung3gefc$ügen ber gelbmörfer C/86. — ©amtliche ©eföüfce haben Bta^tro^re (Hing« ober SRantefc
aufbau), gunebmenben $raU, ftunbteifoerföluB unb Qentralgünbung, ©anblafetten mit jfüffigfeitöbremfe. $cr 9göütge Dörfer Ijat
eine Aabmenlafette,
452 Überflut über bie Artitterie ber europäifchen (Srogmüc^te.
Snglanb.
453
D. ^ftungsgefcfyütje. 1124
Sluger ben tret erften unter c genannten ffanonen ftnb borhanben:
bie fernere 8göllige ff an orte, ber 8jötiige unb ber 9güttige ÜJiörfer.
E. Kflftengefcfyütfe.
Gd ftnb borhanben: 6, 8, 11, 14 gültige ffanonen C/77, 12, 1125
13,5 gültige ffanonen C/86, 9 unb 11 gültige ffüftenmörfer C/77.
V. ©ttglanb.
A.
1. Sie 18 pfiinbige SdjneUfenerfanoue. (ftür bie fahrenben Batterien.)
a. ©a S ©efdjüfc. (©efamtgemi^t ohne -Diannfchaften 1967 kg, 1126
abgeprobt 1223 kg.)
a) fltobr. ©urdjmeffer 8,38 cm. Sänge 29,4 ©urdjmeffer.
Stabilem, ber bid über ben Sabungdrauin mit Stahlbrahtlagen unb
über bie gange Sänge mit Wlantet umgeben ift. Sefcterer hinten burch
aufgef$raubten Sobenring feftgehatten. Qu biefem IBerfcfjluf? unb oben
ein Sütfafc gur Sefeftigung bed Sremdfolbend.
18 ßüge, gleichmäßiger ©rall bon 30 ©urdpneffern Sänge.
Schraubenberfchluß mit Sdjlagbotgen unb Sicherung.
3?icf)tmitte(. Unabhängige SSifterlinie mit fjernroljr unb SRicfjt-
treid.
/I) ßafette. Stöbrenförniige Stahllafette. ©rägt in f^toenlbarer
Überlafette über bem Sto^r bie bronzene SBiege; in biefer fjrlüffigfeitd«
bremfe, umgeben bon fjeberborholer. fjrefter Sporn. fRabreifenbremfe.
^euerhöhe 0,94 m. Grböfmngdgrenjen — 5° bid 4-16 , feitlidjed
fRidjtfelb beiberfeitd 4°.
Btoeiteiliger Sdfilb, beffen unterer Seit beim fahren h0(h*
geltappt Wirb.
y) $rofee. WHt fdharnierartig angebrachten <S$itben berfehen.
Patronen lagern magerecht einzeln in röhrenförmigen Behältern,
tfraffungdbermögen 24 ©«büß.
b. ©er Sdhiefjbebarf. 1127
«) Schrapnell. Stählerned Sobentammerfdjrapnetl. 364 3?üll«
tugetn gu 11g. ©oppelgünber; ®g. bid 5760 m. ®ewicf)t 8,4 kg.
(f ) Sabung. Patrone, ©emicht 10,3 kg. 0,7 kg fforbit.
454
ftbetfity übet bie MttiQetie bet eutopäiföen Otofemü^te.
1128 c. SRunitiondioagen.
Brofce wie ©efdjüfc, jebod^ 28 ©djuß.
©agentüren bed ^intenoagend mit fdjarnierartig befeftigten
©chitben berfehen, bie bei geöffneten Türen bid jum Boben reichen,
fjaffungdbermögen 76 ©d)uß, mit $rofce 104 ©djuß. ©etoicht (ohne
SWannfdjaften) 1840 kg. (?)
1129 d. ©lieberung ber Batterie.
SRähered nicht betannt.
1180 e. Veiftung bed ®efdjüfeed.
SRünbungdgefchwinbigleit 505 m.
©djufjjaht in ber SWinute 29 ©djufj.
1181 f. Beurteilung.
iRähered nicht betannt. ^ebenfalls fleht bad ©efd^üfe mit feinem
großen ©urchmeffer, entfpredjenbem ©efdjofj» unb grahrjeuggewidjt einjig
unter ben neueren ^elbgefdjüfcen ba.
2. Sie 13 pfiinbige SchneOfenetfanone. (^ür bie reitenben Batterien.)
1182 unterfdjeibet fid} bon ber borigen burch fjolgenbed:
@efd?üfe. (®efamtgen>id?t 1610,5 kg, abgeprofct 981,7 kg.)
9iol)rburd}meffer 7,62 cm.
Schrapnell: ®ewid)t 5,7 kg, 263 f^ülltugetn.
Sabung: 0,5 kg ftorbit, Patrone 7,5 kg.
SIRunitiondwagen: ®etoid)t 1534,7 kg.
SRünbungdgefchwinbigteit: 491 m.
3. Sie öjöllige Jelbljaubi^e C/96. föür fahrenbe Batterien.)
1188 a. ©ad ®efchüfc. (®efamtgewicht ohne Bebienung 2299 kg,
mit Bebienung [2 Biann] 2457 kg, abgeprofct 1169 kg.)
a) Stohr. Stäplerned Wlantelrotjr, Turcpmeffer 12,70 cm.
hinten eingefd)raubter IRing mit Biuttergetoinbe für ben Berfdjlufj;
hinten aufgefchraubter Oiing für 21uffafef)ütfen unb ftloben für Ber=
binbung bed Slohred mit dtohrbremfe. Sn ben ©eiten f^ührungd«
leiften jur Rührung bed SRohred in ber SBiege.
20 gleichtaufenbe Büge, gleichförmiger ©rall.
©<hraubenberfd)tuß (Spftem de Bange). Sd)fiale Binbung.
Sibernbe Schlagröhre.
Stichtmittel. Sn beiben ©eiten Suffafe, born am Wiantel ber«
fchiebbare Bifiere.
(Bngfanb.
465
ß) Safette. Stahlblechwänbe. 2ld)fe geht burch bie SBänbe.
SBiege, mit Sdjilbjapfen in Sßänben gelagert, ljat 2 ^(üffigteitsbremfen
unb 2 SJorholfebern. Sein Sporn. Einfache Sdjraubenridjtaafdjtne
an rechter ©eite. Seine ädjSftfce. 2 ^emmf^upe für fjahr« unb
Schiefegebrauch. Stöber wie bie vorigen ©efchüfce.
y) $rofee. Stählernes ^rofcgefteH mit hölgernem ^Jrofclaften.
Sßerbinbung mit Lafette burch $rofenagel. fJaffungSvermögen 21 Schüfe.
b. Der Sdjiefebebarf. 1184
a) S ch r a p n e 11. Stählernes ®obentammerfchrapnell mit bronzenem
Sopf. 372 ^artbleifugeln (288 Äugeln von 28,5 g, 84 von 9 g
(Setvicht). Äupferführung. Doppetjünber mit 16,02 Setunben ®renn«
bauer. (Setvicht 22,65 kg.
ß) ©ranate. Stählerne ©ranate (in 2 SJtuftern). Spreng«
labung Kpbbit ($ifrinfäure). ©ewidjt 22,73 bjw. 22,65 kg. Suf«
fchlagjünber.
y) Sartätfche. ©ewicpt 22,65 kg.
d) Sabung. 0,323 kg in 4 SeiUartufchen mit öeilabung. Sorbit.
c. Der -UiunitionSwagen. 1185
$rofce wie (Sefchüfc. ©ewidjt ohne Sebienung 2286 kg. Raffung«»
Vermögen 45 Schüfe.
d. ©lieberung ber Batterie. 1188
6 ©efchüfee, 9 SJtunitionSWagen, 7 SBerwaltungSfahrjeuge.
Sdpefebebarf für bie Batterie 531 Schüfe (162 Schrapnells,
339 ©ranaten, 30 Äartätfdjen), für baS ©efdjüfc 88*/» Schuß.
e. Seiftung beS ©efchüfeeg. 1187
3(nfang£gef<hwinbigteit 239 m (größte Vabung).
Schußweite ®g. 3100 m, 2lj. 4480 m.
f. ^Beurteilung. 1138
Siuffallenb ift bie geringe Schußweite. Siähere juverläfftge Siadh«
richten finb nicht befannt. ©ine (eichte ^etbhaubifee foll in S3er[uch fein.
4. Sie 7 pfünbige Sanone C/79. I $ür bie ©ebirgSartillerie. i 1189
Korber laber. 3c^c0^arcd ©ufefta^Irotjr. durchmeffer 6,35 em.
Safette. £tahlbledjroänbe. $emmtaue.
©cfamfgeroitht 419 kg. drei draglaften.
Schiefjbcbarf: <Stät)Ierne£tfopffammerfchrapncll. 88.^artbleüugcln. doppeb
ftünbcr. Qeroicht 3,35 kg.
Gifeme ©ranate, nur Sluffdjla^ünbcr. ©creicht 3,35 kg.
Äartätfche. 78 frartblcifugeln. ©eroicht 3,18 kg.
456 ftberftcht über bie Artillerie ber europäifchen ©rofemächte.
Sabung 0,68 kg (Schroarjpufoerk
6 ©efchüfce.
Anfangdgefchroinbigtcit 439 m.
Schufen) eite. ©ranaten 3660 m, Schrapnells (83.) 3020m.
1140 5. Sie 7,5 cm4tanone. (3für bie ©ebirgdartillerie.)
Schnellfeuergefchüfc mit Nohrrürffauf (Spftem NlajinvNorbenfelt). (Sta^I=
rofjr mit Schraubenverfchlufe.
Stählerne Safette mit Sßiege. 2 ftlüffigfeitdbremfen unb Sorholfebern.
Sporn. $emmtaue.
©efamtgeroicht 380 kg. 4 Xraglaften.
Schiefebebarf. Schrapnell: unb ©ranatpatrone 5,67 kg (chroer. Äartätfch:
patronen 6,8 kg fchroer (355 §artbleihtgeln).
Sabung 0,155 kg Söürfelpulver.
Anfangdgefchroinbigteit 280 m.
Schuferoeite 4000 m.
geuergefd>roinbigfeit 7 Schüfe mit, 10 ohne Nachrichten in ber SNinute.
1141 Qn ber englifdjen Artillerie finb nadj ®iße „©affenleljre", 3. Auf*
läge, ©. 93, nidjt weniger wie 154 toerfdjiebene ©efdjüfce twrljanben.
B. Schwere SlrtiHerie bes ^dbfyeeres.
1142 Sine fdjwere Artillerie bed fjelbljeered in unferent Sinne gibt ed
nidjt; in Snglanb gehören jur fdjweren Artillerie alle mit fahrbaren
(Sefdjüfcen bon 4 (10,16 cm) unb größerem ©urdjmeffer aud*
gerüfteten Satterien.
©ad $auptgefdjüfe biefer Artillerie ift aber eine neue 4,7 jööige
SdjneHfeuerfanone, über bie bidljer folgenbed betannt ift.*)
1143 Sie 4jöttige Sdjnetlfenerfanone.
©efchüfc: ©efamtgeroicht 5423 kg.
Sohr. drahtroljr oon ähnlichem Aufbau mie bie gelbtanonen. durch5
meffer 12 cm, Sänge 4,27 = 36 durchmeffer, ©eroicht 1981 kg.
Schraubenoerfchlufe mit $ül(enliberung.
Safette mit Nohrrüdlauf, Einrichtung ähnlich roie bei ben gelbfanonen.
Schufcfchilbe. 3°^nbogenrichtmafchine, ©rhöhungögrcnjen + 20° — 6°. Sporn;
Nabreifenbrcmfe.
Sch iefe beb ar f. Patronen, ©ranaten unb Schrapnell; ©efchoftgeroicht
27,216 kg; Schrapnell 990 Mügeln. Sabung 4,281 kg Morbit.
Anfangdgefchroinbigleit 634 m. ©röftte Schuferoeitc 13 600 m.
*) ArtiUeriftifche 2Ronat3hefte, Berlin. A. ®ath, 1907, Nr. 2.
Die Ärieg^ft^rjeuge.
457
C. Belagerungsgefdjütje.
Die wichtigsten ©elagerung«gefchübe finb folgenbe: uu
9lo$r Safette Schießbebarf Sire fang& S«5 föreire bigfeit m größte Schuß- weite
furch’ meffer cm ®e* reicht kg geuer« höhe m ®e» reicht kg fäoffe 1 ®e« roießt i kg Gr. Spreng- fiabung kg ©röfete ßabung kg
12pfünbigc Kanone 7,62 355 1,00s 584 Gr. Sehr. Kart. 1 5,67 1 i p0:68 1 I 0,357 I K- i 521 4572
löpfünbige Kanone 7,62 856 1,016 1 584 i Gr. Sehr. । Kart. 6,35! 1 0,4251 0,446 P. | K. 482 5486
3Opfünbige Kanone 10,0 1 1 1016 I 1,067 , 762 Gr. Sehr. , Kart. 13,6 i l__. 1,077 K. 549 5760
4,7 JöUißc Kanone 12,0 ! 3121 1 .. _ _ 1,117 3818 । Gr. 1 Sehr. । 21,1 20,4 ; 3,005 _L_ 1 2,466 1 K- 648 9144
6jöttige Kanone 15,24 1 1 5080 1 2,895 i Gr. Sehr. Kart. Panzer- Gr. 1 1 1 45,36 I 1 1 4,451 1 P. 1 1 ' 6,69 1 K. 1 597 9144
öjöHigc $aubi$e 12,7 457 i_ _ 1,143 te' i 22,68 2,041! 0,317 . A ,_ K -_ 238 4480
6 Sättige Jpaubije 15,24 1270 1,359 r ~ i । 1 h 1 cnW 55,56 5,897' 0,935 ' L. i K. 237 4755
ÖjBttige $aubi$e 20,32 | 3556 1 1,829 Sprgr. Kart 1 125,42 14,85 L. 1,871 ' K. I 238 5030
p. = Schroarjpulver. K. = Koibit. L. = Spbbit.
Neunter «Äß^nitt.
Sie ReiegSfaßejeuge.
Bwetf nub (Einteilung ber £rieg«fahr$enge.
Die ÄriegSfahrjeuge bienen teil« jum ^ortfdjaffen »on StriegSgerät 1145
(®ef<hüt}roljre, <Sdjie(jbebarf, ^Beobachtung«», ©ettung«», Telegraphen«
gerät ufw.), teil« jum fjortfchaffen »on ©erfonen (©ebienung«ntann»
Schäften (©erwunbete, Sranfe ufw.).
458
Die Äriegäfaljtjeuge.
©ie fjahrgeuge finb enttoeber jtoei« ober vierräbrig unb heißen in
erfterem fJaHe Starren, in teuerem Stagen.
1146 ©ie werben eingeteilt:
nadj bem ®ebrauth«gtoecf:
in fjahrgeuge für bie fjortfdjaffung non ©efdjüfcroljren
(Stohr«, Äanonen«, ©atteltvagen), von ©djiefjbebarf, ®erät ufto.
(SDtunition?-, Patronen», Borrat?«, Bettung?«, Beobachtung?«,
8eben?mittel«, $acftoagen ufto.);
nach ber Bertoenbung?art unb ber Truppengattung:
in fjahrgeuge ber gelbartillerie, ber fdjtoeren Artillerie be?
fjelbheere?, ber Belagerung?« unb fjeftungöartillerie, ber
Infanterie, StaVallerie ufto.
Anforberungen.
1147 1. .fjaltbarfeit unb ©auerhaftigleit bei leichtem ©gengetoicht.
2. Wtöglidjft günftige Bermertung be? borhanbenen {Raum? gum
Unterbringen ber ©egenftänbe begto. ^erfonen.
3. ®ute fjahrbarfeit, Sentbarfeit unb Betoeglidjfeit, beren ®röfje
fich na<h bem ®ebrau<h?gtoecf richten mufj.
4. Überftchtliche Unterbringung ber mitguführenben ©egenftänbe
unb günftige ®ewicht?verteilung.
Allgemeine (Einrichtung ber JJahrgenge.
1148 $ebe? öierräbrige fjahrgeug befteht au? Berber« unb $intertoagen.
Stuljt auf >huen gut Aufnahme ber Saft ein befonberer ißagenfaften, fo
bilben fie für biefen ba? Berber« unb {jintergeftetl.
114» ©er Borbertoagen ift bei ben nach bem ®lei«hge»icht?fpftem
(3- 870) erbauten fjahrgeugen eine Haften« (3- 873), fonft eine Sattel«
profce (3- 874) ober ein ®efteH, ba? ber (enteren äljnlid) ift.
3u einem folgen Stagengeftell gehört bemnadj bie Achfe mit 3U*
behör unb 2 Stöbern, 2 Arme begto. Sentfdjiene, bie 3u8Vorrichtung
unb ber Befdjlag.
©ie Achfe unb Stöber entfprechen im allgemeinen ber in 3- 758
unb 762 gegebenen Befdjreibung.
©ie Arme bilben, toie bei ben $rofeen, für bie ©eidjfel vorn eine
Schere, fielen hinten über bie Achfe über unb finb enttoeber gleich«
laufenb ober fte gehen fpifctointlig au?einanber. $n (efcterem fjalle
Werben fie burch e'n &ntfcheit verbunben.
Anforberungen. — Allgemeine (Einrichtung bet Srahrjeuge. 459
Sie Sentfdjiene ift ber ber Sattelprofeen ähnlich (3- 874). ^äufig
iß fie nod) mit einem Senffranj verfehen, um bem ^interWagen aud)
vor ber 3$fe einen äuflagepunft ju gewähren.
Sie gugVorridftung vgl. 3. 862.
Ser $interwagen befielt and ber 2W)fe mit3u^ör unb jwei 1150
fRäbern, ben beiben Trägem bejw. bem Sangbaum, bem Sefd)lag unb
ber Hemmvorrichtung.
9tä)fe unb fRäber wie beim Sorberlvagen.
Sie nad) bem (Gleid)gettnd)t«fpftem erbauten gahrjeuge hoben jwei,
naße ihrer WHttellinie beßublicfee Trage« unb jwei türjere Seitenbäume,
untereinanber burd) Stieget verbunben, ber Vorberfte mit Sod) für ben
Srofenagel. äuf biefen Säumen liegen bie jur Aufnahme ber Saß be«
ßimmten Saßen.
Sei ben ftahrjeugen be« Sentfd)eitfpftem« (3. 870) liegt bie Saß
gleichzeitig auf Sorber» unb $interad)fe. Sie Serbinbung mit bem
Sorberwagen erfolgt burd) einen an ben Trägern befeßigten Spann«
nagelblod. Sie ©leitßüde ßnb an einem bie Träger verbinbenben
ÜRittelträger unb an einer fie verbinbenben Schiene angebracht.
Seim Sangbaum bejw. hölzernen Sprieß vereinigen fid) bie beiben
auf ber $interad)fe liegenben SIrme vor biefer, um Weiter vorn ba«
Spannagellod) ju tragen. 3um Sorbergeßell gehört in biefem f^alle
häufig ein Senffd)emel, ber bem Sßagentaßen al« Auflage bient unb für
ben Spannagel burd)bo!)rt iß.
Sie ffiagen mit unterlaufenben SRäbem hoben Weber Träger noch
Sangbaum. Sie Serbinbung von Sorber« unb $interachfe wirb h'er
burch ben Sßagentaßen hergeßellt, beffen Soben vom für ben Spann«
nagel burd)lod)t iß.
Sie Hemmvorrichtung beßeht in einer fjahrbremfe ober einem
Hemmfd)uh; erßere finb Saltenbremfen.
Ser SBagenlaßen Wirb burch hölzerne ober eiferne Sßänbe ge«
bilbet unb hot eine ber Seßimmung be« SBagen« entfpred)enbe f^orm;
er iß mit ber Hinterachfe feß verbunben.
Sie Sarren beßehen au« einem ©abelgeßed jur Aufnahme ber 1151
Saß, Welche« mit jwei Säumen nach hinten über bie ächfe ragt.
SRittel« biefer Säume werben bie Starren im (Gleichgewicht erhalten
unb fortbewegt.
(Sine nähere Sefchreibung ber jahlreichen, ben verriebenen Truppen« 1152
gattungen zugehörigen ^ahrjeuge würbe bem 3n>ed biefe« Suche« nid)t
entfprechen, e« ßnb be«ha(b nur bie f^ahrjeuge ber Slrtillerie erwähnt,
bie im (Gefecht Serwenbung ßnben.
460
Die JtrieflSfa&qeuge.
L Die ber Jelbartiilerie.
a. Die galjrjeuae ber Ä<monen»!öatterie.
1. Der StamtionODagen 96 b/A. (M. W. 96 n/A.)
(%u8 SBernigt unb Xtaug „Dienfhmtenity", Kac^trag 1908.)
1158 1. Die $rofee ip bie F. Pr. 96 n/A.
1154 2. Der $intermagen beßeljt aud bem $intergeßeH unb bem
^interwagentapen.
2>er SRunitioniroagen 96 n/A.
461
a. ^jintergeftell 1155
(Bilb 277 unb 278).
$auptteile:
2 Eragebäume (A) au« ©taljlblet^ gepreßt unb für bie Sldjfe
burdjbofyrt 53om ftnb fie berbunben burdj bie
fßrofjöfe (B) mit iljren beiben Sappen; fie beft^t ein ©ta$l*
futter.
Bilb 278.
$intetgefleU bed SRunitiondroagend 96 n/A.
©er SSorberriegel (D) bient ebenfalls jur S3erbtnbung ber
Xragebäume unb trägt baS Sager für
bie borbere SBagenftiifee (C', bie aufgelegt burd) gtrei febernbe
$alter gehalten unb ^od^getlappt bon ber fcragetette (s) ge*
tragen toirb.
462
Sie Äröflifa^xjotfle.
Die 8<hfe (F> gleicht ber $rofcachfe unb ift bunb ®<h«lager (E)
unb Hfytyatter ftarr mit ben Dragebäumen verbunben.
2 Kaftenträger (S) ftnb benen ber $rofce ähnlich.
Da« Stab ift ba« leichte Stab 96.
Da« gufjbrett (0) au« $ol$ ruht hinten auf ben Drage«
bäumen unb trägt unten Stiemen unb Klöfce ffir ©enfenbaum unb
Spaten.
Die hintere SJagenftfifce (G) befteht an« 2 Stohren mit
^fififtfiefen, bie oben burd) eine XBelle, unten burch bie ^ufjplatte mit
2 Domen oerbunben ftnb. $eruntergetlappt wirb fte burch «ne ^ette
am 3u«gleiten gehinbert. Seim Slichtgebrauch wirb bie «Stube hotb’
gefloppt unb auf ben 4 f£fihrung«winteln (t), bie hinten an ben
Sagem, oom an bem Dragewintel (u) befeftigt ftnb, nach oorn 9e’
fchoben unb burch einen Überwurf (v) unb einen Sorreiber nebft Knopf«
riemen feftgehalten.
Die Sremfe betätigt fich folgenbermagen: Durch Drehen ber
Kurbel (n) fdjraubt fich bie Srem«mutter (m) auf ber Srem«fpinbel (p)
nach oben jurücf unb zieht bie $ugftange (1) mit. Der an ber Stern««
Welle (f) befestigte Seitliche Srem«hebel (k) überträgt bie Sewegung auf
ben mittleren Srem«hebel (g), ber burch bi« Streben (e) ben Srem«»
ballen (n) vorwärts gie^t unb baburch bie Srem«tlauen (c) mit ben
SremStlöfcen (d) gegen ba« Stab prefjt.
Die Tragewelle (L) mit einem Dragehalen ffir ben beweglichen
Unterfdjilb ift jwifchen ben Tragebäumen befeftigt. Durch 3iehen an
einem $anbgriff mit ^ebergehäufe am feften Unterf^ilb wirb mittel«
einer $ugftange unb eine« $ebel« ber Tragehaten nach hinten bewegt,
fo baß ber bewegliche Unterfchilb h«untertlappt.
116® b. Der ^interwagentaften
ruht auf bem $intergeftell unb ift burch Stiete unb Sollen mit ben
Dragebäumen unb Kostenträgern verbunben.
$auptteile:
Da« ©ertppe, gebilbet au« Sorberrahmen unb $interrahmen,
bie burch Serbinbung«Wtnlel, $fihrung«win!el unb bie beiben SDtittel«
rahmen verbunben ftnb. (Ein Querrahmen verbinbet bie Stittelrahmen.
Die Sefleibung be« ©erippe« befteht au« bfinnem «Stahl»
blech unb hinten 2 ftaftenfehilben au« $angerblech mit Drucfleiften ffir
bie Körbe.
Die gepanzerte Dür (f. u Silb 277) mit Drucfleiften ift am
Sorberrahmen nach oben auftlappbar befeftigt unb tann in biefer
Der 3Runitionta>agen 96 n/A.
463
Stellung burdj einen am Tomifterrahmen angebrachten $alteriemen
unb ftnopf feftgehalten »erben.
Die Älappe aud ?angerble<h ift am $interrahmen nach unten
auftlappbar befeftigt unb bient ald Tür für bad ßubehörfadj.
Unterfdjiib (P Silb 277) aud ganger blech: Der fefle Unter«
fchilb befteht aud 2 Teilen, bie am Sorberrahmen, an ben Haften^
trägern unb an ben Tragebäumen befeftigt finb. Stuf ber $anbfeite
befinbet fich ber ©anbgriff gum $anbhaben bed beweglichen Unter«
fdjilbed, ber brehbar an ben ©eilen bed feften angebracht ift. (Er
trägt Sefdjläge für eine Sljt.
2 vorbere (f. r Silb 277) unb 2 hintere (f. q Silb 277)
Seljnftüfcen, 8ehnbledje (f. t Silb 277) unb Sehnbrett.
Der Tornifterraljmen wirb burch ein ©adrohr gebilbet, bad
an ben vorberen Sehnflühen befeftigt ift unb einen Saum auf bem
©agentaften vor ber Sehne umgittert. (Ed ift feitlich "tit Siechen be*
lleibet; ein am Sehnbrett abnehmbar befeftigter Decfplan (f. w Silb 277)
fchüht gegen Segen. Schnürringe auf bem ©agentaften bienen gum
Snbinben von 3 Seiterfutterfäden. Sügel für Spaten unb Senfen«
bäum befinben ftdj unter bem ©agentaften.
Silb 279.
SBunition in bem Siniertoagen bed Stunitiondroagend 96 n/A.
c. innere (Einrichtung. 1157
Die SSittelrahmen finb mit Stahlblech betleibet unb teilen ba«
burch ben ©agenlaften in 2 Seiten« unb eine mittlere Abteilung.
464
Sie JtriegSfafoeuge.
(Eine ©$eibewanb teilt jebe ©eitenabteilung in 2 Srädjer,
jur Slufua^me ber •IRunition. Über ben SWunitionöinljalt f. Si(b 279.
$ebe£ ÜJhinitionöfadj ift mit Sobenleiften befieibet, an ben äußeren
©eitenwänben befinben ficfj 3rül>rung«leiften.
£)ie mittlere Abteilung wirb burdj bie Duertoanb in ba« mittlere
3»unition«fadj unb ba« .ßubeljörfa^ geteilt. biefem befinben
ftdj ein Vager für 2 £)lflaf$en unb JBefdjläge für ba« ©enfenblatt.
$ie gaf^euße ber ferneren Artillerie bed gelbfjeereä. 465
2. Der 1. Sorratßwagen 96 n/A.
1. Die $rofee ift bie jVelbpro^e 96 n/A. 1158
2. Der ^interwagen befteht auß bem £>intergeftell unb bem 1159
$interwagen!aften (®ilb 280).
Daß $intergeftelf gleicht bem beß 3)iunitionß»^interwagen6 1160
96 n/A; bie Sremfe ift infofern anberß eingerichtet, alß bie Surbel
(c) fich hinten in $öhe ^cr Dragebäume befinbet.
befonbere $3ef$läge: am linten Dragebaum für ben Vorrats«
richtbaum,
auf ber Slchfe rechts unb linfß je 1 unterer Slabträger.
Der $interwagentaften. 3luf bem ^interwagen befinben fich n«l
feine Sifce für SRannfchaften; ber gan;e 9?aum auf bem SBagenlaften
ift umgittert unb wirb mit einem $lan überbedt.
Der 1. IBorratßwagen nimmt auf: Sdjiefjbebarf (in ber 'Pro^e) 1162
Qubehör, SJorratSteile, Lebensrnittel ufw.
3. Der 2. SSorratßwagen 96 n/A.
Er ift ein Saftenwagen, nach bem »erbefferten 8entf$eitfyftem 1163
gebaut (3- 1149). 9ldjfe, fftäber ufw. beß SBorberwagenß wie bei ber
F. Pr. 96 n/A, bie beS ^interwagenß wie beim ÜRunitionßhinter»
wagen 96 n/A.
Der Sßagen enthält in ber ^rauptfache: Lebenßmitteltaften, trag«
bare fjielbfdpniebe, $ufeifentaften, Saften für ^ahnenfchmieb, Schloff er,
Stellmacher, SBaffenmeifter, Hufnägel, Schraubftollen,Sohlen,Slmbofi ufw.
b. Die ^ahrjeuge ber (eichten $elbtyaubife>&atterie.
Sie gleichen in ihrem Slufbau unb ihrer Einrichtung benen ber 1164
Sanonen«23atterien mit ben Unterfchieben, bie burch ^en «nbem Schieß»
bebarf bebingt werben; ber SRunitionShinterwagen ift nicht gepanzert.
II. Die /aljrjeuge ber ferneren Artillerie bes JelbVeres.
a. Die ^a^rjeuge ber fehweren ^elb^aubi^^atterie.
1. Der Seobachtungäwagen 02.
Er ift ein zweiteiliger SBagen unb bient jum ^ortfehaffen beß 1165
^Beobachtung^«, JRichtungß« unb f}ernfprechgerätß fowie ber ju ihrer
bebienung nötigen SRannfchaften. 2Iuf ihm ift eine jufammenlegbare
©eobachtungßleiter untergebracht. (Sefchretbung f. Sonberborfchriften
ber fjujjartiüerie 0 „Die neueren ^ahrjeiige".)
® 111 i n, SBaffenle^t'. 2. Sufi. 80
466
®ie Äriegäfa^rjeuge.
1166 2. ©er 5uharti(Ierie»9Jlttuition8Wagen.
Seile: Sorber«, ^intergeftell, SBogentaften, jugehörige Seite.
©a8 Sorbergeftell befteht au« Slchfe, Stöbern, jwei Slrmen mit
©leitholj unb Spannfchemel, 3ugVorrichtung,3ube'hörf offen unb Sefdjlag.
Einrichtung im wefentlichen tvic in 3- 1149 betrieben.
©a« hinter geftell. Slchfe ruht in einem 2lch8futter au« hartcm
$olj, Stöber wie gewöhnlich, Salten, Sremfe.
©er ©agentaften. ßwei Unter«, jwei Dberbäume au« hartem
$013. Serbinbung ber Unterbäume mit 2lch«futter burch 2lch «Pfanne;
Serbinbung ber Unterbäume unter fleh burch Sorber«, $interriegel unb
Querfchtoeäen. Ober« unb Unterbäume Werben burch vier Edfäulen
unb fedj« Schwingen verbunben. ©er Sifclaften burch jwei Stoppen
verfdjloffen, bient jur Aufnahme ber Sartufchen.
©er hintere SJagenlaften wirb innen burch jwei Stöhnten in Slb«
teilungen geteilt, er bient 'jur Aufnahme ber in Serben befinblidjen
©efejoffe. $inten ift er burch eine abnehmbare Sopfwonb gefdjloffen,
oben wirb er burch einen $lan bebeeft. Stuf ben Oberbäumen ba«
Sorniftergerflft.
3. Ser Borrat«wagen.
1167 Er ift ähnlich bem vorigen gebaut, ber hintere SBagenlaften ift
türjer, jwif^en ihm unb bem vorberen SBagenfaften befinbet fich ber
Stabtröger jur Aufnahme von brei Sorratäräbern. Slufjerbem enthält
er einen Sorrat«verfchlufj, Sorrat«beichfel unb fonftige Sorrat«« unb
Erfafcteiie für ®ef<hüfce unb galjrjeuge.
b. Sie ^ajrjengc be« 21 cm Mrs. Batterie.
(Seobadjtung««, SDiunition«« unb Sorrat«wagen wie bei ber H. Satterie.)
1. Ser 21 cm«9tohrwagen. Silb 281.
1168 Seile: Sorber», $interwagen, Saufbahn, ^ebejeug, jugeljörige Seite.
1169 Sorberwagen. Stählerne jojle Slchfe, Stöber mit bronjener
Stabe unb Speidjenfdjuhen ($. 758), Srofcarme au<8 Stahl mit vier
Sluöfparungen jur Erleichterung. Serftärtte $interbrade. Seichfet unb
Sorberbracfe wie gewöhnlich, ßwei ©teitßiide mit ben f^lanfchen
verbunben.
1170 $interwagen. Slcpfe ähnlich wie beim Sorberwagen, Stöber von
größerem ©urchmeffer.
St ah men auS U förmigen Srägern mit SIchöpfannen unb $!$£«
bänbern auf Slcpfe befeftigt, jur Erleichterung 2lu<3fparungen. Ser«
binbung ber Sräger burch Siegel. <^3ro^riegel tragen ben $rofenagel»
bod. Saltenbremfe mit SchnedenWelle.
2<st.
21 cm :Hobrivrtflcn, mnrfdifcvtifl.
Sie t^aljrjeuge ber 21 cm Mn. Batterie.
467
Vaufbahn, aud jwei Trägern mit Sorber» unb ^interriegel,
ruht auf vier Trägerftühen. Sm Sorberriegel Trandportrab unb
Trieb, am gunterriegel Trandportrab; auf ben Sauffdjienen ©eile mit
jwei Kurbeln jum SeWegen ber Saft.
^ebejeug befteht aud: Oehäufe mit Saufräbern, ©djnecfenräbern, 1171
Safttettenräbern, ©chnectenwette mit ©icherheitdbremfen, Safttette mit
^jebertngen unb ©djatenräbem mit $anb!etten.
©ebäufe befteljt aud jwei quer über ber Saufbahn liegenben
Trägern, bie an ben (Enben quer ju (enteren burdj SBinteleifen
angebrachte Sager tragen. 3n biefen ftnb auf Soljen brehbar je
jwei Saufräber befeftigt. Tie Träger bed ©ehäufed finb burch jwei
IRiegel abgefteift unb tragen an ben Snben auf je einer SBelle bad
©chneden» unb Safttettenrab. Suf lefcterem befinbet fich bie Safttette
(©allfdje Rette) mit ben $eberingen, bie an ben ©djilbjapfen bed
fRoIjred befeftigt werben. Tad $eben ber Saft erfolgt burch Schafen«
räber, welche außerhalb ber Saufbahn auf ber ©chnedenwelte befeftigt
finb, mitteld $anbtetten, wobei bie ©chnecfenWelle bad ©chnedenrab
unb bamit auch bad Safttettenrab breljen unb fo ein Suf« unb Sb»
wärtdbewegen ber Safttette bewirten, ©in felbfttätiged ©inten ber
Saft verhindert bie ©idjerheitdbremfe, bie fid) auf ber ©^nedenweHe
befinbet unb burch ^Reibung wirft. Sin SeWegen ber Saft erfolgt
burch feitlich angebrachte Kurbeln ber hinter bem Sorberriegel befind«
liehen Sßelle, welch teuere bad Trandportrab unb Triebrab breljt unb
fomit bie ^ugtette in Sewegung fefct. Tiefe ift an jwei Kloben ber
Träger bed ©eljäufed befeftigt unb bewirtt fo ein $in» unb ^»er«
bewegen bed ©ehäufed auf ben Saufräbern.
2. Settungdtoagen I für 21 cm Mrs. Satterien.
(Er ift ähnlich gebaut wie ber f$ugartil(erie»9Runitiondwagen. 1172
Sdjfe unb 9?äber wie fRoljrwagen. Sin SßJagentaften fehlt. Suf ben
beiben eifernen Tragebäumen finb fedjd fwljerne IRungen in fRungen«
haltern befeftigt, jwifchen welche bie langen $atbhöljer ber Settung
gelagert werben. Som unb hinten eine abnehmbare SBanb. Sn ben
fRungen I)öl$erne ©priegel, über bie ber ^lan gebreitet wirb.
3. Settungdwagen II für 21 cm Mrs. Satterien.
Sr gleicht im Sau bem vorigen. Suf bem vorberen Trittei ber 1173
Tragebäume befinbet fich ein Kafteu, ber jur Sufnaljme von Sdjanj»
jeug, ©anbfäcten ufw. bient. Suf bem hinteren offenen Teil bed
®agend Werben wie beim Settungdwagen 1 bie türjeren Schwellen
ber Settung untergebracht.
30*
468
®ie SJerroenbung bet Sßaffen.
Jlßftßrtiff.
®ie ©erWenbung ber SSaffen.
A. Das <3d)ie|Sen mit ^anbfeuerwaflFen.
1. ®a6 ©djfeften mit bem ©emdj*»
(Angaben für (3eroe$r 88 in Klammem unb f$rftg gebrucft.)
(fntfernungsennittlung.
1174 SOian unter]djeibet:
9lahe (Entfernungen bi« 800 (600) m
Mittlere « . 1200 (1000) •
5B3eite » über 1200 (1000) •
$ur (Erzielung einer entfdjeibenben fjeuerroirtung ift bie richtige
- SBifierWahl unb für biefe bie genaue Kenntnis ber (Entfernung grunb»
legenb. (Ein (Erfliegen ber SSifiere roirb im ©efedjt nur in Ausnahme»
fällen möglich fein. £)ie (Ermittlung ber (Entfernungen roirb vielmehr
in ben weitaus meiften fällen burd) (EntfernungSfchäfcen ober (Ent»
fernungSmeffer erfolgen müffen.
1175 «Sicheres «Schönen ber (Entfernungen bilbet bie ©runblage für
gute Weiterleitung; eS tann nur ergänzt, nicht erfefet »erben burch
SDHthilfe beS (EntfernungSmefferS, burch Slbgreifen von Sorten unb
burch (Erfragen bei bereits im fjeuer fteljenber Artillerie ober Infanterie.
«Sämtliche HJiannfchaften werben im Schäden von nahen (Ent-
fernungen auch im finieen unb Siegen geübt. Offiziere, Unteroffiziere
unb gut beantagte SWannfchaften ((SefechtSentfernungSfchäfcer) finb im
fchnetten unb juberläffigen ©djähen mittlerer (Entfernungen auSju»
bilben unb im iöeftimmen von weiten (Entfernungen ju üben.
1176 ®em (EntfernungSmeffen ift nach (Erprobung unb (Einführung
friegSbrauchbarer (EntfemungSmeffer eine große öebeutung beijumeffen.
©efonberS wichtig ift fdjnelleS ÜReffen.
SeiftungSfähigleit ber (EntfemungSmeffer:
2Rit ben großen (EntfernungSmeffern lönnen alle felbmäßigen 3iele
angemeffen werben, unb jwar niebrige (in Stopf» unb ®ruflhöhe)
1200 m, fjöhere bis 1600 m. Über 1600 m finb in ber siegel nur
hohe, feftftehenbe ©egenftänbe ju meffen. ©djrägftehenbe Siele ftnb
möglichfl nicht ju wählen.
©a8 Schießen mit $anbfeuerroaffen.
469
Die SReßergebniffe auf felbmäßige giele ftnb genügenb, wenn bie
(Entfernungen bis auf folgenbe fje^lerprojente ermittelt »erben:
btö 1000 m 2 bis 3 V$.
• 1500 > 3 • 31/» •
» 2000 . 3*/j • 5 -
(Eingefiityrt finb:
kleiner (EntfernungSmeffer 06*)
©roßer Sidel
• $al?n.
Der Heine (EntfernungSmeffer ift nur ffir ben fJriebenSgebraud)
beftimmt.
1177
SBie auS ber Sdjießvorfdjrift**) Ijervor»
geljt, ift bei beiben großen (EntfernungSmeffem
ber ©runbgebante: Sieffen beS einer betannten
©runblinie anliegenben fpifcen SBintelS in einem
redftwinfligen ©reied.
Qe größer in bem redjtwinfligen ©reied
ABZ bie Kathete ZA, alfo bie (Entfernung
nad) bem Biele ift, um fo größer muß aud} ber
Ä-ZBA fein.
©eim (EntfernungSmeffer ©idel ift bie
©runblinie eine Sdjnur von beftimmter Sänge,
bei $al)n bie Sänge beS f^ernroßrS. ©ei beiben
(EntfernungSmeffem wirb bie ©röße beS4. ZBA
burd) Slblenfung beS Sid)tftraßlS vermittels
(Spiegelung beftimmt unb burd) eine finnreidje
Sleßvorridjtung bie ©röße ber gegenfiberliegenben
ftatßete AZ = Bietentfernung in m abgelefen.
Silb 282.
©runbfaß beb ßnt«
fernungämef ferS.
1178
$n ber ©erteibigung ift von ben (EntfernungSmeffem vor ©eginn
unb tväßrenb beS ©efedjtS auSgebe^ntefter ©ebraud) ju machen.
3m Angriff ift bie ©erwenbungöfäljigteit ber (EntfernungSmeffer
entfpredjenb ber SBirtfamteit beS feinblid)en f}euerS befdjränfter; aber
aud) Ijier werben fid) geeignete Slugenblide ffir iljre ©enufeung finben.
©efonberS wirb eS oft fdjon vor (Eintritt in baS ffeuergefedjt möglid}
fein, bie (Entfernung von ber ju betämpfenben Stellung beS $einbeS
bis ju bem fünfte feftjulegen, ber jur erften ^euerftellung in $uSfid)t
genommen ift.
*) SUS erfaß für ben nodj meift »orßanbenen „Kleinen entfemungämeffer 99".
** ) ©ie ©ienftoorfcßriften „©er große ßntfemungämeffer (SBirfel)" unb „©er
große (Sntfernungsmeffer (§aßn)" finb „nur für ben ©ienftgebraucf) beftimmt".
470
Sie Senoenbung bei Stoffen.
1179 ©a# gefedjt#mäßige Sdjießen ift ber toidjtigfte ©eil ber
©djießauäbilbung. ES fafjt bie ©ätigteiten jufammen, bie ber
Sdjüfce beim Sdjulfchießen unb bei ber (Gefedjt#au#bilbung gelernt hat,
unb Wenbet fie unter Berhältniffen an, bie benen ber SBirflidjteit
möglidjft nahe tommen. ©ie gewiffenhafte ^anbfjabung ber Sßaffe in
allen 2fafdjlag#arten, bie forgfamfte Abgabe be# einzelnen Sdjuffe# unb
ber fefte SBille, ein beftimmte# Qiel ju treffen, finb bie (Grunblagen
für ben Erfolg; fie müffen mit berfeiben Sdjärfe geforbert »erben mie
ein ben (Gefecht#oerhältniffen fRe^nung tragenbe#, trieg#mäßige# ©er-
halten.
©a# gefechtsmäßige Schießen foll ebenfo (Gelegenheit bieten, ben
unteren fjührer in feinen Obliegenheiten in ben »erfchiebenen (Gefecht#*
tagen auSjubilben, mie ben einzelnen SDtann jum entfchloffenen Sdjühen,
ju felbftänbiger ©ätigteit unb überlegtem $anbeln ju erziehen.
Einjelfeuer.
1180 ©ie Abnahme be# beftrichenen fßaum#, bie Streuung ber SBaffe
unb bie (Grenjen ber ßeiftungSfähigteit ber Schüßen befdjränten im
allgemeinen bie Berwenbung be# einzelnen (Gewehr# auf bie nahen
Entfernungen (bi# 800 m); innerhalb biefer Entfernungen fteigt bie
SBahrfdjeinlidjteit be# Erfolge# mit ber 9iälje, (Größe unb ©idjtigfeit
be# ßiet#. (Gegen einzelne niebrige Biele ift Erfolg nur bi# 400 m
(300 m) mit SBahrfdjeinlidjteit ju erwarten.
©en {jaltepuntt wählt ber einzelne Sdjü|}e innerhalb 400 m nadj
ben Erfahrungen beim Sdjulfdjießen, barüber hinau# ift im allgemeinen
.ßielauffifcen angejeigt.
Jlbteilungsfeuer.
1181 ©a# SlbteilungSfeuer ift bie $auptlampfart ber Infanterie.
Sein Erfolg fjängt bavon ab, baß es gelingt, ben wirtfamen
©eil ber (Gefdjoßgarbe in ba# $iel ju bringen; fjierfür ift bie 5Kög<
lichteit unb ber (Grab ber Beobachtung ber (Gefdjoßeinfchläge von er«
hebtidjer Bebeutung.
Qe gefdjloffener bie (Garbe ift, befto größer ift bie SBirfung bei
jutreffenber, befto geringer bei falfdjer SJifierwaljl.
/enerwirkung.
1182 ©ie SBirfung be# SlbteilungSfeuer# wirb burch eine 9icihe üon
Umftänben beftimmt, bie fich jwar ber Einwirtung ber fdjießenben
Abteilung jum ©eit entjieljen, bei ber Beurteilung ber ßeiftung aber
berüdfidjtigt werben müffen.
©aä Spießen mit Jparibfeuerroaffen.
471
9(bgefe^en oon
bet §a$l ber feuernben ©eweljre,
ber ^euerbauer,
ber $euergefd)tmnbtgteit,
Sthußjaljl
fpredjen wefentlidj mit
bie Entfernung unb bie ©efdjaffenheit be« ßiel« (^ö^e,
©reite, Diefe, Didjtigfeit unb Ertennbarfeit),
bie ©efdjaffenheit bei ©elänbe« am ßiel (SRöglichteit unb
®rab ber ©eobadjtung ber ©efchoßeinfdjläge, ©egünftigung
ber Aiiffdjläger« unb Splitterbilbung, Neigung be« ®e«
länbe« jur ©ifierlinie),
bie ®röße ber Diefenftreuung unb ber betriebenen Näume.
©on entf$eibenbem Einfiug aber finb
bie Feuerleitung,
bie ^eiftungen ber Schüßen.
Die Seiftungen ber ©drüben finb bebingt burch ihre Auöbitbung
unb Erhebung (Feuerjucht), burd) ben ®rab ihrer Ermübung unb
ihrer törperli^en unb geiftigen Erregung fotoie burch Umftänbe,
bie auf bie Sicherheit ber Sdjußabgabe eintoirten.
®egen niebrige Qnfanteriejiele ift noch auf mittleren Entfernungen
(800 bi« 1200 m) Erfolg ju erwarten, barüber hinau« meift nur unter
Einfefcung einer bebeutenben !Dlunition«menge, ba infolge ber Abnahme
ber ©arbentiefe unb ber betriebenen Näume mit wadjfenber Entfernung
bie Dreffwahrfcheinlichleit fich toerringert.
©egen Artillerie in ^euertetlung tann über 1000 m entfdjeibenbe
SBirtung innerhalb weniger WHnuten (in benen beim ^euerlampf jWifchen
Infanterie unb Artillerie bie Entfärbung meift fallen wirb) nur bei
überrafdjenber, wohlburdjbachter Feuereröffnung unb bei Einfafc ge«
nügenber Äräfte unb Wlunition erwartet Werben. ®egen Sdjilbbatterien
berminbert fich bie Sföirfung.
£>ofje unb tiefe ßiele (Kolonnen) finb bei richtiger Fenerleitimg
bi« ju ben höcpften ©ifierftellungen mit Erfolg ju belämpfen; bod)
Wädjft bei fcfjmalen fielen bie ©efafjr, baß Seitenwinb bie ©efchoß«
garbe born 3^1 abtreibt; ÜRaßregeln bagegen finb unerläßlich-
Ftantierenbe« Feuer 'P auf a^en Entfernungen unb gegen alle
ßiele befoitber« wirlfam. Namentlich gegen Sdjilbbatterien ift Schräg«
ober flantierenbes Feuer anjuftreben.
Qe mehr bie Feuertoirfung ber ^eit unb bem $iel nach jufammen«
gebrängt unb je überrafdjenber fie erreicht wirb, befto größer it ihr
moralifcher Einbrucf auf ben ®egner.
1188
1184
472
2)ie Serroenbung bet Sßaffen,
/cnerleitung uni Jeuerjndjt.
(SgL Sir. 133 bi« 136 be« 9i. f. b. 3J
1186 Die geuerteitung umfafjt:
Eröffnung unb ©topfen bed fJeuerS,
®af)l unb ^Bezeichnung bed Bield,
Ermittlung ber Entfernung,
SBeflimntung bed SJifierd unb unter befonberen Umftänben bed
$altepunlted, betbed mit $öerücffid)tigrxng ber SBitterungd«
einflüffe,
änorbnungen über F'nerart unb ^eueruerteitung,
{Beobachtung am ßiet,
Einmirlung auf bie fachgemäße ©efechtdtätigleit ber SDtann«
fünften,
Feuerzucht.
Eine unbebingte 2lbgrengung ber ben berfSiebenen ^üfjrern gu»
fatlenben Jätigleiten mürbe ber Eigenart bed heutigen Infanterie*
lampfed miberfpredjen.
Der ^öljere f}üprer barf fid) burd) fKnorbnung bon Einzelheiten
nicht bon feiner höheren Aufgabe ablenten laffen. Der niebere Rührer
muß fo jur SBerantmortungd* unb Entfchtußfähigleit ergogen merben,
bafj er felbftänbig über feinen {Befehlsbereich hinaus eingreift, menn
bie Eefedjtdtage ed erforbert.
1186 Die Feuereröffnung hängt in erfter Vinie bon ber (Sefedjtdlage
ab, fie muß bem Föh*w borbehalten bleiben.
(Srunbfäfelich mirb bad Feuer erft begonnen, menn auf lohnenbe
SBirfung gu rechnen ift.
Die gur Erreichung bed ©efechtdgmecfs erforberliche fDlunition
mufj boll eingefefct merben.
Sofortiges ©topfen bed Feuerö muß jebergeit erreicht merben
lönnen. Serfchminbet ber (Gegner, fo foll bad Feuer 0011 fet&ft auf*
hören.
1187 Die Leitung bed Feuer^ muß folange mie möglich aufrecht*
erhalten merben, bie USermertung ber SBaffe in ber $anb bed Fi»hrerS
liegen.
Für bie Söahl bed Biels ift beffen taltifche IBebeutung mag*
gebenb; erft in gmeiter Sinie entföheibet bie fRüctficht auf bie Eröfje.
ßielmechfel berurfacht Unruhe unb gerfplittert bie ‘Diunitiou, er ift
baher nur borgunehmen, menn bie ©efechtSlage ed burdjauS erforbert,
ober menn fie fich mefentlich beränbert hat.
S)a8 6$iefjen mit ganbfeuenDaffen.
473
©ie Sejeidjnung beg 3’e^ muB bei möglidjfter Sturge jeben
Btoeifel augfchtießen unb bem «Sdjüfcen bie fdjnetle Auffinbung ermög«
liehen. 3ft bag Biel nur mit gerngläfem, mit bloßen Augen aber
nicht ju (eßen, fo finb «Stellen im Oelänbe als 3*etPun*te 8U be»
$eidjnen. Auch tann eg fidj empfehlen, f^erngläfer bei ben Veuten
herumgeljen ju taffen.
©ie feinblidjen Abteilungen »erben fo bezeichnet, mie fie oom
Schuften auö gefeften »erben. (Gefdjüft am toeiteften redjtg ufto.)
©ie (Ermittlung ber (Entfernung erfolgt am fidjerften mit 1188
$ilfe ber (Entfernunggmeffer; außerbem burdj Abgreifen oon Karten
größeren SRaßftabeg, burdj (Erfragen bei in ber 9?äße im fteuer
fteftenber Artillerie unb Infanterie unb burd; Schäften.
Am <$djäften beteiligt ber Bugfübrer feine hierin guüerläffigften
Gruppenführer; außerbem hält er zwei big brei geübte (Entfernungg«
fdjäher in feiner unmittelbaren iRäfte, bie iftm ihr «Sdjäftunggergebnig
mitteilen unb ihn ferner baburdj unterftüften, baß fie nicht nur bag
befdjoffene 3'et fonbern auch ben übrigen ©eil beg Gefedjtgfelbeg
beobachten unb bauernbe Serbinbung mit bem nächfthöperen fjüljrer
halten.
Augnahntgmeife tann fich, wenn bie ©nippe felbft noch nicht wirt«
fam befdjoffen toirb, mit ber (Eröffnung beg ffeuerg ein (Erfdjießen ber
Sifierftellung burch ha^3u9° °^cr gugtoeife mit einer Sifierftellung ab»
gegebene «Sahen ober lebljafteg «Sdjüftenfeuer ermöglichen taffen.
Weitere Sorbebingungen hierfür finb fefifteftenbeg Biet, (Einficht
beg Gelänbeg oor bem B*el, Grtennbarteit ber Gefdjoßeinfdjläge unb
hinreidjenbe 3e^-
Bunädjft ift bag Sifier fo turj zu wählen, baß mit Sicherheit bie
Gefchoßauffdjtäge oor bem 3*el Zu erwarten finb.
Sifieranwenbung unb ^alteoorfdjrift, SRaßnaljmen gegen
® itterunggeinf l üf f e.
©ie Grunblage für bie Sifiertoaljl bietet bie (Entfernunggermittlung; 1189
baneben müffen bie JBitterunggeinflüffe unb bie ©iefenftreuung, auf
naßen (Entfernungen auch bie Größe beg beftrichenen IRaumeg berüdt>
fidjtigt »erben.
®ig 1OOO m (800 m) toirb grunbfäfclidj mit einem Sifier ge»
fchoffen.
Über 1000 m (800 m) werben bei unbetannter (Entfernung in ber
fRegel 2 um 100 m augeinanberliegenbe Sifierftellungen gleichzeitig
oerwenbet. ©er f^üljrer barf jeboch oon biefer fReget abweidjen, wenn
474
Sie Serroenbung ber Söaffen.
er burd) juoerläffige ©ntfernungdermittlung ober burd) bie ^Beobachtung
am 3*^ befonberd ftdjere Unterlagen für jutreffenbe Vifiertoaljt ge«
teinnt; er Tann bann aud) über 1000 m mit einem Vifier ober mit
jioei nur um 50 m audeinanberliegenben Vifteren fdjiefjen.
1190 Vilb 283 veranfd)aulid)t ein ©eifpiel für bie Verteilung ber Treffer
unb ©eftaltung ber ©efdjofgarbe wenn auf 1250 m mit bem ju«
treffenben Vifier, mit jtoei um 50 unb jtoei um 100 m audeinanber»
liegenben SSifieren gefdjoffen tvirb. (®ie ©infallminlet finb abftcf>tlidj
viel ju grofj gegeidjnet, um bie Silber beutlic^er ju machen.)
«ilb 283.
Verteilung ber Zreffer.
Sie 0ef<bo6garbe mit bem Viper 1260.
Sie ®efcf)o&garbe mit bem Vifier 1225 unb 1275.
Sie 0ef<bo6garbe mit bem Vifier 1200 unb 1300.
«00
3»ei Vifiere werben auf bie ©lieber, unb jtvar junäd^ft bad
niebrigere auf bad 1., bad h^ere «uf bad 2. ©lieb berteilt.
Steilungen unter ßugftärte mit 2 Vifteren fließen ju laffen, ift
nid)t Vorteilhaft.
®a8 Stiegen mit jpanbfeuermaffen.
475
Bei fcpnell fidj vor ober jurucf bewegenben fielen wirb burdj
Weitgreifenbe Bifieränberungen mitgegangen, auf nahen Entfernungen
tann auch ber $altepunlt verlegt werben. Bei anreitenber Kavallerie
bleibt ju beadjten, bag baS Bifier 700 m (500 m) fidj bi« jur Bifier«
f^ugweite nidjt über 3ielböbe erbebt.
Der $altepunlt ift grunbfäfctidj ßiel auffifcen, jebodj lönnen be« 11»1
fonbere Umftänbe eine Verlegung in, unter ober neben ba« ßiel be«
bingen; meift werben beffen Bbmeffungen al« -JRagftab bienen.
Bur $ebung ober Senlung ber ®arbe ift auf ben wetteren unb
mittleren Entfernungen Bifierwedjfel vorjujiehen; audj auf ben naben
Entfernungen lohnt fidj ba« Berlegen be« ^jaltepunlt« in ba« ßiel
nur bei Ij(*ben 8*e^en-
Ein Berlegen be« $altepunlte« neben ba« ßiel wirb befonber«
bei fdjmalen fielen unb feitlidjem BJinb notwenbig.
Qn foldjen fällen tann e« fidj, namentlich wenn ber Einflug ber
SBJinbftärte nidjt abjufdjäfeen ift unb Beobachtung am ßiel fehlt, jur
Steigerung ber Söahrfdjeinlichfeit be« Erfolge« empfehlen, ba« fjeuer
nicht auf einen beftimmten $untt jufammenjufaffen, fonbern auf eine
brettere ßinie ju verteilen (j. B. jtatt: „2 ©efdjüfcbreiten lint« an«
halten“ befehlen: „(Jener auf einen Ijalbcn ©efdjüfcjwifdjenraum lint«
verteilen").
Sdjlieglidj tann e« bei einer gut au«gebitbeten Druppe auf naben
Entfernungen, bei Vorljanbener Beobachtung unb grogen 3toWn’
räumen im $iel Von Borteil fein, ben $altepunlt ben Schüben frei«
jugeben.
fjeuerart.
Die ßebljaftigleit be« freuet« richtet fidj nach ber ®efedjt«lage, 1192
bem ®efedjt«jwecf, ber Befdjaffenljeit be« ßiel« unb ber vorljanbenen
SRunition.
Sßeite Entfernung, ungünftige Beleuchtung unb fchwere Ertenn»
barfeit be« Biel« werben meift mägigenb auf bie fjeuergefdjwinbigleit
einwirfen.
Qm allgemeinen nimmt bei erheblich gefteigerter Qeuergefch»inbig«
leit bie Drefffidjerljeit be« einjelnen Sdjuffe« ab unb bie Diefenau««
behnung ber ®arbe ju; nicht feiten werben aber ®efedjt«tage, ©efedjtä«
jWect unb Berhalten be« (Gegner« erhöhte Qeuergefdjwinbigleit jur
Erjielung größerer Sßirfung in fürjerer Beit verlangen unb fo einen
grögeren 3Kunition«einfah rechtfertigen.
Die Bnwenbung ber Salve ift auf fjätte befdjränlt, in benen bie
Druppe nicht felbft wirtfam befdjoffen wirb.
476
Sie Benoenbung bet SBaffen.
QeuerVerteilung.
1193 Sine gleichmäßige Verteilung beS fJeuerS über bie ©efamtbreite
beS gu befdjießenben S'e^ ift befonberd wichtig. Den Unterabteilungen
»erben baher bie ©renjen genau angegeben, innerhalb bereu fich ihr
^euer gu Verteilen hat. Damit teineSfaUS Süden entfielen, empfiehlt
fid) geringes Übergreifen.
Qm allgemeinen ift anguftreben, baß jebe Weitung unb jeber
Schüße ben gerabe gegenüberliegenben Seil bed unter treuer
nimmt, bodj barf aud) jtreugfeuer nicht gefdjeut »erben, fteinedfalld
barf aber bie geringere Sidjtbarfeit beS gufaUenben Siete Qüljrer ober
Schüßen bewegen, mit ihrem fjeuer auf beffer ftdjtbare Seite bauemb
übergugeljen. Dies fdjließt nicht aud, baß befonberd günftige Belegen«
fetten (Sprünge bed ©egnerd uf».) für bie fjeuerroirfung audgenufct
werben.
Bei ber Beurteilung ber Seiftung barf bie fjeuerverteilung nicht
außer Betracht bleiben.
Beobachtung ber SBirtung.
1194 Unter Benufcung von fjerngläfern ift fortgefefcte Beobachtung ber
®efd)oßauff(hläge erforbertidj, um an ihnen unb am Verhalten bed
(Segnerd gu ertennen, ob Vifier« unb ^altepuntt richtig gewählt ober
Berichtigungen nötig finb.
Qft bie unmittelbare Beobachtung aud ber fjeuerlinie felbft beein«
trädjtigt, fo empfiehlt ed fich, ®cnn angängig, feitliche Beobachter auf«
gufteden, bie burch verabrebete Seichen, $urufe unb ßwifchenpoften
ihre Vtahrnehmungen übermitteln.
Sinwirtung auf bie ®efedjtdtätigteit ber »Diannfchaften.
1195 Sie macht fid? gunädjft geltenb burch fachgemäße Qüßrung unb
Befehlserteilung, burch unmittelbares Singreifen unb burch Überwachung
ber Ausführung aller angeorbneten SUZaßnahmen, ber ©elänbebenufcung
unb ber fjeuertätigleit. hierfür ift gwedmäßige Söahl bed
feitend ber fjührer befonberS widrig.
SBicßtiger unb fdjwieriger noch als biefe unmittelbare Sinwirtung
finb bei ben ftarten ^luforberungen beS Qnfanterietampfed bie moralifche
Sinwirtung unb bad Beifpiel bed fjührerd, burch bie bem Wtann
fRuße unb Vertrauen, Sntfchloffenheit unb Überlegung in allen Sagen
erhalten werben müffen.
fjeuergucht.
1196 Die fjeuergudjt umfaßt bie gewiffenljafte Ausführung ber im
fjeuergefecht erfolgenben Befehle unb bie peinliche Beachtung ber für
S)a8 Stiegen mit §<mbfeuerwaffen. 477
bie $anbhabung ber Söaffe unb bad Verhalten im ©efedjt gegebenen
Sorfdjriften.
^ierju gehört audnufcung bed ©elänbed jur Steigerung ber
©refffidjerljeit unb jur eigenen ©edung; Sorgfalt im Stellen bed
SßifterS unb in ber STbgabe be8 Sdjuffed, wobei bie größere Qreuer«
gefdjwinbigteit nur burdj fdjnellered Saben unb Slnfdjlagen erreidjt
Werben barf; ftete Slufmertfamfeit auf bie ^ü^rer unb ben Feinb,
felbftänbige Feuerbefdjleunigung, Wenn ba« 3'el günftiger wirb, felb»
ftänbigeS Einftellen beim Serfchwinben bed Eegnerd; fparfamed $au£>
halten mit ber Munition.
©irb bie f^euerleitung im ®efedjtdi>ertauf nur unooütommen
burdjfüljrbar ober tjört fie ganj auf, fo foll jeber ÜJiann Sefonnenljeit
unb Überlegung bewahren unb fetbftänbig 3'^ unb Sifier wählen; bie
befonberd beljerjten unb umfidjtigen Veute müffen auf iljre ftameraben
burdj ifyr Serljalten unb i^r Seifpiel einjuwirten fudjen.
2. ©ad Sdjiefccn mit bem ftaratnner. (®ewehr 91.)
©ie ©runbfäfce für bie Serwenbung ber ©affe finb bie gleidjen HOT
wie für bie Serwenbung ber Eeweljre.
(Ein)tlfentr.
©ie Slbnaljme bed beftrichenen IRaumd, bie Streuung ber ©affe 1198
unb bie Erenjen ber Qeiftungdfä^igteit ber Sdjüfeen befdjränten im all«
gemeinen bie Serwenbung bed ein je Inen ftarabinerd auf bie nahen
Entfernungen; innerhalb biefer Entfernungen fteigt bie ©ahrfdjeinlidjteit
bed Erfolged mit ber ÜRälje, ®röfje unb ©idjtigteit bed ßietd. ®egen
einjelne niebrige $iele ift Erfolg nur bid 250 m mit ©ahrfdjeinlidjteit
ju erwarten.
JÄbteiluncpfeuer.
©ie ©irtung bed SIbteilungdfeuerd wirb burch bie in 3- 1181 1199
für bad Eeweljridjiefjen angegebenen Umftänbe beftimmt.
®egen niebrige ^nfanteriejiele ift auf nahen Entfernungen (bid
800 m) Erfolg ju erwarten, barttber Ijiuaud meift nur unter Einfafe
einer bebeutenben SRunitiondmenge, ba infolge ber Abnahme ber ®arben>
tiefe unb ber beftrichenen fRäume mit wadjfenber Entfernung bie ©reff«
wahrfdjeinlidjteit fich verringert.
®egen Slrtillerie in geuerftettung tann entfdjeibenbe ©irtung nur
bei überrafdjenber, wohlburdjbadjter Feuereröffnung unb bei Einfafe ge>
nügenber Strafte unb SWunition erwartet werben.
478
2)ie Senoenbung ber SBaffen.
Qm übrigen g-euerwirfung wie beim ©eweßr. Sgl. 3- 1182.
1200 fjfür bie fjeuerleitung unb fjfeuerjudjt finb bie in ß. 1185
angegebenen ©efidjtspunlte maßgebend
3. SaS ©djieften mit bem 3letoofoer.
1201 ©er 9ievoloer mirb nur jur fRaßverteibigung berwenbet. ©eine
Seißung genügt auf (Entfernungen bis 20 m.
B. Das Spielen mit hem JUaltßintngemeßr.
Allgemeine (Sntnbfäße für bie Dermenbnng. (3R. ®. (E. 31. 223;
g-. O. 624b.)
1202 Sfflafcßinengeweßre befäßigen bie fjüßrung an beftimmten fünften
jur (Entwidlung ftärtfter infanteriftifcßer geuerfraft auf fcßmalftem 9taum.
Sie lönnen in jebem für Infanterie gangbaren ©elänbe 23er»
wenbung finben unb müffen — freigemacßt — felbft erßeblicße $inber«
niffe ju fiberwinben verfielen, ©ie bieten im ©efecßt lein größeres
£iel als unter gleichen Serßältniffen tämpfenbe ©cßüßen unb ftnb in
ißrer ©efecßtstraft weit wiberftanbSfäßiger gegen Sertufte als Infanterie.
3ßre geuertraft tann aucß nad) 23erluft ber $älfte ber ®e«
bienungömannfdjaften nocß unberminbert anbauern.
©edungen, bie räumlicß larnn ffir einen 3U9 Infanterie aus»
reicßen, fönnen einer ganjen 2RafdjinengeWeßr»?lbteilung ©djuß ge*
wüßten. ©ie Sauart ber Qraßrjeuge, auf benen ©eweßre, ©djieß«
bebarf unb Sebienung beförbert werben, unb bie SeiftungSfäßigfeit ber
Sefpannung befäßigt bie 39lafcßinengeweßr»9lbteitung ju ben SRarfcß*
(eiftungen berittener ©ruppen. Slufgeproßte SDlafcßinengeweßre ftnb
in ber Sage, in furjer ßeit ein woßlgejielteS ÜRaffenfeuer abgeben
ju fönnen.
©ie ©ragweite unb ©efdjoßwirhing beS SRafcßinengeweßrS ift bie
beS ^nfanteriegeweßrS. ©ie rafd)e Slufeinanberfolge ber ©djüffe unb
baS enge gufammenßalten ber ©efcßoßgarbe fowie bie SRögli^feit,
meßrere ©eweßre auf befdjränttem fftautn ju Vereinen, fefct bie Sb»
teilung in bie Sage, an beftimmten ©teilen rafdj einen burd)fd)tagenben
(Erfolg ju erringen unb felbft auf weite (Entfernungen gegen große
unb bidjte 3iele in turjer $eit Vernidjtenb ju wirten.
1203 ©er Stampf mit gut gebedten ©t^ü^enlinien ift im allgemeinen ju
vermeiben. (Er erforbert einen großen WtunitionSaufwanb, ber nidft
im Ser^ältniS ju ben ©reffergebniffen ftefjt. (ES ift baljer nicßt auS«
©aä S^iefjen mit bem 3Raf$inengen>ei)t.
479
gefctjtoffen, baß bie IBebienung unb bie Gewehre wäljrenb eines länger
währenben Kampfes jeitroeilig aus ber f^euerftettung jurüdgejogen
»erben, um ihre ®efedjtstraft für entfdjeibenbe Augenblide aufjufparen.
Auch ber Stampf gegen URafthinengewehre, bie ein ferner ju
treffenbeS ßiel bilben, entfpridjt nicht ber Eigenart ber Söaffe. ($n
ben weiften fällen wirb bie IBelämpfung vorteilhafter anberen SBaffen
ju übertragen fein.)
©en Angriffen feinblidjer Kavallerie lann bie fDlafdjinengewehr»
Abteilung jeberjeit unb in jeber Sage mit 9tulje entgegenfetyen.
$nt ©efedjt gegen Artillerie ift ju beachten, baß biefer Sßaffe bte
Überlegenheit beS $euerS auf weite Entfernungen beiwohnt.
SWafdjinengewehr»Abteilungen*) werben im allgemeinen ungeteilt 1204
verwenbet. ©ie ^erwenbung einzelner ÜRafcbtnengewehre ift unter»
fagt. Ein jeitweifeS .Qufammenfaffen mehrerer Wtafchinengewehr'Ab»
teilungen wirb nur auSnahmSweife von Vorteil fein.
©ie ©efedjtsbereitfchaft ber W7af<htnengewehre ift berartig, baß fte
bei genügenber AufKärung nur in fehr unüberfichtlichem unb be»
wachfenem ©elänbe einer befonberen Sebedung bebürfen.
Niemals tännen Wtafihinengewehre Artillerie erfe^en.
*) ©ie Abteilung f>at 6 ®etoe^«, 3 WunitionSroagen, 2 Sorratöroagen,
Dfpjiet: unb SSorratöpferbe, 1 $actoagen, 1 SebenSmiitelroagen, 1 Jutterroagen.
©lieberung:
1- ) i. s««
®efe$t&
ab teilung
1. SJiunitionänjagen
2.
3. «
1. Sorratöroagen
SRunitwndjug
Sämtliche gafyrjeuge finb 4fpännig.
unb Sorrai^pferbe bilben bie Heine Sagagc.
11 ^adwagen 2fpännig
1 2eben$mittelroagcn 2 «
1 Sutterroagen 4 *
2 . $orratöroagen 4 $
SfaSrüftung mit S^iefjbebarf: güt jebeö ©eroeljr etwa 10500 S($ufj, in
jebem SRunitionäwagen etwa 800fr Scfjufj, im ganzen für febeS Öewefyr runb
14500 Patronen. (9ta$ @infü^rung ber S-9Runition wirb bie SluSrüftung um
etwa Vs erljötyt.)
480
2)ie Senoenbung bet SBafien.
Qljre Hauptaufgabe werben fie immer ba finben, wo ifyre Ijobe
fteuerteiftung jugieidj mit ihrer ®eweglichleit (im SWarf^e) unb bie
ftähigteit, vorn ftahrzeug getrennt im ©elänbe ju oerfdjwinben, ooU
audgenufct werben tann.
1205 ftür ben richtigen Einfafc ber 9Rafchinengewehre ift Vollftänbige
SbenntniS ber allgemeinen Sage, ber 9lbfid)ten bed ftührerd unb bed
Stanbed bed ©efedjtd erforberlidj. Tie Verfügung über bie SRafdjinen»
gewefyre fleht baher ber böseren ftührung unmittelbar ;u. ®ei Sn»
glieberung ber S0lafchinengewehr4lbteilung an beftimmte Truppenteile
toirb ihr ©efedjtdwert nur audnahmdweife ooll audgenufct werben lönnen.
Tag Schienen. (S». ®. E. 9t., 9JI. ®. S. unb ft. ©.)
Tie fteuerleitung.
1206 Wtaggebenb für bie SSaEjl ber fteuerfteUung ift ftetd bie Erzielung
höchfter SBirfung im 9lahmen bed erhaltenen Sluftraged, erft in zweiter
Vinte fleht bie 9tüdfidht auf Tedung.
Ter SBahl jeher Stellung muff eine befonbere Eriunbung ooraud*
gehen, beren rechtzeitige unb gefdjidte Sludführung eine SSorbebingung
für ben Erfolg bilbet. Sie erflredt fich auf bie Ermittlung ber Qiete,
auf bad für bie eigene SlufjteUung in ^Betracht tommenbe ©elänbe, auf
änmarfchwege unb ©angbarteit fowie auf Sicherung gegen Über«
rafdjungen.
Ed ift ju oermeiben, bag bie Slufmertfamteit bed fteinbed vor-
zeitig auf bie gewählte Stellung gelentt wirb. Sluf oerbedted Ein«
nehmen ber Stellung unb auf überrafchenbe fteuereröffnung ift be»
fonberd hinzuwirten. ftm feinblt^en fteuer auf Entfernungen inner«
halb 600 m fann bad Slnortbringen unb Slbfahren ber Wtafcfjinen«
gewehre nur noch hinter wirtlichen Tecfungen erfolgen.
ftür jebed einzelne ©eweljr ift ber für fteuerwirtung unb Tedung
günftigfte ‘Blafc zu wählen, ftn ber 9iegel befteht z»ifch*n tat ei«*
Zeinen HRafchinengeWehren ein ßwifchenraum oon etwa zwanzig Schritt,
bodj ift 9lichtung unb ®lei^mä|igfeit ber ßwifchenräume innerhalb ber
Abteilung nicht erforberlich-
1207 Sludfchlaggebenb für bie SBahl bed .gieled ift in erfter Sinie beffen
augenblidlidfe taftifefje ©ebeutung.
Ter Gruppenführer gibt ben ®efed)tdzwed unb bamit bad
3iel im allgemeinen an.
Ter Slbteilungdführer wählt bie fteuerfteUung, fteUt bie Ent»
fernung feft, beftimmt bie 3'e^ i«n einzelnen fowie bie Slrt ihrer ®e*
tämpfung unb befiehlt bie fteuereröffnung.
©aä Stiegen mit bem 9Rafcbinengen»ebr.
481
©er Sugführer gibt bie ftommanbod weiter. (Er beftimmt bie
^Jläfee, bie ßieiabfdjnitte unb bie (Biftere für bie einzelnen ©ewehre.
(Er überwacht bie (Bebienung unb ift befonberd für bie richtige Stuf«
faffung bed Bietö unb bie geuertätigteit feined ßuged verantwortlich.
©er ®eweljrfüljrer wählt ben günftigften Slufftellungdpunft unb
bie geeignete 3lnf$lagt)ölje für fein ©ewehr, überwacht bie fachgemäße
Sfudfüljrung aller Slnorbnungen unb forgt gegebenenfalld burch felbft»
ftänbige ÜRaßnahmen bafür, baß bie 3Ritte ber Qeuergarbe in bad
giel tommt.
Staßer bem (Eingelfeuer, bad lebiglidj beim S^ulf^ießen an» 1208
gewanbt Wirb, unterf^eibet man fReihenfeuer unb Dauerfeuer.
fReihenfeuer ift eine Qolge non etwa 25 Schuß, nach ber eine
$aufe gur (Beobachtung ber ©efchoßwirfung unb gur etwaigen ®er-
befferung von SSifier unb $a(tepuntt eintritt. (Ed wirb gum (Erfchießen
bed SJifierd angewanbt; in SludnahmefäHen auch gum (Befchießen
fchwieriger Siele, befonberd im welligen ©elänbe unb auf weiten (Ent-
fernungen.
Qm übrigen wirb gum SBirtungdf gießen grunbfäfelich Dauerfeuer
angewanbt, wobei bad Schießen nur gu unterbrechen ift, wenn ed bie
(Berhältniffe erforbern.
©ad Qeuer bed ÜRaf^inengewehrd wirb entweber mit feftgefteUter
$öhen» unb Seitenrichtung auf einen ’puntt gerichtet (^unttfeuer) ober'
ed wirb „geftreut“, b. h- bad ßiel wirb in feiner gangen Sludbehnung
begw. in einem näher bezeichneten ©eil befchoffen (Streufeuer).
SBährenb bed feuernd ift barauf gu achten, baß im feften galten
bed ©ewehrd unb bem (Borbrüden bed Blbguged nicht nacbgelaffen unb
ununterbrochen fcharf gegielt wirb.
©ie ©efchwinbigteit, mit ber geftreut wirb, richtet fich nad? ^er
(Entfernung unb ber Slrt bed Siels. Qm allgemeinen Wirb bad ©e»
Wehr langfam unb gleichmäßig bewegt. Su f^nelled Streuen fchäbigt
bie ©reffwirtung.
(Ed wirb „ßiel auffi§en" gehalten. (Beim feuern auf nahen (Ent* 1209
femungen ober nach (Beobachtung ber Qeuerwirfung tann ein anberer
,f)altepuntt befohlen ober bei fehlenber Qeuerleitung gewählt werben.
(Ed wirb im allgemeinen mit einem (Bificr gesoffen. (Bei ent- 1210
fpredjenber Diefe bed S’e^ ober bei fehlenber (Beobachtung werben 2,
audnahmdweife auch 3 um 50 ober 100 m audeinanberliegenbe (ßifiere
gerechtfertigt fein.
(Bei 2 (Bifieren nehmen bie redjtd ftehenben ©ewehre jebed Su9eö
bad niebere (Bifier. (Bei 3 (Bifieren nimmt, Wenn nicht anbered be»
Setlin, JBaffenle^re. 2. Suff. 31
482
®ie SBerroenbung bet äßaffen.
fohlen roirb, ber 3U9 am roeiteften rechte bad niebrigfte, ber am
roeiteften (inte bad ^öj^fte SSifter.
Unter Umft&nben, namentlich auch bei tiefen ober breiten ßielen
unb fehlenber (Beobachtung, tann ed oorteilhaft fein, eine Erweiterung
bed betriebenen (Raumed burch geringfügiges ©treuen in fentrechter
Stiftung gu erreichen (Üiefenftreuung).
Sie JcuertDirkung.
1211 Auf bie ^euerwirtung ber Tiafchinengemebre finb befonberd oon
Einflug: richtige (Bifierroahl, SRöglichteit ber (Beobachtung, ®rö§e unb
©ichtigteit bed Biete, ©^iegüerfahren. ©ie ffiirtung roirb mittelbar
beeinflußt burch überrafdjenbed Auftreten, ßahl ber badfelbe $iel unter
geuer nehmenben ©eroeljre, foroie (Beunruhigung ber feuernben ©nippe
burch ben ®egner.
©ie Eigenart ber ©affe bebingt, bag ein halber Erfolg nur feiten
oortommt. (Bei gutreffenbem (Bifier ift groge unb entfeheibenbe ©irtung
in furger Beit bie (Regel; bei unrichtiger (Bifierroahl unb ungeniigenber
(Beobachtung ift auch 9e9en $<>he un^ Biele me’P nur auf 8ufafl$’
treffer gu rechnen.
1212 (Bei guter [feuerleitung ift gegen gefchloffene Abteilungen fd)on oon
1500 m ab burchfcfjlagenber Erfolg gu erwarten.
Aufrechte, bichte Schützenlinien erleiben oon 1500 m ab erhebliche
(Berlufte. Sange, ununterbrochene (Borroärtdberoegungen finb hn
2Rafchinengeroehrfeuer nicht ausführbar.
®egen (iegenbe Schüfcenlinen tann bei guter (Beobachtung bid gu
1000 m auf Erfolg gerechnet werben; bei mangelnber (Beobachtung finb
fie jenfeitd 600 in ein für dRaf^inengeroehrfeuer roenig geeigneted Biel.
©ie f^euerroirtung gegen in Stellung befinbliche Artillerie ift ähn«
lieh wie bie ber Infanterie gu beurteilen; befonberd roirtfam ift ein
flantierenbed fjfeuer ber ©entehre.
C. Das Sditegtn mit
3n biefem Slbfdjnitte fjaben nur bie am bäufigften norfommenben Sdjiefaerfa^ren
ber gelb« unb gufcartillerie 3(ufnaljme gefunben.
I. ®aö ©d;icf;cn ber ^clbarHUcric.
Erknnbuug bcs Jtinbrs uub brr JrntrßrUnng. (Ep. (R. f. b. $a.)
1218 (Redjtgeitige unb grünbliche Ertunbung ift SSorbebingung für ben
Erfolg; h'ergu finb frühgeitige Entfenbung oon DffigierpatrouiUen unb
Auftlärem foroie Tiitteilungen oon Auftlärungdabteilungen anberer
©affen oorteilljaft.
J)aä Stiegen mit ®ef<bü$en.
483
Die (Ertunbung erftrecft fid} in erfter ßinie auf (Ermittlung ber
Biele, ober wenn foldje nod} nidjt nicht erfennbar, auf bie ^eftlegnng
bed ju beobadjtenben ©elänberaumed, auf bad für bie eigene Auf»
ftellung in Vetradjt lommenbe Selänbe unb auf bie Anmarfdjwege.
Der (Einnahme jeher Stellung hat eine befonbere (Eriunbung burd)
ben Artillerietornmanbeur unb bemnächft burd) bie unterteilten Artillerie»
fü^rer boraudjugeljen. Vei allen (Ertunbungen ift ju oermeiben, bag
bie Aufmerffantfeit bed f^einbed auf bie einjuneljmenbe fteuerfteUung
gelentt wirb; befonbere SJorfidjt ift bei Annäherung an bie fteuerfteUung
geboten.
SDlan unterfdjeibet: Offene fteuerftellungen, in benen bie 1214
©eitenridjtung über Vifier unb ftorn genommen Wirb;
5aft üerbedte fyeuerftellungen, in benen bei ber Stanone bie
erfte Seitenrichtung in ber Siegel oon allen ©efdjüfcen mit ber hohen
Slidjtfläche, bei ber $aubifce oom SHdjttanonier fteljenb an ober auf bem
©efchüh genommen wirb (ber Vatterieführer tann aber aud) biefe
Stidjtart auf ein ©runbgefdjüfc befdjränten unb wie in einer oerbedten
fteuerfteUung Oerfahren).
33 erb erfte fteuerftetlungen, in benen in ber Siegel ein ©runb«
gefdjüfe über Sioljroifierung ober auf eine abgeftedte Slidjtungdlinie
eingerichtet unb bie Vatterie gleidjtaufenb geftellt ober bei ber ^aubi^e
mit bem Siidjttreid auf alte ©efdjüfce übertragen wirb.
ftür eine fteuerfteUung ftnb erwünfdjt: Audgebehnted, freied 1215
Sdjußfelb, audreidjenber Staunt, ebene ©efdjüfeftänbe unb SBegfamleit
hinter ber fteuerlinie; Derfung gegen ©idjt ift ftetd anjuftreben.
Vorteilhaft ift eine Aufteilung hinter wenig herOortretenben, nach
bem fteinbe fanft abfaUenben $öljen. SDtadten finb erwünfdjt; nach«
teilig ift eine Stellung in unmittelbarer Siälje befonberd heroortretenber
©egenftänbe, üorteilljaft oor einem $intergrunb, oon bem fie fich nicht
abhebt.
3Bidjtig ift SBatjl ber richtigen ftront.
©efdjüfejwifdjenräume minbeftend 10“, Vatteriejwifdjenräume 30*.
/enerleitnng. ((Ej. St. unb Sd). 33. f. b. fta.)
Die höheren Artillerieführer regeln bie Verteilung ber ßiele unb 1216
ber VatteriefteUungen; bie Leitung bed fteuerd innerhalb ber Batterie
ift Sache bed Vatteriefüljrerd.
Die genaue (Eriunbung bed $ield ’P f“r ^ie f^nelle fteuer« 1217
eröffnung unb bad richtige unb fdjnelte (Einfdjiefjen bon größter 3Bidj«
tigteit, fie muß baher möglichst beenbet fein, bebor bad fteuer beginnt.
31»
484
®ie Serroenbung ber SEBaffen.
Die Erlunbung umfaßt bad 9Iuffuchen bed 3'e^, Ertennen feiner
2lrt unb Sludrüftung, Schäden ber Entfernung (Starte, 2D?itteitung non
Bielauftlärern ufro.), Beurteilung bed Bielgelänbed, Ertennen etwa bor«
hanbener natürlicher ober fünftlicher Decfungen, eigener 9lufftellungSort.
Stets muß fid? ber Satteriefüljrer bor Eröffnung bed Jeuerd
entfcfjloffen haben, mit welcher ©efchoßart, Entfernung, Stellung bed
fReglerd, Sectenforreftur unb fRi^tart, unb gegen Welchen Einfchießpuntt
er bad fffeuer beginnen, ob er bad ©abelfchießen mit 9lj. ober Bj.,
im ^Ifigelfeuer, mit einem ©efchüfe ober einem ßuge ausführen, unb
roeldjed ©efdjiifc ober Welchen ßug er h'er3n beftimmen will.
äudj muß er erwägen, wie er bad fdfnelle unb richtige Sluffaffen
bed EinfdjießpuntteS ficherftellen unb Welche Slnorbnungen er beim
Eabelfchießen mit nur einem ©efdjüh ober Buge für bie fjeuerberteilung
treffen will.
Bei berbecfter Stellung muß er fich entfließen, Wie er bem
©runbgef üfc bie erfte Seitenrichtung geben will.
1218 Beobachtung. Die richtige Beobachtung ber Schöffe hinfichttich
ihrer Vage jum Biel ift bie ©runbbebingung für bad (gelingen bed
Schießend. $ierju ift ein möglichft gutes Doppelfernglas mit großem
©efidjtSfelb (^Jridmenfernrohr) unerläßlich; ein Scherenfernrohr tann
bei fchwieriger Beobachtung gute Dienfte leiften.
Der Batterieführer hat ben f“r bie Beobachtung günftigften Sluf«
fteltungdort ju wählen, bon bem aud er auch bad fjeuer ber Batterie
mit Sicherheit leiten tann. Die eigene Beobachtung tann burch $ilfd«
beobachtet unterftüfct werben.
Bum Einfießen ift ber ^untt bed $ieled ju wählen, gegen ben
man am beften beobachten tann. Bei feitlichem Sßinbe eignet fich h'erJu
oft ein fßuntt, welcher bem ^lügel über SBinb nahe liegt, j. B. ein
^flügetgefchüfc. flRüffen fich mehrere Batterien gleichzeitig gegen baS«
felbe Biet einfchießen, fo finb bie Einfdjießpuntte möglichft weit bon«
einanber ju wählen.
1219 Beobachtung ber 2lj.«Sdjüffe. Berbecft bie fRaudjwolte bed
jerfpringenben ©efchoffeS baS B*el ganj ober jum teil, fo liegt ber
Schuß „babor" (—); wirb fie bagegen ganj ober jum Steil burch bad
Biel berbecft, fo liegt ber Sdjuß „bahinter" (+). Erfcheint bie fRauch«
wolle juerft auf ber einen, gleich barauf aber auf ber anbern Seite
bed Bid^ fo ber Schuß „bidjt am B*et"«
Bon SBichtigteit ift ed, baß man bie fRauchwolte im Sfogenblicf
ihres Entstehens mit bem B’ele in Berbinbung bringt, namentlich wenn
ber äöinb ungefähr in ber Schußrichtung weht.
2>a8 Sdjiefjen mit (Seföflfcen.
485
„Treffer" Werben nur burch ihre SBirtung int ßiele ertannt; im
ftriege ift ba« häufiger möglich als bei f}rteben«übungen.
fjfraglidje Beoba^tungen währenb ber ©abelbilbung führen je
nad? ben Umftänben gu oerfd)iebenen SJlaßnahmen: «Salben ohne
fjeueroerteilung, Slnberung ber Entfernung, Anbetung be« Einfdjieß«
fünfte«, fDläßigung ber $euergef$n>inbigteit.
Beobachtung ber Bg.«Schöffe. 1220
Bei Beurteilung ber Sprenghöhen, bie ftet« auf bie üerlängerte
Bifierlinie bezogen Werben, unterfdjeibet man:
Suffchläge (21.),
Sprengpuntte unter bem Biel (u. B«),
tiefe (t.) Sprengpuntte, beren Sprengwolte man im 21ugenblid
be« Entfielen« mit bem B’ei in Berbinbung bringen tann,
außergewöhnlich h°he (a- h«) Sprengpuntte, beren Sprenghöhe mehr
al« 2/s ber $unberte ber Entfernung beträgt,
hohe (h-) Sprengpuntte, bie gwifchen „tief*1 unb „außergewöhnlich
hoch" liegen.
Die Bahl ber 2luff<hläge ober ber Sprengpuntte unter bem 1221
Biel ift gu groß, wenn bei Beginn be« «Schießen« ober nach einer
Berichtigung mit bem Siegler unter fedj« Schöffen mehr al« ein 2luf«
fchlag ober Sprengpuntte unter bem Biei oortommt.
2luf gu hohe Sprengpuntte tann man fließen, wenn unter
ben erften Schöffen ober nach einer Berichtigung mit bem Siegler
„tiefer" einige außergewöhnlich h°he Sprengpuntte beobachtet Werben
ober wenn unter minbeften« fedj« Schöffen tein tiefer Sprengpuntt
ober 2luffchlag ober Sprengpuntt unter bem Biel oortommt.
Stann bie Sprengwolte unmittelbar mit bem Biele in Berbinbung
gebracht werben, fo gelten bie Siegeln för bie Beobachtung ber 21g.»
Schöffe. Einen 2lnhalt för bie Sage be« Sprengpuntte« gum B^i
tönnen bieten: bie SBirtung, ba« Einfdjlagen ber Sprengteile unb ber
Schatten ber Sprengwolte.
Bei ber ©ranate Bg. ber $aubifce tann au« bem Sluffchlagen oon
Sprengteilen Dor bem Biel nicht ohne weitere« auf einen Sprengpuntt
oor bem B^l gefdjloffen werben.
Die ©röße ber Sprengweite tann in ber Sieget nur bann ge> 1222
fchäht werben, wenn ba« Einfchlagen oon Sprengteilen fidjtbar wirb,
ober wenn man oon einem feitlidjen Stanborte au« beobachtet. Ein
2lnhalt baför ift bann gegeben, wenn auf einer Entfernung Spreng«
puntte oor unb hinter bem beobachtet werben.
486
Die SJetroenbung ber SBaffen.
1228 (Günftig ift bie Sage ber SchrapneH«Sprengpun!te, wenn fte bor
bem Biei liegen, auf ber um 50 m größeren Sntfernung aber juviel
Sprengpuntte hinter bem 3^ beobachtet Werben ober Wenn bie
Sprengpuntte im allgemeinen oor bem ßiel liegen unb einzelne bapinter
vortommen.
Ungünftig ift ihre Sage, Wenn bie Sprengweiten ju groß ftnb,
ober ju viel Sprengpuntte hinter bem 3^1 (unter fed)S Schliffen mehr
al« einer) beobachtet werben, ober Wenn auf einer um 50 m Weiteren
Entfernung bie Sprengpuntte noch „bavor“ liegen.
/euerorbnung unb /euergefchwinbigkeit. (®j. 01. unb Scp. S3. f. b. 5a.)
1224 fjlßgelfeuer. QebeS ©efchüfc feuert von bem vom {Batterieführer
bezeichneten pflüget ober ®efd)üfc ber {Reihe nach «nf Stommanbo beä
BugfiihrerS.
Das f^lügelfeuer begünftigt bie {Beobachtung beS einzelnen SchuffeS
namentlich auf Seitenabweichung unb eignet fid) jum ®infdjießen unb
®irfungSfd)ießen.
1225 *1)0« oft angewanbte ©abelfdjießen mit einem ©efdjüfc allein
begünftigt bie Schnelle unb richtige BieIauffaffun9, namentlich gegen
fdjwierige B*«lf un^ gewährleistet oft beffer als baS {Jlügelfeuer bie
richtige feitliche Sage ber Schöffe, befthleunigt alfo bie {Bilbung ber ®abel.
1226 3um ®infd)ießen mit Schrapnell fBj. Wirb häufig mit einem
Buge allein gefeuert. Die ©efdjühe beS betreffenben 3u9eS Werben
mit einer $aufe von 2 bis 3 Sefunben auf ftommanbo beS BugführerS
abgefeuert unb wieber gerichtet. fRadjbem wieber eine ®ntfemung
tommanbiert ift, werben fie gelaben unb abgefeuert.
Qn beiben fällen führen bie übrigen ©efdjüfce ber {Batterie bie
ftommanboS mit auS, im zweiten {Jane ohne ju laben, unb nehmen
bie ^«“«Verteilung vor. Sie nehmen auf Äommanbo beS Batterie«
führerS baS 5eu« auf- ®eibe 5«“«arten beginnen in ber fRegel erft,
Wenn bie ganze {Batterie fd)ußbereit ift, fofern nicht bie ©efechtSlage
fdjnellfte {Jeuereröffnung notwenbig macht.
1227 (Gruppenfeuer. $ebeS (Gefdjöfc feuert auf Rommanbo beS
©efdjüfcführerS, fobalb eS gerichtet ift. fRadj Abgabe ber tommanbierten
Schuß^l wirb gerichtet, gelaben erft nach bem Sommanbo ber ®nt«
fernung.
DaS (Gruppenfeuer tann bie {Beobachtung unb {Beurteilung ber
Sprenghöhen, fowie baS HuSeinanberljalten ber Schöffe beim Schießen
im größeren SSerbanbe erleichtern. ®S ermöglicht rafdje Sßirtung unb
HuSnufeung günftiger Slugenblide, tropbem behält ber {Batterieführer
baS 5«“« i“ btt $anb.
2)afl Stiegen mit ©efcgüjen.
487
Flügel« unb (Gruppenfeuer tommen beim SBirtungafdjießen ab«
wedjfetnb jur Snwenbung.
Sclfne llf en er. Qebe« (Gefdjüfc feuert fortgefefct auf ftommanbo 1228
be« (Gefchüfefüijrer«. E« ermöglicht vollfte 3lu«nufeiing ber Feuertraft,
erfdjwert aber bie Feuerleitung unb bebingt großen fDlunition« verbrauch;
e« empfiehlt fich nur bei bringenber Eefahr unb ift notwenbig, wenn
große Serlufte unb äu«fall von (Gefehlten bie gereg'elte fjeuertätigfeit
ber Satterie beeinträchtigen.
Salven. Die (Gefdjüfee ber Satterie werben auf ftommanbo 122#
be« Satteriefüljrer« gleichzeitig abgefeuert. ®« bient im 8j.» unb Sj.»
Feuer jur Erleichterung ber Seobachtung (Seobadjtung«falve) unb
jur Erjielung hö$fter SBirfung in einem beftimmten Slugenblid
(ffiirfung«falve).
Die Feuergefdjwinbigleit ift wäßrenb be« Einfdjießen« unb 1280
be« Siegeln« ber Sprenghöljen fo ju bemeffen, baß jeber Schuß beob«
achtet werben lann. ((Gewöhnlidje« Feuer.)
Sßill ber Satteriefüljrer bie Abgabe jebe« einjelnen Schüffe« felbft
beftimmen, fo orbnet er „Einjelfeuer“ an. Erft nach bem Ein«
fließen unb Siegeln ber Sprenghöhen barf bie Feuergefdjwinbigteit
gefteigert werben. Sliemal« barf burch wf«he8 feuern bie Suverläfftg«
feit ber Sebienung, namentlich ba« genaue Süchten unb ^ünberftellen,
beeinträchtigt werben.
Die Steigerung ber Feuergefdjwinbigteit Wirb erjielt, im Flügel«
feuer burd) turje Feuertaufen, im (Gruppenfeuer burch ®eftimmen
größerer Schuß jaljlen ober rafdje Slufeinanberfolge ber (Gruppen; bie
größte f^euergefchtvinbigfett wirb burch ba« Schnellfeuer erreicht.
Für bie Feuergefdjwinbigteit ift allein bie ®efecht«lage 1281
maßgebenb. ßur Serhütung eine« unnötigen WlunitionSVerbrauch«,
für ben ber Satteriefüljrer in erfter Sinie bie Serantwortung trägt,
ift bie Steigerung ber <^euergef<ht»inbigfeit in ber Siegel nur für lurje
Seit juläffiig. Der rechtjeitige SBecpfel jwifchen ruhigem Feuer, 9e'
fteigerter Feuergefdjwinbigteit unb Feuerf3aiIfen muB bie Siegel bilben
unb wirb am beften unnötigem SRunitionSverbraudj Vorbeugen. Die
©irtung gibt ben beften Inhalt.
Jenerverteiluug. (Ej. 81. unb Sch- S. f. b. F« )
Die Sereinigung be« Feuer« auf einen ‘Bunft erleichtert bie Seob« 1282
adjtung; baher Wirb in ber Siegel bie (Gabel auf einen Sunlt be« 3<el«
gebilbet. Slur gegen breite, gut ficptbare ßiele, namentlich auf Heineren
Entfernungen, tann auch verteilte« Feuer angewanbt werben.
488
2)ie Senoenbung ber ©affen.
SBill man narfj ber ©abelhilbung jum 8j. übergeben, fo wirb
ba§ (Jeuer oor bem ftommanbo jum (Jreimachen ber Sichre Verteilt.
©eim ©«biegen mit ©j. wirb baS (Jeuer ohne weiteres nach An«
orbnung beS ßugfiibrerS Verteilt.
©aS ©(biegen auf Entfernungen unter 600 m im ©ruppenfeuer
gefdjiebt ßetS im Verteilten (Jener.
3nt verteilten (Jener befdßegt in ber Siegel jebeS ©eßbüfe ben
igm gegenüberliegenben ©eil beS ßielS.
©egr breite ßiete Werben in ber Siegel abf^nittsweife befämpft;
nur wenn fte in gefährlicher Stäbe auftreten, wirb baS (Jener fogleidj
auf ihre ganje ©reite verteilt unb burch ©ecgfel ber ©eitenricbtung
ber ©efdjäfce bafür geforgt, bag lein ©eil unbefcgoßen bleibt.
©ei fcgmalen B’elen iß eine (Jeuerverteilung nicht immer nötig,
©er ©atteriefübrer bot bie richtige Ausführung ber (Jeuerverteilung
bauernb ju überwachen.
1288 Einteilung ber ^iele. ©ie $iele werben eingeteilt in „feft»
ßegenbe Qi eie“ unb „Biele in ©ewegung". Biele, gegen bie ber
©atteriefübrer nicht unmittelbar beobachten tann, beißen „verbedte
Biele". Biete, welche unter fo fteilem SBinlel gebeeft finb, bag bie
Scgrapnellwirfung auSgefdjloffen iß, beigen „Biele bid?t hinter
©edungen". Biele, welche burch ßarte Einbedungen auch gegen bie
©irfung ber ©ranate ©j. geßegert ßnb, nennt man „ßart eingebedte
Biele“.
Stbitgnt mit
©aS ©abelßhieffeu.
1284 ©aS ©ebiegen beginnt mit ber gefügten Entfernung.
3* nadjbem man ben erften ©chug vor ober hinter bem Biel
beobachtet, wirb bei ben folgenben ©«büßen fo lange bie Entfernung
fräftig, im allgemeinen nicht unter 200 m, vergrögert ober verlleinert,
bis baS Biel burd) einen „bavor“ unb einen „babinter" beobachteten
©cgug eingeftgloffen ift: „Weite ©abel“; ße wirb in ber Siegel burch
halbieren verengt.
©eobaebtet man auf einer Entfernung mit ©iegergeit einen ©reffet
ober ©chug „biegt am Biel", fo gilt biefe Entfernung als lurje ©abel»
entfernung.
©egen feftftegenbe Biele bilbet man in ber Siegel eine ©abel von
50 m (enge ©abel), gegen Biele in ©ewegung je nach ©djneHigleit
eine folcge von 100 bis 400 m. Ein Äurjfcgug, beffen Abweichung
hierbei nicht gröger als bie beabßcgtigte ©abelweite iß, gilt als „nicht
Weit bavor“, feine Entfernung als lurje ©abelentfemung.
Stiegen mit ©efcgügen.
489
I. geftfte^enbeä 3>e^-
1. S<$ufj 2600 -
2. = 3000 4-
3. = 2800 ?
4. 4-
5. 2700 4-
6. 2650 4-
SBette@a&eI: 1. u. 2.S<$u&.
Gnge 1. • 6. »
SJeifpiele.
II. tJreftfieljenbeS
1. Sdjufc 2500 ?
2. 4-
3. 2300 +
4. 2100 —
5. - 2200 —
6. 2250 4-
2ßeite®abel: 3. u. 4. Schüfe.
Gnge > 5. 6.
III. 3’el m Seroegung.
1. Schüfe 2000 4-
2. 1800 4-
3. 1600 ?
4. » —
©abel: 2. unb 4. Schüfe.
Äurje ©abetentfemung:
1600.
$a« weitere Schießen im ^lachbahnfchnft.
©egen feftftehenbe ßiele.
Da« fjeuer wirb auf ber fürjen ©abetentfernung im ^lügelfeuer 1235
fortgefefct; Anbetungen ftnben in ber Siegel efft nach fedj« beobachteten
©chiiffen ftatt.
Ergeben fich ’/s bi« 7’ fo ift bie ©atterie ein«
gefdjoffen unb bie Entfernung genau ermittelt.
Ergeben fich mehr al« 7’ Sturjfthüffe, fo ift bie ©atterie ju turj,
ergeben fich weniger al« ’/s Rurjfdjüffe, fo ift fie ju Weit eingefchoffen;
e« wirb bann mit ber Entfernung um 50 m Dor» ober jurücfgegangen.
feigen auf einer Entfernung bie brei erften ©djüfte gleiche 2lbroeichung,
fo ift gleich eine Anbetung um 50 m notwenbig.
$ährt eine Anbetung um 50 m wieber ju einem ungünftigen 23er»
hältni« ber Surj» unb SBeitfthüffe, fo Wirb, wenn bie Anbetung ju
ftarl war, um 25 m nach ber entgegengefefeten ©eite geänbert, war fte
ju fdjwadj, fo wirb bie ©abel neu gebilbet.
Sluf ber genau ermittelten Entfernung wirb weitergefthoffen, wobei
ba« SBerhältni« ber Äurj« unb SBeitfdjüfte bauernb richtig bleiben mufj;
Anbetungen um 25 m reichen ^iergu meift au«.
Ergeben fich auf einer Entfernung ju Diel Surj», auf einer um
25 m größeren ju Diel SBeitfdjüffe, fo fließt man abwechfelnb auf
beiben Entfernungen.
ffann bie Enfernung nicht genau ermittelt werben, fo hält man
ben Staum ber ermittelten ©abel burch Anbetungen um 50 m unter
fjeuer, beträgt bie ©abel 50 m, fo fließt man auch auf ^er 8®’f^en*
entfernung.
Die Abwehr eine« Slahangriff« mit ©ranaten>2lj. erfolgt
burch ©ruppen«, ©chnell« ober ^lügelfeuer auf turjer ©abelentfernung;
auf Entfernungen bi« 100 m einfthlieftlich wirb mit „Shtffafe tief"
Schnellfeuer abgegeben.
490
2)ie Setroenbung bet äöaffen.
©egen $ie(e in ©ewegung.
1286 2J?uß man ®ranaten*2lj. verwenben, fo toirb nach ©abelbilbung
©ruppen^, Schnell* ober fjlügelfeuer abgegeben.
®ie (Entfernung richtet fich nat^ ^a3e ber ©abelfchüffe unb
S^neHigteit be« £iel«; Anbetungen finb erforberlicf), bi« Schüffe in
wirffamer 9?äl)e be« ßiel« liegen.
3ft ba« 3iel an beftimmter ©elänbeftette ju erwarten, fo fdjießt
man fich 9eSen biefe ein unb gibt bei (Erfd)einen be« $iel« Salven*,
©ruppen* ober Schnellfeuer ab; auf (Entfernungen bi« 100 m ein*
fdjließlich wirb mit „äuffafc tief" Schnellfeuer abgegeben.
5J e i f p t e l e: (Snge ®abel 2600—2650.
<5c$u6
1. 2600 SKefjr aß s/3 ber Schüffe—: •1. 2600—1 ©ie 3 etften 1. 2600-1 ©ie 8 erften
2. g ? 2. ©djüffe —: * beebalb 2. 6$üffe —: * beSfcalb
3. 4. 3. 4. 2650 ? 60 m oor» gegangen. 3. 4. 2650 — 1 50 m oor» gegangen. Itein &ed)fel
5. g behalf) 5. Äein 2öed)fel 5. . _l , bet Cor* ‘ jeidjen: bet*
6. s — 50 m üor-- 6. s bet ©orjei« * offen, beögalb 6. s -J halb neue (Sabel.
7. g — gegangen. 7. ; 4-J um 26 m berichtigt. 7. 27004-
8. 26504- Vs ber 8. 2625- 8. 5 ~r «/s ber
9. •+- 9. -- 4- 3- 9. g — Schüffe furj: ein« gef($ofien.
10. 11. g 4- Schüffe furj: eiiv 10. 11. S — 34-: ein« 10. 11. *
12. g — gefd&offen. 12. 4- gesoffen. 12. : —
13. g 13. s 4" 13. s —
55er ©ogenfdjuß ber ^aubi^e.
1287 “Die (Ermittlung ber (Entfernung gefdjieht in ber (Regel im flach'
bahnfchuß burch 200 m«©abel; auf SOZitte ber ©abel Übergang jum
©ogettfdjuß. ©ilbung ber 100 nr unb 50 m*©abel im ©ogenfd)uß
unb genaue (Ermittlung ber (Entfernung wie beim glachbahnfchuß.
2luf ber genau ermittelten (Entfernung erfolgt ber Übergang jum
Schießen m. SB. ($. 981) ober, wenn fid) auf einer (Entfernung ju
Viel Sturj*, auf einer um 25 in weiteren ju viel SBeitfdhüffe ergeben,
auf ber türjeren (Entfernung.
©a« Sd)ießen gegen Unterftänbe nach genau ermittelter (Ent*
fernung richtet fich nach ihrer burch bie (Eriunbung unb ba« (Einfchießen
ertannten (tage.
©ei ^Jroeifeln über bie Sage ber ©efdjoßbahn ift fie burd) einige
©efdjoffe o. ©. ju prüfen. Qft nur bie ©ilbung einer 50 tn*@abel
gelungen, fo geht man auf ber furjen ©abelentfernung ju m. ©. über
2)aS £cf)it6en mit ©efäügen.
491
unb feuert auf brei um je 25 m auSeinanberliegenben Entfernungen
abwedjfelnb Weiter. ©aS SluSfchalten ober ^injufügen von Entfernungen
hängt von ber ^Beobachtung ab.
S e i f p i e l e.
glad) bafjnfc^ug. 1 Söogenf rf)ufc.
1. Srfjufc 3200 -H 2800 - 30004-1 200 imGkxbel | 4. Sc$ug 2700-i 2800 4- @nge ©abel
2. jroifc^en 2. unb ! 5. 3 jroifcf)en 4. unb
3. t 3. Schüfe. l 6. 3 2750 4-* 6. 6c$u6.
7. ; 2700 —
1 8. 3 3 SRefjr ald
Sogenfc^ug. 1 9’ t ’ 4- Vs Äutjfäüffe,
4. Srfjufc 2900 4-] ©nge ©abel | 10. 3 5 bestjatb um 50 m
5. t 2800- greifet) en 5. unb 11. 3 5 oorgegangen.
6. ; 2850 4-J 6. <Sc$ug. 1 12. 3 3
7. ; 2800 — 13. 3 27504-
8. 3 3 1 14. 3 5 -f- SRetjr ald
9. s - 4- Vs Äuqföüfie: 15. - 5 Vs
10. S 5 1 [ eingef^offen. 1 16. 3 8 4- bedljalb um 25 m
11. 3 5 4- 17. s 8 4- juriiefgegangen.
12. 3 8 4- j 1 18. 3 3 -f”
19. 5 2725-
। 20. 3 ;
Sladjbaljnfdjufj. i 21. 3 Vs Äurjfc^Äffe:
1. Schuft 2600 200 m=®abet 22. 5 8 4- eingefefjoffen.
2. 3 3000 4- • jtvifcf)en 2. unb ; 23. 3 3 4-
3. 5 2800 4-1 3. Schüfe. i 24. 3 3
ddjirfjrn mit Sdirapuells fy.
©aö (Mabelfdjießeu.
£u ertvartenbe Unftimmigteiten jwifdjen Schußweite unb ©renn* 1238
länge fudjt man mit bem Siegler vor beginn beS Schießens auSju*
gleichen.
©ie (Mabel wirb in ber Siegel mit ?lj. gebilbet, gegen feftftegenbe
ßiele eine von 100 m ober von größerer ©eite, gegen $iele in SBe«
wegung je nad? Schnelligteit eine foldje von 100 bis 400 m.
Siadj ber (Mabelbilbung werben bie noch gelabenen Sichre auf ber
turjen (Mabelentferaung freigemacht, bei jurücfgehenben fielen auf ber
Weiten ober turjen je nach Sage ber (Mabelfchüffe.
©erben gegen feftftegenbe ßiele biefe Schöffe (8ieft»3lj.) nur
bahinter beobachtet, fo wirb bie ©abel mit Slj. neu gebilbet.
8luf Heineren Entfernungen unb bei günftiger Beobachtung tann
bieS unterbleiben unb bie um 100 m türjere Entfernung als lurje
©abelentfernung angenommen werben.
492
Die Scrroenbung ber SBaffen.
Sa« Bj.»Sthießeu.
1289 (Segen feftftehenbe Siele.
€4 beginnt in ber Siegel auf ber turjen ©abetentfernung.
Bei günftiger Beobachtung, namentlich auf Heineren Entfernungen,
tann ba« Bj.»3reuer auf ber weiten (Entfernung ber 100 m«@abel be»
ginnen, wenn bie Sleft»Slj. weit babor beobachtet würben. ©iefe (Ent»
fernung gilt bann al« furje ©abetentfernung.
Beobachtet man ju Viel Sluff^läge ober «Sprengpuntte unter bem
Siel, fo wirb ein Seil „höher" genommen. Qm ©ruppenfeuer werben
gleich jwei Seile „höher" genommen, wenn alle Schöffe ber ©ruppe
Sluffdjläge ober Sprengpuntte unter bem S'e^ ergaben.
^m fjlögelfeuer wirb nach ber Berichtigung mit bem Siegler fofort
nochmal« ein Seil „höhet" genommen, wenn ber nächfte Schuß wieber
einen Sluffchlag ober Sprengpuntt unter bem S^ ergab.
fjrür jeben Seil „höher" geht man mit ber nächften Sage ober
©ruppe um 50 m juröcf. S)a« S»röcfgehen unterbleibt aber nach Be»
richtigungen jur Befeitigung oon Sprengpuntten unter bem Siel-
1240 Siegen bie Sprengpuntte ju hoch» fo tvnffc ein Seil „tiefer" ge»
nommen. Sm ©ruppenfeuer werben gleich jwei Seile „tiefer" ge»
nommen, wenn alle Schöffe ber ©ruppe außergewöhnlich h°he Spreng»
puntte ergeben haben.
tJür jeben Seil „tiefer" geht man mit ber nächften Sage ober
©ruppe um 50 m oor.
Sie bei biefem „Siegeln ber Sprenghöhen" gewonnenen (Entfernungen
treten an Stelle ber ermittelten ©abelentfemungen.
Sft bie 100 m»®abel gebilbet, fo fließt man mit Sagen ober
©ruppen in ber Siegel fo lange abwedjfelnb auf ber turjen ©abel»
entfernung, einer um 50 m unb einer um 100 m größeren (Entfernung,
bi« ein ficherer Inhalt für eine Berichtigung gewonnen ift.
Sft bie ©abel in weiteren ©renjen al« 100 m ober nach einer
S)edung gebilbet, fo wirb ber för bie SBirfung in Betracht tommenbe
©elänbeftreifen mit ©ruppen ober Sagen burch Borgehen um je 50 m
unter fjeuer gehalten.
(Ertennt man mit Sicherheit, baß auf einer (Entfernung bie Spreng»
puntte gönftig liegen, fo wirb auf ihr allein weitergefeuert; ertennt
man, baß auf einer (Entfernung bie «Sprengpuntte ungönftig liegen, fo
wirb fie au«gefchaltet.
Sft fdjon bie turje Bj.»(Entfernung ju weit, fo fegt man ba«
fjfeuer auf einer um 100 m tärjeren (Entfernung unb in ber Siegel
auch ber ^tvifc^cnentfcrnung fort.
£a§ Sdjiefcen mit ©efäüfcen.
493
Bei nur ungünftig liegenben Sprengpunften ober 8lu«bleiben ber
SBirfung (im Kriege) mirb bie Sabel bon neuem mit 31g. gebilbet.
Stuf Entfernungen unter 600 m beginnt man auf ber gefügten
Entfernung mit Bg.’Sruppen. 2ßar mit Slj. gelaben, fo werben bie
SRohre mit ber gefegten Entfernung frei gemalt unb bie Beobachtung
biefer <2>djüffe für ba« Bj.’Schiefjen öerwertet.
Berichtigungen nach ber Beobachtung; Übergang jum (Schnellfeuer
ift tjäufig geboten.
Qft bie fürjefte Brennlänge ju weit, fo wirb mit „äuffafe tief"
Schnellfeuer abgegeben.
Seifpiel. «J.
1. ©c$u& 2400 —
2. « 2800 ? 3Kü einem ®efd)ü$ allein 100 m^Oabel jroifdjen
3. s = 4- 4. unb 5. ©c^ufe erfc^ofjen.
4. 2600 4- Äurje ©abelentfemung 2500 m.
5. « 2500 - 6.1 1 bis} t t — lOJ 1 [ Tie gelabenen ®efdjüfce machen auf ber furjen ($abel* 1 entfemung bie Stoljre frei.
S3j. Sagenweife« Sahen, feuern oon redjt«.
11. * 12. . 2500 a ff4I ( 3u »iete Stuffäläge, beSEjatb „1 (>öl)er" ge« I1W 9 1 notnmen gebeutet ber ©trieb unter
ber (Entfernung).
13. s 2500 — fjober ©prengpunft
14. s 15. s i t 7 - s — tiefer « (künftig liegenbe ©prengpunfte.
16. — tjoijer »
171 bis} - 22 J ? 1 Oobe ©prena* > „ n . . 1 ft 1 Um 50 m jurüefgegangen, ba m voriger -/ 1 lufWag 1 2o0e -1 ^et" Ö'™“-
Eö wirb nun abwedifelnb mit Sagen ober ©ruppen auf 2450, 2500 unb 2550
gefd*offen, bis ein fid) er er flnljatt gewonnen mirb. Erfcnnt man j. 8., bafj auf
2550 m oier ©ptengpunfte weit ftnb, fo wirb biefe Entfernung auägefdjattet unb
nur auf ben beiben anberen Entfernungen abwedifelnb weiter geföoffen.
Segen 3'e^e in Bewegung.
gür bie 2lnfang«entfernung finb Sage ber Oleft-Slj., Bewegung 1241
unb Schnelligfeit be« ßiel« mafjgebenb.
{Regeln ber ©prenghöhen wie oben. Säuberungen ber Entfernung
nach ber Beobachtung, Schnelligteit unb Bewegung be« $iel«.
Seben Beobachtungen feinen Inhalt mehr, fo wirb bie Sabel Oon
neuem mit SQ. gebilbet.
494
S)ie Serroenbung bet Sßaffen.
bad ßiel an einer bestimmten Stelle ju erwarten, fo tann
man fich gegen biefe einfcßießen unb bei Erfcheinen bed ßield Salben«,
©ruppen« ober Schnellfeuer abgeben.
©egen ßiele auf ©ntfernuugen unter 600 m wirb wie oben
»erfahren.
^thießen mit ©ranateu fy.
$ad Einfthießen.
1242 Berichtigungen mit bem Siegler bor bem Schießen f. 3- 1238.
Bei giinftiger Beobachtung ermittelt man nad? ber oberen
Staute ber Dccfung mit 2lj. bie Entfernung genau.
Stuf ber biefe um 25 m überfcljreitenben Entfernung werben bie
Sichre frei gemacht. Erhielt man auf einer Entfernung ju biet Surj»,
auf ber um 25 m größeren ju Viel Söeitfdjüffe, fo gilt bie türjere ald
genau ermittelt.
SBar bei fößwieriger Beobachtung bie Entfernung nicht genau
ermittelt, fo begnügt man fich mit einer ©abel; Slohre frei auf ber bie
furje ©abelentfernung um 25 m überfchreitenben Entfernung.
$ad Beschießen.
1243 9lnfangdentfernung bed Bj.«Schießend ift bie für bad 3frei«
machen ber Sichre tommanbierte Erhöhung; liegen aber bon ben SteffrSlj.
jwei ober mehr babor, fo ift fie um 25 m borjufcßieben.
Siegeln ber Sprenghöhen wie oben (3- 1240). Berfcßiebt fich
hierburd) bie Slnfangdentfernung um 100 m ober mehr, fo ift nach be«
enbetem Siegeln bei Stanonen unter 3000 m unb über 4000 m, bei ^aubißen
über 2000 m nach ben gewonnenen Slnhaltdpuntten bie Entfernung bon
neuem mit 2lj. genau ju ermitteln.
1244 3ft bei günftiger Beobachtung bie Entfernung genau ermittelt,
fo fließt man mit Vagen abwedjfelnb auf ber Slnfangdentfernung bed
Bj.«S<hießend, einer um 25 m unb einer um 50 m größeren; Später
tann auch jeitweife ©ruppenfeuer angewenbet werben.
Siegen bei länger fortgefefctem Schießen auf einer Entfernung bie
Sprengpuntte fidjer nur „bahinter" ober liegen fie nur „babor“, auf
ber nächft größeren Entfernung aber borwiegenb „babor“, fo wirb bie
Entfernung auögefchaltet.
Sinb auf allen Entfernungen bie Sprengpuntte nur „babor“ ober
nur „bahinter“, fo ermittelt man bon neuem mit Slj. bie Entfernung
genau.
Sad Stiegen mit <9ef$ü$en.
495
®auemb ift auf richtige Sprenghöhen ju achten; bei fehr langem
Schießen tann bie Prüfung ber genau ermittelten Entfernung mit äj.
vorteilhaft fein.
3ft bei fcfjtoieriger ^Beobachtung eine ©abel gebilbet, fo roirb 1245
ein ber ©abelroeite entfpredjenber 9taum mit Sagen ober ©ruppen
burch Sorgehen um fe 50 in unter freuet gehalten, bei einer 50 m«
©abel roirb auf brei um ie 25 m anöeinanberliegenben Entfernungen
gefcboffen.
Seim Sefchießen »erbecfter 3iele ober bon Räumen größerer
Xiefenau3behnung ermittelt man mit äj. bie Entfernung nach ^er
Stellung ober bem ßiel genau ober bilbet eine ©abel.
®tit Sj. hält man bann einen entfprechenben ©el&nbeftreifen mit
Sagen ober ©ruppen burch Sorgehen um je 50 m unter fjeuer.
»eifpiel.
Mj.
1. 6c$uß 3000 3400 3200 3100 1 + + + Jßeite C5abel jroifc^en 1. unb 2. Scfjuß. (Snge s » 1. » 5. *
2. 3. 4.
5. g 3050 -j-
6. g 3000 +1
7. +1
8. — 1 i Vs Jhiqfctylffe: eingefc$offen,
9. — behalft auf 3025 „Sioijre frei".
10. —
11. 4-
12. । 2öären fjiernon jroei ober ineljr —,
bi© > g 3025 4-1 fo müßte bad ®3.--Jener mit 3050
16J begonnen roerben.
roirb nun mit Sj. tagenroeife abroedjfelnb auf 3025, 3050 unb 3075 m 8e-'
fdjoffen, roobei junä<bft bie Sprengten roie beim ScbrapneUföiefjen geregelt roerben.
Spießen mit Sdjrapnella fy. nad) vorljergegangeurm (Sranatfdjirßcn.
geigt fich bie Sefa^ung einer mit ©ranaten besoffenen Se« 1248
feftigungSanlage an ber Sruftroehr, fo geht man in ©ruppen ober
Sagen jum Schrapnell Sj. über. Sei im ^lachbahnfdjuß (nicht aber
Sogenfchuß) genau ermittelter Entfernung fließt man auf biefer unb
einer um 50 m größeren Entfernung; bei einer ©abel legt man biefe
bem Sj.«Schießen jugrunbe.
äbwedjfelnbea Sdjirßrn mit 21). nnb ty.
£)iefeö ift gegen Schilbbatterien jur SÖirfung gegen ben gefchühteren 1247
Seil ber Sebienung unb baö ©erät angejeigt.
496
Sie Betwenbung ber Sßaffen.
Vlafy bem gewonnenen 9(nf)alt bilbet man bie enge ©abel unb et*
mittelt bann bie Entfernung genau unter ©eibehalt ber ^enerberteilung.
©ie SBieberaufnaljme beS Schrapnell‘©j.^euerS erfolgt auf ber
genau ermittelten ^.»Entfernung; beim Schießen auf jroei Entfernungen
gilt bie türjere als genau ermittelt.
SRan fdjießt auf biefer unb einer um 50 m größeren Entfernung,
trenn nicht baS vorangegangene ©j.*S<hteßen anbere Entfernungen als
günftig ergeben £)at.
II. ®aS Spießten ber $uftartfllerie.
Allgemeines.
1248 ©ie ©erfjältniffe, unter benen bie ©efchüfee ber fjußartillerie
fließen, finb feljr mannigfaltiger Slrt, ifyre $iele finb alle überhaupt
vortommenben, Von ber Schüfeenlinie bis jum ©anjerturm.
©er ©efchüfctampf roirb meift auf größeren Entfernungen geführt
gegen <3iele, bie burd) tünftlidje ober natürliche ©edungen gegen Sid?t,
jum großen ©eil auch gegen ©efchoßroirtung gefügt unb fjäufiß Von
geringen Slbmeffungen finb. ©aS Steilfeuer Slj. ift batyer bie $aupt»
feuerart ber ^ußartiHerie.
©aS Schießen ber ©atterie ift auch bei ber ^ußartillerie bie Siegel.
Cfrhunönng nab Wahl brr Jeuerftrllnng. (®j. Sigl. unb Sch- ®. f. b.
ftußart.)
1249 fRechtjeitige unb gefchidte Ertunbung bilbet bie erfte ©or«
bebingung für ben Erfolg. $n ber ^elbfcfjtadjt geht bie f^ußartillerie
unter ähnlichen ©ebingungen irt Stellung wie ^elbartillerie; eine ein*
gehenbe Ertunbung ber ^iele tvirb hierbei feiten möglich fein. Schneller
Entfchluß unb rafcfje fjfeuerbereitfchaft finb erforberlich-
©eim Stampfe um befeftigte ftelbftellungen unb mehr noch um
Sperrbefeftigungen roirb mehr -Seit jur ©erfügung fteljen, fo baß Er*
tunbung unb SluStvahl ber f^euerftellung eingehenber unb grünblidjer
gefchehen tönnen.
©ei ©etagerungen ift bie ^eit ju eingehenben Ertunbungen unb
forgfältigen ©orbereitungen meift, in ber ©erteibigung von Heftungen
immer vorhanben.
1250 ©ie 2lrt ber Ertunbung ift vertrieben nach ben ©erhältniffen,
unter benen bie ^euerftetlung eingenommen roirb.
3« ber fjfelbfchlacht unb beim Stampf um befeftigte ^elbftellungen
»erben jur ©efchleunigung ber Ertunbung Offijiere als Huftlärer ent«
2)a8 6c$iefjen mit öefäüjen.
497
fenbet, bie bon Überficht gewährenben fünften erfunben unb währenb
beS ©efedjts bie Beobachtung fortfefcen; fie müffen mit bem Rommanbeur
ber fdjweren Artillerie fixere Berbinbung haben. 3hre föahrnehmungen
ergänzen bie eigene (Eriunbung beS ÄommanbeurS unb ber übrigen
$ü$rer ber ferneren Artillerie.
3m geftungStriege toirb bie (Eriunbung burd) Harten größeren
SDlaßftabeS unb eingehenbe griebenSöorbereitungen (3Jleßfteüen unb
BeobadjtungSwarten an genau feftgefteHten fünften, Vuftfdjiffe, Runb»
fdjafter ufw.) wefentlidj erleichtert.
©egenftanb ber (Eriunbung finb: 12&1
SluSbehnung unb Art ber feinblidjen Krtillerieftellung — babei feft-
ftellen, ob bie Artillerie hinter ©edungen ober frei fleht, Stanbpunft
ber Beobachter unb $ö$eren «Stäbe — Stellungen ber anberen Sruppen,
tjeuerftellung ber ÜRafdjinengewehre, Bewegungen jeher fcrt, Vage unb
SluSbeljnung bon Sdjüfcengräben unb anberen gelbbefeftigungen, Vuft«
fdjiffe, bei gefeffelten Vuftfdjiffen möglidjft auch ihre Aufftiegftellen.
3m 3reftungSfriege ferner:
©ie fJeftungSanlagen mit ihren Banjerbauten, ^oljlräumen, ©räben
unb ©rabenwehren, $inberniffe, fowie Baris, 2JlunitionSnieberlagen,
tjrörber» unb ^elbbahnen unb BeobadjtungSwarten.
SBichtig ift baS (Eriennen bon ÜQaSlen unb Scheinanlagen.
Überall ift ju beurteilen, welche bie für erfolgreiche Betämpfung
widjtigften unb welche bie für bie Beobachtung günftigften Seile ber
ßiele finb.
©ie (Ertunbungen finb bon fünften mit freier Überficht mit guten UM
^erngläfern auSjnfüljren, möglidjft bon mehreren Bunlten auS. (ES ift
anjuftreben, berbedte 3iele bon ben Seiten h«ri ober, in Ausnahme-
fällen, bon rüdwärts ju erfunben.
SBlaßnahmen ber eigenen Sruppen, bie bem fjeinbe fjeuer ent«
loden, ftnb au£junufcen, um Stellung, Art unb ?lw8bebnung eines 3ielö
ju ermitteln. (Erfahrungen bereits feuernber Batterien unb in Sätig«
leit befinblidjer BeobachtungSftellen fowie fonftige Nachrichten finb
ju berwerten. 3n ^er Berteibigung finb Wlertmale im Borgelänbe
bon Nufcen.
BefonberS wichtig ift eS, bie Vage berbedter liegenber 12M
Batterien feftjuftellen.
Naud), Staub, ^reuererfdjeinunflen ermöglichen eS häufig# wenigstens
bie Seitenridjtung burch Anfc^neiben bermittelS Nichtfreifen ober anberer
Sßintelmeffer feftjulegen.
»erlin, ffiaffentere. 2. «ufl. 32
498
®ie Betroenbung bet Staffen.
©ephieht bad Anleihen von jwei Bmrften gleühjeitig, fo tann
audj (Entfernung unb (Stellung bed .QielS im ©elänbe annäfyernb be»
ftimmt werben.
Aur aud ber Beurteilung ber Umgebung bed 3iel$, ber Soben«
bephaffenheit, ffßegeverhältniffe taffen ficfj Sriüffe auf bie Stellung
Verbecfter Batterien jiepen.
1254 (Eine fjeuerpellung ffir bie phwere Artillerie foll in erper Vinte
bie (Erjielung größter ffßirtung ermöglichen, fowie 'Decfung gegen
©i^t bieten.
Ter Kahl feber Stellung mufj eine befonbere artilleriftif^e (Er»
lunbung voraudgehen, bie fich auf (Ermittlung ber Biele, bad ffir bie
eigene Aufpellung in Betracht tommenbe ©elänbe unb bie Anmarfr»
Wege erflreift. fjfir eine Stellung ift erwfinfcht: gute unb ffir ben
©egner unauffällige Beobachtung in möglirper fRähe ber fjeuerftellung
mit Überficht über bad ©efechtdfelb unb bie Bewegungen ber eigenen,
vom befinblichen Truppen.
1255 bie SBahl ber ^euerpetlung finb ferner beftimmenb: Tecfung
gegen Sicht, möglnhP rechtwintlig jur Schußrichtung liegenbe gront»
linie, audrei^enber {Raum, ebene ©efchfifeftänbe mit nicht ju weichem
Untergrunb unb Jöegfamfeit hinter ber fffeuerlinie.
.feufrlntuucj.
1256 Tie fjeuerleitung burch ben Rommanbeur ber fchweren
Artillerie erprecft fich barauf, baß er innerhalb ber ihm erteilten Auf»
träge ben Bataillonen bie Aufträge juweip, ihre Turrfüljrung ^er'
Wacht unb ffir rechtjeitiged $eranjiehen ber URunition forgt.
1257 Ter Bataillondtommanbeur fibt bie fteuerleitung burch Bu*
weifung ber Biele ober ^ielabfc^nitte an bie Batterien unb burch Über»
Wadfung ihrer Sdjießtätigteit aud. (Er macht ben Batterieffihrem An=
gaben über Betroffenheit bed 3>e^ un^ ^er bie Entfernung, foweit
pe nach Ratten, eingegangenen ^Reibungen unb Befehlen, fowie burch
perfönlidje (Ertunbung feffgeftellt ftnb.
Über bie Sßirfung muß ber Bataillondtommanbeur pr bauernb
unterrirtet holten, um banar Setteilen unb Bereinigen bed geuerd
anorbnen ju lönnen.
innerhalb bed Bataillond ip feber ffßeTfet bed ßiel^ üom R°m*
manbeur ju befehlen unb allen in Betrart tommenben Batterien mit»
^teilen. Bi^erfel ift tunlirp nity früher vorjunehmen, ald ber
gegen bad bidherige Biel angeprebte (Erfolg erreirt ip- 3febe nen
Stad S<$te(jen mit @ef<$ütyen.
499
auffahrenbe ober ba« $iel »echfelnbe Satterie mug über bie et»a er»
mittelte (Entfernung unterrichtet »erben.
übrigen ift bie Leitung be« fffeuer« Sache be« (Batterie* 1268
führet«.
(Er mug bie (Eigenart ber Biele tennen. (Er muß »iffen, welche
Hauptwirtung ey erreichen tann, »eiche 9leben»irtung fich ergielen
lägt unb burch »eiche Umftänbe bie SBirtung feiner ©efchüfee gegen
beftimmte Biele verminbert ober au«gef^loffen »irb. Auch Abmeffung
unb Sefdjaffenheit ber B^le finb h'ernath auf S^iegverfahren unb
Schugart bon (Einflug.
Da« »ichtigfte Biel ift bie feinbliche Artillerie; fie »irb am fchneUften
unb grünblichften betämpft, »enn e« gelingt, SRamtfchaften unb ©erät
gugleich auger ®efe$t gu fefcen unb etwaige Dedungen unbrauchbar
gu machen.
Qn ^elbbefeftigungen vermag man mit Schrapnell« g»ar bie ®e*
fefcung ber f^euerlinie unb ben Aufenthalt in ben ©räben augerftalb ber
(Einbettungen gu verhinbern, bodj tann bie ©iberftanb«fähig!eit ber
(Bejahung mit Sicherheit nur burch gleichgeitige B^ftörung ber (Ein*
bedungen, alfo burch Steilfeuer, gebrochen »erben.
(Bei ber ^Belagerung tommt e« in erfter ßinie barauf an, bie
attibe Serteibigung«traft, alfo bie gwif$en unb in ben ffierfen ftehenbe
Artillerie niebergutämpfen.
$angertürme werben burch 3erftörung ber $angerbede unb be«
Sorpanger« ober burch ®rfc^ütterung unb (Berlefeung ber Dreh* unb
Hebevorrichtungen tampfunfähig gemacht. Diefe Aufgabe fällt in erfter
Sinte ben ferneren ©teilfeuergefchüfeen gu. (Bisweilen führt auch
Unterfliegen ber (ßangertürme burch fdjwere fjrlachfeuergefchüfce gum
(Erfolge.
©egen lange hinten mug ba« fjeuer nach Sebarf Verteilt werben.
IBeim (Befliegen Von £)rtfchaften wirb ba« fjeuer um bie »ichtigften
fünfte gruppiert, bie $auptftragen mäglidhft mit Schrapnell« ber Sänge
nach fcftrichen, (Ein* unb Au«gänge fowie al« (Beobachtung«puntte ge<
eignete (Bauten unter fjeuer genommen.
Stragen unb (Eifenbahnen ftnb möglichft in ber Säng«richtung unb
an Wichtigen fünften: ftreugungen, (Brüden, (Engen, Sahnhöfen uf».
gu befliegen.
Da« Stiegen gegen fichtbare Xruppengiele beruht auf benfelben
©runbfägen »ie ba« ber ^elbartiüerie.
32*
500
Sie Serroenbung ber SBnffen.
fkobacßhing.
1259 Son ber richtigen unb fchnellen SBahl ber Seobadjtungdpelle
ip ber (Erfolg bed Schießend in erfter Vinte abhängig.
1260 Die 2lufpellung ber Satterie muß fid) nad) ber Seobadjtungd«
pelle rieten, nicht umgeteprt. Fft n^t möglich, nape ber Seob»
adjtungdftelle in Stellung gu geben, fo fudjt man vor ober hinter ihr
Sufntarfchgelänbe gu finben; befonberd bei fdjmalen fielen ip ed vor«
teilhaft, in ber Schußrichtung gugleiCh nach Sänge unb ©eite beobachten
gu lönnen.
Sitte PJiaßnahmen für bie Seobachtung pnb im Sewegungdtriege
möglidjft, im Kampfe um befepigte fjfelbpellungen, um Sperrbefeftigungen
unb im ^eftungdlriege unter allen Umpänben ber Sid)t bed ®egnerd
gu entgießen.
1261 Seim (Einfdjießen übernimmt ber Satterieführer bie Seobadjtung
grunbfäfclidj felbp. Serläßt er nach bem (Einfdjießen bie Seobadjtungd«
peUe, fo lann er bad weitere Schießen geitweife bem Seobadjtungd«
ofpgier überlaffen. Diefer bepnbet fich bauernb an ber Seobadjtungd«
PeUe, muß Von bomherein mit beobachten unb über 3«cl nnb Scpieß-
berfahren genau unterwiefen fein.
1262 3um Seobadjten pnb gute, für bad Sluge richtig eingepellte
Doppelgläfer unb große ^ernroßre in wedjfelfeitiger (Ergängung gu
benufeen.
Die f^abenplatte in ben Fernrohren gepattet, bie Seitenabweichung
ber Schüffe gu meffen. Sei feßlenber F«benplatte bertoenbet man ben
Suffolenrichttreid ober ben Satterieridjtfreid gum SReffen; fehlen aud)
biefe, fo werben bie Seitenabweichungen gefdjäfct.
Die Fnbenplatte gepattet auch 9e9en pchtbare ßiele bad 3Jieffen
ber Sprenghöhen in fedjgehntel ®raben.
1268 Die Serbinbung ber Seobadjter mit ben Satterien muß
unter allen Umpänben gefiebert fein.
Dad einfadjfte ip Leitung ber Satterie burch bie Stimme bon
ber Seobadjtungdpelle aud, unter Umpänben mit Bwiphenpopen.
SReidjt bie «Stimme nicht aud, fo ip F^fP^^berbinbung not«
wenbig, außerbem für ben FflH ihreö Serfagend eine $ilfdberbinbung
burd? F^99en' IRabfaprer ober Säufer. $n gleicher Sßeife werben
$ilfdbeobadjter mit ber SeobadjtungdpeUe ber Satterie berbunben.
Die Slrt ber Seobadjtung ip bie gleiche wie bei ber FcibartiUerie.
(3. 1219.)
1264 Dad 3Äaß ber Sorbereitungen in ber Satterie bepimmt bie
Qefedjtdlage. $n allen Fällen ip bafür gu forgen, baß bad Fener
2)aS Sdfiefjcn mit öeft^üfcen. 501
fchnell eröffnet unb baß ©djießen glatt burdjgefüljrt werben tann. Daß
®erät mufj auf feine Suoerläffigteit forgfältig geprüft unb ißorforge
für (Erfafc unb äußljilfe bei außergewöhnlichem ©erhalten getroffen fein.
Jür baß fdjnelle (Gelingen beß (Sinfdjießenß finb ridjtigeß Auf» 1266
faffen beß $ielß unb Jeftlegen ber ©eitenridjtung bie wefeittlidjften
©ebingungen.
©erbecft ftehenbe Batterien nehmen bie erfte Seitenridjtung in ber
{Regel mit bem {Buffoien» ober {Batterieridjttreiß nadj bem $aupt»
ridjtungßpuntt; bie ©efdjüfee Werben babei gleidjlaufenb geftellt.
Weiterhin wirb bie ©eitenridjtung mit bem Jernrohrauffafc ober
SRicQtfreiß nadj einem möglichft entfernten, fidj fdjarf abljebenben {Richt*
puntt, {Ridjtlatte ufw., genommen. Auf biefen ©untt werben audj bie
befohlenen Anbetungen ber (Seitenridjtung bezogen.
/euergrfdjujiubigkeit uni -fenerorbnnng.
©roße Jeuergefdjwinbigteit oerfpridjt ßeitgewinn, lägt größere 1266
SBJirfung in beftimmter Seit erwarten unb tann im Kampfe oon ®e>
fdjüfeen ungleicher Seiftung bie {Rachteile ber fchwädjeren Seiftung auß»
gleichen.
3m Slrtillerielampf ift ber überlegen, ber fich 3uerft eingefdjoffen
hat, alfo juerfl SBirtung erjiett.
Daß ©infdjießen verlangt bei ruhigem ©(hießen fiebere IBeob»
adjtung unb furjen ©ntfdjluß beß {Batteriefüljrerß.
Die Jeuergefdjwinbigteit richtet fich beim (Sinfdjießen nachher 1267
URöglidjteit ber {Beobachtung; fie ift ju fteigern beim {Beginn beß
SBirfungßfdjießenß, bei Abwehr bon {Raljangriffen unb wenn fich «n
Siet nur turje Seit im Wirtfamen Jeuerbereich befinbet.
Jn anberen Jällen tann langfamereß Jeuer angejeigt fein, j.
gegen SQJege, ürtfdjaften, unter Umftänben auch ^ei 9ta(ht-
Daß Jeuern „nach ftommanbo“ bilbet beim (Sinfdjiefjen bie 1268
Siegel; eß wirb auch angewanbt, wenn ber Satterieführer baß Jener
bauernb in ber ^anb behalten wiU, 3. S. beim Schießen gegen Siele
in {Bewegung, jum Sußnu^en günstiger {Beobachtungß* unb {Beleudjtungß«
augenbtiefe ufw.
Daß „Durchfeuern" gefdjieljt in ber {Regel nach Srfdjießen ber
©abel, fpäteftenß beim {Beginn beß ffiirfungßfchießenß.
Die ftommanboß „lebhafter (ßangfamerj feuern" ermög«
liehen bem {Batterieführer, bie Jeuergefdjwinbigteit feinen Hbfidjten an»
jupaffen.
502
(Die SBerroenbung bet ffiaffen.
Schnellfeuer tann nur für furge Seiten jur Slnwenbuug tommen,
ba et fe$r h°hc änforberungen an bie Strafte unb bie .ßuberföfftgfeit
ber bebienung ftellt.
Die Salbe ift j wertmäßig: beim Einfchießen unter ungünftigen
®eoba<htung«berhättniffen unb jur Äu«nufcung einzelner ®efecht«augen*
blicte. Um ben Nachteil ber Salbe, baß bie feitlicfjen Abweichungen
einzelner ®efchüfce nicht erlannt werben fßnnen, gu befeitigen, tann fid)
bie Abgabe einer fRollfalbe empfehlen.
Das Stßießrn einer Batterie. (Sch- 33. f. b. ftußart.)
Allgemeine«.
1269 Vänge.
33ei fidptbaren Sielen wirb bie Entfernung baburch annäßernb
feftgefteßt, baß man ba« 3*el gtoifdjen jwei mit berfdjiebener Erhöhung
abgegebene, ficQer beobachtete Schöffe ober Salben einfdjließt — ein*
gabelt. Diefe« (Sabelfchießen erfolgt flet« nach ^em om beften er*
tennbaren Deil be« 3iete; bie Heine Entfernung Reifet bie „lurje",
bie größere bie „weite ©abelgrenje."
Da« ©abelfdjießen beginnt mit ber abgegriffenen ober gef$ä$ten
unb auf 100 m abgerunbeten Entfernung (©rabgahlen werben babei
auf gange ober halbe ©rabe abgerunbet) unb erfolgt nach benfelben
©runbfäfcen wie bei ber fJelbartiUerie. (3- 1234 ff.)
Die burch träftige Erhöhung«änberungen gewonnenen ®abeln finb
auf 100 ui ju verengen.
1270 ©eite.
Die (Sefihüfee einer (Batterie werben bor (Beginn be« Schießen«
gueinanber gleichlaufenb unb in bie $auptrichtung geftettt.
1271 Da« Einfchießen finbet jur Erleichterung ber (Beobachtung mit
bereinigtem fjeuer auf einen $untt be« 3id* flott, wenn nicht bie
®efe<ht«lage, g. Schießen gegen nahe Schüßen, eine fjeuerberteilung
bon bornherein bedangt.
(Beim Sielwechfet wirb beim unmittelbaren (Richten mit bem Huf*
fafc ba« fjeuer wieber bereinigt; beim Schießen au« berbecfter Stellung
ift im allgemeinen mit ber gegen ba« alte ßi^l erreichten $euer>
berteilung auf ba« neue 3^1 überjugehen.
1272 IBeim Schießen au« berbecfter Stellung ift auf ba« erfte
Einrichten ber größte SBert gu (egen (Serüdfuhtigung bon feitlich
weßenbem SBinb ufw.). 3un&$fl iß nur Vorauf gu achten, baß bie
Da« @<$ief)en mit ©efäüjen. 503
©chüffe innerhalb ber Bielbreite liegen, fo bag fte ber Sänge nadj
beobachtet werben fönnen.
^euerüerteilung auf baS ganje ßief erfolgt beim ©djrapnell» 1278
fliegen mit bem Übergang jum ®j.; beim ©ranatfdjiegen nad) richtigem
SBedjfel ber Sturj« unb SBeitfdjüffe, wenn fid) nicht fdjon eine $euer>
Verteilung von felbft ergeben gat. (Es ift bauernb barauf ju achten,
bag bie ganje ßielbreite unter fteuer gegolten wirb.
Stgiegrn mit (Brannten.
©abelftgiegen mit nacgfolgenbem (Brnpptfcgiegen.
(Einfliegen.
Dem (Erfcgiegen ber 100 m«@abel folgt baS ©ruppefdjiegen auf 1874
ber ©abelgrenje, beren Unwenbung am fdjnellften SBirfung verfpridjt
(bei freiftegenben Bielen auf ber furjen, bei gebedten auf ber weiten
©abelgrenje) ober bie Beobachtung erleichtert.
Durch baS ©ruppefcgiegen (Abgabe von meift 6 mit gleicher 1878
(Erhöhung verfeuerten Schliffen) foll bie glugbagnlage genauer geprüft
werben. Sie liegt im allgemeinen richtig, wenn in einer ®ruppe von
6 ©djüffen 2 bis 4 furj beobachtet werben.
©obalb [ich überfegen lägt, bag biefeS SSergältniS nicgt erreicgt
wirb, was meift fcgon nacg 3 Sturj- ober SBeitfdjüffen möglich ift, fo
treten Anbetungen ber (Ergögung um 100 m, bemnäcgft burd) halbieren
bis auf 25 m ein. (Ergeben aucg jwei um 25 m auSeinanberliegenbe
®ruppen leinen ricgtigen, aber einen entgegengefegten SBecgfel von
Sturj« unb SBeitfcgfiffen, fo ift um 12,5 m ju berichtigen.
3ft wogt baS im allgemeinen richtige SBergältniS jwifcgen Surj« 127«
unb SBeitfcgüffen (2 bis 4 furj), aber nicgt baS im einjelnen 3fall ge«
wünfcgte erreicgt, fo tritt junäcgft eine Anbetung um 25 m ein; ift
biefe ju ftarf, fo ift um 12,5 m ju berichtigen. Der SBirfung ber
Spreng« unb Sanggranaten nach rüdwärts mug nämlich burch Anftreben
von überwiegenb SBeitfcgüffen (4 weit, 2 furj) fRedjnung getragen
werben, währenb j. baS ©Riegen gegen äugere ®rabenwegren fowie
baS Befdgiegen von Sßanjern mit ^tacgfeuergefcgügen ein Überwiegen
ber Sturjfdjüffe (4 furj, 2 weit) erforbert.
SBirb beim ®ruppef^iegen falfdje ®abelbilbuug erfannt, fo ift
von neuem ju gabeln.
SBirfungSfcgiegen.
3ft in einer ©ruppe richtiger SBechfel ber Schüffe erreicht, fo 1877
mug er im weiteren Verlauf beS ScgiegenS beibehalten, nötigenfalls
604
2)ie $erroenbung ber SBaffen.
burd) Änberung, junädjft um 25 m, wieber erreicht werben; hierbei
tonnen bie ©abelgrenjen überfdjritten Werben.
fdjräge Stellung bed $iete jur Sdjufridjtung fidjer ertannt,
fo geljt man mit ber ganzen ©atterie ein ober mehrere SDlale um 25 m
oor unb guriid.
öeifpi eie.
®efc$üfc: s. F. H. Siel: Eebetfte ©teil«
feuerbatterie. Abgegriffene Entfernung
4000 m.
6<$u&.
1. 4000 —) Eabel groifcben 1. unb
2. 4400 +1 2. ©djufe. 100 m Öabei
q 4onn ? I groifc$enl.unb5.©d)ufj.
. «mw . z wejter ©abelgrenje
*• ’ +1 (4100) Eruppeföiefcen
6. 4100 4- J begonnen.
6. 4-b ftein SBedrfel berSorjekfeen,
_ l betbalb um 100 m jurücf-
«• s +J gegangen
Eeföü$: s. 12 em K. 3iel:
batterie, oon ben Eeföüfcen nic$t gu
fetjen, beSljalb $ö$enri$tung mit bem
üuabranten, ©eitenric$tung mit bem
Aic$ttrete. ®ef$a$te Entfernung 6000 m
= 158/i6°, abgerunbet auf 15°. 100 m
= 9/i6°, abgerunbet 8/i60.*)
8. 4000 — । SBieber fein SBetbiel ber
9. $ ttorjeicbeii, bebbalb halbiert
10. -J | auf 4060.
11. 4050
12. s 4 furg, 2 weit.
13. S 1 3m allgemeinen richtig
14. J -f- [ eingefd)offen.
15. 5 — 2)aö geuer roirb »erteilt.
16. : — *
17. 18. 19. 20. 21. s — 4 furg, 2 roeit. gür
: F 1 1 + Sefäiefeen einer ge* ’ bedten Batterie ni$t günftig, be^alb um
22. s — 25 m norgegangen.
23. 4075 +1
24. t 4-
25. i — (künftig liegenbe
26. t 4- Eruppe.
27. s —
28. s 4-
S<$u|j.
1. 16« (5000)-
2. 190 (5800) +
3. 170(5400) +
4. 16« (5200) —
5. 16« (5300)+.
6. 16° (5200)—
7.
8. « ( ’ ) +
9. ‘ ’ ) +
10. - ( « )-
11. - ( ‘ )-
12. •(.)-’
13. » ( . )-
14. « ( • ) +
15. . ( . )-
16. . ( . )-
17. • ( - )-
18. 16« (5225)—
19. •-(’) +
20. « ( • )-
21. « ( = )-
22. ( • ) +
23. ( > )-
Gtabel Awiicbcn 1. unb
2.6$ut. lOOm.Oabel
jmifdjen 4. unb 6. Sdjufc.
«uf furjer @abelflreiqe
(5200) Öruppefdjiefcen
begonnen.
4 furj, 2 weit
künftiger SBecbfel
bet Sotjeic^en.
S)a3 (Jeuet roirb
verteilt
5 tut,, 1 weit
3u viel Äut)f$üffe,
beä^alb um 25 m
vorgegangen.
4 tut), 2 weit
©ünftiget SBe^fel
bet 8ot)ei$en.
Streuföteßen.
1278
ba« ßiel nidjt beutlidj genug erfemtbar, um bauernb ein gu«
treffenbe« Urteil über ba« SBerijältni« bon fturj« unb SBeitfdjüffen im
©ruwefdjiefjen ju gewinnen, fo begnügt man fi$ mit ber Silbung
einer ®abel, beren Verengung auf 100 m anjuftreben ift. ?ln ©teile
*) 2)ie Ballen entfpre^en n«$t ben Angaben bet Sc^ufeiafel Slt. 9.
Stieben mit ©trügen. 505
bed ©ruppqt^ie^enä tritt bann ein ©treufdjiefjen auf ben Oabel«
grengen, ben bagmifdjen liegenben (Entfernungen non 25, 50, 75 m,
fdjliejjlidj audj ben bagmifdjen (iegenben 12,5 m (Entfernungen.
$ebe Seobadjtungdmöglidjteit ift audgunufcen, um bie ©treu«
entfernungen eingufdjränten. Suf genaue ©eitenridjtung unb
richtige ^euerverteilung ift bauemb gu achten.
$ft bad Biel verbecft, fo baß aud) bie (Bilbung einer ®abel aud« 1279
gefdjloffen ift, bann ift ein nadj Sänge unb (Breite gu begrengenber (Raum,
in bem bad ßie( (iegt ober vermutet toirb, unter fjeuer gu Ijatten.
Durdj forgfältigfte (Ertunbung ift möglidjfte (Einfdjräntung biefed
(Raumed anguftreben.
Bdjirfjrn mit Schrapnells.
(Dian bilbet mit äg. burdj einen Bu9 allein eine 100 m»®abel nadj 1280
bem Biel felbft ober ber ©etänbebecfung, hinter ber ein Biel vermutet
wirb, ©elänbetvinlel finb babei qudgufdjalten, menn nidjt mit ftuffafe
unmittelbar gerichtet toirb.
Die (Rohre merben fobann freigemadjt.
Die gange (Batterie geljt auf ber turgen ®abelgrenge gu (Bg. über
unb fdjießt auf biefer, ber ©abelmitte unb ber meiten ©abelgrenge in
burdjlaufenbem fjeuer.
Diefe 3 (Entfernungen ftnb gleichmäßig, menn nötig mieberljolt,
mit etma 6 bid 8 ©djüffen gu belegen; mit ©idjerljeit ald unmirtfam
ertannte (Entfernungen ftnb audgufdjalten.
hierbei tann unter Umftänben aucß eine ©abelgrettge überfdjritten
merben.
(Erhält man bei (Beginn bed (Bg.«$euerd unter ben etma 1281
6 erften ©djüffen mehr ald einen Sluffdjlag ober ©prengpuntt unter
bem Biel, fo ift auf ber turgen ©abelgrenge bad 2Raß für bie mittlere
©prenghölje mit bem ©djlüffelfdjieber fo lange „höher" gu nehmen,
(bei ®efdjüfcen ohne ©djlüffelfdjieber fo lange um 100 in (Brennlänge
abgubredjen), bid fidj eine audreidjenbe B«hl öon ©prengpuntten ergibt;
liegen biefe nicht in ber getoünfdjten $ölje, fo erfolgt bie (Regelung
ber ©prenghöljen ebenfalls mittete ©djlüffelfdjieberd ober burch Hb«
brechen ober Bulegen an ©rennlänge. Diefe (Regelung tann mit bem
SBedjfel ber (Entfernung verbunben merben.
(Beim Bielmedjfel mirb, nadj fjreimadjen ber (Rohre gegen bad 1282
alte Biel gu Slg. übergegangen unb mie oben verfahren.
geftgeftellte Unterfdjiebe im (Brennen ber Bünber ftnb gu berüd«
ftdjtigen.
506
Sie Serroenbung ber Staffen.
1288 Qft bie Bilbung einer 100 m«®abel nicht möglich, fo trirb eine
200 ober 400 m«®abel gebilbet unb innerhalb biefer ©abelgrenjen ge«
ftreut; ed Werben juerft bie 100 m« bemnächfl bie 50 m« Entfernungen
belegt.
Seifpiel.
®efdjüfc: 10 cm K. 04. ßiel: gelbbatterie, gef$ä$te (Entfernung 6000 m.
w.
1. Sc$ufj 2. « 3. « 4. « 5. * 6. « 6000 5600 5800 5700 s 4- 4- 'j 9Rii 1 ßuge allein. 1 Eabcl jwif^en 1. unb 2. Gc$uL | 100 m«Eabe( $wif$en 2. unb 4. ©c^ug J erhoffen. i Stoljre frei. J £)ad Jeuer wirb ©erteilt.
7. 8. 9. 10. 11. 12. 13-17. s g s g Sa- 5600 ? ©preng^e »/ie 1 3« fiele »uffdfrläge, bedtjalb, . ? 9luff#ag | ©c$lüffelf($ieber „4 $ö$er* * ? - ' (= 100 m Srennlänge). s (4$)? 'Sprengte «/ie i Ä • r y ' 1 9tic&tx0e ©preng^ö^en. / x o ?16 1 Um 50 m uorgeaangen. 5650 (4f)){unbb *zi«—7/i« Um 50 m uorgegangen.
18-23. 3. ». auf s toirb 5700 5700 ( ;) ? s 3/16_7/16. roeiter abwe^felnb auf ben 3 Entfernungen gef$offen. Söürben weite ©prengpunfte erfannt, fo müfcte biefe Entfernung aud«
gefaltet werben.
JJIanfdjußen.
1284 ©egen Biele, gegen bie eine Beobachtung nach ©eite unb Sänge
audgefdjloffen unb auch c'n ©treuoerfahren nicht möglich ‘fr mu& man
bad ^lanfchießen anwenben.
$ier}u ift jebe Batterie mit einem Batterieplan unb einem Sticht«
freid mit ©eftell audgeriiflet.
§n elfteren ift bie fteuerfteUung unb eine $auptrichtung nach
einem weit entfernten, fichtbaren, annähernb in ber ’Jtitte bed ©chufj«
felbed liegenben trigonometrifchen fJunft eingetragen.
©ad Biet ifl mögliche genau in ben Batterieplan einjujeichnen.
1286 ©ie ju nehmenbe ©eitenrichtung fefet fich jufammen aud:
a) Bielabftanb (2lbftanb ber .ßielmitte oon ber $auptrichtung);
b) fchußtafelmäfjiger ©eitenoerfchiebung, (Wenn fie nicht auf bem
fternrohrauffchlag fleht);
Spießen mit ©ef^ügen. 507
c) Wlaß, um bad 3. (Sefdjitfe ftatt bed 1. auf bie ßielmitte gu
lenten;
d) SBinbberücfjtdjtigung;
e) ^euerverteilung.
©ie Batterie Wirb Vom 3. ©efdjüfc aud audeinanbergegogen, fo
baß ftdj bie Strenungdtegel ber SdjrapneUd berühren.
©ie (Entfernung nadj ber ^ietmitte wirb aud bem $lan ermittelt
unb auf 100 m abgeruubet. ©er ©elänbewintel ift audgufdjalten.
Waty ber Sänge wirb ein SRautn von l/io ber (Entfernung tagen* 1286
weife unregelmäßig beftreut. ©ie Streuentfernungen werben ent*
fpretynb ber Tiefenwirkung ber ®efdjiifce audeinanbergelegt; bie ab*
gegriffene (Entfernung fommt in bie SWitte.
Streuentfernungen, bie ftdjer ald unwirtfam erfannt werben, ftnb
nidjt meljr gu belegen.
SRadj ber Seite Wirb nur geftreut, wenn bad $iel breiter ald 1287
bie $reitenwirtung ber Batterie ober bie Stellung bed 3ield 'm ®e«
(änbe nidjt genau genug betannt ift.
©efonberd widjtig ift bad prüfen ber Sprengpuntte nadj 1288
Seite unb ^öbe.
(Erftered erfolgt in ber SBeife, baß vermitteld bed IRidjtfreifed
eine Seljlinie nad? ber 3ie(mitte feftgelegt Wirb; in biefer Stiftung
miiffen bie Sprengpuntte erfdjeinen.
Siebt ber tBatteriefidjrer feine Sprengpuntte, obwohl fie bei
richtiger Sprengbäbe erfdjeinen miiffen, fo ftnb fte fo lange um bad
2Raß ber mittleren Sprengbäbe gu beäen, bid fte fidjtbar werben.
9todj erfolgter Prüfung ftnb fie auf bie fdjußtafelmäßige $öbe gu fenten.
©ie Baftlen bebeuten bie 0tanbnutnmetn.
Abgangdfe 0 er 86.
Abgangdwinfel 86. 90. 147. 173.
Abteilungdfeuer 202. 1181. 1199.
Achfe 758. ff. 785. 803. 821.
Achdfifce 785. 795.
Anfangdgefchwinbigfeit 67. 90. 256.
Anforberungen an gahrjeuge 1147.
* * ©ewehre 287.
* s Stafetten 743.
s ^rofcen 872.
* Sprengmittel 49.
• * Treibmittel 13.
Angriffswaffen 2.
Anftrich ber ©efchoffe 885.
Aptierted ^ünbnabelgewehr 224.
Arbeitöleiftung (bed Pulvers) 15. 31.
Artitteriegefchoffe 883.
Aft (ber giugbahn) 90. 113.
Atmofphäre 14.
Aufbau ber Stafetten 751 ff.
• * groben 875 ff.
s bed Aohred 81. 619 ff.
Auffafc 476. 477. 490. 519. 662 ff. 698.
Auffafcoberteil 726.
Auffälagjünber (Aj.) 913. 915 ff.
Auewerfer 652. 691. 695. 722.
».
Balancierfpftem f. ©leichgewichtdfpftem.
Batterie (Sufammenfefyung unb Ö5Iie=
berung) F. K. 993
Batterie (Sufammenfefcung unb (55lie=
berung) 1. F. H. 1004.
Batterie (ßufammenfebung unb G5Iie=
berung) b. F. H. 02. 1020.
Batterie (ßufammenfebung unb ©iie*
berung i 21 cm Mrs. 1028.
Beilabung 37. 40. 43.
Belagerungdartillerie 577. 579. 600 ff.
Betagerungdgefchüfce 556. 600 ff.
Belagerungelafetten 556. 747.
Beleuchtung 169.
Beobachtung 1218. 1259.
Bcobachtungdwagen 902. 1165.
Befchlag (ber Stafetten) 775.
I * (bed ©ewehrd) 316.
' Beftänbigteit (bed $ufoerd) 21.
' Sefttidjcner Kaum 136. 186. 201. 256.
! 397. 403.
Bettung 823. 841. 864.
Bettungdwagen 1172. 1173.
Beutelfartufche 46.
Bewegungdarbeit 82. 85.
Biegfamfeit (eined gahrjeuged) 869.
| Btante Staffen 7. 11.
i Blättchenpuloer 24. 25.
; Bobenfläche 627.
। Bobentammerfchrapnett 902.
I Bobenftücf 626.
; Bogenfchufc (1. F. H.) 999. 1237.
Bohrpatrone 53.
I Breitenftreuung 150.
' Bremdvorrichtung 772.'
| Brennjttnber (Bj.) 913. 924 ff.
i Broabwellring 654.
| Bronje 560.
i Bronjemörfer (21 cm) 556. 561. 566.
1 Buden 62. 88. 657.
| Buffolenrichtfreid 687.
| C-
©entrierwulft f. gentrierwulft.
@hafftpotgewehr 225.
(Chronograph 68.
(Splinber {. ßplinber.
Sachverjeichnid.
509
Dauerfeuer 1208.
Degen 9.
Deichfel 877.
Demontierfcfjufj 565.
Detonation 29. 51.
Doppelfeifoerfdjlufj 476. 556.
Doppelfchraubenrichtmafchine 520. 756.
Doppelroanbgranate 492.
Doppeljünber (Dj.) 507. 928 ff.
Drall 120. 126. 256. 644.
Drehungdgefchroinbigteit 121. 147. 173.
Dreiliniengeroehr (SRufftfched) 433. 457.
Durchmeffer (bed Saufed) 256. 298.
Dur$fc$lag3fraft (bed Gfewehrgefchoffed)
383.
Eigenftreuung 148.
(&in$eitdgefcho& 910. 980.
Einheitdgefchü$ 503. 528.
Einheitdpatrone 222
Einrichtungen (allgemeine) ber (SJefdjüfce
617 ff.
Einrichtungen (allgemeine) ber $anb;
feuerroaffen 290 ff.
Einrichtungen (allgemeine) ber Safetten ! gelbfanonen 539. 595.
galtoinfel 90. 93. 96. 113. 133. 192.
956.
gafchinenmeffer 11.
gauftfeuerroaffen 819.
geberfpom 580
gehler bed Schüßen 169.
geinfom 169.
gelbartiOerieger&t C/73. 490 ff.
gelbbatterie f. Satterie.
gelbgranate C/76 493.
x C/82 505.
* 96 942. 990.
gelbgranatjünber C/73 506
gelbhaubigen 596. 597.
1. F. H. 98. 527. 692 ff. 788 ff. 879.
998 ff. 1043.
8. F. H. 573. 574. 1043.
s. F. H. 02. 573. 574. 580. 708 ff.
801 ff. 880. 1009 ff. 1043.
gelbhaubifcgranate 998.
- fartufche 45.
lafette 98. 788 ff.
t 8. < 02. 801 ff.
i gefbhaubifcprofce 98. 879.
! a. . 02 880.
gelbhaubibfchrapneü 1001.
F. K. C/64 (leichte) 476. 589.
* C/61 (fchroere) 477. 589.
• • C/73. 490. 539. 1043.
* C/73/91. 510. 539. 1048.
• • 96. 516. ff. 539.
s 96. n/A. 537. 539. 688 ff. 776 ff.
876 ff. 986 ff. 1043.
gelbtartufche 96 45.
gelblafette 96 520.
96 n/A. 776 ff.
gelblafetten 745.
gelbmörfer (rufftfcher) 525. 1117.
gelbproge 96 n/A. 876.
gelbfchlagröhre 61.
gelbfchrapneü C/73 494.
; C/82 505.
* 91 508.
* K 96 987.
gelbfchrapnelljünber C/83 506.
gernrohrauffafc 580. 682. 724. 816.
gemroaffe 2. 4.
744.
Einjelfeuer 1180. 1198. .
Enbgefchroinbigfeit 90. 93. 113. 982. ।
Englifche Artillerie 1126 ff.
Englif$ed Gewehr 442 ff. 457.
Entfemungdmeffer 208. 1176.
Entfernungdfchä$en 207. 1123. 1175.
Entjünbung 652. 657.
Erbfchroere 13.
Erhöhung (grofce) 114. 194.
Erhöhungdrointel 86.
Eriunbung 1213 1249 ff.
Egergierpatrone 88. 375.
Egplofion 29. 51.
»♦
gahrbore Safetten 751 ff.
3raf)rbremfe 824. 842.
gahrjeuge 1145.
gaUblocfnerfchlu& 722.
gallgefefc 89.
510
SatbuerjeicbniS.
Fertigjünber 914.
FeftungSgefäüfce 605 ff.
FeftungSlafetten 748.
Feuereröffnung 1186.
Feuergefcbwinbigteit 244. 248. 256. 258.
511. 522. 532. 542. 994. 1006.1021.
1029. 1037. 1041. 1192. 1224 ff.
1266 ff.
Feuerleitung 1185. 1187. 1206. 1216.
1256.
FeuerfteUung 1214 1249 ff. 1254.
Feueroerteilung 1193. 1232 ff.
Feuerwaffe 5.
Feuerwirkung 1182. 1211.
Feueret 1185. 1196.
FMbaftnföuft 978. 999 ff. 1235 ff.
Flache ©ef<boBbal)nen 135. 183.
F(a$feuergef4ü$e 572. 590.
Fla^teilüerfcbluB 517. 648 ff. 713.
Flugbahn (31 Hgemeined) 65 ff. 131.
Flügelfeuer 1224.
Fluggef$roinbigfeit 99. 113.
Flügge 93. 134. 394. 401.
Flugweite 959.
Flugzeit 93.
Flüffigfeitdbremfe 862.
Fran$öfif$e Artillerie 1083 ff.
Franjöfiföed ©eweljr 421. 457.
Führung ber ©ef($offe f. ©efc^oBfü^rung.
FüUfugeln 900. 947.
FüUpuIoer 02. 50.
FuBartillerie=3RunitionSwagen 1166.
Fu(jartiUerie4Referoe 611.
®.
©abelfäieBen 1234. 1238. 1274.
©aSbrud 13. 14
©ebirgSgefcbüfce 599.
©clänbcwintel 519.
©elcifebreite 741. 872.
©efäoffe ber Artillerie 883 ff.
= « ©ewehre 256. 373.
©efäoBarbeit 13.
©eföoBbalp f. 5Iu9bahn-
©ef$o&babnen ber ©efc^üge 137 ff.
©eföofjbabnen ber $anbfeucrwaffen
133 ff.
| ©efcboBbrebung 116 ff.
1 ©efcboBfübrung 80. 220. 234. 256. 640.
889.
©eföoBgarbe 175 ff. 1190.
©efäoBmetaU 107. 886.
©eföoBraum 637.
©efäoBfpibe 108 ff.
©efäoBtrage 672. 711.
©eföoBwirtung 383 ff.
©efcboBftünber 913 ff.
©efcbü$arten 590.
©efchüfcauffteHung (erfte) 610.
©ef$ü$blfttt$enpufoer 25. 74.
©efcbüfce (Allgemeines) 5. 455. ©e>
(d)icf)te 474 ff.
©ef$ügflaffen 595.
©efcbüfcpufoer 476. 477. 572. 573.
©efcbüfcrobre 617 ff.
©efchwinbigfeitSperluft 100.
©ewe^r (Allgemeines) 290 ff.
M/71 226 ff.
M/71/84 237 ff.
s 88 251 ff. 321 ff. 437.
* 98 253 ff. 339 ff. 457.
s 91 357.
©eweBrbl&ttfbenpufoer 25.
©ewehrpuloer (neues 71) 40. 54.
©exogener Xeil (ber Seele) 296. 689.
©teigförmiger 2)raH 127.
I ©leicbgewicbtSfpftem 870.
। ©lei$laufenbe 3Ü9C 641.
I ©leitbcbeIüerf$luB 691.
| ©lübftünbfcbraube 63.
1 ©rabenbeftreidjung 562
©rabauffag 663.
| ©ranaten (&inri$tungen) 883. 904.
©ranatfüUung 88 50 ff.
©ronotfcbuB (Sprengt Ä$. 972 ff. 1242.
• ©ronotfchuB (Spreng-) 83. 967 ff. 1242.
I ©ranatgünber 919 ff.
I ©robeS 8Iätt$enpufoer 25. 74.
I ©roblörnigeS $ufoer 499.
©roBe ©rhöbungSgruppe 114. 194. 982.
1024.
©ruppenfeuer 1227.
©uBftabl 291. 476. 490.
Sachnerjeichnid.
511
Halbautomaten 266. 554.
Hanbfeuerroaffen 5. 214 ff. 283 ff.
Hartblei 107. 900.
Hartbronjerohre 560. 569. 573. 625.
gaubtye 527. 574.
Hemmfeile 822.
Hemmvorrichtung 1150.
Hinterbrade 882.
Hinterführung 127. 644. 890.
Hinterlabung 222.
Hinterroagen 1150.
Hirfchfänger 11.
Höhenrichtmafchine 755 ff.
Hö^enflreuung 149
3.
Sägerbüchfe M/71 232.
gnfanteriegeroeljr M/71 226 ff.
* M/71/84 237 ff.
gtalienif$e Artillerie 1066 ff.
gtalienifched ©eroefjr M/91 413. 457.
ft«
Kaliber f. Aohrburchmeffer bejro. Sauf»
burchmeffer.
Kanone 5 cm 568. 1043.
8 cm 476. 539.
9 cm 477. 539.
s. 9 cm 561. 1043.
10 cm 574. 580. 719 ff. 1043.
kz. 12 cm 526.
s. 12 cm 561. 1043.
kz. 15 cm 556. 561. 573.1043.
* lg. 15 cm 566. 572. 580. 727 ff.
1043.
* 15 cm R. 558. 566. 572.1043.
lg. 15 cm R. 1043.
kz. 21 cm 561.
21 cm R. 1043.
Kanonen 590.
Karabiner (Einrichtungen) 317.
M/71 232.
» 88 357 ff.
98 359.
Karre 1151.
Kartätfäe 476. 477. 495. 883. 912.
Kartätfchfchufj 944.
Kartufäe 41 ff.
Kartufchbeutel 41 ff.
Kartufchhülfe 41 ff.
Kartuf$raum 637.
, Kafemattenlafette 867.
Kaftenmaga$in 247.
Kaftenprofce 873.
Kaftemoagen 1150.
Kegelroinfel 950 ff. 968 ff.
Keilloch 634.
Keiloerfchluß 647. 722.
Keiljüge 476. 490. 641.
Kem (ber ©efchofjgarbe) 176. 203.
Kernrohr 621.
* Klappfpom f. Sporn.
Knall (bed ^ufoerd) 19. 35.
, Knaüquedfilber 56.
' Kolbenoerfchlug (ber (Gewehre) 309.
( » ©efchüje) 477. 556.
! Korn 169. 307. 519 660.
Kricgdfahrjeuge 1145.
Krümmung ber Eefchofjbahn 89 ff. 590.
Kruppfche 7,5 cm gelblanone L/80.
549 ff.
< Kruppfche 6,7 cm Eebirgdfanone L/18
554.
> Kruppfche 10 cm ©elagerungdtanone
582.
Kruppfche 15 cm gelbhaubifce 584.
Kruppfche 10,5 gelbhaubifce 586.
Kruppfcher Eubftahl 618.
Künftliche Aletalltonftruftion 624.
Kupferliberung 476.
Kupferner Siberungdring 654.
Kurje Kanone f. Kanone.
Küftengefchüfee 616.
» lafetten 749. 853.
8«
Sabebüchfe 627. 731.
Sabebichte 75. 638.
Sabeloch 633.
gabeftreifen 355. 381.
Sabetrichter 736.
Sabungdraum 637.
i gabungdoerhöltnid 77. 78. 256.
I Safette (bed HRafchinengeroehrd) 469.
I Safetten (AUgemeined) 741.
512
Sachwjeichnid.
Stafetten ber ferneren Artillerie 746.
10 cm*Safette 04. 827 ।
Ig. 15 cm*Safette 834. I
Safettenwinfel 741.
Sagerpuntt 629. 741.
Sange Kanone f. Kanone.
Sängenftreuung 150 ff.
Sanggranate 556. 884. 907. I
Sanje 8. I
Sauf (AHgenteined) 291 ff. i
Saufburchmeffer 298ff.
Sauflänge 71. 74. 292.
Sebelgeweßr (ftranabfifched) 421. 457. |
Sebenbige Kraft (bed ©efchoffed) 13.82 ff. '
Sees<£nfielb*(3eroe$r ((Englifched) 442ff.
457. '
Seichte ftelbhaubipe 98 f. Jelbtyaubifce.
Seichte gelbtanone 0/67 (8 em) 476.
* * 0/73 490.
Seiftungen ber (Stefchüpe 987. 999. 1012.
1024. 1034. 1040. 1043. ।
Seiftungen ber öanbfeuerroaffen 391 ff. I
s 9 Älafchinengewehre 472. ।
SeitweUenoerfchluß 695. 709.
Senffcheit 1149.
Sentfcheitfpftem 870.
Senfföiene 1149.
Sentungdwintel 869.
Sibeßeneinrichtung 675.
SibeUenquabrant 717.
Siberung 646. 653 ff.
Siberungdring 653 ff.
Söbnerfche Xertienuhr 72.
Suftgewicht 101.
Suftwiberftanb 94 ff.
VL
Atanboerringpuloer 28.
2Ranboerröhrenpufoer 25.
SRantelringrohr 622. 727.
SRantelrohr 621.688.692.708. 710.719.
IRantelftücf 626.
SRafchinengewehr 458 ff. 1202 ff.
SRaffe bed ©efchoffed 13.
SRajimgewehr 458.
SRehrlaber 235.
SRehrlabeoorrichtung 239.
SR eta Up atro ne 234.
SReterauffap 663 ff.
SReterlilogramm (mkg) 13. 85.
SRetertonne (mt) 18. 85.
SRinimalfchartenlafette 866.
SRitnehmer 760.
9Rittelfanunerfc$rapnell 903.
aRittelfchaftdmagajin 247. 251.
SRittelfter Xreffpunft 151.
Mittlere glug^e 135.
SRittlere Schußweite 152.
9 Sprenghöhe 163.
- Sprengpuntt 163.
» Sprengweite 163.
SRittlerer Xreffpunft 152.
SRörfer 9 cm 561.
15 561. 573.
Ig. 15 cm 573.
s 21 cm 556. 561. 574. 710.
SRörferlafette (21 cm) 817.
9 proße ? 882.
SRunbfriefe 626.
SRunition f. Schießbebarf.
SRunitiondßinterwagen 553.
9 wagen 96n/A. 1153 ff.
IRünbungdfeuer 19. 35.
* fläche 631.
s gefchwinbigfeit 67. 93. 147.
391. 398.
Aahwaffen 3.
Aepbeuteltartufchc 47.
Aeued ©ewehrpuloer 71 40. 54.
Aewtonfched ©efeß 103.
Aitrat 24.
Aitroglpjerin 26.
Aitro^ellulofe^uloer 23 ff.
C.
Oberlafette 770. 777. 854.
Dberjünbung 658.
öfterreichifche Artillerie 993ff.
öfterreichifched (Seweßr 393.
Ortfcheit 877.
Sachoerjeichnid.
513
Panoramafernrohrauffab 550.
Panjerbatterie 576.
* lafette (5 cm) 568. 845.
= türm 576.
Parabel 90. 115.
parabeHumpiftole 268 ff.
ParaUeljüge f. gleichlaufenbe Büge.
Patronenljülfe 41 ff.
lager 295.
rahmen 329. 376.
Patrone bed optierten Bünbnabelgeioeljrg
225.
Patrone bed ©eroe^rd 88 371 ff.
= 98. 378.
-- 3nf. ©eroehrd M/71 231.
« SReooloerd 382.
• Bünbnabelgeroe^ra 220.
Penbelung ber 0ef$offe 117.
Pitrinfäure 570.
Planftyefcn 966. 1284.
piagpatrone 88 375.
Ptafcpatronenpuloer 25.
Pre&fpanboben 477.
progreffto^raU 126.
Proge (Aflgemeined) 869.
Profce (10 cm) 881.
ProfcgefteH 877.
Propafen 877.
Pro^ebel 826. 882.
Profctaften 878.
Projöje 877.
Pufferliberung 224.
Puloer 12 ff. 71 ff.
Puloergranate 906.
Punltfeuer 1208.
CU
üuabrant 674. 717.
üuabrantenebene 628. 708. 711.
rointel 631.
Cuerfönittöbelaftung 101.
«•
Stab 762 ff. 785. 804. 877.
Stabgürtel 1080.
Stammen (ber Müftenlafette) 859.
Stauc$entioicflung 19. 34. 39.
9tauc$fc$ioa$e3 Puloer 23.
Berlin, ffiaffenle^re. 2. XufL
fteibftünbföraube 59. 60.
Steifjenfeuer 1208
Aepetiergerocljre 235.
Aeooloer 360.
tanone 562. 734. 1043.
Aic$tbaum 783. 798. 807.
Aicfctbogen 98. 704.
: <Ri$tbogenauffa$ 519.
tti($tfiac$e 519. 706.
Aic$tfreid 677.
Ai$tlatte 677. 707. 800.
SRichtmafchine 755ff. 784. 792. 813. 819.
836. 856.
Suchtmittel (ber ®efd)üfce) 659. 698. 715.
724. 740. 781.
! Aichtffclcn 681. 806. 820. 837.
Stiftung (bed ©efc^offed) 86.
Ainggranate 492.
Aingfanone f. Äanone.
Aingro^r 623.
Aoljrbremfe 772 ff.
Slohtburchmeffer 592.
Aöhrenmagajin 244. 250. 421.
I AÖ^renpuloer 24.
1 AoHalter 689. 797.
Aoljrtlauen 689. 708.
Aohrlänge 636.
AohrmetaU 572. 573. 617.
Siohrrüdlauf 535ff. 584. 770ff.
i Slohrrüdlaufgefchübe 535ff.
Aöljrfdjeiben 761.
Aohrträger 518.
Aohnoagen (21 cm) 1168.
Aohrroiege 771. 778.
Mtoa^ebel 821.
Aüdlauf ber Safette 766.
Aüctlaufbremfe 840.
Aüctftanb (bed puloerd) 19. 35.
Aücfftofe 88. 257.
Aüchoärtdfpanner 230 256.
SiunMeiloerfthlufe 490. 558. 648. 730.
Siuffifc$e Artillerie 1109 ff.
Stuffifched JDreiliniengeroehr 433 ff. 457.
, Säbel 9.
, Saloe 1192. 1229. 1268.
! Sattelprofce 874.
33
<514
Sachverzeichnis.
Schaft (Allgemeine«) 315.
Schüßen ber Entfernung 207.
Scheibenfeberfpom 590.
Scheitelhöhe 142.
Scheitelpunkt 93. 113. 141.
Schießbeborf ber ©efchuße 883 ff.
; - $anbfeuerwaffen 371 ff.
Schiebräber 821.
Schiebwoflgranaten 563. 570.
SchiebwoUpuIvcr 23 ff.
Schiffelafetten 750. 868.
@$ilb f. Schußfchilb.
Schilbgapfen 629.
Schlaggflnbfchraube 58.
Schlitten (bed SRafchinengewehr«) 468.
Schnellfeuer 1228. 1268.
Schnellfeuerverfchlub 652.
Schrapnell (Einrichtungen) 883. 897.
granate 911. 980.
fugel 900. 947.
fchub 189. 945ff. 1220. 1238.
1280.
SchrapneUjünber C/73 506.
Schraubcnverfchluft 1083.
Schubfutbcl 722.
•• -Jieilverfchlub 552.
Schubleiftung ber $anbfeuerroaffcn 391.
Schubtafel bet F. K. 73 158.
Schugtafel bee ©eweßre 135.
Schubtafcln ber ©efchüße 143.
Schußweite 103. 989
Schußfchilbc 537. 540. 544 ff. 785. 979.
991.
Schußwaffe 6.
Schwarjpulver 38. 54.
Schwere Artillerie bee gelbßeereö 578.
596. 1009 ff. 1023 ff.
Schwere gelbßaubißc f. gelbhaubiße,
gelbßaubißlafettc 02. 801.
proße 02 880.
gelbfanone C/61 (9 cm) 477.
U/73 490
Scßwerfraft 89.
Schwerpunft (bed ©efchoffeS) 117.
Seeartillerie 613 ff.
Seele (bed ©ewcßrd) 294 ff.
Seele (bed Aoßreä) 635.
Seelenlänge 74. 77. 635.
Seelenrohr 625.
Seilbremfe 766ff. 787.
Seitenabweichung 129.
Seitengewehr 10. 11.
Seitenrichtmafchine 518. 780. 813.
Seitenrichtung 676.
Selbftlabepiftole (^arabedum) 268.
Selbftlabewaffen 257.
Selbftfpannung 234. 256. 312.
Sentrechter Äetlverfcßlub 651. 722.
SenfungSwinfcl 869.
S^efchob 380.
Sicherung (be« ©eweßrd) 313.
Sfala f. Aichtffala.
8-^atronen 378.
Sporn 769. 783. 808.
Sprenggranate 526. 884. 905. 967 ff.
höh« 163- 960ff. 1220.
fapfel 57.
förper 58.
labung (Schrapnell) 901. 950ff.
(©ranate) 905.
labungdbüchfe 52.
mittel 11. 48ff.
munition 88. 53.
öl 23. 26ff.
patrone 53.
punft 165. 945. 1220.
weite 165. 949ff. 1228.
S-^ulver 25. 379.
Stählerner Siberungering 654.
Stahlrohrlange 11.
Stauchvorrichtung 14.
Steigenber irall 126.
Steighöhe 93.
Steigungewinlel 869.
Steile ©efchobbahnen 192.
Steilfeuer 192 565. 609. 999.
Steilfeuergefchüße 572. 591. 609.
Stetigleit ber $reßachfe 125.
Stoßtraft (berSchrapnellfugeln) 948.987
Streufeuer 1208.
Streufchieben 1278.
Streuung 144. 168ff.
Streuungefegel 945.
Strichfeuer 190.
SachverjeichnB.
515
X
TageSeinflüffe 207.
Tageäentfernung 206.
Teilfartufche 47.
Tertienuhr (Söbnerfche) 69.
Tiefenauäbehnung (ber ©efchofjgarbe)
H6ff.
Ziefenroirfung (beS Schrapnells) 964
TranSportfchraube 713.
Treffähigfeif 159. 205.
Xrefferbilb 151 ff.
Xreffläche 149 177.
Treffpunft 138 ff.
Xreffroahrfcheinlichteit 196 1100.
Treibmittel 12.
II.
ftbungggefchob 909.
UmbrehungSgefchroinbigfeit 121
Unabhängige Siftcrlinie 551.1083.1100.
Unterlafette 770. 802.
Serbrennuiigögefchroinbigteit 18. 31. 33.
SerbrennungSraum 12 29. 75. 638.
s wärme 20. 31.
Serfchlug ber ©efchüfce 645ff.
' s Gewehre 308 ff.
Serfcblugßücf 626.
Scrjögerung 918.
Sifiereinrichtung (beS Gewehrs) 302.
Sifierentfernung 208.
Sifterlinie 169. 302. 666 ff.
Siperfchieber 669.
Sifierroahl 1189.
SoUfom 169.
Sorberbrade 877.
I Sotberroagen 1149.
! Sorlaufleile 841.
SorratSroagen 1158. 1163. 1167.
Sßagcn 1148.
Sßagenfaften 1150.
SBahrfcheinlichteitSfaftoren 160 ff.
ffiänbe ber Safetten 752 ff. 782.
Sßieberfpannabjug 652. 691.
2Biege 770. 814.
SBiegenträger 814.
! SBiegenhalter 814.
: tßintelmeffer 519. 674.
' äßirtungäfchiegen 1277.
I SBürfelpuloer (W. P.) 26. 77.
j Sßurftum 113. 115. 131.
3.
3abnbogenrichttnafchine 757. 792. 813.
| 819. 836. 856.
3eitmeffer 68.
3entrierring 80. 891.
* roulft 80. 640. 891.
ßubehör (beS ©eroehrä) 316.
3üge 121. 641.
3ünber 913.
ßünberfteUmafchine 553.
3ünbhütchen 45. 57.
3ünblabung 52. 917.
3ünbloch 657. 713.
3ünbmittel 11. 55.
3ünbnobelgeroehr 214ff.
3ünbnabelpatrone 220.
3unebmenber Trail 126.
3?linberpufoer 54. 902.
nerfchlug 308.
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THivmnR
Qanöbibliotljek bes Offiziers
j. Saab: Die Vorbereitung zur Kriegsakademie. Sugleidf ein
Batgeber für bie wigenfd^aftlu^e Befdjäftigung jüngerer (Dffijiere
Don Krafft, Ejauptmann. 1908. 2. vermehrte Auflage, mit 2 Stijjen.
m 8,—, in Seinenbanb IH 9,50.
2. »and: Der Hdjutantendienft b ei ben (Truppen aller IDaffen,
bei (Sarnifonfommanbos unb Bejirfstommanbos. Don(Braf
Don Schwerin, Qauptmann. 2., nmgearbeitete Auflage. 1909.
m , in Seinenbanb m 5,—.
3. 25anb: Bandbudl der Waffenlehre, für ©fffjiere aller Waffen
jum Selbftunterridjt, befonbers jur Dorbereitung für bie Kriegs«
afabemie. Don Berlin, major. 2., neubearbeitete Auflage. mit
283 Abbildungen im (legt unb (5 Steinbrucftafeln. 1908.
IH io,—, in Seinenbanb ITT U,50.
4. Sani>: Der Dienft des Generalftabes. Don Bronfart v. s <t? e n e n •
borff, weilanb (5 en eral ber Jnfanterie. Auflage, neu be-
arbeitet Don Bronfart d. Sdjellenborff, Oberftleutnant. 1905.
IH 9,50, in feinenbanb m (i,—.
6. Band: Der Kompogniedief. (Ein Katgeber für (Erjietiung, Aus-
bildung, Derwaltung unb Beftd?tigung ber Kompagnie. Don d. IDebel,
ITlajor. unter Berüdfidjtigung ber neuen <felb bi eit ft-Ordnung
Dom 22. IHärj 1908 umgearbeitete Auflage. 1909. 3n Dorbereitung.
(Etwa m , in leinenbanb m 5,—.
ö. Banb: Der BfltQillonskoiningndeur im äugeren unb inneren
Dienft. Don Becfer, Oberft. 2., unter Berücfftd^tigung ber
neuen Dienfloorfd^riften für bie 3nfantcric umgearbeitete
Auflage. 3n Dorbereitung. (Etwa IH 2,80, in leinenbanb m .
7. Band: Caktik. Don Jmmannel, major. 2., auf (Srunb ber^felb-
bienft-Ordnung unb Uland per-Ordnung 1908 unbearbeitete Auflage,
mit jafylreidjen Abbildungen. 1909. Ju Dorbereitung.
(Etwa IH tu—, in Semenbanb ITT 12,—.
». Banb: Die deutlche Land« und Seemacht unb bie Berufs.
pflichten bes (Dfftjiers. Don ü. Habenan, Qauptmann. 2., neu«
bearbeitete Einf läge. 1909. 3n Dorbereitung.
Ctwa Ul 5,—, in £einenbanb W 6,25.
9. Banb: Der franZÖFlfche Dolmetitfien ein fjanbbndj für ©ffaiere
aller IDaffen. Don (B. f. Weier, Hauptmann. Wit einem Ein-
gang: Einleitung unb HO Aufgaben, teilweife mit £öfungen, jur
Dorbereitung für bie Dolmetfc^erprüfung. 1906.
W 5,50, in feinenbanb W 6,50.
ja. Banb: Die Verkehrsmittel im Kriege, Don s<f?miebe<fe,
<Dberftleutnant. Wit 3 Karten unb 66 Elbbilbungen. 1907.
W 5,50, in feinenbanb W 6,50.
n- Banb: Grundldtze der niiliMr«Gelundheitspffege für ben
(Truppenofftjier. Don Dr. Barthelmes, Stabsarjt. Wit 2 bunten
(Tafeln unb (2 Elbbilbungen im (Tejt. 1907.
W 2,50, in feinenbanb W 3,50.
jj. Banb: TaktiFches Bandbuch des Snfanterfeofflziers. ein
Ratgeber für Elnsbilbnng unb Rührung ber (Truppen fowie für
taftifdje jortbilbnng bes (Dfftjiers. Don fjoppenßebt, Wajor.
(908. W 5,50, in (einenbanb W 7,—.
J3. Banb: DflS Kriegstpiel. eine Einleitung ju feiner Qanbtjabung. Wit
Beifpielen unb löfungen. Don t>. Elltrod, (Dberßlentnant. Witjahl«
reidjen Figuren im (Tejt unb einer Karte in Steinbrurf.
W ^,50, in £einenbanb W 5,50.
,4. Banb: Dienltunterrtcht des Offiziers, Anleitung jur «Erteilung
bes Wannfd?afisunterrid?ts in Beifpielen. Don £ e tj m an n, Oberlehrer
unb d. (Eftorff, Wajor, unter Witwirfung höhcr*r (Dffaiere aller
IDaffen. Wit einer Karte in Steinbrurf. 2., neubearbeitete Huflage.
1909. W —, in £einenbanb W 5,—.
----- — Weitere Bünde befinden iidi in Vorbereitung. — - .
tteuer Meinungen 1908
«in neues IDörtl}.
SWit 2 Plänen unb 9 2lbbilb. unb Stilen im Tejt. SW 5,—, geb. SW 6,—.
Der große Krieg ber Oeßtjeit. Einc
Stubie über Begegnung unb Stampf ber SWaffenpeere be§
20. ^aljrljunberts. 2?on v. 5alftent>aufen ((General ber $n*
fauterie). SWit 6 Siartenbeilagen in 2teinbrud. 3™ Trucf.
Der Ruffifdp3apanifd)eKrieg • 1904/05.
©in fur$cr f ritifdjer Überblid über feinen Verlauf. SBon Hubert(ftauptm.).
1. Söiö ^iir Sdjladit bei ßiao pan. SW 3,—.
2. Ter SluSgang beö MriegeS. 3m Trucf.
Kriegsgefd}id)tltd}e (Einselfdjriften.
$erau§gegeben bom (Brofcen (Benerajftabe. $luö bem Wuffifdj*
3apanifcben Kriege 1904/1905. £*cft 37/38: Sßort Slrttjur. 3X?it
12 Starten, Aablreicpen Slnficpten unb 2 ftberfitfitöfti^en. SW 5,—.
£>eft 39/40: $alu. SWit 9 Anlagen unb 6 Stilen. SW 4,75.
£>eft 41/42: 29a fan gou unb bie SBortämpfe bon Öiao pan.
SWit 5 Anlagen unb 11 «Stilen in Steiubrud. SW 5,—.
$>eft 43/44: ®ie Gcpladjt bei 2iao pan. SWit Slnfidjten unb
10 (Stilen in ©teinbrucl. SW 5,—.
Die Scf}Iacf)t von IDörtl) vom 6. fluguft 1870.
SBon Kun3(SWaj. a.T.). SKiiS bem Wacplafjbearb. bon Bald! (Cberftlt). SWit
cinemSBilbnb5,einerÜberfidjt3tarte u. 6(BefedjtSpl. SW 8,—, geb. SW 10,—.
mafdjinengeweljre.
15 Tafeln. ®tma SW 3,75, geb. SW 5,—.
Das €jerjier=Regiement für Ne 3nfantetie
OOttt 29. IRfli 1906. Mrieg§gefd)idjtlid) erläutert. 2?on
v.SreptagsCoringtioven, $rt>r. (Dberft). 2., burdjgefepene
Slufl. SWit einer Marte in <5teinbruct unb 50 Stilen. Mart. SW 5,—.
£et?nerts Ijanöbud? für Öen dnippcnfüljrer.
ftür ftclbgebraud), /yelbbicnft, fterbftübungcn, ftbungSritte, MriegSfpiel,
tattifdje Arbeiten, llnterridjt, bollftänbig neu bearbeitet bon Jmmanuet
(SWajor). 28., unter Söcrücffidjtigung ber $elbbienft*£rbmmg unb
SWanoocr*£rbnung 1908 fotvie ber Maballcrie'^ionier^orfdjrift bom
24.10.1907 böllig umgearbeitete Auflage. SWit ^aplreidjen 3cicbnungen
unb ÜberfidjtStafeln. ®eb. SW 1,50.
Die £el;te vom Sdjuß unö bie S^ußtafein
SBon l|et>benrei<^ (Cberftlcutnant). Sluf bicnftlidjc SBeranlaffung
bearbeitete 2. Auflage. SW 8,—, geb. SW 10,—.
6
ginfeiCung:
Seite
I. Ungemeine«..........................5
EL Xattit unb Strategie ...... 6
III. (3eneralftab4bienft, Itriegftfpiel,
ÜbungBritte ........11
IV. Tnippenbienft.......................12
V. ftrieg«gefäi<$te...................16
VL SBaffenle^re........................26
VIL Befeftigungdtebre unb fteftungtfrieg . 26
Seite
VUL $elbtunbe, Äufnebmen u. $lanjeid)nen 29
IX. ©erfebrdroefen, Selegrapbie, Öuftfcfciff-
fahrt, fRabfabren unb ^Brieftauben,
Rrieg«tecbnif................................29
X. Seeroefen, Kolonien ufro...............89
XI. 9Rilitärgeri$t«tt>efen..................31
XII. Allgemeine 2Biffenf$aften................81
XIII. Spratbtoiffenfcfcaft.....................31
1. BUgrmdne«.
Sartljelmef, Dr. (Staböarzt), ©runbfäße ber 3Wilitärs©efunbheitöpflege
für ben Truppenoffizier. SWit 2 bunten Tafeln unb 12 Abbilbungen im
Tejrt. (öanbbibliotbet beö Offizier^, XI. Sanb.) 1907. SW 2,ö0, geb. 2» 3,öO.
9. Slume (©eneral b. Snf. j. *&.), ©runblagen unferer SBehrfraft. 1899.
SW 3,—, geb. 3R 4,—.
Tieuftorbuuug ber Äriegfatabemie. Som 19. Tej. 1901. 1901. SWit Anhang unb
Tecfblatt Ar. 1-30. 25 Sf., tart. 35 Vf-
B. ©ftorff (SWajor), Kriegf artifel unb ga^neneib. 1905. 70 Sßf.
B. 5rei)tag--£oringl)Ot)en, grßr., (Oberft), Tie SWacht ber $erfönli$!eit im Kriege.
Stu bien nach (Slaufeiviß. SWit 24 Stilen im Tejt. 1905. SW 3,—.
Ärafft (Jpauptmann), fcanbbuch für bie Vorbereitung jur MriegSatabemie, zugleich ein
Ratgeber für bie roiffcnfchaftliche Sefchftftigung jüngerer Offiziere. 3roe^c/ vermehrte
Auflage. Wit 2 Sfiz^en. (fcanbbibl. b. Offa., L Sanb.) 1908. SW 8,—, geb. SW 9,50.
-----, Aufgaben ber Aufnahmeprüfung jur Äriegöafabemie 1904 unb Söfungen.
1904. 90 ^f.
-----, Aufgaben ber Aufnahmeprüfung jur flriegsafabemie 1905 unb Söfungen.
1905. 90 $f.
-----, Aufgaben ber Aufnahmeprüfung jur ßriegfatabemie 1906 unb Söfungen.
1906. SW 1 —.
-----, Aufgaben ber Aufnahmeprüfung jur Äriegöatabemie 1908 unb Söfungen.
1908. SW 1,50.
ÄriegSbraudj int fiaubfriege. $erau3gegeben vom ©roßen ©eneralftabe, Kriege
8efchichtliche Abteilung I. (Äriegögefchichtl. ©injelfTriften $eft 31.) 1902. SW 1,25.
mann (Überlehrer) unb n. (Sflorff (SWajor), Tienftunterricßt be§ Offiziers.
Anleitung zur ©rteilung beö SWannfehaftöunterrichte in Seifpielen. Unter SWit*
roirfung höherer Offiziere aller SBaffen. 2., neubearbeitete Auflage. SWit einer Harte
in Steihbrurf. (fcanbbibl. b. Offiziere, XIV. Sb.) 1909. SW 4,—, geb. 3» 5,—.
fiehrorbuuug ber Hriegfafabemie. Som 27. April 1903. 1903. SWit Tcdblatt
Ar. 1—16. 15 Sb fort. 25 Sf-
v« Löbells Jahresberichte über die Veränderungen und Fortschritte im
Militärwesen. Herausgegeben von v. Pelet-Narbonne (Generalleutnant z.D.).
XXV. Jahrgang (Jubilaumsband): Das Militärwesen in seiner Entwick-
lung während der Jahre 1874 bis 1898. Zwei Teile. 1899.
M. 20,—, geb. in einen Band M 22,—, in zwei Bänden M 23,—.
-----, XXXIV. Jahrgang: Bericht für 1907. 1908. M 11,50, geb. M 13,—.
Metjer, Dr. (©eß. xriegfrat), ©runbzüge ber beutfehen SWilitärverroaltung.
Bugleich alf brüte Auflage bef gleichnamigen SBertef von A. be l’^omme be
©ourbiere. 1908. SW 9,—, geb. SW 10,—.
Mufter für fdjriftlidje militürifdje Aufarbeitungen. ©eheftet mit eingeliebten
Ärofiö, SRelbetarten ufro. in Sriefumfchlag. 3. Auflage. 1900. SW 1,—.
B. $elet‘9tarbouue (©eneralleutnant z. 2).), ©efRichte ber Sranbenburg«St«»MWen
Seiterei von ben bef ©roßen Jturfürften bif zut ©egenroart. SWit 38 Tafeln
unb SoUbilbern, 368 Abhebungen, foroie 71 Schlacht* unb ©elänbeplftnen im
Tejt. (Seiner SWajeflät bem Äaifer zugeeignet.) 3. Auflage. 2 Sänbe. 1908.
SW 12,—, geb. SW 16,-.
»erlag van C. 6. Mittler & Soh», »erliu SWas, Äadhftraße 68—71.
6 Verzeichnis empfehlenswerter HBerfe.
0. 91 ab en an (Hauptmann), Tie beutfÄe £anb; unb Seemacht unb bie Berufs*
pflichten bed Offiziers. 2., neu bearbeitete Auflage. 1909. ($anbbibliothef bed
Offiziers VIII. Banb.) 3n Vorbereitung. @twa HR 5,—, geb. HR 6,25.
fRippidi (Oberlehrer), Söie erhalte ich meine Stimme gefunb? Sn Vorbereitung.
Viertel jahr^hefte für Trnppenf ührnng nnb $eered fnnbe. $erau£gegeben vom ©rofeen
©eneralftabe. (jährlich 4 §efte.) HR 15,—. Einzelne $efte Je HR. 4,—.
n. (Eafttift unb Strategie.
$(mbbä$et:
Thtyuth (Oberft), $anbbuch ber Truppenführung im Kriege. 1901.
HR 7,50, geb. HR 9,—.
$oppenftebt (HRajor), Taftif unb Truppenführung in Beifpielen für ben Truppens
bienft unb jur Vorbereitung für Prüfungen, Übungdritte unb HBinterarbeiten.
1. Teil: Normale Taftif. 1901. HR 4,50, geb. HR 6,—.
2. Teil: Tad ©efecpt ber verbunbenen Hßaffen. Beurteilungen, ©ntfchlüffe.
Befehle. HRit einer Karte unb einer Sfijz« im Tejt. 1902. HR 2,50, geb. HR 4,—.
3. Teil: Hlufflärung, HRarfchftcherung, Vorpoften. 1903. HR 2,25, geb HR 3,75.
----------, Taftifched $anbbuch bed Snfanterie^Offigierö. ®in Htatgeber für Hludbiloung
unb Rührung ber Truppe, fowie für taftifche gortbilbung bed Offiziers. ($anb*
bibliothef bed Offiziers, XII Banb.) 1908. HR 5,50, geb. HR 7,—.
-----, Taftifched $ilfdbuch im ©elünbe unb bei taftifchen Arbeiten. Stuf ®runb
ber gelbbienfbOrbnung vom 1. Sanuar 1900 bearbeitet 1900. ®eb. HR 1,25.
-----, Tie Taftif ber Hleujeit im Spiegel ber neuen franzöfifchen ^Reglements.
1906. HR 1,40.
Smmannel (HRajor), $anbbuch ber Taftif. 3rocüe, auf ®runb ber gclbbienft«
Orbnung unb HRanöversOrbnung 1908 umgearbeitete Auflage. HRit zahlreichen
Hlbbilbungen. ($anbbibliothe! bed Offiziers VII. Banb.) 1909. Sn Vorbereitung.
®twa HR 11,—, geb. HR 12,—.
£ehnertd $anbbuch für ben Truppenführer, gür gelbgebrauch, gelbbienft, §erbfb
Übungen, Übungdritte, Kriegdfpiel, taftifche Arbeiten, Unterricht, ooUft&nbig neu
bearbeitet oon 3mmanuel (HRajor). 28., unter Berücffichtigung ber gelbbienfb
Orbnung unb TlanöversOrbnung 1908 umgearbeitete Auflage. HRit zahlreichen ßeich*
mengen unb Überfichtdtafeln. 1908. (Hllljüh*li<h neue Staffage.) ®eb. HR 1,50.
Seitfaben für ben Unterricht in ber Taftif auf ben Königlichen Kriegdfchulen. Staf
Veranlagung ber <3eneral*Snfpeftion bed HRilittesßrziehungd* unb Bilöungdwefend
audgearbeitet. 15. Staffage. HRit zahlreichen Äbbilbungen. 1909. 3n Vorbereitung.
©troa HR 4,—, fart. HR 4,60, fart. u. burchfchoffen HR. 5,25.
Sfaf gaben«<&antmlnngen:
Breitfopf (Oberft), Ter Hingriff über bie ©bene nach ©serziersJReglement 1906.
2. Beiheft jum HRilitäPHBochenblatt 1908. HR 1,—.
Bnbbetfe ($auptmann), Taftifche ©ntfchlüffe unb Befehle. Stubie über Truppen*
führung an $anb ber Operationen einer felbftänbigen Tivifion. §ür ben Selbfb
unterricht bearbeitet. 3., umgearbeitete Staffage. HRit 1 Karte uiü> 1 Überfichtd*
ffizze. 1905. HR 3,25, geb. HR 4,50.
V. gralfenhaufen, ?r^r* (General Snfanterie), Stadbilbung für ben Krieg.
1. Teil: Tie ©runblage für bie höheren gührer. HRit 2 ÜberfichtSfarten unb
22 Seftionen ber ©eneralftabdfarte 1:100000. 1902. HR 10,—, geb. HR 11,75.
2. Teil: Tie Übungen ber Truppen. HRit 6 Karten in Steinbrucf. 1904.
HR 10,-, geb. HR 11,75.
-----, 3eitfragen ber Kriegführung unb Stadbilbung. HRit 5 Sfijaen ald Hinlagen.
1908. HR 3,60, geb. HR 5,—.
Sfritfchi (Oberleutnant), Stafgabenfammlung aud bem (3ebiet ber formalen Taftif ber
brei HBaffen. @in öilfdmittel jum Stubium ber Tienftoorfchriften, jur Hinfertigung
von Hlrbeiten aud ber formalen Taftif unb von SBinterarbeiten. HRit 4 Sftjjen
im Tejt. 1904. HR 1,60.
Berlag o#u 0. S. SRtttler A ®»^n, Berlin 8W«s, »»^fhage 68—71.
II. Xattif unb Strategie. 7
Griepenlerl (Oberft), Xaftiföe Unterrichtsbriefe gut Vorbereitung für baö Hrieg«*
alabemie* Gramen, taftiföe ÜbungSritte, Hriegöfpiel unb SRanöoer. Aufgaben
im Halmen be« Detachement« gefteüt unb erörtert. 1., auf Grunb ber neueften
Dienftoorfchriften neubearbeitete Auflage. SRit 4 Harten unb 1 ÜberßchtSlarte.
1909. Gtwa SR 8,—, geb. SR 10,—.
$anfd)ilb (Oberft), Angewanbte Übungen gur Operation«* unb GefcchtSlehre.
Stach einer auf ber HriegSalabemie ooraetragenen Stubie be« Generalmajor« SRedel.
SRit Harten be« Gebiet« gwifchen Vogefen u. SRame. 1903. SR 6,—, geb. SR 7,50.
------, Söf ungen taftij eher Aufgaben au« ben Aufnahmeprüfungen gur HriegSalabemie
1886 bi« 1903. 3., oermehrte Auflage. 1904. SR 2,—.
$oppenftebt (SRajor), Xatttt unb Druppenführung ufw. (Siehe §anbbücher S. 6.)
------, Sammlung tattifcher Aufgaben mit Söfungen für Offxgiere aller Staffen
gur Vorbereitung für Prüfung unb Aufgabenstellung im Jrontbienft. ßweite
Auflage SRit 2 Harten unb 2 Sliggen. 1908. SR 3,—, geb. SR 4 —.
------, Offigier*3felbbienftübungen in Veifpielen auf IriegSgef ehelich er Grunblage.
1. Xeil: 3. Auflage. SRit 7 Sliggen im Dejt unb 1 Harte. 1906.
SR 2,40, geb. SR 3,40.
2. Deil: Der VewegungSlrieg unb SRörfche gu Gefechtdübungögweden. SRit
1 Harte in Steinbrud. 1906. SR 1,75, geb. SR 2,75.
------, Übung«ritte in Aufgaben, Durchführung unb Berichten für Offiziere aller
Staffen. SRit 1 Harte. 1904. SR 3,25, geb. SR 4,75.
Smmannel (SRajor), 225 taftifche Aufgaben für Übungen aller Art unb Hriegd*
fpiel im Stahmen gemifchter Abteilungen, felbftänbiger HaoaUerie, Vrigaben, Dioi*
fionen. 3., oöUig umgearbeitete unb oermehrte Auflage. SRit 4 Harten unb
3 ÜberfichtSfliggen. 1909. (Sn Vorbereitung.) Gtwa SR 9,—, geb. SR 10,60.
Hrifal (Hauptmann), §elbbienfl*Aufgaben für Keine Snf<mterie*Abteilungen im
großen Verbanbe. 1903. SR 1,50.
Siebad) (SRajor), Dattifche SBanberungen über bie Schlachtfelber um SRefc 1870. Stuf
Veranlagung ber General*3nfpeltion be« 9Rilitär*Grgiehung8* unb Vilbung«wefen8.
2. erweiterte Aufl. SRit 4 ?lünen u. 6 Sliggen. 1903. SR 3,—, fort SR 3,40.
Vloltte« Daltifche Aufgaben au« ben $ahren 1858 bi« 1882. $erau«aegeben oom
Groben Generalftabe, Abteilung für HriegSgefRichte. SRit 12 Sliggen unb 27 $l&nen.
1892. SR 6,—, m SRappe SR 8,—.
Stofer (Oberleutnant), Daltifche Veifpiele au« ben Reglement« aller SBaffen. SRit
38 Abbilbungen. 1905. SR 1,40.
$ür alle 2Baffen:
0. Alten (Generalleutnant g. D.), Hriegötunft in Aufgaben.
1. $eft: Aufllärung. SRit 2 Hartenbeilagen in Steinbrud. 1902.
SR 3,50, geb. SR 4,75.
2. $eft: Vorpoften, SRürfche unb SRarfchftcherung. SRit 2 Hartenbcilagen
in Steinbrud. 1904. SR 3,50, geb. SR 4,75.
Bald (Oberleutnant), Aapoleonifche Schlachtenanlage unb Schlachtenleitung. Vortrag.
(Veiheft 2 gum SRilitür*SBochenblatt 1901.) SR 1,25.
b. Vemharbi (General b. Hao.), Unfere HaoaUerie im n&chflen Hriege. (Siehe S. 10.)
------, Über angriff«weifeHriegführung.(Veiheft4gumSRilitftr*2Bochenblattl9O5.) 60?f.
o. Vlume (General b. Snf.), Strategie. Gine Stubie. 2. Auflage. SR 5,—.
0. VognSlawSH (Generalleutnant), Daltifche Darlegungen au« ber Beit DOn 1859
bi« 1892 mit befonberer Vegiehung auf bie Snfanterie. 2. Aufl. 1892. SR 1,—.
0. Gaemmerer (Generalleutnant g. D.), Gin SteUungölampf im DioiTwnSmanöoer.
(Veiheft 9 gum 3Rilitür*SBochenblatt 1902.) 60 $f.
0. Ditfnrth (SRajor), Betrachtungen über ben Heinen Hrieg 1870/71. (Veiheft 10
gum 3Rilitür*2öochenblatt 1898.) SR 1,—.
0. granQOi« (SRajor a. D.), Sehren au« bem fübafrilanifchen Hriege für ba« beutfehe
®eer. SRit 8 Sliggen. 1900. SR 1,40.
0^2^2^2^242424242424242424242'C242424242424242424242424242424242424242424242424242C242424&
Betlag m d. ®. mittler & Berli« SW«, fto^ßrage 68—71.
8 Ber^eichniS empfehlenswerter HBerfe.
0. grreptag'Soringhooen, 8M*« (Oberft), Stubien über Kriegführung auf Grunb*
läge beS norbamerifanifchen SqeffionSfriegeS in Birginien. 3 fcefte. (Siehe:
Kriegsgerichte 1861/66, S. 19.)
------, griebenSarbeit unb Kriegslehren. Vortrag. (Beiheft 9 jum HRilitltaSßochen*
blatt 1899.) 90 Bf-
------, Aufflärung unb Armeeführung, bargefteHt an ben Greigniffen bei ber
Schleftfchen Armee im $erbft 1813. Sine Stubie. 1900. HR 4,50, geb. HR 6,—.
------, Xie SWacht ber ^erfönlichfeit im Kriege. Stubien nach Slaufewiß. SWit
24 St^en im Xejt. 1905. HR 3,—.
federt (Dberft), SBinfe für bie Seitung beS Snfanteriefeuerd gegen 3nfanterie,
Kavallerie unb Artillerie. 4. Auflage. 1901. SW 1,—, geb. HR 1,76.
0. $offbaner (General ber Artillerie 3. 3).), Altes unb WeueS auö ber beutfehen
gelbarrillerie. Kriegsgerichtliche unb taftifch^artiUeriftifche Stubie. gür Offnere
aller SBaffen. 1903. HR 5,—, geb. SW 6,50.
------, Schwebenbe gelbartiHerie^ragen. Xaftifc^artiHeriftifehe Stubie für Offeriere
aller HBaffen. 1904. HR 2,50, geb. SW 4,—.
------, Gntroidlung beS SWaffengebrauchS ber fJelbartiUerie unb beS Schießens in
größeren Artitterieoerbänben in Preußen, gür Offoiere aller HBaffen. 1900.
SW 5,—, geb. SW 6,50.
------, Sur Stage ber SchneHfeuersJJelbgefchüße unb ihrer tattifchen Berwenbung.
Sür Offiziere aller HBaffen. 1902. HR 1,75, geb. HR 2,75.
gn $ohenlohe*3ngelfingen, Bring Kraft (General ber Artillerie), Strategifehe Briefe.
2 Bänbe. 1887. HR 12,50, geb. HR 15,—.
Qoppenftebt (SWajor), Bortruppcntämpfe. Xaftifche Stubie auf triegSgefchichtl. Grunb«
läge mit Beifpielen für bie gfriebenSprajiS. SWit 1 Karte unb 5 Stilen. 1898.
HR 2,75.
------, Gin neues SBörth. (Sin Sdjlachtenbilb ber Sufunft. SWit 2 Bläuen unb
9 Elbbilbungen unö Stilen im Xert. 1909. HR 5 —, geb. HR 6,—.
------, Xer Kampf um befeftigte Stellungen in ©efchichte, Sehre unb Beifpiel. SWit
14 ®elänbefÜ33en im Xqrt foroie 2 Kartenbeilagen. 1905. HR 2,80.
------, Xie Schlacht ber Sufunft SWit einer Karte in Steinbrucf. 1907.
SW 3,60, geb. HR 4,50.
0. Sanfon (Generalleutnant 3. 2).), XaS ftrategifche unb taftifch e äufammenroirfen
oon $eer unb flotte. BanbauSgabe 1901. HR 2,50, geb. SW 3,75.
Smmannel (SWajor), Xie Berfolgung. Abriß ber Kriegsgerichte. Sehren für
<öeer= unb Xruppenführung. SWit 18 Xejtfti33cn. 1903. 2R 3,75, geb. HR 5,—.
Keim (Generalmajor), Kriegslehre unb Kriegführung. (Beiß. 1 3. SWil. HBochenbl.
1889.) HR 1,—.
------, Taktik der Infanterie und die Tätigkeit der verbundenen Waffen.
1899. M 1,20.
Kling (SWajor a. X.), Xaftifche Beifpiele auS ben Kriegen ber neueften Seit. 1880
bis 1900. (Siehe Xie neueren Kriege nach 1870/71, S. 23.)
Siebert (Oberfl), Über Berfolgung. 2. Auflage. 1895. SW 1,20.
0. 2üttwi$, jr$r. (Oberleutnant), XaS AngriffSoerfahren ber Japaner im oft*
afiatifeßen Kriege 1904/06. SWit 15 Karten. 1906. HR 3,25, geb. HR 4,50.
SRoltteS Xaftifch'ftrategifche Auffäße auS ben fahren 1867 bis 1871. Sur 100jährigen
Gebentfeier ber Geburt beS General*gelbmarfchaIlS Grafen 0. HRoItfe. HRit 20 Über«
fichtSf!i33en u. Sfi33en, 4 Karten u. 5 Xe^f^en. 1900. HR 12,—, geb. HR 16,—.
SRfingenmaier (Oberftleutnant), GefichtSpuntte unb Beifpiele für bie Abhaltung
oon tattifchen ÜbungSritten. 2. Auflage. 1896. HR. 3,—.
tRoßne (Generalleutnant 3. X.), Xattit ber gelbartiHerie für bie Offiziere aller HBaffen
auf Grunb ber für bie beutfehe Artillerie beftehenben Beftimmungen. 3., völlig
neu bearbeitete Auflage. 1908. SW 3,—, geb. SW 4,25.
0. Scherff (General b. 3nf. 3. X.), Kriegslehren in triegSgefchichtl. Beifpielen ber
Weu3eit. 5 fcefte. (Siehe Kriegsgerichte 1870/71, S. 22/23.)
------, Xie Sehre 00m Kriege auf ber Grunblage feiner neu3eitlichen (SrfcheinungS<
formen. Gin Berfuch. 1897. SW 6,—, geb. SW 7,50.
Berlag oon (E. S. »Hitler & Soh«F Berlin SWc», Kochftrafte 68—7L
II. Statt# unb Strategie. 9
ö.®^li^tina(®eneralb.3nf. }.$.), Xaftifche unb ftrategifcheGrunbfäje berGegenroart.
1. Xetl: Sie Satti! ber SBaffen im Sichte ber $eeregoorfchriften. 1897.
SR 4,—, geb. SR 5,50.
2. Seil: Xruppenführung. 1. Such: Sie Operationen. 1898. SR 5,—, geb. SR 6,50.
3. Seil: Sruppenfü^rung. 2. Such’. Sie Safttt im Sienfte ber Operationen.
1899. SR 6,—, geb. SR 7,50.
------, SRoItfe unb benebel. (Sine Stubie über Sruppenfüljrung ju ben „Sattiföen
unb Strategien Grunbfäfcen ber Gegenwart". Rugleich ein Beitrag jur Jtrtttt
be3 SBerfeg oon Jriebjung: „Ser Kampf um bie Borherrfchaft in Seutfc$lanb".
1900. SR 3,—, geb. SR 4,25.
Stabten gut AriegbgefrijiAte nnb Satti!, fierauggegeben vorn Großen General«
ftabe, Kriegggefchichtliche Abteilung I. (Siebe Kriegsgerichte 1870/71, S. 23.)
0. Berbty bn Sernoib (General b. §nf. 3. S.Y, Stabten über Sruppenfü^rung.
1. Seil: Sie Snfanterie«Sfoifion im Berbanbe bed StaneetorpS. Sleu be»
arbeitet burdj 0. Gofjler (Oberft). 1899. 4 fiefte. SR 9,—, geb. SR 10,50.
2. Seil: Sie KaoaUerie*Sioifion im Slrmeeoerbanbe. 1874. 3 fiefte.
SR 8,80, geb. SR 10,30.
3. Seil: Stubien über gelbbienft. 1896. 3 fiefte. SR 6,-, geb. SR 7,50.
-----------, Stubien über ben Krieg.
1. Seil: Greigniffe in ben Grenzgebieten. (Som 15. Suli big 2. Sluguft 1870.)
1892. 3 fiefte. SR 8,80, geb. SR 10,—.
2. Seil: Operationäpläne. 1902. 3 fiefte. SR 9,40, geb. SR 11,—.
3. Seil: Strategie. 1. fieft: Einleitung. Gharalterifti! ber Strategie. SRit
2 Überfic^töflijjen im Sejt. 1902. SR 3,60, geb. SR 4,75.
— 2. fieft: Ginzeigebiete ber Strategie. I. Gruppe: OperationSobjette,
:S8afiö unb-Sinien. 1. Abteilung: Operationäobjelte. SRit 3S!izzen. 1903.
SR 3,50, geb. SR 4,50.
— 3. fieft: Ginzeigebiete ber Strategie. I. Gruppe. 2. Sttteilung:
Operationäbafiö. SRit 4 Sfizzen. 1904. SR 3,60, geb. SR 4,75.
— 4. fieft: Ginzeigebiete ber Strategie. I. Gruppe: OperationSobjefte,
’8aft£ unb Linien. 3. Abteilung: Operationälinien. 1. Unterabteilung:
Rettraum oor Serroertang ber Gifenba^nen in ber Kriegführung.
SRit 1 $lan. 1905. SR 3,25, SR 4,25.
— 5. fieft: Ginzelgebicte ber Strategie. I. Gruppe: Operation8obje!te,
«Safig unb Linien. 3. Slbteilung: Operationälinien. 2. Unterabteilung:
Seit Ginreibung ber Gifenbaljnen in bie Kriegführung. SRit 4 Überfichtg*
flizzen. 1906. SR 5,—, geb. SR 6,25.
— 6. fieft: Ginzeigebiete ber Strategie. II. Gruppe: Strategifche fianb*
hingen. 1. Abteilung: Strategifcber Überfall. 1. Unterabteilung: Slug
gelbzügen big jur SRitte beä 18. 3abrhunfecrt3. SRit 10 Sfijzen im Sejt.
1907. SR 4,50, geb. SR 5,75.
— 7. fieft: Ginzeigebiete ber Strategie. II. Gruppe: Strategifche fianb«
lungen. 1. Abteilung: Strategifcher Überfall. 2. Unterabteilung: Slug
ben Sclbjügen oon ber SRitte beg 18. 3ahr^un^crtö big jefet. 1908.
SRit 4 Stijjen unb 1 ÜberfichtSfarte. SR 6,—, geb. SR 7,25.
Sngbefonbere:
Bald (Dberftleutnant), 2)ie franjöfifche Snfanterietafti! in ihrer Gntroidlung feit
bem Kriege 1870/71. 1902. SR 1,40, geb. SR 2,25.
0. tjrei)tag=£ortaöhoben, Srrljr. (Dberft), 2)er 3nfanterie«3lngriff in ben neueften
Kriegen. Gin Beitrag zur Klärung ber Slngriffgfrage. SRit Stijzen. 1905. SR 3,—.
------, 2)ag Gjerjier«Steglement für bie Snfanterie 00m 29. SRai 1906. Kriegg«
gefchichtlich erläutert. Rroeite, burchgcfehene Auflage. SRit einer Karte in Stein«
brucf unb 50 Stijjen. 1908. Kart. SR 5,—.
fiedert (Dberft), Sßinfe für bie Seitung beg Snfanteriefeuerg ufro. (Siehe S. 8.)
gu $ol)eitl0he*9itgelftngen, tßting Kraft (General ber SlrtiUerie), SRilitärifche Briefe
n. Über Snfanterie. 8. Auflage. 1890. SR 3,—.
»erlag B#a tt. S. SÄittler * ®o$b, »erlitt SW«8, »»<$flra$e 68—71.
2
10 Verjei^niä empfehlenswerter SBerfe.
Qmenftebt (SRajor). Xaftiföeä $anbbuch beö gnfanterie«Dffijierg. (Siehe S. 6.)
0« gänfon (Generalleutnant j. 2).), 2)ie Gntwidlung unferer gnfanterietafttt feit
unferen lebten Hriegen. (Veibeft 3 jum 3Rilität«SBochenblatt 1895.) 90 Vf.
------, 2)er junge gnfanterie=£)ffijier unb feine tattiföe AuSbilbung. 1900.
SR 3,50, geb. SR 4,75.
------, gapanifcheg Gjeqier-Aeglement für bie gnfanterie. SR 1,40, lart. SR 1,65.
gmmannel (SRajor), 2)ie famjöfifche gnfanterie ufn>. 1905. (Siehe S. 15.)
Äd« (Generalmajor), Xaftil ber gnfanterie ufw. (Siebe 6. 8.)
IRibl (Oberleutnant), 2)cr Angriff ber beutfchen, franjöfifchen, ruffif$en gnfanterie.
Vortrag. (Veiheft 8 jum SRilitärsSBochenblatt 1900.) 90 Vf.
b« 6<berff (General b. gnf. j. 2).), Gewehr unb Gelänbe im bcuty** Angriffs«
tampfe. 1904. SR 8,—, geb. SR 4,—.
------, Ginbeitgangriff ober inbioibualifierter Angriff, nach ben Erfahrungen beg
fübafrdanifchen Hriegeg. 1902. SR 2,50.
b« Schlithtfag (General b. gnf. j. 2).), Xattifche unb ftrategifcbe Grunbfäöe ber
Gegenwart 1. Xeil. (Siebe S. 9.)
gngbefonbere: $&r ftatofttterit:
b. Alten (Generalleutnant j. 2).), Hriegghmfl in Aufgaben. 1. unb 2. $eft.
(Siebe 5ür alle SBaffen, S. 7.)
b. Ventharbi (General b. Hao.\ Unfere HaoaUerie im nächften Hriege. ghre Ver*
wenbung, Organifation unb Shigbilbung. 2. Aufl. 1903. SR 5,50, geb. SR 6,50.
------, Organifation unb Augbilbung ber HaoaUerie. (Siehe Xruppenbien|t: HaoaUerie
S. 14.)
b. Sifftag, tfrhr. (Generalleutnant), SRaffen« ober Xeilführung ber HaoaUerie. SRit
1 ubernchtgtarte in Steinbrud. 1900. SR 1,—.
b« 8rrehtag‘£oringboö«r (Oberfl), Veifpiele ftrategifcher HaoaUerie*
oerwenbung unter Aapoleon. SRit 2 Sfijjen im Xegt unb 6 Stijjen in
Steinbrud. (Veiheft 5 jum SRilitär^SQochenblatt 1900.) 70 Vf«
------, Äuftlärung unb Armeeführung ufw. (Siebe gür aUe SBaffen, S. 8.)
gaugtjofer (Hauptmann), Gine 3Ranöoer*Haoanerie*2)ioifton im trieggmäfjigen
Siebte. SRit Stilen. (Veiheft 4 jum 3Rilitär*2Bochenblatt 1906.) 75 Vf.
*n $räen(obet3nge(fingeiir $ring Hraft (General ber Artillerie), SRilitäriföe Vriefe.
I. Über HaoaUerie. 2. Auflage. 1886. SR 3,—.
b« Itfeift, 2)ie OffMier-^atrouiUe im Aahmen ber ftrategifdjen Aufgabe ber HaoaUerie.
Gntfprecbenb ben Veftimmungen ber 5elbbienfbOrbnung oom 22. UI. 1908, neu«
bearbeitet burch o. Au ff er (SRajor). 6. Auflage. SRit einer Harte in Steinbrud
unb einer Stijje. 1908. SR 2,75.
b.$elet«Aarbonne (Generalleutnant j. 2).), ÜberOrganifation, Grjichung unb Rührung
oon HaoaUerie fowie Übungen gemif$ter Xruppen im Gelänbe. Gine 2)en!fchrift.
SRit 16 Slijjen im Xejt. 1894. SR 4,—, geb. SR 5,25.
------, 2)er HaoaUeriebienft. Gin §anbbuch für Offnere.
Vorjuggpreig für bag ooUftänbige SBert SR 15,—, geb. SR 17,50.
1. Vanb: 2)ie Augbilbung im g-rieben. 6., neubearbeitete Auflage. SRit jahl=
reifen Abhebungen. 1909. gn Vorbereitung. Gtwa SR 8,50, geb. SR 9,50.
2. Vanb: 2)er Maoaüeriebienfl im jtriege. 2 Xeile in einen Vanb gebunben.
SR 11,50.
1. Xeil: JtaoaQerie in ber Vorbewegung, Verfolgung unb Aufklärung,
bargefleüt an bem Vormarfch ber beutfchen Aeiterei oon ber Saar über
bie SRofel in ben Xagen oom 7. big 24. Auguft 1870. 2., oermehrte
Auflage. SRit 11 Jtartenftyjen, 3 Stilen im Xegt unb 1 Harte beg Ge«
länbeg jwifchen Saar unb Aieb. 1901. SR 6,—, geb. SR 7, -.
2. Xeil: HaoaUerie im Sicherunggbienft unb in ber Schlacht, bargeftellt
an ben Greigniffen oon Goulmierg im Spätherbft 1870. SRit 1 Hartem
ffijje im Xejt. 1903. SR 4,—, geb. SR 5,—.
------, 2)ie Vorbebingungen beg Grfolgeg für bie Aeiterei im nächften europäifchen
Hriege. (Veiheft 12 jum SRilitär^SBochenblatt 1904.) 60 $f.
Strlag »•« tt. S. mittler & ®»|n, »erlin SW«, »»i^ftragt «8-71.
n. Xafti! unb Strategie. — in. Generalftabdbienft ufw. H
fftofgbad) (SRajor), SufHärung unb gührung ber Kavallerie. (Sine Betrachtung über
friegdgemäfjed Seiten unb SRelben. 1906. SR 1,25.
V. Boüarb>Botfelberg (Generalmajor 3. £.), 2)ie Berwenbung unb gührung ber
Kavallerie. (Sine taftifch-ftrategifche Stubie, bargefteHt an ben Greigniffen von
SBeifjenburg unb SBörth- SRit 9 Seftionen ber Generalflabdfarte in 4 Blättern
(1:100000). 1903. SR 3,75, geb. SR 5,25.
Sndbefonbere: fcfir Artillerie:
V. Alten (Generalleutnant 3. 2).), Sleue Kanonen? 1903. SR 1,20.
V. ftoffbaner (General b. Art. 3. 2).), (günf Sßerfe, fxefje S. 8 u. S. 25 u. 26.)
&n Äo^enlo^e»3ngelfiugenr Bring Kraft (General ber Artillerie), SRilitärifche Briefe.
Ul. Über gelbartillerie. 2. Auflage. 1887. SR 4,—.
V. Sendti (SRajor), Über SRaterial, Schiefeverfahren, Xaftif unb Drganifation unferet
gelbartillerie im Bergleich jur fran3öftf($en. (5 Beiheft 3. 2Ril.SBochenbl. 1908.) 60 Bf-
SRatyer (SRajor), ArtiHeriftifche Grfunbung. gür Offiziere aller SBaffen. SRit
2 Sti33en in Steinbrucf. 1901. SR 1,40.
b. SRnüer (Generalleutnant 3. 2).), 2)ie Gntwicflung ber gelbartillerie in besug auf
SRaterial, Drganifation unb Xaftif oon 1815 bid 1892. SRit befonberer Berücfc
fichtigung ber preufeifchen unb beutfehen Artillerie unb mit Benufcung amtlichen
SRateriald. S)ad vottftänbiae SBer! in 3 Bbn. SR 29,—, geb. SR 34,—.
I. Bb.: 2)te Gntwicflung ber gelbartillerie oon 1815 bid 1870. 2., ver*
voflftänbigte Auflage. 1893. SR 8,—, geb. SR 9,50.
II. Bb.: $ie Gntwicflung ber gelbartillerie von 1870 bid 1892. 1893.
SR 10—, geb. SR UM
in. Bb.: JDie SBirfung ber gelbgefchüfce von 1815 bid 1892. SRit Anhang:
enihaltenb Anlagen, Tabellen unb Stysenblätter. 1894. SR 13,—, geb. SR 15,—.
SUIjne (Generalleutnant 3. 2).), Xaftif ber gelbartillerie für bie Dfftiere aller
Staffen ufw. (Siebe S. 8.)
------, $ie fran3öf. gelbartillerie n. b. Reglement v. 16. XL 01. Drganifation,
Bewaffnung, Stieben, Audbilbung, Gefecht. 1902. SR 2,50, geb. SR 3,50.
Hüber (Generalmajor 3. 2).), Kriegdgemäfee Audbilbung ber gelbartillerie. Gr=
fahrungen unb Gebanfen. 1906. SR 1,20.
Xaftif bet Sru^penfauitättbienfte«:
G$el (SRajor), 2)ie Befehldgebung ber Sanitätdoffoiere im gelbe. 1904.
SR 2,80, geb. SR 3,80.
fiöffler (SRajor), Xafti! bed Xruppen*Sanitätdbienfted auf bem Schlachtfelbe. 2., auf
Grunb ber Kriegdfanitätdorbnung vom 27.1. 1907 neubearbeitete Auflage 1907.
SR 2,50.
111. afeittralßabstrienft fötttg’Mptel, Hbungsrttfr.
V. Ältrocf (Dberftleutnant), 2)ad Kriegdfpiel. Gine Anleitung 3U feiner $anb$abung,
mit Beifpielen unb Söfungen. SRit 3a$lreid>en giguren im Xegt unb einer
Karte in Steinbrucf. (fcanbbibliothef bed Dff^ierd, XIH, Banb.) 1908.
SR 4,50, geb. SR 5,50.
Balf (Dberftleutnant), Gin fraiuöfifched Kriegdmanöver ald Kriegdjpielaufgabe.
(Beiheft 3 3um 3Rilitär*SBochenblatt 1908.) 80 Bf.
Broufart V. Stheüenborff (weilanb General ber Infanterie), 2)er 2)ienft bed
Generalftabed. 4. Auflage, neubearbeitet von Bronfart v. SdjeHenborff, (Dberft*
leutnantjufw. ($anbbibliothef bed Dffoierd, IV. Banb.) 1905. SR 9,50, geb. SR 11,—.
V. gran^oiö (Generalmajor), gelbverpflegungdbienft bei ben höhnen Kommanbobe»
hörben. SRit Genehmigung bed Kgl. Kriegdminifteriumd unb bed Ghefd bed General*
ftabed ber Armee. 1. xeil: Bormarfch. 2., burthgefehene, burch ein Sachregifter er*
weiterte Auflage. SRit 4 Karten unb 2 Anlagen in Steinbrucf. 1906. SR 3,80, geb. SR 4,80.
2. Xeil: Stiüftanb ber Operationen unb Stücfsug. 1905. SR 5,40, geb. SR 6,75.
-----, 2)er Berpflegungdoffoier. Sein JDienft im gelbe unb feine Borbilbung im
grieben. 2. vermehrte Auflage 1907. 90 Bf.
Berlag Mn tt. S. mittler & Berlin SWes, «»^ftrafe 68-71.
2*
12 Verzeichnis empfehlenswerter Sßerfe.
Qfriepenferl (Oberft), Gafti«e Unterrichtsbriefe ufw. (Siehe S. 7.)
Hoppenftebt ISRajor), ftbungSritte in Slufgaben ufw. (Siehe S. 7.)
(Generalleutnant 3. G.), Ger Gienft bed Gruppen «Generalftabed im
grieben. 2. SlufL 1901. SW 4,-, geb. SR 5,25.
gmmannel (SRajor), Gad RegimentfcKriegdfpiel. 1903. SR 2,25.
------, Srigabe* unb Givifiondmanöver fowie größere Gtarnifonübungen. Slnlage,
Seitung, öeifpiele. SRit einer Karte in Steinbrucf. 1907.
SR 3,50, geb. SR 4,50.
Sapntann ((Generalmajor), Gie (Gmäßrung ber SRillionenheere beS nächften Krieges.
$rafti«er Ratgeber für bie Gruppen im Kriege unb für Verpflegungdübungen
im grieben. 1908. SR 1,25.
Seinertd ^anbbuch für ben Gruppenführer. (Siehe S. 6.)
Subenborff (Dberftleutnant), örigabe* unb Givifwndmanöver in Anlage unb Seitung.
SRit einem Veifpiel. Unter Verücff«tigung ber gelbbienfaDrbnung unb SRanöver«
Drbnung 1908. SRit einer Karte in Steinbrucf. 1908. SR 4,—, geb. SR 5,—.
SRoltfed (Generalftabdreifen auS ben fahren 1858 bis 1869. (SRoltfeS SRilitär«
Sßerfe II. Grittcr Geil.) fieraudgegeben vom (Großen (Generalftabe, Kriegd*
gefchichHiche Abteilung I. SRit 22 Karten. SR 14,—, geb. m. Kartenmappe SR 18,—.
SMigenmaur (Dberftleutnant), (GeftcßtSpunfte unb öeifpiele für bie Slbhaltung
von taftifchen UbungSritten. 2. Sluflage. SRit 2 (GeneralftabSfarten. 1896. SR 3,—.
IV. ®ruppeni>tenp[.
a. Z)eutfd?e Urmee.
$oppenftebt (SRajor), geitgemäßer Gienfhinterricht (Sin Hilfsmittel für ben
Unterricht ber SRannfchaften aller SBaffen. 1897. SR 1,—.
Sebntann (Oberlehrer) unb ö. (tflorff(SRajor), Gienftunterrichtbed Offiziers. (SießeS. 5.)
Seitfäben für ben Unterricht auf ben Königlichen KriegSfchulen.
SefeftigungSleßre. 13. Rufi. 1908. (Siehe S. 26.)
SR 5,75, fart. SR 6,40, fart. u. burch«. SR 7,25.
gelbfunbe, $langeichnen unb Slufnehmen. 12. Rufi. 1906. (Siebe S. 29.)
SR 3,—, fart. SR 3,60, fart. u. burch«. SR 4,20.
Heerwefen. 11. Rufi. 1907. SRit Gecfblatt Rr. 1/2.
SR 2,25, fart. SR 2,75, fart u. burch«. SR 3,25.
SRilit&t'Schreibwefen. 14. Slufl. SRit 38 SRuftem in Steinbrucf. 1907.
SR 2,80, fart. SR 3,50.
Gaf tif. 15.Slufl. 1909. (Siehe S. 6.) ®twa SR4,—, fart. SR4,60, fart. u. burch«.
Gruppenbienft. (Gienftfenntnid.) 12. Slufl. 1907. [SR 5,25.
SR 1,75, fart. SR 2,20, fart. u. burch«. SR 2,40.
Söaffenleßre. 12. Slufl. 1907. (Siehe S. 25.)
SR 7,50, fart. SR 8,25, fart. u. burch«. SR 9,—.
Schwerin, (Graf b. (Hauptmann), Ger Slbjutantenbienft bei ben Gruppen aller
SBaffen, bei (Garnifonfommanbod unb Vejirfdfommanbod. 2., umgearbeitete
Sluflage. (Hanbbibliothef bed Dffijierd, II. Vanb.) 1909. SR 4,—, geb. SR 5,—.
Infanterie« (Siehe auch 10.)
Seifer (SRajor), Ger Vataiüondfommanbeur im äußeren unb inneren Gienfle.
(Hanbbibliothef bed Dffijierd, VI. öanb.) 2., unter Verücff«tigung ber neuen
Gienftvor«riften für bie Snfanterie bearbeitete Sluflage. 1909. (3n Vorbereitung.)
®twa SR 2,80, geb. SR 4,—.
Giltheijö Gienft* Unterricht für einjährig «greiwillige bei ber Rudbilbung gu
Referveoffijier«Rfpiranten fowie für Offiziere bed Veurlaubtenftanbed ber
Snfanterie. 38. Slufl. SRit gasreichen Gafeln unb Slbbilbungen unb einem R a $ t r a g
ber burch bie gelbbienfaOrbnung vom 22. III. 08 bebingten Rnberungen. 1908.
SR 2,60, geb. SR 3,—.
b. Gitfurth (SRajor), (Gpmnaftif unb ihre militäri«e Verwertung. 2. erweiterte
Sluflage. 1906. SR 1,20.
Bering non <£. 6. BHttler & ®o$n, Berlin SWss, Auftrage 68—71.
IV. TruppenbtenfL 13
(£rergier>Reglement, neue, für bie gnfanterie. (Beiheft 7 gum SRilitär*
2Bo<henblatt 1906.) 75 Bf.
Relbbienft*Drbnung, Tie nene. (SBei^eft 4 gum 3Rilitär*2Bo<henblait 1908.) 75 Bf.
friert (Hauptmann), SRafchinengewehre. SRit Rbbilbungen im Test unb auf 15 Tafeln.
1909. 3m Trucf. Gtwa SR 3,75, geb. SR 5,—.
tt. gretotag bringt)Otten, grtyr. (Überft), SBert unb Bebeutung bed TriUd für
bie Rudbilbung unferer gnfanterie einft unb fefct. (Beiheft 12 gum SRilitär»
SBodjenblatt 1904). 60 Bf.
tt. ber Golfc, grljr. (Generalmajor), Silben mir unfere Infanterie aud gur ©c§lac§tetv
infanterie? 1902. 75 W-
------, Tie Rudbilbung ber gnfanterie für ben Rngriff. 1904. SR 1,60.
$anbbnd) für bie üffigiere bed Beurlaubtenftanbed ber gnfanterie. 3., nach
ben neueften TienftnorfTriften bearbeitete Auflage. 1899/1900. 13 äefte in
ßeinwanbmappe. gcbed $eft auch eingeln fäuflich. 3R 6,—.
$ecfert (Oberft), Tie Gjergier* unb (3efe$tdf$ule ber Äompagnie. 2. Ruflage.
1901. SR 2,—, geb. SR 2,75.
$oppeuftebt, (SRajor), Unteroffigier*Rufgaben. Gin Beitrag gur Rudbilbung ber Unter*
fü|rer. gür Dfftgiere,Rriegdfcbüler, Gmjährig*5reiwittigeu. Unterofftgieregufammen*
geftellt. 3., burchgefehene Auflage. SRit 1 Rorte u. 4 Äroftd im Tejt. 1906. SR 1,20.
------, Ter gnfanterift im Kampfe ber nerbunbenen Sßaffcn 1907. SR 1,—.
------------------------------------------------------------------------, Übungdplan für ben Gefechtd* unb gclbbienft. 1907.
SR. 2,—, aufgcgogen auf Seinwanb mit Stäben SR 6,—.
gaetfel (Generalmajor g. T.), Über bie Rudbilbung bed eingelnen gnfanteriften ald
Schütte im Gefegt. Rach ben Seftimmungen bed Generabgelbmarf$alld
Grafen oon §acfeler im XVI. Rrmeeforpd 1890 bid 1903. 1906. 80 Bf*
gmmannel (SRajor), SBad bringt bad Ggergier^fteglement für bie gnfanterie 1906
Reued? 1906. 50 Bf.
------, Tic Rudbilbung ber Äompagnie in Schule unb Gefegt. Ratfchläge unb
Sßinfe. SRit mehreren Rbbilbungen im Tcjt. 1907. SR 2,50.
------, Batrouiüenbienft, Gefechtd* u.Rahaufflärung ber gnfanterie. Sehren u.Bcifpiele
für Affigiere unb Unteroffiziere. SRit einem SRc&tijchblatt 1:25000. 1907. SR 2,75.
tt. ftie^ell (Hauptmann), Unteroffigiet’@anbbu$. 3. Rufloge. SRit 31 Rb*
bilbungen. 1907. SR 1,25.
tt. 3Reerfdjeibt*$ülleffem, grljr. (Gen. b. gnf. g. T.), Tie Rudbilbung ber gnfanterie.
Seitgemäfje Erörterungen. 3 Teile.
I. Teil: Tie 2Binter*B«iobe. 1903. SR 2,25.
II. Teil: Tie grühiahrd<$eriobe. 1904. SR 2,40.
III. Teil: Tie $erbftübungen. 1904. SR 2,25.
tt. SRofer (Dbcrftleutnant), Rudbilbung unb Rührung bed BotaiDond im Gefegt
Gebanfen unb Vorfchläge. Zweite, umgearbeitete Ruflage. 1907. 3R4,—,gcb.SR5,—.
fRntfer (Hauptmann), $raftif$e SBinfe für bie Rudbilbung bed gnfantene-Refruten.
1909. ' gn Borbereitung,
©djumann (Dberft), Äompagniebienft. 8. Ruflage. 1908. SR 4,50, geb. SR 5,—.
®3ad bringen gelbbienfbDrbnnng nnb SRanäDer Crbnuug 1908 Reued? 60 Bf*
tt. Bdebel (SRajor), Ter Äompagniechef. Gin Ratgeber für Grgichung, Rudbilbung,
Verwaltung unb Sefi<$tigungber Compagnie. 4., umgearbeitete Ruflage, unter
Berücffichtigung ber neuen gclbbienft*£)rbnung oom 22. SRärg 1908. ($anb*
bibliotljef bed Dffigierd,V.Banb.) 1909. gn Vorbereitung. Gtwa3R4,—,geb.3R5,—.
6$ieftle$re nnb B^ieftandbilbnng.
tt. Brnnn (Gen. SRaj.), Tad Gntfernungdf$äfcen. SRittel, Sßege unb SEßinfe ald
Beiträge gur Steigerung ber ^ertigleii im Gntfernungdf$ägen. 1901 SR 1,40.
tt. Bpern (SRajor), Rnhaltdpunfte für bie Rudbilbung ald S<$ü$e, ber Rotte unb
ber Gruppe, gür gnfanterie unb MaoaUcrie. 7. Ruflage (19. bid 21. Taufenb). 1908.
SR 1,50.
------, Ter Schiefebetrieb innerhalb berÄompagnie unb Gdlabron. 1904. Äart. SR 1,25.
------, Tie Rudbilbuna ber Äompagnie bgw. Gdfabron im Gntfernungdfchäfcen
unb Gntfernungdmeffen. 1905. Rari. SR 1,25.
Bering tton (E. S. SRittler & Sohn, Berlin SWes, Äodjftwfc 68—71.
14 Berzeichnid empfehlendwerter Sßerfe.
o. Boern (SRajor), Borbereitenbe Übungen für bad 3U9' unb Kompagniefrfjießen.
1908. SR 1 —.
------, Beranlagung,$urchführung unb Beurteilung gefechtsmäßiger Stateilungdfchießen
unb bed $rüfungdf$iefcend für Infanterie unb KaoaUerie. 1908. SR 1,50.
------, ftatfql&ge, um bie Sludbilbung einer Kompagnie ((Sdfabron) im Schul* unb
gefechtdmäßigen Spießen ju förbern. 9t 1,25.
------, Obliegenheiten ber 3ugführer, (Gruppenführer, (Sntfemungdfchäger unb ®nv
femungdmeffer im (Gefecht. 1908. 40 Bf.
b. (Bftorff (SRajor), Stad (Gewehr 98 mit S-8Runition unb feine Berwehbung. Sät Be*
nugung ber Schießoorfchrift oon 1905. SRit 93 Slbbilbungen imXegt 1905. 80 Bf.
$obpenftebt (SRajor), $ie Sludbilbung bed Schüßen, bed Unteroffizier*, ber
Kompagnie unb bed BataiHond. SRit zahlreichen Sfizzen. 1902. SR 2,25.
fntmaunel (SRajor), SBad bringt bie Sc|ießoorfchrift für bie Infanterie ((Entwurf
oom 2.11. 05) Weued? 1905. 60 Bf.
Krafft ($auptmann), Srfjügenbienft $ilfdbuch für bie Sludbilbung bed Snfanteriften
in allen ßweigen bed (Gefechtdbienfted. 1907. SR 1,40.
Kranfe ($auptmann), 2)ie (Gestaltung ber (Gefrfjoßgarbe ber Infanterie beim gefechtd*
mäßigen Schießen. Stach amtlichen Duellen bearb. SRit 8 Bilbem. 1904. SR 2,25.
b. Sidjtenftern, frljr. ((Generalmajor), Schießaudbilbung unb feuer ber fnfan«
terie im (Gefecht. 3. erweiterte Staffage. 1900. SR 3,50, geb. SR 4,75.
Stohue ((Generalleutnant z> 2).), Schießlehre für Infanterie, unter befonberer Berücfe
fichtigung bed (Gewehrs 98 mit S-SRunition unb ber neuen Sjhießoorfchrift für bie
Infanterie. 2., umgearbeitete Staffage. SRit zahlreichen Slbbilbungen unb Xafeln
in Steinbrucf. 1906. SR 4,—, geb. SR 5,25.
------, 2)ad gefechtsmäßige Stateilungdfchießen ber Infanterie unb bad Schießen
mit SRafchinengewehren. 4. Stafl. SRit 7 Slbb. 1904. SR 2,25, geb. SR 3,50.
Scheffer (SRajor), Sßinfe, SRittel unb SBege zur erfolgreichen förberung bed
Schießend. 2. Stafl. 1897. SR 1,—.
Kavallerie« (Siehe auch ©• 10.)
Banftl ((Sapitaine), Barid—Stauen—S)eauoiHe. 3U Rüg unb frommen aller beutfehen
Weiterdleute überfegt oon frhr. 31. oon (Gfebecf, Überleutnant. 1906.
SR 2,50, geb. SR 3,25.
b« Beruharbi ((General b. Kao.), Drganifation unb Sludbilbung ber KaoaUerie für
ben mobemen Krieg. 1907. SR 1,75.
b. Bpern, Schriften fiehe unter Schießlehre Seite 13/14.
(Bolbbecf, Dr. (Stabdoeterinär), (Gefunbheitdpflege ber SRilitftrpferbe. 1901.
SR 5,50, geb. SR 6,50.
Dr. $en$ (Dberoeterinär), Stauerritte. Betrachtungen unb Slatfchläge. 1908. SR 1,50.
9nftrnftionen bed (Generalmajord 6. o. Schmibt, betreffenb bie Erziehung, Stad«
bilbung, Berwenbung unb gührung ber Reiterei oon bem einzelnen SRanne unb
Bferbe bid zur KaoaHerie»S)ioifton. 2. Staflage. 1885. SR 6,—, geb. SR 7,—.
b. Kleift «General b. Kao.), S)ie Dffizier*Batrouille. (Siehe S. 10.) SR 2,75.
b« ßongchampd-Beriet, Ritter (Dberft), Stad ber Bra$id — für bie BW*.
Stafzeichnungen unb Betrachtungen über faoaHeriftifdhe S)inge. SRit 3 Xafeln in
Steinbrucf. 1899. SR 2,80, geb. SR 4,—.
Rubenborff (Dberftleutnant), Seitfaben für ben Unterricht im BatrouiHenbienft bei ber
KaoaUerie. 1901. 80 Bf.
0. SRaltzahn, frhr. ($auptmann), $anbbu$ für ben (Einjährig * freiwilligen
fowie für ben Referoe« unb 2anbwehr*Dffizier ber KaoaUerie. Bcgrünbct oon
o. Boten, (Dberft z> $.), fortgeführt oon o. (Glafenapp, (SRajor). 12. Staffage.
SRit zahlreichen Slbbilbungen. 1909. (Stwa SR 6,—, geb. SR 6,50.
Natürliche Reitfnnft Stad) ben Bapieren eined paffionierten Reitlehrerd. £>er»
audgegeben oon * # *• 2. Staffage. 1904. SR 3,50, geb. SR 4,50.
b. BelebStarbonne ((Generalleutnant z> 3)er KaoaHeriebienft (Siehe S. 11.)
$lin$ner (SeibftaHmeifter), Softem ber Sleite&Sludbilbung. S)en Dffizieren ber
beutfehen Reiterei gewibmet 3., burchgefebene Staffage. 1900. 3)12,40, geb. SR 3,40.
0. Nnffer (SRajor), Sludbilbung bed KaoaUeriften im f ußgefecht. Kart. SR 1,20.
Berlag bon S. SRittler & Sohn, Berlin SWes, ßoehftraße 68—71.
IV. Sruppenbienft 15
f&euuiuger (Oberftleutnant) unb V. Breffendborff (Rittmeifter), Rudbilbung ber
Äaoallerie tm gelbbienft. I Seil: Rudbilbung ber (Sdtabron indbefonbere für
Unteroffiziere unb SRannfchaften. 1908. SR 1,—.
-----, II. Seil: Rudbilbung ber Offiziere unb ber (Sdfabrond. SRit 2 Slicen im
Scjt. 1908. SR 1,50.
fetdartftterie« (Siehe auch ©. 11.)
Ruber# (Hauptmann), fflie führt ber Batterieführer feine Batterie jroechnäbig in
bie gcuerfteUung? 1907. 65 $f.
Saßenberg (Oberftleutnant a. S.), Über bie Grunblagen bed ©chrapneßfchiefcend
bei ber gelbartillerie. I. Sie Suoerläffigfeit ber Gabelbilbung im Az.-geuer.
SRit 5 Beilagen in Steinbrucf. 1898. SR 3,—, geb. SR 4,25.
Sarp (SRajor), Fingerzeige für ben Refcutenoffizier ber gelbartißerie. 3. Ruflage.
1899. SR 1,—.
Gute (Oberft), Sad gahren ber gelbartißerie. 1901. Steif brofeh- SR 1,—.
Roque, $• (Generalleutnant), Scpie&lebre für bie gelbartillerie. SRit 24 Rbbilb.
im Segt unb 6 Safeln. 1895. SR 3,60.
Ruber (Generolmoj. z.S.), Äriegdgemä&e Rudbilbung bergelbartillerie. 1Q06. SR 1,20.
Sraup (Leutnant), SBad bringt bad Gjerzier^Reglement für bie gelbartillerie 1907
Reues? 1907. 80 $f.
SBeruig! (SRajor), $anbbuch für bie @injährig»greiwilligen, Offizier»Rfpiranten
unb bie Offiziere bed Beurlaubtenftonbed ber gelbartillerie. 12. neubearbeitete
Ruflage. SRit ^a^Ireic^en Rbbilbungen im Se£t unb Safeln. 1909.
Ghoa SR 7,50, geb. SR 8,50.
-----, Sagenbuch für bte gelbartillerie. 23. Sahrgang. 1909. SR 2,25, geb. SR 2,80.
f^ufoartillerie.
RBeigelt’d fcanbbuch für bie Ginjährig• Freiwilligen, Offizier »Rfpiranten unb
Offiziere bed Beurlaubtenftanbed ber gugartillerie. 5. Ruflage, neu bearbeitet
oon SB ehr le (Hauptmann). SRit 275 Rbbilbungen im Se£t unb auf 5 Safeln
nebft 1 Überfichtdplan. 1908. SR 10,—, geb. SR 11,—.
Pioniere«
$artaauu, S. (Oberft Z- S.), SRilitftrif$er Sienftunterricht für Ginjährig^grei»
willige, Referoeoffizier»Rfpiranten unb Offiziere bed Beurlaubtenftanbed ber
Pioniere unb Berfehrdtruppen. 5, nach ben neueflen Borfchriften umgearbeitete
unb oerooßftänbigte Ruflage. SRit zahlreichen Rbb. 1908. SR 5,— geb. SR 5,75.
Crain.
Rbam (Oberleutnant), $anbbucft für Srainoffiziere auf bem SRarfche unb im SRanöoer
nebft einer Rnleitung zur Gefchäftdführung für ben Jtolonnen»5Bachtmeifter. 1904.
SR 1,—.
Gidwalbfd $anbbuch für Einjährig »Freiwillige, Referoeofßzier»Rfpiranten unb
Offiziere bed Beurlaubtenftanbed bed Srajnd. 7. Ruflage, bearbeitet oon Äaehne
(SRajor). SRit zahlreichen Rbbilbungen im Segt. 1909. 3n Borbereitung.
(Shoa SR 3,25, geb. SR 3,75.
b. fremde Armeen«
Rrmee, Sie Ghinefifche, unb Jtriegdflotte. 1900. 20 Bf.
Rrmee, Sie Rufftfche, in Jtrieg unb grieben. 1890. SR 4,—.
SjergienReglement, gapauifdjed, für bie Snfanterie. 1908. SR 1,40, geb. SR 1,65.
0« Qippel ($auptm.), Sie Jtofaten unb bie ruffifehe Äaoaßerie. 1902. SR 1,—.
0. Qaufou, R. (Generafleutn. z* S.), Sie SBehrfraft Sapand begrünbet in ber
Gigenart oon 2anb unb Seuten. 1904. SR 1,75, geb. SR 3,25.
gmmanuel (SRajor), Sie franzöfifche Snfanterie. Rudbilbung unb Gefecht nach
bem enbgültigen Gjerzier«Reglement oom 3. XII. 1904. 1905. SR 1,80.
Reidjarbt ($auptm.), ftuffifche gelbbienfbOrbnung unb Vorfchrift für bad
Gefecht oon Rbteilungen aller SBaffen. Entwurf 1901. Überfept oon Reicharbt
(fcauptm.). 1901. SR 2,25.
Verlag oou & SRittler & Sohu, Berlin SWos, Äochftrafct 68—71«
Iß 3eqei$nt8 empfe^IenSweriet SBerfe.
HobM^ (®*™r<iHeutnant g. %.), Tie frangöflfdje gelbartiUerie. (Siebe unter
V. Kriegsgeföiiriite«
$oppenftebt (SRajor), SBie ftubiert man Krieg3gefdjid)te? TargefteHt an einem
Seifpiel aud bem fübafrilanifcben Kriege 1899. (Sine Einleitung für bad Selbft*
ftubium unb ein $ilfdmittel für bie Stellung unb Söfung oon Söinterarbeiten.
SRit einer Sligge in Steinbrud. 1905. SR 1,25.
gmmannel (SRajor), 264 Themata für Sömterarbeiten unb Borträge aud bem ©ebiete
ber neueften Jtriegdgefd)ic$te 1870 bid 1906. 3uÖIcj$ ©rgängung gu bem SEÖerle
bed oerftorbenen SRajor Kung „1736 Themata für SBinterarbeiten unb Borträge
ufro." 1907. SR 1,25.
Stanft (SRajor), 1736 Themata für SBinterarbeiten unb Borträge aud bem ©ebiete
ber neueren Kriegdgefchichte nebft Eingabe ber beften Quellen. 3., roefentlid) oer*
mehrte unb bid auf bie neuefte Seit fortgefetjte Auflage. 1900. SR 3,50, geb. SR 4,75.
1740/68
»i« 1815:
Baeredc (SRajor), Tie Schlacht oon Siegnty am 15. Sluguft 1760. Bortrag, ge«
halten in ber SRilitärifchen ©efellfchaft gu Berlin am 23. Januar 1906. SRit
6 Sliggen. (Seiheft 6 gum SRilitftr£Bo$enblatt 1906.) 75 ?f.
b. Sembarbi, Theob», griebrich ber ©roße ald gelbherr. 2 Sänbe. 1881.
SR 21,—, geb. SR 24,—.
Tidtyntb (SRajor), Tie Schlacht oon Stoßbach. SRit 1 $lane in Steinbrud. (Beiheft 3
gum BHlitär=2öochenblatt 1900.) SR 1,25.
b. ©berbarbt (Dberft), Tie Schlacht oon Kunerdborf am 12. Sluguft 1759. (Seb
heft 9 gum SRilitär-SBochenblatt 1903.) 60 $f.
geilmann, BL (Dberftleutnant g. 2).), griebrichö bed ©roßen gelbherrntum oon
SRoHroiß bid Seutben. (Seiheft 3 gum SRilitar*SBo$enblatt. 1904.) 60 $f*
—, griebricbd bed ©roßen gelbtjerrntum oon Seutßen bid gum Enbe bed Sieben«
jährigen Krieged. (Beiheft 1 gum 3Rilitär*2Bochenblatt 1905.) 75 $f.
3ann (§auptm.), Tad Treffen bei Surlerdborf am 21. guli 1762. (Seiheft 3 gum
3Rilitär;Söochenblatt 1907.) 80 Sf.
Kriege, Tie, ftriebritbd bed ©roßen, heraudgegeben oom ©roßen ©eneralftabe, Elb«
teilung für Kriegdgefchichte. 1. Teil: Ter erfte Sd>lefifd>e Krieg 1740 bid 1742.
I. Sanb: Tie Sefeßung Schießend unb bie Schlacht bei SRoHtoiß. SRit
14 Karten, Plänen u. Sliggen fowie 3 $anbgeid;nungen bed Königd. 1890. SR 16,—,
in ^albleberbanb mit gribericianifchen Emblemen SR 19,—.
II. unb IH. Sanb: Son SRoUroiß bid gum Seginn bed mährten gelb«
guged. — Ter gelbgug in SRäbren unb ber gelbgug in Söbmen unb Ober«
fcblefien. äufammen in einem Sanb. SRit 20 Karten, $(änen unb Sliggen.
1893. SR 21,—, in ©albleberbanb mit gribericianifcben Emblemen SR 24,—.
2. Teil: Ter groeite Schlefifche Krieg 1744 bid 1745.
I. Sb.: Söbmen 1744. SRit 19 Karten, Plänen unb Sliggen. 1895.
SR 15—, in fcalbleberbanb SR 17,50.
n. Sb.: goßenfriebberg. SRit 14 Blänen unb Sliggen. 1895.
SR 11,—, in fcalbleberbanb SR 13,25.
in. Sb.: Soor unb Keffeldborf. SRit 10 ^länen unb Sliggen. 1895.
SR 12,—, in $albleberbanb SR 14,50.
3. Teil: Ter Siebenjährige Krieg 1756 bid 1763.
I. Sb.: A. SlHgemeine Einleitung. B. gelb^ug 1756. ($ima unb
Sobofiß.) Rebft einem Sammelbanbe: Karten, Bläne unb Sliggen. 1901. SR 22,—,
in $a(bleberbanb (Karten in Salblebermappe) SR 26,75.
II. Sb.: Stag. SRit 12 Plänen unb Sliggen. 1901.
SR 9,—, in Salbleberbanb SR 11,50.
III. Sb.: Kolin. SRit 15 Slänen unb Sliggen. 1902.
SR 10,—, in Salblcberbanb SR 12,50.
Berlag bon ©. S. SRittler & Sobn, Berlin SWos, Kocbftraße 68—71.
V. Hrieg3gef<hi<hte- 17
3. Seil: Ser <Siebenjästige Hrieg 1756 bid 1763.
IV. Bb.: (Grofjjägeröborf unb Bredlau. SRit 12 Harten, $lftnen unb
©figgen. 1902. SW 15,—, in fcalbleberbanb SR 17,50.
V. 29b.: $aftenbed unb Slo&bach. SRit 10 Harten, $(änen unb ©figgen. 1908.
SR 15,—, in §albleberbanb SR 17,50.
VI. 29b.: Seutben. SRit 6 Harten, $lftnen unb ©figgen.
SR 12,50, in ®albleberbanb SR 15,—.
Säubert, Dr. SRanfreb, Sie ©flacht bei Munerdborf am 12. Sütgufl 1759. SRit
3 Harten. 1900. SR 3,—, geb. SR 4,25.
b. Seögcgpndfi (©eneralleutnant), Bredlau unb £eut$en. Bortrag. SRit 1 ?Ian.
(Beiheft 7 gum SRilitärsSBochenblatt 1900.) SR 1,—.
b. Sinbenan (Oberft), Sie ©chlacht bei Äeffeldborf. Borlrag. SRit 2 $lftnen.
(Beiheft 11 gum SRilitärsSBochenblatt 1904.) 1904. SR 1,—.
b. Bogndlatbdfi, Sl. ((Generalleutnant g. S.), Ser Hrieg ber Benbde gegen bie gram 1798/96
göfifoe Bepublif 1793 bid 1796. SRit Harten unb $lftnen. 1894. SR 7,50.
1806. Sad Breufjifche Offigierforpd unb bie Unterfu^ung ber Hriegdereigniffe. 1797/1812
$eraudgegeben oom (Großen (Generalftab. Hriegdgef($i$t[id)e Abteilung II. 1906.
SR 7,50, geb. SR 9,—.
b. SHtrocf (Oberftleutnant), ?jena unb Sluerftebt. ©in Büdblid unb Sludblid. SRit
6 ©figgen (Beiheft 1 g. SRilitürsSBochenblatt 1907). 75 $f.
b. Bremen, SS. (Oberftleutn.g.S), Sie Sage non Stegendburg, 10. bid 23. SCpril 1809.
©ine ftrategifche ©tubie. 2. Sluflage. SRit 6 ©figgen. 1907. SR 1,-—.
b. (Hanfetoty, Sla$ri$ten über ^reufjen in feiner großen Mataftrophe. 2. ner»
befferte Sluflage. SRit 2 Marten in ©teinbrud. (Hriegdgefd)icf)t(. ©ingelfTriften,
feeraudgegeben nom (Gro&en (Generalftab. fceft 10.) 1908. SR 2,75, geb. SR 3,75.
b. b. (Goi$, grljr. ((General ber Infanterie), Bon Stofjbach bid gena unb Sluerftebt.
2., oöllig neu bearbeitete Sluflage. SRit 10 Hartenbeilagen in ©teinbrud. 1906.
SR 10,-, geb. SR 11,50.
------, Bon 3*na bid $r.*©plau. Sed alten preufjifdjen $eered ©darnach unb ©hrem
rettung. ©ine fciegdgefd)id)t(id)e ©tubie. SRit 4 Harten in ©teinbrud. 1907.
SR 5,50, geb. SR 7,-.
<$ierl, ©ouftautin (Oberleutnant), Sie Bebeutung bed friegdgefd>id>tlid>en ©tubiumd
ber Slapoleonifcben ©poche. (Beiheft 4 gum 9Rilitftr*SBod)enblatt 1902.) 75 $f.
b. Settow-Borbed ((Generalmajor a. S.), Ser Hrieg oon 1806 unb 1807.
I. Bb.: Sena unb Sluerftebt SRit einer Überfid)tdtarte, 3 ©$(ad)tpl&nen
unb 18 ©figgen. 2. Sluflage. 1899. SR 10,—, geb. SR 12,—.
II. Bb.: $renglau unb Sübed. SRit einer ftberfu$td!arte, 4 (Gefechtdpldnen
unb 26 ©figgen. 1892. SR 11,—, geb. SR 13,—.
III. Bb.: gelbgug in $olen. SRit 1 Überfichtdfarte unb 8 ©figgen. 1893.
SR 5,50, geb. SR 7,25.
IV. Bb.: $r.$©plau unb Silfit SRit 3 ©<$la$tplänen, 2 Überfichtdtarten
unb 11 ©fügen. 1898. SR 11,-, geb. SR 13,—.
©tubien jnr Hriegdgefdjidjte nnb Satti! ufro. ©eraudgegeben oom (Großen (General*
ftabe, Hriegdgef^i^tli^e Slbteilung I, III. Bb. (©iebe: Mriegdge{$iäte, ©. 23.)
Scilnabme, Sie, bed preufeifchen gilfdforpd an bem gelbguge gegen Stuglanb 1812.
(24. peft ber Hriegdgefdjichtlicben ©ingelfdjriften.) 1898. SR 3,—.
b. Unger, SB. ((Generalleutnant), Blü$er.
I. Banb: Bon 1742 bid 1811. SRit gasreichen ^ortrfttd unb Hartenffiggen.
1907. SR 8,50, geb. SR 10,—.
II. Banb: Bon 1812 bid 1819. SRit gasreichen ^orträtd unb Hartenffiggen.
1908. SR 9,-, geb. SR 10,—.
t)ord b. SBartenbnrg, (Graf (Oberft), Stapoleon ald gelbherr. 2 Seile. 4. Sluflage.
1904. SR 17,50, geb. SR 20,—
b. Gaemmerer ((Generalleutn. g. S.), Sie Befreiungdfriege 1813—1815. ©in ftra» 181815
tegifeher Überblid. SRit einer Marte in ©teinbrud unb einer ©figge im Xejt. 1907.
SR 3,50, geb. SR 4,50.
Berlag bon G. ©. SRtttler & ©ohn, Berlin Sflta, Äodjftrafce 68—71.
1881
1848/49
1858/54
1859
18 Serjeicgnid empfeglendwerter SBerfe.
0. greptag-fioringgooen, JJrgr. (Dberft), Hriegdlegren nach ©lauf ewig aud ben
Selbjügen 1813/14. SRit 15 Anlagen unb 4 Sfijjen im Tegt. Hart. SR 4,—.
grieberid) (Dberftleutnant), Tie Sluffaffung ber ftrategifcgen Sage feitend ber Set*
bünbcten am Schluffe bed SBaffenftiHftanbed oon ^ßoifcgwig 1813. SRit 1 Harte
in Steinbrucf. (Seiheft 1 jum SRilititeSBoäenblatt 1902.) SR 1,50.
(Vefdjidjtt bet Sefreinngdfriege 1813 bis 1815 in 4 ©injelwerfen:
o. §olieben (General b. Snf. j. T.), Gefcgicgte bed Jrügjagrdfelbjuged 1813 unb
feine Sorgef^icgte. 1. Sanb: Sorgefcgicgte unb Gefcgicpte bed tfelbjuged bis
jum 26. Slpril 1813. SRit Sfijjen unb planen. 1904. SR 12,—, geb. SR 14,—.
griebericg (Dberftleutnant), Gesiegte beS fcerbftfelbjuged 1813. 1. Sanb: Som
Slbfcglufe beS SBaffenftiUftanbed bis jur Schlacht bei Jtulm. SRit 1 ttberficgtm
farte unb 8 Slänen in Steinbrucf. 1903. SR 14,—, geb. SR 16,—.
2. Sanb: Son ber Schlacht bei Hulm bis ju benHämpfen bei Setpjig. SRit
5 Slänen unb 27 Sfijjen in Steinbrucf. 1904. SR 13,—, geb. SR 15,—.
3. (Scglufc)Sanb: Son ber Sölferfcglacgt bei Seipjig bis jum Schluffe
bed gelbjuged. SRit 7 Plänen unb 12 Sfijjen. 1905. SR 13,—, geb. SR 15,—.
o. 3«nfon (Generallt. j. 2).), Gefcgicgte beS gelbjugeS 1814 in ^ranfreicg.
1. Sanb: Ter gelbjug bis jur jweiten Trennung ber S^lefif egen Slrmee oon ber
fcauptarmee. SRit Sfijjen unb $lftnen. 1903. SR 11,—, geb. SR 13,—.
2. (Scglufe*) Sanb: Ter Jelbjug oon ber jweiten Trennung ber Scglefifcgen
Slrmee oon ber fcauptarmee bis jum gtieben. SRit 29 Tegtftijjen unb 12 Harten
unb Sinnen. 1905. SR 14,—, geb. SR 16,—.
o. £ettow*Sorbecf (Generalmajor a. T.) unb o. Soft (Generalmajor j. T.),
SlapoleonS Untergang 1815. 1. Sanb: ©Iba—SeUe^StUiance. SRit 10 Hartem
beilagen unb 6 Sfijjen im Tegt. 1904. SR 14,—, geb. SR 16,—.
2. Sanb: Son SeUe*SlUiance bis ju SlapoleonS Tob, SRit 14 Sfijjen unb
2 Hartenbeilagen in Steinbrucf. 1906. SR 8,—, geb. SR 10,—.
Slenbaner, Dr. (Gpmnafialbireftor), $reuftenS gaU unb Erhebung. SRit jaglreicgen
Slbbilbungen im Tegt, 19 Harten unb 14 Seilagen. 1908.
Geheftet in 3 Abteilungen ju je SR 3,50, geb. SR 12,—.
b. ber Dften*Satfen*9lgein, D. ftrgr. (Dberftleutnant a. T.), Slapoleon bet Saugen.
Slapoleonifcge Strategie in ben Tagen oor Saugen unb napoleonifche Schlachten*
leitung bei Saugen. ©ine Stubie. SRit 2 ftberftcgtdffijjen unb 1 Sfijje bed
Scgla^tfelbed (Seiheft 8/9 jum 3Rilitär*2Bocgenblatt 1905). 90 $f.
o. Cniftorp (Generallt. j. T.), Gefcgicgte ber SlorfcSlrmee im Sahre 1813. 3 Sänbe mit
Harten u.Slänen. 1894. 3R.30,—. Sn 3 fcalbleberbbn. mit 1 Hartenmappe SR36,—.
bJUnger, Slücger. 2 Sänbe. (Siege S. 17.)
1815 bi« 1866:
Strafft (Hauptmann), Tie Operationen oor unb nach ber Scglacgt oon Dftrolenfa 1831.
(Seiheft 4 jum 3Rilitär*2Bocgenblatt 1905). 60 $f.
Hnng (SRajor a. T.), Ter polnifcgsrufflfcge Hrieg oon 1831. 1890. SR 4,—.
Stang (SRajor a. T.), Tie friegerifegen ©reigniffe im Grofcg. $Jofen im Slpril unb SRai
1848. 1899. SR 4,50.
SRoltled SRilitärifdje Sterte. $eraudgeg. o. Gr. Generalftabe, Abtl. f. Hriegdgefcgicgte.
Gruppe HI. Hriegdgefcgicgtl. Arbeiten. 1. Teil: Gefcgicgte bed Hriegcd gegen
Tänemarf 1848/49. SRit einer uberficgtdfarte, 6 Plänen unb 4 Tegtffijjen. 1893.
SR 11,—, geb. SR 13,—.
StetroW u. fRegenaner, Ter Tonaufelbjug Sluglanbd gegen bie Türfei 1853/54.
1891. SR 7,50.
b. Gaentnterer (Generalleutnant j. T.), SRagenta. Ter fjelbjug oon 1859 bid jur
erften ©ntfegeibung. SRit 3 Hartenbeilagen. 1902. SR 5,—, geb. SR 6,50.
Hnnj (SRajor a. T.), Son SRontebeUo bid Solferino. 1888. SR 3,—.
Serlag oon G. S. SRittler & Segn, Serlin SWas, Äocgftrafce 68—71.
V. JtriegggeW^te. 19
SRoftte* SHlitärifdje «Berte.
Gruppe I. Tie militärifcge Horrefponbenj. 4. Teil: Stuö ben Tienftfcgriften
beg Sagreg 1859. 1902. 92 5,50, geb. 92 7,25.
©ruppe III. Hriegggefcgicgtlicge Arbeiten. 2. Teil: Hritifcge Staffage jur
©efegiegte ber ^elbjüge von 1809, 1859, 1864, 1866 unb 1870/71. 92it Über«
ßcgtgfarten, «fanen unb Stijjen. 1899. 92 7,—, geb. 92 9,—.
— 3. Teil: Ter gtalienifcge gelbjug beg 3agreg 1859. 92it 2 Überficgtg*
faxten, 5 Sfijjen unb 20 $anbjeicgnungen. 1904. 92 10,—, geb. 92 14,—.
V. greptag-fioringgoven, fjrgr. (Oberft), Stubien über Hriegfügrung auf ©runb» 1861/65
läge beg norbamerifanifegen Sejefftonöfriegeö in «irginien.
1. $eft: 8ufl Stan, Sticgmonb, 92anaffag. 92it 3 Xejtflijjen unb 4 Harten«
beilagen in Steinbrud. 1901. 92 3,60, geb. 92 4,80.
2. äeft: 92ar?lanb, greberidöburg, ©ganceUorgviUe, ©ettpgburg. 92it 4
Hartenbetlagen unb 14 Xejtffijjen. 1901. 92 4,—, geb. 92 5,25.
3. $eft: Sltfanta, Spottfplvania, Petersburg, Savannag, bag ©nbe. 92it
4 Hartenbeilagen unb 3 Xejtffijjen in Steinbrud. 1902. 92 4,—, geb. 92 5,25.
gn Äogenloge-^ngelfiugen, «rin jftrafU Slug meinem fieben. Stafjeicgnungen. m.8b.: 1864
Tie Hriege 1864 unb 1866. Tie fjricbengjeit big 1870. 1906. 92 8,—, geb. 92 9,50.
ftrieg, Ter bentfdpbänifcge, 1864. $erauggeg. v. ®r. ©eneralft. Slbtl. f. Hriegggeftg.
I. 8b. 1886. 92.22,50, geb. 92.26,—. H. 8b. 1887. 9215,—, geb. 9218,50.
Wollte« Wilitarifcge «Berte.
©ruppe I. Tie militarifege Horrefponbenj. 1. Teil: Hrieg 1864. 92it
1 Überficgtgfarte unb 2 $anbjei(gnungen. 1892. 92 5,—, geb. 92 6,60.
©ruppe III. Hriegggefcgicgtlicge Arbeiten. 2. Teil: Hritifcge Staffage jur
©efegiegte ber gelbjüge von 1809, 1859, 1864, 1866 unb 1870/71. 92it Über«
fiegtgfarten, planen unb Stijjen. 1899. 92 7,—, geb. 92 9,—.
v. daemmerer (Generalleutnant j. T.), Tie fübbeutfegen jpeeregberoegungen 1866 1866
im 92ainfelbjuge von 1866. (8eigeft 2 jum 92ilitär«3Bocgenbfatt 1903.)
gfabriciu«, $anä (Oberftltn. a. T.), Tie Hftmpfe am fcolamalbe in ber Scglacgt bei
Höniggräg. (8eigeft 8 jum 92ilttar«SBocgenblott 1904.) 92 1,20.
ftelbjng, Ter, bon 1866 in Tentfcgfanb. ftebigiert von ber Hriegggefcgicgtlicgen
Abteilung beg ©roften ©eneralftabeg. 1868. ©eb. 92 22,—.
ganfegilb, fi (fcauptm. a.T.), Hriegggefcgicgtl.angeroanbte Übungen. Tie Operationen
an ber 3fer im 3uni 1866. 92it 1 Harte. (8eigeft 4/5 jum 92ilitär«9Bocgenbl.) 921,50.
gn 6ogenloge«3naelfingen, «rinj, Tte Hriege 1864 unb 1866. (Siege Hriegg«
gefegtegte 1864, Seite 19.)
goenig (ßauptmann a. T.), Tie ©ntfegeibunggtampfe beg 92ainfelbjugeg an ber
grAnfifcgen Saale. Hiffingen—griebricgggaH—Jpammelburg. 2., unverftnberte
Staffage. 92it 1 Überficgtgfarte unb 5 Stijjen. 1898. 92 6,—, geb. 92 7,50.
Mgne (Generalleutnant j. T.), Hritifcge unb unfritifege Söanberungen über bie
©efecgtgfelber ber preugifegen SCrmeen in 8ögmen 1866.
1. $eft: Gefecgt bei Stacgob. 92it 5 piänen. 3. Staffage. 1888. 92 3,60.
2. $eft: Tie ©efeegte bei Sfalig unb Scgroeinfcgabel. 92it 5 planen unb
TarfteHungen ber einjelnen ©efeegtgmomente. 4. Staffage. 1898. 92 3,60.
3. öeft: Gefecgt bei Xrautenau. 92it 4 planen unb TarfteÜungen ber ein»
jelnen ©efeegtgmomente. 4. Staffage. 1891. 92 3,60.
4. unb 5. $eft: Gefecgt von Soor (bei9leu»9tognig, 8ur!ergborf unb Staberöborf).
SlHgemeine Stanbfcgau. 92it 3 ^länen in Steinbrud. 3. Staffage. 1896. 92 5,50.
ftnng (92ajor a. T.), Ter Jfelbjug ber 92ain»Slrmee 1866. 1890. 92 5,—.
O.fiettom^orbed (Generalmajora.T.), ©efcgicgtebegHriegegvon1866inTeutfcgfanb.
I. S3b.: ©aftein—fiangenfalja. 92it 1 Überfugtg« unb Dperationgfarte,
8 Sfijjen unb 1 ©efecgtgplan. 1896. 92 8,50, geb. 92 10,—.
II. 8b.: Ter Selbjug in 8ögmen. 92it 1 Dperationgfarie, 20 Sfijjen
unb 9 ©efecgtgplänen. 1899. 92 17,50, geb. 92 20,—.
HI. (Scglufc) 8b.: Ter 92ainfelbjug. 92it 10 Harten unb ©efeegtgpfanen,
7 Stijjen. 1902. 92 12,50, geb. 92 15,—.
«erlag von ©. S. Stiftler & Sogn, «erlin SWw, Hodjftrafje 68—71.
20 Sefteicgnid empfeglendroerter SBerte.
0. Siguig (©eneral b. 3nf.), Stad brei Kriegen 1866, 1870/71, 1877/78. SRit
Anlagen, Kartenden unb mehreren »ortrfttd. 1904. 8» 5,50, geb. SR 7,—.
•bitte# Wititirifdje »Berte.
©ruppe I. Sie SRilitürifcbe Korrefponbenj. 2. Seil: Stad ben 5Dienft«
{(griffen bed Kriege# 1866. SRtt 1 Überficgtdtarte, 5 »länen unb 1 Xestftifte.
1896. SR 8,—, geb. SR 9,75.
©ruppe III. Kriegdgefcgicgtlicge Arbeiten. 2. Seil: Kritifcge Staffage jur
©efcgicgte ber Seibjüge non 1809, 1859, 1864, 1866 unb 1870/71. SRit Über*
ßcgtdtarten, »lönen unb Sti3jen. 1899. HR 7,—, geb. HR 9,—.
0. »oten (Überft 3. S.) Sad SRifjlingen bed 3U0CÖ gannooerfcgen Stanee nach
bem ©üben im gum 1866. (6eigeft 9 jum 3RilitÄr*2Bocgenblaft 1904). 80 »f.
0. Scgerff (©eneral b. 3nf. 3. S.), Sie Sioifion oon »eper im SRainfeltauge 1866.
HRit 1 Überficgtdtarte unb 2 Stiften in ©teinbrud. 1899. HR 3,50, geb. HR 5,—.
Stubien gur Kriegdgefcgicgte nnb Sattit. $eraudgegeben oom ©ro&en ©eneral*
[labe, Kriegdgefcgicgtlicge Abteilung I. III. 6b. (Siege S. 23.)
1870/71:
0. »taute (©eneral b. 3nf. 3. S.), Sie 6efcgiegung oon »arid 1870/71 unb bie
Urfacgen igrer Belagerung. 1899. HR 1,50, geb. HR 2,50.
Seine# (»remierltn.), Sie SOtigleit ber 6elagcrungdartiHerie oor »arid im Kriege
1870/71. 2., burcggefegene Sluflage. HRit 1 »lan oon »arid. 1895. (4. $eft
ber Kriegdgefcgicgtlicgen ©in^elfcgriften.) HR 3,—.
©iugelfcgriften, Kriegdgefcgidjtlidge. $eraudgegeben oom ©roften ©eneralftabe,
Slbfetlung für Kriegdgefcpicgte. I. bid III. 6b., je 6 $efte umfaffenb. 1883
bid 1895. je HR 14,25, geb. je HR 17,50.
IV. 6b. ($eft 19 bid 24 umfaffenb.) 1897 bid 1898. SR 12,10, geb. SR 15,—.
V. 6b. ($eft 25 bid 30 umfaffenb.) 1898 bid 1900. SR 13,75, geb. SR 17,—.
6efonbere Sn^altöüerjeidgniffe ftegen ju Sienften.
$eft 36: SRoltfe in ber Vorbereitung unb-Surcgfügrung ber Operationen.
SRit 1 Überficgtdtarte. 1905. SR 3,25.
gfrobenin# (Überftleutnant 3. S.), Kriegdgefcgicgtlicge 6eifpiele ufro. (Siege S. 27.)
gn ßogenloge*3ngelfingen, »ring Kraft, Stad meinem geben. Slufeeicgnungen.
IV. 6anb: Ser Krieg 1870/71. 1907. SR 11,50, geb. SR 13,—.
0. $0 Heb en (©eneral b. 3nt 3> S.), Sie »arifer Kommune 1871 unter ben Stagen ber
beutfcgen Sruppen. SRit 1 farbigen »lane. 1897. SR 6,50, geb. SR 8,—.
$oenig ($auptmann a. S.), Ser Boltdtrieg an ber 2oire im §erbft 1870. Slacg
amtlicgen Duellen unb ganbfcgriftlicgen Slufgeicgmmgen oon SRitfftmpfem.
I. 6b.: ©reigniffe bid 3ur Scglacgt bei 6eaune la Slolanbe. 2. Sluflage.
SRit 3 Karten unb einer Stifte in Steinbrucf. 1894. SR 10,—, geb. SR 12,—.
n. 6b.: Scglacgt bei 6eaune la Hlolanbe. 2. Sluflage. SRit 1 Überficgtd*
farte unb 5 Stiften. 1896. SR 8,50, geb. SR 10,—.
in. 6b.: SRai3&red—BiUepion. Ser Singriff auf »arid. SRit 10 Karten.
1896. SR 6,50, geb. SR 8,—.
IV. 6b.: Sie Scglacgt oon goigng—»ouprp. 2. Sluflage. SRit 9 Karten*
beilagen. 1897. SR 6,—, geb. SR 7,50.
V. 6b.: Sie Sluflöfung bed fra^öftfcgen $eered oor ürldand. (Ser 3. Se*
3ember 1870.) SRit 5 Kortenbeilagen. 1897. SR 6,—, geb. SR 7,50.
VI. 6b.: Sie Stäumung oon ürteand bureg bie grangofen unb bie Sleuformation
ber 2oire*8lrmee. (4. bid 6. XU. 1870.) SRit 2 Karten. 1897. SR 7,50, geb. 8)1 9,—.
0. hülfen (SRajor), SBanberungen über franjöftfcge Scglacgtfelber bed Krieged 1870/71.
SRit 3 Stiften. 1. Beigeft gum SRilitär*HBocgenbIatt 1908. 80 »f.
0. Korgfleifcg (Hauptmann), Ser <$elbgug gegen ben 2oir unb bie ©innagme oon
Bcnböme am 15. unb 16. Se3ember 1870. 1892. 3R 3,60.
Krieg, Ser bentfcg*frangbfiftge, 1870/71. Hlebigiert oom ©rogen ©eneralftabe,
Slbteilung für Kriegdgefdjicgte. 1881.
3n 20 Reffen 3)1100,—, in 5 Bönben mit 3 Kartenmappen geb. SR 120,—.
Verlag oon ®. S. HRittler & Segn, Berlin SWcjb, Kocgftrage 68—71.
V. KriegSgefc$ic$te. 21
Knng (SRajor a.2).), KriegSgefdjiiljtt Beifpiele aud bembcutfcb«franj. Kriegen.1870/71.
1. $eft: TaS Aadjtgefecbt vom 18. Auguft 1870 auf ber $o$fUl$e von
SRoScou germe—$oint bu Öour. SRit 1 $Ian m Steinbrucf. 1897. SR 2,20.
2. $eft: Tie Aac$tgefecpte gegen bie Jtaiferlic$ franjöftfcpe Slrmee. SRit
4 Sfijjen im Tejt unb 1 $lan in Steinbrucf. 1897. SR 2,40.
3. $eft: Tie Aac$tgefec$te imgelbfriege gegen bie $eer eher Jromöftfc^enSlepublif.
SRit 4 Sfijjen im Tejt, 3 EefecbtSplänen unb 1 Sfijje in Steinbrucf. 1897. SR 4,60.
4. fieft: Tie Aac$tgefec$te im geftungSfriege vor Straßburg, Berbun, Beifort
unb Sans. SRit 8 Sfijjen. 1897. SR 1,75.
5. öeft: Slttacfen franjöfifcfjer Kavallerie auf beutfc$e Infanterie unb Artillerie.
SRit 1 $lan 'n Steinbrucf. 1897. SR 2,—.
6. $eft: SRaffenverroenbung ber beutfehen gelbartillerie in ber S$Ia$t von
Seban. Überfälle franjöfifefier Sager burc$ Artillerie. Teilnahme ber gelbartillerie
an ber Befdjteßung franjöfifc$er geftungen. 1897. SR 1,60.
7. $eft: Herangehen ber Artillerie auf nahe Entfernungen vom geinbe.
Blanfemvirfung unb eigene Empfinblicbfeit ber gelbartillerie bejüglich ihrer glanfen.
orbereitung beS SnfanterieangriffS auf befeftigte Stellungen ober vom geinbe
befeßte Törfer burch bie beutf$e Artillerie. Angaben über bie beutfcherfenS im
Kriege von 1870/71 verloren gegangenen ®ef$üfce. 1898. SR 1,40.
8. unb 9. $eft: Beifpiele für bad SBalbgefecht unb für ben Kampf um $ö$en
unb Schluchten. 3u0^e^ felbftänbige TarfteHung ber Schlacht vom 16. Auguft 1870
auf bem rechten glügel ber Teutfchen. Kampf ber 5. 3nfanterie=Tivifion unb
ber biefer Tivifton jur Unterftüßung gefanbten Truppenteile ber ArmeeforpS
Ar. Vni, IX unb X. SRit 2 ^länen. 1898. SR 5,80.
10. ^>eft: Torfgefechte. Ter Kampf um St. privat la SRontagnc. SRit
2 Seilagen in Steinbrucf. 1899. SR 3,-—.
11. $eft: Beifpiele für ©elänbeverftärfungen auf bem S$la$tfelbe. SRit
2 Plänen in Steinbrucf unb 3 Sfijjen im Tejt. 1900. SR 2,—.
12. £eft: Tag ®efec$t unb ber Si^erheitSbienft ber Infanterie. 1900. SR 3,50.
£>eft 13 unb folgenbe bebanbeln ,®ie ©djladjt bei SBörtlj in CSinjelbarftellungen*.
13. $eft: Beifpiele für baS SBalbgefe$t unb fite ben Kampf um $öl)en unb
Schluchten. Ter Kampf um ben Aiebertvalb in ber Schlacht von Ißörth am
6. Auguft 1870. 1902. SR 4,50, geb. SR 6,—.
14. Heft: Beifpiele für ^nfanterieangriffe. Tie Snfanterieangriffe bed
V. ArmeeforpS in ber Schlacht von SBörth am 6. Auguft 1870 bis 31/« Uhr nach»
mittags. SRit 3 Kartenbeilagen. 1903. SR 4,50, geb. SR 6,—.
15. $eft: Beifpiele für Snfanterieangriffe. Ter Kampf um bengröfc$roeiler SBalb
am 6. Auguft 1870. SRit 3 Kartenbeilagen. 1903. SR 3,60, geb. SR 4,85.
16 fieft: Tie Kämpfe bei Elfaßhaufen am 6. Auguft 1870. SRit 4 Karten«
beilagen tn Steinbrucf. 1903. SR 5,50, geb. SR 7,—.
17. $eft: Tie Kämpfe bei gröfchtveiler unb bie Verfolgung ber granjofen.
SRit 1 Schlachtplan in Steinbrucf. 1904. SR 5,25, geb. SR 6,50.
18. $eft: Tie beutfehe unb franjöftfche Artillerie, bie beutfehen unb franjöfifchen
Pioniere in ber Schlacht von 2BörtI>, bie Attaden ber franjöfifchen Küraffiere bei
SRorSbronn unb ber Kampf beS 88. Regiments im SHebcnvalbe. SRit 2 Schlacht«
plänen. 1904. SR 5,—, geb. SR 6,50.
-----, Tie Schlacht von SBörth vom 6. Auguft 1870. AuS bem Aadjlaß bearbeitet
von Val cf (Dberftleutnant). SRit einem BilbniS, einer ÜberfidjtSfarte unb
6 ©efecßtSplänen. SR 8,—, geb. SR 10,—,
-----, Ter gelbjug ber Erften beutfehen Armee im Aorben unb Aorbroeften
granfreic^S 1870/71. 2., voüftänbig umgearbeitete Auflage.
I. Bb.: Tie Ereigniffe bis jum 31. XII. 1870. SRit 1 ÜberfidjtSfarte, 1 Schlacht«
plan unb 1 EefedjtSplan. 1901. SR 4,—, geb. SR 5,25.
n. Bb.: Tie Ereigniffe im Sanuar 1871. SRit 3 Kartenbeilagen. 1902.
SR 5,50, geb. SR 7,—.
------, Einjelbarfteünngen von Sd)lad)ten auS bem Kriege Teutf$lanbS gegen
bie granjöfifdje Aepublif vom September 1870 bis gebruar 1871.
1. $eft: Ter große Tur$brudjSverfucb ber 2. $arifer Armee in ben Tagen vom
29. XI. bis 3. XII. 1870. SRit 1 Karte unb 2 Sfijjen. 1891. SR 3,—, geb. SR 4,25.
Verlag von & S. SRittler & So$n, Berlin SW®, Äodjftraße 68—71.
22 Bergeichniö empfehlenswerter «Berte.
Kung (SRajor a.T.), (HngelbarfteUnngen non Schladjten ufw.:
2. $eft: Tie Kämpfe ber preugifchen (Garben um 2e Bourget währenb ber
Belagerung von $artd 1870/71. SRit 1 $Iane. 1891. SR 2,25, geb. SR 3,60.
3. ®eft: «DaS (Gefecht bei Staü« am 18. XIL 1870. SRü 1 $lane. 1892.
SR 1,25, geb. SR 2,—.
4. $eft: Tie Schlacht von Soigng—Bouprp am 2. XII. 1870. SRü
1 ?lane. 1893. SR 4,50, geb. SR 5,75.
5. $eft: Tie Schlacht von DrUanS am 3. unb 4. Tegember 1870. SRü
1 Überfichtdlarte unb 2 Bläuen. 1894. SR 5,—, aeb. SR 6,25.
6. $eft: Tie (Gntfcheibungdlämpfe be« (Generals v. «Berber im Januar 1871.
1. Teil: Bon Tijon über Befoul nach BiUerfejel unb gur Sifaine. SRü 3 Bläuen.
1895. SR 5,—, geb. SR 6,25.
7. $eft: Tie ©ntfcheibungölämpfe bed (Generals v. «Berber im Januar 1871.
2. Teil: Tie Schlacht an ber Sifaine am 15., 16., 17. unb 18. Sanuar 1871.
SRü 1 $Iane. 1896. SR 4,80, geb. SR 6,—.
fiehnann («Birll. (Geh- KriegSrat), Tie SRobilmachung von 1870/71. SRü aller*
böchfter (Genehmigung Seiner SRajeftät beS Kaiferö unb Königs bearbeitet ün
Königlich Breufjifchen Krieasminiftenum. 1905. SR 6,—, geb. SR 7,50.
V. SRoItfe (©eneral^elbmatfchall), (Gefehlte beS beutfch’frangöfifchen Kriege« von
1870/71 nebft einem Staffafc „übet ben angeblichen KriegSrat in ben Kriegen
König «BilbelmS I.“ SRit 1 ÜberfichtSlacte. 2.2tafl. 1892. SR 7,—, geb. SR 8,60.
SRoltfc« Wilitäritae «Berte.
(Gruppe I. Tie militftrifche Korrefponbeng. 3. Teil: StaS ben Tienftf griffen
beö Krieges 1870/71.
1. Abteilung: Ter Krieg bis gur Schlacht von Seban. SRü 1 ÜberfichtS*
larte, 3 Sliggen unb 1 $anbgeichnung. 1896. SR 6,—, geb. SR 7,60.
2. Abteilung: Bom 3. September 1870 bis gum 27. Januar 1871. 1896.
SR 5,—, geb. SR 6,6a
3. Abteilung: SBaffenftiüftanb unb griebe. 1897. SR 5,—, geb. SR 6,60.
Ter 3. Teil voHftänbig (1. bis 3. Abteilung umfaffenb) SR 16,—, geb. SR 18,50.
(Gruppe III. Kriegsgerichtliche Arbeiten. 2. Teil: Krttifche Staffle gut
(Gefehlte ber gelbgüge von 1809, 1859, 1864, 1866 unb 1870/71. SRü
ÜberfichtSlarten, Binnen unb Stilen. 1899. SR 7,—, geb. SR 9,—.
V. SWofer (Öberftleutnant), Kurger ßrategifcher Überblid über ben Krieg 1870/71. SRü
7 Sliggen in Steinbrud. 4., umgearbeitete Staffage. 1907. SR 2,25, geb. SR 3,—.
V. SRüHer ((Generalleutnantg.T.), Tie Tätigleitber beutfchen greftungöorhUerie bei ben
Belagerungen, Befriedungen unb ®infchlie&ungen im beutfeh^frangöf. Kriege1870/71.
I. Bb.: Tie Belagerung von Strasburg. SRü 1 $lane unb 4 Sliggen in
Steinbrud. 1898. SR 8,—, geb. SR 9,50.
n. Bb.: Tie Belagerungen von Schlettftabt, Toul, SoiffonS, Songwp. Tie
Befriedungen von 9leu*Breifach, 2a 3före, Berbun, Bitfeh, Tieben^ofen, SRontmöbp,
SRögiöreS, $6ronne, Borbereitung gut Befriedung von SangreS ((Ginfchliefjung
oon SRe$J, Befe^ung ber Tabelle von SlmienS, bie KriegSbefafcung von Seban.
SRit 14 Kartenbeilagen unb 21 Sliggen im Tejt. 1899. SR 11,—, geb. SR 13,—.
III. Bb.: Tie Belagerung von Belfort. SRü 2 Blänen unb 1 Üb erflehtS*
larte, 19 Sliggen, 1 Tafel unb Slbbilbungen. 1901. SR 8,—, geb. SR 9,50.
IV. Bb.: Tie Ürtillerieangriffe auf Baris unb Schta&betrachtungen über ben
JeftungSlrieg im Kriege von 1870/71. SRü 1 Bfan, 1 Blatt in Sichtbrud unb
9 Tejtfliggen. 1901. SR 6,50, geb. SR 8,—.
SrgängunaSheft: gut Befriedung von $ari$ 1870/71. Scach neueren
Quellen bargefteUt. (Bugleich ein erweüember unb berichtigenber Stachtrag gum
III. u. IV. Bb.). 1903. SR 1,—.
b. Scherff ((General b.^nf.g.T.), Kriegölehren in Iriegögefchichtl.BeifpielenberSleugeü.
1. £>eft: Betrachtungen über bie Schlacht von (Solombep — Slouiüp. SRü
2 Bläuen. 1894. SR 3,25, geb. SR 4,50.
2. £>eft: Betrachtungen über bie Schlacht von Bionviüe—SRarS la Tour.
SRü 1 Bfane unb 4 Sliggen. 1894. SR 6,50, geb. SR 7,75.
3. $eft: Betrachtungen über bie Schlacht von (Gravelotte -St. B^vot. SRü
2 Bläuen unb 1 Sligge. 1895. SR 6,50, geb. SR 7,75.
»erlag »tu tt. ®. Stiftlet A »erli* SW«, ft»d)fhv(e 68-71.
V. JtriegSgefötyte. 23
4. $eft: Die 3crn^erun0 von SRea unb bie Schlacht von StoiffeviUe. Dar«
Peilungen unb Betrachtungen. SRit 1 $lane. 1896. SR 7—, geb. SR 8,25.
5. £>ep: Der gelbgug von Seban. DarfteHung unb Betrachtungen. SRit
1 ftberfichtSfarte unb 3 Stilen in Steinbrucf. 1897. SR 7,—, geb. SR 8,25.
Stubien jur Strieg&gefdjiAte nnb Taftif. $erauSgegeben vom Grofjen General*
ftabe, Kriegsgerichtliche Slbteilung I.
I. Bb.: fieereSberoegungen im Kriege 1870/71. SRit 17 Karten in Stein*
brudt foroie 6 Xejtffwn. 1902. SR 13,50, geb. SR 16,—.
II. Bb.: DaS Slbbrechen von Gefechten. SRit 28 Slnlagen, 11 Karten unb
14 Plänen. 1903. SR 16,— geb. SR 19,—.
m. Bb.: Der Schlachterfolg, mit melden SRitteln würbe er erftrebt? SRit
1 SltlaS, enthaltenb 65 Stilen in Steinbrucf. 1903. SR 16,—, geb. SR 20,—.
IV. Bb.: Die Jeflung in ben Kriegen StapoIeonS unb ber Sleujeit. SRit
1 SUlaS, enthaltenb 29 Sfijjen. 1905. SR 10,—, geb. SR 13,50.
V. Bb.: Der 18. Sluguft 1870. SRit 41 Stilen in Steinbrucf, 2 Karten unb
1 Blan. 1907. SR 22,—, geb. mit Kartenmappe SR 26,—.
SBoibe (Generalleutnant), Die Urfachen ber Siege unb SHeberlagen im Kriege 1870.
Berfuch einer fritifchen DarfteHung bed beutfch'franjöfifchen Krieges big jur
Schlacht bei Seban. Stad bem Shtfpfchen überfefct von Klingenber (SRajor).
2. Sluflage. SRit Kartenbeilagen. 2 Bänbe. 1898. SR 16,—, geb. SR 19,—.
®te neueren ftriege nad, 1871:
<Bef<f)i<f)te befl rnfftf^-törHf^en ffrieged iu ben darren 1877/78 auf berSaltan»
fialbinfel. fcerauSgegeben von ber Kaiferlich ruffifchen friegggefchichtlichen
Kommifpon beS fiauptftabeS. Deutphe, autorisierte Bearbeitung von Krahmer
(Generalmajor g. D.). I. Bb. Big einfchlieglith ber erften Schlacht bei ^ßlerona.
SRit 12 Karten. 1902. SR 11,—, geb. SR 12,50.
Staropattin4lrahmer, Kritifche Stiicfblicfe auf ben ruffifch'türfifchen Krieg 1877/78.
Stach Stuffäfcen von Kuropatfin (General im Kaiferlich ruffifchen ©eneralftabe)
bearbeitet von Krahmer (Dberft).
I. Bb.: Bon Beginn beg Krieges big gur Ginfchliefeung Bleronag. 2. Sluf«
läge. 1899. SR 8,50, geb. SR 10,—.
II. Bb.: Die Blocfabe ^leronaS. 1899. SR 8,—, geb. SR 9,50.
m. Bb.: Übergang ber Slrmee*Slbteilung beg Generals Sfobelero über ben
Baltan unb bie Schlacht bei Scheinoroo. 1890. SR 4,50, geb. SR 5,50.
b. Trotha (Oberftleutnant a. 2).), Der Kampf um $favna. Taftifche Stubien.
2. Sluflage. 1896. SR 8,—.
Knnj (SRajor a. D.)J Taftifche Beifpiele aus ben Kriegen ber neuesten ßeit. 1880
big 1900. 3. fieft: Die Jelbjüge ber granjofen in Donfin. 1883 big 1885.
SRit zahlreichen Karten. 1902. SR 6,—, geb. SR 7,50.
Knng (SRajor a. D.), Taftifche Beifpiele auS ben Kriegen ber neueften 1880
big 1900. 1. ®eft: Der ferbifch’bulgarifche Krieg 1885. 1901. SR 3,75, geb. SR. 5,—.
Knnj (SRajor a. D.), Taftifche Beifpiele auS ben Kriegen ber neueften ßeit. 1880
bis 1900. 2. $eft: Der Bürgerfrieg in ©hile 1801. 3Rit 3 Sfi^en in Steinbrucf.
1901. SR 3,50, geb. SR 4,50.
Kentwein (SRajor), Die Kümpfe ber Kaiferlichen Schufctruppe in Deutph’Sübroefb
afrifa in ben fahren 1894 big 1896, foroie bie fich h^auS für unS ergebenben
Sehren. SRit 1 Sfizje. 1898. 60 ?f.
0. ber (Boty. Golmar grbr., Der theffalifche Krieg 1897 unb bie türfifche
Stanee. Sine friegSgefchichtliche Stubie. 1898. SR 6,—, geb. SR 7,50.
Knnj (SRajor a. D.), Taftifche Beifpiele aug ben Kriegen ber neueften Beit. 1880
big 1900. 2. fieft: Der fpanifd^amerifanifche Krieg 1898. SRit 3 Stilen in
Steinbrucf. 1901. SR 3,50, geb. SR 4,50.
1877/78
1888/85
1885
1891
1894/96
1897
1898
Berlag bon G. S. SRittler & Sohn, Berlin SWßs, Kochprage 68—71.
24 VerjeichniS empfehlenswerter Söerfc.
»lübbemann, (Kontreabmiral 3.T.), Ter Krieg um Suba im kommet 1898.
Rach juverläfftgen Quellen bargefteüt. 1899. 2R 5,50, geb. SR 7,—.
1899/1902
1900/02
1904/06
Bald (Dberftleutnant), Tie Sehren beS BurenfriegeS für bie (GefechtStätigfeit ber brei
Sßaffcn. (Beiheft 7 jum 3Rilitär*2Bochenblatt 1904.) 80 »f.
Befeler ((Generalmajor), Ter grciheitSfampf RorbamerifaS unb ber Burenfrieg.
SRit 3 Sfijjen. 1901. 80 »f.
(üngelfchtiften, KriegSgefcfcichtliche. $erauSgegeben vom (Großen (Generalftabe,
Rbtcilung für KriegSgefchtchte. $eft 32: RuS bem fübafrifanifchen Kriege 1899
bis 1902. Som (Gmmarfch ber Suren in Ratal bis jum (Gefecht bei Golenfo.
Zweite, neubearbeitete Auflage. SRit 5 Beilagen in Steinbrucf unb 5 Xejtffijjen.
1908. SR 3,—.
$eft 33: Operationen unter Sorb Roberts bis jur (Einnahme oon Bloemfontein.
SRit 5 Kartenbcilagen. 1904. SR 2,80.
$eft 34/35: Tie Kämpfe in Ratal nach bem Sefecht oon Golenfo. ftberftcht
über bie (Ergebniffe im Dranje^greiftaat unb Transvaal bis jum $erbft 1900.
SRit Kartenbeilagen. 1905. SR 4,—.
0. (Bftorff (Dberftlt), Ter Burenfrieg in Sübafrifa. gortgefefct oon Dberft Ritter
0. ©emeth. 1900/01. (Geb. SR 8,50.
1. Lieferung: Ter KriegSfchauplaJ. — Tie gegnerifchen Streitfräfte. — Ter
erfte Rbfchnitt beS Krieges. SRit 3 Tejtffijjen unb 2 Karten in Steinbrucf. SR 1,80.
2. Lieferung: Ter jioeite Rbfchnitt beS Krieges bis jum (Entfaß oon üabpfmith.
SRit 6 Tejtffijjen unb 6 Karten in Steinbrucf. SR 2,25.
3. (Schluß«) Lieferung: Tie englifche Dffenflve bis Bloemfontein, Kroonftab
unb fSroxtfegung über SRibbelburg. Schlußüberficht über ben Krieg. SRit 6 Sfijjen
unb einer ftberftchtSfarte. SR 3,20.
0. gran^oiS (SRajor a. T.), Sehren auS bem Sübafrifanifchen Kriege für baS
beutfehe fieer. SRit 8 Sfijjen. 1900. SR 1,40.
Sentwein (Generalmajor), (Elf 3afjre (Gouverneur in Teutfch*Sübweftafrifa. 3. Ruf läge.
SRit 176 Slbbilbungen unb 20 Sfijjen. 1908. SR 11,-, geb. SR 13,-.
Schwabe. Kurb (Hauptmann), SRit Schwert unb »flug in Teutfch«Sübweftafrifa.
Rier Kriegs« unb SBanberjahre. 2., vermehrte Ruflage. SRit jahlreichen Rb«
bilbungen, Zeichnungen, Karten unb Sfijjen. 1904. SR 11,—, geb. SR 13,—.
Beteiligung. Tie, ber beutfehen SRarine an ben Kämpfen in (Ehina. Sommer 1900.
Rach amtlichen Duellen. SRit Sfijjen unb 1 SJlan von Tientfm. 1901. SR 1,—.
Binber«Krieglftein, @. Baron, Tie Kämpfe beS beutfehen (EjpebitionSforpS in
Ghina unb ihre militärifchen Sehren. SRit Karten. 1902. SR 6,—, geb. SR 7,50.
(EhinaS Kriege feit 1840 unb feine heutigen Streitfräfte. SRit 4 Karten in Stein«
brurf unb 4 Sfijjen im Test. 1900. SR 2,—, geb. SR 2,50.
SSffler, Otto (SRajor), Tie (Ehina«(EEpebition von 1900 bis 1901. Unter be«
fonberer Berücffichtigung ber Tätigfeit beS Rrmee*DberfommanboS unb beS
beutfehen (E^pebitionSforpS. 1902. SR 1,20, geb. SR 2,45.
gorä Oon fBartenbnrg, ®raf (Dberft), TaS Borbringen ber ruffifchen SRacht in
Dftaften. 2. Ruflage. SRit 1 Karte. 1900. SR 2,—, geb. SR 3,—.
Rnbert ($auptmann), Ter ruffifch«japanifche Krieg. 1904/05. ©in furjer fritifcher
überblicf über feinen »erlauf. 1. »iS jur Schlaft bei Siao gan. 1909. SR 3,—.
------, 2. Ter RuSgang beS Krieges. (3n Vorbereitung.) @twa SR 2,—.
Bronfart 0« Schellenborff (Dberftleutnant), Sechs SRonate beim 3apanif<hen
Selbheer. SRit 146 Rbbilbungen unb 2 Karten. 1906. SR 8—, geb. SR 9,50.
Tontinit Hauptmann), Vom Rtlantif jum Tfchabfee. Kriegs« unb^orfchungSfahrten in
Kamerun. SRitjahlr.Rbbilbungen imTejtunb einerKarte. 1908. SR6,—,geb.SR7,50.
(Sinje If driften, Kriegsgef4ichtliehe. $erauSgegeben vom (Großen Generalftabe.
RuS bem ruffifch Hapanifchen Kriege 1904 bis 1905.
&eft 37/38: »ort Rrthur. SRit 12 Karten, zahlreichen Rnfichten unb 2 Uber«
fichtSffijjen. 1906. SR 5,—.
Bering bon S. SRittler & Sohn, Berlin SW«8, Äochfiraße 68—7L
VI. Söaffenlepre. 25
§eft 39/40: 2)alu. SRit 9 Rnlagen unb 6 Stijjen 1907. SR 4,75.
$eft 41/42: Sßafangou unb bie Borfftmpfe non Siaopan. SRit 5 Rnlagen
unb 11 Stijjen in Steinbrud. 1908. SR 5,—.
$eft 43/44: Xie Scftlacftt bei 2iao pan. SRit Rnficftten unb 10 Stijjen in
Steinbrud. SR 5,—.
ö. gran^oi# (Generalmajor), ^ottentottemRufftanb. Xie Vorgänge im Ramalanbe
oom Sanuar 1904 biö jum 3ön*utt 1905 unb bie Ruöficftten ber Rieberroerfung
beö Rufftanbeö. 1905. SR 1,60.
QHeljrl (Leutnant), Xaö Gefegt non sJufdjulin^jelin am 31. 3«li 1904. (^ei^eft 2
jum SRilitftrsSBodjenbfatt. 1908.) SR 1,—.
Mämpfe, Xie, ber beutfchen Xruppen in Sübroeftafrila. Stuf Grunb amtlichen SRaterialö
bearbeitet non ber Mriegögefcftidjtlidjen Rbteilung I beö Groften Generalftabeö.
1. Sanb: Xer ^elbjug gegen bie $ereroö. SRit 24 Rbbilbungen unb 18
©lijjen. 1906. SR 1,20, geb. SR 2,25.
2. Sanb: Xer $ottentottenfrieg. SRit 47 Rbbilbungen unb 33 Sfijjen. 1907.
SR 1,25, geb. SR 2,25.
Ärieg, Xer 9taffifdp9a|ianifdje. Seiftcfte ber SRarine^Stunbf^au. (Rebaltion:
Radjricfttenbureau beöReid^SRarinesRmtö.) 15$efte jumGefamtpreife non SR6,40.
ftun$ (SRajor a. X.), Xie friegerifdjen Greigniffe in ben beutfchen Kolonien im
3aftre 1904. SRit 1 Überftcfttöffijje. 1905. SR 1,—.
fiöffler (SRajor), Xer rufflfdHapanifcfte Mrieg in feinen taftifdjen unb ftrategifcften
ßeftren bargeftellt. 2 Xeile in 1 Sanb. (geb. SR 8,—.
I. Xeil: Som Seginn beö Mriegeö bis jum ®nbe beö 3afjre3 1904. SRit
Martenbeilagen unb Shjjen. 1905. SR 3,—, geb. SR 4,—.
II. Xeil: Som Seginn beö Söbteö 1905 biö jum ftriebenöfdjluft. Xer Mampf
um ^ßort Rrtftur unb jur See. Setracfttungen. SRit 1 Martenbeilage unb 3 Stijjen.
1905. SR 3,60, geb. SR 5,—.
0. ^elet^Rarbonne (Generalleutnant j. X.), £eftren für bie Maoallerie auö bem
SRanbfdjurifdjen gelbjuge. SRit 4 Stijjen. (1. Seifteft j. SRil. Söocftenbl. 1908.) 80 $f.
Btyatyf Xie, bei SRnfben. SRit 8 Martenbeil. u. 2Mriegöglicberungen. 1905. SR 3,—.
Smladjt, Xie, am Stfjafto. SRit 9 Martenbeil. u. 2 Mriegöglieberungen. 1906. SR 3,—.
Sqroeter (Oberftleutnant), $ort Rrtftur. SRit 2 Martenbeilagen. 1905.
SR 2,20, geb. 3)1 3,20.
Sfemenom, ®l. (Mapitän), Raftplata, Mriegötagebudj. Überfept oon Gerde
(Oberleutnant j. S.). SRit 2 Martenftijjen. 1908. SR 6,—, geb. SR 7,50.
------, Xie Sdjladjt bei Xfufcftima. Überfept o. (gerde (Oberleutnant j. S.). SRit
einer Rbbilbung im Xejt unb einer Sfijjc in Steinbrud. 1907. SR 1,50.
tt. Xettan, t$rljr. (Oberftleutnant), Rdjtjeftn SRonate mit Ruftlanbö feeren in ber
SRanbfd^uret SRit jaftlreidjen Rbbilbungen, Marten unb Stijjen.
I. Sanb: Siö jum Siüdjug nac$ SRufben. 1907. 3. Ruflage.
SR 8,50, geb. SR 10,-.
II. Sanb: Rac$ £iao pan 5iö jum 5riebenöfc$luft. 1908. 3. Ruflage.
SR 11,50, geb. SR 13,—.
VI.
$anNräd)er:
Berlin (SRajor), $anbbuc$ ber SBaffenlc^re. gür Offijierc aller SBaffen jum
Selbftunterricbt, befonberö jur Sorbereitung für bie Mriegöatabemie. 3roe^e/
neubearbeitete Ruf läge. (<panbbibliotftel beö Offijierö, III. Sanb.) 1908. SRit
283 Rbbilbungen im Xejt unb 15 ©teinbrudtafcln. SR 10,—, geb. SR 11,50.
Seitfaben für ben Unterricht in ber SBaffenleftre auf ben Möniglicften Mriegöfcftulen.
12. Rufi. SRit 151 Rbbüb. 1908. SR 7,50, fart. SR 8,25, fart. u. burd^fcft. SR 9,—.
©cfonbcreö:
b. Riten, ®. (Generalleutnant j. X.), Reue Manonen? 1903. SR 1,20.
gled (Hauptmann), SRaJdjinengeroeftre. SRit Rbbilbungen im Xcjt unb auf 15 Xafeln.
1909. (Stroa SR 3,75, geb. SR 5,—.
$artmann (Oberft), Reuere Selbftlabcpiftolen. 1907. 3)1 1,—.
Serlag bon (i. S. SRittler & Softn, Berlin SWes, Äodjftrafte 68—71.
26 %eqei$nte empfehlenswerter SBerfe.
$ehbenreid) (Oberstleutnant), Xie £e^re oom ©chufj unb bie ©chufjtafeln. Auf
btenftliche Seranlaffung bearbeitet 2. Auflage. 1908. SR 8,—, geb. SR 10,-—.
b. $offbaner, G. (©eneral ber Artillerie 3. X.), Alted unb Sleued aud ber beutfdjen
gelbartillerie. Arieg3gef$id)tlid)e unb taftifch-artiUeriftifche ©tubie. gür Offiziere
aller SBaffen. 1903. SR 5,—, geb. SR 6,50.
0. $offbaner, G. (©eneral ber Artillerie 3. X.), ©chroebenbe gelbartiHerie*gragen.
Xattifch«artilleriftifdje ©tubie für Offiziere aller Staffen. 1904. Al 2,50, geb. SR 4,—.
------, ©ntwidlung bedSRaffengebrauchd ber gelbartillerie unb bed Schiebend in gröberen
ArtiHerienerbünoen in^reufjen. gür Offiziere aHerSBaffen. 1900. 3R5,—,geb. SR6,50.
------, gur grage ber ©djneDfeuer*5elbgefc$üt}e unb ihrer taftifdjen Serwenbung.
gür Offiziere aüer Staffen. 1902. SR 1,75, geb. SR 2,75.
0. Kcndti (SRajor), Über SRaterial, Schiefjoerfahren, Xatttt unb Organisation unferer
gelbartillerie im Vergleich jur franjöfifaen. (Seifjeft 5 jum SRilitärsStacfcenblatt
1908.) 60 ?f.
ßetibljerfer (SRajor), Xad Starffeuer im gelb« unb ^ofttiondfriege, indbefonbere
beim Kampfe um getboerföangungen. SRit 1 Xafel. 1887. SR 2,25.
V. SRftHer (Generalleutnant 3. X.), Xie Gntwidlung ber gelbartillerie in begug auf
SRaterial, Organisation unb Xaftit oon 1815 bid 1892. SRit befonberer Serücfc
fichtigung ber preufjifchen unb beutfcfjen Artillerie unb mit Senufcung amtlichen
SRateriafd. 1893. Xad noUftänbige Sßerf in 3 ®Änben SR 29,—, geb. SR 34,—.
I. Sb.: Xie Gntwidlung ber gelbartillerie oon 1815 bid 1870.
SR 8,-, geb. SR 9,50.
II. Sb.: Xie ©ntwirflung ber gelbartillerie oon 1870 bid 1892.
SR 10,-, geb. SR 11,50.
III. Sb.: Xie SJirfung ber gelbgefchüfce oon 1815 bid 1892. SRit Anfang:
enthaltenb Anlagen, XabeUen unb ©n^senbl&tter. SR 13,—, geb. SR 15,—.
IRoh*e (Generalleutnant 3. X.), Xie franjöfifche gelbartillerie unb bad Reglement
oom 16. Aooember 1901. Organifation, ^Bewaffnung, ©(hieben, Ausübung,
Gefecht. 1902. SR 2,50, geb. SR 3,50.
®eigelt=SSehrle, Jpanbbucfj. (Siehe: ©. 15 gu&artiUerie.)
SBeruigl (SRajor), $anbbuch. (Siehe: ©. 15 gelbartillerie.)
------, Xafchenbuch für bie gelbartillerie. (©iehe: ©. 15 gelbartillerie.)
Kriegstechnische Zeitschrift. Für Offiziere aller Waffen. Zugleich Organ
für kriegstechnische Erfindungen Und Entdeckungen auf allen militärischen
Gebieten. Verantwortlich geleitet von E. Hartmann (Oberst z. D.).
Jährlich 10 Hefte zum Preise von M 10,—. Einzelne Hefte M. 1,50.
gtF* gür bie jur Kriegdatabemie lommanbierten Offiziere aller
Staffen bietet biefe geitfdjrift ein 3wedmüfjiged SRittel, um fid) auf bem groben
Gebiete ber Kriegdtechni! auf bem laufenben ju erhalten.
VII. Jfcfsßigimgsfelpx unlr Jfeßttnggftrteg.
|>anbBüd)cr:
Seitfaben für ben Unterricht in ber Sefeftigungdlehre, im Sertehrdwefen unb im
geftungdfriege auf ben königlichen Kriegdfchulen. 13. Auflage. SRit 119 Ab«
bilbungen. 1908. SR 5,75, fart SR 6,40, fart. unb bur^fchoffen SR 7,25.
©djroeter (Oberftleutnant), Xie geftung in ber h^tigen Kriegführung. 1. Ab*
teilung. Xad Sßefen bed geftungdbaued. — Xie Stanbedbefeftigung. SRit 14 Xejt*
fti33en unb 7 Xafcln in ©teinbrud. 2. Auflage. 1903. SR 3,25, geb. SR 4,75.
-----, Xadfelbe. 2. (©chlufj*) Abteilung. Xie Drtdbefeftigung. SRit 20 Xejtffiyen
unb 8 Xafeln in ©teinbrud. 2. Auflage. 1905. SR 4,—, geb. SR 5,50.
-----, Xie Sebeutung ber geftungen in ber grofjen Kriegführung auf Grunblage
ber SRoltfefchen Operationdentwürfe für bie Kriege mit Xünemart, ßfterreich unb
granfreich. SRit 5 Xejtffi33en unb 1 Karte in ©teinbrud. 1904. SR 4£0.
Serlag oon QL ©. SRittler & Soh*r Serlin SWss, Ämhftrage 68—TL
VII. Befeftigungälehre unb gefhmg«frieg. 27
Sdpoarte (Dberftleutnant), SeftungSfrieg. (Sine applifatorifche Stubie über ben
mobemen geftungätampf. 1. $eft: Xie Xätigfeit pon Angreifer unb Verteibiger
biä jum Gewinnen ber (SinfchließungSlinie. SRit 2 Kortenbeilogen unb 2 Xqrt*
ffijjen. 1905. SR 6 —, geb. SR 7,25.
2. $eft: XerKampf um ein oorjefchobencö Ginjelfort. 1905. 3R3,80,geb. 3R5,—.
3. unb 4. $eft: Xie AAiUene^Gntroicflung unb bie Xurchfüßrung beS *&&&
(Artillerie*) bjro. beä Stoß- (Snfanterie*) Kampfes. (gn Vorbereitung.)
Stattenhagen, BS. (Hauptmann), Grunbriß ber BefeftigungSleßre. 3., üoUftänbig
umgearbeitete Auflage. SRit 5 Xafeln in Steinbrucf. 1900. SRit einem Nachtrag:
Xie gelbbefeftigung. SRit 52 Sfijjen im 1907. SR 7,—, geb. SR 8,50.
-----------, Xie gelbbefeftigung. SRit 52 Sfijjen im Xegt. 1907. 90 ?f.
Sammlungen »ou Übungen unb ®eif|jielcn:
grobenfa# (Dberftleutnant 3. X.), KriegSgefchichtliche Beifpiele beS geftungöfriege«
auö bem Xeutfch*franjöftf(hen Kriege oon 1870/71. (3ebe3 $eft mit Kartenbeilagen.)
1. §eft: (Sinfchließung oon Belfort unb Straßburg. 1899. SR 3,50, geb. SR 4,75.
2. fceft: Ginfchließung oon SRefc. 1899. SR 3,50, geb. SR 4,75.
3. §eft: (Sinfchließung oon $tanä. 1900. SR 3,75, geb. SR 5,—.
4. $eft: Artillerieangriff. 1. Xer Singriff mit ben SRitteln ber gelbarmee
(Verbun, Xoul unb anbere fteftungen). 1901. SR 2,50, geb. SR 3,75.
5. $eft: SlrtiUerieangriff. 2. Xie Befdßießung oon Verbun unb Xoul mit
franjöfifchen ferneren Gefchüßen. 1901. SR 3,75, geb. SR 5,—.
6. §eft: II. SlrtiUerieangriff. Abteilung A. Befcßießung (Bombarbement).
3. Befchießung mit preußifcßen ferneren Gefcbüßen (Xiebenhofen unb SRontmöbp).
1902. SR 3geb. SR 4,25.
7. §eft: II. SlrtiUerieangriff. Slbteilung A. Befchießung (Bombarbement).
3. Befchießung mit preußifchen ferneren Gefchüßen (SRöjiereö unb Straßburg).
1903. SR 4,25, geb. SR 5,50.
8. £eft: n. SlrtiUerieangriff. Slbteilung B. Kampf mit ber geftungfc
Artillerie. (Befcßleunigter SlrtiUerieangriff.) Schlettftabt, Acu-Breifach, fiongrop.
1904. SR 4,25, geb. SR 5,50.
9. $eft: II. ArtiHerie*Angriff. Slbteilung B. Kampf mit ber geftung&ArtiHerie.
Varis. 1904. SR 4,—, geb. SR 5,25.
10. $eft: III. Xer belagerungsmäßige (förmliche) Singriff, Straßburg. 1906.
SR 4,50, geb. SR 5,75.
11. §eft: III. Xer belagerungsmäßige (förmliche) Singriff. 2. Belfort. 1906.
SR 4,50, geb. SR 5,75.
$ierthe$ (Dberleutnont), Aufgaben auS ber JJelbbefeftigung, mit Bearbeitung unb
Besprechung. Sur Vorbereitung für bie Prüfung in bie KriegSafabemie. SRit
1 ÜberfichtSfarte, 5 Sfijjen unb 2 KrofiS. 1897. SR 1,80.
$oppenftebt (SRajor), Xer Kampf um befeftigte Stellungen. 1905. (Siehe S.8.) SR 2,80.
Rrebö (Dberft), Kriegsgerichtliche Beifpiele ber gelbbefeftigung unb beS gefhingS»
friegeS. 3m Anfcbluß an ben auf ben Königlichen KriegSfchulcn cingcfühtten
ßeitfaben ber BefeftigungSleßre jufammengefteUt 3. umgearbeitete Auflage.
SRit 18 Sfijjen in Steinbrucf unb 5 Xejtffijjen. 1901. SR 5,—, geb. SR 6,50.
Krifaf, SL (Hauptmann)), gelbbefeftigung. Xrei taftifche Aufgaben für beren
Anwenbung, mit Bearbeitung unb Besprechung. SRit 6 Sfijjen. 1899. SR 2,25.
— —, Angriff auf befeftigte gelbfteUungen. 1901. SR 1,40.
Hohne, $. (Generalleutnant 3. X.), Xie SRitroirfung ber ArtiUerie beim Angriff
einer befeftigten gelbfteUung. SRit 1 Karte in Steinbrucf unb 6 B^oplffijjen.
(Beiheft 6/7 jum SRilüär^SBochenblatt 1901.) * SR 1,60.
S<han (SRajor), Brürfenjerftörungen imStücfjugSgefecht einft unb jeßt. gür Dffijiere
aller SBaffen fttegegefcbichtlich, taftifch unb technifch bearbeitet unb applifatorifch
an einer Kriegslage behanbclt. 2. Auflage. SRit Slbbilbungen. 1905. SR 2,25.
SBaatberg ($auptmann), Xie befeftigte gelbftettung im Xienfte ber Dperation. Applb
fatorifcher Vortrag. SRit 1 Sfijje. (Beiheft 8 jum SRilitär=SÖochenblatt 1906.) 40 $f.
«erlag t>oa 9. S. SRittler A @o|n, Berlin SW«, ««Mhafic 68-71.
28 Bergeichniö empfehlenöwerter SBerle.
^anbeS; unb ©rtsbefeftigung:
Befeftigung ber beutfd^ruffifchen (Grenge. Sem beutfchen Soße bargefteüt oon
einem beutfchen Dffigier. 4., umgearbeitete Auflage. 1901. HR 1,—.
tu Senat, g. 3R. (^aiorL Sie Befcftigung unb Berteibigung ber beutfdpfram
göfifchen (Strenge. 4. Auflage, umgearbeitet unb erweitert. 1894. SR 1 —.
SReper (Hauptmann), 3ur grage ber fianbeöbefeftigung. gür bie Dffigiere ber
fcauptwaffen bearbeitet. 1898. SR 2,—, geb. SR 3,25.
0. Sauer ((Generalleutnant), Über ben abgelürgten Singriff gegen fefte Bläfce unb
feine SCbwe^r. 4 Borträge, auf Beranlaffung ber Königl. baper. 4. 3nfantene;8rigabe
gehalten oor Dffigieren aller SBaffen oer geftung Sngolftabt. 1889. SR 1,60.
Sqroeter (Dberftleutnant), Sie geftung in ber heutigen Kriegführung. (Siehe:
fcanbbüdjer, S. 26.)
BBagner, fReinljolb (Dberftleutnant a. S.), Broei Senlfchriften über Befeftigungen.
Kriegöhäfen unb (Sifenbahnen für (£I)ina. SRit 2 graphifdjen Beilagen. (Beiheft 6
gum HRilitär=2Bod)enblatt 1898.) SR 130.
^eftungöfrieg:
Blenboeffer (Dberleutnant), HRitwirlung ber gufjartiüerie beim Singriff einer be*
fertigten gelbfteHung. (Beiheft 10 gum HRilitär*2Bochenblatt 1902.) 75 Bf*
Betrachtungen, Taftif^e, gum Kampf um geftungen oon 2. SR. SRit einer Sligge.
(Beiheft 4 gum HRilitärwochenblatt 1907) 1907. 75 Bf*
Blanc, (Srnft (§auptmann), Steuer SdjnelkSlngriff auf ein mobemeö gort. 1907. 75 Bf*
0. Blume ((General b. 3nf. g. S.), Sie Befdjiefjung oon $ari$ 1870/71 unb bie
Urfachen ihrer Bcrgögerung. 1899. SR 1,50, geb. SR 2,50.
0. Seinem (Dberleutnant), Sie Tätigleit ber BelagcrungöartiHerie oor B^riö im
Kriege 1870/71. SRit einem $lan oon $ari$ mit Umgebung. 2. Sluflage.
(4. £eft ber KriegSgefdjidjtlidjen (Singelf d)riften.) 1895. SR 3,—.
0. Sonat, g. SW. (SRajor), geftungen unb geftungölampf. 1890. SR 2,25.
geftung, Sie, in ben Kriegen Wapoleonö. (Stubien gur Kriegsgerichte unb Taltil.
Bb. IV.) (Siehe S. 23.)
geftnugööiered, Sad bulgarifdje. (Sin Hlüdblid auf ben ruffifc^türtifchen Krieg
1877/78. 1887. 75 Bf*
Srobeniuö (Dberftleutnant g.S.), KriegögefdjichtlicheBeifpiele ufw. (Siehe S .26/27.)
oe$e (Hauptmann), Sie Tätigteit ber beutfchen 3ngenieure unb technifchen Truppen
im beutfch-ftangöfifchen Kriege 1870/71. 1. Seil. 1872. SR 7,—.
-----, Saöfelbe. 2. Teil: Bemierung unb Belagerung oonBaris ufw. 1873. SR. 10,—.
Manila (Dberleutnant), Sie Artillerie im geftungölriege. (Beiheft 3 gum HRilitär*
SBochenblatt 1908.) 80 Bf*
Staube (Dberft), (Grunbfäfce für bie Settung bed geftungölriegöfpieleö mit Beifpielen
nach ber Kriegögejdjichte. SRit 14 Anlagen unb 10 Sliggen. 1899. SR 4,—.
JtaropatfinJlra'hmer, Sie Blodabe Blewnaö. Wach Wuffä^en oonKuropatfin (bamalö
(Shef beö Stabeö bei (General Slobelew, jefct (General im Kaiferl. ruff. (Generalftabe)
bearb. oon Krahmer ((Generalmajor.) SRit Binnen. 1889. SR 8,—, geb. SR 9,50.
0. SWfiüer ((Generalleutnant g. S.), (Gefdjichte beö geftungölriegeö feit allgemeiner (Sin=
führung ber geuerwaffen biö 1892. 2.,umgearb. Aufl. 1893. SR 9,—, geb. SR 10,50.
------, (Gefchichte beö geftungölriegeö oon 1885—1905 einfchliefjlid) ber Belagerung
oon Bari Arthur. SRit einem Bian unb 29 Sliggen im Test. 1907. SR 6,—.
------, Sie Tätigleit ber beutfchen geftungöartiüerie ufw. (Siehe S. 22.)
Bort Arthur, Kriegögefchichtliche (Singelf driften, £eft 37/38. (Siehe S. 25.)
Sdjarr (SRajor), Ser geftungölrieg unb bie Bioniertruppe. (Sine Iriegögefdjichtlich»
taltifch 5 technifche Stubie. gür Dffigiere aller SBaffen nach ben neueften Sienfte
oorfchriftcn bearbeitet. 2., erweiterte Sluflage. SRit 15 Bilbem im Test unb
2 Karten in Steinbrud. 1905. SR 2,50.
Sdjroeter (Dberftleutnant), SRobeme geftungen unb ihre Berteibigung. Bortraa
gehalten in ber SRilitärifchen (Gefeüfchaft gu Berlin am 6. Wovcmber 1893. SRt'
11 Sliggen in Steinbrud. (Beiheft 2 gum SRilitär-SBochenblatt 1896.) 90 Bf.
------, BoriWrthur. SRit 2 Kartenbeilagen. 1905. (Siehe S.25.) SR 2,20, geb.HR 3,—’
oon (E ®. SWittler & ®o$n, Berlin SW®, Äothfirage 68—71.
VIII. gelbfunbe. — IX. Cerfehröroefen. 29
@Xi2^8^2Xi24i2<2<2^i2x2<(8Xi2<2<2Xi2X2K242^2<<2<2X2Xj2X2<2<2Xi2<2X2^2^2^2Xi2Xi2X2<<3^ä(2'Ä<2B^X242424Ä
©djioarte (Oberftleutnant), geftungäfrieg. ©ine angeroanbte ©tubie übet ben
mobemen geftungSfampf. (©iehe ©. 26.)
b. ©tucfrab (öauptmann), Xie gernierungen non SRefc, $ariö unb $lenma. ©ine
frieg$gefdjic|tlidje parallele. (Ceiheft 5/6 jum SRilitär^SBochenblatt 1886.) SR 1,40.
v. Todleben, Ed., Die Verteidigung von Sebastopol. Nach authentischen Quellen
dargestellt. 2 Teile in 4 Bänden mit Suppl. (der Minenkrieg vor Sebastopol
im Jahre 1854/55), nebst Atlas in Imp.-Fol. 1864 bis 1870. gr. 4. M 210,—.
------, Dasselbe. Billige Ausgabe, gr. 4. M 60,—.
---------------------------------------------------------------------------------,Der Minenkriegvor Sebastopol i. Jahre1854/55. Mit Plänen. 1869. M17,—.
28iebe (©eneral ber Artillerie 3. 3).), Xie Artillerietruppe beö geftungöfriegeö.
©tubie eineö alten ArtiHeriften. 1888. SR 4,—.
------, ©ebanfen über ben Artilleriefampf im geftungöfriege. 1889. SR 1,80.
------, Cetrachtungen über baS ©infchiefjen non Celagerungö* unb geftungö*
geföüfcen. 1887. 60 Sßf.
------, Xad raudjfc$roac$e ^ulner unb feine Cebeutung für ben geftungsfrieg. Sine
©tubie. 1890. SR 1,—.
Kriegstechnische Zeitschrift, (©iehe: VI. SBaffenlehre, ©. 26.)
VI11. JfeltihutttJB, SufhEbmen nnb ^lanfeidinen.
griffet (Oberleutnant), gelbfunbe bargefteUt in Aufgaben unb beren Söfungen auf
ber ©eneralftaböfarte. SRit 1 Äartenbeilage 1:100000 (Gl)äteau:©alind) unb
8 ©figgen im Xe#. 1905. SR 2,—.
ü. $agen (Oberft), Xad ©elänbe im Xienft ber Xruppenführung, bargefteUt in
©rfunbungdaufgaben unb beren Söfungen. 3. Auflage. 1903. SR 1,50.
Än^en (©eneralleutnant), Anleitung gur Anfertigung non Krofid, ©figgen unb ©r*
funbungdberichten. Rach ben Ceftimmungen ber gelbbicnfts Drbnung, bed
©rergier 5 Reglements für bie Infanterie unb ben Angaben bed Seitfabend ber
gelbfunbe gufammengeftellt. 4. berichtigte unb oermehrte Auflage. HRit 8 Beilagen
in ©teinbrud. 1908. SR 1,—.
Seitfaben für ben Unterricht in ber gelbfunbe, im ^ßlangeichnen unb Aufnehmen
auf ben königlichen kriegdfchulen. 12. Auflage. HRit Abbildungen. 1906.
SR 3,—, fart. SR 3.60, fart. unb burchf hoffen SR 4,20.
SRityrh (Hauptmann), Quellenangabe für friegdgefchichtliche Ccifpicle aud ber
Xerrainlehre. Auf ©runb bed Seitfabend für ben Unterricht in ber Xerrainlehre
auf ben königlichen Kriegsfällen gufammengeftellt. 1893. 75 $f.
©tabenhagen, ®. ($auptmann), ©runbrig ber gelbfunbe (militärifche ©elänbelehre,
militärifched Aufnehmeh unb Zeichnen). 2., burch 1 Nachtrag unb 2 Xafeln in
©teinbruef vermehrte Auflage. SRit Abhebungen. 1900. SR 4,60, geb. SR 5,60.
IX. ©ErfetyrsWcten, t&ElEgraphiE, InffJrfnflfaljrt,
KabfafttEU unb BrieftanbEn, ümegötEdptib.
Caner (Hauptmann), guhrfolonne, SRotorfahrgeuge unb gelbbahn. 1900. 50 Cf-
Clochmann, Dr. Rnbolf, Xie ©ntwicflung ber afpmptotifchen Xelegraphie, ber
fogenannten eleftrifchen „Xelegraphie ohne Xraht" in allgemein oerftänblicher
XarfteUung fachlich unb ^iftorifd) erläutert. HRit 17 ©figgen. 1898. 60 Cf.
Coethfe (Hauptmann), Xie Cerfehrötruppen in ©übroeftafrita. HRit 5 ©figgen.
(2. Ceiheft gum SRilitär-SBochenblatt 1906.) 40 Cf-
Burckart (Major), Die Radfahrtruppe 'der Zukunft. 1899. M 1,40.
b. Ghanbin (Generalmajor), Organifation ber eleftrifchen Xelegraphie in Xeutfch*
lanb für bie $roecfe beö Krieges. HRit einer Überfichtöfarte bed in granfreid)
1870/71 angeführten ßriegötelegrapbemRe$eö. 1884. 3R 2,50.
X$iobecf, O., Dr. (^rofeffor), Xie ©runblagen ber HRedhanif. HRit gasreichen Ab»
bilbungen im Xe#. 1907. SR 6,—, geb. SR 7,—.
Gngelö (fcauptmann), Xad militärifche Cerfehröwefen ber ©egenwart. SRit
2 Überfichtöffiggen. 1902. 80 $f.
Cerlag non G. ©• Mittler & ©ohn, Ccrlin SWes, Rocbfirage 68—71.
30 Beqeichnte empfehlenswerter gßerfe.
(Enttoicflnng, Xie, be$ SRilitäreifenbahnwefenö vor SRoltfe. (Beiheft 5 3um
SRilitdrsSBochenblatt 1902.) 80 $f.
V. £avergne-$egnilhcn (Oberleutnant), Xie Berwenbbarfeit ber SuftbaHonö in ber
Kriegführung. 1886. SR 1,—.
fianrig, £). (Oberftleutnant a. X.), Betrachtungen über bie Sutanft bed mechanifchen
Äugest für ben Xranöport auf Sanbftrafcen, hauptfWi$ über feine Berroenbbar*
feit im Kriege. SlngefteHt auf Grunb ber in einfd?lftgiger Literatur niebergelegten
Erfahrungen. 2. Sluflage. SRit 20 Slbbilbungen im Xejt. 1905. SR 1,75.
------, Xer mechanifche 3U9 mittels Xampfflrafeenlotomotiven. Seine Berwenbbar*
feit im Kriege unb im gricben. SRit 29 Slbbilbungen unb 6 Xafeln. 1906.
SR 2,—, geb. SR 3,25.
IRiranboli, (San. $ietro (Oberftleutnant), Xie Slutomobile für fernere Saften
unb ihre Bebeutung für militärifehe Berwenbung. Überfefct au£ bem $talienifchen
von Otfrieb Sapri3 (Oberftleutnant a.X.). SRit21 Slbbilbungen. 1901. SR 1,25.
IRoebebecf, $erut. (Oberleutnant), Xie Suftfchiffahrt in ihrer neueften Gntwicflung.
SRit 16 Slbbilbungen unb 4 Plänen. 1887. SR 1,—.
Benmann (Hauptmann), Xie SRilitär»Suftfchiffahrt ber Gegenwart SRit 3 Bilbem
auf einer Xafel. 60 ?f.
-----, Xie Berwenbbarfeit von Ballon unb SRotorluftfchiff in ber SRarine. SRit
1 Xafel unb 5 Slbbilbungen im Xejt. 1908. SR 1,—.
Of^wann (SRajor), Saftfraftfahqcuge. SRit 9 Bilbem im Xejt. 1908. SR 1,40.
V. $ntttamer, fjrhr. (Oberleutnant), Xaö Bobfahren. Xie militärifehe Brauchbar*
leit beö Babe« unb feine Berwenbung in ben SRilitärftaaten. 1894. SR 1,25.
Qdjmtebecfe (Oberftleutnant), Xie Berfehrämittel im Kriege. SRit 3 Karten unb
66 Slbbilbungen. (öanbbibliothe! beö Offöierä X. Banb.) SR 5,50, geb. SR 6,50.
Stabeimann, (Sari (Seutnant), Xie neuen Berfehromittel im Kriege unb ihre
praftifche Berwenbung im Kriegsfälle. 1892. 1. $eft: XaS ßmeirab. 2. $eft:
Xie Suftfchiffahrt. 3. $eft: Xie Brieftaube. 3e SR 1,25.
Kriegsteehnlsehe Zeitschrift (©iehe: VI. Staffenlehre, S. 26.)
X. SBtitrefen, Küfown ufar.
gplecf, (E. (Oberleutnant), Xie Gefechtöftärfen ber wichtigften Kriegsmarinen. ©ine
tabellarische Überficht mit erläuternbem Xejt. 1908. 60 Bf.
V. 3anfon (Generalleutnant 3. X.), Xaö ftrategifche unb taftifche Sufammenrotnen
von fceer unb ftlotte. 1901. SR 2,60.
SRarine*Xafrfjenburf). SRit Genehmigung beä Beichö’3Rarine*3lmtö auf Grunb
amtlichen SRaterial^ bearbeitet unb herauggegeben. 7. 3a&r9- 1909- (SlUjÄh*
lieb im $erbft neue Sluggabe.) SR 3,25, geb. SR 4,—.
SRontanaro (Oberft), Sßinfe für Gjpebitionen im afrifanifchen Bufch. SRit Ge-
nehmigung beS Berfafferö aud bem Gnglifchen überfe^t von Glauning ($aupt*
mann). 1905. SR 1,—.
Banticng. 3abrbu<b für Xeutfchlanbä ©eeintereffen, unter teilweifer Senuftung
amtlichen SRaterialä herauä9e9eben. 10. 3ahr9ang. 1908. SRit Xafeln, ©ft^en
unb Martenbeilage. SR 4,50, geb. SR 5,50.
Benmann (§auptmann), Xie Berwenbbarteit von Station unb SRotorluftfchiff in ber
SRarinc. SRit 1 Xafel unb 5 Slbbilbungen im Xe£t. 1908. SR 1,—.
yiübbcmann (Kontreabmiral 3. 2).), SRobemed ©eefrieggwefen. SRit »ahlrei^en
Slbbilbungen. 1901. SR 5,60, geb. SR 7,—.
Bittmeper, Bubolph (Kontrc*3lbmiral 3. 2).), Seekriege unb ©eefriegöwefen in
ihrer weltgefcpichtlichen Gntwicflung. SRit befonberer Berücffichtigung ber großen
Seefricge bed XVII. unb XVIII. Sahrhunberte.
I. Bb.: Stan ben Anfängen biö 1740. SRit 3ahlreichen ^tarträtö, Slb*
bilbungen unb ©fi^en. 1907. SR 12,50, geb. SR 14,—.
Sdjwabe, fiurb Hauptmann), Xienft unb Kriegführung in ben Kolonien unb auf
überfeeifchen G^pebitioncn. SRit Slbbilbungen. 1903. SR 4,—, geb. SR 4,75.
Berlag bon ©. SRittler & 6oh«f Berlin SW«8, Mothftraje 68—71.
XI. SRilitärgerichtgwefen. — XIII. Sprach wiffenfchaft. 31
XI. Mtlttärgeririifemren.
0. Bojan (Dberleutnant), Ehrengerichte, Sifjiplinarbeftrafung unb Befchwerben.
Beispiele jum Unterri^t 1907. 80 $f.
ftompenbinnt über SRilitürrecht. fcerauggegeben oom königlich preujjifchen Äriegg«
minifterium. SRit Sedblatt 3tr. 1—16, 9L St. D. oom 2.SRftrj 1893 (betr. gübrung
oon Strafbüchem) unb ben Slbfchnitten Ia, Ib, Ie, Ila, IH, Via unb VIb. 1900.
SR 2,60, faxt. SR 2,85, in Eanjleinwanbbanb SR 3,10.
Vtatyer, $b« Otto (Stabgaubiteur), Ser Offizier alg Organ beg SRilitärftrafner*
fabreng. (Beiheft 8 jum SRi(itär£Boc$enblatt 1899.) 60 $f.
0. SReerfdjeibt’$fifleffeni, &rbr. ((General b. 3nf. j. S.), Sie $anbb<xbung ber
Sifjiplmar«Strafgemalt. 1905. SR 1,25.
Stritte? (©auptmann), Sie Sifjiplinarftraforbnung für bag Seer oom 31.10.1872
unter Berücffichtigung ber hierbei ergangenen SlHerböelften Äabinettgorbreg, triegg«
minifterieHen Erlaffe unb Entweihungen beg Sleichg’SRilitärgerichtg. 1905. SR 1,50.
fBeiffenbad), $rof. Dr. 3nL (Senatgpräfibent), Einführung in bie SRilitürfttaf»
gerichtgorbnung. Sanbbudj für Dffijiere, SRilitärjuftij beamte, Berteibiger ufw.
SRit einer an bag Sgftem beg $anbbu$g fich anfchliejjenben Slnlage, enthaltenb
ßinweife auf bie Slecbtfpredjung beg Sleichgmilitärgerichtg unb auf neuere
bemerfengwerte Entweihungen beg Sleichggerichtg. 3., erweiterte Auflage. 1904.
SR 3,—, geb. SR 3,60.
------, SRilitärrecbtlicbe Erörterungen:
1. $eft. Snbalt: L Sie Stellung beg Eerichtgberm im SRilitftrftrafoerfa^ren.
II. Sie Stellung ber richterlichen Äilitärjuftijbeamten. III. Sie orbentlichen
Sfcdjtgmittel ber SRilitftrftrafgerichtgorbnung unb ihre Eeltenhmachung. IV. SRilU
tärifche Berbrechen unb Vergeben. 1902. SR 1,50, geb. SR 2,25.
-----unb Jriebr. SBolf ((Geb- Ärieggrat), ganbbueb für bie Slugübung ber nieberen
Eericbtgbarfeit in griebengjeiten. 1900. SR 4,—, geb. SR 5,—.
XII. HHgemeine Wiflenjrliaften.
anatfjcmaiif:
hülfen, Dr. B. ($rof.), unb (Eoler (Sauptmann), Riehere SRatbemattf mit Sin«
wenbungen unb Bcifpielen. Qum (Gebrauch auf ben königlichen kriegöfchulen
bearbeitet. Sluf Beranlaffung her (GenerabSnfpettion beg SRilitteErjiebungg; unb
Bilbunggwefeng bearbeitet. SRit 192 Slbbilbungen. 1893. _ SR 3,—, geb. SR 3,50.
rw»:'
Siebert, Dr., (Grunbrijj ber Bbhfil. ®i« $ilfgbucb für ben Unterriebt an böb^n
Sebranftalten, ingbefonbere für ben Gebrauch am königlichen Jtabettentorpg. SRit
207 Slbbilbungen. 1898. SR 3,—, geb. SR 3,50.
XIII. SpraditartflenrrfiafL
Strafft (Hauptmann), Über grembfpracbftubien beg beutfeben Dffijierg. EineSlnleitung
für bie Vorbereitung ju ben Solmetfcherprüfungen. 1907. 60 Slf
SReier (Dberleutnant), Slufgaben jur Solmetfcherprüfung wäbrenb ber Sabre 1893 big
1905 mit Söfungen in franjöftfcher, englifcher, ruffifeher unb polnifcher Sprache. SRit
(Genehmigung ber Mgl. ftrieggatabemte oeröffentlicht unb bearbeitet. 1905.
3R 4,—, geb. SR 5,—.
Steufdbler (Dberleutnant), Englifcheg SRilitärwörterbuch- 2 Seile: Englifch-Seutfch —
Seutjch^Englifch. 1906. je SR 3,50.
^üttmann ($rof. Dr.) unb SReier (Dberleutnant), Ser Dffijier alg engltfcber
Solmetfcher. 1904. SR 4,—, geb. SR 4,60.
Verlag »an tt. S. SRittler & Sobn, Berlin SWas, ftodjffra&e 68—71.