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ISBN: 88-78130-364-7
Текст
GRABSCHÄTZE VOM KAUKASUS
Neue Ausgrabungen sowjetischer Archäologen
in der Adygee und im nördlichen Ossetien
http://vk.com/barzafcag
https://t.me/barzafcagl
GRABSCHATZE VOM KAUKASUS
Neue Ausgrabungen sowjetischer Archäologen
in der Adygee und im nördlichen Ossetien
Ausstellung
Historisches Museum der Pfalz, Speyer
vomlO.7- 15.10.91
GRABSCHATZE VOM KAUKASUS
Neue Ausgrabungen sowjetischer Archäologen
in der Adygee und im nördlichen Ossetien
LEONARDO - DE LUCA
EDITORI
GRABSCHÄTZE VOM KAUKASUS
Neue Ausgrabungen sowjetischer Archäologen
in der Adygee und im nördlichen Ossetien
Speyer Historisches Museum der Pfalz,
vom 10.7. -15.10.1991
Die Ausstellung wurde schon in folgenden
Museen gezeigt
Locarno (Ch), Museo Civico e Archeologico,
Castello Visconteo
(1.9.-15.11.1990)
Roma (I), Museo nazionale d'arte orientale,
Museo nazionale della arti e tradizioni popolari
(18.12.1990-18.2.1991)
Torino (I), Museo di Antichitä
(27.3.-26.5.1991)
Die Ausstellung wurde veranstaltet in Zusam-
menarbeit zwischen dem Staatlichen Museum
für die Kunst der Ostvölker, Moskau, und
dem Historischen Museum der Pfalz in
Speyer.
Staatliches Museum für die Kunst der Ostvölker,
Moskau
Direktor
Vladimir Nabatchikov
Leiter der Abteilungfür Archäologie
und antike Kunst
Alexander Leskov
Historisches Museum der Pfalz, Speyer
Direktor
Otto Roller
Referent für Ver und Frühgeschichte
Lothar Sperber
Redaktion des Katalogs
Einführungstext
Alexander Leskov
Wissenschaftliche Redaktion
Alexander Leskov, Ludmilla Noskova
Autoren der einzelnen Katalogteile
Bronzezeit: Kirill Dneprovskij
Früheisenzeit: Alexander Leskov, Tamerlan
Gabuev, Irina Ksenofontova, Helena Masle-
nicyna, Vladimir Erlich
Völkerwanderungszeit: Tamerlan Gabuev
Mittelalter: Ludmilla Noskova
Deutsche Katalogredaktion
Lothar Sperber, Karin Birk
Fotos
Luciano Pedicini, Napoli
Restauratoren
Arkadi Belkin, Valentina Darkevic, Vladimir
Filatov, Stanislava Iuchnevskaja, Ekaterina
Konjaeva, Olga Mjagkova, Alevtina Petrova,
Irina Ravic, Nina Vinogradskaja, Nina Zajceva
Den Bildteil verdanken wir
3M Gruppo 3M Italia
Verlagsleitung
Anna Gramiccia
Technische Leitung
Giovanni Portieri
unter Mitwirkung von Mario Ara
Pressedienst
Monica Bracardi
Donatella Oggioni
© 1991 Leonardo ~De Luca Editori
Via S. Anna 16 - 00186 Roma
Stampato in Italia - Printed in Italy
ISBN 88-78130-364-7
Inhaltsangabe
7 Vorwort
Otto Roller
9 Einleitung
Alexander M. Leskov
39 KATALÖG
Texte
43 BRONZEZEIT 3.-2. Jt.v.Chr.
46 EISENZEIT 8.Jh.v.Chr.-3 Jh.n.Chr.
61 EPOCHE DER GROßEN VÖLKERWANDERUNG 4.-5.Jh.n.Chr.
63 MITTELALTER6.15.Jh.n.Chr.
Tafeln
67 BRONZEZEIT 3 .-2. Jt.v.Chr.
83 EISENZEIT 8Jh.v.Chr.-3.Jh.n.Chr.
171 EPOCHE DER GROßEN VÖLKERWANDERUNG 4.-5Jh.n.Chr.
179 MITTELALTER6.-15Jh.n.Chr.
199 Bibliographische Notiz der Redaktion
Vorwort
Zu den wichtigen Fortschritten, die Modernisierung und Erweiterung des
Historischen Museums der Pfalz gebracht haben, gehört in Zukunft die Mö-
glichkeit, Wechselausstellungen zu zeigen. Unsere Intention war dabei
zunächst, gezielte Vräsentationen aus den eigenen Beständen, die natur-
gemäß nie vollständig gezeigt werden können, zu bestimmten Themen zu
bringen, aber auch Ereignisse aus der Geschichte der Pfalz zu würdigen und
sie in ihrem historischen Umfeld zu dokumentieren. Daneben schien es ge-
rechtfertigt, Ausstellungen Dritter zu übernehmen, die zum Beispiel Ein-
blicke infremde Kulturen übermitteln.
Zwar stehen uns die für Wechselausstellungen vorgesehenen Räume wegen
eines anderen großen Ausstellungsprojektes zur Zeit nicht zur Verfügung,
doch haben die bislang durchgeführten Ausstellungen ein so hervorragendes
Echo gehabt, daß wir uns entschlossen, bis zur Wiedereröffnung unserer ei-
genen Dauerausstellung weitere Ausstellungen von auswärts hereinzuneh-
men.
Wir sind dem Museum für die Kunst der Ostvölker in Moskau sehr dank-
bar, daß man uns die Schätze aus Grabfeldern und Kurganen des
Nordkaukasus anvertraut. Diese Ausstellung ist zugleich ein bemerkens-
werter Beitrag zum deutsch-sowjetischen Kulturaustausch, in dessen Rah-
men in den letzten Monaten schon andere bedeutende Ausstellungsvorha-
ben in Deutschland verwirklicht wurde.
Unser Dank gilt dem Direktor des Museum, Herrn Vladimir Nahatchikov,
und ganz besonders dem Leiter der Abteilung für Archäologie und a?itike
Kunst, Herrn Alexander Leskov, er zeichnet verantworblich für die Kon-
zeption der Ausstellung, verfaßte einen beträchtlichen Teil des Katalogs
und übersetzte ihn.
Im Historischen Museum in Speyer war federführend für die Austeliung,
Herr Lothar Sperber, der auch die Durchsicht das deutschen Katalogmanu-
skripts besorgte, unterstützt von Frau Karin Birk.
Dank auch an den Verlag De Luca, der schon die italienische Ausgabe des
Katalogs besorgt hatte und nunmehr auch die deutsche Ausgabe, die in kur-
zer Zeit geschaffen wurde, verlegt.
Speyer, im]uli 1991
Otto Roller
Lt. Museumsdirektor
7
Einleitung
Das nördliche Kaukasien ist wohl eines der schönsten Länder in der
südlichen Sowjetunion. Jede seiner Landschaften, vom Dagestan und von
der Küste der Kaspisee im Osten bis zur Steppe der vom Schwarzen und
Asow'schen Meer umfluteten Halbinsel Taman im Westen, ist von eige-
nem Reiz. Der landschaftliche Wechsel reicht von den unzugänglichen,
von ewigem Schnee bedeckten Berggipfeln im Süden bis zur unendlichen
Monotonie der Steppe im Norden. Vorzüglich ist es aber das Vorgebirgs-
land, das mit seinen vielen Flüssen und Wäldern, mit milden Klima, mit
fruchtbaren Böden und vorzüglichem Weideland den Menschen seit der
Urzeit zur Ansiedlung verlockte.
Die ältesten Zeugnisse des Menschen sind altsteinzeitliche Funde
aus den Berghöhlen von Ossetien, aus Dagestan und aus den Kuban'-
Steppen. Alle späteren Perioden menschlicher Siedlung im nördlichen
Kaukasien sind durch prachtvolle, weltberühmte Denkmäler vertreten.
Die meisten der großen archäologischen Schätze, die bisher auf nordkau-
kasischem Boden entdeckt wurden, stammen aus Nord-Ossetien und der
Adygee. Ich glaube aber nicht, daß diese Regionen besonders reich wa-
ren; sie sind nur besser erforscht. Bereits Ende des XVIII. Jahrhunderts
haben die Akademiemitglieder I.A. Gildenstedt, P.S. Pallas, G.K. Keller,
P.I. Keppen, G.J. Klaproth die nördliche Krim und das nördüche Kauka-
sien mit "geschichtswissenschaftlichen und archäologischen Zielen" besu-
cht. Ab der Mitte des XIX. Jahrhunderts sind immer öfter Berichte über
archäologische Ausgrabungen im nordwestlichen und mittleren Kauka-
sus-Gebiet zu registrieren. Zum markantesten Datum in der Erforschung
der Altertümer von Nord-Ossetien wurde aber das Jahr 1869, als Habosch
Hanukow aus dem Dorf Werchnij Koban menschliche Knochen und
bronzene Gegenstände fand, die das Frühjahrhochwasser des Flusses Gi-
serdon freigespült hatte. Sie gelangten in das Museum von Tiflis - damals
das größte im Kaukasus-Gebiet - und riefen dort großes Interesse hervor.
Im nachfolgenden Jahrzehnt schlugen die Funde aus der Grabstätte von
Koban eine markante Seite in der Archäologie Europas auf.
Die bewundernswerte Vielfalt und Vollkommenheit der Formen
von Dolchen und Beilen, von Gürteln und Gefäßen, und die meisterli-
chen eingravierten oder plastisch gestalteten Bilder von Pferden, Schlan-
gen, Hirschen und anderen Tieren, mit denen diese Gegenstände verziert
waren, lockten bekannte russische (G.D. Filimonov, A.S. und P.S. Uva-
rov) und ausländische Forscher in die Berge Nord-Ossetiens. R. Virchow
und E. Chantre haben mit Hilfe des bereits genannten Habosch Hanu-
kov, ferner von Begiazar Dzelichov und des Kabardiners Ismail Urusbiev
Altertümer von Koban erworben, auf die die Museen von Paris (Musee
Saint-Germain), Lyon, Wien, Berlin, Budapest mit recht stolz sein
können. Nicht zufällig ist die Koban-Kultur der späten Bronzezeit und
der beginnenden Eisenzeit die bis jetzt am besten erforschte Kulturepo-
che des mittleren Kaukasus-Gebietes.
Es liegt auf der Hand, daß ein so hochstehendes Metallhandwerk nicht
aus dem Nichts kommen konnte. So tauchen denn auch bereits in Stu-
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dien der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts einzelne bronzene Gegen-
stände bereits aus der frühen und mittleren Bronzezeit auf. Aber erst im
Jahre 1935 hat A.A. Jessen, der große archäologische Spezialist für das
Kaukasus-Gebiet, in einer bedeutenden Forschungsarbeit alle Funde und
Arbeiten zur frühen Metallurgie im Kaukasus-Gebiet zusammenfassend
ausgewertet: eine Untersuchung, in der die vorkobanzeitlichen Materia-
lien aus Nord-Ossetien eine wichtige Rolle spielen. Er wies überzeugend
nach, daß Metallerzeugung und Metallverarbeitung sich hier bereits im
III. Jahrtausend v. Chr. erfolgreich entwickelt haben, und stellte eine
Reihe von Kupfererzvorkommen auf dem Territorium von Nord-Ossetien
heraus. Die späteren Forschungen, hauptsächlich aus den Nachkriegs-
jahren, bestätigten die Schlußfolgerungen von A.A. Jessen, und in den Stu-
dien von E. I. Krupnov, R.M. Muntschaev, V.I. Markovin und anderen
Autoren wurden kulturelle Entwicklungslinien der Epoche des Äneolithi-
kums und der Bronzezeit herausgearbeitet, die für den größten Teil des
nördlichen Kaukasus-Gebietes gültig sind, auch für die Regionen der A-
dygee und von Nord-Ossetien, die uns hier speziell interessieren. In bei-
den Regionen sind Denkmäler der Maikop-Kultur bekannt, auf die Den-
kmäler der Nordkaukasischen Kultur folgen. In diesem Zusammenhang
muß erwähnt werden, daß 1869 (im Jahr der Ausgrabung der Grabstätte
von Koban) Oberst Nikolaij Kamenev in der Adygee, in der Nähe der
Kosakensiedlung Novosvobodnaja (damals Zarskaja) und zwar in einer
Ortschaft mit dem vielversprechenden Namen Klady (Schätze) einen
Grabhügel ausgegraben hat, der einen Dolmen aus dem Ende des III.
oder Anfang des II. Jahrtausends v. Chr. mit elf im Rund gestellten Wand-
steinen und einem konischen Deckstein barg. Seit dieser Zeit werden die
archäologischen Forschungen in Adygee und in Nord-Ossetien immer
aktiver.
Es ist hier nicht der Platz, auch nur die Hauptdenkmäler, die in den
letzten 100 Jahren in Nord-Ossetien und Adygee gefunden worden sind,
hinreichend darzustellen. Nur wenige können erwähnt werden, an erster
Stelle das herausragendste und auch namengebende Denkmal der Mai-
kop-Kultur: den großen Kurgan (= Grabhügel) bei Maikop, der Haupt-
stadt der Autonomen Adygeischen Region, der im Jahre 1896 durch N.I.
Veselovskij, dem erfolgreichsten russischen Forscher der Vorrevolutions-
periode, untersucht wurde. Dieser grandiose Kurgan von elf Meter
Höhe enthielt das reichste Grab aus dem III. Jahrtausend v. Chr., das in
Europa außerhalb Griechenlands entdeckt wurde, mit einer Fülle von
Goldschmuck, Silbergefäßen, Gegenständen aus Bronze, Stein und Ton.
Gleichzeitig kamen in Nord-Ossetien einige der reichsten Gräber der
Nordkaukasischen Kultur mit formschönen, ausgezeichnet gearbeiteten
Steinbeilen, reich dekorierten Tongefäßen, insbesondere Räuchergefäßen
und verschiedenartigen Schmuckstücken aus Bronze, die in Wachsaus-
schmelzverfahren gefertigt sind, zutage. Durch eine Fülle von Metallge-
genständen zeichnen sich auch die nord-ossetischen Funde aus der Mitte
des II. Jahrtausends v. Chr. aus, die E.I. Krupnov unter der Bezeichnung
"Ratscha-Digorsk" in die Wissenschaft eingeführt hat und die er für
Vorläufer der berühmten Koban-Kultur hielt. Während also im Vorge-
birge und insbesondere im Bergland von Ossetien kein Kulturbruch zu
vermerken ist, ist das Bild auf dem Territorium der Adygee viel kompli-
zierter. Das liegt daran, daß die jüngsten Funde der Nordkaukasischen
Kultur nicht über die Mitte des II. Jahrtausends v. Chr. hinausreichen
und dessen zweite Hälfte und der Anfang des I. Jahrtausends v. Chr., die
ganze Spätbronzezeit also, hier sehr wenig erforscht sind. Es sind keine
Siedlungen und Gräberstätten aus dieser Zeit bekannt. Nur manchmal
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findet man in den Kurganen Grabanlagen der späten Holzkammergrab-
Kultur, die eindeutig aus den nördlichen Steppenregionen hierher vorge-
drungen ist. Unter den bodenständigen Materialien aus dieser Zeit ragen
Einzel- und Schatzfunde von Bronzegegenständen hervor, deren spezifi-
sche Formen (hauptsächlich Tüllenbeile mit Öhr und Hakensicheln) es
A.A. Jessen gestatteten, das sogenannte kubanische Zentrum spätbronze-
zeitlicher Metallurgie und Metallverarbeitung herauszustellen.
Ein nicht geringerer Unterschied besteht in der Früheisenzeit zwi-
schen den archäologischen Denkmälern des mittleren Kaukasus-Gebietes
(insbesondere Nord-Ossetien) einerseits und des nordwestlichen Kauka-
sus-Gebietes (Adygee) andererseits. Der mittlere Teil des nördlichen
Kaukasus-Gebietes ist seit der Wende vom II. zum I. Jahrtausend v. Chr.
bis ins VII./VI. Jahrhundert v. Chr. von den Trägern der Koban-Kultur
bewohnt; später wird hier, insbesondere in der Steppe und im Vorgebir-
ge, der Einfluß nordiranischer Völkerschaften, hauptsächlich der Sauro-
maten (weniger der Skythen) und später der Sarmaten, Alanen usw.
spürbar. Dagegen entwickelte sich in der Adygee, und zwar sowohl in der
Steppe als auch im Bergland, seit dem VIII. Jahrhundert v. Chr. die Kul-
tur der Proto-Maioten. In den archäologischen Zeugnissen der Proto-
Maioten aus dem Bergland (Gräberstätte Fars in der Nähe der Kosaken-
siedlung Novosvobodnaja) zeigen sich gewisse Verbindungen zu gleichar-
tigen Denkmälern der Koban-Kultur; bezeichnender aber für die Proto-
Maioten des VIII. und VII. Jahrhunderts v. Chr. sind enge Kontakte mit
den Stämmen der Kimmerer und Ur-Skythen, die in dieser Zeit durch ih-
re Feldzüge nach Vorderasien historisch greifbar werden. Später, im VI.
bis IV. Jahrhundert v. Chr. werden die Verbindungen der Maioten mit
den Skythen so eng und vielfältig, daß diese Periode mit Recht als maio-
to-skythisch bezeichnet wird.
Am bekanntesten unter den Kulturdenkmälern des Kuban'-Gebie-
tes wurden diejenigen aus der maiotisch-skythischen Periode ( VI. bis IV.
Jahrhundert v. Chr.). In diese Zeit datieren die bedeutensten Kurgan-
nekropolen (Kelermes, Ulski, Sieben Brüder und Elisavetinskaja) und
Einzelkurgane (Kostromskaja, Kurdships und Karagodeuaschch), ohne
die weder die Geschichte der einheimischen Maioten-Stämme noch die
der skythischen Kultur rekonstruiert werden könnte. Zweihundert Jahre
Forschungstätigkeit im eigentlichen Gebiet der Skythen (den Steppen
nördlich des Schwarzen Meeres) hat nur wenig Material aus dem VI. bis
V. Jahrhundert v. Chr. erbracht. Erst die Entdeckung der genannten
Kurgane im Kuban'-Gebiet legte den Grundstein für eine Reihe bedeu-
tender Forschungsarbeiten russischer und sowjetischer Wissenschaftler
mehrerer Generationen, die in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhun-
derts ihren Anfang nahmen. Die Kurgane des maiotisch-skythischen A-
dels haben die Berichte von Autoren des Altertums über die Gebräuche
und Rituale der Skythen und Maioten weitgehend bestätigt. Gleichzeitig
haben sie unser Wissen über die Völker und deren soziale und kulturelle
Entwicklung erheblich erweitert. In diesem Zusammenhang ist zu
erwähnen, daß in den Kurganen wahre Meisterwerke antiker Kunst ge-
funden wurden, die u.a. eine ziemlich klare Vorstellung von dem skythi-
schen Tierstil vermitteln, der eine der auffallendsten Erscheinungsformen
der alten Kunst der eurasischen Steppengebiete darstellt und deutliche
Spuren in der angewandten Kunst vieler Völker der Sowjetunion hinter-
lassen hat. Außerdem wurde dank der Funde aus den maiotisch-skythi-
schen Kurganen des Kuban'-Gebietes die sowjetischen Museen um zahl-
reiche einzigartige Meisterwerke der Kunst des alten Orients (vom Iran
bis Ägypten) und des antiken Griechenlands bereichert, die weltberühmt
11
geworden sind.
Seit dem III. Jahrhundert v. Chr. zeichnen sich in der Adygee Kon-
takte der Maioten mit den Sarmaten ab, die allmählich ins Transkuban'-
Gebiet vordringen. Im Fundgut des III. bis I. Jahrhunderts v. Chr. treten
diese Kontakte verhältnismäßig schwach in Erscheinung. Aus den ersten
Jahrhunderten n. Chr. liegen aber bereits unmittelbare Zeugnisse der sar-
matischen Kultur vor.
Die turbulenten Ereignisse des IV. bis VI. Jahrhunderts n. Chr., her-
vorgerufen durch Invasionen der Hunnen, Bulgaren, Awaren und ande-
rer Völker hatten ein buntes Völkergemisch im nördlichen Kaukasien
hervorgebracht, das sich auch in den kulturellen und ethnischen Prozes-
sen wiederspiegelt. Es kann danach als sicher gelten, daß iranische Ala-
nen gemeinsam mit den bodenständigen Bergstämmen des Mittelkauka-
sus, d.h. den Nachfahren der Träger der Koban-Kultur, die ethnische
Grundlage für das heutige ossetische Volk gebildet haben.
Der Bevölkerungsumbruch im nordwestlichen Kaukasus-Gebiet war
nicht weniger kompliziert. Vor dem Ansturm der Nomaden zogen sich
die spät-maiotischen Stämme aus den Steppen in die Bergregionen und
Vorgebirge des Transkuban'-Gebietes zurück. Nur die Maioten, die an
der Schwarzmeerküste lebten, entgingen dem Nomadeneinfall. Die Denk-
mäler des frühen Mittelalters blieben also an der Meeresküste, im Gebir-
ge und Vorgebirge der Adygee am besten erhalten. Hier entstanden die
Allianzen der frühadygeischen Stämme: der Zygen und Kassogen, von de-
nen byzantinische und arabische Schriftquellen aus dem V. bis X. Jahr-
hundert n. Chr. berichten.
Ausgerechnet diese Phase der frühmittelalterlichen Adygee ist am
wenigsten erforscht. Jedenfalls aber formierte sich im X. Jahrhundert n.
Chr. unter adliger Führung im Transkuban eine frühadygeische Völker-
schaft, die in ständigem Kampf mit den Nomadenhorden der Petschene-
gen und Polovzer stand.
Für die spätmittelalterliche Periode ist die weitere Verbreitung ady-
geischer Stämme im nordwestlichen Kaukasusgebiet herauszustellen. Im
XIII. Jahrhundert n. Chr. zogen kabardinische Stämme an den Oberlauf
des Kuban' und nahmen, wie die archäologischen Denkmäler bezeugen,
allmählich den Raum der heutigen Territorien Kabardinisch-Balkarien
und Karatschaisch-Tscherkessienein. Die reichsten Funde der Adygeier
des XIII. bis XVI. Jahrhunderts sj:ammen aus den Kurganen, die N.I. Ve-
selovskij in der Nähe der Kosakensiedlung Belortschenskaja erforscht
hat. Deswegen wurde auch die Kultur der adygeisch-tscherkessischen
Stämme aus dem Spätmittelalter "Beloretschenskaja"-Kultur genannt.
Selbst aus dieser kurzen Einleitung sieht man, wie viel Gemeinsames
und Unterschiedliches es in der Geschichte der archäologischen Erfor-
schung Nord-Ossetiens und der Adygee gibt. Offener Raub der Al-
tertümer von Koban und methodisch unzureichende Ausgrabungen der
Kurgane in der Adygee vor der Revolution hatten den wissenschaftlichen
Wert der an sich bedeutenden Fundgegenstände in entscheidendem
Maße geschmälert. Diese Gegenstände wurden leider allzuoft aus ihrem
Fundzusammenhang gerissen, der nur unvollständig oder überhaupt
nicht dokumentiert wurde. Dabei sind aber die Beobachtungen des Grab-
aufbaus und des Bestattungrituals nicht von geringerer Bedeutung als die
Fundobjekte selbst, so interessant und reich diese auch sein mögen. Glei-
chwohl kann man den enormen Wert nicht ignorieren, den die schon
erwähnten prachtvollen Kunstgegenstände der Träger der Koban-Kultur
12
und die Werke der urartäischen, assyrischen, skythischen und griechi-
schen Meister, die in den Kelermes-Kurganen gefunden wurden, auch für
sich allein genommen, darstellen. Gold, Silber, Bronze, Bein, Stein - jeder
Stoff gehorchte den alten Handwerkern und Künstlern. Stanzen und
Gießen, Schnitzen und Gravieren, Prägen und Schmieden, Intarsia und
Filigran, Nietbesatz und Granulierung - technische Vollkommenheit,
Fantasie und Kunstgeschmack der Schöpfer der Schätze von Kelermes
waren wahrhaftig grenzenlos. Zu diesen gehören vor allem ein reich ver-
zierter silberner Spiegel: ein Werk griechisch-ionischer Kunst, goldene
Armlehnen mit Löwenkopfprotomen vom assyrischen Königsthron, die
goldene Scheide eines Akinakes (des kurzen skythischen Schwertes), ge-
schmückt mit fantastischen und realistischen Tierfiguren, wie sie für die
urartäische Kunst charakteristisch sind, und schließlich ein massives Be-
satzblech in Form eines anschleichenden Panthers, der als Höhepunkt
des skythischen Tierstils eingestuft wird. Ich will jetzt diese und ähnliche
Gegenstände aus den reichen Kurganen der Adygee, die schon seit lan-
gem in die Literatur eingegangen sind, nicht beschreiben; sie sind bereits
in zahlreichen Aufsätzen und populär-wissenschaftlichen Büchern von
Archäologen und Kunsthistorikern dargestellt worden. Obwohl sie be-
reits zu Ende des XIX. und zu Anfang des XX. Jahrhunderts entdeckt
wurden, bleibt das Interesse an ihnen auch heute unvermindert groß. Die
aus diesen Schätzen zusammengestellten Ausstellungen waren mehrmals
in großen Museen der Welt zu sehen. In diesen Ausstellungen, die mit
Triumph durch die ganze Welt - von New York bis Tokio - gewandert
sind, nehmen die Bronzen von Koban und die Kostbarkeiten aus den
Kurganen der Adygee einen gewichtigen Platz ein. Dazu kommen die
Schätze aus dem Maikop-Kurgan und den Kurganen des maiotischen
Adels der skythischen und sarmatischen Epoche. Und die Funde aus dem
Beloretschensk-Kurganen, in denen neben Keramik und Waffen lokaler
Produktion auch chinesische, iranische und italienische Stoffe, syrisches
Glas, wertvolle Schmuckstücke aus Kleinasien, zentralasiatische glasierte
Keramik, vergoldete Silberschalen italienischer Herkunft, silberge-
schmückte Gürtel aus Kaffa (genuesische Kolonie auf der Krim) vertreten
sind, illustrieren eindrucksvoll das Mittelalter im Süden der UdSSR.
In der sowjetischen Zeit hatte man Ende der 20er und Anfang der
30er Jahre allmählich wieder mit den Ausgrabungen im Kaukasus-Gebiet
angefangen. Besonders intensiviert wurden sie aber nach dem 2. Welt-
krieg. Der Arbeitsumfang wurde immer größer, hauptsächlich bedingt
durch die immer stärkere wirtschaftliche Nutzung des Bodens. Ver-
ständlicherweise liegt so der Schwerpunkt der Ausgrabungen in der Step-
pe und nicht im Vorgebirgesland Nord-Ossetiens und der Adygee. Sie
sind nicht nur von lokaler Bedeutung. Indem sie unsere Kenntnisse über
die Kulturen des nordwestlichen und mittleren Kaukasus-Gebietes meh-
ren, führen sie auch zur Klärung ihrer Fernbeziehungen, das heißt ihrer
Kontakte einerseits zu den Kulturen und Völkern im Steppengebiet Ost-
europas, andererseits zu den Kulturen und Völkern Transkaukasiens und
über diese zu den antiken Hochkulturen des Vorderen Orients. So ist es
ohne das Material aus diesen Grabungen faktisch unmöglich, die Proble-
me der relativen und absoluten Chronologie und der Synchronisierung
der Kulturen der Bronze- und Eisenzeit im Süden der ÜdSSR zu lösen.
Ein konkretes Ziel steht hinter den jahrzehntelangen Forschungsarbeiten
im Kaukasus-Gebiet, den großen Expeditionen des Instituts für Archäo-
logie der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, der Staatlichen Er-
mitage, des Staatlichen Museums für Geschichte, und den Expeditionen,
die von Forschungsinstituten, Museen und Universitäten aus dem Lande
13
selbst durchgeführt wurden. Viel ist getan, aber in der Wissenschaft ist es
nun einmal so, daß die Lösung eines Problems viele neue Fragen, kompli-
ziertere und schwierigere mit sich zieht. In Anbetracht großer, bereits an-
gelaufener oder erst geplanter Bauvorhaben und der intensiven Boden-
bewirtschaftung rücken jetzt Sicherungs- und Rettungsausgrabungen als
Hauptaufgabe in den Vordergrund.
Seit 1981 beteiligt sich auch die archäologische Kaukasusexpedition
des Staatlichen Museums für Kunst der Völker des Orients unter der Lei-
tung des Verfassers dieses Artikels an diesen Arbeiten. Hinter uns liegen
neun Grabungskampagnen in verschiedenen Regionen der Adygee, aber
erst vor drei Jahren begann eine der Abteilungen unserer Expedition, in
den Steppenregionen von Nord-Ossetien zu arbeiten. Im Laufe dieser
Jahre hat sich ein fachmännisches Kollektiv herausgebildet, sein Niveau
ist quantitativ und qualitativ gewachsen. Heute betreut jeder Mitarbeiter
der Abteilung Kaukasus selbstständig bestimmte Bereiche und Unterneh-
mungen, hat sein wissenschaftliches Spezialgebiet, um so der Mate-
rialfülle und dem wissenschaftlichen Kenntniszuwachs gerecht zu wer-
den. Die Mitarbeiter der Kakasus-Abteilung brauchen jetzt ihre Haupt-
aufgabe nicht mehr nur in der Ausgrabungstätigkeit zu sehen, sondern e-
benso in der Auswertung und der Restaurierung der Funde1, in ihrer
Veröffentlichung und auch in der Organisation von Ausstellungen. Dabei
gehen wir davon aus, daß selbst die populärwissenschaftliche Publikation
nur einen verhältnismäßig begrenzten Personenkreis zu einer Vorstellung
von den Ausgrabungsresultaten und den geborgenen Funden verhilft.
Anders ist es mit den Ausstellungen. Sie werden von tausenden und aber-
tausenden Menschen besucht, in unserem Land und im Ausland. So war
unsere erste Ausstellung "Schätze der Kurgane der Adygee" in den Jah-
ren 1985 - 1987 in Moskau, Krasnodar, Maikop, in den Hauptstädten
Bulgariens, Mexikos und Spaniens zu sehen. In den Jahren 1987 - 1989
haben wir gemeinsam mit dem Krasnodarer Museum für Landeskunde
eine neue Ausstellung "Glanzstücke der uralten Kunst von Kuban" zu-
sammengestellt, für die die besten Funde, hauptsächlich Kunstwerke aus
der glanzvollsten Epoche der Urgeschichte des Kuban'-Gebietes - VI.
Jahrhundert v. Chr. bis III./IV. Jahrhundert n. Chr. - , ausgewählt wur-
den. Wir hatten wiederum großen Erfolg in Moskau, in Krasnodar, in
Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens, und in Mannheim (BRD). Zu jeder
dieser Ausstellungen war ein reich illustrierter, farbiger Katalog erschie-
nen, der uns gestattete, einige unsere Funde in die Wissenschaft ein-
zuführen und in breiten Kreisen bekannt zu machen, auch im Ausland.
Ich will nur ein Beispiel anführen: Als 1988 in Japan (in der Stadt Nara)
die Ausstellung "Seidenstraße" unter der Mitwirkung von zehn Staaten
durchgeführt wurde, stammten im Ausstellungsteil der UdSSR acht Ge-
genstände aus unseren Grabungen in der Adygee. Aber die Zeit vergeht,
jede Grabungssaison bringt neue Resultate und neue Funde vom III.
Jahrtausend v. Chr. bis zum XV. Jahrhundert n. Chr., auch und gerade
aus der Adygee. Unsere Fachleute (K.A. Dneprovskij, V.J. Jarlich, E.A.
Beglova, I.V. Ksenofontova, E.S. Maslenizyna, S.N. Koshuchov) und
natürlich die Leiter der Ausgrabungen in der Adygee, L.M. Noskova,
und in Nord-Ossetien, T.A. Gabuev, wählten die interessantesten Funde
für die jetzige Ausstellung aus. Der vorliegende Artikel soll ihren wissen-
schaftlichen und künstlerischen Wert darlegen.
1 Die Hauptrestaurierung wurde durch Re-
stauratoren des Staatlichen Museums für Kunst
der Völker des Orients V.L. Filatov, N.G. Sai-
zeva, N.I. Vinogragskaja, E.D. Konjaeva, O.N.
Mjagkova, und auch V.N.Darkevitsch,A.D.
Petrova (Saatliches Museum für Geschichte),
A.P. Belkin, I.G. Ravtsch, S.I. Juchnevskaja
(Allunions Forschungsinstitut für Restaurie-
rung) durchgeführt.
14
Vorweg eine generelle Bemerkung: Ein Blick auf die Karte des mit-
tleren und nordwestlichen Kaukasus-Gebietes zeigt uns, daß die nord-
kaukasische Steppe ein Teil der eurasischen Steppe ist, während die Berg-
region über zahlreiche günstige Passagen mit Transkaukasien, der
Schwarzmeerküste und im weiteren mit Kleinasien und dem Vorderen Ori-
ent zusammenhängt. Bereits im III. Jahrtausend v. Chr. bis spät ins Mitte-
lalter hinein liefen über diese Passagen Handelsstraßen und Heerwege.
Die geographische Lage des nördlichen Kaukasiens hat also das Schicksal
der Völker und Stämme, die hier lebten, in entscheidendem Maße vorbe-
stimmt. Begreiflicherweise spiegelt sich die eigentümliche Korridorsitua-
tion auch in den archäologischen Denkmälern, den Kurganen und Schacht-
gräbern, denen unsere Grabungen hauptsächlich galten.
Die ältesten Kurgane im Süden der europäischen Sowjetunion
gehören bekanntlich in die erste Hälfte und die Mitte des III. Jahrtausends
v. Chr., als der Nordkaukasus von den - dem Leser schon bekannten -
Stämmen der Maikop-Kultur bewohnt war. In der Herkunft oder, präzi-
ser ausgedrückt, der Entwicklung der Maikop-Kultur unterscheiden die
Archäologen zwei Wurzeln. Einerseits erwuchs die Maikop-Kultur auf
älterer bodenständiger Grundlage, andererseits sind enge Beziehungen
zum Süden, genauer gesagt: zu Mesopotamien, spürbar. Eben von dort-
her, aus dem Gebiet der ältesten Hochkultur, kam der mächtige Kultur-
impuls ins nördliche Kaukasien, der der Maikop-Kultur ihren Glanz ver-
lieh. In der Tat unterscheiden sich die "Maikoper" Stämme von ihren
Nachbarn, die ebenfalls Ackerbauer und Viehzüchter waren, durch ihre
lange andauernden, engen Kontakte zu den Völkern Vorderasiens. Bezeich-
nend dafür sind nicht nur die hervorragenden Funde aus dem großen
Kurgan von Maikop, der eine Fülle hochwertiger Erzeugnisse alter Kunst
barg, sondern auch der Umstand, daß die Maikop-Stämme viele wichtige
technische Errungenschaften früher als die meisten ihrer Zeitgenossen in
Europa aufgreifen und nutzen konnten. Ich erwähne hier nur die Töpfer-
scheibe aus der zweiten Hälfte des III. Jahrtausends v. Chr., gleichen
Typs, wie die von Ur in Mesopotamien. Die Töpferei hatte sich also
schon zu einem selbstständigen Gewerbe entwickelt. Genauso verhielt es
sich mit der Metallerzeugung und -verarbeitung; bronzene Werkzeuge,
Waffen, Schmuckgegenstände und Geschirr sind ein sprechender Beleg.
Das hohe Entwicklungsniveau der Maikop-Stämme spielt eine wichtige
Rolle in der Kulturgeschichte der Steppenvölker Osteuropas. Die Mai-
kop-Kultur versorgte das Wolga-, Don-, und Schwarzmeergebiet sowie
die Krim sowohl mit Metallbarren als auch mit Metall-Fertigprodukten.
Die Bedeutung dieser Tatsache ist nicht zu unterschätzen, nicht zuletzt in
chronologischer Hinsicht. Denn im Unterschied zu den Denkmälern von
Maikop, deren Datierung sich auf die gesicherte vorderasiatische Chro-
nologie stützt, sind die Steppenkulturen zeitlich nur vage einzuordnen.
Jeder Gegenstand der Maikop-Kultur im Fundmilieu der Steppenkul-
turen, sei er aus Keramik oder aus Metall, ist deshalb von entscheidender
Bedeutung für die zeitliche Festlegung der Steppenkulturen. Berück-
sichtigt man die Nachbarschaft der Stämme der nord-ossetischen und
adygeischen Steppenregion zu den Völkern der südrussischen Steppe,
kommt der Erforschung der Kurgane der Maikop-Kultur im nördlichen
Kaukasus-Gebiet besondere Bedeutung zu, da hier mit Funden zu
rechnen ist, die die Beziehungen zwischen diesen unterschiedlichen
Volksstämmen und Kulturen beleuchten.
Wir haben über 50 Bestattungen sowohl der Frühphase als auch der
späten Phase (Novosvobodnaja-Phase) der Maikop-Kultur erforscht. Das
Bestattungsritual ist dem im großen Kurgan von Maikop beobachteten
15
ähnlich: Die Grabschächte sind groß dimensioniert, der Boden ist mit
Rollsteinen belegt, von oben sind die Schächte mit Holz überdeckt, die
Bestatteten liegen, mit dem Kopf nach Süden, gekrümmt auf der Seite,
die Hände vor dem Gesicht, mit rotem Ocker bestreut. Die Grabbeiga-
ben sind ebenso typisch. Sie bestehen vor allem aus Keramik. Es handelt
sich um Gefäße mit runden oder etwas verflachtem Boden, mit bauchig-
em oder kugelförmigen Körper, mit kurzem, manchmal stark eingezoge-
nen oder geraden Hals und Schälchen mit einziehendem Rand. Keines
der Gefäße hat einen Henkel oder trägt ein Ornament. Aber die Feinheit
der Bearbeitung, die Symmetrie der Formen und die hellen Farben - zu-
meist rötlich und hell-ockerfarben - verleihen der Maikop-Keramik schlich-
te Eleganz. Von besonderer Interesse ist ein grauer Tonbecher mit hohem
zylindrischen Hals, kugelförmigen Bauch und nur leicht abgeflachtem
Boden (Kat.-Nr. 4). In Form und Größe ist er einem Silbergefäß aus dem
Maikop-Kurgan sehr ähnlich.
Unter dieser Keramik sind einige fremdartige Gefäße hervorzuhe-
ben. Eines davon ist rotgebrannt, hat einen doppelkonischen Rumpf und
eine ausladende Randlippe; im oberen Teil ist es mit Ritzornamenten ver-
ziert (Kat.-Nr.3). Obwohl sich auf der späten Maikop-Keramik manch-
mal auch Ritzdekor findet, ist das System der Ornamentik hier ganz an-
ders, und auch die doppelkonische Form ist für die Maikop-Kultur unty-
pisch. Ähnliche Gefäße sind jedoch aus der Spätphase der Tripolje-Kul-
tur, die in jener Zeit westlich vom Dnjepr und in Moldavien verbreitet
war, gut bekannt. V.G. Zbenovitsch, ein namhafter Spezialist für die Tri-
polje-Kultur, hält dieses Gefäß sogar für ein Importstück aus der Tripol-
je-Kultur ins Transkuban'-Gebiet. Trifft dies zu, so haben wir einen
neuen Beleg über die Verbindung zwischen den Volksstämmen der zwei
früh-metallzeitlichen Kulturen im Süden der Sowjetunion: der Maikop-
und der späten Tripolje-Kultur. Da die Datierung der Maikop-Kultur auf
der vorderasiatischen Chronologie beruht, die der Tripolje-Kultur dage-
gen auf der Balkan-Chronologie, bietet sich die Möglichkeit, beide chro-
nologischen Systeme einander gegenüberzustellen und in diesem konkre-
ten Fall Übereinstimmung zu konstatieren: die späten Tripolje-Funde
werden genauso wie die Maikop-Funde in die Mitte oder zweite Hälfte
des III. Jahrtausends v. Chr. datiert. Es liegt auf der Hand, daß Kontakte
zwischen den Maikop- und Tripolje-Stämmen nur über die Steppe am
linken Dnjeprufer, über das Dongebiet und das Vorgebierge des Kauka-
sus erfolgen konnte, wo zu jener Zeit die Völker der sogenannten Gru-
bengrab-Kultur wohnten. Dementsprechend fanden sich in den von uns
erforschten Maikop-Gräbern auch Gefäße, die für diese Steppenstämme
charakteristisch sind. Eins davon ist schwärzlich gebrannt, becherförmig
und mit mehreren Reihen von Schnureindrücken verziert, das andere va-
senförmig und mit gestrichelten Dreiecken und ebenfalls mit Schnurein-
drücken ornamentiert. Die beiden unterscheiden sich deutlich von der
Maikop-Keramik und sind für die Grubengrab-Kultur typisch.
Obwohl die von uns ausgegrabenen Grablegen der Maikop-Kultur
durchwegs mit der einfachen Bevölkerung zu verbinden sind, fanden wir
neben Schmuck (vor allem Perlenketten) auch viele Werkzeuge, wie
Meißel, Ahlen, Dexel und Messer unterschiedlichster Form. Fast alle diese
Geräte stammen aus Bestattungen der späten Maikop-Zeit, als die ein-
heimische Metallverarbeitung einen hohen Stand erreicht hatte. In diese
Periode gehört auch ein prächtiges Bronzebeil, das uns einheimische
Schüler geschenkt haben.
16
An der Wende vom III. zum II. Jahrtausend v. Chr. bildete sich in
Nordkaukasien hauptsächlich auf der Basis der Maikop-Kultur und in
engem Kontakt mit der Kultur der Steppenvölker eine neue archäologische
Kultur heraus: die Nordkaukasische-Kultur. Die Benennung folgt aus
ihrem Verbreitungsgebiet. Wir haben etwa 100 Gräber freigelegt, die
dieser Kultur zuweisbar sind und in die erste Hälfte des II. Jahrtausends
v. Chr. datieren.
Diese Epoche ist durch die starke Reduzierung der Beziehungen zu
den vorderasiatischen Zivilisationen und, wohl infolgedessen, durch ein
fast völliges Verschwinden von Gold- und Silberfunden gekennzeichnet.
Wir haben es aber nicht mit einem Verfall zu tun, sondern konstatieren
umgekehrt eine Weiterentwicklung der Metallurgie. (Die Ausstellung
zeigt Gerätschaften aus Ton, die für den Metallguß bestimmt waren). Die
Ausfuhr von Metallerzeugnissen in die Wolgasteppe und in die Steppe
des Schwarzmeergebietes wird intensiviert, es erscheinen neue, bessere
Werkzeuge und reich ornamentierte Schmuckgegenstände. Mannigfalter
wird ferner die verzierte Keramik. Spitzenniveau erlangt die Steinverar-
beitung. Besonders fein gearbeitet sind Beile aus verschiedenen Gesteins-
arten.
Die nordkaukasischen Volksstämme kannten wie schon vorher die
Stämme der Grubengrab-Kultur, aber auch die der bodenständigen Mai-
kop-Kultur, Rad und Wagen. In einem mächtigen Kurgan, den wir im
Jahre 1984 freigelegt haben, zeigten sich neben der Grababdeckung Spu-
ren hölzerner Räder. Der Wagen selbst ist nicht erhalten, aber eine Be-
stattung enthielt als Beigabe das Tonmodell eines Wagens, genauer: des
Wagenkastens. Vier Zapflöcher in seinen Ecken dienten zur Befestigung
des wohl hölzernen und deswegen vergangenen Fahrwerks. (In der Aus-
stellung ist die Rekonstruktion des Wagenmodells zu sehen: Kat.-Nr. 21).
Die Wände des Wagenkastens waren verziert. Das eingeritzte Muster mit
Spuren roter Farbe sollte wahrscheinlich ein vielfarbiges Gewebe imitie-
ren, mit dem die echten Wagenkästen überzogen waren.
Von der Entstehung eines Stammadels zeugt der Grabkult. Neben
einfachen Gruben, wo der Bestattete ohne irgendwelche Beigaben liegt,
haben wir einige Grabstätten der Stammesoberschicht ausgegraben. Bei
der Errichtung solcher Grabstätten wurde oft Holz verwendet und zwar
für die Überdachung der Grabkammern, in denen man Tongefäße, bron-
zene Werkzeuge, Schmuckstücke aus Bein, Bronze und sogar Silber fand.
Zu einem der reichsten Gräber der Nordkaukasus-Kultur zählt die Haup-
bestattung unter einem gewaltigen, 9 m hohen Grabhügel von ca. 100 m
Durchmesser, der von der einheimischen Bevölkerung Tschernyschev-
Kurgan genannt wird. Das Grab war mit Holzbalken überdeckt, die auf
Holzpfählen ruhten; darüber lag eine Schicht Rollsteine. Das Grab barg
silberne Ohrgehänge in Form offener Ringe, Perlen aus Bronze und Glas-
paste, bronzene Anhänger, bronzene Schmuckscheiben und eine große,
hirtenstabförmige, reliefverzierte Schmucknadel (Kat.-Nr.31). Die gegos-
senen Anhänger sind mit einem Flechtbandrelief verziert (Kat.-Nr. 36).
Besonders schön ist eine halbkugelige, ebenfalls gegossene Bronzekalotte
mit reichem Reliefdekor (Kat.-Nr. 38). Obwohl der Durchmesser der Ka-
lotte kaum 4 cm mißt, hat der Meister darauf eine elfblättrige Rosette im
Zentrum, rundherum Spiralmuster, Schlangen und Perlornamente, und
randlich umlaufend ein Flechtband untergebracht. Ähnlich reich verziert
ist ein bronzener Anhänger aus einem anderen Grab (Kat.-Nr. 40).
Typisch für die Nordkaukasische Kultur sind auch Bronzenadeln
mit hammerförmigen Kopf, die im oberen Teil in der Regel entweder tor-
diert oder mit einem Buckelmuster verziert sind (Kat.-Nr. 32). Besonders
17
schöne Hammerkopfnadeln sind in der Spätzeit der Nordkaukasischen-
Kultur im mittleren Kaukasus und seinen Vorland entstanden. Gleich-
wohl ist dieser Schmucktyp wahrscheinlich von den nördlichen Nach-
barn in den Steppengebieten übernommen worden, bei denen solche Na-
deln, allerdings aus Bein, schon im III. Jahrtausend v. Chr. bekannt wa-
ren. Eine Beinnadel mit eingraviertem Muster (Kat.-Nr.33a) wurde zu-
sammen mit zwei Anhängern aus den Reißzähnen eines Hundes (Kat.-Nr.
33b.c.) in einer Bestattung aus der Frühphase der der Nordkaukasischen
Kultur bei Aul (= Dorf) Uljap gefunden. Bronzenadeln sind häufig mit ei-
nem Paar verzierter Bronzeplatten mit getriebener Buckelornamentik
(wie Kat.-Nr. 39) kombiniert.
Die Keramik ist durch kleinere Gefäße vertreten. Von den Maikop-
Gefäßen unterscheiden sie sich durch weniger sorgfältige Formgestaltung
und schlechtere Brenntechnik, und sie sind nicht auf der Töpferscheibe
gefertigt. Die Unterbrechung der Beziehungen zu den vorderasiatischen
Zivilisationen wirkte sich wahrscheinlich auf die Entwicklung der Kera-
mikproduktion aus. Dabei ist das Geschirr jetzt größtenteils mit geome-
trischer Eitz- und Stichornamentik verziert, ein Teil hat einen oder zwei
Henkel, besonders reich sind Räuchergefäße verziert (Kat.-Nr. 18).
Gegen die Mitte des II. Jahrtausends v. Chr. drangen vom nördli-
chen Schwarzmeergebiet zunächst Angehörige der "Katakombengrab-
Kultur" und dann solche der "Holzkammergrab-Kultur" ins nordkauka-
sische Steppengebiet vor. Sie wahrscheinlich brachten die Nordkauka-
sische-Kultur zum Erlöschen. Von den engen Verbindungen der Stämme
der späten Holzkammergrab-Kultur mit dem nördlichen Kaukasus-Ge-
biet zeugen die zahlreichen spätbronzezeitlichen Schatzfunde des
Kuban'-Gebietes, die hauptsächlich Bronzen lokaler Produktion enthal-
ten, mehrmals aber auch Bronzen, die aus dem nördlichen Schwarzmeer-
Gebiet stammen (Tüllenäxte, Messer, Grifftüllen). Ziemlich oft wurden
solche Fremdformen auch einzeln für sich gefunden, so daß bis jetzt be-
reits mehr als 50 Exemplare bekannt sind. Umgekehrt gelangten aber
auch Bronzen kubanischer Produktion in westliche Richtung bis nach
Rumänien. Es erübrigt sich fast zusagen, wie wichtig dieses Material für
die zeitliche Parallelisierung der spätbronzezeitlichen Kulturen des
nördlichen Kaukasus-Gebietes und Mitteleuropas ist.
Eine der wichtigsten Epochen in der Geschichte der Menscheit und
von revolutionärer Bedeutung ist die Zeit, in der der Mensch begann,
sich mit dem Eisen vertraut zu machen. Im Süden des europäischen Teils
der Sowjetunion beginnt die Eisenzeit mit dem VIII. Jahrhundert v. Chr.
In der Früheisenzeit (VIII. bis IV. Jahrhundert v.Chr.), in der sich die
Kulturen der Vorfahren unserer heutigen Völker entwickelten, wurden
die Beziehungen zwischen den Steppenvölkern und denen des nördlichen
Kaukasus-Gebietes mannigfaltiger und fester. Enger wurden auch die
Verbindungen zu den Staaten des Alten Orients und zu den griechischen
Kolonien an der Schwarzmeerküste. Griechische Schriftsteller und alt-
orientalische Chronisten erhielten so Kenntnis von den Völkern, die im I.
Jahrtausend v. Chr. an der Schwarzmeerküste und im Nordkaukasus leb-
ten. Es waren die Kimmerer und Skythen (im Steppengebiet nördlich
des Schwarzen Meeres), ihre östlichen Nachbarn, die Sarmaten (Bewoh-
ner der Steppen zwischen Don und Wolga, einschließlich der Steppen
des nordöstlichen Kaukasus-Gebietes), die Taurer (Ureinwohner der Ge-
18
2 Die Novosvobodnaja-Abteilung (Leiter
Alexej Rezepkin) der Kuban'-Expedition des
Leningrader Institus für Archäologie der Aka-
demie der Wissenschaften der UdSSR (Chef
Vadim Botschkarev) hat 1989 die Untersu-
chung der bronzezeitlichen Kurgane von
"Klady" abgeschlossen.
birgsregion der Krim) und schließlich die Maioten (im nordwestlichen
Kaukasus-Gebiet). Der bekannte Geograph Strabon sowie die altgriechi-
schen Inschriften im Bosporanischen Reich, zu dem die Halbinsel
Kertsch und Taman gehörten, vermitteln detaillierte Angaben über die
Bevölkerung des nordwestlichen Kaukasus-Gebietes. So erwähnen die
antiken Schriftquellen außer den Maioten auch die Sinder, die auf der
Halbinsel Taman und im unteren Kuban'-Gebiet lebten, und die Psessier
und Thateier, die am Oberlauf des Kuban' wohnten. Es ist also möglich,
daß ihr Siedlungsgebiet den mittleren Kuban' einschloß und sich bis zum
Fluß Laba erstreckte, also bis zu dem Gebiet unserer Ausgrabungen auf
dem Territorium der heutigen Adygee. Die archäologischen Materialien
bestätigen die ethnische Verwandtschaft der Maioten, Sinder, Psessier
und Thateier. Archäologen und Sprachwissenschaftler zählen alle diese
Stämme zur iberisch-kaukasischen Sprachgruppe und sehen in ihnen die
Vorfahren der heutigen Adygeier, Tscherkessen und Kabardiner. Gleich-
zeitig muß man auch im Auge behalten, daß sich die Herausbildung und
Entwicklung der maiotischen Kultur im engen Kontakt zu iranisch-
sprachigen Völkern vollzog, den Kimmerern, Skythen und später den
Sarmaten und Alanen, den Vorfahren der heutigen Ossetier.
Die Einführung eiserner Werkzeuge und Waffen führte zur erheb-
lichen Steigerung der Produktivkräfte. Viele Steppenvölker gehen zum
Nomadentum über, beginnen großangelegte Wanderungen, weite Fahr-
ten. Die endlose Steppe ist kein trennender Faktor mehr, sondern ein
verbindendes Element. Dank der Vervollkommnung der Pferdeschirrung
und der Waffen konnten die Kimmerer und die Skythen als erste der
Steppenvölker Eurasiens ihre allbekannten Kriegszüge über den Kauka-
sus nach Klein- und Vorderasien unternehmen. Sie sind damit in die
Weltgeschichte eingegangen. Bereits vorher waren die Kimmerer und
Skythen mit den Völkern des nördlichen Kaukasus-Gebietes eng verbun-
den. Noch enger wurden die Kontakte während der vorderasiatischen
Kriegszüge, an denen wahrscheinlich auch proto-maiotische Stämme des
VIII. und VII. Jahrhunderts v. Chr. beteiligt waren. (Als proto-maiotisch
bezeichnen wir sie deswegen, weil die Maioten in den antiken Schrift-
quellen erst im VI. Jahrhundert v. Chr. erscheinen). Nicht zufällig sind
proto-maiotische Waffen und Pferdegeschirre des VIII. bis VII. Jahr-
hunderts v. Chr. mit denen der Kimmerer und Skythen fast identisch;
mehr noch: es ist nicht auszuschließen, daß die Proto-Maioten die Entwick-
lung der kimmerischen und skythischen Bewaffnung und Pferdeschir-
rung beeinflußt haben.
In Anbetracht der äußerst geringen Zahl der Funde aus der Steppe
des Schwarzmeergebietes (d.h. kimmerischer und skythischer Funde)
stellen die proto-maiotischen Funde die wichtigste Quelle für die Erfor-
schung der früheisenzeitlichen Kultur im Süden der europäischen Sowjet-
union dar. Darin liegt die große Bedeutung der hier ausgestellten proto-
maiotischen Materialien, die bei der Ausgrabung des Gräberfeldes Fars
(adygeisches Vorgebirge), bei Zufallsentdeckungen am Stausee von Kras-
nodar (Reste von Gräbern, größtenteils durch Bodenerosion vernichtet)
und bei der Untersuchung des Kurgans Uaschhitu zutage kamen. Mehr
als 50 Gräber haben wir in einer Nekropole nahe der Kosakensiedlung
Novosvobodnaja, in der bereits genannten Gemarkung "Klady" entdeckt,
wo bereits N. Kamenev einen Grabhügel mit Dolmen ausgegraben hat
und die durch Ausgrabung von N.I. Veselovskij2 berühmt geworden ist.
Das Gräberfeld Fars ist nach dem Fluß Fars benannt, an dessen Oberlauf
es liegt. Für die Grabanlagen wurde in großen Umfang Steine verwendet.
Mit Stein wurden die Wände der Grabgruben verkleidet, sehr oft der Bo-
19
den gepflastert, man verwendete ihn für die obertägige Grabeinfassung
usw.
Fast alle Gräber enthielten Tongeschirr. Neben großen, manchmal
verzierten Schöpftassen wurden auch kleinere Tassen mit hochgezogenen
Henkeln gefunden (Kat.-Nr. 44, 45, 46). Die Fingerrast auf dem Scheitel-
punkt des Henkels erinnert an die Hörner oder Ohren eines Tieres (zoo-
morphe Henkel). Unterhalb des Randes tragen die meisten Schöpftassen
Ritzdekor: horizontale Linien, Rauten-, Sanduhr-, und Dreiecksmuster,
strich- und gittergefüllte Dreiecke, Festons u.a. Gefäße mit gut geglätte-
ter, manchmal polierter Oberfläche sind zweifellos als Tafelgeschirr anzu-
sprechen.
Schmuck ist durch Perlen aus Karneol (Kat.-Nr. 90), Glaspaste,
glatte bronzene Armreife (Kat-Nr. 89) und verschiedene Schmucknadeln
vertreten. Besonders schön ist die Nadel mit breitem Nagelkopf und vier
kreuzständigen pilzförmigen Auswüchsen am Schaft (Kat.-Nr. 86). Diese
Nadel und andere Nadeltypen aus der Nekropole von Fars ähneln den
zeitgleichen Stücken der Koban-Kultur im mittleren Kaukasus und Kau-
kasusvorland. Zwei Fibeln - zum ersten Mal in proto-maiotischen Fund-
zusammenhang - sind eindeutig mit der Koban-Kultur zu verbinden
(Kat.-Nr. 88).
Die zahlreichen Waffen und Pferdegeschirrteile aus Fars entspre-
chen voll und ganz denen, die wir aus der Zeit der Kriegszüge der Kim-
merer und Skythen kennen. Die Hauptwaffen waren Lanzen, deren (ge-
gossene) Bronze- oder (geschmiedete) Eisenspitzen in vielen Gräbern ge-
funden wurden. Sehr schön ist eine blattförmige Lanzenspitze mit langer,
geometrisch verzierter Tülle (Kat.-Nr. 56). Bemerkenswert ist ferner eine
eiserne Lanzenspitze mit runden Durchlochungen im unteren Teil des
Blattes. Lanzenspitzen gleichen Typs sind auch aus den früh-skythischen
Siedlungsräumen der Ukraine und Moldaviens bekannt. Seltene Fund-
stücke sind eine bronzene Streitaxt, ein bronzener Schildbuckel, ke-
gelförmig mit ausgezogener Spitze und einem Griffbügel auf der Rücksei-
te, sowie bronzene Streithämmer mit schnabelartig gekrümmtem Ende
("Vogelkopf-szepter": Kat.-Nr. 63): mit die ältesten Beispiele für den sich
herausbildenden kimmerisch-skythischen "Tierstil". Typisch für die
frühe Eisenzeit, in der das Eisen die Bronze noch nicht ganz verdrängt
hatte, sind Dolche mit bronzenem Griff und eiserner Klinge (Kat.-Nr. 53
und 55). Ein Dolch dieser Art stammt aus der Nekropole von Fars (Kat.-
Nr. 53), ein anderer, ein Zufallsfund, von Aul Uljap. Noch ein Dolch, die-
smal vollständig aus Eisen (Kat.-Nr. 54) wurde am Ufer des Krasnodar-
er Stausees gefunden. Sorgfältig polierte Wetzsteine mit einem Loch zum
Anhängen am Gürtel führten die Krieger immer mit sich.
Sehr reich und mannigfaltig ist das bronzene Schmuckzubehör des
Pferdegeschirrs: Riemenröhrchen und -verteiler, runde Zierscheiben ver-
schiedener Größe, flach, konvex oder konkav, glatt, durchbrochen oder
mit gravierten Ornamenten (Kat.-Nr. 75, 76, 77, 81, 82), ferner halbrund
gebogene Leisten oder Schieber mit niet-ähnlicher Reliefverzierung (Kat.-
Nr. 79 und 68) und endlich ein großer "helmförmiger" Schieber, verziert
mit zwei gegenständigen Voluten beiderseits einer senkrechten Linie und
mit einer vierblättrigen Rosette unterhalb einer horizontalen Linie (Kat.-
Nr. 80). Schieber diesen Typs sind nicht nur aus dem nördlichen Kauka-
sus-Gebiet bekannt, sondern auch aus Mitteleuropa (Österreich und
Tschechoslowakei). Für die Datierung der Nekropole Fars spielen sie ei-
ne große Rolle, weil sich die einschägigen mitteleuropäischen Fundkom-
plexe über italienische Parallelfunde absolutchronologisch festlegen las-
sen.
20
Von entscheidender Bedeutung für die Lösung des Datierungspro-
blems ist neben dem beschriebenen Schieber aber auch das Pferdezaum-
zeug im engeren Sinn, nämlich die Trensen. Unter den Funden vom
Gräberfeld Fars und vom Krasnodarer Stausee sind alle drei Trensen-
typen vertreten, die am Beginn der Eisenzeit gebräuchlich waren und die
sich anhand der Ösenenden der Gebisse unterscheiden lassen:
steigbügelförmige Ösen (Kat.-Nr. 69, 74) Dreieck- und Ringösen (Kat.-
Nr. 67, 66) und Doppelringösen (Kat.-Nr. 68, 75, 76, 77). Unterschied-
lich sind auch die Trensenknebel (Psalien). Im Grundtypus sind sie alle
stab- oder zungenförmig und haben drei Ösen zum Einhängen der
Zaumzeugriemen und Zügel. Sie unterscheiden sich aber voneinander in
der Gestaltung der Enden - gerade ( Kat.-Nr. 70,72), gekrümmt (Kat.-Nr.
68, 72 -77), glatt (z.B. Kat.-Nr. 73), mit unterschiedlichen Endknöpfen
(vgl. etwa Kat.-Nr. 70, 72, 75, 76), mit abgesetzten oder durchlaufenden
Zungenenden (Kat.-Nr. 76, 77 bzw. 66, 68, 75) - und andere auf den er-
sten Blick kleine Details, die aber für die absolute und relative Datierung
des jeweiligen Stückes und seines Fundortes von Bedeutung sind. Die Be-
deutung unserer Funde ist aber damit nicht erschöpft. Wichtig sind diese
Pferdegeschirrteile insbesondere deswegen, weil sich in ihrer Verbreitung
die Kriegszüge der Kimmerer und Skythen im IX., VIII. und VII. Jahr-
hundert v. Chr. verfolgen lassen - Kriegszüge, die nicht nur den Vorderen
Orient, sondern auch Mitteleuropa betrafen, wo sie nicht historisch be-
zeugt sind. Historisch überliefert sind dagegen die vorderasiatischen
Kriegszüge der Skythen im VII. Jahrhundert v.Chr. Nach dem Bericht
des antiken Historikers Diodor (11,43-47) bewohnten die Skythen damals
die Steppe nördlich des Kaukasus, von wo aus sie "das weite Land vom
Tanais (Don) bis nach Thrakien eroberten, und dann ihre Kriegszüge in
eine andere Richtung wandten und ihre Herrschaft bis zum ägyptischen
Nil ausdehnten". Das Beutegut, das die Skythen von ihren vorderasiati-
schen Heerzügen mitbrachten reicht von alltäglichen Gebrauchsgütern
bis zu königlichen Insignien (wir erinnern uns an die Funde im Kurgan
von Kelermes).
Das wichtigste Denkmal aus der Zeit der Rückkehr der Skythen von
ihren vorderasiatischen Kriegszügen ist der Kurgan Uaschhitu, ausgegra-
ben im Jahr 1988. Die 5 m hohe Hügelschüttung verbarg eine komplizier-
te Holzkonstruktion, die eine riesige Grube (12 m mal 7 m) überdeckte.
Die Funde waren außerordentlich interessant. Obwohl die Bestattung be-
reits ausgeraubt war - von den Goldobjekten zeugt nur der Rest einer
Goldfolie -, sind zwei Bronzekessel urartäischen Typs mit zoomorphen
Henkeln (zur Zeit in Restaurierung), eine eiserne Gabel, die neben einem
dieser Kessel lag, und die Skelette von vier Pferden mit vollständiger
Schirrung erhalten geblieben. Die Spuren von zwei Rädern belegen die
Beigabe eines Streitwagens gut bekannten Typs, wie er auf den Reliefs as-
syrischer Paläste aus der Zeit der kimmerischen und skythischen Kriegs-
züge dargestellt ist. In diesem Zusammenhang ist zu vermerken, daß in
einem der Gräber der Nekropole Fars ebenfalls Schirrung für vier Pferde
zutage gekommen ist. Die typischen Details des Pferdegeschirrs aus Ua-
schhitu und Fars machen klar, daß diese Komplexe insgesamt älter sind,
als die von Kelermes und nicht später als in die erste Hälfte bis Mitte des
VII. Jahrhunderts v.Chr. datiert werden können. Der Fund von Fars ist
von nicht zu unterschätzender Bedeutung; in einem unbestreitbar proto-
maiotischen Bestattungsplatz ist er einmalig. Wenn also die ethnische Zu-
weisung der Kelermes-Kurgane - ob sie als skythisch oder als maiotisch
anzusprechen sind - eine Streitfrage bleibt, weil der Uaschhitu-Kurgan
seiner Einmaligkeit wegen auch nur schwer einzuordnen ist, so belegt der
21
Fundkomplex aus dem Bestattungsplatz Fars jedenfalls klar, daß auch die
Proto-Maioten an den Kriegszügen der Kimmerer und der Skythen teil-
genommen haben.
Als ich weiter oben von erbeuteten Gegenständen sprach, die im
Nomadenalltag gebraucht werden konnten, nannte ich Bronzekessel ura-
täischen Typs. Sie sind ziemlich häufig im nördlichen Kaukasus-Gebiet,
in Transkaukasien und sogar in der Ukraine. Der größte genietete Kessel
mit typischen zoomorphen Henkeln wurde aber bei Aul Uljap gefunden
(Kat.-Nr. 49).
Die meisten der reichen eisenzeitlichen Fund unserer Ausstellung
stammen aus maiotischer Zeit und datieren größtenteils ins V. bis IV.
Jahrhundert v. Chr. Nur einige gehören dem VI. Jahrhundert v. Chr. an,
darunter der Einzelfund eines Bronzeaufsatzes mit einem Maultierkopf(P)
auf der Spitze (Kat.-Nr.120) und eine rhodisch-ionische Kylix aus einem
Hügelgrab bei Aul Uljap (Kat.-Nr.97).
Daß unsere eisenzeitlichen Funde schwerpunktmäßig ins V. und IV.
Jahrhundert v. Chr. fallen, sei betont. Denn nach den Grabungen N.J.
Veselovskif s in der Adygee ausgangs des letzten Jahrhunderts sind dort
Kurgane dieser Zeitstellung kaum mehr untersucht worden. Außerdem
hat Veselovskij nur die großen Kurgane des Stammesadels erforscht, die
Hinterlassenschaften der einfachen Bevölkerung (Schachtgräber, kleine
Kurgane, Siedlungen) hat er nicht beachtet. Des weiteren stammen die
am besten erforschten Kurgane, die vor der Großen Oktoberrevolution
geöffnet wurden, entweder aus der Zeitspanne vom Ende des VII. Jahr-
hunderts bis in die erste Hälfte des V. Jahrhunderts v. Chr. (Kurgane von
Kelermes, Kostroma, Ulsk) oder vom Ende des IV. Jahrhunderts v.Chr.
(Kurgane von Kurdships, Karagodeuachsch). Eine Periode von mehr als
hundert Jahren (von der zweiten Hälfte des V. bis zum letzten Viertel des
IV. Jahrhunderts v. Chr.) ist so bisher fast unerforscht geblieben. Unsere
Grabungen bei Aul Uljap haben hier Abhilfe geschaffen und in vieler
Hinsicht diese Lücke in unseren Kenntnissen von der Maioten-Kultur im
Transkuban'-Gebiet geschlossen. Wir haben hier zwei Kurgane (der eine
aus dem VI. bis IV., der andere aus dem IV. Jahrhundert v. Chr.), eine
Reihe von Kurgan-Bestattungen aus dem IV. Jahrhundert v.Chr. und -
was besonders wichtig ist - einige maiotische Heiligtümer und kultische
Fundkomplexe untersucht, die uns neben Funden durchschnittlicher
Qualität und Bedeutung auch eine Reihe wahrer Meisterwerke, die zur
Weltkunst zu zählen sind, erbrachten.
So war im Kurgan Nr. 1 von Aul Uljap zu Anfang des IV. Jahrhun-
derts v. Chr. auf einer älteren, bronzezeitlichen, Aufschüttung eine
Fläche geebnet und darauf eine Kultstätte eingerichtet worden, in der nicht
näher bestimmbare Opferhandlungen stattfanden und die schließlich mit
einer weiteren Erdaufschüttung überdeckt wurde. Nach der Verteilung
der Fundgegenstände, der Tierknochen, sowie auch fünf menschlicher
Schädel zu schließen, bedeckte das Heiligtum eine rechteckige Fläche
von etwa 100 qm und hatte seinen Eingang auf der Südseite.
Unter den Funden fanden sich Werkzeuge aus Eisen, Pferdegeschirr-
teile, Waffen, zerschlagene Keramik lokaler Herstellung, zwei Bronze-
kessel (einer davon stark beschädigt: Kat.-Nr. 111), sechs Tonamphoren
vom Mende-Typ, eine antike Bronzeschüssel mit zwei Henkeln und eine
Kanne (Kat.-Nr. 107) mit weitausladendem, verziertem Mündungsrand
und tordiertem Henkel, dessen Attasche als Eber gestaltet ist. Des weite-
ren umfaßt das Fundgut der Kultstätte eine Reihe goldener Preßblechar-
beiten, die zu den Pretiosen unserer Ausstellung gehören. Nennen
möchte ich hier zunächst das als Anhänger gestaltete Köpfchen einer
22
Löwin mit geöffnetem Maul (Kat.Nr. 152), und Goldbeschläge in Gestalt
liegender Elche mit rückwärts gewandtem Kopf (Kat.-Nr. 187) und
schreitender Löwen (Kat.-Nr. 169). Die Löwenbeschläge sind durch ihre
tiefe plastische Durchprägung besonders ausdrucksvoll. Der hochgeho-
bene Kopf mit üppiger Mähne, der mächtige Rumpf und die breitflächig
herausgearbeiteten Pranken verleihen der Darstellung etwas Monumenta-
les, das uns an die Löwendarstellungen in Persepolis erinnert. Als Kunst-
werk des achämenidischen Kunstkreises gleich hier angeschlossen sei eine
silberne Vase (Kat.-Nr. 108, nebenstehende Textabbildung) mit charak-
teristischer Schuppen-, Lotusblüten- und Eierstabornamentik und der
Darstellung eines von einem Löwen verfolgten Damhirsches(P): auch sie
von der Kultstätte im Kurgan Nr.l von Aul Uljap. Doch zurück zu den
goldenen Preßblecharbeiten dieses Fundkomplexes: Zu den besten Wer-
ken des Tierstils zählen zwei große Beschläge in Hirschgestalt (Kat.-Nr.
168). Im Unterschied zu den für den skythischen Tierstil typischen lie-
genden Hirschen, zeigen die Beschläge von Uljap stolz schreitende Tiere,
deren Köpfe mit prachtvollem Geweih geschmückt sind. Sehr interessant
ist die Kombination des realistisch behandelten Rumpfes mit einem Ge-
weih bizarr stilisierter, einander zugewandter Greifenköpfe. Vorgreifend
möchte ich betonen, daß zwei der drei Hirschdarstellungstypen auf den
goldenen Preßblechen unserer Ausgrabungen den schreitenden Hirsch
zeigen. Für die Kunst der Maioten war allem Anschein nach der schrei-
tende Hirsch charakteristisch, im Gegensatz zu dem von den Skythen be-
vorzugten liegenden Hirschmotiv.
Wahre Meisterwerke des skythisch-maiotischen Tierstils sind zwei
plastische Stangenaufsätze aus der Kultstätte des Kurgan Nr.l von Aul
Uljap. Einer davon ist als liegender Eber mit nach vorgestrecktem Kopf
gestaltet (Kat.-Nr. 122). Die Figur ist aus zwei gepreßten Silberplatten zu-
sammengesetzt, die auf einem Holzkern (Nußbaumholz) befestigt und
durch Silberstifte mit aufgelöteten Goldköpfen miteinander verbunden
sind. Die Ohren, Augen und Hauer sind reliefartig umrahmt und mit
Goldeinlagen inkrustiert. Beschläge mit Wildschweindarstellungen sind
in der skythischen Kunst gut bekannt. Sie stammen aus Kurganen der
Steppe der Ukraine und des Don-Gebietes. Aber eine Vollplastik, für die
zudem verschiedene Materialien (Holz, Silber, Gold) benutzt sowie un-
terschiedliche Technik (Treiben, Gravieren, Löten) angewandt wurden,
ist in der skythisch-maiotischen Kunst bisher einmalig. Man muß auch
betonen, daß Stangenbekrönungen in Tiergestalt zwar recht oft unter den
archäologischen Zeugnissen des skythischen und maiotischen Adels vor-
kommen, Wildschweinfiguren darunter aber bislang unbekannt waren.
Der zweite Stangenaufsatz, eine Hirschskulptur, konnte nur teilwei-
se wieder hergestellt werden. Es ist aber gelungen, dem edlen und stolz
erhobenen goldenen Kopf des Hirsches zu restaurieren, der auf einem
langen, wohlgestaltetem Hals sitzt. Der Meister hat mit einfachen Mitteln
- man beachte die einfache, eingetiefte Linienführung, in der Nüstern
und Maul des Tieres dargestellt sind - erstaunliche Ausdruckskraft
erreicht. Ein massives Silbergeweih krönt die Hirschgestalt. Der ohne je-
glichen Schematismus plastisch durchgebildete Kopf des Uljap-Hirsches
ist zweifellos ein hervorragendes Kunstwerk einheimischer Produktion,
das man in eine Reihe mit den besten Werken skythisch-maiotischer
Kunst stellen kann. Der Kopf des Uljap-Hirsches erinnert an archaische
Hirschkopfdarstellungen aus der ukrainischen Waldsteppe, die von bei-
nernen Trensenknebeln des VI. Jahrhunderts v. Chr. bekannt sind.
Kat Nr 108, Mbemvase, ivjh v chr, uijap, Außerdem muß man auf die Ähnlichkert zwischen dem Geweih des Ul-
kmgano i jap-Hirsches und den hölzernen Darstellungen von Hirschen aus Kurga-
23
nen das V. Jahrhunderts v. Chr. im Altai-Gebirge hinweisen. Diese Ahnli-
chkeit mit älteren Hirschdarstellungen ist nicht zufällig. Zwar kann man
die Funde (Bronzegefäße, Tonamphoren ) aus der Kultstätte des Uljap-
Kurganes Nr.l im allgemeinen nicht früher als ins IV. Jahrhundert v.Chr.
datieren. Die Skulptur des Uljap-Hirsches jedoch gehört ganz klar einer
älteren Zeit an. Sie kann nicht später als im V. Jahrhundert v. Chr. ent-
standen sein, als im Schwarzmeer- und Kuban'-Gebiet Kunstwerke grie-
chischer Meister, die im Auftrag skythischer oder maiotischer Herren ge-
schaffen worden sind, zu selten waren, als daß sie den charakteristischen
einheimischen Stil hatten beeinflussen können. Beim Vergleich von
Hirschdarstellungen des IV. Jahrhunderts v. Chr. aus verschiedenen Tei-
len Osteuropas mit der Uljap-Skulptur ist leicht zu erkennen, daß in den
Darstellungen des IV. Jahrhunderts v. Chr. die Tiere in der Regel detail-
lierter durchgeformt und einzelne Teile, insbesondere das Geweih,
stärker stilisiert sind. Die Skulptur des Uljap-Hirsches war offensichtlich
eine Kostbarkeit, die man von Geschlecht zu Geschlecht weitergegeben
hat, bevor sie zu Anfang des IV. Jahrhunderts v. Chr. in die Kultstätte des
Uljap-Kurgans Nr.l gelangte.
In diese Zeit gehört auch das Heiligtum aus dem Kurgan Nr. 5 von
Aul Uljap. Hier wurden die Reste eines runden Holzgerüstbaues, der auf
zehn Pfeilern ruhte, freigelegt. Der Eingang lag auf der Südseite. Vor die-
sem kam ein bronzener Lamellengürtel zutage, 130 cm lang, mit zwölf
Bronzeglöckchen mit eisernen Klöppeln (Kat.-Nr. 138). Unter dem
Gürtel fanden wir nebeneinander liegend zwei bronzene Stangenaufsätze
in Radform mit je acht Speichen und vorstehender Nabe.
Im Zentrum des Bauwerkes konnte eine Pfostengrube freigelegt
werden, in der ringsum mehr als hundert Ketten mit Perlen aus bunter
Glaspaste (Kat.-Nr. 159 - 161) lagen, ferner eine runde Goldplatte mit
der Darstellung der Medusa Gorgona in silberner Fassung mit Befesti-
gungslöchern. In der Grube war ursprünglich ein (jetzt vergangener)
Pfeiler eingelassen (vermutlich als Opferstätte), der mit den zuvor genannt-
en Perlenketten und dem Gorgonen-Medaillon geschmückt war.
Die von einem Graben umzogene Fläche der Kultstätte war mit
Funden übersät, mit Keramik, Waffen, Schmuck, Tierknochen, darunter
Pferdeschädeln, und auch einzelnen Menschenknochen. Neben den Waf-
fen (Schwerter, Lanzenspitzen, Messer) wurden Bronzearmringe, mehre-
re Glasperlenketten und Teile bronzener Pferdegeschirre entdeckt; be-
sonders schön sind vier gegossene Trensenknebelpaare, die in Panther-,
Greifen: und Seepferdchenköpfen auslaufen (Kat.-Nr. 127-129). Impor-
te aus Ägypten sind durch Ketten aus mehrfarbigem phönizischen Glas
(Kat.-Nr. 162), durch ein alabasternes Fläschchen (Kat.-Nr. 191) und
durch zwei ägyptische Fayenceamulette in Gestalt des Zwergengottes Bes
(Kat.-Nr. 156 A) vertreten, griechische Importe durch einige Schwarzfir-
nisgefäße. Von besonderen Interesse sind zwei korinthische Lekanides
(Schüssen) mit Deckel (Kat.-Nr. 100) und ein großer ionischer Askos
(Kat.-Nr. 104) wie sie im archäologischen Fundgut der Schwarz-
meerküste und des Kuban'-Gebietes ziemlich selten vorkommen. West-
lich vom zentralen Pfeiler wurden in vier Reihen mehr als 300 verschiede-
nartig gestaltete und verzierte goldene Schmuckbleche (Kat.-Nr. 173 -
183; auch 187 und 188) freigelegt. Dazu kommen noch tausende von
Glasperlen und mehr als zehn Ketten und Anhänger mit großen Perlen
aus Glaspaste. Diese Bleche, Ketten und Perlen waren möglicherweise
auf jetzt vergangenem Stoff aufgenäht.
Mit die bemerkenswertesten Funde in dieser Kultstätte sind zwei
gut erhaltene Bronzestempel (Kat.-Nr. 113). Einer diente zur Herstellung
24
großer ovaler Hohlperlen aus Blech, die aus zwei später zusammen
gelöteten Hälften bestanden. Mit dem zweiten Stempel prägte man kleine
rechteckige Blechbeschläge mit der Darstellung eines Panthers, der sich
mit gekrümmtem Rücken und leicht gesenktem Kopf anschleicht. Den
Wert dieser Stempel kann man nicht hoch genug einschätzen. Mehr als
hundert Jahre sind seit der Entdeckung der ersten Grabbeigaben im sky-
thischen Tierstil vergangen, aber immer noch diskutiert die Forschung,
von wem und wo diese Gegenstände angefertigt wurden. Am gängigsten
ist die Meinung, daß Goldschmiede in den griechischen Kolonien des
nördlichen Schwarzmeergebietes sie im Auftrag der einheimischen
Stämme hergestellt haben. Als Hauptzentren gelten die Städte des Bospo-
ranischen Reiches. Nach Entdeckung der beiden stark abgenutzten Stem-
pel ist klar erwiesen, daß einheimische, d.h. maiotische Meister sowohl
die Perlen als auch die Bleche mit der Pantherdarstellung angefertigt ha-
ben. Die Stempel selbst stammen wahrscheinlich aus einer der griechi-
schen Städte, aber die Ausformung von Perlen und Beschlagblechen mit
diesen Stempeln erfolgte in einem der einheimischen Metallverarbeitungs-
zentren.
Da wir inmitten des Bauwerks, neben der zentralen Pfeilergrube, ein
Schwert gefunden haben, das getrennt von den übrigen Funden lag, ist es
angebracht, sich an Herodot zu erinnern, der in seinen Berichten über
Bräuche und Rituale der Skythen auch ein Heiligtum des Kriegsgottes
Ares beschreibt. Herodot widmet den Opferhandlungen für Ares eindrucks-
volle Seiten. Ein Schwert steckte man in einen Reisighaufen - in unserem
Fall lag das Schwert in einer Vertiefung voll von Asche - und rundum
floß das Blut von Feinden und Opfertieren. Der Nachweis solcher Hei-
ligtümer auf skythischen Gebiet steht noch aus. Indessen waren die
Maioten in ihrer geistigen und materiellen Kultur den Skythen ziemlich
nahe verwandt und so verwundert es nicht, daß auf maiotischen Territo-
rium ein Heiligtum gefunden wurde, das dem Bericht Herodots sehr
nahe kommt. Stimmt unsere Vermutung so wäre dies das erste im Süden
der Sowjetunion nachgewiesene Ares-Heiligtum.
Über die Kampfeslust der Maioten schrieben viele antike Autoren.
Ich erwähne hier nur die Erzählung des Polyainos über die Maiotin Tir-
gatao, die das Land der Sinder und sogar das Bosporanische Reich besieg-
te, oder den Bericht des Diodorus Siculus über Aripharnes, den Herr-
scher der Thateier, der einen Angriff des Söldnerheeres des bosporani-
schen Königs Satyros auf seine Hauptstadt abschlug, eines Söldnerheeres,
dem Griechen, Thraker und Skythen angehörten. Von der Kampfeslust
der Maioten zeugen auch archäologische Funde. So ist zum Beispiel in
den Gräbern einfacher Maioten die Beigabe von Schwertern häufiger als
in den entsprechenden skythischen Bestattungen. Die große Anzahl von
Pferdebestattungen in Heiligtümern und Kurganen der maiotischen
Führungsschicht spricht für die kriegerische Bedeutung der Reiterei, die
mit erstklassigem Pferdegeschirr ausgerüstet war. Auch ist die Zahl der
Pferdebestattungen in maiotischen Kurganen größer als in skythischen.
Die geistige Verwandtschaft der Maioten und Skythen spiegelt sich ein-
drucksvoll in der Kunst, einer der wesentlichen Formen des gesellschaft-
lichen Bewustseins, wieder. Ich denke, daß die angeführten Tatsachen so-
wohl die Kriegslust der Maioten, als auch ihre ideologische Nähe zu den
Skythen ausreichend offenlegen. Bedenken wir noch die jahrzehntelan-
gen, unmittelbaren Beziehungen zwischen den beiden benachbarten
Völkern, so haben wir allen Grund zur Annahme, der Kriegsgott sei bei
den Maioten nicht weniger populär als bei den Skythen gewesen und ha-
be auch im Lande der Maioten seine Heiligtümer gehabt, die auf skythi-
25
schen Territorium archäologisch bisher noch nicht nachgewiesen sind.
Nach Herodot allerdings errichtete man in allen Gauen des Skythenlan-
des Ares-Heiligtümer. Auch dieser Brauch kann sich im Lande der Maio-
ten verbreitet haben. Nach den Ausgrabungen bei Aul Uljap zu urteilen
befand sich das Heiligtum, das ich mit dem Kriegsgott verbinde, in der
Nähe von anderen Heiligtümern, Kurganen und Schachtgräbern, von de-
nen bereits die Rede war.
Bei der Beschreibung weiterer Funde aus den Uijap-Kurganen und
Schachtgräbern sei auf die Formenvielfalt der Waffen, der Keramik und
der verschiedenärtigsten Schmuckstücke hingewiesen. Darunter befinden
sich auch im Tierstilgestaltete Bronzen. Sie wurden im Wachsausschmelz-
verfahren gegossen und danach ziseliert und graviert. Wie hoch dieses
Kunsthandwerk heimischer Meister stand, zeigt schon ein Blick auf Tren-
senknebel in Form eines Hirsches mit angezogenen Beinen (Kat.-Nr.
124), auf S-förmige Trensenknebel, deren Ende zu stilisierten Raubvo-
gelfängen ausgeformt sind (Kat.-Nr. 126), auf G-förmige Knebel mit stili-
sierten Flügelenden oder palmettenförmigen Endplatten (Kat.-Nr. 125).
Die gleichen Herstellungstechniken galten für den gegossenen Stirn-
schmuck der Pferde und verschiedene plattenförmige Schmuckobjekte.
Auch unter ihnen trifft man ausgezeichnete Exemplare im skythischen
Tierstil an. Zu ihnen gehören ein Stirnschmuck mit Greifenmotiv (Kat.-
Nr. 135) oder eine Platte in Form eines liegenden Löwen, dessen Hinter-
bein merkwürdig verrenkt und auf den Rücken gelegt ist (Kat.-Nr. 133).
Auf dem Bein ist ein Greifenkopf eingraviert. Andere in Form und
Größe unterschiedliche Bronzebeschläge - wohl Riemenbesatz von Pfer-
dezaumzeug - haben gewöhnlich eine Ose auf der Rückseite; die Vorder-
seite ist als Tierbild ausgestaltet oder abstrakt ornamentiert. Besonders
schön sind Exemplare in Gestalt eines Ziegenbocks (Kat.-Nr. 140), eines
Pantherkopfes (Kat.-Nr. 124), eines Hirschkopfes (Kat.-Nr. 137) usw.
Beim Frauenschmuck verdienen zahlreiche Ketten und Anhänger
aus Glaspaste, grünem Jaspis, Glas und Karneol besondere Beachtung.
Griechisches Kunsthandwerk des V. Jahrhunderts v. Chr. repräsentieren
eine elegante Schwarzfirniskylix mit Standring (Kat.-Nr. 98) und eine
schwarzfigurige Kylix mit der Darstellung von Frauen, die Kithara (Har-
fe) und Tympanon (Handpauke) spielen (Kat.-Nr. 99).
Noch reichere Funde stammen aus einem weiteren geschlossenen
Fundkomplex: dem Fundensemble Nr. 7 im westlichen Teil des Kurgans
Nr. 4 von Aul Uljap. Hier fanden wir unter anderem goldene Perlen und
goldene Besatzbleche in Form eines liegenden Elches mit zurückgewen-
detem Kopf (Kat.-Nr. 187), zwei kleine goldene Löwenfigürchen, deren
Augen und Mähnen durch Granulation hervorgehoben sind (Kat.-Nr.
165), eine erstaunlich gut erhaltene griechische Bronzeschale (Kat.-Nr.
106) mit einem Standring und einem beweglichen Ringhenkel an einer
Palmettenattasche. Hinzu kommt ausgezeichnetes griechisches Tafelge-
schirr: eine rotfigurige Kylix mit Athletenszenen (Kat.-Nr. 105), eine
schwarz gefirnißte Kylix und ein Skyphos.
Die reichsten Funde aber erwarteten uns in Deponierungen nahe
dem Scheitelpunkt des Kurgans Aul Uljap Nr. 4, Deponierungen, die auf
drei Seiten (außer im Süden) von Bestattungen aus dem IV. Jahrhundert
v. Chr. gleichsam eingerahmt waren. Etwas östlich der Kurganmitte fan-
den wir Teile zweier panathenäischer Preisamphoren der zweiten Hälfte
des V. Jahrhunderts v. Chr. (Kat.-Nr. 101 und 102). Bekanntlich wurden
in Athen alljährlich die Panathenäen zu Ehren der hochverehrten Stadt-
göttin Pallas Athene gefeiert. Im Rahmen dieses Volksfestes fanden die
nach den Olympischen Spielen bedeutendsten Sportwettkämpfe der grie-
26
chischen Welt statt. Nur Vollbürger der Stadt Athen durften an ihnen
teilnehmen. Die Sieger erhielten als Preis solche Amphoren, gefüllt mit
Olivenöl. Um diesen Fund ins rechte Licht zurücken, genügt es festzu-
stellen, daß im gesamten Verlauf archäologischer Forschung in Rußland
bislang nur acht panathenäische Preisamphoren zum Vorschein gekom-
men sind (die Hälfte davon in Scherben), und daß die Museen von Mos-
kau keine panathnäische Amphore besitzen. Und jetzt kamen zwei wei-
tere hinzu. Sie sind beidseitig mit Figuren bemalt. Auf der etwas schlech-
ter erhaltenen Amphore (Kat.-Nr. 101) ist auf einer Seite die Göttin Athe-
ne nach links schreitend dargestellt. Sie trägt einen Helm mit hohem
Kamm; in der rechten Hand führt sie die Lanze, in der linken hält sie den
Schild. Zu beiden Seiten der Göttin stehen Säulen, auf ihnen ein Hahn,
das Symbol des Wettkampfes. Entlang der linken Säule ist die Inschrift
erhalten geblieben. Von der anderen Seite der Ampore ist nur die Figur
eines bärtigen Mannes (vielleicht eines Schiedsrichters) erhalten, beklei-
det mit einem über die Schulter geworfenen Himation. Der Mann ist
seitwärts blickend dargestellt, den Kopf nach rechts gewendet, wo ver-
mutlich der siegreiche Athlet stand, von dem nur noch ein Teil des Ar-
mes mit Lorbeerzweig und Teile des Beines zu sehen sind.
Die Athene-Darstellung auf der zweiten Amphore (Kat.-Nr. 102)
kommt derjenigen der ersten sehr nahe, ist aber viel besser erhalten. Auf
der Schulter Athenes ringelt sich eine Schlange, die Schildmitte zeigt das
Bild der Medusa Gorgona. Die Göttin trägt einen langen, mit geometri-
schen Ornamenten verzierten Chiton, darüber wahrscheinlichlich einen
kurzen, in der Taille gegürteten und bunt verzierten Überwurf. Unter
dem Kammhelm fällt glattes Haar auf Schultern und Brust herab.
Während auf der ersten Amphore Gesicht, Hand und Bein der Athene
mit weißer Farbe gemalt sind, ist auf der zweiten nur die Hand mit Lanze
weiß (dort wo die Farbe erhalten ist), die Figur der Göttin schwarz. Be-
merkenswert ist der meisterhaft ausgeführte Hahn auf der rechten Säule.
Auf der Rückseite der Amphore sind drei nackte Läufer abgebildet.
Etwas westlich vom Scheitelpunkt des Kurgans Aul Uljap Nr. 4
wurden auf einer Fläche von 1,3 m mal 1,6 m eine wunderbar reiche ri-
tuelle Deponierung freigelegt. Neben einem Schädel lagen hier zwei zur
Gänze erhaltene Bronzegefäße (eine Schüssel und darunter eine Flasche),
der Hals eines weiteren Bronzegefäßes, eine silberne Phiale griechischer
Herkunft, ein massiver goldener Halsreif mit offenen Enden, goldene Be-
satzbleche in Form stehender Enten (Kat.-Nr. 171), eines liegenden Elch-
es mit zurückgewendetem Kopf (Kat.-Nr. 187), eines liegenden Hirsches
mit unterschlagenen Beinen (Kat.-Nr. 172) und schließlich zwei Rhyta
(Trinkhörner), das eine aus Gold, das andere aus partiell vergoldetem Sil-
ber(Kat.-Nr. 109undll0).
Wunderschön ist das aus Goldblech geschmiedete hornförmige
Rhyton. Der Biegung des Horns ist eine goldene Manschette aufgelegt,
deren gesamte Fläche mit Goldfiligran in Spiralmustern überzogen ist.
Das Ende des Rhytons umziehen vier aufgesetzte Flechtbandringe, bevor
es in einem Pantherkopf mit aufgerissenem Maul und herausgestreckter
Zunge ausläuft. Bewundernswert ist die technische Meisterschaft und
realistische Gestaltungskraft des Goldschmiedes, die er an dem Tierkopf
bewiesen hat. Besonders eindrucksvoll sind die Eckzähne, die gesondert
gefertigt wurden. Die dreieckig herzförmigen Ohren des Tieres helfen
uns, die Herkunft des Rhytons festzustellen. Diese Art der Ohrgestaltung
findet man auf Altertümern des hethitisch-hurritischen und des luristani-
schen Kulturkreises, und sie begegnet später in frühen Pantherdarstellun-
gen im skythischen Tierstil (Ziwiye, Kelermes-Kurgane). Seit der Mitte
27
Fries mit Szenen aus der Gigantomachie
des VI. Jahrhunderts v. Chr. gibt es solche Ohren in der skythisch-grie-
chischen Toreutik nicht mehr. Somit haben wir allen Grund, das Rhyton
als Importerzeugnis aus dem Iran oder Kleinasien zu betrachten und es
nicht später als in das V. Jahrhundert v. Chr. zu datieren, also in eine
frühere Periode als alle anderen Gegenstände des Fundkomplexes. Das
ist nicht verwunderlich. Denn ein derartig wertvolles Stück blieb sicher
sehr lange in Gebrauch und wurde öfter vererbt, bevor es in die Auf-
schüttung des Kurgans Nr.4 von Aul Uljap gelangte.
Den wertvollsten Fund unserer Grabungen stellt das zweite Rhyton,
das in der rituellen Deponierung des Kurgans Aul Uljap Nr. 4 entdeckt
wurde, dar (Kat.-Nr. 110). Arkadij Belkin hat es über ein Jahr lang re-
stauriert. Als wir es dann wieder in seinem neuen Glanze sahen, so
schlank und schön, schien es uns beinahe zu schweben. Die Mündung
des Gefäßes säumt eine aufgesetzte vergoldete Bordüre mit Lotusblüten-,
Palmetten- und Schuppenornamentik. Ihr folgt weiter unten eine Reihe e-
benfalls aufgelegter, vergoldeter Palmettenornamente und zwischen ih-
nen das nur teilweise erhaltene Figürchen eines Satyrs. Sie begleiten den
weiter unten beschriebenen Bildfries, von dessen unterem Rand ebenfalls
solche Palmetten herabhängen. Das Rhyton ist sanft gebogen und läuft in
einem Pegasusprotom aus. Die mächtigen, kunstvoll getriebenen und ver-
goldeten Flügel waren ursprünglich wohl ausgebreitet, und der mit Pal-
metten verziert, gerade Teil des Rhytonkörpers war gut zu sehen. Nach-
dem aber die Flügel am Ansatz gebrochen waren, nietete man sie am
Rumpf des Rhytons fest. Sie überdecken deswegen teilweise den unteren
Teil des Frieses, von dem, wie gesagt, später die Rede sein wird. Unter
dem Flügelansatz greifen die vorgestreckten Vorderbeine des Pegasus aus
(von denen nur das rechte Bein erhalten ist). Den kräftigen, schlanken
Hals krönt ein Kopf von seltener Schönheit und Ausdruckskraft. Ihn
ziert eine goldene Mähne, von der jedes Haar sorgfältig ziseliert ist. Die
leicht angestellten Ohren, die großen, mit Bernstein inkrustierten Augen3,
das leicht geöffnete Maul, das die Zähne und die vergoldete Zunge sehen
läßt, die geblähten Nüstern, die plastisch hervortretenden Adern: der
Meister hat den Pegasus so dargestellt, als ob er nach einem ungestümen
Flug eben auf der Erde aufsetzt. Der leicht gesenkte Kopf und die frei
hängenden Zügel sollen die Ruhe des göttlichen Pferdes unterstreichen.
3 Bei der Freilegung des Rhytons haben wir im
erhaltenen Auge Bernsteinreste festgestellt,
die aber nicht befestigt werden konnten.
28
Die reiche Vergoldung am oberen Teil des Rhytons sowie die vergoldeten
Flügel, das Gold der Zaumzeugriemen, der Zügel, die vergoldete Mähne,
die Bernsteinaugen und die glänzende Zunge, all dies hebt sich von dem
silbernen Hintergrund ab und verleiht dem Werk etwas Festliches, macht
es für einen königlichen Tisch würdig.
Besondere Bedeutung kommt dem Fries auf dem mittleren Teil des
Gefäßes zu. Auf der nur 5 cm breiten, vergoldeten Platte stellt der
Künstler im Hochrelief sechs kämpfende Paare dar und macht damit die
Nachwelt mit einer weiteren Variante des altgriechischen Mythos über
den Kampf der Götter gegen die Giganten (Gigantomachie) bekannt. Im
Zentrum des Frieses kämpft Hephaistos zusammen mit einer Göttin toll-
kühn gegen die Giganten. Die Göttin klammert sich mit der linken Hand
am Kopf eines Giganten fest und ist bestrebt, den Feind mit einem
großen Hakenschlüssel niederzuschlagen. Der Gigant, der sich mit einem
Ochsenfell (?) schützt, versucht mit der linken Hand den Schlüssel zu
fassen, in der rechten hält er einen Stein. In die mächtige Hand des He-
phaiston legt der Künstler eine Schmiedezange mit glühender Luppe.
Diese todbringende Waffe soll das Schicksal des Zweikampfes zu He-
phaistons Gunsten entscheiden. Der Gigant weicht aus, versucht sich mit
dem Schild zu schützen und selbst einen Schlag mit dem Stein zu verset-
zen. Rechts von der Göttin streckt Zeus einen Giganten durch einen Biitz
nieder. Noch weiter rechts hat Hermes den Schwertarm seines mit einem
einschneidigen Schwert (Machaira) kämfenden Gegners abgefangen und
ist selbst bereit, ihm den entscheidenden Schwertstoß von unten her zu
versetzen. Dieses Paar kehrt identisch links von Hephaistos-Gruppe wie-
der. In der Szene links davon hilft dem Gott ein Löwe. Er springt den
niedergesunkenen Giganten an, über dessen Kopf der Gott das strafende
Schwert erhoben hat.
Für fast alle Zweikämpfe haben wir die Götter identifiziert. Haben
wir sie auch immer richtig erkannt? Ja. Die Sujets der Gigantomachie wa-
ren in der antiken Kunst, insbesondere in der Vasenmalerei und in der
Bauplastik, sehr populär. Außerdem werden viele olympischen Götter in
der griechischen Kunst immer mit ihren ständigen Attributen dargestellt.
So kann man Hermes an dem für ihn charakteristischen Heroldstab (Ca-
duceus) erkennen (hier hält er ihn in der linken Hand, mit der er den
29
Arm des Giganten abfängt). Es ist auch bekannt, daß nur Zeus Blitze
schleudert, so daß er auf dem Fries ohne weiteres identifizierbar ist; und
allein Hephaistos, der Gott der Schmiedekunst, konnte mit einer Schmiede-
zange mit glühender Luppe zustoßen. Viel schwieriger war es, den Na-
men der Göttin festzustellen. Dazu mußten wir herausfinden, welchen
Gegenstand sie in der Hand hält. Zuerst glaubten wir, es sei ein Brat-
spieß. Träfe diese Vermutung zu, so wäre es Hestia, die Göttin des Herd-
feuers und der Familie. Aber der griechische Gelehrte Apollodor, der ei-
ne umfassende Abhandlung über die Mythen des antiken Griechenlands
zusammengestellt hat, erwähnt in der Beschreibung der Gigantoma-
chie keine Hestia. Wer konnte es also sein? Beim Versuch, diese Frage zu
beantworten, haben wir andere Literaturquellen befragt. Wir fanden her-
aus, daß die Göttin einen Tempelschlüssel in der Hand hält. In Her-
mann Diels Buch " Antike Technik"4 ist ein Schlüssel vom Artemistempel
zu Lusoi abgebildet. Auf dem Schlüssel steht eine griechische Inschrift
des V. Jahrhunderts v. Chr. Dieser Schlüssel stimmt voll und ganz mit
dem auf dem Fries des Rhytons überein (bis hin zur zoomorphen Darstel-
lung am Ende des Griffes). Fast jede der wichtigeren Göttinnen hatte in
Griechenland ihre Tempel. Daß eine von ihnen auf dem Fries dargestellt
ist, unterliegt keinem Zweifel; denn sie steht zwischen Zeus und Hephais-
tos, auf die Hermes folgt. Vielleicht handelt es sich um Artemis?. Es
fehlt aber ihr übliches Attribut, der Bogen. Oder ist es Hekate, die
Göttin des Zaubers und der Gespenster? Das wäre auch möglich, nur
versetzt Hekate in der Schilderung von Apollodor dem Feind einen
Schlag mit der Fackel. So ist sie auch auf dem Fries des Pergamonaltars
dargestellt. Der kriegerischen Athene gleicht unsere "geheimnisvolle Un-
bekannte" auch nicht: sie hat kein Schild und keinen Helm. Schlagen wir
noch einmal bei Apollodor nach. Unter den bekannten Göttinnen des
Olymp, die an der Gigantomachie beteiligt waren, nennt er außer den o-
ben genannten Göttinnen noch Hera, die Gemahlin des Zeus. Auf sie
stürzte sich der Gigant Porphyrion und versuchte, ihr Gewalt anzutun (I,
6,2), und sie rief Zeus zu Hilfe. Auf den zahlreichen Hera-Darstellungen
der Anike hat sie keine ständigen Attribute. Auf dem Rhytonfries hat die
Göttin nur einen Tempelschlüssel in der Hand, aber sie steht neben
Zeus. Das erlaubt die Annahme, hier sei Hera dargestellt, obwohl man
die frühere Vermutung, es könne Hekate sein, nicht entgültig ablehnen
kann. Unklar bliebe dann nur noch der Name des Gottes, dem ein Löwe
im Kampf hilft. Ist das Dionysos?. Er wird ja oft mit Tieren dargestellt,
darunter auch Löwen. Auf antiken Vasen ist der unbekleidete Dionysos
immer jung, trägt er aber einen Bart - wie auf dem Rhytonfries - dann ist
er in der Regel bekleidet. Bei Apollodor schlägt Dionysos einen Giganten
mit einem Thyrsos, hier dagegen wird der Gigant mit einem Schwert an-
gegriffen. Wer könnte hier gemeint sein? Ich neige zu der Ansicht, daß es
Zeus ist. Warum? Bekanntlich begleitete Rhea, die Mutter der Götter,
immer ein Löwe. Er ist auch in Szenen der Gigantomachie des Pergamon-
altars dargestellt. Auf dem Rhytonfries hilft der Löwe wahrscheinlich
Zeus, dem Lieblingssohn der Rhea. Und da Zeus mehr Giganten besiegt
hat als die anderen Götter - Apollodor schreibt: " Außer Pophyrion besieg-
te er die "übrigen" Giganten" (d.h. alle, die nicht ausdrücklich als von
anderen Göttern besiegt benannt werden -A.L.) - ist es nicht verwunder-
lich, daß auf dem Rhytonfries der Göttervater zweimal erscheint. Das ist
allerdings nur eine Vermutung. Und unverständlich bleibt immer noch,
warum auf dem Fries zweimal die Szene mit Hermes dargestellt ist. Was
könnte den Meister dazu veranlaßt haben? Vielleicht hatte er eine Präge- 4 H.Diels, Antike Technik. Leipzig/Berlin
form für nur fünf kämpfende Paare, die für den Fries bestimmte Platte 1934, S.44, Abb.9
30
5 Sein heutiges Aussehen erhielt das Rhyton
im 4. Jahrhundert v. Chr., als sein Körper mit
den fur diese Zeit typischen Palmetten- und
Figurenauflage verziert wurde (auf dem
Körper sind neben der teilweise erhaltenen
Satyrgestalt die Abdrücke mehrerer Figuren
zuerkennen).
war aber länger und er wollte die freie Fläche nicht leer lassen, und so
prägte er zweimal die Szene mit Hermes. Diese Deutung scheint gerecht-
fertigt, wenn wir annehmen, daß wir in der Szene mit dem Löwen wirk-
lich Zeus erkennen. Dann kämpfen auf beiden Seiten des Frieses in den
Randszenen dieselben Götter nebeneinander: Zeus und Hermes links
und Hermes und Zeus rechts.
Bei näherer Betrachtung des Frieses merkt man, wie meisterhaft der
Künstler die verschiedenen Etappen des Kampfes wiedergegeben hat.
Der Gigant in der linken Szene ist bereits besiegt, sein Blick ist erloschen,
seine Waffe - der Stein - dient ihm bloß als Stütze. Vom Untergang be-
droht ist auch der Gigant, den Zeus mit seinen Blitzen angreift: der Helm
ist von seinem Gesicht heruntergefallen, er ist bereits auf ein Knie
gestürzt und sein anderes Bein wird von Zeus durchgetreten. Nicht bes-
ser geht es dem Giganten, der gegen Hermes kämpft: obwohl er sein Ma-
chaira-Schwert zum Schlag erhoben hat, hat der Gott seinen Arm abge-
fangen und selbst das Schwert gezogen, gegen das der Feind schutzlos ist.
Nicht zufällig sind die besiegten Giganten bereits in die Knie gesunken.
Bei den kämpfenden Paaren im Zentrum hingegen wird der Kampf selbst
gezeigt. Obwohl Hephaistos und Hera (oder Hekate) ihre Gegner angrei-
fen, ist der Ausgang der Zweikämpfe noch nicht entschieden: ob sich der
Gigant vor dem Schlag des Hephaistos mit dem Schild schützen kann, ob
der Schlag, den die Göttin mit dem Schlüssel führt, von ihrem Gegner ab-
gewehrt werden kann - der Künstler antwortet auf diese Fragen nicht, be-
zieht aber dadurch den Betrachter mit in die Geschehnisse ein. Sicherlich
werden sich noch viele Archäologen, Kunstwissenschaftler und Waffen-
forscher mit der Analyse des Frieses beschäftigen und die Details
ausführlicher studieren; sie werden klären, in welcher Stadt er angefertigt
wurde und welche Kunstschule der Meister angehörte. Aber immer wer-
den die Menschen von der Meisterschaft des Künstlers entzückt sein, der
so ausdrucksstark und glänzend den Kampf geschildert hat. Die nackten
Körper der Kämpfer sind voll Spannung, eindrucksvoll sind die Brust-,
Bauch-, Arm- und Beinmuskeln ausgeformt. Es besteht kein Zweifel, daß
die Gestalten der antiken Götter, die mit so großer Inspiration abgebildet
sind, den Namen des Meisters vom Uljap-Rhyton unsterblich gemacht
hätten, wenn wir ihn nur kennen würden.
Urteilt man nach den Trensenknebeln des Pegasus und der Ikono-
graphie der kämpfenden Götter und Giganten, die zuverlässige Analo-
gien in der Vasenmalerei haben, ist das Rhyton nicht später als in die Mit-
te des V. Jahrhunderts v. Chr. zu datieren5. Das ist die Blütezeit der grie-
chischen Kunst und Kultur, die Periode, in der Phidias und Herodot, Ai-
schylos und Aristophanes, Euripides und Platon, Sophokles und Perikles
ihre Werke schufen, die Epoche der Großen Meister. In eben dieser Zeit
schenkte ein hervorragender unbekannter Meister der Goidschmiede-
kunst der Welt dieses Glanzstück. Das Uljap-Rhyton mit dem Pegasu-
sprotom gehört zu den einzigartigsten Werken der antiken Kunst, die un-
sere Archäologen je entdeckt haben.
Wie kann man sich solche Schätze in der Hügelaufschüttung des
Kurgans Aul Uljap Nr. 4 erklären? Höchstwahrscheinlich sind sie als ri-
tueller Fundkomplex anzusprechen, der mit Opferzeremonien zu Ehren
der Menschen, die im Oberteil dieses Kurgans bestattet wurden, verbun-
den war.
Die Kenntnis eines wenn auch nur kleinen Teils der interessanten
Funde des V. bis IV. Jahrhunderts v. Chr. läßt uns die Rolle und den
Platz, den die Funddenkmäler des Transkuban'-Gebietes in der frühei-
senzeitlichen Kultur des südlichen Teils der europäischen Sowjetunion
31
einnehmen, ganz anders einschätzen. Das erste, was ins Auge fällt, ist die
Vielzahl sehr wertvoller Importe aus den Ländern des Alten Orients und
insbesondere aus den griechischen Städten. Es steht außer Zweifel, daß
sie dank der engen Handelsbeziehungen der Maioten zu den griechischen
Kolonien des nördlichen Schwarzmeergebietes sowie zu den Staaten Klein-
asiens hierher gelangten. Umgekehrt kam wahrscheinlich vieles von dem,
was die alten Griechen und die Völker Kleinasiens benötigten, aus dem
Transkuban'-Gebiet. Fleisch, Getreide, Pferde, Felle und Wolle: das ist
bei weitem keine vollständige Aufzählung der Waren, die die Maioten im
Überfluß hatten. Zum Aufschwung der Wirtschaft trug die günstige geo-
graphische Lage, die fruchtbare Schwarzerde und natürlich das hohe Ni-
veau der maiotischen Warenerzeugung bei, urteilt man nach den Erzeu-
gnissen der einheimischen Töpfer, Schmiede und Metallgießer. Deren
Leistungen entsprach die hochstehende geistige Kultur der Maioten des
Transkuban'-Gebietes. Man denke nur an die zahlreichen künstlerischen
hochwertigen Importgegenstände. Um sie gebührend zu schätzen, mußte
man einen hochentwickelten künstlerischen Geschmack haben, der auch
im eigenen, mehr dekorativ angewandten Kunstschaffen seine Wieder-
spiegelung fand. Davon zeugen die dem Leser bekannten Werke im sky-
thisch-maiotischen Tierstil, die die einheimischen Meister aus Bronze, Sil-
ber und Gold gestaltet haben.
Nach allgemeiner Ansicht liegen die reichsten Kurgane des V. bis
IV. Jahrhunderts v. Chr. in der Steppe der Ukraine, im unteren Don-Ge-
biet, auf der Krim und auf der Halbinsel Taman, d.h. in unmittelbarer
Nähe der griechischen Kolonien im nördlichen Schwarzmeergebiet. Das
trifft auch zu, aber die jüngsten Entdeckungen im Transkuban'-Gebiet
lassen erkennen, daß hier im V. bis IV. Jahrhundert v. Chr. ein weiteres,
eigenes Kulturzentrum der maiotischen Stämme bestand, ohne dessen
Kenntnis die Geschichte der alten Kultur der Völker im Süden der So-
wjetunion nicht geschrieben werden kann.
Bekanntlich begegnet man der Volksbezeichnung "Sarmaten" in
den Schriften der antiken Autoren erst ab dem III. Jahrhundert v. Chr.,
aber bereits für das IV. Jahrhundert v. Chr. sind in den Steppen des nord-
kaukasischen Gebietes Bestattungen belegt, die die Archäologen mit
den sarmatischen Stämmen der Siraken und der Aorsen in Verbindung
bringen. Da die Sarmaten aus dem Osten vordringen, ist es nur natürlich,
daß sie auf dem Territorium von Nord-Ossetien früher als in der Adygee
erscheinen. So kommen im II. Jahrhundert v. Chr. in Ossetien neben rei-
chen sarmatischen Kurganen große Schachtgräber (Nishaij Dshulat,
Tschegem-2) vor, in denen sich Kulturtraditionen der einheimischen-
maiotischen und der zugewanderten sarmatischen Bevölkerung mischen.
Gleichzeitig gibt es im Tanskuban'-Gebiet, wo bis in die jüngste Zeit im
wesentlichen nur einige reiche Kurgane des II. bis I. Jahrhunderts v. Chr.
(Zubovsk-Vozdvishensk Nekropole, Seversk-Kurgan) bekannt waren,
auch Kurgane und sekundäre Bestattungen aus den ersten Jahrhunderten
n. Chr. Diese Denkmäler gelten gewöhnlich als sarmatisch. Die 300
Gräbern in der Serjeginsk-Nekropole, wo die ältesten Bestattungen in das
Ende des IV. Jahrhunderts v. Chr. und die jüngsten in das II. oder mögli-
cherweise sogar in das I. Jahrhundert v. Chr. datiert werden, weisen ein-
deutig auf einheimisch-maiotische Kulturtradition hin, in der auch die
Nekropole aus dem IV. Jahrhundert v. Chr. bei Aul Uljap steht. Diese
kulturelle Einheit äußert sich sowohl im Bestattungsritual, als auch in der
Entwicklung der Keramikformen. Das gleiche Bild zeigt sich uns bei der
32
Erforschung der Novo-Votschepschi-Nekropole, wo wir aus mehr als 130
Gräbern - vom III. Jahrhundert v. Chr. bis zum I. Jahrhundert n. Chr. -
Materialien geborgen haben, die keinen Zweifel daran lassen, daß diese
Grabstätten von Maioten herrührten, obwohl einige Spuren sarmatischen
Einflusses in den jüngsten Bestattungen festgestellt werden können. Ein-
ige verhältnismäßig reiche Bestattungen in den Kurganen des II. bis L
Jahrhunderts v. Chr. beim Tschatuk-See sind ebenfalls eindeutig maiotisch.
Diese Fakten führen uns zu der Schlußfolgerung, daß die maiotische
Kultur im Transkuban'-Gebiet und auf demTerritorium der heutigen Ad-
ygee bis an die Schwelle der neuen Zeitrechnung weiter lebte und sich
weiter entwickelt hat, ohne von den Sarmaten irgendwie kulturell beein-
flußt zu sein. Aus dieser Sicht sollte man die ethnokulturelle Zugehörig-
keit der Zubovsk-Vozdvishensk-Denkmälergruppe neu überdenken. In
diesem Zusammenhang muß man auch betonen, daß der in der Archäo-
logie des nordwestlichen Kaukasus-Gebietes allzuoft gebrauchte Termi-
nus "maiotisch-sarmatische Periode" für die Zeitspanne von dem III.
Jahrhundert v. Chr. bis zum III. Jahrhundert n. Chr. nur für die Steppen-
regionen des Kuban'-Gebietes gültig angewandt ist. In der Adygee, ja
auch im Transkuban'-Gebiet kann man diesen Terminus nur für die er-
sten Jahrhunderte n. Chr. verwenden.
Gerade dieser Zeit (vom I. bis zum III. Jahrhundert n. Chr.)
gehören zwei große Schachtgräber an, die unsere Expedition beim
Gehöft Tschernyschev (Kreis Schovgenov) und beim Dorf Sturbino (Kras-
nogvardejski Kreis) entdeckt hat. Hier wurden über 300 Bestattungen
erforscht, die sich nach dem Bestattungsritual und nach dem Spektrum
der Geräte, Werkzeuge und der Keramik sowohl ganz klar von den maio-
tischen Bestattungen abheben, als auch zahlenreiche Ähnlichkeiten mit
den sarmatischen Denkmälern der Wolga-Don-Steppen und der Steppen
des mittleren und nordwestlichen Kaukasus-Gebietes aufweisen. Mögli-
cherweise spiegeln die Friedhöfe Tschernyschev und Sturbino (Adygee)
neben der Nekropole Podkumok (Nord-Ossetien) eine neue Welle iranisch-
sprachiger Nomaden wieder, die bis ins nördliche Kaukasien vordran-
gen und auf die Kultur der einheimischen Stämme ein gewissen Einfluß
nahmen. Während aber auf dem Territorium von Nord-Ossetien von ei-
ner weitergehenden Iranisierung der einheimischen Bevölkerung durch-
aus die Rede sein kann, gilt für die Adygee, daß der sarmatische Ein-
fluß auf die Maioten eher schwach war. Man kann sich den Sachverhalt
so vorstellen, daß entweder die zugewanderten Stämme von den Maioten
kulturell allmählich assimiliert wurden, oder daß die maiotischen und sar-
matischen Stämme kulturell eigenständig nebeneinander existierten.
Abgesehen von den Kontakten zwischen Sarmaten (Nomaden) und
Maioten (Ackerbauern) bleiben im nördlichen Kaukasusgebiet in altgrie-
chischer und römischer Zeit die Verbindungen zu den griechischen und
kleinasiatischen Zentren, in erster Linie zum Bosporanischen Reich, er-
halten. Es ändert sich aber die Art der Importe. Im Unterschied zu der
vorangegangenen (maiotischen) Epoche geht die Menge der griechischen
Importkeramik zurück, unter der ich hier nur einen rotfigurigen Skyphos
mit der Darstellung zweier Männer im (mantelartigen) Himation (Kat.-
Nr. 192) erwähne, ferner kantharosähnliche Gefäße (Kat.-Nr. 193), bei
denen es sich offensichtlich um Nachahmungen griechischer Formen
durch einheimische Töpfer handelt. Seit dem II. Jahrhundert v. Chr. aber
erscheinen in den maiotischen und seit dem I. Jahrhundert n. Chr. auch
in den sarmatischen Fundkomplexen erstmals gläserne Skyphoi (Kat.-Nr.
211), später auch Balsamarien aus geblasenem farbigem Glas (Kat.-Nr.
213). Unter den Glasgefäßen ist ein Becher aus blauem Glas (Kat.-Nr.
33
212) hervorzuheben, der leider nicht vollständig erhalten ist. In der Ady-
gee sind wir zwar nicht auf besonders reiche Bestattungen aus sarmati-
scher Zeit gestoßen, doch sind aus der Masse von mehr als 750 geborge-
nen Gräbern aus der Zeit vom III. Jahrhundert v. Chr. bis zum III. Jahr-
hundert n. Chr. einige Bestattungen hervorzuheben, in denen wir Gold-
schmuck gefunden haben, darunter Ohrringe, deren Anhänger als Zie-
genböcke mit gewundenen Gehörn gestaltet sind (Kat.-Nr.244), ferner
ein rosettenförmiger Anhänger mit scheibenförmigen Anhängseln an lan-
gen Kettchen (Kat.-Nr. 248) und eine Halskette aus dünnen Gold-
röhrchen und einer großen zylindrischen Chalzedonperle in Goldfas-
sung (Kat.-Nr. 258). Manchmal begegnen Anhänger mit goldgefaßten
Halbedelsteinen oder Glasflüssen, deren Goldteile mit Filigran und Gra-
nulation verziert sind (Kat.-Nr. 245, 246, 247, 249). Sie alle gehören ins
III. oder II. Jahrhundert v. Chr. und sind Importe aus dem hellenisti-
schen Kulturraum, wo in dieser Zeit die farbige Schmuckwirkung ver-
schiedener Materialien und die Belebung der Goldoberflächen durch un-
terschiedliche Dekortechniken sehr beliebt war. Hellenistischer Import
ist auch durch bronzene Helme (Kat.-Nr. 217), bronzene Gefäße (Kat.-
Nr. 216) und eine gedrechselte Pyxis (Büchse) aus Bein (Kat.-Nr. 215)
vertreten.
Das Pferdegeschirr unterscheidet sich merklich von der voraus-
gehenden Epoche. Jetzt werden Stirnschmuck, Nasenplatten, figürlich
gestaltete Trensenknebel und Preßblechbesatz durch verschiedenartige
Phaleren (Zierscheiben), sehr oft aus Silber, abgelöst (Kat.-Nr. 226). Ein
Brustschutzpolster war mit blauen Glasperlen und mit großen Perlen aus
Bergkristall besetzt (Kat.-Nr. 252). Der Zügel eines anderen Pferdes hatte
einen schönen Schmuck aus großen, vollendet geschliffenen Chalzedon-
perlen, die zusammen mit einer eisernen Trense mit goldplattierten, an-
thropomorphen Anhängern gefunden wurden (Kat.-Nr. 225). Obwohl
der letztgenannte Fundkomplex bereits dem II. oder III. Jahrhundert n.
Chr. angehört, ist generell festzuhalten, daß in sarmatischer Zeit das Inter-
esse an anthropomorphen Abbildungen zunimmt. Nicht zufällig lassen
sich eine kleine Bronzeplastik einheimischer Arbeit (Kat.-Nr. 271) und
hellenistische runde, vergoldete Tonplatten mit der Abbildung von Me-
dusa Gogona (Kat.-Nr. 270) noch in das III. bis II. Jahrhundert v. Chr.
datieren.
Daneben zeichnen sich die sarmatischen Funde zu Anfang unserer
Zeitrechnung auch durch die Tierdarstellungen aus. So stammt aus dem
Tschernyschev-Gräberfeld ein mit Goldfolie überzogenes Bronzemedail-
lon mit dem lebendigen Bild eines von einem Greifvogel geschlagenen
Ziegenbockes (Kat.-Nr. 227). In dieser Ausstellung ist es das einzige Bei-
spiel sarmatischen Tierstils, der sich vom skythischen und maiotischen
Tierstil durch größeren Schematismus, aber gleichzeitig auch durch
größeren Realismus unterscheidet. Am besten sieht man das an der ein-
maligen Sammlung der sarmatischen Keramik mit zoomorphen Henkeln
(Kat.-Nr. 202 - 205, 207). Hier findet man Hunde, Widder, Schuppentie-
re, Bären und andere nicht genau identifizierbare Tiere. Diese Abbildung-
en hatten wahrscheinlich irgendwelche magische Bedeutung.
Religiös-magische Bedeutung hatten sicher auch gegossene Bronze-
spiegel (Kat.-Nr. 266-269), deren Rückseite mit verschiedenartigen Orna-
menten verziert ist, die auf nicht näher bestimmbare Weise mit dem Son-
nenkult verbunden sein mögen. Die Entdeckung von Dutzenden solcher
Spiegeln unterstreicht ihre Bedeutung im täglichen Leben. Ketten, sowie
Fingerringe, Anhänger und Halsketten aus ägyptischer Fayence (Kat.-Nr.
259 - 263) sind viel häufiger als in der maiotisch-skythischen Epoche;
34
hauptsächlich sind es Halsketten mit Skarabäus-Perlen (Kat.-Nr. 263)
und kleine Plaketten mit der Darstellung eines liegenden Löwen (Kat.-
Nr. 261). Unter den Schmuckstücken findet man auch zahlreiche Fibeln
mitteleuropäischen Typs - eisenzeitliche (Kat.-Nr. 231) und römische
(Kat.-Nr. 232 -237,296) - deren Chronologie sorgfältig bearbeitet ist. Die
Fibeln, aber auch zwei Elektronstater (Münzen aus einer Silber-Goldle-
gierung), die in der Regierungszeit des bosporanischen Königs Sauroma-
tos II. im Jahre 201 n. Chr. und seines Nachfolkers Rheskuporis III. im
Jahre 211 n. Chr. geprägt wurden (Kat.-Nr. 274, 275), bezeichnen die
Zeitstellung der jüngsten sarmatischen Funde in der Adygee.
Die sarmatische Periode im nördlichen Kaukasus-Gebiet endet mit
der Großen Völkerwanderung. Im IV. Jahrhundert n. Chr. zogen die
Hunnen durch die Steppen nördlich des Kaukasus und unterwarfen die
Alanen. An den weiteren hunnischen Vorstößen gegen Westen im IV.
und V. Jahrhundert n. Chr. waren daher stets auch alanische Kontingente
beteiligt. Eines der prachtvollsten Denkmäler dieser Zeit im nördlichen
Kaukasus-Gebiet ist eine 1989 nahe des Dorfes Brut in Nord-Ossetien
entdeckte reiche Bestattung des V. Jahrhunderts n. Chr. (Kat.-Nr. 277 -
286). Hier ist in einem verhältnismäßig kleinen Kurgan (ca. 2 m hoch) ne-
ben einem sonst völlig ausgeraubten Grab wie durch ein Wunder ein ein-
maliger Schatzkomplex erhalten geblieben, der möglicherweise in einem
Versteck in der tieferliegenden Bodenschicht seitlich vom Grabeingang
verborgen gelegen war. Eine Abteilung unserer Kaukasus-Expedition un-
ter der Leitung von T.A. Gabuev fand in disem Versteck ein eisernes
Schwert in goldener Scheide (Kat.-Nr. 277), reich verziert mit quadrati-
schem und rautenförmigen Granat-Zellwerk in granulierten Rahmenlei-
sten. Neben dem Schwert lag in einer Doppelscheide ein Dolch und ein
Messer (Kat.-Nr. 278). Die Schauseite der Scheide besteht aus Gold;
Mund und Ort der Scheide, beide rechteckig ausgestaltet, sind mit Gra-
naten in granulierter Fassung besetzt. Ferner fand man eine Vielzahl von
Schnallen und Beschlägen (Kat.-Nr. 281,284 - 286), die vermutlich vom
Gürtel stammen. Sie alle sind aus Gold gearbeitet und sind ebenfalls mit
Granat- und Rotglaseinlagen verziert. Hinzu kommt ein 30,5 cm langer
silberüberzogener Peitschengriff, vorne mit einer goldenen Zwinge, hin-
ten mit einem goldenen, granat- und granulationsverzierten Knauf (Kat.-
Nr. 279). Und schließlich kam ein ausgezeichnet erhaltenes, goldbeschla-
genes und granatverziertes Pferdezaumzeug von bewundernswerter Pracht
zutage (Kat.-Nr. 280). Zweifellos gehörte diese Ausrüstung einem namha-
ften hunnischen oder alanischen Heerführer. Sie zeigt den späten, soge-
nannten polychromen Stil "hunnischer" Goldarbeiten der Zeit Attüas
(433 -453). Derartige, wenn auch selten so reiche Funde bezeichnen den
Weg des hunnischen Vorstoßes nach Mittel- und Westeuropa, der bis ins
Innere Galliens führte.
Nach dem Ende des Hunnen-Reiches beginnt im nördlichen Kauka-
sus-Gebiet die Epoche des Mittelalters, die von den Historikern in eine
frühe (VI. bis X. Jahrhundert) und in eine späte (XI. bis XVI. Jahrhun-
dert) Phase unterteilt wird. Die Denkmäler des frühen Mittelalters sind
im Steppengebiet des kaukasischen Vorgebirgslandes und des Transku-
ban'-Gebietes nur schwach erforscht. Das Vordringen der Spät-Alanen
und Bulgaren führte zur Verwüstung der spätmaiotischen Siedlungen; die
bodenständige Bevölkerung zog sich ins Gebirge und Vorgebirge zurück.
35
Besonders augenfällig wird dieser Prozeß zu der Zeit, als das nordwestli-
che Kaukasus-Gebiet zum Reich der Chasaren gehörte. Die ethnische
Struktur der Bevölkerung wird bunter, was man auch an den archäologi-
schen Befunden sehen kann: Neben der gewöhnlichen Körperbestattung
findet man jetzt die Feuerbestattung. Bei einem Teil der Bestattungen
wurde der Leichenbrand in einer Urne geborgen. Unsere Ausstellung
bringt ein Beispiel einer solchen ehemals mit kalziniertem Leichenbrand
gefüllten Urne, ferner ein Schwert (Kat.-Nr. 299) und einen Steigbügel
(Kat.-Nr. 308), die beide Feuereinwirkung durch den Funeralbrand auf-
weisen. Solche Bestattungsbräuche sind auch im mittleren Kaukasusvor-
land und im Don-Gebiet bekannt, d.h. in den anderen Regionen des Cha-
saren-Kaganats.
Die Schwächung und der Untergang des chasarischen Kaganats
führte zu keiner spürbaren Stärkung der sich herausbildenden adygei-
schen Völkerschaften; denn die Überfälle nomadischer Völker: der Pe-
tschenegen, Türken und Polovzer im X. bis zum XIII. Jahrhundert hiel-
ten die bodenständige Bevölkerung unverändert in Angst und Schrecken.
Ungeachtet der Verbindungen, die die adygeischen Stämme zu Byzanz
aufgenommen hatten - die Ausstellung zeigt als Anhänger benutzte by-
zantinische Münzen (Kat.-Nr. 317) und einen Spiegel mit der Abbildung
des Hl. Georg (Kat.-Nr. 329) - wurde den Archäologen eine Reihe von
Versteckfunden mit Werkzeugen bekannt, die die Adygeier der Erde an-
vertrauen mußten, um sie nicht in die Hände der Nomaden fallen zu las-
sen.
Erst im XIII. Jahrhundert konsolidierten sich die adygeischen
Stämme, ihr Handwerk blühte - weit über die Grenzen der Adygee wa-
ren die Erzeugnisse ihrer Waffenschmiede (Säbel, Panzer, Helme) bekannt
- ihr Handel nahm zu: dank der günstigen geographischen Lage des ad-
ygeischen Territoriums, durch das im Mittelalter viele Handelswege lie-
fen. Das bildete die Grundlage für die dem Leser bereits bekannte Belo-
retschenskaja-Kultur, die ins XIV. bis XVI. Jahrhundert n. Chr. fällt.
Neben eisernen Säbeln (Kat.-Nr.301), Pfeilspitzen, Messern, ver-
schiedenen Schnallen und Pferdegeschirr aus einfachen Kriegerbestattun-
gen bei Aul Schendshi wurde im Kurgan Nr. 3 dieses Bestattungsplatzes
eine repräsentative Kollektion von Beloretschenskaja-Keramik (Kat.-Nr.
290 - 291) gefunden, die zum Teil ausgestellt ist. Die Keramik ist aus-
nahmslos rot gebrannt; besonders häufig sind Gefäße in Krugform, dar-
unter einer mit Kleeblatt-Mündung. Letzterer stammt aus einem reichen
Frauengrab, das u.a. eine eiserne Schafsschere (Kat.-Nr. 297), goldene
Ohrringe (Kat.-Nr. 315) und zwei goldene Fingerringe (Kat.-Nr. 312) -
einer davon mit Türkis - enthielt. Dazu kommen noch eine gravurverzier-
te silberne Pinzette (Kat.-Nr. 332) und eine Silbernadel. Die interessantes-
ten Funde in diesem Grab waren aber Überreste reicher Kleidung. Dank
der sorgfältigen Freilegung konnten wir Reste von Geweben bergen, die
sechs Jahrhunderte in der Erde gelegen hatten. Die Verstorbene trug ei-
nen kurzen Kaftan (oder eher: eine Jacke), der nach Angaben der führen-
den sowjetischen Textilrestauratorin Anna Belkina aus iranischer Seide
genäht wurde. Die Borten des Kaftans (Kat.-Nr. 327) waren mit Gold-
fäden bestickt, weshalb das Gewebe die Zeit überdauert hat. Mit sieb-
zehn Knöpfen im Abstand von 3,5 cm war das Gewand zu schließen,
was auf eine Gewandlänge von etwa 60 cm erschließen läßt. Prächtig
nehmen sich die vergoldeten Silberknöpfe in Form achtzehnflächiger Po-
lyeder mit eingepreßten geometrischen und floralen Ornamenten aus. Ein
reich geschmückter Gürtel aus chinesischer Seide mit mit rosetten-
und leistenförmigen, vergoldeten Silberbeschlägen einheimischer Arbeit
36
(Kat.-Nr. 325) vervollständigte das Gewand der adeligen Dame. Am ei-
nen Ende des Gürtels saß eine massive lyraförmige, vergoldete Silber-
schnalle, das andere Ende läuft in eine Riemenzunge mit eingravierter
Verzierung aus. Solche Riemenzungen wurden in Kaffa (heute Sudak) an-
gefertigt, einer genuesischen Kolonie auf der Krim. In ihre Verzierung
wurden nachträglich vom einheimischen Gürtler runde Löcher einge-
schlagen, entsprechend dem Dekor der Rosetten- und Leistenbeschläge,
um so die importierte Riemenzunge den lokal angefertigten Beschlägen
anzugleichen. Vom Gürtel hängen zwei kurze Nebenriemen herab, die in
einer querovalen Schnalle mit dreieckigen Beschläg aus Silber enden. An
diesen Riemchen hing man Gegenstände des persönlichen Gebrauchs. In
unserem Grab war es eine silbervergoldete, zylindrische Büchse an einem
silbervergoldeten Kettengehänge (Kat.-Nr. 333). Der tutulusförmige Ab-
schluß des Kettengehänges und die Büchse sind mit horizontalen Schnur-
ornament überzogen. Nach Funden in den Beloretschenskaja-Kurganen
zu urteilen, bewahrte man in solchen Büchsen Antimon und Schminkstif-
te insbesondere für die Augenkosmetik auf.
Noch ein reicheres Grab der Beloretschenskaja-Kultur, diesmal ein
männliches, kam in einem kleinen Kurgan nahe der Kosakensiedlung No-
vosvobodnaja (im Bestattungsplatz Fars 2, Kurgan Nr.l, Grab 4) zutage.
Neben den gewöhnlichen Waffen (Schwert, Pfeilspitzen, Wetzstein) fan-
den wir hier einen schmalen Eisendolch mit rautenförmigen Klingenquer-
schnitt vom Typ des europäischen Stilettes (Kat.-Nr. 303). Die Dolch-
scheide war aus Holz gefertigt, im oberen Teil mit Leder überzogen und
im unteren mit Silber beschlagen. Die Schauseite des Silberbeschlags ist
mit sehr feiner eingravierter Wellenranken-Ornamentik überzogen. Et-
was andere Verzierung weist der gleichfalls mit Silber beschlagene Griff
auf. Die Fläche ist hier in Metopenfelder untergliedert, die mit floralen
Ornament gefüllt sind. Der reich verzierte Dolch weist eine Meistermarke
auf; das heißt, daß er ein Importstück ist, am ehesten aus Kleinasien oder
aus dem Herrschaftsbereich der Goldenen Horde. Die silbernen Be-
schläge vom Gürtel (Kat.-Nr. 326) die ebenfalls mit gravierten geometri-
schen und floralen Motiven verziert sind, können dagegen aus einer loka-
len Werkstätte stammen. Des weiteren fanden wir in diesem Grab eine
silberne Patene (Kat.-Nr. 296) mit einer einzigen kurvolinear gerandeten
Griffplatte. Das Schaleninnere und die Griffplatte sind mit prachtvoller
gravierter Planzenornamentik geschmückt. Die Ornamentmedaillons im
Schaleninneren und die ornamentierte Oberseite der Griffplatte sind ver-
goldet und fügen zum ornamentalen Reiz noch einen farbigen hinzu.
Wir haben zwar nur zwei reiche Bestattungen der Beloretschenska-
ja-Kultur entdeckt, aber schon diese zwei vermitteln reichhaltige Infor-
mationen über die vielfältigen und weiträumigen Kontakte des adygei-
schen Adels im Mittelalter. Davon zeugen Stoffe aus dem Iran und China,
ferner Gold- und Silbergegenstände, die aus Kleinasien oder dem Bereich
der Goldenen Horde und von der Krim, wo in dieser Zeit italienische
Kolonien ihre Blütezeit erlebten, bezogen wurden.
Sehr verehrte Besucher,
ich wollte sie nur mit einigen Funden bekannt machen, die charakteristisch
für die materielle und geistige Kultur und das Kunstschaffen des nördlichen
Kaukasus-Gebietes sind. All diese Gegenstände wurden in den vergange-
nen 4500 Jahren entweder hier hergestellt, oder sind über vielfältige
Kontakte der einheimischen Stämme mit ihren Nachbarn hierher gebracht
worden: über indirekte Verbindungen, über Kriegszüge und Handelsbe-
37
ziehungen. All das zusammen bezeichnet die Geschichte der im Lauf der
Zeit versunkenen Zivilisationen. Unsere Funde sind Zeugen dieser
Geschichte. Sie sind nicht tot. Sie bleiben lebendig durch den Geist ihrer
Schöpfer, durch die Hände der Archäologen und Restauratoren. Sie
haben heute einen neuen Platz in den Museen.
Wir wollen ihnen, lieber Besucher, mit dieser Ausstellung Freude
machen. Wir wollen auch, daß sie sich über die Geschichte Gedanken
machen. Sie werden auch von der Kunstfertigkeit der Exponate entzückt
sein. Wir haben für sie gearbeitet! Willkommen in der Ausstellung!
Alexander M. Leskov
Leiter der Abteilung für Archäologie und antike Kunst
des Staatlichen Museums für die Kunst der Ostvölker, Moskau
38
KATALOG
Katalog hesteht aus sechs Kapiteln, die verschiedenen
kulturchronologischen Perioden gewidmet sind In je-
dem Artikel sind die Beschreihungen der Funde in he-
stimmter Reihenfolge angeordnet. Geschirr (einhei-
misches und antikes), Arheitsgerate, Waffen, Pferde-
geschirr, Schmuck, Kleidungsdetails und Gegenstände
der Toilette. In jeder Gruppe sind alle Gegenstände
chronologisch angeordnet
Katalog enthält folgende Angahen.
1 Gegenstand, Datierung, Fundort.
2 Material, Herstellungsverfahr, Maße (Länge = L;
Höhe = H, Durchmesser = D) in cm.
3. Beschreibung des Gegenstands
4 Chiffre, Nummer des Museumsstücks hzw. Num-
mer des Fundes nach der Liste des Fundmaterials.
CHRONOLOGIE-TABELLE
für das südrussische steppengebiet
Zeit
1. III. Jahrtausend v.Chr.
Frühbronzezeit
2. Erste Hälfte II. Jahrtausend v.Chr.
Mittelbronzezeit
3. Zweite Hälfte II. Jahrtausend -
Anfang I. Jahrtausend v.Chr.
Spätbronzezeit
4. VIII. - VII. Jahrhundert v.Chr.
Früheisenzeit
5. VI. - IV. Jahrhundert v.Chr.
Eisenzeit
6. III. Jahrhundert v.Chr. -
III. Jahrhundert n.Chr.
Eisenzeit
Kultur
1.
2.
1.
2.
3.
1.
2.
3.
1.
2.
3.
1.
2.
1.
2.
3.
Maikop-Kultur
Grubengrab-Kultur
Nordkaukasische Kultur
Katakombengrab-Kultur
Kultur mit Schnurornament-Keramik
Koban-Kultur
Holzkammergrab-Kultur
Anfang der Eisenmetallurgie im
Kuban-Gebiet
Proto-maiotische Kultur
Kimmerische Kultur
Proto-skythische Kultur
Maiotische Kultur
Skythische Kultur
Maiotische Kultur
Skythische Kultur
Sarmatische Kultur
7. IV./V. - XV. Jahrhundert n.Chr.
Völkerwanderungszeit und Mittel ■
alter
1. Kultur nomadischer Steppenvölker
2. Kultur der Vorfahren der heutigen
nordkaukasischen Völker (Adygeier,
Tscherkessen, Kabardiner, Osseten)
BRONZEZEIT
(3.-2Jt.v.Chr.)
1. Frühbronzezeit
(3Jt.v.Chr.)
1. Gefäß
Einzelgehöft Cernysev 2, Kurgan Nr. 1, Be-
stattung 1.
Ton, handgeformt. Höhe 18,7; D. 19.
Rand schwach ausladend, Hals niedrig. Rumpf
kugelförmig, Boden flach. An den Schultern
zwei kleine ösenförmige Henkel.
Cernysev2;84,226Kr-4
2. Schale
Einzelgehöft Chatazukai, Uaschitu 1, Kurgan
Nr. l,Bestattung7.
Ton, handgeformt. H. 8,1; D. 26,5.
Rand profiliert und etwas eingezogen, Rumpf
halbkugelförmig, Boden flach.
Uaschitul;88,498Kr-4
3. Gefäß
Aul Uljap, Kurgan Nr. 4, Bestattung 10.
Ton, handgeformt. H. 6,5; D. 6,9.
Doppelkonisch, Rand ausladend, Boden flach.
Auf dem Oberteil Ritzmuster aus sich kreu-
zenden Linienbündeln.
Uljap82;llKr-4
4. Becher
Aul Uljap, Kurgan Nr. 10, Bestattung 1.
Ton, handgeformt. H. 19,7; D. 10,5.
Rand ist gerade, Hals zylindrisch. Rumpf
kugelförmig, Boden abgerundet.
Uljap83;53Kr-4
5. Gefäß
Aul Uljap, Kurgan Nr. 17, Fund 1.
Ton, handgeformt. H. 30,1; D. 30,5.
Rand ist ausladend und geht in kugelför-
mig-konischen Rumpf über. Boden flach, an
Schultern acht zapfenförmige paarige Aufsät-
ze.
Uljap83;499Kr-4
6. Meißel
Einzelgehöft Cernysev 2, Kurgen Nr. 1, Be-
stattung 1.
Bronze, gegossen. Länge 8,4.
Stift ist rund, ein Ende vierkantig, das zweite
Ende vollendet sich mit einer halbrunden
Schneide mit Rinne.
Cernysev2;84, 949M-4
7. BeileQSt.)
Aul Taujchabl, Zufallsfunde.
Bronze, gegossen, geschmiedet. L. 10; 10,4.
Keilförmig, mit Durchlochung, Beilrücken
abgerundet. Blätter abgerundet, im Quer-
schnitt keilförmig.
Taujchabl 85; 1169 M-4, 829 M-4
8. Beil
Einzelgehöft Cernysev 2, Kurgan Nr. 1, Auf-
schüttung.
Stein, poliert, gebohrt. L. 17,3.
Keilförmig, Beilrücken zylindrisch, Blatt
abgerundet, im Querschnitt keilförmig. Im
mittleren Teil gebohrt.
Cernysev2;84,53Dr-4
9. Messer
Aul Uljap, Kurgan Nr. 10, Bestattung 2.
Bronze, gegossen, geschmiedet. L. 10,9.
Blattförmig, zweischneidig. Die breiteste Stelle
ist vom Zentrum zur Spitze hin verschoben.
Griffzunge ist schwach ausgebildet und ab-
gerundet.
Uljap83;660M-4
10. Meißel (2 St.)
Aul Taujchabl, Grabstätte Cischo, Zufalls-
fund; Einzelgehöft Cernysev 2, Kurgan Nr. 1,
Bestattung 1.
Bronze, gegossen. L. 10,8; 8,2.
Rechteckige Platten, zur Schneide hin auslad-
end, Schneide abgerundet, Ecken des Rückens
abgerundet. Im Querschnitt keilförmig.
Cischo 86; Cernysev 2; 84, 1100 M-4, 948 M-4
11. Dolch
Einzelgehöft Cernysev 2, Kurgan Nr. 1, Be-
stattung 1.
Bronze, gegossen, geschmiedet. L. 19,2.
Blattförmig, zweischneidig, Klinge geht in
dreikantige Griffzunge über. Klinge im Quer-
schnitt linsenförmig.
Cernysev2;84, 1162M-4
2. MlTTEL- UND SPÄTBRONZEZEIT
(2Jt.v.Chr.)
12. Topf
Einzelgehöft Cernysev 1, Kurgan Nr. 5, Be-
stattung 61.
Ton, handgeformt, graviert. H. 10; D. 13,3.
Steilrand, Schultern geneigt, Boden flach. Am
Rand und im oberen Teil des Gefäßes ein
geometrisches Ornament.
Cernysevl;85,234Kr-4
13. Gefäß
Einzelgehöft Cernysev 1, Kurgan Nr. 1, Be-
stattung 24.
Ton, handgeformt. H. 20,5; D. 20,5.
Hals niedrig und gerade. Rumpf eiförmig, Bo-
den flach. Im oberen Teil ein gestempeltes Or-
nament aus schraffierten hängenden
Dreiecken.
Cernysevl;84,224Kr-4
14. Gefäß
Einzelgehöft Cernysev 1, Kurgan Nr. 1, Auf-
schüttung.
Ton, handgeformt. H. 12; D. 13,4.
Rand gerade, am Übergang vom Rand zu
Rumpf eine niedrige Rippe. Boden flach. Im
oberen Teil zwei ösenförmige Henkel, im mitt-
leren Teil ein Fischgrätenornament.
Cernysevl;84,225Kr-4
15. Gefäß
Aul Uljap, Kurgan Nr. 7, Bestattung 24.
Ton, handgeformt. H. 12,1; D. 14,8.
43
Rand gerade, Rumpf konisch, Boden flach. Im
oberen Teil fünf Reihen Schnureindrücke.
Uljap83;51Kr-4
16. Topf
Aul Taujchabl, Zufallsfund.
Ton, handgeformt. H. 10; D. 8,5.
Rand leicht eingezogen, Rumpf eiförmig, Bo-
den flach. Im oberen Drittel des Rumpfes eine
aufgesetzte Leiste mit schrägen Kerben, da-
runter drei symmetrische senkrechte Wülste.
Taujchabl 8; 496 Kr-4
17. Gießlöffel und drei Gußformen
Einzelgehöft Cernysev 1, Kurgan Nr. 5, Be-
stattung35.
Ton, handgeformt. L. 16; 9,5; 12,6; 11,2.
Gießlöffel ist von einer unregelmäßigen Form
mit rundlichem Boden. Ausguß befindet sich
auf der schmalen Seite. Dem Ausguß perpen-
dikulär befand sich ein Henkel (nicht erhal-
ten). Gußformen haben verschiedene Größen.
Zwei davon sind oval, eine Form rechteckig.
Cernysev 1; 85, 230-232 Kr-4; Cernysev 85; 1,
5-150
18. Rauchgefäß
Kosakensiedlung Cernojarskaja 1, Kurgan Nr.
2, Bestattung 16.
Ton, handgeformt, gestempelt. H. 8,6; D.
17,2.
Rand horizontal, breit. Rumpf halbkugelför-
mig mit kreuzförmigem Fuß. Im Rauchgefäß
ist eine halbrunde Sektion untergebracht.
Rand und Rumpf sind mit gestempeltem Or-
nament und senkrechten Schnureindrücken
verziert.
Cernojarskaja 86; 348 Kr-4
19. Gefäß
Kosakensiedlung Cernojarskaja, Gräberfeld,
Bestattung 3.
Ton, handgeformt, gestempelt. H. 13,6; D. 12.
Rand niedrig, gerade, Rumpf doppelkonisch,
Boden flach. Am Hals ein Ornament aus ge-
stempelten Dreiecken. Am Umbruch Schnur-
eindrücke. Der obere Teil des Rumpfes ist
mit senkrechtem Ornament aus Dreiecken,
Schnureindrücken und Bögen verziert. An der
Rippe gestempelte Dreiecke.
Cernojarskaja 86; 494 Kr-4
20. Krug
Kosakensiedlung Cernojarskaja, Kurgan Nr. 2,
Bestattung 16.
Ton, handgeformt, gestempelt. H. 12,6; D.
8,7.
Rand leicht ausladend, Rumpf rundlich,
Boden flach. Im oberen Teil ein ösenförmiger
Henkel. Unter dem Rand und im oberen Teil
des Rumpfes ein Ornament aus gestempelten
Dreiecken und Schnureindrücken.
Cernojarskaja 86; 350 Kr-4
21. Wagenmodel
Aul Uljap, Kurgan Nr. 1, Bestattung 6.
Ton, handgeformt. L. 5,3.
Senkrechte Seitenwände des rechteckigen Wa-
genkastens, außen mit senkrechten Streifen
verziert, diese sind mit schrägen, zickzackför-
migen und fischkrätenartigen Kerbeinschnit-
ten gefüllt. Reste roten Ockers erhalten. Am
Boden vier symmetrisch angeordnete Löcher.
Uljap 81; 3 Kr-4
22. Messer
Aul Uljap, Kurgan Nr. 10, Bestattung 9.
Bronze, gegossen, geschmiedet. L. 15,5.
Klinge zweischneidig, blattförmig, im quersch-
nitt linsenförmig. Eine längliche Griffzunge.
Uljap83;662M-4
23. Ahle
Aul Uljap, Kurgan Nr. 17, Bestattung 5.
Bronze, gegossen, geschmiedet. L. 5,8.
Stift vierkantig, an einem Ende spitz auslau-
fend. Griffdorn kurz, verjüngt sich zum
Ansatz hin.
Uljap83;716M-4
24. Messer
Einzelgehöft Cernysev 1, Kurgan Nr. 4, Be-
stattung 9.
Bronze, gegossen, geschmiedet. L. 8,8.
Blattförmige Schneide mit abgerundeter Spit-
ze geht sanft in eine Griffzunge über. Im
Querschnitt linsenförmig.
Cemysev 1; 84, 1163 M-4
25. Messer
Aul Uljap, Kurgan Nr. 10, Bestattung 3.
Bronze, gegossen, geschmiedet. L. 11,5.
Klinge zweischneidig, blattförmig-rautenför-
mig. Griffzunge lang, geschmiedet.
Uljap 83; 661 M-4
26. Hammer
Aul Taujchabl, Gräberfeld Cischo, Zufallsfund.
Stein, geschliffen. L. 10,7.
Gebogen, zylindrisch, dehnt sich am Loch
aus. Arbeitsfläche im Querschnitt rund.
Cischo 86; 81 Dr-4
27. Sichel (Bruchstück)
Aul Taujchabl, Zufallsfund.
Bronze, gegossen, geschmiedet. L. 8,7.
Griffdorn gebogen, vierkantig, geht sanft in
Schneide über. Zwei Drittel der Sichel nicht
erhalten. Schneide im Querschnitt linsenför-
mig.
Taujchabl89;1122M-4
28. Wurfspießspitze
Aul Uljap, Zufallsfund.
Feuerstein, Retusche. L. 9,6.
Blattförmig, von zwei Seiten bearbeitet.
Schaftdorn rechteckig.
Uljap81;23Dr-4
29. Pfeilspüze
Aul Taujchabl, Gräberfeld Leninachabl,
Zufallsfund.
Bronze, gegossen. L. 7,1.
Schaftdornspitze, zweiblättrig. Schaftdorn im
oberen Teil etwas verstärkt.
Taujchabl89;1179M-4
30. Dolch
Aul Taujchabl, Zufallsfund.
Bronze, gegossen. L. 18,8.
Klinge blattförmig, zweischneidig, mit Mittel-
rippe. Griffzunge mit einem Stützring.
Taujchabl83;814M-4
31. Schmucknadeln (2 St.)
Einzelgehöft Cernysev, Cernysev-Kurgan, Be-
stattüng 6; Cernysev 1, Kurgan Nr. 1, Bestat-
tung 15.
Bronze, gegossen. L. 20; 18,5.
Form eines Spazierstocks. Knauf pilzförmig,
in der Mitte ein Loch, am Ansatz des Knaufs
ein reliefiertes Ornament.
Cernysev 82; 84, 739, 924 M-4
32. Schmucknadeln (3 St.)
Einzelgehöft Cernysev 1, Kurgan Nr. 1, Be-
stattung 5; Aul Uljap, Kurgan Nr. 15, Bestat-
tung 31; Kurgan Nr. 17, Bestattung 5.
Bronze, gegossen. L. 14,8; 17,5; 18,6.
44
Zylindrische, spitz auslaufende Stifte mit
Hammerköpfen und einem Loch in der Mitte.
Stifte sind mit reliefiertem Ornament verziert,
das ein Schnurornament nachahmt.
Cernysev 84; Uljap 83, 923, 685, 715 M-4
33. Schmucknadel mit zwei Anhängern
Aul Uljap, Kurgan Nr. 11, Bestattung 7.
Knochen und Eckzähne, graviert, geschliffen,
durchbohrt. L. der Nadel 13 cm; die Anhän-
ger je 3,7 cm.
Nadel mit Hammerkopf, Ansatz gelocht. Stift
im Querschnitt rund, in der Mitte etwas ver-
stärkt, spitz auslaufend. Am Schaft oben im
Gegensinn schraffierte waagrechte Linienbän-
der. Anhänger: Eckzähne von Raubtieren, am
Wurzelteil rund gelocht.
Uljap83;40,41Dr-4
34. Schmucknadel
Weiler Gorodskoj, Zufallsfund.
Bronze, gegossen. L. 7,5.
Stift mit zwei Blättern im oberen Teil. Knauf
besteht aus zwei kugelförmigen Ansätzen, zwi-
schen Ansätzen ein Loch.
Gorodskoj86;1180M-4
35. Schmucknadel
Aul Taujchabl, Gräberfeld Cischo, Zufallsfund.
Bronze, gegossen. L. 8,2.
Stift vierkantig, spitz auslaufend, Knauf in
Form von zwei Schnecken.
Taujchabl86;1172M-4
36. Anhänger (3 St.)
Einzelgehöft Cemysev, Cernysev-Kurgan, Be-
stattung 6.
Bronze, gegossen. L. 3,2.
Rechteckig, oben Queröse, unten drei Kugeln,
Oberfläche mit reliefiertem Flechtband ver-
ziert.
Cemysev82;741M-4
37. Anhänger (5 St.)
Einzelgehöft Cernysev 1, Kurgan Nr. 1, Be-
stattung22.
Pferdenschneidezähne, gebohrt, geschliffen.
L. 2,4.
Wurzeln der Schneidezähne abgeschnitten
und verflacht, am Wurzelteil gelocht.
Cernysev 84; 75 Dr-4
38. Bronzeplatten (2 St.)
Einzelgehöft Cernysev, Cernysev-Kurgan, Be-
stattung 6.
Bronze, gegossen, geschmiedet. D. 3,4; 4.
Halbkugelig, in der Mitte gelocht. Oberfläche
einer Platte mit gegossenem Reliefornament
verziert: um das Loch konzentrische Kreise,
umrahmt von einem elfzackigen Stern, im Mit-
telfeld sechs durch Zickzacklinien und Punkte
voneinander getrennte Spiralen, am Rand Fle-
chtband.
Cernysev82;743,744M-4
39. Bronzeplatten (2 St.)
Aul Uljap, Kurgan Nr. 16, Bestattung 31.
Bronze, gestanzt. D. 5,4.
Rund, etwas gewölbt, aus Kupferblech gefer-
tigt. Auf der Außenseite ein gestanztes Punz-
ornament.
Uljap83;686M-4
40. Medaillon
Einzelgehöft Cernysev, Sereginski-Kurgan Nr.
1, Bestattung45.
Bronze, gegossen, graviert. D. 6,1.
Rund, oben eine breite Öse. Außenseite mit
gegossenem Reliefornament aus Ringen, zick-
zackförmigen und spiralartigen Linien ver-
ziert. In der Mitte ein Loch, das kreuzförmig
von Flechtbändern geteilt wird. Auf der Rück-
seite ein gegossenes Ornament, das dem auf
der Außenseite ähnlich ist.
Cernysev 84; 922 M-4
41. Perlenkette (14 Perlen)
Einzelgehöft Cernysev, Cernysev-Kurgan, Be-
stattung 6.
Bronze, gegossen. H. 1,6; D. 1,2.
Doppelkonisch, abgestumpft.
Cernysev 82; 740 M-4
42. Perlenkette (13 Perlen)
Einzelgehöft Cernysev, Cernysev-Kurgan, Be-
stattung 6.
Bronze, gegossen. L. jeder Perle 1,2.
Segmentförmig mit Querkanal.
Cernysev82;742M-4
45
EISENZEIT
(8Jh.v.Chr.3Jh.n.Chr.)
1. Protomaiotische Kultur
(8Jh. - 7jh.v.Chr.)
43. Schöpfkelle
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 28.
Ton, handgeformt, poliert. H. 14; D. 15.
Rand hoch, gerade, etwas ausladend, Rumpf
kugelförmig, am Boden etwas verjüngt, Boden
flach. Überhöhter Bandhenkel zwischen Rand
und Schulter. Hals trägt sieben umlaufende
Ritzlinien.
Novosvobodnaja 83; 99 Kr-4
44. Schöpfkelle
Zweite Hälfte des 8Jh.- erste Hälfte des
7Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Kurgan Nr. 48.
Ton, handgeformt, poliert. H. 14, D. 8,5.
Rand ausladend, Rumpft rund, Boden verfla-
cht, mit einer Delle in der Mitte. Überhöhter
zoomorpher Ösenhenkel. Im oberen Teil ein
eingeschnitztes geometrisches Ornament aus
schräg schraffierten Dreiecken.
Novosvobodnaja 83; 105 Kr-4
45. Schöpfkelle
Zweite Hälfte des 8 Jh.v.Chr.- erste Hälfte des
7Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Kurgan Nr. 48.
Ton, handgeformt, poliert. H. 19,5; D. 11,4.
Rand ausladend, Rumpf rund, Boden verfla-
cht, mit einer Delle in der Mitte. Überhöhter
zoomorpher Ösenhenkel. Im oberen Teil ein
eingeschnitztes geometrisches Ornament aus
netzartig schraffierten Dreiecken.
Novosvobodnaja 83; 106 Kr-4
46. Schöpfkelle
Ende des 8Jh.v.Chr.- erste Hälfte des
7Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Kurgan Nr. 46.
Ton, handgeformt, poliert. H. 6,7; D. 11,8.
Rand zurückgezogen, Rumpf halbsphärisch,
Boden verflacht mit einer runden Delle in der
Mitte. Überhöhter zoomorpher Ösenhenkel.
Im oberen Teil des Gefäßes ein eingeschnitz-
tes geometrisches Ornament aus paarigen
Schnecken.
Novosvobodnaja 83; 103 Kr-4
47. Topf
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstatte Fras, Bestattung 36.
Ton, handgeformt. H. 44,5; D. 41.
Rand horizontal abgebogen, Hals zylindrisch,
Rumpf gewölbt, Boden flach. An Schultern
rollenförmige Ansätze.
Novosvobodnaja 86; Fars 86-20.
48. Topf
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars,, Bestattung 36.
Ton, handgeformt. H. 31; D. 35,5.
Rand horizontal abgebogen, Hals zylindrisch,
Rumpf rundlich, Boden flach. An Schulter rol-
lenförmiger Ansatz. Schultern sind mit einge-
schnitztem Ornament aus schraffierten Drei-
und Vierecken verziert.
Novosvobodnaja 86; 495 Kr-4
49. Kessel
Ende des 8Jh.v.Chr.- 7jh.v.Chr., Aul Uljap,
Zufallsfund.
Bronze, gegossen, geschmiedet, genietet. H.
43; D. 42,6.
Rand gerade, umgebogen, Rumpf kugelför-
mig-konisch, flacher Boden mit Standring.
Zwischen Rand und dem mittleren Teil des
Bauchs zwei gegossene zoomorphe Henkel
mit Ansätzen von Tierohren. Kessel ist aus
vier Platten und Bodenteil zusammengenietet.
Uljap83;717M-4
50. Gahel
Erste Hälfte des 7Jh.v.Chr., Aul Chatazukai,
Uaschitu 1, primäre Bestattung.
Eisen, geschmiedet. L. 42.
Dreizack mit einem langen, gewundenen Stiel.
Chatazukai88;1184M-4
51. Schleifsteine (2 St.)
8Jh.v.Chr.- Anfang des 7 Jh.v.Chr., Kosaken-
siedlung Novosvobodnaja, Grabstätte Fars,
Bestattungen 9 und 22.
Stein, geschliffen, gebohrt. L. 12,8; 11.
Ein Stein rechteckig, der andere - trapezförmig.
Kanten abgeschrägt, an einem Ende gelocht.
Novosvobodnaja 81; 30 Dr-4, 27 Dr-4
52. Stangenaufsatz (?)
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 36.
Bronze, gegossen, graviert. H. 4,5.
Eine im Querschnitt ovale Tülle, am oberen
Rand zwei hornförmige Vorsprünge mit ver-
flachten Kanten. In der Tülle gibt es symme-
trisch angeordnete Löcher für Befestigung am
Schaft. Tülle ist mit gravierten welligen Linien
verziert.
Novosvobodnaja 86; 1156 M-4
53. Dolch
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 25.
Bronze, Eisen gegossen, geschmiedet L. 26,9.
Griff im Querschnitt rund, Knauf pilzförmig,
Parierstange plattenförmig, Flügel annähernd
dreieckig, einer rund gelocht, Klinge zwei-
schneidig, Mittelrippe.
Novosvobodnaja 81; 809 M-4
54. Dolch
8Jh.v.Chr.- erste Hälfte des 7 Jh.v.Chr., Mün-
dung des Flusses Psekups, Zufallsfund.
Eisen, geschmiedet L. 27.
Knauf segmentförmig, Parierstange nicht er-
halten. Griff trapezförmig mit fünf
senkrechten Löchern. Schneide hat eine leicht
angedeutete Mittelrippe.
Psekups84;1189M-4
55. Dolchgriff
8Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Zufall-
sfund.
Bronze und Eisen, gegossen und geschmiedet.
L. 16.
46
Griff im Querschnitt oval, geriefelt, Knauf
oval. An einem Vorsprung ein rundes Loch.
Cernysev 82; 745 M-4
%. Lanzenspitze
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 9.
Bronze, gegossen, graviert. L. 21,8.
Blattförmig mit Mittelrippe. Tülle in drei Stel-
len mit geometrischem Ornament verziert.
Novosvobodnaja 81; 753 M-4
57. Lanzenspitze
8Jh.v.Chr.- erste Hälfte des 7Jh.v.Chr., Ko-
sakensiedlung Novosvobodnaja, Grabstätte
Fars, Bestattung 24.
Bronze, gegossen. L. 10,9.
Blattförmig mit Mittelrippe, Tülle nach unter
erweitert. Mittelrippe ist Fortsetzung der ko-
nischen Tülle.
Novosvobodnaja 82; 789 M-4
55. Lanzenspitze
8Jh.v.Chr.- erste Hälfte des 7Jh.v.Chr., Ko-
sakensiedlung Novosvobodnaja, Grabstätte
Fars, Bestattung 2.
Eisen, geschmiedet. L. 21.
Blattförmig, Mittelrippe ist Fortsetzung der
konischen Tülle. Am Ansatz zwei kleine Lö-
cher.
Novosvobodnaja 80; 746 M-4
59. Pfeilspitze
Erste Hälfte des 7Jh.v.Chr., Aul Chatzukai,
Uaschitu 1, primäre Bestattung.
Bronze, gegossen. H. 3,3.
Tüllenspitze, zweiflügelig, Blatt rautenförmig,
Mittelrippe. Im unteren Teil des Blattes ein
Loch.
Chatazukai88;1183M-4
60. Pfeilspitze
7 Jh.v.Chr., Aul Taujchabl, Grabstätte Cischo,
Zufallsfund.
Bronze, gegossen. H. 5,1.
Tüllenspitze, zweiflügelig, asymmetrisch rau-
tenförmig. Spuren eines abgebrochenen
Dorns.
Taujchabl86;1173M-4
61. Streitaxt
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 9.
Bronze, gegossen. L. 12,5.
Zylindrisch, in der Mitte etwas verflacht und
gelocht.
Novosvobodnaja 81; 766 M-4
62. Streitaxt
8.-7 Jh.v.Chr., Aul Taujchabl, Grabstätte Psis,
Bestattung 58.
Stein, geschliffen, gebohrt. L. 14,5.
Hammerbahn schnabelförmig, an der Durch-
lochung erweitert. Beilrücken verflacht. Das
Loch wurde von einer Seite gebohrt.
Taujchabl 88; 82 Dr-4
63. Stangenaufsatz
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 35.
Bronze, gegossen. L. 11,6.
In Form eines Raubvogelkopfes stilisiert,
Rücken pilzförmig.
Novosvobodnaja 86; 1153 M-4
64. Keule
8Jh.v.Chr.- erste Hälfte des 7Jh.v.Chr., Aul
Taujchabl, Grabstätte Psis, Zufallsfund.
Bronze, gegossen. H. 3,3; L. 6,2.
Rundliche Basis mit vier symmetrisch an-
geordneten pilzförmigen Vorsprüngen.
Taujchabl 88; 1187 M-4
65. Umbon
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 14.
Bronze, gegossen. H. 6,2; D. 9,1.
Konisch, stiftartiger Vorsprung im oberen
Teil. Auf der Rückseite eine kleine Öse.
Novosvobodnaja 81; 778 M-4
66. Trense und Psalienpaar
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 9.
Bronze, gegossen. L. 14,9; 14,6; 14,5.
Zweiteiliges Mundstück, dreieckige Enden.
Psalien haben die Form von Platten mit drei
Ösen, das eine Ende ist gebogen, das zweite
hat einen rundlichen, leicht angedeuteten
Kopf.
Novosvobodnaja 81; 755 M-4, 754 M-4
67. Trense und Psalien
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 9 und Bestat-
tung31.
Bronze, gegossen. Horn, geschnitzt, geschlif-
fen. L. 12,6; 8,4; 8,6.
Mundstücke zweiteilig, Enden annähernd
dreieckig. Riefen auf den Stangen mitgegos-
sen. Paarige Hornpsalien haben drei recht-
eckige Löcher.
Novosvobodnaja 81; 84, 752 M-4; 51 Dr-4
68. Trense mit Psalien und Mond-Platte
Ende 8. Jh. v. Chr., Novosvobodnaja,
Grabstäatte Fars, Bestattung 35
Bronze, gegossen. L. 28; 10,3; 10,8; 4,5.
Paarige Psalien haben die Form von Platten
mit drei Ösen, das eine Ende dehnt sich im
unteren Teil aus und ist leicht gebogen. Am
Rand ein Vorsprung, der einen Pferdehuf imi-
tiert.
Psalien haben die Form von gewundenen Stif-
ten mit zwei Ösen und einem zusätzlichen
Glied für Zügel.
Mond-Platte hat auf der Außenseite fünf Re-
liefringe. Auf der Rückseite eine massive Öse.
Novosvobodnaja 86; 1154, 1155 M-4
69. Trense
8Jh.v.Chr.- erste Hälfte des 7.Jh.v.Chr. Aul
Taujchabl, Grabstätte Psis, Pferdebestattung
1.
Bronze, gegossen. L. 18.
Zweiteilig mit annähernd quadratischen Ösen.
Taujchabl86;1188M-4
70. Psalie
8Jh.v.Chr., Aul Taujchabl, Zufallsfund.
Bronze, gegossen. L. 12,7.
Stabförmig mit drei Röhrchen, an Enden fla-
che Platten, an der Stelle der Kreuzung mit
den Röhrchen ist der Stift mit Reliefkreisen
verziert.
Taujchabl89;117lM-4
71. Psalie
8Jh.v.Chr., Mündung des Flusses Psekups,
Zufallsfund.
Bronze, gegossen. L. 10,2.
Stabförmig mit drei Löchern, leicht gebogen.
Die Löcher finden sich in der Mitte und an
den Enden des Stiftes.
Psekups84;1190M-4
47
72. Psalie
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, grabstätte Fars, Bestattung 28.
Bronze, gegossen. L. 12.
Psalie hat die Form eines Stiftes mit drei Ösen
und Knäufen an den Enden.
Novosvobodnaja 83; 808 M-4
73. Psalie
8Jh.v.Chr.- erste Hälfte des 7Jh.v.Chr., Ko-
sakensiedlung Novosvobodnaja, Grabstätte
Fars, Bestattung 14.
Bronze, gegossen. L. 13,2.
Stabförmig mit drei Ösen und einem "Huf"
am Ende.
Novosvobodnaja 81; 780 M-4
74. Trense undPsalie
Ende des 8.- erste Hälfte des 7 Jh.v.Chr., Wei-
ler Dukmasov, Zufallsfund.
Bronze, gegossen. L. 19; 11,3.
Zweiteiliges Mundstück, steigbügelförmige
Enden. Psalie stabförmig mit drei Löchern.
Dukmasov88;1192M-4
75. Trense, Psalien und Bronzeplatten
Ende des 8.- erste Hälfte des 7 Jh.v.Chr., Ko-
sakensiedlung Novosvobodnaja, Grabstätte
Fars, Kurgan Nr. 46.
Bronze, gegossen. L. der Platten 6, 19,8; 14,5.
Zweiteilig mit zwei Ösen, Stifte sind auf einer
Seite geriefelt. Paarige Psalien sind stabförmig
mit drei Ösen und einem breiten gebogenen
Blatt. Das zweite Ende hat eineh Knauf.
Novosvobodnaja 83; 795, 796, 798, 799 M-4
76. Trense, paarige Psalien, Platten, Ring
mit Muffe, Anhänger-Riemenverteiler (Ge-
schirrfür Gabelpferd des Streitwagens)
Ende des 8.- erste Hälfte des 7 Jh.v.Chr., Aul
Chatazukai, Uaschitu 1, primäre Bestattung.
Bronze, gegossen. L. 20, 13,4; 13,6; D. der
Platten 3,6; 3,6; 40; D. des Ringes 8,0; D. des
Riemenverteilers 2,9.
a. Mundstücke zweiteilig, Ringenden, Riefen
auf den Stangen sind mitgegossen und haben
die Form von rechteckigen Vorsprüngen. Psa-
lien sind stabförmig, paarig, mit drei Röhr-
chen. Im oberen Teil sind rechteckige Knäufe,
der untere Teil ist verflacht und in Form eines
Blattes gebogen. Die Muffe und das Blatt sind
mit paralellen gravierten Linien verziert.
b. Platten sind rund und haben auf der Rück-
seite eine Öse.
c. Ring mit Anhänger in Form einer doppel-
ten Platte, die an eine Muffe befestigt wird.
d. Anhänger-Riemenverteiler, zylindrisch, mit
drei senkrechten Ausschnitten. Oben und un-
ten flache Platten.
Chatazukai 88; 1082, 1083, 1084, 1085, 1080
M-4, 1079 M-4
77. Trense und Psalien, Ring, Platten
(Geschirr für Beipferd des Streiwagens)
Ende des 8.- erste Hälfte des 7 Jh.v.Chr., Aul
Chatazukai, Uaschitu 1, primäre Bestattung.
Bronze, gegossen. L. 21; 14 (jede Psalie); D.
6,7; 6,1; 6;8; 7,1.
a. Zweiteilig, Ringenden, Riefen auf den Stan-
gen sind mitgegossen und haben die Form von
rundlichen Vorsprüngen. Psalien sind paarig,
stabförmig, mit drei Röhrchen. Oben kleine
im Querschnitt rechteckige Knäufe. Röhrchen
der Psalien sind von der inneren Seite mit pa-
rallelen gravierten Linien verziert. Mit glei-
chen Linien ist auch die innere Seite des Blat-
tes einer der Psalien geschmückt.
b. Ring ist aus einer im Querschnitt flachen
Platte gefertigt.
c. Platternpaar mit einem flachen Schildchen
und einer massiven Öse auf der Rückseite.
Das Schildchen ist mit einem in den Kreis ein-
gezeichneten "Solarzeichen" geschmückt, das
aus vier Halbkreisen gebildet wird. In der Mit-
te befindet sich eine vierblättrige Rosette.
d. Durchbrochene Platte mit einem "maltesi-
schen Kreuz". In der Mitte eine vierblättrige
reliefierte Rosette, auf der Rückseite eine im
Querschnitt runde, massive Öse.
Chatazukai 88; 1074, 1077, 1075, 1078, 1076
M-4
78. Perlen {31 St.)
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 9.
Bronze, gegossen. L. 1,8; 1,9.
Rechteckig im Grundriß mit ovalem Kanal.
Novosvobodnaja 81; 756 M-4
79. Mond-Platte
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 13.
Bronze, gegossen. L. 5,5.
Leicht gebogen, auf der Außenseite fünf Re-
liefkreise, auf der Rückseite eine Öse.
Novosvobodnaja 81; 773 M-4
80. Bronzeplatte
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 13.
Bronze, gegossen, graviert. L. 6,2.
Helmförmig, Ornament besteht aus zwei
Schnecken, die sich auf eine horizontale Linie
Stützen und mit den oberen Enden in ver-
schiedene Richtungen gewandt sind. Darunter
eine yierblättrige Rosette. Auf der Rückseite
eine Öse.
Novosvobodnaja 81; 776 M-4
81. Bronzeplatte
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 9.
Bronze, gegossen, graviert. D. 2,6.
Rund, in vier Sektionen geteilt, in jeder Sek-
tion ein Kreis, auf der Rückseite eine Öse.
Novosvobodnaja 81; 761 M-4
82. Bronzeplatte
8Jh.v.Chr.- erste Hälfte des 7Jh.v.Chr., Mün-
dung des Flußes Psekups, Zufallsfund.
Bronze, gegossen. D. 3,5.
Rund, gewölbt, Ornament hat die Form einer
in den Kreis eingezeichneten Raute, in der
Mitte zwei Kreise. Auf der Rückseite eine im
Querschnitt segmentförmige Öse.
Psekups85;1191M-4
83. Schmucknadel und eine Nadelbüchse
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 25.
Bronze, gegossen, geschmiedet. L. 10,3; 5,9.
Stift ist im Querschnitt rund, Knauf ösenför-
mig, auf einer Seite gewölbt und auf der ande-
ren flach. Nadelbüchse hat die Form eines
Bronzebandes, das spiralförmig gewickelt ist.
Novosvobodnaja 82; 978 M-4
84. Schmucknadel
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 16.
Bronze, gegossen. L. 8,3.
Stift ist im Querschnitt rund, ein Ende ist ge-
schmiedet, das andere in Form eines Röhr-
chens gewickelt.
Novosvobodnaja 82; 784 M-4
85. Schmucknadel
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 10.
Bronze, gegossen. L. 11,7.
48
Stift ist im Querschnitt rund, Knauf pilzför-
mig, darunter rund gelocht.
Novosvobodnaja 81; 767 M-4
86. Schmucknadel
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 7.
Bronze, gegossen. L. 11,5.
Stift ist im Querschnitt rund, Kopf pilzförmig,
am Schaft vier pilzförmige Vorsprünge, dar-
über Öse.
Novosvobodnaja 81; 751 M-4
87. Schmucknadel
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 3.
Bronze, gegossen. L. 11,8.
Stift im Querschnitt rund, Kopf pilzförmig,
darunter rund gelocht.
Novosvobodnaja 81; 747 M-4
88. Fibeln
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattung 38.
Bronze, gegossen, graviert. L. 7,8; 8,2.
Bogenförmige Fibeln, die Bögen sind bikoni-
sch und an der Spirale und am Nadelhalter et-
was verstärkt. Das Ornament besteht aus gra-
vierten schrägen Kerben.
Novosvobodnaja 86; 1157, 1158 M-4
89. Armringe (2 St.)
8Jh.v.Chr., Kosakensiedlung Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars, Bestattungen 14 und 25.
Bronze, gegossen. D. 6,3; 6,8 (oval).
a. plattenartig mit nicht geschlossenen Enden.
b. plattenartig mit aufeinandergehenden En-
den.
Novosvobodnaja 81; 82, 781, 791 M-4
90. Karneolperlen (11 St.)
8Jh.- Anfangdes 7 Jh.v.Chr., Kosakensiedlung
Novosvobodnaja, Grabstätte Fars, Bestattung
23.
Karneol, geschliffen gebohrt. L. 6,1.
Rund, auf den Seiten verflacht.
Novosvobodnaja 82; 31 Dr-4
2. Maiotisch-Skythische Periode
(6.- 4Jh.v.Chr.)
91. Schöpfkelle
5 Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 15, Bestat-
tung 48.
Ton, handgeformt, poliert. H. 13,9; D. 10,1.
Doppelkonisch, Rand ausladend, Boden
flach. Senkrechter Henkel. Im oberen Teil des
Rumpfes ist eine stilisierte Darstellung eines
Greifschnabels geritzt.
Uljap83;90Kr-4
92. Kleine Vase
5 Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 12, Bestat-
tung 100.
Ton, handgeformt, poliert. H. 5,6; D. 10,3.
Der halbkugelförmige Körper mit einem koni-
schen Fuß ist mit sechs aufgesetzten kegelför-
migen Erhebungen verziert.
Uljap83;73Kr-4
93. Kleine Vase
4 Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 12, Bestat-
tung 79.
Ton, Töpferscheibe. H. 10,6; D. 17,6.
Der halbkugelförmige Körper mit ausladen-
den Rand hat einen becherförmigen Fuß.
Uljap83;371Kr-4
94. Krug
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Ton, handgeformt, poliert. H. 26,6; D. 19,9.
Trichterrand, darunter bis zur Schulter schräg
gekerbter Henkel, auf der schräg abfallenden
Schulter nachlässig ausgeführtes Ritzornament
aus waagrecht gerahmten senkrechten Linien,
Boden flach.
Uljap 82; 37 Kr-4
95. Becher
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 4, Bestat-
tung 18.
Ton, Töpferscheibe. H. 10,6; D. 10,1.
Zweihenkliger Becher, dessen konkav-zylin-
drischer Körper auf einem runden Fuß steht.
Uljap 82; 14 Kr-4
96. Becher
4 Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 6, Sammel-
fundstelle 11.
Ton, Töpferscheibe, poliert. H. 11,3; D. 9,1.
Zweihenkliger Becher mit einem konkav-zylin-
drischen Körper und einem Wulst, der unter-
halb des Randes und im mittleren Teil des
Körpers um den Becher herum verläuft.
Uljap 82; 42 Kr-4
97. Kylix
Mitte des 6Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr.
15,Bestattung51.
Ton, Töpferscheibe, brauner Firnis. H. 9,6; D.
15,6.
Rhodisch-ionische Kylix mit einem leicht be-
tonten und nach außen gebogenen Rand. Der
abgerundet konische Körper sitzt auf einem
trichterförmigen Fuß. Die Kylix ist mit einem
Ornament aus vertikalen Linien verziert, die
mit braunem Firnis aufgetragen sind.
Horizontale Henkel sind etwas nach oben ge-
bogen. Die untere Helfte des Gefäßes und die
Henkel sind mit braunem Firnis bedeckt.
Uljap83;9lKr-4
98. Kylix
Erste Hälfte des 5Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kur-
gan Nr. 15, Bestattung 8.
Ton, Töpferscheibe, schwarzer Firnis. H. 10,7;
D. 19,5.
Rand ausladend, zwischen dem Rand und dem
Körper eine halbsphärische Rippe, konischer
Fuß. Horizontale Henkel sind etwas nach
oben gebogen. Tonfarben belassen sind die
Innenseiten der Henkel, zwei schmale Streifen
zwischen Stiel und Fuß und der Rand des
Fußes.
Uljap83;86Kr-4
99. Kylix
Erste Hälfte des 5.Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kur-
gan Nr. 13, Anhäufung 4.
Ton, Töpferscheibe, schwarzer Firnis. H. 7,8;
D. 14,4.
Halbkugelig, Rand leicht angedeutet. Ein kur-
zer Fuß sitzt auf einen flachen Untersatz mit
profiliertem Rand. Horizontale Henkel sind
etwas aufgebogen. Die Innenwand ist mit
schwarzem Firnis bedeckt, Rand ist tonfarben.
Die Henkel und der Rand sind von außen mit
schwarzem Firnis gefärbt. Die Kylix ist in
schwarzfiguriger Technik bemalt. Äuf beiden
Seiten sind zwei Frauen mit Musikinstrumen-
ten (links Tympanum, rechts Kithara) darge-
stellt. Dazwischen zwei Weinrankten. An den
Henkeln vielblättrige Palmetten.
Uljap83;75Kr-4
100. Lekanis
Zweites Viertel des 5Jh.v.Chr., Aul Uljap,
Kurgan Nr. 5, Heiligtum.
Ton, Töpferscheibe, poliert. H. 6,5; 8,1; D.
18,1; 19,8.
49
Korinthisches, halbsphärisches, zweihenkliges
Gefäß mit horizontalen Henkeln. Der Deckel
ist mit vier horizontalen Riefen verziert. Der
Griff des Deckels ist aus drei gewundenen
Leisten gefertigt.
Uljap 82; 34 Kr-4
101. Panathenäische Preisamphore
Zweite Hälfte des 5 Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kur-
gan Nr. 4, Anhäufung 4.
Ton, Töpferscheibe, schwarzer Firnis, Purpur,
weiße Farbe, eingeschnitter Dekor. H. 68; D.
39.
Die Henkel, der Rumpf unten und die Seiten
unter den Henkeln sind schwarz gefirnißt,
sonst mit schwarzen Figuren bemalt.
a. Auf einer Seite schreitet Athene nach links,
in der Linken hält sie einen Schild, in der
Rechten eine Lanze, sie trägt einen Helm mit
hohem Kamm. Zu beiden Seiten der Göttin
stehen Säulen, auf jeder ein Hahn, auf der
linken ist eine altgriechische Inschrift teilweise
erhalten.
b. Auf der Gegenseite die Figur eines bärti-
gen Mannes, (eines Schildrichters?) vollstän-
dig erhalten, der Kopf nach rechts gewandt,
über die Schulter ein Himation geworfen; er
stützt sich auf einen Stock, der linke Arm an-
gewinkelt. Von einem Athleten (?) gegenüber
sind nur noch die Hand mit einem Lorbeer-
zweig (Purpur) und seine Beine zum Teil er-
halten. Die Amphore ist aus einzelnen Bruch-
stücken zusammengeklebt, verlorene Stücke
sind durch Gips ersetzt.
Uljap 82; 6 Kr-4
102. Panathenäische Preisamphore
Zweite Hälfte des 5 Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kur-
gan Nr. 4, Anhäufung 4.
Ton, Töpferscheibe, schwarzer Firnis, Purpur,
weiße Farbe, eingeschnittener Dekor. H. 65,2;
D.37,5.
Henkel, Halsansatz, Rumpf unten und die Sei-
ten unter den Henkeln sind schwarz gefirnißt,
am Halsansatz Lorbeerzweig aus weißer Farbe
und goldfarbenem Firnis, am Fußansatz
Strahlenornament. Der größte Teil der
Gefäßoberfläche ist schwarzfigurig bemalt.
a. Athene schreitet nach links. Sie trägt einen
Helm mit hohem Kamm, aus ihrer Schulter
wächst eine Schlange; in der Linken hält sie ei-
nen Schild mit Medusenhaupt, in der Rechten
eine Lanze. Zu beiden Seiten der Göttin
stehen Säulen, darauf ein Hahn.
b. Die Gegenseite zeigt drei unbekleidete
Läufer (einer nur teilweise erhalten); die bei-
den äußeren laufen nach rechts, der mittlere
nach links. Eingeschnittene Details, purpur
und Weiße Farbe detaillieren die Körper.
Die Amphore ist aus Scherben zusammenge-
klebt, fehlende Teile sind durch Gips ersetzt.
Uljap 82; 7 Kr-4
103. Rauchgefäß
Zweite Hälfte des 5 Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kur-
gan Nr. 5, Heiligtum.
Ton, Töpferscheibe, brauner Firnis. H. 11,5;
D. 10,5.
Ionisches Rauchgefäß mit einem gewölbten
Körper auf einem massiven konischen Fuß.
Am Fußumbruch eine Rolle. Boden, Rand
und der obere Teil des Fußes sind braun gefir-
nißt.
Uljap 82; 32 Kr-4
104. Askos
Ende des 5. Jh.v.Chr.-Anfang des 4 Jh.v.Chr.,
Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heiligtum.
Ton, Töpferscheibe, roter Firnis. H. 35; D. 34.
Der ionische Askos hat einen ausladenden
Rand, einen zylindrischen und asymmetrisch
angeordneten Hals, einen kugelförmigen Kör-
per mit ringförmigem Fuß. Der Henkel ist bo-
genförmig und ist am Halsansatz und an der
gegenüberliegenden Schulter befestigt. Der
obere Teil des Gefäßes ist mit Streifen aus ro-
tem Firnis verziert.
Uljap 82; 38 Kr-4
105. Kylix
Erste Hälfte des 4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kur-
gan Nr. 4, Anhäufung 7.
Ton, Töpferscheibe, schwarzer Firnis, Spuren
der roten Farben, geprägt. H. 8; D. 14,7.
Die Kylix ist in rotfiguriger Technik bemalt.
Der Rand ist leicht angedeutete , Körper ist
kugelförmig, am Umbruch eine horizontale
Rinne. Ein hoher profilierter Ringfuß. Henkel
und innere Seite der Wände sind gefirnißt.
Am Boden ein geprägtes Medaillon, es stellt
Strahlen dar, die aus einem Punkt auslaufen
und in zwei konzentrische Kreise eingeschlos-
sen sind. Die Außenwände der Kylix sind rot-
figurig bemalt.
a. Auf der einen Seite sind ein unbekleideter
Athlet und ein Kampfrichter im Himation
dargestellt. Der Athlet hält in der Hand zwei
Speere. Der Kampfrichter reicht die Hand
zum Athlet. Die beiden haben auf dem Kopf
weiße Bänder.
b. Auf der anderen Seite der Kylix eine Altar-
szene. Rechts vom Altar ein Kampfrichter, der
dem unbekleideten Athleten, der links vom
Altar steht, eine Strigilis reicht. Am Kopf der
beiden Figuren Spuren von weißen Bändern.
Unter den Henkeln der Kylix sind Palmetten
und Schnecken dargestellt, davon auf langen
Stielen laufen Seitenschnecken aus, die die
Henkelnansätze umfassen.
Uljap 82; 10 Kr-4
106. Schale
5 Jh.v.Chr.-Anfang des 4 Jh.v.Chr., Aul Uljap,
Kurgan Nr. 4, Sammelfundstelle 7.
Bronze, gegossen, gelötet. H. 7,9; D. 24,3.
Halbkugelförmige Schale auf einem ringförmi-
gen Fuß, die mit einem beweglichen Ring zum
Aufhängen versehen und mit einer elfblättri-
gen Palmette mit Voluten verziert ist.
Uljap 82; 569 M-4
107. Kanne
Ende des 5. oder Anfang des 4Jh.v.Chr., Aul
Uljap, Kurgan Nr. 1, Ritualkomplex.
Bronze, gegossen, geschmiedet, gelötet. H.
27,6; D. 19,4.
Hals einziehend, Rande eierstabverziert, weit
ausladend, Boden flach. Der massive gedrehte
Henkel zwischen Rand und Bauchumbruch
trägt am Randansatz eine Rolle, die Attasche
ist als flacher Wildschweinkopf gearbeitet.
Uljap81;546M-4
108. Gefäß
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 1, Ri-
tualkomplex.
Silber, geschmiedet und graviert. H. 17,7; D.
8,7.
Hals hoch, zylindrisch, durch einen Wulst ab-
gesetzt, Rand etwas geweitet und verdickt,
Körper eiförmig, Boden flach. Auf der ganzen
Oberfläche und am Boden eingravierte Pflan-
zenornamente, Eierstabreihe, Schuppen und
Flammenzungen, am oberen Hals ein Löwe,
der ein Huftier (Hirschkuh?) verfolgt, nur
fragmentarisch erhalten.
Uljap81;lM-4
109. Rhyton
5jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 4, Ri-
tualkomplex.
Gold, geschmiedet, getrieben, graviert, gelö-
tet, genietet. L. 31,3.
Das Rhyton hat Trichterform und ist recht-
winklig gebogen. Der aufgesetzte Fries besteht
aus einem Band mit S-Förmigen, spiralig ein-
gerollten Enden. Auf das untere Ende des
Rhytons ist ein Ring mit vier Zopfbändern auf-
gesetzt. Das Rhyton läuft in einen plastischen
Pantherkopf mit geöffnetem Maul aus.
Uljap 82; 35 M-4
110. Rhyton
5Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 4, Ri-
tualkomplex.
Silber, geschmiedet, gegossen, getrieben, ge-
nietet, geprägt, gelötet, vergoldet. H. 37,3.
Der zylindrische Rumpf mit leicht ausschwin-
gendem Rand ist unten sanft gebogen und en-
det mit einem Pegasusprotom. Vom Ansatz
der Flügel gehen die nach vorn gestreckten
Vorderbeine aus (erhalten ist nur eines). Das
Rhyton ist auf einem hohen Ständer befestigt.
50
Den Rand des Gefäßes säumt eine aufgesetzte
Platte mit Palmetten und stilisierten Lotosblü-
ten. Den mittleren Teil des Körpers umspannt
ein Fries mit Szenen aus der Gigantomachie
(sechs kämpfende Paare). Ober- und Unter-
kante des Friese krönen aufgesetzte Palmetten
und ein nur teilweise erhaltenes Satyrfigür-
chen. Das Pferd ist aufgezäumt, im Maul
steckt eine Trense, an der Psalien mit zwei
Ösen befestigt sind. Die Zügel sind aus ge-
drehtem Draht gefertigt. Die Augen waren mit
Bernsteinen inkrustiert. Während der Gra-
bung waren im linken Auge Spuren von Bern-
steinsand zu sehen (er ist jetzt nicht mehr er-
halten). Die Mähne, die Flügel, das Zaum-
zeug, die Zunge und die aufgesetzten Details
(Platte, Palmetten, Fries) sind vergoldet.
Uljap 82; 37 M-4
111. Kessel
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 1, Ri-
tualkomplex.
Bronze, gegossen. H. 39; D. 40.
Rand flach, etwas eingezogen und abgesetzt.
Boden gerundet, Fuß hohl, konisch, an der
Schulter zwei horizontale, nach oben geboge-
ne Henkel.
Uljap81;553M-4
112. Stangenaufsatz
6.-5jh.v.Chr., Aul Taujchabl, Grabstätte
Cischo, Zufallsfund.
Bronze, geschmiedet, graviert. L. 10,5.
Konische Tülle mit massivem, stilisiertem, ge-
gossenem Schlangenkopf. Die Augen sind mit
eingravierten Kreisen und der Hals mit zwei
Linien angedeutet.
Taujchabl88;1174M-4
113. Stempel (2 St.)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Bronze, gegossen. H. 4; 4,7.
Griff des einen Stempels im Querschnitt
annähernd rechteckig, Basis gehämmert, auf
der rechteckigen Platte (eine Ecke fehlt) ein
nach links schreitender Panther; Griff des
zweiten Stempels im Querschnitt oval, auf der
ovalen Platte ist das Relief von einer zusam-
mengesetzten Perle.
Uljap 82; 596, 597 M-4
114. Akinakai {2 St.)
5Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 15, Bestat-
tungen43, 51.
Eisen, geschmiedet. L. 37; 50,8.
a. Griffknauf antennenförmig, Parierstange
falterförmig, die Klinge mit Mittelrippe.
b. Griffknauf barrenartig, Parierstange fal-
terförmig, die Klinge mit Mittelrippe.
Uljap83;690,687M-4
115. Schwert
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 4, Bestat-
tung 19. Eisen, geschmiedet L. 67,5.
Knauf barrenartig, Griff geht in die Klinge
über und bildet eine etwas abgeschrägte Heft-
stange, längs der Klinge neun breite Klingen-
rillen.
Uljap 82; 586 M-4
116. Ortband
6.-5.Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 15, Be-
stattung 9.
Eisen, geschmiedet. L. 6,5.
Halboval mit einer Borte am Rand, mit zwei
Bronzedrahtfäden inkrustiert.
Uljap83;1152M-4
117. Lanzenspitzen (3 St.)
5 Jh.v.Chr., 4 Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr.
15, Bestattung 51; Kurgan Nr. 4, Bestattung
41; Kurgan Nr. 12, Bestattung 82.
Eisen, geschmiedet. L. 26,8; 36,2; 42,1.
a. Blatt rautenförmig mit größter Breite am
Ansatz, Mittelrippe deutlich ausgebildet, Tülle
lang, konisch, endet in einem Wulst mit senk-
rechten Riefen.
b. Blatt schmal mit angedeuteter Mittelrippe
im oberen Teil Tülle konisch und nicht ge-
schlossen.
c. Blattförmig mit breiten Flügeln und Mittel-
rippe, Tülle konisch und nicht geschlossen.
Uljap 82; 83, 691,595, 677 M-4
118. Pfeilspitzen (16 St)
5Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 15, Bestat-
tung 48.
Eisen, Bronze, geschmiedet, gegossen. L. von
2bis4,l.
a. Dreiflügelige Pfeilspitzen mit vorspringen-
der Tülle.
b. Dreikantige Spitzen mit herausragender
Tülle und einem Dorn, dreiflügelige Spitzen
mit herausragender Tülle (3 St.), zweiflügelige
Spitzen mit herausragender Tülle und Spuren
eines Dorns.
Uljap83;688,689M-4
119. Pfeilspitzen (3 St.)
4Jh.v.Chr., Dorf Brut, Kurgan Nr. 1, Bestat-
tung 2.
Eisen, Bein, geschmiedet, geschnitzt, gebohrt.
L. 3,5; 2,6; 3,7.
a. Zweiflügelig mit herausragender Tülle und
gesenkten Enden.
b. Pyramidenförmig, am Ansatz dreieckige
Aussparungen, eine verborgene Tülle.
Brut89;1182M-4;84Dr-4
120. Stangenaufsatz
6Jh.v.Chr., Weiler Gorodskoj, Zufallsfund.
Bronze, gegossen. H. 18,5.
Stangenaufsatz in Form eines abgestumpften,
durchbrochenen Kegels mit einer zylindri-
schen Tülle. Den oberen Abschluß bildet ein
Tierkopf (Maulesel?).
Gorodskoj 86; 977 M-4
121. Stangenaufsatz
5Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 1, Ri-
tualkomplex.
Gold, Silber, geschmiedet, getrieben, genietet,
gegossen. H. 15,2.
Teil einer Hirschskulptur; goldener Kopf mit
silbernem Geweih. Der Aufsatz besteht aus
drei Platten, die mit kleinen goldenen Nägeln
befestigt sind. Augen, Nase und Maul des Hir-
sches sind reliefartig herausgearbeitet. Für die
Ohren, die verlorengeganen sind, und für das
massive silberne Geweih waren runde Öffnun-
gen vorgesehen, die mit goldenen Klammern
verkleidet waren (eine Klammer ist erhalten).
Uljap 81; 3 M-4
122. Stangenaufsatz
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 1, Ri-
tualkomplex.
Silber, Gold, geprägt, graviert, gelötet, inkru-
stiert. L. 25.
Skulptur eines liegenden Ebers. Der Stangen-
aufsatz ist aus zwei Platten gefertigt, die mit
kleinen silbernen Nägeln mit aufgelöteten gol-
denen Köpfen auf einer Holzunterlage befes-
tigt sind. In den Platten gibt es Aussparungen
für Hauer, Augen und Ohren, die mit Gold
inkrustiert sind.
Uljap 81; 2 M-4
123. Trense und Psalien
5Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 10, Ri-
tualkomplex.
Eisen, geschmiedet. L. 19.
Stabförmig, zweiteilig mit Ösen an den Enden,
zwei Löcher. Das eine Ende ist in Form eines
stilisierten Greifkopfes gestaltet, das andere
endet mit einem konischen Zapfen.
Uljap 82; 940 M-4
51
124. Psalien mit Bronzeplatten (3 St.)
4.Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 2, Ri-
tualkomplex.
Bronze, gegossen. L. 14,7; 14,4; D. 3,4.
S-förmig, in Form stilisierter Hirsche mit un-
tergeschlagenen Hinterbeinen (Bruchstücke
der Eisentrense sind erhalten), zwei Löcher.
Die Bronzeplatten sind in Form von
Pantherköpfen gestaltet. Auf der Rückseite ei-
ne Öse.
Uljap82;564,565M-4
125. Psalienpaar
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 2, Ri-
tualkomplex.
Bronze, gegossen und graviert. L. 12,2; 8,6.
L-förmig, zwei Löcher, das gebogene Ende in
Form von durchbrochenen, gegenständig ein-
gerollten, palmettenverzierten Voluten (von
einer Psalie fehlt ein Stück).
Uljap82;559-4
126. Psalienpaar
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 2, Ri-
tualkomplex.
Bronze, gegossen. L. 16,7; 16,2.
S-förmig, zwei Löcher, Enden in Form von sti-
lisierten Fängen eines Raubvogels mit ringför-
mig eingerollten Krallen.
Uljap 82; 561 M-4
127. Psalienpaar
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Bronze, gegossen und graviert. L. 15,3; 15;5.
S-förmig, zwei Löcher, das eine Ende stellt
Kopf und Hals eines Seepferdchens, das ande-
re endet mit einem kegelförmigen Zapfen.
Uljap 82; 628 M-4
128. Psalienpaar
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Bronze, gegossen und graviert. L. 14,7; 15,5.
S-förmig, zwei Löcher. Das eine Ende ist in
Form eines Pantherkopfes gestaltet, das ande-
re endet mit einer durchbrochenen Platte.
Uljap 82; 629 M-4
129. Psalienpaar
4jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Bronze, gegossen und graviert. L. 9,6; 10,4.
L-förmig, zwei Löcher. Das gebogene Ende ist
in Form eines Greifkopfes gestaltet.
Uljap 82; 630 M-4
130. Psalie (Bruchstück)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 8, Ri-
tualkomplex2.
Bronze, gegossen. L. 10,8.
S-förmig, zwei Löcher. Ein utopisches Tier
mit untergeschlagenem Hinterbein. Auf dem
Oberschenkel ist ein Auge und auf dem Schul-
terblatt ein Vogelkopf dargestellt.
Uljap 83; 658 M-4
131. Psalie
4jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Grube 1, Bestattung 149.
Eisen, geschmiedet. L. 14.
L-förmig, zwei Löcher. In der Mitte eine Ver-
stärkung in Form von zwei Rauten. Das eine
Ende ist geschmiedet, das andere hat die
Form eines Flügels.
Cernysev87;1161M-4
132. Psalie (Bruchstück)
4.Jh.v.Chr., Dorf Brut, Kurgan Nr. 1, Bestat-
tung2.
Eisen, geschmiedet. L. 5.
S-förmig, zwei Löcher. Ein Ende ist in Form
eines utopischen Tiers mit gewandtem Kopf
gestaltet.
Brut89;1185M-4
133. Stirnschmuck vom Pferdezaumzeug
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 2, Ri-
tualkomplex.
Bronze, gegossen und graviert. L. 15,5.
Stirnschmuck in Gestalt eines liegenden
Löwen mit geöffnetem Rachen. Auf dem Hin-
terbein, das auf den Rücken gedreht ist, ist der
Kopf eines Greifs dargestellt. Auf der Rücksei-
te befindet sich eine Ose.
Uljap 82; 563 M-4
134. Stirnschmuck vom Pferdezaumzeug
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 8, Ri-
tualkomplex 1.
Bronze, gegossen. H. 3,3.
Plastischer Greifenkopf, Schnabel geöffnet,
unten eine Öse, teilweise von einem mit Volu-
ten verzierten Plättchen verdeckt.
Uljap83;650M-4
135. Stirnschmuck vom Pferdezaumzeug
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 8, Ri-
tualkomplex 2.
Bronze, gegossen. L. 6,4.
Zwei miteinander verbundene Stäbe, die einen
stilisierten Greifenkopf mit Bockshorn tragen,
unten eine Öse.
Uljap83;653M-4
136. Nasenplatte
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 8, Ri-
tualkomplex 1.
Bronze, gegossen. L. 3,8.
Greifen- und Raubvogelköpfe.
Uljap 83; 647 M-4
137. Wangenschmuck vom Pferdezaum-
zeug
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 11, Ri-
tualkomplex.
Bronze, gegossen. L. 5,3.
Hirschkopf mit einem stilisierten Geweih, das
mit Greifenköpfen verziert ist.
Uljap 82; 737 M-4
138. Glöckchen (3 St.)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Bronze, Eisen, gegossen, geschmiedet. Höhe
von 10 bis 14.
Zylindrisch und konisch, geöst, dreieckig oder
gezackt geschlitzt, reliefiert (Rollen, Zickzack-
linien, Fischgrätenmuster). Die Glockenzunge
ist aus Eisen gegossen.
Uljap82;605,609,611M-4
139. Anhänger
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 8, Anhäu-
fung 1.
Bronze, gegossen. L. 5,4.
Durchbrochener, von beiden Seiten verwend-
barer Anhänger in Form eines stilisierten
Hirschkopfes mit einem Geweih, das von
kleinen Greifenköpfen geziert wird. Unten
befindet sich eine Ose.
Uljap83;647M-4
140. Schmuckplatte
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 8, Ri-
tualkomplex 2.
Bronze, gegossen. L. 3,6.
Schmuckplatte in Form eines liegenden Bocks
mit untergeschlagene Beinen. Auf der Rück-
seite eine Öse.
Uljap83;655M-4
52
141. Schmuckplatte
4jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 8, Ri-
tualkomplex.
Bronze, gegossen. L. 3,4.
Figürliches Schildchen mit zwei Reliefkreisen,
in der Mitte eine hufartige Figur. Auf der
Rückseite eine Öse.
Uljap83;1151M-4
142. Schmuckplatte
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heüig-
tum.
Bronze, gegossen. L. 3,2.
Figürliche Platte mit der Reliefdarstellung des
Haupts der Gorgo Medusa. Auf der Rückseite
eine Öse.
Uljap 82; 1098 M-4
143. Schmuckplatte
4Jh.v.Chr., Weiler Cernysev, Sereginski-
Grabstätte, Bestattüng 69.
Bronze, gegossen, gelötet. L. 5,4.
Figürliche Platte in Form eines stilisierten
Greifenkopfes, das Auge ist halbsphärisch.
Auf der Rückseite eine Ose.
Cernysev86;1125M-4
144. Schmuckplatte
4 Jh.v.Chr., Aul Taujchabl, Zufallsfund.
Bronze, gegossen. L. 2,3.
Plättchen in Form einer Elchgestalt mit unter-
geschlagenen Beinen. Auf der Rückseite eine
Öse.
Taujchabl85;97lM-4
145. Schnalle
5.Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 15, Pferde-
bestattung3.
Eisen, geschmiedet. L. 8,6.
Ringförmig mit Vorsprüngen für Riemenbefe-
stigung. Flache geschlossene Enden in Form
von Greifenköpfen.
Uljap83;708M-4
146. Armring
4jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 4, Bestat-
tung 26.
Bronze, geschmiedet, graviert. D. 5,7.
Enden übereinandergelegt, mit senkrechten
und schrägen Kreuzen verziert, die restliche
Außenfläche mit schrägen Kerben.
Uljap 82; 584 M-4
147. Armring
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 4, Bestat-
tung31.
Bronze, geschmiedet, graviert. D. 6,1.
Mehrere Windungen, Enden sind rautenför-
mig und mit schrägen Kreuzen verziert.
Uljap 82; 588 M-4
148. Armring
4 Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 12, Bestat-
tung 16.
Bronze, geschmiedet, graviert. D. 7 (oval).
Offen, an den Enden längsgekerbte Zapfen,
vom Ringkörper durch ringförmige Wülste
abgesetzt.
Uljap83;668M-4
149. Fingerring
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Ri-
tualkomplex.
Gold, ägyptische Fayance, geschmiedet,
geformt, glasiert, gebrannt. D. 1,7.
Ring mit einem Astragal-Einsatz.
Uljap82;413M-4
150. Fingerring
4.-3 Jh.v.Chr., Aul Taujchabl, Grabstätte Psis,
Bestattung57.
Bronze, gegossen und graviert. D. 2.
Ring mit einem ovalen Schildchen, auf dem
Nike dargestellt ist.
Taujchabl88;1123M-4
151. Schläfenring
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 4, Anhäu-
fung7.
Silber, gegossen und vergoldet. D. 2,65.
Spirale aus zwei Windungen, Enden sind mit
Ringkerben und vergoldeten konischen Zap-
fen verziert.
Uljap 82; 81 M-4
152. Anhänger
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 1, Ri-
tualkomplex.
Gold, gestanzt und gelötet. H. 2,3.
Hohler, aus zwei Hälften zusammengesetzter
Löwenkopf mit geöffnetem Maul und anlie-
genden Ohren.
Uljap81;29M-4
153. Anhänger (6 St.)
4jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, gestanzt, mit Filigran verziert. L. 1,6.
Jeder Anhänger besteht aus vier - durch einen
durchbrochenen Einsatz-verbundene-paarwei-
se angeordneten Perlen und einem Paar
angehängter hohle Eicheln.
Uljap 82; 377-382 M-4
154. Anhänger
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, gestanzt und gelötet. D. 1,8.
Anhänger in Form einer Eichel, aus zwei Hälf-
ten zusammengesetzt.
Uljap 82; 140 M-4
155. Anhänger (2 St.)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, gestanzt und gelötet. L. 1,1.
Anhänger in Form einer Eichel, hohl, aus zwei
Hälften zusammengesetzt, Ringe zum Anhängen.
Uljap 82; 141-142 M-4
156. Amulett-Anhänger (4 St.)
4jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum; Kurgan Nr. 12, Bestattung 30.
Ägyptische Fayance, geformt, glasiert, ge-
brannt.H. 1-2,2; D. 2,2.
a. Figürchen des Zwerggottes Bes, von einer
bzw. zwei Seiten modelliert.
b. Kugelförmig, Spuren der türkisfarbenen
Glasur, in Scheiben geteilt.
c. Zapfenform, türkisfarben.
Uljap 82; 83, 163,166, 181,196 Kr-4
157. Anhänger
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 11, Anhäu-
fung 8.
Gagat, geschnitzt, geschliffen, durchbohrt. H.
3,2.
Abgestumpfte Birnenform, Kanal horizontal
durch den schmalen Teil des Anhängers ge-
bohrt.
Uljap83;18Dr-4
158. Schmuckstück
5 Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 12, Bestat-
tung 30.
Aus der Glasmasse über einem keramischen
Kern geformt, Ornamente in Auflagetechnik.
Länge2,l.
Widderköpfen, undurchsichtiges weißes Glas,
Augen und Nase aus schwarzem Glas.
Uljap83;195Kr-4
53
159. Perlenkette (90 Perlen)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Aus der Glasmasse über einem Keramikröhr-
chen geformt, Ornamente in Auflagetechnik.
L.77.
71 runde Perlen aus blauem, undurchsichti-
gem Glas und 19 aus blauem Glas mit neun
aufgesetzten Augen.
Uljap 82; 158-160 Kr-4
160. Perlenkette (54 Perlen)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Glas, gegossen, L. 27,8.
46 doppelkonische und acht pyramidale Per-
len aus blauem, undurchsichtigem Glas.
Uljap 82; 155-156 Kr-4
161. Perlenkette (37 Perlen)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gagat, geschliffen und gebohrt. L. 12.
20 fäßchenförmige und 16 dreieckige Perlen
sowie das Bruchstück einer weiteren Perle.
Uljap 82; 14, 15 Dr-4
162. Glasperlen mit Masken (4 St.)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Undurchsichtiges, mehrfarbiges Glas: türkis-
farben, blau, weiß und gelb; aus der Glasmas-
se und einem Keramikröhrchen geformt; Mas-
ken handmodelliert und aufgesetzt. L. 3,3-3,5.
Die großen zylindrischen Perlen tragen drei
Gesichtsmasken mit großen Nasen und her-
vorquellenden Augen.
Uljap 82; 137 (a-d) Kr-4
163. Glasperle mit Maske
4.-3 Jh.v.Chr., Aul Taujchabl, Grabstätte Psis,
Bestattung57.
Undurchsichtiges Glas: blau und weiß; aus der
Glasmasse und einem Keramikröhrchen
geformt; Maske handmodelliert und aufge-
setzt. L. 4,6.
Die große zylindrische Perle trägt zwei Ma-
sken mit großen Nasen.
Taujchabl 88; 480 Kr-4
164. Schmuckplatte
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold und Silber, geprägt. D. 5,9.
Geprägte Darstellung der Gorgo Medusa, am
Rand sechs Löcher, in denen Silberdraht für
die Befestigung an einen silbernen Rahmen
steckt (der Rahmen ist teilweise erhalten).
Uljap 82; 83 M-4
165. Löwenplastiken (2 St.)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 4,
Anhäufung7.
Gold, gestanzt und gelötet, Granulation. Län-
ge je 2,4.
Liegende Löwen, der Schwanz aus spiralför-
mig zusammengedrehtem Draht auf dem
Rücken. Augen Mähne und Zierkreuz auf dem
Oberschenkel in Granulation ausgeführt. An
der Basis zwei Löcher zur Befestigung auf ei-
ner Unterlage.
Uljap 82; 79, 80 M-4
166. Gewandschmuck (Fragment)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, gestanzt, gelötet, Filigran und Granula-
tion. L. 2.
Achterform, der obere runde Teil mit einer
zehnblättrigen Rosette in Granulation und Fi-
ligran verziert; der untere oval und granuliert.
Uljap 82; 408 M-4
167. Gewandschmuck (2 St.)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, gestanzt, Filigran, Glaspaste. H. 1,3;
1,2.
Fünfblättrige Blume mit Vertiefung für die
Pastenfüllung.
Uljap 82; 129-130 M-4
168. Platten (2 St.)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 1, Ri-
tualkomplex.
Gold, getrieben. L. 18; 17.
Platten, jeweils in der Gestalt eines schreiten-
den Hirsches, dessen Haupt von einem
Geweih mit stilisierten Greifenköpfen geziert
wird.
Uljap81;30,31M-4
169. Platten (4 St.)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 1, Ri-
tualkomplex.
Gold, geprägt. L. 3,5-3,8.
Zierplättchen in der Gestalt eines nach rechts
schreitenden Löwen.
Uljap81;4-7M-4
170. Zierplättchen (2 St.)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 1, Ri-
tualkomplex.
Gold, gestanzt. L. je 3,4.
Zierplättchen in Form einer zehnblättrigen
Rosette.
Uljap81;27,28M-4
171. Zierplättchen (6 St.)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 4, Ri-
tualkomplex.
Gold, gestanzt. L. je 2,5.
Zierplättchen in Gestalt einer stehenden und
nach rechts gewandten Ente.
Uljap 82; 39-44 M-4
172. Zierplättchen
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 4, Ri-
tualkomplex.
Gold, gestanzt. L. 3.
Zierplättchen in Gestalt einer liegenden Hir-
schs mit untergeschlagenen Beinen, dessen
Geweih mit Greifenköpfen verziert ist.
Uljap 82; 63 M-4
173. Zierplättchen
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, gestanzt. H. 4,7.
Durchbrochenes, quadratisches Zierplättchen
mit einem schreitenden Hirch in einem Per-
lenrahmen. Das Geweih ist mit stilisierten
Greifenköpfchen verziert.
Uljap 82; 393 M-4
174. Zierplättchen (3 St.)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, gestanzt. L. 2,5.
Durchbrochene, quadratische Plättchen mit
einem achtzackigen Stern in einem "Perlen-
rahmen".
Uljap 82; 360-362 M-4
175. Zierplättchen (9 St.)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, gestanzt. L. 3,4.
Figürliche, durchbrochene Zierplättchen in
Form siebenblättriger Palmetten. Die Palmet-
ten sind in Klammern eingeschlossen, deren
obere Enden nach außen und die unteren
nach innen gewickelt sind.
Uljap 82; 346-354 M-4
54
176. Zierplättchen
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, gestanzt. D. 3.
Durchbrochenes, rundes Zierplättchen. Vom
Zentrum zum Rand laufen acht Stiele, die am
Rand abwechselnd mit Greifenköpfen und
Efeublättern verziert sind. Am Rand sind alle
Stiele miteinander verbunden und bilden ei-
nen Kreis.
Uljap 82; 403 M-4
177. Zierplättchen (2 St.)
4jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, geprägt. H. je 3,6.
Figürliche Zierplättchen in Form von Grei-
fenköpfen, die sich an eine schmale Platte mit
eierstabförmigem Ornament stützen.
Uljap 82; 355-356 M-4
178. Zierplättchen
4jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, gestanzt, mit Granulation und Paste
verziert. L. 3,8.
Figürliches Zierplättchen in Form einer fünf-
blättrigen Rosette, rechts und links von der
Rosette je vier Blätter, in denen teilweise Pa-
stenfüllung erhalten ist.
Uljap 82; 399 M-4
179. Zierplättchen
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, geprägt. L. 2,2.
Ovales Zierplättchen in Form einer sieben-
blättrigen Rosette.
Uljap 82; 128 M-4
180. Zierplättchen (2 St.)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, geprägt. L. 3,1.
Figürliche Zierplättchen in Form von Efeu-
blättern an einem mit Kerben verzierten
Zweig.
Uljap 82; 358,359 M-4
181. Zierplättchen
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, geprägt. H. 2,9.
Figürliches Zierplättchen in Gestalt eines nach
rechts schreitenden Hirches. Das Geweih be-
steht aus fünf Zweigen und zwei stilisierten
Greifenköpfen an der Basis.
Uljap 82; 164,368-376 M-4
182. Zierplättchen (3 St.)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, geprägt. D. je 1.
Runde Zierplättchen mit der Darstellung des
Haupts der Gorgo Medusa.
Uljap 82; 138, 176, 395 M-4
183. Zierplättchen (3 St.)
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Heilig-
tum.
Gold, geprägt. L. 1,3-1,2.
Zierplättchen in Form von Männergesichtern
("Skythen").
Uljap 82; 410-412 M-4
184. Zierplättchen
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 8, Ri-
tualkomplex 1.
Gold, geprägt. D. 2.
Rundes Zierplättchen mit der Profildarstel-
lung . eines Männerkopfs (nach rechts
gewandt) mit Kopfbedeckung.
Uljap83;425M-4
185. Zierplättchen
4Jh.v.Chr., Aul Uljap, Kurgan Nr. 8,
Ritualkomplex 1.
Gold, geprägt. D. 2,2.
Rundes Zierplättchen, auf dem drei Lotosblü-
ten dargestellt sind.
Uljap83;426M-4
186. Zierplättchen (3 St.)
4Jh.v.Chr, Aul Uljap, Kurgan Nr. 8, Ri-
tualkomplex 1.
Gold, geprägt. L. 1,9-2.
Rechteckige Zierplättchen mit der Darstellung
eines liegenden Hasen.
Uljap83;427,435,436M-4
187. Zierplättchen (22 St.)
4Jh.v.Chr, Aul Uljap, Kurgan Nr. 1, Ri-
tualkomplex, Kurgan Nr. 4, Ritualkomplex
und Anhäufung 7; Kurgan Nr. 5, Heiligtum.
Gold, geprägt. L. 1,5-2,8.
Bildthema: liegender Elch mit zurückgewen-
detem Kopf; Geweihstangen laufen in stilisier-
te Greifenköpfchen aus.
Uljap 81, 82; 12-24, 57-60, 72-76,400 M-4
188. Zierplättchen (129 St.)
4Jh.v.Chr, Aul Uljap, Kurgan Nr. 1, Ri-
tualkomplex; Kurgan Nr. 5, Heiligtum.
Gold, geprägt. D. 1; 1,2; L. 0,3-1,3; 1-1,3; 0,9-
2; 1,8-2; H. 1,5.
a. Glatt, halbkugelförmig.
b. Rund, in sechs Sektoren geteilt, in der Mit-
te ein kleines rundes Schildchen.
c. Rautenförmig, ein ausgesonderter Relief-
rand; Plättchen mit ineinander-eingezeichne-
ten Rauten.
d. Quadratisch, mit fünf schachbrettförmig
angeordneten erhabenen Quadraten in Relief
mit einem Punkt in der Mitte.
e. Röhrchen, senkrecht geriefelt.
f. Schmale Platten mit eierstockartigem Orna-
ment.
g. Dreieckig, Oberfläche mit rautenförmigem
Relief bedeckt.
Uljap 81, 82; 8-11, 25, 26, 107-111, 120-127,
131-137, 146-163, 165-175, 177, 179-188, 190-
236, 363-367, 383-387, 397, 398, 416-419 M-4
189. Spiegel
4 Jh.v.Chr, Aul Uljap, Kurgan Nr. 12, Bestat-
tung45.
Bronze, gegossen, geschliffen. D. 12,6.
Diskusförmig, auf der Rückseite eine Öse.
Uljap83;670M-4
190. Spiegel
4Jh.v.Chr, Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Grube 1, Bestattung 146.
Bronze, gegossen, graviert. D. 13.
Scheibenförmig, auf der Rückseite vier erha-
bene Ringe in Relief, am Rand ein eier-
stockförmiges Ornament. Die Rückseite ist
auch mit einem maltesischen Kreuz verziert.
Cernysev87; 1160 M-4
191. Alabastron
5.-4Jh.v.Chr, Aul Uljap, Kurgan Nr. 5, Hei-
ligtum.
Alabaster, geschliffen, H. 12,1; D. 4,4.
Alabastron mit einem breiten, flachen Rand,
einem engen Hals und einem tropfenförmigen
Körper. Im oberen Teil des Körpers zwei
kleine Vorsprünge.
Uljap 82; 13 Dr-4
55
3. Sarmatische Periode
(3Jh.v.Chr.-3Jh.n.Chr.)
192. Skyphos
4Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Kurgan Nr. 2, Bestattung 46.
Ton, Töpferscheibe, schwarzer Firnis. H. 11;
D. 12,3.
Rand etwas ausladend, der zylindrische Kör-
per verengt sich zum Boden hin. Der Skyphos
ist in rotfiguriger Technik bemalt. Auf beiden
Seiten sind zwei sich gegenüberstehende, in
ein Himation gehüllte Männergestalten darge-
stellt.
Cernysev 85; 203 Kr-4
193. Kantharos
4.-3Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Kurgan Nr. 2, Anhäufung 6.
Ton, Töpferscheibe, poliert. H. 16,5; D. 13,5.
Rand ist poliert, Rumpf im oberen Teil zylin-
drisch, im unteren halbkugelförmig mit senk-
rechten Kannelüren verziert. Ein hoher, hoh-
ler, profilierter Fuß.
Cernysev85;249Kr-4
194. Becher
4.-3 Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Bestattung 117.
Ton, Töpferscheibe. H. 11; D. 9,5.
Rand ist ausladend, der obere Teil des Kör-
pers konkav, der untere kegelförmig mit ei-
nem Ringfuß. Zwischen dem unteren und dem
oberen Teil des Rumpfes ein Henkel.
Cernysev 87; 493 Kr-4
195. Becher
4.-3Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev,
Sereginski-Grabstätte, Grube 1, Bestattung
107.
Ton, Töpferscheibe. H. 8,0; D. 15,2.
Rand ausladend, Körper konisch mit einem
Ringfuß; dreihenklig, die Henkel sind am
Rand und im unteren Teil des Körpers befe-
stigt.
Cernysev87;492Kr-4
196. Schüssel
4.-3 Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Grube 1, Bestattung 104.
Ton, Töpferscheibe. H. 7,5; D. 19.
Halbkugelförmig auf einem Ringfuß, mit zwei
profilierten horizontalen Henkeln am oberen
Teil des Körpers. Rand eingezogen.
Cernysev 87; 490 Kr-4
197. Becher
3.-2 Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Kurgan Nr. 2, Bestattung 11.
Ton, Töpferscheibe. H. 6,3; D. 10,5.
Halbkugelförmig, Boden konkav, vom Rand
zum unteren Teil des Rumpfes gehen drei
senkrechte Henkel. Im oberen Teil der
Henkel gibt es kleine rechteckige Schildchen
mit Fischgrätenornament.
Cernysev 84; 237 Kr-4
198. Zweihenkliges Gefäß
3.-l.Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Grube 1, Bestattung 87.
Ton, Töpferscheibe. H. 8,5; D. 11,4.
Der obere Teil des Körpers ist kegelförmig,
der untere halbkugelig, der Rand ist ausla-
dend. In der Mitte des Gefäßes zwei horizon-
tale, rechteckige Henkel mit zwei Löchern.
Cernysev 86; 489 Kr-4
199. Gefäß
3.-1 Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Grube II, Bestattung 14.
Ton, Töpferscheibe. H. 11,7; D. 9,8.
Birnenförmig auf einem plattenartigen Fuß,
am Rand ein horizontaler Wulst. Auf dem
Rumpf eine gekerbte schematische Tierdar-
stellung.
Cernysev 87; 491 Kr-4
200. Schale
1.-2 Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Zufallsfund.
Ton, Töpferscheibe. H. 13,5; D. 22,5.
Im oberen Teil des Gefäßes vier symmetrische
Abgüße. Der untere Teil kugelförmig. Vier
Henkel sind symmetrisch am Rand und am
mittleren Teil des Körpers befestigt.
Taujchabl 89; 488 Kr-4
201. Krug
l.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 139.
Ton, Töpferscheibe. H. 19,5; D. 15,8.
Rumpf ist doppelkonisch, Hals zylindrisch,
Rand ausladend mit einem Abguß. Der zoo-
morphe Henkel ist mit einem Ende am Rand
und mit dem anderen am oberen Teil des Kör-
pers befestigt.
Cernysev 86; 284 Kr-4
202. Krug
l.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev 1, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 28.
Ton, Töpferscheibe. H. 21,2; D. 19,8.
Hals trichterförmig, Rumpf kugelförmig, im
oberen Teil des Körpers ein zoomorpher
Henkel in der Gestalt eines Hundes.
Cernysev 85; 206 Kr-4
203. Krug
l.-3Jh.n.Chr., Weiler Sturbino, Schachtgrab,
Bestattung41.
Ton, Töpferscheibe. H. 17,5; D. 19,2,
Kugelförmig mit Trichterrand, im oberen Teil
des Körpers ein zoomorpher Henkel in der
Gestalt eines Hundes.
Sturbino 87; 352 Kr-4
204. Krug
1.-3 Jh.n.Chr., Einzelgehöft Sturbino, Schacht-
grab, Bestattung 56.
Ton, Töpferscheibe. H. 13,5; D. 8,6.
Rumpf kugelförmig, Rand trichterartig, der
zoomorphe Henkel in der Gestalt eines Ham-
mels sitzt zwischen dem oberen Teil und der
Mitte des Rumpfes.
Sturbino 87; 354 Kr-4
205. Krug
1.-3 Jh.n.Chr., Einzelgehöft Sturbino, Schacht-
grab, Bestattung 37.
Ton, Töpferscheibe. H. 28,5; D. 26,5.
Hals trichterförmig, Rumpf kugelig, Boden
abgesetzt. Zwischen dem Halsansatz und der
Mitte des Körpers ein zoomorpher Henkel.
Ajh Halsansatz ein Ornament aus schraffierten
Dreiecken.
Sturbino 87; 487 Kr-4
206. Schüssel
l.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 31.
Ton, Töpferscheibe. H. 7,5; D. 20.
Rand ausladend, Rumpf zylindrisch mit drei
horizontalen Rillen, der Boden abgesetrt. Am
Rumpf zwei zoomorphe Henkel.
Cernysev85;207Kr-4
207. Schüssel
1.-3 Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Kurgan
Nr. 5,Bestattung 173.
Ton, Töpferscheibe. H. 14,1; D. 28,3.
Rand ausladend, Rumpf zylindrisch, im unte-
ren halbsphärischen Teil vier Stützen; zwei
zoomorphe Henkel in Form von Bärenfigür-
chen sitzen zwischen dem Rand und dem un-
teren Teil des Körpers.
Cernysev 86; 335 Kr-4
56
208. Schale
l.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 166.
Ton, Töpferscheibe. H. 7; D. 15,5.
Rand kugelförmig mit drei Stützen, Rand pro-
filiert, am Rand ein Ornament aus schraffier-
ten Dreiecken.
Cernysev86;332Kr-4
209. Vase
l.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 136.
Ton, Töpferscheibe. H. 20; D. 37.
Rand nach innen gebogen, Rumpf konisch auf
einem hohen Fuß, im oberen Teil des Körpers
zwei rechteckige Vorsprünge und zwei
ösenförmige Henkel mit nach innen geboge-
nem Rücken.
Cernysev 86; 338 Kr-4
210. Krug
l.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 157.
Ton, Töpferscheibe. H. 11; D. 7,5.
Rand leicht ausladend, Rumpf ist konisch,
Ösenhenkel mit vier Ansätzen sitzt in der Mit-
te des Körpers.
Cernysev86;331Kr-4
211. Skyphos
Ende 2 Jh.-erste Hälfte des 1 Jh.v.Chr., Bezirk
Teucezsk, Kurgan Nr. 3, Bestattung 3.
Glas, geschliffen. H. 9; D. 10,3.
Zweihenkliger Skyphos, dessen zylindrischer
Körper sich zum Boden hin gleichmäßig ver-
engt und der auf einem runden Fuß ruht. Die
Henkel sind oben mit flachen, trapezförmigen
und unten mit ovalen Vorsprüngen verziert.
Cetuk81;202Kr-4
212. Becher
l.-2Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Kurgan
Nr. 5, Bestattung 147.
Blaues Glas, geblasen, graviert, H. 6,6; D. 7,8.
Der zylindrische Körper verengt sich gleich-
mäßig zum Boden hin. Im oberen Teü eine
breite und zwei schmale gravierte Rillen.
Cernysev 86; 287 Kr-4
213. Balsamarium
l.Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kurgan
Nr. 5, Bestattung 147.
Undurchsichtiges blaues Glas, geblasen. H.
10,3; D. 4,2.
Flakon mit einem hohen, zylindrischen Hals
und einem birnenförmigen Körper.
Cernysev 86; 286 Kr-4
214. Balsamarium
l.Jh.n.Chr., Einzelgehöft Sturbino, Schacht-
grab, Bestattung 1.
Undurchsichtiges, grünes Glas, geblasen. H.
5,8; D. 3,9.
Flakon mit zylindrischem Hals und kugelför-
migem Körper.
Sturbino 86; 484 Kr-4
215. Pyxis
l.Jh.n.Chr., Einzelgehöft Sturbino, Schacht-
grab, Bestattung 54.
Bein, geschliffen. H. 6; D. 3,4.
Zylindrischer Körper, Deckel konisch-abge-
stumpft.
Sturbino 87; 72 Dr-4
216. Oinochoe
l.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 92.
Bronze, gegossen, geschmiedet. H. 20; D.
11,3.
Hals zylindrisch, Rumpf konisch, Rand ausla-
dend und an zwei Seiten etwas zusammenge-
drückt.
Cernysev85;960M-4
217. Helm
3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Kurgan 1, Ritualkomplex 1.
Bronze, geschmiedet, genietet.
Konisch mit einem zapfenförmigen Vor-
sprung, schmalkrempig, im Nackenteil ein
Schirm mit drei Löchern.
Cernysev 84; 925 M-4
218. Schwert
l.-3.Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 140.
Eisen, geschmiedet. L. 99.
Zweischneidig, der Grifdorn bildet mit der
Klinge einen rechten Winkel, die Klingenan-
sätze dienen als Stützen. Das Schwert hat kei-
ne Parierstange und keinen Griffknauf.
Cernysev86; 1164 M-4
219. Dolch
l.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 169.
Eisen, geschmiedet. L. 42,5.
Zweischneidige Klinge, Griff hat eine gerade
Parierstange und einen ringförmigen Knauf.
Cernysev86;1165M-4
220. Lanzenspitze
4.-2 Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Bestattung 46.
Eisen, geschmiedet. L. 28,5.
Blattförmig, Tülle ist konisch und nicht ge-
schlossen.
Cemysev85;1159M-4
221. Lanzenspitze
3.-2Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Kurgan 1, Bestattung 55.
Eisen, geschmiedet. L. 27,5.
Rautenförmig, Tülle konisch mit zwei Lö-
chem.
Cernysev 84; 944 M-4
222. Wurfspießspitze
3.-2Jh.v.Chr., Aul Novo-Vocepsij, Grabstätte,
Bestattung 36.
Eisen, geschmiedet. L. 35.
Spitze ist annähernd dreieckig mit zwei Fort-
sätzen; Tülle ist länglich, konisch, nicht gesch-
lossen.
Novo-Vocepsij 85; 1167 M-4
223. Wurfspießspitze
l.-2Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Grabstätte Ka-
panesho, Zufallsfund.
Eisen, geschmiedet. L. 17,3.
Spitze ist annähernd dreieckig mit Fortsätzen;
Tülle ist konisch mit zwei Löchern am Ansatz.
Taujchabl83;815M-4
224. Trense mit Psalien
l.-2Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Pferdebestattung 7.
Eisen, geschmiedet. Länge der Glieder 8,2
und 8,7.
Zweiteilig, Psalien radförmig.
Cernysev 86; 1166 M-4
223. Trense mit Psalien und Platten
2.-3Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Grabstätte Ka-
panescho, Pferdebestattung (Zufallsfund).
51
Eisen, geschmiedet, vergoldet. L. 22,5; D. 5,5.
Chalzedon, geschliffen, gebohrt. D. 4-4,5.
Zweiteilig mit zusätzlichen Ringen für Zügel
und zwei antropomorphen Anhängern.
Eine runde Eisenplatte, in der Mitte gewölbt.
Chalzedonplatten (6 St.), rund, im Quer-
schnitt linsenförmig, in der Mitte ein Loch.
Taujchabl 85; 973, 1170 M-4; 44-49 Dr-4
226. Phalera
l.Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Zufallsfund.
Silber, geschmiedet, eingeprägt. D. 12,9.
Runde Schmuckplatte mit sechsblättriger Ro-
sette in der Mitte, vier geprägte Eckchen.
Cemysev 86; 985 M-4
227. Zierplättchen
l.-2.Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 143.
Gold, Bronze, geschmiedet, gestanzt. D. 3,1.
Rundes Zierplättchen, auf dem dargestellt ist,
wie ein Greif einen Bock reißt.
Cernysev 86; 979 M-4
228. Schnalle
l.Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kurgan
Nr.5,Bestattung279.
Silber, geschmiedet. L. 4,4.
Rahmenförmig mit einer beweglichen Zunge.
Cemysev 88; Cern. 88.1.5.-362
229. Fibel
3.-2Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Grube II, Bestattung 40.
Gold, Bronze, Glas, geschmiedet, Filigran. L.
1,7-
Runde Fibel in Form einer sechsblättrigen Ro-
sette mit einem Einsatz aus rotem Glas.
Cernysev87; 1061 M-4
230. Fibel
3.-2Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Grube II, Bestattung 15.
Gold, geschmiedet, gelötet, Filigran. L. 4,1.
Runde Fibel, gebildet aus zwei aufeinanderge-
legten Ösen, die eine Acht bilden. In der Mit-
te eine vielblättrige Rosette mit einem ovalen
Kästchen für den Einsatz in der Mitte.
Cernysev87;1057M-4
231. Fihel
2.-l.Jh.v.Chr., Aul Novo-Vocepsij, Grabstätte,
Bestattung 163.
Bronze, geschmiedet. L. 6,1.
Fibel mit angebundenem Nadelhalter. Der
Rücken ist mit einem herzförmigen Schildchen
und einem gewundenen achterförmigen Orna-
ment verziert.
Novo-Vocepsij 85; 1168 M-4
232. Fihel
l.Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kurgan
Nr. 5, Bestattung 139.
Bronze, gegossen. L. 5,2.
Schanier mit einem bogenförmigen profilier-
ten Rücken. Nadelhalter ist mit einem pilzför-
migen Vorsprung versehen. Auf dem Schild-
chen eine Inschrift: "AVCISSA".
Cernysev 86; 1073 M-4
233. Fihel
l.-2Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 138 b.
Bronze, versilbert, geschmiedet. L. 3.
Schanier, rautenförmig mit Schnörkeln an den
Ecken und einem geriefelten Kreis in der Mitte.
Cernysev86;1137M-4
234. Fiheln (3 St.)
2Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kurgan
Nr.5,Bestattung 102.
Bronze, Eisen, geschmiedet. D. 6,5.
Stark profilierte Fibeln mit einer Perle am
Kopf und einem hakenförmigen Nadelhalter.
Cernysev86;1133M-4
235. Fihel
2.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 272.
Bronze, geschmiedet. L. 6,3.
Einteilige Fibel mit plattenförmigem Nadel-
halter und einer Nadel auf der inneren Seite.
Cernysev88;1150M-4
236. Fibel
2.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 24.
Bronze, geschmiedet, geprägt. L. 6,5.
Spiralfibel, mit glattem Körper und einem
Knopf am Ende des Nadelhalters.
Cernysev 85; 959 M-4
237. Fihel
3 Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Zufallsfund.
Bronze, Email, geschmiedet, graviert. D. 5,5.
Rund, in der Mitte und an vier Seiten symme-
trisch angeordnet finden sich Emaileinsätze,
der Nadelhalter ist mit einem stilisierten
Schlangenkopf verziert.
Taujchabl89;1121M-4
238. Armring
4.-3 Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Bestattung 70.
Bronze, gegossen, geschmiedet, graviert. D.
6,4.
Nicht geschlossen; Enden sind in Form
stilisierter Tierköpfe gestaltet; auf der Außen-
seite ein graviertes Ornament.
Cernysev86;1136M-4
239. Armring
4.-3 Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Bestattung 40.
Bronze, gegossen. D. 6,8.
Nicht geschlossen; Enden sind in Form von
stilisierten Tierköpfen gestaltet. Außenfläche
ist mit schrägen Linien verziert.
Cernysev85;1124M-4
240. Armring
l.Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Grube II, Bestattung 8.
Bronze, gegossen. D. 8,6.
Vollguß, mit drei Reihen von zapfenförmigen
Vorsprüngen verziert.
Cernysev86; 1126 M-4
241. Armring
2.-1 Jh.v.Chr., Aul Novo-Vocepsij, Grabstätte,
Bestattung 163.
Bronze, gegossen. D. 6,5.
Nicht geschlossen; Enden verstärkt und in
Form von zoomorphen Köpfen gestaltet;
Außenfläche geriefelt.
Novo-Vöcepsij 88; 1103 M-4
242. Fingerringe (2 St.)
1.-3 Jh.n.Chr., Aul Leninachabl, Zufallsfund.
Glas, gegossen. D. 2,4; 2,3.
Scheingewunden, hergestellt aus gelbem Glas
mit blauen und orangenfarbenen Einsätzen.
Leninachabl 84, 87; 215, 477 Kr-4
58
243. Fingerring
l.Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kurgan
Nr. 5, Bestattung 139.
Eisen, Hemotron (?), geschmiedet, geschlif-
fen, geschnitzt, inkrustiert. Länge des Einsat-
zes. 1.
Intaglio, Darstellung eines Kriegers mit Schild
und Schwert.
Cernysev 86; 70 Dr-4
244. Ohrringe (3 St.)
3.-2Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Kurgan Nr. 1, Bestattung 17 und 41; Sere-
ginski-Grabstätte, Grube II, Bestattung 8.
Gold, geschmiedet, geprägt, gelötet, Filigran.
H. 2,8; 3,1; 2,4; L. 1,6; 1,8; 2,2.
Bockfigürchen (?) mit einer Öse.
Cernysev 84, 86; 917, 918, 980 M-4
245. Anhänger
3.-2 Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Grube I, Pferdebestattung 10.
Gold, Karneol, geschmiedet, Filigran, geschlif-
fen, gebohrt. D. 1,3.
Der Anhänger besteht aus einem Käppchen in
Form eines abgestumpften Kegels mit einer
Seitenöse und einem doppelkonischen Ein-
satz.
Cernysev 87; 1045 M-4
246. Anhänger
3.-2 Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Grube I, Bestattung 176.
Gold, vielfarbiges Glas, geschmiedet, Filigran,
Millefioriglas. L. 3,4.
Goldrahmen in Form eines "Mondplätt-
chens", Einsatz aus Millefioriglas. Im oberen
Teil des Rahmens eine Öse.
Cernysev 87; 1056 M-4
247. Anhänger
3.-2 Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Grube I, Pferdebestattung 10.
Gold, Achat, geschmiedet, Filigran,
geschliffen, gebohrt. H. 2,8; D. 1,3.
Der Anhänger besteht aus einem Käppchen in
Form eines abgestumpften Kegels mit einer
Öse im oberen Teil und einem tropfenförmi-
gen Einsatz.
Cernysev 87; 1044 M-4
248. Anhänger
3.-2 Jh.v.Chr., Aul Novo-Vocepsij, Grabstätte,
Zufallsfund.
Silber, Gold, Email (?), geschmiedet, geprägt,
Filigran, vergoldet. D. 2,1; L. 6,8.
Rund, Filigranornament in Form einer viel-
blättrigen Rosette mit Emaileinsatz in der Mit-
te, unten an den Ketten hängen glatte, runde
Anhänger.
Novo-Vocepsij 84; 913 M-4
249. Anhänger
l.Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Grabstätte Psis,
Zufallsfund.
Gold, Glas, geprägt, gelötet, Körnung. L. 2,7.
Dreieckig, hohl, zusammengelötet aus dünnen
Goldplatten; in der Mitte jedes Dreiecks ein
runder Einsatz umrahmt von granulierten
Dreiecken; auf zwei Seiten sind hohle pyrami-
denförmige Vorsprünge aufgelötet; die dritte
Seite ist nur teilweise erhalten.
Psis 88; 40436 M-4
250. Perlenkette
4.-3 Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Grabstätte, Grube I, Anhäufung 20.
Glas, geformt, gegossen, gebrannt. L. 69.
Die Perlenkette besteht aus Stiftperlen, spin-
delförmigen Perlen, zylindrischen Perlen, dop-
pelpyramidenförmigen Perlen sowie aus dop-
pelkonischen, herzförmigen und faßförmigen
Perlen; hier finden sich auch karaffenförmige
und zylindrische Anhänger sowie Anhänger in
Form einer Lotosblüte.
Cernysev 87; 481 Kr-4
251. Perlen (3 St.)
3.-2 Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Kurgan Nr. 2, Bestattung 43.
Ton, geformt, gebrannt. D.l.
Rund mit Reliefornament, das Körnung und
Filigran nachahmt.
Cernysev 85; 253 Kr-4
252. Perlenkette
2.-1 Jh.v.Chr., Bezirk Teucezsk, Kurgan Nr. 3,
Bestattung 3.
Glas, Bergkristal, geschliffen, gebohrt. L. 95.
Kette aus gehackten Stiftperlen und drei Per-
len aus Bergkristal (eine Perle oval und etwas
verflacht, zwei Perlen kugelförmig, jede Perle
in acht Schnitten geteilt.
Cetuk 81; 201 Kr-4; 35-37 Dr-4
253. Perlenkette
l.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 143.
Agyptische Fayance, Glas, geformt, gegossen,
gebrannt. L. 16.
Die Kette besteht aus gerippten, geschliffenen
und rundlich-zylindrischen Perlen.
Cernysev 86; 482 Kr-4
254. Perlenkette
l.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattungen 27 und 39.
Gagat, Chalzedon, geschliffen, gebohrt. L.
19,5.
Kette aus runden, zylindrischen und rech-
teckigen Perlen.
Cernysev 85; 42, 43 Dr-4
255. Perlen (9 St.)
l.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 91.
Bernstein, geschliffen, gebohrt. L. 1,6; 4,4.
Kette aus fäßchenförmig-abgestumpften Per-
len.
Cernysev85;85Dr-4
256. Perlenkette
2.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattungen 2, 13, 16, 22, 25, 27,
28und51
Glas, geformt, gegosen, gebrannt. L. 36.
Die Kette besteht aus rundlichen, gerippten
und zylindrischen Perlen sowie aus zylindri-
schen, spindelförmigen, rechteckigen, koni-
schen und vielteiligen Anhängern.
Cernysev 85; 254-257, 259-263, 265-267 Kr-4
257. Perlenkette
2.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattungen 46, 83 und 92.
Glas, vergoldet, gegossen, gebrannt. L. 40.
Kette aus zylindrischen und vielteiligen Per-
len.
Cernysev 85; 258, 264, 268, 271 Kr-4
258. Halsband
2.-1 Jh.v.Chr., Bezirk Teucezsk, Kurgan Nr. 3,
Bestattungen 3.
Gold, Chalzedon (?), geschmiedet, geprägt,
geschliffen, gebohrt. L. 30.
Die Kette besteht aus schmalen Röhrchen und
zylindrischen Anhängern, die mit Eierstabor-
nament und "Seilmuster" verziert sind.
Cetuk 81; 451-455 M-4
59
259. Anhänger
l.Jh.n.Chr., Einzelgehöft Sturbino, Schachtgrab,
Bestattung 26.
Ägyptische Fayance, geformt, gebrannt. L. 1,8.
Ein Frosch, der auf einer Plakette liegt.
Sturbino 87; 297 Kr-4
260. Anhänger (2 St.)
l.Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kurgan
Nr. 5, Bestattung 139.
Ägyptische Fayance, geformt, gebrannt. L. 1,8;
1,9.
Phalusdarstellungen.
Cernysev 86; 282-283 Kr-4
261. Anhänger (6 St..)
l.Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kurgan
Nr. 5,Bestattung 132.
Ägyptische Fayance, geformt, gebrannt. L.
2,3-2,6.
Löwen, die auf rechteckigen Plaketten liegen.
Cernysev 86; 275-280 Kr-4
262. Anhänger
l.Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kurgan
Nr. 5, Bestattung 132.
Ägyptische Fayance, geformt, gebrannt. L. 2,2.
Anhänger in Form eines Hundes, der auf einer
ovalen Plakette liegt.
Cemysev86;281Kr-4
263. Anhänger (5 St.)
l.-2.Jh.n.Chr., Aul Novo-Vocepsij, Grabstät-
te, Bestattung 34.
Ägyptische Fayance, geformt, gebrannt. L.
1,1-1,4.
Anhänger in Form von Skarabäen.
Novo-Vocepsij 85; 208-212 Kr-4
264. Anhänger
l.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 182.
Glas, von der inneren Seite vergoldet, gegos-
sen, gebrannt. D. 2,4.
Rechteckig mit Darstellung eines stehenden
nackten Menschen.
Cernysev 86; 483 Kr-4
265. Perlenkette
l.-3Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev I, Kur-
gan Nr. 5, Bestattung 147.
Karneol, Chalzedon, geschliffen, gebohrt. L.
45,5.
Kette aus runden und fäßchenförmigen Perlen.
Cernysev 86; 78 Dr-4
266. Spiegel
3.-2Jh.v.Chr., Aul Novo-Vocepsij, Grabstätte,
Bestattung 165.
Bronze, Bein, gegossen, graviert, genietet, ge-
schnitzt, gebohrt. H. 23.
Rund, der rechteckige Beingriff ist auf einen
Stift genietet. Auf der Rückseite ein graviertes
Ornament.
Novo-Vocepsij 88; 1181 M-4
267. Spiegel
l.-2Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Feld
bei Seregino, Zufallsfund.
Bronze, gegossen. H. 10,2.
Rund, an der Seite ein rechteckiger Griff mit
einem Loch.
Cernysev89;1128M-4
268. Spiegel (11 St.)
2.-3 Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Kurgan
Nr. 5, Bestattungen.
Bronze, gegossen. H. 3,1-5,7.
Rund, mit kurzen rechteckigen Griffen, die
mit einem Loch versehen sind. Rückseite
ornamentiert.
Cernysev 85, 86, 88; 927, 929, 930, 958, 959,
1132, 1134, 1144, 1146-1148 M-4
269. Spiegel, Kette, Fibel
2Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cemysev I, Kurgan
Nr. 5, Bestattung 271.
Bronze, gegossen, geschmiedet. L. 7,7; 21; H.
6,1.
Der Spiegel und die Fibel sind mit Hilfe einer
Kette verbunden. Der Spiegel ist rund, im re-
chteckigen Griff ein Loch für das Anhängen.
Die Kettenglieder sind achterförmig, aus sch-
malen Platten gefertigt. Bogenfibel, Nadelhal-
ter ist angebunden.
Cernysev88;1149M-4
270. Gorgonenhäupter (3 St.)
3.-2Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Schacht-
grab bei Seregino, Bestattungen 32, 66, und
79.
Ton, geprägt, gebrannt, vergoldet. D. 2,1-2,5.
Runde Scheiben mit der Reliefdarstellung der
Gorgo Medusa.
Cernysev 85, 86; 272-274 Kr-4
271. Amulett
3.-1 Jh.v.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Seregin-
ski-Kurgan Nr. 1, Bestattung 17.
Bronze, gegossen. H. 3.
Antropomorphe Amulett-Statuette in Form ei-
ner sitzenden Männerfigur.
Cernysev 84; 926 M-4
2 72. Tierfigürchen
l.Jh.v.Chr., Kosakendorf Gernojarskaja, Kur-
gan Nr. 1, Bestattung 2.
Bronze, gegossen. H. 3,8.
Figürchen eines liegenden Steinbocks (?).
Cernojarskaja 86; 1186 M-4
273. Amulett
1.-3 Jh.n.Chr., Einzelgehöft Cernysev, Kurgan
Nr. 5, Bestattung 84.
Bronze, geschmiedet. L. 13,2.
Ein hohler Stift und ein nicht geschlossenes
Röhrchen. Die beiden Teile dieses Gegenstan-
des sind an den Enden mit Ösen versehen. An
einem Ende des Gegenstandes sind in die Öse
zwei Anhänger aus gewundenem Draht einge-
hängt.
Cernysev85;1131M-4
274. Münze
Aus dem Jahr 201 (das Jahr 498 der Bospora-
nischen Ära), Aul Taujchabl, Grabstätte
Cischo, Zufallsfund.
Elektron, geprägt. D. 1,9.
Stater des Sauromatos II (174-210).
Vorderseite. Profil eines nach rechts gewende-
ten bärtigen Mannes. Die langen Haare sind
mit einem Band zusammengehalten. Längs des
Randes griechische Inschrift.
Rückseite. Darstellung des Imperators - Profil
eines bärtigen nach rechts gewendeten Man-
nes, auf dem Kopf ein Kranz, daneben ein
Dreizack.
Taujchabl 82; 538 M-4
275. Münze
Aus dem Jahr 211 n.Chr. (das Jahr 509 der
Bosporanischen Ära), Aul Uljap, Zufallsfund.
Elektron, geprägt. D. 2.
Stater des Rhesuporis II (211-228).
Vorderseite. Profil eines nach rechts gewende-
ten bärtigen Mannes. Die langen Haare sind
mit einem Band zusammengehalten. Längs des
Randes griechische Inschrift.
Rückseite. Darstellung des Imperators - Profil
eines nach rechts gewendeten bärtigen Man-
nes, auf dem Kopf ein Kranz, daneben ein
Dreizack.
Uljap 82; 537 M-4
60
EPOCHE DER GROßEN VOLKERWANDERUNG
(4.-5Jh.n.Chr.)
276. Krug
4.-5.Jh.n.Chr., Dorf Brut, Kurgan Nr. 3, Be-
stattung 1.
Ton, Töpferscheibe, poliert. H. 40,5; D. 27,5.
Rand ausladend, Ausguß etwas aufgebogen,
Hals niedrig, Körper eiförmig, drei Henkel.
Ein Henkel ist am Halsansatz und am oberen
Teil des Körpers befestigt, zwei andere
Henkel am zentralen Teil des Körpers. Der
Körper ist mit fünf senkrechten Reliefwülsten
verziert.
Brut 89; Brut 89.3-3.
277. Belag eines Schwertgriffs und einer
Schwertscheide, Anhänger und Schnalle
5Jh.n.Chr., Dorf Brut, Kurgan Nr. 2, Bestat-
tung 2.
Gold, Silber, Granat, Glas, Marmor (?), ge-
schmiedet, granuliert, gelötet, gegossen, gesch-
liffen, gebohrt. L. 34,7 und 80; D. 3,5; L. 2,7.
Der Belag des Schwertgriffs ist aus einer
Goldplatte gefertigt, die in ein ovales Röhr-
chen gewickelt ist, das sich zum Ende hin ve-
rengt. Der zylindrische Knauf und die rech-
teckige Parierstange sind mit Granaten, Gla-
seinsätzen und Körnung verziert. Die Schwert-
scheide ist rechteckig, aus einer Goldplatte ge-
fertigt und mit einer senkrecht eingesetzten
Platte und zwei horizontalen Klammern mit
Granateinsätzen verziert. Die Spitze der Schei-
de ist dem Griffknauf ähnlich und unterschei-
det sich von ihm nur durch ihre Größe. Der
Anhänger ist zylindrisch, in der Mitte ein Lo-
ch durch das ein Draht gezogen wird. Ein En-
de des Drahts endet mit einer Öse und das
zweite mit einem runden Schildchen, das mit
Granateinsätzen und Körnung verziert ist.
Die Schnalle stellt einen rundlichen Rahmen
mit einer leicht gebogenen Zunge und einem
runden Schildchen dar, das mit Granateinsatz
und Körnung verziert ist.
Brut 89; Brut 89.2-48, 64,57.
278. Außenbelag des Dolchgrijfs und der
Dolchscheide, Schnallen (3 St.) und Rie-
menspitzen (3 St.)
5Jh.n.Chr., Dorf Brut, Kurgan Nr. 2, Bestat-
tung 2.
Gold, Silber, Granat, geschmiedet, Körnung,
Filigran, gelötet. L. 11,9 und 20,5; 2,5; 2,8-3.
Dolchgriff mit einem ovalen Knauf, der mit
Granateinsätzen verziert ist. Rechteckige
Scheide mit U-förmigen Aufsätzen, die mit
Granateinsätzen verziert sind.
Schnallen sind rund mit rüsselförmigen Na-
deln, zwei Schnallen sind mit rechteckigen
Schildchen und eine mit einem dreieckigen
Schildchen versehen. Das dreieckige Schild-
chen ist mit Granateinsatz verziert.
Brut 89; Brut 89.2-55,58-60.
2 79. Stiel einer Riemenpeitsche
5Jh.n.Chr., Dorf Brut, Kurgan Nr. 2, Bestat-
tung 2.
Gold, Silber, Granat, geschmiedet, Körnung,
Filigran, gelötet. L. 30,5.
Silberröhre (wird zur Zeit restauriert und ist
durch eine Nachahmung ersetzt). Von einer
Seite ist die Röhre mit einem Goldeinsatz be-
deckt, von der anderen mit einer zylindrischen
Spitze, die mit Granateinsätzen und Körnung
verziert ist.
Brut 89; Brut 89.2-56.
280. Pferdegeschirr
5 Jh.n.Chr., Dorf Brut, Kurgan Nr. 2, Bestat-
tung 2.
Eisen, Silber, Gold, Bronze, Granat, Glas, ge-
schmiedet, Körnung, Filigran, gelötet, gegos-
sen. L. 11,8; 6,5-6,8; 4,6; 1,2; H. 4,8; L. 4-4,1;
6,5-6,7.
Die Trense ist zweiteilig; an den stabförmigen
Psalien sind granat- und granulatverzierte
rechteckige Fortsätze befestigt, von denen Zü-
gel und Kopfriemen abgehen. Eine runde Sch-
nalle mit einem granulat- und granatverzier-
tem Schildchen dient der Zügelbefesti gung.
Auf dem Kopfriemen sind herzförmige Plätt-
chen aufgesetzt, dazwischen befinden sich vier
runden Scheiben mit zwei bzw drei rechtecki-
ge Platten. Scheiben und Platten sind mit Gra-
nat-und Glas einsätzen sowie mit Granulation
verziert.
An den Zügeln befanden sich vier runde Sch-
nallen mit rüsselförmigen Dorn und runden
Schildchen sowie vier rechteckige Riemenzun-
gen mit halbmondförmigen Enden. Schnallen
und Riemenzunge sind ebenfalls mit Granat-
und Glaseinsätze sowie Granulation verziert.
Brut 89; Brut 89.2-37, 40, 41, 38, 39, 42-44, 3-
10, 17,18, 19-22,27-29,32, 33-36.
281. Schnallen (2 St.) und Riemenzungen
(2 St.)
5 Jh.n.Chr., Dorf Brut, Kurgan Nr. 2, Bestat-
tung2.
Gold, Silber, Granat, geschmiedet, Körnung,
gelötet, gegossen. L. 4; 4,1; 6,1; 6,4.
Runde Schnallen mit rüsselförmigen Dorn
und runden Schildchen, die mit Granateinsät-
zen und Körnung verziert sind. Riemenzungen
sind rechteckig, ein Ende ist abgerundet und
mit Granateinsätzen und Körnung verziert.
Brut 89; Brut 89.2-30, 31,53,54.
282. Riemenverteiler (4 St.)
5 Jh.n.Chr., Dorf Brut, Kurgan Nr. 2, Bestat-
tung 2.
Gold, Silber, Granat, Glas, geschmiedet, Kör-
nung, gelötet, gegossen. L. 4,3-4,6.
Ring, an dem drei runde Schildchen befestigt
sind, die mit Granat- und Glaseinsätzen und
Körnung verziert sind.
Brut 89; Brut 89.2-23-26.
283. Anhänger (2 St.)
5 Jh.n.Chr., Dorf Brut, Kurgan Nr. 2, Bestat-
tung2.
Gold, Silber, Granat, Glas, geschmiedet, Kör-
nung, gelötet, gegossen. L. 2,7; 3,1.
Halbmondförmig, mit Granat- und Glasein-
sätzen verziert. Die Anhänger sind mit Röhr-
chen verbunden, die mit Granateinsätzen und
Körnung verziert sind.
Brut 89; Brut 89.2-67, 14.
284. Schnalle und zwei Gürtelspitzen
5 Jh.n.Chr., Dorf Brut, Kurgan Nr. 2, Bestat-
tung 2.
Gold, Silber, Granat, geschmiedet, Körnung,
gelötet, gegossen. L. 5,9; 7,1; 7.
Runde Schnalle mit einem rüsselförmigen
Dorn und einem runden Schildchen, das mit
Granateinsätzen und Körnung verziert ist.
Riemenzungen sind rechteckig, ein Ende ist
abgerundet, Granateinsätze und Körnung.
Brut 89; Brut 89.2-63, 62, 61.
61
285. Schnalle
5 Jh.n.Chr., Dorf Brut, Kurgan Nr. 2, Bestat-
tung 2.
Gold, Silber, Granat, Glas, geschmiedet, Kör-
nung, gelötet, gegossen. L. 7.
Runde Schnalle mit rüsselförmigem Dorn und
einem runden Schildchen, das mit Granat-
und Glaseinsätzen sowie mit Körnung verziert
ist.
Brut 89; Brut 89.2-45.
286. Nieten
5 Jh.n.Chr., Dorf Brut, Kurgan Nr. 2, Bestat-
tung2.
Rund mit angelöteten Stiften. Ein Nieten ist
mit Glaseinsatz und Körnung verziert.
Brut 89; Brut 89.2-11-13,15.
62
MITTELALTER
(6.-15Jh.n.Chr.)
287. Krug
6Jh.n.Chr., Einzelgehöft Novo-Vocepsij, An-
siedlung, Schacht, Grube 4.
Ton, Töpferscheibe, poliert. H. 8; D. 10.
Körper zylindrisch, Rand gerade, Boden flach.
Am Henkel ein aufgesetzter Wulst sowie ein
senkrechter Vorsprung. Der Körper ist mit ei-
nem breiten Gürtel aus gekerbtem schrägem
Netz verziert.
Novo-Vocepsij 83; 127 Kr-4
288. Gefäß
9.-10Jh.n.Chr., Aul Necersij, Grabstätte, Zu-
fallsfund.
Ton, Töpferscheibe. H. 20,5; D. 16.
Der niedrige, etwas zurückgezogene Rand
geht sanft in einen rundlichen Rumpf über.
Boden flach. Rumpf ist mit einem geschnitzten
Ornament aus welligen Linien verziert.
Necersij83;136Kr-4
289. Krug
ll.-12Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Granstätte
Leninachabl, Zufallsfund.
Ton, Töpferscheibe. H. 10,5; D. 12,5.
Rand etwas ausladend, Ausguß, Körper dop-
pelkonisch, Boden flach.
Taujchabl 87; 485 Kr-4
290. Krug
13.-14Jh.n.Chr., Aul Sendzi, Grabstätte, Kur-
gan Nr. 3.
Ton, Töpferscheibe, poliert. H. 16,5; D. 13,5.
Kleeblattmündung, Gefäßkörper dosenför-
mig, Boden flach, senkrechter Henkel zwi-
schen Rand und Bauchumbruch, Hals mit drei
horizontalen Wülsten verziert, am Umbruch
drei nachlässig eingeritzte Linien.
Sendzi81;135Kr-4
291. Krug
13.-15Jh.n.Chr., Aul Sendzi, Grabstätte, Kur-
gan Nr. 6.
Ton, Töpferscheibe, poliert. H. 22; D. 13,5.
Trichterrand, Gefäßkörper bauchig, am
Bauchumbruch eine leicht angedeutete Rippe,
senkrechter Henkel zwischen Randansatz und
Bauchumbruch, gegenüber ein konischer Röh-
renausguß, Wandung unten mit breiten, senk-
rechten Kannelüren verziert.
Sendzi81;132Kr-4
292. Tasse
13.-15Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Grabstätte
Psis, Zufallsfund.
Ton, Töpferscheibe, Glasur. H. 4,8; D. 9,5.
Konischer Körper auf niedrigem Ringfuß; in-
nere Fläche ist mit horizontalen Streifen ver-
ziert und mit gelber Glasur bedeckt.
Taujchabl 86; 486 Kr-4
293. Krug
8.-10Jh.n.Chr., Kosakendorf Cernojarskaja,
Kurgan Nr. 1, Bestattung 7.
Ton, Töpferscheibe, poliert. H. 30,6; D. 22,4.
Hals zylindrisch, ausladend, hoher Ausguß,
Rumpf kugelförmig, Boden flach, im oberen
Teil ein ösenförmiger Henkel; am Hals drei
polierte Streifen, von denen nach unten senk-
rechte Linien auslaufen.
Cernojarskaja 86; 342 Kr-4
294. Krug
8.-10Jh.n.Chr., Kosakendorf Cernojarskaja,
Kurgan Nr. 1, Bestattung 7.
Ton, Töpferscheibe, gestempelt. H. 13; D.
12,9.
Rand leicht auslandend, Rumpf dehnt sich
zum Boden hin aus, Boden flach, in der Mitte
des Gefäßkörpers ein ösenförmiger Henkel;
im oberen und im unteren Teil des Körpers
zwischen zwei senkrechten gekerbten Linien
zwei Ornamentstreifen aus gestempelten
Dreiecken.
Cernojarskaja 86; 343 Kr-4
295. Gefäß
14.-15Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Grabstätte
Psis, Bestattung 27
Glas, gegossen. H. 11,3; D. 7,7.
Rand ist nach außen gebogen, Körper zylindri-
sch, Boden konkav, der ganze Körper ist mit
halbkugelförmigen Noppen bedeckt.
Taujchabl 86; 479 Kr-4
296. Schöpfkelle
14.-15Jh.n.Chr., Kosakendorf Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars 2, Kurgan Nr. 1, Bestat-
tung 4.
Silber, geprägt, graviert, vergoldet. H. 3; D.
11.
Kugelig, Rand etwas verstärkt, Boden flach
mit einer kleinen Vertiefung in der Mitte. Der
horizontale, plattenförmige Henkel mit festo-
niertem Rand ist mit Pflanzenornament aus
breiten Blättern und vielblättrigen Lotosblü-
ten verziert. Das gleiche Ornament findet sich
auf Medaillons, womit die inneren Wände und
der Boden der Schöpfkelle verziert sind.
Novosvobodnaja 89; Fars 2.89-4.
297. Schere
13.-14Jh.n.Chr., Aul Sendzi, Grabstätte, Kur-
gan Nr. 3.
Eisen, geschmiedet. L. 28,5.
Federschere, breit, flache Schneiden miteinan-
der durch Plattenbogen verbunden.
Sendzi 81; 885 M-4
298. Horn (Bein) erzeugnis
14.-15Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Grabstätte
Psis,Bestattung4.
Horn (Bein), geschliffen, geschnitzt. L. 28.
Außenseite ist unten mit drei horizontalen und
zwei senkrechten zickzackförmigen Streifen
verziert.
Taujchabl 86; 80 Dr-4
299. Sähel
8.-9Jh.n.Chr., Mündung des Flußes Psekups,
Zufallsfund.
Eisen, geschmiedet. L. 86,5.
Klinge gerade und einschneidig, Klingenspitze
zweischneidig, Griff nicht gekrümmt und hat
einen Stift für die Befestigung des Belags. Pa-
rierstange gerade mit zapfenförmigen, verfla-
63
gen, verflachten Enden. Der Säbel wurde
wahrscheinlich im Feuer deformiert und ist
ringförmig verbogen.
Psekups 82; 843 M-4
300. Säbel
8.-9Jh.n.Chr, Einzelgehöft Novo-Vocepsij,
Grabstätte, Pferdebestattung 1.
Eisen, Silber, geschmiedet, geprägt. L. 93.
Klinge leicht gekrümmt und einschneidig,
Klingenspitze zweischneidig, Griff nicht ge-
krümmt und hat einen Belag in Form einer
achst blättrigen Rosette. Parierstange hat an
Enden und in der Mitte rautenförmige Ver-
stärkungen.
Novo-Vocepsij 85; NVCM.85-93
301. Säbel
14.-16Jh.n.Chr, Aul Sendzi, Grabstätte, Kur-
gan Nr. 5
Eisen, geschmiedet. L. 110.
Klinge stark gekrümmt, einschneidig, Klingen-
spitze zweischneidig, Griff zur Klinge hin et-
was geneigt, Parierstange rautenförmig.
Sendzi81;876M-4
302. Dolch
8.-9Jh.n.Chr, Einzelgehöft Novo-Vocepsij,
Grabstätte, Bestattung 3.
Eisen, geschmiedet. L. 22.
Einschneidig, Griff ist angewinkelt und hat
Nieten für die Befestigung des Belags, Parier-
stange gerade.
Novo-Vocepsij 85; 964 M-4
303. Dolch
14.-15Jh.n.Chr, Kosakendorf Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars 2, Kurgan Nr. 1, Bestat-
tung 4.
Silber, Eisen, graviert. L. 46,5.
Zweischneidig, Klinge im Querschnitt rau-
tenförmig, Griffdorn endet mit einem langen
Stiel und ist von der Klinge durch eine recht-
eckige Platte abgetrennt. Griffknauf hat die
Form eines sechskantigen Prismas mit einer
Öse und ist mit Ornamentstreifen und Roset-
ten aus Pflanzenornament verziert. Die Dolch-
scheide war aus Holz gefertigt und im oberen
Teil mit Leder und im unteren mit Silber be-
schlagen. Die Außenseite ist mit Wellenorna-
ment verziert, Enden der Wellenlinien sind in
eigenartige Pflanzenschnörkeln gewickelt.
Novosvobodnaja 89, Fars 2.89 - 10,11.
64
304. Lanzenspitze
9.-11 Jh.n.Chr, Mündung des Flußes Psekups,
Zufallsfund.
Eisen, geschmiedet. L. 31.
Schmales Blatt mit Mittelrippe, konische offe-
ne Tülle.
Psekups 82; 857 M-4
305. Pfeilspitzen (5 St.)
10.-12Jh.n.Chr, Aul Taujchabl und Aul
Necersi, Zufallsfunde
Eisen, geschmiedet. L. 6,5-13,8.
a. Schaftdornspitzen, flach, rautenförmig,
keilförmig bzw. mit zweigeteilten Enden.
b. Schaftdornspitzen, dreiflügelig.
Taujchabl 85, 86, 87; Necersi, 83; 968, 869,
1177, 1176, 974 M-4
306. Streitaxt
8.-9Jh.n.Chr, Mündung des Flusses Psekups,
Zufallsfund.
Eisen, geschmiedet. L. 17.
Blatt breit und trapezförmig, Nacken oval mit
einem hammerförmigen Vorsprung und einem
flachen Kopf am Ende des Vorsprungs.
Psekups 82; 844 M-4
307. Trense mit Psalien
9.-10Jh.n.Chr, Mündung des Flusses Psekups,
Zufallsfund.
Eisen, geschmiedet. Trense: Länge 17,7; Psa-
lien: Länge 18
Zweiteilig mit achterförmigen Enden und Rin-
gen für Zügel. Psalien sind gerade, stabförmig,
im Querschnitt rund, Seitenschildchen sind
mit geschnitztem Schnurornament verziert.
Psekups 82; 848 M-4
308. Steigbügel
8.-9Jh.n.Chr, Mündung des Flusses Psekups,
Zufallsfund.
Eisen, geschmiedet. L. 13.
Bogen ist mit einer rundlichen Platte für
Schlitz versehen, Trittplatte ist mit einem
Wulst verstärkt.
Psekups 82; 846 M-4
309. Steigbügel (2 St.)
ll.-12Jh.n.Chr, Aul Taujchabl, Grabstätte
Leninachabl, Bestattung 9.
Eisen, geschmiedet, Goldkerben. H. 14,3.
Bogen oval mit einem Schlitz, Trittplatte ge-
bogen und mit einem Wulst verstärkt. Am Bo-
gen des Steigbügels goldene Querkerben.
Taujchabl 85; 1178 M-4
310. Armringe (2 St.)
8.-10Jh.n.Chr, Aul Taujchabl, Zufallsfund.
Kupfer, Silber, geschmiedet, gewältzt. D. 7,6
und 8 (oval).
Gewunden, Enden ösenförmig.
Taujchabl 84; 936,737 M-4
311. Fingerringe (2 St.)
9.-11 Jh.n.Chr, Aul Taujchabl, Zufallsfund.
Bronze, Glas, geschmiedet, gegossen. L. 2; 2;2.
a. Rundes, figürliches Schildchen, Einsatz aus
fliederfarbenem Glas wird im Kästchen mit
vier Zapfen gehalten.
b. Plattenring mit einem rechteckigen Schild-
chen, auf dem Schildchen eine arabische In-
schrift.
Taujchabl 85, 86; 972 M-4,1118 M-4
312. Fingerringe (2 St.)
13.-14Jh.n.Chr, Aul Sendzi, Grabstätte, Kur-
gan Nr. 3.
Gold, Türkis, gegossen.
Rund mit einem Schildchen für Einsatz. Ein
Fingerring mit einem runden Einsatz.
Sendzi81;460,461M-4
313. Ohrring
12.-14Jh.n.Chr, Aul Taujchabl, Grabstätte
Leninachabl, Zufallsfund.
Silber, geprägt, gelötet, Körnung. L. 3,1.
Kugelförmig, hohl, mit zwei hohlen Stiften für
Bogen, an einer Seite eine flache Öse. Der
Ohrring ist mit einem Ornament aus sechs
granulierten Kügelchen verziert. Zwei
Halbkugeln sind zusammengelötet, die Naht
ist mit einem "Schnurornament" verziert, das
gleiche Ornament ist am Ansatz der Bögen
aufgetragen.
Taujchabl 88; Leninachabl 88-5
314. Ohrringe (2 St.)
12.-14Jh.n.Chr, Einzelgehöft Gorodskoj,
Grabstätte, Zufallsfund.
Silber, vergoldet, geschmiedet, graviert. L. 2,7.
Plattenringe, offen, beide Oberflächen sind
mit Geflechtornament verziert.
Gorodskoj 86; GRD.86-71.
315. Ohrring
13.-14Jh.n.Chr., Aul Sendzi, Grabstätte, Kur-
ganNr. 3.
Gold, geschmiedet. L. 2.
Ohrring in Form eines Fragezeichens mit ei-
nem langen Stift, der am Ende verstärkt ist.
Sendzi81;479M-4
316. Amulett-Anhänger (3 St.)
8.-9.Jh.n.Chr., Mündung des Flusses Psekups,
Aul Taujchabl, Zufallsfund.
Bronze, geschmiedet, graviert. L. 6,7; 6,7; 6,3.
a. Anhänger hat die Form eines Ringes, in
dem sich eine Raute befindet, die mit den
Ring durch vier symmetrischen Strahlen ver-
bunden ist (2 St.).
b. Anhänger hat die Form eines Rings, in den
eine sechblättrige Rosette eingezeichnet ist;
Blätter der Rosette sind dreieckig, in der Mitte
jedes Blattes ein Sechseck.
Psekups 86; Taujchabl 89; 1108, 1109, 1175
M-4
317. Münzen-Anhänger (2 St.)
7Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Grabstätte Lenina-
chabl, Zufallsfunde
Silber, geprägt. D. 2,1.
Hexogramme von Iustinianus II (685-695).
Vorderseite: Profildarstellung von Jesus, am
Rand eine griechische Inschrift.
Rückseite: Szene auf dem Golgotha, am Rand
eine griechische Inschrift. Ein Loch für
Anhängen.
Taujchabl86;904, 1039M-4
318. Siegel-Anhänger (2 St.)
13.-15 Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Zufallsfunde.
Bronze, gegossen, graviert. L. 2,5; 2,2.
a. An eine durchbrochene Platte ist ein fla-
ches Schildchen befestigt; auf dem Schildchen
eine arabische Inschrift.
b. Anhänger hat die Form eines Stiftes, ein
Ende ist ösenförmig, das andere ist mit einem
Querwulst versehen, an dem ein flaches ovales
Schildchen befestigt ist. Auf dem Schildchen
eine stilisierte arabische Inschrift.
Taujchabl 83; 86; 1116, 1113 M-4
319. Anhänger
14.-15Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Grabstätte
Psis, Zufallsfunde.
Silber, Glas, geschmiedet, Filigran, gegossen.
L. 4,4.
Dreieckig, in der Mitte ein ovaler Einsatz aus
weißem halbdurchsichtigem Glas. Am Rand
des Anhängers doppelte "Schnürchen" des Fi-
ligrans, die gleichen "Schnürchen" sind von
den Ecken zur Fassung des Einsatzes gezogen.
Taujchabl 87; 1070 M-4
320. PerlenketteOSSt.)
8.-9Jh.n.Chr., Einzelgehöft Novo-Vocepsij,
Grabstätte, Bestattung 10.
Karneol, Glas, gegossen, geschliffen, gebohrt.
L.58.
Perlenkette besteht aus 76 rundliche, zylindri-
schen und fäßchenförmigen Karneolperlen, ei-
ner rundlichen Perle aus braunem Glas und
einer pyramidenförmigen Perle aus blauem
Glas.
Novo-Vocepsij 85; 50 Dr-4
321. Zierplättchen
10.-12 Jh.n.Chr., Mündung des Flusses Psekups,
Zufallsfund.
Bronze, gegossen, gelötet. L. 5,7.
Durchbrochen, Ränder geschnitzt; drei Re-
liefgürtel sind miteinander mit Kügelchen ver-
bunden und mit gegossenem "Schnurorna-
ment" verziert. In der Mitte ein halbkugelför-
miger Vorsprung. Auf der Rückseite Spuren
einer Ose.
Psekups85;1105M-4
322. Zierplättchen
ll.-12Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Grabstätte
Leninachabl, Bestattung 10.
Silber, gegossen, graviert. L. 3,9.
Figürlich, in der Mitte und an der Basis Schlit-
ze; das Plättchen ist mit Pflanzenornament
verziert: Blätter und gewickelte "Sprossen",
die an einem Stamm wachsen. Auf der Rück-
seite Stifte für die Befestigung.
Taujchabl 86; 1037 M-4
323. Schnalle
8.-9Jh.n.Chr., Einzelgehöft Novo-Vocepsij,
Grabstätte, Zufallsfund.
Silber, gegossen. L. 4,5.
Rechteckig, rahmenförmig mit beweglichem
Verbindungsschildchen und einer kurzen pro-
filierten Zunge mit länglichem Vorsprung.
Schüdchen ist oval und mit Pflanzenornament
aus Weinreben verziert. Die gleichen Weinre-
ben schmücken auch den Rahmen und die
Zunge.
Novo-Vocepsij 85; 907 M-4
324. Gürtel
8.-9Jh.n.Chr., Einzelgehöft Novo-Vocepsij,
Grabstätte, Bestattung 69.
Bronze, Eisen, gegossen, geschmiedet. L. 3,9-
4; 2,5; 6,7; 9.
Gürtel ist mit sechs Plättchen verziert. Drei
davon befinden sich an einem Ende und sind
eigentlich Begrenze der Löcher für Schnallen-
zunge; sie sind bogenförmig und mit drei pa-
rallelen geschnitzten Linien verziert. Drei an-
dere Plättchen finden sich am zweiten Ende
des Gürtels; sie sind segmentförmig und ha-
ben an der Basis einen schmalen Schlitz. Zwei
Plättchen sind mit Ornament aus einem zen-
tralen und zwei symmetrisch gewickelten
Sprossen. Am Rand läuft ein Gürtelchen aus-
geschnitzten parallelen Linien. Das dritte
Plättchen ist mit stilisiertem Ornament ver-
ziert und hat runde und dreieckige Ausschnit-
te. Das eine Ende endet mit einer Schnalle.
Die Schnalle ist oval, rahmenförmig, mit
beweglichem Verbindungsschildchen und ei-
ner langen profilierten Zunge mit Vorsprung.
Vorsprung der Zunge ist mit zwei "Augen"
verziert. Das Schildchen ist oval und durch-
brochen, am Rand mit einem Gürtelchen aus
zickzackförmigen Linien geschmückt, in der
Mitte eine rechteckige, vierblättrige Rosette.
Das zweite Ende endet mit Spitze aus einer
rechteckigen doppelten Platte mit Nieten.
Novo-Vocepsij 86; NVCM.86-87
325. Gürtel
13.-15 Jh.n.Chr., Aul Sendzi, Kurgan Nr. 3.
Silber und Seide, geprägt, graviert, vergoldet.
L. 80.
Auf das Gewebe sind im Wechsel gelochte
und mit Pflanzenornament verzierte Platten
aufgenäht: 22 längliche, Ränder gewellt, 22
sechsblättrige Rosetten; Gürtelschnalle
lyraförmig, Gegenbeschläge, eine Platte mit
eingraviertem Muster und runde, erst nachträ-
glich eingeschlagenen Löchern; am Gürtel
zwei Riemchen mit ovalen Schnallen und mit
je einer schmetterlingsförmigen und einer
dreieckigen Platte verziert.
Sendzi 81; 481-530 M-4
326. Gürtel und zwei Ringe
14.-15Jh.n.Chr., Kosakendorf Novosvobod-
naja, Grabstätte Fars 2; Kurgan Nr. 1, Bestat-
tung 4.
Silber, geschmiedet, geprägt. L. 6,4; 2,1; 2,2;
D. 3,2.
Der Gürtel ist mit ornamentierten Beschlägen
(ein sechseckiger, zwei fünfeckige und zwei T-
förmige) und zwei Ringen verziert. Die recht-
eckige rahmenförmige Schnalle und die Rie-
menzunge sind ebenfalls mit Pflanzenorna-
ment verziert.
Novosvobodnaja 89; Fars 2.89-5-8
65
327. Knöpfe aufeinem Gewebe (17 St.)
13.-14Jh.n.Chr., Aul Sendzi, Grabstätte, Kur-
gan Nr. 3.
Silber, Gewebe mit Goldstickerei, geprägt,
vergoldet. H. 3.
Achtzehnflächige Zapfen, alle Flächen mit
Kreuzen und Pflanzenornamenten verziert.
Sendzi 81; 462-478 M-4
328. Knöpfe (12 St.)
14.-15Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Grabstätte
Psis, Bestattungen 4 und 9.
Silber, vergoldet, geprägt. L. 0,7; 2; 2,8; 2,5.
a. Hohl, länglich-oval, mit Zapfen an Enden,
längsgeriefelt. Ösen sind entweder am oberen
Ende oder quer zur Achse des Knopfes befe-
stigt (4 St.).
b. Hohle Kugeln mit Öse (8 St.)
Taujchabl 86; 1004-1011, 1001-1002, 997-998
M-4
329. Spiegel
8.-9 Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Zufallsfund.
Bronze, gegossen. D. 7.
Rund mit einer Borte und einer Öse für
Anhängen. Auf der Rückseite eine Reliefdar-
stellung des Hl. Georg, der auf einem Pferd
reitet und einen sechsköpfigen Drachen nie-
derschlägt.
Taujchabl 85; 938 M-4
330. Schaber (2 St.)
8.-9Jh.n.Chr., Mündung des Flusses Psekups,
Zufallsfund.
Bronze, gegossen, geschmiedet, geprägt. L.
6,3; 6,3.
a. Stift mit einem steigbügelförmigen Öhr.
Das eine Ende hat die Form eines Löffels, das
andere ist scheibenförmig und ornamentiert.
b. Hammelkopf, der mit einem Löffelchen
endet; auf der Rückseite sind zwei stilisierte
Augen dargestellt.
Psekups 84, 86; 961 M-4, 111 M-4
331. Pinzette
8.-9 Jh.n.Chr., Aul Taujchabl, Zufallsfund.
Bronze, geschmiedet, geprägt. L. 7,2.
Schmale Federplatte mit zwei gebogenen Ar-
beitsenden, Außenseite mit Punktornament
verziert.
Taujchabl 85; 969 M-4
332. Pinzette und Schaber (Kosmetikbe-
steck)
13.-14Jh.n.Chr., Aul Sendzi, Grabstätte, Kur-
gan Nr. 3.
Silber, geschmiedet, graviert. L. 4,6; 6,1.
Kratzer aus dünnem, gedrehtem Stift, Öse un-
ten ausgeschmiedet (nur teilweise erhalten).
Pinzette besteht aus zwei Platten, die mitei-
nander mit einem Federbogen verbunden
sind. Arbeitsenden sind etwas ausgedehnt und
gebogen, Backen der Pinzette sind mit eingra-
vierten, kurzen Zickzacklinien verziert.
Sendzi81;532,53lM-4
333. Nadelbüchse
13.-14Jh.n.Chr., Aul Sendzi, Grabstätte, Kur-
gan Nr. 3.
Silber, geschmiedet, vergoldet. L. 25,4.
Zylindrische Nadelbüchse und kegelförmiger
Anhänger mit Flechtband verziert, beide
durch drei Ketten und Ringe miteinander ver-
bunden; an der Verschlußkappe der Büchse
und an deren Rand Dreiblattanhänger.
Sendzi81;480M-4
66
BRONZEZEIT
3.-2. Jt.v. Chr.
(Kat. - Nrn. 1-42)
Kat Nr 5
Kat Nr 2 / Kat Nr 3 / Kat Nr 1
KatNr 4/Kat Nr 15 / Kat Nr 13
Kat Nr 12 / Kat Nr 14 / Kat Nr 16
Kat Nr 18 / Kat Nr 19 / Kat Nr 20
Kat Nr 21
Kat Nr 7
Kat.Nr 28 / Kat Nr 10
Kat Nr 23 / Kat Nr 10 / Kat Nr 6 Kat Nr 11 / Kat Nr 24 / Kat Nr 9
Kat Nr 25 / Kat Nr 22 Kat Nr. 30 / Kat. Nr. 29 / Kat Nr 35 / Kat Nr 34 / oben rechts Kat Nr 27
Kat Nr 8 / Kat Nr 26
Kat Nr 17
Kat Nr 31 / Kat Nr 32 / Kat Nr. 32a / Kat Nr 31a / Kat Nr 32b
vonoben Kat. Nr 38 / Kat Nr 36
vonoben Kat Nr 38a / Kat Nr 42 / Kat Nr 41
Kat Nr 39 / Kat Nr 40 / Kat Nr 39a
Kat Nr 33 a,b,c / in derMitte Kat Nr 37
EISENZEIT
8Jh.v. Chr.-3Jh.n. Chr.
(Kat. - Nrn. 43-275)
Kat Nr H
Kat Nr 62 / Kat Nr 61
Kat Nr 63
Kat Nr 64
Kat Nr 52
Kat Nr 63
Kat Nr 34 / Kat Nr 33 / Kat Nr 33
Kat Nr 56 / Kat Nr 57 / Kat Nr 58 / oben in derMitte Kat Nr 59 / Kat Nr 60
von oben- Kat Nr. 67 a,b / Kat Nr 69
Kat Nr 68
vonoben Kat Nr 70 / Kat Nr 66 / Kat Nr 71 / Kat Nr 66 a,b Kat Nr 73 / in derMitte Kat Nr 81 / Kat Nr 82 / rechts Kat Nr 73
Kat Nr 72
Kat Nr 77
Kat Nr 77 "bis"
Kat Nr 76
Kat Nr 76 "bis"
Kat Nr 74
Kat Nr 75
Kat Nr 79 / Kat Nr 80
Kat Nr. 78
Kat Nr 83 / Kat Nr 84 / Kat Nr 85a / Kat Nr 90 / Kat Nr 87 / Kat Nr 86
Kat Nr 88
Kat Nr. 89
Kat Nr 451 Kat Nr 46 / Kat Nr 43 / Kat Nr 44
Kat Nr 47
Kat Nr 48
Kat Nr 49
Kat Nr 113
Kat Nr 151
Kat Nr. 165
Kat Nr 152
Kat Nr 169
Kat Nr 174 / Kat Nr 173 / oben links Kat Nr 177
oben Kat Nr 172 / Kat Nr 182 / unten Kat Nr 187 / Kat Nr 187a / Kat Nr 171
Kat Nr 188
Kat Nr 155 / Kat Nr 153 / Kat Nr. 154
Kat Nr 167 / Kat Nr 166 / unten Kat Nr 178
Kat.Hr 168
Kat Nr 184 / Kat Nr 186 / Kat Nr 185
Kat Nr 183 / Kat Nr 182
Kat Nr 176 / Kat Nr 179 / Kat Nr 170 /unten- Kat.Nr 175
Kat Nr 180
Kat Nr 122
Kat Nr 121
Kat Nr 121 "bis"
Kat Nr 109
Kat Nr 109, Detail
Kat Nr 110
Kat Nr 124
Kat Nr 123 / unten Nr 145
oben Kat Nr 139 / Kat Nr 141 / Kat Nr 135 / in derMitte Kat Nr 140 / Kat Nr 137 / Kat Nr 136 / unten Kat Nr 130
Kat Nr 128 / Kat Nr 127 / Kat Nr 129
Kat Nr 126 / Kat Nr 123 / Kat Nr 125a / Kat Nr 126a
Kat Nr 133
Kat Nr 134 Kat. Nr 143 / Kat Nr 132 / Kat Nr 131
Kat Nr 120
Kat Nr 138
Kat Nr 96 / Kat. Nr. 91 / Kat Nr 92 / Kat. Nr. 93
Kat Nr 94 / Kat Nr 93
Kat Nr 114 / Kat Nr 114a / Kat Nr 115 / unten hnks Kat Nr 116
Kat Nr 117 Kat. Nr 118 / Kat Nr. 119
Kat Nr 156 / Kat. Nr 156a / Kat Nr. 157
Kat Nr 142
Kat Nr 144
Kat Nr 158 / Kat Nr. 156
Kat Nr 149
Kat. Nr. 150
Kat Nr 146/Kat.Nr 147 / Kat Nr 148
Kat Nr 159 / innen Kat Nr 160 / Kat Nr 161
Kat Nr 189 / Kat Nr 190
Kat Nr 191
Kat Nr 111
Kat Nr 98 / Kat Nr 99 / Kat Nr 97
Kat Nr 100 / Kat Nr 103
Kat Nr 104
Kat Nr 105
Kat Nr 101, Seite a
Kat Nr 101, Seite b
Kat Nr 102, Seite a
Kat Nr 102, Seite b
Kat Nr 162
Kat Nr 163
Kat Nr 107
Kat Nr 106
Kat Nr 106, Detail
Kat Nr 217
vonoben Kat Nr 218 / Kat Nr 223 / Kat Nr 220 / Kat Nr 222 / Kat Nr 221 / Kat Nr. 219
Kat Nr. 224
Kat Nr 225
Kat Nr 256 / Kat Nr 254
Kat Nr 250 / innen. Kat Nr 253
vonoben Kat Nr 226 / Kat Nr 258
Kat Nr 242
Kat Nr 265 / innen Kat Nr 255
Kat Nr 257 / innen Kat Nr 264
Kat Nr 192
Kat Nr 212 / Kat Nr 214 / Kat Nr 213 / Kat Nr 211
Kat Nr 216
Kat Nr 274
Kat Nr 275
Kat Nr 215
Kat Nr 227
Kat Nr 268
Kat Nr 269
Kat Nr 244
Kat Nr 228 / Kat Nr 229 / Kat Nr 230 / Kat Nr 248
Kat Nr 245 / Kat Nr 246 / Kat Nr 247 / unten Kat Nr 249
Kat Nr 266 / Kat Nr 267
Kat Nr 241 / Kat Nr 231
Kat Nr 232
Kat.Nr 237 /Kat.Nr 233
Kat Nr 235 / Kat Nr 234 / Kat Nr 236 / oben Kat Nr 273
Kat Nr 261/derHund Kat. Nr 262
Kat Nr 263
Kat Nr 260 / Kat Nr 259 / Kat Nr 260a
Kat Nr.240/Kat Nr.272
Kat Nr 271 Kat Nr 239 / Kat Nr 238
Kat Nr 270 / Kat Nr 251
Kat. Nr 243
Kat Nr 252
Kat Nr 196 / Kat Nr 198 / Kat Nr 193 / Kat Nr 194
Kat Nr 199 / Kat Nr 197 / Kat Nr 193
Kat Nr 200 / Kat Nr 208 / Kat Nr 207
Kat Nr 207, Detail
Kat Nr 206 / Kat Nr 204 / Kat Nr 203 / Kat Nr 202
Kat Nr 205
Kat Nr 209 / Kat Nr 210 / Kat Nr 201
EPOCHE DER GROßEN VÖLKERWANDERUNG
4.-5. Jh. n.Chr.
(Kat. - Nrn. 276-286)
Kat Nr 276
Kat Nr. 279
Kat Nr 277
Kat Nr 278
Kat Nr 284
Kat.Nr 285 / Kat Nr 286
Kat Nr. 280a
Kat Nr 281
Kat Nr 280
Kat. Nr 282
Kat Nr 283
MITTELALTER
6.-15Jh.n.Chr.
(Kat. - Nrn. 287-333)
Kat Nr 287
Kat Nr 288
Kat Nr 289 / Kat Nr 291 / Kat Nr 292
Kat Nr 294 / Kat Nr 293
Kat Nt 311
Kat Nr 310
Kat Nr 320
Kat Nr 324
Kat Nr 323
Kat Nr 321
Kat Nr 316
Kat Nr 295
vonoben Kat Nr 313 / Kat Nr 319
Kat Nr 314
Kat Nr 329 von oben Kat Nr 317 / Kat Nr 322
\
Kat Nr 307 Kat Nr 299 / innen Nr. 308
Kat Nr 300 / Kat Nr 301
Kat Nr 302 / Kat Nr 306 / Kat Nr 304 Kat Nr 305
Kat Nr 309
Kat Nr 328
Kat Nr 318 / Kat Nr 311 / Kat Nr 318 Cat 298
Kat Nr 2%
Kat Nr 2% "bis"
Kat Nr 326
Kat Nr 303
Kat Nr 290
Kat Nr 332
Kat Nr. 297
Kat Nr 325 / Kat Nr.333
Kat Nr 312 / Kat Nr 315
Kat Nr 327
Bibliographische Notiz der Redaktion
Zur weiteren Information sei eine klein Aus-
wahl relativ leicht erreichbarer Publikationen
genannt
M. Gimbutas, Prehistory of Eastern Europe.
TheHaguel965.
M. Gimbutas, in, Fischers Weltgeschichte,
Band I, Vorgeschichte, Kap. C 5 (Osteuropa),
S. 125 ff., bes S. 128-147. Frankfurt 1966.
T. Sulimirski, Prehistoric Russie, an Outline.
London 1970.
Ja. V. Domanskij, Kobanskaja kul'tura Kevka-
za. Leningrad 1975.
Ja. V. Domanskij / G. I. Smirnova, Drevnee
inkusstvo. Leningrad 1974.
B. N. Grakow, Die Skythen. Berlin 1978.
Herodot, Historien, Band 1 und 2. Griech-
isch-Deutsch. Hrg. von F. Feix, Münche 1963.
K. Jettmar, Die frühen Steppenvölker, Baden-
Baden 1964.
Katalog Berlin, Frühe Bergvölker in Armenien
und im Kaukasus. Ausstellungskatalog des
Museums für Vor und Frühgeschichte Berlin.
Berlin 1983.
Katalog München, Das Gold der Skythen.
Ausstellungskatalog der Staatlichen Antiken-
sammlung München 1984. München 1984.
K. Kromer, Das östliche Mitteleuropa in der
frühen Eisenzeit (7.-5Jh.v.Chr.) - seine Be-
ziehungen zu den Steppenvölkern und antiken
Hochkulturen. - In: Jahrbuch des Römisch-
Germanischen Zentralmuseums in Mainz 33,
1986, Teil 1, S. 1 ff., besonders Kap. II, S. 37
ff.: Der Hallstattkreis und die "Pferdebo-
gner".
A. M. Leskov, Die Skythischen Kurgane. An-
tike Welt, Sondernummer 1974.
R. Rolle, Totenkult der Skythen. Teil I, Das
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AufdemUmschlag Kat Nr 110
Auf der Rückseite Kat Nr 110,Detail