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Автор: Lauer B. Correus O. Kaiser J.
Теги: kunst russische literatur märchen legenden ausstellung
Год: 1991
Текст
öb.C £00
RUSSISCHE
MÄRCHEN UND SAGEN
Ausstellungen im Brüder Grimm-Museum
Herausgegeben von Bernhard Lauer
Große Reihe - Band 1
RUSSISCHE
MÄRCHEN UND SAGEN
Brüder Grimm-Museum Kassel
Impressum
Russische Märchen und Sagen
Bearbeitet von Bernhard Lauer
Ausstellung im Brüder Grimm-Museum Kassel
20.12.1990 bis 15.02.1991
Träger Kulturamt der Stadt Kassel
Brüder Grimm-Museum Kassel
Konzept, Gestaltung, Organisation
Technik
Restauratoren
Sekretariat
Koordination in Moskau
Bernhard Lauer
Oskar Correus
Jürgen Kaiser
Hans und Pia Maria Hilsenbeck
Ebba Jaensch
Ursula Lange-Lieberknecht
Helma Leidag
Aleksandr Naumenko
Mitarbeil/Hinweise
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__ WM. M. H. PyAOMHHO
Druck
Elena Alechina
Galina Aslapova
Vladimir Glocer
Klaus Harer
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Ol’ga Kozymaeva
Anna Lebedkova
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Meister-Druck Kassel
Leihgeber Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin
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Akademie der Wissenschaften der UdSSR Leningrad
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Hessisches Staatsarchiv Marburg
Institut für Slawische Philologie der Philipps-Universität Marburg
Universitätsbibliothek Marburg
Staatl. Literatur-Museum Moskau
Staatl. Historische Bibliothek der RSFSR Moskau
Heinrich Porzellan GmbH Selb
Universitätsbibliothek Würzburg
Privatbcsitz in Hamburg, Marburg und Würzburg
Unser herzlicher Dank gilt den öffentlichen und privaten
Leihgebern und allen beteiligten Institutionen und Wissenschaft-
lern, die durch ihre Arbeit, ihren Rat und ihre Unterstützung diese
Ausstellung ermöglicht haben.
Wir danken dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutsch-
land für die großzügige Förderung der Ausstellung.
Wir danken der Märchenstiftung Walter Kahn für einen Zuschuß
zur Herstellung des Kataloges.
Mit freundlicher Unterstützung der
Stadtsparkasse Kassel
Copyright by Brüder Grimm-Museum Kassel and the author 1991
Nachdruck, auch auszugsweise, verboten
Alle Rechte vorbehalten
5
Inhalt
Impressum........................................................................... 4
Russische Märchen und Sagen....................................................... 7
Katalog............................................................................ 17
1. Die russische Märchen- und Sagentradition bis zum Ende des
18, Jahrhunderts.................................................................... 19
Frühe Zeugnisse............................................................... 19
Volksbilderbogen (Lubki)...................................................... 21
Orientalische und westeuropäische Märchensammlungen in Rußland................ 34
Erste russische Sammlungen.................................................... 35
II. Die Entdeckung der russischen Volkspoesie durch Wissenschaft
und Literatur....................................................................... 39
Die Begründer der literarischen Volkskunde und die russische
Volksdichtung................................................................. 39
Romantische Märchendichtungen in Rußland...................................... 44
Die Entwicklung der wissenschaftlichen Volkskunde in Rußland.................. 47
Der russische Grimm........................................................... 49
Russische Sagen und Heldenlieder.............................................. 60
Die wissenschaftliche Dokumentation des russischen Volksbilderbogens....... 61
Russische Märchen- und Sagenerzähler im Porträt............................... 61
III. Die „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm in Rußland..................... 65
IV Russische Märchen- und Sagenillustratoren (19. u. 20. Jahrhundert)............ 81
Anfänge....................................................................... 81
Künstler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.............................. 85
Bilderbogen am Ende des 19. Jahrhunderts...................................... 97
Märchen und Sagen in der russischen Moderne.................................. 101
Bilderbogen der Jahrhundertwende............................................. 114
Illustrationen aus sowjetischer Zeit......................................... 117
Kunsthandwerk (Palech-Miniaturen)............................................ 123
Weiterführende Literatur.......................................................... 125
Farbtafeln........................................................................ 131
6
Russische Märchen und Sagen
I
„Skoro skazka skazyvaetsja,
ne skoro delo delaetsja
Das Märchen und die Sage sind Grundformen des Erzählens und
als solche in der Kombination mit zahlreichen anderen
Erzählformen fast zu allen Zeiten und an allen Orten der
Weltkultur anzutreffen. Während Herkunft und Schöpfer der
meisten Märchen völlig im Dunkeln liegen, lassen sich die
Sagen zumeist um einen konkreten historischen oder geogra-
phischen Kem bestimmen. Diese Gattungsmerkmale hat erst das
19. Jahrhundert freigelegt: „Das Märchen ist poetischer, die
Sage historischer, jenes stehet beinahe nur in sich selber fest, in
seiner angeborenen Blüte und Vollendung; die Sage, von einer
geringem Mannichfaltigkeit der Farbe, hat noch das Besondere,
daß sie an etwas Bekanntem und Bewußtem hafte, an einem Ort
oder einem durch die Geschichte gesicherten Namen. Aus dieser
ihrer Gebundenheit folgt, daß sie nicht, gleich dem Märchen,
überall zu Hause seyn könne, sondern irgend eine Bedingung
voraussetze (...)“2.
Dabei sind Märchen und Sagen als solche gar nicht existent,
sondern, da mündlicher Tradierung und dadurch immerwähren-
der Variation und Improvisation, Abschleifung und Neubildung
unterworfen, entstehen sie im Akt des Erzählens - in
Zusammenspiel mit Mimik und Gestik und in wechselseitiger
Einflußnahme von Erzähler und Zuhörer - quasi immer wieder
neu und erhalten so eine fast nie feststehende Textgestalt, ja sie
existieren häufig nur als hybride Mischformen.
Volkstümliche Erzählungen aus mündlicher Überlieferung
wurden erst spät schriftlich aufgezeichnet. Eine systematische
und wissenschaftlichen Prinzipien verpflichtete Sammeltätigkeit
setzt überhaupt erst im 19. Jahrhundert ein. Vorher lassen sich
Elemente von Märchen und Sagen in verschiedenster litera-
rischer Verkleidung nachweisen, gattungsmäßig eigenständige
Texte kristallisieren sich vor allem im 16. und 17. Jahrhundert
heraus. Die jeweilige historische Aufzeichnung mündlich
überlieferter Texte zeigt allerdings nur einen Teilaspekt ihrer
Geschichte, wirkt freilich ihrerseits selbst wieder auf das
mündliche Erzählen mit ein. Für Europa prägend sind zunächst
insbesondere die großen orientalischen und romanischen
Sammlungen von Märchen, Sagen und anderen Wundeige-
schichten, die spätestens im 18. Jahrhundert die literarische und
z.T. auch die nichtliterarische Tradition in vielen Ländern
deutlich beeinflußten3. Die schriftliche Fixierung mündlicher
Überlieferungen steht jedoch immer in Zusammenhang mit den
literarischen Strömungen der jeweiligen Epoche; Märchen,
Sagen, Volkslieder und andere volkstümliche Dichtungen
müssen daher aus dem spezifischen ästhetischen Blickwinkel
ihrer Zeit betrachtet und in ihrer konkreten verschriftlichten
Textgestalt kritisch bewertet werden. Dies zeigen beispielsweise
die barock stilisierten neapolitanischen Märchenerzählungen des
GiambattistaBASiLE ebenso wie die galanten und häufig ironisch
nacherzählten Feenmärchen von Charles Perrault und anderen
Dichtern der französischen Salonlitcratur des späten 17. und
frühen 18. Jahrhunderts. Und dies gilt auch für die im 18.
Jahrhundert in Europa verbreiteten Übersetzungen orientalischer
Sammlungen. Obwohl sie motivisch und stofflich wenigstens
teilweise aus volkstümlichen Quellen geschöpft wurden, zeigen
alle diese Texte in Sprache und Komposition dennoch die
elegante Erzählhaltung der Kunstprosa ihrer Zeit4.
Die großen Sammlungen der „Dichtung des Volkes“ im 19.
Jahrhundert sind zwar vor dem Hintergrund der mit Johann
Gottfried Herder anhebenden und in der Romantik heftig
fortgesetzten Diskussion über „Kunst-“ und „Naturpoesie“
entstanden5 und haben erstmals systematisch und in größerem
Umfang volkstümliche Stoffe nach schriftlichen und mündli-
chen Quellen authentisch fixiert, aber auch sie haben ihre
Vorlagen vielfach sprachlich und motivisch bearbeitet und
einem an den ästhetischen Konzepten der Romantik orientierten
„Märchenstil“ angeglichen. Dies gilt gerade für die „Kinder- und
Hausmärchen“ der Brüder Grimm6 in besonderem Maße, ihr
weltumspannender Erfolg hängt nicht zuletzt mit ihrer
spezifischen Stellung zwischen reinem Volksmärchen und
„poetisch“ stilisiertem Kunstmärchen zusammen. Auch die
„Deutschen Sagen“ der Brüder Grimm müssen entsprechend
kritisch betrachtet werden. Die von Jacob und Wilhelm Grimm
geforderte „Treue und Wahrheit“7 in der Sammlung und Edition
volkstümlicher Erzählungen hat so eine Idealform der „Volks-
erzählung", eine spezifische Gattung „Grimm“ hervorgebracht,
die im 19. und 20. Jahrhundert vielfach anregend weiteigewirkt
hat.
Die historische Textgestalt eines Märchens, einer Sage oder
jeder anderen volkstümlichen Erzählung muß daher immer im
Spannungsverhältnis zwischen ästhetisierter (verschriftlichter)
Idealform und ständig wechselnder mündlicher Überlicferungs-
gestah bestimmt und bewertet werden. Hier liegt das fast
unausschöpfliche Material für die internationale Märchen- und
Sagenforschung.
Obwohl die volkskundlichen Sammlungen der Brüder Grimm
keine reine Volksüberlieferung darstellen, so markieren sie
dennoch den entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte der
literarischen Volkskunde schlechthin, indem sie erste wissen-
schaftliche Begriffsbestimmungen lieferten und klare und
eindeutige Belegungen der von ihnen herausgegebenen Texte
durch mündliche und schriftliche Quellen gaben. In ihren
Werken vereinigte sich romantische Begeisterung für die
„urtümliche Poesie“ des Volkes und für die Geschichte der
eigenen „Nationaldichtung“ mit exakter historisch-veiglei-
chender philologischer Forschung. Nur so konnten sie festen
wissenschaftlichen Grund fassen und der Philologie einer
ganzen Epoche ihren Stempel aufprägen. Ihre Arbeiten wurden
7
vielfach unmittelbar als Vorbild genommen und haben die
nationalen Philologien in zahlreichen Ländern deutlich
beeinflußt^. Dies zeigt vor allem das russische Beispiel, wo
sich die volkskundliche Sammeltätigkeit, die Sprach- und
Literaturwissenschaft sowie weitere historische Disziplinen
vielfach auf die Brüder Grimm als entscheidende Anreger
bezogen haben. Einer Ausstellung über russische Märchen und
Sagen im Brüder Grimm-Museum kommt daher eine doppelte
Bedeutung zu*
II
Wahrend sich die Geschichte der volkstümlichen Dichtungen
und ihrer verschiedenen Motiv- und Stoffkomplexe in West- und
Mitteleuropa seit dem ausgehenden Mittelalter recht gut
dokumentieren läßt9, stößt man in den osteuropäischen
Ländern, insbesondere in Rußland, auf gewisse Schwierigkei-
ten. Viele kulturgeschichtlich relevante Entwicklungen haben
sich in Osteuropa mit mehr oder minder großer Verspätung und
z.T. in völlig anderen Dimensionen durchgesctzL Die über-
wiegend aus fremden Quellen gespeiste und nur einem kleineren
Kreis überhaupt zugängliche geschriebene geistliche und
weltliche Literatur einerseits und die mündlich tradierte volks-
tümliche Dichtung andererseits haben bei den Ostslawen
jahrhundertelang eher völlig getrennt nebeneinander existiert
und sich kaum gegenseitig durchdrungen und befruchtet Erst
das 18. Jahrhundert hat hier zu pädagogischen Zwecken und in
z.T. moralisierender Weise Texte der volkstümlichen Tradition
in größerem Umfang verschriftlicht, während sich die ost-
slawischen Literaturen bewußt erst im 19. Jahrhundert der
„Dichtung des Volkes“ wirklich angenommen haben. Die relativ
späte Verschriftlichung und literarische Würdigung der Volks-
dichtung in Rußland ist sicherlich mit ein Grund für den überaus
reichen Strom oraler Überlieferungen, den die russische
Volkskunde etwa seit dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts
systematisch aufgesammelt hat und der bis in unsere Zeit nicht
ganz versiegt ist.
Das eigenartige Nebeneinander von Volksdichtung und Literatur
erklärt sich in Rußland durch spezifische gesellschaftliche,
politische und sprachliche Bedingungen, in denen sich eine
russische Nationaldichtung und -kultur nur schwer organisch
entwickeln konnte. Die z.T. erheblichen Diskrepanzen und
Disproportionen in der Kulturgeschichte Rußlands entspringen
von Anfang an vor allem einer recht eigentümlichen sprachli-
chen Situation, denn bis zum 18. Jahrhundert gab es faktisch
keine allgemein anerkannte einheitliche russische Literatur- und
Schriftsprache, sondern ganz verschiedene, funktional bestimm-
ten Bereichen und gesellschaftlichen Gruppen zugeordnete,
dabei nur teilweise kodifizierte Schriftidiome. Schon das alte
Kiewer Rußland gründete sich auf drei sehr unterschiedliche
gesellschaftliche Schichten: die von den germanischen Warägern
abstammende Nobilität, den Byzanz verpflichteten, überwie-
gend aus dem griechischen Kulturkreis kommenden Klerus und
das ostslawischc Staatsvolk. Mit der Annahme des Christentums
durch den Kiewer Fürsten Vladimir im Jahre 988 wurde daher
nicht die ostslawische („russische“) Volkssprache für die
Lituigie, die Jurisdiktion, die Diplomatie sowie auch andere
Bereiche des öffentlichen Lebens kodifiziert, sondern das durch
die beiden Slawenapostel Kyrill und Method im 9. Jahrhundert
geschaffene sog* Altkirchenslawische wurde schriftsprachlich
verbindlich. Diese Urschriftsprache der Slawen basierte auf
einem südslawischen (altbulgarischen) Dialekt der Gegend von
Saloniki - der Heimat von Kyrill und Method - und hatte für
die Slawen des Mittelalters eine ähnliche Funktion wie das
Latein für die Völker Mittel- und Westeuropas. Für Rußland
bedeutete dies jedoch eine ständige Spannung zwischen einer als
„fremd“ empfundenen Hochsprache und der eigenen Volks-
sprache und behinderte in der Folge lange die Entwicklung einer
eigenständigen Nationalliteratur. Durch die gewaltsame Zer-
störung des Kiewer Staates im verheerenden Mongolensturm
des 13* Jahrhunderts wurde Rußland für Jahrhunderte zusätzlich
von wichtigen europäischen Entwicklungen abgeschnitten. Eine
bedeutende nationale Dichtung konnte sich unter diesen
Umständen nur schwer entwickeln, und viele Werke der sog*
„altrussischen“ Literatur tragen daher nur epigonalen Charakter*
Es fehlt völlig sowohl eine den Troubadourliedem oder dem
Minnesang vergleichbare höfische Dichtung wie auch ein
größeres und in sich geschlossenes Heldenepos. Das vor über
zweihundert Jahren in der Gegend von Jaroslavl’ an der Wolga
angeblich in einem Kloster entdeckte sog. Jgorlied", das die
Forschung in ihrer Mehrheit in das 12* Jahrhundert (1185)
datiert, ist wohl eher eine der Ossian-Begeisterung der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts entsprungene geniale Fälschung,
zumal dem Werk in der gesamten „altrussischen“ Literatur
nichts Vergleichbares an die Seite gestellt werden kann.
Literarisch gibt es bis zum 17* Jahrhundert in Rußland daher
nur Übersetzungen von überwiegend aus Byzanz entlehnten
dogmatischen und liturgischen Texten, Heiligen- und Fürstenle-
ben, Predigten, Chroniken, ferner Bearbeitungen einzelner
antiker Stoffe (z.B* Trojanischer Krieg, Alexandreis, Jüdischer
Krieg), philosophische und politische Briefliteratur, Belehrun-
gen, Reisebeschreibungen, später auch Übersetzungen und
Bearbeitungen der westeuropäischen Novellen- und Volksbuch-
literatur u.a. Der Anteil weltlicher Literatur ist bis zum 17.
Jahrhundert eher gering. Darin zeigt sich nicht zuletzt auch die
für die Entwicklung der russischen Geisteskultur typische
Vorherrschaft der orthodoxen Kirche, die fast alle Bereiche
des geistigen Lebens kontrollieren und ihren Zwecken unter-
ordnen konnte* Die literarischen und künstlerischen Regungen
des Volkes wurden zumeist grausam unterdrückt, was sich z.B*
in zahlreichen kirchlichen Erlassen zur Verdammung der
volkstümlichen „Spiele und Tänze des Teufels“ vom 13. bis
17. Jahrhundert anschaulich beweisen läßt. Die historisch
belegbaren fahrenden Spielleute, Bänkelsänger, Gaukler und
Schausteller wurden immer wieder geächtet und nach besonders
heftigen Verfolgungen im 16. und 17. Jahrhundert zunehmend in
entlegende Rand- und Grenzgebiete des Russischen Reiches
vertrieben. Dabei spielt insbesondere das russische Altgläubi-
gentum („staroobijadcestvo“) nach dem Schisma des 17,
Jahrhunderts eine wichtige Rolle in der Tradierung und
Erhaltung volkstümlicher Dichtung und Kunst*
8
III
An konkreten Texten läßt sich die Existenz einer volkstümlichen
Tradition in Rußland vor dem 18. Jahrhundert nur sehr lük-
kenhaft belegen, da die mit Sicherheit anzunehmende mündliche
Erzähltradition des Volkes aus den genannten Gründen nur
selten den Weg zur Verschriftlichung fand bzw. solche
möglicherweise entstandenen Schriftdokumente kaum auf uns
gekommen sind. Allerdings fanden die westeuropäische
Novellen- und Anckdotenliteratur sowie das Volksbuch schon
im 17. Jahrhundert breiteren Eingang in die russische Literatur.
In der sog. „allrussischen“ (ostslawischen) Literatur sind
Märchen und Sagen sowie andere volkstümliche Dichtungen
(lyrische und historische Lieder, Bylinen, Volkslegenden, Rätsel,
Sprichwörter, Beschwörungsformeln usw.) vom 11. bis 15.
Jahrhundert nur spärlich und in unspezifizierten Andeutungen
greifbar; hierher gehören auch die sog. „skomorochi“ - fahrende
Sänger und Geschichtenerzähler -, die früh schon in einigen
Handschriften und Miniaturen benannt oder dargestellt werden,
deren Darbietungen sich inhaltlich jedoch nur abstrakt greifen
lassen.
Später berichten westeuropäische Reisende (wie die Deutschen
Sigismund Herberstein (1486-1566) und Adam Olearius (1599-
167l)10 oder die Engländer Richard James (1592-1638)11 und
Samuel Collins (1619-1671)12) im 16. tind 17. Jahrhundert von
Märchen, Sagen und Liedern aus dem weit entfernten
..Russenland“. Bei Olearius finden wir in seiner 1647 erstmals
erschienenen „Offt begehrte(n) Beschreibung der Newen
orientalischen Reise“, die ihn mit einer holsteinischen Handels-
delegation nach Rußland und Persien geführt hatte, z.B. die
folgende Schilderung über das einfache russische Volk:
“Weil sie in löblichen Wissenschafften unerfahren, vnd von
denckwürdigen Sachen vnd Geschichten der Alten vnd
Vorfahren sich nicht groß bekümmern, auch nicht begierig
seynd von frembden Nationen dero Beschaffenheit nach zu
forschen, höret man in ihren Zusammenkunfften von derglei-
chen nichts sprechen. Ich rede aber hier nicht von der gar
grossen Herren Gelagen. Ihre meiste Reden seynd dahin
gerichtet, worzu sie ihre Natur vnd gemeine Lebensart veran-
lasset. Nemblich von Üppigkeiten, schendlichen Lastern,
Geilheiten und Unzucht, so theils von ihnen selbst, theils von
anderen begangen. Erzehlen allerhand schandbare Fabeln, vnd
wer die gröbesten Zotten vnd Schandpossen darbey zureissen,
vnd sich mit leichtfertigen Gebärden heraus zu lassen weiß, der
ist der beste vnd angenehmste (...). Es pflegen auch solche
abscheuliche Dinge die Bicrfidler auff öffentlicher Strasse zu
singen, etliche dem jungen Volcke vnd Kindern in einem
Küntzgen- oder Puppenspiel vmbs Geld zu zeigen. Dann ihre
Bärendantzer haben auch solche Comedianten bey sich, die
vnter anderen alsbald einem Possen, oder Klücht (wie es die
Holländer nennen) mit Puppen agiren können; binden vmb den
Leib eine Decke vnd staffeln sie über sich, machen also ein
theatrum porlabile oder Schauplatz, mit welchem sie durch die
Gassen vmbher lauffen vnd darauff die Puppen spielen lassen
können“13.
In Rußland werden volkstümliche Erzählungen etwa seit der
zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in größerem Umfang
verschriftlicht14, zunächst in verschiedenen handschriftlichen
Textsammlungen, später in gedruckter Form auf Volksbil-
derbogen < (russ.: „lubok“) tradiert. Der russische
Volksbilderbogen15, zuerst in Holzschnitt-Technik, dann auch
als Kupferstich und Lithographie hcrgestellt, wandte sich
zunächst religiösen Darstellungen zu und brachte Heilige und
Szenen aus der Heilsgeschichte als wohlfeile Papier-Ikonen in
die Bauemkate. Nachdem im 16. und 17. Jahrhundert west-
europäische Ritter- und Abenteuerromane und andere volks-
tümliche Erzählungen über Böhmen und Polen nach Rußland
gelangt waren, wurden allmählich auch weltliche Stoffe in die
Bilderbogen einbezogen. Spätestens seit der Mitte des 18.
Jahrhunderts lassen sich konkrete Märchen- und Sagenstoffe
über den Volksbilderbogen textlich in größerem Umfang
nachweisen und erfahren dann bis zur Mitte des 19.
Jahrhunderts eine überaus massenhafte Verbreitung. Allerdings
werden die verschiedenen Bilderbogen dabei in sehr stereotyper
Weise nach Vorlagen des 18. Jahrhunderts häufig nur nach- oder
umgedruckt16. Aber ihre Verbreitung konnte auch die in den
zwanziger und dreissiger Jahren des 19. Jahrhunderts ein-
setzende strenge Zensur des Volksbilderbogen nicht einschrän-
ken. Noch am Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20.
Jahrhunderts erlebte der russische „lubok“ unter Ausnutzung der
modernen Techniken der Farblithographie einen weiteren
Höhepunkt17.
Unter dem Eindruck der europäischen Begeisterung für die
„Contes de fees“ entstehen in der zweiten Hälfte des 18.
Jahrhunderts auch in Rußland erste literarische Sammlungen mit
volkstümlichen Stoffen und Motiven. Hier ist neben der
Tradition des russischen Lubokmärchcns vor allem der Einfluß
der französischen Märchensammlung von Charles Perrault und
anderen französischen Märchendichtern sowie auch der arabi-
schen und persischen Sammlungen der „Tausend und eine
Nacht“ und der „Tausend und ein Tag“ zu berücksichtigen, die
früh schon in russischen Übersetzungen belegt werden
können18, sicherlich aber auch unmittelbar über das jeweilige
französische Original rezipiert wurden. Es ist u.a. bemerkens-
wert, daß schon 1768 so berühmte PERRAULische Märchen wie
„Rotkäppchen“, „Dornröschen“ oder „Blaubart“ auch in
russischer Übersetzung vorlagen .
Bei den recht zahlreichen Verschriftlichungen volkstümlicher
Texte im 18. Jahrhundert handelt es sich jedoch meist um sehr
freie Bearbeitungen und Umarbeitungen mündlich tradierter
Erzählungen, die vielfach mit den verschiedensten literarischen
Elementen durchmischt werden, keinesfalls aber um unmittel-
bare Aufzeichnungen aus mündlicher Überlieferung. Das
Ergebnis ist ein buntes Konglomerat einander in ihrem Gehalt
und in ihrer Form widersprechender Bestandteile: echte
Märchen- und Sagenmotive stehen neben scherzhaften Schwän-
ken, Anekdoten und satirischen Novellen über das russische
Alltagsleben, Umarbeitungen westeuropäischer Ritierromane
und Abenteuer-Erzählungen sowie orientalischen Stoffelemen-
ten20.
9
IV
Obwohl die russische Märchen- und Sagentradition auf
vielfache Weise mit der europäischen und orientalischen
verbunden ist, zeigt sie dennoch einige spezifische motivische
und stoffliche Kennzeichen sowie gattungsmäßige Besonder-
heiten, Hierzu gehören zunächst die mündlich überlieferten
epischen Heldendichtungen über sagenhafte und legendäre
Geschehnisse im alten Kiew, in Moskau, Nowgorod und
anderen alten russischen Städten, die als „starina" oder
„starinka“ jahrhundertelang im Volk lebendig gehalten wur-
den; seit dem 19. Jahrhundert werden diese Verdichtungen
unter Bezugnahme auf das in Moskau 1800 erstmals gedruckte
„altrussische“ tgorlied („Slovo o polku Igoreve“) als „bylina“
(Byline) bezeichnet21. Verknüpft mit anderen volkstümlichen
und literarischen Elementen wurden diese Erzählungen von Ilja
aus Murom, dem Räuber Nachtigall und dem Kiewer Fürsten
Vladimir, von Dobrynja Nikitic und dem feuerspeienden
Drachen Zmej Gorinyc, von Alesa Popovic, Vasilij Buslaevic,
Sadko und anderen russischen Recken auch in Prosa-Form
nacherzählt und fanden so Eingang in das russische Helden- und
Abenteuermärchen, das damit eine Zwischenstellung zwischen
dem Märchen und der Sage einnimmt. Typische Gestalten
russischer Märchen und Sagen sind auch die ewigen Pechvögel
EmeFja und Ivanuska, Foma und Erema oder Prochor und
Boris. Im russischen Zaubermärchen erscheinen als besonders
markante Figuren die Hexe Baba Jaga, der unsterbliche Koscej,
Ivan Königssohn und der graue Wolf, der Fcuervogel, Vasilisa
die Weise oder Elena die Wunderschöne. Einige bekannte
russische Märchenhelden sind stark ausländischen Vorlagen
verpflichtet. Aus einem französischen Ritterroman entlehnt und
über Italien, Serbien und Weißrußland vermittelt ist beispiels-
weise der berühmte Recke Bova Korolevic, während Eruslan
Lazarevic auf Vorbilder der orientalischen Tradition
zurückgeht23. Das russische Märchen arbeitet überhaupt
häufiger mit konkreten Namen für seine Helden, während z.B.
in Deutschland diese eher anonym erscheinen als Königssohn
und Königstochter, böse Hexe oder Stiefmutter, Drache usw.
Auch die Kulissen der russischen Märchen- und Sagenwelt
beziehen sich deutlicher als in anderen Überlieferungen auf die
russische Wirklichkeit Recht ausgeprägt sind in Rußland die
zahlreichen Tiermärchen von Fuchs, Wolf, Bär und. anderen
Tiergestalten sowie auch die vielen Schwank- und Novellen-
märchen, etwa vom dummen Gutsbesitzeroder vom habgierigen
Popen.
Obwohl in den Sammlungen des 17. und 18* Jahrhunderts nur
unvollkommen aufgezeichnet, läßt sich der Reichtum und die
Vielfalt der Überlieferung im Repertoire der russischen
Märchen- und Sagentradition schon hier erkennen.
V
Von der gebildeten Öffentlichkeit wurden die verschiedenen
Lubokmärchen und -sagen und die ersten literarischen Samm-
lungen volkstümlicher Erzählungen zunächst nur wenig wahr-
genommen* Die meisten inssischen Schriftstellerund Philologen
des 18. Jahrhunderts standen der Volksdichtung eher ablehnend
gegenüber, zumal sie den sprachlichen und literarischen
Ansprüchen dieser Zeit wenig genügen konnte. Die aus
Westeuropa nach Rußland verpflanzten Strömungen des
Klassizismus und der Aufklärung hatten zwar mit Michail
Lomonosov (1711-1765) begonnen, die einzelnen literarischen
Gattungen verschiedenen Sprach Stilen zuzuordnen, konnten
jedoch den Widerspruch zwischen dem von kirchenslawischen
Elementen geprägten archaischen hohen Stil und der lebendigen
russischen Volkssprache nicht überwinden. Volksdichtung und
-kunst wurden daher lediglich als zur Erziehung und Belehrung
des ungebildeten Volkes sowie zu einfacher Unterhaltung und
Erbauung dienend anerkannt, nicht aber in ihrem geistigen
Gehalt und in ihrer poetischen Gestalt gewürdigt Vereinzelt
finden sich dennoch in den literarischen Werken des 18.
Jahrhunderts Hinweise auf volkstümliche Dichtungen, so z.B.
in Gavrila Derzavins an die Kaiserin Katharina gerichteten Ode
„Felica“ (1782), in der auch der adlige Dichter sich mit
populären Geschichten von den Recken Bova und Polkati
veignügt23, oder in Denis Fonvizins Komödie „NedorosP“ (Der
Landjunker; 1782), wo als Geschichtsunterricht für den jungen
Landjunker nicht gelehrte Bücher, sondern volkstümliche
„Erzählungen der Stallmagd“ für ausreichend gehalten
werden24. Soziologische Untersuchungen zeigen ferner, daß
Märchen und Sagen im 18, Jahrhundert in allen Schichten der
russischen Gesellschaft tradiert wurden25 und sowohl bei
Bauern, Soldaten und Handwerkern als auch bei Kaufleuten,
Beamten, adligen Gutsbesitzern und sogar bei Hofe in Umlauf
waren. In Briefen und Memoiren des späten 18. und frühen 19.
Jahrhunderts sind einzelne Märchen- und Sagenerzähler bereits
konkret zu belegen26; in einer Anzeige der „Sankt-Petersburger
Nachrichten“ vom 1. Dez, 1797 wird gar ein blinder Erzähler für
ein herrschaftliches Haus gesucht, um Geschichten „mit
wunderbaren Abenteuern und teilweise auch russische Mär-
chen“ zu erzählen27. Als Märchenerzähler fest in die russische
Literatur eingegangen sind u.a. die Beschließerin Pelageja in der
Familie Sergej Aksakovs und Aleksandr Puskins Kinderfrau
Arina Rodionovna23,
Aber erst in den zwanziger und dreissiger Jahren des 19+
Jahrhunderts erfährt die russische Volksdichtung in der Literatur
und in der Philologie unter dem Einfluß romantischer Ideen eine
wirkliche Würdigung ihrer geistigen und poetischen Substanz.
Auf der Suche nach einer nationalen Identität wird das Interesse
für die historische Vergangenheit Rußlands erheblich gesteigert
- von 1816 bis 1829 erscheint zK die große zwölfbändige
„Geschichte des russischen Staates14 von Nikolaj Karamzjn29 -
und dabei auch die geistige Kultur des einfachen russischen
Volkes, seine Dichtung und Kunst, seine Sitten und Gebräuche,
sein Glaube und seine innere Psychologie in ihren substantiellen
Werten als Teil der russischen Nationalkultur gewürdigt. In
Bibliotheken, Klöstern und Archiven wird intensiv nach alten
Handschriften und anderen russischen Altertümern geforscht,
und man beginnt allmählich auch mit der systematischen
Aufzeichnung oraler Überlieferungen,
Im Streben nach einer neuen ästhetischen Idealform schöpfen
10
romantische Dichter aus der nationalen Vergangenheit Rußlands
und aus den Überlieferungen des russischen Volkes das Material
für die Erneuerung der Inhalte und Formen der russischen
Dichtkunst und schaffen so die Grundlagen für die moderne
russische Nationalliteratur Durch das Werk Aleksartdr PiKktns
ersteht in der kompromißlosen Hinwendung auf die Sprache und
Dichtung des Volkes, die somit auch in ihrer oralen Realität
anerkannt werden, eine neue Literatursprache. Gleichzeitig
werden volkstümliche Stoffe und Motive in die russische
Literatur aufgenommen und damit völlig neue Gestaltungs-
möglichkeiten eröffnet. Vasilij Zukovsku und Aleksandr PüSktn
schaffen mit ihren Märchen- und Sagendichtungen ein adäquates
literarisches Korrelat, das in der Folge vielfach auf die weitere
Entwicklung der volkstümlichen Tradition zurückstrahlt. In der
russischen Literatur entsteht eine bedeutende Kunstmärchentra-
dition, an die fast alle großen russischen Dichter des 19. und 20.
Jahrhunderts anknüpfen30.
Etwa zur selben Zeit wendet sich auch die junge russische
Philologie der Volksdichtung zu. Als erster befindet Ivan
Snegirev schon 1822 die russischen Volksbilderbogen wissen-
schaftlicher Forschung für würdig31; zuvor hatte Konstantin
Kalajddvjö aus dem Kreis um den Moskauer Mäzen Nikolaj
Rumjancev die Bylinensammlung des Kirsa Dahelov32 in einer
stark erweiterten Ausgabe kritischer Analyse neu zugänglich
gemacht. In den dreissiger Jahren des 19. Jahrhunderts kommen
dann erste bedeutende Sammlungen an Märchen und Sagen,
Heldenliedern, Sprichwörtern und anderen volkstümlichen
Dichtungen nach mündlichen und schriftlichen Quellen zu-
sammen, die zunächst vor allem an die Namen von Ivan
Snegirev, Vladimir Dal1, Petr Kireevskjj, Ivan Saceiarov, Michail
Maksemoviö u.a. geknüpft sind. In ihrer urtümlichen Gestalt
werden sie zunächst nur teilweise veröffentlicht, bilden später
jedoch die Grundlage für das gewaltige volkskundliche Archiv
der Russischen Geographischen Gesellschaft. Allmählich
werden auch historisch-kritische Methoden für die Erforschung
der russischen Volkskultur diskutiert und entwickelt, die
größtenteils unmittelbar an das Vorbild der Brüder Grimm33
und der von ihnen begründeten literarischen Volks- und
Mylhenkunde anknüpfen. Ivan Snegirev und vor allem Fedor
Buslaev legen so die theoretischen Fundamente der russischen
Volkskunde. Sprache, Dichtung und Mythologie werden
zunehmend in ihrer historischen Entwicklung und in ihren
komplexen Zusammenhängen betrachtet. „In der Sprache1*, -
heißt es bei Buslaev - „drückt sich das ganze Leben des Volkes
aus. Die Sprache, die jetzt von uns angewandt wird, ist die
Frucht eines tausendjährigen historischen Entwicklungsprozes-
ses und einer Vielfalt von Umwandlungen. Man kann sie nur auf
genetischem Weg bestimmen, woraus sich die Notwendigkeit
ergibt, sie historisch zu erforschen'34.
Mit der Gründung der Russischen Geographischen Gesellschaft
(„Russkoe Geograf!ceskoe Obscestvo“) 1845 und den in der
Folge entwickelten ethnographischen Forschungsprogrammen
wurden die Aufsammlung volkstümlicher Materialien und ihre
wissenschaftliche Diskussion und Bewertung auf eine umfas-
sende Grundlage gestellt. Der Kreis der Sammler und Forscher
wurde beträchtlich erweitert und organisatorisch zusammenge-
bunden; zugleich wurden die Methoden der Wiedergabe
mündlicher Überlieferungen weiter verfeinert. In den Archiven
der Gesellschaft kamen gewaltige Materialien aus allen Tbilen
des russischen Reiches zusammen, die bis in unsere Zeit weiter
angewachsen und kaum ganz auszuschöpfen sind35.
In unmittelbarer Verbindung mit den Bestrebungen der
Russischen Geographischen Gesellschaft sind dann auch die
meisten großen Sammlungen der russischen Volksdichtung
entstanden: die „Russischen Volksmärchen“ (Moskau 1855-
1863) von Aleksandr Afanas*ev, die „Sprichwörter des
russischen Volkes“ (Moskau 1862) von Vladimir Dal, die
„Großrussichen Rätsel“ (St. Petersburg 1864) von Ivan
Chuimakov, die „Bylinen des Onega-Gebietes“ (St. Pelersbuig
1873) von Aleksandr Gicferding sowie zahlreiche weitere,
größtenteils bis heute wichtige Ausgaben36.
Aleksandr Afanas^ev beispielsweise, der „russische Grimm“,
konnte so aus der ganzen Fülle der russischen Märchen- und
Sagentradition das nationale Märchenrepertoire Rußlands
zusammenfassen und die russische Tradition in den Zusammen-
hang der internationalen Überlieferungsgeschichte stellen.
„Unter den vielen verschiedenen Denkmälern der mündlich
tradierten Dichtung des Volkes (Lieder, Sprichwörter, Redens-
arten, Klagelieder, Zauberformeln, Rätsel)“, - schreibt er
einleitend zur ersten Lieferung seiner Märchcnausgabc, -
„nehmen die Märchen einen überaus bedeutenden Platz ein.
Durch Anlage und Inhalt mit den anderen Gattungen der
Volksdichtung eng verbunden und mit uralten Überlieferungen
erfüllt, enthalten sie viel Bemerkenswertes sowohl in künst-
lerischer als auch volkskundlicher Hinsicht Die Wichtigkeit der
Volksmärchen als eines ergiebigen Materials für die Literatur-
geschichte, die Philologie und die Ethnographie ist schon seit
langem von den bedeutendsten deutschen Gelehrten erkannt
worden. Sie unternahmen nicht allein die Sammlung der
einheimischen Märchen und Legenden, sondern bereicherten
die deutsche Literatur auch durch hervorragende Übersetzungen
von fast allem, was andere Völker auf diesem Gebiet
aufzuweisen haben. Nirgends wurde das Studium der Denk-
mäler mündlich tradierter Dichtung mit solchem Emst und
solcher Sorgfalt betrieben wie in Deutschland, und die
Verdienste der deutschen Gelehrten sind in dieser Hinsicht
wahrhaft außerordentlich, aber wir wollen die Hoffnung nicht
aufgeben, daß ihr zum Nutzen des Volkes unternommenes
Streben auch für uns ein nachahmenswertes Beispiel werde. Es
ist längst an der Zeit, auch bei uns die Volksmärchen ernsthafter
und genauer aufzusammeln und zu veröffentlichen.,/37.
Die Märchensammlung Afanasevs stellt - z.T mit direkten
Bezügen zum Vorbild der Brüder Grimm - mit ihren über 600
Texten und Varianten zur Mitte des 19. Jahrhunderts den ersten
Höhepunkt in der Geschichte der russischen Volkskunde dar und
erheischt bis heute bleibenden Welt durch die Soigfalt der
Auswahl und die Treue zur volkstümlichen Überlieferung3*, In
ihrer Folge kommen noch zahlreiche Märchen- und Sagen-
sammlungen Rußlands zustande, die bis in das zwanzigste
Jahrhundert hinein die Lebendigkeit der Volksüberlieferung und
den reichen Strom der Volkspoesie belegen können. Insbe-
sondere aus den entlegenen Gebieten Nordrußlands und
11
Sibiriens kommen weitere Märchen- und Sagendichtungen
direkt aus mündlichen Quellen l^nzu, wobei die russischen
Schwank- und Alltagsmärchen, weniger die Zaubermärchen und
Sagen, immer noch neue Stoffe und Motive liefern39.
Wahrend die russische Volkskunde im 19. Jahrhundert -
zunächst eher rezeptiv - von den Konzepten und Methoden
der mythologischen Schule dominiert wurde und daher bestrebt
war, die russische Volkspoesie auf die Mythen der alten Slawen
zurückzuführen, nahm sie in der Folge intensiven Anteil an der
internationalen theoretischen und methodischen Diskussion und
lieferte selbst bedeutende Beiträge zur Auseinandersetzung über
das Wesen der Volksdichtung, Auch in Rußland fanden sowohl
die BENFEvsche Migrationstheorie (Aleksandr Pypin, der späte
Buslaev), die anthropologische (Aleksandr Veselovskij) und
volkspsychologische Schule (Aleksandr Potebnja, Dmitrij
Ovsjanniko-Kulikuvsku) sowie die historische Schule (Vsevo-
lod Miller, Michail Speranskii, die Brüder Boris u. Jurij
Sokolov) bedeutende Anhänger und Fonsetzer als später auch
die historisch-geographische (sog, finnische) und die struktu-
ralistische Schule.40 Rußland gehört damit nicht nur zu den an
volkstümlichen Überlieferungen sehr reichen Ländern, sondern
verfügt auch über hervorragende wissenschaftliche Leistungen
auf den Gebieten der literarischen Volkskunde, der Philologie
und der Ethnographie.
VI
Volkstümliche Dichtungen werden nicht allein unaufhörlich
mündlich weitertradiert, sondern - wie schon die Bilder des
Olearius41 zeigen - häufig von theatralischen und musi-
kalischen Darbietungen begleitet. Ihre Verschriftlichung setzt
sie dann auch in Beziehung zur bildenden Kunst,
Abgesehen von einzelnen mythischen Darstellungen in der
altrussischen Kunst erfahren volkstümliche Erzähistoffe in den
anonymen russischen Volksbilderbogen des .späten 17, und 18.
Jahrhunderts erste bildliche Gestaltung. Trotz eines gewissen
Schematismus in den darstellerischen Ausdrucksformen und
einer z.T stereotypen Beschränkung auf wenige sehr populäre
Märchen- und Sagenmotive äußert sich hier eine urtümliche und
lebendige bildnerische Tradition, die noch bis in den Beginn des
20. Jahrhunderts Fortsetzungen findet, künstlerisch im Verlauf
des 19, Jahrhunderts jedoch zunehmend verflacht42.
In direktem Zusammenspiel mit den romantischen Märchen-
und Sagendichtungen widmet sich in den zwanziger Jahren des
19, Jahrhunderts erstmals auch die russische bildende Kunst
volkstümlichen Themen, wenn sie dabei zunächst auch über-
wiegend auf die Buch Illustration beschränkt bleibt und in ihren
künstlerischen Mitteln stark von ausländischen Vorbildern
abhängig ist. So findet etwa Aleksandr Puskins Märchendich-
tung „Ruslan und Ljudmila“ schon 1820 ihren ersten Illustrator
(L Ivanov)45; ähnliches gilt später für die Kunstmärchen Puskins,
Zukovskijs, Ersovs und anderer Dichter dieser Zeit, deren
nachhaltiger Erfolg sicherlich auch durch die bildliche Beglei-
tung gesteigert wird44.
Tn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schallt sich die
bildende Kunst Rußlands mit den sog, „peredvizniki“
(Gemeinschaft von Wanderausslellungskünstlem; gegr. 1863)
und ihrem Protest gegen die „akademische" Mal weise allmäh-
lich eine eigene Sprache und erreicht mit den nachfolgenden
modernen Strömungen der Jahrhundertwende schließlich
europäischen Rang. In der gleichzeitig erfolgenden Rückbesin-
nung auf die allrussische Kunst wird auch die volkstümliche
Tradition neu bewertet; und durch die wechselseitige Verknüp-
fung mit Dichtung, Musik, Theater und Ballett gewinnt die
künstlerische Gestaltung russischer Märchen und Sagen
zunehmend auch über die Buchillustration hinaus an Bedeu-
tung. In dem Versuch, durch die Wiederbelebung der
byzantinischen Monumentalmalerei einen neuen nationalen
Stil zu schaffen, wenden sich in den achtziger Jahren des 19.
Jahrhunderts vor allem Viktor Vasneoov (1848-1926)45 und
Michail Vrubel (1856-1910) in der Künstlerkolonie in Ab-
rameevo bei Moskau46 volkstümlichen Erzählstoffen zu und
schaffen mit ihren z.T großformatigen Bildern und Theaterde-
korationen einen wichtigen Ausgangspunkt für die Märchen-
und Sagendarstellungen der russischen Moderne,
Gerade die modernen Strömungen der russischen Literatur und
Kunst haben das Märchen und die Sage als „mythische
Urbilder“ der „anderen“ (übersinnlichen) Welt, die sic der
öden Wirklichkeit entgegenstellten, wiederentdeckt und in ihrer
spezifischen Ästhetik neu gedeutet. Vor allem die um die
neuromantische Literatur- und Kunstzeitschrift „Mir iskusstva“
(Welt der Kunst; 1899-1904) gruppierten Künstler brachten
bedeutende Märchen- und Sagendarstellungen hervor und
entwickelten in ihrem Streben nach einer „freien Kunst“ völlig
neue Gestaltungsmittel und -möglichkeitem Aus diesem Kreis
ging auch der wohl bekannteste russische Märchen- und
Sagenillustrator Ivan Bilibin mit seinen dekorativen und
ornamentalen Stilisierungen hervor47. Aber auch andere große
Künstler der russischen Moderne wie Nikolaj Bartram, Boris
Kustodiev, Sergej Maljutin, Geoigij Narbut, Nikolaj Rerich
(Roericii), Boris Zvorykjn u.a,4R schufen zahlreiche Märchen-
und Sagendarstellungen für das Buch, aber auch für Theater,
Oper und Ballett. Häufige Gestaltung in der Kunst der
Jahrhundertwende erfuhren die Märchen von Aleksandr
Puskin, dessen hundertjähriges Jubiläum 1899 mir zahlreichen
großartig gestalteten Buchausgaben und anderen diesem Anlaß
gewidmeten Schöpfungen gefeiert wurde4^ Überhaupt greifen
zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts volkstümliche und
literarisch stilisierte Märchen und Sagen in der darstellerischen
Verarbeitung durch die russische Kunst vermehrt ineinander,
Auch nach den beiden Revolutionen von 1917 zeigen die
verschiedenen Strömungen der russischen Kunst vielfaches
Interesse für das Märchen und die Sage. Mit der allseitigen
Ausbreitung der Buchkultur und der damit einhergehenden
(zumindest postulierten) „Demokratisierung“ der Kunst und der
vornehmlich ideologisch motivierten Aufwertung der Volks-
kunst in der Sowjetunion erfuhr die Gestaltung volkstümlicher
Erzählstoffe eine breite Entwicklung, die vor allem in der
Graphik und Buchillustration sowie im Kunsthandwerk neue
Schöpfungen hervorbrachte50. Das in den dreissiger Jahren
12
sowie weitere politisch erzwungene Eingriffe in den künst-
lerischen Schaffensprozeß konnten die ausgeprägte Phantasie
und den inneren Formenreichtum der russischen Märchen- und
Sagenillustratoren nur äußerlich beeinflussen.
13
Anmerkungen
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
14
„Ein Märchen ist bald erzählt, aber die Sache braucht ihre Zeit“;
stereotype Zeitformel im russischen Zaubermärchen. Vgl. z.B. „Dva
Ivana soldatskich syna“ (Die beiden Ivane, die Soldatcnsöhne) in
Afanas’ev, A.N. (Hrsg.): Narodnye russkie skazki [Russische
Volksmärchen]. Bd. I. Moskau 1985, S. 278-284, hier S. 280.
Deutsche Sagen. Hrsg, von den Brüdern Grimm. Bd. 1. Berlin 1816,
S. V-VI.
Vgl. dazu Klöne, U.: Die Aufnahme des Märchens in der
italienischen Kunstprosa von Straparola bis Basile. Marbui^ 1961;
Robert, R.: Le Conte de fees liltcrairc en France de la fin du XVIIe ä
la fin du XVIIIe siöcle. Nancy 1982; Walther. W.: Tausendundeine
Nacht. Eine Einführung. München-Zürich 1987. Für Rußland siehe
Kat. Nr. 22-24.
Vgl. Croce, B.: Giambattista Basile e il Cunto de li cunti. In: ders.,
Saggi sulla letteratura italiana del seicento. Rom 21948, S. 1-118;
Soriano, M.: Les Contes de Perrault. Culture savanle et traditions
populaircs. Paris 1968; Abdel-Halim, M.: Antoine Galland, sa vie et
son oeuvre. Paris 1964; Klotz, F.: Das europäische Kunstmärchen.
Fünfundzwanzig Kapitel seiner Geschichte von der Renaissance bis
zur Moderne. Stuttgart 1985, bes. S. 31 ff., 41 ff. u. 65IT.
Vgl. u.a. Moser, H.: Volks- und Kunstdichtung in der Auffassung der
Romantiker. In: Rheinisches Jahrbuch für Volkskunde 4, 1953, S.
69-89.
Vgl. Kat. Nr. 36.
Deutsche Sagen (wie Anm. 2), S. X.
Vgl. zusammenfassend: Die Brüder Grimm. Dokumente ihres
Lebens und Wirkens. Hrsg, von D. Hennig u. B. Lauer. Kassel 1985.
Vgl. z.B. Karlinger, F.: Grundzüge einer Geschichte des Märchens
im deutschen Sprachraum. Darmstadt 1983.
Vgl. Kal. Nr. 1 u. 2.
James, R.: Observalions sur le pays, les moeurs et coulumnes de
Russie. Paris 1619.
Collins. S.: The present state of Russia in a letter to a friend al
London written by an eminent person rcsiding at the Great Tzars
Court of Moscow for the space of nine years. London 1667 u. 1671;
franz. u.d.T.: Relation curieuse de l'Etat present de la Russie. Paris
1679; vgl. dazu (mit den ins Russ. übersetzten Texten) auch
Novikov, N.V (Hrsg.): Russkie skazki v rannich zapisjach i
publikacijach XVI-XVIII veka (Russische Märchen in frühen
Aufzeichnungen und Veröffentlichungen des 16. bis 18. Jh.].
Leningrad 1971, S. IOf., 40-47 u. 264f.
Kat. Nr. 2 (S. 192-194); vgl. auch die zugehörigen Abbildungen S.
19 u. 20 (in diesem Kal.).
Vgl. Aslachova, A.M.; Milrofanova, V.V.; Skripil’, M.O. (Hrsg.):
Byliny v zapisjach i pcreskazach XV11-XVII1 vekov [Bylincn in
Aufzeichnungen und Nacherzählungen des 17. bis 18. Jh.]. Moskau-
Leningrad 1960, S. 7ff.; vgl. auch Novikov, N.V. (wie Anm. 12), S.
20K
Vgl. Sytova, A.S. (Hrsg.): Lubok. Russische Volksbilderbogen (17.
bis 19. Jahrhundert). Leningrad 1984.
Vgl. Kat. Nr. 3-21.
Vgl. Kat. Nr. 82-92 u. 111-121.
Vgl. Kat. Nr. 22-24.
Vgl. Kat. Nr. 23; Abb. S. 34.
Vgl. Kal. Nr. 25-34. Textbeispielc aus handschriftlichen und
gedruckten Sammlungen siehe bei Aslachova, A.M. u.a. (wie
Anm. 14), Novikov, N.V. (wie Anm. 12); vgl. auch Pomeranceva,
E.V.: Sud’by russkoj skazki [Schicksale des russischen Märchen].
Moskau 1965, S. 32-61; Azadovskij, M.K.: Istorija russkoj
forkloristiki [Geschichte der russischen Volkskunde]. Bd. 1.
Moskau 1958, S. 42-111.
21 Vgl. auch Kat. Nr. 35. Zur Abgrenzung volkstümlicher Erzählgat-
tungen verwendet die russische Volkskunde u.a. die Begriffe
„skazka“ (Märchen), „skazanie“ oder „predanie“ (Sage) und
„bylina“ (Heldensage).
22 Vgl. u.a. Kat. Nr. 21; vgl. auch Puskarev, L.N.: Skazka o Eruslanc
Lazarevice [Das Märchen von Eruslan Lazarevic]. Moskau 1980.
23 Derzavin, G.R.: Stichotvorenija. Moskau-Leningrad 1963, S. 82-91,
hier S. 85.
24 Fonvizin, D.I.: Sobranie socinenij v dvuch tomach [Gesammelte
Werke in zwei Bänden]. Moskau-Leningrad 1959, S. 105-177, hier
S. 162.
25 Vgl. Novikov, N.V. (wie Anm. 12), S. Uff.
26 Vgl. Novikov, N.V: Russkie skazki v zapisjach i publikacijach
pervoj poloviny XIX veka [Russische Märchen in Aufzeichnungen
und Veröffentlichungen der ersten Hälfte des 19. Jh.|. Moskau-
Leningrad 1961, S. 5ff.; Pomeranceva, E.V. (wie Anm. 20), S. 62ff.
27 Novikov, N.V. (wie Anm. 12), S. 13.
28 Vgl. Aksakov, S.T.: Detskie gody Bagrova-vnuka, sluzascie
prodolzeniem semejnej chroniki [Kinderjahre des Bagrov-Enkels,
als Fortsetzung der Familienchronik]. In: ders., Sobranie socinenij v
pjali tomach [Gesammelte Werke in fünf Bänden]. Bd. 1. Moskau
1966, S. 261-554, hier S. 468-469 u. S. 555-575 (Alen’kij cvetocek.
Skazka klucnicy Pelagei [Das purpurrote Blümchen. Ein Märchen
der Beschließerin Pelageja]). Zu Puskin vgl. Kat. Nr. 44,
29 Karamzin, N.M.: Istorija gosudarstva rossijskogo. 12 Bde. St.
Petersburg 1816-1829.
30 Vgl. u.a. Listikova, N.A. (Hrsg.): Russkaja lileratumaja skazka.
Moskau 1989; in dl. Übers, sind russische Kunstmärchen u.a.
zugänglich in den von L. Dcbüser hrsg. Anthologien: Zar Aggäus
und andere. Phantastische Erzählungen, Kunstmärchen und Parabeln
von Puschkin bis Gorki. Leipzig 1981; Russische Kunstmärchen von
Gorki bis Schukschin. Berlin 1977. Vgl. auch Kat. Nr. 42-45.
31 Snegirev, I.M.: Russkaja narodnaja galereja ili luboenye kartinki
[Russische Volksgalerie oder Bildenbogen). In: Oteceslvennye
zapiski [Vaterländische Annalen) 12, 1822, Nr. 80, S. 85-96; vgl.
auch Kal. Nr. 46.
32 Vgl. Kat. Nr. 35.
33 Vgl. Kal. Nr. 36-41; Levin, 1.: Das russische Grimmbild. In: Brüder
Grimm Gedenken 1, 1963, S. 375-403.
34 Buslaev, EL: O prepodavanii otecestvennogo jazyka [Über den
Unterriehl in der Muttersprache]. Moskau 1844; zil. nach Leitinger,
D.: Die Wirkung von Jacob Grimm auf die Slaven, insbesondere auf
die Russen. In: Brüder Grimm Gedenken 2, 1975, S. 66-130, hier S.
92.
35 Azadovskij, M.K.: Znacenie Geograficeskogo Obscestva v istorii
russkoj forkloristiki [Die Bedeutung der Geographischen Gesell-
schaft in der Geschichte der russischen Volkskunde]. In: Ocerki
isiorii russkoj etnografii, forkloristiki i antropologii. Vyp. III.
Moskau 1965, S. 5-17.
36 Vgl. auch Kat. Nr. 50-58.
37 Afanas’ev, A.N.: Russkic narodnye skazki [Russische Volksmär-
chen!. Moskau 1985, S. 5.
38 Vgl. Kat. Nr. 50-51. >
39 Vgl. Pomeranccva, E.V. (wie Anm. 20), S. 106ff.; Azadovskij, M.K.
(wie Anm. 20), Bd. 2, S. 85ff.
40 Vgl. dazu ausführlich Azadovskij, M.K. (wie Anm. 20), Bd. 2, S.
47ff.; ferner den Sammclband: Akademiceskie skoly v russkom
literaturovedenii. Moskau 1975.
41 Vgl. Kat. Nr. 2 mit den Abb. S. 19 u. 20.
42 Vgl. Kat. Nr. 3-21, 82-92 u. 111-121.
43 Vgl. Sanina, N.F.: Skazka v tvorcestve russkich chudoznikov [Das
Märchen im Schaffen russischer Künstler). Moskau 1969, S. I2f.;
vgl. auch Kat. Nr. 43.
44 Vgl. Kat. Nr. 69ff.
45 Vgl. zuletzt Smolickij, V.G.: V.M. Vasnecov i fofklor |V.M.
Vasnecov und die Volksdichtung und -kunstj. In: Viktor Michajlo-
vic Vasnecov (1848-1926). Ausstellungskatalog (Staatl. TreCjakov-
Galeric Moskau). Leningrad 1990, S. 52-66.
46 Vgl. auch Kat. Nr. 94.
47 Vgl. Katalog Nr. 102.
48 Vgl. dazu Beispiele in den Kat. Nr. 95ff.
49 Vgl. u.a. Kat. Nr. 94b, 95b, 97 u. 98.
50 Vgl. Kat. Nr. 122ff.
15
KATALOG
BcepoccHMCKa«
rocyAapcTBCHHaa öhöjihotgi
MHoerpaHHOH nuTeparypbi
WM. M.H. PyAOMMHO
I. Die russische Märchen- und Sagentradition bis zum Ende
des 18. Jahrhunderts
Frühe Zeugnisse
1. Sigismund Herberstein (1486-1566)
Moscouia der Hauptstat in Reissen, durch Herrn Sigmunden
Freyherm zu Herberstain, Neyperg vnd Guetenhag Obristen
Erbcamrer vnd obristen Erbtruckhsessen in Kärntn, Römischer
zu Hungern vnd Behaim Khü. May. etc. Rat, Camrer vnd
Presidenten der Niderösterreichischen Camer zusamen getragen.
Sambt der Moscouiter gepiet, vnd seiner anrainer beschreibung
vnd anzaigung, in wen sy glaubens halb, mit vns nitgleichhellig.
Wie die Potschafften oder Gesanten durch sy emphangen vnd
gehalten werden, sambt zwayen vnderschidlichen Raisen in die
Mosqua.
Wien: Mit Rö, Khü. May. gnad vnd Privilegien Getruckht zu
Wienn in Osteneich durch Michael Zimmermann in S. Anna
Hoff. 1557. 6 unbez. Bll., 79 bez. Bll., 4 unbez. Bll. 4D
[Angebunden: Von den Wunderbarlichen Wassern in Hungern
Khurtzer bericht... Beschriben durch Georgen Wemher. Wien
1558. 13 Bll. u. 1 Karte.]
Universitätsbibliothek Würzburg: G.f.18
1. Adam Olearius: Beschreibung der moskowifischen (...) Reise (Schleswig 1656), S. 20: Volkstümliche russische Tänzer und
Musikanten (Kai. Nr. 2).
19
2. Adam Olearius: ttexchrribmg der moskmdtischen (...) Reise (Schleswig 1656), S. 192: Volkstümliches „Küntzgen- und
Puppenspiel^ (Kat. Nr. 2).
Sigismund Freiherr von Herbersiein hielt sich Etls kaiserlicher
Gesandter 1517 und 1526, jedesmal für mehrere Monate, in
Moskau auf. Sein Bericht über seine Reisen erschien zuerst
1549 (in Wien) und 1556 (in Basel) lateinisch u,d,T.: „Rcrum
Moscoviticarum Commentarii“ und stellt die erste zusammen-
fassende Beschreibung der Geographie, Geschichte, Sitten,
Sprache, Religion und Regierungsform des moskowitischen
Rußland, dar Neben der farbigen Landkarte auf den Bll. 3v und
4r (Abb, S, 132-133) enthält der Band auch eine Darstellung des
Moskauer Kreml.
2. Adam Olearius (Oelschläger; 1599-1671)
Vermehrte Newe Beschreibung Der Muscowitischen vnd
Persischen Rcysc So durch gelegenheit einer Holsteinischen
Gesand sch afft an den Russischen Zaar vnd König in Persien
geschehen. Worinnen die gelegenheit derer Orter vnd Länder,
durch welche die Reysc gangen, als Liffland, Rußland,
Tartaricn, Meden vnd Persien, sampt dero Einwohner Natur,
Leben, Sitten, Hauß-, Welt- und Geistlichen Stand mit fleiß
auffgezeichnet, vnd mit vielen meist nach dem Leben gestcllcten
Figuren gezieret, zu befinden. Welche zum andern mahl heraus
gibt Adam Olearius Ascanius, der Fürstlichen Regierenden
Herrschafft zu Schieß wig Holstein Bibliothccarius vnd Hoff-
Mathematicus. Mit Röm. Kayseri, Mayest, Privitegio nicht
nachzudrucken.
Schleswig: Gedruckt in der FürstL Druckerey, durch Johan
Holwein, im Jahr MDCLVI [1656]. 19 B1L, 778 S„ 17 Bll,
(Register). 4Ö
[Angebunden: Persianischer Rosenthal... von einem Sinreichen
Poeten Schich Saadi in Persischer Sprach beschrieben. Jetzo
aber von Adamo Oleario.,, in Hochdeutsche Sprache heraus
gegeben. Schleswig 1654. 28 BH, 196 S., 15 Eil.]
Universitätsbibliothek Marburg: Vic A 85#
20
Der Schriftsteller und Gelehrte Adam Olearius nahm im Auftrag
des Herzogs Friedrich III. von Holstein-Gottorp 1633-1639 an
zwei Handelsmissionen nach Rußland und Persien teil- Seine
mit zahlreichen Kupferstichen illustrierte Reisebeschreibung
(Erstdruck: Schleswig 1647) war lange Zeit die wichtigste
Informationsquelle über das Moskowiterreich und enthält auch
erste konkrete Informationen über die volkstümliche Kultur
Rußlands (Abb. S. 19 u. 20).
Schlüsseln und der edlen Königin Magilene; Volksbuch von der
schönen Magelone in russ. Bearbeitung).
Russ. Volksbilderbogen in Heftfomi, erste Hälfte 18. Jh.,
Kupferstich, 8 einseitig bedruckte Bll., jeweils mit Bild und
Text in doppelter Umrahmungslinie, 17,7 x 14,5 (Blatt), 8,3 x 12
(Bild).
Staatl. Hist Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 39642
Volksbilderbogen (Lubki)
3. Die schöne Magelone in Rußland
Unbekannter Verfasser/Kün stier: Povest’ o blagorodnoin knjaze
Petre zlatych kljucach i o blagorodnoj korolevne Magilene
(Erzählung von dem edlen Fürsten Feier mit den sieben
4, IP ja aus Murom und der Räuber
Nachtigall
Unbekannter Verfasser/Künstlei: Istorija o slavnom i o chrabrom
bogatyre IPe Muromce i o solov’e razbojnike (Geschichte von
dem berühmten und mutigen Helden IVja aus Murom und von
dem Räuber Nachtigall).
Russ. Volksbilderbogen in Heftform, erste Hälfte (?) 18. Jh.,
Kupferstich, 8 einseitig bedruckte, pag. B1L, jeweils mit Bild
J. Erzählung van dem edlen Fürsten Peter mit den sieben Schlüsseln und der edlen Königin Magilene. Volksbilderbogen. Erste Hälfte
18. Jh. (Kat. Nr. 3).
21
und Text in doppelter Umrahmungslinie, 18,3 x 14,3 (Blatt), 9,3
X 12.3 (Bild).
Staat). Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 39658
ID4CH0 ÖldKOKOM CW/UJ £0Cyp/MdHCKi7? €ßO
WdffihM ckow wfihgopwua ßuiu nupz uomfijiuiJ cßö ßnyjä^o«
muh /KyD0Meu3 noex^ Korpa^yKieß^ npe/KOW^poron) oMtp
fHrogd Koiopow C4/fOB€W paJfioHw/’xx poewo 30 40X
/Hfiponym^Z HHKOHOBd HHUtÜlURd d HCOD WK/6/Mt HO
.aoH3<s p<kboMH'iWMZ Mßw^rctaa ßwtf&o tnoac nyß«
ifidznonpuwi ßor&ikjpcKic w nowwXz no^Xrf-fZx h npiGyd^ZHaK
KCd ep*wtxi> Häterp/nw monytin KMiifoshi hRioh.
)€K6 C^dpq^eHKC MCOHORtM pdJßOHHHKZ» ITOC/IWlUcMZ» Ctßfc
^owMHHy HßtWdfök KS/rikoe w we^onycK^p M/rtW/üpomu#?***
S^ÖZ’frlCK/GtMa CßOMzMZCßMOTO/WZ pd5ßOWH/9/41Z KpCflKO HOB
^wpckocap^ fMclpdUiW/iocÄ HHtAonycKdfl uye 7dioßc
tacspfod/iZ rpoaiuvioßo h?toho Cßwwnö^/Hjo ^kypwge^z
<ohz cnSlWKHWCfl npwcxd/t'z no^cd/f/oc thcw koiopoe chi ,
710 H44£€Hdl^M4)MX£ MCOaOEewpdQ&oHWHkÄHdrHe'JAe
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4. Ufa aus Murom und der Räuber Nachtigall. Volksbild-
erbogen. Erste Hälfte (?) 18. Jh. (Kat. Nr. 4).
Il’ja aus Murom ist der phantastische positive Hauptheld der
russischen Bylinen- und Sagentradition und spielt - aus dem
Bylinenvers in Volksprosa übertragen - auch im russischen
Märchen eine wichtige Rolle. Die zahlreichen Sujets, von denen
der Kampf mit dem auf einem Baum sitzenden Räuber
Nachtigall am bekanntesten ist, haben zumeist geographische
und historische Bezüge zum Kiewer Staat des Fürsten Vladimir.
Ein konkretes Vorbild für diese Sagengestalt läßt sich jedoch
nicht nachweisen.
5. Ivan Königssohn
Unbekannter Verfasser/Künstler: Skaska [!] o Ivane Carevice,
zar ptice i o serom volke predslavlena v licach figurach
(Märchen von dem Königssohn Ivan, dem Feuervogel und dem
grauen Wolf, dargestellt in Bildern).
Russ. Volksbilderbogen in Heftform, 18. Jh. (?), Holzschnitt, 16
einseitig bedruckte, pag. Bll. (rückseitig z.T. beschr.) mit Bild
und Text in doppelter Umrahmungslinie, 18,4 x 13,3 (Blatt), 5,6
x 12 (Bild).
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 41806
6. Prochor und Boris, Foma und Erema
Unbekannter Verfasser/Künstler: Prochor da Boris, Foma da
Erema: a. Prochor da Boris possorilis’, podralis’; b. Fomuska
muzykanl da Erema popljuchant (Prochor und Boris, Foma und
Erema: a. Prochor und Boris stritten sich, schlugen sich;
b. Fomuska der Musikant und Boris der Gaukler).
Russ. Volksbilderbogen, 18. Jh., Holzschnitt, koloriert, 34,5 x
42,5 (Blatt), 27 x 35 (Bild).
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 44346
Die Gestalten auf diesem Bilderbogen sind ewige Pechvögel,
deren Unternehmungen immer mit Mißgeschicken enden. Die
sehr mannigfachen Geschichten über ihre Abenteuer werden
noch bis in das 20. Jh. in der volkstümlichen Erzähltradition
weiteigeführt.
7. Petrucha-Rotnase
Unbekannter Künstler: Petrucha-Famos, muzykanl (Petrucha-
Famos (Rotnase) der Musikant).
Russ. Volksbilderbogen, Moskau, Ende 18. Jh., Kupferstich,
koloriert, 44,5 x 35 (Blatt), 32 x 28 (Bild). Variante eines
gleichartigen Holzschnittes des 18. Jh.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 44373
Die Gestalt des Petrucha-Famos (Petrucha-Rotnase) gehl
historisch auf den italienischen Geiger und Hofnarren Pietro
Mira am Hof der Zarin Anna loannovna (1730-1740) zurück; im
russischen Volksbilderbogen entwickelt sich diese Gestalt dann
über den volkstümlichen Narren zur Gestalt des Petrucha oder
Petruska des volkstümlichen russischen Puppentheaters.
8. Die drei Königstöchter
Unbekannter Verfasser/Künstler: Skaska |!| o trech korolevnach
rodnych sestrach (Märchen von den drei Königstöchtern und
leiblichen Selm'extern).
Russ. Volksbilderbogen in Heftform, Anf. 19. Jh., Kupferstich, 8
einseitig bedruckte, pag. Bll. mit Bild (koloriert) und Text in
einfacher Einfassungslinie, 12,3 x 9 (Blatt), 4,2 x 7,1 (Bild).
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 39625
22
9. Eudonius und Bertha in Rußland
a. Unbekannter Künstler: Slavnyj rycar’ Evdon (Der ruhmreiche
Ritter Evdon (Eudonius)).
Russ. Volksbilderbogen, 18. Jh. (Kopie).
Privatbesitz Marburg
b. Unbekannter Künstler: Prekrasnaja Berfa (Die schöne Berfa
(Bertha)).
Russ. Volksbilderbogen, 18. Jh. (Kopie).
Privatbesitz Marburg
Die volkstümlich gestaltete Historie von Eudonius und Bertha
fand in Rußland vor allem seit dem 18. Jahrhundert weiteste
Verbreitung.
Ideale Liebe bewegt die Helden dieses Abenteuerromans zu
Heldentaten, wobei ihnen zahlreiche Zaubergestalten und
Ungeheuer zur Seite stehen. Motive dieses Erzählstoffs fanden
nachfolgend auch Eingang in die russische Märchen- und
Sagentradition.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus (Museum) Lenin-
grad: Inv. 60418 (1,2
11. Dobrynja Nikitic
Unbekannter Verfasser/Künstler: Skazska (!] polnaja o slavnom
chrabrom i sil’nom bogatyre Dobryne Nikitece sluzivsem pri
knjaze Vladimire (Vollständiges Märchen von dem berühmten,
tapferen und starken Helden Dobrynja Nikitec [Nikitic] im
Dienste des Fürsten Vladimir).
Russ. Volksbilderbogen in Heftform, Anfang 19. Jh. (?),
Kupferstich, 32 einseitig bedruckte, pag. Bll. mit Text und
Bild in einfacher Umrahmung, 23,5 x 18 (Blatt). 6,6 x 15 (Bild).
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 52093
12. Dummkopf Emel’ja mit der roten Mütze
10. Ivan Königssohn und seine Gemahlin
Unbekannter Verfasser/Künstler: O sil’nom i chrabrom nepo-
bedimom bogatyre Ivane Carevice i o prekrasnom ego supruge
car’-device (Von dem starken und mutigen, unbesiegbaren
Helden Ivan Königssohn und seiner schönen Gemahlin
Königstochter).
Russ. Volksbilderbogen, Anfang 19. Jh., Kupferstich, 2 Bogen
mit je sechs Einzeldarstellungen (Text u. Bild), 46,2 x 57,4 (Bg.
1), 45 x 57,4 (Bg. 2).
Unbekannter Verfasser/Künstler: Skazka o Emel'jane durake
krasnom kolpake (Märchen von dem Dummkopf Emel1 ja mit der
roten Mütze).
Russ. Volksbiiderbogen, 1816, Lithographie, 1 BI. mit 8
Einzelbildern und darunterstehenden zweizeiligen Texten in
einfachen Umrahmungslinien, 35,4 x 44,3 (Blatt), 24,8 x 36,9
(Darstellungen); Zensurdatum u.l.: „26. Juni 1816“; u.r.: „Lit.
I.A. Golyseva v s. Mstere“.
Staatl. Öffentl. Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad: E Lis
570 k/4-s 421 (Otdel estampov)
5, Märchen von dem Helden Dobrynja Nikitic im Dienste des Fürsten Vladimir. Volksbilderbogen. Anfang (?) 19. Jh. (Kat. Nr. 11).
23
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6. Von dem starken und mutigen, unbesiegbaren Helden
Volksbilderbogen. Anfang 19. Jh. (Kat. Nr. 10).
Ivan Königssohn und seiner schönen Gemahlin Königstochter.
24
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6. Von dem starken und mutigen, unbesiegbaren Helden Ivan Königssohn und seiner schönen Gemahlin Königstochter.
Volksbilderbogen. Anfang 19. Jh. (Kal. Nr. 10).
26
13. Dummkopf Emel’ja
15. Königssohn Ivan und seine Gemahlin
Unbekannter Verfasser/Künstler: Skaska |!J o Emel’jane
Duracke (Märchen von dem Dummkopf Emel'ja).
Russ. Volksbilderbogen in Heftform, 1819. Kupferstich, 16
einseitig bedruckte, pag. Bll. mit Bild und Text in einfacher
Umrahmungslinie, 18,6 x 14,4 (Blatt), 5,6 x 12,4 (Bild).
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 63070
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AXpdKR A KOpOAEKCKdÄ AQHh- OTREMdAd OHd UftOtKd/Id C,U#
Unbekannter Verfasser/Künstler: O sil’nom i chrabrom nepo-
bedimom bogatyre Ivane carevice i o prekrasnom ego supruge
car’ device (Von dem starken und mutigen, unbesiegbaren
Helden Ivan Königssohn und seiner schönen Gemahlin
Königstochter).
Russ. Volksbilderbogcn in Heftform, ca. 1820/1830. Kupfer-
stich. 12 einseitig bedruckte Bll. mit Bild und Text in einfacher
Umrahmungslinie. 18,4 x 13,5 (Blau), 6,2 x 12.5 (Bild).
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 63073
16. Der goldene Kummer
Unbekannter Verfasser/Künstler: Skaska |!) o zolotoj Gore
(Märchen vom goldenen Kummer).
Russ. Volksbilderbogen in Heftform, 1823, Kupferstich, 12
einseitig bedruckte Bll. mit Bild und Text in einfacher
Umrahmungslinie, 20,3 x 13.8 (Blatt), 6,3 x 10,2 (Bild).
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 39631
17. Nase und Frost
Unbekannter Verfasser/Künstler: Pochozdenija o Nose i o
slavnom Moroze (Die Abenteuer von Nase und dem berühmten
Frost).
Russ. Volksbilderbogen, um 1830/40 (nach einer frühen
Variante aus dem 18. Jh.), Kupferstich, koloriert, 35 x 44,5
(Blatt). 30 x 34,5 (Bild).
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 44683/2
Der Bilderbogen ist eine spöttische Darstellung von Prahlerei
und Trunksucht.
7. Märchen von dem Dummkopf Emel'ja. Volksbilderbogen
1819 (Kat. Nr. 13).
14. Königssohn Stark und Ivaska Weißhemd
Unbekannter Verfasser/Künstler: Skaska [!| o Sile carevice i o
Ivaske beloj rubaske (Märchen von dem Königssohn Stark und
von Ivaska Weißhemd).
Russ. Volksbilderbogcn in Heftform, 1819, Kupferstich, 9
einseitig bedruckte, pag. BIL, mit Bild und Text in einfacher
Umrahmungslinie, 19 x 15,6 (Blatt), 6,1 x 13,1 (Bild).
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 63072
18. Semjakas Urtciisspruch
Unbekannter Verfasser/Künstler: (Semjakin sud). V nekotorych
polestinach dva brata zivase (Der Urteilsspruch des Semjaka. Es
lebten einmal zwei Brüder).
Russ. Volksbilderbogcn, 1839 (nach einer Variante aus der
zweiten Hälfte des 18. Jh.), Kupferstich, aquarelliert, I Bl. mit
zwölf Bildern in doppelter Umrahmungslinie, 36,2 x 58,6
(Blau).
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus (Museum) Lenin-
grad: Inv. 78207
Dieses sowohl im Orient als auch in Europa weit verbreitete
Märchen handelt von der List und Klugheit eines Armen und
Unterlegenen und von der Bestechlichkeit eines Richters.
27
7
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8. Der Urteilsspruch des Semjaka. Volksbilderbogen (nach einer Vorlage aus dem 18. Jh.). 1839 (Kal. Nr. 18).
28
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9. Märchen von dem Dummkopf Emel’ja mil der roten Minze. Volksbilderbogcn. Msiera 1816 (Kal. Nr. 12).
19. Die Schlacht auf dem Schnepfenfeld
Unbekannter Verfasser/Künstler: Istorija o pochode velikogo
knjazja Dmitrija loannovica Donskogo protiv Mamaja caija
lalarskava |!| egoze bozieju pomosciju na kulikovom pole
dokonca pobcdima (Geschichte von dem Feldzug des Groß-
fürsten Dmitrij loannovic Donskoj gegen den tatarischen König
Mamuj, der durch Gottes Hilfe auf dem Sclniepfenfe Id endgidlig
besiegt warde; bist. Dalum 8.9.B80).
Russ. Volksbilderbogen in Heftform. 1839, Kupferstich, 24
einseitig bedruckte, pag. Blätter mit Text und Bild ohne
(Jmrahmungslienie. 23,9 x 18,7 (Blatt), 6,3 x 14,5 (Bild);
Zensurdatum auf BI. 1 u.: 23. Juni 1839 (Zensor: Snegirev).
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 45774,39669
20. Die sieben Brüder
Pochozdenie o semi brat jach rodnych molodcach udalych
{Abenteuer von sieben verutgenen Bridern).
Russ. Bilderbogen, 1865, Lithographie, 1 BI. mit 6 kleinen
Bildern sowie einem großen Mittelbild mit einfachen Umrah-
mungslienien, 35,2 x 43,8 (Blatt), 30 x 38,7 (Darstellungen);
Zensurdatum u.H.: August 1865; darunter: „Lilogr. Golyseva v
s. Mstere Vladimirsk. gub. Vjaznikovsk. uezda 1866 g.“
Staatl. Öffentl. Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad: E Lis
570k/4-s421 (Otdel estampov)
21. Bova Korolevic
Unbekannter Verfasser/Künstler Istorija o chrabrom i slavnom
vitjaze Bove Korolevice i o smerti olca ego (Geschichte von dem
tapferen und bcnihmlen Recken Bova Korolevic und vom Tode
seines Vaters).
Russ. Volksbilderbogen. 1875, Lithographie (nach einer
früheren Kupferstichvariante), 8 einseitig bedruckte, pag. Bll.
mit Bild und Text in doppelter Umrahmungslinie. 19,2 x 14
(Blatt), 8,8 x 12 (Bild); Zensurdalum auf BI. 1 ul: 29. März
1875; u.r.: „v Lit. RA. Glusnova na bol. Lub. v d. Beljaeva“.
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 63074
Der Stoff zu diesem Märchen entstammt dem in Frankreich zur
Zeit der Kreuzzüge entstandenen Rilterroman von „Bueves
d’Hanstone“ und gelangte über Italien („Buova d’Anlona“),
Serbien und Weißrußland schließlich im 17. Jahrhundert nach
Rußland. Jacob Grimm machte im Vorwort zu Dietrichs
„Russischen Volksmärchen“ (Kat. Nr. 39) erstmals auf diese
Zusammenhänge aufmerksam. Vom 18. bis zum 20. Jahrhundert
in vielen Bilderbogen (vgl. auch Kat. Nr. 87 u. 114) und
Sammlungen verbreitet, erfuhr der russische Bova Korolevic
zahlreiche Modifikationen, die ihm im Kreis der bekannten
russischen Märchen- und Sagenhelden Ivan Königssohn und
Ilja aus Murom einen festen Platz gaben.
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10. Abenieuer von sieben ver-
ivegenen Brüdern.
Volksbilderbogen. Mslcra 1865
(Kol. Nr. 20).
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32
Orientalische und westeuropäische Märchensammhingen in
Rußland
22. Tausend und eine Nacht
Tysjaca i odna noc’. Skazki arabskie, perevedeny s francuzsko-
go jazyka Alekseem Filat’evym (Tausend und eine Nacht.
Arabische Märchen, aus dem Französischen übersetzt von
Aleksej Filat’ev). 12 Bde. Moskau: Pecatany pri Imperatorskom
Moskovskom universitete, 1763-1774. 216, 264, 263, 242, 262,
370, 263, 222, 252, 252, 228, 263 S. 8°
Ausgestellt: Bd. 7 u. 8
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
17.129.5.71(1.2
Der Übersetzer der ersten russischen Gesamtausgabe der
„Tausend und eine Nacht“ ist auf den Titelblättern der Bände
3-6 vermerkt; eine zweite und dritte Auflage dieser Übersetzung
in den Jahren 1768-1789 läßt sich nicht in allen Bänden
nachweisen. Noch im 18. Jahrhundert erschienen jedoch in
Rußland eine neue Übersetzung dieser Märchen von E.
Leminarskij (12 Bde. Moskau 1796-1798) sowie auch die
Fortsetzungen der „Tausend und eine Nacht“ von D. Chavis und
J. Casotte (Bd. 13-20. Moskau 1795; dass. Smolensk 1796).
23. Charles Perrault (1628-1703)
Skaski [!] o volsebnicach s nravoucenijami perevedeny s
francuzskogo (L’vom Voinovym) (Märchen von Zauberinnen
mit moralischen Belehrungen, übersetzt von Lev Voinov).
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//. Erste russische Übersetzung der „Tausend und eine Nacht“.
Titelblatt des siebten Bandes. Moskau 1768 (Kat. Nr. 22).
12. Erste russische Übersetzung der Märchen von Charles
Perrault (Moskau 1768): Textbeginn von „Rotkäppchen“ (Kal.
Nr. 23).
34
Moskau: Pecatany pri Imperatorskoni Moskovskom Universitete
1768 goda, 140 S. 2 Bll. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 2137
Diese erste russische Ausgabe enthält alle acht Märchentexte der
französischen Erstausgabe von 1697, vermehrt um einen
weiteren Text (Die kluge Prinzessin) von MJ. L’Heritier de
Villandon, und ist Natalija L’vovna Naryskina, der Tochter des
Kaiserlichen Stallmeisters und Kammerherni Lev Aleksandrovic
Naryskin, gewidmet. Weitere russische Ausgaben erschienen im
18. Jahrhundert 1781 in St. Petersburg und (zweisprachig) 1795
in Moskau.
24. Tausend und ein Tag
Tysjaca i odin den’, persidskie skazki, perevedennye s
persidskogo na francnzskij jazyk g. Petis de la Knia, a s
francuzskogo na rossijskij socinitelem Sl(avenskich)
Dr(evnostej M.I. Popovym) (Tausend und ein Tag. Persische
Märchen, aus dem Persischen ins Französiche übersetzt von
Petis de La Croix, und vom Französischen ins Russische vom
Verfasser der Slawischen Altertümer M.l.Popovf 4 Teile in 2
Bden. St. Petersburg: Pecatano izdiveniem knigoprodavca K.V.
Millera, 1778-1779. 248, 260, 268, 272 S. 8’
Staat!. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
Neben dieser Sammlung der „Tausend und ein Tag“ waren
schon sehr früh auch die literarischen Imitationen „tatarischer**
Märchen der „Tausend und eine Viertelstunde“ von Thomas-
Simon Gueulette in Rußland verbreitet, die von 1765 an
mehrfach in russischer Übersetzung erschienen.
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^libentet. Crede mihi 4 invenies, hiQ qimd uter-
qüe VOleg,
H3MH0 bo rPAji cßxr/ro etetpä
20,4a.
13. N.G. Kurganow: Russische Universalgrammatik volks-
tümlichen Erzähltexten). Titelblatt. St. Petersburg 1769 (Kat. Nr.
25).
Erste russische Sammlungen
25* Nikolaj Gavrilovic Kurganov (1726-1796; anonym)
Rossijskaja universaTnaja grammatika, ili vseobscee pismoslo-
vie> Predlagajuscee legcajsij sposob osnovateTnogo ucenija
russkomu jazyku s sedm’ju prisovokuplenijami raznych
ucebnych i pcleznozabavnych vescej (Russische Universal-
grammatik, oder allgemeine Schrifikunde, die auf einfache Art
und Hfcöe ein grundlegendes Studium der russischen Sprache
bietet mit sieben Zusätzen verschiedener lehrreicher und
nützlich unterhaltender Dinge). St, Petersburg: Izdano vo grade
svjatogo Petra 1769 goda, 3 B1L, 424 S. 8*
Staatl, Hist, Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 34816
Das bis 1796 sechsfach aufgelegte Werk (eine elfte Auflage
erschien 1837) enthält auf den Seiten 126-184 kurze als
Beispiele dienende Erzähltexte („Kratkie zamyslovatie pove-
sti"\ unter denen sich auch Märchen und andere Texte in
Volksprosa befinden* Dabei handelt es sich sowohl um
Übersetzungen und Bearbeitungen nichtrussischer (zumeist
westeuropäischer) Stoffe als auch um aus der heimischen
Erzähltradition geschöpfte Geschichten und Anekdoten, Kurga-
nov steht damit am Beginn der literarischen Volkskunde in
Rußland,
35
26. Sergej Vasil’evic Drukovcov (1731-1786)
27. Sergej Vasil’evic Drukovcov (1731-1786)
Babuskiny skazki (Großmütterchens Märchen). Moskau:
Pecatany pri Imperatorskom Moskovskom Universitete 1778
goda. 1 BL, 43 S. 8°
Staatliche öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
18.232.2.233
14. SV. Drukovcov: Großmütterchens Märchen. Titelblatt.
Moskau 1778 (Kat. Nr. 26).
Dieses 1781 erneut aufgelegte Bändchen enthält insgesamt 31
Erzähltexte (zumeist Anekdoten und Schwänke mit moralisch-
belehrender Zielrichtung, weniger Märchen), die - der Vorrede
nach - „aus alten Papieren“ stammen (S. 4).
Sava nocnaja ptica, povestvujuscaja russkie skazki, iz bylej
sostavlennye, Gospodinom Statskim Sovetnikom, i Vol’nogo
Sanktpeterburgskogo Ekonomiceskogo Obscestva clenom,
Sergiem Vasil’evicem Drukovcovym (Der Nachtvogel Eule,
der russische Märchen erzählt, aus wahren Geschichten
zusammengestellt von dem Herrn Staatsrat und Mitglied der
freien St. Petersbruger Ökonomischen Gesellschaft...).
St. Petersburg: Pecatana v Sanktpeterbuige, Pervym tisneniem,
1779 goda. 2 BIL, 58 S. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 5881
Die zweite Sammlung Drukovcovs, von der eine zweite Auflage
1781 in Moskau erschien, deutet eher auf mündliche Quellen
hin. „Am Tage schlief die Eule, in der Nacht flog sie umher (...),
sie erzählte, wo sie etwas gesehen und von wem sie etwas gehört
hatte“, - so kommentiert der Herausgeber bildlich seine Texte.
28. Vasilij Alekseevic Levsin (1746-1826; anonym)
Ruskie [I] skazki, soderzascie Drevnejsie Povestvovanija o
slavnych Bogatyrjach, Skazki narodnye, i procie ostavsiesja crez
pereskazyvanie v pamjati Prikljucenija (Russische Märchen,
enthaltend die Alten Erzählungen von berühmten Helden,
Volksmärchen und andere durch mündliche Erzählung im
Gedächtnis gebliebene Abenteuer). 10 Bände. Moskau: V
Universitetskoj Tipografii u N. Novikova, 1780-1783. 248,
255, 195, 159, 304, 286, 278, 230, 331, 351 S. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 14863 u. Oik
35614; Oik 9130, 35609, 35615-35619, 35607
Die umfangreiche Sammlung Levsins wurde wiederholt auf-
gelegt und ist neben den äußerst seltenen „Russkie skazki“
(Russische Märchen) von P. Timofeev (Moskau 1787) eine der
wichtigsten frühen Quellen für die Geschichte der russischen
Märchentradition, aus der noch zahlreiche Sammler des 19.
Jahrhunderts geschöpft haben. Levsin unterzog die von ihm
gesammelten Texte zumeist einer starken literarischen Bearbei-
tung, echte Volksmärchen und Volkssagen sind bei ihm daher
eher die Ausnahme (vgl. u.a. Bd. 2, S. 2-53). Von demselben
Verfasser stammt auch die Sammlung „Vecemye easy ili
Drevnie skazki slavjan drevljanskich“ (Abendstunden oder alte
Märchen der slawischen Drewljanen. 6 Teile. Moskau 1787-
1788).
29. Michail Dmitrievic Culkov (um 1743-1792)
Peresmesnik, ili slavenskie skazki (Der Spötter, oder Slawische
Märchen). 4 Teile. Moskau 1783-1784. 5 BIL, 224 S.; 166 S.; 2
Bll. 215 S.; 230 S. 8°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
18.257.3.3
36
Die erste Ausgabe dieser erfolgreichen Sammlung von
Romanen, Erzählungen und Märchen erschien 1766-1768 in
St. Pclersbuig, eine dritte Auflage in 5 Teilen folgte noch 1789.
Auch für Culkov ist eine starke Bearbeitung seiner Texte und
die Vermischung mit rein literarischen Elementen charakteri-
stisch.
PyCKIfl CKA3KI1
30. Arznei gegen Melancholie
Unbekannter Verfasser/Herausgeber: Lekarstvo ot zadumcivosti
i bessonnicy ili nastojascie russkie skazki (Arznei gegen
Melancholie und Schlaflosigkeit oder echte russische Mär-
chen). St. Petersbuig: Pecatano s dozvolenija ukaznogo u G.
Vil'kovskogo i Galcenkova. 1786. 1 BI., 246 S. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 9512
Diese wiederholt aufgelegte anonyme Sammlung (weitere
Ausgaben erschienen 1791, 1793, 1815, 1819, 1830 u. 1839)
enthält sehr bekannte russische Zaubennärchen (etwa von
Eruslan Lazarevic, von Ivan Königssohn, von den sieben
Simeonen, von Königssohn Stark und Ivaska Weißhemd u.a.).
Da diese Märchen zugleich auch als Einzelhefte im Umlauf
waren, gibt es (mit einer Ausnahme) für jeden Text ein eigenes
Titelblatt.
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31. Großväterchens Spaziergänge
Unbekannter Verfasser/Herausgeber: Deduskiny progulki ili
prodolzenie nastojascich russkich skazok (Großväterchens
Spaziergänge oder Fortsetzung echter russischer Märchen).
St. Petersbutg: Pecatano s dozvolenija ukaznogo u G.
Vil’kovskogo i Galcenkova, 1786. 2 Bll., 256 S. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 36517
Die 1819 erneut aufgelegte Sammlung enthält weitere zehn
(zumeist literarisch stilisiserte) Märchentexte, darunter das
..Märchen von Ivan Königssohn, dem Feuervogel und dem
grauen Wolf*.
Bb MOCKB-6,
BL yHHBepcumemCKOM Tnnorpa$iH
y H. HoBUKosa > 1780 ro^a.
15. VA Levsin: Russische Märchen. Titelblatt des ersten
Bandes. Moskau 1780 (Kat. Nr. 28).
32. Großvater Lustig
Unbekannter Verfasser/Herausgeber: Staricok vesel’cak rasska-
zyvajuscij davnic Moskovskie byli (Großvater Lustig erzählt
alte Moskauer Geschichten). St. Petersbuig 1790. 70 S. 8°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
18.149.2.123 Rus.f.
Die meisten dieser „Geschichten“ waren im Volk als Bilder-
bogen im Umlauf. Eine weitere Ausgabe erschien 1792 in
Moskau.
33. Evgraf Chomjakov
Zabavnyj rasskascik, povestvujuscij raznye istorii, skazki i
veselye povesti. Socinenija odnogo rossijanina (Der lustige
Erzähler, der verschiedene Geschichten, Märchen und Erzäh-
lungen erzählt. Werke eines Russen). 2 Teile. Moskau: Pecatano
v vol’noj tipografii u A. Resetnikova 1791 goda. 4 Bll., 172 S.,
2 Bll.; 2 Bll., 272 S. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 15794
Der erste Band dieses Werkes erschien zuerst 1790 u.d.T.
„Zabavnyj rasskascik, ili Vydumannye nebylicy“ (Der Lustige
37
41
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16. Evgraf Chomjakov: Der lustige Erzähler. Titelblatt des
ersten Bandes. Moskau 1791 (Kat. Nr. 33).
manns Ivan Ivanov). 3 Teile. Moskau: V Tipografti A.
Resetnikova, [1794]-1795. 3 Bll., 110 S. 32 S„ 32 S. 31 S. 32
S„ 32 S. 47 S. (I); 2 Bll., 96 S., 31 S„ 32 S., 32 S„ 32 S„ 32 S.
(II); 2 Bll., 47, 32, 48, 48, 48, 31, 16 S. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 11656 u. 11657
(T. 1 u. 2)
Die Sammlung enthält insgesamt 42 Texte aus den verschie-
densten Gattungen der Volksprosa, die 19 einzelnen Titelblättern
zugeordnet sind (Diese Teile der Sammlung wurden zuerst als
wohlfeile Einzelhefte verkauft). Neben den bekanntesten
Zaubermärchen enthält die Sammlung auch novellenhafte
Märchen sowie Tiermärchen. Die einzelnen Texte erscheinen
überwiegend literarisch stilisiert.
35. Die Sammlung des Kirsa Danilov
Andrej Fedorovic Jakubovic (Hrsg.; ungenannt): [Kirsa Dani-
lov | Drevnic ruskie [!] stichotvorenija (Alte russische Gedichte).
Moskau: V Tipografii S. Selivanovskogo, 1804. 4 Bll., 324 S. 1
Bl. 8°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
18.168.4.54
Diese erste schriftliche Fixierung authentischer russischer
Bylinen (Heldensagen) und hist. Lieder im Druck (26 Texte
von über 70 der handschriftlichen Sammlung) enthält fast alle
wesentlichen Sujets. Überden Auftraggeber und Erstbesitzerder
Handschrift sowie über den Sammler ist kaum etwas bekannt.
Die 1818 unter dem Titel „Drevnic rossijskie stichotvorenija.
sobrannye Kirseju Danilovym“ (Alte russische Gedichte,
gesammelt von Kirsa Danilov) von K.F. Kalajdovic besorgte
zweite Ausgabe berücksichtigt 61 Texte und stellt die erste nach
wissenschaftlichen Editionsprinzipien veranstaltete volkskund-
liche russische Textausgabe dar.
Die handschriftliche Sammlung wird heute allgemein in die
Mitte des 18. Jahrhunderts datiert; als Entstehungsort wird
Sibirien angenommen.
Erzähler oder Erdachte Geschichten). Die sehr verschieden-
artige Texte enthaltende Sammlung gliedert sich in insgesamt 34
„Abende“, an denen die Geschichten - zumeist in Fortsetzungen
- erzählt werden.
34. Alte Geschichten neu erzählt
Unbekannter Verfasser/Herausgeber: Staraja pogudka na novoj
lad, ili polnoe sobranie drevnich prostonarodnych skazok.
Izdana dlja Ijubitelej onych izdivleniem Moskov. kupea Ivan.
Ivanova (Eine alte Geschichte in neuem Gewand, oder
vollständige Sammlung alter volkstümlicher Märchen. Heraus-
gegeben für ihre Liebhaber auf Kosten des Moskauer Kauf-
38
II. Die Entdeckung der russischen Volkspoesie durch
Wissenschaft und Literatur
Die Begründer der literarischen Volkskunde und die
russische Volksdichtung
36. Die erste wissenschaftliche Märchensamnilung
Jacob und Wilhelm Grimm (Hrsg.; Bearb.): Kinder- und Haus-
Märchen. Gesammelt durch die Brüder Grimm. [Erster und|
Zweiter Band. Berlin: In der Rcalschulbuchhandlung, 1812-
1815. XXVIII, 388, LX S.; XVI, 298, LXX S., 3 Bll. 8°.
Handexemplar der Brüder Grimm mit zahlr. hs. Notizen u.
Randbemerkungen sowie einlieg. Zetteln; Erstausgabe.
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM 8° Grimm 79(1.2
Die erste wissenschaftlich fundierte Ausgabe und kommentierte
Bearbeitung von Märchentexten nach mündlichen und schrift-
lichen Quellen durch die Brüder Grimm hat zum einen die
russische Romantik zu literarischer Bearbeitung volkstümlicher
Stoffe angeregt, zum anderen der russischen Volkskunde ihre
entscheidenden methodischen Impulse verliehen. Die Werke der
Brüder Grimm fielen gerade in Rußland auf einen so fruchtbaren
Boden, daß man ohne Übertreibung von einer „Grimmschen“
Epoche in der russischen Philologie, Altertumskunde und
Volkskunde des 19. Jahrhunderts sprechen kann.
37. Anton Dietrich
Brief an Jacob Grimm. Pirna, 8. November 1830. 1 Doppelbl.,
27,8 x 44,4-45, auf 3 S. mit brauner Tinte beschr., S. 4; Adresse;
Siegel; zweite Blatthälfte u. beschnitten ohne Textvcrlust.
Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin: Nachl.
Grimm 940
Puskin) und Volkskunde (u.a. mit Snegirev) persönlich bekannt
und begann mit deren Förderung russische Märchen zu sammeln
und zu übersetzen. Sein Material, das er aus russischen
Volksbilderbogen und populären Sammlungen schöpfte und
das demzufolge sehr verschiedene Märchen- und Sagenstoffe
sowie Ritter- und Abenteuererzählungen enthält, stieß auf
großes Interesse seitens der Brüder Grimm, die Dietrich 1830
in Göttingen besuchte und denen er seine Übersetzungen
bereitwillig zur Verfügung stellte. Die von den Brüdern Grimm
geförderte und mit einem Vorwort Jacobs begleitete Ausgabe der
Dietrichschen Märchen stellt nicht nur die erste fundierte
Ausgabe russischer Volksdichtung in Deutschland dar, sondern
spielt auch für die Entwicklung der russischen Volkskunde eine
anregende Rolle.
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38. Jacob Grimm
Brief an Anton Dietrich. Göttingen, 3. Febr. 1831. 1 BL, 25,3 x
20,7, auf 1 S. mit brauner Tinte beschr.
Hessisches Staatsarchiv Marburg: 340 Grimm Br. 2093
Über den Arzt und Psychiater Anton Dietrich kamen die Brüder
Grimm selbst mit der russischen Volkspoesie und Literatur in
Berührung. Dietrich behandelte den nervenkranken russischen
Dichter K.N. Batjuskov und begleitete diesen von einer Kur in
der Nervenheilanstalt Sonnenstein bei Pirna 1828 nach Moskau,
wo er ihn weiter betreute. Hier wurde er mit den führenden
Vertretern der russischen Romantik (u.a. mit Zukovskij und
5 a c o b ® r i m m.
2 ei pjig, 1831. V- ;. “
®eibmann’fd?« ®ud?banbtiik$.
17. Anton Dietrich (Hrsg.; Übers.): Russische Volksmärchen.
Titelblatt. Leipzig 1831 (Kat. Nr. 39).
39
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18. Jacob Grimm: Briefern Anton Dietrich. Göttingen, 3. Fehr. 1831 (Kal. Nr. 38).
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39. Russische Märchen in Deutschland
Anton Dietrich (Hrsg., Übers.): Russische Volksmärchen in den
Urschriften gesammelt und ins Deutsche übersetzt von Anton
Dietrich. Mit einem Vorwort von Jacob Grimm. Leipzig:
Weidmännische Buchhandlung, 1831. XXIV, 268 S., 1 BI. 8°
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1986.320
Die Sammlung enthält sehr bekannte russische volkstümliche
Stoffe und Motive, u.a. die „Märchen“ von Bova Korolcvic,
Eruslan Lazarevic, von Il'ja aus Murom und dem Räuber
Nachtigall, von den sieben Simeonen, von dem Dummkopf
Emel’jan. Das „Märchen von dem Königssohn Ivan, dem
Feuervogel und dem grauen Wolf4 gab Dietrich an den Dresdner
Dichter Joh. Friedrich Kind, der es in seinem „Taschenbuch zum
geselligen Vergnügen“ (Leipzig 1832) veröffentlichte. Jacob
Grimm weist in seinem Vorwort auf den internationalen und
historischen Traditionszusammenhang dieser Märchen hin:
„Man weiß, daß bei Franzosen und Italienern fast die nämlichen
[Märchen] im Gange gewesen sind, die bei uns Deutschen
fortleben, weniger bekannt geworden ist, was die Spanier
besitzen. Und doch hat keins dieser Völker in der Regel das
seinige unmittelbar aus dem Eigcnthum des andern entlehnt, ein
eigenthümliches nationales Gepräge, das an den einzelnen
Erzählungen gerade gefällt, und über ihrer Verbreitung schwebt
ein Dunkel, wie bei der Sprache und allen Dichtung insgemein.
Sie dürfen eben darum auf ein sehr hohes Alter Anspruch
machen, dessen Stufen sich nur durch die vielseitigste
Vergleichung aller untereinander ermitteln lassen werden.
Vielleicht erwacht auch unter den slavischen Stämmen die
Lust zu sammeln und aufzuzeichnen, was im Munde ihres Volks
umgeht. Serben, Böhmen, Polen und Russen sind reich an
Kindermärchen, deren Treue und einfache Auffassung die
Geschichte der europäischen Volksdichtung auf das erwünsch-
teste fördern würde (...)“ (S. III-V).
40. Wilhelm Grimm
Handschriftliche Randvermerke über „Russische Volksmärchen
aus den Urschriften gesammelt von Anton Dieterich [!].
Moskwa 1830 (Handschrift vom Vf. milgetheilt) Übersetzun-
gen in Moskau gesammelter fliegender Blätter“ im Grimmschen
Handexemplar des Kommentarbandes der Märchensammlung
(Kinder- und Haus-Märchen. Gesammelt durch die Brüder
Grimm. Dritter Band. Zweite vermehrte und verbesserte
Auflage. Berlin: G. Reimer, 1822. VI. 442 S. 8°), S. 426-427.
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM 8° Grimm 80 [3
Niehl nur Jacob, sondern auch Wilhelm Grimm hat sich mit den
russischen Volksmärchen Dietrichs beschäftigt. Vermerkt sind
hier - nach dem Manuskript Dietrichs sowie auch nach der
späteren Druckfassung - die Titel der russischen Märchen mit
kurzen Inhaltsangaben sowie gelegentlichen Parallelverweisen
zur deutschen und westeuropäischen Märchcnlradilion.
41. Wissenschaftliche Anerkennung
Erncnnungsdiplom der Kaiserlichen Akademie der Wissen-
schaften für Jacob Grimm zum Korrespondierenden Mitglied.
St. Petersburg, 29. Dez. 1854. 1 gr. Blatt, 69,3 x 54,5.
Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin: Nachlaß
Grimm 1774
Die herausragende Wirkung der Brüder Grimm, vornehmlich
Jacobs, in Rußland kommt auch in der Ernennung Jacob
Grimms zum korrespondierenden Mitglied der Petersburger
Akademie der Wissenschaften zum Ausdruck. Im Ernennungs-
schreiben vom 7./19Jan. 1855 wird insbesondere dessen
„Verdienst um die historische Behandlung der einzelnen
Sprachdenkmäler“ (Nachlaß Grimm 367) gewürdigt.
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19. Ernennungsdiplom der Kaiser!. Akademie der Miss, für
Jacob Grimm zum korresp. Mitglied. St. Petersburg 1854 (Kat.
Nr. 41).
41
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20. Wilhelm Grimm: HmMriftl. Urermerh fc hnlim Dieiriclis „Russische Hwta" im Kommentarband der
Grimmschen Müniwisammiimj iw 1822 |Mr. 40).
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42
43
Romantische Märchendichtungen in Rußland
42. Vasilij Andreevic Zukovskij (1783-1852)
a. Petr Fedorovic Sokolov (1787-1878): Portrait V. A.
Zukovskij. St. Petersburg, 1839.
Aquarell, Gouache, 21,9 x 17,7; bez. u.r.: „Sokolov4*.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 4516 (R 612)
Das Aquarell Sokolovs ist die Kopie eines Ölporträts von K.P.
Brjullov aus dem Jahr 1837, das letzterer auf Anregung
Zukovskijs zum Freikauf des ukrainischen Nationaldichters
Taras Sevcenko aus der Leibeigenschaft gemalt hatte.
b. Robert Romanovic Bach (1859-1933): Büste V. A. Zukovskij.
St. Petcrsbuig: Fabrik K.F. Verfiel’, 1886.
Bronze, 11,5 x 8,5; Höhe 21.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 42308
V.A. Zukovskij wurde als unehelicher Sohn eines Gutsbesitzers
(A.I. Bunin) und einer gefangenen Türkin in dem Dorf
Misenskoe im Gouv. Tula geboren. Seinen Vaters- und
Familiennamen erhielt er von seinem Taufpaten. Von 1797 bis
1801 studierte Zukovskij in Moskau. Er stand wiederholt in
zaristischen Diensten: 1826 wurde er zum Erzieher des späteren
Zaren Aleksandr II. bestimmt. Auf zahlreichen Reisen nach
Westeuropa, insbesondere nach Deutschland, wurde er mit
vielen deutschen Schriftstellern, Künstlern und Gelehrten
persönlich bekannt. Nach seiner Versetzung in den Ruhestand
und seiner Heirat mit der Tochter des Malers Gerhard von
Reutern lebte er ab 1841 in Deutschland. 1852 ist er in Baden-
Baden gestorben. Zukovskij ist einer der Hauptvertreter des
russischen Sentimentalismus und der russischen Romantik. Mit
seinen zahlreichen Übersetzungen, aus denen sein Werk zu drei
Vierteln besteht, brachte er die Literatur Westeuropas einem
größeren Publikum nahe. In seinen Dichtungen wendet er sich
als einer der ersten in Rußland bewußt der Sprache und
Dichtung des Volkes zu (vgl. auch Kat. Nr. 72). Zusammen mit
seinem Schüler Aleksandr Puskin und im Wettstreit mit diesem
steht Zukovskij auch am Beginn der russischen Kunstmärchen-
tradition. Er verknüpfte dabei Motive und Stoffe der europäi-
schen Überlieferung mit Elementen des russischen Volks-
märchens. Von ihm stammen u.a. die folgenden Versmärchen:
„Skazka o care Berendee, o syne ego Ivane-carevice, o
chitrostjach Kosccja bessmertnogo i o premudrosti Mar’i-
carevnoj, Kosceevoj doceri“ (Märchen von dem König
Berendej, von seinem Sohn, dem Königssohn Ivan, von der
List des unsterblichen Koscej und von der Weisheit der
Königstochter Mar ja, der Tochter Koscejs; 1831 (vgl. auch
Kat. Nr. 69)), „Spjascaja krasavica“ (Dornröschen; 1831 (vgl.
auch Kat. Nr. 73b)), „Kot v sapogach“ (Der gestiefelte Kater;
1845), „Skazka o Ivane-carevice i Serom Volke44 (Märchen von
dem Königssohn Ivan und dem grauen Wolf; 1845 (vgl. auch
Kat. Nr. 73a)).
21. Büste V.A. Zukovskij. Bronze von R.R. Bach. St. Petersburg
1886 (Kat. Nr. 42b).
43. Aleksandr Sergeevic Puskin (1799-1837)
a. Petr Fedorovic Sokolov (1787-1878): Portrait A.S. Puskin.
30er Jahre 19. Jh. (Moderne Kopie von Sajbatalov).
Aquarell, 15,5 x 20.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 27151
b. Robert Romanovic Bach (1859-1933): Büste A.S. Puskin.
St. Petersbuig: Fabrik K.F. Verfiel, 1886.
Bronze, 10,5 x 8; Höhe 21.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 23695
44
A.S. Puskin ist der Begründer der modernen russischen
Nationaldichtung. Er befreite die russische Literatur nicht nur
von den strengen Nonnen klassizistischer Gattungspoetik,
sondern verlieh ihr durch die Schöpfung einer neuen Literatur-
sprache auf der Grundlage der lebendigen russischen Umgangs-
sprache auch eine neue bodenstämmige Stimme. Dies wurde
schon in seiner romantischen Verserzählung „Ruslan i Ljudmila“
(Ruslan und Ljudmila; 1820) deutlich, mit der er durch völlig
unkonventionelle sprachliche Ausdrucksformen und die Ver-
wendung historischer und volkstümlicher Motive eine völlig
neue Seite in der russischen Literatur aufschlug. Dieses
Märchenpoem erzählt von Ljudmila, der Tochter des Kiewer
Großfürsten Vladimir, die, dem Recken Ruslan angetraut, in der
Hochzeitsnacht von dem zauberischen Zwerg Cemomor entführt
wird und unter Bestehung zahlreicher Abenteuer von Ruslan
schließlich befreit und heimgeführt werden kann. Das Werk
zeigt deutliche Anklänge an die russische Märchen- und
Sagentradition, die für Puskin immer eine wichtige Quelle
darstellte.
44. Puskins Versmärchen
a. M. Persina: Der junge Puskin lauscht den Märchen seiner
Kinderfrau. Palech. 1954.
Rechteckige Lackdose aus Pappmasse mit Lackminiatur, 13,8 x
20,1; Höhe 4,3; bez. u.r.: „Persina M. 1954 g“.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 46419
b. Aleksandr Sergeevic Puskin: Skazka o zolotom petuske (Das
Märchen vom goldenen Hahn). Handschrift!. Manuskript (in
einem Heft), 1833-1835, S. 2, 11, 41-47.
Pholofaksimile von Heft Nr. 2374 der Öffentlichen Lenin-
Bibliothek Moskau (Rukopisi A.S. Puskina. Folotipiceskoc
izdanie. Al’bom 1833-1835. Moskau: Chudozestvennaja litera-
tura, 1939. Lichtbilddruck, Transkription, Kommentar).
Institut für Slawische Philologie Marbuqi: Ee 7179
Quellen für Puskins Märchen- und Sagendichtungen waren
sowohl auf Bilderbogen oder in Sammlungen schriftlich fixierte
volkstümliche Dichtungen als mündliche Überlieferung. Vor
allem seine alte Kinderfrau Arina Rodionovna hatte schon früh
seine Sensibilität für das einfache Volk und das Interesse für
dessen Dichtungen geweckt. In den Jahren seiner Verbannung
auf dem Gut Michajlovskoe (1824-1826) zeichnete er aus ihrem
Munde volkstümliche Erzählstoffe auf und beschäftigte sich
verstärkt mit dem russischen Volksmärchen. Auf der Grundlage
dieser Aufzeichnungen sowie verschiedener literarischer Vor-
bilder schuf er u.a. folgende Versmärchen: „Skazka o pope i o
rabotnike ego balde“ (Märchen von dem Popen und von seinem
Knecht Trottel; 1830 (vgl. auch Kal. Nr. 80b, 134)), „Skazka o
care Saltane, o syne ego slavnom i mogucem bogatyre knjaze
Gvidone Saltanovice i o prekrasnoj carcvne Lcbedi“ (Märchen
von König Sa Ilan, von seinem berühmten und mächtigen Sohn,
dem Recken und Fürsten Gvidon Saltanovic und von der
22. Büste A.S. Puskin. Bronze von R.R. Bach. St. Petersburg
1886 (Kat. Nr. 43h).
schönen Schwanenprinzessin; 1831 (vgl. auch Kat. Nr. 70, 95a,
102g, 102i, 107b, 132. 135, 141)), „Skazka o rybake i rybke“
(Märchen von dem Fischer und dem Fischlein; 1833 (vgl. auch
Kat. Nr. 98, 102j)), „Skazka o mertvoj carevne i o semi
bogalyrjach“ (Märchen von der toten Königstochter und von den
sieben Recken; 1833), „Skazka o zolotom petuske“ (Märchen
vom goldenen Hahn; 1834 (vgl. auch Kal. Nr. 95b, 97, 100a,
102h, 107a, 125)). Das „Märchen von dem Fischer und dem
Fischlein“ und das „Märchen von der loten Königstochter“
zeigen dabei deutliche Übereinstimmungen mit dem plattdeut-
schen Märchen „Von dem Fischer un syne Fru“ und dem
Märchen von „Sneewittchen“ der Grimmschen Sammlung. Die
Vorlage zu dem „Märchen vom goldenen Hahn“ entnahm
Puskin der andalusischen Legendensammlung „The Alhambra“
(1832) von Washington Irving.
45
45. Petr Pavlovic Ersov (1815-1869)
Michail Stefanovic Znamenskij (1833-1892): P.P. Ersov mit den
Helden seiner Märchen. Tobol’sk (Westsibirien), 1840er Jahre.
Bleistift, Aquarell, 26,6 x 26,5 (Passepartout), 17,4 x 16,4
(Blatt); bez. u.: „Golosa - Esce, esce; P.P. / P.P. Net uz izvinite,
Russkomu celoveku i vzdremnut’ ne mesaet“ (Stimmen - weiter,
weiter; P.P. / P.P. Nein entschuldigen Sie schon, einen Russen
stört das auch beim Schlafen nicht); u.r.: .Znamenskij“.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 1107
23. P.P. Ersov mit den Helden seiner Märchen. Aquarell von M.S. Znamenskij. 40er Jahre des 19. Jh. (Kat. Nr. 45).
46
P.P. Ersov stammte aus dem westsibirischen Gouvernement
ToboPsk, wo er in dem Dorf Bezrukovo als Sohn eines
russischen Beamten geboren wurde. Nach seinem Studium an
der Universität in St. Petersbuig wirkte er von 1836 bis zu
seinem Tode als Lehrer (später Inspektor und Direktor) des
Gymnasiums von ToboPsk. Obwohl er weitere Gedichte und
Poeme verfaßte, ging er in die russische Literatur nur als Autor
eines einzigen Werkes ein, des romantischen Versmärchens
..Konek Gorbunok“ (Das Wunderpferdchen Höckerlein), dessen
erster Teil 1834 in der Zeitschrift „Biblioteka dlja ctenija“
(Lesebibliolhek) erschien und das zu Lebzeiten Ersovs allein
sieben Buchausgaben erlebte (vgl. auch Kat. Nr. 71, 83, 122,
126). Ersov schöpft dabei sowohl aus volkstümlichen russischen
Quellen wie aus weltliterarischen Stoffen und verknüpft
volkstümliche und literarische Motive zu einem Werk von
großer Geschlossenheit. M.S. Znamcnskij wirkte als Karikaturist
und Journalist in Tobolsk und war mit Ersov befreundet.
Die Entwicklung der wissenschaftlichen Volkskunde in
Rußland
46. Ivan Michajlovic Snegirev (1793-1868)
a. Ruskie [!] v svoich poslovicach. Rassuzdenija i issledovanija
ob otecestvennych poslovicach i pogovorkach (Die Russen in
ihren Sprichwörtern. Überlegungen und Forschungen über die
vaterländischen Sprichwörter und Redensarten). 4 Teile.
Moskau: V Universitetskoj Tipografii, 1831-1834. 175, 180,
280, 213 S. 8°
Institut für Slawische Philologie Marburg: Ae X 2 (Reprint)
b. Brief an Jacob Grimm. Moskau, 10. Mai 1845.
2 kl. Bll., 23,2 x 13,9 (am linken Rand z.T. angebrannt mit
Textverlusten), auf 4 S. mit brauner Tinte beschr.; auf S. I hs.
Empfangsvermerk Jacob Grimms: „Pr. 24 dec. 1847“.
Staatsbibliothek Preußischer Kuliurbesitz Berlin: Nachlaß
Grimm 1654
I.M. Snegirev wurde in Moskau geboren und studierte an der
Moskauer Universität. Er beschäftigte sich als einer der ersten in
Rußland wissenschaftlich mit der russischen Volkskultur. Von
ihm stammen die erste umfassende russische Sprichwörter-
sammlung sowie erste Forschungen zum russischen Volksbil-
derbogen, ferner Sammlungen zu russischen Volksbräuchen. Er
bezieht sich methodisch vielfach auf die Arbeiten der Brüder
Grimm. In dem o.g. Brief heißt es dazu: „Ihre Grammatik wird
als Leitfaden bei Bearbeitung der russischen benutzt; und ihre
deutsche Mythologie und die Rcchtsaltcrlhümer dienten mir zur
Richtschnur bei Untersuchung der russischen Volksmyth[ologicJ
der Festtage und juridischen Sprichwörter“.
24. Porträt V.I. Dal'. Stahlstich der Zeit (Kal. Nr. 47b.)
47. Vladimir Ivanovic Dal’ (1801-1872)
a. Unbekannter Künstler: Porträt V.I. Dal’. Dorpat (?), 1830er
Jahre. Bleistift, 26 x 19.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 3762
b. Unbekannter Künstler: Porträt V.I. DaP. Stahlstich, 18 x 12;
bez. u.M.: „V. DaP“ (faks. Unterschrift).
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus (Museum) Lenin-
grad: Inv. 34700
c. Vladimir Luganskij (d.i.: V.I. DaP): Byli i ncbylicy kazaka
Vladimira Luganskogo (Wahre und erfundene Geschichten des
Kosaken Vladimir Luganskij). 3 Bde. St. Petersbuig: V tipografii
N. Greca, 1833-1836. 3 Bll., 201 S.; IV, 194 S.; 4 Bll., 182 S. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: G 37 8/78
47
VI. Dal' stammte aus dem Ort Lugan' in Südrußland. Nach dem
Studium in St. Petersbuig und Dorpat wirkte er als Arzt und
Chirurg in verschiedenen Orten Rußlands. Er entfaltete als
Schriftsteller, Volkskundler und Lexikograph eine vielseitige
literarische und wissenschaftliche Tätigkeit. Schon frühzeitig
zeichnete er nach mündlicher Überlieferung volkstümliche
Erzählungen auf, die er in freier Bearbeitung erstmalig 1832
als „Russische Märchen“ unter dem Pseudonym „Luganskij“
veröffentlichte (Russkie skazki, iz predanija narodnogo izustno
na gramotu grazdanskuju perelozennye, k hytu zitejskomu
prinorovlennye i pogovorkami chodjacimi razukrasennye kaza-
kom Vladimiroin Luganskim. St. Petersburg 1832); eine weitere
Sammlung erschien unter dem Titel „Wahre und unwahre
Geschichten“ 1833-1836. 1862 gab Dal' eine große Sprichwör-
tersammlung (Poslovicy russkogo naroda) heraus und von 1861
bis 1867 erschien sein großes „Kommentierendes Wörterbuch
der lebendigen großrussischen Sprache“ (Tolkovyj slovar’
zivogo velikorusskogo jazyka). Aus den umfangreichen Samm-
lungen Dal’s konnten nachfolgende Forscher, u.a. auch
Afanas’ev, reichhaltiges Material schöpfen. Dal' ist damit einer
der wichtigsten Wegbereiter der russischen Volkskunde.
48. Fedor Ivanovic Buslaev (1818-1897)
a. Unbekannter Künstler: Porträt F.I. Buslaev.
Undat. Stahlstich, 25 x 17; bez. u.M.: „F. Buslaev“ (faks.
Unterschrift).
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus (Museum) Lenin-
grad: Inv. 11099
b. Istoriceskie ocerki russkoj narodnoj slovesnosti i iskusslva
(Historische Abrisse der russischen Volksdichtung und -kunsl.
Bd. I: Die russische Volksdichtung; Bd. 2: Die altrussische
volkstümliche Literatur und Kunst). St. Petersburg 1861. UI,
564: 429 S. 4°
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1990.551
F.I. Buslaev stammte aus Vadinsk im Gouv. Penza. Er wird als
Begründer der mythologischen Schule in Rußland betrachtet;
seine Forschungen stehen methodisch und thematisch unter dem
direkten Einfluß der historisch-vergleichenden Arbeiten der
Brüder Grimm. Als Philologe war er vielseitig gebildet. Seine
Arbeiten umfassen Untersuchungen zur Geschichte der russi-
schen Sprache, zur alten russischen Literatur und Kunst sowie
vor allem zur Volksdichtung. Er sah - ganz in Grimmschen
Geiste - die mündlich tradierte volkstümliche Dichtung als
Ergebnis eines kollektiven Schaffens des russischen Volks-
geistes an, in dem sich „Bruchstücke alter Mythen“ zeigten.
Später schloß er sich den Ideen Benfeys und der Entlehnungs-
these an. Buslaev ist der wichtigste theoretische Wegbereiterder
russischen Volkskunde des 19. Jahrhunderts.
25. Porträt VI. Buslaev. Stahlstich der Zeit (Kat. Nr. 48a).
49. Ivan Petrovic Sacharov (1807-1863)
Russkie narodnye skazki. Cast' pervaja (Russische Volksmär-
chen. Erster Teil). St. Petersbuig: V tipografii Sacharova, 1841.
CXIX S.. 1 BI., 274 S. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: G 2 3/51
LP. Sacharov wurde als Sohn eines Geistlichen in Tula geboren,
wo er das geistliche Seminar absolvierte. Später studierte er in
Moskau Medizin und wirkte von 1836 bis zu seinem Tode als
Arzt in St. Petersbuig. Sacharov beschäftigte sich als Autodidakt
mit der russischen Volksdichtung. Er publizierte u.a. „Skazanija
russkogo naroda“ (Sagen des russischen Volkes; 3 Bde, 1836-
37), „Pesni russkogo naroda“ (Lieder des russischen Volkes; 3
Bde, 1838-39) sowie die hier ausliegenden russischen Volks-
märchen. Diese Sammlung, deren zweiter Teil sich als
Manuskript erhallen hat, ist weniger durch die darin gesammel-
48
ten Texte von Bedeutung, gibt aber vor Afanas’ev erstmals einen
größeren Überblick über die russische Märchen- und Sagentradi-
tion und verzeichnet zahlreiche Lubokmärchen sowie vorher-
gehende Sammlungen. Unter den weiteren Sammlungen dieser
Zeit bemerkenswert sind noch die „Russkie narodnye skazki“
(Russische Volksmärchen; St. Petersbuig 1838) von B.
Bronicyn, die „Russkie skazki dlja detej“ (Russische Märchen
für Kinder; St. Petersbuig 1844; bis 1881 erschienen insgesamt
8 Auflagen) von E.A. Avdeeva sowie die „Narodnye russkie
skazki i pobaski dlja detej men’sego vozrasta“ (Russische
Volksmärchen und Anekdoten für kleinere Kinder; 2 Bde,
Moskau 1847-48) von I. Vanenko.
f. A.N. Afanas’ev: Russkie delskie skazki. S kartinkami
(Russische Kindermärchen. Mit Bildern (von M.S. Basilov)).
2 Bde. Moskau: Tipografija Graceva i Komp., 1870. 4 Bll, 73
S., 1 BL; 2 BIL, 219 S„ 1 Bl. 8°
Staatliche Öffentlilche Saltykov-Scedrin-Bibliolhek Leningrad:
18.59.6.60 Rus. f.
Der russische Grimm
50. Aleksandr Nikolaevic Afanas’ev (1826-1871)
a. Unbekannter Künstler: Porträt A.N. Afanas’ev. 1850er Jahre.
Stahlstich, 30 x 23; bez. u.M. (faks. Unterschrift).
Institut für Russische Lileratur/Puskin-Haus (Museum) Lenin-
grad: Inv. 12758
b. Narodnye russkie skazki, izdal A. Afanas’ev. Vypusk I-II
(Russische Volksmärchen. Hrsg, von A. Afanas’ev. Lieferung I-
II). Moskau: V Tipografii Aleksandra Semena, na Sofijskoj
ulice, 1855-1856. 1 BL, XVIII, 131, (I), II S. (Vyp. I); 2 Bll.,
204, II S., 1 Bl. (Vyp. II). 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: G 1 2/18 v. 1-2
(zus.geb.)
c. Narodnye russkie skazki. Izdanie 2-e K. Soldatenkova i N.
Scepkina. Vyp. 1-1V (Russische Volksmärchen. Zweite Auflage
von K. Soldatenkov u. N. Scepkin. Lieferung LIV). Moskau: V
tipografii E. Barfknechta i Komp., 1858-1860. XXIII, 130, II S.
(Vyp.I: 1858); 3 Bll., 212, IIS. (Vyp. II: 1859); 146, II S. (Vyp.
III: 1860); 178, II S. (Vyp. IV: 1860). 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: 99 3/43 1-4
(zus.geb.)
d. Narodnye russkie skazki. Vypusk 5-7 (Russische Volks-
märchen. Lieferung 5-7). Moskau: V tip. Graceva i Komp.,
1861-1863. 264 S. (Vyp. 5: 1861); 372 S. (Vyp. 6: 1862); I BL,
340 S. (Vyp. 7: 1863; Izdanie K. Soldatenkova). 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: 86 4/48 5-7
(zus.geb.)
e. Narodnye russkie skazki A.N. Afanas’eva. Vypusk VIII.
Izdanie Soldatenkova (Russische Volksmärchen von A.N.
Afanas’ev. Lieferung VIII. Ausgabe von Soldatenkov). Moskau:
V tip. Graceva i Komp., 1863. 2 BIL, 684 S. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: 86 4/48
26. Porträt A.N. Afanas’ev. Stahlstich der Zeit (Kat. Nr. 50a).
A.N. Afanas’ev wurde als Sohn eines Fiskalbeamten in dem Ort
Bogucary im Gouv. Voronez geboren. Nach dem Besuch des
Gymnasiums in Voronez studierte er in Moskau die Rechte,
wandte sich jedoch bald philologischen, volks- und mythen-
kundlichen Forschungen zu. Sein Einkommen sicherte von 1849
bis 1862 eine Beschäftigung in der Hauptarchivverwaltung des
Außenministeriums in St. Petersburg. Er starb in armen
Verhältnissen an der Schwindsucht. Mit seinen „Russischen
Volksmärchen“ stehl Afanas’ev am Beginn der wissenschaft-
lichen Märchenedition und -Forschung in Rußland. Die von ihm
zusammengetragenen etwa 600 Texte und Varianten umfassen
das gesamte russische Märchenrepertoire und markieren durch
die Sorgfalt der Auswahl und die Treue zur volkstümlichen
Überlieferung einen Meilenstein in der russischen Märchen- und
49
Sagentradition. Sie sind jedoch mehrheitlich nicht das Resultat
eigener Feldforschung, sondern entstammen zumeist anderen
Sammlungen; nur etwa zehn Texte hat Afanas’ev nach
mündlicher Erzählung selbst aufgezeichnct. Er schöpfte seine
Texte aus dem Archiv der Russischen Geographischen Gesell-
schaft, aus den Sammlungen von V.I. Dal’, P.l. Jakuskin u.a.,
ferner zog er die russischen Bilderbogen sowie zahlreiche
volkstümliche Sammlungen vom Ende des 18. Jahrhunderts und
der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts für seine Märchenausgabe
heran. Die unmittelbaren mündlichen Informanten seiner
Märchen sind im allgemeinen unbekannt. Im Gegensatz zu
den Brüdern Grimm, auf die er sich methodisch immer wieder
bezog, griff er jedoch nur sehr wenig in die von ihm
zusammengetragenen Texte ein und stellte in seiner Sammlung
häufig mehrere Varianten eines Märchens zusammen. Von der
zweiten Auflage an versuchte Afanas’ev eine gattungsmäßige
Einteilung seiner Märchen in Tiermärchen, Zaubermärchen,
Abenteuer- und Heldenmärchen, Novellenmärchen sowie
Lügen- und Scherzmärchen. Die literarische Austrahlungskrafl
der Märchensammlung Afanas’evs war sehr groß. Bedeutende
russische Schriftsteller wie z.B. Lev Tolstoj oder Maksim
Gor’kij haben Stoffe aus seiner Sammlung bearbeitet und große
russische Komponisten wie Petr Cajkovskij, Nikolaj Rimskij-
Korsakov und Igor’ Stravinskij schufen Märchenopern und
Märchenballette. Gleichzeitig sind die Märchen Afanas’evs in
unzähligen Einzel- und Teilausgaben - von russischen Künstlern
vielfach illustriert - in Rußland selbst, aber auch in zahlreichen
Übersetzungen im Ausland erschienen. Sie sind damit zu einem
lebendigen Bestandteil der Weltliteratur geworden. Neben
seinen Märchen gab Afanas’ev nichtkanonische russische
Volkslegenden sowie frivole erotische Erzählungen heraus, die
nur teilweise in Rußland (Narodnye russkie legendy. Moskau
1860; Russkie zavetnye skazki. O.O. u. J. [Genf, um 1860))
erscheinen konnten oder ganz unveröffentlicht blieben. A.N.
Afanas’ev stand ganz im Banne der „mythologischen Schule“
der Volkskunde; neben den Brüdern Grimm wirkten auf ihn u.a.
HAPOIHMH PJCCKIfl
pyccKia
CKA3KII,
j'BTCKIfl CKA3KII,
cofipaHHbiH A. H. ÄeaHacbeBbiM'b.
H3A A 4 *b
3. äeaHatuoi».
BbinrcK-b i
M0CKBA.
•rpa*lB «jeir>a<n leacua.
di CoailcKol jjunt.
1855.
CI KAPTHHKAMR
(plCOUU Jf. C. JSantvAoat, ptaiil ri iep0»t K. Puray.)
M 0 C K B A.
T.aorpi.i. rpi.ou Köln., , («pon, |. WijmoI.
1870.
27. A.N. Afanas’ev: Russische Volksmärchen. Titelblatt der
ersten Lieferung. Moskau 1855 (Kat. Nr. 50b).
28. A.N. Afanas’ev: Russische Kindermärchen. Titelblatt der
Erstausgabe. Moskau 1870 (Kat. Nr. 50f).
50
A. Kuhn. M. Müller und W. Mannhardt. Sein theoretisches
Hauptwerk über die „Poeticeskie vozzrenija Slavjan na prirodu“
(Die poetischen Anschauungen der Slawen über die Natur; 3
Bde. Moskau 1866-69) ist ganz der ..Deutschen Mythologie“
Jacob Grimms verpflichtet und stellt - so der Untertitel - einen
„Versuch der vergleichenden Erforschung der slawischen
Volksüberlieferungen und religiösen Vorstellungen im Zusam-
menhang mit den mythischen Erzählungen anderer verwandter
Völker“ dar. Afanas’ev ging es darum, die alten Mythen des
Volkes aus elementaren Naturerscheinungen (Himmel, Erde,
Gewitter, Blitz, Wind usw.) abzuleiten. Grundsätze der
„mythologischen Schule“ bestimmen auch die kommentieren-
den Anmerkungen Afanas’evs zu seinen Märchentexten. Ganz
im Geiste der Brüder Grimm heißt es im Vorwort des ersten
Bandes seiner Sammlung: „Ziel unserer Ausgabe ist es, die
Ähnlichkeit der Märchen und Sagen bei den verschiedenen
Völkern darzulegen, auf ihre wissenschaftliche und dichterische
Bedeutung hinzuweisen und Muster russischer Volksmärchen
vorzustellen“ (S. 1). Afanas’evs Arbeit wurde von zahlreichen
russischen Gelehrten (z.B. I.A. Chudjakov, N.E. Oncukov, D.K.
Zelenin, B.M. u. Ju.M. Sokolov. M.K. Azadovskij. VJa. Propp,
E.V. Pomcranceva, I. Levin u.v.a.) fortgesetzt, die in der Folge
den ganzen Reichtum der russischen Märchenüberlieferung
zutage förderten und wissenschaftlich auswerteten.
51. Afanas’evs Ruhm
Die Bedeutung der Märchensammlung Afanas’evs zeigt auch
die weite Verbreitung seiner Märchen - häufig ohne Nennung
seines Namens - in zahlreichen wohlfeilen Einzel- und
Teilausgaben sowie in verschiedenen Adaptionen und Bearbei-
tungen, von denen hier nur einige wenige Beispiele gegeben
werden können. Ähnlich den Märchen der Brüder Grimm sind
auch Afanas’evs russische Volksmärchen zu einem echten
Kinder- und Hausbuch geworden.
a. D.D. Minaev (Hrsg.; Bearb.): Narodnye russkie skazki dlja
detej v illjustracijach (Russische Volksmärchen für Kinder in
Illustrationen; III.: A. Tejchel). St. Petersburg-Moskau: Izdanie
knigoprodavea-tipografa M.O. Vol’fa, O.J. 54 S. 4°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik 5422
b. Izbrannye russkie skazki. S risunkami I.I. Michajlova, N.P.
Ul’janova, S.V. Praotceva i A.I. Klang. Knizka II. Dlja mladsego
vozrasta (Ausgwählte russische Märchen. Mit Zeichnungen von
I.I. Michajlov, N.P. UPjanow S.V. Praotcev u. A.I. Klang. Heft II.
Für kleinere Kinder). Moskau: Izdanie I.F. Zirkova, 1894. 96.
(I)S. 8°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Sccdrin-Bibliothek Leningrad:
18.182.3.663
29. A.N. Afanas’ev: Russische Kindermärchen. Umschlag. III.:
M.S. Basilov. Moskau 1870 (Kat. 50/).
30. A.N. Afanas’ev: Russische Kindermärchen. III. „Der Soldat
und die Teufel“ von M.S. Basilov. Moskau 1870 (Kat. 50f).
51
(no cöopHUKa.m Asauaeteea u dpys.J.
H3BPAHHBIB
cKisra
BI» JBi'X'b OTABJIAX'I,
«GtxiKJ—CKJ.WU, j niciu—6»üb«
3 e H3AaHie. sABoe yBememe.
MOCKB A.
Thikx pMpia BwcoM^tui yrocpMJL T-ta IL 4. Cirnna, IliJowi p., co6<tk xomi
1805.
31. Ausgewählte russische Märchen (nach den Sammlungen von
Afanas’ev u.a.). Titelblatt. Moskau 1895 (Kal. Nr. 51c).
32. Illustration zu dem Märchen „Die sieben Simeone". Moskau
1895 (Kat. Nr. 51c).
c. Izbrannye russkie skazki v dvuch otdelach (po sbomikam
Afanas’eva i dr.). 3-e izdanie, vdvoe uvelicennoe (Ausgewählte
russische Märchen in zwei Abteilungen (nach den Sammlungen
von Afanas’ev u.a.). Dritte Ausgabe, um das Doppelte
vermehrt). Moskau: Tipografija Vysocajse utverzd. T-va I.D.
Sytina, 1895. 262, (1) S., Taf. mit zahlreichen 111. 8°
(Zensurdatum: 18.11.1894).
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
18.177.4.58
d. Russkie narodnye skazki. S 3 risunkami v tekste i 23
otdel’nymi kartinami Annenskogo, Panova, Tejchelja i dr.
Izdanie cetvertoe (Russische Volksmärchen. Mit drei Zeichnun-
gen im Text und 23 Einzelbildern von Annenskij, Panov, Tejchel'
u.a. Vierte Auflage). St. Petersburg-Moskau: Izdanie T-va M.O.
Vol’f, o.J. (ca. 1900). 4 Bll., 313 S. 8°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
38.23.6.30
e. Skazki russkogo naroda. Tekst pod redakeiej V.A. Gatcuka
(Märchen des russischen Volkes. Textredaktion von V.A. Gatcuk
(illustriert von verschiedenen Künstlern]). Moskau: Izdanie A.D.
Stupina, 1902-1910 (?). 8°
Zahlreiche wiederholt aufgelegte Einzelhefte mit wechselnden
Angaben (vgl. auch Kat. Nr. 80c).
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
34.87.4.766 u. 37.35.7.22
f. Russkie skazki. 1) Puzyr', solominka i lapot’. 2) Sestrica
Alenuska i bratec-kozlenocek. 3) Zolotoe jaicko. S risunkami P.
Litvinenko (Russische Märchen. I) Die Blase, der Strohhalm
und der Bastschuh. 2) Schwesterchen Alenuska und Brüderchen
Ziegenböckchen. 3) Das goldene Ei. Mit Zeichnungen von P.
Litvinenko). Moskau: Knigoizdatel’stvo „Dlja detej“, o.J.
(1908?]. 16 S. 8
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
34.52.5.856
52
33. Märchen des russischen Volkes. Zus.gest. von VA. Gatcuk.
Heft 17 (Umschlag). Moskau um 1910 (Kat. Nr. 5le).
34. Russische Volksmärchen. Hl. zu dem Märchen „Marko der
Reiche und Vasilij der Glücklose*1. Moskau um 1900 (Kat. Nr.
51d).
g. N.V. Tulupov (Hrsg.; Bcarb.): Sobranie rodnych skazok. Po
Afanas'evu i drugim istocnikam. Risunki chudoznika S.I.
Jaguzinskogo (Sammlung einheimischer Märchen. Nach Afa-
nas’ev und anderen Quellen. Zeichnungen von dem Künstler S.I.
Jaguzinskij). Moskau: Tipografija T-va I.D. Sytina, 101918. 2
Bll., 230, II S. 8°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
17.143.2.15
h. Russkie narodnye skazki. Oblozka chud. Mitrochina,
illjustracii chud. Zamirajlo, Cernyseva i Lebedeva (Russische
Volksmärchen. Umschlag von dem Künstler Mitrochin, Illustra-
tionen von den Künstlern Zamirajlo, Cernysev und Lebedev).
St. Petersburg: Gosudarstvennoe izdatel’stvo, 1919. 1 BL. 64 S.
8° (= Narodnaja biblioteka).
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
17.129.6.11/6
i. Russkie delskie skazki. Risunki P.A. Chentovoj (Russische
Kindermärchen. Zeichnungen von P.A. Chentova). Berlin:
Knigoizdatelstvo „Slovo“, 1921. 333 S. 8°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
37.8.7.52
j. Russkie skazki (...). Risunki M. Gejtman-Pruzan (Russische
Märchen. Zeichnungen von M. Gejtman-Pruzan). Berlin: Kn-vo
„Znanie“, 1921. 47 S. 8°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
25/635
k. Zimov’e zverej. Narodnaja skazka iz sbomika A. Afanas’eva.
Risunki N. Kuprejanova (Das Winterlager der Tiere. Volks-
märchen aus der Sammlung von Ä. Afanas’ev. Zeichnungen von
N.N. Kuprejanov). Moskau: Gosizdat, 1929. 12 S. 8°
Staatl. ÖffentL Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad: 88/183a
53
35. Russische Märchen. Mit Zeichnungen von P. Litvinenko. Titelblatt. Moskau ca. 1908 (Kat. Nr. 5lf).
54
2 ,HJIJIH)CTPHP0BAHHA5I 5HEJII0TEKA KPECTHArO KAJIEHflÄP/I“ 2
36. Märchen des russischen Volkes. Zus.gest. von V.A. Gatcuk. Heft 2 (Umschlag). Moskau 1894 (Kat. Nr. 80c).
55
37. Russische Volksmärchen. III. zu dem Märchen „Das
Luftschiff" von N.M. Kocergin. Leningrad 1957 (Kat. Nr. 51m).
38. Russische Volksmärchen. III. zu dem Märchen „Nikita
Kozemjaka“ von N.M. Kocergin. Leningrad 1957 (Kat. Nr.
51m).
1. M. Bulatov |Hrsg.|: Gusi-lebedi. Sbomik russkich narodnych
skazok, pesenok, zagadok, i skorogovorok (Gänse-Schwäne.
Sammlung russischer Volksmärchen. Lieder, Rätsel und Zungen-
brecher). III. Ju. Vasnecov u. K. Kuznecov. Moskau-Leningrad:
Detskaja literatura, 1941. 216 S. 4°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
m. Russkie narodnye skazki (Russische Volksmärchen). III.:
N.M. Kocergin. Postkartenserie. Leningrad: Leningradskij
chudoznik, 1957. 14 Karten (von 16, unvollst.), Umschlag.
Auflage: 250.000
Privatbesitz Marburg
n. A. Necaev u. N. Rybakova (Hrsg.): Russkie narodnye skazki
(Russische Volksmärchen). III.: M. Belov, F. Bykov, V. Lopjallo
u.a. Minsk: Gos. izd. BSSR, 1957. 352 S. X
Auflage: 100.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM 1960 A 1151
o. Geroi ljubimych skazok (Helden beliebter Märchen). III.: E.
Racev, P. Repkin, V. Tauber. N. Antokol'skaja. Postkartenserie.
Moskau: Sovetskij chudoznik, 1974. 14 Karten. Umschlag (111.:
I.Ja. Bilibin).
Auflage: 500.000
Privatbesitz Marburg
p. Finist - Jasnyj sokol. Tekst po scenariju fil’ma i stichi
Michaila Nozkina. Muzyka Vladimira Sainskogo (Finist, der
lichte Falke. Text nach dem Drehbuch des gleichnamigen Films
und Liedtexte von Michail Nozkin. Musik von Vladimir Sainskij).
Schallplatte 30 cm. Leningrad: Melodija, 1979 (1989).
Privatbesitz Marburg
q. Russkie skazki v obrabotke pisatelej (Russische Märchen in
der Bearbeitung [russischer] Schriftsteller). III.: T. Mavrina.
Moskau: Chudozestvcnnaja literatura, 1981. 64 S. 4°
Auflage: 1.200.000 Privatbesitz Marburg
r. Russkie skazki. Citaet Tat’jana Pel’cer (Russische Märchen.
Gelesen von Tat’jana Pel'cer). Schallplatte 16 cm. Leningrad:
Melodija. 1982 (1989).
Privatbesitz Marburg
56
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AlocKea »841 JlexuHipug
J9. Russische Volksmärchen. III. von Ju. Vasnecov u. K. Kuznecov. Moskau-Leningrad 1941. Titelblatt (links) u. III. (rechts) zu dem
Märchen „Die Froschprinzessin" (Kat. Nr. 511).
s. M. Bulatov u.a. (Bearb.): Russkie volsebnye skazki
(Russische Zaubermärchen). IIL: N. Kocergin. Leningrad:
Detskaja literatura, 1986. 176 S. mit färb. III. 4°
Auflage: 100.000
Brüder Grimm-Museum Kassel
t. M. Bulatov (Hrsg.; Bearb.): Masa i mcdved’. Russkaja
narodnaja skazka (Masa und der Bär. Russisches Volksmärchen).
IIL: Elena Oskarovna Marttila. Kindermalheft. Leningrad:
Chudoznik RSFSR, 1987. 16 unpag. Bll. mit färb. IIL 4°
Auflage: 1.000.000
Privatbesitz Marburg
u. Kot i lisa (Der Kater und der Fuchs. Russisches Volks-
märchen). IIL: V.M. Men’sikov. Kindermalheft. Lenin-
grad: Chudoznik RSFSR, 1989. 12 unpag. Bll. mit färb. IIL 4°
Auflage: 600.000
Privatbesitz Marburg
v. Car’-devica (Die Königstochter; Märchen). IIL: E Vla-
dycenko. Moskau: Goznak, 1989. 24 S. mit färb. IIL 4°
Auflage: 300.000
Privatbesitz Marburg
w. N.N. Kovaceva u. A.V. Frolkina (Hrsg., Bearb.): Russkie
skazki. Russische Märchen. Ein Lesebuch mit Kommentaren in
deutscher Sprache. IIL: M.O. Tesarzikova. Moskau: Russkij
jazyk, 1989. 183 S. mit färb. IIL 8°
Auflage: 30.000
Brüder Grimm-Museum Kassel
Abbildung auf S. 58-59:
40. Die Königstochter. Märchen. III von E Vladycenko. Moskau
1989 (Kat.Nr. 51 v).
57
58
59
Russische Sagen und Heldenlieder
ntciin
52. Petr Vasil’evic Kireevskij (1808-1856)
Unbekannter Künstler: Porträt P.V. Kireevskij. Undat. Aquarell
(1840er Jahre ?). Reproduktion (Original im Institut für
Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad).
Institut für Slawische Philologie Marburg: Ee 4771
Die umfassende wissenschaftliche Erforschung der russischen
Bylinen und Sagen begann erst in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts. Neben der Sammlung des Kirsa Danilov (Kat. Nr.
35) konnte die Forschung jedoch bereits auf die umfangreichen
Sammlungen von P.V. Kireevskij zurückgreifen. Dieser wurde in
dem Dorf Dolbino im Gouvernement Kaluga geboren. Er
studierte in Moskau und München. Sein Bruder Ivan Vasil’evic
(1806-1856) war einer der Hauptdenker des russischen
Slawophilentums. Angeregt und unterstützt von A.S. Puskin
begann P.V. Kireevskij schon 1830 mit dem Sammeln von
Volksliedern und Heldenepen und trug in der Folge Tausende
von Texten zusammen, die er selbst jedoch nur zu einem sehr
geringen Teil herauszugeben im Stande war. Dies besorgten I.A.
Bessonov (Pesni, sobrannye P.V. Kireevskim. Izdany
obscestvom ljubiteiej rossijskoj slovesnosti (Lieder, gesammelt
von P.V. Kireevskij. Hrsg, von der Gesellschaft der Freunde der
russischen Dichtkunst). 10 Bde. Moskau 1860-74) und V.F.
Miller und M.I. Speranskij (Pesni, sobrannye P.V. Kireevskim.
Novaja serija. Moskau 1911-29), wobei jedoch auch diese
Ausgaben das von Kireevskij gesammte Material nicht voll
ausschöpften.
53. Pavel Nikolaevic Rybnikov (1831-1885)
Pesni, sobrannye P.N. Rybnikovym. Cast’ T/II: Narodnye byliny,
stariny i pobyval’sciny. Cast’ III: Narodnye byliny, stariny,
pobyval’sciny i pesni. Cast’ IV: Narodnye byliny, stariny,
pobyval’sciny, pesni, skazki, poverija, sueverija, zagovory i t.p.
(Lieder, gesammelt von PN. Rybnikov. Teil Ulf: Volkstümliche
Bylinen, alte Weisen und wahre Geschichten. Teil III: ... und
Lieder. Teil IV: ... Märchen, Aberglauben, Beschwörungsfor-
meln u.ä.). 4 Bde. Moskau: V tipografii A. Semena, 1861-1862
(Bd. I u. II). 1 Bl,, II, 488, XXVI, IIS,; 1 Bl., 1,354, CCCLXXI
S.; Petrozavodsk: V gubernskoj tipografii, 1864 (Bd. III). 2 Bll.,
451, LXIX S.; St. Petersburg: Izdanie D.E. Kozaneikova, 1867
(Bd. IV). 2 Bll., 275, LXV, 15 S. 4°
Privatbesitz Marburg
P.N. Rybnikov wurde in Moskau geboren und studierte dort bis
1858 an der historisch-philologischen Fakultät der Universität.
Er wurde 1859 wegen seiner Zugehörigkeit zu einem
revolutionären Kreis nach Petrozavodsk verbannt, wo er in der
COBPAHHEM II E. PHBHHKOBHM'b.
<um r.
TTAPfiirmjn BMMKbl,
CTAP3HH 0 TTOBkinAjKirnimj.
[Cfterusum ttfipwau],
1OCKBA.
Bi Cxmi-
48ÖL
41. Lieder, gesammelt von P.N. Rybnikov. Titelblatt des ersten
Bandes. Moskau 1861 (Kat. Nr. 53).
Kanzlei des dortigen Gouverneurs diente. Bei verschiedenen
Dienstreisen durch das Gouvernement Olonec zeichnete er
zahlreiche volkstümliche Dichtungen, vor allem Bylinen, nach
mündlicher Überlieferung auf und widmete sich ethnographi-
schen Forschungen, die er zunächst in örtlichen Zeitungen und
Zeitschriften veröffentlichte. Seine 1861-67 erschienene volks-
kundliche Sammlung enthält 224 originäre Bylinen, historische
Lieder und Balladen und dokumentiert erstmals in großem
Umfang den Reichtum der epischen Volksdichtung der Russen
und die Lebendigkeit der mündlichen Überlieferung des
russischen Nordens.
54. Aleksandr Fedorovic Gil’ferding (Hilferding; 1831-
1872)
a. Brief an Jacob Grimm. St. Petersbuig, 7/19. Febr. 1856.
1 Doppelbl. (angebrannt), 21-23 x 40-42, auf 3 S. beschr., 4 S.
leer. Beilage: „Stich o golubinoj knige“ (Handschriftl. Nieder-
schrift eines geistlichen apokryphen Volksliedes mit einer
deutschen Übersetzung). 2 Doppelbl. (angebrannt), 21-23 x
40-42, auf 8 S. beschr.
Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin: Nachlaß
Grimm 1128
60
b, Onezskie byliny zapisannye A.E GiTferdingom letom 1871
goda. Izdanie cetvertoe. Podgotovka teksta i kommentarij A*L
Nikiforova i G.S. Vinogradova (Bylinen aus dem Onega-Gebiet,
aufgezeichnet von A.F. Gilferdlng im Jahre 1871. Vierte
Ausgabe. Hrsg. u. komm. vw AL Nikiforov u. G.S.
Vinogradov). 3 Bde, Moskau-Leningrad: Nauka, 1949-1951.
VIII, 735 S.; 4 BIL, 811 S,; 670 S. 8°
Institut für Slawische Philologie Marbuig: Ee 1808/1
A.E Hilferding wurde in Warschau geboren. Er studierte in
Moskau und stand dort den Slawophilen um A.S. Chomjakov
und K.S. Aksakov nahe, 1856 war er Konsul in Bosnien und der
Herzegowina, versah später in Rußland verschiedene admini-
strative Ämter und wirkte auch als Professor an der Universität
in St. Petersbuig, Während seine sprachhistorischen Arbeiten
z.T. gewagte Spekulationen enthielten und von vielen Gelehrten
der Zeit abgelehnt wurden, erlangte er mit seinen volks-
kundlichen Sammlungen bleibende Anerkennung, Darin ist
auch der Einfluß Grimmschen Gedankenguts zu spüren, zumal
Hilferding bei einem Aufenthalt in Berlin (vor Febr. 1856)
persönlich mit Jacob Grimm zu einem Gedankenaustausch über
Fragen der slawischen Philologie und Volkskunde zusammen-
traf. Hilferdings bedeutendste Leistung ist seine im nord-
russischen Onega-Gebiet nach mündlicher Überlieferung auf-
gezeichnete Bylinensammlung, die durch die exakte Berück-
sichtigung der sprachlichen und poetischen Eigenarten der
einzelnen Sänger bis heute von unschätzbarem Wert ist. In
zweimonatiger Arbeit zeichnete Hilderding im Frühjahr 1871
von 70 verschiedenen Sängern 318 Bylinentexte auf; bei seiner
zweiten volkskundlichen Expedition in den russischen Norden
im Sommer 1872 starb er jedoch, so daß seine Sammlung erst
nach seinem Tode erscheinen konnte.
Die von Kireevskij, Rybnikov und GiFferding begonnenen
Sammlungen von russischen Sagen und epischen Liedern
wurden in zahlreichen weiteren Gegenden Rußland bis in das
zwanzigste Jahrhundert (von A.V. Markov, A.D. Grigor’ev,
N.E. Oncukov, V.L Miller, B,M. u* Ju.M, Sokolov, V.Ja* Propp,
B.N. Putilov u,a.) fortgesetzt* Die verschiedenen Aufzeichnun-
gen dokumentieren eine z.T. bis in unsere Tage lebendig
gebliebene mündliche Überlieferungstradition.
Die wissenschaftliche Dokumentation des russischen Volks-
bilder bogens
55. Dmitrij Aleksandrovic Rovinskij (1824-1895)
Russkie narodnye kartinki (Russiche Volksbilderbogen).
5 Bände (Text) und 3 Bände (Atlas). St. Petersbuig: Tipografija
imperatorskoj akademii nauk, 1881-1893, XVI, 509; 530; 750;
788; 567 S.; Atlas unpag* (= Sbomik otdelenijarusskogo jazyka
i slovesnosti imperatorskoj akademii nauk, 23-27),
Privatbesitz Marburg
In der zweiten Hälfte des 19, Jahrhunderts erschien auch die
erste umfassende wissenschaftliche Dokumentation des russi-
schen Volksbilderbogen von DA. Rovinskij, die heute das
Standardwerk zu diesem Thema darstelll. Sein Verfasser wurde
in Moskau geboren und studierte in St. Petersburg. Er diente in
verschiedenen Gerichtsbehörden und war seit 1866 in wichtigen
leitenden Funktionen tätig, Rovinskij interessierte sich sehr für
die Druckgraphik und trug u.a. eine einzigartige Sammlung
russischer Volksbilderbogen zusammen, die er wissenschaftlich
auswertete.
Russische Märchen- und Sagenerzähler im Porträt
(Beispiele)
56. Zeichnungen von A.I, Zuev (1921)
a. Porträt Afanasij Jakovlevic Necaev (Maslov). Gouv.
Archangelsk (DolgoscePe/Mezenskij uezd),
Bleistift, 21,5 x 17,2 (Zeichnung), 30,5 x 20 (Karton), mit
aufgekl. hs. Zetteln; bez. u.: „Skazocnik i koldurT (Märchen-
erzähler und Zauberer)
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus: Ruk* otd., razrjad
5, koll. 12, papka 5 , Nr* 29
b. Porträt Efrem Osipovic Circov. Gouv. Archangelsk
(Nemjuga/Pinezskij uezd).
Bleistift, 21,5 x 16,9 (Zeichnung), 31,9 x 22,4 (Karton), mit
aufgeklebten hs. Zetteln; bez.: JspoIniteF duchovnych stichov“
(Interpret geistlicher Verse).
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus: Ruk, otd., razrjad
5, koll* 12, papka 5 , Nr. 17
c* Porträt Nikita Prokofsevi£ Krycakov, Gouv, ArchangeTsk
(Kar’epole/Pinezskij uezd).
Bleistift und Buntstift, 17,1 x 22 (Zeichnung), 31,7 x 19,8
(Karton), mit aufgeklebten Zetteln.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus: Ruk. otd., razrjad
5, koll. 12, papka 5 , Nr. 20
d, Porträt UTjana Ignat’evna Krycigina, Gouv. ArchangeTsk
(Kar’epole/Pinezskij uezd),
Bleistift, 21,5 x 16,8 (Zeichnung), 31,7 x 19,8 (Karton).
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus: Ruk. otd., razrjad
5, koll. 12, papka 5 , Nr. 24
61
42. Porträt des Märchen- und Sagenerzählers N.P. Krycakov
aus dein Dorf Kar’ epoie (Kat. Nr. 56c).
e. Porträt Avdot'ja Grigor’evna Ivanova. Gouv. Archangelsk
(DolgosceLe/Mczenskij uezd).
Bleistift, 21,5 x 16,1 (Zeichnung), 31,4 x 19,4 (Karton).
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus: Ruk. otd., razrjad
5, koll. 12, papka 5 , Nr. 34
f. Porträt Slepan Andreevic Krapivin. Gouv. Archangelsk
(Sojana/Mezenskij uezd).
Bleistift, 21.5 x 12.1 (Zeichnung), 31,8 x 22,8 (Karton).
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus: Ruk. otd., razrjad
5, koll. 12, papka 5 , Nr. 40
g. Porträt Pavel Nikiforovic Sirokij. Gouv. Archangelsk
(Dolgoscere/Mezenskij uezd).
Bleistift auf gelbem Hintergrund, im Passepartout, mit zwei
aufgeklebten Zetteln: 21,9 x 17 (Zeichnung), 31,3 x 22,5
(Karton); auf dem Passepartout bez.: „IspolniteP pesen i
skazoenik“ (Liedersänger und Märchenerzähler).
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus: Ruk. old., razrjad
5, koll. 12, papka 5 , Nr. 34
57. Marija Dmitrievna Krivopolenova (1844-1924)
Unbekannter Photograph: Porträt Marija Dmitrievna Krivopo
lenova (1844-1924).
Photographie, erstes Viertes 20. Jh., 14,7 x 9,8 (Bild), 32 x 19,5
(Karton); bez. u.: „Marija Dmitrievna Krivopolenova skazi
tel’nica drevnich bylin, krestjanka ArchangcLskoj gub.
Pinezskogo uezda 1844-1924 g“ (Marija Dmitrievna Krivopo
lenova, Märchen- und Sagenerzählerin, Bäuerin aus dem
Gouvernement Archangelsk. Pinezskij uezd, 1844-1924).
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus: Ruk. otd., razrjad
5. koll. 12. papka 5 . Nr. 54
M.D. Krivopolenova gehört zu den bekanntesten russischen
Volkserzählern. Erste Märchen und Sagen aus ihrem sehr großen
und z.T. einzigartigen Repertoire wurden 1900 von A.D.
Grigor’ev aufgezeichnel und herausgegeben.
43. Porträt der Märchen- und Sagenerzählerin M.D. Krivopo-
lenova (Kat. Nr. 57).
62
44. Volkstümlicher Reigentanz (Chorovod) junger Mädchen in dem Dorf Ust’-CH’ma (Pecorskij uezd im Gouv. Archangelsk).
Photographie, 1828 (Kal. Nr. 58).
58. Volkskundliche Feldforschung
F.M. Morozov: Photographien zweier volkskundlicher Exkur-
sionen des Leningrader Instituts für Kunstgeschichte (A.M.
Astachova, I.V. Karnauchova, N.P. Kolpakova, A.I. Nikiforov
u.a.) in den russischen Norden (1926/1928) mit Ansichten
russischer Dörfer und volkstümlicher Bräuche. Schwarz-Weiß-
Aufnahmen der Zeit im Format 18 x 12.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus: Ruk. otd., razrjad
5, koll. 106, papka I (599/Nr. 1366,598/Nr. 1367,591/Nr. 1393,
586/Nr. 1407, 558/Nr. 1472. 488a/Nr. 1503, 492/Nr. 1525,619/
Nr. 2045, 723/Nr. 2254, 677/Nr. 4960, 679/Nr. 4963).
63
III. Die „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm
in Rußland
Die russische Märchen- und Sagentradition existiert nicht
isoliert, sondern in stetiger Wechselwirkung mit anderen
volkstümlichen und literarischen Traditionen. Dies zeigt auch
die lebendige und reiche Rezeption der großen orientalischen
und europäischen Märchensanimlungen (vgL auch Kat. Nr. 22-
24), vor allem aber der „Kinder- und Hausrnärchen“ der Brüder
Grimm, die auch in Rußland - neben Afanas’ev - das
erfolgreichste Buch mit Märchendichtungen darstellen. Nach-
folgend soll dies an einigen Beispielen veranschaulicht werden.
38 Märchen (Bd. 2), dazu ein längeres Vorwort auf den Seiten L
XIV der ersten Lieferung,
11 APOAHHfl CKA3KH,
COEPAHHMJI
EPATbHMH FPHMMAMH.
59. Die erste russische Teilausgabe
Narodnye skazki, sobrannye brdt jami Grimmami, Perevod s
nemeckogo (Volksmärchen, gesammelt durch die Brüder
Grimm. Übersetzung aus dem Deutschen). 2 Bde in 8
Lieferungen (mit jeweils eigenem Titelblatt). St Petersburg: V
Tipografii LI. Glazunova, 1862-1864. 1 BL, XIV, 474, in S,; 1
BL, 508, III S. 8D (Zensurdatiim (Bd. 1): 15.1 L1862).
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
18.258.1.5 1/8 Rus.f.
Die „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder wurden im
Vergleich mit anderen Ländern erst spät in russischen Über-
setzungen verbreitet. Vor 1862 lassen sich lediglich Über-
setzungen und Bearbeitungen einiger weniger Einzelmärchen
nachweisen. 1826 veröffentlichte V.A. Zukovskij in der
Zeitschrift „Detskij sobesednik“ (Teil 1, S. 106-110 u, Hö-
ll 9) z.B. die Märchen „Carevna-sipovnik“ (Dornröschen) und
„Milyj Roland i devica Jasnyj Cvet“ (Der liebste Roland) und
beschäftigte sich in der Folge mit der dichterischen Bearbeitung
weiterer Texte aus der Grimmschen Sammlung (vgl. Kat. Nr.
42), Auch Aleksandr Puskin kannte verschiedene Grimmsche
Märchen über die erste französische Übersetzung (Wear Contes
Poitr !’Amüsement des Grands et des Petits Enfans [?]. Paris
1830), die ihm als Grundlage für seine Bearbeitungen in
Versform dienten (vgl, Kat, Nr, 43-44). Da sowohl die russische
Literatur als auch die russische Philologie sich im zweiten
Viertel des 19. Jahrhundert stark an der deutschen Kultur- und
Wissenschaftstradition orientierte (vgL auch Kat. Nr. 46ff.)>
wurde das Werk der Brüder Grimm zumeist über originale
deutsche Ausgaben rezipiert und nicht über Übersetzungen, Erst
nach Afanas’evs „Russischen Volksmärchen“ (Kat* Nr. 50)
erschienen erste russische Buchausgaben der Grimmschen
Märchen, deren übersetzerische Qualität zunächst jedoch eher
gering bewertet werden muß. Die erste russische Teilausgabe
von 1862-64 enthält in willkürlicher Reihenfolge 48 (Bd. 1) und
nEPEBOAK C» BftMEUEArO.
KflUKA HEPBAfl.
- -
c.-irETEHiiJi^rcb.
1:1» TKIIOrt*A41U U. K U A31'II Q B A.
1882.
45. Erste russische Buchausgabe der Märchen der Brüder
Grimm. Titelblatt der ersten Lieferung. St. Petersburg 1862
(Kal. Nr. 59).
60. Afanas’evs Übersetzungskritik
A.N. Afanas’ev (anonym): O russkom perevode skazok
Grimmov. Stat’ja I. M-ka (Über die russische Übersetzung der
65
46. Erste illustr. russische Ausgabe der „ Kinder- und Hausmärchen Umschlag des ersten Bandes. St. Petersburg 1870 (Kat. Nr, 61).
66
Grimmschen Märchen), St. Petersburg 1864. 14 S. 8°
(= Sonderdruck aus: Kn. Vestn. [SPb. 1864J Nr. 19).
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
18.54.3.249 Rus.f.
A.N. Afanas’ev unterzieht die erste russische Teilausgabe
Grimmscher Märchen einer vernichtenden Kritik und bemän-
gelt vor allem stilistische Divergenzen: „Der Übersetzer der
Grimmschen Sammlung hatte nicht nur das Recht, sondern die
unmittelbare Verpflichtung, die treffsicheren Wendungen und
bildlichen Ausdrucksformen des russischen Märchenstils zu
verwenden; diese Verpflichtung ergibt sich aus der Identität von
Märchenmotiven und aus der alten Verwandtschaft der Über-
lieferungen bei beiden Völkern, des deutschen und des
russischen (...). Es stimmt traurig, wenn man beobachtet, wie
die besten Schöpfungen des Volksepos unter der Hand eines
nicht dazu berufenen Übersetzers verunstaltet werden...“ (S. 7,
14).
61. Die erste illustrierte Ausgabe
Narodnye skazki, sobrannye brafjami Grimmami. Perevod s
nemeckogo Sof’i Snessorevoj. V dvuch tomach s tremja
portretami i 87 kartinkami (Volksmärchen, gesammelt durch
die Brüder Grimm. Übersetzung aus dem Deutschen von Sofja
Snessoreva. In zwei Bänden mit drei Porträts und 87 Abbil-
dungen). 2 Bde. St. Petersbuig: Izdanie 1.1. Glazunova, 1870-
1871. 5 Bll. XIV, 574, II S.; 3 Bll. IV, 419 S. 8° (Zensurdatum:
4.4.1870 u. 30.10.1871).
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
18.40.7.13 1/2 Rus.f.
Neben ovalen Porträts von Jacob und Wilhelm Grimm (Bd. 1,
Bl. 3v u. 4v) enthält diese Ausgabe auch das nach Ludwig Emil
Grimm nachgestochene Porträt der Dorothea Viehmann (Bd. 2,
Bl. 2v) mit der Bez. „Skazocnica“ (Märchenerzählerin). Die
Zeichnungen für die beiden Bände stammen von V. Slak und
wurden von EV. Klejdcr gestochen.
62. Onkel Paul erzählt
Skazki brat'ev Grimmov, pereskazannye Djadeju Pavlom. S 42-
mja kartinami (Märchen der Brüder Grimm, nacherzählt von
Onkel Paul. Mit 42 Abbildungen [diese z.T. bez.: „S.O. del.“]).
St. Petersbuig: Izdanie knigoprodavea D.E Fedorova, 1873. 2
Bll., III, 405 S. 8°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
18.38.9.15
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erschienen einige
weitere Ausgaben, die jedoch z.T. nur Nacherzählungen oder
ungenaue Übersetzungen darstellen.
47. Russische Übersetzung der „Kinder- und Hausmärchen,,.
Umschlag. St. Petersburg 1873 (Kat. Nr. 62).
63. Erste Gesamtausgabe
Skazki, sobrannye Brat'jami Grimmami. Illjustrirovannye F.
Grot-Iogannom i R. Lejnveberom. Perevod s nemeckogo pod
redakeiej P.N. Polevogo (Märchen, gesammelt durch die Brüder
Grimm. Illustriert von F. Grot-Johann und R. Leineweber.
Übersetzung aus dem Deutschen, hrsg. von P.N. Polevoj).
St. Petersbuig: Izdanie A.F. Marksa, o.J. [ 1893]. XII, 543 S. 4°
(Zensurdatum: 23.11.1893).
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
66-9.101 Rus.f.
Diese Ausgabe mit goldgeprägtem Umschlag und zahlreichen,
z.T. handkolorierten Illustrationen enthält insgesamt 191
Märchentexte und 8 Kinderlegenden und kann damit als die
erste russische Gesamtausgabe der Grimmschen Märchen
betrachtet werden.
67
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BOJIOCA.
oahoii 6'hAHoii acenmiiHbi
cbiirb. Poaujich OIH> BI»
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OUT» BCIO JKH3HL Öy^CTI) CMaCTJIIIB'b, a
bt> iiiecTHajmaTb jrärb JKeniiTCB na ÄOMepn Kopojin.
48. Illustration und Textbeginn des Märchens „[Der Teufel mit den] drei goldenen Haaren". Moskau 1901 (Kat. Nr. 65a).
68
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l@PATbflMM ffipMMMAMM.
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<X>. rpon>-IoraHHOM'B m P. JleflHBeöepoM'b
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* cojti ptJUKMidl
n. h. no/iEBoro.
Iluaiiic A. MAPKCA.
C.-nETEPBVPri.
HeBCKiA npocnexri», Nt 6.
Q
50. Beliebte Kindermärchen von den Brüdern Grimm und
Perrault. Umschlag. St. Petersburg oJ. (1898; Kal. Nr. 64).
49. Erste russische Gesamtausgabe der „Kinder- und Haus-
märchen". Titelblatt. St. Petersburg oJ. (1893: Kat. Nr. 63).
europäischer Märchensammlungen, insbesondere von Charles
Perrault (vgl. auch Kat. Nr. 23).
Die färbig illustrierte Ausgabe enthält folgende Märchen:
„Rotkäppchen“, „Dornröschen“, „Sneewittchen“, „Das Lebku-
chenhaus“, „Aschenputtel“, „Daumesdick“ und „Die Gänse-
inagd“.
64. Grimm und Perrault
Bylye nebylicy. Sem’ ljubimych dctskich skazok brat’ev Grimm
i Perro. Sostavil A. Ahaev. S 6-ju chromolitografirovannymi
risunkami (Ahe Wundergeschichten. Sieben beliebte Kinder-
märchen von den Brüdern Grimm und Perrault. Zus.gestellt von
A. Ahaev. Mit sechs farblithographierten Zeichnungen).
St. Petersburg: Izdanie A.F. Devriena, o.J. [1898]. 4 Bll., 62
S„ I BI. 4° (Zensurdatum: 6.11.1898).
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
20.96.2.145
Die Rezeption der Grimmschen Märchen in Rußland über-
schneidet sich nicht selten mit der Rezeption anderer großer
65. Wohlfeile Ausgaben
a. Skazki Grimma. S 20-ju risunkami chudoznika N. K-na
(Grimms Märchen. Mit 20 Zeichnungen des Künstlers K-n).
Moskau: Tipografija Tovariscestva I.D. Sytina. 1901. 1 Bl.. 110.
(I) S. 8° (Zensurdatum: 7.11.1897 u. 7.7.1901).
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
34.3.4.60 Rus.f.
b. Beg v zapuski mezdu zajeem i ezom (Der Wettlauf zwischen
dem Hasen und dem Igel). Moskau: Tipografija T-va Sytina,
1902. 12 S. mit färb. Taf. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
69
51. Illustration zu dem Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren". St. Petersburg 1908 (Kat. Nr. 65d).
70
52. Illustration zu dem Märchen „Der Hase und der Igel".
Moskau 1902 (Kat. Nr. 65b).
53. Illustration zu dem Märchen „Sneewittchen". Moskau 1917
(Kat. Nr. 65e).
c. Sem* voronov. Skazka dlja malen’kich detej. S raskrasennymi
kartinkami (Die sieben Raben. Ein Märchen für kleine Kinder.
Mit farbigen Abbildungen). Moskau: Izdanie T-va I.D. Sytina,
1908. 8 S. mit 6 Farbtaf. 8°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
^4.84.4.162
d. Skazki Brat’ev Grimmov, pereskazannye Djadeju Pavlom. S
9-t’ju chromolitografirovannymi kartinami chudoznika V.S.
Krjukova (Märchen der Brüder Grimm, nacherzählt von Onkel
Paul. Mit neun farblithographierten Bildern des Künstlers V.S.
Krjukov). St. Petersbuig: Cetvertoe izdanie V.I. Gubinskogo, o.J.
[1908). 3 Bll., 322 S., 1 Bl. (Inh.), 5 Bll. (Werbung). 8°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
37.5.7.31 Rus.f.
Diese äußerst wohlfeile und in großer Auflage erschienene
Ausgabe trägt auf dem Titelblatt den Zusatz „Von der
Unterrichtskommission des Ministeriums für Volksbildung
zugelassen für Schulbibliotheken (...) sowie unentgeltliche
Volksbibliotheken und Lesesäle“.
e. VI. Majstrach (Hrsg., Bearb.): Belosnezka. (Izlozeno
primeniteLno k Grimmu). S sest’ju raskrasennymi risunkami
chudoznika Petrova (Sneewittchen. (Dargestellt nach Grimm).
Mit sechs farbigen Zeichnungen des Künstlers Petrov). Moskau:
KnigoizdatePstvo Torgovogo Doma Evdokija Konovalova i K°
(Tip. T-va LD. Sytina), 1917. 24 S. 8°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
34.104.8.283 Rus.f.
71
66. Frühe sowjetische Ausgaben
67. Eine Wolgadeutsche Ausgabe
a. Krasnaja sapocka. Skazka dlja malen’kich detej. Risunki
chudoznika S. Gol’dmana (Rotkäppchen. Ein Märchen für
kleine Kinder. Zeichnungen des Künstlers S. Gol'dman).
Odessa: Knigoizdatel’slvo „Odespol igraf‘, o.J. [um 1920).
1 BI., 16 S. 8°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
38/4647
b. Sem’ voronov. Skazka. Risunki A. Ovanesova (Die sieben
Raben. Ein Märchen. Zeichnungen von A. Ovanesov). Rostov:
Rostovskoe otd. Gosudarstv. Izdatel’stva, 1922. 4 unpag. Bll. 4°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
37.61.2.195
Brüder Grimm. Märchen. Vcrantw. Redakteur: H. Tamke.
Engels [Pokrovsk): Deutscher Staatsverlag, 1941. 130 S. 4°
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1984.13
Die von einem anonymen Künstler illustrierte sowjetdeutsche
Ausgabe enthält 34 der bekanntesten Märchen der Brüder
Grimm. Sie konnte noch kurz vor dem Überfall Hitlerdeutsch-
lands und der Zwangsumsiedlung der Wolgadeutschen nach
Kasachstan und in andere entlegene Teile der Sowjetunion in der
Hauptstadt der Wolgadeutschen ASSR erscheinen (Druck-
freigabe am 5.4.1941; Auflage: 75.000).
c. Krasnaja sapocka. Skazka. Risunki V. Konasevica (Rotkäpp-
chen. Ein Märchen. Zeichnungen von V. Konasevic).
St. Petersbuig-Berlin: Izdatel’stvo Z.I. Grzebina, 1923. 8 S. 4°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
33/85
BRÜDER GRIMM
54. Rotkäppchen. Ein Märchen. Zeichnungen von V. Konasevic.
Umschlag. Petersburg-Berlin 1923 (Kat. Nr. 66c).
55. Die Märchen der Brüder Grimm in einer Wolgadeutschen
Ausgabe. Engel’s 1941 (Kal. Nr. 67).
72
1
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phcvhkm — — — — — — — — — A.OBAHECOBA
POCTOßCkOE OTA. rOCVAAP. MÖßATEAbCT.
1 9 2. r.
56. Die sieben Raben. Ein Märchen. Zeichnungen von A. Ovanesov. Umschlag. Rostov 1922 (Kat. Nr. 66b).
73
68. Moderne sowjetische Ausgaben nach 1945
Die Sowjetunion gehört zu den Ländern mit der größten
Verbreitung der „Kinder- und Hausmärchen“. Allein in
russischen Übersetzungen und Bearbeitungen lassen sich
mehrere Hundert verschiedene Ausgaben in millionenfacher
Auflage nachweisen sowie zahlreiche weitere Übersetzungen in
fast alle wichtigen nichtrussischen Sprachen des Sowjetreiches.
Neben einigen neueren Übertragungen (vor allem A. Naumen-
ko) dienen dabei jedoch zumeist die Übersetzungen von G.N.
Pelnikov (1894-1971) als Grundlage. Eine wissenschaftliche
russische Gesamtausgabe unter der Redaktion von I. Levin in
Leningrad befindet sich in Vorbereitung.
Aus der großen Fülle des Materials können hier nur einige
Beispiele aus verschiedenen Regionen der Sowjetunion vorge-
stellt werden.
a. Brat’ja Grimm. Skazki. Podbor tekstov, pojasnenija i slovar’
O.Ja. Moskalenko (Brüder Grimm. Märchen. Textauswahl,
Worterklärungen und Wörterbuch von OJa. Moskalenko). 111.:
G. Zab’jalova. Moskau: Izdatel’stvo literalury inostrannych
jazykov,21959. 104 S. 8°
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM 1960 A 1783
Sowjetische Unterrichtslektüre für Studenten des zweiten und
dritten Semesters an allgemeinbildenden Hochschulen.
b. Brat’ja Grimm. Chrabryj portnjazka. Nemeckie skazki
(Brüder Grimm. Das tapfere Schneiderlein. Deutsche Mär-
chen). 111.: B.A. Spornikov. Omsk: Omskoe kniznoe izdatel’stvo,
1960. 24 S. mit färb. III. 8°
Auflage: 100.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM 1960 A 2326
c. Brat’ja Grimm. Gorsok kasi. Skazka (Brüder Grimm. Der
süße Brei. Ein Märchen). III.: V. Konasevic. Leningrad: Gos.
izd. detskoj literalury Ministerstva prosvescenija RSFSR, 1964.
12 S. mit färb. III. 4° (Weitere Aull. 1967).
Auflage: 400.000 (1964) u. 300.000 (1967)
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM 1965 B 75a u. 1968 B 47
XPOBPblfl
nopTHstmna
57. Das tapfere Schneiderlein. III.: B.A. Spornikov. Umschlag.
Omsk 1960 (Kat. Nr. 68b).
58. Die sieben Schwaben. III.: V. Konasevic. Umschlag.
Leningrad 1966 (Kat. Nr. 68d).
74
59. Märchen der Brüder Grimm. IIL E. Monin. Titelblatt. Moskau 1976 (Kat. Nr. 68h).
d. Brat'ja Grimm. Semero chrabrecov. Umnaja EP za. Pereskaz s
nemeckogo A. Vvedenskogo pod red. S. Marsaka (Brüder
Grimm. Die sieben Schwaben. Die kluge Else. Aus dem Dt.
nacherzählt von A. Vvedenskij unter der Red. von S. Marsak).
IIL: V. Konasevic. Leningrad: Detskaja literatura, 1966. 16 S.
mit färb. 111. 4C (Weitere Aull. u.a. 1979 u. 1985).
Auflage: 100.000 (1966), 300.000 (1979) u. 1.000.000 (1985)
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM 1967 B 146, BGM Acc.
Gr. 1979.625 u. 1986.511
e. Skazki. Perevod s nemeckogo Grigorija Petnikova (Märchen.
Übersetzung aus dem Deutschen von Grigorij Petnikov). IIL: G.
Poplavskij. Minsk: Narodnaja Asveta, 1967. 262 S. 8°
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM 1973 A 1663
f. Skazki brat’ev Grimm. Kniga dlja ctenija na nemeckom
jazyke v VII-VIII klassach srednej skoly. Obrabotka, pojasnenija
i slovar* D.A. Sefer (Märchen der Brüder Grimm. Lesebuch in
deutscher Sprache für die Klassen VII bis VIII der Mittelschule.
Bearbeitung, Worterklärungen und Wörterbuch von D.A. Sefer).
Moskau: Prosvescenie,31969. 112 S. 8°
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM 1970 A 706
g. Brat'ja Grimm. Beljanocka i Rozocka. Skazka (Brüder
Grimm. Schneeweißchen und Rosenrot. Ein Märchen). IIL: A.
Ermolaeva. Moskau: Malys, 1973. 14 Bll. mit färb. IIL 4°
Auflage: 300.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1985.359
h. Brat Ja Grimm. Skazki. Pereskaz B. Zachodera i dr. (Brüder
Grimm. Märchen. Nacherzählung von V. Zachoder u.a.). IIL: E.
Monin. Moskau: Malys, 1976. 135 S. Querformat 8°
Auflage: 200.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1985.362
75
i. Brat'ja Grimm. Bremenskie muzykanty. Skazka. Pereskazal
dlja detej A. Vvedenskij (Brüder Grimm. Die Bremer Stadt-
musikanten. Ein Märchen. Nacherzählt für Kinder von A.
Vvedenskij). Leningrad: Dctskaja literatura, 1978. 16 S. 8°
Auflage: 1.000.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1979.268
j. Brat'ja Grimm. Skazki. Perevod s nemeckogo G. Petnikova
(Brüder Grinim.Märchen. Übersetzung aus dem Dt. von G.
Petnikov). IIL: N. Cejtlin. Moskau: Chudozestvennaja literatura,
1978. 509 S. mit färb. 111. 4°
Auflage: 350.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1978.233
Die Ausgabe enthält alle 200 Texte der Grimmschen Sammlung,
jedoch nicht die Kinderlegenden sowie den Anhang der
„Kinder- und Hausmärchen“.
60. Illustration zu dem Märchen „Der Teufel und seine
Großmutter**. Zeichnung von A.G. u. V.G. Traugot. Leningrad
1979 (Kat. Nr. 68k).
61. Die Bremer Stadtmusikanten. III.: N. Cejtlin. Umschlag.
Moskau 1978 (Kat. Nr 68i).
k. Skazki brat'ev Grimm. Sostavilel' i avtor vslupilel'noj slat'i
Vladimir V. Keler (Märchen der Brüder Grimm. Zus.gest. u.
eingeleitet von V. Keler). 111.: A.G. u. V.G. Traugot. Leningrad:
Chudoznik RSFSR. 1979. 303 S. mit färb. III. 8°
Auflage: 100.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1980.527
1. Brat'ja Grimm. Belosnezka i sein* gnomov. Pereskazal Ju.
Plastov (Brüder Grimm. Sneewittchen und die sieben Zwerge.
Nacherzählt von Ju. Plastov). IIL: Tamara Jufa. Petrozavodsk:
Karelija, 1981. 24 S. mit färb. IIL 8°
Auflage: 500.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1982.654
76
in. Skazki brat’ev Grimm. Perevod s ncmeckogo G. Petnikova
(Märchen der Brüder Grimm. Übersetzung aus dem Dl. von G.
Petnikov). III.: E. Sokolov. Volgograd: Nizne-volzskoe kniznoe
i/datelstvo. 1981. 128 S. mit färb. II). 4°
Auflage: 100.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1982.616 u. 619
n. Brat’ja Grimm. Skazki. Perevod G. Eremenko. Percskaz A.
Vvedenskogo i dr. (Brüder Grimm. Übersetzung aus dem Dl.
von G. Eremenko. Nacherzählt von A. Vvedenskij u.a.). III.: G.
Burmagina. Archangelsk: Severo-zapadnoe kniznoe izda-
tel'stvo, 1983. 64 S. mit zweifarb. III. 8°
Auflage: 300.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1984.264
Enthält neun bekannte Grimmsche Märchen.
o. Brat’ja Grimm. Bremenskie muzykanty. Pereskaz A.
Vvedenskogo (Brüder Grimm. Die Bremer Stadtmusikanten.
Nacherzählt von A. Vvedenskij). III.: O.A. Slukaturova.
Celjabinsk: Juzno-uralskoe kniznoe izdatel’stvo, 1984. 16 Bll.
mit färb. 111. 4°
Auflage: 550.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1985.555
p. Brat’ja Grimm. Skazki. Perevod s ncmeckogo G. Petnikova
(Brüder Grimm. Märchen. Übersetzung aus dem Dt. von G.
Petnikov). III.: Boris Zankov. Kisinev: Literatura artistike, 1983.
384 S. 8°
Aullage: 200.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1986.510
q. Brat’ja Grimm. Skazki. Dlja mladsego skol'nogo vozrasta.
Sostavitel' K. Karmenjan. Perevod s nemeckogo G. Petnikova,
V. Val'dmana (Brüder Grimm: Märchen. Für Kinder im
jüngeren Schulaller. Zus.gest. von K. Karmenjan. Übersetzung
aus dem Dt. von G. Petnikov u. V. Val'dman). Erevan: Sovetakan
Groch, 1984. 224 S. 8°
Auflage: 150.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1985.246 u. 509
r. Brat’ja Grimm: Skazki. Perevod s nemeckogo G. Petnikova
(Brüder Grimm: Märchen. Übersetzung aus dem Dt. von G.
Petnikov). III.: Boris Zankov. Fnmze: Kyrgyzstan, 2I984.
544 S. 8°
Auflage: 100.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1985.170
s. Brat’ja Grimm. Zolotoj gus'. Pereskaz A. Vvedenskogo i dr.
(Brüder Grimm. Die goldene Gans. Nacherzählt von A.
Vvedenskij u.a.). III.: Ol’ga Kondakova. Moskau: Detskaja
literatura. 1984. 128 S. mit färb. III. 4 (Neue Auflage: 1989)
Auflage: 100.000 (1984), 200.000 (1989)
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1984.430 u.
BGM Acc. Gr. 1989.665
Diese von der sowjetischen UNESCO-Kommission geförderte
Ausgabe enthält 12 Märchentexte sowie verschiedene erklären-
de und erzählend-kommentierende Texte zur Entstehung und
Geschichte der Grimmschen Märchensammlung für Kinder von
K. Sergienko.
t. 1z skazok brat’ev Grimm. Babuska Metelica. Perevod s
nemeckogo G. Eremenko (Aus den Märchen der Brüder Grimm.
Frau Holle. Übersetzung aus dem Dt. von G. Eremenko). III.:
K.S. Kozlova. Stavropol’: Slavropol’skoe izdatel’stvo. 1985. 8
Bll. mit färb. III. 4°
Auflage: 500.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1988.327
u. Brat’ja Grimm. Skazki. Perevod s nemeckogo G. Petnikova.
Sostavlenie 1. Soloduninoj. Posleslovie G. Sevcenko (Brüder
Grimm. Märchen. Übersetzung aus dem Dl. von G. Petnikov.
62. Märchen der Brüder Grimm. III.: S. Goloscapov. Umschlag.
Moskau 1987 (Kal. Nr. 68u).
77
63. Der arme Müllersbursch und das Kätzchen. Das Waidhaus. Schallplatte. Leningrad 1987/89 (Kat. Nr. 68w).
Zus.gest. von I. Solodunina. Nachwort von G. Sevcenko). 111.: S.
Goloscapov. Moskau: Pravda, 1987. 480 S. 8° (Neue Auflage:
1989)
Auflage: 800.000 (1987) u. 500.000 (1989)
Privalbcsitz Marburg
v. Brai ja Grimm. Skazki. Perevod s nemeckogo G. Petnikova
(Brüder Grimm. Märchen. Übersetzung von G. Petnikov). III.:
M. Sorkin. Taskent: Julduzca, 1987. 464 S. 8°
Auflage: 600.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1988.800
78
w. Bednyj rabotnik s mel’nicy. Lesnaja izbuska. Po motivam
skazok Br. Grimm. Inscenirovki G. Gluchovoj (Der arme
Müllersbursch und das Kätzchen. Das Waldhaus. Nach Motiven
der Brüder Grimm. Inszenierungen von G. Gluchova).
Schallplatte 30 cm. Leningrad: Melodija, 1987 (1989).
Privatbesitz Marburg
Die Märchen der Brüder Grimm sind in der Sowjetunion
vielfach auch in Vertonungen und szenischen Darstellungen
verbreitet; dies kann hier nur angedeutet werden.
x. Malen’kie celovecki. Skazki brat’ev Grimm. Pereskaz s
nemeckogo A. Vvedenskij pod redakciej S. Marsaka (Die
Wichtelmänner. Märchen der Brüder Grimm. Aus dem Dl.
nacherzählt von A. Vvedenskij unter der Redaktion von S.
Marsak). 111.: V Vtorenko. Rostov am Don: Rostovskoe kniznoe
izdatel’stvo, 1986. 32 S. mit z.T. färb. 111. 8°
Auflage: 100.000
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1990.340
Enthält die Märchen „Die Wichtelmänner“, „Das tapfere
Schneiderlcin“, „Die Bremer Stadtmusikkanten“ und „Der süße
Brei“.
y. Brat’ja Grimm. Skazki. Elenbergskaja rukopis’ 1810 s
kommentarijami. Perevod Aleksandra Naumenko (Brüder
Grimm. Märchen. Die Ölenberger Handschrift von 1810 mit
Kommentaren. Übersetzung von Aleksandr Naumenko). 111.: V.
Ivanjuk. Moskau: Kniga, 1988. 445 S. 8°
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1989.34
Russische Erstausgabe der Urhandschrift der „Kinder- und
Hausmärchen“; von demselben Übersetzer stammen auch
Übersetzungen unbekannter Märchen der Brüder Grimm aus
ihrem Nachlaß.
64. Die drei Brüder. Ein Märchen. lll.:Ju. Lysko. Moskau 1990
(Kat. Nr. 68w).
z. Brat’ja Grimm: Tri brata. Skazka. Pereskazal s nemeckogo A.
Vvedenskij (Brüder Grimm: Die drei Brüder. Ein Märchen.
Nacherzählt aus dem Dt. von A. Vvedenskij). 111.: Ju. Lysko.
Moskau: Detskaja literatura. 1990. 8 Bll. mit färb. III. 8°
Auflage: 5.000.000 (!!!)
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1990.334
Kleinformatiges Kinderbuch aus der Reihe „Dlja malen'kich“
(Für die Kleinen) des Verlages „Kinderliteratur“.
79
IV. Russische Märchen- und Sagenillustratoren
(19. und 20. Jahrhundert)
Anränge
69. Stepan Filippovic Galaktionov (1778/79-1854)
Illustration zu dem „Märchen vom König Berendej“ (Skazka o
care Berendee) von V.A. Zukovskij nach einer Zeichnung von
A.P. Brjullov (1798-1877). St Petersbuig, 1833.
Kupferstich, 19,6 x 12,2 (Blatt), 10,7 x 8,2 (Darstellung); bez.
u.L: „Risov. A.P. Brjullov“, u.r.: „Gravir. S. Galaktionov“.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 50954/954 (Gr 1732)
65. V.A. Zukovskij: Das Märchen vom König Berendej. III.: S.F.
Galaktionov. St. Petersburg 1833 (Kat. Nr. 69).
Das Blatt war der ersten Veröffentlichung des Märchens in dem
Almanach „Novosel'e“ (St. Petersburg 1833, S. 37-68) bei-
gefügt, der von verschiedenen Literaten und Künstlern für den
Petersbuiger Verleger A.F. Smirdin veranstaltet wurde. S.F.
Galaktionov stach Illustrationen zu zahlreichen Werken der
russischen Literatur (u.a. zu A.S. Puskin, LA. Krylov, D.I.
Fonvizin, K.N. Baljuskov); als einer der ersten in Rußland
verwandte er bereits in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts die
Technik der Lithographie.
70. Grigorij Grigor’evic Gagarin (1810-1893)
Illustration zu dem „Märchen vom Zaren Saltan“ (Skazka o care
Saltane) von A.S. Puskin. Zeichnung aus einem Album V.A.
Zukovskijs. 1833-34.
Bleistift u. Tusche, 26 x 20,3 (Blatt).
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus (Museum) Lenin-
grad: Inv. 4314/65
Der Zeichner und Maler G.G. Gagarin, der bis 1832 vorwiegend
in Italien und Frankreich lebte, schuf in den Jahren 1833-1834
auf unmittelbare Anregung Puskins eine Reihe von Illustratio-
nen zu verschiedenen Werken des Dichters.
71. RudoFf Kazitnirovic Zukovskij (1814-1886)
Lavrentij Avksent’evic Serjakov (1824-1881)
Buchillustrationen zu dem Märchen „Das Wunderpferdchen
Höckerlein“ von P.P. Ersov: Konek Gorbunok. Ris. (Zeichnun-
gen) R.K. Zukovskij: Grav. na der. (Holzstiche) L. Serjakov.
Pec. (Druck) E. Scheffer. St. Peterbuig: Izdanie knigoprodavea
LP. Krascninnikova, 1861. 130 S. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
Der Zeichner. Lithograph und Maler R.K. Zukovskij war für
verschiedene Zeitschriften tätig und illustrierte auch zahlreiche
Werke der russischen Literatur (u.a. N.A. Nekrasov).
72. Adol’f losifovic Sarleman (1826-1901)
Vasilij Fedorovic Timm (1820-1895)
Illustration zu der Ballade „Svellana“ von V.A. Zukovskij.
St. Petersburg, 1862.
Farblithographie,53,2 x 34,7 (Blatt); bez. u.l. „Ris. A. Sarleman
81
l’paB.waAep. J.(T,pjFKOBi,.
II cm. 3. Illril-i'lirp^.
66. P.P. Ersov: Das Wunderpferdchen Höckerlein. III.: R.K. Zukovskij, L.A. Serjakov. St. Petersburg 1861 (Kat. Nr. 71).
82
67. P.P. ErSov: Das Wunderpferdchen Höckerlein. IIL: R.K. Zukovskij, L.A. Serjakov. St. Petersburg 1861 (Kat. Nr. 71).
i V. Timm“, u.M.: „Russkij chudozestvennyj listok“, „NN. 3
1862“.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 49733 (Gr. 1724)
Zukovskijs Ballade „Svetlana“ entstand 1814; der Dichter
schrieb sie zur Hochzeit seiner Nichte A.A. Protasova
(Vbejkova). Sie handelt (Textbeginn auf der IIL: „Raz v
krescenskij vecer...“) von dem phantastischen Traum Svetla-
nas, in dem sich christliche Vorstellungen mit volkstümlichen
Bräuchen vermischen. Das Werk wurde als „Märchen“
verstanden und spielt auch bei der Herausbildung des
russischen Kunstmärchens eine Rolle. Das Blatt erschien in
Timms monatlich erscheinendem „Russischen Kunstblatt“
(1851-1862).
73. Petr Ivanovic Annenskij (?; Mitte 19. Jh.)
a. Buchillustrationen in: Russkie skazki v illjustracijach.Sbornik
dlja detej. Skazka o Ivane carevice i serom volke V. Zukovskogo
(Russische Märchen in Illustrationen. Sammlung für Kinder.
Das Märchen von dem Königssohn Ivan und dem grauen Wolf
von V.A. Zukovskij). St. Petersburg: Izdanie M.O. VolTa. o.J.
II859J. 33 S. 4°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
b. (?) Buchillustrationen in V.A. Zukovskij: Spjascaja carevna
(Die schlafende Schönheit [Dornröschen]). St. Petersburg:
Pecatnja V.J. Golovina, 1871. 16 S. 8° (= Narodnoe izdanie. 4).
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: V 9 -386
83
68. V.A. Zukovskij: Svetlana. HL: A.I. Sarleman, V.F. Timm. St. Petersburg 1862 (Kat. Nr. 72).
84
4. Utna 7 koii.
CAHKTIlETEPr.ypn.,
1871.
70. IT ja aus Murom und der Räuber Nachtigall. III.: N.N.
Karazin. Moskau 1893 (Kat. Nr. 74c).
69. V.A. Zukovskij: Die schlafende Schönheit (Dornröschen).
III.: PI. Annenskij (?). St. Petersburg 1871 (Kat. Nr. 73b).
RI. Annenskij, von dem keine Lebensdaten bekannt sind, wirkte
in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Zeichner und Karikaturist.
Von ihm stammen u.a. auch die Illustrationen zu dem Märchen
„Von dem Fischer und dem Fischlein“ von A.S. Puskin
(St. Petersbuig 1858).
Künstler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
74. Nikolaj Nikolaevic Karazin (1842-1908)
a. Buchillustrationen in V.P. Avenarius (Ausw. u. Bearb.):
Obrazcovye skazki russkich pisatelcj (Mustergültige Märchen
russischer Schriftsteller). St. Petersburg: Tipografija A. Vellinga,
1882. 228 S. 8
Staat). Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
b. Buchillustrationen in A.N. Afanas’ev: Russkie detskie skazki.
S kartinkami N.N. Karazina (Russische Kindermärchen. Mit
Bildern von N.N. Karazin). Moskau: Tipografija E. Lissner,
1883. 306,11 S. 8°
Staatliche Öffentliche Sallykov-Scedrin-Bibliolhek Leningrad:
18.156.5.72 Rus. f.
c. Buchillustrationen (mit A.V. Prochorov) in V.P Avenarius
(Hrsg.): Kniga bylin. Svod cpiceskich obrazcov russkoj
narodnoj cpiceskoj poczii (Buch der Bylinen. Sammlung
85
71. Der Mäuse- und Fröschekrieg. Hl.: N.N. Karazin. St. Petersburg 1882 (Kat. Nr. 74a).
86
72. Mikula Selivanovic (Byline). III.: N.N. Karazin. Moskau 1893 (Kat. Nr. 74c)
epischer Musterder russischen epischen Volkspoesie). Moskau:
Izdanie knigoprodavea A.D. Stupina, 1893. 320. XLI S. 8
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau.: Oik
N.N. Karazin stammte aus Charkow und war u.a. als
Schlachtenmaler. Zeichner und Schriftsteller tätig. Als Illustra-
tor arbeitete er für zahlreiche in- und ausländische Zeitschriften
und Verlage. Seine Zeichnungen umfassen mehr als 3000
Blätter.
76. A. Medvedev
Muzik, inedvcd’ i lisa (po Afanas’evu). Skazka dlja detej. S
sest’ju original’nymi raskrasennymi kartinami i cemymi
risunkami (Der Bauer, der Bär und der Fuchs (nach
Afanas’ev). Ein Märchen für Kinder. Mit sechs originalen
farbigen Bildern und schwarzweißen Zeichnungen). Moskau:
Knigoizdatcl’stvo Torgovogo Doma Evdokija Konovalova i K
(Tip. T-va I.D. Sytina). 1916. 24 S. 4°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
37.58.7.62
75. N.A. Martynov (1882)
Buchillustrationen in: Skazka pro kota da pro lisu. Redakcija
skazki D.I. Tichomirova. Kartinki chudoznika N.A. Martynova
(Märchen von Kater und Fuchs. Märchenredaktion von D.I.
Tichomirov. Bilder von dem Künstler N.A. Martynov). Moskau:
Izdanie magazina „Nacal’naja skola“, 1882. 9 S. mit 4 Taf. 4
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
18.157.2.64
87
73. Der Bauer, der Bär und der Fuchs. III.: Ä. Medvedev. Moskau 1916 (Kat. Nr. 76).
88
74. Abb. zw Kat.Nr 77.
77. Elizaveta Merkur’evna Bem (Endaurova; 1843-1914)
a. Illustrationen (Schattenrisse) zu dem „Märchen von Groß-
väterchen und der Rübe“ (Skazka o dedke i repke).
Bilderbogen, Farblithographie mit acht einfarbigen Einzeldar-
stellungen sowie farbigen Pflanzenomamenten und Text in
einfacher Umrahmungslinie, 42,3 x 62,2 (Blatt), 41 x 59,5
(Darstellung); bez. M.: „Dozvol. cenz. Moskva, 5 dekabrja
1887. Chromo-lit. I.D. Sytina i K’, v Moskve“.
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
E Lis 570 k/4-s 421 (Otdel estampov)
89
75. Der Krieg der Pilze. III.: E.D. Polenova. 1889 (Kat. Nr. 79a).
90
76. Der Krieg der Pilze. IIL: E.D. Polenova. 1889 (Kat. Nr. 79a).
b. (III. Buchausgabe) Skazka o dedke i repke. Kartinki E. Beni
(Märchen von Großväterchen und der Rühe. Bilder von E. Beni).
Moskau: Tipo-Iit. T-va I.N. Kusnerev i K°, o.J. 8 Bll. 8°
(= Biblioteka dlja detej I. Gorbunova-Posadova).
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
Rus.f.
E.M. Bein wirkte als Zeichnerin und Scherenschneiderin in St.
Petersbuig. Sie schuf u.a. Illustrationen zu Werken von
Nekrasov, Turgenev, Tolstoj und Garsin und war für verschie-
dene Zeitschriften tätig, u.a. auch für die Kinderzeitschriften
„Igrusecka“ (Spielzeug', 1882-86) und „Maljutka“ (Kindchen;
1886-87).
78. Ivan Stepanovic Panov (1845-1883)
Buchillustrationen in P. Polevoj (Bearb.): Narodnye russkie
skazki (Russische Volksmärchen). St. Petersbuig: Tipografija i
chromolitografija A. Transelja. 1874. 322 S. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
I.S. Panov wirkte als Zeichner und Radierer in St. Petersbuig.
vor allem im Bereich der Buchillustration und Gebrauchs-
graphik.
79. Elena Dmitrievna Polenova (1850-1898)
a. Illustrationen zu dem Märchen ..Krieg der Pilze“ (Vojna
grihov). 80er Jahre des 19. Jahrhunderts (Vorlagen zur Buch-
ausgabe von 1889).
Aquarell u. Deckweiß. 4 Bll., 22,5 x 15; BI. 2 u. 4 bez. r.u.:
..F.P.“.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 6863/1-2 u. 6864/1-2
91
77. Der Krieg der Pilze. III.: E.D. Polenova. 1889 (Kat. Nr. 79a).
92
b. (Buchillustration) Vojna gribov. Narodnaja skazka. Risunki E.
Polenovoj (Krieg der Pilze. Ein Volksmärchen. Zeichnungen von
E. Polenova). Moskau: Fototip. R.Ju. Tile, 1889. 5 Bll. aus
dickem Karton. 4°; auf BI. Ir: „Dozvoleno ccnzuroju Moskva 4
nojabrja 1889 g.“
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
18.285.6.39
c. Russkie narodnye skazki i pribautki. Pereskazannye dlja detej
i illjustrirovannye E.D. Polenovoj (Russische Volksmärchen und
Scherze. Für Kinder nacherzählt und illustriert von E.D.
Polenova). 2 (ungez.) Bde. Moskau: Sklad izdanija u 1.
Knebel’, o.J. [1912]. 16 S. mit 6 ganzseit. färb. III.; 4°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
66-9/207 u. 66-9/208
E.D. Polenova beschäftigte sich sehr mit der allrussischen Kunst
und erweckte auch die volkstümliche Schnitzerei und Textil-
kunst zu neuem Leben. Ein großer Teil ihres Schaffens ist der
russischen Volksdichtung gewidmet, die sie literarisch und
künstlerisch bearbeitete.
80. Nikolaj Alekseevic Bogatov (1854-1935)
a. Illustrationen (Schattenbilder) zu dem Märchen „Das
purpurrote Blümchen“ (Alenkij cvetocek) von S.T. Aksakov.
Moskau, Ende der 70er od. Anfang der 80er Jahre des 19.
Jahrhunderts.
Bleistift, schwarze Gouache, Deckweiß auf Karton, 3 BIL, 23,8
x 22,5 (Blatt), 21 x 21 (Darstellung i.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 1482, 1484 u. 1486
b. (?) Illustrationen (Schattenbilder) zu dem „Märchen von dem
Popen und seinem Knecht Trottel“ (Skazka o pope i ego
rabotnike Balde) von A.S. Puskin. Moskau, Ende der 70er od.
Anfang der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts.
Bleistift, Tusche (Abschattierung), Deckweiß, 2 BIL, 24,5 x 22,5
(Blatt), 20,8 x 21 (Darstellung).
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 27634 u. 27636
Die Schattenbilder waren bestimmt für einen „volsebnyj fonar’“
(Laterna magica) und standen in Zusammenhang mit der
Zeitschrift gleichen Namens, die seit 1878 erschien.
c. Buchillustrationen in V.A. Gatcuk (Hrsg.; Bearb.): Skazki
russkogo naroda. Risunki N.A. Bogatova (Märchen des
russischen Volkes. Zeichnungen von N.A. Bogatov). 7 Hefte
[zus.gebunden; mit wechselnden Angaben]. Moskau: Tipogra-
fija V.A. Gatcuk (D. Cemysevskij), 1894-95. 224 S. 8°
(= Illjustrirovannaja biblioteka Krestnogo Kalendarja).
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
18.173.3.55; 1/7
N.A. Bogatov wirkte als Zeichner, Maler und Gebrauchs-
graphiker in Moskau und hat zahlreiche Bücher illustriert.
78. A.S. Puskin: Das Märchen von dem Popen und seinem Knecht Trottel. Ul.: N.A. Bogatov (?). Um 1880 (Kat. Nr. 80b).
93
llbAHl» KVflBMkCKin CUHk ilÜXIlGtAfcr V EjBliy*K?AC>*>
79. Ivan Königssohn und der graue Wolf. III.: V.P. Ovsjanikov.
St. Petersburg 1895 (Kat. Nr. 81).
80. Der Kaufmannssohn Ivan raubt die wunderschöne Elena.
IIL: V.P. Ovsjanikov. St. Petersburg 1895 (Kat. Nr. 81).
81. Ein Märchenalbum (1895)
Al’bom gravjur-illjustracij k russkim narodnym skazkam
(Album mit Druckgraphiken und Illustrationen (verschiedener
Künstler) zu russischen Volksmärchen). St. Petersburg: Izdanie
N.E Mertca, 1895. II BIL, Phototypie aus Holzstich, 29,5 x
39,5 (Quer- und Hochformate).
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus (Museum) Lenin-
grad: Inv. 71959-71968
jagy) von M.P. Klodt, „Das Märchen von Ivan Königssohn und
dem grauen Wolf1 (Skazka o Ivane Carevice i serom volke) von
V.P. Krasnucha, „Zmej Gorinyc, der Feuerdrachek\ „Vasilij
Buslaevic“, „Von Ivan Königssohn und dem grauen Wolf \ „Das
Luftschiff" (Letucij korabP) und „Der Kaufmannssohn Ivan
raubt die wunderschöne Elena“ (Ivan kupeceskij syn pochiscael
Elenu-krasu) von V.P. Ovsjanikov sowie „Das Märchen von der
toten Zarentochter und den sieben Brüdern“ (Skazka o mertvoj
carevne i semi bratfach) von R.E Stejn.
Das Album erschien als Beilage zur Zeitschrift „Sever“ (Der
Norden) und enthält außer dem Titelblatt zehn Märchen- und
Sagenillustrationen: „Grauschimmel Braunchen“ (Sivka-burka)
und „Das Märchen vom Zaren Saltan" (Skazka o care Sultane)
von A. Cikin, „Der fliegende Teppich“ (Letucij kover) von N.N.
Karazin. „Ein Recke bei der Hexe Baba-Jaga“ (Vitjaz9 u baby-
94
C II B K A • B y P K A B t m A II K A V P K A.
Opitntiia.iMii.m piicyitoKi. A. 'IitKiiHa.
8/. Grauschimmel Braunchen. III.: A. Cikin. St. Petersburg 1895 (Kal. Nr. 81).
95
82. Die Königstochter. Bilderbogen. Moskau 1885 (Kal. Nr. 82)
96
83. Der Soldat und die Teufel. Bilderbogen. Moskau 1893 (Kat. Nr. 91).
Bilderbogen am Ende des 19. Jahrhunderts
82. Unbekannter Künstler (1885)
Illustration zu dem Märchen ..Die Königstochter“ (Car'-devica.
(Skazka)).
Bilderbogen. Farblithographie (ohne Umfassungslinie), 47.4 x
36 (Bild), 57,3 x 43 (Blatt): bez. u.L: „Dozv. Cenzuroju 27.
nojabrja 1885 g.“; u.r.: „Chromolitografija A.V. Morozova“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Ruk.
otd. 106.4.1580
83. Unbekannter Künstler (1885)
Illustration zu dem Märchen „Das Wunderpferdchen Hök-
kerlein“ (Konek Gorbunok).
Bilderbogen. Farblithographie (mit in den Ecken ornamentierter
Umfassungslinie), 39,5 x 50,7 (Bild), 43,6 x 56,9 (Blatt): bez.
u.L: „Dozv. Cenz. Moskva 4 dekabrja 1885 g.“; u.r.: „Pec. v
Chromo-Lil. A.A. Abramova v Moskve“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Ruk.
otd. 106.4.1692
97
Kot; »um'M MitptaiK«» riw
Kon uoMRh<_iu ii epo<}**'1
ik M-qiniaiiK*. • pO.lONl. MMRK*
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84. Der Mäusekrieg. Bilderbogen. Moskau, Ende 19. Jh. (Kat. Nr. 92).
84. Unbekannter Künstler (1889)
85. Unbekannter Künstler (1889)
Illustration zu dem Heldenmärchen „Der berühmte, starke und
tapfere Bova Korolevic (Königssohn) besiegt den Recken
Polkan“ (Slavnyj sil'nyj i chrabryj Bova Korolevic poraiaet
Polkana Bogatyrja).
Bilderbogen, Farblithographie (mit Umfassungslinie), 28 x 39,3
(Bild), 31,7 x 43,8 (Blatt); bez. u.r.: „Dozvol. cenzur. Moskva 22
aprelja 1889 g. Chromo-litografija V. Vasil’eva (...) v Moskve“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Ruk.
otd. 106.4.441
Illustration zu dem „Russischen Volksmärchen von dem Recken
Ivan und der Froschprinzessin“ (Russkaja narodnaja skazka o
Ivane bogatyre i ljaguske carevne).
Bilderbogen, Farblithographie (mit schwarzer Umfassungslinie),
36,9 x 53,6 (Bild), 43,6 x 56,7 (Blatt); bez. u.l.: „Dozvoleno
Moskovskoj Cenzuroj 4 Nojabrja 1889 goda“; u.r.: „Chromo-
Litografija A.I. Strel’nova (...) v Moskve“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad; Ruk.
otd. 106.4.1555
98
86. Unbekannter Künstler (1889)
Illustration zu dem russischen Volksmärchen „Die böse Stief-
mutter und Zauberin“ (Russkaja narodnaja skazka. Macicha
volsebnica).
Bilderbogen, Farblithographie (mit schwarzer Umfassungslinic
u. vierspaltigem Text), 36,7 x 54 (Bild), 43,3 x 56,6 (Blatt); bez.
u.l.: „Dozvoleno Moskovskoj cenzuroj 4 Nojabrja 1889 goda“;
u.M.: „Chromo-Litografija A.I. Strel’cova“; u.r,: „(.,.) v
Moskve“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Ruk.
otd. 106.4.1568
87. Unbekannter Künstler (1890)
Illustration zu den russischen Märchen und Sagen „Der starke,
tapfere Recke Il’ja aus Murom besiegt den Räuber Nachtigall“
(Sil’nyj Chrabryj Bogatyr’ Il’ja Muromec porazaei Solov’ja
razbojnika), „Der berühmte, starke und tapfere Bova Korolevic
besiegt den Recken Polkan“ (Slavnyj Sil’nyj i Chrabryj Bova
Korolevic porazaet Polkana Bogatyrja), „Der berühmte, starke
und tapfere Recke Eruslan Lazarevic reitet auf dem großen
Zauberdrachen“ (Slavnyj Sil’nyj i Chrabryj Vitjaz’ Eruslan
Lazarevic edet na cudo veiikom zmee) und „Der berühmte,
tapfere Recke und Königssohn Ivan reitet auf dem grauen Wolf,
fuhrt den Feuervogel und die wunderschöne Elena mit sich...“
(Slavnyj Chrabryj bogatyr’ Ivan Carevic edet na Serom Volke,
vezet Zar pticu i Elenu Prekrasnuju...).
Bilderbogen, Farblithographie (mit vier Einzeldarstellungen),
13,9 x 17,9 (Einzelbild), 32,5 x 41,1 (Blatt); bez. u.l.:
„Dozvoleno Cenzuroju Moskva 3 Janvarja 1890 goda“; u.r.:
„Chromo-Litografija V. Vasil’eva
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Ruk.
old. 106.4.1583
Bilderbogen, Farblithographie (mit Umfassungslinie). 25,4 x
39,1 (Bild), 31,3 x 42,9 (Blatt); bez. u.l.: „Dozvoleno Cenzuroju
Moskva 24 Avgusta 1891 goda“; u.r.: „Litografija V. Vasil’eva
(••)“
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad; Ruk.
otd. 106.4.2012(2011)
90. Unbekannter Künstler (1894)
Illustration zu dem Märchen „Der starke, berühmte und tapfere
Recke und Königssohn Ivan, der Sohn des Zaren Vyslav
Andronovic, reitet auf dem grauen Wölf und führt den
Feuervogcl und die wunderschöne Elena auf dem Pferd mit
der goldenen Mähne mit sich“ (Sil’nyj, slavnyj i chrabryj
bogatyr’ Ivan Carevic, syn carja Vyslava Andronovica, edet na
serom volke, vezet zar-pticu i Elenu prekrasnuju na zlatogrivom
hone).
Bilderbogen, Farblithographie (mit Umfassungslinie), 29 x 38,6
(Bild), 33,8 x 43,8 (Blatt); bez. u.l.: „Doz. cenz. Moskva, 9
fevralja 1894 g.“; u.r.: „Lit. T-va l.D. Sytina, v Moskve“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Ruk.
otd. 106.4.1554
91. Unbekannter Künstler (1893)
Illustration zu dem Märchen „Der Soldat und die Teufel. Aus
Afanas’evs Volksmärchensammlung“ (Soldat i certi. Iz sohra-
nija narodnych skazok Afonaseva [!]).
Bilderbogen, Farblithographie (mit vier Einzelbildern und
längerem Text), 17-24,7 x 40,6 (Bilder), 30,5 x 43,4 (Blatt);
bez. u.l.: „Dozv. Cenzuroju, Odessa. Avgust 31 dnja 1893 g.";
bez. u.r.: „Chromo-Lit. M.T. Solov'eva (...) v Moskve“.
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad.'
E Lis 570 k/4-s 421 (Otdel estampov)
88. Unbekannter Künstler (1891)
Illustration zu dem Heldenmärchen von Eruslan Lazarevic.
Bilderbogen, Farblithographie (mit doppelter schwarzer Umfas-
sungslinie), 37,9 x 44 (Bild), 51,1 x 58 (Blatt); bez. o.l,: „Dozv.
cenz. Moskva 10 ijulja 1891 g“; o.r: „Chromo-lit. Br.
Morozovych v Moskve (...)“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Ruk.
otd. 106.4.1556
92. Unbekannter Künstler (Ende 19. Jh.)
Illustration zu dem Märchen vom Mäusekrieg (Nebylica v
licach).
Bilderbogen, dreiteilige Farblithographie, 27,7 x 38,6 (Bild),
32,5 x 42,7 (Blatt); bez.: „Chromo-litografija LA. Morozova.
Moskva“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Otd.
fol’kl. 106.4.1972
89. Unbekannter Künstler (1891)
Illustration zu dem Heldenmärchen „Der starke, tapfere Recke
Il’ja aus Murom“ (Sil’nyj Chrabryj Bogatyr' Il’ja Muromec).
99
KOTT» MYP/IblKA.
93. Unbekannter Künstler (1899)
Illustration zu dem Märchen „Kater Murlyka. Wie die Mäuse
den Kater begruben“ (Kot Murlyka. Kak mysi kota choronili).
Bilderbogen. Farblithographie, 46,6 x 39,1 (Bild), 56,9 x 42,3
(Blatt); bez. u.L: „Dozv. Cenz. Moskva, 10 ijunja 1899 g.“; u.r.:
„Chromo-Lit. M.T. Solov’eva (...) v Moskve“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad
100
Märchen und Sagen in der russischen Moderne
94. Viktor Michajlovic Vasnecov (1848-1926)
a. Illustration zu dem Märchen „Der unsterbliche Koscej“
(Bessmertnyj Koscej). Öl auf Leinwand, 1917-1926. 196 x 306.
Reproduktion des im Moskauer Vasnecov-Museum befindlichen
Originals (Viktor Vasnecov. Hrsg, von N. Sanina. Leningrad:
Aurora, 1979, S. 120-121).
Privatbesitz Würzburg
b. Illustrationen zu dem „Lied vom weisen Oleg“ (Pesn o
vescem Olege) von A.S. Puskin. 1899. Bleistift, Tusche,
Aquarell, Gouache.
I. Kapitelanfang. 65 x 45,7 (Blatt).
II. „Proscaj, moj lovarisc, moj vemyj sluga“ (Nimm Abschied,
mein alter Freund, mein treuer Diener). 65,5, x 45,5 (Blatt), 27,9
x 39,8 (Darstellung); bez. u.r.: „V. Vasnecov/ 1899“.
111. „Bojcy pominajut minuvsie dni/ 1 bitvy...“ (Die Krieger
gedenken vergangener Tage und Schlachten...). 65,5 x 45,5
(Blatt), 27,7 x 39,8 (Darstellung); bez. u.l.: „V. Vasnecov“.
Staat!. Literatur-Museum Moskau: KP 19224, 19220 u. 19222
V.M. Vasnecov, der sich zeitlebens stark der historischen und
religiösen Malerei w idmete, wandte sich in den 80er Jahren des
19. Jahrhunderts als Mitglied der Künstlerkolonie in Abramcevo
bei Moskau verstärkt der russischen Volksdichtung zu und schuf
in der Folge ganze Zyklen zu russischen Märchen und Sagen in
verschiedenen Techniken.
Die Illustrationen zu Puskins - 1822 entstandener - dichte-
rischer Bearbeitung des allrussischen SagenstoiTes vom „weisen
Oleg“, der zahlreiche Schlachten siegreich bestehl, aber - wie
ihm vorhergesagt - schließlich durch sein eigenes Pferd den Tod
findet, malte er anläßlich des hundertsten Geburtstages des
Dichters. Die im selben Jahr erschienene Buchausgabe suchte
sich dem Stil allrussischer Handschriften anzupassen; die
Schriftgestaltung des Puskinschen Textes führte der Maler und
Graphiker V.D. Zamirajlo (1868-1939) durch. Die Original-
zeichnungen waren bis 1949 verschollen.
b. Illustration zu dem „Märchen vom goldenen Hahn“ (Skazka o
zolotom petuske) von A.S. Puskin. Um 1899.
Bleistift, Gouache, 1 BI., 27,7 x 46.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 41227
Dieses Blatt entstand für die Jubiläumsausgabe der Werke
Puskins zu seinem hundertsten Geburtstag (Moskau: Izdanie P.P.
Koncalovskij, 1899), die von verschiedenen russischen Künst-
lern reich illustriert wurde.
c. (Buchillustration:) Aj du-du! Moskau: Izdanie A.I. Mamon-
tova, 1899, 40 S. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
d. Buchillustrationen (mit M.S. Maljutin u. O.S. Maljutina) in
N.V. Sarov (Hrsg.): Russkie narodnye skazki dlja detej
(Russische Volksmärchen für Kinder). Vyp. 1-2. Moskau-
Petrograd: Gosizdal. 1923. 1B1., 80, (1) S., 4 ganzs. Farbtaf. 8°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
54/200(1-2
Der Maler, Graphiker und Bühnenbildner S.V. Maljutin schuf
zahlreiche Märchen- und Sagenillustrationen im Stil einer
„volkstümlichen“ Moderne.
95. Sergej Vasil’evic Maljutin (1859-1937)
a. Buchillustrationen in A.S. Puskin: Skazka o care Sallane, o
syne ego slavnom i mogucem bogatyre Gvidone Saltanovice i o
prekrasnoj carevne Lebedi (Märchen vom Zaren Saltan, von
seinem Sohn, dem berühmten und mächtigen Helden Gvidon
Sahanovic und von der wunderschönen Schwanenprinzessin).
Moskau: Izdanie Mamontova, 1895. 32 S. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
86. Russische Volksmärchen für Kinder. III.: S.V. Maljutin u.a.
Frontispiz. Moskau-Petrograd 1923 (Kat. Nr. 95d).
101
96. P. Grigor’ev
„Alesa Popovic po Kirse Danilove“ (Alesa Popovic nach Kirsa
Danilov). Illustration zur Byline (mit ornamentaler Schrift).
1897.
Aquarell auf festem Karton, 34 x 23,5; bez. u.r.: „P. Grigor’ev“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus (Museum) Lenin-
grad: Inv. 68496
87. Alesa Popovic. Ul.: P. Grigor’ev. St. Petersburg 1897 (Kat.
Nr. 96).
Der Künstler dieser Arbeit war wahrscheinlich für die Zeitschrift
„Sut“ (Der Spaßvogel) tätig, die Ende des 19. Jahrhunderts in
St. Petersbuig erschien.
97. Anton Ivanovic Kandaurov (1863-1930)
Illustrationen zu dem „Märchen vom goldenen Hahn“ (Skazka o
zolotom petuske) von A.S. Puskin. Paris, 1897-1899.
a. Feder (Tinte), Gouache, Gold, 34,6 x 51,4; bez. u.: „Vbjska
idut den’ i noc’; / Im stanovitsja ne v moc’: / Ni poboisca, ni
stana, / Ni nadgrobnogo kurgana / Ne vstrecaet car’ Dadon. // A.
Puskin. Skazka o zolotom petuske“ (Und das Heer geht sieben
Tage. / Und der Feldzug wird zur Plage. / Und kein Feind ist
noch zu sehn / Und kein Schlachtfeld zu erspähn. / Keine Spur
von Kricgerleichen, / Heldengräbem und dergleichen - / Nichts
gewahrte Zar Dadon; diese und die nachfolgenden Über-
setzungen von Simon Eliasbeig); u.r.: „A. Kandaurov. 1899 g.“.
b. Feder (Tusche), Gouache, Gold, 33,6 x 51,4; bez. u.: „Bez
selomov i bez lat / Oba mertvye lezat, / Mec’ vonzivsi drug vo
druga. / Brodjat koni ich sred’ luga, / Po pritoptannoj trave, / Po
krovavoj murave... // Skazka o zolotom petuske A.S. Puskina“
(Seine Söhne sah er plötzlich, / Sah sie bleich und blutbedeckt /
Auf dem Rasen hingestreckt, / Ohne Helm und ohne Panzer
beide; / Leblos vor dem Zelt aus Seide, / Hielten sie einander
dort / Mit den Schwertern sich durchbohrt. / Und es irrten ihre
Pferde / Über aufgestampfte Erde); u.r.: „A. Kandaurov. 1899
g“-
88. Abb. zu Kat. Nr. 97b.
c. Bleistift, Feder (Tinte), Gouache, 32,8 x 51; bez. u.l.: „Vdrug
sater / Raspachnulsja... I devica / Samachanskaja carica, / Vsja
sijaja kak zarja, / Ticho vstretila Carja. // A. Puskin“ (Wie
berührt von Zauberhand, / Tat sich auf die Seidenwand: / Aus
dem Zelte, jung und blühend, / Wie das Morgenrot erglühend, /
Trat die Zarin Schamachan / Vor Dadon - und sah ihn an); u.r.:
Kak pred solncem ptica noci, /Car’ umolk, ej gljadja v oci, /1
zabyl on pered nej / Smert' oboich synovej. // Skazka o zolotom
petuske“ (Und Dadon, ihr zugewendet, / Wie die Eule, die
geblendet / Von dem Morgensonnenstrahl, / Wurde stumm mit
einemmal. / Sah verzückt nur auf die Schöne / Und vergaß die
beiden Söhne, / Ihren Tod und seinen Gram).
d. Feder (Tinte), Gouache. Gold, 33 x 51; bez. u.: „Pod stolicej,
bliz vorot, / S sumom vstretil ich narod. // A. Puskin. Skazka o
zolotom petuske“ (Bis zur Residenz im Staate. / Als Dadon sich
dieser nahte, / Strömte jubelnd mit Geschrei. / Zum Empfang
das Volk herbei); u.r.: „A. Kandaurov. 1899 g.“.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 3645-3648
A.I. Kandaurov studierte an der Zeichenschule in Odessa, wo er
später als Direktor wirkte, und an der Akademie der Künste in
St. Petersburg. 1897 erhielt er ein Auslandsstipendium, das ihn
u.a. nach Paris führte. Er wirkte vor allem als Zeichner und
Buchillustrator.
102
98. Vladimir Ammosovic Taburin (Ende 19. Jh.)
Illustrationen zu dem „Märchen von dem Fischer und dem
Fischlein“ (Skazka o rybake i rybke) von A.S. Puskin.
St. Petersburg, 1898-1899.
a. Es lebte ein Greis mit seiner Frau am Ufer des blauen
Meeres... Aquarell. Gouache, Deckweiß auf getöntem Karton.
11,9 x 9,5; bez. u.l.: „Taburin“.
b. Der Fischer mit seinem Fangnetz... Bleistift, Aquarell,
Gouache, Deckweiß auf getöntem Karton, 11,4 x 8,9; bez. u.l.
„Taburin“.
c. Der Fischer und das Fischlein... Bleistift, Aquarell, Gouache,
Deckweiß auf getöntem Karton. 9,6 x 10,7; bez. u.l.: „Taburin“.
d. Der Fischer und seine Frau... Aquarell, Gouache, Deckweiß
auf getöntem Karton, 9,3 x 8,3; bez. u.l.:„Taburin“.
e. Schluß. Aquarell, Gouache, Deckweiß auf getöntem Karton,
9,5 x II ,9; bez. u.l.: „Taburin“.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: 974-978
89. Abb. zu Kat. Nr. 98a.
91. Abb. zu Kat. Nr. 98d.
103
99. Petr Semcnovic Afanas’ev (1866-1960)
a. (Buchillustrationen in:) Morozko. Skazka. Risunki P.S.
Afanas’eva (Väterchen Frost. Ein Märchen, Zeichnungen von
P.S. Afanas’ev). Moskau: Izdanie I. Knebel’, o.J. [1909]. 6
unpag. Bll. 4°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
34.53.7.733
b. (Buchillustrationen in:) Pro mal’ starusku - syna Lavrusku.
Skazka. Risunki Petra Afanas’eva (Über das alle Mütterchen...
Ein Märchen. Zeichnungen von Petr Afanas’ev). Moskau:
Izdanie 1. Knebel’, o.J. [1910]. 7unpag. Bll. 4°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
34.53.7.690
100. Boris Vasil’evic Zvorykin (1872-?)
a. Buchillustrationen in A.S. Pu.sk in: Skazka o zolotoin petuske
(Märchen vom goldenen Hahn). Moskau: Izdanie tovariscestva
skoropecati A.A. Lcvenson v Mo.skve, 1903. 12 S. 4
Staatl. Historische Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
b. Illustrationen zu russischen Volksmärchen (Die Schneeköni-
gin, Vasilisa die Schöne, Der Feuervogel, Mar’ja Morevna).
Serie aus zwölf Porzellantellern (0 21) sowie Porzellandosen
(II x 11, Höhe 5) und Porzellankrügen (0 8, Höhe 16,5) nach
Original-Gouachen (um 1916) des Metropolitan-Museums in
New York. Selb: Heinrich-Porzellan, 1980-1990. Hartporzellan
mit 28 Keramikfarben und Goldverzierung.
Heinrich Porzellan GmbH Selb
TL'CMtEWkTMifl
92. D.N. Mamin-Sibirjak: Märchen von König Erbse. HL: N.D.
Bartram. 1918 (Kal. Nr. lOib; BI. 3).
93. D.N. Mamin-Sibirjak: Märchen von König Erbse. IIL: N.D. Bartram. 1918 (Kat. Nr. 101b; BI. I).
104
AWIljA-KraCA ,1T0 K
C» MttOH
94. D.N. Mamin-Sibirjak: Märchen von König Erbse. Hl.: N.D. Bartram. 1918 (Kat. Nr. 101b; Bl. 4).
101. Nikolaj Dmitrievic Bartram (1873-1931)
a. Dobrynja Nikitic i Zmej Gorinyc (Dobrynja Nikitic und der
Feuerdrache Ztnej Gorinyc). St. Petersbuig: PecatnjaR. Golike,
1901.
Farblithographie mit drei bildl. Darstellungen u. ornamentiertem
Text, 38,6 x 54,7; bez. u.r.: ,JN. Bartram 1901“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus (Museum) Lenin-
grad: luv. 78.214
4 BIL, Feder (Tusche), 24,8 x 32,2; jeweils bez. o.L: „N.
Bartram“; o.M.: „Vot tak krasavica“ (Das soll eine Schönheit
sein; BL I), „Gor’ko plakala“ (Da weinte sie bitter; Bl. 2), „Kak
ty smees’ takie slova govorit’“ (Wie kannst Du solche Worte
aussprechen; Bl. 3), „Devica-krasa, cto ty so mnoj sdclala“ (Du
wunderschöne Königstochter, was hast Du mit mir gemacht;
BL 4).
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 10279/ 154, 159, 161,
163
b. Illustrationen zu dem „Märchen von dem berühmten König
Erbse und seinen wunderschönen Töchtern Kutaf’a und
Gorosina“ (Skazka pro slavnogo carja Gorocha i ego
prekrasnych docerej carevnu Kutaf’ju i carevnu Gorosinu)
von D.N. Mamin-Sibirjak. 1918.
105
102. Ivan Jakovlevic Bilibin (1876-1942)
a. (Buchillustration:) Skazka ob Ivane-carevice, zar-ptice i o
serom volke. Risunki I.Ja. Bilibina (Märchen von Ivan
Königssohn, dem Feuervogel und von dem grauen Wolf.
Zeichnungen von Ua. Bilibin). St.Petersbuig: Izdanie
Ekspedicii zagotovlenija Gosudarstvennych Bumag, 1901. 12
S. 4° (Zensurdatum: 03.05.1901; Zeichnungen signiert: „I.
Bilibin. 1899“).
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
34.85.2.59a
b. (Buchillustration:) Carevna-Ljaguska. Risunki I. Ja. Bilibina
(Die Froschprinzessin. Zeichnungen von !Ja. Bilibin).
St. Petersbuig: Izdanie Ekspedicii zagotovlenija Gosudarstven-
nych Bumag, 1901. 12 S. 4° (Zensurdatum: 17.12.1901;
Zeichnungen signiert: J. Bilibin. 1899“ bzw. „1900“).
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
c. (Buchillustration:) Perysko Finista Jasna-Sokola. Risunki I.Ja.
Bilibina. (Die Feder von Finist, dem leuchten Falken.
Zeichnungen von IJa. Bilibin). St. Petersbuig: Izdanie
Ekspedicii zagotovlenija Gosudarstvennych Bumag, 1902. 16
S. 4° (Zensurdatum: 18.3.1902; Zeichnungen z.T. signiert:
J.Bilibin. 1900“).
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1990.387
d. (Buchillustration:) Vasilisa Prekrasnaja. Risunki I.Ja. Bilibina
(Vasilisa die Wunderschöne. Zeichnungen von IJa. Bilibin).
St. Petersbuig: Izdanie Ekspedicii zagotovlenija Gosudarstven-
nych Bumag, 1902. 12 S. 4° (Zensurdatum: 3.12.1902;
Zeichnungen z.T. signiert: „I. Bilibin. 1900“).
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau.: Oik
e. (Buchillustration:) Sestrica Alenuska i Bratec Ivanuska.
Belaja utocka. Risunki I.Ja. Bilibina (Schwesterchen Alenuska
und Brüderchen Ivanuska. Das weiße Entlein. Zeichnungen von
IJa. Bilibin). St. Petersbuig: Izdanie Ekspedicii zagotovlenija
Gosudarstvennych Bumag, 1903. 16 S. 4° (Zeichnungen
signiert: „1. Bilibin. 1901“ bzw. „1902“).
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
f. (Buchillustration:) Marja Morevna. Risunki I.Ja. Bilibina
(Marja Morevna. Zeichnungen von IJa. Bilibin). St. Peters-
burg: Izdanie Ekspedicii zagotovlenija Gosudarstvennych
Bumag, 1903. 12 S. 4° (Zensurdatum: 8.11.1903; Zeichnungen
signiert: „I. Bilibin. 1901“).
Brüder Grimm-Museum Kassel: BGM Acc. Gr. 1990.388
95. Ivan Königssohn, der Feuervogel und der graue Wolf. III.:
IJa. Bilibin. St. Petersburg 1901 (Kat. Nr. 102a).
96. Die Froschprinzessin. III.: IJa. Bilibin. St. Petersburg 1901
(Kat. Nr. 102b).
106
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97. A.S. Puskin: Das Märchen vom goldenen Hahn. Hl.: IJa. Bilibin. Textbeginn. St. Petersburg 1907 (Kat. Nr. 102h).
g. (Buchillustralion:) Skazki Puskina. Skazka 0 carc Saltanc, 0
syne ego, slavnom i mogucem bogatyre, knjaze Gvidone
Saltanovice, i o prekrasnoj carevne Lebedi (Märchen von
Puskin. Das Märchen vom Zaren Saltan, von seinem berühmten
und mächtigen Sohn, dem Helden und Fürsten Gvidon
Saltanovic, und von der wunderschönen Schwanenprinzessin).
St. Petersburg: Izdanie Ekspedicii zagotovlenija Gosudarstven-
nych Bumag, 1905. 20 S. 4° (Zeichnungen signiert: „I. Bilibin.
1904“ bzw. „1905“).
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
h. (Buchillustration:) Skazki Puskina. Skazka 0 zolotom petuske
(Märchen von Puskin. Das Märchen vom goldenen Hahn). St.
Petersburg: Izdanie Ekspedicii zagotovlenija Gosudarstvennych
Bumag, 1907. 12 S. 4° (Zeichnungen signiert: „I. Bilibin. 1906“
bzw. „1907“).
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
i. Illustration (für das Titelblatt) zu dem „Märchen vom Zaren
Saltan“ (Skazka o care Saltane) von A.S. Puskin. Leningrad,
1937.
Gouache, 34,9 x 24,6; bez. u.r.: „I.B. 1937“.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 43834
j. (Buchillustration:) A.S. Puskin: Skazka o rybake i rybke.
Risunki 1. Bilibina (Das Märchen von dem Fischer und dem
Fischlein. Zeichnungen von I. Bilibin). Leningrad: Goslitizdat,
1943. 16 S. 8°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: LB 37 -23
I.Ja. Bilibin wurde in Tarchovka bei St. Petersburg geboren. Er
studierte in München und St. Petersburg (u.a. bei LE. Repin)
und war einer der Mitbegründer der Künstlervereinigung „Mir
iskusstva“ (Welt der Kunst), die der Moderne in der russischen
Kunst zum Durchbruch verhalf. 1920-1936 lebte er in Frank-
reich und Ägypten und wirkte ab 1936 als Professor an der
Leningrader Akademie der Künste. In seiner Stilisierung von
.Motiven der volkstümlichen und allrussischen Kunst ist Bilibin
98. A.S. Puskin: Das Märchen vom Zaren Saltan. HL: Ua.
Bilibin. Leningrad 1937 (Kat. Nr. IO2i).
der erfolgreichste und fruchtbarste Märchenillustrator des
russischen Jugendstils, der zeitlebens zahlreiche Volksmärchen
sowie vor allem Puskinsche Märchen künstlerisch gestaltete.
107
99. Vasilisa die Wunderschöne. IIL: Ua. Bilibin. St. Petersburg 1902 (Kat. Nr. IO2d).
108
I OCJ IITII3.1 AT - .1 K H IIHTPAX
101. Das Hähnchen und das Hühnchen, oder man findet keinen
Schuldigen. III.: A.V. Nerucev. St. Petersburg 1909 (Kat. Nr.
105).
100. A.S. Puskin: Das Märchen von dem Fischer und dem
Fischlein. III.: IJa. Bilibin. Umschlag. Leningrad 1943 (Kal. Nr.
102j).
103. E.E. Lissner
a. Buchillustrationen in G.E. Lissner (Hrsg.): Skazka o lisicke
sestricke i volke (Märchen von Schwester Füchsin und dem
Wolf). Moskau: Tipo-lit. Tovariscestvo LN. Kusnerev i K°,
1902. 16 S. 4°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
b. Buchillustrationen in G.E. Lissner (Hrsg.): Skazka Gore (Das
Märchen vom Kummer). Moskau: Tipo-lit. Tovariscestvo LN.
Kusnerev i K°, 1902. 16 S. 4°.
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
104. A. Lozkin (1909)
Buchillustrationen in R.K. (d.L: Großfürst Konstantin; Bearb.):
Snegurka. Snegovik (Das Schneemädchen. Der Schneemann;
Text in Versfonn). Risunki A. Lozkina (Zeichnungen von A.
Lozkin). Moskau: Izdanie I. Knebel’, o.J. [1909]. Unpag. 6 Bll.
4°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
34.53.7.683
105. A.V. Nerucev (1909)
(Buchillustration:) Kocetok i kurocka, ili Vinovnogo ne nasli.
Russkaja skazka. Risunki A.V. Neruceva (Das Hähnchen und
das Hühnchen, oder man findet keinen Schuldigen. Russisches
Märchen. Zeichnungen von A.V. Nerucev). St. Petersbuig:
Izdanie A.E Devriena, o.J. |1909|. 32 S. 4°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
34.53.7.723
106. N.I. Zivago (1910)
Skazka o karlinkach. S risunkami avtora (Märchen von den
Zwergen. Mil Zeichnungen des Autors). Moskau: Tipografija T-
va LD. Sytina, 1910. 1 BL, 8 S. mit 4 Farbtaf. 4°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
38.77.3.2
109
102. A.S. Puskin: Das Märchen vom goldenen Hahn. III.: B.M. Kustodiev. Petrograd 1919 (Kat. Nr. 107a).
107. Boris Michajlovic Kustodiev (1878-1927)
a. Illustrationen zu dein „Märchen vom goldenen Hahn“ (Skazka
o zolotom petuske) von A.S. Puskin. Petrograd, 1919.
7 Bll., Feder (Tusche), II x 17; jeweils bez. u.l. bzw. r.: „B.K."
u. „1919".
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 3304/ 1-7
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b. Illustrationen zu dem „Märchen vom Zaren Saltan“ (Skazka o
care Saltane) von A.S. Puskin. Petrograd. 1919.
3 Bll., Feder (Tusche), 12,3 x 16,4 (BI. l)u. 10,9 x 16,7 (BI. 2 u.
3); jeweils bez. u.l. bzw. r.: „B.K.“ u. „1919“.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 3301/ 1-3
B.M. Kustodiev wurde in Astrachan’ geboren. Er studierte an
der St. Petersbuiger Akademie der Künste (vor allem bei LE.
Repin) und gehörte auch zum Kreis der „Mir iskusstva“ (Welt
der Kunst). Er wirkte als Maler, Graphiker und Bühnenbildner
vornehmlich in St. Petersburg.
HO
103. A.S. Puskin: Das Märchen vom Zaren Saltan. III. B.M. Kuslodiev. Petrograd 1919 (Kat. Nr. 107h).
III
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„3koü tm cM’bjibifl, ropuieHii! jiioöjiio
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peMeCJIOMI, KOpMHLUbCfl?“ Cb H3MOJIOay,
na BOTb h cepeAOBbiw CTajit. „KopMiiun,
ahTefi?“—KopMjito, Bauic Uapcuoe ne-
jnmecTBo! m iie nauiy, 11 ne >Kny, n
Mopo3OMi> ne 6beru. „Xopowo, ropuieioi.
104. Der Hafner. Märchen. III.: G.l. Narbut. Sl. Petersburg oJ. (Kat. Nr. 108c).
112
108. Georgij (Egor) Ivanovic Narbut (1886-1920)
a. (Buchilluslration:) ZuravF i caplja. Mcdved' (Der Kranich
und der Reiher. Der Bär; Märchen). Moskau: Izdanie I. Knebel’
vo skoropecatni A. Levenson. o.J. 10 S. 4° (Zeichnungen
signiert: „G.N. 1906/07").
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
b. (Buchillustration:) Pljasi Malvej, ne zalej laptej! Risoval
Georg. Narbut (Tanze Malvej, sorge Dich nicht um die
Bastschuhe! Gezeichnet von Georg. Narbut). Moskau: Izd. I.
Knebel’. o.J. 12 S. 4°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
c. (Buchillustration:) Skazki. Gorsenja. Snegurocka (Märchen.
Der Hafner. Die Schneekönigin). St. Petersbuig: Tovariscestvo
R. Golike i A. Vil’borg, oJ. 12 S. 4° (Zeichnungen signiert:
„G.N“).
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
d. Buchillustrationen in S. Repkin (Bcarb.): Skazka o ljubvi
prekrasnoj korolevy i vemogo princa. Illjustracii Egora Narbuta
(Märchen von der Liehe zwischen der schönen Königin und dem
treuen Prinz. Illustrationen von Egor Narbut). Petrograd:
Izdatel’stvo „Basnja“, 1916. 63 S. mit 5 ganzseit. Farblaf. 4°
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
38.8.1.33
G.I. Narbut ist ukrainischer Herkunft und wurde auf dem Gut
Narbutovka geboren. Er studierte und wirkte von 1906-1917 in
St. Petersburg, wo er auch zum Kreis der „Mir iskusstva" (Welt
der Kunst) gehörte. Später siedelte er nach Kiew über. Narbut
steht stark unter dem Einfluß seines Lehrers I Ja. Bilibin, der
ihm vielfaches Vorbild war.
105. Tanze Matvej, sorge Dich nicht um die Bastschuhe! III.:
G.I. Narbut. Moskau oJ. (Kat. Nr. 108h).
109. Petr Mitrofanovic Suchinin (1894-1955; ?)
Illustrationen zu dem „Lied von Van'ka, der Beschließer"
(Pesnja pro Van'ka kljucnika). Undat. (Anf. 20. Jh.). Feder
(Tusche) u. Aquarell.
a. Van'ka und die Fürstin im Garten. 20,1 x 22 (Blatt), 18,6 x
19,9 (Darstellung).
b. Der Fürst befiehlt der Wache, Van'ka zu fesseln. 20,3 x 21,3
(Blatt), 18 x 19,8 (Darstellung).
c. Van’ka wird gehängt. 21,4 x 21,7 (Blatt), 18 x 20
(Darstellung).
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus (Museum) Lenin-
grad: 72448-72450
110. Unbekannter Künstler
Illustration zu dem Märchen „Vasilisa die Wunderschöne"
(Vasilisa Prekrasnaja). Undat. (Anf. 20. Jh.).
Aquarell mit zweiteiligem Aufbau, 19,9 x 12,7; Text unter der
oberen Darstellung: „Bogatyrskij kon' podosol [!] k zar-ptice,
nastupil na krylo kopytom i krepko k zemle prizal...“ (Das Pferd
des Helden näherte sich dem Feuervogel, trat mit dem Huf auf
einen Flügel und drückte (ihn) fest an die Erde...); Text unter der
unteren Darstellung: „A Vasilisa - prekrasnaja usmotrela
zolotuju makovku, priplyla k beregu, vystupila iz lodocki i
ljubuetsja na palatku...“ (Und Vasilisa die Schöne sah die
goldene Kuppel, ruderte zum Ufer, stieg aus dem Schifllein und
betrachtete mit Vergnügen das Zelt...).
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus (Museum) Lenin-
grad: Inv. 70596
113
Bilderbogen der Jahrhundertwende
115. M. Afanas’ev
111. Unbekannter Künstler (1903)
Illustration zu dem „Märchen von Ivan Königssohn“ (Skazka ob
Ivane Carevice).
Bilderbogen, Farblithographie, 37,6 x 28,2 (Bild), 43,1 x 32,6
(Blatt); bez. u.L: „Dozv. Cenz. Moskva. 2 Ijulja 1903 g“; u.r.:
„Chromo-Lit. M.T. Solov’eva (...) v Moskve“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Ruk.
otd. 106.4.1553
112. Unbekannter Künstler (1903)
Illustration zu dem „Märchen von Eruslan Lazarevic“ (Skazka o
Eruslane Lazarevice).
Bilderbogen, Farblithographie, 38 x 28,4 (Bild), 43,4 x 31,2
(Blatt); bez. u.L: „Dozv. Cenz. Moskva 2. Ijulja 1903“; u.r.: „Lit.
Solov’eva, v Moskve“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Otd.
fol'kl. 106.4.439
113. Unbekannter Künstler (1903)
„Der berühmte, starke und tapfere Recke Eruslan Lazarevic
reitet auf dem mächtigen Zauberdrachen mit den drei Köpfen,
und die wunderschöne Königstochter Anastasija Vachrameevna
schreitet ihm entgegen“ (Slavnyj, sil'nyj i chrabryj vitjaz’
Eruslan Lazarevic edel na ende velikom-zniee o trech golovach,
a prekrasnaja carevna Anastasija Vachrameevna vstrecaet ego).
Bilderbogen, Farblithographie, 27,6 x 38,4 (Bild), 33,4 x 41,8
(Blatt); bez. u.L: „Dozv. Cenz. Moskva, 26 aprelja 1903 g.“; u.r.:
„Lit. T-va LD. Sytina, v Moskve“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Otd.
fol’kl. 106.4.440
114. Unbekannter Künstler (1903)
Illustration zu dem „Märchen von Bova Korolevic“ (Skazka o
Bove Korolevice).
Bilderbogen, Farblithographie, 43,6 x 31,3 (Bild), 37 x 27,9
(Blatt); bez. u.L: „Dozv. Cenz. Moskva. 2 Ijulja 1903 g.“; u.r.:
„Lit. Solov’eva, v Moskve“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Ruk.
otd. 106.4.1547
Illustration zum dem Märchen von „Väterchen Frost“ (Moroz
ko).
Bilderbogen, Farblithographie. 49,1 x 38 (Bild), 58,6 x 40,8
(Blatt); bez.: „M. Afanas’ev“; u.r.: „Lit. T-va LD. Sytina
Moskva (...)“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Ruk
old. 106.4.1958
116. Unbekannter Künstler
Illustration zu dem Märchen von der „Wahrheit und Lüge'
(Pravda i Krivda. Russkaja skazka).
Dreispaltiger Bilderbogen. Farblithographie, 53,2 x 39 (Bild und
Text), 59,2 x 41,5 (Blatt); bez. u.r.: „Lit. T-va LD. Sytina
Moskva (...)“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Ruk.
otd. 106.4.1967
106. Märchen von dem Bauern, dem Bär und der Füchsin
Bilderbogen. III.: M. Afanas’ev. Moskau um 1900 (Kat. Nr. 117)
114
107. Der Zigeuner und der Drache. Märchen. Bilderbogen.
Moskau um 1900 (Kat. Nr. 119).
108. Die zwei Brüder. Märchen. Bilderbogen. Moskau um 1900
(Kat. Nr. 120).
117. M. Afanas’ev
119. S.G.
Illustration zu dem „Märchen von dem Bauern, dem Bär und
dem Fuchs“ (Russkaja skazka. Muzik, medmf i lisa).
Bilderbogen, Farblithographie, 55,8 x 38,9 (Bild), 58,8 x 41,8
(Blatt); linkes oberes Bild bez.: „M. Afanas’ev“; bez. u.r.: „Lit.
T-va LD. Sytina. Moskva (...)“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Otd.
fol’kl. 106.4.1970
Illustration zu dem Märchen „Der Zigeuner und der Drache“
(Zmej i cygan).
Bilderbogen, Farblithographie, 54,2 x 38,8 (Bild, Maß Mitte),
58,8 x 41,5 (Blatt); mittleres rechtes Bild bez. u.l.: „S.G.“; bez.
u.: „Lit. T-va LD. Sytina. Moskva (...)“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Ruk.
otd. 106.4.1960
118. Unbekannter Künstler
120. S.G.
Illustration zu dem Märchen von „Grauschimmel Braunchen“
(Sivka-burka vescaja kaurka. Russkaja skazka).
Bilderbogen, Farblithographie, 49,2 x 38,1 (Bild), 58,7 x 40,6
(Blatt): bez. auf dem unteren Mittelbild: „Lit. T-va LD. Sytina.
Moskva
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus Leningrad: Ruk.
otd. 106.21.1963
Illustration zu dem Märchen „Die zwei Brüder“ (Dva brata).
Bilderbogen, Farblithographie, 51,1 x 38,9 (Bild), 58,9 x 40,2
(Blatt); Bilder signiert: „S.G.“, „S. Gerasimov“, „905“: bez. u.r.:
..1 il. T-Va 1.1). Sytina. Moskau
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
E Lis 570 k/4-s 421 (Oldel estampov)
115
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inuA-V, rv napi^.arvmrt t»xxv.«lta»w. yerwi x ocraiio«
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lIpoovuTti otn. jxnrHö tyron., npocsy.rc*, onu.iKy*—
h>tv iiupwniu! Hör» on.b cnxth. K?n^a BefewpntUS uo-
xnni.:. HMarnjLifiy» Kjucor.
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KMero. noawn.»juse. Hirn. onxaien., aoBtrJb jo K»ni<y-
M WH<TM M CrtANK'MIM'S B<» WMTb f CTAp^l«
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in. b 'pomub cm Afeipu*. HtK .r.if vim Kpamn» Traopm*
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I’eucim-TMÄ twy Hcimr,*.injur Kparor* ny> anm.« r».*' y
KootM BexMHirHaro n wayMiiAX r;l xcian cwepn. em
— Cweprv Nomes üaxmc'.iua.'o coupim n» xftjrt. n
nflno-m. ywb. < jtta—»j1. a ocni.—r> «opl
Bott» nootn, lt«aai.*iupeA» n. kj. nuiewy wop» ITpnmwb
ohi» cb uopn. ii MXorfcAoci cmv len. Buxm .Teiinn.
iK-TpcCl. lUtennxi. npmtkm.v i wi ncm.
— Ile iiHia ;iÄpei!i*<K a rrfb njmroxyc<
Btonrri. Mcjurkib llaiena'ii» npunteiKu .1 trt nerv.
— He i5tumA whm (MpeAims « nAb npan?jKyn.
yun.i hti. riA^'on'n. ha feyojy U’j'tr, 6p.v n.icn «r. Äfft.
Ue trüb mvu.; nnpiiui’iu H tv*! upitTWRy«*i .
BpOiiui» uapeninv an Mopfc, IVy yrh Mopr sc«*» iuxuy-
.loci, n sutyoca.ro tu r^ri. o- in Il Mitbanni» vu.vrUt^
ciranwb uutb 11 o*Mt llmb patKaiMOL no.
uct > au.vrl.1.1 vns». ihayai ms trnnuna» .''rrprfl*; yiwiTmt.
yrsy n pxiopM.it» nvn«Kjw>. Hn» yr»» uta.iv «trto—m
np?MO 8b »o^y. A mj*4 noixairM.Ti fifliro n Dwuuei ü Um*
iiy’Wipwiny. lUpeairrh noapxB'% sAno-wi rbnyxy n n«rtne.ib
npa uc i. >. l.'oai^w lkjtu«pni»My atuBojwn,. 1! •*« inmsmis KpA*
ccna huZIeuy iLTocrpiuy. ^uxta cm n netta :«b
njpmrty.
IlijiciMun. l!si»n.'HApeMTb Uta* IUmw. J n pysn
ottycnutKU- cpiwy npfnnru Cr.ub tupcarrit mpiopiieM-
b4is eflu-'i ci. p>su ua pyxy. a Kwihi tucajo 6p«X4TV '»n.
crl’i’j m» apynjft lip^ca-io ao to# non ne cm;lio
•nx). Tyn» Kvrü jaxii. 11 ywrpb. UAiMA*«Apeta*n»,>.*)uvy^
.viuia ;• ft pb rx> iy%» »ij-rry. uxTiXttTi Bi nvc vJ’iAui
»vi'.w m n-MiuibVo ca-yfi !*'•□•». «R ci. wu»»> "• itiärffru
Kmkt. ni-lun.il*. ra-b «s i.»r*. a« o^U-uui IImua-
UApeuru ti. IkT'iruit.TiKn) Kfixoje# n nrx.it raqu< ua i>oc&
M»P». U 111 :<Wt. a;ij)6uji.. ve4fs 'f1: r.M-li. n-- v«n<b
109. Der unsterbliche Koscej. Russisches Märchen. Bilderbogen. Moskau uni 1900 (Kat. Nr. 121).
116
121. Unbekannter Künstler
Illustration zu dem Märchen „Der unsterbliche Koscej“ (Koscej
bessmertnyj. Russkaja skazka).
Bilderbogen. Farblithographie, 43,2 x 38,9 (Bild), 58,6 x 41,6
(Blatt); bez. u.r.: „Lit T-va I.D. Sytina, Moskau (...)“.
Staatliche Öffentliche Saltykov-Scedrin-Bibliothek Leningrad:
E Lis 570 k/4-s 421 (Otdel estampov)
Illustrationen aus sowjetischer Zeit
122. Evgenij Sokolov (1880-1945)
Illustrationen zu dem Märchen „Das Wunderpferdchen Hök-
kerlein“ (Konek Gorbunok) von P.P. Ersov. Moskau, 1943.
3 Bll., Bleistift u. Tusche, 35 x 30, z.T. signiert r.o.: „ES“
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 55453/ 6, 26, 36
HO. P.P. Ersov: Das Wunderpferdchen Höckerlein. III.: E.
Sokolov. Moskau 1943 (Kal. Nr. 122).
117
123. Marija Ivanovna Ivasincova (auch: Ivasinceva,
Ivasenceva; 1882-1952)
Buchillustrationen in A.V. Nemoljaeva (Hrsg.): Russkie skazki v
igruskach. Risunki M.I. Ivasincovoj (Russische Märchen im
Spielzeug. Zeichnungen von M.I. Ivasincova). Moskau: Izdanie
mestnoj promyslennosti RSFSR. 1948. 12 S. mit 10 III. 4°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: I 38 -16
124. Afanasij Efremovic Kulikov (1884-1949)
Illustrationen zu dein Märchen „Vasilisa die Weise“ (Vasilisa
Premudraja). Bilderserie (Buchvorlagen) im Stil russischer
Volksbilderbogen. 1923. 8 Bll. u. 1 kl. Bl.. Tusche u. Aquarell
auf Karton, Darstellungen in einfacher Umrahmungslinie.
a. Umschlag. Vasilisa, Vasilij und der Meereskönig. 22,1 x 17,8
(Blatt), 19,3 x 14,8 (Darstellung); bez. u.r.: „Kulikov“;
rückseitig Zeichnungen mit polit. Themen.
b. Kapitelanfang. Der Kaufmann. 9,9 x 17,5 (Blatt), 4,4 x 12,6
(Darstellung); bez. u.r.: „A.K.“.
c. Der Kaufmann und der Wasserkönig. 22,1 x 17,7 (Blatt), 8 x
12,6 (Darstellung); bez. u.M.: „A. Kulikov“.
d. Vasilisa und Vasilij. 22,1 x 17,7 (Blatt), 8,1 x 13,6
(Darstellung); bez. u.r.: „A. Kulikov“.
e. Vasilij und der Meereskönig. 22,2 x 17,6 (Blatt), 16,3 x 12,8
(Darstellung); bez. u.r.: „A. Kulikov“.
f. Vasilisa und Vasilij fliehen und werden verfolgt. 22,2 x 17,8
(Blatt), 16,1 x 12,6 (zweiteilige Darstellung); bez. u.l.: „A.K.“.
g. Die Verfolgung. 21,9 x 17,7 (Blatt); 16,2 x 12,5 (zweiteilige
Darstellung); bez. u.l.: „A. Kulikov“.
h. Die Rettung. 22 x 17,8 (Blatt), 16,1 x 12,6 (zweiteilige
Darstellung); bez. u.l.: „A. Kulikov“.
i. Schluß. 21,9 x 17,7 (Blatt), 16,1 x 12,5 (zweiteilige
Darstellung); unbez.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus (Museum) Lenin-
grad: Inv. 72439-72447
CKAfcHCb. WI’O RJflAi IWAHCTAPblH
,.. MfAOe«R-ByA(iUb MHt FCAHMH 0TIJOM,
(£)’X KOAH A*T- GYAOUb AWCHMtJM,
’>\ t?AT, noAH po&tia Mne-EYA^tub
MnAMh Afyr!
///. Vasilisa die Weise. III.: A.E. Kulikov. 1923 (Kat. Nr. 124).
Auf. S. 118: Bll. 124c, I24d u. I24e; aufS. 119: Bll. 124f, 124g,
124h u. I24i.
118
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119
125. Julija Leonidovna Obolenskaja (1889-1945)
126. Boris Petrovic Bulgakov (1893-1963)
Illustrationen zu dem „Märchen vom goldenen Halm“ (Skazka o
zolotom petuske) von A.S. Puskin. 20er Jahre des 20.
Jahrhunderts. Gouache und Gold auf Karton.
a. Der goldene Hahn. 34 x 50,3; bez. u.: „Petusok moj zolotoj
bildet vemyj storoz tvoj“ (Mein goldener Hahn wird Dir ein
treuer Wächter sein).
b. Die Königin von Samachan. 34,1 x 49,9: bez. u.:
„Samachanskaja carica, vsja sijaja kak zarja, ticho vstretila
carja“ (Die Königin von Samachan glänzte wie die aufgehende
Sonne und trat dem König still entgegen).
c. Die Heimkehr. 33,7 x 50,2; bez. u.: „Vot-v“czzaet v gorod
on...“ (Hier fährt er in die Stadt ein...).
Illustrationen zu dem Märchen „Das Wunderpferdchen Hök-
kerlein“ (Konek Gorbunok) von P.P. Ersov. 1938.
2 Bll., Gouache, 28 x 38 (BI. 1) u. 29 x 39,7 (Bl. 2), bez. r.u.:
„B.B. 1938“ „1938“.
Dargestellt ist „Cudo-judo ryba-kit“ (Märchenhaftes Walfisch-
Ungeheuer) aus dem dritten Teil dieses russ. Versmärchens (vgl.
Kat. Nr. 45). Der Walfisch hat Schiffe und Seefahrer verschluckt
und muß daher so lange als Grundlage für ein ganzes Dorf mit
Häusern, Straßen und Wirtschaften dienen, bis er diese wieder
ausspeit.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 48700-48701 (R 2031,
2032)
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 16147/ 1-3
112. P.P. Ersov: Das Wunderpferdchen Höckerlein. III.: H P. Bulgakov. 1938 (Kat. Nr. 126).
120
127. Valentina Michajlovna Chodasevic (1894-1970)
Buchillustrationen in K.I. Cukovskij (Bearb.): Skazka o glupom
care (Das Märchen vom törichten König). Peterburg: Epocha,
1922. 16 S. 4°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: Oik
» 9 n o x a «
ntTt rnyp r
19 19
128. Tat’jana Alekseevna Mavrina (I902-)
Buchillustrationen in A.S. Puskin: Skazki (Märchen). Moskau:
Detskaja literatura, 1974. 176 S. 4°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: L 113-257
129. Aleksej Michajlovic Laptev (1905-)
Buchillustrationen in K. Usinskij (Nacherz.): Russkie skazki
(Russische Märchen). Moskau: Detskaja literarura, 1949. 64 S.
4°
Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: LB 32 -110
113. K.I. Cukovskij: Das Märchen vom törichten König. III.:
V.M. Chodasevic. Petersburg 1922 (Kat. Nr. 127).
121
130. Evgenij Adol’fovic Kibrik (1906-1978)
Illustrationen zu russischen Bylinen (Sagen). 1950.
Getönte Autolithographien.
a. Il’ja aus Murom und Zar Kalin. 14,9 x 14,6; bez. u.r.: „E.
Kibrik 50“.
b. Der Feuerdrache. 13,1 x 17,1; bez. r.o.: „E. Kibrik. 50“.
c. Il’ja aus Murom und der Falkner. 19,9 x 14,9; bez. u.r.: „E.
Kibrik 50“.
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus (Museum) Lenin-
grad: Inv. 84042, 84043, 84046
116. Il'ja ans Murom und der Falkner III.: E.A. Kibrik. 1950
(Kal. Nr. 130c).
114. Il'ja aus Murom und Zar Kalin III.: E.A. Kibrik. 1950 (Kal.
Nr. 130a).
115. Der Feuerdrache (Byline). III.: E.A. Kibrik. 1950 (Kal. Nr.
130b).
IsK'-fo, V i)
122
117. Das Märchen von Ivan Königssohn... HL: F.G. Silov.
Mstera 1945 (Kat. Nr. 131).
131. Fedor Grigor’evic Silov (1915-1963)
K. Sokolova
Entwürfe für Bühnenbilder zu dem „Märchen von Ivan
Königssohn, von der Heimaterde, dem geliebten Mütterchen“
für eine Aufführung des Bezirkstheaters Vladimir (Gestaltung
durch das Künstlerkollektiv Mstera). Mstera. 1945.
2 BL. Tempera. 33,3 x 25,7 u. 33,6 x 25,7; jeweils bez. u.:
„Seena iz p’essy [!J. Skazka «ob Ivane carevice, o zemlc
rodimoj, o matuske ljubimoj». Poslanovka Vladimirskogo
obldramteatra. Ofonnlcnie kollektiva chudoznikov Mstery“;
BL 1 bez. o.: „Ogonek 1945 Nr-“; u.r.: „Chudoznik EG.
Silov“; BL2 bez. o.: „Ogonek“, u.r. „Chudoznik Sokolova K.“
Institut für Russische Literatur/Puskin-Haus (Museum) Lenin-
grad: Inv. 68934 u. 68935
Kunsthandwerk (Palech-Miniaturen)
Märchen und Sagen bilden auch beliebte Motive für das
russische Kunsthandwerk. Neben Holzschnitzerei, Textilkunst
und Keramik hat sich in der Lackminiaturmalerei mit Tempera-
farben eine sehr russische Tradition gebildet, die in der
Nachfolge der alten Ikonenmalerei steht. Zentrum dieser sog.
Palech-Schule ist das Dorf Palech bei Ivanovo (Gouv. Vladimir),
wo sich 1924 Künstler in einer Produktionsgenossenschaft zur
Pflege allrussischer Maltradition („Palechskaja arteL drevnej
zivopisi“) zusammenschlossen. Sie schufen in der Folge
zahlreiche Illustrationen zu russischen Volksmärchen und
Bylinenstoffen sowie auch zu zahlreichen literarischen Mär-
chen. Ähnliche Maltraditionen bildeten sich in den Dörfern
Mstera und Cholyj heraus. Die Palech-Malerei ist bis heute in
Rußland lebendig geblieben, wird jedoch zunehmend touristisch
vermarktet.
132. Aleksandr Ivanovic Blochin (1877-1944)
a. „Skazka o carc Saltane“ (Das Märchen vom Zaren Saltan: von
A.S. Puskin). Palech, 1926.
Rechteckige Lackdose aus Pappmasse mit Lackminiatur. 8.1 x
11,2; Höhe 2,7; bez. u.r. „S. Palech A. Blochin“.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 6487
b. „Skazka o care Saltane“ (Märchen vom Zaren Saltan: von
A.S. Puskin). Palech. 1929.
Rechteckige Lackdose aus Pappmasse mit Lackminiatur, 10 x
9,2; Höhe 5,6; bez. u.r.: „S. Palech A. Blochin 1929“.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 6488
133. Aleksej Ivanovic Vatagin (1881-1947)
..Skazka ob Ivane Carevice, zar-ptice i serom volke“ (Märchen
von Ivan Königssohn, dem Feuervogel und dem grauen Wolf).
Palech, 1933.
Runde Lackdose aus Pappmasse mit Lackminiatur, 0 10; Höhe
2,2; bez. u.M.: „A. Vatagin s. Palech 1933 g.“.
Staatl. Literatur-Museum Moskau: KP 6489
134. Michail Petrovic Vakurov (1880-1942)
„Skazka o Pope i ego rabotnike Balde“ (Märchen von dem
Popen und seinem Knecht Trottel: von A.S. Puskin). Palech.
1933.
123
Rechteckige Lackdose aus Pappmasse mit Lackminiatui, 9 x 12,6; Höhe 3,8; bez* M.r.: „M«P Vakurov s Palech 1933 g*“* Staatl, Literatur-Museum Moskau: KP 6490 135* Ivan Ivanovic Golikov (1856-1937) (Buchillustrationen im Stil der Palech-Malerei:} A.S. Puskin: Skazka o care Saltane, o ego syne slavnom i mogucem bogatyre knjaze Gvidone Saltanovicc i o prekrasnoj carevne Lebedi (Märchen vom Zaren Saltan, von seinem Sohn, dem berühmten und mächtigen Helden und Fürsten Gvidon Saltanovic und von der wunderschönen Schwanenprinzessin). Moskau-Leningrad: Academia, 1937* 53 S* 8° Staatl. Hist. Bibliothek der RSFSR Moskau: P 91 136. Aleksandr Kurkin Russkie narodnye skazki v illjustracijach palechskogo chu- doznika Aleksandra Kurkina (Russische Volksmärchen in Illustrationen des Künstlers Aleksandr Kurkin aus Palech}. Leningrad: Avrora, 1975* 36 BIL mit färb. 111* 8° Auflage: 39.000 Institut für Slawische Philologie Marburg: Ee 7448 Die Ausgabe enthält Lackmalereien zu sechzehn bekannten russischen Volksmärchen* 137. Unbekannter Künstler „11 Ja Muromec i Solovej Razbojnik“ (IVja aus Murom und der Räuber Solovej; Byline). Choluj, ca. 1980. Rechteckige Lackdose aus Pappmasse mit Lackminiatur, 5x7, Höhe 2,8; bez. u.L: „p. Choluj“. Privatbesitz Marburg 138. K*N. „Carevna-Ljaguska“ (Die Froschprinzessin). Choluj, ca. 1980* Runde Lackdose aus Pappmasse mit Lackminiatur, 0 5,4, Höhe L5; bez. u.r.: „Choluj K.N“, Privatbesitz Marbuig 139. O. Jakimov „Il’ja Muromec“ (Il'ja aus Mumm; Byline). Choluj, ca. 1980. Rechteckige Lackdose aus Pappmasse mit Lackminiatur, 9,4 x 6; Höhe 2,8; bez. u.M. u.r.: „p. Choluj Jakimov O.“. Privatbesitz Marburg 140. B.T. „Zar-ptica“ (Der Feuervogel). Mstera, ca. 1980. Rechteckige Lackdose aus Pappmasse mit Lackminiatur, 8,9 x 5,8; Höhe 3,3; bez. u.l.: „Mstera“, u,r.: „isp. B.T.“. Privatbesitz Marburg 141. V.G. „Skazka o care Saltane“ (Das M&vhen vom Zaren Saltarr, von A.S. Puskin). Mstera, ca. 1980. Rechteckige Lackdose aus Pappmasse mit fünf Lackminiaturen auf dem Decke) und den Seitenflächen, 7,4 x 11,1; Höhe 6,1; bez. (Deckel) u.r.: „Mstera“, u.l.: „V.G.“. Privatbesitz Marburg 142. Silaeva „Zar-ptica“ (Der Feuervogel). Palech, ca. 1989. Rechteckige Lackdose aus Pappmasse mit Lackminiatur, 10 x 6,8; Höhe 2,5; bez. u.M. „Palech“ r.u.: „Silaeva“. Privatbesitz Hamburg
124
Weiterführende Literatur
Afanas’ev, Aleksandr Nikolaevic: Narodnye russkie skazki
(Russische Volksmärchen). Moskau 1855-1856 u. 1858-1863
(vgl. Kat. Nr. 50).
Afanas’ev, Aleksandr Nikolaevic: Narodnye russkie skazki. Izd.
2-e, vnov’ peresmotrennoe (Russische Volksmärchen. Zweite,
erneut durchgesehene Ausgabe). 4 Bde. Moskau: Izd. Soldaten-
kova, 1873. 8°
Afanas’ev, Aleksandr Nikolaevic: Narodnye russkie skazki. Izd.
3-e, dopolnennoe biograficeskimi ocerkami i ukazatel’jami pod
red. A.E. Gruzinskogo (Russische Volksmärchen. Dritte Ausga-
be, ergänzt durch biographische Skizzen und Register unter der
Red. von A.E. Gruzinskij). 5 Teile. Moskau: Izdanie I.D. Sytina,
1897. 8°
Afanas’ev, Aleksandr Nikolaevic: Narodnye russkie skazki. Pod
red. A.E. Gruzinskogo. S kartinami A. Komarova i M. Sceglova.
Izd. 4-e. (Russische Volksmärchen. Hrsg, von. A.E. Gruzinskij.
Mit Bildern von A. Komarov u. M. Söeglov. Vierte Ausgabe).
5 Bde. Moskau: Tip. I.D. Sytina, 1913-1914. 8°
Afanas’ev, Aleksandr Nikolaevic: Narodnye russkie skazki. Pod
red. M.K. Azadovskogo, N.P. Andreeva i Ju.M. Sokolova
(Russische Volksmärchen. Hrsg, von M.K. Azadovskij, N.P.
Andreeev u. Ju.M. Sokolov). 3 Bde. Moskau-Leningrad:
Academia/Gosizdat, 1936-1940. 639, 661, 562 S. 8°
Afanas’ev, Aleksandr Nikolaevic: Narodnye russkie skazki.
Podgot. leksta, predislovie i primecanija VJa. Proppa (Russische
Volksmärchen. Textedition, Vorwort u. Anmerkungen von VJa.
Proppj. 3 Bde. Moskau: Gosizdat, 1957. 516, 510, 509 S. 8°;
1958 erschien eine zweite Auflage.
Afanas’ev, Aleksandr Nikolaevic: Narodnye russkie skazki.
Izdanie podgotovili L.G. Barag u. N.V. Novikov (Russische
Volksmärchen. Hrsg, von L.G. Barag u. N.V. Novikov). 3 Bde.
Moskau: Nauka, 1984-1985. 511 S„ 13 Bll.; 463 S„ 12 Bll,; 495
S„ 6 Bll. 8°
Afanas’ev (Afanasjew), Aleksandr Nikolaevic: Russische Volks-
märchen. In neuer Übertragung von Swetlana Geier. Mil einem
Nachwort von Lutz Röhrich. München: Winkler, 1985. 962 S.;
dass, in zwei Bänden: München: Dt. Taschenbuch Verlag, 1985
(-dtv5931). 8°
Afanas’ev, Aleksandr Nikolaevic: Poeticeskie vozzrenija slavjan
na prirodu. Opyt sravnitel’nogo izucenija slavjanskich predanij i
verovanij, v svjazi s mifiöeskimi skazanijami drugich rodstven-
nych narodov (Die poetischen Anschauungen der Slawen über
die Natur. Versuch einer vergleichenden Erforschung der
slawischen Volksüberlieferungen und religiösen Vorstellungen
im Zusammenhang mit den mythischen Erzählungen anderer
verwandter Völker). 3 Bde. Moskau: Izdanie K. Soldatenkova,
1865-1869. 800 S„ 2 Bll.; 1 Bl., 784 S„ IIIS.; VII, 840 S„ 1 Bl.
8°
Afanas’ev, Aleksandr Nikolaevic: Drevo zizni. Izbrannye stat’i.
Vstup. slat’ja B.P. Kirdana (Der Lebensbaum. Ausgewählte
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VI. P.P. Ersov: Das Wunderpferdchen Höckerlein. Volkshilderbogen. 1885 (Kat. Nr. 83).
Cmbhu« C«hhuk « Xpaöpwü ßosa Hopomnu nopanaen Flwana ßorawpR.
CMMbri Xpaöpwft ßoraiupb Hem HapeenHb, tjan «a Cepm Bo/int saeen,
Mapb niNuy n Eaeay npeKpacHVw hs aiaTorwenM^ Knut.
VII. Russische Märchen und Sagen. Vierteiliger Volksbilderbogcn. 1890 (Kat. Nr. 87). Links oben: Der starke, tapfere Recke Ufa aus
Murom besiegt den Räuber Nachtigall: rechts oben: Der berühmte, starke und tapfere Bova Korolevic besiegt den Recken Polkan;
links unten: Der berühmte, starke und tapfere Recke Eruslan Lazarevic reitet auf dem großen Zauberdrachen: rechts unten: Der
berühmte, tapfere Recke und Königssohn Ivan reitet auf dem grauen Wolf, führt den Feuervogel und die wunderschöne Elena mit sich
auf dem Pferd mit der goldenen Mähne.
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V///. Russisches Volksmärchen von dem Recken Ivan und der Froschprinzessin. Volksbilderbogen. Moskau 1889 (Kat. Nr. 85).
IX. Russisches Volksmärchen von der bösen Schwiegermutter und Zauberin. Volksbilderbogen. Moskau 1889 (Kat. Nr. 86).
X. Russisches Heldenmärchen von Eruslan Lazarevic. Volksbilderhogen. Moskau 1891 (Kat. Nr. 88).
XI. Märchen von Bova Korolevic. Bilderbogen. Moskau 1903 (Kat. Nr. 114).
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Oxb caataat ya« > »zatlxiaMw kimm BaaH»** X mrvp*ro Cura aosw RpeapacMa« Aiuc:<c*a B*»» ropoaa. ab acropona mhf» Baipixi*. fiuno r lyfioaoe oa«pQ. i rb rowb o.'cpV »»n ac**»>A
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XII. Märchen von Eruslan Lazarevic. Bilderbogen. Moskau 1903 (Kat. Nr. 112).
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XIII. Märchen von Ivan Königssohn. Bilderbogen. Moskau 1903 (Kal. Nr. III)
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Haan ne yaaan ero, Aaovrca, wo nxoA bixmuA 6a
puak saatn ero
Mtuv cnopu ux». xyxtoe xan aa cairl- BptMoA bim
KpMMOÄ?
- Hirv. pc&m. npaaxoft ayapewo npuaan. Kpmuoi «*n
aywae Han triaaHMBaorw, a aw oftaaHWMeak
— Hy. wo. mob iipaaua' - oÖpaAoaaaca H*m
ricxiutll lUUUt HoOXUeTCAMMk npHKAjWIKk OliM Kk MMy
— OmaoMCfc-a. <no6n«uA. piraa tu mark cnopk
Kan jpime xark—rrpumoA an aptaxoA'
— Bon. «MMN o «en cnpunaamJ Hartcraoe Xiao—
kpwuoA Kixm Muaie npaaxi? 3a npaaxy Bk Caöapk yro
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— Hy. cxwuun, art roaoprrk. wo rpaajoA rpnt
xmtk, ctaauk Haan Hayay
— fla, a cr-ma mo xwn tro-Eona. un. aaiaark.
Em. mamtv Eyn. wo 6y*erK » toxmco a BpnajeoA aom
•w 6yxy1- ckjujv Hayak
H noui-in ohm AMbuie Iloporcao Hun ko acaaoMjr
DOAJUXIKMTCa. Iteilt ero KOpUBTk H Ck COÖOIO MJ AO
pory xxiöa xuoTk. a Hayn rat kam aaaaerce, r«i ao
padoraerk » Kopay ix tfta A y Hmm koaau nocaaaacK
llonpoouv p*n Hjyav y aero aycon uUi
— A WO TW Wut 3a BCTO AMlrk' CnpOCMJV lllMK
— 4to xoHtwv Öepa «n. roro. wo y Meaa een.
— JlaaaA. • rröl raaik mmkojuo
Hayn coraacxacx owa yn raaoxen on 6un Haan
aMaaxon eay raan a xuk ayto«en uVa Ckin Hayn
axtfik, n oooua AMMDt f Iporcuoxxjca Hayn m noapocaak
y Haarn eure Kycon ulZ
Bwaonorb Haan eay ;
Kycown uVsi Howen I
onaxj coMitk na xoport
ham-6uam am ayawa- Haan aa Hayn Haan
< <mxk öojknw Htopaaxo» aa c/hukjmm i Hayn
ace xtaaxk ao npaaxi a ayuuk Bin caoA
A yknC npomm rpyjmni Bork pan aocaopan oaa
Ti Men coöoA Haan raaopan wo xyame
acoTk KpMiAO*. a Hayn roaopaav. wo apasAoA ae apo
KMaeuiK a ayauie »um. npaijoA Giiopujn oaa. coopM-ta h
piiuMAH .toAth aa xopory a enpoern ao rpeik pan aepaaok.
Kto HMk tuacTpiry oocuerk IkpaaiMV notouci an
Myxiwork^aTpewn.-aexaio oatnerk. Oaa n bcmj
Em. aa noMoaik, lenmcw1 Paxpiana tw awuv enopk
kin Ajnmae acm aa 6iaon citri — xpouoA an apa-
BAOrfP
- Hirx 6pamw. opaaioA aeaoiMOKMO ain apowm
BojkMKre n npatrlpy. aon aase rtao: Kmryrk
TpyaiMN aponnw KpaaioA aorrk aoaaronrte.
— Hy. luuuak aoa apaauul—ousktk K*aak.
Hoaua jeuwae Btuorrv—laerk n Kafiarvt aynm Oaa
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Cktnon caoA ayron a notaen nonumay. ocayok». tk
ItUOHMOA Ukjw luexx Al M CÖIUCT Ck AOpOCM. — ae MCJOTV
KYAA HTTM Bork 0<k II K><Ufk MOJIMTWa
— rocncuta. ae oema wem. rptuaaro pafia Taoerol
H aApyrk CJtuuarrk Hayn —aro-ro roaopark eay
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tutaxy. aa*Aen Tpoaaway. ui no ae«. aou ac aoAkiuk
ao rpraywaro kakri. a aoru uAaemk mkkk kmxAci an aero
kam, hjmooi rju3a, a tw npoopteuik Koria apoopicak.
mim uepxk on. kjuo*u. <ui«su Gojuuo« ayök, auiik
aa aero a cmam ao camoA aowt. mo ae cna. a cxynul wo
6yAyrw roaopwrk Menerwe <yia. uoropwe cjrriKrrvi non
roTk ay6k-
Hayn nn ace a CAlaan. awaen tuen, ywuac«
kaoA ero m oowTv yaiutii. calrk Bo®« flouien xuvoie.
orwcKMk ay6x «m tn aa aero. aoaumci aon m cran
CAyaarw H aApyrk cjutomh. on - lerrrk non aySk ro
•ein rropon Mewcrwe ayi« CmtLimck a cran paKxa-
iwam Apyn» Apyry. rat rro 6un a wo atun Bork
ojum ayn m roaopwra
— jlecark roaon a wywy tupeaay H «in toamio
ae awroaan weaa an ae*. M««eTo acaiAaik ne aoeyrk A
awnark wem noxen TOtkKO rorx no y rwcoco-ro 60-
rararo Kyaaa juKTuerk aaoay. wo aoank y aero aan
"^Trpon act 6tcu paixeriAack. Hayn cain Ck xyCa
h nowen neun. »yniu. o aoropon roaopan ncbbctw«
Ayn OrwcKMk a cran apoewrko n aeny n pafonunai
— Mmt lenerk ae Myaao. — cmamak Hayn, — rnuio,
coraa • npopaöoram aa reäa ran. tu orxauik aat aaoay
Ck BOpOTk
Kynenk cocmcmjc« Cran Hayn paöorm. aa aero. aa
Tiak yctpAMO, wo xynevk KuaMaraca ae uork flpo-
paöoTMk Hayn ran a rran npoem y ayaoa aaoay
Caan ryoetrk aaoey ck aopOTk a oraan Hayity.
notnen Hayn Ck hkomok» aa rpyA* np*uo n uapexowy
laopuv IlpHiaen m roaupwik
— Jl Kipeaay wory aurtawn
Baeaa ero n qapaoa itaxaru, n taawoA iwpewrt
Caauk HayMk ck rpy» oöpan, nouoaxaca nepexk awn.
naioiuuk rpM xmmuxk rouuaa h waatn c6p*n ha u*
peawy. Eoaiaab roreack «e noxMwyxa ee. uy6on aujerku
ask aea, a oaa ctxu JAopoaa aoepexNeNy. Uap* a apu
ran 6mm paau. wo ae maam. aan a 6aaroAapatk Haywa.
Ibpeaiu n tuaopwrk orny.
— Eaarocaowa. iMpväanoaua. aew aaayn m aero arrx
ayvouro kcmhij we kjAtm. ju wat ero a ne haao.
— Xopoiuo. 6yik no-Taoeay.—emuk eA ixapt
Bexopi axk i< noatwuxH. a cran Hayn y aapa aa-
atcro cuju XMTk.
Hpowexk ron. a Hayn aaiortn aotxark aa poxway -
aan. aaatenrrk. a uapeaaa aaicri ck aan noiixu
Bora noaktruKTTk oaa n HayvoaoA Aepeairk. caorpark—
XIV. Die Wahrheit (Pravda) und die Lüge (Krivda). Bilderbogen. Moskau uni 1900 (Kat. Nr. 116).
CHBKA-EYPKA BXU1AS1 KAVPKA.
^yccKaa CKS3Ka.
ixtx^utx rmpxvi- x r«u» y sm» rw
yxxun. a Tperifl llaaux-yyparx llpx
— liaxk nou^nxinv Men» t»ki. npuv.uiTr
nrpaui rpn ixkim n< • cwy ui •unarx na mo» w<Tuiy
Xurpv crapmcx, cwxmxj noiopoKiLiu eru. Bon. Barry-
tuen. 1WII». UA>> riajiMcMy rUny rodltpJIMA Ha »«.Ty.
a euy ae wvra. O ikva Ban u noarjn» a uexn. ILria/ix
oin> ixtstx na Mont.it. u pouxo xx iwdium in. urwy
Barry-
mübbax oTWfk cnpaxMMrrx:
— Kto ’unarn.? Craptat* rum.?
— Htrx. öDTirtrsA. uxaMiA
lla Apyryp wru xtax 0iuo xropoMy cuxy xm sa
Monuy. n npoarrx owx typoxa aourrx ix serv. Hmbx
rra.ii. oAnjarMTi llpmar.n. um. na Monviy n rrxn. ’umrrx
lUpyi'X m. cAMyn nuintni urraerx «non.
— Kto nwrarn.? Tu. cpr.ixiA cum»?
— Htrx. tan«Ka. M-ia.TnriA cuirx, Raxx Aypaxx
— Hro tu, ILua’
— H. 6am«ua, crvt'ixTX Ban
Crapuin. caxmiyAk u qnuaiy.Tk
< Hxsa-^ypea, xteiax xxypxa. rranx nepejo xsoA. kaxx
.mm. iN-p«.n. TpkWw A'
Kr-ui 6txirn. aeM.ui .ipoxim., an. yatefl mawi Kviim.,
lla Tprrxci o’tb Dpwsn.it llaairx ^ypark na dmxktx u
‘orram. y müouu. Poruo xx tiu.ix<rik mui cnpoxx
a IUL ii'UTprO uavt arnrn. IIovumajw mh> ex m<4X.it
orwK*ttio. uam. BXi»iHjniutt
loBici4}ptt. xtoiM aypea.—nuui. rrapuKK—cij-
Aii oaii) tuexy rbpnt h Spano«, uo aijAiurt xirk A tu .
Ikuti, tut* n upa*x- yio kuu m aurtet an. jtearo—
mumaL u.i.>o.ciuw sp-.ni. rt ».ku>a llor-w Ute n>
xteoe yxo mix a» Mixteat im> afXMro.—«yjrab «nxn.
auann.n4ott Troqu. ornycail snax,aK»Ki> xyvwvMrt reöl
fty.VTl.. TU RULO u n> imkv. rBwnuf u qittsnu J ua Sjpa.
Bteux Mypte. mit l tjqwi>» mim4. un ui«- n. m-pr-a b tpwO' *
<'rapaw apoenun rv cuxow ii kmIkm Am. rx »♦oiuiy
A llasuik oorpeaajx wo nct kuu ceoero. oraycran. m*
M nu6pr.rx AONo«.
Iktp.M't »> amiy lupcny nuacjn. <m> tupa turn. <r.iu
HaX irTrx rax»t Mxro.mrk. toTopuft ropwn. <t cpeiewiaTMi».
itaAan. iwprpen. napraau. To uaps. vTAacrx »Myan. M wro
fbm> ,xm Bporui My Hatezan. DoueX A llxaift ocuirx
iiaunu. m n iTwqaiT’. uw
— >'h XU 6U M'lt-TM KaKp>M»6y IL C06UWXC1 MAX
II xn.kuKi.TyTX 6paiu u mim. A Hmhx iw .rmerx,
NpMBiwn. MTX cwy Tpcinory» kuGw-miKy. fipxrxx yteaAX,
a IImufx cten* ua Tpeaxory» ü^ujexsy n autxa.TX n
mj..uuy. Ri 'iMcr>r i»ne. Tarn, out canrnty ji. u KpMpiy.TX
— Cmi».6ypiu, n>niM Kaypia. mm- nepr w mhoA, r.uc i.
.wen ncpr.Tb
Komi, öixun. » «a .ipdautTi.. an. ymeft ilttiks nxinri.,
a in k mmpefl tupx aentn. IIo4<K&KA.7k n «iMoiaiai, uki.
BKijMuiiun HBAau.iypars el npaxoe yx<> a.Ttex. »u.
rtxt* BUAtek n crx.it waw.wwb, spuak cx NtMmrx
Ctm» wn IM Cxxxy.öypxy u norxaixn. noprpm. cpuiurx
Hapoay xx rvpijl 6hao wunMoii*MUirw.< Ikumtna px»o-
ruajx eaoav lumx u cuaxy.Tt kx mpuuaitx CvpM.Tt
ll»uun...iypaKk u uoprprrx H ikuvtcuiw, tto uui lunrx
Bnrt>i »>txta* npitukTk uaaoacixx. uapoji. MJti.Tb, a xy.u
ynaxxrx. nwcrv u< mA&n« cxpivira xakv «iapx Hmht.
iipitexn. a oKoaiqy, ertex ex koum, xx xtaue yx<> ortet,
n. npa»^ maste x h cruyentn» icu. * carx nao uo- H
BpcAXAOMoA, ua Dein u xuerx Gpan^nx
-4 Bon. npitxa.ui Gparxa u ciaui j-axxxjuimti. mun» I
u>pM.TX nuprpen. n ynaxa.n» rx im u rx H
MtuovrtnqeMK A KyM—XHKOxy Mcturtrnio.
BBlpJtXM OUULKCrTO SpOMeiUl, C UApb (Z/MlMm. ITO JXcB
nupx. ua xoropuA coMaxaen. actii öwtpk. rynuort
n kprerwixt. Cwui 0|xmji roftupanz». u lluiin. urnpawuca
rx xhmx. Cten» rnx, rx uapcaitvt wuxrarx, r/t-ro M
ne-iry, A» rM.rrpwrx, porx paatui«.
lUpMU'a mna iwncam roertA oöiioorri m nnoia
k 6puoA, a caua »pKo eworptm» aa arteui. ne ofcrpeKii
JHI KTU uxx imrx ex »uoTCHn^Mi. Kto «ZoTpeTrx. r<m>,
JHAMim., H XrMMl b «. HjIXTo K«. IutTlA iw oGrepcx Tyrt
MraiHy.in o«ui m xrixjr ywuiLM Aypoica, auaymano m
iw«. pMlüift. cawii hfci. Hb caxt. wxnx-u pacrjxiuuiM.
lltpcaiLA ilajilxi cniEurt uiima u »•►Aiicc.'ia ruy llxun-
A) pn JUiniTb nniw u oftTqcx d^totmiubw lUpeitNa imx.u
IImui# an pyxy M DO.TW.M m iiapv.
— IhiTi-mKa. Bön. MOA rySTUuft
Bparca nun» u axiiyaa. A Hmuix-to ua» nvaw.TX xx
TBCTOe DOiW. CMirTXy.TXUKpllXHy.TX:
. Ciuoa öypca, rlnux oypitt. milk uepejoMMoA. xaicx
jiKTk nepfAX Tpaaoxt
Koxi. Ot-Kxn. - »ew.u< .ipoxim». un. ymcO uaahx. nn»
naupcH .TUVX MU7XTX. IlpuOteaui n nrrn-Tk, xaxx bxouanxuA.
IIxaHVAypaKk xx apaaoo yxo artet, rx xteoe xu-Ttei. x
<T.U1I. Mü."k>Al*om. KpOBL PL MO.IOEoM'k. BCKO-IMAX ui UMLM
u DoacuxTt u lupadtt Axopt
Cxopo lurpajx caaAxCy u aa.vi.ui luipx lla iiupy u c
ÄV. Grauschimmel Braunchen (Sivka-Burka). Bilderbogen. Moskau um 1900 (Kat. Nr. 118).
M0P03K0.;
^^P/^it-ii. cnpiin. re rrapyio» u Cu.n> y uuiv int
JMg J-nepa rrapoaa - pojwu .wu rrapjin. a uvu-
SeTxsSÄ man—naivpmu Poinaa in» hu ejkwTv. m
acv re lÄKTb no n»unEt ja npcrnaapuaarrv tjwnuua»,
a naj'irpKtpi. tarv nn )tox_imtv. hd-iLmv ne yrtturrv-
nre re Ticv. »re iyju, a na.» npaajy caann, ji.Bjtuia
6uju »UQTV m lopuaat i. pjaa.iv utta 6u c&kv cupv n.
Hac.it cnxiMx. a y «wui cuuuA ma cseanvn pcuM-
«atL ’ho jVutv1 Btrrpb iwn. nnujHim. ja aa- ——
nnwm raap-imua <>•£• paexaunva—ne <»npo L j*
yAwrav BreSyjeTV npnjjMUUTi..» i)Cu <*reaiu
II npcuyitavi Kavin tnwpnqy «» 4*tp« rornin
Bon n rtMMp«TV oua wyxy
— Bem. mpift, re kj.u imau irvOv r.i*m I
Hon ra nr uluub. tto6v yrna von o n?0 o<* r.iu-
mir. ja ne nun n pjHUMV, u. Tcn.iyai rary.
a n. inm* ti’iM. iw rpreayiv itopm’
AaaiauLiv. nTyxo.iv mpDKK ja nrrro U-ian, oo-
eajnrv rwty wv cann. xotIjv npnxpwn Dootai®<J. ja
II To noÜMLiea. Tak-v noaen. Crtruaxxj n uirron mvv Can*
ju-n. rv cyTpoflv, nepeapreroTK a c*wv Docwpte »wo«,
•mw« raaaa nr uiviui cMrprn Kricpu
Orra-iari. oljaritucu. rpurerra, ruairrv
Rjpjiv cjuaim,—nmuaext Uopaaao ooipecanaarK
cv cjui na e.iv} nonpuruaarrv. cvatnca aa rtny nre«.i-
Knaarrv. ooTprexnMcrv ja nomnuauacrv
H-»rv «riynum •‘«n. n tu# coart, nojv Etnopott Jt-
ny wca exiiHTv IknrAQiaarrK noaaunaaerK an rpieuyv
jianuy nonajunrn.
.Itanna. jkaaaa. a Mopon. vpaeituft non!
— JlnCpu noxa.i<NUTU Vapojv! 3tUTK I'mtv tw'iD tipn-
nrev no moc .lymy rptmuyit’
— Ten» jh Tt6t, jtamu?
— Ten IM. TflLlo. MopuQKKü'
llnxr rnyrroiri Mopuw. cn.ii.irt* arpnuLTi. n iami-
auk OtunL rapaannaen.;
Triuo -in n-öt. .Ttnuiia? tciuu .in to7K. Kpnnua?
Cutan m/rfrrv jtiany . -lyn jyiv nepcanjim. ob*, uo
rnir n«>pnri.
— Ten». Mupoxsu. tv<lio, öotj'Cüka!
IhuF MTpcnuLik (I nawrtc afime.iua.iv Moptusn.
— Ten» .tu Trft. rtmma? roju w Tcftt.. uparaan? le-
rn ruo .in Tf’4., janjtaa?
Jtunm oiBciwt. .iKtcmrl-ia u tvaupnrv Hyn.
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mj JIaiiiGUJUrL Mopcavi en .nnaiau« pl'tB ma-
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XVI. Väterchen Frost (Morozko). III.: M. Afanas’ev. Bilderbogen. Um 1900 (Kat. Nr. 115).
XVII. A.S. Puskin: Das Märchen vom goldenen Hahn. III.: A.I. Kandaurov. Paris 1897-1899 (Kal. Nr. 97c u. 97d).
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XVIII. Dobrynja Nikitic und der Feuerdrache. III.: N.D. Bartram. St. Petersburg 1901 (Kat. Nr. 101a).
XIX. A.S. Puskin: Das Märchen vom goldenen Hahn. IIL: S.V. Maljutin. Um 1899 (Kat. Nr. 95h).
XX. A.S.: Puskin: Das Märchen vom Zaren Saltan: III.: IJa. Bilibin. 1905 (Kal. Nr. 102g).
XXI. A.S. Puskin: Das Märchen vom goldenen Hahn. IIL: B.V. Zvorykin. Moskau 1903 (Kat. Nr. 100a).
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XXII. Das Märchen vom Kummer, HL: E.E. Lissner. Moskau 1902 (Kat. Nr. 103h).
XXIII. Der Kranich und der Reiher. HL: G.I. Narbut. Moskau 1906/07 (Kat. Nr. 108a).
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XXIV. Vasilisa die Wunderschöne. III. eines unbek. Künstlers. Anfang 20. Jh. (Kat. Nr. HO).
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XXV. Vasilisa die Weise. III.: A.E. Kulikov. 1923 (Kat. Nr. 124a).
XXVI. A.S. Puskin: Das Märchen vom goldenen Hahn. III.: Ju.L. Obolenskaja. 20er Jahre des 20. Jh. (Kat. Nr. 125).
XXVII Das Märchen von Ivan Königssohn, dem Feuervogel und dem grauen Wolf. III.: AJ. Vatagin. Palech 1933 (Kat. Nr. 133).
Abb. auf der gegenüberliegenden Seite (oben links).
XXVIU. A.S. Puskin: Das Märchen von dem Popen und seinem Knecht Trottel. III.: M.P. Vakurov. Palech 1933 (Kat. Nr. 134).
Abb. auf der gegenüberliegenden Seite (oben rechts).
XXIX. M. PerSina: Der junge Puskin lauscht den Märchen seiner Kinderfrau. Palech 1954 (Kal. Nr. 44a).
XXX. P.P. Ersov: Das Wunderpferdchen Höckerlein. III.: BP. Bulgakov. 1938 (Kat. Nr. 126).
XXXI. Das Märchen von Ivan Königssohn... III.: K. Sokolova. Mstera 1945 (Kat. Nr. 131).
Redaktionelle Anmerkungen
Russische Namen, Buchtitel und Zitate werden nach den Regeln
der in der Slawistik üblichen wissenschaftlichen Umschrift
transliteriert- Alte Schreibweisen (aus der Zeit vor 1918) werden
der modernen russischen Orthographie angeglichen. Häufig
gebrauchte Ortsnamen wie Moskau (Moskwa), St. Petersburg
(S.-Peterbwg), Kiew (Kiev bzw. Xylv) und eingedeutschte
Wörter wie Sowjetunion, sowjetisch u.ä. werden dem Sprach-
gebrauch des Deutschen folgend nicht transliteriert.
Zeitangaben aus russischen Quellen oder über russische
Begebenheiten vor 1923 erfolgen nach dem alten Julianischen
Kalender. Dies gilt auch für bibliographische Angaben.
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