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Теги: militär feldartillerie
Год: 1917
Текст
,X-
U
*pre»»: I ©tücfi QU. l.~
11 ©tuet jujammen QU. 0.90
IjMäJjmut
intabrentUtttUttd.
rciionttcn^aäcrfctt
|K96aa.u.l.^.98/09
tnif9$erüdiptf>figung der
jrJttatljeifci oon
(Offipcrmalltriüa^n.
grirtna
Seridite bo» fl?titfl3teiliitl)metn 1914/16
®te UBinteifdjladjt in der ©janipagite, Bon £>3far,
xBritll bnn f. B- flugetellt bem Cbertommanbo bet
/pilljjVVU 'pilupiH. s virmee. 50. «hif tafle. Grell 40 Gt
tlbgefehen von bem Ontereffe, bad bie Verton bei ©erfaffeH einflöftt, Ift bte JEBintet-
•kbladjt in ber Champagne“ für ieben Te uff cf) en Ij D cf) ft lefenlwert. SBtr finb fletvotnt,
öte Schlachten in fcuilletouiftifchcr Slrt Von Slrieglberichterfiattem fchilbem flu böten: biet
er etiäb U ein WMlitär vom mllitärifdjeii Stanbpunft auf bte Schlacht
4n ihren groften Bügen, in ihrer Taftif, ohne (Sinjelheiten, ieboeb mit begeiferter
Anteilnahme. 2lutfj bem ßaien ift auf biefe 2£elfe ein ©lief in bte Tedjnt! ber
©djiadjt gemährt, (^leidijeitig liegt in ber 'Befchreibung ber bloften Tatfachen ehie
wrinnerung baran, mal auch ein Sleg für unerbenfllcfce Wühfal unb furchtbare Cpfer forbert.
»Teutfcfre fRunbfcfrau"
0113 hrni <Jür bad beutfehe Golf im Auftrage ber Scntral*
UHJ UtUl y LWU func AUr £nmmhing von ftelbpoftb riefen im
WWrtifchen Wufeum flu G erlitt heraudgegeben von Grofeffor Dr. Gniower, Shxftol
bei Wörtlichen Wufeumd, Arcfjlbrat Dr. Sdntfier, Univeriitätdprof. Dr. Sternfelb,
fHebatteur 2. (£. Dillinger, D. von Cftrorodtl u.a. Cöefchentbanb. 800 Selten Bixihm-
format. über 500 Ix inselb erlebte. Grete 3)1.7.50. Auch In 2u t'teferungen flu je 30 Gf.
HSoId)e, In frifdier Erinnerung ber furd)tbarften Cebendmomente unb angefkhti bei
nobel abgegebenen Bcugniffe gehören flu ben bebeutunglvollften Urfunben bei Wcnfdjen-
gefdjledjted. (£3 Ift ein Golfabuch gefd)affen worben, wie w ir eß feböner nicht
vefaften, ein 253crf, $u bem bad flanke beutühe $cer beigetragen bat. El Wirb eine ftarfe
©rüde fdjlagen flwifdjen ben ©olflgcnoffen in ber aront unb benen in ber Heimat, fpäter
ficberlirfi Mvlfchen und unb unteren 3hid)fommen.H „Ter Tag“, 23 er l in.
SMf bem Cieger Von Fon Cberleiitnant
v£/l|luJU füiumentfcal, Rubrer eine« Vlrtlherle-WefctTUppl bet
st ronprinflcn »Armee. $tibfdwr SEafdjenbanb. Grete W. 1.20, öelbpoftporto io Gf.
farbige© Umfcbtagbilb von 3. 21. Sailer.
fcier ift ber 'Welttiieg wohl aum eritcnmal in feiner ganzen naeften irflidrteit bar-
gefteTIt worben, einer, ber ben groben GicgeMauf nach ftraiitrekb mltmarfjen tonnte,
aetdinet hier in jünbenber, noch unter bem Fann ber (xrlebnlffe ftebenber Sprache ben
feinbrud beä #riegel auf ben 3J? ittämpf er felbft.
örtiineruitflcit eine» preufeifdjeit ©eueraid in rnifi«
fdjer ffiri'cflSgefanaenidjflft 1914/15.
gefolgten ßJattin, Freifrau v.Talwigt. 5. s?lufl. Sbünftlerumi hl- Xafcbenform. fBreid 1 3)1.
„S)te vorlicgcnbe ©rofdiüre barf ju ben intereffanteften bi« lebt
.erfdjiencnen Wtemoiren biefed Striegel gerechnet werben. 3le gibt einen
«n feiner tnappen Gdilidjtheit um fo überACugeuberen (xinbrud in rufiüdje ©eamtenwirt-
fchaft, ntfiijdie 3«ftünbe wäbrenb bed Striegel überhaupt unb im üeionberen in niffikte
Striegdgefangeiienbebanblung. 29ad an ber ganzen Gegebenheit vor allem auffällt, Ift
bie namenlofe 23illtür ber einzelnen Beamten, bie von fSall ju ßall nach eigenem Owt-
•bünten verfahren, bann unb wann in gutmütiger, öfter aber in perflber 23cnr, audr ihre
.eigenen befehle unb (Erknibnlife wiberrufen unb verleugnen, wie ed ihnen gerabe paut.*
„Xeutfdje Wunbütflu"
Äricivstage in Sübroeft 1914/15. SJÄB'StSSi
grrjahrten and Sübweft aurfldgetcbrten hingen Teiitfcben. XVünftlerumkhlag.
Xafchenformat. '‘Breid 2)L 1.—.
X)ie fchweren Slrlegdtage Tcutfcf)•Sübwcftd 1914/15 fliehen hier von ber SDlobil-
madjung b 11 fluni i^iii^ug Gotha! in 2ölnbhut an und vorüber. Tie Gerfafferin
<^(gt vor allem unter Vlnftellung von Gerglelrfjen mit ben ftriegdvcrhältniffen ber .veimat,
.vieviel furcht barer ber.krieg auf bad In ber fernen ftolonlevon £>eirnai
.Hub 2Belt aügefverrtc häufet)en Xeutfdirn laftete.
Swifdjeii siämpfeu uub ißunben.
weroeit, &tanbern, Gtagerrat). Guchf cbmud von Warin eina ler (S laue Gergeit
©rclö W. 1.20. (Hn wertvolle! Tohimeut flur CMctrfjidjte ber .ftefbeiitaten unterer Warine.
fröhlich Plaubert ber Vlrflt von ben .Q a if er lieb en G lau ja den in ^lanbern.bie
er 14 Wonate von ben ©elagerungdtämpfen vor Vlntwerpen bid fliim Trommelfeuer von
-3?iciiport begleitet hat. Buftlger gelbfrlcg flieht an und vorüber. 2lUr folgen bem Ger*
Jaffer ind .kriegllasarett Im alten ©rügge, in bie Heimat unb auf hohe See. Tal
urtaüdifige, jugenblidje Temperament nuferer Seeleute verhelft! bie fltbrenbe Ungebnlb,
ald)t mittun flu fönnen. Unb immer öfter geht cd hinan«, bi! bie Spannung, bie faft
•ihren .vöhepuntt erreicht hat, fid) löft in ber gewaltigen Schlacht vor bem Sfagerra!.
3u belieben burd) lebe Gucübanbhmg iowie burdj ben ©erlag
®erf)arb Stalliug '®etK^I,?ls,‘lcöen Clbcnburg i. G5r.
Sach einem Gemälde von Alfred Schwärs. Gerhard Htalling, Kunstverlag, OMenbnrg i. Gr.
sajil^elm II.
Seutfdjer Äaifer, S?önig toon Sßreufjen.
©er $elbgraue
ßeitfaöen für öen <Dienftunterrid)t
^elbartilleriften
(für fahrende unb reitenbe ^elöfanonem unb leiste
‘Jelbfyaubitybatterien)
unter Gerücffi<^tigung öer
öriegderfabrungen
Gearbeitet Von
OffiäiewLÄlkrJSaffen
IKÖN1GLICHE
BIBLIOTHEK
I BERLIN
9Rit 9 mehrfarbigen unb 1 einfarbigen ©afelbeilage,
öen Gilbniffen Gr. 2Raj. öe3 ßaiferö, öer öeutfdten Heerführer im GJelt»
friege unö vielen anöeren Qlbbilbungen unö fdfyematifcben ©arftellungen.
1917
Oldenburg i..$r.
©rud unbQJerlag von <S»etbari>6taIling
Gerlag öe8 „©eutfdjen OffijierHatteS“
(2rünt)un$?jrtbr 6er ‘Jirma 17S9
$ortoort
©er jefeige Stieg, itr bem unfere $eere auf allen Srtegö-
fdjaupläfcen glänjenbe SBaffentaten vollbracht hat
gejeigt, bafj bie SluSbilbung unferer Sruppen ben richtigen
$Beg cingejchlagen hat- 9Bie jeher Srieg brachte er aber
auch neue Erfahrungen unb fielen, bie jeher ins grlb
geljenbe SJlann fidj 31t eigen mache« muü
Sn bem nadjfte^enben ßeitfaben haben fief) bie 93er»
faffer bähet bemüht, neben ben fchon im ^rieben bei bet
Etjiehung unb 9Iu§bilbung unfereS bewahrten ^>jere3 gül--
tigen Srunbfcit}«« «ni> Seftimmnngen auch bie Erfahrungen
biefeS Sriege« ju berüdftd)tigen, fowfit fie in ben Nahmen
biefes SBudjcS paffen unb fdpn je|t in ihm verwertet
werben bürfen.
3JiÖge ber ßeitfaben in biefem ©inne unferen in ber
SluSbilbung befinblichen ©olbaten ein brauchbarer ©egmeifer
fein unb fie ju Säten anregen, wie folche ihre Sanierabeu
auf ben Sdjlachtfelbern aller SriegSf(hauplä|e beS jehigen
SßelttriegeS ‘ vollbracht haben.
Sm ©ejember 1916.
©ie iBerfaffer.
0
I. Sah Äaijcrlige gaue............................................
II. Sie heutigen dürften...........................................
III. ttbcrfigt über bie Gefgigte iBreugen-Sentf glaub« . . .
IV. Set ledige fttieg . .........................................
V. Sie allgemeine Weijrhfligt....................................
VI. Sie fttiegdattilel.............................................
1» Sie allgemeinen Sßftidjtcii................................
2. Set gatjneneib ............................................
3. Sie befonbereit ^fügten....................................
a) Sbic £reue..............................................
b) Vergeben gegen bie 5trene...............................
c) Gbiönageabtve&t.........................................
d) ftüegäfertigteit................_♦’••• 7fc. ► ' ’ ’ ’
e) Wut bei allen SienftüblicgcHbetUn, xaprcrfeit un Mnege • • ♦
1. SRuf unb £a|>fertett..........- * l <...............
•> . fibiWoHenlKit »«*> felbfiänbifled «anbcln
f> (Selprfam gegen bie iorgefebten (Sfcfjtung)..............
g) Vergeben gegen Stdjtimg nnb Otefjorjain.................
h) (frfjrenbafte gübrung in nnb aufcer SHenfi . . .........
i) ßhtteä unb tcblidjeö Verhalten gegen bie SLameraben ....
4. Belohnungen für treu erfüllte $flicf)ten...................
5. (Strafen ‘..................................
6. Sefdjwerbefüljrunfl . . . ........................
7. Sßadjbergeöen unb SßcijfengebraiU).........................
8. ® erhalten im ® entlaubt en ft ahbc........................
VII. 3ttfammcn{e$iing beö $eeree....................................
L Sßaffcngattungcn.............................................
2. ßinteilung bc$ fteereS......................................
VIIL Uniformierung beä Sanb^ccrce.............................
A. Allgemeinem ..............................................
B. Sellcibung unb SRangabjcicfjen ber Borgefefcten ....
1... ......................................................
2. WUrine.................................................
3. Ürbcn unb l&jrenaeidjen............. ..................
IX. ftatgefefcte................................................
1. Siangtlajfen..............................................
2. (Einteilung ..........•...................................
3. (Ehrenbezeugungen . .• ...................................
4. Scnetjmen gegen SSotgeje&tc...............................
X. iöet^alten bei befonbeten Gelegenheiten.....................
1. Allgemeines...............................................
2. ©efudje . ............................................
3. Urlaub (mit bejonberen (^atnijonbefüiiiiHnitßctt für SJerltit) . .
4. SommanboS....................................... • . . .
1. ?n8 ©rbonnaitx.........................................
2. 3113 Siiridje..........................................
XI. Äafernen« unb Stubenorbnung............................. .
1. Allgemeines...............................................
2. Stubenbienft . •..........................................
3. Ser Stubenälteste...........................
4. SgtanTorbnung.............................................
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109
109
Snfjaits v «3 e idjiiiS
VII
XII. 'Änjug...................................................
1. ©iV unb Sße^affentfctt ber. Sadjen.....................
2. Anzugsarten............................................
3. ©eljimblung unb Steinigung.............................
4. fjßaden beS Sornifter«.................................
'S eile
110
110
HO
110
114
XIII. ^efunbbeitebftege.................................................. 115
. 1. Sieiniouitg beÄ Äürberö unb ©efunbljeitSteoeln............... 115
2. Sattitätbbicnlt im Selbe................................... 117
3. fleaen Unflejiefe«............................................ ns
XIV. «ebübrniffe.......................................................
A. ©iannfcfjaften............................................
B. ftabitulanlen ............................................
C. Sm Selbe..................................................
118
J18
119
119
XV. unb Cifenba^nbergünftigungen................................ 120
1. HJoft................................................. 120
2. SiJcnbafjn........................................... 120
S. SmÄriege............................................... 120
XVI. önrnifontoadjbienft................................................... 121
A. SSertjalten bet SSadjeii. hoffen unb Patrouillen .... 121
B. I. Reftiialjtne................................................... >26
II. SSaffengebtautf).............................................. 12s
XVII. Bewaffnung........................................................ 129
A. Stebofoer 83 unb 79......................................... 129
B. jjtelbtanone 96. n. 91...................................... 131
C. Seidjte ftelbljaubitie 98/09 ................................. 136
D. SSeobarfjtungSroagen ......................................... 141
E. SJlunit io n3 Wagen........................................... 143
F. SBerroaltungSfa'irzeuge.....................>..................143
G. @ef<f)ütjinunilwn............................................ 147
H. Slofjtjubefjöttaften......................................... 150
XVIII. Sdjiefetcbrc.............. .................................
l. .S3otga«g in ber SBaffe.................................
2. ^lugbal)n...............................................
3. Perl) alten unb SBirlung bet @ef$ofle.............. . . .
4. Sdjiefj verfahren ....................................
151
151
151
152
155
XIX. «u&bilbung int ®rf)tefceti................................... 157
1. Allgemeines................................................157
2. AuSbilbung ber Slidjtlanoniere............................ 157
3. AuSbilbung am unbekannten QJeftfjüfc . ................... 167
XX. ®a& «tefegt..............................................
, 1. Allgemeines...........................................
2. Batterie in geuerftellung.............................
3. Batterie im ^euerlampf ...............................
185
185
186
189
XXI. 9»artebbienft............................................... 192
1. Allgemeines.............................................. 192
2. Betbalten auf bem SRarfdj............................... 192
3. SDlarfdificfjetung....................................... 193
XXII. ßifenba^ntranmporte.......................................... 194
XXIII. 8ute$ffinben im (betäube.................................. 199
vni
^nhaltäVerjeidmi^
XXIV. Selbpionierbienft..........................................
A. Steflungdfampf............................................
1. %eDt>ad)tungdfteHE*it...................................
2. StatteriefteUung........................................
B. Setvegungötampf....................................
C. Anbere tedjnifdje Arbeiten................................
XXV. gernfprcd). unb üöinterbienft..............................
1. Allgemeines................................................
2. ^ernfpred) gerät....................................'. • •
3. fterftellung unb Sicherung einer Serbinbung...............
4. Setrieb....................................................
5. SJtafrna^men bei bejonberen Sorfommniffeit ......
6. Abbau einer Serbinbung.....................................
7. SBorratSfcile unb SEertjeuge...............................
8. SBetjanbtung nad; bcm Sebraud) . ..........................
9. Set SßJinterbienft ........................................
XXVI. $cr $afper* unb 5teiter«ttnterriif>t..........................
1. Saö Sfetb..................................................
2. Stallbienft unb Stallorbnung . ...................
3. Sie Itrantheiten beS Sferbed unb ihre Sehanblung . . .
4. fßferbebetleibung..........................................
5. {Reit unterricht...........................................
6. ®as ftaljten unb Sefpanntejerjieten........................
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231
235
239
249
269
Rnf)ang.
1. AnhaUöpuntte für beit jur
Äront gcbcnbcn SRann . .
I* 5Jor bcm QCuöriiftrfdj . < * •
2. unb JrauSV&rt - -
3. 3m Quartier............
Uln ber <Jront.............
5, ^encfjmen oegen ©efangene
<>♦ «üdtebc..................
2. AJinte für bad ®erhalten
in bcr geucrftetlung . . .
3. tWilitärifdfe ^ad) and brü de
4. WilitärgeridjtSbarteit . . .
ss eite
281
281 I
281
281
281 I
282 i
282 :
283 !
284
2ö6
5. Sriegöartitel.............287
6. ßntlaffnng unbSerforgung 290
7. Signale...................292
8. iDlarfdjlicbet............296
9. Satte von Seutfdjlanb . . 300
10. Satte von Guropa .... 301
11. Abzeichen bet Unteroffiziere
unb ber SWarine..............302
12. ©tababjeidjen ber öfter.«ung.
Armee................. 303/304
Bildertafeln
a) «farbige tafeln.
L. SBiltjetin II., Seutfdjet Saifcr, Sönig von {fjreufjeit .... v. b. Sitel.
2. a) Transport jdpvcret gelbljaubiben im ©ebirge......................... 1A
b) ®d)tvere Artillerie in SSeftjlanbern auf einem burd) Strohttrifdje
gelennjeidjuetcn lyahtivege..........................................
3. a) Auffaßtenbe ffclbartillerie unter feinblidjem fyeuer..............
Sei einet fdjtveren (21 cm*'J)lörfet)«Satterie vor Serbun ...
Ser Artillerie luirb burdi ^nfanteriften ber 2Beg burd) ben tiefen
Schnee gebahnt.............................................
ülunition ivirb auf bem öftlidjen SriegSfdjauplafc unter großen
®d)rt>ierigfeitcn bei flattern ©ranatfeuer nad) vorne gebraut . .
1. Uniformen .... 78 Safel IV. SriegöaudieiAnungen
II. Abjei^en I. . . . 84 „ ” -------=—
III. Abzeichen II ... 86
b) (ginfarbige Safeln.
Sturm bet preugiidjen unb baperifdjen Snfanterie auf fjfröfc^-
iveiler (Schladjt. bei SBörtlj) am 6. 8.1870 ....................
Sie Sfaiferproilamation ju Setfailled am 18.1.1871 ....
b)
4. a)
b)
Safel
1. a)
b)
16
16
48
48
160
160
90
V. Srtennungöjeidjen ber
HRilitör*$lugjeuge . . 176
8
8
I. fcdferltdje ©au$.
Unfer Staifet, Sßilfielm IL, ber jugleicfi Äönig bon «reufeen
unb oberfter ÄriegSfierr ber getarnten beutfcfien ßanb» unb See*
matfit ift, ilatn 27. Januar 1859 als Sofin Äaifer fyriebricfjg III.
geboren. ftatfibent fein «ater natfi turjer Regierung im $afir 1888
geftorben mar, beftieg er ben S^ron.
ftn boller Eingabe an feinen rfim bon ®ott gegebenen fiofifen
SSeruf betrachtete er ficfi, mie eS feine «orfafiren fefion taten, als
ber erfte Wiener feines Staates unb «olfeS. Saturn fiat er auefi
nie natfi ftriegSrufim begefirt, fonbern in ber frieblicfien Sntmidlung
beS 9?eitfieS baS Sßofil feines «olfeS erblidt. SBenn er trofibem mit
allen Mitteln banatfi ftrebte, $eer unb flotte §u betgröBern unb friegS»
bereit gu madjen, fo gefefiafi eS, um ^nbuftrie, £anbel unb ßanbmirt-
fefiaft eine frieblitfie Sntmidlung ju fiefiern unb baS ®eutfdje 9ieitfi
gegen feine fltatfi.barn in Oft unb SBeft ftfiüfien, bie neibifdj auf
unfer ©mporblüfien bliden. Sfiui betbanlen mir auefi unfere ftarfe,
;+olje ftlotte.
S)er jefiige ftrieg fiat gur Genüge bemiejen, bafj feine meit-
auSfdjauenben SSeftrebun^en uns jum SSJofil gereiften. Sfatfi in ber
inneren ^ßolitil berbanlt ifim unfer «61! (Einridjtungen, mie fie lein
anbereS ber (Srbe befi^t.
Sin erfter Stelle ftefit bie Slrbeiterfcfiu^gefe^gebung mit ber
Ärantenberfidjerung, ber Unfalfoerficfierung forme bie ^nbaliben’ unb
älterSberfidjerungen, bie bie arbeitenbe Älaffe bor ber -ftot fdjüfien.
®iefe ©inriefitungen fiaben bagu beigetragen, baff unfere Snbuftrie
einen fo fiofien Sluffdjtoung nafim. SMber autfi bie ßanbrvirtfdjaft tft
niefit ju turj getommen, inbem eine meife Sollpolitil unfere ein*
fieimiftfien ©rjeugniffe fcfiüfct So ^ar es möglidj, baff bie SluS-
fiungerungSpolitit unferer §einbe jufdjanben mürbe.
Niefit nur als bielfeitiger ^errfefier, fonbern autfi als bon tiefer
ftrömmigfeit befeelter gamilienbater ftefit er uns als leucfitenbeS
«orbilb bor Slugen.
SRidjt minber ift feine fiofie ©emafilin Slugufte «tttbria, geb.
^rinjeffin gu ScfileSmig^olftein, baS SOlufter einer etfiten beutfefien
tfrau unb SRutter. Sie ift am 22. Dftober 1858 geboren.
grelbarfliie. ^elbart. 1. 9L 1
2
Das faiferlidje $aus
Weberaftrotfh 5J3oBbam
, föilWntr
ffrorUjnn^ be« ^cutfdjen ÄRdajeä unb ton ^reufeen,
Slzrneefübrer im heften
SJiefer ®lje finb fed)§ <SöI)ne unb eine Sod)ter entfproffen.
1. Shonprinj SSiUjelnt, ©enerntteutnant unb fjüljrer einer
2lrmee, geb. ben 6. 50?ai 1882, bermätjlt mit S e c i l i e, ^ergogin
bon SRedlenburg, einer ©djmefter be§ ©rojjljergogS bon SRedlenburg-
©djioerin. StaS ^ronprinjenpoar ljat hier Söljne: *ßrinj Söilpelm
geb. 1906, ißrinj £oui§ gevbinanb geb. 1907, ^ßrinj §ubertu§
geb. 1909, $rinj ^riebrid) geb. 1911 unb eine Sodjter fßrinjeffin
2Hejanbrine geb. 1915.
2. ^rinj ßitel §frteb=
rtdj, Dberft unb Sommern-
beut einer gnfanterie-
®ibifion, geb. 1883, ber-
mäljlt mit Sophie
Sljarlotte, ^erjogin
ju ßlbenbuxg.
3. $rinj SIbalbert,
* Sorbettentapitän, geboren
1884, bermäljit mit $tin-
jeffin 21 b e l § e i b bon
(gadjfen*2Reiningen.
4. ^rinj Sluguft JBH«
pdm, Dberftleutnant, -ge-
boten 1887, bermäljlt mit
211 e ja nbr a 5ßic-
t o r i a, ißrinseffin ju
®cfyle§ft>ig'£)olftein.
(Soljn Ijeifit $rin$ 2flejan-
ber gerbinanb.
5. ^rinj OStar,
Dberfl, geb. 1888, ber-
mä^lt mit Sna, Gräfin
bon 9tuppin.
6. $rinj Soarfjim,
ipauptmann im 1. @arbe-
ffiegiment §u geboren
1890, bermäljit mit SR a r i e 21 u g u ft e, fjjrinjeffin bon 2lnf)alt-
*S)effau. •
7. ^rinjcfftn Sittoria Suife, bermäfylt mit Iperjog ©ruft
2tuguft bon 23raunfdjn>eig.
©efdjfoiiter unfereS StaiferS:
®in SBruber unferes ßaiferS ift ^rinj $cinrid) bon ^renfjen,
©rofjabmiral ber ftfotte, bermäfilt mit einer ©djmefter beß ©rofjljerjogS
bon «’peffen unb ber föaiferin bon 9tuf;Ianb.
®ie beutfdjen gürjten
3
Sdjttieftern unfere§ Äaiferä finb:
ßfjarlotte, §er§ogin bon Sadjfett’Sfteiningen.
%Utoria, fßtinjeffin <öc^aumburg*£ippe.
(®oMic, Königin bon ©riedjenlanb.
fKargarct^e, ^rinjeffin bon §effen.
Sßeitere $ertoanbte be§ SaiferS:
Sie bernritfoete ®rof$er§ogin fiuife bon fßabcn, eine Xodjter
ffiaifer SßtlljelmS I., bie burd) ifyre grofje Sftilbtätigteit weithin be-
lannt ift
äßrinj griebridj Seopolb bon ^teuften, ©eneraloberft (£r ip
ber Soijn be£ bringen 5 r i e b r i dj ® a r I bon jßr e u fj e n,
be§ fiegreidjen §eeifüf)rer§ au5 ben Sriegen 1864, 1866 unb 1870/71.
Seine ©emaljlin ift eine Sdjnjefter nuferer Äaiferin. ®er $rinj Ijat
brei Sityne unb eine Sodjter.
®rei Söljne beS berftorbenen fßrinjen 911bredjt bon
ißreuBen, ber lange Satjre Regent bon SSraunfrfjroeig war, bie
^rinjengriebridj §ciiiritf), Soa^im Sflbrecfjt unb griebritf) Bityehn.
II. ®te beutfrfjen Surften.
ßurjeü regieren
ßanb
9lame
Seboren
Regiert feit
Königreich Stauern................
Königreich ©odjfen................
Königreich SBürftemberg ....
SroBherjogtum ®aben...............
SrofeberaogtiMn Reffen............
®tofjherjogtum£Recfienimtg-(S (hierin
©roübetjoßtum Dlbenburg > • •
©wbljerjoßtunt Sacbfen-SSetmar.
©wffyerjoßtum Snedlenburg-Strelifc .
fcerjoßtum föraunfdjtoeig . . . .
perjogtutn Stnfjalt...............
^er^ogtum ®achfen-2Utenburg . .
cerjoßtum 6ad)fen»(Toburg»@otf)a
perjOßtum (sad)fen*2Keininßen .
tfürftentum ßippe .......
fjürpentum €>dhaumbutg*£ippe .
ßrürftentunt €>d)toatjbutß ....
ftftrjtentum SBalbed unb ^tjrmont
öürftentum iReub jüngere ßinie .
^ürjtentum SReufj Ältere ßinie. .
ßubtvig III.*)
griebr.Suauft III.
aöilbelm.II.
ftriebricf) II.
@rnft ßubtoig
Stiebt.JJranj IV.
Srtebricb Sluguft
SBUfjelm ©tnft
Slbolf tfriebiidj V.
@tnff Sußuft
Sriebridi II.
Gmft II.
Karl Ebuarb
Sernharb
Seopolb
Slbolf
7. 1.1846
26. 6.1865
25. 2.1848
9. 7.1857
26.11.1868
9. 4.1882
16.11.1852
10. 6.1876
17. 6.1882
17.11.1887
19. 8.1856
31. 8.1871
19. 7.1884
1. 4.1851
30. 5.1871
23. 2.1883
Sünder 21. 8.1852
Sriebridj 20. 1.1866
) Sein rief) XXVII.)
/Mtgkitfi^leßentfüi >10.11,1858
Juleub altere ßiniejj
12.12.1912
15.10.1904
6.10.1891
28. 9.1907
13. 3.1892
10. 4.1901
13. 6.1900
6. 1.1900
11. 6.1914
1.11.1913
25. 1.1904
7. 2.1908
30. 7.1900
26. 6.1914
26. 9.1904
29. 4.1911
19. 1.1890
u. 28.3.1909
12. 6.1893
*) MM Röntg leit 6. 11. 1918
4 Überfid)t über bie ®efd)i(^te $reufjen£ unb 3)eutfd)lanbä.
III. Uef»erftdjt über bie ®efrf)ttf)te $reufjen£ unb
$)eiitfd)lanb§.
bec Prüfte MurtutU
©as JJernlanb bes heutigen $önigreid)es 'JJreußen bilbet bie
9Jiaxf sj3ranbenburg, an beten Spifce im SRittelalter ein bom Saifer
ernanntet SDiarfgraf ftanb. 9Us gu beginn beS 15. QahrhunbertS
bie größte Unorbnung im üanbe Ijerrfdjte unb ^Raubritter bort
ungestraft ihr SÖefen trieben, madjte bet Steifer ben ^Burggrafen
tJriebricfjbon 9t Arnberg aus bem £>aufe §ohcitjonern 1411
jum Statthalter ber
3Rart. ©ie «Stamm’
bürg biefeS unferes
$err f dje tgef d)le0teS
liegt nahe bei
^edjingen. 55>ie ab
tere £inie befiehl
nodj heute als
dürften bon Jpohen-
jollern.
SRit [tarier $anb
fdjuf ber neue Statt-
halter Orbnung unb
mürbe bafür 1415
jum Shirfürften er-
nannt. ©benfo mie
er, berftauben es?
feine 9iad)folger,bas
2anb gu f eftigen unb
neues? Ijingu ju er-
merben. ©er mich-
tigfte 9teuermerb
mar bet be» hcut’’
gen OftpreußenS
(1618) unter polni-
fd)er Oberhoheit,
bon bet fid) Später ber ©roße Sturfürft befreite.
©er bebeutenbfte ber branbenburgijehen Äurfürften, ber in
erfter ßinie bie ©tunblage .$utn rafdjen $uffteigen be<3 £anbe$ legte,
mar ftriebridj SßilhcliH, bet ©roße Sturfiirft (1640—1688). SDlitten
int ,dreißigjährigen Kriege" tarn er jur Regierung. @r erlannte,
baß nur ein ftarleö, iljm ergebenes Jpeer bem berarmten unb ber-
roüfteten ßänbe gu feinem ätedjte berljelfen tonnte. So ließ er bie
©olbaten, bie bisher auf ’beit Staifer beieibigt waren, ißm ©reue
jchroöten unb bermehrte baS £eer beträdjtiid)- Unter feinen bor-
ftbeifidjt übet bie Öiefd)id)te ^teugen^ unb $eutfcf)lmit>3. 5
trefflichen Führern (®erfflinger, tfteitergeneral, unb Span, Slrtillerie-
general) bem ährte fid) trief es .peer balb glönjenb gegen bie $olen
(Stacht bei SBarfdjau, rooburd) er bie heutige Vtooing Oftpreufjen
enbgüliig betam), fotnie gegen bie {Jransofen unb Schweben (Sdjladjt
bei Fehrbellin 1675).
®urd) eine roeife innere Verwaltung, Regelung ber Steuern,
beS Sanbbaues unb ber Snbuftrie (Heranziehung bon 20 000 fran-
$öfifd)en Flüchtlingen), bes VoftferfehrS unb burd) ftanalbauten
hob er baS £anb
Stiebridfc ber ©rofce
toirtfchaftlid). 2tu^
burd) ©rünbung
einer Reinen gfotte
fuchte biefer weit-
fidjtige FW einen
Äolonialbefij) an ber
afritantfdjen ®olb«
lüfte ju erwerben.
So. hinterließ er
einen feft gefügten
Staat, ben ®runb-
Pfeiler bes heutigen
®eutfdjlanbs. ®ie
S ef cfjidjtsf djreiber
haben batjer biefetn
borbilblidjen heut-
igen SKann, biefem
echten, gielbewußten
gerecht benlenben
unb frommen
HohengoRern ben
tarnen „2>er ®roße
Surfürft" gegeben.
Sein Stadjfol«
ger, Äurfürft Fneb-
rid) III., erwarb
1701 bie $önig§= .
frone unb’führte als SJönig bon ^reuBen ben tarnen „Sricbridj 1".
Fhui folgte Friebridj SBilfjcIni I. (1713—1740), ber Solbaten-
tönig, ber in feinem >Bott ben ®eift beS ®ehorfamS, ber Sparjam-
teit, ber fßflidjttreue unb ber redjtfdjaffenen Slrbcit ertvedte unb
»hm ba§ SBeifpiel einer. einfachen, bürgeilidjcn £eben§toeife gab.
Sr ift ber Schöpfer unfereS OffigierlorpS unb ber preufjifdjen 9$anne£-
gudjt, bie für irie SSßelt ein SKufter mürbe; er ift aud) ber Schöpfer
unfereS tüchtigen 58eamtenftanbeS unb ber bor-jügiichen SBermaltung.
Seine Vorbereitungen ermöglichten feinem bon ihm ftreng erlogenen
6 ttberfirfjt übet bte ©efdjidjte ^ßreufjenii unb 5E)eutf$lanb£.
®ohn gtiebridj II. bem Großen (1740—1786), ben mir gern ben
„alten ffrifc" nennen, eine SBelt bon fjeinben ju betämpfen unb ju
belegen. Sn brei Kriegen, bon benen ber lefcte ber „Siebenjährige
Krieg" (1756—1763) genannt mirb, lämpfte er gegen Ofterteich,
tJtanlreid) unb 9tußlanb unb führte fein berhältniSmäßig fleineS, aber
tapferes unb bortrefflid) gefdjulteS §eer bon Sieg ju Sieg (Schlachten
bei §ohenftiebberg, ißrag, Sloßbach, ßeutfjen, gornborf). Seine
berühmteren ©enerale maren fein Stuber *ßrin$ Heinrich, ber §ürfi
bon 2lnt)alt»Seffau (ber „alte Seffauer"), Sepblip, Rieten unb
Schmerin.
Surdj biefe Kriege ermarb Sßreußen Schienen unb machte fich
ju einer @roßmad)t. ©leit^geitig begann bamit bie fioStrennung
bon ber öfterreidjifdjen Sorherrfchaft, bie 1866 enbgültig mürbe.
Salb nad) bem Sobe fjrriebtichs beS ©roßen lam für Reußen
eine trübe Seit- Napoleon Sonoparte, ber fich jum Kaifer bei
ftranjofen gemacht hotte, befiegte baS preußifche §eer 1806 bei Ö^na
unb Sluerftäbt, legte Preußen hohe Kriegslisten auf unb geftattete
ihm nur ein §eer bon 42 000 2Rann ju hotten. 9IIS aber 1812 feine
Slrmeen in fRußlonb bernidjtet mürben, erhob fid) baS preußifche Soß
unter feinem König $riebrich SBilhelm III. jum „SefreiungSftieg",
nachbem ber Staat innerlich burd) ben fjrhrn. b. Stein unb b. $arben*
berg reformiert morben mar. Unter ber Leitung ber ©enerale Schom-
horft, ©neifenau unb Sopen mürbe bie allgemeine SBehtpflW
eingeführt, bie baS Jpeer ju einem mapten Soßspeer machte. Sei
Opfermut beS preußifdjen SoßeS mar ungeheuer unb trug in japl'
reichen Siegen feine grüßte — bei ©roßbeeren, Sennemifc, an bet
Ka^bad), in ber 23ölterfcf}lact>t bei ßeipjig (1813). Surd) leptere
Schlucht mürbe Stapoleon enbgültig aus Seutfcplanb bertrieben, unb
als er 1815 bon neuem ben Krieg begann, bei Seße-^ßliance (äöater-
loo), füblidj Srüffel, gefchlagen. @r enbete in englifdjer ©efangenfdjaft
auf St. Jelena.
Ser Stadjfolger §riebrich SBilpelmS III. mar gfriebrldj 8Büh|öfatl V.,
bet Preußen nach inneren Unruhen im Sapre 1848 eine Serfaffung
gab, bie eS noch heute pot.
Shm folgte 1861 fein Stuber SJilpelm, bet fpatete Kaifer
SBilhelm I., auf bem Sijron. Wlit flarem Slict etlannte er, bafj
ißreufjen fid) nur mit $ilfe eines ftarten §eereS erhalten tönne unb
fepte eS gum Seil gegen ben SBillen beS SoßeS burch, bafj baS §eei
bergrögert mürbe. Sein treuer unb berbienter Serater mar hierbei
bet KriegSminifter b. 8t o o n. ®S ift eines ber größten Serbienfte beS
Königs unb fpäteren KaiferS, bafc er eS berftanb, bie richtigen SKänner
an ben richtigen ^lap §u ftellen. So gefdjah eS aud) mit bem SRinifter«-
präfibenten b. SiSmard, ber bie innere unb äußere Sßolitit ju
leiten hotte. San! ber guten militärifchen unb politifchen Sorbereitung
ging Preußen aus ben nun folgenben brei Kriegen fiegreidj hetöüI-
(Itierfidjt Über bie ©efdjidjte ißreu&enS unb Seutf$lanb3.
7
Sltiqi 1864 gegen Täneinart.
906 ®änemart 1863 Schle$wig-'£>olftein an fid) reißen wollte,
erflärten iljm Preußen unb Öfterreid) ben ®rieg unb ließen ihre
Gruppen unter bem Oberbefehl be3 ftelbmarfchalte b. SBrangel in
Sänemar! einrüden. 9tad)bent bie preußifdjen Gruppen unter
^ring fjriebrich Äarl bon Preußen bie für uneinnehmbar gehaltenen
tüppeler gehangen geftürmt unb nach ber ^nfel SOfen übergegangen
waren, fdjloß ©änemarf Trieben unb trat Scple6wig«^olftein an bie
Sieger ab.
»Allee «Mlftelm l.
ftrieg 1866
gegen ßfterrcich.
damals geholte Preu-
ßen nodj gum $>eutfd)en
Sunb, an bef fen ©piße ber
•Äaifer bon Österreich
ftanb. Preußen wollte fidj
bon biefer Sormunbfdjaft
freintachen. 2113 wegen
ber gutünf tigen Seftaltung
Sdjle§wig'$olftein§ gwi«
fdjen Öfterreich unb Preu-
ßen Sdjwierigleiten ent«
ftanben, ertlärte lefcteres
ben ftrieg. Sie fübbeut-
fdjen Staaten, Sachfen,
§annober unb JBurheffen
traten auf Öfterreiths
Seite, fßreußen ftellte
biet Armeen auf, unb
iWar bie
I.-Slrmee (in ber SERitte) unter fßring ^riebridj ftarl bei Sörlip,
II. 2Irmee unter bem ftronpringen bon fßreußen weiter füböftlid)
in Stfjlefien,
unb bie (Elbarmee.
Segen bie fübbeutfdjen Staaten würbe bie SRainarmee gebilbet.
S)ie erfteren brei Armeen brangen nach bem Srunbfap be$ ©h^U
beS Seneralftabe? bet 2Irmee b. Sollte „Getrennt markieren,
bereint fdjlagen" bon allen Seiten unter fiegreießen ®efed)ten nach
Böhmen ein unb ftellten bie Öfterreitfjer bei ftöniggrätt am 3. Suli 1866
gut Schlaft. ®urtf) ba3 redjtgeitige (Eintreffen ber 2lrmee be3 Sfron«
ptingen würbe ber Sieg herbeigeführt. S)a auch bie SRainarmee
erfolgreich lüar (Gtefecht bei Siffingen), Woß Oßerreitf) unb feine Ser«
8 ftbetfidp über bie @efd>id)te ißreußenä unb 'Deutfcfjtanbä.
fteaevanelbmartäftU <Braf ö. ÜNoltte
bünbeten ^rieben. ^reu^en erhielt burd) SdjleSWig-^oIftein, ^anno-
ber, ^effen-9laffau unb fyrantfurt a. eine beträdjtlidje ©ebietS-
ermeiterung. Öfterrei^ mürben baut ber fingen ißolitil WmardS leine
fräntenben'^riebenäbebingungen auferlegt unb (djon bamalS mürbe
bie ©runblage jum heutigen
SSünbniS gefdjaffen.
Sie norbbeutfdjen Staa-
ten bereinigten f tdj nun jum
9torbbcutiä)cn Sutib, unb
biefer fdjlofc mit ben füb-
beut(d)en Staaten ein
Sd)u&- unb Srupbünbnig,
ba§ fid) balb bemäfjren (»fite.
Stieg 1870/71
gegen grantrcid).
Sie Erfolge Sßreufjenä
fjatten ben Weib ^rantreidjg
Ijerborgerufen. Sie Slbfidjt
Spaniens, einen preufji-
fdjen grinsen auf ben frei*
geworbenen Stjron ju
(e|en, gab iljm ben nichtigen
SSormanb ju einer SriegS-
erfiärung (19. 3uli 1870).
einmütig (djloffen fid) alle
beutfcfjen Staaten jufammen, aller Jpaber ber »ergangenen Seit mar
»ergeben. mürben brei beutfdje Slrmeen aufgeftellt:
I; 9lrmee unter ». Steinmep bei Srier;
II. 9ltmee unter «ßrinj fjriebrid) Sari in ber toeftlidjen $falj;
hierbei befanben fiä ber greife Sönig unb fein SeneralftabS-
b. SJloltte;
III. 9Irmee unter bem Sronprinjen bon Breuüen. bei Sanbau
($w.
Scfjon am 4. Sluguft f^lug bie III. Wrmee bie granjofen bei
SOeifjenburg unb am 6. ^uguft eine ftarte franjöfifdje Slrmee
unter 3Rac Sftaljon bei SB ö r 11); an bemfelben Sage (türmten bie I.
unb II. 9lrmee bie (teilen £öl)en bei Spidern. Sie franjö(i(dje
Jpauptarmee ging nun auf 3Jlep jurucf, mo fie burd) bie Sdjladjten
bei ©olombep unb Slouillp fomie bei SSionbille, SRarS-la-Sour, Orabe-
lotte unb St. ^ribat im Sluguft in ber (Jeftung eingef^loffen würbe.
®ie I. Slrmee unter $rinj ^riebridj ®arl belagerte bie geftnng, roä^renb
bie III. Slrmee unb eine neugebilbete IV. SIxmee unter bem Sronprinjen
bon Sadjfen auf $ari§ .»ergingen. 9113 9Jlac SRaljon mit einer
SJNt ©enefjnügunfl ber SßljotOQttiMtfcSen GMellJdjaft ju Berlin. ©eniälbe bon »nton b. aiserner.
Sie ftnifer^rottamation ju SSerfaiUeö am 18. Sanuar 1871.
Sturm ber |>ren|iif$en unb fiotjerifdjen Safauterie auf gröfdjtveiler (S$Ia$t bei äßbrty)
am 6. Knauf? 1870.
überf»d)t übet bie Ölefcfjicijte IßreußenS unb 3)cutfd)lanbä.
9
neugefammelten Slrmee bon SpalonS per über Sebangum ©ntfafc bon
®te£ peranrüdte, würbe er burd) eine 9led)ts[d)Wenfung ber III. unb
IV. Slrmee in bie fjeftung <3 e b a n pineingeworfen unb muffte bort
mit ber ganzen SIrmee am 2. September 1870 kapitulieren. ®et Saifer
Napoleon III. befanb fidj unter ben (befangenen. ©un mürbe in
tjranlreidj bie Republik erklärt, 9tad)bem bie II. unb IV. Slrmee
^ari§ eingefdjloffen patten, rief ©ambetta ba§ SSolf unter’bie SSaffen,
unb bon allen Seiten jogen bie franjö[ifdjen neugebilbeten §eere
perbei, um fjßariS §u entfepen. ®ie Soirearmee mürbe bei SScaune-
la»9tolanbe, bei Orleans unb £e ©lanS, bie ©orbarmee bei Slntiens,
an ber ^allue, bei Sßapaume unb bei St. Quentin, bie Oftarmee
an ber ßifaine bei Sei*
fort gefdjlagen, unb
‘Srankreidj muffte $r ie*
ben [cplieffen. ßlfaff*
Sotpringen fiel als
ffteicpslanb an ®eut[d)*
lanb. Slufferbem muffte
grantreicp 5 ©tilliarben
ftranl (5000 SRill.
ftrank = 4000 ©lill.
Stark) al§ ÄriegSent«
fcpäbigung japlen.
$a§
Seiitfdje ftcidj.
SBäprenb beS^riegeS
(18. ßanuar 1871) war
Äönig SBilpelm einmü*
tig bon ben beutfdjen
Staaten jum Reifer
proklamiert toorben.
So mar ba§ ®eut*
fdje Sleid), wie 3)iS*
mard jagte, „burd)
Slut unb @ifen" er»
ftanben unb entwickelte
fiep unter ber weifen
Regierung [eines geliebten ^errfdjerS, ber in [einem ftanjler SiSmard
einen treuen Berater patte, in nie geapntem ©taffe.
1888 ftarb ftaifer SBilpelm im Sliter bon 91 ftapren.
Sein Sopn, SUifer griebtitp HI., muffte ipm nadj einer 9ie*
gierungSjeit bon nur 99 SLagen in§ ®rab folgen, unb eS beflieg unfer
fepiger ®ai[er, 9ßilpelm II., am 15. $uni 1888 ben £pron [einer SSÖter.
io
®er jefciße Krieg.
Sßir alle miffen unb haben eS in biefen fd) teeren Seiten boppelt
empfunden, was wir an unferm ^errfdjer haben. Unter feiner
ftaifer ftriebrieft 11h
^Regierung Würbe bas
§eer bebeutenb Vermehrt
unb bie fiolje beutfepe
flotte gefdjaffen.
5Rur außerhalb ber
§eimatlanbeS (1900/01 in
Spina unb 1904/07 in
Sübweftafrita) tarn eS ju
Iriegerifdjen SJerwid-
lungen, bie mir glüdlid)
Überwanben.
Sind) in ber inneren
$olitit »arbeite unfer
Äaifer in ben Sapnen
feiner SBorfapren. §anbel,
Snbuftrie unb 2Iderba«
entroidelten fiep unter bem
Sdjufc einer »eifen ®efe^
gebung unb einer ftarten
SBeljrma^t, boep am $ori-
jont erhoben fidj bropenbe
M!riegS»olten, ba neibifdje
fßadjbarn bem SDeutfdjen
fReid) einfoldjeSSlufblüpex
nidjt gönnen wollten.
IV. $er je|ige Strieg.
93on allen Staaten (SuropaS pat baS ©eutfepe fReicp neben
bem berbünbeten Ofterreid) bie ungünftigfte geograppiftpe Sage, ba
<3 fepmer ju berteibigenbe Sanbesgrenjen befifjt unb Von Vielen
Seiten gleicpjeitig angegriffen »erben tann. ©eSpalb muß eS aud)
mehr aW jebes anbere Sanb bie Saften tragen, bie ein grofje3 §eer
mit fidj bringen. Sin ftarteä §eer ift bie befte 3?erfid)erung gegen
Angriffe von außen. ®a£ tjat ber je|ige Ärieg jur (Genüge betviefen
unb foll jebem Seutfdjen aud) in Sutunft als Setyre bienen.
9?ad) blutigen Kriegen mar baS $eutfdje 9ieid) erftanben unb
^atte fid) unter bem Sdjuße feines ftarten £>eereö ju einem mädjtigen
Staat entmidelt, beffen ^nbuftrie einen ungewohnten 2luf[rh»ung
nahm.
®iefe ©ntwidlung burdj ©rpaltung beS ^riebenS ju förbeui,
hatte fid) unfer ftaifer als erfte Aufgabe geftellt. ®S gibt wo^l heute
feinen ©eutfdjen, ber hiervon nidjt felfenfcft überjeugt ift.
grans ©rainer, Wlüncften
<BencraIfelbmarft$aU
JtamtrtfafttHuWre^t b.ttabevn
Vlmteefübrer
^pt. fHiib. SDü^rtoo^
(Bcneralo&crft to. flbtc!
trübet Wrmeefübrer
tteneral b.ttrtL to.fcUin
ÄÖniflL-^reufc. SMegSmintftet
12
®er jefeige Ärieg.
®lit bem ©rblühen beg 5)eutfdjen Steidjeg aber Wuchfen auch
feine Leiber.
Qfrantreid) hatte nicht bergeffen, baß eä 1870/71 befiegt mürbe,
baß e§ (Slfaß’ßothringen an bag Seutfdje Sieid) abtreten mußte
unb baß eg einen Seil feiner ®roßmachtftellung eingebüßt batte. Qn
Schule unb Streße, in politifdjen 33erfammlungen unb in bet treffe
mürbe mit allen Mitteln ber SRadjegebante gepflegt, unb nur ber galt
al§ guter fjranjofe, ber ben ®rieg gegen Seutfdjlanb wollte. So war
bie bon beutfdjer Seite oft gert>ünfdjte SSerftänbigung mit ^ranheicb
unmöglich.
SÖtein tonnte fjrantreid) aber gegen bag ftarte Seutfdje 9teid)
nidjt auftreten, unb beghalb fudjte eg einen Söunbeggenoffen, ben es
in SRußlanb fanb.
fRußlanb f)«tte in ben lebten Sabrgeljnten immer mehr berfudjt,
auf bem Sßalfan unter ben flaroifcfjen Staaten Einfluß ju gewinnen,
ipierburdj war Öfterreich, bag felbft biele flawifdje Untertanen befiel,
in nationaler unb aud) wirtfcfjaftlichet .pinfidjt gefäßrbet. ®ine
Schwächung öfterreichg aber hätte gleidjgeitig eine Schwächung beg
mit ihm berbünbeten Seutfdjen SReitije^ bebeutet. Sa eg treu auf
öfterreicfjg Seite ftanb, mußte bie ehemalige §reunbfd)aft mit SRußlanb
ertalten. 9?ad)bem fRußlanb im Stiege gegen Bapan unterlegen
war, faßte eg fein früheres Biel, bie SSernidjtung ber Sürtei, immer
meljr ing Sluge unb tarn ßierburd) in fteigenbe ©egnerfdjaft zu Öfter»
reid) unb Seutfdjlanb, für beten §anbel unb Qnbuftrie bie Xürtei bon
roadjfenber SSebeutung waren, fjranheid) fcfjloß fdjließlich mit 9?ußlanb
ein 58ünbni§ unb gemährte ihm finanzielle Unterftüßung, bie teilmeife
für bie Srieggbereitfchaft ber Armeen Sermenbung finben follte.
3u grantreidj unb SRußlanb gefeilte fich fdjließlich ßnglanb, jmar
junädjft nod) nidjt offen alg 33unbe3genoffe, bodj in „herzlichem @in«
oetnehmen", ba eg in bem SBadjfen ber beutfdjen Bnbuftrie unb
beg beutfdjen §anbel3 einen gefäfjrlidjen SSettbewerb fal). Sebiglidf
tramerhafter iReib unb SIRißgunft ließen ßnglanb eine Sdjmädjung
Seutfdjlanbg münfchenäroert erfdjeinen. Ser berftorbene Sönig
(Sbuarb VII. mürbe zur Sriebfeber ber Gnntreifung ®eutfd)Ianbg.
@d)on roährenb beg Streitet um Sftarolfo wäre eg zum Stieg ge»
tommen, wenn Seutfdjlanb nicht nachgegeben hätte.
%eben Seutfchlanb unb Öfterreich ft°n^ britte SRacht in bem
1882 gegrünbeten Sreibunb Italien, zu bem aber feine beiben 33er-
bünbeten ein wadjfenbeg, beredjtigteg SRißtrauen hatten. Sdjon in
ber SRarotlofrifig, auf ber Sonfetenz bon Sögecitag, hatte eg gegen
®eutfd|lanb Stellung genommen. @g war jebodj immerhin noch zu
hoffen, baß eg bei einem Stiege roenigfteng neutral bliebe. 2Bie fehr
man fich Sc^^t hat/ Zc*0t bet Verlauf beg je|igen Sriegeg.
2Ug am 28. $$uni 1914 ber öfterreid)ifd)c S^ronfolger in Serajewo
ermorbet würbe, berlangte Öfterteich für biefen, bon ferbifchen Dffi«
5Det je^ige Stieg.
13
gieren unb Beamten unterftü^ten Sftorb Sühne, bie bie ferbifdje 9Je«
gierung, auf Siufjlanb geftü^t, bermcigerte.
W öfterreidj gegen Serbien mobil madjte, befahl SRufjlanb
am 29. $uli bie Mobilmachung bon 13 #rmee!orp§ an ber öfter-
teit^ifdjen ©renge, morauf öfterreid) am 31. Suli bie gange Slrmee
mobil machen mufjte. ©in Vriefmed)fel unfereä Äaiferö mit bem
Säten bermodjte nicfjt, eine Verftänbigung gu erzielen.
Mitten in ben Verljanblungen befaf)! Siufelanb am 31. Quli bie
allgemeine Mobilmachung, ma§ aud) ben S'rieg gegen £>eutfcf)lanb
bedeutete.
21m -1. Sluguft rief au<f) ber Saifer fein Volt gu ben SSaffen, um
gegen eine SBelt bon -Jeinben baö ©rbe ber Väter §u berteibigen.
Sn bem Vemufjtfein, für eine gerechte, heilige Sad)e ju kämpfen,
berliefj ber beutfdje Mann ©Item unb Familie, um mie einft bie Später
für fein Vaterlanb gu Kämpfen unb gu fterben.
Sd)on am 4. Sluguft ftellte fidj) (Snglanb burd) feine ftriegs»
etfiärung auf bie Seite unferer ffcmbe. Valb folgte aud) Montenegro
unb Sapan. Italien aber, unfer SBunbeögenoffe, blieb gunädjft neutral,
um fpäter offen gum fyeinb überlageren.
Stad) Portugal, ein Vafallenftaat ©nglanbs, fdjlofj fkf» 1916
unferen ©egnetn an.
Dljne jebe Störung, baut ber glängenben Vorbereitung ber
Mobilmachung burd) unferen ©rofjen ©eneralftab, bollgog fid) mit bei
ategelmäfjigteit eineö Uljrmerte ber 9lufmarfd) ber beutfdjen Armeen
an ben ©rengen im Sßeften unb Often.
SSeftlithcr ftrieg§fthauplah.
3m ®Jeften mürben fieben Armeen ber belgifdjsftangöfifchen
©renge gegenüber bereitgeftellt. ®a bet beutfdjen §eere§leitung
bekannt mar, bafj bie f^rangofen burdj Belgien gegen unferen rechten
fjftügel öorgeljen molften, unb gmifdjen fjranfreid), ©nglanb unb Velgien
bertjanbelt mürbe, um le^tereö gegen Seutfdjlrmb gu geminnen, richtete
bie beutfdje ^Regierung an bie belgif dje bie Slufforberung, ben beutfdjen
Gruppen ben $)urd)gug gu gemähten unb berfpradj ®rfa| alles ent>
ftehenben SdjabenS. Belgien !am biefet 9lufforberung nidjt nad)
unb öerfepte &eutfdjfanb in bie Notlage, ben SIbfidjten feinet fyeinbe
gubotgulommen.
Vollkommen überrafdjenb überfdjritten am 6. 2luguft fed?§
flemifdjte Snfanteriebrigaben, bie nod) nidjt auf Äriegöftärte gebracht
toaten, bie ©renge bei fachen unb {türmten unter ©eneral b. ©mmidj
am 7. Sluguft Sütti^, ba§ am 15. Sluguft mit allen f5-ort§ in unferer
£>anb mar. ©iefer glängenben SBaffentat, bie bei unferen fyetnben
©nttäufchung unb Gmtfepen üerurfadjte, folgte in ber Seit Dom 24. bis
26. Sluguft bie SSegnahme bon Stamur. ®a§ belgifdje §eer gog fid)
baraufljin in bie ftarfe geftung Slntmerpen gurüd.
14
®er jefcifle ffrieg.
Snjtviidjen tvar ber Slufmarfdj bet fieben beutfdjen Armeen
DoUenbet.
«JefUidjer Ärfcfläfd)attJ>Ia$
, «ife" mit ben frangöfifc^en Stupsen fanben
?mWe älufmatjd; ganj beenbet »rar, auf bem traten (Hügel bet
beutfdjen Armeen ftatt. ty«««« ««
Zentral bonfteloto
Sltmeefübrer
USbot. 9HcoIa Skrftfjeib, ©erlin
(Bciteraloberft ö. geeringen
Slrmeefübrer
<• Wfcebet-^diula, ®etUn
feettetal b»fetif. b* $attettbabit
IHnrteefü^rer auf bem ®a(tan,
trüget ^rfeßSminifter unb Gtjef
be« ©eneralftabeS
fflub. S&üljrfoöp
(Ben.»8t ffBflb bon gobentatu
tfommanbierenber General
ftübcr 5?al .<BreufctÄ*ießäminiüex
fcofrbot. 3. Wiirig, 5BIaVenjtfe
(Ben er al ob et ft b. Raufen
Slrmeefübter
9ßbot, $ofüf)Dt. iTrafemÖft
(Beneraloberft b« feinem
Slrmeefübret
16
'Ser jefcige Jtrieg.
9)1 ü 11) a u f e n war borübergeljenb in bie §anb ber ^ranjofen
gelangt, jebod) nad) Wenigen Sagen wieber in beutfdjem 18efi|. Sie
VII. 9lrmee (b. geringen) brängte bie auf biefe Stabt unb über bie
Sogefen borgeljenben franjöfif^en Kräfte §urüd unb überfdjritt unter
fcfjtüierigen ®ebirg§tämpfen bei unb fübtirf) be§ Sonon bie Sogefen-
tämme.
Sei £ a g a r b e war fdjon am 11. Sluguft eine franjöfifdje
Stigabe mit fdjweren Serluften bon nuferen borgefdjobenen Sruppen
üernicfjtenb gefdjlagen worben.
Sn ber ^weiten §älfte be§ Sluguft gingen bie ^ranjofen jum
Angriff über unb befetten Saarburg. Sn gewaltigem 9lingen gelang
eg ber VI. Slrmee (ftronprinj bon Satjern), biefe Seile bef feinblidjen
Armeen bei unb norböftlid) Saarburg gu fdjlagen unb fie in fübwefb
lidjet fliidjtung über bie @renje ju werfen. 12 000 (befangene unb
150 ©efdjü^e fielen in unfere Ipanb. Sim 24. Sluguft würbe £unebiUe
befefct unb am 28. Slnguft bag Sperrfort SRanonbiller genommen,
wobei unfere fdjwerften ©efcfjübe (42 cm) iljre furd)tbare Witfung
- offenbarten.
Slud) ber V. Slrmee (beutfdjer Stronprinj) gelang es, burd) £ujem-
burg borgelfenb, bie it)r gegenüberftetjenbe franjöfifdje Slrmee auf
Serbun gurüdgubrängen unb nörblid) biefer ftarfen fjeftung ®nbe Slugufi
bie Sftaag ju überfdjreiten. Sie fteftung SongWi) unb bie Sperrbefefti-
gung SRontmebt) würben genommen.
Slnfdjließenb an bie V. Slrmee batte audj bie IV. 2lrmee ($erjog
SHbredjt bon Württemberg) 9iaum gewonnen, bie frangöfifdjen Streit-
träfte bei 9lcufdjäteau gurüdgefdjlagen unb war über bie SJlaag big
an bie Slifne borgebrungen.
9?ad) allen bicfen 9iüdfd)lagen tjofften bie ftcanjofen auf ben
englijdjen unb ruffijdjen JSeiftanb. Sie in 9?orbfrantreid) gelanbeten
englifdjen Sruppen tarnen .aber gu fpät. Sn ber Sdjladjt bei St.
Quentin, wo fd)on im S«bre 1870 unfere Sruppen einen Sieg babon-
getragen ljatten, würben bie engli|d)’franjüfifd)en Streitträfte bon ber
I. unb II. Slrmee- (b. Mud unb\>. Sßülow) gefdjlagen unb auf 3topon
jurüdgeworfen. Sie beutfdje .^eereglaballerie ftanb bidjt bor $ari§,
unb bie franjöfifdje Regierung flüd)tete Slnfang September nad)
Sorbeauj.
,9lm 4. September würbe bie widjtige Heftung 9ieim§ (13000
befangene unb 350 ©efdjü^e) unb am 7. September bie Heftung
SRanbeugc, bie nod) unbegwungen im Oiüden be§ £>eere£ lag
(40 000 befangene, 400 ©efd^ü^e), genommen.
Snjwifdjen ljatte fid) bag englifäje §eer' auf bem franjöfifdjen
Mteggftfjaupla^ berftärtt. Sie Oberfte .^eeregleitung ber f^ranjofen
glaubte ben Beitpuntt für getommen, nun burd) einen Slugriff gegen
ben beutfdjen rechten §iügel in allgemeiner Stiftung SRopon unb nörb-
lid) babon unferen SSormarfd) aufjuljatten unb un§ nad) Belgien jurüd-
ffllii öenefjmißuno bet Setpäißer „tfllu [Metten Settung*. einer Betonung non $tof. $ugo Ungennttet.
XranäHrt fgtoerev gelb^nutii^en im öebitfle (fceftHrfjer
uapufppSttuape atpjiaifjoji® (pjttq ump jttv uiaau«)|ijagg u» wmip®
•laftautajraff) uaa fhmufciaP' aauw fpujß •„SitmwC? itroamitinp* safttaWR wo flujtömtfrauoff» Tt?ß
©et jeftifle Stieg.
17
flubrängen. Tie Slrmeen auf bem redeten ^-lüget gingen baper in bie
ungefähre £inie ber Stellung 1916 (fiepe Sfigge) gurüd, mäprenb
unter heftigen Kämpfen, befonberS bei Stieuport, Tijmuiben unb
?)pern burd) Verlängerung ber fjront über SlrraS—S)pern bis an bie
Sßorbfee (fiepe Sfijge) eine Umtlammerung beS redjten (ylügelS ber-
pinbert mürbe. Tie IV. unb VI. Slrmee mürben bortpin gezogen bgm.
neu gebilbet, mäprenb in fiotpringen eine neue Slrmee (b. g-altenpaufen)
aufgeftellt mürbe. So patte bie frangöfifdje Heeresleitung nidjt iljr
Biel erreicht, unb e§ mar uns möglid), nunmepr im Sßeften rein ber-
teibigungSmeife ju bleiben unb im Oftcn ju großen Sdtfägen auSju*
polen. ®ort lag j e t bie ©ntfdjeibung.
Sn§mifcpen mar ein VelagerungSpeer jur Sinnaljnie bon Witt«
toerpcn, in bem fid) aud) englifcpe Gruppen befanben, gefd)ritten.
Tant unferer glänjenben Strtilleriemirfung (42-cm- unb öfterreicpifdje
30,5-cm-®efd)üße) fiel biefer als eine ber ftärfften Heftungen an-
gefepene Söaffenplap na<p furger Belagerung am 9. Öttober mit
ungeheurem SJlaterial unb 5000 befangenen in unfere Hänbe. Tie
SRaffe beS VefaßungSpeereS patte bor ber (Sinnapme ipr Heil in ber
ftludjt gefudjt.
Tie Tegembertage 1914 ftellten unfere Truppen im SKeften
auf eine erneute harte Sßrobe. Von SOlitte Tegcmber ab griffen bie
prange [en, briglänber unb Belgier bie Slrmeen beS redjten fylügels
erneut unter ungeheuren Verluften opne nennensmerte Srfolge an.
Stieuport, Vijfdjoote, Sl r r a S, 9ieube ® p a p e 11 e,
^eftubert, © i b e n dj t), 9?eubebille, 2a Vaffee,
VermelleS, 2 o c S, bie 2orettopüpe, Earenct),
S o u cp e i bilbeten pier unb audj fpäter bie Hauptbrennpuntte beS
Kampfes.
Sludj an bieten anberen Stellen ber ^ront galt es,. TurcpbrudjS-
berfudje abjumepren. BefonberS peiß mürbe äRitte Tegember in ber
Spauipagne bei $ertpeS, Veaufejour, Xapure,
9JIaf f igeS, in ben Wtgonnen, öftlid) unb füböftlidj Verbun
unb im ^rieftermalbe bei $ont-a = SDlou|fon, jebodj
opne Girfolg für ben fyeinb gefämpft. Tiefe fünfte blieben aud) baS
gange lommenbe ^apr Segenftanb feinblidjer Singriffe.
SBaprenb ber (Gegner auf feine Erfolge jurüdbliden tonnte, bradjte
uns am 12. unb 13. Januar 1915 ein Singriff nörblicp Soijfonä in Vefip
mieptiger Höpen unb bon 10 000 (befangenen. Tie Verfucpe ber
rfcanjofen, biefe Höljen miebet ju nehmen, bradjen unter großen Ver-
luften (fd)äpungSmeife 25 000 SJtann) gufammen.
• ^n ber lepten Hälfte beS fjebruar 1915 fepte nunmepr gleich-
seitig mit' ben ruffifdjen Singriffen in ben ftarpatpen ber große
famjöfifdje Turd)biud)Sberfud) in ber Champagne ein, ben mir als
«bte IBintcifdjladjt in bet (Spainpagne" bejeidjnen. Sieben Slrmee-
’orps mürben hier jum Stoß angefept, ber mieberum mißlang,-aber
Qdbgrnue. ßfelbntt. U ?(. 2
18
®ct je^iße Ätieg.
bem §einb etwa 45000 SJfann Ißerlufte foftete. Voller SBetounberung
feljen mir §u unferen Solbaten auf, bie I)ier erneut einen glangenben
SBewei? ber Sapferfeit, ber Sifoiplin unb fßflid)ttreue gegeben haben.
$n feinem .Sud) „Sie 2Binterfd)lad)t in ber Champagne"*) fjat
ißrinj © ? I a r bon Preußen ben gelben in biejen Sümpfen
ein Senf mal gefejjt. (Er fagt bort über bie Sebeutung biefer Sd)lad)t:
war ber erfte große Surd)brud)?beifud) ber fJ-ranjofen, in
bem fie mit Saranfepen ihrer beften Sorp§ unb einer ungeheuren
Slrtfllerie Wodjen* unb monatelang berfudjt haben, tofte e?, wa? e?
wolle, in ber Champagne 55611 Surdjbrudj §u erzwingen, um bie il)t
3anb umfdjließenbe ftäfylerne Sette bes beutfdjen §eeres §u fprengen.
SBäre ihnen iljr SSerfud) geglüdt, wären fie tjier mit ftarfen Stuften,
wie beabfidjtigt, burdjgeftoßen, fo ift erfidjtlid],. wie unabfehbar bie
folgen für ba§ ganje §eer fein mußten! Unfer (Sieg in ber Champagne
ift, wa? bie folgen anbetrifft, minbeftenö ebenfo toidftig, wie bie
(Siege bei Sonnenberg, an ben SJlafurifdjen (Seen, bei Sluguftow unb
am San. 2Sa? aber’bie Stnforberungen an ben fpelbenmut unb ba?
2lu§l)arren unter fcßwerften Sebingungen anbelangt, finb bie Seiftungen
unferer Sruppen woljl nodj nirgenb? erreidjt".
SRadjbem (Enbe 9(ptil, Slnfang fötai un? einen großen ®elänbe»
gewinn bei 2)pern gebradjt hatte, begann im fDtat ein erneutet, im
großen Stil angelegter Surdjbrudjsoetfud) ber ^ranjojen unb @ng«
lünber nörblid) 2lrra3, ber ficf) bi? in ben ^uni Ijineinjog. 9tad) einer
bi§ baßin noch nid)t gelaunten 2lrtil(eriewirfung ließ ber franjöfifdfe
Oberbefehlshaber $offre jwölf SlnneetorpS gegen eine §ront bon
etwa 25 km oorgel)en. Sod) auch biefer Surd)brud) fd)eiterte baut
ber öelbenmütigfeit unferer Sruppen.
©benfo erging e? einem groifdjen iDtaa? unb 9Jlofel mit großer
fütaffe berfudjten Singriff ber granjofen Slnfang bi? Slliite Ülpril öftlicß
unb füböftlid) $ e r b u n (6 o m b r e ?, (S t a i n, Son 23 r u l e e,
fßriefterwaIb). ?(ud) in ben SSogefen, Wo nörblid) St.
Sie unb bei 3)? ü n ft e r (.£ a r t m a n n ? w e i l e r S o p f) am
bauernbe Sümpfe ftattfanben, tonnten bie fyranjofen feine (Erfolge
erringen.
Snjwifdjen waren im ©ften bie ruffifdjen §eere gefdjlagen unb
jurüdgebrängt worben. Sie SÖalfanftaaten berblieben immer nod),
tro|) h61ßcr Umwerbung burd) ben SSierüerbanb, neutral. Surd) einen
•'Jßaffenerfolg erhofften bie gran-jofen biefe bod) nod, auf ihre Seite
ju jiehen, unb berfudjten mit ben (Englanbetn (Enbe September unb
Anfang ©Höbet 1915, erneut unfere Sinien an ben fd)on mehrfach
heiß umftiittenen Slbfdjnilten nörblid) ?lna§ unb in ber Shümpagne
ju burdjbredjen. 9tod) einem mehrere Sage bauernben „Srommel-
feuer" ging bie feinblidje S^fanterie jum Eingriff bor. Utörblid) Slrra?
•) „Tie '&inhjr<cfjtadrt in bet (HjanWaflne♦* 5?on Cberft ©Star aon ^reuBen.
30. Auflage. 40 Söerlao tmn öleröarb etatiing, ©IbenburQ t. QJr.
Wt. 3« Ctagclnmnn, Stofen
(Beneral bet ftnf« b. efrmtfc
Mrmeefiiljrer
'4Sbot?J^eict&^affütl),StraBbUTß
(Keneratabexft U. ftaHen&aufcit
?lnneefül)ter
(öcnernl b. Gfacbe f
Gfencral ber b’tflfa
Mnnecfübrer
kl*T)ot ^(tclier (*1 viril, Wind)en
(Keneealfclbmartäan
$rfa& ßeo^olb b. Qtaijern
£bev&efef)[öt)(iber Oft
^Oot. GJcbn Siele, (Stettin
(ttciteralcbcrft b. Staffagen
* Stfnneefüfcret
20
Ser jefrige fftieg.
bermodjte fie ung unbebeutenbe ©elanbepunlte gu entreißen; in ber
©hampagne ging gwar ein Seil ber borberften (Stellung berloren,
aber es gelang bem mit adjt SlrineetorpS unb großen ftabaueriemaffen
angefegten «Stoß trog fedj»’ bi» fiebenfadjer Überlegenheit nidjt, untere
(Stellung gu burdjbredjen.
S3on ba ab tarn e» im SSeften ju leinen größeren Unternehmungen,
big im Februar 1916 unfere SlngriffSbewegungen bei$crbitn einfegten.
$n hartem Stampfe würben bie fjortö ber Siorboftfront (Souaumont,
®auj) genommen unb Sdjritt für Sdjritt bie fid) bergweifelnb wehren’
ben tffamjofen, bie l)ier gwei ©rittet ihrer Slrmee einfegten, gurüd’
gebrängt.
gut ©ntlaftung ber ^-rangofen bei Sßerbun unb in ber §offnung,
burdj gleidjgeitigen Singriff auf allen fronten bie Gmtfcßeibung herbei*
führen gu tonnen, entspannen fid), im Suli 1916 beginnenb, äußerft
fdhwere Sümpfe im Sßeften unb Cften.
Slnfang $uli 1916 fegte ber gemeinfame Singriff ber frangöfifcgen
unb englifdjen Slrmee beiberfeit§ ber Somme in 9iid)tung auf Perronne
unb Sßapaume ein, bon bem unfere ©egner, bie un$ gteidjgeitig im
Often befdjäftigt wußten, ben erhofften ©urdjbrud) nunmehr mit
Sidjerljeit erwarteten, ©egen eine ungeheure Überlegenheit unb ben
mit riefigen SRunitionsmengen unb ftarter fd)Weret SlrtiHerie au§-
geftatteten ©egner hoben hier Struppen aller beutfdjen Stämme
gang Ungeheures geleiftet. SOtit außerorbenilidjen SSliitopfein errang
ber fteinb nur einen fdjmalen ©elänbeftreifen, ber für bie ©efamt*
läge ohne 58ebeutung war. ®icfer gälje, mit berljällnismätig geringen
Straften geleiftete S3iberftanb ernwglidjte eS ber Dberften Heeresleitung
eine Slrmee gegen bie treulofen Rumänen gu fenben unb bie S3el)aup’
tungen unferer fjeinbe, baß ©eutfdjianb erfdjöpft fei, burd) glängenbe
Siege gunidjte gu madjen. So tann im gangen ber Verlauf ber großen
Sommefd)lad)t bom $uli bi» ©nbe 1916 als eine empfinblidje Schlappe
unferer geinbe begeidjuct werben. '
öftüd)ct Sricg§fd)auplag.
SBäßrenb bie SKaffe beS beutfdjen Heeres gu beginn beö SriegeS im
SÖeften bou Sieg gu Sieg fdjritt, waren in Dftpreußen nur berhältnis*
mäßig fdjwadje Stcäfte gut Serteibigung beS SanbeS gurüdgeblieben.
Hier im Dften hatten gunädjft bie öfterreidjifch’ungarijdjen Gruppen
ben Slnfturm ber gewaltigen ruffifdjcn Überlegenheit auSguhalten.
Seitens unferer SJeibünbeten waren in © a l i g i e n brei £eere
aufgeftellt worben, unb gwar: I. Slrmee, ©rgljergog ^ojeph fjerbinanb,
bei Semberg, II. Slrmee, Sluffenberg, bei ^rgennjfl, 111. Slrmee, Siantl,
bei Sarnow.
Stadjbent bie beiben linfen glügelarmeen (Snbe Sluguft 1914 fieg«
reid) über bie ruffifdje ©renge borgebrungen waren, fah fid) bie rechte
fjlügelarmee nad) gäl)em Sampf gegenüber einer bebeutenben ruffifdjen
Wot» W« OTfilcnjinbt, STbetfl
(Betieral b« 9(ril. b. GfaUtoife
IHrmvefiiljrer
UMjot. ?(. .Wiiijlcw inbt, SV berg
(General b. KHC b, ec$oUs
Slrmcefübrer
Wt Cito 9ȧ11W
^T)oL WL ©lauer, ©ppekt
ttcneratoberft b» BBobrMj
Slrmcefüfjrcr
•enerat b* ftnf. Otto to. ©elofo
tHrmeefityier
USbot. 'M. ÄiUnetDinbt, ft'berg
(fteneralo&erft b. ttirfjfjorn
toneefütjrer
Wh ©ebr. $ädel, ^Berlin
(Betteral b. 3nf. b. ftaberf t
22
Scrjefciße Äricfl.
Überlegenheit gezwungen, Hemberg ju räumen unb auf bie
SBarpatlien -pirütfjugeben; bie beiben anberen Slrmeen mufften
bfttjev aucl) hinter ben San surüögenonimcn werben.
9t ko 1g <Eerfrf)cib
. <McucraIfelötnarf^rtU to. 4>ta»enfctitft
ISIjct be* WeneralfttibeS, trüber Cberbcfcbtebabcr Oft
^npuifcljen war in Dftpreufjen bie ©ntfdjeibung gefallen.
t iv.iren gegen bie beutfdjen ©treitträfte, beren Obetfommanbo
msivifcljen föcncraloberft to. Sjinbciiburg übernommen ljatte, §roei
ruffil’djc 'Xrmeen jum Singriff Dorgegangen. 3?on Offen (Slbrono)
l)cv war bie 9t j e m c n - 91 r m e e unter ütennentampf auf ^fter’
Ser jelfige Krieg.
23
fairg unb bon Süboften (SSarfdjau—Somja) I)er bie 9? a r e tu -
21 r m e e unter Sfamfonqtv auf Allenftein angelegt.
9tadjbem fdjon bot Übernahme be§ Oberbefehls burd) £>inben»
bürg brei beutfdje $orpS bei ©umbinnen einer großen Über»
fegenljeit gegenüber ftanbgeljalten hatten, befdjloß jeßt ber tüljne
tSrelbßerr, unterftüßt bon feinem bortrefflidjen (SJjef be§ ©eneralftabes
ßubenborff, jjunädjft ben gefäljrlidjeren ©egner, bie 9lareto»
Armee, anjugreifen
unb nur fdjivadje
Kräfte ber 9ijemen»
Armee gegenüber ju
faffen.
§n bem Sumpf»
unb SSalbgelänbe füb»
lid) Allenftein bei
Ronnenberg (26. bis
29. Auguft 1914) ge»
fang eS iljm, bie
ruffifrfje Armee boll«
ffanbig §u umlfams
mern unb ju ber»
nidjten. 100000 ®e»
fangene, bie gefamte
Artillerie unb bie
RtainS fielen inunfere
§änbe. 70000toteunb
benuunbete fteinbe,
barunter ber Armee»
führet, bebedten ba§
©djladpfelb. @fan}
Rteutfdjlanb fub It
bem Befreier Dp»
Preußens ju.
ÖIjne 9iaft tuarf *iwt. 9HcoIn
fid) biefer nun nad) b.sitf. uubenborn
rr; , A ' 1» ©enerabELitartiermetver
'Eintreffen bon 5ßer»
ftärtungen auf bie SRjemetvAtmee, bie Anfang September unter
fdjioeren Skrluften über bie Qhenje jurüdgeluorfen mürbe unb
30 000 9Kann unb 1Ö0 @efdjüpe in unteren Jp'änben ließ.
9?adjbem anfänglich unfere Struppen’ bem lueidjenben (Gegner
uuf JDffomice, GJrobno unb SToiuno gefolgt iuaren, madjte bie Abgabe
bon Struppen nqdj bem gali-jifdjen StriegSjdjaupIaß jur Unterftußung
unferet Söerbünbeten ein meitereS Vorbringen nidjt möglid), unb man
Mdjränfte fid) bort junädjft unmittelbar* an ber ©renjlinie £t)d—
®t)bflut)nen auf bie Verteidigung.
24
5)er jetjige Ärieg.
S>ie öfterreidjifdj-ungarifdjen Slrmeen mären Slnfang September
bon meit überlegenen Kräften angegriffen morben unb Ratten ben
größten Seil ©aligienS räumen muffen. So tarn eS, baß bie öfter*
reidjtfdje fjeftung fß r 5 e m p f l bon ben fRuffen belagert mürbe.
SUS aber ^inbenburg nörblidj Pratau eine neue Slrmee, gum Seil aus
Dftpreußen, gum Seil bon Sßeften fommenb, gufammengog unb auf
$mangorob borging, naljmen bie Muffen jur Slbmelji beS SIngriffeS
ftarle Kräfte bon ©aligien meg, fo baß bie öfterreidjifch-ungarifdjen
Sruppen ißrgempfl entfeßen unb ben fjeinb auf ßemberg gurüdmerfen
tonnten.
Sngmifdjen Ijatte bie ruffifdje Heeresleitung ben Sßlan gefaßt,
bon Söarfdjau aus in Stidjtung auf ißofen burdjguftoßen. 3U biefem
3med patte fie minbeftenS 40 SltmeelorpS unb eine große 3ahl ö0.n
Sieferbebibifionen, alfo eine Slrmee, mie fie bie ftriegSgef djidjte nodj nie
auf engem fRaume gefepen t>atz bei SB a r f dj a u berfammelt. Slber
bie ruffifdje „S) a m p f m a l g e" Ijatte nidjt mit bem ©eift eines H*n'
benburg unb bet S3emeglid)feit unb SluSbauet unferer Sruppen gerech-
net. Unfere Slrmee entgog fid) fdjnell unb gemanbt bem Singriff einer
foldjen Überlegenheit unb ging bis an bie fcFjtefifcfje ©renge gurüd,
um einen günftigen 3eUpuntt für ben Singriff abgumarten. Sie
iRüdmärtSbemegung gmang natürlidj bie öfterreidjet, mieber einen
Seil ©aligienS gu räumen unb Ißrgempfl gum gmeitenmal ber Belage«
rung preiSgugeben.
Slnfang SJobembet feßte fidj baS Dftpreußen gegenüber unb
in ißolen fteljenbe ruffifcfje Heer, etma 2% SRillionen ftart, gum Singriff
in SSemegung. Sie fRjemen-Slrmee follte nach Dftpreußen borbringen,
mäßrenb bie Hauptarmeen, in brei ®ruppen gerfallenb, auf Sljorn,
beiberfeitS ber SBeidjfel auf ßobg (Houptfxäfte) unb auf SSeutßen bot-
flößen feilten, um unfere unb bie öfterreidjifchen Sruppen gu über-
rennen unb über ißofen unb VreSlau ben bon ben grangofen unb ®ng-
länbem fdjon lange erhofften unb mit Sidjerljeit ermatteten Einbruch
in baS Seutfdje SReidj gu ergmingen.
Sodj Hinbenburg hatte feine Vorbereitungen getroffen unb ging,
nadj Eintreffen meiterer Verftärfungen aus bem SBeften, feiner-
feitS gum Singriff über.
Sie in ©ftpreußen fteljenbc VIII. Slrmee (b. Veloiv) hatte fidj
auf bie Vetteibigung gu befdjranlen, mäljrenb bie ^auptfräfte ber
Hinbenburgfdjen Slrmeen bon Salijcp Ijer auf ßobg, bie IX. Slrmee
(b 0 n SR a d e n f e n) bon* SIjorn»®nefen per in füböftlidjer fRidjtung
längs ber SBeidjfel borgeljen unb eine Umtlammerung beS f^einbeS
Ijetbeifüßren follte. Sluf bem redjten glügel bei ftratau Ijatte eine
beutfdj’mfterreidjifdje Slrmee ben Sdjuß bet fylanten gu übernehmen.
Sim 13.5Robember matf bie IX. Slrmee (b. äRadenfen) ben rechten
ruffifchen ßjlügel bei SBIoglamet (an ber SBeidjfel) unb feßte
Wrt- Wicota ^erfdjeib
(Kcneral b, 3ttf. b, Ggubcrt
'Mrmeefüljrer
(Beneral b. STab.Oiraf b.Bot$mer
Wrmeef übtet
itaieral ber Strti. b. 0$ rott au
Wrmeefüljret
Ustjot» ttiä). eyemng
Gfcn,«£cutnattt b. GSünbell
Slrmeefüfcrr
SftwL (Snjft Gan bau, Vertin
(Kencral ber , b. Sefetcr
(Meneralfloubeineur bon ^Jolen,
Eroberer von Wntmerben unb
9tort)0‘(9eüroien)tt
ßanQbatnmer, (SaHel
Sen.b.^ttf'b.erfjeHer’^o^abel
9(rmeefüprer
26
Sier jcjjige Strieg.
ihren SJiarfd) auf 2 o b g fort, wo eä am 21. 9?obember gu feljr heftigen
Stümpfen mit einem weit überlegen geinbe tarn.
Sie JRuffen bermodjten fogar ba§ 9kferbeforp§ Sdjeffer unb bie
©arbebibifion ßifnnann burd) ^eranfütjren ftifdjer Sruppen bei
iß r e f i n i) gu umflammern, bod) banl ber euer gif djen yü-jrung unb
ber Sapferteit ber Sruppen gelang e§ biefen Slrmeeteilen, fid) burd)-
gufdjlagen unb babei nodj jaljlreidje befangene mitjubrirgen. SSoIler
ißetounberung bilden mir auf biefe ßeiftungen.
Sie SRuffen gaben nun ben Singtiff, auf ben fie unb ihre 33er-
bünbeten fo große Hoffnungen gefefjt hatten, auf unb gingen, nadjbem
fie in^gefamt in biefen Stampfen 300 000 SJlann verloren Ijatten, längs
ber ißgura, fflaivta unb ffJiiica gut SSerteibigung über.
Sa» Sdjwergewidjt be§ Stampfen mürbe nunmehr auf bie äufjerften
Flügel nad) Oftpreufien unb ber 33ufomina berlegt.
$n Dftpreußen hatte ingwijdjen bie VIII. Slrmee (b. SSelpm),
bie in ber Whrgalfl auä 2anbmelp> unb Sanbfturmtruppen beftanb,
allen Singriffen ftanbgehalten. Slufang 1915 lag il)t bie Stiemen-
Slrmee (Siebers) in Stärfe bon 8 SlrmeeforpB gegenüber.
©egen biefe ridjtete fid) nun ber Sdjlag Hinbenbur'g§, ber bon
Sßeften Ijer unb burd) 9?euauffteflungen meitere Sruppen gu feiner
33erfügung befam. Stljnlid) wie bei Sannenberg gielte auch fein füljner
Sßlan auf eine Umtlammerung unb 33ernid)tuug ber fRuffen l)in. 23äh*
renb bie VIII. Strmee (b. ißeloiv) bon 3ol)anni§burg au§ borging,
leitete bie Slrmee ®id)l)orn bon $nfterburg her bie Umfaffung ein unb
e§ gelang, bie fdjwerfällige ruffijdje Slrniec in ben SSJalbungen bei
Shiguftom am 15. fyebruar 1915 bon allen Seiten gu umtlammern.
100 000 SRann unb 150 ©efdjüße fielen in unfere Hänbe, unb nur ein
geringer Seil ber Slrmee fonnte fid) in öftlidjer 9lid)tung retten. Bum
gweiten 9JlaIe hatte Hinbenburg Oftpreufjen befreit.
$ngroifd)en batte fid) auf bem füblid)en Strieg»fdjauplaß in
©aligien bie Sage guungunften ber öfterreid)ifdj-ungarifd)en Sruppen
geftaltet, ba hier fett beginn be§ BaljreS 1915 bie 9?uffen weit über-
legene Strafte gum Singriff in ber Hoffnung berfammelt Ijatten, nadi
Ungarn einbringen unb 9luniänien auf il)te Seite bringen gu fönnen.
mürben bafyer in bet iDZitte unb auf bem redjten ^lügel ber öfter-
reidjifdjamgarifdjen Sruppen beutfdje SJerbänbe eingefdjoben, unb
©eneral b. ßinfingen übernahm eine in ben Dftbesliben gufammew
geftellte beutfdjwfterreidjifdje Slrmee. Sind) Ijier bewährte fich in
ferneren Stampfen int berfdfneiten Hodjgebirge bei aufjeroibentlidjer
Stälte bie beutfd)=öfterreid)ijdje SBaffenbrüberf^aft.’ Binar fiel mitten
in biefen Stampfen bie weit bot ber f^ront gelegene fjeftung ^rgempfl
in ben SSefift bet 9tuf f en, ba ben tapferen 33erteibigern bie Sebensmittel
angegangen waren, bod) gelang e3 bem fteinb trofc feinet großen
Überlegenheit ntdjt, bie $ront in ben Starpathen gu burdjbred)en.
Sie ungeheuren S3erlufte ließen fdtfiefjlidj feine SlngriffMraft erlahmen.
Sei jetige Ätfieg.
27
•Kun fepte ber gewaltige Singriff unferer»
f e i t S e i n, ber eingig in ber KriegSgefdjidjte bafteljt. Überrafdjenb
für ben geinb berfammelte bie -Dberfte Heeresleitung öftlicf) Krafau
eine neue (XI.) Slrmee unter ®cHcralobcrft b. SHadenfcn mit ber
SIbfidjt, unter gleidjgeitigem Singriff auf ber gangen galigifdjen §tont
bie ruffifdje (Stellung in Siidjtung £emberg gu burdjftofcen. Sim 1.9Jiat
begann bet gewaltige Kampf, am 9. SKai war bie Slieberlage beS ^einbeS
bollenbet. Htadj einem SSerlufie bon minbeftenS 250000 SRann, wo-
runter 100 000 ©efangene unb umfangreiches Kriegsmaterial, ging
biefer Seil ber ruffifdjen Slrmee unter Seneral Stabfo Simitriew nad)
Dften gurüd, wäljrenb gleidjgeitig alle in ©aligien fteljenben beutfdj-
öfterreidjifchen Heere bie Slngriff^beWegung fortfefcten.
• So War ben SJerbünbeten baS geglüdt, was ©nglänbet unb
fyrangofen bergeblidj gegen unfere SBeftfront berfudjt Ijatten. Sieben
bet Ijerüorragenben fjüljrung Ijatte bie gute Slrtilleriewirfung unb ber
SIngriffSgeift ber Infanterie Sriumplje gefeiert.
$ur ©ntlaftung fudjte bie ruffifdje Slrmee ben äufjerften <Süb»
flögetber öfterreidjer (Slrmee $flanger=»23altin)bei Kolonien
mit ftarten Kräften angugreifen. Sagegen butdjbradj bie Slrmee
£ i n f i n g e n am 31. 9Kai bie ruffifdje &ront am <51 r tj i.unb Warf
ben tJeinb über ben Snjeftr gurüd. Sim 3. ftuni naljm bie Slrmee
SKadenfen bon -Korben Ijer bie fjeftung ^rjcmijfl, wobutd) bie ruffifdje
Slrmee weiter auf £ e m b e t g gurüdweidjen muffte, baS am 22. 3uni
bon ben Öfterreidjern genommen würbe.
Sie SKaffe beS ruffifdjen HeereS war in norböftlidjer Slidjtung
gurüdgegangen, weSljalb bie nörblidjen Seile ber in ©aligien fteljenben
Slrmeen unter SRadenfen eine Sdjwentung mit fjront gegen bie £inie
<5IjoIm—§wangorob bornatjmen, um mit «Hilfe ber nörblidj
ber Sßeidjfel fteljenben Heere ben (Segnet gum Kampf gu {teilen unb gu
umtlammern. Sluf bem redjten §IügeI marfdjierte bie Ijierljergegogene
Slrmee £ i n f i n g e n (redjtS) auf ßljolm unb § o f e p Ij $ e r b i -
n a n b (linls) auf £ublin, wäljrenb bie Slrmee SB o tj t f dj auf bem
linten SBeidjfelufer auf‘Swangerob botging.
$u biefem «QWed rüdte bie unter ©eneralfelbmarfdjall $ r i n g
ßeopolb bon SBatjern fteljenbe Slrmee auf SSarfdjau bot,
Wäljrenb bie unter Hi^benburg fteljenben Slrmeen auf bem nörblidjen
KriegSfdjaupIafj wie folgt angefejjt würben:
Slrmee $ a 11 to i fj gegen £inie Slogan—-Kowo»©eorgiewfl..
Slrmee S dj o I liftls baneben gegen bie £inte Offowice—
ßomga.
Slrmee ® i dj Ij o r n gegen bie geftungSlinie ®robno—DIita—
Kowno.
Slrmee 53 e I o w gegen bie £inie Sünaburg—Sliga.
28
5)er jetjifle ftrieg.
ilfcriitytdtartc fcom ößlidpu
2>er jefeifie Krieg.
29
Sie fitbliifi ber Heeresgruppe SRadenfen ftefjenben öfterreidjifdjen
unb beutfdjen Kräfte l)ßtten ingwifdjen bie Slufgabe, bie Singriffe«
bewegung nad) Offen fjin gu beden.
Unter bem Srud biefer longentrifd) gegen bie ruffifdje Hnupt*
armee borgepenben galjlreidjen feinblidjen Slrmeen fudjte biefe nad)
bem Offen au^gumeidjen, wa§ iljr baut beS StngriffSgeifteS ber ber«
bünbefen Heere nur unter ben fdjwerften Berluften gelang.
Sie unter ©eneralfelbmarfdjäll b. SRadenfen ftepenben Heere
Warfen bie Buffen mit größter SluSbauer au§ einer Stellung nad) ber
anberen.
Sim 4. Sluguft würbe ber Sßeftteil 3toangorpb§ genommen unb
am 8. Sluguft War aud) ber öftlidje Seil im Befiß ber Slrmee SSoprfdj.
91m 5. Sluguft Würbe Sßnrfdjau befefcf unb ftarle ruffifd)e Sruppen
nadj OloWo=©corgicWft luneingebrängt, wo fie fid) am 20. Sluguft
bei Einnahme burdj bie Belagerungöarmee b. B e f e l e r ergaben
(90000 ©efangene, 1040 @efd)üße).
Sludj bie Bewegungen ber Heeresgruppe Hwbenburg Waren
nidjt Weniger glüdlid).
Sim 14. Suli warf bie Slrmee ®allwip bie Buffen au§ iljrer ftarlen
Stellung bei ^3 r g a f n i) f g, am 24. ftuli fielen Bojan unb ^ultuft
in unfere Hön^e.
Sim 4. Sluguft naljm bie Slrmee ©djolß Dftrolcnta unb am 10.
Sluguft Sontra. Sim 18. Sluguft fiel Stowno unb am 4. .September
®robttü. Sim 26. Sluguft war ingwifd)en BrefteSitotoft in unferen
Befiß gelangt. Sluf ber gangen ^ront würbe mit äußerfter .ßäpigleit
unter großen ©ntbeljrungen bie Verfolgung ber burd) ba§ Sumpf
gebiet gurüdgeljenben Buffen fortgefept.
SRit erftaunlidjer Sdjnelligfeit unb ©enauigleit patten fid) biefe
HeereSbeWegungen bollgogen, bie gum Befiß aller ruffifdjen Sreng
feftungen führten, ©roßfürft B i I o l a i Slilolajewitfdi
mußte bon feinem, poften al3 0berbefel)l»l)aber ber gefunden ruffi-
fdjen Slrineen, an bereu Spiße fid) lurje Qeit ber 3ar f^lde, gurüd
treten. Be» ben Berbünbeten 9lußlanb§ aber griff eine bittere ßinb
täiifcljung $laß.
Bei ber weiteren Verfolgung ber ruffifdjen Slrmeen^uf bem rufjv
fdjen ^riegöfdjguplaße fanben nodj einmal blutige Kämpfe bei unb
füböftlidj tBilna ftatt (19. September), Worauf aud) ßier wie auf ber
gangen übrigen §ront gum Stellungenieg übergegangen würbe.
SBaßrenb man ruffifdjerfeitS im Sterben jurüdging, Ijoffte man
nu Bufammenßang mit bem Surtf)brudjgberfud) ber f^rangofen unb
©nglänber im SBeften (Kpampagne, Slrra§) nod] in ©aligien einen
Erfolg erringen gu lönnen. (Sin mit großer Überlegenheit unter«
nommener Singriff ber Slrmee Qwanow blieb aber oljne nennens«
Werten Srfolg, fo baß aud) hier bon SJlitte Steoember ab ber Stellung^«
trieg begann.
30
Det jefcifle Stieg.
Erneute nnuf)tige Angriffe, bie Snbe Segember 1915 gegen bie
galigifdje $ront gerietet mürben unb fidj in baS 3apr 1916 hinein«
jogen, enbeten banl ber Stanbljaftigfeit unferer Verbünbeten mit
einem Mifjerfolge für ben §einb.
Aud) erneute, im Quni 1916 beginnenbe Angriffe gegen bie galigi-
fd)e $ront mürben nadj anfänglichen Erfolgen ber Muffen gum Stehen
gebracht.
Ser Strieg auf beut Sultan.
Ser nndjtigfte ®egner ber Ofterreidjer mar gu Veginn beS Striegeo
unb ift heute noch 9?ußlanb, gegen baS fie iljre §auptfräfte ins gelb
[teilen mußten. gu Anfang beS ^elbgugeS brangen tropbem öfter*
reid)ifd)=ungarifd)e Sruppen fiegreidj in S e r b i e n ein unb nahmen
V e l g r a b. Abgaben nach ©aligien fdjmädjten fie aber fpäter roteber,
unb fo mußten fie Enbe 1914 Serbien gang räumen.
3m Mai 1915 ging unfer ehemaliger VunbeSgenoffe Italien gum
Dreiberbanb über, Dagegen trat Sulflarien im September 1915 an
bie Seite ber Mittelmädjte. Qiemeinfam mit iljm fällte nun Serbien
erobert unb gleidjgeitig bet Schienenweg nad) ber Sürfei frei gemadjt
werben. Überrafdjenb für ben ^einb berfammelten fid) unter
MartenfcnSJJüprung eine beutfcb’öfterreidjifdje Armee in Süb*
ungarn (red)tS Armee St ö b e f S, linfS Armee @ a 11 ro i £) unb
eine öfterreidjifdje Heeresgruppe bei Vifegrab. Slnfang Öftober 1915
überfdjritteji bie Sruppen MgdenfenS, teilweife unter fdjwerenStämpfen,
bie Donau unb brangen in füblidjer fHidjtung bor, wäljrenb hier bul=
garifdje Armeen gleichzeitig bon Often her bie Serben im 9tüden bc*
Drohten. (S. Sligge S. 32). Der Vierberbanb, ber fid) bis baljin als
„Vefdjüfcer bet «Neutralen" gebrüftet hatte, fudjie ben Serben burd)
SJanbung einet englifd)*frangöfifdjen Armee in Saloniti, alfo auf
neutralem gried)i)d)em (Gebiet, gu .pilfe gu fommen, bod) baS
tafdje Vorbringen ber beutftfj *öfterreid)ifdj*bulgarifd)en Sruppen
oerhinberfe fie an einer Vereinigung mit ben Serben. Von Stellung
gu Stellung ftüdjtenb, mußten fid) bie Stummer ber ferbifdjen
Armee unter Burüdlaffung faft ber gefamten Artillerie unb beS
Drains nach Montenegro unb A l b a n i e n retten, wäljrenb
Die englifdji’fraugöfifdjen Sruppen nad) oergeblid)en Stampfen an
Der Sübgrenge Serbiens auf Saloniti gurüdgeljen mußten. So
hatte baS Sanb, baS ben Anftoß gum Strieg gegeben patte, feine
Strafe ereilt. 9tad)bem im Januar 1916 bie öfterreid)i|d)*ungattfdien
Sruppen in heibenmütiger Sßeife ben Sotoccn bei (Sattaro geftürmt
patten, fiel aud) gang Montenegro in bie §änbe ber Öfterreidjer. Vub
garifdje unb öfterreidjifdje SVolonnen' aber brangen unentwegt burd)
Albanien bor unb festen fid) in Vefip biefeS SanbeS bis an bie Stufte.
Sie frangöfifcb’englifd)e Armee blieb bis @nbe Sommer 1916
untätig bor Saloniti liegen, nadjbem ber Vierberbanb bergeblicp ber*
fudjt patte, baS ohnmächtige ©riedjenlanb auf feine Seite gu bringen.
®er jeftifle Stieg.
31
Sim 27. Sluguft 1916 erllärte Ottilien an Seutfdjlanb unb ^Rumänien
an öfterreid^Ungarn, ant 28. Sluguft Seutfdjlanb an ^Rumänien ben
®rieg. ®ie Hoffnung unferer ^einbe, ben Sieg auf bem Söaltan burdj
•Rumäniens ju erreidjen, mar aber bergeblidj, benn fdjon nad>
4$fjüL Gteiiifcorn, Sietietiafir
Gkueralfelbmaitfdjan ’b. SOSatfeitfcn
Staneefflfjrer auf bem $tattan
Wenigen Sagen naljm im September 1916 eine in ber Sobrubfdjo
l’egreidj borgeljenbe bulgarifdj’beutfdje Slrmee bie Heftungen Sutratan
unb Siliftria unb brängte bie ruf]ifd)*rumänifdje Slrmee nad) 9<orben
iurüd, mobei ber mid)tige tumänifdje Jpafen (Sonftanja unb bamit
oie midjtige Söafjnlinie nadj 58u!areft in unfere .spänbe fiel.
32
®er jefcige Strieg.
Sngtoifdjen ljatte fid) in Siebenbürgen unter ©enetal b. galten'
Ijatyn eine neue Slrmee gefummelt. Sn turjer 3cit gelang eä iljr, bie
nadj Siebenbürgen eingebrungenen 9?umänen unter ftarten SJerluften
für ben geinb über bie ©renje gurüdjuroerfen. Unter beftänbigen
Kämpfen gegen ben fid) uerjtveifelt tveljrenben geinb brang bie Slrmee
§alfenf)at)n über bie Deifdjneiten ©ebirgstämme unb Sßäffe (bei ^ßre'
beal, 9tote*$utm-^aß, Ssurbut^aß, SBultan^aß) in ^Rumänien ein,
gcrbiftfjcr AriegSf^aupla^
Wäljrenb bon Süben Ijer Seile ber Slrmee SDiadenfen bie Sonau über*
fdjritten unb Die ^Rumänen im 9iüden bebrobtcn. Sm iueiteren
gortfdjreiten ber Slrmeen galfenljapn unb SOtadenfen fiel bie
^auptftabt SSufareft in unfere £>anb unb am 15. Sejember bereits
tonnten mir ftolj melben, bajj bie Hälfte beS Stönigreidjs Rumänien
mit ben überaus fruchtbaren ©ebieteteilen ber großen S&iladjei
®cr iefcige Strieg.
33
bon unä befett fei. SH§ weitere <Mse tiefer Sorgänge waren
nun audj bie in ber Tobrubfdja nodj fteljenben ruffifd^runtänifdjen
Sh’eitträfte sunt Küdgug nadj Korben genötigt.
Sergebenä Ijatte wä^renbbeffen bie bei Saloniti unter (General
Sarrail fteljenbe feinblidje Slrmee üerfudjt, burd) einen Singriff möglidjft
ftarte Kräfte feftjuljalten. gelang itjr gtoar, in ben 33efijj be§ frei»
willig geräumten SKonaftir gu lommen, bodj tonnte biee bie ®efamt»
läge nidjt' beeinflußen.
Shimänifdjct ÄriegöfdjfliWlai?
Som italienifdjen unb tiirtifdjcn Striegöfdjaublaf).
Ter Treubrudj Italiens bradjte iljm teinen ßtenünn. Kodj tjeute
fteljt bie öfterreidjifdj-ungarifdje Slrmee am Sfonjo wie eine SRauer
Gegenüber allen Slnftürmen ber Italiener, mäljrenb im (Sommer 1916
He au§ Sübtirol in fltidjtung Serona borgeljenbe öfterreidjifdjmngarifdje
Slrmee in fiegreidjem Slnfturme bie Italiener gunädjftgurüdtrieb. ®er
Mb folgenoe allgemeine Slngriff ber italienifdjen Slrmee füljrte gioar
3um Seeluft bon S ö r 3, bermodjte aber audj Ijter einen Turdjbrudj
nidjt gu erreidjen. (Sbenfo fcljlug bet englijdj’frangöfifdje Sanbungs»
betfudj an ben SJatbanellen auf ®alltyoli feljl. Tie §einbe Ijatten
Scl)offtz auf biefem SBege $ 0 n ft a n t i n 0 p e l erobern unb ben
SÖeg nad) bem Sdjwargen SJteer frei madjen gu tonnen. Tanf ber
Ijelbenmütigen Serteibigung unferer türfijdjen SunbeSgenoffen
’£cr gelboraue. gelbart. 1; St 3
34
©et jefcige Stieg.
'4$l)ot. 9tub.
langiÄ^rtßer <§taat3fetretär bed ^ReirfjSmarincamte^
waren alle Angriffe erfolglos, unb fo falj fid) bie Leitung ber englifdj«
frangöfifdjen Sruppen.genötigt, ©allipoli gu räumen. Sind) in 2R e f o«
p o t a m i e n erlitt eine englifdje SIrmee nad) anfänglichen Erfolgen
eine Slieberlage.
£>ie SSaffentaten unferer flotte.
Sie beutfdje Kriegsflotte, bie perfönlidje, ureigenste Schöpfung
unfereS KaiferS, ber in bem ©rofjabmiral b. Sirpiß einen treuen £8e*
ratet tyatte, l)at gleichfalls wie baS ßanbljeer glängenbe groben iljteS
Könnens gegeigt. Unfere war gwar lange Seit nidjt in
ber Sage, fidj mit ben
feinblidjen flotten gu
meffen, ba bot allem if)t
ftärffter @egner, bie eng«
lifdje flotte, fid) nicfjt aus
iljren §äfen IjerauStoagte.
llmfometjr wateSunferen
Kreugem, Sorpebobooten,
Unterfeebooten, Seinen»
legem, äRarineluftfdjiffen
unb ^luggeugen üergönnt,
gu beweifen, Weid) föhnet
®eift in unfetet flotte
lebt. 3roar blieben auch
SSerlufte für uns nicht auS,
bodj fie mürben bei weitem
burd) bie föhnen Säten
unferer Unterfeeboote
wett gemacht. SBir wollen
hier beS Kapitänleutnants
äöebbigen gebenlen,
ber mit feinem U-$8oot
im (September 1914 btei
englifdje $angerlteuget
in ben®runb bohrte, aber fpäter mit ber gangen Sefapung wahr«
fdjeinlidh ein Opfer eines bewaffneten feinblichen $anbelSf<hiffeS
würbe. Anfangs Januar 1915 unternahm ein gemifdjteS beutfdjeS
(Sfefdjfaaber einen SSorftofj gegen bie englifdje Küfte, wobei eS bei
^elgolaub auf einen überlegenen geinb traf unb ben älteren ganger«
treuger „33lücl)etw einbüffte, jebo<h ein großes englifdjeS S^ladhtf^iff
in ben ©tunb bohrte.
gSäljrenb aber fernerhin bie englifche glotte, bie bermeinte, baö
SReer gu beherrfdjen, untätig in ben §äfen lag, würben unfere U-Söoote
immer föhnet unb gelangten fogar unbemertt butdj bie Straße bon
(Sibtaftar nach ^em SRittelmeer, nach bem SRörblichen SiSmeer unb
SDltt Qtenetnn guno »et 2etpjtQtr „3llui inerten Rettung".- ’ Växc» einer £etc$mmo Doti *<3wf. ttUUl» (Stttaet.
leimtest t>e# U 9 (*0itöiilei*tiiaitt SSebbigeu) a«4* etfclßreiflet
36
Ser jeVMje Ä'rieg.
jogar bi§ an bie. amertfanifdje stufte, wo fie ber feinblicpen SriegS» unb
.^anbelsflotte großen Schaben gufügten. Ser Singriff unferer SKarine*
luftfdjiffe aber auf englifdje §äfen, SBerften unb Qnbuftrieanlagen
wirtte tief auf bas, englifdje Sßolf, baS fidj bis bapin für unangreifbar
pielt.
$udj in fernen äReeren Ijaben unfere wenigen Strenger SSunber-'
bare§ geleistet. Ser Keine & r e u 3 e r mben" War 3U Anfang
beS Krieges im Subifdjen Ogean ber Scpredeu beS {yeinbeS unb ber»
nidjtete ungeheure SBerte.
'-Som geinb bei einer
Sanbung überrafdjt, fiel ber
fitljne fyütjrer, Fregatten»
fapitän b. SKüIler, mit
einem Seil ber SBefafjung
in Sefangenfdjaft, wäljrenb
fidj StapitänleutnantSJlü de
mit einer Heinen Sdjar
auf einem gebredjlidjen
erbeuteten Sdjiff in aben-
teuerlidjer §aprt nadj
Arabien unb bon bort
unter ©efaljren unb ®nt*
beljrungen in bie Heimat
rettete.
Unfer oftafiatifdjes
Stceugergefdjtoaber unter
SIbmiral @raf S p e c
Ijatte fidj naip ®rieg§auS*
brudj burdj bie <5übfee
nad) ber djilenifdjen Äüfte
begeben, wo eS in. ber
Seefdjladjt bei (Eotonel am
1. ^obember 1914 einen gleidj ftarlen englifdjen §Iottenberbanb
befiegte unb gwei englifdje Äreuger in ben @runb boljrte.
sJtun eilten bon allen Seiten englifdje ®riegSfd)iffe l)erbei unb
(teilten am 9. Segember 1914 unfere Ä'reugerflötte, bie gegen eine
grofje Ubermadjt nad) fjelbenljaftem Stampf bei ben gnltlanbtnfcln
bernidjtet Würbe. Sie 93efa|jungen ber bis gulept übriggebliebenen
Keinen Streiter „ßeipgig" unb „Nürnberg“ lernten bie Übergabe ab
unb gogen ben Sob in ben SBellen ber ©efangenfdjaft bor. Sro| biefer
SSerlufte empfanb ber Seutfdje biefe (Sdjladjt, in ber unfere §Iotte
fobiel §elbenmut bewies, nidjt als eine sJHeberläge.-
^ngwifdjen war bie fyeftung Sfingtau nad) tapferfter ©egenwepr
nadj ©rfdjöpfung aller SerteibigurigSmittel am 9. 9tobember 1914
in bie föänbe ber 3aPaner jgefallen. Sludj piergulanbe bewies bie
®ie allgemeine ®Jetjrpflid)t.
37
Marine, ebenfo Wie bei ber ©innaßme bon älntwerpen unb ben
Kämpfen in ^lanbern, baß fie nidjt nur jur See, fonbern audj ju Sanb
ju fämpfen weiß. ®aß aber ber fi'tljne Söagemut jur See aud; weiter*
ijin niifit verloren gegangen ift, jeigi bie füljne §aßrt ber „50t ö w e"
im Sltlantifdjen Djean, wo fie fünfjeßn Sdjiffe berfenfte.
fRadjbem unfere Sdjtadjtflotte ftetß gefechtsbereit Ijatte lange
untätig liegen muffen, gelang e§ ißt am 31. SRai 1916, unter Slbmiral
Sdjeer bie englifdje Sdjladjtflotte im (»fagcrraf jum Kampfe ju ftellen.
§ier jeigte fid), baß unfere flotte ber ßanbarmee an fjüßrung, Stopfer*
leit unb 9Iu§bilbung nidjt nadjftanb. Sn fdjwerem Stampfe bradjte
fie bem §einbe beträdjtlidje SSerlufte bei unb bewies bamit ber SEBelt,
baß fie ber bis baljin als unbefiegbar geltenben englifdjen' flotte weit
überlegen war. '
So bilbet bie Sdjladjt im Sfagerrat einen SBenbepunlt in ber
Giefdjidjte ber Seefriegfüljrung.
V. ®te allgemeine Söefjrpflidjt
SöaS alte Sßort HinfereS ©idjterS ljat trieb er tltedjt bemalten:
„®S tann ber fjrömmfte nidjt im ^rieben bleiben,
SSenn .eS bem böfen 5Rad)bar nidjt gefällt1'.
SJtitten im ßarten gingen um unfereS geliebten SaterlanbeS
^efteljen finb wir begriffen. Sßir trogen einer Söelt von g-einben
ringsum, bie unS ju erbroffeln fud)t. Stber an unfere» SBolfeS Straft
unb Saljigleit, geljoben burd) bie Siebe ju Staifer unb jReidj, gefteigert
burd) ben Sßillen jum Sieg unb baS felfenfefte ÜBewußtfein, baß fie bei
uns auf ®ranit beißen — an biefem unerfdjütterlidjen SBollwerf Werben
ißre Slbfidjfen, jerfdjellen.
SOtögen fie nodj meljr farbige ,§orben unb „fulturbringenbe
^ampfwaljen" gegen uns. loSlaffen — bie Stählung beS StörperS unb
Giltens, bie un§ burdj bie allgemeine SBeljrpflidjt feit Generationen im
^lute fi|jt, vermögen fie uns nidjt nadjjumadjen.
93er Vermag eS. auSjubenfen, mit eS um unfere §eimat au§*
laße, ßätte nidjt gleid) ju beginn be§ StriegeS ein gefdjulteß Jpeer
mit ber unermeßlidjen 3al)I Vorjüglidj auSgebilbeter 2ßel)rpflid)tiger
Jur Verfügung geftanben, um unfere Girenjen ju jdiü^en unb unfere
Raffen tief in fJeinbeManb ju tragen. 3BeIje uns, Wenn wir nidjt
fdjlagfertig unb gerüftet gewefen wären!
„SEßenn bu ben ^rieben wiUft, fo rüfte jum Strieg", fagten fdjon
®ie alten Slömer. — 3u frieblidjer SBoßlfaßrt unfereS SolfeS ßielten
hüt beS SdjWerteS Sdjneibe blant unb fdjarf. fteber eßrenßafte
beutfdje fSftann, ber Waffenfähig war, mußte burd) bie.Stfjule be§
§eeres geljen, unb fo wirb e§ bleiben müffen, wenn wir baS ®rbe ber
Wer erhalten unb fidjern wollen.
38
Sie allgemeine Scfjrpflidjt.
91B einft Stapoleon I. ißreußen nieberrang, würbe burdj bie
Einführung ber allgemeinen SBeljrpflidjt jum erftenmal ein §eer
gefdjaffen, ba§ fidj nidjt mel)r au» Sölbnern, fonbern aus ben ßanbeS-
tinbern jufammenfeßte. Sie militärifdje SRßdjtentfaltung ißreußen-
SeutfdjlanbS ift iljr in erfter ßinie ju verbauten. ßfm ßauf be§ lebten
SaljrhunbertS haben fidj fafi alte europäischen ©roßmädjte biefe Ein-
ridjtung ju eigen gemacht unb felbft Englanb, ba§ ben fogenannten
„SRilitariSmus" ju bekämpfen borgibt, ift burdj unfere SBdff euer folge
ju ihrer Einnahme gezwungen worben.
Sie allgemeine Söeljrpflidjt tvie fie jeßt für ba§ JBaterlanb als
©anjeS reidjfte ^rüd)te in ben fiegretdjen dampfen trägt, bringt
aud) weiterhin nne bisher für ben einzelnen Wlann hohen ©ewinn.
Seine förpetlidjen fjäljigteiten Werben auSgebilbet, bie geiftigen
weiterentwidelt. Er wirb fid) feiner Straft bewußt, wirb hart unb
wiberftanbSfäljig gegen Slnftrengungen, Entbehrungen unb Unbilben
ber Witterung. Er lernt Sinn für Drbnung, $ünttlidjteit, ©ewiffen-
tjaftigleit; er muß fidj neuen SBerljältniffen anpaffen unb bor allem
fid) unb feinen Willen bem großen ©anjen unterorbnen. Sein
©efid)tsfrei§ wirb erweitert, fein Eharalter geftärftj Eljrgeij unb Stre-
ben werben gewedt. SRit bem ftoljen SBewußtfein, ein braudjbateS
©lieb unfereS ruhmreichen feeres geworben gu fein, jieljt er wieber
heim. Ser Sani •feiner SBorgefebten, bie ihm audj fpäter gern mit
9iat unb Sat jur Seite ftehen, fowie neuerworbene fjreunbfdjaft treuer
ftameraben begleiten iljn bann über feine attibe Sienftjeit hinaus
in feinen bürgerlichen ÜBeruf jurüd.
Sludj in biefem bleibt er bis in baS fpätere SRanneSalter mit bem
£eere noch al» SReferbift unb £anbwel)rmann eng berbunben. SSei
Übungen frifdjt er feine alten militärifdjen Äenntniffe Wieber auf, unb
jeigt mit Siolj bem jungen SRadjttudjfe, welche gute SluSbilbung er
genoffen hot.
Sßorbilblid) für unfere jungen ßeute, boll gleichwertig unferen
attiben Gruppen haben fiel) bie älteren Safpgänge auch in biefem Kriege
gegeigt. ®er alte S)riH unb bie borjüglidje Schulung jum ÄriegSbienfte
legten in fie ben ©runb, nun bie fyrüdjte ihrer einft treu erfüllten SJienft-
unb Sßehtpflidji ernten. So haben ßanbmeljr unb ßanbfturm in
Oft unb Sßeft herrlidje Säten bollbracht.
Einteilung ber Wehrpflicht
1. ®ienftpflid)t im ftebenben $eer:
a) attfoe Sienftpflidjt, 1 - ~ (
b) SRefeWfW. ) ' '5öl,ie-
2. £anbn>eljrpfli(I)t:
a) I. Slufgebot — 5 Sahte,.
b) II. Aufgebot — bauert bi3 gum 31. ©läq be3 JtalenberjaljreS, in
bem ba$ 39. 2ebcn3jal)r üollenbct wirb.
S'riegäarttfel.
39
3- Grja fcref erb ep fließt;
Sie bauett 12 Q-atjrc unb redjnet bom 1. Dftober beä Äolenberja^reä
ab, in bem baö 20. SebenSjatjr oollenbet roirb.
Sanbftutmpflidjt:
Sie bauett »om 17. bt§ 45. £eben£jat)r.
Jtocf) einer ungefdjriebenen, in feinem ®efe| geforberten SBeljr-
bflidjt fei l)ier eljrenb gebadjt.
Sßg an jenem unbergefjlidjen Slugufttag bes 3al)re§ 1914 ber
beutfdje SÜaifer unfer ®oß gu ben Baffen rief, ba ftrömten $unbert-
taufenbe beutfdjer SJiänner Ijerbei, freiwillig bte ißflidjt beg Meneng,
bie ®fjre beg Sftitfämpfeng mit ben anberen teilen gu bürfen.
Bie manchem Solbaten, ber einff in frieblidjen Beiten nur unter
bem Bwange beg garten SRufj bie Turge &ienftgeit antrat, mag beim
Slnblid ber SRänner, bie ungerufen je$t, ba eg um $8Iut unb Beben ging,
§eim unb 58eruf berliefien, bie fjeifje Sdjamröte ing ©efidjt gediegen
fein.
Sftögen bie Sd>wad)en unb SRutlofen, benen je|t unb audj
fbäter^in bie Aufgabe iljreg 83erufeg, bie ©inorbnung in bag Gefüge
unfereg §eereg gu ferner erfdjeint, fid) an jenen aug Srieggfreiwtßigen
gebilbeten Regimentern ein SSorbilb nehmen, bie mit bem Sang
„SJeutfdjIanb, ©eutfdjlanb über aßeg" tobegmutig bei Sjpern unb auf
anberen Sdjladjtfelbem bem fffeinb entgegenftürmten.
VI. SriegSartitel.*)
Site im Wttelalter unb aud) nodj lange in fpätere Beiten hinein
Sölbnerfdjaren aufgeboten würben, um bie Kriege ber dürften gu
führen, würbe mit bem eingelnen Sftann ein Vertrag abgefdjfoffen.
§n iljm war feftgelegt, Welche Pflidjten wäljrenb beg Ärieggbienfteg
bon iljm bedangt unb weldje Redjte iljm hierbei gugebilligt Würben.
Slug biefen „SKrtiluIgbriefen", wie man fie bamalg nannte,
entwitfelten fidj bann, fortfdjreitenb mit ben fid) läutemben Gegriffen
bon ®jre, fftedjt unb folbatifdjem Slnftanb, unfere jefcigen ®riegg-
a r t i f-e l, bie alg bie ßeljre bon ben Solbatenpflidjten gu begeidjnen
finb.
Qn 28 fttrtifeln (teilen fie in furger, allgemein öerftänblidjer gotm
bie ©runbfäfce auf, nadj benen ber Solbat gu leben unb gu ljanbeln ljat.
Sie foßen it)n führen unb leiten, iljm ein SInfporn fein unb üjm
aud) fietg bor Singen galten, bafj pflichttreue ben moljlberbienten
ßoljn, SSergeljen gegen bie militärifc^e Budjt unb Orbnung aber auch
iljre Sltjnbung finben.
•) 5Die WeQßöeft^idjtlicfjen ©etfaiele finb ©eröffentltdjunflen in ber treffe, ber
^am£nöne-5Me($aeihinö unb anberen Iiterarif$en Grföeüninaen entnommen ober
flammen cm3 ben ÄtteflSertebniffen ber SSerfaffer.
40
fitieg-Siirtilcl.
1. Tie allgemeinen Pflidjten.
?lrtitel 1.
(gingebenf feineS ßoßen Berufes, Sijron unb Saterlanb ju
fetjüßen, muß bet Solbat ftet§ eifrig betnüßt fein, feine pflidjten
in erfüllen. Set Sicnft bei ber galjnc ift bie Sdjiilc für ben Strieg;
wa§ bet Sol bat Wäßrenb feiner Ticnftjeit gelernt ljat, fall er and)
im ®eurlaubtenftanb fid) erhalten.
«Irtitcl 28.
Son bem ßl)t= unb pflidjtgcfii^l be§ Solbaten wirb erwartet,
baß er alle ftrafbaten $anblungcn bermeibet, unb fort unb fort
feine Pflidjteii treu unb getoiffen^aft erfüllt, burtß ®otte3furdjt unb
eßrenßafte ^üßrung in unb außer Sicnft ein Stuftet orbentlidjen
unb rerfjtf djaffenen Seben§ gibt unb nad) Straften baju beitragt, ben
guten Wuf be§ §cere§ im 3n* itnö ?lu§lanb gu bewahren.
Söäljrenb- bie anberen Strieggartifel in ißtem meßt auf
bie Pflidjten im einzelnen eingefjen unb aud) bie Strafen für beten
®erle|ung fowie bie Seloljnungen für treue Pflichterfüllung ent*
ljalten, geben biefe b eiben Srieggar titel eine turge ^nljaltSangabe
aller Pflid)ten. 9iid)t nur fennen muß ber Solbat feine pflichten,
fonbern fie and) erfüllen wollen. ©r muß and) wiffen, baß il)tn bie über*
nommenen pflichten in feinen bürgerlichen Seruf begleiten, wenn
er beg Königs 9tod längft auggegogen ßat. @r muß fid) ftefg bewußt
fein, baß eg eine (££)renpflicf)t unb ernfte Stotwenbigteit ift, ba§ ju
bewahren, toag er in feiner Tienftjeit gelernt tyrt.
Saljig unb rüftig an förderlicher Tüdjtigteit ljat er fid) gu er*
galten, um jeberjeit ein braudjbareg unb bollwertigeg ©lieb beg .'peereg
gu. fein. Niemals batf eg bem SSaterlanb an Scannern fehlen, bie’
eg in ber Stunbe ber ©efal)r gu fd)üßen wiffen.
2. Ser fyaljncneib.
3um geugnis, baß ber Solbat bie fefte Slbfidjt ljat, feine folbati*
fcfyen SSerufgfjflidjten jeberjeit treu unb gewiffenljaft ju erfüllen, leiftet
er ju beginn feinet 2>ienftgeit ben ^aßneneib.
Tiefer lautet:
„Sdj fdpoöre gu (9ott bem ?llltoiffenben unb ?lllniäd)tigen
einen Iciblidjcn &ib, baß idj Seiner Wajeftät bem Könige bon
Preußen, Sßilßelm bem ^Weiten, meinem allergnäbigften £anbe§=
Ijcrrn, in .allen unb jeben Vorfällen, ju Sanbe unb gu SSaffcr, iu
$riegb = unb §rieben§geitcn, unb an Weldjcn Ehrten c§ immer fei,
getreu unb reblidj bienen, $lllerl)odjftbero Flüßen unb Seftc§
^eförbern, Sdjaben unb 92ad)teil aber abWenben, bie mir bor»
gelefencn $tricg§artitcl unb bie mir erteilten 8orfdjriften unb
Befehle genau befolgen unb miet) fo betragen Will, Wie e§ einem
SirieiySortifcl.
41
tedjtjthoffenen, unberjagtcu, pflidjt= unb ehrlicbcnben Solbaten
eignet unb gebühret. So Waijt mit öott ^clfe burdj Sefum Gbriftum
unb jein Ijeilige§ (SbangeliumI"
Sür ctfraefiten lautet bie Schlußformel: „So Wapr mir ®ott
pelf e!"
©iefe SibeSformel gilt für ben preußifdjen Solbaten, wäprenb
bie Untertanen anberer ßanbeSfürften auf biefe — in ben freien
WeidjSftäbten auf ben Senat — bereibigt werben; fie geloben außer»
bem, ben befehlen be§ ®aifer§ als oberften ÄriegSljerrn ^olge ju
leiften.
Kur ein ehrenhafter, gottesfürchtiger 3Rann wirb biefen ®ib
in feinem ganzen tiefen (Srnft erfaffen unb halten tonnen.
So wie im SSertepr bet SRenfdjen uniereinanbet ba§ ® h t e n»
Wort als bie pödjfte sBefräftigung einer Bufage gilt, fo berpf änbet
bet Solbat mit bem S d) w u r ju bem allwiffenben unb allmächtigen
®ott feine ewige Seligteit. ®r ruft iljn §um Beugen an, baß er gewillt
ift, ben übernommenen fßflidjten getreulid) na^ufommen — niäjt au§
betgänglidjen weltlichen ober perfönlidjen Wüdfidjten, fonbern aus
Biebe unb gurdjt ju ®ott, ber ipn überall fiept.
Sludj feinen Seib feßt ber Solbat -jum ^fanbe für fein (Gelöbnis
ein. ®ott möge iljn aud) baran ftrafen, wenn er feinen Sdjwur nidjt
halt.
Söie ber 3R e i n e i b i g e fdjon auf Srben enteljrenben GfefefeeS*
ftrafen berfällt unb au§ ber ©emeinfdjaft aller eljrlicfjen SRenfdjen
auSgefdjloffen wirb, fo erwartet ihn im ^enfeiiS ber Widjterfprudj
feines GfotteS, ben er einftmals im @ibe anrief, unb ber ben nidjt
ungeftraft läßt, ber feinen Warnen mißbraudjt.
!$n‘feierlidjer gorm, nadjbem bie £>eiligleit unb Sidjtigfeit ber
•fjanblung aus berufenem SÄunb Ijerßorgefjoben ift, geht bie ® e r•
e i b i g u n g bonftatten. ©er (Sib wirb bei ber Infanterie auf bie
Sahne, bei ber Artillerie auf bie GJefdjüße abgeleiftet.
Unfer oberfter Kriegsherr fann nidjt überall fein; fo bertritt beim
kie § a 1) n e, biefeS Sinnbilb ber Bufammengepörigteit unb ©reue,
feine fßerfon. Sie ift ein ftummer Beuge beS SSerfpredjenS, ihm getreu
unb teblidj bienen ju wollen, fie begeistert braußen unfere tapferen
®tieger, iljt Beben für baä .‘peiligtum be§ ©ruppenteilS ju ®hien beS
^aterlanbe? einjufeben.
Sin Snfanterie»JHegiment batte am 22. Slufluft jein etjteS ©efeebt 5U
"ejtepen, unter benlbar ungünfligert tBebingutigen für bie ^eutjeben gegen
öen gjeinb in breifadjer Übermacht, thterjl roar angegriffen roorben, aber
Sapt jn feproaeb, um burdjjuftoTien, ging man in bie Sierteibigung über,
am Sladjmittag franjöfifdje Snfanterie*'äRaffen mit 'IJlafdJinengeroebren
’te redjte plante bebropten, lam ber Wfept jum SRiicfjug. ®er fjapneiv
näger beS II. SataillonS War fepon uorper gefallen, fieutnant 9t. patte bie
oapne an fiep genommen. Sei bem nun folgenben 9iüdjug erhielt auep biefer
ein töblidjeS ©efcpojj. fjeinblidje Infanterie tt>ar faum 100 m entfernt im Sot»
42
KriegSartifel.
rüden unb bie Fahne in hödjfter Sefaljr. ?ßlöfelid) jtürgt ein ©opferet not
unb reifet bie Fahne an fidj. Um bie Ülufmerlfamfeit non biefer abgulenfen,
jerbridjt er ben Fatjnenflod unb gelangt, baä Sudj im Sauf um ben Seib Widelnb,
glütflid; mit ber geretteten fjaljne gurüd. ©iefer $elb war fDtuStetier Q, non
ber 12. Kompagnie. ®r würbe mit bem Sifernen Kteug ausgezeichnet, mufete
aber1 leiber fdjon am 8. September fein Seben taffen.
9iur einige 20 2Rann bet 6. Kompagnie eines Fnfanterie-StegimentS
lagen auSgefdjWärmt einem biäjtbefefeten feinblidjen Sdjüfeengtalien gegen-
über, bet Fahnenträger mit ber fjafjne in ihrer ffltitte. Sßiel 93lut war gefloffen,
aber bie tapfere S®ar hielt im flärtften (jeuer bie gewonnene Stellung mit
jd^em SSiberftanb feft. Feber Segenangriff be! Segnet! würbe unter blutigen
Serluften für ben ^einb gurüdgefd)lagen. 911» aber ein Samer ab nad) bem
anberen, tot ober oerWunbet, ba§ GJewefer au! ber $anb finten laffen mufete
unb lint! unb redjt! ber oorbringenbe Feinb fie gu überflügeln brotjte, ba »ufeten
fie alle, bafe fie biefer etbrüdenben Übermacht gegenüber nidjt mehr Sieget
bleiben tonnten. ©a »ar e! heilige fßflidjt, bie gafjne gurütfgubringen. Sdjritt
für Stritt, bas feinblicfee Feuer immer erwibernb, gingen fie gurüd, um bie
Fahne ge fdg art. ©ie Segnet »erftärften ifjr Feuer, natfebem fie beobachtet
hatten, warum ber fRüdgug erfolgte, ©em Fahnenträger, Sergeant Sr.,
gerfdjmetterte ein Sefcbofe ben Slrm. Slber er liefe feine Fahne nicfjt non ftcb.
Sa traf’! iljn gum zweitenmal in ben anberen 2lrm. Sin 9?ad)bar tife nun bie
Fabne an fid) unb fanl unmittelbar barauf töblicfe getroffen gufammen. ©ann
ergriff fie Unteroffizier 6. SluS feinet $anb empfing fie, als er ermattet >u
Soben ftürgte, ber Kriegsfreiwillige Ä.; fo gelang eS, unter unfägtidjen SKüfeen
unb unter Sinfefeung beS eigenen SebenS bie gafjne gu retten. Sdjioer waren
bie Opfer; benn nur fieben flRann tarnen jur ©ruppe gurüd.
93ei ben Singriffen eines Infanterie-Regiments war Seutnant $. ». Sä.,
bet. füngfte Elffigter beS {Regiments, flets in oorberfter {Reihe. Sein Sdjnetb,
feine Unerfdjrodenheit unb fein Siegesbewufetfein tife alles mit fid) fort, ©al
geigte fid) inSbefonbere, als baS {Regiment bei S. bie feinblidjen Stellungen
ftürmte. Sei feinem $ug befanb fid) bie SataiUonSfahne. Sill ber Fahnen-
träger fdjtoer Beriefet zu ©oben gefitnfen unb ein Sefreiter, ber bie Fahne
banadj ergriffen hatte, gefallen wat, rife er baS Felbgeidjen an fidj unb formte
mit ihm feinem gug Weit öorauS. Sdjon »ar bie er fee, z Weite unb britte feinb-
lidje Stellung genommen; babei hatte ber ßug fernere SSerlufte erlitten. Stur
ein Heiner Sleft War eS, bet, um feinen jugendlichen Führer unb bie Fohlte
gefdfeart, gu weiterem Sturm anfefete. Kaum aber waren fie in bie öierte
Stellung bei Segnet! eingebrungen, ba erhielten fie ftartes fUtafcbinengemehr*
feuer. Sluftedjt, bie Fahne in ber feodjerhobenen $anb, ftarb Seutnant ». ®g.
hier ben §elbentob.
Serben erft nod) mefjr ©injetyeiten bon ben ^elbentaten unferer
gelbgrauen befannt, fo toerben nodj weitere leudjtenbe SSeifpiele biefer
9ltt fidj finben laffen, bie fidj ioürbig ben Säten unferer Später anreiljen.
8. ®ie befonberen $flidjten., .
Söie jeber Stanb unb Söeruf feine befonberen fßflidjten fyat/ fo
ljat fie audj' ber unfrige. ©er 2. S?riefl§artitel, beneinjeber
<5 o l b a t auStvenbig roiffenmufe, fafct fie turj jufantmen:
®ie unberbriidjlidje föaljrung ber im F°^neneib gelobten
Srette ift bte erfte ^flidjt bc§ <SoIbatcn. SRödjftbem erforbert ber
SriegSartifel.
43
^Bcruf bc§ Solbatcn: SfciegSfcrtigtcit, ®hit frei allen Tienft=
oblicgcnljcitcu, Tapferleit im Stricg, ©eljorfam gegen bie Aor-
gefetsten, e^ren^afte gil^rung in nnb außer Ttcnft, gutes unb reb=
Iid)e§ SBcrtjalten gegen bie Stamcrabem
a) Tie Treue.
AIS ber ©runbftein, auf bem fidj alle anberen folbatifdjen Tugenben
aufbauen unb erft watjre ^flidjterfüßung überhaupt ermöglichen,
wirb bie Treue al§ erfte unb twrnetymfte ®cruf§pflidjt genannt.
®on Hein an baut fie fidj im SJlenf^en auf: Treue beS ®inbeS
gu ben Eltern, gur engeren Heimat, jum erwählten Söeruf. Sie reift
fid) aus jur ernften beutfdjen JOlanneStreue, jum SBaterlanb unb
$ertfdjer. Sie tritt fo redjt in ben SBorbergtunb bei bem §eer, biefem
SSerfgeug, baS nur gu braudjen ift, wenn gerabe biefe Tugenb in allen
feinen ©liebem ein Allgemeingut ift.
S38a§ oon itjr geforbert wirb, baS fagt uns Artitel 6.
Tic $flid)t ber Treue gebietet bem Solbaten bei allen Aor=
fällen im SJrieg unb Stieben mit Aufbietung aller feiner Kräfte,
felbft mit Aufopferung beS ScbcnS, jebe ©efaljt bon Seiner Atajeftät
bem ^aifer, bem SanbeSIjerrn unb bem Saterlanb abgutoenben.
Ter Solbat übe fdjon im kleinen bie Treue burd) ftete ©ewiffen-
ijaftigfeit im Tienft. ®r tue feine ^flidjt nidjt um ber SSorgefefcten
Wißen ober gar auS jjurdjt-bor Strafe, fonbern um ber Sadje wißen,
ber er bient. @r fei treu in allen Tienftberridjtungen, um ein gu-
berläffigeS ©lieb beS §eeteS §u fein, baS berufen ift, baS Saterlanb bor
Sdjmadj unb Zertrümmerung gu fdjüpen.
SßaS nüpen iljm braußen bor bem f^einb alle anergogenen unb
erlernten 83erufspflid)ten, wenn er nic^t aus bem unbesiegbaren S3om
ber Treue immer tvieber neue Äraft gum AuSIjarren unb gu mutigen
Taten fdjöpft. 9£ur fie allein, feftgewurgelt im Znnerften eines jeben,
bermäg bie Seiftungen gu zeitigen, bie un§ gum enblidjen Sieg führen
Werben. DI) ne boll ft e Eingabe, oljne Opfer Willig-
keit unb Selbftberleugnung kann eö feine edjte
Treuegeben.
SBie unfer gefamteS 83oll hinter ber gront aßeS aus Siebe unb
ißflidjtgefüljl in ben Tienft beS SgaterlanbeS fteßt unb feine perfön*
lidjen Opfer, @ntbel)rungen unb Unbequemlichkeiten fc^eut, fo geben
unfere tapferen Kämpfer braußen tagtäglidj nun fd)°n feit bielen
Monaten unbergleidjlitfje iöeifpiele tyelbenljafter Treue.
sJlur einige feien auS ber unenblitfjen .gafjl ber Söeifpiele, bie
uns biefer ®rieg fdjon bradjte, auSgewählt:
Tagelang ftanb bie 3. ^Batterie beS gclbaxtillericregimentä 9lr. 59 in
bei Stäfje be3 Torfes 8. in tjeftigem SlitiUetiefeuer. ©idjter Jiebel fcefjinberte
ant borgen beS 7. September bte SluSfwtrt nad) bem geinbe, ber ober an»
fcfjetnenb bie ®attene|tellung ertannt batte unb mit einem ©ranatljagel Über-
44 striegs>artiiel.
fdjüttete. gn biefet Sage verlangte ber Slbteilungätommanbenr nad) einem
Beobad)ter, ber auf eine naße bet Batterie fteljenbe ljotje Rappel fteigen unb
bie feinblidje Slrtillerie auffuchen follte. Sofort melbete fid) ber Unteroffizier
Stlein auö 9leutitd)en. SBlit einem Binbeftrid unb einem guten gerngla^
auägerüftet, tletterte er bie Rappel ljinauf. Ser Auftrag wat nid)t ungefährlich
benn unaufhörlich fauften Sranaten unb SdjrapnelU vorbei, tiffen bie 3ifte
beö Baumeö herunter unb ivarfen trachenb aud) eine bcnadjbarte ftarle anbere
Rappel um. Unerfchtoden ftieg fflein weiter, unb banb fidj, oben angelangt,
mit bem Binbeftrid feft. Sie wadere Kletterei madjte fid) balb befahlt. Eö
gelang filein, bie feinblidjen Batterien ju entbeden unb ba» Reiter mehrerer
Batterien beö gelbartillerieregimentö 9ir. 59 auf fie ju leiden. Sdjon nach
einer Stunbe tonnte er melben, bah brei feinblidje Batterien fo jugebedt feien,
baß fie ihr geuer eingeftellt hätten. Wlit bem Sefijhl gut getaner Slrbeit wollte
er hmabtlettern, als p läßlich neues geuer, bieSmal auö ber g-laute bei ben Balte«
rien einfdjlug. Sie neuaufgefahrene Batterie war balb von Stein ertannt,
ebenfo fdjnell baö geuer ber 3. Batterie auf fie gelentt. Schon nad; fnrjer ^eit
melbete Slein, baß bie SBirtung ber Sattere vortrefflid) fei. Bot bem vet«
heerenben Sranatfeuer Ratten bie feinblidjen Kanoniere fludjtartig ihre ®e*
fchüße verlaffen; bie großen, weldje bie Sefdjüße retten wollten, Wurben im
fieranfommen gefaßt unb jitfamm en gefd) offen. Unteroffizier »nein beftieg
feinen Beobach tungöftanb nod) zweimal unb leiftete feiner 'Batterie unb
9lbteilung bamit weitere auägejeidjnete Sietifte. 911S einer ber Erften erhielt
er baä Eiferne Äreuj.
$[ud) von bem Jpelbenmui unb ber pflichttreue bi§ gum ^lu^erften
eines jungen ©iilitärargte» fei berichtet:
ES War bei ben jüngften heftigen Sümpfen in glanbern, am ^pern*
abfdjnitt, wo ein junger Slffiftenjarzt burd) einen Sdjuß im Oberarm ver»
wunbet War. Ohne auf bie ernfte Berleßung ju adjten, wanbte er fid) fofort
einem jungen, burd) einen Schuß burd) bie ©ruft fepwerverlebten SriegS«
freiwilligen ju, um biefem fo fcfjuell als tnöglid) §ilfe ju bringen. Erft fpäter
fühlte ber junge Slrjt ben großen Blutüerluft, ben ihm bie Sdjußwunbe am
Oberarm bereitet, unb erfudjtc ben gerabe in feiner 9iät)e befinblidjen Ober»
ftabäarzt, feine Blutung ju ftillen. Sem alten, erfahrenen Ehirurgen gelang
eS ftfjneU, mit bet fßinzette bie jerriffene -Slrteric 311 faffen unb fie ju unter»
binben. ©erabc war ißm bie? gelungen, als er merfte, baß fein junget fiamerab
auch an bet Stirn blutete. „So, baö weiß id) gar nicht! Sch fcheine nochmals
verlebt Worben $u fein; bitte erlebigen Sie ba§ aud) nod) gleidj", fagte biefer,
barauf auftnerlfam gemacht. Sie flüchtige Unterfudjung ergab, baß eine ffiugel
bie Stirn geftreift unb $autbede, Stirntnodjen fowie bie geltwänbe jettiffen
hatte. ES War eine fel)t fd)merzhafte Betleßung, bie ber junge Slrjt jebod) mit
größtem ©leidjmut ertrug. Er wollte gerabe wieber bem Sd)üßengraben ju»
fd)reiten, als ich ihn hinterrüd? ber Sänge nad) 511 ©oben jtürjen faß. fülit
einigen Säßen fprang ich 3lt ihm nnb fanb ben jungen gelben mit blutüber*
ftrömtem Sefidjt auf bem Boben liegen.......... Ein Sdjrapnellfplittet hatte
ihm bie fJiafe eiugefd)lagen unb iljm ba§ linte Sluge herauögeriffen. geh winfte
fofort einige Sanitäter heran. SBit trugen ben Sdjwerverleßten ju bem
Sjauptverbanbplaß, wo et lunftgetedjt Verbunben Wutbe. Segen Ülbenb beö
nämlichen Sageö (Wir hotten fehl viel ju tun) begab ich mich ju bem Berbanb»
plaß beö Oberftaböar^teö B., bei bem fid) ber fchwervcrlcßte junge Strjt befanb.
geh wollte fragen, Wie e3 bem jungen Äameraben ginge, wer aber befchreibt
mein Erftaunen, als ich ihn hie*/ mit einer Binbe um baö Sluge, feine ärztliche
iätigteit mit größtem Eifer WeiterauSüben felje. BerWunbert fah ich ben Ehef»
arjt unb bann ben jungen Ülr^t an. Siefet bemerft mein Erftaunen unb fagt
frfjlicht: „ES gab heute viel ju tun, $etr OberjlabSatjt, ba mußte ich bodj noch
JlriegSartitel.
45
unBebingt miffjelfen, um ben atmen Beuten fo fdjnell al§ möglich für ihre
Seihen ßinberung ju bringen. AJir wären fonft and) gar nidjt foweit ge»
tommen“. Ergriffen brüdte idj bem jungen gelben bie $anb unb badjte bei
mir: „$>a3 ift militärärjtlidjeä $elbentum".
9Jid)t an feine fßerfon benfenb, ein leudjtenbeS Sorbilb feinen
Warner ab en, opferte ein Leutnant ber 4. ^Batterie eines 9?eferbe»§elb’
artitterie«=9iegimeut3 fein fieben bem Sßaterlanb unb befiegelte feine
Treue mit bem Tob:
SBäljrenb ber Sdjladjt bei St. Ouentin ftanb bie Batterie in einem Korn«
felb. @ine Anzahl SKunitiouSJörbe eines ©efdjiifjeS lagen Ijinter einem ®otn<
fdjobet, ber plöfcliih burd? einen Atlilletielreffer in SBranb geriet, Tie ©efaljr,
bie für bie - gan$e Batterie burd) bie möglidje (Sjplofion ber ©efdjofjtörbe
broljte, erfannte ber nädjfte fiugfüfjrer, £t. SReidiert, fofort unb {prang unbe»
tümmert um bie ©efäfyrbung feiner eigenen Sßerfon tjinju, um ben 83ranb ju
löfdjen ober bie SRunition ju bergen. SBon ben ejplobierenben Sefdjoffen töblich
»erwunbet, fant er ju 50oben, nadjbem eö iljm gelungen war, ben größten Teil
ber ÜJlunition ju bergen unb baburdjbie Kanoniere feines 3uge§ ju retten.
Treu fein fjeißt aber audj, fidj burd) nichts bon feinen fßflidjten
abwenbig madjen laffen. SBie eS fdjon im ^rieben etjrloS ift, fid)
burd) SBerfpredjungen ober Slnnafjme bon ® e»
fdjenfen beftedjen gu laffen, um felbft Vorteile bafür ein»
guljeimfen ober gar UnredjteS gugulaffen ober felbft gu begehen, fo wäre
ein foldjeS unWürbigeS ©erljalten im Jtrieg eine hoppelte Sdjanbe,
bie mit ber ^eigpeit gleidj gu nennen ift.
Als in ber §erbfM£ljampagnefd)lad)t ein befreiter $. jwei Sruppen
feiner Kompagnie gut SSerftärfung nach »orne bringen wollte, würbe er mit
feinen Beuten plöfjlid) von feinblidjer übermalt überrumpelt, als fie im GJraben
anlamen. ®lan führte ben Trupp ju einem franjöfifdjen SSataillonStomman»
beur, ber fid) mit feinem Stab — er gehörte bem fran-jöfifdjen Infanterie»
Regiment 64 an — fdjon in bem Staben IjäuSlidj eingerichtet batte. Ter
SDlajor befanb fich mit gwei Hauptleuten, einem Abjutanten unb brei Tele»
Phoniften in einem Unterftanb, bie Telcpljonleitung ju ihrer Artillerie Ijatten
fie fdjon Ijergeftellt. Hierher brachte man bie (befangenen, unb ber 9Rajor,
ber gut Teutfdj fpradj, unterzog fie einem genauen SSerfjör. gebe AuSfage
Würbe fofort nadj ljinten teleplpnifdj weitergegeben. Alle möglichen fragen
Würben geftellt, Wo fidj ba§ Bager ber Truppe befänbe, wo bie Artillerie jtelje,
Wie bie Ablöfung pot fidj gelje, unb fo Weiter. Tropbcm fß. bie 18 Kameraben
nie porter gefprodjen hatte, war bod) fofort ein fhllfd)WeigenbeS Überein»
tommen jwifdjen ihnen tjergeftellt: „Scfagt wirb nichts!“ — AIS man ifjnen
eine Karte oorlegte mit ber Aufforberung, bie i^nen betaunten Artillerie»
ftellungen unb Truppenlager einjujeichnen’, {teilten fte fich, als ob fie leine Karte
lefen-tonnten. Ilm ben Beuten bie Bunge ju löfen, waren bie {jranjofen fefjr
liebenswürbig, man gab bcu befangenen Kaffee unb Schot »labe, unb unter»
hielt fich tnit iljnen über bie allgemeine Sage auf ben KriegSfdjauplähcn-
Tro|bem fie gewärtig fein mußten, baß mit iljnen oon ben
tfcangofen turger fßrogeß gemad)t werben würbe, weil aud) bie
s-8eftedjung3berfudje erfolglos blieben, berrieten fie nichts. @in Sturm
her Unfrigen erlöfte fie bann balb au§ ißrer turgen ©efangenfdjaft.
feiner unferer ®aiferföljne, fßring £)§Iar bon fßreußen,
faßt ber Treue unferer braben (Sljampagne^ämpfer in feinem $ud)
46
Sriegöartitel.
„Tie äßinterfdjladjt in ber ©ljampagne" ein
bleibenbeS Tentmal.
„Tag unb 3iadjt a&wedjfelnb arheitenb unb lämpfcnb, leiteten unfere
braven Sruppen fo gerabeju Ubermertfdjlid)^, jeber einzelne Slann von.
bem einen (Gebauten befeelt, bie Stellung bis jum lebten Dltemjug ju halten,
ben Sßillen beä SegnetS ju bredjen, burdföuhalten, fomme, WaS ba wolle,
gebet güljter, jeber Sruppenteil pielt eS für feine Stjrenpflidjt, feine vorbere
Stellung ju galten unb verlorengegangene Seile burd) Slaljangriff fofort
Wieberjunehmen. Unb fie hielten burd), biefe gelben bet ©jampagnefd)ladjt !"
Tie Treue trägt iljren £otjn in fidj. Sie and; äußerlidj gu belohnen,
Wirb nidjt immer möglid; fein. Sieben aßen Drben unb ßtyrengeidjen
Wirb e§ aber ber Ijödjfte Sotjn für jeben beutfdjen Solbaten fein, bie
Slnertennung feiner fßflidjttreue au3 bem SJlunb feinet oberften Ärieg^
Ijerrn gu Vernehmen, wie e§ vielen Truppenteilen fdjon guteil würbe.
2öo ©. 3JI. ber SJaifer e§ neben feinen audj im ®rieg fortlaufenben
Sftegierungggefdjäften unb bei ber Leitung bei? Dberbefelfte irgenbwie
ermöglidjen !ann, eilt er gu feinen braven Sruppen, ipnen bon Singe
gu 5ßuge feinen San! gu fogen.
Sine Sdjilberung in bem S5ud) „£inbenburgj§ Sßinterfdjladjt
in SJlafuren" Veranfdjaulidjt un§ einen foldjen foiferlidjen SBefudj.
„Sefonbere Bebeutung gewinnen bte Sümpfe um fitjrf am 13. unb
14. gebruar 1915 babutd), baß fie unter ben Singen imfereS SaiferS aus*
gefodjten würben. Sen Slbfdjluß bes Kampfes bilbeie „eine tiefergreifenbe
weltßiflorifdje ©jene": ber Kaifer auf bem SDtarttplafj in 2pd, inmitten feinet
fiegteidjen, ruljmgetrönten 33er güfiliere, hinter btefen Rimberte ruffifdjer
gefangener aus bem fernen Oft en SlfienS. 9iing8um jerfdjoffene Stauern,
taudjenbe Srümmer, glimmenbe Salten, bie jerftörte Sirdje! Gins nur ift
erhalten, baS ßriegerbenfmal von 1870 mit bem griebenöengel, bem Gifernen
Sreuj! Unb nodj eins ift erhalten burd) ^afjrtaufenbe ljinbutdj unb geigt
fidj fjeute wieber im fjellften Sidjt: bie beutfdje Sreue, bie Sreue oeS SEanneS
jum gürften, bie Sreue beS gürften jum Soll! Slit breifachem $urra, mit
„$eil bir, im Siegerlranj" unb „Seutfdjlanb, Seutfihlanb über alles" begrüßen
bie bärtigen, aerfeßten unb blutigen Staunen ihren Saifer. Unb ber Soifer
rebet ju feinen Setreuen, et rebet Sßorte, beS SanfeS unb ber SKnerfennung
für Opfermut unb Sapferteit, er rebet SSortc, burdjglüht Von Ijeißer Sater«
lanbsliebe. Unb in ißt, in ber Siebe jum beutfd)en Saterlanb vereinen fi<h‘aller
$erjen, beS Siannes unb bes SaiferS $etj! S8er ihn.erlebt hat, biejen klugen»
blid, er mag ihn bewahren, lein größerer wirb ißm befdjieben fein!"
b) Vergehen gegen bie Treue.
Slrtitd 8.
Tie Erfüllung bet Ticnftpflidjt ift eine (Sljrenpflidjt jebeä
beutfdjen WtanneS; Wer fidj itjr burd) (ScWftberftnnunelnng, burd)
Säufdjnng Pbcr auf anbere Beife entgicljt aber gn entgieljen bet®
fudjt, wirb in bie {Weite klaffe bc§ $olbateuftanbe4 berfept unb mit
greiljeitSftrafe belegt, ©leidje Strafe trifft ben Teilnehmer.
Smmer wieber fommt e§ gelegentlidj bor, baß töridjte Seute
i^e ©Heber berftümmeln, um nidjt eingegogen gu
Werben ober vom Tienft wieber lo^gulommen. Sar nidjt fdjarf genug
!ann ein berartig eljrlofeS Treiben verurteilt werben.
firiefläartifel.
47
Sbenfo erbärmlid) fyanbehi bie £eute, bie alle möglichen
lörperlichen Sebredjen öortäufdjen, um fidj Dom
SJienfte ju befreien, Sdjon bei ber StuSljebung finbet man foldje
traurigen £eute. 2Iber aud) währenb berTienftjeit trifft man auf
foldie Trüdeberger. §ierju gehören aud) biejenigen, bie fidj bauernb
Wegen jeher Äleinigleit Iran! melben, um fidj bem Tienft ju entbiet)en;
befonberS Dor größeren Übungen hat oft bie Öiebierftube eine eigentüm-
liche ÄnjieljungStraft auf foldje Schwädjlinge.
Sludj ber S e l b ft m o r b, ju bem ljin unb wieher berjärtelte
®hitterfö^nd)en ober djargfterfdjtoadje Seute greifen, weil fie glauben,
ben Tienft nidjt ertragen ju fönnen, ift ein fdjtnexeS Verbrechen im
Sinne ber Treue — er ift als eine f ai)nenflud)t allerfdjlimmfter 9trt
anjufeljen.
«rtitel 9.
Sem Solbatcn fall feine gähne heilig fein, tr barf fie niemals
berlaffeu. SBer bie gähne bcrläfjt ober bon ihr fortblcibt, um fidj
feiner Verpflichtung jum Sienft bauernb ju entgehen, macht fich
bet gahnenflndjt fdjnlbig.
Sie gahnenfludjt wirb mit ben fdjtoerften grciheitüh unb
ibrenftrafen, im gelb felbft mit bem tob beftraft. Schwere Strafe
trifft benjenigen, ber einen anbercn jur gahnenfludjt bcrleitet ober
biefe beförbert, foioie aud) ben, Weldjer bon einem ju feiner Kenntnis
gelangten Vorhaben ber gahnenfludjt feinen Vorgefeüteu nidjt al§=
balb Vnjeige madjt.
$tudj Wenn bet Solbat nidjt bcabfidjtigt, bauernb fern*
iubleiben, finb eigenmädjtige (hrtfernung bon ber Truppe unb
tttiaubSiiberfdjrcitnng ftrafbar.
Unter % a h n e n f l u dj t ift ju berfteljen, wer feinen Truppen-
teil mit ber Stbfidjt üerläfjt, fid) ber Verpflichtung jum Tienft bauernb
ju entziehen.
genügt alfo fdjon bie 9lb fidj t; ob fie jur bollen
Ausführung gelangt ift, bleibt gleichgültig. lann für einen Solbaten
überhaupt leinen ®runb geben, ber gähne bäbonjulaufen. • güljlt er
fidj bem ©ienft nicht getoadjfen, glaubt er bie Slnftrengungen nicht
ertragen ju tonnen ober fühlt er fich fdjledjt unb ju Unrecht behanbelt,
fo gibt e§ anbere Wlittel unb Sßege, um ihm au§ feinem inneren Stvie-
fpalt ju helfen. ®r wenbe fich bertraueii^boß an feine Vorgefefcten;
fie Werben feinen Klagen jeberjeit gern ®el)ör fdjenten unb ihm helfen,
foioeit e§ in ihrer Sftadjt ftel)t.
Tie gahnenfludjt ift jubem auch eine.grofje Torheit, gn unferm
georbneten Staatätoefen wirb ber fahnenflüchtige bodj balb gefaxt.
®eljt er über bie ®renje, fo erwartet iljn ba§ traurige £o§ eines igeimat-
lofen, ba§ ipm fortan eine JRüdtehr in ba§ Vaterlanb unmöglich macht.
48
Üriegsartifet.
gft et gar nadj granfreidj gegangen, fo fteljt er fdjon mit einem gufj
in ber grembenlegiön, in ber ihn ein elenbeS Stafein unb ein jammer*
bolleä ®nbe in 3Ifrita§ mörberifdjem Älima erwartet.
gebet Samerab, ber bon bem ©orljaben einer gähnen*
flucf)t föenntnU erfjalt, ift berpflidjtet, wenn er fidj nicht
felbft ftrafbar madjen. will, feinem ©orgefe|ten fofort SKelbung ju
.erftatten, Sdjon ber ©ebanfe, feinen Sameraben Ijierburdj bor fdjwerer
Strafe gu bewahren, muß iljm biefe fßflidjt als eine jwingenbe
erfdjeinen laffen.
Sdjwere ©eftrafung ljat ber SOfamn ju gewärtigen, toeldjer e§ gar
unternimmt, anbere Stameraben jur galjnenfludjt ju ber*
leiten ober fie bei biefem Unternehmen ju f ö r b e r n. ®er £>et)ler
ift genau fo fdjledjt Wie ber Steljler!
Jpart an bie fjaljnenfludjt grenjt bie unerlaubte ® n t *
f e r n u n g, inbem ber Solbat, oljne Urlaub gu Ijaben, ©ienft ober
ffaferne berläfjt ober einen iljm bewilligten Urlaub eigenmächtig
berlängert. ©leibt bet SRann im §rieg brei, im g-rieben fieben Sage
auf biefe 333eife ber Sruppe fern, fo wirb fein ©ergehen al§ galjnen*
fludjt angefeljen unb bementfpredjenb beftraft.
äöenn ber Solbat burdj eigene^ ©erfdjulben, ©erfeljen ober
sftadjläffigteit ju fpät öom Urlaub jurüdfeljrt, fo macht er fidj ber
Urlaubsüberfdjreitung fdjulbig. Slbgefeljen baüon, bafj
eine foldje Unpünttlidjfeit eine Strafe erfordert, Ijanbelt ber©etreffenbe
aufjerorbentlid) unbanfbar gegen ben ©orgefefjten, ber iljm ben Urlaub
bewilligte. 2luf lange 3eit hinaus wirb er bergeblid) wieber um eine
foldje ©ergünftigung bitten.
drittel 7.
2ßer fid) mit bem gcinb in ©crbiubung fefet ober auf fonftige
2öcife burd) jganblungen ober Uutcrlaffungeu'bic bcutfdjen ober
bcrbiinbetcn Sruppen abfidjtiidj fdjiibigt ober ju febäbigen unter;
nimmt, bridjt bie eiblid) gelobte Sreuc unb macht fid) <be§ Stiegt
betrat^ fdjulbig.
Ser ©errötet Wirb mit ben jdjWerften grcihcitS« unb @f)ten;
ftrafen ober mit bent Sob beftraft.
$itdj im grieben wirb ber ©errat militärijdjer Qcheimniffe
mit fehlerer unb eitteljrenbcr Strafe belegt.
©Jet bon einem berräterifdjen ©orljaben Kenntnis erhält, ift
uerpflidjtet, bic§ fofort feinen ©orgcfeijten anjujeigen, er jieljt fid)
fonft felbft fchioerc Strafen jn.
Schmäl)lidhe ©erbrechen nennt biefer STriegSartifel. Seutfche
Scanner, bie fid) foldje Jpanblungen jufdjulben tommen laffen, feilten
eigentlidj nidjt nur im ®rieg, fonbern audj im grieben ba§ £eben Oer*
wirft Ijaben.
SHt ffleneljmtßunß bet ßeipjiget „guuittteneit ^eituitß". STtadj einet ^etcbnung von tfehj &ttjn>ormft4bt.
«uffdjrettbe gelbd(ttil(erie unter feinblidjem gener (bum ößlidjcn ftriegb^aubM)«
SJlit (Genehmigung Ber Seipjißer .^Jlluftnerten Seitunß". Slac$ einer Seitfjnung non 3oief Gorreßio.
®ei einer fdjtoeren (21*cm«9tih!fer«)8atterie bot l&erbun.
ftriegSartttel.
49
fidj überlegt, bajj burd) ben Senat militärifdjer ©eljetmnifle
geinb Sftaterial an bie tpanb gegeben wirb, burdj baS er unfere
^'midihmgen ober Slbfidjien für ben Kriegsfall ober im Krieg !ennen
leim, unb bafj biefem Xteubrurf) gemeinfter 9lrt womöglich Saufenbe
feiner Solfegenoffen jum Opfer fallen, ber fann eigentlich unmöglich
ein Hdjes Serbredjen begehen — unb Würben iljm Serge bon @olb
berfpiodjen. Sind) leine ®et»alt ober Sroljung barf iljn ju einem foldjcn
bewegen.
Sieber tot in Sljren, als eljrloS lebenb — bie:
SSort fei benen jugerufen; bie bielleicht einmal unglüdlidjertoeife in
geinbeShanb fallen füllten. US Wirb nidjt an Serfudjen unferer (Gegner
fehlen, gcrabe biefe ßeute burd) Sfkftedjung ober Slnbrohung bon
®eWalt ju SluSfagen ju beranlaffen. ^urdjtloS unb felbftbetvufjt
Weife feber bie Serfudjung ab. Sludj ber fjeinb wirb foldjem mannhaften
Sethalten bie Sldjtung nicht berfagen lönnen. (©. audj Seifpiel S. 45.)
BaS alles als KriegSberrat anjufehen ift, baS fagen unS
bas ®eutfdje unb baS SJlilitärftrafgefefcbudj:
SBenn bet Täter
1. gelungen, ^äffe, befehle 5ßtäfce ober anbete SerteibigungSpoften,
mgleidjert Seile ober Angehörige ber beutfdjen ober einer verbünbeten
Ärieg&nadjt in Jeinblidje Seroalt bringt;
2. geftungSroerle, Sdjifje ober gahrjeuge ber firiegämarine, öffentliche
Selber, Vorräte von SBaffen, Sdjiefjbebarf ober anbere Kriegs-
bebürfniffe foroie SBrüden, ©ifenbahnen, Telegraphen unb Transport-
mittel in feinblidje Seroalt bringt ober jum SSorteil beS geinbeö jer-
• ftört ober unbrauchbar macht;
3. bem geinb Mannfdjaften jufüljrt ober Solbaten beS beutfcfjen ober
»erbünbeten $eere$ berleitet, jum geinb überjugetjen;
4. DperationSpIäne ober ißläne bon gelungen ober feften Stellungen
bem geinb mitteilt;
6. bem geinb als Spion bient ober feinbliche Spione aufnimmt, ver«
birgt ober iljnen Seiftanb leiftet, ober
6. einen Aufflanb unter ben beutfdjen ober verbünbeien Truppen erregt;
7. SBege ober Telegraphenönftalten jerjtört ober unbrauchbar macht;
8. baS SeljeimiiiS beS IßoftenS ober bie fiojung verrät;
9. vor bem geinb Melbungen ober bienltlidje Mitteilungen falfch macht
ober richtige au machen unterläßt;
10. bem geinb afc Sßegtneifer ju einer militärischen Unternehmung gegen
beulfche ober verbünbete Truppen bient ober aU SBegroeifer Irieg»
fütjrenbe beutfdje ober verbßnbete Truppen irreleitet;
11. vor bem geinb in einer SBeife, Welche geeignet ift, bte Truppen ju
beunruhigen ober irrejuleitett, militärische Signale ober anbere Reichen
gibt, jur gludjt auf Sorbett ober baS Sammeln jerftreuter Mannfdjaften
verhinbert;
12. einen SDienflbeSehl ganj ober tcilroeife unausgeführt läßt ober eigen-
mächtig abänbert;
13. es unternimmt, mit Serfonen im feinblichen $eer, in ber feinblichen
Marine ober im feinblidjen £anb über Tinge, roeldie bie Kriegführung
betrefien, münblich ober Schriftlich 8erfet>r ju pflegen ober einen folgen
Certefjr ju vermitteln;
£>er ft elbaraue, ftelbart. 1. Ul. 4
50
ÄrießSartifeL
14. feinblidje StufruW ober Setanntmadjungen im $eer üerbreitet;
15. bie pflidjtmäßige fjüxjorge für bie SSerpflegutig ber Sruppen unterläßt;
16. feinbtidje fttiegägefangene freiläßt ober
17. bem fjeinb ein ©ignnlbudj ober einen Suejug aus einem foldien mit«
teilt.
23er bon einem beabfiditigtenoberbollenbeten
Betrat Kenntnis erhält, b;eS Berbredjen begünftigt
ober eS nidjt a l S b a I b jur Sftelbung bringt, maeßt fidj
mitfdjulbig unb fielet gleidjfallS ßärtefier Beftrafung entgegen.
c) Spionageabwehr.
SBarnenb fei an biefer ©teile auch ber ©pro nage gebadjt;
unter ben berfdjiebenften SRaSfeu, als fdjeinbar tyarmlofe i’Kenfdjen
treiben ©pione in unferem Baterlanb ißt Unwefen. Seift ift es fdpver,
fie gu erfennen; als Siebermänner madjen fie fid) an unfere jurgen
Beute heran. ©ie fpielen bie (Großmütigen, laben gum Srinten ein,
unb mittels beS reidjli<f) gefpenbeten Sfltoßols löfen fie bie 3unSe ibjre^
DpferS. Sfnbere geigen fid) als bie £>ergenSguten. ©ie Wollen bem
Sann helfen, machen iljm (Gefd)enfe, bis fie ihn fo in ihrer Slbßängigteit
haben, baß er ihnen nidjt mehr entrinnen tann. Seifere fpielen bie
^armlofen, bie ein gelegentliches (Gefprädj gefdjidt fo gu leiten wiffen,
bis fie baS gehört haben, worum eS ihnen gu tun mar. Bitte Sittel, alle
Bertieibungen Werben gewählt, Sännet unb Seiber fteßen im ©olb
biefeS fdjmußigen ^anb Werts. ®arum: B o r f i dj t allen frem«
ben ,Senfehen gegenüber! 53orfidjt in allen
(G e f p r ä dj e n, bot allem in öffentlichen Botalen, auf Sahnen,
auf ber ©traße! Niemals führe man ein (Gefprädj über militärifdje
Angelegenheiten, wenn man feiner $ußörer nidjt unbebingt fidjer
ift. Sißtrauen, gerabe je|t in biefer Beit, ift burdjau» am !ßlap. ®arum
noch einmal: 83 o r f i dj t! (Sin SBort, bie -Kennung eines StamenS,
eines Regiments, irgenbeineS KrlebniffeS tann ben unberufenen
fpörer ©djlüffe auf ihm wichtige ®inge gießen laffen. @r folgert aus
bem (Gehörten Sruppenberfdjiebungen ober beren SReueinteilung,
beabfi(ßt.igte Unternehmungen, ober er erfährt Betbefferungen unferer
föampfeSmittel — alles Vorgänge, beren Kenntnis einer feinblidjen
Sadjt ben größten Borteil, uns aber unabfehbaren ©(haben bringen
tann.
Sie notwenbig bie SBarnung an jene ift, bie aus Unüberlegtheit
unb fahtläffiger Unadjtfamleit gum Serräter am Saterlanb werben,
lehrt uns nicht nur bie Beobachtung im täglichen Beben, fonbern auch
bie Satfadje, baß eS fogar im gelb angebracht erfdjien, unfere 2Rann»
fchaften in biefer Begießung gu warnen.
(Siner Kummer ber ©hampagne'flriegSgeitung ift bie nadjpeßenbe
Sarnung entnommen:
SriegSartitel.
51
S a m 11 a b c n!
$mmer unb immer wieber muß fid) unfere Dberße Heeresleitung betrübet
Beilagen, baß Öhr in Suren Briefen an Angehörige unb gute ftreunbe, ober
auf Urlaub baheim am Viertifch bas, roaS Sh* an ber fjront »an Struppen»
betfdjiebungen gehört ober irgenbwo gefehen habt, nieberfd)reibt ober aus»
plappert.
ÜReiß ift es eine Art Siielleit unb ©idjtigtuerei, bie Sud) baju treibt,
Häufig nur Sebantenfaulheit. SInftatt barauf ju finnen, Suren Angehörigen
hübßhe Sdjilberungen von Srnßem unb Heiterem auS Surem fcf)teeren SEriegS»
leben mitjuteilen, fprecf)t Sh* tvaS Such anbere vorersählt haben, ober was
3h* irgenbwo erlaufest habt, nad).
SS iß nur bentbar, baß Sh* ®u<h über bie Tragweite SureS HanbelnS
nicht im Haren feib.
®et ffeinb hat ein feljr gut arbeitenbeS Aadjrichtenftjßem. SHefeS beruht
barin, baß Agenten — meiß VaterlanbSverräter — für feiles Selb gebungen
Werben, alle Nachrichten, bie fie oon ben fßlänen unb Sruppenoerfdjiebungen
unfereS Heeres unb unferer Sjetbünbeten erfahren, ben Sntentemäd)ten mit»
juteilen. SBiefe Agenten arbeiten {eßt fdjlau. Sie leben mitten unter Suren
Angehörigen unb Sreunben baheim, fie fifyen harmlos neben Sud) in totalen
unb Sifenbahnen, fie finb als harmlofe Steifenbe unter Such auf ben Sahn-
höfen, auf betten Shr ein» unb auSßeigt.
Sturjum. fie erfahren vieles bon bem, toaS Sh1 an Sure Angehörigen
fd)teibt, auch wenn 3hr babei fdjreibt: „®a»on barfß ®u aber nichts weiter
erzählen!“ unb fie hören alles, WaS 3hr etjählt.
Unb nun bebentt, roeldjen unermeßlichen Schaben Sh* burd) folche
©ummheit Surem Vaterlanb, Suren Jtameraben unb lebten SnbeS bodj auch
®udj felbß jufügt!
©teilt Such bot, unfere Heeresleitung h.at nad) unenblid) forgfam auS*
gebadjten, ganj geheim gehaltenen fßfänen einen großen ©djlag gegen unfere
ueinbe auSgebad)t. Sinen ©d)tag, ber ben Stieg feinem Snbe um vieles
näher bringen foll. Sntfig unb in aller ©title toerben bie notwenbigen Vor-
arbeiten gemacht. @e wattige Wodjeu» unb monatelange Vorbereitungen finb
ttn JSang. ®a auf einmal hat ber Segnet Kenntnis beS Unternehmens. Sin
törichter eitler SJlenfd) hat einen SBrief nach Haufe gefdjrieben, in bem er mit»
teilt, er habe gehört, baß bas unb baS Sorps tn bie unb bie Segettb täme. Sti
Agent hört bon bem Inhalt beS VriefeS. Sr teilt ihn bem fjeinb mit. Sofort
’ft bie Heeresleitung brüben im ®i!b, waS Wit ju tun beabsichtigen, ©ie trifft
ihre Segenmaßtegeln. SBenn eS bann überhaupt nod) möglich iß, ben ißlan
auSjuführen, fo Wirb bie Ausführung jum minbeßen bas Seben oon viel,
biel mehr Sameraben loften, als fie fonft geloßet hätte. SReißenS wirb fidj ber
Vlan aber gar nicht mehr auSführen taffen, weil bie Überrafd)ung beS geinbeS
fehlt. Ser große ©d)lag muß alfo verfd)oben werben, auf SBodjen — Atonale.
$as SriegSenbe, Welches vielleicht nahe gewefen wäre, iß wieber in ungewiffe
pernen gerüdt. Sh* felbß habt es Sud) jujufchreiben, baß Sh* wieber SRonat
für SKonat im ©d)übengraben ausharten müßt, baß Sh* nicht heirn tönnt
tu SBeib unb ftinb, Sltern unb Sefchwißern.
Alfo bentt an baS große Unrecht, baS Qhr f>m Vaterlanb unb Suren
«ameraben begeht! Srxählt unb fdjreibt über jatfadjen, bie bereits ßatt*
Sefunben haben, erzählt bann, baß Öhr bereits bavon mußtet, feib ßoU barauf,
baß 3hr ben ÜRunb gehalten unb baburch jum Selingen beigetragen habt.
®enlt unb hanbelt jeher einzelne fo, bann verlaßt Such barauf, Wirb unfere
uberße Heeresleitung SRittel unb Stege finben, ben Segnet jo ju fdjlagen,
"aß er gtieben machen muß.
*•
52
fttiegJartifel.
d) Sriegäfcrtigtcit.
Strittet 19.
Jet (Solbat fall fein SricgSpfcrb, feine W&affcn, Setteibung§=
unb ?l«§riiftnng3ftürte in gutem Staube galten unb jur Erlangung
ber föricg§tii(l)tigteit uiiauSgefctrt fid) bemühen, ben ®ebraud) ber
Waffen ganj unb boilftänbig ju erlernen.
5Bcr fein Jtenftpferb, feine Waffen, ®etleibung§= ober Slu^
riiftungäftude ober einen anberen Tienftgegcnftanb borfci^lidj
befdjäbigt, unbraudjbar madjt ober prciögibt, t)«t ^retyeitäftrafe
bewirft, in ferneren Süllen jnglcid) %erfcfenng in bie jweitc ftlaffe
be§ SolbatcnftanbcS.
Unter ben Solbatenpflidjten wirb bie SriegSfertigfeit
an jtoeiter ©teile genannt. SSJtadjte e§ bie SKenge ber ©olbaten, bie
ein Sanb im Stieg aufjuftelten beunag, fo tjätten un$ bie fid; au§ Ohiß»
lanb immer erneut herantoäljenben SÖlenfdjentoogen längft erbrüden
müffen. SBir haben es» gefeljen unb erleben es nod) tjeute, baß n i d) t.
bie 3 0 h h [onbern ber innere Sern unb SBert
ber Männer im Sriegsfleib ben SluSfdjlag gibt. Sieben ber
genialen Rührung ift eS bie grünblidje unb allfeilige Erziehung
unb SUuSbitbung für baS SriegShanbioer! forme bie 3 u *
berläffigfeit unb Jüdjtigteit unferer tapferen Sol»
baten getvefen, benen allein unfere Erfolge gegen bie bielfadje Überjaljl
§u berbanten finb. ©roßte 23egeifterung, Saterlanbsliebe unb Opfer«
toilligleit bermögen baS Sdjtoert nwl)I blaut ju halten, bie Schärfe
unb Sraft jum entfdjeibenben ©djlag gibt iljm bie ®üte beS SRaterialS.
Sein Sienft erfdjeine bem SRanne mäprenb ber SluSbilbungäjeit
überftüffig ober geringmertig, fo baß er meint, fid) iljm nidjt mit
ganjer Eingabe roibmen ju brauchen. Serabe biefe fdjeinbaren Steinig»
feiten geben ben Untergrunb ab, auf bem fid) bas ©ebäube unferer 9lu§«
bilbung erhebt.
5R u c io e r feine SBaffe lennt unb fie ju führen
öerftebt unb fie in gutem $uftanb unb braudjbar ertjält,
bem wirb fie aud), tvenn er iljrer bebarf, ben £ienft nidjt berfagen.
2ßer gelernt tjat, Slnftrengungen unb Entbehrungen ju ertragen,
teer an fid) felbft erfahren hat, toaS er ju leiften bermag, bem toerben
auch im entfdjeibenben Slugenblid bie Sräfte nicht fehlen. Sßa§ ift in
biefem ftelbgug in biefer SBejiehung fdjon an Stiftungen boHbradjt
ioorben. SDtörfdje in großen ©erbänben bon übet 60 km am Jage,
nacfjfolgenb ©efecfit, nrieber Sümpfe unb Sßätfdje Jag unb 5Ra'djt
unter fdjmierigen 3ßitterung§« unb ©elanbeberhältniffen, bei oft
unjureidjenber Serpflegungsmöglichleit. Ungeheure Slnfireugungen
toutben berlangt — ju leiften toaren fie nur burd) bie Sriegsfertigfeit
unferer Sruppen, benen bai ßob gebührt.
ÄriegSartilel,
53
Sind? bte fdjweren Sßerlufte unferer (Gegner, bie -jn ben unjrigen
in gar feinem SSertyältnte ftehen, legen ein berebteö 3eugnb für bie
grünblidje 2Iu§bilbung unferer ßeute ab. IRidji nur ju fdjief en haben
unfere Seute gelernt, fonbern ju treffen. ®ein (Gegner oeimag auch
unferenSturmangriffenftanbsuljalten. ®erftrammeEjerjier*
Men ft, bie üorjüglidje SdjieBau§bilbung, über»
Ijaufjt bie gefamte (Schulung unfereS § e e r e § in allen
^ienftjweigen bte in§ fieinfte hinein gab unb gibt inte »eiter ba§
entfdjeibenbe Übergewicht über alle unfere fjeinbe.
®cte fß r i n 5 D § I a r bon Preußen, ber alä ^Regiments-
tommanbeur unb auch bon Iföfjerer ^Starte au§ im Selb (Gelegenheit
hatte, fo recht aus eigenem (Grieben herauf fidj ein Urteil über bie Duelle
unferer (Grfolge ju bilben, in feinem Such i e SS i n t e r f d) l a dj t
in ber ®bfluipa0ne" über ben h°hcn 233ert unferer griebette«
aitebilbung fagt, fei hier wiebergegeben.
„9Jlan bat in ber uetgangenen SriebenSzeit bi eie Stimmen gehört, bie
au$ $umanitätSbufelei, eigener SBeidjlidjleit, ftbeltoollen ober lltwerfianb
befürworteten, ben bebingungslofen ©eljorfam, ben eifernen ©rill, turj
gefugt, unfere alte, gute, in Qaljrhunberten erprobte Strammheit über ®orb
ZU Kerfen. gab fo Diele Äßibblätier, bie baoon lebten, Strammheit unb
eiferne militärifdje 3uä)t lädjerlid) ju madjen, bie ©runbieften beS Solbaten»
tums in ben Staub zu ziehen. 3d) glaube, bie Eljanu agnefdjladjt ljat fie alle
eines fßefferen belehrt! Sdjlagen Wir an unfere trieft unb geloben mir uns,
Kenn roieber einmal ^rieben fein füllte, in biefer ©eiieljiing grünbtich Sßanbel
iu fdjafjen. „Ser eherne geld, auf bem Scntfdjlaiib fixerer ruht, als bie
Erbe auf ben Sdjultern beö’lltlaö, ift unfere ftolje Wrmee." Safe biefe Slrmee
aber fo ift, toie fie ift, bas oerbanft fie in erfter llinic ihrer e i f e r n e n
S dj u I u n g, unb ©runbbebingung für biefe ift bie oon fo oielen als lächerlich
unb einer mobernen Seit 11 mehr entfpredjenb bingeftellte Kleinarbeit
beS läßlichen militärifdjen Triebe aslebens. Sae „Stillfteljen", bie tabellofen
Ehrenbezeugungen, bas „©reifen“ unb ber „langfame Schritt" haben uns bie
©runbbebingungen bafür gefefeaffen, bafe mir in ber Ehampagne Trommelfeuer
unb tülaffenangriffen ioiberftehen tonnten, bafe mit franzöfifdje ^eroeglidjieit
unb fBegeifterungSfähigleit mit eiferner ©etualt ju 93 oben fdjmettern tonnten.
So hflt j. 93. unfere ©atbe bie Singriffe bei $pern mitgemacht, biefelbe
1. @arbe«3nfunterte»'-8rigabe hat im Februar niet Stochen in ber Ehampagne
bei fßertheS alle fünfte bet ^ranjofen zunichte gemad)t unb hat fich beim
Kampf auf bie $Öt)e 196 oon neuem ein unfterbltches Sentmal gefefet. Sie
hat eS aber auch n’d)t oerfdjmäht, jebeSmal, wenn fie aus bem Sdjüfcengraben
in bie (Ruhe jurüdgejogeri tourbe, oom erften Sag ab, ftramm zu ejerjieren,
ja, fie bat fogar im ®efed)t an gefthüfcien Stellen „@riffe“ gemadjt unb
„Stellung" unb „Gattung" geübt. Qdh glaub.e, biefe Satfadjen
fprechen für f i <hr uttb eS tnirb n>ot)l i e fe t feinen mehr
geben, ber fid) e11übnt» <*n folcheS Verfahren lädjer«
Hd) i u finbe n."
e) HRut bei allen ^ienftoWiegcnbciten, Satfcrteit im SVricg.
1. »tat unb Sabfcrteit.
(Gar nicht früh 0enuS lünnen biefe SRanneStugenben, ohne bie ein
tintiger ©olbai gar nicht ju beuten ift, gewedt werben. ®ie üon 9tatur
54
ftriegSartttel.
Saghaften muffen mit feftem SSillen ihre Sdjwädje überwinben.
(Sin Vlid auf bie anberen mufe ihren ®l)rgeig anfpornen, e£ biefen
gleichgutun. ©a§ Vertrauen in bie eigene Straft, fobalb e§ gewedt
ift, unb baS Vertrauen auf ®ott, ber bem SRutigen hilft, werben aud)
fie balb gu anberen füRenfdjen formen.
Sdjon wätjrenb ber2lu§bilbung helfet e3 bei bielen ©ienft*
gWeigen fDZut ju geigen: beim gelten, turnen, S.fjwimmen, Uber«
winben fd)Wieriger $inberniffe. SDlandj einer whb auch als poften
in fdjwieriger Sage burdj fein Auftreten gu beweifen Baben, bafe er
allen Hlnforberungen gewadffen ift. Htudj Wirb oft SRut bei HluSfübrung
befonberer Aufträge im fjelb* unb OefedjtSbienfte bexlangt. Nie-
mals barf fid) ein ©olbat au§ f5ur^t »or per*
fönlidjer ©efaljr — fei es im ©ienft ober gelte e§, ba§
ßeben für gefäljrbete SJHtmenfdjen eingufefcen — irgenbeine
Unterlaffung gufd^ulben tommen laffen.
fOhitig gu fein, gilt e§ aber aud) bann, Wenn er für irgenbweldje
Vergehungen ober bie er beging, gut SRebe geftellt Wirb.
Offen unb el)xlidj fage er bie SBaijrljeit unb baffe bie fdjimpflidje 8 ü g e,
biefe Feigheit im kleinen.
Hlur ber 2Rann wirb mutig unb tapfer fein, ber e§ öermag, bie
Gebauten an eigene Schwächen niebergulämpfen, unb ber ficE) bagu
burdjgerungen hat, fid) unb fein Sehen für bie £at eingujefeen. ftein
HßagniS Wirb iljm gu gefährlich bünfen, wenn e§ gilt, ein erreichbares
Siel gu erftreben. Sr Weife, bafe Sott’eS bem tapferen gelingen läfet.
©arum Beran gu neuen Säten, bie Hingen auf
öa§ Siel! fjrifdj gewagt ift I)aIb gewonnen!
Unb Wenn auch einmal ein SSageftüddjen babei öerfudjt wirb,
bem man bei nüchterner Überlegung ben Erfolg bielleidjt abfprecf)en
würbe, ©ie ©olllühnheit führt bodj oft gum Siel: ©em
Mutigen gehört bie Sßelt!
Ungählige §elbentc.ten finb braufeen in biefem ftrieg fefeon ooll*
bracht- 3>enen Männern nadjgueifern, mufe ber (Sfergeig jebeS eingelnen
fein. 9iur bann rinnen wir befielen unb ben enbgültigen Sieg an
unfere ^afenen heften.
®er Sturm auf bic Satte be Xaljure Ivar Vorüber. ®ei Sfribrud} ber
Slbenbbämmerung begannen bie gfranjofen plöfclid), unfere Stellung ju »er*
gafen unb fie unter 2lTtillerie»JrommeIfeuer ju nehmen. ®ie Sage mürbe
für un3 red)t ungemütlich; ein Gegenangriff bet fjran^ofen erfetjien nacf)
biefer Artillerievorbereitung fidjer. ®ie (Bejahung unfere? GfrabenS mar
burd) bie übermenfdjlicfie Slervenanfpannung am lebten Sag unb bureb bie
reichlichen Arbeiten in ber lebten Seit aufjerorbenthch abgefpannt, unb baö
<DrahthinberniS, baS einem feinblidjen Angriff noch We ßalt gebieten
tönnen, tvar in ber vergangenen Aadfjt von uns felbft für ben eigenen Sturm
jerfdjnttten roorben.
fh-tj entfcijloffen fprang Glefreiter iß. von bet 1. ffompagnie mit noch einem
ffiameruben, 'WuStetier naebbem ei buntel geworben tvar, nur mit einem
Spaten bewaffnet unb mit ben SB orten: „Sefct Werbe ich <nt$ ben vor bem
RriegSattilel.
55
®raben lieflpttbeu Draßttollen vor unterem Sdjüßengraben ein DraßtßinberniS
faueu, bann m'^gen bie «Jtangofcn tommen" auS bem Staben. — (Sine bange
ßalbe Stunbe «erging, baS jeinblidje «Jener wollte nidjt nadjlaffen, unaufßörlicß
falte man an oer Stelle, wo bie beiben arbeiten mußten, Detonationen bon
fanfatdnaten, bie aus bem feinblidjen Staben geworfen Würben.
Da ; lößlidj bemertt ber BeobacßtungSf. offen, wie fid; etwas itiedjenb ber
©ruftweßr natjert unb halb barauf fpringt mit feinem 'Begleiter unvetfeßtt
’n ben (Stoben gurüd unb melbet, baß baS SraßtßinberniS wicberfargeftellt
fei. Die frreube im Sdjüßengraben war groß. Die beiben tapferen ernteten
bas reidje :eob tßrct Borgefcßten, unb ißrc Stamerabcn fdjüttelten tßnen für ißre
ßelbenmütige Selbftaufopferung bantbar bie $anb.
ein gug ber 2. Batterie beS gelbartiIletie»9JegimcntS 9lr. 35 unter «Jäßnridj
Korbmann war in ben Sätm fen in fßolen gegen bie 3luffen am 28. fftoveniber
1914 ber Qnfanterie gugeteilt. 9locß War eS in ber SWorgenfräße buntel, als
bte beiben Sefdjüße oon rüdwärts ßer feinblidjes Sniantericieuet erhielten.
Der Sugfüßrer eilte nadj biefer ftiicßtung, um näßeres feftguftellen. hierbei
erßielt et einen Streijfcßufi am überfdjenlel. Sofort läßt er fein viertes Sefdjüß
umbreßen, aber fdjon bringen bie Stuffen in oaS Seßöft ein, bei bem ba§ Sefdjüß
aufgeftellt War. SS entfpinnt fidß auf bem §of ein ^anbgemenge gwifdjen
ben Kanonieren unb ben fRuffen. Sin Äanonier fällt, jwei weitere unb ber
Sefdjüßfüßrer werben verwunbct, ber «Jäßnridj felbft oon btei Sefdjoffen
getroffen. Slbet ttoßbem feßt baS Sefdjüß bas fjeuer fort unb ergielt gute
SBitlung. So gelingt eS ber Stuße unb Umfidjt ber fjeuetleitung, nidjt nur
bie beiben Sefdjüße gu retten, fonbetn aud) bie Stuffen gum Stüdgug gu nötigen.
Uber ba§ ßervortagenbe Betbalten beS UnteroffigierS bet Sleferoe SBoIf»
gang Beß vom SRefetve«2feibarti(ferie*SRegiment Sir. 5 wirb beridjtet: 9lm
9. Öttobcr würbe ein 3ufl &et !• Batterie auf bie fiorettoßöße nörblidj von
Slblain mit größter Slnftrengitng in Stellung gebraeßt, um bie bort feßwet
bebrangte Snfanterie gu unterftüßen. Bereits wäljrenb bes SnftellunggeßenS
Würbe ber Bug auS nädjfter (Sntfernung (150 bis 170 m) von feinbltdjer
Snfanterie ßeftig befeßoffen. Das «Jener bet feinblidjen Sdjüßen, bie in Bäumen,
$eden unb einem Sdjüßengraben 80 m vor ben Seftßüßen eingeniftet waren,
fteigerte fidj fortgefeßt. Die Bebienung beS SugeS ß'atte wäßrenb biefer
eine ber ßärteften groben in begitg auf Blut unb Stanbßaftigteit gu befteßen.
Das feinblicße Snfanteriefeuer lam nidjt nur von ber «Jront, fonbern audj von
beiben planten. Durcß bie vottreffließe unb borbilblidje ^altung ber Sefdjüß-
füßrer ßielten fid; bie BebienungSmannfcßaften troß eingetrefener Betlufte
ßetvortagenb. gnSbefonbete bewies-ber Unteroffigier Beß, «Jüßrer beS einen
SefcßüßeS, ffialtblütigfeit unb Energie. Seiner Haltung unb feiner Gin»
Witlung auf bie BebtenungSmannfcßaft ift baS bauernb burdjgefüßrte, rafdje
unb woßlgegielte «Jener feines SefdjüßeS gu verbauten. Unteroffigier Beß
mußte nadj Berluft gweier Kanoniere felbft bie Bebienung bes SefdjüßeS
übern eß men unb würbe ßierbei burd? einen Sltm» unb einen Sdjuß burd) ben
5»als fdjtoer vertounbet; et wat nut mit Bläße gu bewegen, fein Sefdjüß gu
vetlaffen, um vetbunben gu werben, fftadjbem bieS gefdjeßen, begab er fidß
fofort wieber gut Batterie. $iet traf ißn fein Batteriedjef auf bem Safetten»
IdjWang feines SefcßüfaS fißenb. SRit SRüdfidjt auf feinen guftanb würbe er
Wieberßolt gewarnt, meßt meßt gu feinem Sefdjüß gu geßen. Droßbem vet»
faßte Unteroffigier ©eß Wieber, baßin gu gelangen, bis et, bem 3Mammen»
faedjen naße, von feinem Borßaben abfeßen mußte.
56
ffrießSartilel.
3u ben Stampfen Vor Su Walli (fßolen) am 30. Oft ober 1914 ljatfe eine
'Batterie eines SRefetve-fJelbartillerie-lHegimentS baS geuer non miubeftene
oier rufjifdjen Batterien auöjuljalten. hinter il)t lag ein See, bie linte fjlaate
war vollftänbig offen unb würbe oon ruffifdjen 'JBörfet»'Batterien auf bas
empfinblidjfte befdjoffen. @ö galt, aus biefer tjoffnungslofen Steilung heran?
baS Geiedjt abjubredjen unb bte Batterie für eine neue Stuf gäbe in einer weiter
rüdwättS gelegenen Stellung verfügbar ju madjen. Sa eS nidjt möglich
mar, im ruffifdjen fjeuer bte Befpannungen tjeranjuljolen, muffte jebeS einzelne
Sefdjüfe unb jeber einzelne SlunitionSwagen burd) baS fumpjige Selänbe
am Seeujer entlang jurüdgebracht werben. Ser Boben war oon ben ruffifdjen
Sefdjoffen fo jerwütjlt, bafe baS Srunbwaffer jutage trat unb bie gatjrjeuge
nur mit $ilfe von (gtbarbeitern vorwärts gefdjoben werben tonnten. 'Biet
Stunben bauerte bie Slrbeit, foft ein Srittel ber 'Ulannfdjaft Witrbe getötet
ober oerwunbet, aber gleidjwohl gelang es ber opferoollen Sätigleit von {Jüt)*
rem unb SJlannfdjaften, bte 'Batterie jurüdjufchaffen unb noch vor Ginbrudj
bet Sun! eil) eit aus ber neuen Stellung ba? Reiter mit ungefdjwädjter Straft
ju eröffnen. Sie Stameraben von ber Infanterie, bie ba? fHmgen ber Batterie
um ihr Safein beobachteten, glaubten nidjt, bag baS Söagniö gelingen tonnte,
unb bradjten ben Sir tilleriften itjre 'Bewunberung unb ihren Sant burd) freubigen
3utuf bar.
Sn aller Sile würbe bie 1. ffiompagnic eine? fReferve*5nfanterie«9legimentS
cmgejefct unb ebenfo fdjttell folgte ber 1. 3U9 bet 4. Compagnie mit bem
Auftrag, auf ber ganzen ßinie bie eittftanbenen Süden auöjufütlen, einige
®ruppen würben in ben glantierungögrahen geworfen. Gin rafenbeS (Jeuer
ging über bie Stellung hinweg unb teiner wagte, ben Stopf über bie Sedung
ju fteden. Sa aber jeigte fidj roieber, weid) famofer ®eijt in unferen Sruppen
ftedt, rüdfidjtsloö ihre $erfon bem feinblidjen freuet auSfeftenb, (prangen
Unteroffizier Schl. unb bie 'UluSlctiere S. unb Str. auf bie Sedung unb
eröffneten von biet au? ein Woljlgejielteö Schnellfeuer in ben IRüden bet
butdjgebrodjenen (Jtanjofen unb verhinberten gleichzeitig ein fRadjfdjieben
be? $einbes burdj baS GinbrudjStor. Smmer neu gelabene Gewehre reichten
bie Samer ab en ben brei gelben herauf, bie biefe mit ben abgefdj offenen vet«
taufdjten. Srofcbem mehrere Gewehre befdjäbigt würben, gelang eö ihnen
burd) ba? wahnfinntge {feuern, bie {Jranjofen jum Stuften ju bringen. Qeftt
beteiligten fidj auch bie anberen an bem {Jener, ber (Jeinb würbe ängftlid),
tarn in Betwtrrung unb .lief fdjliefjtich in wilber <$rlud>t baoon. Sebenb lam
lein einziger jurüd. .
2. SntfrijlotfeHljeit unb jclbftänbige§ $anbeln,
@htg üerttJanbt mit SRut unb SCapferteit finb biefe Sigenfdjaften;
fie finb Von ihnen nidjt ju trennen. 9tur n>er ben 3Kut ljat, einen
jetbftänbigen ©ntftfjlufj ju faffen unb bie Sapferteit befi^t, il>n and)
ouSjufüljren, ift allen Sagen geioadjfen, bie fid) im ftrieg bieten.
<Darum bedangt and? unfer ©serjierreglement au^brücHid), bafe
ft($ ber @olbat neben 2Rut unb Satlraft feberjeit
Überlegung unb raffen ®ntfdjlujj betvaljren foll.
Stoße Unerfdjrodenheit unb SeifteSgegenwart bewtefen Sief. ®., fjü|. Sp.
unb ÄriegSfreiw. Sd)., bie einige hinter ihnen in ben Staben geworfene
fembltche 'JWinen ergriffen unb über bie Sedung jurüdwarfen, wo fie foiott
ejplobierten. Surdj biefe tüfjne Sat retteten fie vielen £ameraben ba? Sehen
unb ben Graben bor Berwüfhtng.
ftriegäartttel.
5?
Ein Bug bet 6. ffiompagnie eines Pionierbataillons bejanb fich am
25. September im SRegimentöabfrfjnitt be3jHeferue'Snianierie^Kegimenta ...,
als ber Dingriff ber granjofen erfolgte. Sie erften Dingrif f^wellen überrannten
bte jufammengefdjoffene vorberfte Stellung, einzelne. Trupps granjojen
ludjten bie Unterflänbe nadj bort etwa verborgenen Seutfdjen ab. So tonrben
6 Pioniere, bie am Dlbfjang ber fiölje ... ihren Unterpanb batten, Don etwa
^0 granjofen umzingelt unb aus ifjtem Unterftanb fjeraitSgetjoIt. Swei Pioniere
tonrben babei Don ben granjofen niebergeftochen, ein britter verwunbet, unb
bie übrigen jwei, ber Sefreite Sb. unb Pionier Sr. tourben tütfraärts gejagt,
bamit fie ben nadjfolgenben franjöfifdjen Dlngtiffswellen begegnen unb Don
biefen ab geführt werben füllten. Dlllein gelaffen, fudjten bie b eiben nach einet
Selegenljeit, ju entlommen. gn ben oerlaf jenen Stäben vorwärtsfdjreitenb,
fanben fie ein 3Rafd)iuengewehr, bei bem fid) nod) ein Unteroffizier bejanb.
Sofort nahmen fie baS Setoeljt auS feiner Stellung, bradjten eä auf bie tpöTje
unb feuerten auf bie fid; in ber Sd)lud)t befinbenben granjofen, bie aud; fofort
bon ben übrigen spionieren burd) Seweljtfeuer unb fcanbgratiaten Ijeftig
angefallen Würben, augenblidlidj bie Raffung verloren, ihre Sage als unhaltbar
ertannten unb fid) ergaben.
$n Iritifdjen Slugenblicfen fdjaue ber Solbat nidjt auf feinen
Sladjbar, wa§ biefer wohl tun Wirb, et Warte nidjt barauf, wenn et
etwas für ridjtig ober notwenbig erfannt tjct, baß anbere erft ben Slnftofj
jur SluSfüfyrung geben. ®r nuße ben Slugenblid unb reiße bie
Äameraben mit fidj fort.
fSie 4. unb 5. Batterie beä SRefetDe»gelbartilleric*9legiment3 Dir. 19
ftanben in ber sDlarne»Sd}lad)t am 6. September 1914 nebeneinanber. ®ei ber
4. ^Batterie war lein Öfjijier mehr unb bie ®atterie mußte, ba niemanb ba§
flommanbo übernahm, für turje Seit ba8 geuer einpellen. Sa irod) ber Srieg8»
freiwillige ®etjer ber 4. Batterie im fchwerpen feinblidjen geuer jur ®eobach*
tungsftelle ber 5. ^Batterie ljin, teilte beren güfjrer bie Sage ber 4. Batterie
mit, ließ fid) ba$ Siel anweifen unb ri<f)tete glüdlid) auf Srunb ber erhaltenen
Dlntoeifungen 4 Sefdjüfce ein, bie bann in mirtungävollfter SBeife baö geuer
ihrer Dladjbarbatterie oerftäriten.
gft ^et Seitab, oerwunbet ober gefallen, fo muffen fidj
fofort Betjergte äRänner finben, bie feinen fßlafc einnehmen unb bie
Rührung in feinem Sinn übernehmen.
®on ber 3. flompagnie waren Öfffyierjlellvertteter 33. unb 6 DJlann
burd) ;Sic ’m bilden eingebrungenen getnbe völlig abgefdjnitten. $aupt*
mann Wl. war fofort gefallen. Dlber ®. riß feine Seute mit fidj- 2Ba8 an
Banbaranaten ju erreichen war, würbe verpfeffert, 93. felbfi, über eine halbe
»tunoe auf ber UJedung ftefjenb, raffte jufammen,. wa8 man ihm jureidjen
tonnte, unb erlebigte, obwohl verwunbet, reihenweife bie immer von neuem
borbredjenben franjöfifdjen Sturmlinien. galt, fid; gleidjjeitig nad) Dorn,
»m SRüden unb in ber glanle ju Wehren. SIber bie Heine gnfel weniger tapferer
Sßänner tonnte fid) halten, laute $utra$ auö il)ten paar flehten unb bie wohl*
Gezielten SJürfe ber $anbgranaten wiriten SBunber, fed)$mal flutete bet Sturm
jurüd, bte enblidj im Dlüden bie einfe$enben Slefetven ihnen Suft verfdjafften.
®ie Feigheit fleht im unöerein«
&aten ©egenfafj ju allen falbatifdjen Xugen*
®en itnb fßflidjten. Sinern feigen Stftann fehlt e$ an 2reue,
58
JtriegSartitel.
äßut, Sapferleit, ©eljorfam unb an ftamerabfdjaft. Elnftatt bie
befdjWorene Sreue gu bewahren, tapfer unb mutig gum Erringen
be§ Siegel mit beantragen, ben gegebenen iöefeljlen fjolge gu leiften
unb feine Kameraden in 9?ot unb ©efaljr nidjt gu üerlaffen, bentt er
nur an fid) unb fein ärmlidjeS Safein.
Siefe fdjmatjlidje @igenftf)aft fängt fdjon mit ber Srütfebergerei
bei tleinften ©elegenljeiten, wie SJlangel an 5?hit in ben »erfdjiebenen
Sienftj tu eigen (Surnen, Sdjwimmen, fjedjten unb bgl.) an, ift aber
befonberS f djimpflitfj unb üeradjtungSWürbig im §elbe bor bem fjeinbe.
Sm StrtegSartifcl 10 wirb bon iljr gefprodjen:
Sie Feigheit ift fiir ben «Soldaten bcfouberS fd)impflid) nnb
entehrenb; niemals barf er fitp burth $urd)t bor perfönlirijcr Gfcfapr
bon ber Erfüllung feiner öerufSpflidjten abwenbig matpen taffen.
Ser feige Solbat pat fdjwere grcipcitö- unb Fprenftrafen,
im ®rteg 3ud)tpau8 ober bie SobcSftrafe gu ermatten.
Sie Strafen für bie fjeigljeit finb im SRilitär-Straf»
gefepbudj gu finben.
„SBer wäljrenb beä ©efedjte auS fjeigfieit bie ergreift unb bie
ttameraben burd) SB orte ober .Qeicfjen jur fjludjt verleitet, toirb mit bem
Job beftraft. SRit gudjiljauS bte ju fünf Satjren wirb beftraft, wer aus Feig-
heit bei bem Sormatftf) jum Sefedjt, Wäljrenb beS ©efedjtö ober auf bem
SRücfyug von feinem Struppentei! (jeimlidj jurüdbleibt, von bemfelben fid»
roegfdjleidjt ober fidj berjletft Ijält, bie Fludjt ergreift, feine SBaffen ober
Wlunition Wegwirft ober im ©tidj läfjt ober fetn fßferb ober feine SBajjen
unbrauchbar madjt, be$gl. burd) ®orfdjüfcung einer SBerWunbung ober eines
fieibenS ober burd) abfidjtlid) veranlaßte irun!enf)eit fid) bem ®ejed;t ober
vor bem Feinb einer fonfligen mit ütejafji für feine fßerfon verbunbenen
Sienftleiftung ju entjietjen fudjt."
f) ©epotfam gegen bie $orgcfeilten Mtnng).
fMrtitel 11.
Ser Gemeine muff.jebem Offizier unb Unteroffizier, unb ber
tlnterdffijier jebem Dffistet be§ §eere§, ber fDlarine ober Sd)u^=
truppe 9ldjtung unb fteljorfam bctoeifcn unb fyat ipre befehle
pünftlidj gu befolgen. Sn gleitet IBeife ift ben Einordnungen unb
Reifungen aller gum 5Sartjt= ober militärifdjen SidjerbcitSbienft
befehligten ^erfonen be§ SolbatenftaubeS fomie ben geitweilig gu
Sorgcfepten beftcllten fölannfrfjajten unb ben im Sienft befinblidjcn
^elbgenbarmen ©eljorfam gu leiften.
®ef)orfam beifjt, feinen SSillen böllig bem
beS Sorgefepten unterorb ne n. Safj ©eljorfam bei
einem fpeer, biefer gewaltigen Drganijation, bie fidj über ba§ gange
9teidj erftredt, unbedingt erforberlid) ift, bebarf eigentlid) feiner
Sßorte. SBotjin follte e§ führen, wenn jeber tun unb laffen lönnte,
wa§ er wollte, Wenn e§ in jebeS eingelncn ffllannes '.Belieben ftänbe,
ob er bie ^Befehle ausführen wollte ober nidjt. 9hir ftrafffte Sifgiplin
ffiriegäartitel.
59
vermag biefen Gefüge in Drbnung ju galten. 9ädjt eine Slrmee, ein
oraud)bareö ißertjeug in ber §anb ber Rührer, fonbern ein regeUofer
Raufen mürbe fie fein, lernte ber ©olbat nitfjt bom erften Sage an baä
©efjotdjen. SJtit allen jur Verfügung ftetyenben Sftitteln wirb baljer
bem ©olbaten bie Gehorfaute|)fli(ht eingeprägt, in fällen äugerfter
3wt unb bringenbfter Gefahr lanii fie fogar burd) ben Sßaffengebraudj
beä Sorgefefcten erjwungen »erben, ©enn Geljorfam ift unb bleibt
ber Gcunbpfeiler unfereS $eere§.
Mittel jum 8n»ed ift fdjon ber © i e n ft mit feinen
Slnforberungen, bem ftrammen ©rill, ber genauen SBeadjtung aller
gegebenen Sorfdjriften. ©er befte Äern ftedt in ber Sruppe, bie tabel*
lofe Griffe macht, auf ber ©trage bie beften Gh^nbejeugungen er weift
unb in ioeldjer nacf) bem Äommanbo „©tiUgeftanben" niemanb audj
nur mit ber SBimper ju Juden wagt. Sine foldje Sruppe Wirb audj
jeberjeit braugen bor bem §einb ihren SWann flehen.
Gern unb willig feil ber ©olbat gehorchen. Sticht in ber
fjfarcht bor ©träfe barf ber Geljorfam begrünbet fein, fonbern :;r ber
Xreue unb in ber inneren ©rienntnte, bag otjne Gehör f am bie Sirrnec
nidjt begehen tann unb im entfdjeibenben SQloment als »ertlo§ ber*"
fagen rnufj.
9Hle SBefeljle müffen fo genau wie irgenb möglich
befolgt »erben. §ierju bemühe fidj ber ©olbat, ben © i n n be§ 33e=
Wenen ju erfaffen, bamit er b.ementfpredjenb ljanbeln fa^n. ©a jeber
Untergebene ben erhaltenen Sefefjl junadjft ju roieberholen hot, fo
&enü£e er biefe Gelegenheit, noch jmedbienlidje fragen an ben
Sorgefegten ju gellen, falte ihm irgenb et»a£ nicht ganj flar ift. Siele
oft fehr folgenfdjmere Irrtümer tonnen hierburdj auSgefcbaltet, manche
Segrafung bermieben »erben.
©er Untergebene hQi feine Überlegung barüber anjugellen,
ob bie SluSführung ®ile erforbert ober nicht jalleSefeljlefinb
fofort au3jufühten. Sorten fich bet ®u3ffihrung einmal
Unüberminbliche ©djwierigfeiten entgegenftellen, fo ift bem Sor*
gefegten hierbon auf bem türjeften 2Beg Reibung ju erftatten. Gerabe
im fjelb mug biefer Gefidjtgpunft befonberS beachtet »erben. £)ier
gibt e§ oftmate Sagen unb 8»ifchenfäHe, bie bom Sorgefebten bei
Erteilung be§ Sefeljte nicht überfeljen »erben tonnten, ©rhält er leine
Reibung bon ber 9Jichtau§führung be§ Sefehte, fo tann hierburdj
fdjwerfter ©djaben angerichtet »erben.
. 3um ffleifpiel: (Jener Patrouille Wirb befohlen, bie fdjanjenbe Sontpagrrle
’n bet ftlante ju fiebern* 8U biefem 3»etf foll fie in ein SBälbdjen flehen,
ociä jenfeitä eines Deinen gluffeß liegt. ®ie. Patrouille finbet bie einjigfle
Brtttfe gefprengt,'ein ®urd)fc&tt)imtnen ift auS irgenbroeldjen ©rünben unmöfl*
Sie bleibt am bieSfeitigen Ufer liegen, ohne bietoon ^Reibung ju fd)üfen.
Plöfelich »frb bie Kompagnie öon oertjeerenbem JJeuer aus bem ©älbtfjen
«berrafht, baS her Kompagnie^ef gefiebert glaubt. — ©ine febwete Sd)ulbf
Sehen oteler ftameraben bat ber fjübrer ber Patrouille auf bem Semiffeh.
60
ÄrfeßSartilel.
<Eiii anbereä Seifviel: Ein roidjtigec Sefefjl fall au3 bem Slbteilungs'
it erftanb jur »orberiten Sinie. ®r wirb bem ielephoniflen im Sieben'
hnerftanb überbracht, ber ihn nach wrn füll. 2>er ^emfpretfjapparat
oerfagt. Slnftati foiort $u melben, haft bie ® eit ergäbe nidjt erfolgen tann,
oerfucht er, fein §ernf).rechgerät wieber in Drbnung ju bringen, um ben Befehl
auäjuiühren. Ser Slbteilungä-ffommanbeur ift natürlich ber Meinung, baß ber
Sejehl längft in ber Stellung angelommen ift unb bie angeorbneten SBafcnahmen
getrofien finb. Urft hinterher, nachbem e8 ju fpät ift, erfährt er, bafj er gar nicht
ober berfrätet »orn onlangte.
Si'äre oon bem Selepfjoniften fofort SRelbung erftattet worben, fo hätte
ber 9lbieihing8tommanbeur jwei feiner SRelber borgefchidt, welche bie §ront
nod; rechtzeitig erreicht hätten.
Slrtitel 11 fprid)t aber nicht nur üon bem Gieijorfam, jonbern
nennt auch nod) bie Sldjtung, bie jeber Untergebene betft Borgefehten
fdjulbet. Sie prägt fich auS in bem SSeiteijr mit ihnen: Haltung,
®h*enbegeugung, Umgangsformen, ü d f i d) t =
nähme, ba§ finb bie Stidjroorte, bie ein adjCungSPolleS Benehmen
in fid) ftfjliefsert. SBer fid) immer bor Singen hält, bafj feine SSorgefe^ten
bon Seiner SRajeftät auf biefen ihren berantioortung^boUen fßoften
geftellt moiben finb, toirb e§ ihnen gegenüber aud) niemals an ber
nötigen Sichtung fehlen laffen.
g) Bergehen gegen Sichtung unb Schürfern.
Slrtitel 12.
SlchtungStoibrtgeS Benehmen gegen einen Borgcfcfcten, Be»
leibigung eines foldjen, Ungehorsam gegen einen Sienftbcfehl fomic
Belügen be@ Borgcfchtcn auf Befragen in bienfilidien Slngelegcn;
heften ioerben nacpbriidlid) geahnbet.
Bei adjtungStoibrigcm Benehmen unter bem Sctochr ober bor
berfammelter SRannfchaft, bei auöbrürtlidjcr Bcrmcigcrung bc§
Schorf am§, Shtnbgcbung be§ Ungehorfamo burd) SBorte, Sebätbcn
ober anbere ganblungcn ober Beharren im Ungehorfam fomie bei
Bebrobung beö Borgcfeftten tritt erhebliche Berfd)ärfung ber
Strafe ein.
Slrtitel 13.
3Ber fich einem Borgefehten tätlich toiberfeht ober einen täb
liehen Singriff gegen ihn unternimmt, hat fihmere Freiheitsstrafe,
unter Umftänben 3ud)thau§ öernrirtt. §m gelb tritt, toenn bie
Xätlichteit toährenb bc§ TienfteS berübt ift, bie tobebftrafe ein.
Slud) ift jeber Borgefefete berechtigt, um einen tätlichen Singriff
beS Untergebenen ab^umehren ober um feinen Befehlen in äufterfter
9iot unb bringenbfter Gefahr ©ehorfam gu berfdjaffen, bie Btaffe
gegen ben Untergebenen gu gebrauchen.
«rtitel 14.
gebe Slnfforberung ober jeber Slnreig, gemeinschaftlich bem
Borgefefeten ben Qkhorfam gu bertoeigern ober fich thm gu wiber«
&rieg$artitei. ßj
fefcen ober eine Sätnrfjteit gegen it)n ju begehen, wirb als «lufs
toiegelung auf§ ftreugfte beftraft.
Serabreben fid) mehrere jur gemcinfdjaftlitftcn ©cgehung einer
foldjen lD liegt Meuteret bot.
SBenn mehrere fid) juf am men rott eit unb mit bereinten Straften
eine GehorfamSberweigernng, 23Siberf cfclidjtcit ober latüdjteit gegen
ben ®orgefc£tcn oegehen, fo madjen fie fid) be§ militärifdjen
ruftrg fdjulbig; al§ Strafe hierfür tann auf 3ud)tl)au§ big ju lebend
länglicher Sauer, im gelb auf Sobegftrafe ertannt Werben.
9ßer bon einer Meuteret, Welche ju feiner STenntni§ gelangt,
nicht fofort feinen ©orgcfchtcn Wjeigc macht hflt ftrenge Strafe ju
erwarten.
Artitcl 16.
Gemcinfame ^Beratungen bon Solbaten über militarifdje
Angelegenheiten, Einrichtungen ober befehle ohne bienftliche
Genehmigung fowie ba@ Sammeln bon Untcrfchriften ju einer
gemeinfamen ©efrijwerbe finb mit ber militärifthen SRannSjudjt
nicht bereinbar unb Werben beftraft. Schwere Strafe trifft ben*
fcnigen, Welcher e§ unternimmt, Wftocrgnügen in ©ejiehung auf
ben ©ienft unter feinen Stameraben ju erregen.
Ein jeber fDtann folge feinem Blnftanbögefühl unb
Gewiff en. ©ie werben ihn jeberjeit ben rechten 2Beg weifen
unb eine ©fcrlefeung bet Sichtung unb GehorfamSpflidjt unmöglich
ntadjen.
Strtitel 12 nennt in feinem erften Slftfa^ bie ©ergehen gegen
bie Sichtung, bie im SRilitär »Straf gejefcbuth nod) burth „lautet
© e f djWerbeführen" unb „SBiberrebe gegen einen
©erweis" erweitert Werben.
StdjtungSWibrigeS ^Benehmen tann ebenfo wie bei Ungehorfam
fdjon burth SRienen, SBorte, ©eftärben ober anbere ^anblungen
auggebrüdt werben, ©er Solbat hülfe fidj alfo in
ftr eng er Bucht, benn fdjwere Strafen liegen auf biefem ©er-
gehen. Jpöhere Straffte ft immungen treten ein, wenn
bie SlthtungSöerle^ung ober ber Ungehorfam „unter bem ®e«
to e h r" ober „üor berfammelterSRannfdjaft" begangen
Serben, ©er erfte ©egriff ftebeuiet, baß ber Solbat mit Seweftr ober
Seitengewehr im ©ienft befinblidj ift, ber jWeite, wenn bei ©erübung
uufjer bem ©orgefefcten unb bem ^Beteiligten noch minbeftens brei
®lann jum militärifdjen ©ienft oerfammelt finb.
©eliigen eines ©orgcfchten (Slrt. 12).
Strafe: Slrreft.
Bügen helfet, toiffentUd^ bie Unwahrheit fegen.
62
ffriegSar titel.
SJeifpiel: ffanonier ff. Wirb vom Stubenältesten gefragt, warum er ju
fpät jum Antreten fommt. ff. Jagt, ber SBadjtmeifter hätte ihn mit einem
bienftlidjen Auftrag in bie Stabt gefdjidt. Gr f>at aber ir ber ffantine gefeffen.
$(d)tung§toibrige§ '-Benehmen gegen einen tBorgefctjten (SIrt. 12).
©träfe: Slrreft.
SSeifpiele: ffanonier 3K. wirb beftraft. Gr ladjt barüber. — Gr wirb vom
SJorgefefjten barüber jur fRebe gepellt unb anwvrtet in ftedjem Xon unb
unbefdjeibenet fitrt.
SautcS SBefdjtocrbefiihren ober Surrcbeftellen cine§ Sorgef efcien
(9)?©t@23. § 89) über einen erhaltenen SBefe&I (a) ober SSertoeiS (b).
©t.rafe: Sirreft.
58eifpie!e: a) ®er ftellvertretenbe Stubenältepe tommanbiert einen
SRann jum Stubenbienft. tiefer antwortet: 3d) bin nod) nicht bran. ®Jie
lommt eö, bag ich fdjon wieber tommanbiert werbe. — b) Gin Unteroffizier
verweip einem ffllanu feine fdjledjte Haltung, in ber er vor ifjm ftetjt. ®er
Solbat fagt: 3d) ft ehe ja tabelloS piff; beffer lann idj eä nidjt.
SBeleibigung eines Sförgefehten (Slrt. 12).
©träfe: $8iS ju 5 ^atjren greiheitöftrafe.
SSeifpiele: ffanonier ruft einem 53 or gefegten ein Sdj impf Wort ju.
— Gr macht ihn vor anberen Untergebenen tädjerlid», inbem er ihn nadj*
madjt ober ffarilaturen über itjn jeidjnet. — Gr fdjäbigt ben 5Ruf eines SJor*
gefegten, inbem er unwahre Jatfadjen in verleumberifdjer STbfidjt übet ihn
verbreitet.
^ebrohnng ober SBiberfehung gegen einen SSorgefefeten
(9J2©t®S. § 96)
begeht berjenige, Weldjer einen SBorgefefjten mittels 2)rol)ung ober
©etoalt an ber SluSübung eines ®ienftbefel)13 Ijinbert ober jur 53or*
nähme ober Unterlaffung einer ©ienfthanblung nötigt.
©träfe: SHebrigfteS ©trafmafj 6 SRonate greiheitsftrafe.
Keifpiel: Unteroffizier SB. foff ffanonier jum SBadjtmeiper h°lcn-
2)., ber ein fdjledjteS ©ewiffen bat, verlangt von bem Unteroffijier, ju fügen,
baf) er nidjt ba wäre, fonp würbe er bem ©atteriedjef melben, bah bet Unter*
Offizier neitlidj gegen einen SBatteriebefehl verPofjen habe. (SJtofjung.) ®.
läuft barauf in Die Stube unb hält bie Xür ju, um ben ihm folgenben S8ot*
gefegten nidjt h^reinjulaffcn. (Gewalt.)
Jätlidje SBibcrfefenng (a), tätlidjer Singriff auf einen
Sorgcfefctctt (b). (Slrt. 13.)
©träfe: SHebrigfteS ©trafmafj 3 3ahr^ ^rei^eit^ftrafe; ift
ba§ Vergehen im Selb währenb beS ®ienfteS berübt, tritt SobeS-
ftrafe ein.
Qebe beabfidjtigte, unberechtigte Sßerüljrung beS ÄörperS ober
ber Uniform eines SJorgefefcten gilt als tätlidje JfBiberfe^ung.
ift nidjt notmenbig, bag bem SSorgefefeten hierburdj ein förderlicher
©djmerj oerurfa^t totrb.
KriegSartitel. 63
Seifpiele: Ein fßoften will einen Solbaten fejtneljmen; et Wiberfefct
TO_bet g-eftnaljme, inbem et fith .mit Gewalt loSjureißen »erfudjt (a) unb
icfjlögt, als ifjm bieS nidjt gelingt, auf ben poften ein (b).
58emerlt fei fjierju, bafs jeber SJorgefefcte bered?-
tiÖi ift, um ben t a 111 tf) e n Angriff eines Unter»
9ebenen abjutuefjren, üo.n feiner 2Ba f f e (Se-
hr au dj ju machen;
Crinfadjer Wtgeljorfam (S9?St®S3. § 92) — 3HdjtbefoIgnng (a),
eigenmädttigc Abäuberung (b) ober uberfdjreitung (c) eine§ Sienft*
befeW-
Strafe: Sirre ft; SBerfdjärfung tritt ein, wenn burd) ben
Ungeljorfam ein ertjeblidjer -Jtadjteil öerurfadjt Wirb (d).
SJeifpiete: a) Kanonier 91. crtjält ben IBefetjl, feine Stiefel »u pufcen.
2(. tut bieS nidjt. — b) Kanonier foll Kanoniet G. jur Kammetatbeit holen.
— S. ift fein gteintb/bem et bie Arbeit erfroren Will. Gr halt Kanonier ®.
" o) Kanonier G. fjat fBefeljl, um 7 Utjr abenbs in ber Kafeme ju fein. Er
lommt erft um 9 U^r abenbS. — d) Kanonier fj. foll bie 95?affertonne bor ber
^atterietammer reinigen unb neu füllen. Et reinigt fie rooljl, ift aber ju faul
fie neu ju füllen. GS brüht balb batauf g-euet aus, bie Kämmet brennt ab.
AnSbiüiftidje SBertoeigcrung be§ (Stfjorfam§ (Art. 12).
Strafe: 9Hebrigfte3 Strafmaß 14 Sage ftrenger Aneft.
Söeifriel: S)et gütjter einer SBirtSljauSpatrouiHe befiehlt einem SlhtSletier,
ber fid) ofjne Urlaub außerhalb feines Quartiers befinbet, ifjm jur SBadje ju
folgen. Gr faßt: „3dj bente nidjt baran, mitjutommen“ unb läuft bavon.
^etjarrett im Ungrijorfatn (Art. 12) — fortgefe^te fRidjtfiefoIgung
troi? mieberljoft erhaltenen $efcljfö.
Strafe: fftiebrigfteS Strafmaß 14 Sage ftrenger Sirreft.
SBeifriel: Kanoniet 21.. foll ben fjlut auSfegen. 911$ bet Unteroffizier ’
bom 'Sienft iljn rebibiert, ljat er es nidjt geten. Gt erhält bon neuem ben
®ejetjl, ben et wieber nidjt auSfüljrt. 9llS ber Unteroffizier bei feinem IRunb«
gang wieber auf ben fylur lommt, finbet er 91. auf ben SBefen geftüfct in Unter-
haltung mit Kameraben. Gr fjat bie meljrjad) befohlene Sltbeit nodj nidjt
begonnen.
Erregen bon 9Hiüt>i*rgtttigen unter ben ftantcraben in Scjieljnng
auf beri Sicnft (Siri. 16).
Strafe: 23i§ ju 3 fahren ^xeitjeitSftrafe.
ffleifriel: Kanonier fagt feinen Stubenlameraben, fie follten fidj boeb
beim $ienft nidjt fo anftrengen, bie ganje Stillerei märe ja nur baju ba, itjnen
ba$ fieben roätjrenb ber Sienftjeit fauer gu madjen.
Aufwiegelung (Slrt. 14) — Slufforberung jur ©ehorfamgbertveigerung
(a), jur SBiberfefjung (b), jur Begehung üon Sätlidjfeiten (c).
Strafe: SRiebrigfteS Strafmaß 5 3a^Te ®efängnt§.
Beifriele: Ein Solbat forbett bie Kametaben feinet Gruppe bei einer
Übung auf, wenn ber Grupp en führet „Sprung auf, marfch, marfdj" tomman»
64
ÄrtegSatHlel.
biett, liegen gu bleiben (a), kvenn er fie anfaffen follte, um fie Ijtxf) gu Iriegen,
feilten fie fid; bem miberfefeen (b), lie&e er fie bann nidjt gufrieben, fo feilten
fie if>n nur »erprügeln (o).
SReuterei (?lrt. 14) — Verabredung jur ®eljorfam§öeriueigerunß,
Biberfepung unb jur Segeljung oon ©atlicgteiten.
Strafe: Srgögung ber für bie berabrebete Handlung gefeplich
berfoirtten Strafe.
Seifpiel: SBie unter Aufwiegelung; nur mit bem Unterfdjieb, bnfj fidj
ber Solbat mit feinen Jtameraben oerabrebet bat, baß fie gemeinfam fo banbeln
Wollen.
SRilitarifcgcr Vujrugr (9lrt. 14) — gemeinfameS Sufammenrotten,
um mit bereinten Äröften eine ©etjorfamSbermeigexung (a), Biber»
fe|Ii(f)!eit (b) ober ©ätlidjleit (c) gegen einen Vorgefegten ju begehen.
Strafe: •JäebrigfteS Strafmaß 5 Sagte ©efängnis bis ju lebens»
länglichem BuchtgauS; im gelb ©obesftrafe.
Seifpiele: ffltannfäjaften, bie in ber Kantine fifeen, galten bie “Jur ju
ate ber Unteroffizier Dom $ienft iljnen befiefjlt, bie Kantine gu räumen (a).
Ml« er fie feftnefjmen will, toiberfefeen fie fief; (b), fpäter fallen fie gemeinfam
über itjn her (c).
h) ehrenhafte Rührung in nnb auger Sienft.
1. Sm Sienft.
Vrtitel 20.
Ser Solbat hat über Sienftangelcgengeiten Verfd)toiegenheit
ju beobachten. Sei allen ^Reibungen unb 9lu§jagen mag er fleh ber
ftrengften Bagrheit befleigigen.
Sie absichtliche unrichtige ftbftattung bon Rapporten, bienfh
liehen 99lelbungen ober bienftlichen Vcrid)tcn ober ihre toiffentlidje
Beitetbeförberung unterliegt Strenger Veftrafung. Vudj 5ahr=
läffigteit ift hierbei ftrafbar.
drittel 21.
Ser Solbat barf niemals, fei e§ burth ^ubficht auf augere
Vorteile, fei e§ burth irgenbeinen anberen ®runb, bei Ausübung
beb Sienfteb fitg ju $fllcütn>ibrigleiten berleiten laffen.
Ber für eine § an Ölung, bie eine Verlegung ber Sienftyflidjt
entgalt, ^efthenle ober anbere Vorteile annimmt, forbert ober fid)
besprechen lägt/ hat SucgthauS ju gebürtigen.
@hre ift bie Selbfta^tung, bie im SSetoiugt*
fein ber atedjtfchaffenheit unb fpflidjttreue beruht.
3eber Solbat fügte fidh im ©ienft ehrenhaft unb fei rebltdjj bemüht,
bas Vefte ju leiften. ®r berrichte feinen ©ienft ober bie ihm auf-
getragenen Arbeiten nach beftem können, auch toenn er toeig, bag
igu lein Vorgefegter beobachtet ober beauffichtigt. (Sanj befonberS
ffiriegSartilel.
65
Silt biefe 3Jtat;nung für abfommanbierte 2eute, SSurfdjen, Drbonnangen
unb bgl. Staburdij, baß bie 9lu§toal)l gu einer foldjen Äommanbierung
®uf fie gefallen ift, geigt fidj, baß ber ^orgefeßte befonbereö SJertrauen
SU ifjm gehabt ljat; ber (Solbat enttäufdje bie§ nidjt.
2 ü g e n ift nicfft nur eine fjeigljeit, fonbern gugleidj eine große
Sunimljeit. (Sie betoirlt nur eine höhere (Strafe. Sßielleidjt märe bet
&>rgefeßte nadjfidjtig gemefen unb hätte ben SDlann ivegen feines
Vergehens ftraffrei gelaffen —nun lommt bie 2üge bagu, bie nad)
bem SWilitär-Strafgefeßbudj Slrreft als 9ll)nbung forbert.
2Ser a b f i dj 1l i bienftlidje Rapporte, SJlel-
bungen ober SJeridjte unrichtig abftattet, ober
fie ioiffentlidj loeiterbeförbert, roirb mit (Gefängnis
nidjt unter 6 3Ronaten unb Serfeßung in bie 2. klaffe be§ (Solbaten-
ftanbeS beftraft. ©etoarnt feien hiermit bie 2eute, bie bielleidjt einmal
al§ SBadjtjjabenbe, (Schreibet auf bem (Sdjiefjftanb ober in ber Äom-
pagnie*<Sdjreibftube unb bgl. in SJerfudjung fommen feilten, falfdje
Eintragungen gu madjen.
Unbeftedjlid) fei ber Solbat. Niemals laffe er fid)
burd) oerlodenbe Singebote ju *ßfli#n)ibrigleiten berleiten.
^Betfpiele: $et Sßoften auf bem Äaferneuljof faßt einen anberen Solbaten
babei ab, nrie er nad) Sapfenflretdj über ben Saun fteigt. Siefer bittet iljn,
fein Setgeljen nidjt gu melben unb »erfprtrfjt iljm bafür, iljn tn ber Santine
freijuljalten. ‘Ser poften läßt ißn bataufljin feiner SBege geßen.
Wbete Seute fteßen auf poften bor militärifd) toidjtigen Anlagen,
Heftungen, §ort§ u. ä. ^enbetne Swilperfon lommt gum poften, bie be-
hauptet, fidj bie Sache nur etn bifjdjen anfeljen gu toollen; fie fagt iljm allerfjanb
ijteunblidjfeiten, ber Sßoften fei ein brauet Äerl uftü., brüdt it;m @elb in bie
$anb, ba3 ber poften annimmt. ®r läßt ben SKann gemaßten. — Sßeldj eine
fernere (Sdjulb fann ber fßoften burd) bie« Vergeßen auf fidj laben.
W«el 26.
Strenge dfcbltdj'tett gehört ju ben befonbeten ^flidjten be§
Solbaten.
$iebftä1jle ober Hiiterfdjlagungen bet SluSübung be§ S)icnfte§
ober unter Scrleüung be§ nrilitärifdjen $ienftberl)(iltniffe§ Werben
mit greiljeitös nnb ^renftrafe belegt. Sn glcidjcr SBeife beftraft
Wirb berjenige, ber einen 2>iebftaljl ober eine llntcrfdjlagung gegen
einen Sorgefeijten ober einen ^anteraben ober gegen feinen
^uarticrioirt ober eine gu beffen §au§ftanb gehörige fßerfon begeht.
Strafe tritt attdj bann ein, ioenn ber SBcrt bc§ geftoßlenen ober
beruntreitten ^egenftanbc§ unbebentenb ift, ober bie £at aud) nut
berftttfjt tonrbc.
Seber (Solbat mit richtigem Ehrbegriff foirb nidjt erfi im Sienft-
Werridjt barüber aufgeflärt gu Werben braudjen, baß frembeS
Eigentum heilig gu halten ift. 2eiber lommen aber
immer wieber §-älle bor, baß ttnIlen3ftf)tDatf)e ©olbnten fid) an !pab
2? er gelb art. 1. SU fr
66
ffricgSartiTcI,
unb Öut anberer bergreifen unb ficf) baburdj beS SJiebftahlS ober ber
Unter fdjlagung fdjulbig machen.
Stuf ber Sammer, wohin fie tommanbiert finb, nehmen fie
9luSrüftungSftüde fort, in Quartieren machen fie lange Ringer. ®anj
befonberS unehrenhaft finb biefe Sergeljen, Wenn fie gegen Sameraben
begangen Werben, SJurdj bie Oleiftung ber ©ienftpflictjt finb bie
©olbaten gegwungen, in größerer 2In§ahl auf Stuben gemeinfam
gu toohnen. ®a mufj ein jeber Samerab gu feinen (Stubeugenoffen
baS Vertrauen haben bürfen, bafj er eS nur mit ehrliche«, anftänbigen
SOtenfdjen gu tun hat. (Sollte einer berfehentlidj einmal (Sachen braunen
liegen ober fein (Spinb unberfchloffen laffen, was an unb für fich ftrafÄ
bar ift, fo mufj er baS GJefühl hoben, bah ihm öon Äameraben nid)t§
geftohlen werben !ann. Um djaralterfdjwache Seute nicht in Serfudjung
gu führen, bermeibe man folche 3?achläffigleiten unb öerwahre bor
allem niemals (Selb ober SBertfadjen im (5|)inb. ®er (Sefdjäbigte macht
fich fonft mitfchulbig an bem Vergehen feines Sameraben.
2. Slufjer fcieuft.
Wrtitel 24.
Set Solbat foll ein orbentlittjcS £eben führen unb barf webet
Schulben machen noch bem Stunt, bem ®hiel ober anberen 2lu§:
fchWcifungen fidj ergeben. Sind) «mfi et bom ^abfenftteidj bis
gum ®8eden in feinem Quartier fein, wenn et nicht im Sienft fich
befinbct ober bon feinen Sorgcfehtcn ßrlaubniS erhalten h°t, fi<h
anberSWo aufguljalten.
Sei fttafbaren ganblnngen gegen bie Pflichten ber militärifchen
Unterorbnnng, bei allen in 9ln@itbnng beb Sienfteb begangenen
fttafbaren $anblmigen bilbct bie felbftbcrfchulbete Sruntenheit
beb Säterb leinen SKilbetungSgrunb.
®Jer im Sienft ober nadjbem er gum Sienft befehligt Worben
ift, burd) Zrunlenheit gut ?lubführung feiner Sienffbcrtidftung fidj
untauglich macht, Wirb mit hattet greihcitbftrafe belegt.
® e r £ r u n f ift ein gefährlidjeS Sa ft er. ®aS
(Selb wirb burch bie ®urgel gejagt, ber Körper ruiniert unb gum
®ienft unfähig gemacht. Schaben an Seit unb Seele finb bie unauS*
bleiblidje fjrolge. ®enn eng berbrübert mit bem Süunf finb Steigungen
gu Siel um @elb unb SluSfdhweifungen mit lieberlichen
fjrauengimmem. ®er Gfelbbeutel hält biefe SSelaftung nidjt mehr aus,
burch Sorgen ober gar Unterfdjlagung unb Siebftahl wirb bann oft-
mals berfudjt, einen Ausweg auS biefer klemme gu finben.
Sein SOtenfdj wirb bem Solbaten »erwehren wollen, gelegentlich
ein ®laS Sier gu trinfen, aud) gu niebrigftem (Jinfah einmal bie
Satten in bie §anb gu nehmen ober mit feiner Sraut gufammen gu
fein; aber alles, was barüber geht, ift öom Übel. Unaufmerffamfeit,
StneßSortilcl.
6?
Zerfahrenheit, Schlaffheit im ©ienft, womöglich fdjwere Kranlheit
mit unüberfeljbaren folgen finb baS traurige Ergebnis.
Ehrenhafte ^Jiiljrung aufjer ©ienft forbert
anftänbigeS Benehmen auf bet Strafe unb an
öffentlichen Orten. — ©er Solbat fei höflich UTlä5 be*
fdjeiben; er falle niemals auf — eS fei benn burd) Strammheit unb
aufmertfameS Verhalten, ^eberjeit fei er fidj bewufjt, bafj er mit
feiner Uniform bie Batterie, baS (Regiment, ja bie Slrmee berförpert
unb bafj alles, was er begeht, auf biefe gurüdfällt. ©ie Öffentlidjleit
beurteilt im allgemeinen baS (Sanje nach bem Einjelnen. Sie fagt
nitf)t, bafj Kanonier SRüKer B- fich in einem ßofal übel benommen
hat, ba fie feinen -Kamen nicht lennt, fonbern fdjliefjt auf ben (Seift bes
Truppenteils, ben fie aus feiner Uniform erfiept. ©aSSlnfeljen
unferer ganzen Slrmee wirb oftmals gerabe
burch Mangel an ehrenhafter Rührung einjel*
ner £ e u t e aufcer ©ienft f dj w e r g e f dj ä b i g t.
8. Snt §elb.
drittel 17.
Sm gelb barf ber Solbat nie bergeffen, bafj ber Krieg nur mit
ber bewaffneten fflladjt be§ geinbcS geführt Wirb’. §gb unb (Sut
ber Bewohner be§ feinblidjen SanbeS, ber BerWunbetcn, Krauten
unb Kriegsgefangenen ftepen unter bem befonberen Sdjufc be§
(Sefefceb, ebenfo baS Eigentum bon gebliebenen Singehörigen ber
beutfdjen ober berbünbeten Truppen.
Eigenmächtiges (Beutemachen, (ßlünberung, bo§hafte ober mut«
Willige Befthäbigung ober Bernichtung frember Sachen im Selb,
Bcbrüdung ber SanbeSbetoohner Werben mit ben fdjttwrften Strafen
belegt. BIS (ßlünberung ift e§ nicht atqufehen, Wenn bie Aneignung
fidj uur auf SebenSmittel, Heilmittel, BetleibuugSgegenftänbe,
Seuerungbmittel, Sutter unb Beförbcrung§mittel erftredt unb bem
borhanbenen Bebürfnib entfpridjt.
SBir führen mit ben frieblichen Bewohnern
in SeinbeSlanb leinen Krieg. Ein fittlidj unb religiös
fo hodjftehenbeS Boll wie baS beutfd)e tennt fo etwas nicht, unb wenn
uns auch bie feinbliche ßügenpreffe immer wieber als „Barbaren"
berfdhreit.
©afj unS in Belgien unb Sranlreidj ^u Beginn beS Krieges baS
Schwert auch gegen bie Einwohner in bie §anb gebrüdt würbe, ift
ihre eigene unb ihrer ^Regierung Schulb. Sn falfdj berftanbener
BaterlanbSliebe berwanbelten fich Bürger, grauen unb fogar Kinber
in fanatifdje Segner unb hinterliftige Hedenfchü|en. Überfälle, 2Rorb,
Totfchlag, beftialifdje Berftümmelung (befangener unb Berwunbeter
jeitigte biefer irregeleitete Hufe lener Bewohner. (Segen foldfje Ber*
68
ftnegtartilel.
bredjen Ijört jebe Schonung auf; bie garten, aber boll-
beredjtigtenSriegggefefee treten an if>re<SteIIe.
Sßie fid) ein etjrenljafter ©olbat in geinbeglanb ju benennten pat,
bag fepen unb Ijören wir täglict) aug ben befetten (Gebieten, ©elbfh
berftänblid) entnehmen Wir bem ßanb, wag wir braudjen; bieg pält
fid) aber im Nahmen beg Sftoiwenbigen unb gefdjieljt nur unter
9luffid)t.
9htr Wag ber ©olbat jum ßebengunterljalt braudjt unb Wag
fonft nod) im SJlrtilel 17 aufgefüprt ift, barf er für feine B^ede fotbern
ober nehmen. SHleg wag barüber genommen wirb — @elb, SBert-
fadjen, fogenannte „Slnbenlen" unb bgl. — [teilt fid) alg $ I ü n b e -
rung bar unb berwirft fdjwere ©träfe.
®er beutfdje ©olbat ljalte feinen
f dj i l b rein. Et laffe SEßeljrlofen, berwunbeten geinben, (ge-
fangenen, grauen unb SHnbern ©djonung unb ©djufe angebeipen
unb tjelfe ipnen, foweit eg in feiner SJtacfjt ftept. ißidjtg ©djimpflidjereg
lann eg geben, alg wenn fid) ein ©olbat womöglidj am § a b u n b
@ut toter ober berwunbeter Sameraben ober
geinbe bergreift. Einem beutfdjen Grieger fann man foldje
©djanbtaten überhaupt nidjt jutrauen. §afet ein ©olbat foldjen ©cpuft
ober foldje §päne beg ©djladjtfelbeg, fo lege er iljm fofort bag Jpanb-
wert.
® e r ©olbat ü t e fid) a u dj, mutwillig ftembe
©acpen im [Jfelb ju befdjäbigen ober ju ber-
nieten. Slbgefefeen babon, ba§ ipm bie ©adjen nidjt gehören
unb er fein Sftedjt baran ljat, fdjäbigt er audj bie eigene Slrmee. ®ie
Vorräte unb bie Ärieggbeute braudjen wir felbft; ein finnlojeg Ber*
ftören beraubt ung iprer Wpbarmadjung. 91 ud) Unüorfidjtig-
feiten fönnen ung fdjwere ©djäbigungen ein-
tragen. ^ebeg £aug j. S3., bag feintet unferer gront abbrennt,
bebeutet einen unerfefelidjen SSerluft. S)ie Quartierbelegung im Ort
mufe berengert werben, bag 9Iugtupen unb bie Srpolung ber Gruppe
erleibet bauernbe Einbufee.’
2ll§ Sßorbilb für fein SSerpalten in ^einbeglanb nepme fid) jeber
junge ©olbat unfere ßeute braufeen im <yelb. $n Eintradjt leben fie
mit ben ßanbegeinwoljnern, bie feäufig fogar auf ipre äRilbtötigfeit
angewiefen finb. ©elbftberftänblidj ift, bafe fiep ber ©olbat babei einer
gewiffen Burütfpaltung befleifeigt unb bebenft, bafe bie ipm erwiefenen
^reunblicpfeiten fepr oft nidjt ed)t finb. Sludj ift SJorficpt bei (Sefprädjen
am $Ia|, ba er im „fteinbeglanb" ift.
i) ®ute§ unb reblidjeg Serljalten gegen bie Santeraben.
«rtitel 25.
$er ©olbat barf int ®ampf, in 9iot unb (&efaljr feine ^anteraben
nidjt berlaffen, mufe iljnen nadj allen Kräften $ilfe leiften, Wenn
Axiegdantte!.
69
fie in erlaubten Gingen feines SBeiftanbeS bebürfen, unb foll mit
ihnen in Gintrartjt leben/
Schlägereien unb üBeleibigungen bet Solbaten untereinanber
Werben nadjbritdltdj beftraft.
(Sdjte ®amerabfdjaft f oll alle Solbat en
untereinanber innig berb’inben. Sa gibt eS feinen
9taum für ben Süntel, bafj eine Waffengattung mehr wert fei als
bie anbere. 9UIe tragen gemeinfam beS Königs 9tod, eine Ijerjlicf^e
Waffenbrüberfdjaft beftelje untereinanber, .fo Wie fie braunen im
fjelb ju finben ift. Schulter an Sdjulter fämfjfen bie berfdjiebenen
Waffengattungen bort jufammen; eine fefjt fid) für bie anbere ein.
So mufj eS audj ini engeren SamerabenfreiS fein.
Ser Solbat fdjliefje fid) nidjt bon feinen ^ameraben ab, fonbern fudje
ben SBerfeljr mit guten Elementen. (SS barf ifym niemaB gleichgültig
fein, Wenn er fieht, baff irgenb etwas baS $erj feines ftameraben
bebrüdt. (Sr foredje mit ihm unb helfe iljm. Ungefcfjidten leihe er
feinen SSeiftanb. (Sr bemühe fid), mit feinen Stameraben in (Sintradjt
ju leben, bermeibe grobe Siedereien unb ^änfeleien, bie leidjt nachher
in Streit ober gar Prügeleien auSarten. (Sr fd)ü|e bielmetir ben
Sdjwädj'eren gegen jebeS Unredjt.
Wirb fein Sßetffanb in erlaubten Singen
b e g e f) r t, fo leifte er ihn als etwas SelbftberftänblidjeS. (Sr jeige
Wahre Shxmerabfdjaft, inbem er böswillige an fdjledfjtert Streidjen
Ijinbert, SJeidjtfinnige warnt unb fie baburd) bor Strafe bewahrt.
(Sin befonbereS Wort fei bem benehmen bes
älteren Jahrganges bem jüngeren gegenüber
g e w i b m e t. Sie älteren Jffltannfdjaffen mögen immer an ihre
eigene Stetrutenjeit beulen, wie fdjweraudj ihnen bamals bas (Sin*
leben würbe, bann Werben fie fich gegen bie jüngeren richtig ju ber»
halten Wiffen. 9IuS ihrer Erfahrung heraus füllen fie bem jungen
•JiadjwndjS mit Olat unb £rilfe jur Seite fteljen, ihnen burdj Wort unb
beifpiel ein borbilb fein. Säemais fteljt bem älteren Solbaten baS
Siecht ju, ben jüngeren ju jüdjtigen, audj Wenn er glaubt, im Jntereffe
ber batterie ju Rubeln. Sinb fdjon Prügeleien untereinanber
üble (Srfdjeinungen, fo ftellejt SRifjhanblungen jüngerer ein grobes
Vergehen bar, baS fdjwerfte Strafe erforbert.
Sarf ber Solbat fdjon im ^rieben einen
SÜameraben in 31 o t unb‘@efaljr nidjt berlaffen,
fo gilt bieS im Sri eg in erhöhtem SR aff. $ier fyit
fo recht jeber für ben anberen einjufteljen unb taufenbe beifpiele
treuefter Äamerabfdjaft lünben uns bie (Srjäljlungen unb beridjte
unferer Kämpfer in Oft unb Weft. Ob hoch/ niebrtg, ob alt, ob
jung, ob ®orgefe|ter ober Untergebener — alle umfdj11ngt
bas'fefte ÜSanb ber &n f a m m eng eh ö r i g le i t unb
Samerabfdjaft.
70
ftrieg?artitel.
Ein ftrieg?freiwiUiger, non zarter Sefunbheit, Oberlehrer Sdj., weit
über breißig, war zu Beginn be? ©tellung?lampfe? in? ?felb gezogen. Er unter*
jog ficf) mit einzigartiger SelPftberleugnung, in fteuejter ftamerabfdjaft mit
jebermann jebe? gelbpatet teilenb, ben unfäglidjen SHüßen be? winterlichen
Schüfcengraben», ©cßanz» unb Entwäfferung?bienfle?, nicht adjtenb be? auf
ber ftompagniefront faft täglich ^ftig ruhenben Slrtilleriefeuer?.
S5a? (teilte fich, al? ihn eine heimtüdifdje Stanate in ben Slrgonnen in
bie fühle Erbe biefe? unbeutfchen ungepflegten SBalbe? felbft bettete, al? fein
lebenbige? Sermächtni?, ba? er fcßon bei Sehweiten erfüllt hatte, ßerau??
— Bon bem Slugenblicf an, Wo er Unteroffizier geworben War, hatte er nur
unb au?fdjließlich oon ber Unteroffizier?löhnung gelebt, ©ein ganze? Eehalt
al? Oberlehrer aber hatte er ... bem (Roten ftteuz gefpenbet,
Ser Unteroffizier Sh« gab ein Seifpiel großer, felbftberleugnenber Opfer»
freubigteit, inbem er Sdjwerüerwunbete, bie fdjleuniger ärztlicher Jpilfe be*
burften, zur lebenrettenben Operation trug; am hellen Sag über bie ^ötje,
bie bon heftigem feinblichen «Jener beflrichen Würbe. Sie 2trt ber Ser*
Wunbungen ließ ben Sran?port burch ben 9lnnäherung?gtaben nidjt z«- Sein
Seifpiel unb Einfluß bewog mehrere ftameraben, ihm bei biefem Sicnfl z«
helfen, fo baß alle SerWunbete geborgen werben tonnten.
Sim 30. Sluguft 1915, bormittag? gegen 10 Uhr, erfolgte ganz überrafchenb
linfö bot bem fjranzofentridjter eine Sprengung burd) bie (Jranzofen, welche
unfere neue Stellung hier z»m Seil zerftörte. Sabet Würben fünf SRann
berfdjüttet. Sei ben Bergungsarbeiten haben fich SBehrmann S., bie fRefer»
biften S. unb E., Erfaßrefemift SReferbift D. unb IReferbift ft. ganz ßerbor»
ragenb benommen. S. unb S. flanben im 3ug nebenan Soften. Sofort
übergaben fie ihren Soften anberen ftameraben, um ben Serfchütteten bei»
Zuflehen, bie nur bem fchnellen Eingreifen ber beiben oerbanten, bafj fie ohne
fdjwere Berlef-iungen baoontamen. SJlittlerweile hatten fid) Don ber anberen
Seite E., unb ft. hinzugearbeitet. Sa? SBimmern bet übrigen Serfchütteten
zeigte ben SBeg zu ihnen. Sobalb ber ftopf eine? ber Serfchütteten freigelegt
War, reinigte ber ftrantenträger fReferbift O. 3Runb unb Slafe, um bie Sltmung
Zit erleichtern. Sie Sergung Würbe befonber? baburch erfchwert, baß bet ziem»
lieh flache Sridjter bom Segnet eingefehen Werben tonnte unb bauernb unter
flattern (Dänen* unb Sufanteriefeuer gehalten würbe. Slud) ba? «Jortfchaffen
bet ©dj werb erlebten mußte im feinblichen «Jener gefdjehen. (Rad, eineinhalb
©tunben Waren (amtliche Serfdßüttete geborgen. — ft. war bereit? im Sefifc
be? Eifernen ftreuxe? 2. ftlaffe. Sie übrigen erhielten für ihr wadere? Ser»
halten biefe 9lu?zeidjnnng.
SU? im September 1914 ein württembergifche? Regiment, im ©traßen»
lampf au? allen Käufern befchoffen, in St. Si? einbtang unb bi? zum Ein»
treffen bon Serftärfungen bie Stabt Wieber räumen- mußte, bemertte ein
Burfche, baß fein Leutnant anfeheinenb berwunbet liegen geblieben war.
Er ließ (ich troß aller Sitten unb Ermahnungen feiner ftameraben nicht zurüd»
halten, nach ihm Z,u fudjen. Er brang, begleitet bon einem ftameraben, ber
gleich ißm «» beliebten Sorgefefjten nidjt in franzöfifdje §änbe fallen laffen
wollte, heftig befeßoffen, in Die Stabt ein, unb e? gelang ißm, troßbem er
br>i oerrounbet worben war, wenigflen? bie Seiche feine? inzrcifchen geflotbe»
nen Öeutnant? in Sicherheit zu bringen.
Unteroffizier Jp. war auf. Satrouille gefallen. Sim nädjflen SRorgen
faßen bie ftameraben feine Seiäje fernab, birfyt bor bem franzöfifchen Eraben
liegen. Stet Ceute erboten fid), ißu fofort zu ßolen, bamit er nicht bem fjeinb
JtttegSatHTel.
71
in bie $jänbe fiele. ®ie <31 rette, bie fie jurütfjutegen ljatten, betrug 500 Bieter;
eS mar am Ijellen ©ag, unb Teincrlei ©edung bot fidj ihnen gegen bie franjöfi'
fdjen @efcfjoffe, bte fie lebhaft urnfthmirrteu. ®riedjenb mußten fie ftdj oorroärtS*
betuegen, unb auf biefe Slrt bradjten fie bie fietdje beS UnteroffijierS unb fein
©eiuefjt inä Sager, wo ihr ein eljtenb olles Vegtäbnis bereitet tourbe.
SB eich rüfjrenbes Verhältnis j mif^en Vorgefeßten unb Untergebenen
beftehen tann, fdjilbert baS Sagebuch eines fächfifdjen Offiziers. liefet erzählt
aus einem ©efedjt: „3dj Iriedje jurüd auf bemfetben SKJeg, ben idj gefommen
bin. ®a, mo mit werft inS Wiafdjinengemeljrfeuer getommeu finb, liegt mein
treuer Vurfche fjrthe; ein fiopffdjujj-hatte ihn fofort getötet. Sief erfdjüttert
Iniete idj lange Seit neben feiner Seiche. Stnei lange Sah re hatte fffriße Jreub
unb £etb mit mir geteilt. SBeine SeutnantSbube hatte er musterhaft m Dtbnung
gehalten; meine Vf erbe unb $unbe verforgte er treu unb gemiffenhaft. SUS idj
an einer fdjmeren ^atSentjünbung erlranlt mar, pflegte er mich roi? e’nc
ffllutter ihr ffiinb. Unb mie ftrahlten feine treuherzigen Singen, als er mir nach
einet Seit boll fangen unb Vangen zu meiner Verlobung gratulieren Tonnte,
©ann zogen mir mtfeinanber burch Belgien unb fjranlreidj bis an bie SOtarne,
teilten unfere lefjte Vrotrinbe unb Sdjololabe auf bem ffltarfch an bie SliSne,
loo idj im.Slobembet bermunbet mürbe. 91(8 fjrifje im Sanuar hörte, baß idj
einem anberen (Regiment ungeteilt fei unb bei SlrraS läge, fcljrie'b et mit unb bat,
mit baßin folgen zu bßtfen. — Sange brüdte idj bem ©oten bie erlaltete $anb:
$ab ©an!, bu Suter, für alle ©reue".
4. Belohnungen für treu erfüllte $flidjten.
(Siehe auch Drben unb ©hrengeiefjen.)
Artitcl 3.
geber redjtfunberjagte unb chrliebenbe Solbat barf
bet Anertennung unb be§ SBohlwolIenS feinet Borgefetrten ber-
fidjert fein.
Artitel 4.
®em <5olbaten fteht nad) feinen güh^eiten unb $tenntniffcn
ber ®8cg felbft $u ben Ijödjften Stellen int §cer offen.
2Ber fich burd) ©abferteit nnb SRiit Ijerbortut ober in langer
SHcnftjeit gut geführt hnt hft* für feine treue ^flithictfüllung bie
betbiente Belohnung burd) ehrenbolle Aufzeichnungen ju erwarten.
8Ber nad) längerer bortourfäfreicr Sienftjeit bie Sefihtoerbcn
be§ $ienftc£ nidjt mehr jn ertragen berutag, teer burd) Sertounbung
bor bem $einb bienftunfähig htirb ober fonft im Sienft ju Sihaben
tommt, ertvirbt ben Wnfyruth auf *ßenfion ober Aufteilung im
3ibifbicnft.
(Sin fdjledjter ©olbat mürbe ber fein, ber
nut um be§ ßohneä willen feine ^ßflidjt tut.
Um be§ 93aterlanbe§ unb ber großen Sache willen, ber er bient, fall
er feine Sdjulbigleit tun. ®ie£ merle fid) jeber ©olbat; bann finb
ihm aud) bie in unferem SSeruf möglichen Belohnungen nidjt eine
AbfchfagSjahlung, bon ber er glaubt, bafj fie ihm jjuftehe, fonbern ein
äufjerlidjeS Reichen be§ ®anleö feiner Borgefefcten unb be§ BaterlanbeS
72
ftcie&tartitel.
Ein tüdjtiger Solbat wirb leidjt einen längeren Urlaub er*
halten, et wirb gu eljrenbollen ßommanboS au§gewäl)lt
unb in ber SluSbilbung an befonberer Stelle
öerwenbet. Er ljat ^Beförderung gu gewärtigen unb bermag fid)
ba3 Sdjiefjabjeidjen fowie mancherlei anbere 9Iuvgetd)nungen gu er*
ringen. 31m erftrebenSwerteften bleiben natürlich biejenigen £)rben
unb Eljrenjeidjen, weldje im fjelb erworben werben. Stolg [djmüden
fie bie SBruft ber tapferen Stieger als ein Beiden, ^et Xräger in
ernfter Seit feinen SOlann geftanben 1jat.
®ie heften (befreiten werben bei ber En t *
laffung gu Unteroffizieren ber 5R e j e r b e b e *
f ö r b e r t, wenn fie e§ nidjt borjieljen, als S a p i t u l a n t e n bei
bet Sompagnie gu bleiben. 9?adj zwölfjähriger S>tenfigeit erhalten fie
bann ben Bibilberforgungöjdjein, ber itjnen bie Slnroartfdjaft auf eine
gute Slnftellung im Bibilbienft eröffnet. Südjtige Unteroffiziere, bie
bie Saufbaljn ber «ÖHlitärbeamten einfdjlagen, fönnen eä audj im
^rieben gum Dffigierätang bringen.
®afe biefe hohe Sluögeidjnung aud) im Stieg gu erwerben ift,
geigen un§ bie Dielen 23eifpiele hierfür aus ber ©efdjidjte ber Slrmee
unb ber ftefctgeit’ SR a n dj e r Solbat, ber 1914 a 1 § ein*
fadjer SRuöletier ljinausgog, trägt jefjt fdjon
b a § Portepee. Turdj treue ^ßftidjterfüllung, Sdjneib unb
Xapfetleit im W er fid) roürbig gegeigt, berartig belohnt gu
werben.
*
5, Strafen.
Slrtitcl 5.
Tagegen trifft benjenigen Solbaten, Welcher feine $flidjt ber=
lefct, bie berbiente Strafe.
Geringere Vergehen Werben bifgiplinarifdj geapnbet, bei
frf)Weren tritt gerichtliche Seftrafung ein. Tie Strafen, auf Weldje
gerichtlich ertannt werben tann, finb Sirrcft, $eftung§haft, Gefängnis.
3udjthaic§ unb in ben fdjWerften gällen Xobe§ftrafe. Ter Sirreft ift
gelinber, mittlerer ober ftrenger. Ter $ochftbetrag ber beiben
erften Sitten ift 6 8Sod)en, ber be@ ftrengen SirrcftcS 4 Stochen.
§eftung§haft, Gefängnis unb BuchthauS finb enttoeber bon zeitiger
Taner bi§ gu 15 fahren ober lebenslänglich.
^reiheitSftrafen bon mehr alS 6 Stochen werben auf bie attibe
Tienftgeit nidjt angerechnet.
«Reben biefeu Strafen tommen alS befonbere 6hrenftrafen
gegen ben Solbaten gar Slnwenbung: Serjehnng in bie 2. Slaffe
beS SolbatenftanbeS, Tegrabation unb Entfernung auö bem $eer.
Sei ^nchthanS wirb ftetS auf Entfernung au§ bem $ecr ertannt.
ftrieglariitel.
73
©egen SRannf^aften bon befonbetS fdjledjter gütjntng fann
(Stnftellung in eine ^Irbeiterabteilung bcrfügt Werben. 3ft ber
Striegäjuftanb erflärt, fo werben bie Strafen berfdjärft
SBenn gute§ Bureben, Belehrung, (Ermahnung unb SBatnung
frudjtlo§ bleiben, fo mufs ber Borgefe|te jufcfjärferenäftitteln
greifen, um ben Untergebenen jur Erfüllung feiner Beruf3pflid)ten
anjufjalten ober baju ju gwingen. ®er -Kann Ijat e£ ficfj bann felbft
jujufd^reiben, Wenn nod) anbere für iljn ungünftige folgen fid; barau§
ergeben. Beftrafte ßeute werben mit Urlaub fürs gehalten, befonbere
Bergünftigungen entgegen iljnen, unb bie Beurteilung ifyrer gütjrung
in ben Sntlaffungäpapieren fällt bementfpredjenb ungünftig au§.
Sffieift wirb bie Borlage feines güljrungSjeugniffeS beim gtüdtritt in
ben bürgertidjen Beruf öom Slrbeitgeber verlangt, unb mancher SRann
fiat fdjon bie fdjweren Bergenen wäljrenb feiner ©ienftjeit nadjträglid)
büfjen muffen.
S8ei ben Sifjiplinarftrafen untcrfdjeibet man:
a) Steine Sifjiplinarftrafen: Strafexerjieren, Strafmaßen, Strafbienfi
in ber ffiaferne, Erfdjeinen jum fR apport, Entjiefjung bet freien SJer*
fügung übet bie ßMjnung auf bie Sauer non niet SBodjen. Auferlegung
oer Verpflichtung, $u einet bestimmten Seit bor bem Sapfenfiteid)
in bie Äa ferne jurüdjutetjren big jur Sauer Bon niet $?oßen.
b) Slrreftftrafen:
Sa fernen- ober Sluartierarreft bis jut Sauet bon biet Soßen. Sie
SBeftraften bürfen aufjerbienftliß it)t Quartier ober bie Safetne nidjt
oetlaffen.
©elinber Slrreft big biet SBodjen, bei »oller Verpflegung.
SKittlerer fttrreft big brei Soßen. Einjeßaft bei parier ßagerftätte
unb SB affet unb SBrut. Sie Sßät jungen tommen am bietten, aßten,
jtoölfien unb bemnäßft jeben brüten Sag in gortjall.
Strenger Slrreft bis 14 Sage. Einjeßaft in bunller Slrreftjelle bei
SBaffet unb ©tot. Sie Sdjätfungen tommen an jebem »ierten, atzten
unb bemnädjft {eben britten Sag in gfottfall. Strenget Slneft wirb m
bie ßrntlaffungäpapiere eingetragen.
©eridjtlidie Strafen finb:
a) Sie SobeSftrafe: fie wirb im gelbe bur<§ (Stfdtiefjen, im grieben burd)
Entljaupten oollftredt,
b) SudjtljauSfhafe; fie ift mit bet Entfernung au3 bem $eete »etbunben.
o) EefängniSfltafe; bon einem Sage bis fünf $afyce. ®i3 fed)§ SBodjen im
SarnifongefängniS wie gelinber Slrreft, bei längerer Sauer in einem
gefiungägefängnU.
d) $äft; ein Sag big fedjg SBodjen (mie gelinber Sirreft).
e) Slrreftftrafen: ,
sellnta Staelt 1-42 S%e 1 bie
S« :: Ui : j
f) ßfirenftrafen: Entfernung au$ bem §eet — Verluft ber Orben unb
Eljrenjeidjen — Verfemung in bie 2. Slaffe bee> Solbatenflanbeg. (Verluft
ber Sofarbe. Sie bürfen leine SBertrauengftellungeu bctleiben.)
g) Tegrabation.
74
SriegSartilel.
3ebe gerichtliche Strafe bleibt bauernb in ben papieren be» ManneS.
gfreiheiwftrafen bon mehr als fecb$ SEodjen müfjen nacfcgebient werben.
5luch bte ©inftellung in eine SltbeitSabteilung ift eine fdjwere IStjrenflrafe.
6. Bejd)Wcrbefiihrung.
drittel 15.
©er ehrenbolle Beruf be§ Solbaten barf bitrcf) ehrenwibrige
BeljanMung beSfelben nicf)t herabgewürbigt werben.
S®cr bie Untergebenen OorfthriftSWibrig beljanbelt, beleibigt
ober gar mifftanbelt, ober wer feine ©ienftgcwalt baju mißbraudjt,
nm auf Stoffen feiner Untergebenen fi<f) Borteile ju berf(paffen, Wirb
nadjbrürflicp beftraft.
(Glaubt ber Solbat $eranlaffnng jur Befdjwcrbe ju haben, fo
ift er bennoep berbunben, feine $ienftobliegenbciten unweigerlich ju
erfüllen, unb erft bemnädjft feine Beftpwcrbc auf bem berorbneten
Seg anjubringen.
Ser eine Befcpfoerbe auf unwahre Behauptungen ftiitst ober
unter Abweichung bon bem borgefeprieben ©ienftweg anbringt,
wirb mit $reiheit3ftrafe belegt.
©er Solbat, ber feine ^ßflidjten treu erfüllt,
hat aud) ba§ SRedjt, roürbig behanbelt ju werben.
£äfjt fich ein Borgefepter baju pinteißen, einen Untergebenen üor»
fdjriftäwibrig ju bepanbeln ober gar ju mifjpanbeln, fo trifft ipn bie
Strenge beS ®efepe§.
Seber SWann muß f i dj aber auch bemühen, ben
Borgefepten n i d) t burd? bauernbe Trägheit
oberböfen$Sillen3urei§en. ©ie Borgefepten, bon benen
berlangt wirb, ihre ßeute ju trieg»tüdjtigen Solbaten auSjubilben,
finb auch nur SJienfdjen, bie leicht einmal in Erregung geraten tonnen,
©arum legt ein anftänbig gefinnter Solbat nicht jebeS berbe SEBort,
ba§ einmal fällt, auf bie ©olbwage. ©en Bef^werbeWeg wirb er erft
bann befreiten, Wenn er fidj empfinblidj in feiner Spre getränlt fühlt
ober unwürbig ober borfdjriftewibrig behanbelt worben ift.
®he fich ker Solbat gu einer Sßefcfjwerbe entfließt, wirb er gut
tun, bie Sache mit einem öerftänbigem Sameraben ju b.efpredjen
unb bie nachfolgenbe BefdjWerbeorbnung genau burdjäulefen.- S c b e 3
gibweidjen bom borgefdjriebenen ©ienft weg
unb bon ben in ber Befdjwerbeorbnung feft”
gelegten 23 e fti m mung en, bie genaue ft en§ ju be*
achten finb, trägt ihm jonft eine Bestrafung ein.
* Scf^toerbeorbnunfl.
1. gebetn Solbaten, welcher glaubt, baß ifjm burch itnwürbige VJetjanblung,
burch SGorenthaltung gelbwerter Sebührniffe ober auS einem anberen ©runb
non ®orgefefeten ober Sameraben Unrecht jugefügt fei, ift: eS geftattet, fidj ju
befchweten.
ffriegSartitel. 75
2. gebe Befchwerbe ift bem St'otnpaguio uf«. Gtjef unmittelbar unb
münblid) »orgutragen.
ffiidjtet bie Befd)Werbe fid) gegen biefen felbft, jo ift fie bei bem nädjft-
ölteflen Offizier bet Kompagnie ufm. anjub ringen.
a) Sft &te münbliche Anbringung bet Befd)tuerbe nicht ausführbar, fo
lann biefelbe fchriftlich eingereicht «erben.
• b) Nlannfchaften, welche einem Detachement angeboren, haben ihre
BefchWerben bei bem fjrüljrer bcSfelben angubringen.
(Richtet fich bie Befchwerbe gegen ben Süßtet felbft, fo ift fie bei
bem nächftälteften Offigier, unb ift ein folcßer nicht »orfjanben, bet bem
näcßften Borgefeßten beS KommanbofüßrerS anjubringen_
o) Gbenfo lönnen Unteroffizier? ufro., bie jur Brobebienfileiftung bei
Sfoilbehörben abfommanoicrt finb, etwaige militärifche Befdjwerbcn
fchriftlich bei ihrem Kompagnie» ufm. Eße) anbringen.
Eine Beteiligung bet ßtoilbeßörben bleibt auSgefcßloffen.
3. Ser ©olbat barf niemals mährenb ober unmittelbar nach Beenbigung
beS SienflcS, fonbern erfl am folgenben Sag feine Befcßmerbe anbringen.
(Richtet fid) bie Befcßmerbe gegen eine über ben ©olbaten »erhängte
Difgiplinarftrafe, fo barf et fich erfl nach bereu' Berbüfjuug befchweren.
4. ftebe Befcßmerbe muß innerhalb einer Stift »on fünf Sagen angebracht
«erben.
a) 3n biefe S-rtft Wirb bet Sag nicht eingerechnet, an bem ber Anlaß
gut Befcßmerbe - gegeben ift.
b) SBitb bie bie Befdjmerbe veranlctffenbe $anblung ober bie fßerfou
beS Urhebers bem Befcßrocrbcfüßret erfl fpäter betannt, fo beginnt
bie (Jrifl mit bem Sage ber erlangten Kenntnis.
o) Bei ftfjriftlicfjer ®efd)wcrbefüljrung genügt es, wenn bie Beicßwerbe»
fdjrift nachweislich innerhalb ber gfrift gut Bofl gebracht wirb.
5. ©emeinfcßaftlicße Befcßwerben mehrerer (ßerfonen finb unftatthaft.
QJibt ein unb berfelbe Borgang mehreren (ßerfonen Anlaß jur Befcßmerbe,
fo ift eS jebem Beteiligten überlaffcn, für freß Befcßroetbe gu führen.
6. 28er leichtfertig ober wiber beffeteS BJiffen eine auf unwahre Be*
hauptungen geflößte. BefcßWerbe anbringt, wirb ftreng beftraft.
Ebenfo ift bet ©olbat ftrafbar, welcßer eine Befchwerbe unter Abweichung
»on bem »orgefchrieben Sienftwcg ober unter Nichteinhaltung bet feftgefchten
Stift anbringt.
Nidjteinßaltung ber fjtifl bleibt in foldjen fjällen [traf frei, in welchen
befonbete Umftänbe, bie außerhalb beS BerfdjulbenS beS BefdjmerbefüßrerS
liegen, bie »orgeitige ober »erfpätete Anbringung ber Befdjmerbe gerecht-
fertigt erfdjeinen laffen.
7. Sier ©olbat hat bas SRedjt, gegen bie über feine Befchwerbe getroffene
ßntfdjeibung innerhalb einer Stift »on fünf Sagen an ben nädjfthöheren
Borgefeßten unb fo fort bis gut Allerhöchften ©teile eine weitere Bcfdhwcrbc
cingulegen.
Sa$ Stecht gut weiteren Befchwerbe fleht audj bem betlagten.Seil gu.
Die Srifl für bie weitere Befchwerbe beginnt nach Ablauf beS SageS,
an welchem ber Befdjwerbeführer »on ber Entfdjeibung bienfllich .Kenntnis
erhält»
8. Blannfchaften beS BeurlaubtenflanbeS haben, (»lange fie nicht • gum.
76
ftiiegaartilel.
Siienft einberufen finb, Sefdjinerben, roelcfje Wlilitärbienftangelegen^eiten
betreffen, ifjtem SBeatrtä'fommanbeur oorjutiagen.
9?idjtet fid) bie 'jJefdftoerbe gegen biefen, fo ift fie bei bem »orgefefjten
SejirtS» ober Sontrolloffixier, roenn aber ein foldjet nidjt oorljanben ift, bei
bem SBejirtsabjutauten aiqubringen.
3m übrigen gelten aud) für biefe 'JOZannfdjaften alle SJorfdjriften biefer
Serorbnung.
9. ®te SBorfdjriften biefer SBerorbnung finberi Slntoenbung aud) auf bie*
fenigen fjälle, in meldjen bie Sefdjtoerbe gegen einen Seamten bet SRilitär*
oermaltung gerietet ift.
7. SBarfjbergehen (Skt. 22 unb 23) fomie Saffengebrauth (Skt. 18).
(Siefje unter @arnifon*SBachbienft.)
8. Verhalten im 28eurlaubtenftanb.
Slrtitel 27.
Sind) int öeurlaubtcnftanb muß ber Solbat ben iljm Obliegenheit
bcfonberen ^flidjten tninttlidj nadflommeri unb macht fid) bet
ftutoiberbanblnngcn ftrafbar.
Ser elfte ftrieg&ittilel tt)ie3 barauf Ijin, bafe fid) jeber Solbat
ba3 ioätftenb ber Sienftjeit Stiemte aud) im JÖeurlaubtenftanb
betoahren unb erhalten foll. Slrtitel 27 geigt ihm bie fßflidjten, benen
er aud) nod) nad) feiner Sntlaffung nadjgufomnten tjat.
Sie einzelnen militärifdjen fßflidjten, bie bem 9ieferüiften unb
ßanbiveljrmann obliegen, Ijier aufgujäljlen, erübrigt fid). $eber SOlann
erhält beim Übertritt in ben bürgerlichen 58eruf feinen SJlilitärpafj,
in bem er alles, n?aS if)n noch ™ militärifdjer SSegiefjung angeljt, bor*
gebrudt borfinb et. -ßfenauefte SBeadjtung aller bort gegebenen S8or*
fdjriften ift nottoenbig, will fich ber äRann beS 83eurlaubtenftanbeS
bor Strafe betoaljren.
Jpier feien noch ßriegerbereine mit einem turjen
SSort berührt. Sa fie fo redjt ein §ort' baterlänbifdjer ©efinnung unb
9teich^treue finb, fo follte jeber Solbat unb Grieger, nachbem bie grofje
Läuterung in mancher Söegiehung über unfer SBolt gefommen ift, fich
jum Eintritt in biefe Vereine bereit finben. ®r finbet bort gleichgefntnte
ftameraben unb noch manche Veteranen au§ früheren ftriegen, bie e§
f ich fjreube anrechnen merben, mit ben braben ftriegern biefeS Seit*
triegeä ein fefteS $8anb treuefter ftamerabfchaft einjugehen.
8ufammenfefcung be«? $eere$.
77
VII. 3ufmnmenfe£uxtg be§ ®eere<o.
1. ÜBaffengattungcn.
Sie §aupttt»affe be§ feeres ift bie Snfanterie, ft>ogu audj Säger
unb Sdjüßen gehören, Sie ljat bie größten förperlidjen Anftrengungen
burdj lange SÖlärfdje unb ©efedjte unb jälje§ Äugelten im Sdjüßen*
graben unmittelbar am §einb gu ertragen; fie geljt bem geinb, nadjbem
fie iljn mit iljtem fjeuer betämpft ljat, auf ben ßeib unb entfdjeibet
burdj ben Sturm unb Sinbrud) in bie feinblidje Stellung ben ®ampf.
So toerben an iljre Bäljigteit, iljren Sftut unb iljre Sapferfeit bie größten
Anforberungen geftellt. Auf allen ®tieg§fdjaupläßen bat fie gegeigt,
baß fie bem geinb überlegen ift. Sie großen Seelüfte ber Infanterie
betoeifen, toeldje bebeutenbe Stolle bie Snfanterie im ®ampf fpielt.
Sebeö Snfanterie*9tegiment ßat eine Wafdjincngctocljrtonipagnic.
Sie iötafdjinengetoeljre befißen eine feßt große fjeuergefdjroinbigfeit.
Sie biößer im ^rieben ber Snfanterie unb ben Sägern gugeteiften
SRafdjinengeiocßrabteilungeu.finb beffer befpannt als bie äRafdjinen«
geioeljrtbmpagnien. Sie gehören im Srieg gu ben Stabafterie*
Sibifionen, benen fie rafdj folgen fömien. Senfeiben 3tt>ed paben bie
IRabfaßrertompagnien ber Säger.
Sie Stab allerie ift fdjnell betoeglidj. Sie ift, ebenfo wie bie Flieger
e§ finb, ba§ Auge ber Slrmee. Sie Härt Weit bor ber Snfanterie auf
unb fdjidt SKelbungen, bie bem Süljrer bie Unterlagen für feine An*
orbnungen geben. Sroß ber Flieger ift fie nidjt gu entbehren, ba biefe
nidjt bei jebem SBetter aufflären tonnen. SSor unb auf ben fylügeln
ber £eere bewegen fidj große Staballeriemaffen, bie Staballerie=
bibifionen unb StaballerietorpS (meutere Staballerie’Sibifionen),
bie mit reitenber Artillerie, SRafdjinengeweljr’Abteilungen, 9tabfaljrer=
tompagnien.unb nötigenfalls mit Sägern ober Snfanterie fotoie $io*
nieren auf Automobilen berfeljen finb, bamit fie gum Singriff gegen
feinbtidje Sruppen aller SBaffen borgeben unb fid) iljren 2Beg baljiien
iönnen. So.ßaben g. SS. unfere BiballerieTorpS' beim Sßormarfd). auf
ißarig auf bem. redjten ^lügel bet beutfdjen Armee unb in SRußlanb
bei SBilna fottrie in Sturlanb große Sienfte geleiftet
Sie Selbartilleric foll mit iljren Sdjnellfeuergefdjüpen bie feinb-
liebe Artillerie unb Snfanterie betämpfen. Surdj iljr Sufammentoirfen
mit ber Snfanterie erleichtert fie beren Angriff ober Sßerteibigung.
.^iergu geßt fie biStoeilen mit eingelnen (Sefdjüfcen bis in bie Snfanterie’
linie bor.
Sieben ber Selbfanone gibt e§ nodj leiste fyelb»
ß a u b i ß e n, bie burdj ifjre getrümmte fylugbaljn bedungen bon oben
burdjfdjlagen unb f^iele bicljt Ijinter bedungen treffen tonnen.
Bur Abtoefjr ber flieget unb ßuftfdjiffe bienen befonbere ftlug’
abtoeljr*®anonen (S-Iat).
78
Bufammenfefoung beä $?eeie$.
Sie gußartillerie tjat fdjwere ©efcfjüpe, mit benen fie bot allem
gegen ftar! befeftigte Stellungen unb Heftungen willen foH. Sie tjat
Flacpbabngefcpüpe, fernere ^aubipen unb SOlörfer. ®ie FußartiHerie
ftellt §um Felbpeer bie fcpwere Slrtillerie be§ Felbljeereö, ba§ finb plan*
mäßig befpannte Formationen, bie überwiegenb mit ferneren Feib»
Jpaubißen (15 cm) unb SKÖrfem (21 cm) ausgerüstet finb. Sluperbem
ftellt fie bie Bemannung ju ber BelagerungSartiUerie ber FeftungS*
artiHerie unb eine Bleilje bon Spejialgeftpü^en betriebener Kaliber.
Unfer größter Dörfer ift ber 42»cm»3Rörfer, ber befonberS bei ber ®n»
napme ber belgifdjen Festungen, bei Storno Seorgiewfl unb ißultuft
fowie beim Äampf um Berbun eine große Stolle fpielte.
©ie spioniere feilen ben anberen SBaffengattungen burd) fljre
tedjnifdjen Arbeiten Singriff unb ©erteibigung erleichtern unb 33er»
feptoeiniicptungen perftellen. Styie Slufgabe ift unter anberem Einlage
bon fdjwierigen BerteibigungSeinridjtungen, Bau bon $inberniffen,
üon SRinenftoUen, Sprengungen, Anlage bon Sappen, Bau üon neuen
ober jerftörten Brüden (wogu fie aud) SßontonS, b. fy. Boote aus SJletall
— BrüdentrainS — paben), Anlage bon SBegen ufw. *
SBäprenb be§ SriegeS finb bei allen Jpeeren aus ben Pionieren
SRinenWerferabteilungen jufammengeftellt worben. ©ie SWinen»
werfet, beten e§ üerfcf)ieben große gibt, feilen auS einer gefdjüfcartigen
33e: ritfjtung ftarle Sprenggefcpoffe in bie f einblidje Stellung fcpleubem.
3um Beleuchten beS BorgelänbeS im Feftung§= unb Stellung^»
lampf finb Sdjeintoerferformationen aufgeftellt, bie mit £ilfe ber
Scheinwerfer ba§ 33orgelänbe bei Sladjt jeitweife erleuchten foHen.
SBerteprStruppen.
Sie (£ifenbapntruppen bauen ©ifenbapnen unb ©rüden ober
ftellen gerftörte ©fenbapnen per unb palten fie in ©etrieb.
®ie ielegrappentrnppen bauen Fernfprecpanlagen unb finb im
Srieg in Fetnfpredj»2lbteilungen eingeteilt.
S)ie ^unterformationen führen @inrid)iungen, um burd) Fun!’
fprud) ©efeple unb Slacptidpten auf große Sntfernungen ju über»
mitteln.
®ie Flicgetbatnillone, im Srieg Flie9eta&teilungen, Hären mit
ihren Flugzeugen auf unb futpen feinblicpe Flieger aus bem. Felbe ju
fragen.
®ie SujtWffcrformationen bebienen entweber Feffelballone
jur Beobachtung ober Senfiuftfdjiffe.
Sraftfaprtruppen bienen jur Slufftellung ber zahlreichen
Formationen beim Felbljeer, bie mit jpilfe bon $erfonen» unb Saft»
traftwagen ben ©erlebt (auch Xtuppenüerfdjiebungen) unb ben Stad)»
fepub vermitteln.
©er Srain füprt bem §eer Sebenämittel, SRunition unb Sanitätö»
material ju.
3ufdtnmenfcfcutig be§ Jpeerc?. 79
2. Einteilung be§ §eere§.
Bor Auäbrmf; beS CriegS beftanb baS beutfdje §eer au§ 25 Armee«
lorps, unb gwar:
Preußen: GarbeforpS, I. bis XI., XIV. biä XVIII., XX. unb XXL
= 19 ArmeeforpS
Saufen: XII. unb XIX. = 2
Württemberg: XIII. =1 „
Batjetn: I. bis III., BaperifdjeS = 3_________„
25 Armee lorp-j.
£)ie Gefamtftärfe betrug bor bem Crieg 662 000 SDlann (669
Bataillone Infanterie, 550 ©SfabronS CaüaHerie, 633 Batterien
^elbartillerie, 55 Bataillone fjußartillerie, 44 Bataillone Pioniere,
31 Bataillone Berle^rStruppen unb 26 Srainabteilungen).
Siefe ßaljlen ljaben burd) ben Crieg eine ungeheure ©rweiterung
erfaßten, inbem banl ber glängenben ßeiftungen unferer tpeereS»
Verwaltung jafylrei^e Reuformationen aufgeftellt Werben tonnten.
2)ie Berwaltung be§ feeres wirb burd) ba§ Criegsminifterium
bewirft, ba§ in Berbinbung mit bem Großen ©eneralftab für ben Crieg
alles bereitftellt.
$ie Borbereitungen für bie Rtobilmadjung unb ben Aufmarfdj
an ber Grenge trifft bet ©roße Generalftab, in beffen Rauben bie
Seitung be§ tpeereS liegt.
©in ArmeetorpS im ^rieben.
Commanbierenber General ift meift ein General ber Infanterie,
Caballerie ober Artillerie. $ljm unterteilen meift:
2 ®ivifionen (Commanbeur: Generalleutnant),
1 Pionierbataillon,
1 gußartillerie-jRegiment,
1 Srainabteilung, unb bei einzelnen Corps Xelegrapben, Cuft«
fe^iffer*, fjfliegerbataillone unb ^eftungSformationen.
©ine $ibifion beftefyt au§:
2 3nfanterie*Brigaben gu je 2 Regimentern,
1 Äaöallerie-'Brigabe gu je 2 Regimentern,
1 ^elbartiHerie’Brigabe gu je 2 Regimentern,
5)ie Brigabetommanbeure finb meift Generalmajore.
®a§ Infanterieregiment ijat 3 Bataillone gu 4 Compagnien
gu je 3 Bügen. Außerbem eine 80tafd)inengewel)rtompagnie.
©in QägerbataiUon ljat 4 Compagnien, bagu eine äRafdjinen»
getoetyrabteilung unb eine Rabfaljrertompagnie.
®a§ Caüallerie»Regiment ljat 5 ©SfabronS.
S)a§ Artillerie-? Regiment ljat 2 Abteilungen gu je 3 Batterien
(etngelne Regimenter bagu noef) 1 reitenbe Abteilung).
80
Uniformierung beS ßanbljeereä.
Sm SB r i e g ift bie Äaballerie auf bie ©iüifionen üerteilt
(©ibiJionsfflüaUerie). ©er Reft ber Äaoallerie geljt ju ben Äaballerie’'
©iüifionen. An tedjnifdjen SßJaffcn befi^t eine 3nfanterie*©ibifion
meift 1 bis 2 Pioniertompägnien, SRinentoerfer, 1 bis 2 (SanitätS*
tompägnien unb 1 ©iüifionSbrüdentrain.
Bum ArmeeforpS gehören ferner 1 fyernfpredjabteilung,
1 f}Iiegerabteitung, bisweilen eine Suftfdjifferabteilung, ÄorpS»
Sörüdentrain, (Scheinwerfer fowie SRunitionStolonnen unb ©rainS.
(Sin ArmeeforpS ift im Ärieg etwa 40—45 000 SJlann ftarf. ©ie
SERarfcfjlänge ber fedjtenben ©ruppen auf einer Strafte beträgt
etwa 25 km, mit ^Bagagen, Kolonnen unb ©rainS, bie mit Abftänben
folgen, ettoa 50 km.
VIII. Uniformierung be£ SanbljeereS.
A. Allgemeines.
©urdj SlUertjödjifte Drber bom 21. (September 1915 ift bie
53efleibung unb AuSrüftung beS feeres unter 58erüdfidjtigung ber
ÄriegSerfaljrungen neu geregelt Worben.
©aS (Srunbtudj beS Ußaffenrmß (bei §ufaren beS Attilas, bei
Ulanen ber Ulanta) ift felbgrau*), für Säger unb Sdjüpen, Säger Su
ißferbe unb baS Reitenbe ^elbjägerlorpS graugrün, ©ie lange ©udj»
ljofe ift grau, ©er JBaffenrod (Attila, Ulanta) toirb nidjt im fjelb
getragen, fonbern ift nur für baS Srdanb beftimmt.
©er Felbrod ift bie SBfafc, bie für olle SBaffen ben gleidjen
Sdjnitt ljat unb ebenfalls felbgrau (graugrün) ift.
©ie ftelbmü|en unb bie eigenen DRüften ber ^ufttruppen,
Artillerie, SSerfeljrStruppen, beS ©rainS unb ber Ulanen (mit grauem
Sdjirm für alle Sffiaffengattungen) haben felbgraueS (graugrünes)
©runbtudj. ©ie eigenen SRüfcen ber Äüraffiere fjaben roeifteS, ber
§ufaren berfdjiebe.nfarbigeS, ber ©ragoner blaues ©rünbtud). ©er
tpelm hat eine abnehmbare <Spi|e (Äugel bei ber Artillerie),
Infanterie — Sager —• Sdjiifcen.
SSaffenrodber Snfanterie. Steljtragen unb Armelauffdjläge
finb buidjweg rot. Alle Regimenter unb fonftigen Formationen ber
Snfanterie mit Ausnahme beS 1. bis 4. ©arbe^RegimentS 3. beS
®arbe*Füfilier=RegimentS unb beS Seib=©retmbieMRegünentS Rr. 109
tragen Armeipatten (rot ober grau), bie teilweife anberSfarbige $Bor>
ftöfje haben, ©ie ®arbe» unb £eib »Regimenter unb ein ©eil ber
@renabier»Regimenter tragen auf Äragen unb Auffdjlägen bjro.
Ratten ßi^enbefap (auf Äragen 1 ober 2 ßipen). ©ie (Schulterflappen
finb burdjtoeg weift; biejenigen ber Oarberegimenter unb Unteroffizier»
•) S)ai arbe-$utaen-fRe(iimetit tt4«t ben roten fm ^rieben weiter
Uniformen.
Tafel L
1. Grd-Rg, x F.
5. Grd.-Rg. x F.
Eisenb.'Rgt 2
ln£~Regt. 25
Tel.-Bail. 3
Gd.-Sdita.-Btl.
Luftedi.'BtL 4
Jäg.-BatL 1.
Pionier ßtl. 1.
FiiegerBtl 1
Kür.-Rgt 7
DragxRgt 1
Husar.~Rgt 6
Ul&n.-Rgt. 9
j4g,'RgLt.PL3
Feld-Art.-Rtf. 1
FufpArt<~Rgt. 9
Infanterie
Jfiger
Dragoner 4
Ulanen 9
Train-Bail. 7
Bluse Jn.-Rg.16
Bluse Jfig.-BtLl
Kürassiere 7
Train
Husaren 6
FeMmAtee Inf.
Unifotmietunfl beS fianbijeeie^
81
fdjulen f)tiben größtenteils anberSfarbige Sinfajfung. 9iegimentS»
nummern unb 9lamenSjüge finb rot, ebenfalls bie SJorberbiefe.
SRü^enbanb rot. knöpfe finb blanf — 9lidel ober Xombat (gelb).
Sudjtjofe (jat roten SJorftofj. §elm mit Sturmriemen.
Sefäfce ber Säget finb lj eilgrün, be§ @arbef(^ü|enbataillon§
Idjroarg. ©arbe=Säger unb ©arbe*Sdjü|en ljaben jtoei gelbe ßifcen.
Sutfjpofepat bellgrünen SSorftofj. Sldjfelflappen finb fjeHgrün, Hummern
unb. WamenSjüge rot. knöpfe Wombat (gelb). Sfdjalo mit Sturm*
riemen.
SÖlufe ber Infanterie (Säger, Sdjü|en).
fragen unb Sdjultert lappen felbgtau.’ ®ie Sdjulter floppen
ljaben gröjjteuteil» iveifje ©infaffung (bei ber (Sarbe, Unteroffizier*
fdjulen, £eib=@renabier4Regiment 9h. 8 berfdjiebene fyarben);
fRegimentSnummern ober 9iamenSzüge finb rot. Si^en finb grau.
Säger unb Sdjü|en: fragen unb SdjulterHappen graugrün,
©infaffung ber Sdjulterllappen Ijellgrün (©arbe-Sdjüfjen fdjmarj).
Hummern unb 5Ramen§jüge rot.
gelbnttilleric.
SBaffenrod tote Snfanterie, jebodj SBefap fditoarj mit rotem
5Borftoß. Sdjulter Etappen rot, 9lummern, ©rannten unb tarnens*
ZÜge gelb. ®ie 4 ®arbe*9iegimenter, fonrie ba§ fieljrregiment ber
5elbartillerie*Sdjiefjfdjule ljaben 2 gelbe ßipen auf bem fragen,
je jtoei auf ben iftrmelanffdjlägen. Shtöpfe Wombat (gelb), £elm mit
föugel.
S3lufe.
9ld)feltlappen rot mit gelben Shtmmern bjto. 9?amenSjügen.
Stab aller ie.
a) SHiraf fiere. 9Jlü^e: ©runbtudj tue iß, 83efa|jftreifen hrie bisher
berfdjiebenfarbig. 9luf bem grauen Steljfragen beS SBaffenrod»
finb Stragenpatten in f^atbe beS SRüpenbanbeä (Regiment ber @arbe§
bu ÄorpS unb bet ©arbe^üraffiere ljaben auf ber Sfragenpatte eine,
auf Sluffdjlägen, bie bie ©runbfarbe ber Shagenpatte ljaben, jivei
fiifjen). #rmelauffdjläge in ^arbe be§ SragenS. &djfeIHappen audj
auf ißlufe toeifj mit farbiger ©infaffung je nadj ^arbe be§ 2Rütjenbefa|e3.
Sorberbiefe bed SSBaffenrotfS ebenfalls nrie SRüjjenbefafj. knöpfe:
Riefel ober Sombat Staljlfjelm.
b) Dragoner. SRüfce: ©runbtudj blau. SDlü&enbefafj unb SSefafc
be§ SBaffenrodd toie bisher berfdjiebenfarbig. Sldjfeltlappen: blau mit
rotem (ober rofa) Slbjeidjen unb ©infaffung je nadj Äragenfatbe.
Änöpfe: 9HdeI ober SLombaf. 1.- unb 2. @farbe*2)ragoner-fRegiment
tragen £ipen (gelb bjiv. meifj). Skagonerljelm.
c) ^ufaren. 2ln ber 2Rüje Söefafcftreifen nrie bisher Derfdpeben-
farbig. Sdjnutbefafc be§ SltttlaS grau, ßeibgarbe-lpuiaren tragen ben
। Ter ft e Iba taue, ftelborl. 1. *. 6
S2 UnifnTmietunfl be3 SonbfieeTe'.
toten Slttifa mit gelbem (Sdjnurbe[a| Weiter. Scfiulterfdjnüre jioei’
farbig mit Hummern ober Namenägügen. Änebel, Sftojetten unb
knöpfe ftfjWarj. Neitljofe mit farbigem £i^enbefa| (weift ober gelb).
$el}müpe.
d) Ulanen. Sefäfce berfcfjiebenartig wie bteljer. Sldflelflappen:
rot mit gelben Stummem ober Namettezügen. 1. bte 3. (Sarbe^Ulanen»
Regiment ljaben ßipenbefap (weift ober gelb), knöpfe: Nidel ober
£omba! (gelb). Sfdjapta.
e) £jäger Zu fJJferbe. 3Rü|e ljat Ijellgrünen Streifenbefa| unb gelbe
liefen. Sefä^e be§ StoffenrodS IjeUgrün mit berf^iebenfarbigen
Sorten. Sld^fetflappJen:- Ijellgrün mit roten Nummern ober gelben
Namenszügen. (Staljltjelm.
Pioniere, ®ertc!jr§truppcn. '
2Sie fjelbartillerie. ©djulterfiappen bei Pionieren fdjWarz mit
roter (Sinfaffung, bei Serletjtötruppen grau. Nummern, Namenszüge,
Slbzeidjen rot. S)a§ @arbe’fßionier*S3ataiIlon, Sifenbaljm unb Äraft>
faprtruppen, Xelegrapljenbataillon 1, ßuftfdjifferbataillon 1 unb 2
ljaben2, fjliegerbataillon 1 eine weifte ßifje auf bem Äragen, je 2 auf ben
9luffcf|iägen. 2luf ben Slcfjfelflappen tragen Suftfdjiffer ein £, Äraft»
faljrtruppen ein Ä, Selegrapfjentruppen ein flieget einen Propeller
mit klügeln, knöpfe au§ Nidel. Pioniere unb ßnfenbaljntruppen
§elm, bie übrigen Sftfjafo.
gufjartillerie.
Sßie ^elbartillerie. (Selbe Stdjfelftappen mit roten 9lbzei(f)en;
Ztoei gefreute (Sranaten.
®arbe=fyuBartillerie=Negiment, £eljr4Regiment unb SerfudjS’
Satterie tjaben gelbe £ipen. Sluffdjläge ber ßinienregimenter mit
Rotten (branbenburgifdje). §elm mit Äugel.
Xrain.
SBie Dragoner. Sefä|e faliblau. 1. unb 2. ©arbe^rainabteilung
roeifje fiifsen. Änöpfe: im allgemeinen Sombat (gelb). §elm ätjnlidj
ber ©ragoner.
B. Setleibung unb Üiattgabjcidjen ber Sorgefcfeten.
1. Sanbljeer.
A. Dffijicre.
Sämtliche Offiziere tragen allgemein eine Äotärbe mit ber»
filbertem (bergolbetem) SNittelring, SIdjfelftüde, Portepee, f^elb»
föppel ober (Stfjärpe, Dffizier»Seitengeroepr bei ben gufetruppen
am filbernen ober golbenen Sreffenloppel, bei ben berittenen Stoffen
an roeifjladiertem ßeberfoppel mit ßötuenlöpfen. ®ie Offiziere tragen
Tafel II.
Achselstücke und Achselklappen.
Leutnant
Ass^Arxt
VetcrinÄr
OberlL
VR.KaisAVllh.
(iGrofih. Hess. 1161
Hauptmann
3. Pion.-ÖatL
Major
Feld.-Art.*
Rftt. 6
tu
^ufikArtt.
Rgt 9
Sachs."
Pion.*
* Batl. 22
Els.-Rgu 3 .TeUBatL 5 Krafts
Bad.
Luftscii -
Bad, 1
Flieger*
Bad. 1
Tn in*
Bati. S
Unifotmierung beä ßanbljeeres.
83
ebenfo tote bie SRannfdjaften äßaffenrodf, üölufe unb £ofe, leitete
mit Stegen. Slujjerbem ift ber fogenannte „Keine fRod" eingefüjrt;
gtoei Änopfreijen, Äragen mit Spiegel. 21m SBaffenrod ift ben
Sifcen ber äßannfdjaften entfpredjenb golbene ober filberne Stiderei.
Ter §elm, Tfdjafo ber Säger unb SSerfejrStruppen fotoie ÜWüpe
finb äjnlidj benjenigen ber Sftannfcjaften. Paletot (einreihig) felb=
grau, fragen grau*olibgrün; ferner felbgrauer Umgang.
3um Tienftanguge gehört baS gelbfoppel auS fieber mit SRetalb
fdjlofj (Silber ober Golb), gur 5ßarabeuniform bie Sdjärpe unb bei
beftimmten ^Regimentern ein Helmbufdj (toeijj ober fdjtoarg).
Tie einzelnen Tienftgrabe bet Offiziere finb an ben Siang*
abgeidjen gu ertennen.
Tie Subalternoffigicre unb Hauptleute.
Sie tragen SIdjfelftüde aus nebeneinanberliegenben filbernen
(in ^reufcen) fdjtoargburdjttnrlten Sdjnüren, mit einer an ber Seite
3 mm tjeröorftepenben Tudjunterlage in bet SQtbe ber SdjulterHappen
beS Truppenteils. 2luf bem Sldjfelftüd befinbet fidj bie ^Regiments«
nummer ober ber SRamenSgug fotoie
a) beim fieutnant fein Stern, I _ . t, te. .
b) beim Oberleutnant ein Stern, J Subalternoffigtere.
c) beim Hauptmann ober JRittmeifter gtoei Sterne
®tab§offigierc.
Tie Sldjfelftüde biefer Älaffe finb geflodjten. Tucjunterlage
jle^t ebenfalls 3 mm per bor.
a) Ter SRafor trägt feinen Stern,
b) ber Oberleutnant trägt einen Stern,
c) ber Dberft trägt gtoei Sterne.
Tie 5 e l b adjfelftüde ber StabSoffigiere, Hauptleute unb 2eut«
nants finb fdjmäler unb nicjt glängenb.
Generale.
Tie SÜcjfelftüdte finb au§ ®olb* unb Silbetfdjnur getounben.
3luf ijnen befinbet fidj:
n) beim ©eneralmajor fein Stern,
b) beim Generalleutnant ein Stern,
c) beim General ber Snfanttrie, SaoaHerie ober Slrtiflerie gtoei
Sterne,
d) beim Generaloberften brei Sterne,
e) beim Generaloberften mit bem SRang eines Generalfelb»
marfdjalls vier Sterne,
f) beim Generalfelbmarfdjall gtoei gefreugte. Äommanboftäbe.
Ter $ e I m ber Generale bat einen fliegenben Oer mit bem
Garbeftern.
6*
84
Uniformierung be« 2anbf)eere-5.
Ser äßaffenrod tjat golbene <s?t icf er ei an Äragen unb Stuf«
fdjlägen.
Sie öeintleiber finb neben ber Siefe mit breiten roten
Streifen berfeljen.
Ser Sßaletot t)at innen an ben Sruftflappen rote» futter,
vorn getunter, an ben Slrmelauffdjlägen, ben Safdjenflappen, ben
Ijinteren Safdjenleiften unb am Saillengurt rote Sßorftöße.
3um ©ala* ober ißarabeangug SSaffenrod mit
Sldjfelbänbern unb fjangfdjnüren. Stuf bem Jpelm
ein fdjmarjtoeifjer f}eberbufdj).
©eneralfelbmarfdjälle führen jur ißarabe unb bei
fonftigen feierlichen ©elegenljeiten ben g- e l b m a r f dj a 11 ft a b,
jum Sienftanzug ufto. ben 3nterim§*£yeIbmarfd)aII»
ft ab (SReitftod).
Äricg^minifterhim unb ©eneralftab tragen am SSBaffenrod
larmefinrote Sluffdjläge unb Äragen. Sa§ ÄriegSminifterium ljat
golbene, ber Seneralftab filberne Stiderei. Seibe tragen an ben
Sein fie ibern breite larmefinrote Streifen, glügelabfutanten
(©eneralabjutanten, ©enerale ä la suite) Ijaben filberne Stiderei,
filberne Sld^elfc^nüre unb Seintleiber wie ©enerale.
B. Sanitätsoffiziere.
SBaffenrod mit bunfelblauem Äragen unb Sluffdjlägen, golbene
Stiderei. Stuf ben Sldjfeljtüden ein ^tehilapftab (Solange mit Stab).
3um ißarabeanjug feine Sdjärpe. Sienftanzug: ^elbfoppel. Sonft
toie bie anberen Offiziere. Sie ©rababjeidjen entfpredjen ben ent»
fpredjenben SfiangHaffen ber anberen Offiziere. (Siefye Seite 92.)
C. Seterinäroffijicrc.
SSaffenrod mit fdjroarjem Äragen, golbene Stiderei mie Sanität§*
Offiziere. Äeine Sdjärpe unb fein gelbtoppel.
D. Unteroffiziere.
1. Unteroffizier; Sim SBaffenrodtragen unb an ben Strmel»
auffdjlägen golbene ober filberne Steffen. Sim Plante! toeifpvollene,
fdjmate Sifce mit einem Streifen in ben ßanbegfarben (Preußen
fdjtoarz, Satjern blau, Reffen toeißroi uftn.). Srobbel in ben ßanbeS»
färben. Sn Sßreufjen fdjnjargroeifj; Sanb iveifj mit frijmarjen Streifen.
Sin bem Slufentragen befinbet fid) eine matte Unterofftyerborte.
Sei ben Sä9ern l)eigen bie Unteroffiziere Oberjäger unb ljaben
eine grüne, filberburdjroirfte Srobbel.
2. Sergeant: tvie Unteroffizier, jebod) mit großem Slblerfttopf
auf beiben Seiten beä Äragens.
3. gätjnrirtj: tvie Unteroffizier, jebod) mit filberner Äolarbe an
äRüfje unb §elm unb filbernem Portepee. 3m ^rieben trägt er
Abzeichen.
Tafel IDL
Kaiserprcis-Abseichen
Warttmbg, Baden Hessen Medtknbg. Oldenbg, $ths.*Weim. Braun sch w. Anhalt
S*dis. Hrxgt Lippe Schmbg.-Lp, Waldeck Schbg.-RudoIsL Söndrsh. ReuB Lübeck« Bremen
Säbeltroddel
L 2. 3,
I. Bataillon
4.
5. 6. 7« &
II. Bataillon
9. tü 11. 11
III od. Füsilier<BatL
13. Kpg
KG.J
nniiHiini
1—4. Batterie
5.—8. Batterie
Faustriemen
Kavallerie (ohne Husaren) Artillerie (Berittene)
Uffz. Jäter 1 1 3. 4. 1 EsL 1. 1 3. 4. $. 6u Batt.
Inf. Schütz. ” - “ - -
Uniformierung bei ÄJanbfjeereä.
85
nach abgelegter Dffigieteprüfung bie Dffigiete Waffe am Unterfchnalh
föppel.
$8te jur 23eförberung jum g-ätjnrtd) Reißen junge ßeute, weldje
bie Dffijierlaufbaljn einfdjlagen wollen, Fahnenjunfer.
4. ©er $ijefelbtoebel ober ©ijetoadjimeiftcr: wie Sergeant;
er trägt jebodj bie OffijierSWaffe mit filbernem Portepee am Über-
fdjnalltoppe! unb bie filbernen Kofarben.
5. ©er FelbWebel ober IBgchtmeifter unterbleibet fidj öom SBije-
felbwebel bjw. SSijewaifjtmeifter burd) eine jweite golbene ober filberne
©reffe übet bem Ärmelauffdjlag be§ 9Baffenrode§ bjn». jwei ßitjen
auf bem fragen be§ SÖiantete.
6. Sie ©ffijierftcllbertreter tragen jur Uniform be§ SSijefelb*
webete um bie Sdjultertlappen eine ©reffemSinfaffung öon ber g-arbe
bet Knöpfe; Seitengewehr unb ©ornifier wie bie Offiziere.
©ie FclbWebelleutnantS, bie gu ben Offizieren gehören, tragen
gut Uniform be£ ©igefelbwebete anftatt ber SdjulterHappen bie
Ädjfelftücie be§ ßeutnante, außerbem Jpelm, Seitengewehr unb
Sornifter wie bie Offiziere.
Änbere Stbjeictjcn.
Kapitulanten tragen bie Unteroffigiertrobbel am SBanb ber
Gemeinen- unb ein SHjulterabgeidjen quer über bie Ädjfelllappe.
Sinjährig-freiwillige Ärgte unb Unterärzte tragen eine mit
filbetner ©reffe eingefaßte Ädjfelflappe mit golbenem Äsfulapftab
fowie OffigierSwaffe; Unterbeterinäre begleichen mit golbener
Schlange auf ben Ädjfelflappen.
Sille übrigen Sanitäteunteroffigiere unb Sanitätemannjdjaften
tragen auf bem linlen Ärmel einen gelben ÄSfulapftab.
Fahnenträger haben einen Stinglragen, Ärmelabzeichen unb
ein befonbereS Seitengewehr, falte fie nidjt SSigefelb Webel finb.
Faljnenfchtttiebe hüben 1, Oberfahnenfdjimiebe 2 Ipufeifen in gelber
ßi|e auf bem rechten Unteratm.
Unteroffiziere ber Unteroffigierfdjulen finb fenntlich an einer
Weißen bjw. blauen Schnur über ber Slchfelflappe.
befreite tragen an jeber Kragenfeite beo SSaffentocfe» einen
Heinen Saffentnopf. Obergefreifre ber Fußartillerie tragen
in gleich« SBeife SergeantenTnöpfe unb Unteroffijiertrobbel. Sin»
jährig^FtfciWillige tragen Schnüre in ben ßanbesfarben
um bie SldjfelHappen; ©rompeter haben Sdjwalbennefter am
SBaffenrod. ©a§ ßehrbataillon trägt Schnüre au§ roter
bjW. gelber SSoIle. Unteroffiziere unb Wiannfdjaften, bie einen ßepr»
Iurfu§ auf bet S <h t e ß f cf; u l e mitgemacht ljaben, tragen an ben
Stuffdhlägen SSappenfnöpfe. ©a§ Kaiferabjeidjen unb bete
Sßinterabjeichen wirb auf bem rechten Ärmel, ebenfo bao
86 Uniformierung be$ £anbf)eere$.
iRidjtabgeichen (©ranate), bie Schieftau3geid)nunj
bon ber rechten Schulter nad) ber S3ruft getragen.
~ SBeifte SInnbinbe mit rotem Streug trägt im g-elb ba§ gefamte
Sanitäteperfonal, rote Slrmbinben bie §ilf3franfenträger, blaue
Slrmbinben bie Wahrer bom S8oct.
Sluf ber ®Iufe ioerben nid)i’ getragen:
©ie Slbgeidjen ber Fahnenträger, Sd)ü|enabgei<hen, Sd)ieft»
au§geid)nungen, Saiferabgeid)en, 3Ibgeid)en. be§ Sehr»Snfanterie»
bataillmte, ber Unteroffigierfdjulen unb SBorfdjulen fotoie ber SBinfer;
ferner bie Sdjtoalbennefter.
E. Beamte.
©ie oberen ÜJtilitärbeamten, reelle fämtlidj gu
grüßen finb, tragen in ißreuften an ber Stufte einen Heinen filbemen
Slbler jtoifdjen beiben Äofarben unb auf bem §elmgierat, einen
Sßaffenrod mit berfdjiebenfarbigen Shifftfjlägen unb ba§ Dffigier-
Seitengeivehr. Stuf ben Sldjfelftücfen tragen fie ate ®rababjeidjen
SRofetten. ©ie Sluffrfjläge ufto. finb bei ben Kriegsgerichte»
raten au§ hellblauem «Samt, bei ben 3ntenbanturräten
au§ bunlelblauem ©udjj mit iveiften 58orftöften, bei ben 2Jiilitärapo»
tljeiern au§ farmefinrotem Samt, ©ie SRilitärgeiftlidjen haben einen
langen, fdjrvargen 9tod bis oben gugefnöpft.
©ienftangug ber ^elbgeifflichen: ©rauer, einreihiger Überrod,
Filghut mit Sfteich§* unb ßanbeSlofarbe. SKüfte mit violettem S3efa|.
IBioIetttveiftgeftreifte SSinbe mit ©enfer Kreug am linfen Oberarm;
aufterbem ein filberne^ Kreug an einer filbernen Kette um ben £ate.
Untere SRilitärbeamte (g. 83. SBaffenmeifter) tragen an ber 3Rü|e
über ber ffofarbe ein ftfjilbartigeö Söffen. «Sie haben fein Slnredjt
auf einen ©ruft.
2. Wlatine.
A. Offiziere.
©ie Dffigiere tragen einen bunfeiblauen SRocf, ber am §al§
au^gefdhnitten ift, fo baft ber toeifte fragen, ^ratoatte unb Ober«
hemb gu fel)en finb. ©olbene Slnferfnöpfe. Säbel ober ©old).
9ftü|e mit beutfdjer $gtarbe unb ßaiferfrone mit (gicftenlaub’
ftiderei. Site Schärpe filberner ©ürtel mit Stnferfd)loft. SlUe
Dffigiere tragen bie golbene Äaifertrone auf bem SIrmel. Slbgeidjen
befinben fich auf urmel (golbene Streifen), SIdjfelftüden, ent»
fpredjenb ben Stangflaffen ber ßanbarmee, Gspauletten unb $ut
(ber bem $elm entfprid)t). Sie befi^en aufterbem eine befonbere
©alauniform.
©ie SOlarineärgte unb «beamten haben ben Dffigieren ähnliche
Uniformen.
Uniformierung beä Sanbtjeereä.
87
B. ©edoffigiere.
3roifchenftellung jtoifdjen Offizier unb Unteroffizier. Uniform
toie Öffi^ier, jebocf) mit 2td)feltlappen unb oljne utrmeUrone.
C. Unteroffiziere (Wate).
Wat = Unteroffijier.
Obermaat = Sergeant.
gätjnrid) jur See = gatjnridj.
§elbioebel = fjelbtvebel.
SSelleibung toie bie ber Wtrofen, ausgenommen bie §ät)n»
ridie, bie einen hirgen bunfelblauen fRotf, ber toie bei Offizieren
auSgefdjnitten ift, forme ©old) mit fßortepee tragen. Sepr ber«
ftffiebene fRangabjeidjen befinben fid) an ben Ärmeln, aufjerbem
Unteroffigierborte am Sragenfpiegel.
©ie Wrineinfanterie hat SBaffenrod toie bie Infanterie, weißen
SSefafc, gelbe ßipen, Sfdjalo, Sftüfje mit Sturmriemen.
3. £>rben unb ßbrcnzeitfjen.
A. $?rieg§au§zeirf)Hungen 1914 —1915 —1916.
Stönigreitf) ^reufjen.
©aS Siferne Äreug 1. unb 2. Maffe unb ®rojjireu§ ift am 5. fJluguft
1914 erneut geftiftet.
2. Maffe, fdjinargeS 93anb mit weißer ßinfajfung für JBer-
bienfte auf bem SSriegSfdjauplap ober befonbere mititärifdje SBer*
bienfte in ber §etmat. SEBeifjeS S3anb mit fdjioarger ©infaffung für
batjeim erworbene SJerbienfte.
1. klaffe Wirb auf ber linfen SSruftfeite getragen.
^nljaber beS (Sifemen ÄreugeS 2. SHaffe oon 1870/71 tragen auf
bem 93anb filberneS ®id)enlaub unb barüber für 58erbien[te im
feigen ®rieg eine filberne Spange, auf ber ein berHeinerteS ®i[erne§
Sreuj mit ber Satjreäga^I 1914 angebracht ift.
Orben „Pour le merite".
S?gl. föronenorben 1. bis 4. klaffe mit Sdjroertern.
fRoter Slblerorben 1. bis 4. klaffe mit Sdjrvertern.
Sgl. §auSorben bon ^oljengonern mit Sd)tr>ertein.
Siönigrcid) ®ai)crn.
£füt Offiziere: S)er Wlitär^erbienftorben mit Sd)rt>ertern unb
ebtl. Ärone (mehrere Älaffen) foivie für befonbere SBerbienfte ber
3Jltl.»Wj'Sofeph’örben.
fjür Unteroffiziere unb Sftannfdjaften: ©aS Wtttät’SSerbienftfreuj
mit Sdjrvertern unb ebtl. mit Srone (mehrere fflaffen). SSeifjeS $8anb
mit blauem 9tanbftreifen.
Preussische Orden und Ehrenzeichen-
Kriegs den km ünzen.
0 i ensiauszei ch n u n q Di en sra uszekhnung
UL Kt iStohU IL KI. (Bronze.»
Milifgrehrenzeichen Militärehrenzeichen
II. Kl. I.KL
Kolonial-Denkmünze.
1970/71.
Kronen* Onden IV. Kl.
Roter Adler-Orden
IV.KLffiitSch'vertern
Kriegsauszeichnungen.
Tafel IV.
Preußen
Eis. Kr 11. Kl
Baden
Silb Verd -Med.
Hessen
Tapferkeits-Med.
Oldenburg
Friedr Aug.-Kr.
Sachsen-Altenburg
Taplcrkcits-Med
Sachsen-Weimar
Ehrenzeichen
Württemberg
Mil.-Verd.-Med
Mecklbg-Sch werin
MiL-Verd -Kr.
Braunschweig
Kriegs-Verd.-Kr.
Sachs-Metnifigen
Ehren-Med.
Sachsen
Friedr Auf -Med
Mecklbg-StreliU
Kr. f.Ausxeidin. i. Krg.
Anhalt
Friedr.-Kr
Lippe
Mil-Verd Med
Schaumburg-Lippe
Kr. L treue Dienste
Waldeck-Pyrmont
Silb. Verd.-Med
Sch war» bürg
Kriegs-Verd.-Med.
Reuß 1. u ). Linie
Verd.-Med.
Uniformierung be# Sonbbeete«. 89
ßönigreirf) Sadjfert.
fjür Offiziere: Ser ®?ilitär=St.=^)einrid)»»Drben, Sterbienftorben,
Albred)t§»Drben.
§ür Unteroffiziere: Sa3 (S^renfreug (®olb) aud) mit SBrone, baS
SBerbienfttreug, ba» Albredjt§*®reug.
fjür Unteroffiziere unb 5D?annfd)aften: Sie utilitär «St.^einridi^
Sftebaille unb bie fJriebridj’Auguft’iDlebaille (Silber ober Söronge);
föanb fielje Safel.
SBönigreid) äßürttcmberg.
f}ür Offiziere bie fdjon befteljenben Ärieggorben ober bie golbene
äRilitär»®erbienftmebaille; für §elbwebel--£eutnant§ unb ältere
Portepee »Unteroffiziere ba§ ©erbienftfreug mit Sd) wertem; für
Unteroffiziere unb XQannfdjaften bie filberne ober golbene SDälitär*
SSerbienftmebaiHe.
^rofUjerjogtum ©oben.
fjür Dffigiere: Orben bom ßäbringer ßöioen mit Sdj wertem,
Orben S3ertijolb I. unb ber ^ilitär^SBarl^riebridj^erbienftörben:
festere beiben für befonbere SSerbienfte.
§für Unteroffiziere unb Sftannfdjaften: Silberne unb golbene
SßerbienftmebaiHe am 95anb beS ®lilitär=®arl»5riebrid)»$erbienft
orben» unb für befonbere Säten bie filberne unb golbene Militär»
$arl»§riebridj»$erbienftmebaille.
®rof$ergogtum Reffen.
Allgemeine^ ©frengeidjen „f£ür Sapferteit" (Sapferteitsntebäine)
au§ Silber am blauen, rot eingefaßten 23anbe (für alle Sienftgrabe).
Sa§ ®iilitär=>Sanität§freug (für alle Sienftgrabe).
®rofjljerjogtum f)J?edlcnburg=Srf)Wcrin.
3ftilitär»S3erbienfttreug 1. unb 2. klaffe au» ®olb für alle Sienft«
grabe. f}ür fßerbienfte auf bem ®rieg§fd)auplap am blauen 53anb mit
rot unb gelber Sinfaffung, für SSerbienfte in ber Heimat am toten SSanb
mit gelb unb blauer (Sinfaffung. Sie 1. klaffe wirb wie ba» ©ferne
Äreug 1. klaffe auf ber Unten SBruft getragen.
©roB^erjogtum Olbenburg.
tJriebrid>2Iugufi’$Breug 1. unb 2. Älaffe für alle Sienftgrabe.
Sdjtnargeä SOletall; &anb für föriegsberbienft: blau mit rotem Streifen,
für $eimat3berbienft rot tritt blauem 9tanb. Sragetoeife mie ©ferne»
Äreug 1. bgw. 2. Maffe.
^rog^ergogtum ^ndjfcn-Sßcimar.
®roßfjerzogli(f)er §aus>orben ber 2Badjfamfeit unb bom 'Beigen
fallen, SJerbienfttreug in ®olb unb Silber, ba£ Allgemeine ©jren»
geidjen in ®olb, Silber unb 53ronge mit Sd)rt>ertern. S3anb fielje Safel.
90
Uniformierung beS £anbf)eeted.
®rofjlj erzog'um 9Jledleuburg=®trelib.
ftreuz für Sluözeidjnung im Ärieg 1. unb 2. klaffe, au§ Silber
für alle Sienftgrabe. Srageroeife toie ©ifernes Äreuj. $8anb fielje Safet
Herzogtum 5Braunfd)foeig.
Ärieg£’93erbienftfreUjj aus Sronje für alle Sienftgrabe. 93anb
bunlelblau mit gelbem $anb.
Herzogtum ’Mnfjalt
5riebrid)*s£reua für alle Sienftgrabe. ®anb grün mit ginei roten
Streifen eingefaßt (für 93erbienft in ber £>eimat, toeijje Streifen).
Herzogtum «artjfen-Wltenburg.
Sapferteitemebaille au§ SSronje für Unteroffiziere unb äftann«
jdjaften an toeiBgrün geftreiftem 23anb.
§erjoglid) Sä(^fifd)4£meftinifdje filberne unb golbene SSerbienjt*
mebaille mit Stfjroertern für ganz befonbere 98er bienfte.
Herzogtum Sarfjfen=Stoburg=®otl)a.
(SrneftinifOe $au§orben, 98erbienfttreuz, golbene, filberne 93et-
bienftmebaille mit Sdjtoertern. 93anb fielje Safet
©roB^erzogtum ®a0fen:3Reiningen.
Sfyrenjeidjen für 98erbienfte im förieg. ftreuj für Offiziere unb
bie SJiebaille für Unteroffiziere unb Sftannfcfiaften arte Sronge. 93anb
gelbfdjjiuarzgelb mit toeifjgrünem iHanb.
fyürftentum £ip|)e.
S)aö Ärieg$»®t)renfceuj für Ijelbenmütige Sat, ba3 SriegS«
SSerbienftlreuz, bie WGilitär^erbienftmebaille mit Sortiertern. 58anb
fielje Safet
^iirftentum Sd)OHntburg-£ip|K-
„Sfreuz für treue bienfte" für alle Sienftgrabe. SBanb fietje Xafel.
gürftentiimer SOütavzburg.
Sljrenfreuz 1. bte 4. Slaffe mit Sd)toertern; für Unteroffiziere
unb SRannfOoften eine filberne SDlebaille für „SBerbienft im Ärieg".
iÖattb fietje Safet
Sürfteutum ÜSalbcd unb tßtytnwnt.
Serbienfttreuz 1. bte 4. Stlaffe. Offizterlreuz- ^renlreuz.
©olbene unb filberne 93erbienftmebaille. Siefe Orben toerben mit
2htenaf)me be§ Offiziertreuze§ on einem feibenen meinen, [Otvaq
rot unb golb geränberten SBanb getragen.
Unifotmierwufl bei ßanbfjeeres.
91
Sürftentum 9teug 9. unb j. fiinie.
?}ür Offiziere Sljrentreuj 1. bi§ 4. klaffe. §ür Selbfoebel*
.'Leutnante, Unteroffiziere unb SJtannfdjaften eine golbene b^ro. filberne
Serbienftmebailte (erftere audj mit ber trone). „triegS-Serbienft*
fteuj" an alle Sienftgrabe für befonbere Säten. Sragetoeife roie
©iferneS treuz 1. tlaffe.
Sürftlidj ^o^enjollcrnf^er Dtben.
§auäorben bon ^oljenjoltern mit Sdjioertern für Offiziere.
§ürftlidj jQotjenaolternfdje Silberne (Serbienft») unb ©olbene
(Sljren») SRebaiHe mit Schwertern.
®ie §anfeftäbte Jamburg, Sübed, Sternen.
§anfeatentreuj au3 Sronje; Sorberfeite, mit roter ©mailte
belegt, zeigt in ber SKitte ba§ SSappen ber betreffenben §anfeftabt.
fjür alle ©ienftgrabe beftimmt.
B. ©fjrenjeid)en, im Stieben ju eimerben.
1. ©a§ aiUgemeine ©Ijrenzeidjen (in Sronje, in Silber unb ba« Streuj
be§ iSQlg. ©IjeenzeidjenS).
2. ©a§ Serbienftlreuj (in Silber unb ®olb).
3. Sie StettungSmebailte.
4. Sienftaugzeidjnungen 1., 2. unb 3. Jtlafje (Äreuj aus Tupfer,
Sftebailte au§ Sronje, Staljl) für 15», 12= unb 9jäljrige Sienftjeit-
5. 2anbrt»eljr=Sienftau»3ei(f)nung 2. Slaffe (äÄebaiUe au§ tupfet).
92
Sorgefe(te.
IX. ^Borgefc^te.
1. fRangtlaften.
Sanbfjeer SWatine Ganität^lorpä SJeterinärlorpS
1. Offiziere,
a) ©enerale, Wbmirale.
GJeneralfelbmarJ^an ®eiiewt*Obeifi @eiiertii berSnfcinterie, Stavalterie, Artillerie Seneraüeuhtant ÖroBabmiral Stbmiral iBije-Slbmiral ©encralftabgarjt
bet SIrmee
Seneralmajor ®onter-2lbmiral Obergeneralarjt
b) StabSofjßierc.
Dberft Kapitän jur See Oeneralarjt (Genera löeterinär
DberfUeutnant । 1 Sregatfen-SPapitän GJeneraloberarjt : fiorp»itiiböüeteri« när, Oberftabö- öeterinär
SOtajor Sorbetten-Sapitän Oberftabäarjt
Hauptmann, SRitt«
meifter
c) Hauptleute.
| ffiapitänleutnant I Staböarjt
d) Subaltem-Offiziere.
Dberleu tnant Obe rleutnant jur See Obe rat jt
ficutnant Ecutnant jur See ftfftftenjarjt
Selb tvebel'fie u tnant1)
i Stabätoeterinär
i
Oberüeterinär
Seterinär
2. Unteroffiziere-
SelbtoebeljSacfjtmeifter iyelbioebel, Sedoffi« SanitätSfelbwebel
Unterjablmeifter, QM n‘ r-c P: 43^ P 3* QM © ro n»
Dbermujihneifter u. äRnfilmeifter ufro. Sijefelbttebel, ®tje« Sijefelbtoebel.Un- lltttexöeterinär
m(f)tmeifter, gäfyi- ritfje ufro. Sergeant Obermaat ferarjt,®njäl)rig- SreiroilligerSltjt Sanitatäfergeant
Unteroffijier, Ober- ®laat Sanitäöunter«
jäger, Hoboiften ufw. offijier
2. ßinietlung.
A. dauern be 'ßorgcfctrte be§ Stolbatcn in unb äuget $ienft.
1. 3eber Offizier, SanitätSof fixier unb SBeterinärof fixier be3 £eere£,
bet SDtarine unb ber <5dju&truppen.
i) gelbrocbel-fieutixants gibt eö nur roä^renb beö Ärieqcö.
©ffiiterfielfoertrcter fa&en ben flftanß eine# ftelbnjebeld bejtr. S3ad&hneifterS,
finb iebodj SBorgefefete jihntlidjer Unteroffiziere.
Boxgefe^te.
93
Vorgefehtc finb nidjt, j e b o dj zugrüfjen (fiehe Seite 94),
obere lIRilitär beamte, wie gahlmeifter, ^ntenbanturbeamte,
9Rilitärjuftizbeamte ufw. ^re Slnorbnungen finb im bienftlidjen
Verfeljt §ü befolgen. t
2. $eber Unteroffizier be§ feeres, ber SRarine unb ber Sdjutjtruppen
(and; Sanbgenbarmen).
B. Vorübcrgchenbe Vorgefehte wätjrenb eine§ beftimmten ®ienfte§.
1. Sefreite unb ©emeine, benen burdj bie bagu berechtigten Vor--
gefefcten eine bauernbe VefeljtSbefugniS für gewiffe Tienft«
jteHungen übertragen ift. Tie§ erftredt fid) nur auf Vefehle unb
Slnorbnungen, bie mit ber übertragenen Tienftftellung im
3ufammen(jang fteljen. Soldje Vorgefe|ten finb z- V. Korporal*
fdjaftäfüljrer, Stubenältefte, Unteroffi§ier/£ieitfttuer, Vefruten«
gefreite.
Ein ©emeiner, ber Stubenältefter ift, ift alfo nur Vorgefegter
feiner Stubenfameraben in bezug auf bie Stubenorbnung.
2. (befreite unb ©emeine, benen burd) befonbere Slnorbnung eine«
Vorgefegten eine borübergelfenbe ®efeljföbefugniS erteilt
ift, wie J. V. Gruppenführer, 5ßatrouinenfüljrer, güljrer bon
Abteilungen (zum Sdjiejjftanb, Gefangenentransport), Auffüljrenbe
im ©arnifonwadjtbienft, Sluffidjtfüljrenbe in ber SInzeigerbedung
ufw.
3. äRannjdjaften im Söadjbienft, bie im ^rieben burd) ben ©atnifon«
tbadjanjug erfenntlid) finb.
4. fjelbgenbarmen mit SRingfragen.
3. Ehrenbezeugungen.
©in orbentlidjer Solbat erineift bie Ehrenbezeugungen ft r a m m
unb borfdjriftämäfjig, fo toie er fie im Sienft gelernt Ijat.
Sdjlerfjt grüjjenbe £eute fdjabigen ben fRuf iljre§ Truppenteils upb
tverben beftraft. Tie 2ld)tung unb Ehrerbietung, bie jeber SfRahn
bor feinen SBorgefe^ten haben foll, fommt in ber Straffheit feine*
©ruf>e£ zunt AuSbrud. Unaufmerffamleit entfd)ul»
b i g t n i d) t; ein guter Solbat barf niemals au§ Unadjtfamteit einen
©ruft unterlaffen.
Tie borgefchrtebenen Ehrenbezeugungen werben nidjt nur bei
unmittelbarer Begegnung beß Sorgefepten au§gefüljrt, fonbern aud)
bann, wenn ber S8orgefegte ben Untergebenen nidjt bemerkt, gleidj*
biel, in welcher jRidjtung ba§ Vorbeigehen ftattfinbet, ob ber Vor«
gefegte bem Untergebenen zufällig ben IKüden gelehrt hat unb bgl.
94
®orgeje|jte.
tßeldje Sitten bon (^renbejengungen gibt elf
Vor Wem finb fie ju crtoeifen?
A. ®er einzelne SRonn.
I. fDtannf duften erioeifen bie ©tfrenbejeugung:
1. burd) gr ontme d) e n bor:
a) Seiner SDtojeftät bem Staifer unb slönig, 3fyrer SKajeftät
ber Äaiferin unb Königin,
b) ben Prinzen unb ^rmjeffinnen be£ ÄgI. Kaufes,
c) ben regierenben dürften unb beren (SJemal)(innen innerhalb
ihrer ßanbeSgrenje,
d) iljren Sanbesfürften unb beren ©ematjlinnen, ohne ÜRüdfidjt
auf bie £anbe3grenze,
e) $al)nen unb Stanbarten.
thront gemacht wirb innerhalb unb außerhalb beS Stanbortes,
auch auf ber Sanbftrafje.
2. 55?urdj Stnlegen ber redeten Jpanb an bie Ä o p f =
bebedung bor:
a) allen beutfdjen Offizieren, Sanitätsoffizieren, Veterinär»
Offizieren, ben oberen Beamten ber fDälitarberivaltung*)
unb Sftarinebertoaltung, ben SKilitärgeiftlidjen, ben im
öffi§ierrang fteljenben Singehörigen be§ Äaif. greift». Sluto»
mobil* unb SftotorbootlorpS, bes SJoten ffreujes unb ber
fyelbpoft fohne 3ibilärjte in Uniform.
b) ben Offizieren frember Slrmeen.
c) allen Unteroffizieren unb ben zu biefer klaffe gefjörenben
Verfonen beS Solbatenftanbes.
II. SfoSfiiljruJig:
2)ie Ehrenbezeugungen beSeinzelnenSRanneä befielen
in ^rontmadjen, Slnlegen ber regten £anb an bie itopfbebedung,
Vorbeigehen in getaber Haltung unb Stillfteljen mit ber fyront
nad) bem Vorgefefeten.
®ie berittenen halen babei ben Säbel nicht aus. SBirb ber Säbel
nidjt unter bem SIKantel getragen, fo ift bie Sdjeibe mit ber linfen
§anb anzufaffen unb fenfcedji gut ragen.
bei jeber ßljrenbegeugung ift ber Vorgefefjte angufehen: wenn
nötig, ift ihm Vla§ zu machen.
®ie ©htenbezeugungen finb turz unb ftraff auSguführen;
fie beginnen 6 Schritt bor unb enbigen 3 Schritt hinter bem bor-
gefeiten.
•) Cbere Beamte ber WilitäroevTOQltung tragen als 2lbjeicfien an ber 'JLküfce einen
Heinen itlbemen 9lb!er, ©reifen ufm., ben Wer uhu. fuhren fie aud? auf bem $e(m$ierat,
unb jruar ücrgolbct auf Silbernem/ fitbem auf üerßolbetem ^elmsiexat. Untere Militär*
beamte, bie an Stelle bed 'XblerÄ ein Neinei SBatwen tragen, brauchen md)t gegrüßt 51:
werben. ®in ßuter Solbat roirb in jroetfelhaften fiäHen lieber gufiel al« guroenig grüßen.
&orpe(et5te.
95
ijrontmadjen. ©er SRann fütyrt tociljrenb bei lebten
Sdjrittel bor bem galten burdj §eran$iefyen bei S'UBes eine ljalbe
SBenbung aul unb nimmt bie (SrunbfteHung ein. ®r beljält babei
ben Kopf nad) bemjenigen, bor bem er ^ront mad)t, geioenbet unb
folgt iljm unter ©reljung bei Kopfe! mit ben Slugsn. Kreujt ber
Sttann ben 3Beg bei Söetreffenben, fo bleibt er in angemeffenet ®nt«
femung mit ber jjront nad) djm ftetjen. Sßirb burd) Slbtoinlen auf
bete ftrontmadjen ber-jidjtet, ober toirb bie borzeitige Seenbigung ber
(Sljrenbegeugung berlangt, fo gefjt ber 3Kann weiter unb legt bie
redjte $anb an bie Kopfbebedung.
23eim Anlegen ber redjten .*p a n b an bie Kopf»
bebedung gel)t ber SRann in freiem @d)ritt unb nimmt 6 Sdjritt
bor bem SBorgefegten bie redjte §anb mit gefdjlof jenen Ringern
furz Ijodj; Beige» «nb SJättelfinger berühren ben unteren 9tanb
ber Kopfbebectung, fo bafj fie ungefähr über bem äufjeren Sßinlel
bei redjten Singel ftetjen unb ber SRann bor ber Jpanb borbeifeljen
fann. ©er redjte ©Hbogen toirb ettva in Sdjulterljöfje gehoben,
©er linfe Slrm toirb ftillgeljalten. 23ei Söeenbigung be» (Srufjes
nimmt ber SUJtann ben Kopf gerabeau! unb gleidijeitig bie redjte
§anb furj herunter.
iöeim SBorbeigetjen in geraber Haltung toerben
-bie Sinne nidjt betoegt.
Bum <51 i 11 ft e Ij e n ift burd) bie entfpredjenbe SBenbung
bie fjront nadj bem SJorgefepten ju nehmen.
B. ©efdjlofjene Slbteilungen.
I. Ijfcber Kanonier ober ©efreite, ber fjüljrer einer gefdjloffenen
Abteilung ift, tjat mit biefer eine ©tjrenbezeugung ju ertveifen:
a) bor ben unter I 1 borljer genannten fürftlidjert $erfonen foroie
fjaljnen unb Stanbarten,
b) bor allen beutfdjen Offizieren unb @anitätl»Offixieren; bor
Seterinäroffizieren aber nur bie Slblöfung ber Söadjpoften.
II. SluSfüprung:
Sljrenbezeugungen gef d)Iof f enet 21 b »
teilungen Serben auf Äommanbo iljrer
ter aulge f üljrt:
a) im galten: Stiügeftanben! (Sin bie $fcrbe!) (Stilb
gefeffen 1) ©ie fieute feljen ben SBorgefefcten an. Srfotberlic^en’
fall! ift Singen — redjte! (bie Singen — (infe!) zu fomman^
bieten. Oeljt ober reitet ber SJorgefepte an ber Slbteilung
entlang, fo folgen iljm bie £eute mit ben Äöpf en bte jum britten
SRann unb nehmen bann bie Köpfe bon felbfl gerabeaul,
Sotgefe^ie.
•M
b) im iVtar । dj: Achtung! Augen — red)t§! (Tie Augen
— Imfe!) j)lül)rt ©udj! Tie Arme werben nidjt bewegt,
bie Säbel ber Berittenen fenfredjt getragen. Tie auf ber
Safette (SRunition-^wagen) fi^enben Kanoniere breljen
bie Stopfe auf Augen redjt» (Tie Augen lint») nad) lint»
(rerfjts). Auf: Wiljrt (Sud) 1 rteljmen bie Seute bie Stopfe wieber
gerabeauS unb fallen in ©leidjfdjritt.
III. Bertjaltcn ber $iifyrcr:
a) bie ^üljrer ber Abteilungen unter 20 9)tann ober eine« be»
fpannten ©efdjüfjeS marfdjieren mäljrenb ber ©Ijrcnbe^eugung
neben bem Flügelmann, bie jjüßrer größerer Abteilungen
bor biefen,
b) § ü l) r e r grüßen bei ber Ehrenbezeugung ber Abteilung burd)
Anlegen ber redjten .fjanb an bie Stopfbebedung,
c) Unteroffiziere unb ©eineine al» g-üljrer bon Abteilungen ertteifen
ben Sßetfonen, benen nur bie (Ehrenbezeugungen einzelner
Sülilitärperfonen zuftetyen, für fid) allein bte borgefdniebcne
Ehrenbezeugung,
d) Äußerl) alb be» S t a n b o r t § (ber belegten Or tf d)af t)
er weifen Abteilungen feine Ehrenbezeugung. Ter §üf)ter
melbet jebodj ben betreffenben Borgefeßtcn, borauägefefct,
baß biefe nidjt in fdmeßer ©angart an bet Abteilung oorüber»
reiten ober fahren.
• C. $u befonbere» fallen:
Solbaten, bie fid) in Begleitung eine« Offiziers
befinben, ertveijen nur Offizieren bie (Sljrenbezeugung.
ßeute, bie in einem 28agen fahren, erweifen bie ®l)ien=
bezeugung fißenb bleibenb burd) Annahme geraber Spaltung, Blid nad)
bem Borgefeßten.
SRabfal)rer fifcen zum fyrontmadjen ab. 3|tl übrigen er weifen
fie bie Ehrenbezeugung bnrdj Borbeifaßren in geraber Haltung mit
ermäßigter ©efdjwinbigfeit.
®raftwagenfül)rer unb Äraftrabfaljrer finb
wäßrenb ber ffaljrt immer, giabfaljrer unb ST r ü m p e r»
I u t f d) e r bei ftarfem Straßenberleßr, leptere jebodj nur beim Trab
in ben Straßen einer Stabt, »om ©ruß befreit. 3n ^en fallen, in
benen Sfrümperfutfdjer nid)t bom ©ruß befreit finb, erweifen fie bie
Ehrenbezeugung fifjen bleibenb burd) Annahme geraber Spaltung,
Blid nad) bem Borgefepten.
fReitet ber Untergebene, fo nimmt er eine gerabe
Gattung an, läßt bie redjte Spanb lofe berunterßangen, fiel)t ben
Soxgcfefcte.
97
23orgefegten an unb reitet (Sdjritt. 3JI u ß er am SJorgefe^ten fcfjnell
öorbei, fo reitet er im (Sdjritt heran unb bittet um bie (Erlaubnis gum
Sßorbeireiien.
5n gefdjloffeneu Staunten fteljt ber Untergebene
mit ber ftront gum Sorgefe^ten ftiH; berläfjt er ben 9?aum, fo berfäbjrt
er ebenfo, bis ber 5Borgefe|te ifjn gegrüfjt ljat.
21 uf Steppen wirb burdj Vorbeigehen in geraber Haltung
gegrüfjt, ebenfo beim Stagen größerer ißalete (etwa
Äommifjbrotgröfje)unb wennber(SolbatoljneÄopfbebedEung
ift.
Sie gum Stagen bon gtbilHeibern berechtigten 3Hann-
fdjaften erioeifen bie (Stjrenbejeugung burch Slbneljmen ber SBopf-
bebedung.
4. ^Benehmen gegen Vorgejchte.
A. 2ldjtung unb Gljrerbictung.
Ser «Solbat ertoeife bem 23orgefepten gegenüber feine gute
Ergieljung, bie er im Elternhaus unb im (Solbatenftanb genoffen
ljat, jebergeit; er fei:
guöorlommenb unb aufmerlfam — Sür auf«
madjen; Wntel an« unb auStjelfen; fßlafj machen auf Steppen,
engen ©äugen unb in Sahnen; eigenen fßlah, fyeuer anbieten;
Eingefallene «Sadjen auf!)eben;
befdjeiben — Ijatte fidj gurüd; lein Vorbringen; Jein
Slugenbienern; leine laute Unterhaltung in ber Stälje eine» Vor«
gefegten;
banlbar — bei erioieJenen fjreunblidjleiten; tvenn er
g. 23. Urlaub erhalten hat (pünttlidje Stüdleljr, Schonung bet Urlaubs*
fachen; anftänbigeS Veneljmen auf Urlaub, befonberer Eifer im
Sienft nach SIblauf beS Urlaubs);
Har — bei Sftelbungen unb ©efprädjen; leine Seit«
fdjtveifigleiten;
er bewahre jebergeit bie folbatifdjen fyor«
men — bei S3atteriefeften, Söierabenben unb anberen aujjerbienft»
lidjen Vetanlaffungen.
B. 2lnteben.
DliemalS wirb ein Vorgefefcter mit „Sie" angerebet; follte ein
guter ftreunb mal borübergeljenb Vorgefefcter (g. JB. 2lbteilungS«
führet) fein, fo ljat toäl)renb biefer Seit baS lamerabjdfaftlidje „Su"
gu unterbleiben.
2UIe SSorgefefcten finb bis gum ©eneralmajor (einfdjl.) mit
^er gefrgraue. Öelbart. 1. 5[. 7
98 9?er()alten bei befonberen GJelegeuljciten.'
„§err" unb ihrem ^ienftgrab*) angureben: „§err Unteroffigier",
»§err Hauptmann", „.fjerr ©eneral". Som ©eneralleutnant auf-
wärts ijeißt bie Anrebe: „Euer Ejgelleng". g-ürftlidje iperfönlid^»
leiten werben angerebet: „Euer ®urtf)Iau(^t", „Euer $oljeit", „Euer
Äöniglidje fpoljeit", ber Süronpring beS ©eutfcfjen fReid|e§ „Euer Äaifer*
lidje Roheit", „Euer SRajeftät".
Spricht man bon SSorgefefcten, fo barf eS niemals tjeijjen „Er"
hat baS gefagt ober „®en" habe idj gefetjen, fonbern „§err Unter*
offijier ljat bieS gejagt", „.fjetr tpauptmann ljat angeorbnet", „©e.
Ejgelleng ljat gerufen", „©e. SRajeftät tyaben befohlen".
X. Verhalten bei befouberen Gelegenheiten.
1. Allgemeines.
Sirb ein SDtann gerufen, fo antwortet er laut — ofyne über mäßiges
Schreien — „£>ier" ober g. &. „§err Seutnant" unb läuft im SRarfdj’
marfdj jum ÜBorgefe^ten, bot bem er fid) in 3 ©djritt Entfernung
tabelloS Ijinftellt ©tanb ber ©olbat in einer Abteilung im Hinteren
©liebe, fo läuft er außen um einen Flügel Ijerum.
^eber Sefeljl wirb wieberljolt. $jft er nidjt berftanben, fo Ijeijjt
eS: „Ißerjeiben §err öberft, icf) Ijabe ben Sefeljl niefjt berftanben".
9tad) Ausführung ift SRelbung gu erftatten: „Sier iöefeljl ift aus*
gefüfjrt". — Erhält er wäßrenb Ausführung beS SefeljlS bon einem
anberen Üßorgefehten einen ^weiten, fo melbet er biefem, baß er bereits
einen S3efel)l erhalten fyat. 93efteljt ber betreffenbe gweite ©orgefefcte
auf ber Ausführung feines neugegebenen SJefetjlS, fo hot ber ©olbat
erft biefen auSjufüIjren, alsbann ben erften befehl. SQlelbung über
biefen Vorfall ift bem tBorgefefcten, ber ihm ben erften befehl erteilte,
gu machen.
Soll ein SDlann einern SSorgefeßten einen ®efe!jl überbringen,
bet mit einem anberen höheren fpridtjt, fo ift ber festere gu fragen:
„$jch bitte, bem ^erm Seutnant eine SKelbung madjen gu bürfen".
Vorher ftellt fidj ber Untergebene fo auf, baß er bon bem ©orgefehten
gefehen wirb, felbft aber bon ber Unterhaltung nichts hort.
©eljt ein ©olbat im ©efprädj mit einem ®orgefe|ten, fo hä^
et fidj immer auf beffen linier ©eite; foll er nur mittommen, fo folgt
er ihm einige ©chritte hinterher.
Ein Offizier betritt bie Hafernenftube. SBer ihn juerft fieht, ruft
„Achtung"; alles tritt an bie ©pinbe unb fieht ben Öffijier an.
Ebenfo ift eS beim tßerlaffen ber ©tube; ber ^unädjftftehenbe macht bie
©tubentür auf.
•} SInrebe bcc £ffiaierfielk)ertreter erfolgt und) Efjrer $ ien[tQrßbbe3eidjnung;
g. ®, w'&ert £Jijen>Ad?tm elfter“, M$exr Säfntrid)“.
SJertjatien bei befonberen Selegettfyeiten.
99
(Jin Untergebener betritt bie SSSoljuung eines SBorgefeßten.
SBorljer Slnmelbung burd) SBurfdjen; faubere Stiefel; anflopfen;
auf „herein!" Sür leife öffnen unb ftfiließen; im Rimmer neben bie
Xür treten; abwarten, bis ber SBorgefeßte auffieljt ober iljn anrebet.
SBeint §inauSgeI)en nodj einmal ftramme Haltung neben ber £ür;
beim SSerlaffen leine SSenbungen machen.
gteljt ber Sßorgefefcte in einem engen (Sang, fo brängele fidj ber
Solbat nidjt borbei, fonbern fage: „fiffy bitte, borbeigeljen gu bürfen".
SBill ein 93orgefeßter gu ißferb fteigen, fo I)ält ber ißferbehalter
baS $ferb mit ber redjten $anb am SBadenftüd beS BaumgeugeS feft,
mit ber linfen §anb gieljt er am SBügelriemen über bem SBügel, bamit
ber Sattel nidjt berrutf djt. Sann breljt er ben SSügel auswärts, fo bafj
ber SSorgefefcte ben fjuß ljineinftetfen lann.
gißt ein Sorgefeßter ab, fo Werben bie Sügel Ijodjgeljoben unb
ber Sügelriemen innen burdjgeftedt. ®aS *ßferb wirb an beiben
Xrenfengügeln mit ber redjten tpanb gehalten. ?lUe hier Bügel
bleiben auf bem ißferbeljalS liegen.
SBemerlt jemanb, bafj anbere ftameraben einen borbeigeljenben
SBorgefeßten nidjt feljen, fo madje er fie burd) ben Stuf „2ldjtung"
barauf aufmertfam.
SÖluß jemanb auSnatjmSroeife ioäljrenb beS SienfteS austreten,
fo warte er baS fRüljren ab, trete gum Sßorgefeßten heran unb fage:
„3dj bitte, austreten gu bürfen". 9?ad) fRüdfeljr melbe er: „®om
3luStreten gurüd".
Utaudjen im (Sefprädj mit ®orgefeßten ift niemals geftattet.
2. ©efudje.
(SSefdjtoerben fielje unter ftriegSartitel Seite 74.)
Sille (Sefudje finb bei bem.SBatteriedjef an*
gu bring en. $eber SKann muß baS nötige Vertrauen gu iljm
befißen, iljm audj pribate Singe, bie iljn bebrüden ober in benen er
eines Ulates bebarf, angubertrauen. SSiH er g. SS. irgenbeine ftlage
beim ©eridjt anbringen, fo muß bieS borljer fein §auptmann wiffen;
biefer muß über alles unterrichtet fein, Was in feiner ^Batterie bor*
geljt ober waS eingelne feiner Untergebenen unternehmen Wollen.
(Slje nun ber Solbat fein @efudj bem SBatteriedjef borträgt, er-
ftattet er feinem ftorporalfdjaftsfüljrer unb bem SBadjtmeifter SRelbung
jjierbon. ©iefe SRorgefe^ten muffen ebenfalls Söeftfjeib wiffen unb
tonnen iljm nod) einen guten 3tat geben ober nötigenfalls abraten.
Db ber Solbat fid^ bem anfdjließen will, was biefe ihm jagen, bleibt
iljm überlaffen — entfdjeiben tonnen fie über fein ®efudj nid)t;
bieS lRed)t liegt allein in ber §anb beS SSatteriecbefS, ber baS ®efu<h
nötigenfalls an Ijöljere Stellen weiterleitet.
100 SSertjflÜen bei befonberen Gelegenheiten.
SDiit SCrteji wirb ber Solbat beftraft, ber unter Umgebung [eines
VatteriedjefS etiva ein ®efud) an fjoljere Vorgefegte ober gar an
Se. SRajeftät ridjtet.
Veim Vorbringen beS WefudjS faffe fidj ber Solbat furj unb
flat unb üergeffe nidjt, [ein öiefud) fofort ju begrünben. Sllfo: ,,-Sdj
bitte um 5 Sage Urlaub nadj (Sodjem; mein Vater ift Ijeute ge<
ftorben". (Sr weife bann gleidj baS Telegramm ober ben Vrief öot,
burch baS ober ^en iljm bieS (Ereignis mitgeteilt mürbe.
Ungehörig ift es, burdj Verioanbte ober Vefannte ©efudje beim
Truppenteil ober bei Ijöfjeren Stellen einreidjen gu laffen. ©efdjieljt
bieS auf Veranlaffung beS SJtanneS, fo madjt er fidj ftrafbar. Sille
berartigen ©efttdje bon Slngcljörigen erleiben jubem baburdj eine Ver-
zögerung, baß fie auf bem Tic uftiveg erft nad) einiger Seit an bie ßom«
pagnie gelangen.
Sollten 91 *n gehörige aus fidj felbft Ijeraus jugunften eines
SDtanneS bodj einmal ein ©efudj, 3. V. um Srnteurlaub ober um Urlaub
ju ertranlten fjamilicnmitgliebexn einreidjen, fo müffen biefem glaub’
toürbige Unterlagen für bie Vegrünbung iljrer Vitte beigefügt merben;
Vefdjeinigung ber ÖrtSbeljörbe, beS ßanbratSamteS ober ärgtlidje«
®utadjten.
Ter Solbat tann aber audj einmal in bie Sage tommen, ein
fdjriftlidjeS ©efudj an bie Vatterie gu ridjten: @r erlrantt
j. V. fdjroer auf Urlaub ober ein naljer 9lngeljöriger ftirbt turg Dor
Slblauf beS Urlaubs. $n foldjem ^all iuirb natürlidj ber @efdjü|’
führet unb Söadjtmeifter auSgefdjaltet; baS ®efudj iuirb an bie
Vatterie gerietet — nidjt an ben Vatterie^ef per*
fönlidj. Sluf fauberem, iueifjem Rapier (Üuartblatt) iuirb eS in
guter Sdjrift »erfaßt; Unterlagen, bie ärgtlidjer» ober beljörblidjerfeitS
bie SRidjtigleit beS OrunbeS für baS ©efud) belegen, finb beijufügen.
$ebe JpöflidjleitSrebenSarten in ber Slnrebe ober am Sdjluß beS
©efudjeS finb unmilitärifdj.
Bunt Veifpiel:
Slbreffe: Sin bie 2. Votierte 2. OUjeinifdjen ^elbartillerie*
[Regiments Str. 23.
gnljalt: (Sodjem, ben 12. III. 1916.
©lofelftraße 2.
Tie Vatterie bitte idj um 3 Tage Sladjutlaub; meine SRutter
ift Ijeute geftorben.
Vereinigung ber £)rtsbet)örbe beiliegenb.
S-
Kanonier.
$01*1)011 en bei befonberen Selegenf;eiten.
101
Sollte öor SIblauf beS Urlaubs, ber zunächft bewilligt war, fein
SSefdjeib bon ber 35atterie eingehen, fo feljrt ber Solbat pünttlk^
Zurüd. Eine eigenmächtige überfdjreitung be§ Urlaubs macht ihn
ftrafbar. Eine StuSnahme fönnte bielleid^t nur bie bilben, wenn bet
SRann fo [djwer erfrantt,.bafj ber Slrjt bie ^eimreife als auSgefchloffen
bezeichnet. (Sin rechtzeitig bei ber Batterie eintreffenbeS Telegramm
mujj biefe aber öorUrlaubSablau f hierbon in Kenntnis fe|en.
S9ei bem frönen, tamerabfcljaftlichen SSerteljr, ber fich neben
allem ftrammen ®ienft jwifdjen SBorgefe^ten unb Untergebenen in
unferem £eer bon. jeljer herauSgebilbet hat, benufjt mancher Unter*
gebene bie @elegenl)eit, aud) einmal in einem 35rief an ben
®orgefe^ten bon ficf» hören zu laffen. (Serabe ber gelbjug hat
Xaufenbe folger Fälle gezeitigt, bie ein ehrenbeS SBeifpiel für baS @e*
fühl ber gufammengehörigfeit aller ®rabe unfereS §eereS geben.
äKandjem Solbaten fällt e§ nun fdjwer, feine 33riefe aud) in
eine rid|tige §orm zu fleiben; manch einer läfjt fid) fogar bon Sdjreiben
abhalten, weil er nicht red)t tteifc, wie er folchen 35rief abzufaffen
hat. einige Fingerzeige feien hier furz gegeben:
Slnrebe: „Sehr geehrter £err Hauptmann!" „Cwdj*
zubereljrenber Iperr ©eneral!"
3m 58 rief: Niemals „Sie" fagen, fonbern „iperr SRajot"
ober „Euer Jpod)mohlgeboren"; zutreffenbenfalls bom @ene*
ralleutnant aufwärts „Euer Exzellenz".
Schluß: „SKit beften Empfehlungen berbleibe ich Euer §odj-
wol)Igeboren (ober „Euer Exzellenz")
gehorfamfter
3B.,
Kanonier, 5./46.
Ober „SOlit borzüglidjer Jpod)ad)tung bin id) Euer .... ufw."
(3Bie bor.)
3. Urlaub.
®er Solbat hat wähtenb feiner SJienftzeit fein Stecht auf Urlaub,
fonbern biefer ftellt eine '5Bergünftigung bar, bie burd) treue Pflicht-
erfüllung in allen 2)ienftzw eigen erworben werben will.
2Sie baS UrlaubSgefudj anzubringen ift, ift unter 9lbfdjnitt
„@efud)e" nadjzulefen.
$or llrlaubSantriit hat ber Solbat fich abzumelben: beim
® ef chü^f ühr er, Sammer-, Furier»Unter o ff i>
Zier unb beim SBadjtmeifter. Sel)t er längere Beit auf Urlaub,
fo gibt er alle Sadjen mit einem 3?erjeid)niS an ben Sammer-
Unteroffizier ab, bei fürzerem bem ©efdjühführer feinen Spinb*
fchlüffel. 53om SBachtmeifter erhält er bann ben UrlaubSpaß, ben er
beim Söfen feiner Ptilitärfahrfarte borjuweifen Tjot. 33eim S33ad)t*
102
Scrtjalten bet befonbeten ©elegcnljeiten.
meifter lann er audj erfahren, Weldje 9lrt bon 3ügen er benufen barf.
®ine genaue Erfunbigung hierüber ift burdjauS notwenbig, um eine
unerWünfdjte Verzögerung ber Slbreife burd) ©djwierigfeiten auf ber
SBaljn ju bermeiben.
©er Urlaubspaß ift eine Urfunbe; jebe eigen»
mädjtige Slbänberung beSfelben [teilt fidj als eine ^älfdjung bar, bie
mit Gefängnis beftraft werben kann.
Stöljrenb ber galjtt ljat fid) jeber ©olbat eines gefitteten
betragens ju befleißigen. Er fei fyöflidj unb aufmerffam, beneljme
fidj tabeUoö im SIbteil unb madje überall feinem Truppenteil burd)
feine gute Erziehung Eljre. Tabettofe Ehrenbezeugungen wie auf
ber «Straße finb aud? auf Söaljn^öfen gu erfaeifen. Äein Sännen,
unmäßiges Trinfen, ©djreien unb «Singen;' er fei jurüdljaltenb in
©efprädjen.
Sitten Slnorbnungen ber Valjnbeamten ift unbebingt §olge ju
(elften; ber ©olbat barf nidjt, wie eS oftmals borfommt, beulen, baß
iljm anbete Stedjie als ben übrigen ^aljrgäften jufteßen. Sßirb bon
einem ^Beamten aus irgenbeinem @tunb bie ^eftftettung feiner
jßerfönlidjteit berlangt, fo hat ber ©olbat biefem bie nötigen*Eingaben,
wenn nötig unter Vorweisung beS UrlaubSpaffeS, ju machen.
®m UrlaubSort ljat fid) ber ©olbat zu melben unb babei feinen
Vaß jur Eintragung borjulegen. ©djon bor bem Urlaubsantritt
muß er fidj genau erfunbigen, an weldjer ©teile er feine ^Reibung
unb in welchem Slngug er fie anzubringen ljat. Ta für bie einzelnen
©arnifonorte hierüber öerfdjiebene Vorfdjriften erlaffen finb, laffen
fidj allgemeingültige Eingaben hier nidjt madjen. $[t feine militävifdje
Veßörbe am Urlaubsort, fo t>at bie SRelbung bei ber DrtSbeljörbe zu
erfolgen. ^Reibungen finb im Drbonnangan-jug abjuftatten; baS
Tragen eigener ©adjen ift geftattet. Eine foldje SRelbung lautet 3. 33.:
Kanonier fj. bon ber 5. Vatt. ^elMlrtillerie’Siegts. 9lr. 46 melbet
fi<f> bom 12. bis 16. SRärj nad) Eodjem beurlaubt".
GNeidj bei ber SRelbung ift jeber ©olbat berpflidjtet, fid) nadj
ben für SÖlilitärperfonen berbotenen fiofalen ju erfunbigen — eine
Unkenntnis biefer fd)üpt iljn nidjt bor ©träfe, wenn er bort angetroffen
wirb.
fallen hohe fjefttage in feine Urlaubszeit, fo muß er fidj fdjon
borget mit feinem SKnjug hiernadj einridjten, ba in ©arnijonen an
einzelnen Tagen Drbonnanjanjug borgefdjrieben ift; aud) im §aupt»
gotteSbienft ift biefer anjulegen.
Ein jeber berl)alte ficfy auf Urlaub, wie es einem woljlergogenen
SDlann gebüljrt. Stuf tabeßofen Slnjug fei nodjmals Ijingeroiefen.
$n gefdjloffenen ^Räumen neljme er bie äRüfce ab. Er meibe fdjledjte
©efellfdjaft unb Trinfereien; er Ijüte fid), über militärifdje Slngelegen»
fjeiten, bie anbere gar nid)ts ange-Ijen, ju reben unb ficfj burdj lügen»
ßafte ober übertriebene Erzählungen intereffant machen ju wollen.
58erhalten bei befonberen Seleflentjeiten.
103
6r fpredje audj nidjt über Vorgänge wenig fcfjöner Slrt, bie bielleidjt
einmal in feinem Truppenteil borgefallen finb. W Solbat gehört er
einer großen gamilie an, beren SIngelegentjeiten man nidjt ber Öffent»
lidjteit pretegibt.
Ter Solbat fdjone bie iljm mitgegebenen Sadjen auf Urlaub;
Will er ju §aufe Ijäu§Iidje ober Sanbarbeiten berridjten, fo netjme
er Ijiergu alte Sadjen mit. $ i o i 11 r a g e n ift, toenn e§
nidjt burdj Sßafjbermerf au^brüdlidj erlaubt ift, berboten.
ift felbftberftänblidj audj unerlaubt, bie SanbeSgrenje ju
überfdjreiten, beägl. fidj längere Beit bon bem UrlaubSort ju ent*
fernen.
Sollte jemanb auf Urlaub ertranten ober au§ einem anberen
triftigen @runb einen au^naljmätoeifen iftadjurlaub hnm)d)en, fo
bat er wie unter „@efudje" gefagt, §u üerfidjren.
Sefonbere <SJ<mtifon*®efthmm«igen für Berthe:
!♦ 3u Dftem, IBfingften unb SBeiljnaÄten finb bon ben nadj Berlin beurlaubten Unter*
Offizieren unb Gannfcbaften ber ftommanbantur feine persönlichen Gelblingen ju
erstatten: bie Gelbuttfl erfolgt fdjriftlicft burch bie beteiligten Stäbe unb Truppenteile.
$)er Urlaubßpafc gilt ben hierher Beurlaubten alß Urlaubdfarte biß jum Söeden,
ebne baß ein bezüglicher Bemterf auf bem Baß nötig ift.
2. Unteroffiziere unb Gannföaften im DrbDnnanjanjuge bürfen auf ber Straße nidjt
raudjen.
3. Sluf folgenben Straßen unb ben bort bezeichneten SBegen beß Tiergartens ift non ben
Gannfdjaften ba« fR a u <h e n bei Tage ju unterlaßen:
Unter ben Äinbcn bom Stöniglichen Sdjloft ab bte gum Branoenburger lot,
flßilhelmftrafte bon Unter ben ßfnben bis jur ßeipjiger (Straße, fieipjiger Strafte bon
bet asiltjelrnftrafte ab bte einfchlieftlidj Botßbainer Blaß, SBubapefter Strafte, Senne*
ftraße, Tiergartenftrafte zwifdjen (Sieges- unb $ofiägeraHeer Gharlottenburger ©hauffee
bom Branbenburger Tor bte jum ©roßen Stern, Siegeßallec, Ztönigßplafc, griebeitß-
allee. .
4. Unteroffiziere unb Gannfdjaften haben ben Gante! auf ber Strafte ftetß angezoßen unb
nadj Gaftgabe ber Uniform baß doppel über ober unter bem Gantei zu tragen. tJetner
ift auf ber Strafte [tote baß Seitengewehr anzulegen.
5. Unteroffixiere unb Gannfdjaften, bte anläßlich non Baraben alß Sufdjauer ufto. et-
fd] einen, legen, wenn anbereß nidjt außbrüdlidj befohlen wirb, benfelben 2lnjug tote bte
Gruppen an. (Schreiber, Burfrfjcn, Stabßorbonnanjen, Drbonnanjen bürfen bie fiinie
bet polizeilichen §lbfperrung nur aud bienftlidjem Ulnlaft parieren unb müßen fiep über
leiteten außtveifen tönnen.
« ¥nb Gannfdjaften erfdjetnen an ben ©eburtßtagen Seiner Gajeftät beß
«aifete unb Königs, öftrer Gajeftät ber tfaiferin unb Königin von 9 Uhr pormittagß
bte zum gtntritt ber Tuntelbeit auf ber Strafte im ©rbonnanjanzuge.
7* "Janmdjaften ift bte Berufung beß fialjrrabcB nur im Tienfte geftattet. Wnjug:
Söaffenrod, Guße, Seitengewehr (Säbel am ftabrrabe befeftigt). Ten für baB wab-
fahren Gegebenen polizeilidjen Borfdjriften ift nadjzutommen.
8. Gannfdjaften (Burfdjen) in Uniform ift baB Tragen bon großen (Garft-) Körben unb
auffauenb großen Bafeten unterfaßt. 2)ie tragbaren ©egenftaube bürfen nur ben einen
Ulrm beB TragerB bearifprudjen unb bie ftxamme militärifdje Haltung nidjt beeinträch-
tigen.
9. Burfdjen in ßibree bürfen nidjt einzelne Uniformftüde jur filbree tragen. •
10. fMufter auf benv©ippobrom ift non Unteroffizieren unb Gannfdjaften bie (Ehrenbezeugung
ju Bfenw aiicn im Tiergarten im Schritt $u eriueifen.
Unteroffiziere unb Ganufdjaften, bie ein Bf erb führen, tönnen oftne SSaffe geben,
wenn biefe am Sattel befeftiat ift.
11. 5Den Slnorbnungen bex fni öffentlidjen Sidjerbeitebienfte befüiblidjen BolUcibeamten
ift feitenß ber Gilitärperfonen in ieber Beziehung fjolge ju geben unb ift benfelben
in brinflenben Sailen $ilfe unb UnterftüUnng gu leiften.
12, Bei entfteftenben Straftenerjcßen unb Tumulten hat jeber Solbat, ber nicht im Tienft
ift, fieft fofort in bie Staferrie ober in fein Ouarticr xu begeben.
13. Tie Benutjunß beß GittelburdjgangeB beß Branbenburger Toreß ift nur gefdjlofienen
fJlbteilunßen, nidjt aber einzelnen JR eitern geftattet.
14. $n ben ÄÖanbelhatten beß WeidjBtagßöebftubeB ift bie Äopfbebedung abjunebmen.
15. Söeßen beß Srontmachenß fiehe audj unter „(Ehrenbezeugungen1'.
104
ffierfjahen bei befanberen Sclegenfjeiten.
16. Tie Sönoen bet ftoiferlidjen ftamilie: Ter Vtlitfrfjer träßt bei ben jyabrteit eine breite
filberne erfreue. SJiefetbe Slbtertreffe tragen bie ßataien, wenn niefif ein £elb*
jäner (£>ut mit 0reberbufd)) mitfährt. Ter Staifedidje ^Vraftivaflen ift elfeubeinfarbig
unb Tenntlirfj an einer bom anoebradjten «Startbarte.. Sr führt ald Tfeamungatoti ein
befled (Signal. Tie SSaßenfübrer tragen breite ßofbene Siblertteffen, wenn ber Äatfet
W6 im Etaßen befinbet.
$ie SRürfreife tjat bet Solbat fo einzuridjten, bafj er pünttlid)
nachts 12 Utjr auf feiner Stube ift, wenn nicht ein anberer geitpunlt
für feine SRücffeljr angeorbnet ift. @t melbet fidj beim Unteroffizier
bom Sienft zurüd, bei nädjfter (Gelegenheit bann beim SBadjtmeifter
unb SJatteriedjef.
2lHe SBorlommniffe befonberer Strt, an benen ber SOtann beteiligt
ift, finb nad) ber SRücffeljr unberzüglidj bem Batteriechef ju melben,
audj wenn ber Sftann bei bem in fRebe ftehenben ^all lein gutes
©ewiffen Ijat. 3rgenbweld)e Klagen ober Befdjwerben bürfen nidjt
an ben Satteriedjef gelangen, oljne baß er fchon borljer batüber
unterrichtet ift unb bielleicht feinerfeitS fdjon Sdjritte tun tann, bie
fraglidje Sadje aufzuHären. @S tann nur bon Borteil für ben Solbaten
fein, wenn er als ehrlicher SRann borbeugenb SRelbung erftattet.
@in gugberpaffen gibt eS nicht; eS ift fo rechtzeitig aufzubredjen,
baß bieS auSgefdjloffen ift. SBirb ber ^eitpunft beS UrlaubSenbeS
burdj eine .gugberfpätung Übertritten, fo muß biefe burd) ben Bahn»
hofSborftanb auf bem $aß befdjeinigt Werben.
4. ftommanboS.
3ebet Solbat, ber ein ßommanbo antritt, muß fich beffen bewußt
fein, baß ihm ein ißoflen anbertraut wirb, ben er nur bem befonberen
Sßoijlwollen .unb Vertrauen feiner Borgefeßten berbantt. Sem-
entfpredjenb hot er fich Su führen; jebeS Verfugen aus fRadjlaffigfeit
ober Mangel an Sßflidjtbewußtfein bebeutet einen groben BertrauenS-
brudj. Streng ft e Sluffaffung feiner militäri-
schen Obliegenheiten, ©Ijrlidjleit, Berfdjwie-
g e n h e i t, Selbftzudjt, pflichttreue im Äleinften,
®ewanbtljeit, BerftänbniS, fdjnelle 9luf f affungS-
gabe, aud) Selbftänbigteit werben bon einem foldjen
SRann in erhöhtem SRaß berlangt.
. 1. $13 Crbonnanj.
Crbonnanjen gibt eS bon ber Batterie aufwärts bis ju ben
Ijödjften Stäben (auch im ßozarett). $hre Sätigfeit befteßt im all-
gemeinen barin, bie parolebücher, ^Reibungen unb Sdjriftftücfe aller
Slrt bon*einet Stelle zur anberen zu bringen, münblidje ^Befehle aus*
ZUridjten unb foldje in Empfang zn nehmen. Soldjer ©rbonnanz
werben alfo Sachen — münblidj ober fdjriftlid) — anbertraut, bie ihm
nur infolge feines SonberbienfteS zugänglich finb. ®aß fie — auch
Wenn es fich um ^e fdjeinbar einfachsten unb belanglofeften Singe
SSertjolten bet befonbere« Gelegenheiten.
105
hanbelt — unbebingt geheim ju halten finb, jollte eigentlich felbft»
berftänblidj fein. SD?it feinem Bort barf bie ©rbonnanj feine Kenntnis
irgenb jemanb gegenüber berWerten ober and) nur über foldje Tinge
fpredjen; ein ßefen bon ©djriftftüden, bie fie jur Beiterbeförberung
erhält/ bebeutet eine fchwete fßflidjtberleßung.
Tie Drbonnanj ift bafür berantwortlidj, baß fie leine ihr über»
gebenen ©djriftftüde berliert. Sie trage fie baljer grunbfä|Iidj in
einer SÄ a p p e aus, bie niemals aus ber § a n b ju legen
ober gar an einem unbeauffichtigten 3öh*tab
ju beiaffen ift. 3ft fie einmal geswungen, ©djriftftüde ohne 33enupung
ber Örbonnanjmappe toeiterjugeben, fo finb biefelben gegen 23e-
fdjmufcung ober Siäffe mit einer §ülle gu berfepen. Birb iljr ein
größerer Sluftrag münblidj erteilt, fo madje fie fich einige Stetigen
ate ®ebädjtni§hilfe; eg barf niemals borfommen, baß befehle falfd)
ober unbollftänbig übermittelt werben.
Sine tüdjtige, braudjbare Orbonnanj muß finbig unb getoanbt
fein; bie Stelle, bie bon iljr aufgefudjt werben foll, muß gefunben
Werben. Tie Orbonnanj fdjeue leine HÄühe, feinen Beg, feine TQarfj»
frage, um jum Siel gu gelangen.
©elegentlid) wirb aud) ber ©olbat als örbonnanj ju einem
höheren Öffijicr tommanbiert, 3. 93. Wenn SBorgeiepte auf furge Seit
ju SSefidjtißungen am ©rt anwefenb finb. Slbgefeßen babon, baß foldje
ßeute burch befonberg ftrammeS Stuftreten, peinlidjfte (Sauberfeit
an fich felbft (Ringer!), tabellofen, borfdjriftgmäßigen Slnjug für ihren
Truppenteil befonbere ®I)re einlegen muffen, ift e§ ihre $flid)t, fich
barbier genau gu unterrichten, wag bon ihnen berlangt werben fann.
©ie müffen fid) über Titelunb Slnrebe beg SBorgefeßten
Har fein, am Ort genau Söefdjeib wiffen unb ein SRufter
bon ©eWanbtljeit fein.
Söegleiten fie ben SBorgefe|tenjuguß, fo folgen fie im
Slbftanb bon 3 bis 6 ©djritt, jebergeit gewärtig, auf einen Bint jur
©teile §u fein (linfe ©eite beg SBorgefeßten). Tragen fie babei ben
SRantel beg SBorgefebten, fo ift er mit bem ftutter nad) innen über
ben SIrm ju legen.
fReitet ber SSorgefepte, fo muß bie Drbonnanj beim
Sluf» unb Slbfißen behilflich fein unb bie hierzu notwenbigen tpanbgriffe
(SBügel halten, ^ferb borfüljten, einbeden, umfatteln ufw.) botnehmen.
Swedmäßig ift bag SRitführen einer fiodjjange.
5 ä h t t ber JBorgefeßteim Bagen, fo hot fie auf redjt»
jeitigeS Öffnen unb ©djließen ber Bagentür ju ad)ten; fie ift nötigen»
falls beim Sinfteigen bepilf(id) unb hält bie Tcde jum Snbeden bereit,
©ie ift für ben ridjtigen Beg beS BagenS berantwortlid), wenn fie
mitfäprt; tabellofe §altung auf bem Bagen; gerabe fifcen; fein Sin-
lehnen; leine außerbienftlidje Unterhaltung mit bem Äutfcher.
106
SJettjalten bei befottberen ©elegenfieiten.
Strengfte JReblidjfeit unb Serfdjwiegenpeit fei ben Äafino:
Drbonnanjcn befonberS ans $erz gelegt. ®urd) bie (Eigenart ipreS
©ienfteS finb ipnen 9laudjfadjen, Sier, SÖein unb bgl. Xeidjt gugänglidj
unb oft ju felbftänbiger Verwaltung überlaufen. Säemais laffe fid) eine
[oldje Drbonnang burdj biefe Gelegenheiten in Verfucpung führen.
$lHe$, was fie in Ausübung iljreS ©ienfteS burd) baS engere Bufammen-
fein mit Vorgefepten fieljt unb pört, gept niemanb etwas an; eS
märe ein grober VertrauenSbrucp, wenn fie nidjt berfdjtoiegen fein
lönnte.
, fßeinlicpfte Sauberteit an iprem Sörpet ift gerabe für biefe
Drbonnanjen eine unerläßliche Vorbebingung.
2. »l§ »utfcpe.
®ie Äommanbierung als Vutfcpe geigt, baß bet Vatteriecpef
ben Solbaten für roürbig unb geeignet pält, eine befonbere Ser-
trauens ft ellung ju betleiben.
®ie Vurfdjen treten in engfte Verüpmng mit bem Sorgefeßten,
finb tagtäglidj um iljn unb höben am meiften Gelegenheit, bem Vor*
gefegten unb aud) feiner fjamilie treue ®ienfte gu leiften. ©au ber-
leit, DrbnungSliebe, (Sprlidjtät, fßünftli^Ieit unb gewanbtes Seneljmen
werben jebergeit bon ihnen bedangt. Qbr Son3e^ ©innen unb Strachten
gehe bapin, wie fie bie ^ntereffen beS Vorgefepten am beften wapr-
nehmen. SBer Surfdje bepanble bie ÄleibungSftüde feines £>errn gut;
er gehe borfidjtig mit ben Sadjen feiner SßopnungSeinridjtung um;
er führe über alle Auslagen genaueftenS Sudj; gerbridjt er einmal
irgenb etwas, fo melbe er eS fofort; er fei mit bem SBeden pünftlicp;
er erinnere feinen Vorgefepten an befonbere biefem aufgetragene
SBienftborricptungen; er halte bie Sßoljnung fauber unb madje feinem
Sorgefepten baS Beben fo bequem nrie möglidj. Säemais bergreife
ber Vurfdje fidj am (Eigentum beS Vorgefepten; er fei nidjt neugierig,
Wenn Vriefe ober (Sdjriftftüde bon ipm gefunben werben. Säemals
unterliege er ber Serfudjung, nadjiS ohne Urlaub fein Duartier gu
berlafjen — auch jebeS .'perumbummeln am Sag ift ungehörig, tiefes
fei befonberS ben Vurfdjen gefagt, bie außerhalb ipreS StanborteS
iommanbtert finb. GJerabe Vurfcpen abfommanbierter Df fixiere
finb oftmals längere Beit ohne Slufficpt; auf fie muß man fidj befonberS
berlaffen tonnen, baß fie baS in fie gefegte Vertrauen nicht miß-
braudjen.
Xrägt ein Surfdje an ©teile feiner Uniform einen Surfdjen-
anjug, fo l)«t er alle Sorgefeßten, benen eine ©hrenbejeugung gufteht,
burdj Slbnehmen ber SJiüße ju grüßen. 3Jiit lurgem 3?ud wirb fie bom
Jtopf genommen unb für bie Stauer ber (Ehrenbezeugung im abwärts
auSgeftredten Sinn getragen; ber linle Slrm wirb ftillgehalten.
SllS ißferbeburfcpc werben fjaprer auSgewählt. Sie müffen fiep
jeberjeit gewärtig palten, welcpe große Verantwortung fie mit biefem
Äafemen* unb Stubenorbnung.
107
Amt übernehmen. gebe jftadjläffigfeit, Unpünftlidjfeit unb Unreinlich»
feit in ber Sef)anblung beS ißferbeS fann bem Sorgefefjten großen
©elbjdjaben unb bienftlidje Unanneljmlidjteiten eintragen. Niemals
fefce fi<i> ber SBurfdje auf baS ^ßferb, Wenn er nidjt auSbrüdliche ®r-
laubniS ober Sefeljl hierzu erhalten ljat.
gut Söurfdjen, bie nadj Serlin tommanbiert
finb, gelten bie bef anberen ©arnifonbeftimmungen für Serlin, bie
unter „Urlaub" (Seite 103) nad^ulefen finb.
XI. ftaferueiv unb «Stiibenorbnitug.
1. Allgemeines.
Drbnung unb Sauberleit finb für ben Solbaten nidjt nur aus
©rünben ber miliiärifdjen Sifäiplin, fonbern auch aus gefunbljeit*
lidjen ©rünben notwenbig. Wer biefe Sigenfdjaften nod) nidjt befi|t,
foll fie beim §eer, ber großen Shule beS SolteS, erlernen. Sie
Sameraben muffen fidj gegenfeitig barin ergehen.
Sofort nach bem Sluffteljen finb bie Setten ju machen; bie Stroh*
fäde finb aufjnfdjütteln, 3Ratra|en $u wenben. Sie- Säten unb
Dberbeden finb glatt aufjulegen, fo baß bie Setten gleidjmäßig, eins
toie baS anbere, tabelloS „gebaut" finb. Dljne Erlaubnis ift eS ftreng
verboten, fich tagsüber auf baS Seit gu legen ober Sachen barauf gu
legen ober biefe an baS Sett gu Ijängen.
Sei bem Wafdjen (fielje ©efunbljeitSpflege) ift baS Serfdjütten
bon Waffer nadj Sftöglidjleit gu bermeiben. Sor bem Sienft ift alles
aufguraumen; jeber ift für feine Sachen berantwortlidj. Ser Stuben»
bienft ift nicht etwa bagu ba, irgenbeinem feine Sachen nadjguräumen.
Sie Sdjränte finb feft gu berfdjlteßen; @elb unb Wertpapiere bürfen
nidjt barin fein. Wirb jemanb beftoljlen, inbem er hiergegen berftößt,
ma<ht er fich [trafbar.
Sag Setrißeln unb Sefdjmujjeri bon Wänben, fjenfterbrettern,
Sdjränfen, Sdjemeln ufto. ift ftreng unterfagt, beSgl. baS ©infdjlagen
bon Nägeln an Stellen, bie nicht auSbrüdlidj bagu beftimmt finb. Sor
Setreten beS SatterierebierS finb ftets bie Stiefel gu reinigen. Ss ift
berboten, Sachen aus bem ^enfter gu werfen, gu hängen ober Waffer
IjinauSgugießen. Sie ftenfter finb entiveber feft ju berfdjließen ober,
Wenn geöffnet, ein§uf)afen; für jerbrodjene ^-enfterfdjeiben ift ber
fdjulbige Sftann ober bie SJiannfdjaft ber Stube öerantiDortlidj. SaS
gutoerfen bon Süren ift eine Stütffidjtslofigfeit gegen bie föameraben
unb führt leiht ju Sefdjäbigungen beS SatterierebierS. (£s ift ferner
berboten: 9luS= unb (Sinffeigen burdj bie ^enfter, ^tsarreriftummel
unb Streidjljötjer auf ben Soben ju werfen, ftlur unb Stube burch
AuSfpuden su berunreinigen, SetleibungSftüde auf ber Stube aus«
juHopfen unb unmittelbar aus ben Wafferfrügen ju trinlen.
108
ftajernen- unb Stubenorbnung.
Sitter ®el>ri(f)t gehört in bie SKüttgrube (bie öerfdjloffen gu galten
ift), SIfdje in bie Slfdjbehälter, Sdjmußwaffer in bie Slußgüffe, Speife»
refte in bie hierfür beftimmten Sonnen. Saß fyortftfjütten üon Speife»
rejten bei ben Spüleinridjtungen ift ftreng oerboten. 3n ben Slborten
ift bie größte Sauberfeit am. SSlatj; ein Berftoß bngegen bebeutet eine
grobe Slütffidjtßlofigteif gegen bte Äameraben. ^jebeß Hineinweifen
öon'^egenftänben ift unftattljaft.
Beim Slufmafdjen ber Stube muß einem übermäßigen Serbrandj
bon SSaffer borgebeugt werben, ba bie Sielen fonft faulen unb bie
Setfen ber unterliegenben Bäume befdjäbigt werben.
Hat ein SOtann (Srlaubniß, fidj aufß Bett gu legen, fo muß er Stfjulje
unb Stiefel außgieljen. $ebeß Baudjen im Bett ift berboten. Sei
befohlener Bettruhe nad) anftrengenbem Sienft haben Seute, bie nidjt
an bem Sienft teilgenommen haben, Büdjidjt auf iljre ruljenben
Äameraben gu nehmen. Saßfelbe gilt finngemäß bon fpätabenbß
heimfeljrenben Urlaubern.
Seim Schlafengehen müffen bie Öfen auß fein, ba fonft bie ©efapr
einer (Saßüergiftung beftepen tann. Borfidjt ift beim Umgehen mit
fyeuer unb ßidjt gu beadjten; Hängelampen bürfen g. S. nicht Ijerauß«
genommen werben. ®ang befonberß ift biefe Borfidjt auf ber Kammer,
Srotfen», Borratßböben unb in ©elaffen für Brennmaterialien am
Blaße.
2. ®tubenbicnft.
$>n jeber Stube wirb bom Stubenälteften nach einer beftimmten
ßifte ber „Stubenbienfthabenbe" tommanbiert. Ser Sienft bauert
24 Stunben.
Ser Stubenbienfthabenbe fieljt bei ber Übergabe in Gegenwart
beß bißherigen Stubenbienfteß bie ®eräte nadj bem Bergeidjniß nad;
unb melbet, trenn ettoaß fehlt ober nicht in Drbnung ift. SBorgenß
fteljt er alß erfter auf, polt baß Sßaffer unb wetft alßbann bie Stuben»
fameraben. Bad) bem SBafcpen forgt er für Süftung ber Stube.
3m Sßinter peigt er bor bem SSetfen: baß ßerfleinern ber
Neuerung auf ben Stuben ift unguläffig. Petroleum gum fyeuer»
anmadjen gu üerwenben ift ftreng berboten, ba baburd) leidjt eine
Befcpäbigung beß SWanneß unb Sränbe entfteljen tönnen.
Steinigung ber Stube: Ser Stubenbienfthabenbe
befprengt bei offenen fyenftern gur Bermeibung fdjäblidjen Staubeß
bie Stube mittelß ber §anb ober eineß Sricpterß unb fegt bie Stube
auß. ®r atfjtet befonberß auf ben fyußboben unter ben ßagerftätten
unb auf bie Stubenerfen. Sie ®imer werben entleert unb frifdjeß
SBaffer geholt. ®ß folgt bann baß Staubwifchen mit einem nur hierfür
beftimmten Sappen, fyenfterbretter, Sdjränte, Süren, Bettpfoften
werben mit einem etwaß feurfjt gemachten Sappen abgewifdjt. @erät»
Äftjerncu« unb (Stubenorbnung.
109
fdjoften unb bergleidjen, bie mit Slnftrid, berfehen finb, finb mit SBorfidjt
gu reinigen.
®r t)at bie Stubenlampen rein gu galten unb ift berantwortlid),
bafj fie gut brennen, verbrochene .^tylinbet redjtgeitig eifert unb bie
Sanken gefüllt werben.
betritt ein IBorgefepter bie Stube, fo hat fidj ber Stubenbienft»
habenbe gu melben. ®el)en alle Senfe gemeinfam gum ©ienft, fo Der»
läßt er als lefjter bie Stube unb bringt ben Sdjlüffel an ben hierfür
beftimmten fßlah.
S3or bem Schlafengehen hot ber Stubenbienfthabenbe bie Stube
gtünblidj gu lüften, ba§ Sdjmußinaffer auSgugiefjen unb frifdjeS ©rinf«
toaffer herbeigufchaffen. Bur feftgefepten 3eü löfc^t er bas §euer im
Ofen unb baS Sidjt auf ber Stube.
9CHe Sacfjbefdjäbigungen auf ber Stube hot er fofort bem Stuben»
ölteften gu melben.
3. ©er Stubenältefte.
©er Stubenältefte unb fein Stellbertreter werben bom Batterie»
djef ernannt. ©er Stubenältefte, unb in beffen Slbwefenbeit ber
Stellbertreter, ift SBorgefepter ber Stubenmannfdjaften in begug auf
ben ©ienft auf ber Stube. fftidjtbefolgung eines bon iljm gegebenen
SöefehlS ift Ungehorfam; er hot aber feine Strafbefugniffe unb muß
alle &erftöfje gur Reibung bringen, ©r hat barüber gu machen, bofj
alle 53orfdjriften ber Stubenorbnung bon ben DJhnnfdjaften befolgt
werben.
ferner finb feine Obliegenheiten:
©en Stubenbienfthabenben gu fommanbieren unb beffen tarnen
auf ber an ber ©ür hängenben ©afel eingutragen; bie ©eräte an ber
§anb beS SJergeidjniffeS bon Beit gu Beit gu prüfen unb fyehlenbeS gu
melben; baS bon ber SBotterie befohlene Umftellen ber SSafdjtifche
unb Simer fowie*ba§ ©ntleeren unb füllen ber Spucfnäpfe gu über»
Wadjen. $m ©ienft hat er bie Untergebenen mit „Sie" ängureben.
®r ift für ben guten ©eift auf ber Stube berantwortlidj. SBei
Bmiftigteiten unter ben föameraben hat er eingugreifen unb barauf
gu halten, bafj feine unanftänbigen ©efprädje geführt unb Weber un»
anftänbige ßieber gelungen Werben nod) gelärmt wirb.
4. Sdjranforbnuitg.
©ie Orbnung im Sdjranf ift ein SRajjftab für ben ©rbniingS»*
ftnn beS SJtanneö. 93on Beit gu Beit ift er. einer grfarblichen Steinigung
gu untergiehen; täglich ift bet Schranf innerlich un^ äußerlich gu fäubern
unb abguftauben. Söefonbere Sieinlidjfeit ift in bem ©fjfadj erforberXtch-
Schmusige SEBäfdje ift möglichst balb gu faafdjen ober fortgugeben.
©röblicf) befdjmu|te Sachen finb niemals ungereinigt im Schranf gu
110
Sw Slnjug.
bertoapren. StodjtS unb bei Abwefenpeit ift ber Scprant ftets berfdjloffen
gu palten. Sie Scplüffei beurlaubter ober trauter nimmt ber Korporal*
fcpaftsfübrer an fidj.
Sie Uniformftüde finb folgenbermajjen aufeubewapren: Adjfel«
Happen beS StodeS abgelnöpft, Jpofen unb SOtüpen befferer ©arnitur
umgewenbet.
XII. ©er Sfagug.
1. @>ip unb tBcfdjaffenpeit ber ®adjen.
Sie SBäftpe: (Sauberleit audj in bejug auf SSäfdje foß jebem
«Solbaten eigen fein. @r wedjfle in ber ©amifon minbeftenS alle
8 Sage §emb unb Unterhofen, nad) großer ©rljipung ober Surdj«
näffung möglitpft unmittelbar nadj bem Sienft. Sa§ §emb barf nicpt
über bie .'palöbinbe (^alstudj) unb firmel pinauSragen. •
(Strümpfe unb (yufälappen müffen jeberjeit ganj ober gut geftopft
fein. Sie finb ettva alle brei Sage ju wetpfeln, bei Scpweifjfüfjen
taglid). gufjlappen bürfen leine Siäpte befipen.
Sie §al§binbc foll fo fipen, bafj man bequem mit 2 Ringern
innen entlang fahren fann. beim AJaffenrod foß fie 3 mm über ben
ftragenranb perauSftepen. Ser Sfrwten beS $ a l § t u dj e § barf
nidjt auf ben $al§ btüden (Sfopffdjmergen). §alöbinbe unb £>al£tucp
müffen beS öfteren gebürftet unb auch gewafdjen werben.
Ser Waffenrod unb bie bhtfc. Ser fragen foß fo weit fein, bafj
man bequem mit 2 gingem innen entlang faljren tann. Armellödjer
bürfen nidjt fneifen, ba fonft blutanftauungen unb Hautreizung ent«
ftepen. Sie Sdjulterßappe muß mitten auf ber Sdjulter liegen, Ärmel»
länge berartig, bafj ba§ ©nbe beö Ärmels ba§ zweite Saumengelent
erreidjt. fRod unb blufe müffen fo weit fein, bafj audj eine rooßene
Unterjade im SEßinter barunter getragen werben tann.
Sie <*9oje muff mäfjig ftramm im Spalt fipen, fo bafj fie Weber
tneift noch im Spalt pängt. Ser untere Staub ber §ofe foll gerabe
mit bem oberen Staube be§ AbfapeS abfdjneiben. Sie Hofen finb mit
©ummi^ofenträgern ju befeftigen, ba Seibriemenben Seib einfdjnüren
unb 23rüche begünftigen.
Sie gelbntii^e mujj bon born gefeljen wägetest auf bem $?opfe
fi^en, mit ben Äotarben in ber SJätteßinie be§ ©efidjtö unb mit bem
unteren Stanb etwa 2 ginger breit über ben Augenbrauen unb bem
Dljranfafj. Sie barf niemals IjeruntergeHappt getragen werben.
Sie Sdjiriitmü^c foll fo fipen, bafj ber borbere Sdhirmranb nodj
gerabe bie Augenbrauen erlernten lägt, ©in $intenüberfepen ober
Sdjieftragen ber 9Rüpe fiept lieberlidj unb unmilitärifdj aus unb
ift baijer berboten.
Der Slnjug.
111
©er §elm muß ber Eigenart ber Kopfform angepaßt fein unb
feft auf bem ®opfe fifcen, bodj barf er nidjt brüden. ©er untere (pelm=
raub fall etwa 3 cm über bem Dßtanfaß fein. ©a§ @djweißleber ift
fauber, bie ßuftlödjer finb offen gu holten.
©er borbere Jpelmranb fdjneibet mit ben Slugenbrauen ab.
Sdjuppentetten muffen, wenn fie unter bem ®inn getragen werben,
ftraff angegogen fein; jebodj bürfen fie nidjt brüden. ©er Kiemen
be3 Sd)Weißleber§ muß leidjt angegogen unb mit einer Sdjlaufe feft»
gemacht fein, ba fonft ber £elm bei ©rfji^ung gu tief in bag ©efidjt
fintt.
©er Helmbcjug foll ben gangen Helm bebeden, barf jebodj nidjt
gu Weit fein, ©ie Sorberfdjiene muß bot allem bebedt fein, ba fie
(befonbere bei Sonnenfdjein) ba§ Siel bem ®egner leidjt erkenntlich
madjt.
©er Hantel foll’ bte gut ßolben SBobe reichen. Sei um»
gefdjnafltem Seibriemen finb bie galten nadj ber (Seite gu ftreidjen,
inbem ber SRantel gunädjft nad) hinten gufammengegogen wirb.
©er gute Si& ber Stiefel unb Sdjnür fdjutje ift bon größter SSidjtig*
leit für bie SRarfdjfäljigleit. (Sie müffen feft im Spann fißen, ohne
gu brüden (gußfdjoner hoben fid) feljr bewährt). Sorne müffen fie
bie nötige Sreite hoben, bamit bie Beljen nidjt aneinanbergebrüdt
werben. ©a§ überlebet muß fo ßodj unb fo weid) fein, baß bie Sehen
fidj krümmen tönnen. ©tiefet unb Sdjnürfdjuhe follen etwa eine
©aumenbreite länger fein ate ber §uß felbft. ©ie Stiefelfdjäfte müffen
gehörig weit fein, bamit bie .'pofen, ohne gu brüden, eingeftedt Werben
tönnen.
£u enge Stiefel ergeugen gfußfdjwellungen, Hühneraugen, fyroft
beulen unb eingeWadjfene Kägel, gu Weite Stiefel führen Scheuer»
Wunben herbei. $m Notfälle lege man ©inlege fohlen ein, bie
befonberö im fjelb bei SSälte gute ©ienfte leiften tönnen. ©ie Stiefel
müffen ferner benagelt fein. 9luf Ijerbortretenbe Siegel im inneren
be§ Stiefete ift gu adjten.
©en IRcbolbet tragen bie Unberittenen redjte, bie Serittenen linfe
bom Äoppelfdjloß am ßeibriemen.
©a§ Sanbolier bet Serittenen (fällt im f^elbe fort) liegt unter
ber linten Sdjulterflappe, e§ foll bom gwifdjen bem britten unb bierten
Sfrtopf be§ SBaffenrodg hinburdtgehen. ©ie Äartufdje wirb mittete
ihrer Strippe über bem doppel am linten ©aillenfnopf (ober
am hinteren fOlantelfnopf) fe ft geknöpft unb fd)neibet bei richtigem
Sih mit bem oberen Kanb be£ föoppete ab.- Sei angegogenem SJtontel
liegt borne baö Sanbolier gwifdjen bem gWeiten unb britten ®nopf.
©ie Unberittenen tragen noch Swtbeutcl unb $elbffafdjc.
112
Der Stnjug.
23ei ungezogenem SRantel werben Säbel, SSanbolier unb Seiten-
gewehr über bem SRantel-getragen; baS Äoppelfdjlofj foll jwifdjen ben
beiben unterften SRantettnöpfen ftfjen.
£>er Säbel ber berittenen wirb beim ®ienft ju fßferb
mittels einer Säbeltafdje an ber linten Seite beS Sattels angebracht.
2)er ^auftriemen wirb um @riff unb bügel beS Säbels ge-
fdjlungen, SRiemen, einfdjliefjlicf) Duaft hangt unter bem @efäß beS
Säbels etwa eine .^anbbreit herunter.
S)aS Äoppcl muß fo feft anliegen, baß man mit 2 Ringern innen
bequem entlang fahren lann. (Sin ju weites ffioppel fieht lieberlich
unb unmilitärifd) auS.
5>ie Sabeltrobbcl foll fo lang fein, bafj ber Schieber 6 cm unter
bie barierftange reidjt.
®er ^Brotbeutel ift ebenfalls am Leibriemen feft§umachen. 2)aS
banb befinbet fidj im beutel felbft.
£)ie 3clbfl(ifdje mit Srintbedjer (Inhalt 0,80 Liter) hat eine an
einem Leberriemen befeftigte berfdjlufjfapfel unb wirb in einen fRing
eingehatt, ber fich an ber hinteren, oberen (Sde beS beutels befinbet.
2. 9lnjiig§ arten.
1. Sei t>m«rf<h'H« feiger 9fnsug: $elm, 931ufe, Binbe ($alätud)), 2uc^t)ufe
be^w. 9leithofe, Stiefel, Stoppet mit Sdjlofe, fReiwloer, Seitengewehr
bejw. Säbel, Dtaniel, Brotbeutel, gelbflafdje unb Xrintbedjer.
2. 'Mppcllanjug: SRüfje, Stufe unb §ofe.
3. Crbonnanjnnjug: SSaffenrod, §ofe, §elm, Gljrenjeidjen unb Seiten»
geweht bejw. Säbel.
4. SWad)anjng: $elm, Gfjrenjeidjen, Sleöolöer, Jornifter (S?afernenwad)en,
ohne Üorniftex), SBaffpnrotf, §ofe, Seitengewehr, Banboliet (Gfarnifon).
6. tparabeanjug: $elm (föaarbufd)), ährenreichen, SSaffenrocf, .fjofe, iin Soin»
mer weihe $ofe, Seitengewehr bejw. Säbel, Banboliet.
3. SSehanblung unb Steinigung ber Sachen.
Starl befdjmufcte ÄleibungSftiide finb junächft a u S»
jjuflopfen unb bann ju bürften. Sinb fie gleichseitig nafe gewefen,
fo muffen fie guerft bollfommen t r o d n e n. .ßum SluSflopfen gehören
2 SDiann. Ser Äragen beS SSaffenrocteS wirb junächft nach innen
umgefd)lagen unb bie 9lchfeltlappen gelöft. ®er eine SRann fpannt
ben fRod auS, inbem er fid) beim SBaffenrod bie SSefäfce anju=
faffen, bet anbere Hopft mit fötlfe einer Älopfpettfdje ober eines 5Rohr-
HopferS; niemals ift hierzu ein Stod ju benupen. 3« ftarteS Älopfen
befdjäbigt baS @ewebe beS Ruches. SSeim Älopfen ber §ofe finb bie
§ofenbeine nicht ju fehr auSeinanberäUjiehen, ba baS 2udj fonft ein»
reißt.
Ter Slnsug.
113
Sm allgemeinen ift nur bag gutter ber SudjbeHeibunggftüde
borfidjtig gu Wafdjen. SP man aber gezwungen, ein gangeg Sud)-
betleibunggftüd gu wafdjen, fo ift ein ^Bearbeiten beleihen mit ber
Surfte ftreng berboten, ba eg ben (Stoff angreift. 9Iug befferen SRüfjen
ift bag fjutter gum Sßafdjen Ijerauggutrennen.
Sum 21 u § b ü r ft e n lege man bag Sefleibunggftüd möglidjft
auf einen Sifdj. $u ftarteg Surften befdjäbigt ben Stoff. 9Jian Ijüte
fid), gieden gewalifam, etwa burd) 2lbjd)abcn mit bem SKeffer, gu
befeitigen. § I e d e finb, fofern fie nidjt mit ber bürfte gu beteiligen
finb, gunädjft mit möglidjft lauwarmem SBaffer unb Seife (fyledjeife)
ober mit giedtoaffer gu entfernen. SP bies nidjt möglid}, fo lucnbe
man Sengin an, bei Ölfarben Serpcnihiöl, bei See.flcden butter.
9?oteg Sud) wirb burch alle 9ieinigung»uiiitcl angegriffen. ©ingdne
Sdjmufjflede entferne man burd) 2lbr eiben mit einer brotrinbe.
Ser $ e l m barf beim $u|jen nidjt mit ber Äugel gegen ben Sifdj
geftemmt werben, ba biefe fonft bexbiegt unb ba& fieber cingebriidt
Wirb. Ser fd)Warge §elmfopf wirb mit Sdjwargwtidyg bei.xb.iiet
unb bann mit einem Sappen* abgerieben. Ser fcclnu.bler whb im
allgemeinen nidjt gepult, ältere Slblet tönnen mit Äieibe unb
einer fleinen bürfte gefäubert tverben.
Ser Sornifter wirb äufjetlidj gellopft, innen befonberg in
ben ©den auggebürftet.
SEeifceg fiebergeug wirb mit 9teuweifi geftridjen, nad) bem Srodnen
mit Saltum überpoliert. SSBenn ber Slnfhid) gu bid wirb, mufc er gang
abgebrodjen Werben, ftm fjelbe wirb bag fiebergeug gefdjwäxgt.
Sd)wargeg fiebergeug wirb bom Sdjmufj befreit, mittete
eineg ’ßtopfeng geglättet unb bann mit fiebexfdjwärge fo lange
bearbeitet, big eg glängt. ©inen befonberen ©lang tann man burd)
9tadjreiben mit fjeijjem Spiritug ergielen.
Äodjgefdjirrefinbbefonberginnenfauberguhalten. Seulcn
finb gu befeitigen, farblofe Stellen nad)guftreidjen.
Sie Stiefel finb ftetg gunädjft bom Sdjmufc gu befreien unb
gu trorfnen, iebodj nidjt in ber 9?äl)e beg Dfeng, ba bag fieber fonft
hart wirb’unb fdjrumpft. Sie Sticfclfdjmicre mufj feft auf bem fieber
betrieben werben. Soljlen unb Slbfäfje reibt man am beften mit ficinöl
ein. SP bct ®fwfpl beim ©infetten nap, fo tann bie ^eudjtigfeit im
fieber nidjt berbunften unb bag fieber wirb fjart.
Sporen finb fo angufd)lagen, bafj bie Stöber etwag nad) aufcen
peljen.
Sdjmutjige lörotbeutel werben gewafdjen, Seilbahnen
gellopft unb nur augnaljmgweife gewafdjen.
Ter TveRiaraiie. fteflmrt. 1. 9L 8
114
Ser üln^ug.
4. Saö Ratten bcö Sorniftcre.
3» ben S o r n i jt e 11 a ft e n toirb jjunädjft bte SBäfdjc gelegt, bamit
ber Sornifter meid) auf bem SJiüden liegt, Sarauf lommt m bie Witte bie
<Jleifdjbüd)fe, red)t$ unb litt 13 bauen bie Sdjuürfdjulje (redjter Sdjul) rcdjtS,
GM’acttei- lorniftcr.
linier Sdjut) lintb). fßttV* unb 'Jläßjeug lammt enttoeber in bie Odjitlje ober
jtoifdjen biefe unb bie äußere SomifterWanb ober in ben freien Vaum jtoildjen
ben Sdfuljen.
9lUe ßeute führen bei fidj: Sanun, 'Seife unb eine SBürfte;
Sie Verteilung be3 ißufeeugeä orbnet ber Sorporalfdtaftsfüßrer an 5. V.
berartig, baß ein Wann eine Sleiberbürfte, ber anbere eine Stiefelbürfte, ber
britte Väßseug (toa3 jeber Wann aber tunlidjfl befaßt) bei fid) füßrt.
Sn ben SB ä f d) c b e u t c I gefjört bie übrige SBäfdje, ©etnüfelonfcrocu,
^wicbadabeutel, Saffcebüdjfen, <Solb» unb ®efang« ober ®ebetbud).
Srägt ber Wann Sdjnürfcßuße, fo werben bie Stiefel fladj auf ben ju»
gefdjnallten Saften gelegt, Soljlen nad) außen, Slbfäße nad) unten, unb barüber
bie Sornifter Happe gi’fdjnallt.
Die S-ußmannfdjaften tragen bett SRantel ent Weber angejogen ober ge*
rollt. Sie Sornifter «erben auf ben Wunitions wagen unb 'Beobachtung»tvagen
»erparft.
Sa3 Vollen bea Wantel3 gcfd)icl)t jolgeub ermaß en: SerWanlel wirb
mit ber Snnenfeite unb mit abgelnöpften 9ld)feltlappen unb herunter»
gezogenen 9(uffd)lägen auf bie '®rbe gelegt (fieße ®ilb a), ber untere Seil
toirb eingefcßlagen, fo baß er eine gerabe Sinie bilbet, bie beiben ied)t3
unb linti fo, baß ber untere Vanb fo lang roitb, wie bet Wann mit beiben
Ernten fpannen tann. Sie 'Memel werben flad) auf bie beiben Vänber be3
SRanteU gelegt (fiefje Vilb b). hierauf toirb nodj ber obere Seil eingefdjlagen,
bis bte Slrmtödjer fidjtbar «erben (ließe Silb c). hierauf toirb ber Wantel
EJefunbljeitöpflegc.
115
unter ©lattftreidien bon oben nad) unten gufammengerollt (1 3Rann oben,
1 unten, 1 an jebem Bipjel). Sie Enben werben nii feie be3 fDtoutelriemens
etwa brei Ringer breit vom Enbe gi.fammengefdjnalli. Ser ridjtig gerollte
SÄantel reicht umgeljängt etwas unter bie redjie Häfte.
u.
Sie Jlafettentanoniere fdjicben nad) bem Sluffitjen baS jufammett«
gefdjnallte Enbe auf bie linle Gdjulter.
ttbet ben Wlantcl ber fyaljrer fietje unter SJetpadung beS ^fcrbeS.
3ni Brotbeutel bejinben fidj Eßvorräte, eine Staffeebüdjfe, Eß« unb
Srinhitenfilien, Brotbeutelbanb unb bcrglcidjcn.
XIII. ©efunbfjettöpflcge.
1. Reinigung beS .flörperö unb (öcfmibljcttörcgcln.
Sie (Srunblage für einen gefunben Körper bilbet bie 9? e i n I i dj I e it.
Ser am Mötper Ijaftenbe SdjmuV enthält jaljlreidjc SfranUjeiE-erreger, bie bei
ben lleinften .'pautriffen ober SJerlefjungen in ben Störtet einbringen unb ju
Entjünbungen unb GJefdjWüren ober fogar jur Blutvergiftung führen. Saturn
Wafclje täglidj nadj bem Sluffteljen minbeftenS Stopf, $>alS unb Cbertöryer
unb bie £>iinbe fowie Ober arme unter Beadjtung bet burd) bie Äriegegeit
gebotenen Sparfamteit mit Seife. SaSfelbe gilt vor allem für ©efidjt
unb $änbe nad) betn Sienfte. Sie Hänbc finb am Sag öfters, our allem vor
bem Effeu, mit einer Bürfte ju Waffen unb bie SJägcl 31t reinigen unb 311
Mdjneiben. Saufenbe oon Sfrantljeitöleimen finb unter fdjmutjigen 'Jiägeln
Dorljanbcn, bie burdj Strafen leidjt auf ben übrigen Seil bcS StörycrS über«
tragen werben.
SSiele Solbaten hatten ba§ fßufyen ber ^äljne mit bet Baljnbürfte für
unnötig. Sie Srolge ift, bafj iljre Bäljne burd) g-äulnisftoffe fdjledjt werben,
fdjließlidj gezogen werben müffen unb babttrd) baS Stauen unb bie Serbauung
leibet. „@ut getaut, ift ljalb Verbaut."
Sie $aare finb bes öfteren, möglidjft mit warmem SBaffer unb Seife
(gewötjnlirfje Sdjmierfeife) ju wafdjen, wobutdj ber Sdjuppenbilbung unb bem
Haarausfall Vorgebcugt wirb. Sic Haare finb an ben Sdjläfen unb im ®enid
für,5 ,yi fdjneiben. 3« jebem Sienft muß ber Solbat rajiert fein.
Eine befonbere Sorgfalt ift ber fßflege ber 3?üjje ju roibmen. Ein Solbat,
ber fdjledjte göße ljat, tarnt nidjt marfdjieren unb nufjt uidjtä. SJor allem
fallen Icidjt £»eute mit Sdjwcißfüßen beim ©larfdj auö. Se^ljalb finb foldje
tjüfje täglidj abenbä mit lauem (nidjt Ijeifjem) Stoff« gu wafdjen unb lalt nad)«
jufpülen, bamit fidj bie fßoren fdjlicfjcn. Sic fjüfje finb bann mit Streupulver
einguftreuen unb bie$ am nädjften Sage vor bem Slngiefjen gu miebcrtjolen.
Häufiges SBcdjfeln ber fJuBbcfleibnng ift bei foldjcn i’euten befonberß nötig.
116
GcjunbljeitSpflege.
Sie Slägel finb ju befd)neiben, jebod) ttidjt bie ©den IjerauSaufdjneiben,
ba bie 9?ögel fonft leidjt einwadjfen. ^üßneraugen finb möglidjß »on einem
Sadjtunbigen ju beßanbeln. Sut man es felbft unb ift guß unb SReffer nidjt
ganj fauber, fo tritt bei Ungefdjidlidjleit leidjt SBlutoergiftung ein.
Sollten burd) Stiefelbrud ober galten in bet gußbetleibung Sdjeuer*
Wunben ent ft eßen, fo finb biefe fauber ju ljalten unb fFbalb wie möglidj Vorn
SanitätSunteroffixier »erbinben ju laffen. SBlafen mit ßlabeln ober bem Wleffet
ju öffnen foWie Surdjaießen eines gabenS ift ftreng berboten. Sludj tjier neljme
man ben SanitätSunterof jiaier in Slnfprudj.
SBirb im SBinter Warm g e b a b e t, fo ift ber Körper ßinterljet f efjr empfinb«
ltd). Saljer gut abttodnen, warm anaieljen unb fidj bor Sugluft in adjt neßmen.
©or, bei unb nad) größeren änärfdjen ober flbungen ift au beadßen —
unb baS gilt »ot allem für ben Krieg:
Enthalte b i dj b e S St 11 o ß o 15 bor großen Slnßrengungcu,
benn et fdjWädjt ben Körper. Qn bet g e l b f 1 a f d) e iß ßets SBaffer, Kaffee
ober See mitjufußten; bamit ift fparfam umjugefjen. güt ben Sienß in bor*
gefcßobenen SeobarßtungSftellen empfiehlt eS fidj fogar, eine jtoeite glafdje
mitjuneljmen, ba man nie weiß, ob bie GJefecßtSlage ein fteranbringen oon
SB affet im Saufe beS SageS geßattet.
SBitb bei ßeißem SBetter ober großen Slnßtengungen auf bem SRarfdj
SB a f f e r gettunlen, fo trinle man nidjt au ßaßig uub nidjt jubiel auf einmal.
Stets ift bte gelbflafdje als erjteS ju füllen. SaS Stinten »on SBaffcr auö
Hießenben ober fteßenben GJewäffern.ift ju oermeiben, ba Ijäufig SßpßuSleime
barin enthalten finb.
SBitb beim Wlarfdj eine 91 a ft gemacßt, fo fefce man fidj nid't in feudjte«
®tas ober auf falte Steine, ba fonft ©Haltungen ober ber fetjr fdjmerjßafte
„SBolf" bte golgen finb. Segen legieren ßilft am beften $irfdjtalg, bet audj
»otbcugenb ju öerwenben ift.
Sluf SRärfdjen ift ftreng ju oermeiben, ftifdjes Dbft im Übermaß
ju effen ober S d; n a p S ju trinten.
Sine befonbere Gefaßt bilbet bet $itfdjtagr bet butdj SJerbidung beS
SSIuteS infolge allju ftarten ScßwißenS entßeßt. Et madjt fidj füljlbat burd)
großes Surßgefüßl, Sltembefdjleunigung, ^er^llot fen. SaS SdjWifcen ßört
auf, baS Gefidjt »etfätbt fid) blaurot, ber SRann fcßWanlt ßin unb fjer, bis eine
Dßnmadjt eintritt. Set ^ißf^lag lann »ermicben werben burd) grünblicßeS
SluSfcßlafen »otßer unb burd) genügenbe Ernäßtung bor bem SRarfd). fcäuiigeS
Stinten, Öffnen beS StodlragenS unb bor allem Slbtießmen ber $alsbinbe
(beS $alStudjeS) beugen bem $if)fd)lag »or. ©emertt ein Sofbat bei einem
Kameraben Slnjeidjen wie oben ertoäßnt, fo melbe er bieS fofort.
$ilf eleiftung bei einem »on $ißfcßlag
^Betroffenen:
Ser Kraule wirb in ben Sdjatten gelegt, unb awat fo gelagert, baß ber
Kopf ßod) liegt, Wenn baS Sefidjt rot ift; iß eS blaß, fo Wirb bet Kopf etwas
tiefet gelegt. Sille beengenben KleibungSßüde finb ju öffnen b$w. ju ent»
fernen. SRan flöße iljm Heine Stengen SBaffct etn unb befprenge Stopf unb ®rujt
mit SBaffet. Surd) ftm» unb $erfd)Wenlen eines SBelleibungSftüdeS iß ein £uft»
jug ßetborjubringen. $ört troßbem bie djnmadjt nidjt auf unb ßodt bie Bit»
mung, fo iß jut lünßlicfjen Sttmung au fdjreiten. Ser Ätanfe wirb mit ent»
btßßtem Obetlörpet flad) fjingelegt, Wobei iljm eine Solle aus StleibungSßüden
fo unter ben ßlüden gefdjobeti Wirb, baß ber Sfrußlorb erßößt iß. Ein TOaun
umwidelt bie Bunge mit einem Sucß unb jießt fie foWeit wie möglidj aus bem
offen ju tjaltenben ®lunb ßerauS. Gin anbeter füijrt bie Slrrne beS ößnmädjligen
nad) tüdwärtS bis ßinter ben ffopf autüd — ßierbuteß Ijebt fid) ber SJtußlotb
unb ßuft ßrömt burd) ben offenen Wtunb in bie £unge ein. ßlad) futter fßaufe
werben bie Sltme sutüdgefüfjrt unb feß an ben Srußlorb angepreßt — bie
©cfunbf) eitsp |legc.
117
fiuft entweicht auS bei ßunge. S)ie3 wirb bauernb in rußigem Pempo wieber»
fjolt, wobei ber anbere “Kante nur barauf adjtet, bafj bie §unge weit heraus»
gegogen bleibt. Seginnt bie Sltmung fidj Wieber einguflellen, fo muß nod) eine
Steile mit ber Hin ft lief) en Simung fortgefaljren werben. Sie 3un9e lann
bann loägelaffen werben, jeboch ift ein Snebet auä bem Suche gu madjen, ber
feitlidj gWifcßen bie 3^ne gu fdjieben ift, ba fonft ber Sranfe bei etwa auf*
tretenben Stampfen ber Erftidungögefahr auSgefeßt ift.
Peiftrenger Saite fdjüßt man fidj gegen groftfd)äben burd) ©in-
fetten oon ®efid)t, Dljren unb färben. ©S empfiehlt fid), Pulswärmer gu
tragen fowie, wenn ang^orbnet, $anbf<hutje unb Dfjrenfdjüfcer; ebenfo wärmen
gwei bünne fjemben ben Sörper beffet aU ein bideä. Por allem finb
SBunben gegen g r o ft gu f dj ü ß e n; im gelbe finb mancherlei bös-
artige Perfdjlimmerungen burd) 9?ad)läffigleiten in biefer Pegießung ein»
getreten. SßJerben bei [tarier Saite eingelne Sörperteile gefühllos, fo tft ber
SBlutumlauf burd) 3leiben Wieber ßerbeigufüßren. groftfd)äben leicßter
Slrt beßanbelt man burdj fünf pinfein Bon Serpentin ober Petroleum. Sinb
Seute bem Erfrieren nalje unb feßon bewußtlos, fo bringe man fie in einen
mäßig erwärmten, niemals in einen überßißten SRaum unb reibe ben Sörper
mit (Schnee ein. Kan flöße bem Sranien erwärmenbe Setränle, aber nur in
geringen SJlengen ein.
fRadj ber Stüdfetjr inS (Quartier ober in bie Saferne
barf bet Kann fich nicht fofort Talt wafdjen unb muß ben 9?od nod) eine Ent-
lang gugelnöpft am erßtßten Sörper behalten. Sie genfter finb gu fdjließen,
um gugluft gu uermefben. Eße SBaffer getrunten wirb, ift ein Stüd fBrot- gu
effen. 33ei regnerifchem Sßetter finb bie burdjnäßten SleibungSftüde fofort
abgulegen.
Verhalten bei Erfrantungen.
gm Sriege Wie im grieben fiat ber Solbat alle ernftlidjen Erlrantungen
feinem ^efchüßfüßrer gu melben.' Sie§ gilt Bor allem bon gußerlrantungen,
Schmergen in ber Seiftengegenb, Oßrenetlranlungen mit SluSfluß, ©efdjledjtä»
tranißeilen, SBlutßuften, Sungenfdjmergen unb. Pruftftidjen. .
Sie Sranien ber ©atterie werben gefdjloffen bem _ SanitätSofjigier
gum Sievierbienft borgefüljrt, ber barüber entfdjeibet, ob fie bienftjäßig ober in
baS Peoier ober ins ßagarett aufguneßmen finb.
2. Sanitätöbienft im gelbe.
gm gelbe regelt [ich ber Sanität Sb ienft je nad) ber SefecßtSlage unb ben
örtlidjen SBerßältniffen. Slidjt bienftfätjige Sranle werben g. ®. im Stellung^*
Irieg in bie fReuierftuben ober Sranlenfammelftcllen hinter ber gront ober
in bie gelblagarette abgefdjoben; im PewegungSlrieg treten Wäßrenb beS
Sejedjtö an beten Stelle fieidjtoerrounbeten* Sammel), laße unb Gruppen»
Perbanbpläße, bie ben Gruppen belanntgegeben werben. Seiler rüdwärtS
liegen bie $aupioerbanböplä|je. ßpicßtuetWunbel e ljaben SluSrüftungS*
ftüde unb Saffen bortßin mitguneßmen. gut Unterftüßung ber SanitäW*
affigiere unb Kannfdjaften flehen biefen bie ^iljöiranlenträger ber Batterie
gut Perfügung.
fülle Sd)WerBerW unbeten haben fid; »or Slugen gu halten, baß
fie fid) nidjt in $eden, ©ebäuben ober fonftigen oerftedten Orten oerlriedjen,
ba fie fonft nidjt aufgefunben werben tönnen unb tjilfloö liegen bleiben.
gebet [Kann f üljrt im linfen Porberfdjoß feines SRodeS gwei Serba n b»
päddjen mit, bie nur für ben galt einer Serwunbung oorgefeljen finb.
gebet PHftbraudj biefer, Wie g. 58. SJerbinben oon aufgefdjeuerten güßen unb
bergleidjen ift ftrengftenS unterfagt. 2luf bem Päddjen bejinbet fid} eine
SebraudjSanWeifung, bie herüorijebt, baß ein ^Berühren beS roten Serbanb*
ftoffeö, ber fidj an ber fDluIlbinbe befinbet, fowie ber Sunbe mit ben gingem
118
©ebührniffe.
eine SSerfchlimmerung ber Verleg ang (jerbeifufjren tann. Vei Vaudjfchüffcn
empfiehlt fidj ffilleS Siegenbleiben mi; angelegenen Knien bis 311m Abtransport;
nidjtS effen, ni ()tS trin en! SolLe eine >5 Ijtagaber ücdefct fein, fo muß fie mit
®inbjabenr Srotbeiitelbanb ober bergleidjen fofort feft unterbunbcn werben.
3)er Bettel, ber bie Art ber *3 er in .mb tng trägt, fowie bie G r t e n n u n 9 S-
märten bürfen nid)t abgetnadjt werben.
.Verrounbete unb Krame müffen fletS im SBefiß beS SolbbudjeS unb ber
GrtennungSmarte bleiben, bie iljren AaSweiS für baS gelblazarett ufw. bilbeu.
®a fid) im ©efedjt ober nad) bemfelben oft ber Verbleib VerWunbeter
nidjt feftflellen läßt, ljat jeber Wann bie Vfüdjt, füfealb er tann, aus bem
Sazarett an feine Vatterie zu fdjreiben ober fdjreiben 311 laffen, Wo er fid)
befinbet. Aud) bie Angehörigen finb zu benadjridjtigen.
3. Srfjufc ÖcÖcn Ungeziefer.
®a3 Ungeziefer, baS burd) Übertragung oft an bie fauberflen Seute fommt,
flört nidjt nur bie 3?adjtrut)e, fonbern überträgt oft anfledenbe Strantheitcu
(Saufe — glecftppljuö).
Bunädjfl fdjütit man fid) gegen glötje unb SSanjen burch Ginreiben ber
$aut mit Sdjmierfeife, Sdjwefelfeife ober burd) ®afdji<ng mit Petroleum.
S)cn fdjledjtcn ©etud) muß man in Sauf nefjmen. Sie aufgefdjmiertc Seife
laffe man auf ber trodnen. Vehaartc Seile finb befonbcrS ftart einzufdjmieren.
©egen Saufe (Kleiber*, Kopf* unb gilzlanfe) foll biefc* Verfahren aud)
Ijelfen.
Anbere Wittel finb Einreibung mit 9taphthaKn»Vafe(in, Vergamottöl,
gendjelöt ober Serpentinöl. SeßtereS ift baS wirlfamflc Wittel. getner
empfiehlt fidj Veflreucn ber $aut mit Aaihttjalinpulver ober einem feßr
widfamen Wittel, bem gemahlenen f d) w a r 3 c n Pfeffer, ben man fidj aud)
leicht bon $u Jpaufe tommen laffen tann nnb ber nidjt toflfpielig ift.
Shifcen alle biefe Wittel nidjtS, fo müffen bie Kleiber in bie hinter ber
gront befinblidjeri SeSinfeftionSanflalten, wo fie einer ftarten $iße auSgefeßt
werben.
Seute mit Ungeziefer Ijdben fid) bei ihrem ©cfdjüfcführer 311 melben,
bamit biefer baS weitere veranlaßt.
XIV. ®etiüf)riüffe.
9tebcn freier Verpflegung, Sleibung, äöohnung mtb ärztlidjer Vehanblung
fleht*bem Wanne bie Sölptmig ju, weldje iljm am 1., 11. unb 21. jeben WonatS
auSgezahtt wirb.
1. Sühnung:
A. güt Wannfihaften (im griebenj.
gür Kapitulanten 16,50 JC
berittene Oiefreite 12
unberittenc Glefrcite
gahrer als (Gemeine unb
berittene (gemeine 10,50 JC
un berittene Sc meine 9 .«
> monatlid)
2 a 3 a r e 11 t r a n t e n I 0 h n u n g: täglid) 5
A r r c ft a n t e n 1 ö (j n u n g: täglid) 15 *ßf.: fie bient zur Veflreitnng
ber warmen Soft nnb ber Aufgaben für bie Si'äfdje.
© e f ä n 9 n i *3 l o h n u n g: täglid) 40 '3f. zur Veftreitung ber 53c*
töftigung^
Söhnung für beurlaubte tommt im allgemeinen in gortfall:
nur in gätlcn ganz befonberer Scbürftigfeit tann fie auf Antrag
gewährt Werben.
®ebüljrnijfe.
119
2. Verpflegung.
Sie befielt aus einer Vrotportion fowie ber SJlorgeu», SRittäg* unb
. Ülbenbtoft.
a) Vrot: Sille 4 Sage ein Brot Don 3 kg;. Sie SBrotportion tonn audj für
einzelne Seute, bie mit ber Dorgefdjriebenen nidjt auäfommen, erljöfjt
Werben. ^Beurlaubte unb S a j a r e 11Ironie erhalten lein
Vrot; im mittleren unb ftrengen Sirrefi wirb alle 3 Sage ein SBrot
verabfolgt.
Vrotgclb erhalten bie Beute, bie fidj felbft verpflegen ober benen
ber Oenufj beS KommifjbroteS öerboten ift (etwa 12 Vf-)-
Kein Solbat barf ofjne ßrlaubniö fein '-Brot Verlaufen.
b) Velöftignng: Sie befteljt auS SRorgen», ffltittag» unb Slbenbtoft; man
unterfdjeibet hierbei bie fleine unb bie grofee V e I ö ft i •
gungBportion; leptere ifl im SJlanövet unb bei länger bauernben
Übungen juftänbig. Vlannfdjaften, bie fid) felbft verpflegen, erljalten
baä nichtige VetöftignugSgelb, baS in feiner $öljc fdjroantenbjft; beim
Stuf enthalt in Varadenfagetn auf SruppenübungBpInpen erljöljt fid) biefeä
um 5 Vf.
3m Viwat unb bei größeren Übungen (mefjr als 24flünbtge 2lb»
wcfenljeit au3 ber Samifon) ftcljt baS ljolje VctöftigungSgclb ju, ba§
16 Vf- fiöljet ate baB niebcre ift.
c) fDlannfdjaften, bie mit S ö l) n u n g beurlaubt finb, erhalten
13 Vf- SBctöftignngBgelb für ben SöfjnungStag.
SBei S r a n 3 p o r t e n, bie eine gafjrtbauer Don 8 Stunben über»
fdjr eiten, wirb eine VerpflegungBgebüljrniB Don 50 Vf- gewährt; bei
® i e n ft r e i f e n ju einem Kotnmanbo erljält ber Solbat 1,20 JC
VlarfdjgebüljrniB täglidj.
3. Vul?icufl{ldb. Bur SBefdjaffung beB VufeeugeB erljält jeber Unberittene
7,10 Jl, jeber Verittene 8,80 JU, beim Sintritt; bie hiervon getauften Sachen
verbleiben fein ©igentum.
B. gür Kapitulanten (im Stieben).
1. Kapitulationö^anbgelb.
a) Kapitulanten, bie fid) ju einem weiteren galjr oerpflidjten, erljalten
50 J4,
b) foldje, bie gleitfj auf 2 weitete galjre tapitulieren, 100 Jl.
2. KapitutantenIPpnung.
a) Seute, Wie »or unter a, erljalten einen Söljnungsjufdjufj non 3 Jl
monatlid),
b) fold)e, wie oot unter b, erljalten al§ Söljnung monatlich 15 ,Ä.
C. 3m gelbe.
1. Söljnung: 15,00 ,14 monatlid), Oejreite 18,90 J4.
2. Verpflegung. GntWeber burd) Eluartierwirte ober biirrfj ^Beitreibung ober
burdj mitgefüljrte Vorräte (ScbenSmittelroagen). Sie Zubereitung erfolgt
jumeift burd) bie gelblüdjen; flur Sdjonung berjelben wirb, wenn cS irgenb
möglidj ift, in ben Kiidjen ber fünfer, in mitgefüljrtcn Keffeln ober in itodj*
teffeln gelodjt. Sie eiferne Vortion barf nur auf Scfeljl angegriffen
werben.
Vei Urlaubsreifen wirb ein Serpflegungägelb Don täglidj
1,50 .fi gewäfjrt.
120
^ßoft- unb ßifenbaljnvergünftigunßeu.
XV. gSoft- unb ©ifenMjnvergünfHQnngcti.
1- Stieben.
©oftvergfinftigungen im ®erlebt bet Angehörigen mit ben ©olbaten.
a) portofrei finb gewöhnliche 53 r i e f e unb ‘Stu d f a cfje n bte
ju 60 g fowie Ißofttarten, wenn biefe ©oft fad) en ben ©erntet!
tragen: „©olbatenbricf. Eigene Angelegenheit beb Empfäitgcrö".
b) ©ortoerteidjterung tritt ein, wenn obiger ©erntet! gemadjt ift, für
©oftanweifungen (©elbfenbung bte 15 Jt loftet nur 10 ©f.)
unb für getoöpnlidje © a t e t e (bte ju 3 kg nut 20 ©f.). ©en»
bungen mit Sivillleibern, bie ben Slefcrviflen burd) bie Sruppe jugeljen,
fowie foldje mit Sivitileibern ber Untetofjijierfdjüler finb poriofrei.
c) Keine ©ortofreibeit genießen ©tabtpoftfenb ungen fowie
©enbungen an beurlaubte Wtannfdjaften unb an Einjährige,
©ergfinftigungen auf ber ©ifcnbaljn.
Sei Urlaub in bie Reimst ober nadj bem SB o b n f t b bet
Eltern unb n ä dj ft e n Angehörigen barf in jebem 3)ienft jaljt
eme freie $ i n» unb Siüdfaljrt gewährt werben.
©onft jaljlt ber ©olbat unter ©ortveifung beä UrlauHfdjeineS ben
©rete ber ©l i l i t ä r f a p r 1 a r t e mit 1 ©f. für ben Kilometer.
®ie ©enußungvon S cp n e 113 ü g e n ift nur unter beftimmten
©ebingungen juläffig. Auf bem UrlaubSfdjein mufe fidj bann ein ent»
fpredjenber Setmerf befitiben.
©Serben D * $ ü g e in aitenaljnte Weifen fällen bemeßt, fo ift ein Qu-
fcplag ju entridjten.
E i (j ü g e bürfen 4 Stage vor unb 4 Xage nad) ben großen fjeften
fotvie Wäljrenb biefer Seit nicht mit 9Rilitärfaf)rlarten benußt werben.
2. ©Sährenb bc§ StricgcS.
gür ©enbungen au § bem gelbe beftept ©ortofreiheit.
Singaplungen auf gclbpoftantueifungen finb bei ber Batterie,
nidjt bei ben gelbpoftanftalten felbft gu leiften. Telegramme, bie
in bringlidjen gälten Don beftimmten ©teilen au£ beförbert »erben
tönnen, finb Dom (Empfänger gu begaljlen.
©enbungen ins gelb: ©enaue Mbrcffe! Strmee*
torp§, QnfanferiebiDifiott (9?eferDebiüifion), Slrtillerie-
^Regiment, Abteilung, Söatterie ober befonbere gor-
mationen (SRunitionsfolonne, gliegerabteilung unb bgl.). 5JEHe
SSegeidjnungen finb nnbertiirgt auSgufdjreiben; Slbfürgungen
ioie 9?ef.=T)., 9?. 57, g.*8C unb bgl. finb ungu-
läffig unb .fütjren gur SBergögerung ber SJeftcliung, Dorauä»
gefept, bafj fie überhaupt ausführbar ift. Tie Slngeljörigen
müffen hierüber genau unterridjtet fein.
fß o 11 o: ©te 50 g frei; barüber bte 250 (275) g 10 fßf., bte 500 (550) g
20 ?f.
jätete foften: Über 500 g bte 5 kg 25 fßf., jebe§ weitere Kilogramm
5 fßf. meljr. ^ödjßjuläffigieit 10 kg.
SlUe jätete finb burch bie $a!etbepot§ gu beförbem; nähere
Shtroeifungen hierüber hängen in ben ^oftämtern au3.
ßtarnift>n)tMJd)i>ien|'L
121
gür ben *ßoftberteljr mit StriegSgefangenen
finb befonbere ©eftimmungen erlaffen, bie in jebem ißoftamt unb
audj im Selbe ju erfragen finb. ®ie peinlidjfte SSeadjtüng biefer
SSorfdjriften ift notwenbig, bamit bie Senbung iljr Biel erreicht.
93ei Urlaubsreifen a u S bem ^elb ift freie S8af|n*
faljrt üorgefeljen; galjrtauSweiS ober $ajj ift borjulegen. D*Büge
fönnen gegen Böfung einer SRilitärfaljrlarte unb Ballung beS
SdjneIljugjufd)fageS benu|t werben (Sltinbeftentfemung 100 km).
® er teuren auf beftimmten Streden befonbere Urlauberjüge, fo finb
nur biefe ju benutzen; ein Umfteigen in Sdjnellgüge ift bann ber*
boten. 2)en ’Slnweifungen beS S8aI)nperfonaIS ift jeberjeit fjolge
ju leiften.
XVI. ©anitfonwadjbtenfL
A. «erhalten ber SSßndjcit, poften unb Patrouillen.
1. SillgcincincS.
Wrtilel 22 (1. unb 3. ’Äbjalj).
ein »crantivoTtunflöboIler $ienft ift bet SSadjbienft; feine gewiffenhafte
ftudfiihrung muj; bet Solbat fid; befonberS angelegen fein (affen.
(Sniffite^enb bet SSidjtigteit biefeS $ienfteS Werben 2S ad) ber gehen
befonberS ftreng beftraft; bot bem geinbe tann auf SobcSftrafe ertannt
Werben.
Hriitel 23.
®er ata ^Befehlshaber einer militärif^en 2öad>cr eines-Sommanboö
ober einet Ubtcitung, ober ata ÜSadJboften eine ftrafbare ganblnng, bie er
berbinbern tonnte unb ju bcrljinbetn bienftlid) bcrpflidjtet war/Wiffentlidi
begehen lägt, Wirb ebenfo beftraft, ata ob er bie ganblung felbft begangen
hätte.
(Stab einem Solbaten (gefangene jur SeWatyung anbertraut, fo haftet
er für beten fidjete Sc w ad) ung.
SSer bie 2Sad)e ober bei einem ftommanbo ober anf bem SRarfdje feinen
$(ah eigenmächtig berlägt, Wirb mit Slrreft beftraft.
Bwei ®riegSarti!e! befaffen fid) befonberS mit bem SBadjbienft,
ba biefem 2)ienftjweig eine befonbere SSidjtigteit beijumeffen ift.
®er SBadjbienft in ber Samifon ift eine Vorübung für ben nod) biel
berantioortungSboIleren im fjelbe. ®er Solbat mufj fdjon im ^rieben
lernen, felbftänbig unb oljne Sluffidjt burd) 33orgefe|)te für eine be*
ftimmte Beit feine ganje iJIufmertfamleit auf beftimmte, iljm über*
tragene $flidjten ju lenfen, febe STblenfung ober Sftübigteit ju über*
toinben fowie nötigenfalls felbftänbige, oft fdjwerwiegenbe Sntfdjlüffe
faffen unb burdjjufüljren. $ft er in ber Samifon in biefer SSejieljung
gut gefdjult, fo Wirb er audj im Kriege nidjt öerfagen, in bem oft öon
feiner iBflidjttreue unb SeifteSgegenwart Beben unb Sidietljeii ber
Xruppe abljängt.
122
ÜJ <i ni i) o itroad) b ien ft.
GMfptedjenb ber Sßidjtigteit biefe3 ®ienfte§ finb alle SBadp
mannfdjaften int (öaniifiNiivodjbiciift ‘Borgcfebtc fiiinüirfjcr übrigen
Unteroffijiere nnb SKannfrfjaftcn. 2Us Sßödjmannfdjaft gilt ieber,
ber in Ausübung be3 2S a dj b t e n ft e » begriffen
unb a l § foldjer burd; feinen 9Ingug fenntlid) ift.
Slnjug: Seitengewehr bejro. Säbel, SieDolber, §elm. Plante! unb Tudj«
fjanbfrfjutje nur im SBinter.
2ln ben ©eburtötagen Schier 3)Jaje[tät be3 KaiferS unb Königs, Sfcer
SRajeftät ber Staiferin unb Königin, beä SianbeSljerrn unb beffen ©ematjliu,
ferner am Karfreitag, an ben beiben Öfter*, s$jingft* unb SSeiljnadjtSfeier*
tagen, am 9kujaljrv- unb £>ünmelfat)rt$tage legen bie SL'adjen unb poften
ben $arabean^ug an. SJeim Anlegen beS $>aarbu{djeS werben beim ?luf$ieljen
bet SBadjen fotoie wäljrenb ber Tauer bc$ SSadjbienfteS Don ben poften bie
Sdjuppentetten unter bem Kinn getragen.
©er § 111 beä SRifitäpStrafgeie^bucfjes benimmt, um ben 2öad)--
mannfefjaften and) bie nötigen SRedjte unb Stnfeljen §u geben, folgen-
be$:
„SJcr gegen eine milttarifdpe Sßadje bie it>r fdjttfbige tfdjtung berletjt
aber fid) einer Vefeibigung, eined Hngef)orfamÖr einer *&iberfe$ung aber
einer Xätlidjfeit fripitbig madjt, wirb ebenfo beftraft alb wenn er bie $anb*
lang gegen einen Vergifteten begangen ^ätteu.
2. Sorgefe^te ber SSatfjcn.
TJie SBadjen ftefjen unter bem befonberen Vefetjl beS Sommanbierenbcn
©enerate beä SlrmeetorpS, beS ©ouüerneurS ufw., bes Offizier* aam Orts*
bienft, ber 9tonbeoffi$iere unb ber Sadjljabenben.
9Rit ber Slnfünbigung ober bem Signal „Vergatterung" fdjeibet ber
SBadjmann auf 24 Stunben auS feiner Sotteric aitS unb tritt unter bie 2Badj*
üürgefefctcn.
®cr ^la^major säl)lt nid)t mit $u ben Vorgefefcten ber Töadjen. ßr ift
nur bercd)tigt, im 9(uftrage bc3 Souncrneurs nfro. 9$efcl)le an SBadjen unb
poften ju erteilen.
Slufjer ben befonberen SJorgefefcten ber SBadjen unb fßoften wirten alle
mit ^ifaiplinarftrafgeroalt belieljcnen Offiziere bes wadjljabenben Gruppen*
teils baljin mit, bafj ber Sadjbienft in ben Dorgefdjricbenen formen aus*
gefüfjrt wirb.
3. ß^renbejengungen ber Söadjen.
ajSicSßö^enptäfenticrcn:
Dor Seiner ©tajeftät bem S?aifer unb SBönig, Sforer sDiaieflät ber tfaiferin,
unb Königin, vor ben grinsen unb ^rinjeffinnen bes Königlichen §aufeS,
oot ben beutfdjen un& a«cn fremben $errfdjern unb iljren
©emaljlinnen, oor alten $rin$en unb ^ßrin^effinuen Kaifcrlirfjer unb
Königlidjer Käufer, üor ßrbgroß^er^ögen unb iljren ©emaljlinnen, vor
©eneralfelbmarfdjällen, galjnen unb St anbarten;
Dor ben 9iittern beS Sdjtoarjen SlblerorbenS;
bor ben ©eneralen unb 9(bmiralen, ben fouftigen Vorgcfeftten ber SSadjen
unb ben unmittelbaren Vorgefe^ten bes tvadjljabenben Truppenteils
oom WcginicntS* (fclbftänbigeu Vatailkms*) Jtommanbeur aufwärts
unb
oor niilitärifdjen Trauerparaben.
g-ür bie ®fjrenbe$eugungen ber 23adjen oor filtern oon Drben ufro. in
ben nidjtpreußifdjen Staaten bcS Seiitfrfjcn Stcidjes finb bie bärtigen
Seftimmungen mafjgebenb.
OJnr uifon wachb ieuft.
123
Offizieren ftember 9Irmecn werben biefelben Ehrenbezeugungen ernuejcn,
Wie benen ber beulfdjen 9lrmec.
t "Jiätjext fid) jemanb ber 23a<he, bem eine Ehrenbezeugung ber 23adje
Zutommt, jo ruft ber poften vor bem ©eweijr: $craud! ober ilingeit. Sie?
muß jo zeitig gefdjeljen, baß bie Ehrenbezeugung auögefüljrt ift, wenn bie
fßerfon ufw., ber fie etroiejen wirb, bie 23adje erreidjt. Sfr ba? fjerausrufen
Zn fpät erfolgt, fo wirb bennodj bie Ehrenbezeugung auögefüljrt. Ser poften
bor bem ©eweljr führt in biefem fjalle bie Ehrenbezeugung rechtzeitig für fich
au§, ohne wie fonft auf baß Stommanbo beS 4Bachh«benben zu warten.
Sollte ein ©orgefeßter burd) SSinteu bie feinem Sienftgrab ober feiner
Sienftftellung bon ber SBadje zu erioeifenbc Ehrenbezeugung ablehnen, fo
führt ber poften bor ®eWeljr allein bie Ehrenbezeugung auß unb unterläßt
erft auf abermaliges SBinten auch bieß.
Ipaben bie SBadjcn bie Wäntel angezogen, fo treten fie nur vor Seiner
Wajeftät bem fiaifer unb Äönig unb bor ben Offizieren bom DrtSbienft ins
Eeweßr.
3ft ein erljeblidjer Seil ber SBachmannfchajten burch bie söeauffid)tigung
bon geftgenommenen in Slnfprudj genommen, fo tritt bie 23adje zum Erweifen
hon Ehrenbezeugungen nicht heraus.
b) $e r au S t r e t e n ber 23 a d) en in befonbeten fy ä 11 e n:
Slußet bei Slblöfutigcn unb Ehrenbezeugungen treten fachen ins
®ewct»r, um fRulje unb Orbnung aufrcd)t zu erhalten unb zu ihrer eigenen
Sidjerljeit.
Ser fßoßen bot Seweljr ruft in biefen fällen: getane! ober Ilingeit.
SaS Weitere ©erhalten ridjtet fid) nad» ber ©cracilaffnng, burd» bie bie
SBadjen ins Öeweljr gerufen worben finb.
4. Vorbereitung jum ©Jacßbienß.
Surd) cingehenben Unterridjt Wirb ber Wann »or Antritt beS 2ßad»»
bienfteß nod) einmal über feine allgemeinen fffflidjtcn unb bie befonbere
9tiiweifung für feinen fßoften, ben er verjeßen foll, belehrt. Ser ©olbat
muß fich bemühen, feine Slnweifnng genau zu tennen unb auswenbig zu wiffen,
fo baß er jeberzeit nachher in ber Sage ift, bementfpred)enb Ijanbeln unb auch
feine Slnweifung auf ©erlangen fagen zu tönnen. Er »erweichet bann peinliche
Sorgfalt auf bie Verrichtung feines SSad)anzugeS. ©eim 2Bad»ejerziereu
Werben il)tn bann nod» einmal alle äußerlichen formen, bie zu biefem Sienfte
gehören, eingeprägt.
5. Verhalten auf ber ‘•SJacffftnbc.
SaS Seitengewehr muß immer umgefd»nallt bleiben. '.RachtS bürfen bie
Äragen geöffnet werben; fie finb zu fchließen, fobalb ein ©orgefeßter bie SBadje
betritt. Erlrantt ein Wann auf SBadje, fo melbet er eß fofort bem 23ad)«
babenbeit. IRiemalS barf am Sage bie Sßritfche zum Sdjlafen bemißt werben.
§eber 2Ilfol)olgenuß ift unterfagt. Wit Seiden, bie jeftgenommen finb, barf
nidjt gefprotßen Werben. Wit fürreft wirb beftraft, wer bie SBadje oljne
Erlaubnis verläßt. 9t ad) bem Slußtreten (nur mit Öieneljmigung beß SBach'
ßabenben) melbet fich ber Wann bei bem SBadjljabenben.
Seber Wann benuße bie freie Beit auf ber SBadiftube, fid» bie allgemeine
unb befonbere 'Xnweifung für feinen ©often erneut einzuprägen.
6. ‘Mnffüßrcn unb Slblöfcn ber ©often.
?(uf bem V in woge führt baß Äommanbo ber üluffülji'enbe ber
neuen SBadje, auf bem SR ü d w e g e ber ber a 11 e it. 3eber Slufführenbe
ift Vorgefeßter ber von ihm geführten 9lblöfung; er marfdjiert redjtß. _©or
Offizieren, Sanität?» unb ©etcrinärofjizieren tommanbiert ber fjührer
124
Sarnifontoadjbienft.
G^renbegeugungen, bie ftramm auSgufüfjren finb. Tie Sluffüljrenben finb
bafür verantro'ortlidj, bafj bie Slblöfungen orbnungSmäßig gwei Sdjritt hinter
itjnen unb im Tritt marfdjieren; bie Slblöfungen ljaben fid) auf bei fjaßrftraße
ju ljalien unb nur im Dioifalle ben Sürgerfteig gu betreten. Tret SDlann unb
barunter marfdjieren in einem Stiebe, vier 'Kann unb meßt in gtoei Sliebern.
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2®- O
3Ö
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” EH! Schilderhaus.
1 Auffahren der der neuen Wadia.
<2 . aheo
’ 3 Ablösung.
< 4 AlterfWetV
Slblbfung eines poften3,
9?a<f) erfolgter SlblÖfung füßrt ber äluffüßrenbe ber alten SBadje bie
Stblßfung gut Sßadje gurüd unb melbet bem SBadjfjabenben bie vorfdjriftS-
mäßige Slblöfung, ettoaige befonbere Sortommniffe ufto.
7. Serljalten auf poften.
a) Tie allgemeinen ^fli^tcn.
Äricgöartitel 22 (2. ?lbfaß).
Tem 3Sad)poften ift, wenn nidjt ein anbercö auäbrüdlidj beftimmt wirb,
»erboten, fidj nieberjnfctjen ober niebcrjulegen, bie Söaffe auS ber <janb
ju taffen, ju effen, ju trinten, Tabaf ju raudjen, Scfdjente anjuncljnten,
ju fdjlafen, über bie Srcnje feines Sofiens tjinauSjngcfjcn, ifjn bor erfolgter
Äblöfung ju bertaffen ober fonft feine Tienfttoorfdjrift gn übertreten.
Sei ßbetnafjme feines S p ft c n 3 Ijcit er fi(^ bavon gu über»
geugen, ob bie iljm jur ßbertoadjung übergebenen Segenftänbe vorljanben
unb unbefdjäbigt finb, ebenfo ob bas SdjilberljauS fauber unb nidjt belrißelt
ift. fjinbet er irgenbeine Unorbnung, fo macfjt er bem Sluffüßrenben Slelbung.
TaS ©djilbertjauS ift nur bei ßntoetter gu betreten; fobalb eS ber
©ienft ober eine Gljrenbegeugung erforbert, ift eS ju »erlaffen.
3ft eg nidjt auSbtüdlidj anberS angeorbnet, fo barf ber poften in ber
IRälje feines SdjilberljaufeS auf» unb abgeljen.
Sollte ein Soften erfranten, fo muß er troßbem bis gut Slblöfung
auf feinem Soften verbleiben; finbet er Selegenljeit, ben SEadjfjabenben
burdj britte Serfonen von feiner Grlranfung in Kenntnis ju (eßen, fo barf
er bieS tun.
S o ft e n, bie m i t S 11 o n e n auSgerüftet finb, ftefjen mit ungelabenem
Sevolver; bie SJltinifion befinbet fidj in ber Sievolvertafdje ober in ber Tafdje
beS Tßadjmante^. Sie bürfen nur laben, toenn eS in iljrer Slntoeifung auS»
briidlidj angeorbnet ober ber Sebräudj ber Sdjußtoaffe nadj Sage ber Ser*
fjältniffe erfotberlid) ift.
b) Tie befonberen Sorfdjriften.
ftfür jeben einjelnen Sßofletr gibt eS neben ber allgemeinen eine befonbere
Slntvcifung. Sie umfaßt feinen engeren SflidjtenlreiS, ben er an feinem Sloße
ju verfeljen fjat. Seine gangen Sebanien ljat er toäßrenb feines gtoeiftünbigen
TieufteS nur auf biefe SfÜdjten gu ridjten. Gr muß befonberS barauf adjfen,
niemals über bie iljm genau gegogene Srenje feines St»Pen^ tjinauSgugeljen,
bamit er audj jeberjeit ju finben ift. Tie geringften Serftßße gegen bie
fUntveifungen im 2Vad)bienft tragen eine Strafe von minbeßenS 14 Tage
ftrengen SirrefteS ein.
©arnifonwadjbienft.
125
o) K^renbejcuguitflen ber poften.
3U ben Ehrenbezeugungen, bie bie Poften ju ertueifen haben, treten
fie auf itjren pia& unb
a) grafen deren ober
b) flehen mit @ewehr über ftill.
fRäfjert fid) jemanb, bem eine Ehrenbezeugung juftetjt, fo begibt fid) ber
Poßcn fdjnell auf feinen plav unb erweift tjier bie Cijrenbe^eugung, Patrouil«
leurpoften er weifen bie Ehrenbezeugung auf ber Steile, an bet fie fid) gerabe
be|inben.
Sßat ber SBorgefeßte zu fpät bemertt, fo wirb bie Ehrenbezeugung nadjträg»
lidj erwiefen.
PeiSoppelpoßen fieljt ber linfö fteljenbe Mann nad) bem redjtS
fteljenben unb madjt bie (Griffe mit biefem gleichzeitig.
5)ie fßoften p r ä f e n t i e r e n:
in allen fällen, in benen bie 33 ad) en präfentieren, außerbem üor
allen Df.ijiereit ber Slrmec, ber 3)1 ar ine unb ber Sdjithlt uppen, Bor
ben Saniiäteojfixieren unb Pe t er inäto) fixieren, üor ben diittern beS
©roßtreuzeS unb bet 1. ffilaffe be$ Sioten Slblerorben«, benen bet 1. Slajfe
be$ StronenorbenS fowie beä DrbenS Pour le merite unb Bot Offizieren
frember Slrmeen.
© i e iß o ft e n fteljen mit @ e to e l) r über ftill:
not ben Qntjabern beS Eifernen Streuzes, vor ben Süttern non Orben
mit Sdjwer.ern, vor ben 3nl)abern be* Militär« PerbienftlreuzeS unb
beö Militär»El)tenzeid)enS 1. unb z. Älaffe.
grür bie Ehrenbezeugungen ber Poften vor Süttern unb Snfjabern von
Orben unb Eljrenzeidjen in ben nicht) reußifdien Staaten beS Seutfdjen
SieidjeS finb bie boriigen Peftimmungen maßgebenb.
ES ift ohne Einfluß auf bie Ehrenbezeugungen ber Poften, ob fie mit
ober ol)ne Mantel aufziehen.
8. Verhalten Bon Patrouillen.
a) Patrouillen ber SSatfje.
3ut Prüfung ber Poften tnerben Patrouillen ent’fanbt, beten führet
Potgefeßier feiner Pegleiitnannfdjaften ift; jeber Wann ift in Sluäübung
feine* lienfteS Porgefe|jlet jebeS Solbaten unb jcbeS Unteroffiziers. Stürb
ein Poften angetroffen, bet feine pflidjten Bericht, fo löfl iljn ber Patrouillen«
fülltet fojort ab unb nimmt itjn mit jur SJadje. Sollte ein Poften jemanb
jeftgenommen hoben» fo nimmt bie Patrouille ben {Jeftgenommenen mit zur
Stfadje zutüd — aud) (jil]lofe ober Ironie Perfonen, bie gefunben werben,
finb bortljin zu bringen, gur SSad)e mitjunehmen finb außerbem: Mann«
fdjaitcii, bie nad) äapfenftrcirfj, Unteroffiziere, bie nad; 12 Uljr nad)t$ ohne
UrlOub*fd)ein außerhalb beö Ouartierd betroffen werben; Unteroffiziere Dom
Sergeanten aufwärts braudjen leinen foldjen Schein.
b) $Hrtöhaudpatrouillen.
Unteroffiziere unb SOlannfdjaften, bie als Patrouillen zum Überwachen
bon P.;irlöt)iiufern nfw. tommanbiert Werben, haben in SluSübung bicfeS
fEienßeS biefelben Pejugniffe wie SBadjmannfdjajten. Sie finb baburch
Icnntlid) zu mad)en, baß fie Otbonnanzanzug anlegen.
12G
Watiiijonluadjiiicnft.
SBiTt&Ijau^lßatroitillen marfjcn iljre SBefeljIabejugniä nur gegen Sßcrfoncn
be3 Solbatcuftanbeä geltenb unb uerfaljven bei vorlommenben Streittgleiten
jluifdjcn, ®lilitäi unb 3röil in Wemcinfdjajt mit bet £rt$«'}?oliäeibel)örbe.
®icfen ^Patrouillen iuirb für tljreu Sienft eine befonbere Untertueijung
juteil, bie je nad) ßlclegenfjcit unb örtlidjcn ®crl)ältniffen verjdjieben ift.
Qm allgemeinen übermadjen fie bie Sttafieubifjiplin, ba§ ®ergalten an
öffcntlidjen Orten, bie uon Solbaten jumeift beüorjugt iverben; be3gl.
erftredt fid) iljre Üätigleit barauf, bie UrlaubSfdjeine földjer ifeute nad)»-
juprüfen, bie |ie nad) gapfenftreirf) nodj irgenbmo antreffen.
B. tfeftitafymc unb SSnffenflcbrdud).
I. gcftnafjjuc.
1. 'Befestigung.
3ur 5e|'tnal)me einet '.Militär»« ober einer ßivilperfon finb au« eifl en er
9R a d) t v o 111 o in m e n l) e i t bie jum SBadjbicnft fommanbierten 'Blann*
fdjaften in folgenbett Fällen befugt:
1. 'Tßcnn jemanb bei SBegcljung einer ftrafbaren $anbtung betroffen iuirb
unb feine ®erfiinlid)teit nid)t fofort mit Sidjcrljeit feftgcftcllt luerben
tann.
'tfeiftncl: 'S« USojtcn fieht, mie jemanb ein Witter ü&erfteiflt, um offeu-
Hcfitlirf) iraenb etnmS sn ftebkn. (fr nimmt iljn feit. 3ft ber Wann bem poften
nicht ftcitait betannt, fo behält er ihn bei fief). Seinem ^erfnd), fid) ihnen aeaen-
über rnissutvctfeitj brandjt er leinen GHauben 511 febenten.
2. itfenn bic Jycftnaljme ryim Smutje ber ihrer ikivadjung anvertrauten
^erfonen ober Sachen erforberlid; ift.
Seute wollen einen fteitßcnommencn, ber im Sdnlberbauje fielet befreien.
(5rrix 'JJJrtnn ücritnrenüßt trofc borbergebenber ^enuarnung bat« Webänbe,
vor bem ber poften fteht.
3. Kiki einem 9lngri|f auf bie SBadje unb $often, bei Sätlictjteiten ober
^eleibigungcn, beren gortfepnng nur burd) bie geftuabme verljinbert
werben tann.
ftteifriet: (Sin 9Jlmm ruft bem SBoften rin Sdiimufwort su nnb beleibtgt ibn
troij £krlwk metfer.
tfin SBoitcn iuirb von jemanb mit Steinen gcTvorfcn.
4. <ycmuuet)nien finb ferner ^Htitärpcrfoneib bie fid) nad) bem Rapfen*
ftreid) unberechtigt anjkrbalb ifjreS Cuartiers aiijfiatten.
3«m SMfrnel ioldje yente, bte ber poften ertßtwt, nne fie auf verbotenem
in bie .QWerne iururftehren wollen.
®ic geftnabntc einer SWilitär^ ober Sivitperfon burd) bic S'tfadjen uftv.
flcfd)ie()t auficrbein:
Lauf ® e f e () 1 ber SS a d) v 0 r g c j c v t e n:
2. auf f d) r i f 11 i d) e n e f e l) I eines m i l i t ä r i f dj e u
ß e r i d) t $ l) e r r n ober einc$ ÖeriditS;
3. g u f Antrag ber d 1 i a e i b e (j ö r b c ober a n b e t e r
Beamten, benen bie s£ilidit obliegt, Straftaten nadj^uforfdjen,
iiifonbcrfjeit von ^Joli^eibeamtcn, ©enbarmen ufn\
Cfjüiere, Ganitäteoffixiere unb SJeterinäroffixere in Uniform bürfen nur
feftgenummen werben, tvenn fie bei Ikgeijung eine* ®erbrechens auf frifdjer
Sat betroffen ober verfolgt werben.
2. Ser (ja ft en bei ber ^epnaOtnc.
911S feftgcnonuneTi gilt eine ^erfott erft bann, wenn if>r uni er $anb«
anflegen ober ikriUjrcn mit ber Sttaffc auSbrüctlidj eröffnet ift, bafj fie feft*
genommen fei.
©arnifojiwadjbicnft.
127
Ser Ixloßc Buntf „$alt" ober „Sie finb verhaftet, arretiert, feftgenommcn"
ober bcvgleidjen genügt nidjt.
Sem feftgenommenen ift fofort 311 ertlären, baß bei Bludjtverfuch von
ber Sßaffe ©ebraud) gemadjt werben mürbe; SBaffen unb SBert^euge fino
iljm ab^nnefjmen.
Sie Poften muffen fidj bei ber geftnaljme alles unnötigen Siebend fowie
aller Beleibig 11 ngen unb SNißljanblungÄi. enthalten, anbererfeitS aber, wenn
eine fjeftnatjme "erfolgen muß, biefe nötigenfalls mit ©etoalt erzwingen.
®at ber poften eine Betfon feftgenommen, fo ftellt er fie in baS Sdjilber*
l)au$, ©efidjt nad) ber SKanb. GS ift prattifd), ben feftgenommenen bie
^ojenträger ober Seibriemen abtegen ju laffen, um eine fjludjt 311 erfdjweren.
Gr felbft ftellt fid) fo vor baS SdjilbcrfjauS, baß er ben Slrreftanten unter Singen
ljat. Gr erWeift feine Gljrcnbe^eugnngen. ®en SSJadjIjabenbcn febt er burd)
einen norübergefjenben Solbatcn ufw. non bem Borgcfallenen in StenntnU;
M Jeftnaljme von Swilpcrfonen laßt er einen fßoli^eibeamtcn ßerbeirufen,
toenn bieS f^nellcr jum Biele füljrt.
Sille feftgenommenen SDHlitärperfoncn werben nach ber nädjften SSadje
gebraut. Gbcnfo alle feftgenommenen Bivilpcrfoncii, bie bann burd) bie
Bolijei, bie fofort 311 beuadjridjtigen ift, abgeljolt werben.
Slußcrbem finb bie poli^eilidjen G^ehitivbeamtcn, bie fid) nidjt auf
Straßeupoften ober auf Patrouille mit feft Vorgefd)ricbcnem, Slbweidjungen
nidjt julaffenbcin ©ienftgange befinben, angewiefen, bie von militärifdjen
$ offen, Patrouillen ufw. feftgenommenen Bivilperfonen anf Slnfudjen gegen
SluSftcllung einer ©efdjeinignng $u überneljmen unb an bie näd^fte polijei*
wadje ab^uliefern.
3. Betreten bon SSo^nungen.
Sie SBadjen finb 311 Surdjfudjungcn von Mahnungen unb umfriebigten
Räumen bcljufS gcftnaljmc einer perfon nur auf Grfudjen eines militärifdjen
®erid)tsijerm, beS 9tidjtcrS, ber 2>taatSantoaltfd)ajt ober bereu öflfSbeamten
beredjtigt.
Slndj wäljrenb ber 9tad)t^eit bürfen Surdjfudjungen oljne Buftimmung
be$ beredjtigten BnljafccrS ober feines Vertreters in folgenben gällcn vor*
genommen werben:
a) Bei Verfolgung einer Jßerfon auf frifdjer Sat ober bei (Mefafjr im
Verzug ober beljufS 21'icbercrgrcifung eines entwichenen befangenen.
’&eihüete;/£ic VatrouiUe verfolgt einen duiVrcrfjer über einen fte(t-
genDnuncnen, ber tbr fürfgetaufen iFt. — Gefahr int Ver^ua?, w bürfen
nunaeit cuicft ofine (*iiiuiil1taitng beS beredjHfiten $nba&er$ von benStuften betreten
werben: s8ei einer ftenerd- ober &<afferäiwt, bei einer Sebensflefobr ober bei einem
auS beut inneren ber ^BoOmntg Ijcrvorgeganoencn Wnfitdjen.
b) Qu Räumen, bie SDiilitärperfouen 311m bienftlidjen öiebraud) an*
1 gewiefen finb.
ftitb s. V. dritte infolßc Gin.sicbuuß bon Wefendfien auS brr itaferne in
Vürfleranntticre verlebt.
c) an Orten, bie bei Segimi ber Surdjfndjung bem ^ubltlnm oljne
Unterfdneb geöffnet finb.
3utn V ei Wiel afaftfriiuier.
Scv BnttiH ju ben von Wilitärperjoncn benagten SSotjnungen barf ben
militärifdjen Vorgefcßtcn unb Beauftragten $ur Vollsicljung bicnftlidjcr
Bcfeljlc aud) ^nr Wadjtaeit nidjt vertagt werben.
3um Veijplel bie unter b Genannten Seute foUen retnbiert werben.
'Sic Wadjtjeit umfaßt in bem B^itianm vom 1. 9lpril bis 30. Snptembcr
bie Stunben von 9 Uljr abenbs bis 4 Uljr morgens uub in betn Beürawm
bom k Dttober bis 31. SDtärj bie Stintben von 9 Uljr abenbs bis 6 Uljr
morgens.
128
Sarnifon wadjb ienjt.
II. Stanengebraudj.
Hrtitcl 18.
Ser «Solbat barf feine Staffen nur in Erfüllung feinet ^Berufes
ober in rerijtmäfjiger Sdbftbcrteibiguug gebrauten. ^edjtStoibriger
Staffeiigcbranrf) wirb fifjfocr beftraft; beSgleidjcn bie nnborfirfjtige
fBeljanblung ban Staffen unb Munition, toenn baburd) ein Wenfdj
tötycrtidj berietst ober getötet tuorben ift.
Sem Militär ift auf 5®aö)e unb poften fowie bei Patrouillen ber ©ebraudj
ber SBaffen auo eigenem IHedjte geftattet:
1. 28eiin baSfelbe angegriffen ober mit einem Angriff gefährlich bebroljt
wirb ober burd) S'ätlidjteit ober gefährliche Srofjung SBiberftanb
finbet — um ben Eingriff abjuweljren unb ben SBiberftanb ju be»
wältigen.
Seifviele: £eute bringen mit Gtoden auf ben poften ein. — Gine fBetfon,
bie brr poften fettnef)men iriilt, nreift ju einem Weil, baS fie über ber Gdjulter
tnifl. — Gilt Wann, ber fcftfienommen werben foll,f<f)(ä(jt mit $änben unb frühen
um fidj ober ruft babei: „3dj fteefte biefj nieber", inbem er hlöfelirf) in bie Saftfje
greift, um ein Weiter fieruorju,eichen.
2. &enn ess jur 'Ablegung ber a-affen ober anberer jum Singriff ober
SJiberftanb geeigneter ober fonft gcfährlidjer SJerljeuge aufforbert unb
biefer Sluffotbetung nidjt fofort fyolge geleistet .wirb, ober bie ab»
gelegten SEaffen ober SBerljeuge wieber ausgenommen werben —
um ben ihm fdjulbigen C-ehorfant ju erjwingen.
iBeifoiel: Ter Spotten ixrin einen Wann feftnefimen, ber babet (gdjtvieriß-
feiten madjt, unb eine Senfe auf ber Stfjulter träflt. Ter Wann leert fie trofc mehr-
maliger Wufforberung nidjt ab über--------er tut e? unb Greift fofort wieher nach
ifir, a!$ ber Lotten &ur geft nähme fdjreitet.
3, Sß’enn bei gejhiatjmen ber bereits SBerfjafteten ober ein jur Slbfüfjrung
über ©eroadjuug atwertrciuter (gefangener entfpringt ober audj nur
ben ©erfuef) ba^u madjt.
Ter Wann, ber in eine foldje ßaße fommt, muft fidj barüber Har fein, bafe
eft fidj fiter nur um folcfic ßeute hanbelt, bie bereits Verhaftet ober feftgenommen
Hub, nidjt um foldje, bei benru erft flut fßerfiaftung ober geftnafime flefdjrttten
werben foIL
4. Wötigenfalte jum ©djufcc ber feiner ©emadjung anücrtrautcn ^er*
fonen ober Sadjen.
(Jin Wann fiat (idj an einem Weibchen in übler SO elfe vergriff en; ber Rotten
hatte ben Sterl fettßenommen. Anbere ßeutc, bie ebenfalls Beugen feiner Sdjanb-
tat waren, wollen ben Wann berbauen. Ta er nadj feiner gettnafime im (Sdjufie
beä SpoftenS ttefit, mutt biefer ifin audj flegen bie vielleicht beredrtiflten Angriffe
ber anberen fcfiüfcen. —
GS will jemanb mit GJewalt in ein Tor einbringen, betten SSewadjung bem
poften obliegt.
5. Ser einzelne Mann barf autf) in redjtmäfiiger ® e l b ft •
»erteibigung auä Wotroetjr »on feiner ®affe ©ebraudj machen.
SßaS unter „Notwehr" ju »erfteljen ift, fügt ber § 53 3?eiif)§»Straf»
gefeVbtidjS: „Kofweljr ift biejenige Serteibigung, weldie erforberlid)
ift, um einen gegenwärtigen, redjtswibrigen Slngrtff »on fidj ober einem
anberen abjuwenben“. 9liemalö barf biefe Selbft«
»erteibigung über ba3 SRafj beffen hinauf»
gehen, was j.ut Slbweht beä SlngriffeS not»
w e n b’ i g t ft.
Stommt jemanb als poften ober audj) außerhalb
be§ 'S) i e n ft e 3 in bte Sage, »on feiner SSJaffe Gebrauch
machen ju müffen, fo hat er folge n b e 3 im Sluge ju
b e h a 11 e n:
®eroaffnung. 129
1. fRadj SKöglid^teit laffe er bem SBaffengcbraudj eine SB a t n u n g
»orauSgeljen.
2. SieS barf ifjn aber nidjt ljinbcrn, t c dj t j e i t i g unb ent«
f d) l o f f e n feine SBaffe ju gebrauten; ber beabfidjtigte
^WedmufjnnterallenUmfl an benerreidjt werben.
3. 91 i e m a 1S inenbe er bie SBaffe f dj ä r j e r au, aU jur
©rteidjung beS SwedeS unbebingt notwenbig ift.
4. 'S er Gebräu dj ber Sdjup Waffe tritt nur bann ein, wenn
ein befonbercr Sefeljl Ijietju erteilt ift, ober wenn bie anberen SBaffen
unjureidjenb etfdjeiuen.
5. Er trage Sorge für ben 53 e r w unbeten; fletjt er j. 53. auf
fßoften, ben er natürlidj nidjt vetlaffen barf, fo fudje er brüte fßerfonen
berbeijurufen, bie fidj beS 53erWunbeten anneljmen unb bie SBacfje
benadjridjtigen.
XVII. öewafftttttig.
A. Otebolber.
1. ?Hlgemeine§.
8115 Sdjufjnmffe für ben 9?al)fampf Ijaben bie ^aljrer unb
Kanoniere ben fRebolber 83*). fßfltronen baju führen im Kriege
bie ^Berittenen in ber Äartufdje, bie Kanoniere in ber fRebofoertafdje
mit.
2. SBetyanblung unb Steinigung be§ SietoolberS.
1. Wllgemeiue Seftintmungen.
fßir^en unb ® l a n t m a dj e n ber S t a f> l' unb ® i f e n»
teile ift verboten, foniit ein f dj a r f e S fßufjcnber SBaffe,
felbft wenn fie gart netto ft et fein follte, niemals
juläffig. 6 3 brftfen ferner nur bie votgefdjriebenen
{Reinigungsmittel angeroenbet werben.
© a 3 Stagen Von meljt als jwei {Revolvern butdj
einen 9Rann fowie baS Stagen beS {Revolvers am $aten
b e S SäbeltoppetS ift »erboten. ES ift verboten, ben {Revolver
in einer an beten Stellung ju tragen, als in fRufjrajt unb gefidjert.
2. Oeftiinmungen über {Reinigung beS ttebolberö 83.
Ser Äanoniet batf aud) ju {ReinigungSjweden nur bie SBalje tjerauS»
nefjmen.
53erfafjten: $aljn in „SRubraft". Srud auf ben Jlopf bes Sperr-
giftS. SBaljenadjfe IjctauS. fiabellappe öffnen. 5Balje IjerauS.
SaS Sufammenfefcen gefdjieljt in umgeteljrter fjolge wie baS 9luS»
einanbernetjmen.
3ebe Gewalt beim {Reinigen vermeiben.
{Reinigungsmittel: 9llS SBifdjftod bient ein Stod auS SBeifj*
budjenfjolj, beffen Gnbe fo jtarl mit fJladjS bewidelt wirb, baß baS fßolget tn
bie Büge einbringen tann, oljne jebod) eine JHemtnung Ijervorjutufen.
, *) Selltveife finb bie Sagtet notfj mit bem tRebolöer 79, ber fieft in ber $auvtfM$e nur
in bet fflröfje vom fftebofoer 88 unterfdjelbet, auggeriiftet. — Mn Stelle bei fRevolvet* Be-
langt bie äsiftole 08 jur tSinfübrung.
®et fjelboraue. fjelbart. 1. 81. 9
130
^Bewaffnung.
Rappen unb SBerg, welche jur Erbe gefallen finb, »or bem SBieber«
gebrauche völlig reinigen; SBifchftöde erhalten in biefem gall eine neue
Sffiergbewidlnng.
Die EifentcUe werben mit leinenen Sappen trodeft gewifcht
unb mit Weichen, wollenen Sappen, in bie etwas öl eingerieben ift,
eingefettet.
a) Weinigen it a d) bem gewöhnlichen Dien ft.
SReift genTtgt eS, ben Wevolver äußerlich mit einem trodenen unb bann
mit einem Öllappen abjttwifd)en fowie ben Sßifcfiftod burd) bie Seele beS
Saufeä unb bie fftatroneiilager ein» ober jweimal Ijinbnrchjufühven; SBalje
hierbei nid)t herauSnehmen, fonbern bie fßatronenlager nadjcinanber vor bie
geöfffiete Sabetlappe bringen. Waftgeworbene Wevolver werben unter $erauS*
nähme ber SBalje abgewtfcbt unb wieber eingefettet.
b) Reinigung nad) bem S d) i e ß e n.
Die Steinigung finbet unmittelbar nadj bem
Sdjießen, fpäteftenS innncrhalb 24 St un ben, burd)
bie b e t r e f f e n b e n 3K a n n ) d) a f t e n felbft, unb jwar
u n t e t 91 u f f i <h t, ft a 11.
5Berf. aßren: SJei ftarter 3Jerfd)leimung beS Kaufes bie
SBalje herauSnehmen; bie ®ol)tung für bie Sßaljenadjfe fowie bie Öffnung
für ben Wrretierljebel mit einem 'JBergpjropfeii ober burd) einen leinenen
Streifen fd) ließen; bann wirb ber Wevoioer mit ber SJlünbung nadj unten ge*
lehrt, ein entfpredjenber Heiner Dridjter in baS Saufmunbftüd gefefet unb fo
lange SSaffet burd) ben Sauf gegoffen, bis eS Hat herauSläuft.
Deinnäd)ft wirb bet Sauf aus* unb trodengewifdjt, wobei ber SSifdjftod,
ben 3ii0en folgenb, Bon ber SWünbung au3 langfam burd) ben ganzen Sauf
[(inbnrdjgeftofien wirb, bis baS Sffierg auS bem Saufmunbftüd etwas
tritt. SBifd)ftod einige 2Rale hin unb hct bewegen. Erneuerung ber SBerg»
umwidlung nad) Hbtrodnen beS StodeS fo lange, bis baS Sßerg ganj rein unb
troden bleibt, ßum lebten Drodcnroifd)en womöglich einen befonberen trodenen
2i'ifd)ftod bcnufjcn. Der 2Sifd)ftod barf anfdnglidj nicht ^u ftart umwidctt
Bewaffnung.
131
Werben, «eil ba3 Sßerg infolge EinfaugenS von fjeudjtigfeit quillt unb ber
Stod bann leidjt fteden bleibt. Sritt leßtereS ein ober bricht ber SSifdjftod ab,
fo mufj ber SNebofoer jum Sßaffenmeiiter gebradjt werben.
geigt fich ber Sauf nad) bem ©djiefjen nur wenig b e r f d, I e i m t,
fo braucht lein SBaffer butdjgegoffen ju werben; e$ genügt, baä SBifcfjpelfter
anfänglich anjufeudjtcn. gn gleicher SBeife werben auch bie Patronenlager
in ber SBalje gereinigt.
c) Sie Entfernung oon 91 o ft.
gebe SRoftbilbung mu& im Entftetjen befeitigt werben. Poftftellen finb
öfter« einjuolen unb natfi einigen SRinuten Wieber abjnroifdjen, unb jWar
fo lange, bis ber fRoft üerfdjWunben ift. $eifje£ öl ift üorteilhafter als falteS.
Strafen unb Scheuern ift verboten.
d) 91 a dj jeber 91 e i n i g u n g
werben mit einem SBifdjftod, beffen fßolfter mit Öl ober fjett fdjwad) geträntt
ift, baS Saufinnere unb bie Patronenlager leidjt gefettet; baSfelbe gefdjieht
mit ber SBaljenadjfe, unb erfolgt bann baS Einfefcen ber DBalje unb ba« Ein-
fetten ber übrigen Seile l)aucf)äl)nlid).
B. Sie gelbtanone 96 d/A.
®ie ift ein Sdjnellfeuetgefdjü^ mit langem fftoljrrürflauf. (Pilb l)
1. SaS §elbtanonenröl)t 96n/A befteljt auS bem Seelentofjr
bem SRantclrohr mit bem SRohrljalter, bem Sedring unb 3 SR o h r >
flauen.
SaS Serntoljt, beffen.innere Höhlung bie Seele heißt, wirb außen oor ber
mittleren SRobrtlaue fidjtbar unb enbet Dorn in ber fenlredjt abgefchnittenen
WtünbungSflädje. hinten tagt baS Sernrobr, gleichfalls fentredjt ab gefdjnitt en,
ein Wenig in baS Steillocb) hinein.
Über ben hinteren Seil beS SernrobreS ift jur Erhöhung ber SSiberftanbS^
fäljigleit gegen ben Srud ber fßufoergafe bis faft an bie mittlere 91oljrHaue
heran baS SDtantelroljr gezogen. fBeibe SR obre finb burch ben üorn am ffltantel«
rohr aufgefdjraubten Sedring oetbunben.
Über baS SRotjr finb ferner bie 3 SRohrllauen gezogen, bie bas SRoljr beim
gurüd* unb SSorgleiten infolge beS SdjuffeS auf ben (Gleitbahnen ber öbev
lafette führen, gn ihren tlauenförmigen Seil ift ein bronjener 0 l e i t f d) u b
®i'ngefchraubt; Sdjmierlöcher, bie burd) <3 d) u ß f e b e r n gegen 2Jev
fdjntuhung gefdjüßt Werben, ermöglichen baS Einfetten ber (Gleitbahnen.
Sen hinteren Dcrftärlten Seil beö SDlantelrohreS nennt man ba§ SJ e r«
f d) l u 6 ft ü d.
Sie hintere 2lbfd)lufjflädje beS IRohteS nennt man bie SB o b e n f l ä d) e.
Unter biefem hinterften Seit befinbet fich her SR o h r h a 11 e t, ber mit bem
®rem$jt)linber, einem Seil ber SBremäDorridjtung, feft oerbunben ift.
Pon ben gnfdjriften Ijcifjt baä lateinifche Pro gloria et patria: für SRuhm
unb ©aterlanb; unter bem SRamen^jng Sr. SRajeflät fleht ba$ gleidjfalB
lateinifche Ultima ratio regis: bas leßte ®lad)twort beS £önig3*).
SaS gnnere beä SRoljteä nennt man Seele.
Sie Seele befteht au§ bem hinteren glatten Seile unb bem
Dorberen gejogenen Seile.
Set glatte Seil nimmt ben hinteren Seil ber burd) ba3 fiabelod) ein«
geführten fjelbpatrone auf. Sa8 ©efchofj legt fid) mit feinem gführung8ring
gegen ben Übergang8!egel »om glatten jum gezogenen Seil, fc» baf;
•) 3« Providentia« memor; Set etngebenf ber ©orfdmrm.
132
Bewaffnung.
e3 mit feinem öorberen längeren Seil im gejogenen Seil liegt. Ser hintere
‘älnfafc beö Fernrohrs bient als Slnlage für ben Bobenranb ber gelbpafrone.
Ser obere unb untere 9ianb biefed 9lnfa$e3 ift abgefladjt, bamit bie Stallen
be$ ÜluSWerferö unter ben fllanb ber gelbpatronenhülfe greifen tönnen.
gelblafette 9« n/A.
(Oefamtanjicht.)
®a$ fentredjt jur fRoljrfeele laufenbe Diertantige fieillod) nimmt ben
Berfdjluß auf. Seme Borbere glädjc fleht fenlrecht jur Scclenachfe unb ljat
redjtö ba§ Sager für bie SrelfWulft beö flluöWerfcrS. Sie hintere Äeillodj*
fläch«, Slnlagefladje für ben Bcrfdilußteil, flcf)t fcfjräg jur uorberen, fo baff bas
S'eillod) redjtS breiter als lintö ift.
3n ben gejogenen Seil finb 32 Büge eingefdjnitten, bie bem @efd)oß
bei feiner Bewegung burd) ba3 IRohr eine Srebung um feine £äng8ad)fe
geben, bamit baS Sefchoß fid) beim ginge nicht überfälligen tann. Sie Büge
finb red)t3läufig gettmnben. Sie ,jtoifd)en ben Bügen fiel) en gebliebenen Seile
ber Scelenwanb Ijeijjen gelber, bie untere glädje ber Büge bie Sohle.
Sie Büge finb gleidjlaufenb, baS tjcifjt, fie finb überall gleid) breit.
Sie SBinbung ber Büge nennt man ben Stall, biefer Berjtärlt fid) all»
mäljlidj bis. 77 mm »ot ber 'Dtünbung (juneljmenber Srall) unb bleibt 6ann
gleichförmig.
2. Ser B e r f dj 1u & (f. Bilb 2) wirb burd) bie Bewegung eineö Hebels
jum Schließen unb offnen beä Steil* unb be3 jjabelodjeä gebracht (Sleittjebel*
Berfdjluß), Ur betoirtt jufammen mit ber ißatrouenljülfe ben gaöbidjten
Slbfdjluß beä Siotjreä (fiiberung). Ur enthält eine Spann*, Slbjugö*,
S i d) e r u n g 8 * unb Slu3h)erfeuorrid)tung.
Bu jebem Berfd)luffe gehören 3 Stahlplatten, bic mit ben Budjflaben
A, B ober Ex bejcidjnet finb. Beim Sdjarffdjießen iuirb bie fßlatte A ober B
oerwenbet, beim (Sjerjieren unb beim Sdjießen mit SDJanöuertartufdjen bie
Ißlatte Ex.
Bu jebem Berfchluß gehören ferner 4 Sdjlagboljen, bie mit A, B, C ober
Ex bejeid)net finb. Beim ßjerjieren wirb Sd)lagboljen Ex ohne Spitye Ber*
wenbet, beim Schießen einer ber Sdjlagboljen A, B, C mit SpiVe. Sic 3 Schlag»
boljen mit Spiften tönnen foiuohl bei Stahlplatte A als aud) bei B Berroenbet
loetben. — gebe ber 4 Schlagboljenfpi&en jumBorrat tann bei Unbraud)*
öiinuetben einet eingefdjraubten Spifce in einen ber 3 Sdjlagboljen ein*
gefd)taubt werben.
Set Beschluß hat einen äö i e b e r j p a n n a b j u g, b. h- einen Slbjug,
bei ibem baö Slbjieljcn beliebig oft wieberholt werben tann, ohne baß ber
Berfdjluß ganj ober teil weife geöffnet ju werben braucht. Surch Itäftiaen Bug
am Slbjugögriff Wirb bie bereite Borljanbene Heine Borfpannung neröoUftänbigt
Bewaffnung.
133
unb bann bie Sdjlagboljenfeber freigegebcn, fo bafj fie ben Sdilagboljen
nad) uorn gegen bje fßatrone fdjneflt. Sin unbeabfidjtigtes Slbfeuern nerfjinbert
bie SidjerungSöorridjtung, bie fidjert, wenn baS ®3ort „Sidjet"
leferedjt fleljt. Sn biefer Stellung »erlfinbert fie aud) ein Offnen beS Ber-
fdjluf feä. GJrunbfäfjIid) iftbeimgfatjre n u nbbeijeberSetoegung
b e 3 gelabenen ßiefdjüfceS 3 u f i d) c r n.
Sie SluSftierfeüorridjtung entfernt nad) bem Sdjufj- bie §elb«
patronenljülfe au3 bem llloljr felbfttähg burd) frfiftigeS öffnen be§ Ber
fdjluffeS.
Nurfd.ölettriegel ^kraogsleiste
I flö^eaxwtySparmstack
Eolienmmjtlauffsffiick) ' z Stalüplatteinit'Rttter
Lager id 1 '
Versdftußbölzen)
VersMuß\_
platte }
Äbzagsgriff1
Jbzagsstuck
vorderelfeilflächff f Auswerfer
.inseblagzapfen
Bilb 2.
Berfd)lu§ ber gfelbtanone 96 n/A.
ffalteschraube
nk i '\xamAisir.
Verschlußbolzen)
Seile:
Berfd)lufjteil
©tafytpfatte mit Stafjlfutter
Sdjieber 311t Berfdjhifjplatte
ffiurbel
©leittjebel mit GJleitriegel {am fRofjr)
Spannftüd
Spannfl ollen >
Sollen jum Spannflütf
Sdjlagfebet
Schlagbolzen mit «d)Iagboljenfeber
Sdjieber jum Sdjlagboljen
fHbjitgöftüd mit Bollen
Borfdjubftift
lusmerjer
Berfdjlufjbolzen jum 'Jlustoerier
Sirfjerung
Silb 3.
tafettenfd)tvanj ber gefbtafette 96 n/A.
3. Sie fi a f e 11 e ift baö Sdjiefj« unb ffraljrgerüft be$ Soffre», fie bient
ferner jur Seförberung eineö Seils bei ©efdjüfföubeljörS, non Sdjanjjetig
unb bei fafjtenben Batterien non 2 Wann ber Bebieming.
134
öeroaffnHnfl.
Unterscheid
Aufsatz-.
Absdilufiptotte~
Schutzblech--
Aufsatzträger^
Seitenrichtj
maschine }
Spannkettefd.
Uhterschüd
Riegel Oberschild
\ Schlamme I
Zylinderkappe
Ladesitz
JtarM
ladeloch
'Jtodenfläche
-Mttelschild
-Gleitriegel
-Keil
Auflager \
Brmshebel Ußhenrichtmas chine1 ^chtmaschinenkasten
SÖilb 4.
grelbtafettc 96 n/A. (ginficfjt von tjinteiu)
Sie Jelbtafette 96 n/A bejtetjt an$ ber ©bedafctte unb ber Untedojette.
Sie Obetlafeite bient betn Sloljr aU ®lciibtiijn beim Sdjuffe unb
nerbinbet biefcS mit ber Unterfafcttc; otjne $aupttei!e jittb:
bie 91 o t) r b r e m f e (in ber 9i o fj r tn i e q e),
bie 91 o i) r tn i e g e,
b i c <5 e i t e n r i d) t m a j dj i n e,
unb bie 91 i d) t in i 11 e I.
Mündungsfläche
'Büb 5.
ftelbtafette 96 n/A. (5lnfid)t dcmi rornej
Setoaifnuiig.
135
ivönbenj
Sßrofeöfe
Sporn
Stidjtbaum
ßafettenlaften
Sie Unterlafette trägt bie Oberlafette; iljre ^anptteile finb:
Stoei ßafettentvänbe ‘‘1*
vier Stiegel (ütoifdjen ben ßafetten.
bie
ber
ber
bet
jttvei ßafettetififje
ber 9tidjtmafd)ineitlafteit
4. Sie fjelbprope 96 n/A
ßafettc unb bei fnljrenben ^Batterien ^ur Seförberung von 3 Kanonieren
fotoie ber 3Runitton&« unb SeobadjtungStoagen; fie nimmt ferner auf:
a) Munition (®ilb 21),
b) $ a f e r (24 kg = 4 Stationen),
c) ©djansjeug (2 g-elbbeile, 1 Spaten, 2 $aden),
d) 3 u b e f) ö r u n b !8 o r r a 13 t e i l e.
Sie Stiftung nach ber Seidjfel Ijeifjt vorn; man unterfdjeibet: bie
jpanb» ober redfte Seite, Sattel* ober linle Seite, 3U9‘ ober vorbere,
Stüd* ober Hintere Seite.
bte Siidjtmaidjine
> ba$ Slujlager für bte SioljrtDiege
bie Sldjfe mit .Qttbeljör
itoei SldjSfiVe*) "
bie Srfjilbc
baä innere ßager
bie Stidjtfoljle
jroei Stöber unb
bie Seilbremfe
(®ilb 6) bient jum gatjrbarmarfjen ber
OberesZübehörfadt
linkes
Mmaitions-
fdeh,--,
Zeltsack^.
Überwarf
Tür
-Deckel
'Handgriff
Fachfürdie
Blendlaterne
baum
iBilb 6.
^elbprobe 96 n/A (von hinten).
Hebe-
FKRohrzubehör-
,'kasten.
Feldpatrone
jniei Ortfdjeite 96
bie Seidjfelftirpe
ätttei fjußbretter
bie Seidjfel 96 n/A
bie ®orberbrarfe 04.
Sie Sproße befielt au3 bem ißrofcgeftell unb bem ißrohfaften.
Sjauptteile be3 ißrofcgeflellö finb:
2 ißrotyarme
ber fßroVhaten
bie Strafe
jtttei Stöber
$tvei SJradenftangen
136
Bewaffnung.
Ser ®ro&!aften ruht auf bem fßrohgeftell; fern ©erippe ift mit bünnen
Stahlblechen belegt, bie Sür auS Stahlblech ift am $interrahmen angebracht.
Sorbete unb hintere ßehnftüffen tragen baS ßeljnbrett.
Verfdjiebene ®eftf»läge tragen ©chanjjeug, Beil, ßeltfad
innere4 Einrichtung f. Bilb 6.
C. $ie leiste gelb^aubi^e 98.09.
Sie ift ein Srfjnellfeue.r-fJelbgefchüfe für grladj* unb Steilfeuer mit ftänbig
langem Stohrrürftauf. (®ilb 7.)
1. S a d fj e l b () a u b i V > 91 o h 98.09.
Sag 3felbhaubifcrohr aud Slidelgufjftahl beftetjt au§ bem Seelenrohr,
bem Wtantelroljr, bem VerflärtungSring, bem Scdring, bem 'Siebeiring, b'ex
SRof)riIaue unb bem Siohrhalter.
SaS ffliantelrotjr ift auf ben hinteren Seil beä SeelenroljrS auf«
gezogen unb burd? Sedring unb SBerftärfungSring mit iljm »erbunben.
SaS SRantelrofjr verläuft nach hinten in &cn jtjlinbrifdjen Seil, in ben
SBierfant, baS Verfdjlufjftüd mit abgerunbeten Eden unb Santen.
Ouer burdj baS ®erfd)lu&ftüd geht ba§ Seillodj.
Ser VerftärlungSring, bie »to^rilaue unb. ber Sioljrhalter verbinben ba§
9tof)r mit ber Siotjrroiege unb bem BremSjtjlinber.
SBilb 7.
Sclbbaubihlafettc 98. 09.
Ser glatte Seil — ber ßabungöraum — nimmt bie Sartufdje
unb ben hinteren Seil be$ @efd>offe3 auf. Ser »erbere Seil bes @efdjoffeg liegt
im gezogenen Seil.
Sa§ ® e i 11 o dj nimmt ben 53erfd)lufj auf. Sie » o r b e r e gläcQe
fleht fenlredjt jur Seelenadjfe unb hat redjte eine fenlredjte Vertiefung für bie
Srehtmilft beä 9lu§Werferä, lintä bie bogenförmige 9lut für bie fyüljrunggboljen
ber ßabetappe. Sag Seilloch ift rechts breiter als linfs.
Sie f} tt l) r u n g £ l e i ft e n führen mit ihrer hinteren ffante ben S3er«
fchlufj. Sie Vertiefungen oben unb unten bienen 311t Slüfnahme von Sdjmufj.
SaS £ a b e 1 0 d) bient jum Einbringen ber Cabung. 3um leichteren
ßinfehen ber ft'artufdje ijj bie linfe Seite beS VerfdjlufjftüaeS auSgefdjnitten.
Sie Sichre finb mit bem .^oheitöseidjen be§ VunbeSftaateS
gefdjmüdt, wie bie tJelbfanonenroljre (f. Seite 131).
2. Ser 53 e r f dj l u fj (Vilb 8) ift ein fJladjfeibfieitwenuerfdjhifj mit Spann«
ab^ug. Er bewirft mit ber Wletallfartufdje ben gaSbidjten Slbfdjlufj beS Sichres
(fitberung), enthält bie Spann« unb St^ngS»örridjtung jur Entgünbung be§
3ünbhütdjen3 ber Startufcfje unb bringt beim öffnen ben 9lu§werfer in
Sätigteit.
3eber 58erfdjlu& ift in baS Sichri beffen Stummer er trägt, eingepafjt,
Bewaffnung.
137
Sämtliche Seile finb aud Sfaljl gefertigt unb tragen bie Üiotjmummer,
mit ftudnafjme ber Sdjraubenfebern.
®et-Berfdjlufj enthält bie Spann«, Slbjugd«, Sidjerungd* unb SludWerfer*
Vorrichtung unb enthält u. a. folgenbe £>auptteile:
Berfdjlufeleil,
©edplatte jum Berfdjlufjleit mit 'Befeftigungdfdjraube,
fieitftelle mit ©riffijebel, •
ßeitwellenmutter mit $altefd>raube unb Sidjerungdjdjraube,
Sperrflüd mit Sefjäufe unb Siietfdjraube,
fjeber jum Sperrflüd,
Sicherungslinie,
Sidjerungdriegel mit fjeber,
Staljlfutter,
Schlagbolzen mit Sd)!agboljenfpifoe,
.Griffhebel Deckplatte
LeitweUe / Führangsnut
Füget • ' ,.obereNatf.dJiiswertBt
' Stahtfatter
Ladeklappe
Flügel
Fährangsbolzen
Sperrstä
Sicherungsldtttk^
Fiiopfzur»'''
Sichemngsrügel
Zmsdiatstu
SchieberzuaiAnswerfer
Silb 8.
Serf4(u& ber leisten gfelbhaubifoc 98. 09.
'Juswerfef
Sdjlagfeber,
Sdjlagfebergegenlager,
Slbjugdflüd mit geberfplint,
Spiralfeber jum Stbjugdftiid,
©renjflift jum Slbjugdftüd,
Slbjugd Welfe,
SBelle jum 3toifd;enfiuct,
Btoifdjenflürf,
Spannftüd mit Stoßen unb 'Blattfcber,
Sfadtoetfer mit Sdjieber,
fiabctlappc mit SSerbinbungdboljen,
tJüljtungdboljen jur fiabetlappe.
3« bie Vorbere ffeilflädje ift bad Stafolfutter eingcfdjraubt, ed Ipt innen
eine Bohrung für bie Sdjlagboljenfpifoe. @d gibt brei mit ber Bejeidjnung
A, B, C.
3u jebem SSetfdjluffe gehören ferner 3 Sdjlagboljeu, Sejeidjnung A,
B, C, unb ein GjetjietoSdjlagboljen — ohne Spifce — bejeidjnet mit Ex.
©in unbeabfidjtigteö ÜT&feueni verfjinbert bie Sidjerungdvor«
tidhtung, bie fidjert, toenn bad SBort „Sidjec'' leferedjt fteljt. $n biefer
Stellung toertjinbert fie aud) ein öffnen bed IBerfdjluffed. @ r u n b f ä fo t i d)
ift beim gcihren unb bei jeber 'Bewegung bed ge<
labenen @ e f d) ü fo e d ju fidjern.
®ad Spannen ber Spanntiorrid)tung erfolgt beim Sdjliefjcn bed Bet«
fdjluffed, inbem ber Sdjlagboljen nach hinten gebrfidt unb foinit bie Sdjlag«
lebet gefpannt wirb. ®utcb fräftigen 3“fl ftn ber fKbjngsjdinut wirb bas
138
^Bewaffnung.
SlbgugSftüd nad) hinten red)tä gezogen. ©aburd) fdjnellt bie Sdjlagfebet
ben Sdjlagbotgen not, bte Sd)lagbolgenfpibe trifft baS 3ünbf)ütd)en bet
Startnfdjc unb bringt jur Gntgünbung.
Sie 91 u£roerfe»orrid)tung entfernt nadj bem Sdjuß bie
J?artufdjt)ütfe burd) eine breljenbe ©etoegung beS 9luöwerfer3, fo baß fie mit
einem föurf aus, bem 3tol)re fliegt.
9UIe Seile beS ©etfd)liiffc§, welche fid; untereinanber ober am fteillod)
reiben, finb fdjroad), ber Sdilagbolgen unb feine © o f) r u n g
im Seil bagegen ft ar t e i n g c ö 11 g u galten.
'ißiiljrcnb bei? Sdjießenä ljat fid, ber @efd)üVfüljret bon Beit ju 3ed uou
bet Steinzeit ber Seele unb beS Äartnf<f)raum8 gu überzeugen. Etwa im ftar-
tufdjtaum jurüdgebliebene SRefte ber Sartufdje, beS Sartufd)bedels u. bergt,
tönnen gu geitraubenben Sabeljemmungen füljren. Soldje füefle finb baljer
fofort, benot wieber gelaben wirb, mit ftilfe bon Sappen ufw. gu befeitigen.
Um bie leidjte (Sangbarleit bc§ ©erfdjIuffeB ioäljreub beö SdjießenS
gu erhalten, ljat ber ©efcfjüfcfü^tet nad) ©ebatf bie berfdjmuVten Stellen am
©erfdjluß unb im Steitlodj — befonberß an ber Dorberen Seilfläd)e unb am
SlnfaV an bet »erbeten Äeitlocfjflädje — reinigen gu laffen. 6$ ift befonberß
SBert auf bie Reinigung be£ Sd)IagbolgenS, be£ Spann» unb 3wifd)enftüdeS,
foroie beten (Sleitflädjen unb Sager gu legen.
©Jiitjrenb be$ Sd)ießenS ift namentlid) baS Slugenmert auf bie ©oljruug
für bte Sd)lagbolgenfpif)e im Statjlfutter gu ridjten, um SluSbtennungcn an
bet ©Ortung red)tgcitig feftguftellen. Sinb foldje nut in unbebeutenber 9luS»
beßnung »otljanben unb Itangarfig um bie ©oßrung gruppiert, fo finb fie
im allgemeinen unfcßäblidj unb bebingeu.nod) lein ©Jedjjeln beä Statjlfutter^.
Serben fie aber tiefer, ober ift bte ft'ante ber ©otjrung roeggebtannt, fo föniten
bie 3üntl)ütd,en bei etwaigem ^uTiidfcf)teüen in biefen Vertiefungen feft«
Üaften unb Sabel)emmungen fjetBorrufen. (5$ ift beMjalb groedmäßig, basf
Staljlfutter bei bet nädjften fjeuetpaüfe gu toedjfeln.
3. S i e 5 e I b b a u b i p » £ a f e 11 e 98.09.
©ie Safette ift ba$ €d)ieii» unb jyabrgerüfi be3 9?oljte3, fie bient ferner
tut ©eförberüng »on 2 SRatin ber ©ebienuug unb eines Seiles beS (Sefdjült»
MiinditngsfUiche
Wegenkappe
Rohrwiege-,
Seilbnmse
rechter ZäknA.
bogen J
Arhssitz-
,jiasgleicher
StätMtch / Untarsdiiid Zwtttwit»
TadtrgAäuse
j Iragerf.d.3gannmnde
J>bav \visierkiappe
jmtael
\Rremshebel
untere)
©ilb 9.
09 (Don vorn).
Bewaffnung.
139
jubeljörS. Sin ifjr befinben ficf) bie Sinrtdjtungen für ben 9iüd« unb Borlauf
unb bte SRidjtvorritfjtungen.
Sie ^auptteile betfelben finb bie Unterlafette unb bie Dberlafette.
Bilb 10.
eafettenfdjtvanj mit umgclegtem 9H$tbaum unb fjotjer Spornffellung.
Sie $auptteile ber Unterlafette finb:
1. bie ßafettenwänbe,
2. bie beiben ßafettenfifje,
3. bie Seiten^Hitßtmafd)ine,
4. bie fßrofjöfe,
5. ber Sporn,
ö. ber 9iidjtbaum,
7. bie beiben ßafettentaften,
Bilb 10
8. bie Sldjfe,
9. bie 2ld)3lager,
10. bie beiben SMjafifce,
11. bet Sdjilb,
12. bie beiben IRöber,
. 13. bie Seilbremfe,
14. bie sjurrung,
15, ber SluSgleidjer.
Sie fiauptteile ber Dbcrlafette finb:
bie Dberlafettentoänbe mit Ouerüerbiubungen,
bie $öljenrid)tmafdjitte,
bie jfloljr wiege,
bie SRoIjrbremfe unb
bie jugeljörigen Seile.
Son ben jugeljörtgen Seilen befinben fid, an ber überlafette:
bet 91b tveifer,
ber Sluffajjträger mit Seljäufe,
bet Shiffaß,
baS fRunbblidferntoljt
Sie übrigen jugeljötigen Seile Reißen ba§ „3ubef)ör“.
4. Sie <Jelbl)aubi&*BroVe 98.
Sie fßtofce bient baju, ba§ Sefdjüfo ober ben 'Ulnnitionewagen ober ben
l. BorratäWagen fafjrbar ju madjen, fotoie jur S3eförbetung von 'Diunition,
®efd)üf)jube1jöt, $afer unb von 3 'JRann ber Sebiemtng. Sie BToVen biefer
3 ftaljrjeuge finb gleid).
HÜ
Bewaffnung.
Schubstange
ebm^sterktapge^
RtrndblickfanrahrK
Richfbogenlager- -W
Abschhißplaue —
Schüästütze-l
Schüdzapfen--
Aafsaizträger^^
Sdhnedangehänse-
Hehenrichtmaschüie
Seitmriäitmaschiene
Aufsatz
fulirungssddenenzumSdiieba'
j StchieberzumSckildausschmit
। ; Rohrkimme
[ t t Abzugsstudc
RüMsüsf
OberiafettE
"'"Hacke
JSchtidzapfen-
< pfannendeckcl
Ladesitz
XerschluS)
^Griffhebel
^Bodenfläche
Abzugsgriff
J&Uoch,
Zurihebel' ?W||i \ \
Spannmutter / Abweiser
vordererLkrtettenkasten Ruhrwiege
SÖb 11.
Selbljaubifclafette 98. 09 (non hinten).
Bilb 12.
'Bewaffnung.
141
Sie 9H(f)tuiig nad) ber Seidjfel tjeifjt »orn; man unterfdjeibet: bie §anb»
ober redjte ©eite,' Sattel» ober linte Seite, Bug» ober »orbcre, 9lüd* ober
hintere Seite.
Sie Seile bet $ro$e finb ba3 ißrofogeften unb ber SßroVt'aften.
a) SaS tBroftgeftell (SBilb 12) befielt au§:
'•Protjtajten
Seidjfel mit Seidjfelftüfce
2 Ortfdjciten
lofer äJorberbrade
2 gufjbrettern
ben Söefdjlagen.
Sldjfe mit $ubehör
Stöbern
öradenftangen
ffjtofcarmen
SidjSlagern
Äaftenträgern
2
2
2
2
2 . . „ ....
Ser fßrohtaften ruljt auf bem Sßrofcgeftell; fein ©erippe ift mit
bünnen ©tahlbledjen belegt, bie Sür au3 Stahlbled; ift am $interraljmen
angebracht. SBorbere unb hintere Setjnftüfcen tragen ba3 ßeljnbrett.
SSerfdjiebene Befdjläge tragen Sdjanggeug, SBeil, Bettfad.
Snnere Einrichtung f. SB üb 12.
D. Stet 93eobathtung§h)agen für gelbartiHerie
befielt auö ber fßrofje unb bem Jgrintertoagen. Er beförbert biä gu 5 SJlann,
barunter ben unberittenen gfernfpredjtrupp, unb ferner:
a) alle gut SBeobadjtnng bienenben ®eräte unb ba§
gernfprec^geriit,
b) 9JI u n i 11 o n in ber Ißrofee,
o) § a f e r (24 kg = 4 Nationen auf ber fßrofce),
d) ©dhanggeug (an ber Ißrofee 2 fjelbbeile, 2 garten unb 1 ©paten,
am tpinterhjagen 1 fjelbbeil unb 2 ©paten),
e)3ubef)örunbiÖorrat§teile.
1. Sie $ro$e beö $co&a$tmiadtoagen8 ffir gelbartillerie
gleicht ber 96 n/A biet auf ben Sümrfdjlufi unb einige ®efcf)Iäge.
®ilb 13.
Set 8eobad)tung$toagen fflt bie gtelbartillerie.
142
'?’t’TO<ii hunm.
2. 5er .£interraagen (iöilb 13)
befiel)! auä bem $intetgeftell unb bem ,5>mterrangentaften.
a) *5) a 3 $ i n t e r g e ft e 11. »
§ a u p 11 e i l e:
2 Sragbäume,
bie ißrofcöfe,
bte uorbere SBagenftü^e,
bie SSorridjtung jum geftlegen ber ßeiter,
bie Sld)fe,
bie 9läber,
2 ft'aftenträger,
ber Unterfdjilbraljmen unb ber £)berfd)i(brat)men,
bie Hintere SBagenftüfre,
bie 3ru|jbretter,
bie SBremfe.
b) 'Iler $interroagen!aften.
$ a u p i t e il e:
®er Sorberrafjmen unb ber $inierrat)men,
ber Wttelfdjilb,
bie beiben Suren,
bie beiben ©eitenfdjilbe,
ber ©d)ilb jum ßeiterfadj,
bie Seljne,
ber ©ntfernungä'meffertaften,
ba3 Sornifterfa<$,
bet ßaiernentaften,
Sefdjläge für ©rfjanjjeufl.
xJiib 14.
ÜRunÜionbbinterioagen (abgeprofct).
'Bewaffnung.
143
E. Ser Wnition&foogen.
Qeber SRunitfante wagen bcftetjt auä ber ißro^e unb bem hinter wagen.
®r beförbert bte ju 6 Mann, feiner:
a) Munition,
b) fcafer,
c) ©djonjjeug,
d) gubetjör unb SBorrateteile.
1. Sie fß r o V e n ber SRunitionS Wagen entfpredjen ben ^Jrofcen bet
©efdjitfce.
2. $interwagen b e S SR.» 85J. 96 n/A.
3. ©interwagen b e 8 e I b l).» SJl u n. • SS a g. 98 gleidjt bem»
ientgen 96 n/A.
F. Sie ®crtoaltung§:gal)rjeugc.
I. Ser 1. SSorratöWagcn 96 n/A
beförbert auf ber SßroVe bte ju 3 SRann unb ferner:
a) 'Munition in ber fßrofce,
b) $ a f e r,
c) Sdjanjjeug,
d) 3 u b e 1} ö r unb Sorratäteile,
non leiteten tn erfter fiinie folcfje, bie im @efed)t gebraust werben.
Site befonbete Wid)itg finb gu nennen:
t JÄÄ*"} bem
I®0Ä“f?„intn,a'le"} ‘"i
'Rndträger
Silb 16.
1. Borratetoagen 96 n/A (hinterwagen).
144
Bewaffnung.
e)
im 4»inter)vagett
0
g)
h) „ ... ..
i) bet fatjrenben Batterien:
1 Ätanlen 11 age auf bem §interwagen,
Sanitätötaften
Sanitätöiomifter
Sranlenbeden
fßferbear^neilaften
fiebenämittel
23erfjeug } im hinter Wagen
Stallgerät für Jpffisierpferbe J
f£ o it n i ft e r unb fßafttafdyeH auf bem $interwagen.
1. $ie $ro$e
ift bie gelbprofce 96 n/A.
Änljalt für bieBerpadnng.
Sebenämitteltaften,
Borratäteile,
Sranlenbeden,
(H) Saften „Schraubstock“.
Bferbearjneifaften,
Stanlenbede,
93e[d)lciQ$eiiQtäfd)ef
f Saften „Schraubstock",
w \ 1 Untertumt.
ÜBertjeuglaften „Schlosser I“,
Sanitätätapen,
Sanitätetomiper,
Sranlenbeden,
(H) 1 Untertumt.
IRidjtmapfyinenlapen,
SSettyeug für ben Sattler,
(K) Bort)olfebern, fiebenämitteltapen,
Saften „Ausgleicher“,
Saften „Spannwinde“,
Sranlenbede,
SS otrate gefdjirrteile.
Sluf bem SBagentapen:
(Eine Srantentrage unb (H) Saften „Vorholfedern".
(H)
II. ®er 1. Borrate Wagen 96.09 für g.*$.
ift berfelbe wie bei Sanonen-Batterien.
2)ie ißtofce ift bie gelb!jaubi^«Bt0&f 98. ®er $intertoagen füljrt als
SBorratStöber 9läber 98 n/A mit.
III. Ser 2. BarratöWagcn 96 n/A
beförbert bte ju 3 Wann unb ferner:
a) §afer,
b) Sctjanjscug, • , e
cj 3ubet)ör, Borratä teile unb foldte Segertflänbe unb SBertjeuge, bie im
Quartier (Biwat) gebraucht werben,
d) fiebenämittet,
e) Offijietgepäd.
Wnbait für bie Serpadnng.
Borratstaften:
2ld)äfcf)miete, Blenblaterne, Saue, Stalleine, Untertumte, gielfcbeibe, Binbe»
prange, Stellfctjlüffel für Stelltumte, SSorljängeftfjtöffer, Söeidjfelfdjienen
mit Wgetn, Seberringe, ®re^boljen jum Borrateriditbaum, Binbe>
ftränge.
Bewaffnung.
145
Bilb 16.
2. Borratöwngen 96 n/A.
<S i V f et ft e n:
Borrctt (in SBetleibung, Seibüinben, Sränteimer, Reifer, Sidjte, SBaffertragefod.
91 b t e i 1 u n g hinter bem S i f t a ft e n:
?Ittcntaflen, SEßcrT^uqlaften „Schneider und Schuhmacher", $elte, $afer,
3 Sornifter.
2R1111 e r e Abteilung:
Vebcnämittel.
Offijierloffer unb wollene Serien für Offiziere.
Bilb 17.
2. ^orratbluagen 96 n/A (von tjinfen).
Ter ftelbarmte. fycfbnrt. E ?(
10
146 ©eroaffnunq.
Hintere Abteilung:
Sßerfjenglaftcn „Fahnenschmied“, „Schlosser 11“, „Stellmacher", „Waffen-
meister“; haften „Kohlen", „Hufmgel und Schraubstollen"; Slmbofj,
Slmbofjiloty, SBriiftleier, SBremsilüffigieit, tJülliridjter, Clfeife, Sraljt»
feile, §anbfiige, fjelbfdjmiebe, ©djweifjeifcii, ^tadjflabl, Staljlbled),
fjeuerjange, Sorfdjlagljammer.
IV. Ser 2. ^orratöwagen 98.09
bejörbert ba3 gleidje, wie berjeitige 96 n/A.
Hinterer Vorderer
tiilb 18.
2. Öorratöwagcn 98. 09.
Sn^att für bie Verhärtung.
© i f a cf):
Dlfeife, iBremSflüffigfeit, ffalibermafsftab.
Vorberfad):
§afer, Südjsfdjtnicre, fttrje VerbinbimgSlaue, SEJaffereimer, ffodiabparat,
IBinbeftränge, Scberringe 96, Vorf’ängefdjlöffer, 3t:aiferiragefaef, Stall»
leine, Srämeiiner, Uiitcrlutnte, fiiilliridjtcr, ©lellfd,lnüel für Stelllumte,
Sd)raubenfdjlüffcl mit fllaue, 9ioiboljrer unb ©pi|)e-
S e i t e n f ä d) e r:
$ufeifen, Hufnägel, Sdjraubftollen.
Shrberer Saberaum:
2eben?mittrl, Stcarinlid-.te, SBvficl ^ur S’olrhiarre, SrornfpiVen, Trafjtfcüe
jur Scilbrcmfe, Sdjweif cifen, glad ftaljl, Stal Ibledj, Dffi.-icrtofier,
fjalirrabtaftcn, $afer, gielfdjeibe, Vorrat an ^ellcibung, Seibbitiben,
Selle, langes $ejt.
?luf ber Sh>ifd)entuanb:
Sdjraubflod. «
Hinterer fiaberaum:
Sltenfaften, Seutnanf^Ioffer, SPerfjeuglaflen „Schneider und Schuhmacher“,
©djueibejeug für fJelbaritUerte{ ©djneibejeug für SBaffenmeifter, Xor»
nifter, wollene Seifen für Df fixiere.
Steroaffmntji
147
i n t e r f a dj:
SBerfjeugfaßen „Fahnenschmied", „Stellmacher“, „Schlosser II“, „Waffen-
meister“; Stoßen „Kohlen“; Slmboßtlob» tragbare fyelbftbmiebe, Simboß,
$eueqange.
V. Ser ScbenömittelWogen 94 (®ilb 20)
beförbert bi« ju 3 Wann unb ferner:
a) fiebenämittel,
b) Safer,
o) QubeljÖr unb einige »orratäteile.
VI. Ser guttcrtoagen 96. 09 (»Hb 20)
bient benfelben groeden wie ber SebenSmittelwagen 94.
»Hb 19.
4N>tattti0et gntterWagen nnb SebenbmittefWageu 96. M.
G. $ie ®cf(f)üfcinttnition.
I. »ei ber gelbfanonc 96 n/A.
Sie ®ef<b üftmunition befteijt auS:
ber gelbfcfjrapneHpatrone mit Soppeljünber unb
ber gelbgranatpatrone mit Soppeljünber.
Ziinderteller ZmtrUrwalst
Fuhrunasring
BcdenrinQ
FmdpairoAaihälst
Zünd.
ȟb 2u.
ge(bf$rapticnpattotte »ber gelbgranatpatrone.
$6r äRanöver&roecfe bient:
bie SRanörerfelbfartufdje 96.09,
für fibunaö» unb UnterridjtJjroede:
bie Sgerjierfelbpatrene unb
bte »erpadungSfelbpatrone.
148
Setvaf Inunn
3ebe iß a t r o n e befielt au8 einer ißatronenhülfc, in ber fic^ bie Sef$ü$*
labung unb ein für biefe beftimmtes ßünbmittel befinben, unb bem eigentlichen
©efdpfj mit günber.
®aS ©efdjofj ber fjelbf^rapnellpatrone ift ba# fj e I b •
fchrapneU96mit®oppeljünber96. ®ie $ ü 11 e au# befonberem
Stahl ift im Qnnern mit 300 “ 10 g fdjtoeren Sleifugeln gefüllt; auf ihnen be«
ruht bie SBirlung be# Schrapnells.
Sa# ©efchofj ber gelb g tau otp atr one ift bie fj e I b «
g r a n ft t e 96 mit ® o p p e 1 j ü n b e r 96. 3hre SHrfung beruht auf ber
3al)l ber toirtfamen Sprengfiüde ber §ülle unb bem ßrfpIofionSbrucf ber.
Sprenglabung. ®ie 'JBänbe ber Ipülle au# befonberem Stahl finb beiher biefer
als beim Schrapnell. 5>ie innere $öf)lung ift mit einer Sprenglabung gefüllt.
Der iöoppeljünber 96 befiehl au# einem Muffd>lagjünber unb
einem Srennjünber »on 200 bist 5350 m. ©egen ein Sdjarftoerben be# Bünber#
beim fahren ufrv. bient ber Sorfteder.
II. Sei ber leisten »elbhaubitje 98. 99.
gut ©efchüfemunition gehören:
iDa# §elbhaubihgefcho_B 05,
bas Üb'.tngä^cibljnubiVgefdjofj 05,
bie Sjer^ier* unb SerpadungSgefchoffc,
bie 8-elbhanbihtartufdje 98,
bie SJlanöoer-gelbhaubifcfartufche 98.09.
Mu Berbern jum Mufbrauch:
ftelbhaubihgtanaten 98,
ubungäo^-elbhaubihgranaten 98.
2) a # gfelbhaubihgefchof} 05.
Zeile beleihen finb au# Silb 22 erlennbar.
(Einteilung be# Bünber#: Muffchlag: ©rannte o. S.,
„ Sranate m. S.,
Stennjünbet: Schrapnell,
©ranate.
©inftellen be# Bünber# •burd;
ben Stellftift auf bie oerfdjiebenen
SRarlen.
Srennlängen non 300 bi# 5300.
Sei roter IDlarfe jerfpringt
ba# ©efefjofj balb nach 33erlaffen
be# SRoljreä.
®er Bünber fleht ftet# auf
Suffälag (f).
Um ben Qilnber fchuBfertig
ju machen, braudjt nur ber Sor«
fteder entfernt toerbeu.
IDietJelb'
hanbi^fartufche 98.
Sie hat eine f&etalllortufch»
hülfe mit Bünbhütchen. Sie ift au#
Xeilfartufchen jufflmmengefefct
unb bur<h einen herausnehmbaren
Siedel abgefchloffen.
®ie’ Xeillartufchen tragen auf
beiben Seiten bie Wummer ber
Patntng.
rote SDtarfe.
SMlplatie
Sleiinuff
fowcfUÄrm
acftitUlplatti
TVfejU
ÄWZ
an )
häb 21. *«♦ 9elbhanbi4«ef<h*B
imb bie gefbhanbihtattnfAe M*
löv waf | nuug.
14»
Sei beiben ©efdjüfcen finb im Saufe bei fttiegeä noch eine Sing ab l
neuer (Jfefdjoffe eingefübrt Worben, über bie nähere Eingaben nidjt gemadjt
werben bürfen.
H. Stoljrjubdför.
1. gelbtatwnen.Stoijrjubebötlnftc’’.
©Hb 22.
^elblaHonenro^t^Mbe^rtafte*.
3 n tj al t:
A 1 »uffafc1),
B 1 Sdjlagboljen1) mit Sptye’),
C 1 Spannftüd1),
D 1 ©tablplatte1) mit Stn^lfutter unb fialtefdbraube1),
E 1 Spann Hollen1),
F I gebet jum ©otfdiubftift,
G 1 gebet gut SidjerungSfdjeibe,
H 1 gebet jum ftnopf ber Sicherung,
J 4 Sdjlagbolgenfpifcen,
K 1 gebet gum Spannrollen,
L 1 gebet gut Spettllinte,
M 2 Sdjlagfebem,
N 1 ^HSroetfer1),
O 1 ©egenfcmüffel für ben Sdjlagbolgen,
P 1 Sdjtüfiel für bie SdjIagboljenfpiVe,
Q 1 @tellfd>lüffel )
R 1 „ } für 3ünbet,
S 1 I
T 1 gernrotjrfdjlüffel,
Ü 1 fpifcer ®otn,
V 1 flumpfer ®orn,
W 1 ftlinge jum Sdjraubenjie^et,
X 1 ©eft gum Schraubengie^er,
Y 1 SRotDifierbeljfitter, barin
Z 1 92otnifier.
getner:
A’ {i iÄ&«,ub}
2. StotWttbcfjörtaÜen >8. «9.
3 n l; a It:
A 1 Sdjlüfiel für bie güllfdjtaube unb ben SSentilfty,
B 1 Sdjlüjjel für bie Sdjlagbolgenfpifce unb bie ^altefdjraube,
>) ®ej«ictnet B. •) Be»et4nrt C.
150
Beroafjttung.
C 1 Sdjlüffel für bat Statyfutter,
D 4 Sdjtagjebem,
E 1 Sdjtagbolgen*) mit Spifce1),
G 1 fejt0* } 4um ®$taubengie1)et mit umbte^batet ÄÜnge,
H 4 Sdjlagbotgenfpi&en,
J 1 getnrat)tfd)tüffel,
K 1 güljtungäbolgen1) gut ÜebetHappe,
L 2 gebern gum SidjeriingStiefel,
M 2 gebetn gum Sperr ft üd,
N 1 Sidjetungtfdjraube für bie $altefrf)raube,
0 1 gebet gut Slbfdjlufjplatte,
P 1 ÖJegenfcftlüffel für ben Gdjlngbolgen,
Q ’l gebetftlint gum fKbgugsftüd,
R 2 Spiralfebern gum Slbgugsflüd,
S 1 tonifdjet 2)orn gum geraut flogen ber Stifte,
T 1 ftumpfer f&orn,
U 1 SluSroetjet1) mit ©fieber1),
V 1 SelänbettHntellibelle unb 1 fRabftanblibelle,
W 1 ®tengfd)taube gut äußeren Muffabflajige,
X 1 ^altefdjraitbe*) füt bie fieittoellenmuttet,
Y 3 Blatt febetn4) gum Spannftüd,
Al 2 Staljlfuttet’),
Bl 1 SRuttet gum Slutgleidiet,
CI 1 Seitroellenmuttei1),
1 Gdjiefjbucf) 1
1 ßugfüljtertafei 98.09 } in ber Wedelt af$e.
1 gugfitytettafel 05.09 J
Büb 23.
Rj>f>rjnbebör!aften 98. 09.
>) Bejeirfjnet B. •) 9etet<bnet C. •) fBwUitM B unb C. *) 9eBetän<*t B,
C unb D.
Sdjießleßre. 151
XVIII. e^icfjlctjre.
genügt nidjt, nur bie Sonftiuftion beä ßJefdjüfceä unb feine
SSebienung grünblidj gelernt ju tjaben, fonbern ber ©olbat mufe audj
Wiffen, waä in feiner Baffe borgest, »nenn er abgewogen ljat, wcldje
S5afjn ba§ ©efdjofj burdjeilt unb roeldje Seiftungen et bon feiner
Baffe erwarten lann.
1. Vorgang in bet Baffe.
®eim Sdjuß fdjnellt ber SdjlagboUen burd) ©ntft annung ber Sdjlagboljen»
feber nach vorn unb irtf jt mit feiner <S; ifc auf bas ^ünbljüid en im wartufdj«
hoben. $ierburd) toirb ber 3ünbf<iV in biciem ent^üiibct unb bie ljierburd) ent*
ftetjenbeii Heinen ©tidnlamme» bringen burd) bie fjünblanäle in ben 'ßulvet*
raum ber Jiartufdje. ©utdj bie Verbrennung be« pulvere enlfteljen pttfe,
bie fid) mit ©erealt au«bel;nen. $ierbutd) toirb nad) vorne bcrs ©cfdioß mit
einer gereiften ©efdjreinbigleit au« bem Dioljr getrieben, nad; ljinten ba« >)iotjr
auf ferner ÖUetlbafjn jurüdgebrüdt GJivtjrrüdlauf). Tas ©efdioß erteilt infolge
ber Büge, beten gelber fidj in bie güfjrungsringc be« ©efdioffe« eiiifdjnciben,
eine Tretjung um feine £äng«ad)fc (Trail), bamit e« immer mit ber ©rife nad)
vorn bie ®efd)oßbaljn burd),liegt, infolge be« 5Ked)t«brall« erhält ba« (»efdjofj
eine geringe Slbreetdjung nach ted)t«.
2. glttgbafjn.
©ie glugbatjn ijt ber bom ®efd)oß «urüdgelegte S3eg.
Unter bem alleinigen Einfluß ber Q)efd)reinbig;eit unb bet 9lbgang«ridjtung
reütbe ba« ©ejdjoß mit unveränbetter Sefdjreinbigteit grablinig in bet t’lbgangä*
ridjtung fort fliegen.
®« retrlen aber nod) anbere fträfte auf ba« Sefdjoß ein, foreie e« bie 3iof)r«
münbung verläßt. ©iefe Si’räfte finb:
bie ©djreerlraft, bie ba« gallen be« QJefdjoffe« veranlaßt;
ber fiuftftriberftanb, ber bie @cfd)toinbigleit be« ©efdjoffc« nerminbert;
bie Treljung be« @ef$offe« um feine £äng«ad)fe, burd) bie c« nad) ber
Seite abreeidjt.
©urd) Etntoirlung biefer fttäfte entfielt eine glugbaßn, beren Seiten*
2lnfid)t fflilb 1 jeigt.
6« fjeißt: '
©er SBinlel e, ben He ^-^*c***^
Seelenadjfe mit ber SlBage» t \
red)ten bilbet, ®rtjöt)ung, I “Fiugbähn^*^K
ber 9BinteI f, ben bic -****®\ I
glugbaßn beim $Iuffd)lag mit Wr ‘4
ber Bageredjten bilbet, galt« ,
toinfel, E
bie (Entfernung von bet Wtünbung bi« jum 9luffd)lag (G—Z) S d) u fj»
weite,
ber tjöd?fte ißunlt bet glttgbafjn (S) Sdjeitelpuntt,
ber fenlredjte Kbftanb (P W) eine« fßunlte« (P) bet glugbaßn von ber
ÜJagered)ten g! u q fj ö l) e.
©ie ©efdjreinbigteit, mit ber ba« ©efdjofj ba« 8?ol)t verläßt, Ijeißt
Anfang« gefdjroinbigteit, bie, mit ber e« ben 9üiifd)lag«vuntt
erreidjt, Enbgefdjtoinbigteit. ©ie «um 8urtidlegen
ber ganjen glugba^n gebraudjt, glugjeit.
©ie Strede, innerhalb ber fi$ bie glugbaßn nidjt aber ßielljöße ergebt,
wirb beflridjener {Raum genannt.
158
Eie Slugbahn ift um fo getrümmter, je genüget bie ÄnfangSgefthwinbig-
teit Ift. — ®egen auftedjte ßiele (SKannfcfjaften, fßferbe, öefdriiöe, Stauern
uftv.) ift eine gefiredte, gegen wageredjte (ginbedungen, Unterftänbe ufm.)
eine getrümmte glugbahn etfotbethcb. — Erflete föladpbatjnföufi) wirb burd)
gto|e, leitete (Sogenfchufj) burd) Heine £abungen erretdjt.
Eie Kanone tjat nur ben f(fadjbaljnfd)u&, nie $aubi(e aufjerbem ben
'Bogenfdmfj.
*L
Q
Silb 2.
Sei ber Kanone gibt eS
nur eine ßabung, bei ber
äaubifce fieben verfdjiebene
Sabungen.
Eie Seitenabweichung
roächftinflärterem SerljälN
niS als bie Entfernung,
fie iuirb bei ber Kanone bis 6000 m, bei ber ^aubi^e auf atien Entfernungen
burd) bie Stfjrägftellung beS ?(uffa|)ei ausgeglichen. ©ierburch iuirb beruirtt,
ba| bie Serlängetung ber Seelenachfe & d fo tueit linfS am 3'el c vorbeiläuft,
wie baS ©efdjofj bei fRidjtung ber Scelenadjfe auf baS $iel nad) rechts abweidjen
würbe (ed - ob).
Sei S$. (Srennjünber) «
®efcf)offen heilt bet fßunit ____________________________________
ber fjlugbaljn, in bem baö ,Mr —- । .
©efdjofj in ber £uft jet* ’ —— b'
fr ringt, Sprengpuntt m{lb 3
(S), ber «bftanb beS Spreng* ® *’
punlteS Von ber Sifierlinie bie Sptengh^h6 (8—b), bet Slbftanb
bei vom Sprengpuntt auf bie Sifierlinie gefällten ßotes bis jum giel bie
Sprengweite (b—Z) (Silb 4).
Silb 4.
3. Setljaften unb SBirtung ber ^efjdjojjc*).
Ead Schrapnell unb bie ©rannte ber Kanone wie baS (}elbhaubfrgefd)oB
tönnen burch ihren &ünber im 21 u f f d) l a g ober i n b e r £ u f t in beftimmter
Entfernung uom Enbe bet fjlugbatjn jum 3etfPtingen gebracht werben.*)
EaS ge(bhaubfrgefd)o& wirft im Slicffdjfag immer als ©ranate. ES wirb
babei erft von 600 m ab fdjatf. Sei Einleitung beS 3ünbetS auf m. ®. »etfptingt
eS etfl einige 3eit, nadjbem es in bas ßiel eittgebtungen ober nad) bem Suf«
fdllag abgeprallt ift.
Seim 3e’cfPringen in bet £uft (Sj.) tuitft es je nach Ginftellung bei ßün«
betö als Sd)tapnell ober ©ranate.
Eer Srennjünbet reicht bei ben Sefchoffen bet Jtanone’von 200 m
bii 5350*) m, beim $elbhaubiögefd)ofj von 300 m bis 5300 m.
*) bebrütet ’Muffcijlagjüttber, S5j, Srennaünber, nt. ß. mit S3er)ögentng unb o. B.
ohne Beejöfierune.
Unter <5d?tm>neII ©J. (Brannte ®j.) tft baS Sc^rtWnen (Brannte) M unb bat gelbbaMbt**
tefcftob In ©Änurnrnfteftung (Btmtaifteauna) ju tirrfteben.
163
®agffelbbaubitgefth0& gerfpringt bei Einftellung auf tote Starte nicht toeit
t>or bet Slönbung mit Schtapnelltmrlung.
Sünbet, bie länget brennen, al# e# bet für bie Flugbahn paffenben Stenn»
länge ent f p rief) t, ergeben $ u tiefe Sprengpuntte, 9luff$läge
<Spreng$>untt unter bem
Siel auf Heiner (Ent-
fernung
ober Sprengpuntte unter bem 3'c* (Silb 5 unb 6), folche, bie
fürder brennen, ju ljotje Sprengpuntte.
Silb 5.
®ie Sprengteile breiten fitfi beim Qerfpringen be# Sefchoffe# in ber ßuft
in einem Segel an#, beffen (Sptfce im Sprengpuntte unb beffen 9lc^fe in ber
SSerlängerung bet fjlugbatjn liegt.
Ser Segeltointel ber ©ranate ift erheblich größer toie ber be# Schrapnell#,
bem Sermenbungäjtvecfe beiber ©efdjoffe entfprechenb (f. Silb 7 unb 8).
Seim Schrapnell fällen bie Äugeln ben Streuungitegel faß gleichmäßig
au$, bei ber ©ranate ift bet StreuungStegel in bet Slitte fjoljl (Sub 7,8 unb 9).
Seim S d? r a p n e 11 8(3. fliegen bie Sptengletle nach ^em 8erfPr*ngen
nach bormärts unb oorwärt# »feit märt#, bei ber ©ranate nach feittoärts.
Sie SSBirtung bet 8t5.* © e f ch 0 f f e gegen lebenbe Siele ift gut,
Wenn bie S^iiffe in unmittelbarer SRähe beS Biele# liegen; beim S«hW««n
ift bie# nur auf Heinen (Entfernungen bet tfaTL
Stuf Entfernungen, auf benen ber Srenn^iinber be# Schrapnell# nicht au#»
reicht, fotvie gegen bie Sebienung bon Schübbatterien unb gegen Truppen
in bocbh^mmifleri SSälbem ift bie SBirtung bet ©ranate beffer toie bei
Schrapnell# fflj.
154
ed)ießlet)re.
Sie S d) r a p n e 11 55j.»SB i r f u n g ift auf ben ©auptlampfent*
fernungen bet 6i rengiveiten von — 30 m bist — 150 m unb richtigen Spreng*
jjöljeu gut. SJebeutenbe Siefenroirhing unb große ber Sprengteile madjen
baö Schrapnell Pj. befonberS geeignet jum Petänu fen aller lebenben Siele,
bie fid) nid)t bicfjt hinter bedungen, innerhalb h°d)ßämmiget SBälbet ober unter
Sinbedungen befinben. 91 ud) gegen bie tneniger gefehlten Seile non (Sc^ilb-
batterien verfpridjt eS auöreidjenbe SBirfurtg.
Sie Sranate unbbaS Qelbhaubiftgefchoft in gr. 'Bj.« Stellung mitten gegen
Srbijiele fjauptfädjlidj burd) ben fteil nach unten gerichteten Seil ber S} reng*
Jtüde (SBilb 8 unb 9). Surd) bie graften Sralltoirtiel finb beibe ©efdjoftarten
befonberS geeignet, um Siele bid)t hinter Sedungen unb bie gefd)übteren
2Rannfd)aften von @d)ilbbatterien ju treffen.
Ser größeren SBirlung entfpredjenb tönnen $aubiftbatterien einen
boppelt fo breiten Sietabfdjnitt auf einmal unter geuer nehmen, als Sanonen»
Batterien.
Qm 53ogenfd)u6 ift baS gelbhaubiftgefdjoft m. S. imftanbe, alle felbmäßigen
Sinbedungen ju butdjfrfjtagen. Qm StellungSfrieg finb biefe Sedungen aller*
bingd im Saufe bet Seit oft fo ftatl auSgebapt (®eton unb Panzerplatten),
baß nur fdjtnerere ffaliber fie zu burd)fd)lagen vermögen.
®dMeßlef)te.
155
4. Sdjiefjbetfatyren.
Tamit bie Sßirtung beä ©efdjoffcj! ba£ Siel erreicht, ift eä nötig, ben fßuntt,
an bem baS ®efd>oß jerfpringt, in beßimmte Sage jum Siel 8U bringen.
®ie8 erreidjt man burd) baä Einfdjießen (®abelbübung). ®ic ®abel<
bilbung erfolgt mit'einem. 8uge im S$.»tJeuer, wenn man nadjfjer mit S^.
tueiterfdjießen will, mit einem Sefcfjüfc, Wenn man mit tuciterfdjießen
tuill.
9lad) ber ®abelbilbung erfolgt mit ber ganzen Batterie bad SBirhings*
feuer (©tuppeufeuer ober fjlügef feuer). WuSnaßme: Sei Entfernungen bis
600 m iuirb otjnc ®abelbilbung fofort mit bet ganzen Batterie gefeuert.
3um Einfdjießen muß ber Satteriefütjrer bie Sdjüffe mit bem 3’cl ’n
Serbinbung bringen tönnen, b. t). er muß jeljen tönnen, ob ein Sdjuß bauor
ober baljinter ift.
Seim Schießen mit 81 j. ift bieS offne weiteres möglidj; beim Sdjießen mit
Sj. müffen bte Sprengpuntte burd) fReglertorrettureu fo gelegt toerben, baß
man fie mit bem Siel in Serbinbung bringen tann.
156
Sdjießlehre.
Seim Schießen mit ®j. will man jcfjnell äBirtunp erzielen; bet Satterie*
führet begnügt fid) baßet bei bet Sabelbilbung bamtt, feftjujtellen, bafj baS
Biel innerhalb eines SÜaumeS non im allgemeinen 100 m fiefjt.
Seim SBirtungSftfjießen werben bann bie Sprengpuntte burd) Anbetungen
bet flieglerftellungen in richtige tpölje gebraut. 9Ran fdjießt auf üetfd)iebenen
(Streu«) Entfernungen, fo baß baS Siel wenig jtenS auf einer Entfernung
toirlfam gefaßt tvirb. Seim weiteren Sdjießen fudjt mau allmählich bie unroirf«
famen Entfernungen feftjuftellen unb auöjufdjalten.
hierbei ift bie Bahl unb AuSemanberftelluitg ber einzelnen Streu«
entfernungen toie bie SJaljl ber Anfangsentfernung bes 9BithmgSfd)ießenS
entfpredjenb bet SJitfung unb SerWenbung ber Schrapnells unb Sranaten
üoneinanbet »erfRieben.
Seim Schrapnell beginnt man baS Sj.«®3ittungSfdjießen im allgemeinen
auf einer Entfernung, bie um 100 n> türjer ift aU bie tutje ©abelcntfernuitg,
bann fdjießt man nod) auf einet um 50 unb einer um 100 m weiteren Ent«
fernung.
Bum Seifpiel: Schrapnell S j. <• fr e u e r; & a b e l 36—00 (furje
(ilabelentfemung) — 37— 00, — AJirtungSfdjießen: 35—00, 35—50,
36—00.
Sei bet ©ranate Sj. beginnt inan auf einer 50 m fürjeren als bie Iurie
©abelentfetnung unb fefjiefit bann nod) auf 6 um je 25 m auSeinanberliegenbeii
weiteren Entfernungen.
©ranat S j. «freuet: © a b e l 36—00 — 37—00; SH 11 u n g $
fdjt eßen: 35—50, 35—75, 36—00, 36—25, 36—50, 36—75, 37—00.
Xie B^bl bet Streuentfernungen unb iljre AuSemanberftelluitg wirb um
io größer, je tiefer ber SRaunt ift, bet unter geuer genommen Werben foll. Xies
wirb.ljauptfädjlid) gegen Bude üon großer XiefcnauSbel)nung unb aud) bann
ber frall fein, wenn mau ,j. S- über bie Stellung eines 3»clc‘s hinter einer ßölje
nidjt genau Sefdjeib weiß.
Seim S d) i e ß e n m i t A j. muffen bie Sdjüffe, um SJitlimg ju erzielen,
in unmittelbare Aälje beS BieleS fallen. Xie ©abel wirb junächftbiS auf 50 m
verengt; bann ®)it!ungöfd)ießen mit ber ganzen Satterie auf ben beiben
©abelentfernungen. — Xa bie Sdjüffe jur Erjielung günftigfter SJirhmg
gleichmäßig üorunb Ij intet bem Biel liegen müffen, werben bie 6JabcI«
entfernungen je nad) Sage bet Sdjüffe um 25 ober 50 m geänbert.
Bum Seifpiel: ©abel 40—00, 40—50.
SßitlitngSfdjießen: 40—00 eine ©ruppe, 40—50 eine ©tuppe,
40—25 eine ©ruppe ufw.
Seim Sdjießen mit Sogenfdjuß wirb in bet Siegel erft im frladjbaljnfdjuß
eine 200 m»Sabcl gebilbet. Auf bet Wtte bet ©abel geht man jum Sogen»
fdjufj über,, ermittelt in biefem bie 50 m«@abel fowie bie günftige Entfernung
(gletdjmäßtge Sage ber Sdjüffe vor unb hinter bem Biel) unb geht auf biefer
fdjließlidj jur ®r. m. S. übet.
©egen Biele in SeWegung wirb je nad) SeWegungSridjtung unb
©efdjtoinbigleit beS ßieleS eine Sabel in weiteren ©renjen gebilbet unb
bementfpredjenb beim AHrlungSfdjießett an ber Entfernung jugelegt ober
abgebrochen.
©egen üuftjielc (frlugjeuge, üuftfdjiffe) fdjießen nur befonbere baju
eingerichtete unb bafüt auSgebilbete Satterien ober eiitjclne ©efdniße. Ein
Einfdjießeti ift unmöglid), bie füt baS SJirluitgSfdjießen nötigen Angaben
(Entfernung, glugholje, ©efdjwinbigfeit ufw.) müffen burd) befonbere Apparate
ermittelt werben.
ttucbtlbung im Stiegen.
157
grlngöa^nen »er^iebetttt gtla$> itnb ®teilfeuerflefd)fli?e unb ifcre fliele
158 Au^btlbunn im StyieRen.
XIX. S)te 21 ilbung tm ©djicfjetu
1. AngemeineS.
SSolle Sföirtung, »ie fie in öorftefeenbem bargelegt »orben ift,
lann nur erjielt »erben bei forgfältiger Ausübung aller Sebienung?*
mannfdjaften.
flotte SÖebienüng, bie nur burd) grofee Übung erhielt »erben
fann, ift erfotberlidj, bamit ber Satteriefüferer in ber Sage ift, turge
Momente, »o fid) günftige 3tele, »ie 5. 93. öotgefeenbe Sdjüfeen-
linien, bieten, burd) fdjnelle? §euer auSjunufeen. (Genaue SSebienung
ift erforberlitfe, benn bie gemiinfdjte SSirfung fann nur eintreten,
wenn alte Einteilungen am Bünber unb an ber 9iidjtborrid)tung
genau bem 58efefel entfpredjenb geftellt »erben unb wenn bie $Rid>t-
fanoniere genau ridjten.
®er Kanonier präge fidj alfo ein: (öeuauigteit unb ®rf)nclligteit
finb beim Sdjiefeen bie ^aupterforberniffe, erftcre ift ba? toicfetigftc,
aber audj lefeterc milfe fein. ®on bem genauen Sdjiefeen bet Artillerie
feängt oft ber Erfolg ber Sdjladjt ab, in »ofelgejieltem Sperrfeuer
ift nodj feber Angriff §ufammengebrod)en.
güt bie 93ebienung am »idjtigften finb bie 9iid)tfanoniete. SBenu
man audj bon jebem Artilleriften bedangen mufe, bafe er (im Notfall
jur Jialjberteibigung, bei Ausfall bon S3ebienung§mannfcfeaften)
bem ®e)d)ü() bie 9tidjtung geben fann, unb er audj bementfpredjenb
auSgebilbet »irb, fo »irb bod) nur einer befdjranften Bafel bon
Kanonieren, bie bot allem nad) iferer Sefefdjärfe unb iferem AuffaffungS«
bermögen auSgefudjt »erben, eine befonbere AuSbilbung aU ^Riefet*
fanoniere juteil.
2. AuSbilbung ber 9Hdjttanoniere.
E§ gibt 2 SRidjtarten:
®a§ b i r e 11 e SRidjten, b. I). ber 9lid)tfanonier fann ba§ Biel
burd) ba? fjernrofer fefeen. ®a? t n b i r e 11 e SRidjten, b. fe. ba? Biel
ift bom ®efdjü|j bj». ber geuerftellung ber Batterie au? nidjt ju
fefeen.
ferner finb ju unterfefeeiben: bie Seiten« unb bie $ ö fe e n»
r t dj t u n g.
A. $a§ birette 9iid)ten.
Seiten« unb §öfeenrid)tung mit bem fjernrofer.
®efd)üfefüferer, K2 unb K3 fudjen ba§ B <e l auf. Sie tönnen
baju ba§ lioppelfernrofer benufeen, aufftefeen, audj neben ba§ Sefdjüfc
treten. — Bum 9flid;ten erfafet K3 ben SRidjtbaum mit beiben Jpänben
unb gibt bem ®efdjü§ unter 93enufcung bet Stoferüifierung ober be§
»eifeen StricfeeS auf ber SOlitte be§ SdjilbeS bie allgemeine SRidjtung
auf ba? B^- Kl unb K2 fiefeen auf, »enn ber Safettenfrfetoar^ be
»egt »erben mufe, unb unterftüfcen K3.
Äuäbilbung im S'i'iefce i
159
K2 (teilt juerft ben Seilring, bann ben Siegler, julefct ben Auf*
(afc. für Siegler nnb SStfier leine 3a¥ tommanbiert, fo überzeugt
er fidj, bafj ber Xeilring auf 1600, ber Siegler auf 0 ftefjt.
Sie grobe unb
feine Äopfteilung be§
§ernrol)re§ tnufj auf 0
fteljen. 3ur genauen
Sinftellung ber Seil»
(tricffe bringt er fein
Auge in beren §öl)e.
5Bei größeren Seiten*
torrefturen fdjaltet er
bie ^einbewegung
au§, Heinere füljrt
er burd) ©reifen ber
unteren Seiltrommel
au§. Soll ber Auf*
fafc um ein gröfjereS
•iOlafj berfdjoben wer*
ben, fo fehltet er bie
Auffafjfdjnetfe au§.
©a3 ®cfd)ü| ljat
Seitenridjtung, wenn
im fternroljr bie
Spifse be§
winlete ober bei
toageredjtem Staber*
(taube bie (entrechte
unterbrochene £inie
bie SOlitte be§ Biete
treffen. Starte SSer*
(djiebungen be§
Stotyceä gegen bie
ßafette beim erften
©inridjten bermei«
ben! S3ei größeren Kufiabträaer, Muffaftactkiuic
Anbetungen ber Sei* mit Stunbölirtfernro^r ber $etbtanone
tenrid)tung wirft Kl
am Safettenfdjrüanä gemäfj bem SSinfen be§ K2.
Sßtrb bie §Ötjenrid)tung mit bem Fernrohr genommen, (o gibt
K2 bem ©efdjüfc mit bem Äurbelrabe bie grobe tpöfyen*, mit bem
©reifrabe bie Seiienrid)tung. 3UTn Sdjlufj nimmt er bie feine Seiten*
ridjtung.
58eim Sdjiefjen gegen Suftgiele reidjt ber Siegler meift nicht au3.
AHe Sieglerlorrefturen werben beähalb an ber Äopftcilung auägeführt.
16U
AuSbÜbunfi tm 6d)tefecn.
§ötyenrid)tung mit ber ß i b e 11 e.
Sßirb bie ^öhenridjtung mit bet ßibelle genommen, jo ftellt
K2 auf „ßibelle 29!" ben <ßfeilfiridj bes ßibelleugeljäufee auf biefen
Seilftrid), nimmt
mit bem ©teifrabe
bie Seitenrid)tung
unb läfct jum
Sdjlufj bie Sibellc
burdj Stehen bec-
ShitbelrabeS ein»
fpielen.
g- e ft I e g e n
ber Seiten«
r i d) t u n g.
SBirb bie £ötjen*
ridjtung mit bei
ßibelle genom-
men, fo ift ö o r
bem 91 b f e u e r n
bie Seiten»
r i dj t u n g f e ft«
julegcn. &ad>»
bem baS ©efd)ü|j
eingerichtet ift,
fudjt fid) K2
einen möglidjft
entfernten, rüd«
ivärtS ober feit«
tuärtS gelegenen,
leidjt auffinbbaren
©egenftanb als
gcftlcgcpuntt unb
richtet baS gern«
rohr burd) Sreljen
2. • beSgerntoljrhipfeS
ftHnbbtidfetnro^r 98. 99. ein. §ierju lann
biefer, falls ber
geftlegepunttljötjer ober tiefer liegt,burd) bie obere Seiltrommel in jenf*
rechter SRidjtung bemegt merben. ginbet fich auSna^nöweife lein geeig-
neter geftlegepuntt, fo lann öurdj^inlegen einer Patrone, eines Steines
ober bergt, möglidjft nitfjt unter 20 Stritt hinter bem ®efd)üV, ©rfafj
gefdjaffen merben. Sie Etappen tm Sdjilbe merben gefdjloffen. —
©efdhübfübret unb Kl fehen fi$ ben geftlegepunlt burd) baS getnropr
an, ohne K2 beim ?Ridjten ju flöten.
ffltlt Qfeneljmiguna bet SeWset »jjnuftrierte« Beituns“. 9l«S einet Betonung um gsrof. ftau ©tötet).
$er WrtHterie toirb burdj Snfanterlften ber SJeg burd) ben Hefen ®^nee gebahnt (au$ ber SMnterf^la^t in Mafnren).
SRit ©eneijmigunß bet Setnjiger „3Uu[trierten Beitung*. 9ia<b einet Bei^nung non äofcf ©orreggio.
Munition witt» auf bem öfttidjen ftrieflSfdjaublÄtf unter graften Sdjtoierigteiten bei ftartem ©ranatfeuer
na$ borne gebraut
?lu«bübun0 im ©djiefjen. ig}
K2 berflänbigt burd) ben 3uruf fertig! ben ®efchübführer,
fobalb ba§ ©inridjten bed ©efdjüfceä beenbigt ift
$iele in {Bewegung
erforbern f^nelleö {Richten. S)ie {Ridjtlanoniere müffen allen SBe«
Regungen bed Bieter bte jum Slugenblid bed Slbfeuernd folgen, ©in
„Vorhalte n" ift unftatthaft. £ört bie {Bewegung auf, änbert fid)
bie {Bewegungdrichtung, fefct fid) bad Siel, auf bad geiidjtet toiib,
toieber in {Bewegung, ober oerfdjroinbet ed, fo ruft K2: S i e 1 ft e h t!
.ober Siel get)t jurüd! nadj red)td (lin td)! ober Siel
b e r f d) w u n b e n. — Sei „31 u f f a & t i e f!" unterbleiben bie Sn*
rufe.
fRidjten bei SJunlelfjeit.
§ür febed ®efd)üb, für {eben {Ridjtlrcte unb für jeben ^eftlege-
punlt ift eine {ßlenblaterne erforberlid). Sie toirb fo benufct, bafj nicht
ber Volle ßidjtfdjein nad) bem f^einbe fällt.
9Iuf f i d) t b a r e Siele ({Bitoatdfeuer, erleuchtete §äufer, (Schein’*
werfet unb S^2 int ßidjtfegel bes <Sdjcinwetferd) wirb bie erfte
Seitcnrtdjtung mit bem Fernrohr, bie ©rhöljung mit ber ßibelle
genommen. Kl beleudjtet tjierju bad fünfter bed fjerntohrd unb
bie ßibelle. hierauf toirb bie (Seitenridjtung feftgelegt. Kl be»
leudjtet auch hierbei bad Fernrohr. 9Ud ^eftlegepuntt, möglidjft für
bie ganje {Batterie, wirb eine ßaterne nicht unter 50 (Sdjritt hinter
bet {Batterie aufgeftcßt ober an einem {Baum ufro. aufgehängt. Sie
(Stelle ber ßaterne toirb begeidjnet.
Sie ©Jefdjüfcführer fdjreiben bie nad) ber ßaterne (^eftlegepunft)
ermittelten Scihingjahlen ate ®runbgal)Icn auf. Sie (Seilenridjtung
Wirb für bie fjolge nach bem f}eftlegepun!t genommen.
(Soll auf Siele gerichtet werben, bie in ber Sunlelheit nicht
f i d) t b a r finb, fo mufj bie {Richtung fd)on bei Sage burdj ®efcfjüfe
ober SRid)tlrete feftgelegt fein.
Bum ffefilegen ber (Seitenridjtung bei Sage burch ®efdjüfc
toirb, möglidjft für bie gange {Batterie, eine ßaterne aufgeftellt ober
aufgehängt, bie gum {Richten bei Sunlelheit angeftedt wirb.
SBat nur ein Seil ber ®efdjüfje bei Sage in bet Dtadjtftellung,
fo werben bie anberen nad) einem bon biefen eingerichtet. Ser Üluf*
ftcllungdplatJ unb bie {Richtung be§ ®runbgefd)ü^ey finb bei Sage burd)
pfähle gu begeidjnen, bie bet Stacht burd? ßatemen beleuchtet werben.
Sum ©inridjten wirb junädjft beim ©runbgefdjüfc ba§ ^enfter,
bei ben anberen ©efdjüfcen ber rote {Ring am Fernrohr bon Kl be»
leudjtet. 3um Slnridjten be§ ®runbgefdjübe§ erfolgt baS 58eleudjten
umgelehrt. ®a£ {Beleuchten bed ©runbgefdjüfced pßrt erjt auf {Befehl
SußfWet3 auf-
IVr ftrfbcireine, ftefbctrt. 1. W, 11
1C2
Stusbilbung im ®d)ie6en.
Bum geftlegen ber ©eitenridjtung bei Sage burd) SK i dj t»
f r e i § mirb fein %3Ia|j burd) einen bfaljl, bie iRidjtung ber 1600 £hne
burdj 2 ^fäljle bejeidjnet, audj wenn ber iRidjtfreis bte jum (Sinti effen
ber Qlefdjüfje fteljenbleiben foll. Sie ’ßfäljle werben bei iftadjt im
bebarfsfalle burd) Saterncn beleuchtet. Sie Sefdjüfce werben mit
bem ljoljen ^ernroljr eingerichtet.
Sa£ 53eleud)ten be3 9lidjtfreife§ unb ber Fernrohre erfolgt ent*
fpredjenb bem (Sinridjten nadj bem ©runbgefdjiifc. Sa§ beleuchten
be§ ®eftc1lfopfe§ am jHidjtfrete Ijört erft auf befehl be§ Bugfühier^
auf.
fjeuerberteilung beim birefte.n 9lid)ten.
B?be§ ®cfc()üb wirb burd) ben SRidjtfanonier auf ben,iljm gegen»
überliegenben Seil be§ B’e^c§ °bcr Bi-'lraumes eingeridjtet. Sie Bug*
füljrer Ijnbcn bon ©efcljübcn bie Bü'lpunfte anjugeben, nur beim
©djiefjen mit ?hqjah tief ’ wählen bie ))iid)tfanoniere bie Brünfte
felbftäubig.
Sft ba§ B*cl ober ber Bidrcnim breiter ate bie batterie, fo haben bie
Bugfütjrer burd) bJedjfcln ber Bülpnnlte bafür ju forgen, bafj fein
Seil unbefdjoffen bleibt.
□+ □>). o+*
('Sie äuficren Seile ber Batterie 6
(6) werben nur auf Befeljl ber 3ug*
jüljrer befonberß befdpffen.)
(□♦r □: ™. »; □; U) ^^«•«oenedfü^n.
' <niib 4 ’ uiuen, Shwalleue, «Sdjiifjengraben
. ufw. barf nidjt ju nalje an bie
®n(a<6e Senrorr titimd einet wie™ ffillt,cn 3icte gerietet werben,
»“ 4 'll,c iu 5 (6) weil fonft ein Srä ber SSitfung
öerloren gebt.
können ©cfdjühe (Büge) bie ihnen jufallenben Seile nidjt jehen,
fo rohb auf 9lnoibnung be£ Bufl^atteiieOfüljrerä ba§ f}euer inner-
halb be3 Buges ('Batterie) gefreujt (f. Bill 6).
<Soll beim (Sinjdjicfeu mit
einem Buge (®efdjüh) bon
biefem junädjft auf einen
anberen ate ben iljm gegen»
überliegenben Seil bes B^e^
gerichtet tuerben, fo wirb ber
„® i n f dj i e ft p u n 1t" bc-
fonber§ Tommanbiert. Srft beim Übergang jur „ganjen Batterie" mirb
bann f e l b ft ä n b i g auf ben gegenüberliegenben Seil geridjtet.
S ilb 5.
(Hnfadjeftenerberteüung gegen eine Batterie
gu 4 SefdjüVen unb 1 3)lunüion$ wagen.
B. inbirette 9lirf)tcn.
S(te Biel wirb im Sommanbo nidjt bejeidjnet. — Sa§ (Sinridjten
erfolgt nadj einem 9Hd)ttrci§, nad) einem ®runbgcfd)üh ober nadj
einem gemcinfamen $ilf§jicl.
8lu$6flbung itn ®d)iefeeu.
163
I. SRidjtfrei3 üerfafjren.
ffiommanbo: 3iidjttrci&! — 28—00! — SiOclk 33»
a) Verfölgen mit einem Siidjtheis (RI). RI wirb fo aufgeftellt,
bafj üon iljm au§ ba§ 3^ u°b alle über foenigftenS ein ©efdjüfc an«
gerichtet werben Tonnen.
Sie ©efdjüfce nehmen bie üom SRidjt« -V j' ’l’ o
freidunteroffijier angegebene allgemeine
9Rid)tung unb bie §öljeniidjtung. Sefjtere
barf erft geänbert werben, wenn bie
Seitenridjtung genommen ift.
©er 9?idjtlteiS mirb mit IGOO auf ba *
Siel geridjtet. ©ann wirb burd) ©reljen
be§ Oberteile^ beS iRidjttveifeö ber SRcitje . .
nad) ber rote Seil jebeö Diunbblidfern-
roljreS ber einzelnen ©efdjüpe angeiidjtet. ’ * 8’
Sie ®efd)ü|5fül)rer, bie fid) injivifdjen jum RI begeben ljaben, über«
nehmen für iljr ©efdjüfj bie iKidjtftehjaljl, fdjreiben fie fidj auf unb
1. Geschütz
S8ilb 6.
®ttb 7.
für getbartillerie.
geben fie an ihren K2 weiter, ©iefer ftellt ben Seilring auf biefe ßatjl
unb ridjtet, nötigenfalls mit SBerlängerungSftürf, ben roten Oeftelltopf
X64 RuÄbfibung hn ©djiefcen.
beS R1 an. SBenn größere Anbetungen ber Seitenrichtung ein 53e-
wegen be§ ßafettenfchwanjeS nötig machen, fo wirten K1 unb K4
gleichmäßig in ben Stabern, ßum Schluß wirb nach Sntfernung beS
SBetlängerungSftüdeS bie Seitenrid)tung feftgelegt unb bie §öhen«
ridjtung berichtigt.
b) Verfahren mit j w e i 9iid)ttreifen (RI unb RII).
RI wirb fo aufgeftellt, baß er baS 3^1 unb RII fetjen tann. SSon
RII muß wenigftenS 1 ©efdjüß angerichtet werben tönnen.
* RI wirb wieber mit 1600 auf baS $iel eingerichtet. Sann wirb
burch Srel)en be§ Oberteiles bon RI ber rote ©eftellfopf oon RII
anoifiert. Üöiit ber fid) hierbei ergebenben gaßl j. 53. 26—35 wirb
RII nach bem toten ©eftelllopf bon RI eingerichtet unb bann burch
Stehen beS Oberteiles auf 1600 geftellt. RI unb II haben nun gleiche
Stidjtung. RI tann nun (meift bot bet ^Batterie ftehenb) fortgenommen
werben. Sßon RII wirb nun bie Seilring jaljl für bie ©efd)üße ermittelt
unb wie unter a) angegeben berfal)ren.
c) Verfahren mit 9t o r b n a b e l.
®S wirb angewenbet, wenn bie Übertragung- ber Seitenrichtung
auf bie ©efdjüße butd).Anrichten nicht möglid)ift — Seim (Gebrauch
bet Siotbnabel müffen Staljl® unb (Sifengegenftänbe minbcflenS
20 Schritt bom StichttreiS entfernt werben. — Sie Aufftellung in ber
9lät)e bon größeren ©ifenmaffen ober eleTtrifdjen Leitungen ift ju
bermeiben.
RI wirb unter SBerüdfidjtigung ber Sßinbtorrettur auf baS 3iel
eingerichtet. Sie Storbnabel wirb gelöft unb ber Oberteil um ben Unter-
teil folange gebret)t, bis bie 9iorbnabel auf bie N«9RatIe einfpielt.
Sie iRichtfreiSftellung wirb abgelefen unb bem RII übermittelt.
RII wirb auf bie übermittelte 3atjl geftellt, bie SRorbnabel gelöft
unb ber StichttreiS folange um ben &apfen gebrel)t, bis bie Korbnabel
genau einfpielt. RII überträgt in gleicher SBeife wie borftehenb,
bie fRidjtung auf bie @efd)üße.
II. (Sinridjten nad) einem Srunbgcfdjiih-
SBenn beim 3ftid)ttteiSberfahren ein @efd)üß von RI ober II
nicht anjuridjten ift, fo muß eS nach einem bereits eingerichteten
@efd)üh (®runbgefd)ü£) eingeridjtet werben.
Saju wirb eS mit biefem möglidjft gleidjlaufenb geftellt. ®lit
ber ßibelle erhält eS bie Jpötjenridjtung, bie erft geänbert werben barf,
wenn bie Seitentidjtung feftgelegt ift.
Som ©runbgefchüh aus wirb mit bem SerlängerungSftüd burch
Sreßen bes ^ernrohrtopfeS bet rote Seil am Fernrohrauffcifc beS
einjurichtenbert ©efchüfteS angerichtet unb bie Seilringjah^ gemelbet.
2Rit biefer gaßl Wirb bann bom einjurichtenben nach bem Qtrunb-
gefchüh gerichtet, ßulefct befliegen bet Seitenrichtung wie bor.
Wuibübuiifl im SOpefcen.
III. tinrtdjten n a dj einem $Hf3gteI.
gtedjta $iWei S^ornftein! — IW Weniger! — 42—00! —
«Welle 29!
©He (Sefdjüfce richten mit ber für bie gange ©atterie angeorbneten
©eilringftellung auf ba§ im Stommanbo bezeichnete §ilfggiel.
IV. fteuerberteilung beim inbiretten dichten.
©urdj ®inridjten nad) bem 9tidjt!rei§ ober nad) bem ®runb»
Qefdjüjj wirb ba§ ft e u e r über einen Sftaum bon ber ©reite ber Batterie
b erteilt, ©ei ©nroenbung eines gemeinsamen £)ilf»giele§ ift bie
©rt, in ber fidj baS fteuer berteilt, bon ber Sage be§ §ilfSgiele§ ab»
hängig.
Entfpridjt bie gu ertoartenbe fteuerberteilung nicht ber beabfi^-
tigten, fo hat fie ber © a 11 e r i e f ü tj r e r möglidjft fdjon bor ©eginn
beS Schie&enS ju regeln: fteuer Verteilen Vorn 3. bon rechts (lintS)
mit 5! $n gleicher ©Seife tann berteilteS fteuer bereinigt werben:
fteuer bereinigen auf ba§ 2. bon Iint§ (rcdjtS) mit 3! ©ie 3UQ'
führet otbnen für bie ©efdjü^e, bie neben bem im ffiommanbo
bezeichneten flehen, bie ©runblorrettur, für bie übrigen ba§ eni»
fpredjenbe bielfache an.
ftft ba§ ober ber Sielraum breiter als bie ©atterie, fo mufj
ber ©atterieführer in berbedten (Stellungen nach ^er fteuerberteilung
über ba§ gange Siel entweber felbft burdj (Seitcnlorretturen bafür
forgen, bafj fein ©eil unbefdjoffen bleibt, ober eS ben Sugfüfirern
übertragen: Sngioeifc fteuer verlegen biö 15!
©ie 3ugfül)ter otbnen innerhalb ber befohlenen (Stengen für
ihre (Sefdjüfce nach redjt3 unb lintS Seitentorretturen an.
C. ©uwenbuug be§ ©idjtfreife& bei ftefonberen ©elcgenheitcn.
2R e f f e n bon Seitenab [tauben.
©er ffiidjttreis wirb auf 0 geftellt, burdj ©reljen um ben Sapfen
auf ba§ linte Enbe ber gu meffenben Strede eingerichtet unb auf bem
Sapfen feftgetlemmt. ©ann wirb baS fternroljr burd) ©ewegen be§
Oberteils um ben Unterteil auf ba§ redjte Enbe ber Strede geridjtet.
©ie abgelefene 3nhl ift ber ©eitenabftanb in ©eilftridjen.
©eim SReffen beS SeitenabftanbeS gwifdjen gwei Sielen ift nidit
ber lidjte 5Raum fcftguftelletf, fonbern ber ©bftanb bon Sielmitte gu
Sielmitte ober bon bem bisherigen Sielteil beS ©infdjiefegugeS bis gum
dinfdjiefjpunlt.
Ermittlung ber tleinften Entfernung, mit ber
eine ©edung überfchoffen werben tann.
SRan ftellt ben iRidjtfreiS mit gufammengefdjobenen (Seftellbeinen
(in fteuerljölje ber SRohre) in ber beabsichtigten fteuerftcllung auf unb
mifjt ben (Selanbewintel nad) bem hödjften fünfte ber ©edung.
166
Üu»b Übung bn ®d)te&w.
Sie ^Jaljl bet öJelänbewintelteile (über 30) »erüielfältigt man bei
ber Stanone mit 100, bei bet Jpaubiße mit 50 unb rödjnet bie Entfernung
fjeuerftellung—Seetang reidflid) bemeffen Ijinju. 9)?an erljält babei
SBerte, bie (bei Siegler nidjt unter 0 unb gegen Siele, bie nidjt tiefer
fteßen ate bie Batterie) bte ju einem Ülbftanb bon etwa 500 m bon bet
Sedungunb bte ju 10 gemeßenen teilen für bie praftifdje Serwenbung
genügenb genau finb;
j. 93. Kanone:
©elänbewintel 35; alfo 5x100 . .’.................= 500
________Entfernung ffeuerftellung—Sedung............= 200
alfo tlcinfte Entfernung, mit ber bie Seetang über*
fdjoffen werben lohn..........................= 700 m
$ aubi fce:
©elänbewintel 35; alfo 5x50 ......................= 250
________Entfernung ffeuerftellung—Sedung............-= 200
alfo tlcinfte Entfernung, mit ber bie Seetang über*
fdjoffen Werben tann................................= 450 m.
D. Sibclle, (Manbewtntel nnb Siegler.
Sie ßibelle bient jum Sleljmen ber $öljenrid)tung auf ba§ Korn’
manbo „Sibelle 10".
Ser 9luffa$ wirb auf bie tommanbierte Entfernung, bie Libelle
auf bie tommanbierte Baljl (Oelänbewintel) gestellt unb bann bie
^ötjenridjtmafdjine gebreßt, bte bte Suftblafe einfpielt, b. I). in ber
Glitte jwifdjen ben auf bem ßibellenglafe eingefdjnittenen Sfridjen
fteljen bleibt.
Soll auSnaljnteweife ber ©elänbeivinfet mit bem ©efdjüfj ge*
meffen werben, fo läßt ber 9lidjtfanonier, nadjbem er bie Jpöljenridjtung
nad) bem Siel mit bem fjernroljrauffaß genommen ljat, bie ßuftblafe
in ber ßibelle burd) Sreljen an ber Süiebfdjeibe einfpielen.
Sann lieft er ben ©elänbewintel in ganjen unb ljalben Seilen
an ber (Mänberointelteilung ab.
Scr (MänbcWintcl ift ber Sßinlel, ben ^Sifierlinie mit ber SEBage«
redeten bilbei, er jeigt alfo an, um wieüiel ba£ S^ ßöljer ober tiefer
fteljt ate ba§ ©efdjüfj. Siefet SBintel muß ju ber normalen Erfjöljung
be§ ®efdjüße§ bei ber betreffenben Sielentfernung fjinjugejogen ober
bon itjr abgewogen werben. Steljen beibe gleicf) ßodj, fo ift ber ©elänbe*
wintel 0 (SeiW 30).
Er wirb am SRidjttreiS abgelefen ober mit Sdjerenfernroljr ober
auSnaljnteweife bem ®efd)üfj gemeffen.
Ser ^Regler bient baju, um Unftimmigleiten jwifc^en ber §lug*
jeit ber ©efdjoffe unb bet Srennbauer ber S^ber auSjugleidjen.
HuSbilbung im S$iefjen.
167
Sie 3iinber finb fo fonftruiert, baff fie ein beftimmte» SDiafj — tunb
50 m —f benor bete GSefdjofj bei ber fommanbierten Entfernung ben
Erbboben erreichen würbe, jur SÖSirtung gelangen, Sßrennt nun arte
irgenb einem ®runb ber Bünber ju langfam ab, fo erhalten mir ftatt
ber eprengpunfte Auffdjläge, brennt er ju fdjnell, gu Iplje «Spreng»
punfte. erften muß ntan gewiffermafjen ben Sprengpunft
auf ber fjlugbal)tt nadj rüdwärte, im anbern fyall nad) borwärtS ber»
fdjteben.
SDlan fönnte bie§ erreichen, wenn man für Auffafj unb Bünber»
ftellung jwei berfdjiebene Entfernungen fommanbierte, j. SB. Auffafc
2000, SÖrennjünber 1950.
Siefe jwei gaplenim ^ommanbo tonnten leidjt ju Berwed)flungen
führen. «Sie foll ber Siegler bermeiben. $nbem man- ihn burd) Sieben
an bem knebel l)öbjer ober tiefer ftellen tann, erreicht man, baß trofj
be& ftommanboS nur einer EntfernungSjal)! Auffap unb SBrcnnjünber
ben beabfidjtigten Unterfdjieb in ber Entfernung auf weif en, .
«
3. AuSbilbung am tinbejpanntcn ®cfdjüfj.
Allgemeines.
ßur Sßebienung be§ @efd)üfceS geboren:
1 ®efdjü|jfül)ter unb
5 Kanoniere,
jur SBebienung be§ SOlunitionSwagenS:
4 Kanoniere,
jum SÖeobadjtungSfoagen:
5 Kanoniere.
Sie ®efd)ü§f anomere erhalten bie SBejeidjnung Kl bte K5, bie
SKunitionSwagentanoniere Ml bte M4, bie Sßeobadjtungvtoagen»
fanoniere Bl bte B5.
Sie Kanoniere Bl bte B3 bebienen ben S3eobad)tung§n?agen,
B4 unb B5 ben fjernfpredjer.
SBei ber reitenben Batterie treten für ba§ ®efdjü£ 2 SfJferbe»
haltet, K6 unb K7, für ben SRunitionSroagen 2 ^ferbeljalter, M5 unb
M6, für ben SBeobadjtung&uagen 2 Sßferbeljalter, B6 unb B7, ljinju.
Ser ©efdjüfcfütjrer ift mit einem Soppelfernroljr auSgerüftet.
Sem ®efd)ü|jfül)rer, Kl bte K3 ift erlaubt, fid) über baS Bici
ober ^ilfSjiel ju berftänbigen.
Auf: a—I—tt, ba§ ju jeber Beit unb ju beliebigem Bived
tommanbiert werben tann, unterbridjt bie SBebienung ihre üor»
riditungen unb l)ört gefpannt auf bie folgenben SommanboS ober
'Befehle.
168
HuiJbflbung tm ©djtefcen.
be§ {öef(f)ü£jül)rer§ unb ber Rationiere.
Söei ber faljrenben Ratterte finb bei aufgepro^tem
©efdjüfc, SWunitionS- unb 83eobad)tung£wagen bie Kanoniere auf«
gefeffen (Sßilb 8, 9 unb 9a). 2Iu§na^men finb anjuorbnen.
Slbgefeffen fielen bie Kanoniere, f^ront nad) bom, 2 *Sd)ritt hinter
bem ®efd)üfc, SRunitiortS« unb 93eoba<f)tung§wagen in 2 ©lieber n,
bie Kanoniere ber Sßrofje im elften, bie ber Safette unb be§ hinter«
wagens, nad) redgtS auf Sorbermann, im jtoeiten ©liebe, in berfetben
$Reil)enfolge, wie fie auf bem fjaljtäeug fifcen.
S)er ©efd)üpfüf)ter ftefjt, wenn oljne SBefpannung geübt wirb,
an ber ©eidjfelipifce, thront nad) üorn.
'Öilb 8.
2luf SW ä r f dl e n fönnen fiel) bie Kanoniere fpnter ober neben
bem ©efdjüp, SRunitionS« unb Ü8eobad)tungSwagen befinben.
®a§ Stuf« unb 91 b f t fj e n barf nur im §a11en geftfyetyen.
Ranonicre aufgefeffen! K3 unb K4 fifcen üon bet Sattel«, K5
üon ber tpanbfeite auf. Sinb bie Kanoniere neben bem ®efd)üfe, fo
tönnen K3 bis K5 aud) üon ber Seite aufjifoen, auf ber fie fid) befinben.
K4 fafjt nad) bem 9luffifcen K3 unb K5 unter, bie fid) am Jpanb«.
griff be§ ßetjnbledjS fefttjalten. Kl, K2, Bl unb B2 fd)ieben baS ju«
jammengefdjnallte ®nbe be§ gerollten SWantels auf bie Sdfulter unb
(jalten fid) an ben Jpanbgrtffen (bem unteren Xeile be§ JpanbgriffS ber
Söremfe) feft, 2Hle leljnen fid) bei unebenem $oben’unb in ftarfer
©angart feft an unb ftemmen bie fyiifee gegen baS fyufjbrett ober bie
Ürittplatte.
Rationiere abgefeffen! ®ie Rationiere fpringen ab unb begeben
fid auf dre $Iäfce fjinter bem ©efdjüfc.
tÄusbÜbung im Schieben.
109
®ie SBagentanoniere üerfat)ren beim fünf- unb 5!lbfi§en .finit’
gemäfe.
SJilb 10.
Bilb 11.
©te Äanoniere bet reitenben Batterie reiten bei auf geprobtem
©efdjüfe unb SBagen in groei ©Hebern, bei ber geöffneten Batterie unb Staffel
geöffnet (Bilb 10, 11 unb Ha), fonft gefehlten.
©eöffnet bat ba§ erfle ©lieb 6 Sdjritt ftbftanb
Dom ©efdjüfj unb 1 Sdjritt Sroifdjenraum, baö
jtoeite ©lieb 3 Sdjritt Sibftanb Dom erften.
©efdjloffen bat baö erfle ©Heb 2 Schritt 2lbftanb
oom ©efdjüfc unb Fühlung Bügel an Bügel, bas
j tu eite 1 Schritt Slbftanb Dom erften.
'SJie Sftidjtung ift nadj K4, Ml unb B4.
©runbftellung für ba§ ab ge-
probte ®efd)ü| mit 9Jhinition»l)inter»
wagen. (58ilb 12.) ®efedjtSlage, j. 58. Schräg»
ober fjlanlenfeuer, unb ®elänbe lönnen
Anbetungen bebingen (58ilb 12, Slnm. 4).
9lad) 2Iu§füt)ten einer SBerridjtung, ju
bet bie SDlannfdjaften ihren $lab bettafjen
haben, wirb bie ©runbfteüung ohne weiteret
wieber eingenommen.
Kl fifjt auf bem Sabe-, K2 auf bem 5Rt<htfifc. ®er ®efdjü|fühter,
K3 bis K5, Ml unb M2 fnien, bie Rettung ber Sdjilbe unb beS hinter-
170
Uludbitbung frn Sdjiefjen.
wagens auSnupenb. Sie fte^en nur auf, wenn bie 53ebienung bei
®efd)üpe§ eS erforbert.
rnilb 12.
I. m — Btunitiondtörbe; beim Ver-
lieren genügen einige Körbe.
2. <Stef>t ein SDlunitiondn?agen nidjt
jur Verfügung, fo finb bei allen Übungen
auf feinem ©labe einige Körbe fjinjulegen.
3. Sott bie ©rofje beim (Sefdfüfc
bleiben, fo ift fie 8 Sdjritt baljinter auf*
jufietlen.
4. 5)et Wlunitionötoagen fann oudj
linTS bed @efd)üVeö flehen. K5 tritt bann
hinter Ml, K3 lintd neben ben 9iid)tbaum.
®er @efd) umführet roetfjfelt feinen ©lafc
mit K4.
Seim ©jerjieren tann jur Sdjonung ber fülannfdjaften ba§ Stnien
befdjräntt werben: 9hif ! unb Stiebet!
M3 unb M4 befinben fidj bei ber ®lunition§wagenprofce.
Sei ber r e i t e n b e n Satterie halten bic ©ferbehalter bie ©ferbe ber
anberen Kanoniere redjtö »on fid) in ber and S3ilb 10,11 u.lla erfidjtlidjen SReifjen-
folge. 3fi bie ©rof)e in Sedung, fo fleht K7 4 Stritt hinter ber ©ro^e, ©orber»
mann auf bie ßahrer, K6 4 Stritte hinter ihm. ©leibt bie ©rofce hinter bem
®cfd)ü&, fo flehen beibe in gleicher Steife »or ben Köpfen ber ©orberpferbe,
fjront nad) bem fjeittbe.
®ie ©ferbehalter ber ©Jagen {teilen fid) in gleidjet ©Seife hinter ihren
©rohen auf.
Umgängen unb Oblegen.
Umgängen! Slufgefeffene Gfefdjüfcfütjrer, Sßagenfiit)ter unb
Kanoniere fpringen ab.
2)er @efd)üpfüfjrer fdjliefjt Safettentaften unb fßrofcej ber SBagen«
führet fßrope unb §interwagen auf. ®ie Säjlöffer werben in bie fßrofce
ju betn Subetjör gefegt.
K3 ftreift bie SUlünbungStappe bon ber SÜiiinbung unb Ijängt fie
auf ben Slufljänger. K4 nimmt bie 3 OteUfcfjIüffel auS bem Setjfllter
im Safettentaften unb fdfliefft biefen. (Sinen Stellfdjlüffcl befestigt
er am oberften f$nopf be3 SEB.rf fenrodfe unb ftedt itjn jwijdfen bie knöpfe,
bie anberen gibt er K3 unb K5, bie [ie ebenfo anbringen.
K5, M3 rrnb B5 fdjnaüen ben ©eidjfelriemen burd) bie Gramme
um bie ®eid)fel feft. Qft angefpannt, fo fdjnallt ber Stangenreiter ba§
Änebelenbe in ben Ülufffängeriemen am Sattel feinet SattelpferbeS.
Sladj bem Umgängen fifcen ©efdjüfcfüfycer, SBagenfü^rer unb
Kanoniere auf. Sinb bie gat)rer abgefeffen, fo fipen ®efd)üp* unb
SSagenfüfjrer nirfft auf, bie ftanoniere begeben fid) hinter baS ©efdjüfj
unb bie SBagen.
'AiubÜbung im Stiegen.
171
'Beim «ödjiefjenbarf bie SSefefjung bei Batterie Satte in bie Dfycen
fteden.
Mblcgett! Slufgefeffene Qfefdjüfjfüljrer, Sagenfüljrer unb ftano*
niete jpringen ab.
Kl nimmt ben 53erfd)Iufjüberjug ab unb tjängt iljn an ben §afen
be§ ©djilbeö. ®ann öffnet er ben SJerfd)Iufj, um nad^ufeljcn, ob ba§
Oefdjüfc nod) geloben ift. 3ft bie§ ber §all. fo fängt er bie jurüdgleitenbe
Patrone mit ber Unten §anb auf unb gibt fie K4, ber fie in fjaljrftellung
(Sünber Sreuj auf SRarfe)*) in ben S?orb jurüdftedt. S8ei ^aubifcen
bleibt ba« ©eftfjofj im Wofjr, bie Start ufdje wirb ent laben. hierauf
fdjliefjt Kl ben SSerfdjlufj unb fidjert, inbem er bie Sidjerung«»
fdjeibe auf „Sicher" bret)t. ‘Sann bringt er ben Sßerfdjlufjüberjug
Wieber an unb überzeugt fid), bafj bet SlbjugSgriff l)eruntcrt)ängt.
K3 fdjiebt bie SWünbungStappe auf ba§ SRoljr. K3 unb K5 geben
bie <5teHfd)lüffel bem K4, ber fie im 93eT)äIter in ben Safettenfaftcn
legt unb biefen fdjliefjt. K5,M3 unb B5 legen bie ®eid)felrtemcn in
bie $ro|jen.
Sex ©efd)ü|jfüt)rer öerfdjliefjt !ßto$e unb Stafettentaften, ber
Sagen fiifjrer ^Jxope unb Jpintertoagen.
Wad) bem Oblegen berfaljren ©efdjüfcfüljrer, Sagenfüljrer unb
Kanoniere toie nad) bem Umgängen.
'Mb: unb 'Mnfprotjen.
'Beim W unb Sifprofcen be§ ®efd)ü§e» mufj ber Stafettenfdjwanj
fo geljanbtyabt werben, bafj bie Wlünbung ben Beben nidjt berüljrt.
Wbpropen beS ®efd)üfje§ nad) Vorwärts.
'Batterie jnm g-cncrn — tjjalt! unb: Warf) öorroärte — prout ab!
Wuf: Warf) öotWärtQ fpringenber ®e)d)üpfül)rer unb bie Kanoniere
ab, erfterer nad) Abgabe be§ XrenfenjügeB an ben SSorb er r eiter. Ser
@efd)üpfül)ter wäl)lt für fein ©efd)ü| ben $lap au§. Sie Kanoniere
laufen an bie SJa fette.
K3 jietjt ben ©djlilffelboljen au3 bem ^ropljaten unb tritt bidjt
an bie ©attelfeite ber Stafette in $öl)e ber ^ßro|öfe, $ront nad) ber
Stafette.
Kl tritt red)t§ neben K3, K2 bidjt an bie Jpanbfeite ber Stafette
gegenüber bon Kl unb K3.
K2 unb K3 faffen mit einer §anb in bie ipanbljabe, mit ber anberen
unter bie Stafittentoanb, Kl fafjt mit beiben Rauben unter bie Stafetten»
ioanb.
K4 läuft an ba$ Stafettenrab ber ©attel-, K5 an ba§ ber £anb»
feite. (Erfterer fafjt fo in bie Speichen,bafj er ba3 9lab nad) ber ®c)rf)iip»
münbung ju> lederet fo, bafj er e§ nadj bem Stafettenfdjroanj ju
breljen tann.
•) föehn TopVelftünber 86 mufe in bex ßSorfrerfer im Büubrr iinen.
172
nuftbUlMing im Ödytefcen.
2Iuf: $toht abI f)eben Kl bte K3 ben 2afettenfd)roan$ Dom $io$«
baten. K3 ruft: 93or! ®er fiafettenfchwanj wirb fernen, jebodj nicht
im Saufen, nach ber Seite Don Kl unb K3 ju fjerumgebretjt. K4 unb
K5 wirten Sterbet träftig in ben ^Rabern unb breljen fo gleidjmäfjig,
bafj ber Skehpunlt unter ber 9Ritte ber Sldjfe liegt.
Staun mirb ba§ ©efdjüh ohne Sommanbo auf ben Dom ©efdjüb»
fütjter gewählten $lafe gebraut. Sftadj bem ftieberfefcen be§ Safetten«
fchwanjeS nimmt Kl ben SBetfdjlufjüberjug, K2 ben Sluffabüberjug ab;
fie bangen bie Überzüge an bie £>a!en be§ <5d)ilbe§. Kl nimmt bete
gerntoht au§ bem '.Behälter im ßafettenlaften unb gibt e§ K2, ber e§
auf ben ?luffafc fteett. Staun laffen fie burch Söfcn ber Spanntetten
ben Unterfcf)ilb herunterfallen. Kl brüdt auf ben Siegel be§ Ober»
fdjilbeS unb Happt biefen hoch, fo bafj bete Sdjlofj einfdjnappt. Kl unb
K2 löfen bete <3d)anjjeug unb legen e& neben bete ®ef(hü§. K3 legt ben
SRidjtbaum um. K4 unb K5 Happen bie £ür ber $ro$e herunter.
K4 ergreift 2 9Runition§törbe an ben XrageÖfen, begibt fid) auf feinen
fpla^ nnb W bie ftörbe linte neben fich. ^5 fdjliefjt bie ißrobe, ehe fie
fortfährt, unb läuft aüf feinen
Bei ber reitenben Batterie flogen fid) auf: Ka# bortoärtö Kl bte
K5 mit beiben $änben unb bem Sailen be$ linten gfugeS träftig ab unb ftf^ivin-
gen fid) fo vom ${erbe, bag fie mit einer ffledjteumtehrtbrehung linte vorroärte
beS ^ferbetopjeä fieben. Bor bem 9lbfprmgen (affen fie bie Kanbaten^ngel
fallen, bemalten aber bie ©renfcngügel, bie fie über ben ftopf btte ^Jierbeä
wer.cn, in ber vollen linten $anb. Sie geben bem Sßfcrbefjalter bie Irenfen*
jügel ber 3iei()e nad) in bie entgegengehaltene redjte $anb. Qm übrigen ver*
bähen fie fid) wie bie Kanoniere ber fahrenden Batterie.
Kl lögt bie Berbinbnng ber Brentelcine, lägt bie an ber Safette befinb*
iidjen SJiementeile au ber Gat telf eite Ijetunterfallen nnb wirft bie anberen
9tie ment eile nad) vorn über bete 2el)nbreh.
©ie Sferbeljalter fdjroenten, fobalb fie bic Bügel aller Bferbe haben,
linteum teljrt unb reiten im Sdjritt 30 Sdjritt jurüd, K6 hinter K7. ®el)en bie
Broten in ©edung, fo (eben fid) bie Koppeln vor ihre Broten, fdjroenten ein,
-wenn biefe bie ftront nad) ber Batterie* hflben, unb (teilen fid) wie Seite 170
befd)rieben auf. Bleiben bie BT°t^n bei ben Sefdjüfcen, fo fd)roenten bie
Koppeln nadj bem Burürfrciten linteum lehrt.
Beim führen ber S^ferbc halten bie ^ferbeFjiiHer bie rechte $anb mit
ben Nägeln nad) auf warte, ungefäl)r in Jpöhe ber Brufr, flehen iljre Bf erbe
etnxte Ijalbredjte mit ber Kruppe von ber Stoppel ab unb reiten ihr voraus.
3u ben Moppeln follen bie Bf^^be nebenemanber flehen unb gehen.
Tcm Sei.roänsbrängcn nnb Borprcllen ber glügelpfcrbe fiidjt ber Bierbe*
hiil.cr burd) hkgenrci:en gegen bie Stoppel 311 begegnen. 3fr bie Crbnnng
einmal gefrört, io verhindert er nur bas Burüdbleibeu ober fiosreigen ber aus*
gebnmgteu Bu’ibe.
^enbungen werben im Borroärtsreiicn gemacht« Beim Sinteroenben
wirb bus eigene Bft'tb laugiam juerfr geroenbet, roährenb bie Moovel ben Bogen
beiilircibt. Beim :Hecbteroenbcn roirb bic Movvel verhallen: ber Bf^befraher
reit ei im Bogen um fie herum. 3IU galten freijt er {entrecht jur ÖJnmbliiue
ber Batterie, ben Koppeln eine fcateläuge vorauf, unb lägt bie redr-e $anb
Ijerabijängeu.
^uöbübunß hn Srf)te6en< 173
Oprofcen b e § ® e f d) ü | e S nad) r ü d w ä r t §.
Batterie jum feuern — $alt! unb: Wad) rödwärts —• probt ab!
9Iuf: Warf) riidWärtS Verfahren ber ®ejd)ühfühICT unb Kl bis
K3 wie auf: Wad) öorwärtS, K4 ftellt fid) auf bie Sattel», K5 auf bie
§anbfeite in £>Öt)e beS !ßroph«ten§, einen tjalben Schritt außerhalb
beS (Steifes, f^ront in ber Widjtung ber (Sefdjü^münbung.
Stuf: probt ab! tjeben Kl bis K3 ben £afettenfd)wanj bom
^ßrophaten. K3 ruft: Bor! 5)er ßafetteiifchwanj wirb auf ben bom
(Sefdjüpfütjrer gewählten ^ßla& niebergefejjt. $m übrigen berfatyren
Kl bis K5 finngeniäfj Wie beim Slbpropen nad) borwärtS.
©ei ber reitenben (Batterie Verhalten fid) Kl bi§ K5 nad) Abgabe
ihrer ©fetbe rote bie Stanoniere ber fahtenben; Kl löfl bie ©remelcine, bie
©ferbehalter rüden im Schritt mit halbrechts am.®efd)äfc »otbei unb »erfahren
roie »or.
©leiben bie (proben bei ben ®cfd)ütjen, io jrfjroentt K7 linfSum teljrt,
wenn er 8 ®d)ritt über ben ©orberreiter IjinauSgeiomtnen ift, unb nimmt mit
4 Sdjritt Slbftanb ©orbermann auf bie ftaprer. K6 führt über K7 ljinauö
nnb nimmt mit 4 Schritt Slbftanb ©orbermann auf ipn.
Opropen beS ®efd)üp'c§ nad) ber fylanle.
Batterie jum feuern — $alt! unb: Wad) rcdjts (Hnt§) —
proh* üb!
wirb wie nad) borwärtS ab gepropt, baS ®efd)üp jebodj mit ber
Sftünbung nach &CI befohlenen Seite gebrel)t.
©ei ber r e i t e n b e n ©atterie fefjroenfett bie ©ferbehalter 1ints*(red)ts»)
um unb »erfahren bann rote beim Slbpropen nach »orwärtö.
Opropen bes SWunitionöwagenS.
Wbpropen! ®ie Kanoniere fpringen ab, Ml tritt auf ber Sattel»
feite, M2 auf ber Jpanbfeite an bie Xragebäume. Ml jiel)t ben edjlüjfei»
boljen au§ bem ©roßhafen, propt mit M2 ab unb ruft: Bor!
M3 unb M4 nehmen fofort au§ ber *©rope bie fförbe tinb legen
fie nieber. ®ie Kanoniere M ftellen ben hinter wagen auf bem bom
®efdjüpfül}ret gewählten $laße fo auf, baß bie '©ropöfe nad) hinten
jeigt. ÜRad)t baS Bewegen be§ Sagens Sdjwierigfciten, jo wirb er
bon ben Sanonieren M ganj ober teilweije entleert.
Ml legt bie Sagenftüpe aus, Happt bie Sür hod) unb befeftigt fie,
M2 läfjt ben Unterfd)ilb herunter. M3 unb M4 legen bie Störbc ber
SDlunitionSwagenprope hinter bie Safette. Sorbe auS bem hinter»
wagen werben hinter biefen gelegt.
©ei her reitenben ©atterie geben Ml unb M2 iljre ©(erbe an M5,
M3 unb M4 an Mß ab, nehmen bie fötabe au$ ber ©rohe unb ftellen ben $nn:er>
wagen auf. (Sie ©ferbehalter »erhalten fid) roie beim 91bvropen ber @efd)ül<e
nach ber plante. 3fl nach rüdroärtS abgeproftt Worben, jo rüden M5 unb M6
Hn!8 am SRunitiondwagen vorbei unb »erfahren bann cbenfo.
174 Suöbflbung im Sdjiefjen.
Slbpro^eu b e S S3eobad)tung»magen§.
Oproben! ®te Kanoniere fpringen ab, Bl tritt auf bet (Sattel*
feite, B2 auf ber tpanbfeite an bie Sragebäume. Bl jiefjt ben Sd)lüffel*
boljen auS bem ißtofcpafcn, profct mit B2 ab unb ruft: Sor!
Sie Kanoniere B (teilen ben £>intermagen fo auf, bafj bie fßrofj*
öfe nad) ljinten jeigt.
23eim Sebreud) ber 53eobad)tungSlciter toirb ber tpintermagen,
menn nidjt befonbere Srünbe bieS Oerbieten, bidjt neben bie $8e*
obadjtungSlciter geftcllt.
Bl legt bie üorbete SBagenftii^e auS, Bl unb B2 taffen bie Seiten*
fdjilbe herunter, Happen bieSür ljod) unb befeftigen fie. B2 legt bie
Sdjilbtlappe um.
©ei ber reitenben ©atteric »erljalten fid) Bl bi§ B7 bei Abgabe ber
©ferbe wie Kl biö K7. Bl fjat vor bcin «Ibproßen bie ©rcnwleine ju löfen.
Slufprofcen bes (MefdjüfjeS nadj bor mär ts.
Warf) bormärtS — protit auf!
Stuf: Wad) boriwittd treten Kl bis K3 an bie Safette unb faffen
ben ßafettenfdjmanj mie beim Wbprofjcn an.
K4 unb K5 faffen mie beim Wbpropcn nad) bormärtS in bie Stüber.
Stuf: proftt auf! roirb ber Safcttenfdjmanj Dom 23oben gehoben
unb bie ßafette mie beim Slbprofjen nad) bormärtS IjetumgebreljL
Wad) bem §erumbrel)en laufen K4 unb K5 an bie fßr Darüber unb
erleidjtern burdj geringes ®or* unb S11™erbringen ber ‘•jjrofje ober
eines Stabes baS Wufprofjen. Stad) bem Sinpängen ber ißroböfe ftedt
K3 ben @d)Iüfjclboljen burd).
2ßer fertig ift, fi£t auf.
Ser ®cfd)ii£fütjrer überzeugt fid), bafj bet Sd)lüffelboljen rid)tig
burdjgeftedt ift, unb fifjt bann auf ober geljt an bie Seid)fclfpi£c.
©ei b.er reitenben ©atterie tommen bie ©fcrbeljalter mit ben ©roßen
an bie (55efdjüße vor. §e nadjbcm bie ©roße rcdjts ober lint* an ber Vafcttc
vorbei äljrt, riidt K7 redjtd ober lintS bi® in §ölje be-? Stangenteil er«, K6
folgt iljm mit 4 Sd)ritt Wbftanb. Sparen bie ©roßen bei ben (iiefdjiißen ge-
blieben, fo rüdt auf: Warf) »ortvärtd K7 mit Ijalbredjt^ bis in £>öbe beö Stangen*
reiterS, K6 folgt iljm mit 4 Sdjrilt 9lbftanb.
Wadj bem ßinljängen ber ©roßöfe oerbinbet Kl bie getrennten Steile
ber ©remslcine, K3 ftedt ben Sd)lüffelboljen burdj. ®er fertig ift, fißt auf;
K4 unb K2 fitljren baju iljre tßferbe eine ©jcrbelänge vor.
3um Sluffibett ivetfen bie Stanonicre bie Srenfcnjügel über ben ©ferbe*
topf, jieljen fie burd) bie linle £>anb, bis fie anfteljen, unb fepen gleid)jeiiig
ben redjten ftuß einen großen Sdjritt vor. Ocnmädjft bringen fie ben linten
fjufj in ben ©ügel, erjaffen ben $interjtviefcl unb fdjtvingen fidj in ben Sattel.
Sßeim Weljmen ber unb ber ©ügel ljiljt bie redjte $anb ngd) ©ebatf.
$ie fpjerbeßalter rüden nad) Abgabe aller ©ferbe eine *pferbelänge vor. Die
übrigen Kanoniere ridjten fidj nadj bem Sluffißen nadj iljnen ein.
©eim 9lnfal)ren beS QJefdjüßeS bleiben bie Kanoniere palten unb jiepen
fidj mit tjalbred)td (palblinfS) bafjinter, fobalb ©laß ift.
'Äitebilbnng im Sdjiefjen. 175
aufprofeen b e § ® e f d) ü fe e $ nadj rüdwärts.
3lacf) rüdroärt§ — prüfet auf!
auf: 9iad) riidwärtS tritt ber ©efdjüfefüferer auf bie Sattelfeite;
Kl big K3 bertjalten fid) wie beim aufprofeen nadj borwärtg. K4 unb
K5 faffen in bie Safettenräber. auf: prüfet auf! mirb bie ßafette an
bie ißrofee jurüdgebradjt.
SDag »eitere tßerfaljren ift wie beim aufprofeew nad) bortuärtg.
Soll bie fßrofee an bie Safette jurüdgebrad)t werben, fo wirb fie
auf: Diodj rütfroiirtg unb: tßrofecn jurüd! jurüdgefdpben, wobei
K4 unb K5 in ben Släbern Wirten.
Wei her r e i t e n b e n Watleric lommen bie Wfcrbcfjalter mit ben tßropen
an bie (Mdjüfje t>or. K7 reitet, je nadjbem bic Tropen oon red)te ober linte
lammen, bte 2 Sdjritt lütl3 ober redjte ber tflto^adjfe oor. K6 jolgt itjm mit
4 Sdjritt Jlbflanb. SBaren bie Ißtofjen bei bett (SJefdjiiben geblieben, fo tüdt
K7 auf: fNatf) rürftvärtö mit ljalbredjte bte 2 Sdjritt feitroärte ber tßropadjfe
bor. K6 folgt iljm mit 4 Sdjritt SIbftanb.
JRadj bem wuififien'unb Worrüden fteljt ba$ erfle GHieb in Qöfye ber
Safetten«, baS jtocite in $>öt;e ber ifJrofadjfe.
®eim Slnfaljrcn fdjtoenlen bie Stationiere liute» ober redjteum teljrt Ijinter
baS ©cfdjttp. Wäljrenb be$ Sdjtoeniette fcijlicfjt ba$ ;roeitc ©lieb auf. 3)ie
ßtoifdjenräume toerben in ber erften $äl|te ber Sdjroentung gefdjloffen, in
ber jmeiien roieber geöffnet.
aufprofeen b e § ® e f d) ü fe e § nad) ber plante.
fRiKl) reffet^ (lititö) — profet auf!
wirb wie nad) borwärtg aufgeprofet, ber 2afeitenfdjroan§
jebodj nad; ber ißrofee ju gebreljt.
Wei ber r e i t e n b e n Batterie füljrcn bic Wfcrbefjalter bie Wferbe fo cor,
baß nadj bem Vlufftyen unb SSorrürfcn ba4 erfle ©lieb in ftölje ber Stattgen*
Vferbe, ba4 iroeite in -fiötje bet ®rof)ad)fe fteljt, ftront in ber Slbmarfdjridjtung.
9lad) bem ylnfaljrcn fdjlicfet fidj bad enteile ©lieb auf, unb bie SJanoniere
fefjen fid; mit ljalblinte (ljalbredjte) Ijinter bad ßtefdjüfj.
Stuf profeen be§ SRunitionSwagenö.
'Mttfprofecn! Ml unb M2 faffen bie Sragebäume wie beim
9Ibprofeen; babei legt Ml bie SBagenftüfee ein. Sann wiib aufgeprofet,
Wobei bie übrigen Kanoniere M an ben 9läbern unb ber Ijinteren
SBagenfeite feelfen. Ml ftedt ben Sdjlüffelboljeit burd).
SÖar öorfeer nidjt: Batterie tjalt! fommanbiert, fo fd)Iieftt Ml
juerft bie Sür; M2 bringt ben Unterfdjilb in ^aferfiellung.
SBer fertig ift, fifet auf.
Wei bet reitenben Watterie oerfabren M5 unb M6 wie K6 unb K7
beim 9(ufptofcen beä @efdjüf>eö na<b rüdnsätte.
aufprofeen beg 93eobadjtung§wagen§.
auf pro feen! Bl unb B2 fdjliefjen bie £ür unb bringen bie Seiten*
fdjilbe in fyaljrftellung. Bl erfafjt bann mit B2 bie Sragebäume wie
beim abprofeen; babei legt Bl bie öorbere SBagenftüfee ein. Sann wirb
aufgeprofet, wofeei B3 an ber feinteren Söagenfeite ober einem 9?abe
feilft. Bl ftedt ben Sdjtüffelboljen burdfe.
176 Äuabilbung hn Schießen.
Sei ber r e 1t e n b e n Batterie Verhalten fid) Bl big B7 nad) bem Sluf*
profeen tote KI bii K 7. Bl pat Mr bem Xuffifeen bie getrennten Seile ber
Bremdleine ju Mtbixben.
^anbljabung bet SSrcmfe.
®ie SBommanboö geben ®efd)ü&* unb Sßagenführer.
ßum Sßremfen be§ aufgepropten (3efdjü£e3 legt Kl auf:
©rcmfcn! bie Sicherung um, ergreift ben ^anbgriff be3 SteUl)ebeI§
unb brüdt ipn in ber 3ugrid)tung bot. ®r laßt bie Jpanb am .'panbgriff,
um nad) iöebarf bie Spannung ju berftärfen ober ju mäßigen.
Sluf: Stcmfe 1»3! brüdt Kl bie Sperrflinfe an ben Stellhebel
heran unb bewegt ihn allmählich big in ben erften SIu»fcfjnitt be§ 3ahn*
bogen§ jurüd. ®r muß fich öabei borfehen, baß ber Stellhebel nicht
ioeggefdjnent toirb. fDann richtet er bie Sicherung auf.
Kl tann bie S3remfe wäl)renb be§ fahrens fowoljl bom Sldj^fip
toie ju fjuß bebienen.
Soll baö abgeprofcte ©efdjüp gebremft werben, fo wirb
entfprechenb berfahren. Kl läßt nach bem Spannen ber Siremfe ben
Jpanbgriff Io§.
fUlufj bei einem $ a 11 auf anßeigenber Straße gebremft
»erben, fo ljalt Kl bie $emm!ctte um eine Siabielge. Bor betn Sütjaljren palt
er fie aud, fdjlingt fie zweimal um bie Bremdtjebel unb ljalt fie ein.
Sie Sremfe bed ÜBunitiondwagend bebient M4, bie bed Beobadjtungd«
Wagend Bl,
Sei ber reitenben Batterie iß jum fflremfen bet ©ejdjüfee unb bed
Beobadjtungdwagend bie Bremdleine ju benufeen. Sim GJefdjüfe wirb fie
beim Slnfpannen mit bem geteilten 6nbe burd) ben Sdjilbaudfdjnitt feinburd)
an ber Bremfe, unb ^roar ber breite Siemen an ber Ofe bed Siellpebeld, ber
runbe an ber St errtlinle, mit bem anberen Gnbe an einem ber Stangenpferbe
befeftigt. Seim Slbfvannen wirb bie Bremdlehte abgelegt. Sim Beobacptungd*
wagen wirb finngemäß »erfahren.
Sluf: Sremjen! jiept ber Slangenreiter ben breiten Stiemen ber Sremd*
leine an.
Stuf : Brent Je (ob! ^iept er ben runben SRiemen mäßig an, läßt ipn aber
fofort wieber nad), bannt ber Stellpebel jurüdfdjnellt unb nidjt ju früi) ein«
fdjnappt.
Seim abgeprofeten fflefdjüfe paubpabt Kl bie Sremfe von feinem
ißlafee aud in entipredjenber SBeife.
Sie Sremfe bed Slunitiondwagend bebient Ml, bet baju abfifeen muß.
9lnf: unb ?lbbaucn bet ®cobad)tuugä{citer.*)
Slufbaueu. ®ic Seiter wirb aus bem ßager gelöft unb herauf
genommen, ber Sdjilb jum ßeiterfad) gefdjloffen.
91m Slufftellung^ort werben bie JRiemen jum ßufammenfdinaHert
ber ßeiter gelöft, §olme unb ßeiterftüpe auögejogen, bie SJorftedboljen
•) fällt ffinftiß fort.
Tafel V.
Erkennungszeichen der Militär-Flugzeuge.
1. Deutsche Heeresflugseuge
_______tragen auf der Oberseite der oberen und auf der Unter*
ISeite der unteren Tragdecks und auf beiden Seiten der
am Schwanz befindlichen senkrechten Fläche (Seitensteuer)
sowie auf beiden Seiten des Rumpfes je ein schwarzes Kreuz
_______}auf weitem Grunde.
X Deutsche Marineflugzeuge
sind wie die deutschen Heeresflugseuge gekennzeichnet und
führen außerdem an der Hinterkante der unteren Trag*
decks lange rote Wimpel.
x X österreichische Flugzeuge
sind meist deutsche Bauarten. Sie tragen entweder die Erkennungs-
zeichen der deutschen Flugzeuge, dazu im Bereich eigener oder ver-
bündeter Truppen einen rotweifi gestreiften Wimpel,
oder auf Ober* und Unterseite jedes Tragdecks, auf Schwanz- und
Steuerflächen weifirote Querstreifen, dazu am Schwanz rotweifi
gestreiften Wimpel.
4. Türkische Flugzeuge
tragen auf der Oberseite der oberen und auf der Unterseite der
unteren Tragdecks und auf beiden Seiten der am Schwanz befind-
lichen senkrechten Fläche (Seitensteuer) je einen Halbmond mit
Stern in einem roten Quadrat. Die Nummer des Flugzeuges
Ist in türkischen Zahlen an der Seite des Rumpfes angebracht.
S. Französische Flugzeuge
tragen auf den Tragdecks blauweifirote Kokarden
und auf beiden Seiten des Seitensteuers die National-
farben (Blau-Weifi-Rot) in Streifen.
6. Russische Flugzeuge
sind zumeist französische Bauarten und tragen auf den
Tragdecks weifiblaurote Kokarden und zu beiden
Seiten des Seitensteuers die Nationalfarben (Weifi-
Blau-Rot) in Streifen.
7. Englische Flugzeuge
tragen auf den Tragdecks rotweifiblaue Kokarden
(Marineflugzeuge einen dunkelrotenRing) und aufbeiden
Seifendes Seitensteuers dleNationalfarben R o t-W eifi -
Blau, Marineflugzeuge Rot-Weifi, in Streifen.
8. Belgische Flugzeuge
tragen auf den Tragdecks schwarzgelbrotc Ko-
karden und auf beiden Seiten des Seitensteuers die
Nationalfarben (Schwarz* Gelb-Rot) in Streifen.
9. Italienische Flugzeuge
sind zumeist englische oder französische Bauarten und
tragen auf den Tragdecks grünweifirote Kokarden
und auf beiden Seiten des Seitensteuers die National-
färben (Grün-Weifi-Rot) in Streifen.
H 0 ®)0 0 ®
Sluäbilbunß im Schießen.
177
eingeftedt unb gefiebert. ©ie ßeiter wirb aufgeridjtet, bie Sproften
Werben eingelegt. Slufiritt, Sdjitbe, Keines SdjerenfernroljtgefteU
sleiterhopf
Oberschild
inneres Hölmrohr'
Schildriemen
-Auftritt
Ihttersghild
Scherenferarohr
Sprosse
ffolme-
X
^-Segment f ISeines
^-Ktemmring] Scheren-
Itohrstqnge) femroh&
gesteU
leitersitz
^mitSattel
Silb 13.
$eräa$tun(ßf$tlb auf
bet Seifer.
/
unb Sifc «erben ber ®ebraudj§höhc entf^redjenb angebracht. ©er
ftaltegurt mirb eingelptt.
Sdtüdhqtetfi
UntersclaUL
Biemenösetd.
Schildriemen,
Silb 14.
Seobadjiunßä-
fd)ilb auf bem
Sobeu. gieren»
fernrofjr niebttß.
h.iniiii)lll
Scherenfemrohr-
gestell
Bohrstange
Schildstütze
SBirb ber Sluftritt nidjt auf ber obersten Stufe angebracht, fo mirb
ber Unterfdjilb mit bem Sdjilbriemen, baS Keine Scherenfernrohr’
gefteK mit bem Stlemmring an einem §olm befeftigt.
S)er ^elbftröue. ßfelbart. 1. 12
178
HuSlnlbung im Sdjtefjeii.
Bei weidjem Untergrunb werben bte fyufjplatten unter bie Boben»
platten gelegt; bei ftartem SBinb unb ungünstigen Bobenöerfjältniffen
toirb bie Seiter betauter t.
«ilb 15.
'8e ob ad) t ungs f djilb
auf bem ®agen.
3um 'Mufftellen ber Setter auf ben Jninterwagen wirb bie hintere
SBagenftü^e herunter gelaßen, bie Seiter in ben Süllen mit Borfted«
boljen unb uiemen befeftigt. Bor Ausführung biefer Borriditungen
barf bie. Leiter nicht beftiegen werben. Sie Seiterftüije wirb nad)
Bebarf ein biß jwei 2od) türjer eingeftellt.
Bewegungen mit ber Leiter, a u d) b a ß Joinauf«
f e £ e n auf ben Jp i n t e r w a g e n unb b a » herunter’
f e h e n oon i h m, b ü r f e n nur ohne © d) i l b e unb
Sdjerenfernrohraußgefülirt werben. S i e o l m e
b ü r f e n nur ben Felonien e n t j p r e d) e n b bewegt
werben.
A b b a u e n. Saß Abbauen gefd)iel)t entfpredjenb in umgefeljrter
fReiljenfolge. Saö ßünfüliren ber Seiter in ifjr Sager utufi fo erfolgen,
bafj bie ?ylügelfd)raube im Seitertopf nad) lintö oben (Sattelfeite)
jeigt.
A u f ft e 11 e n ber « d) i l b e auf bem g e w a d) f e n e n
B o b e n. Saß Aufftellen gefd)iel)t mit Jpilfe ber 'Sd)ilbftü|je. Sie
Sd)ilbe werben nad) Bebarf berantert.
Sfuäbilbung im ©djiefien.
179
2)ie Sdjilbe tonnen aud) auf bem S3eobad)tung§wagen aufgeftellt
werben.
Sabcn, 9tid)tcu, gcuern unb Entlabcn.
S3ei ben Entfernung§jal)len über 1000 finb bie jpunberte bon ben
3el)nern getrennt ju fommanbieren, j. 20—50 = Swanjig^ünfjig,
22—00 = .ßwounbjroanjigljunbert.
@djrapncll§ Srcnnjiinbcr! — bicrabcauS Srfpiücn jWijrfjen
SbMfcc unb SS alberte! — 1 tiefer! — 20—00! unb: ntc§ — ftener!
Soll bie Stellung be§ SeilringeS geänbert werben, jo ift ba3 9J?ajj
ber xiJorrettur ju tommanbieren: 4 mcljr (6 Weniger)!
1 (2) pöper (tiefer)! wirb fommanbiert, wenn bie Stellung be§
jRegler§ geänbert werben foIL
Soll bie §öpenrid)tung mit ber Sibelle genommen werben, fo
ift „ßibcllc" unb ber ©elä'nbewintel ju tommanbieren: Sibcllc 29!
2)er (belaubewinlel Wirb mit bem Sdjerenfernropr ober mit bem Siidjt«
trei§, fall» biefe nid)t jur Stelle finb, mit bem ©efdjiip gemeßen.
2luf: SfprapnclW (Granaten) SSrennjiinbcr (Sluffdjlag)! ent«
fidjert Kl, inbetn er bie SidjerungSfdjeibe auf „Feuer" brept. K2
Öffnet bie klappe im Dberftpilbe. 3um SRidjten mit bem jRidjtglaS
ift bie klappe im äRittelfdjilbe ju öffnen.
K4 nimmt eine Scf|rapnell«((Stanat«)Patrone. (Sr ftellt bei ißj.
ben ßünber mit bem Stellfdjlüffel auf bie tommanbierte Entfernung.
3ft eine Entfernung fommanbiert, bie auf 25 ober 75 enbigt, fo ftellt
1 o*
180
2(u3t> Übung tm Sdjiegen.
er bie Stellmarte nad) bem Slugenmaß auf bte SRitte jtrif^en beiben
Seilftridjen ein. Sei 2Ij. fieljt K4 nadj, ob ber Bünber Kreuj auf SRarfe
fteljt. Sann l)ält et bie Patrone mit ber Stellmarte nad) fid) gu, mit
bem SBoben auf ben Dberfdjenfel geftüßt.
Ser (Sefdjüßfufjrer überzeugt fid), bafj ber Bünber ridjtig ge»
{teilt ift.
Bum £ a b e n öffnet -Kl gleidj nad) bem ßnffidjern ben Serfdjluß.
Sie auSgetoorfene Jpülfe fängt er mit ber linten §anb auf unb legt
fie hinter fid).
Sobalb B^it borßanben, Werben bie hülfen bon K5 unb ben
Kanonieren M in bie Körbe jurüdgeftedt.
K4 fafjt bie Patrone mit ber redeten §anb unter ber Spiße, mit
ber linten am Soben. Sann fdjiebt er fie in ben SabungSraum, bis ber
tRanb ber §ülfe anftößt. hierauf ergreift er bon feinem ißlaß aus
eine anbere Patrone. Sei §aubißen füljrt in gleicher SSeife K4 baS
(Sefdjoß in baS fRoßr, Kl fefct baS (Sefdjoß mit ber linten träftig an,
fo bafj eS fidj feft in ben gejogenen Seil feßt, unb labt ljierauf bie Kar*
tufdje, bie er bon K4 (biefer triebet bon K5) empfangen ljat.
Seim gaben ift barauf ju adjten, bafj ber Serfdjluß böllig ge*
öffnet ift.
K5 unb nadj 3Röglidjteit K3 fdjieben bem K4 bolle Körbe ju
unb Ijelfen beim (Sntneljmen ber SRunition unb Stellen ber Bünber.
Ml unb M2 nehmen nad) Sebarf Körbe aus bem Jpinterroagen.
Ser (Sefdjüßfüijrer, K2 unb K3 fudjen baS B t e l auf, fobalb eS
bejeidjnet ift. Sie tönnen baju baS Soppelfernroljt benagen, auf»
ftetjen, audj neben baS (Sefdjüß treten.
Bum fRidjten erfaßt K3 ben fRidjtbaum mit beiben ipänben
unb gibt bem (Sefdjüß unter Senußung ber 9ioßtbifierung ober beS
Weißen StridjeS in ber SRitte beS SdjilbeS bie allgemeine Sidjtung
auf baS Btel- Kl unb K2 fteßen auf, trenn ber gafettenfdjtoans bewegt
ioerben muß unb unterftüßen K3.
K2 berftänbigt burd) ben Butuf; tjextifl! ben (Sefcßüßfüljrer,
fobalb baS ©inridjten be§ (SefdjüßeS beenbigt ift.
ntc§ — freuet! 3Iuf: ntc§ ergreift Kl mit ber linten §anb ben
SlbjugSgriff, gießt auf: §cuct! mit mäßigem Bu6e ab unb läßt ben
3lbjug3griff fofort triebet lo§.
Solange bie Safette nodj nidjt feftftetjt,.muß auf: nte§ K3 träftig
auf ben 9lid)tbaum brüden, K2 beri Kopf unb bie Unterfdjenfel gurüd*
nehmen unb fid) mit ber linten, Kl mit ber rechten §änb an ben
Sefeftigungdriemen be§ Spatens feftljalten.
9tadj bem Slbfeuern bes (SefdjüßeS wirb oljne Kommanbo wieber
nad) bem Biel, bei feftgelegter Seitenridjtung nadj bem fjeftlegepunft
gerietet.
Sluöbilbung im Srfjießen.
181
Stn SBg.^euer wirb ber Bünber auf bie julegt tommanbierte
Entfernung geftellt, geloben wirb erft nad) bem erneuten Sommanbo
einer Entfernung. SluSnaljme: ©urdjgeljenbe Habeweife unb Schnell’
feuer.
Sm Slj.^euer wirb nadj bem 2tbfeuern fofort wieber geloben.
K2 mufe jum Sleljmen ber SRidjtung jebcn freien 9lugenblid
betrugen unb bor jebem Sdjufj bie Stellung ber SRidjtborridjtungen
nadjfeljen.
SBirb ba» aufgeprogte ©efdjüfc gelabcn, fo fidjert Kl
nadj bem Haben.
SJluf: Wffag tief! wirb mit Slg. geloben, ©ine auf SBrennlänge
geftellte Patrone wirb oljne Umftetten be§ BüuberS eingefegt.
K2 läfjt ben Sluffag gang tjerunter.
SBei Bielen in Bewegung unterläßt er bie Stufe.
Bei einem Berfaget jietjt Kl fofort oon neuem ob. $ritt toieber ein
Berfa ger ein, fo toirb auf Befel)! be3 ©efdjüfjfiibrerö nad) etioa 15 Setunben
bie Patrone crfefjt.
6 n 11 a b e n: Kl öffnet ben Berfdjlufj, fängt bie Patrone mit bet linlen
$anb auf unb gibt fie ab.
SBcdjfcl ber Biinbcrart, ber SBrennlänge unb ber ©cfdjofiart.
örennjiinber (?lttffdjlag)! — 24—00! ober: Granaten (Straps
netl§) SHufftfjlag! - 28-00!
ober: Sluffag tief!
Sft bie Sßatrone gum Haben fertig gemadjt, fo wirb beim SBedjfel
ber Bünberart ober ber SBrennlänge ber Bünber umgeftellt. 9lu§napme
bei „SÜuffag tief". SBeim Söedjfel ber (Sefdjofjart wirb bie Patrone
in galjrftellung in ben Sorb geftedt.
©in gelabeneä (Sefdjüg wirb bei Kanonen beim SBedjfel ber
Bünberart, ber SBrennlänge ober ber (Mefdjofjart entloben unb eine
Sßatrone mit ber gulegt fommanbierten Bünberart, SBrennlänge ober
©efdjofjart eingefegt, ©ine gelabene laubige wirb abgefeuert.
©ie Sörbe werben burd) K5 unb bie Kanoniere M umgewedjfelt.
BielWedffcl.
SBei jebem BielWedjfel wirb bie $ö1jenridjtung, audj wenn öorfjer
mit ber Hibelle gerid)tet würbe, mit bem ^ernrogr genommen, falfö
nidjt wieber Hibelle tommanbiert wirb.
®et SRegler befyält feine bisherige Stellung, wenn feine Säuberung
tommanbiert wirb.
$>urdj SReueinridjten: ffledjtö nabe ©Wögen jwififien
gabrit unb Sircgc! — 1 tiefer! — 800!
©er Seilring wirb auf 1600 geftellt, wenn ni^t eine anbere
Stellung tommanbiert wirb.
Sie grobe unb feine ffiopfteilung Werben
auf 0 geftellt.
182
9(uäbilbuiifl im Sdjiefcen.
Surdj Seite uforreftur: 30 weniger! — 1 tiefer! —
38—00! — Sibelle 29!
Äorretturen für ben Steilring bejieljen fid) auf bie bisherige
(Stellung.
Ser feitlidje Slbftanb be» neuen 3iel§ bom alten wirb mit bem SRidjt*
trei§, bem SeilfreiS am Sdjerenfernroljr ober mit ber Stridiplatte
getneffen.
©cbrandj be§ Verlängcrungyftiittc«.
äJtufj bie erfte Seitenridjtung mit bem t) o l) e n fjernroljr
genommen werben, fo nimmt Kl (bei §aubi$enK3) basVetIängerung§»
ftüd au§ bem Veljälter im Safettenfaften unb gibt e§ K2, ber e§ auf*
fe|t. Sann ftedt. K2 bas ^ernrotjr auf ba§ Verlängerung§ftüd unb
ridjtet ba§ $iel ober Jpilfgjiel an. Ser ©efdjüfjfüljrer l)ilft beim Se=
bienen ber Jpöljen* unb Seitenridjtmafdjine. ..hierauf entfernt K2
mit §ilfe bon Kl ba§ Verlängerungsftüd, bas. Kl (bei fraubifjen
K3) im Veijälter in bem ßafettenfaften unterbringt. K2 legt bie
Seiienridjitung feft.
Sie Jpöfjenridjtung wirb mit ber Sibelle genommen.
©rnnbjafjl — ©nmbridjtnng.
9luf: ®tunbjafjl! fdjreibt K2 bie nad) bem tfeftlegepuntt er*
mittelte Seilringjaljl mit Streibe an ben Sd)ilb, bei Stegen an bie innere
Seite be» Safettenfaftenbedels.
9luf: ®runbri(f)tiing! ftellt er bie angefdjriebene ©runbjatjl
am Seilring ein unb ridjtet nad) bem ^yeftlegepunft.
VeWcßcn ber abgcproptcn gafyrjciigc.
Vor beginn jeber Bewegung muffen ge*
labe ne Sefd)üfje auf V e f e b l be» ® e f d) ü $ f ü p r e r §
gefidjert werben.
ift berboten, bei S3 e w e g u n g e n bes ®ef(^ü^e3 Sluffaf? unb
9lbw eifer als §anbl)abe ju benufjen.
Vorbringen beS ©efdjüfees.
Olejdjüü bor! unb: .^alt!
Stuf: (öefdjiiü bor! bringen Kl unb K2 ben Unterfdjilb m fyaljr*
ftellung, wenn er Ijtnberlid) ift, unb wirten in ben Näbern, K3 unb
K4 fefcen entnommene SJlunition in gatyrftellung in bie ®Örbe. K3
erfaßt ben SRidjtbaum. K5 läuft an bie ipanbfeite ber Safette unb wirft
mit K4 am Verfdjlugftüd, am 9iidjt* unb am fiabefijj.
Soll bas ®efd)üp gerabeauS borgebradjt werben, fo Wirten bie
Kanoniere auf beiben Seiten gleidjmäfdg. Soll e§ fd)räg oorgebradjt
werben, fo wirten bie Kanoniere entfpredjenb ber bom $efdjüfjfüf)rer
ju bejeidjnenben Stidjtung.
£8ei fdjroierigen Verpältniffen werben auf: Saitgtauc! bie bon
Kl unb K2 gelöften Sangtaue benufjt. ,8um wetteren Vcrftärfen bes
•Jhisibilbung tm Sdiieften.
183
Buges Tonnen and) in bie Öfen ber iRöijrfdjeiben Sangtaue eingehaft
werben. 9ladj beenbeter Bewegung bringen Kl unb K2 bie Sangtaue
wieber an £)rt.
®er @efdjü£füt)rer tann aud) anorbnen, bafj K3 ben 9tid)tbaum
auf bie Sdjulter nimmt. K4 unb K5 wirten mit einer .fjanb in ber
^anbljabe, mit ber anberen am Sabe unb am >l?id)tfib. Ml fdjiebt
am ßabefifc, M2 trägt Munition nad). Kl unb K2 wirten in ben9iäbern.
Bur Unterftüfjung tönnen and) Stanonierc anberer (Jiefdjü^e angeftellt
werben. tann fid) aud) empfehlen bas Wcfdnifc umjubreben unb
mit ber äRünbung rüdwärts oorjubringem
9luf: £att! wirb ber linterfcbilb tjeruntergelaffen.
Burüdbringen bes @efd)üües.
®efd)iitj iiirürt! unb: $alt!
Kl bis K5, Ml unb M2 «erfahren wie beim Vorbringen. K4 unb
K5 wirten jebod) oorn an ber Üßiege unb an ben ^Idjsjiben, bei ber
reitenben Batterie an ber BJiegc unb au ben Sd)ilbftüpen.
Stuf größeren Streden, in fernerem Boben unb bei anfteigenbem
©elänbe Wirten auf ?lnorbnung bes ®efd)üf}fül)rers K3 unb K4 an
ben ^anbfjaben unb am Sporn, Kl unb K2 in ben Üiäbern, K5 unb
Ml bom an ben 2ld)sfi^en unb an ber SSiege, bei ber reitenben Batterie
art ber Sßiege unb an ben Sdjilbftü^en. Befonbers auf ftart abfallenben
Öängen tann es fid) empfehlen, bas ©eidjüfj umjubreljen unb mit
ber 9Rünbung üorwärts jurüdjubringen. hierbei tönnen bie Sang-
taue berwenbet werben.'
Bewegen bes SSRunitions« nnb Beobad)tungsl)inter=
Wagens.
®er hinter wagen wirb ätjnlid) wie bas @efd)üy bewegt.
2ßenn nötig, werben für bie tarier ber Bewegung bie Sagen»
ftü|en eingelegt, bie Suren gefdjtojjen, ber llnterfdjilb unb bie Seiten»
fdjilbe in Saljrftelluttg gebracht.
Bei fdjwierigen Vertjattnijfen finb unter £>eranjiet)en anberer
Kanoniere bie Sangtaue ju benufcen. Bum Verftärfen bes Buges
tönnen aud) in bie Öfen ber 9}öt)rfd)eiben Sangtaue eingefjaft werben.
Bei Bewegungen ber ©efdjüfje unb SRunitionswagen im feinb-
lidjen geuer ift barauf ju ad)ten, bafj bie Bebienung nad) 3Röglidjteit
ben Sd)ilbfd)Ufj nidjt berläfet.
nnterbredjung be§ feuere.
ftcuerpaitic!
©elabene Kanonen werben entlaben, Jpaubifjcn gefidjert. $ie.
Verfdjlüffe nidjtgelabener ©efdjü^e bleiben geöffnet. K3 unb K4
ftellen entnommene Patronen in gahrftellung in bie ®örbe.
SBäljrenb ber ^euerpaufe wirb ba§ ®efd)üfc gereinigt unb inftanb»
gefegt.
184
Slusbitbung im <&d)iefjen.
(Soweit eö bie sBcrl^ältnipe geftatten, bei g-riebenöübungen grunb«
faßlich, fammeln K3 bis K5, Ml unb M2 bie hülfen, berpaden fie in
leere SJörbe unb fdjieben biefe in ben §intertvagen ober in bie ißro|je
jurüd.
Siefe fyorberung ift bon großer Sßitfjtigfeit int $ntereffe ber
bringenb gebotenen ÜRaterialerfparniö. Sm 'Stellungsfriege toirb ihr
immer, im sJ3eroegung*friege meift entfprodjen werben tönnen.
Sie fyeuerpaufe wirb burd) bie ÄommanboS jur Eröffnung be§
fjeuer» beenbigt.
Söecnbigung bc§ gcncr&.
©atterie $att!
©elabene Kanonen werben entloben, paubifcen gefiebert. Kl
fidjert, bringt ben ©erfdjlufeüberjug am fFtoijr an unb überzeugt fid),
bafe ber SlbjugSgriff tjerunterljängt.
K2 ftellt ben ^Regler fotvie grobe unb feine Sfopfteilung auf 0,
ben Shilling auf 1600. @t löfet ben Sluffafe ganj herunter, gibt bas
Fernrohr an Kl, ber es? im ©eljälter in ben Safettenlaften legt unb
biefen fdjliefet. Sann ftellt K2 bie ©eitenridjtmafcfjine auf 0 unb
fdjraubt bie ^ötjenridjtmafchine ganj herunter, fo bafe ber hintere Seil
ber 9tot)rwiege ba§ Auflager umfafet. (Sr fdjliefet bie klappen in ben
©djilben unb bringt ben Sluffahüberjug an.
Kl unb K2 bringen bie Sdjilbe in fyahrftellung.
K3 ftellt baö (Sefdjüfc gerabe unb Happt ben 9Hid)tbaum um, inbem
er gegen ben fjufetritt be§ Sfiid)tbaumbügels? tritt.
K4, K5 unb bie Kanoniere M befjanbeln entnommene SRunition
wie bei einer ^euerpaufe. Äörbe mit SRunition fcfeliefeen fie unb
fefeieben fie in ©ro£e unb .'pinterivagen. Sann tnöpfen fie bie 5Be»
feftigungSriemen in ber fßrofee feft, fdjliefeen bie Sür unb legen bie
©orrciber um. M2 bringt ben Unterfcfeilb in fjaferftellung. Qteftatten
e§ bie SSerhältniffe, fo tuerben geleerte föörbe audj eingepadt.
Ser ©efdjühführer ift bafür Oerantwortlid), bafe gefiebert ift.
Sie S8cobad)tung§Ieiter toirb abgebaut. B3 fdjiebt etioa noefe
vorfeanbene SfRunition in bie ffjrofce b.e£ I8eobad)tungötvagen§. Bl
unb B2 f djliefeen bie Sür unb bringen bie <5eitenfd)ilbe in gahrftellung.
Stcllung^tvedjf cl!
S3ei Sanonen wirb Schrapnell 9lj. geloben, wenn nicht ba§ ßaben
mit ©ranoten $lj. angeorbnet tvurbe. ©elabene £taubifcen iverben
abgefeuert. Sm übrigen ift wie auf: Batterie §alt! ju Verfahren.
©efecfjt.
185
XX. ©efedjt
1. Allgemeines.
©ie Felbartillerie bereinigt große JSirlf am teil
beS einzelnen SdjuffeS mit Ijofjer § e u e r g ef d) w i n b i g t e i 1
unb bermag ihre an fid) ftarfe Feuerwirtung burd) überrafdjen*
b e S Auftreten noch wefentlidh ju [teigem.
©ie SBraft beS Artilleriefeuers wirb bem SBedjfel ber ©efedjtS*
läge entfpredjenb an* unb abfdjwellen. Sie Feuergefdjwinbigteit
beS ©efdjüfceS muß baljin auSgenu^t werben, bafj man burd) plöfclidje,
lurje unb heftige Feuerwellen ben Gegner jeitweife l ä l) m t. ©er
eigenen Infanterie wirb baburd) ba» SorwärtSfommen erleichtert,
[a unter Umftänben erft ermöglicht
23 i r t f a m ft e Unter ft ü^ung ber Infanterie ift
bie Hauptaufgabe ber Feibartilleri e. Shre
(SefedjtStätigteit ift jettlid) unb räumlich nicht hon ber ber Infanterie
ju trennen, (Srunbfäfclid) muß fie JtetS biejenigen Stele befämpfen,
bie ber eigenen Infanterie am gefäl)rlid)ften finb.
Sie ©erwenbung ber Artillerie im ßiefedjt ift äußerft üietfeitig.
Sur ©rjielung Ijödjfter HJlaffenwirtung fann man nidjt nur ^Batterie
bidjt neben Batterie [teilen, fonbern fogar unter AuSnuJjung ber großen
«Sdjufciveiten ber fdjweren Artillerie mehrere Artillerielmien hinter*
einanber bilben.
AnbererfeitS ermöglicht aber auch gerabe bie 3teidjweite unferer
(Sefdjüfce, bie Sdjnelligfeit ihres Feuer§ unb bie Ausbreitung ber
Sprengteile am Siel eine weitgeljenbe AuSeinanb^rgiehung ber ge*
famten Artillerie.
Auf biefe SBeife wirb auf ber einen Seite Sufammeufajfung ber
furdjtbarften Artilleriewirtüng auf engftem [Raum erjiclt, wie bor
SSerbun, an ber Somme, in ber GHjampagne, bei Qiorlive, auf ber anbem
eS ermöglidjt, auf nicht angegriffenen Frontenmit fdjwädjerer Artillerie
auSjuIommen!
Sie Batterie wirb meift jufammengeljalten Werben, bodj finb
gerabe auch bei bet Felbartillerie im StellungSIampf bie Fälle nicht
feiten, wo einzelne ©efdjüfee ju Sonberjweden bon ihrer Batterie
abgejtoeigt, ja ganje Batterien aufgelöft werben.
3ßir haben 2 Arten bon Feuerfteilungen: offene unb berbeefte.
Offene Feuer ft ellungen.
Offene Feuerftellungen geftatten birefteS Slidjten, ermöglichen
rafdje Feuereröffnung unb erleichtern bie ^Seläntpfung fich fdjnell
bewegenber Siele, ©agegen finb Frontberänberungen unb StellungS«
toedjfel erfdjwert, im feinblichen Feuer oft unausführbar. Auch ber
SWunitionSerfah wirb oft SdjroierigTeiten bieten.
186
Ta? ©ejedjt.
3ftre $n)oenbung ift wotjl faft gang auf ben Betoegunggfrieg
befd)ränlt.
B e r b e rf t e § e u e r ft c 11 u n g e n.
B e r b e rf t e yeuerftellungen erfdjioeren beni fyeinbe bas 2Iuf»
finben be§ Biel» unb ba» (Sinjd)iefien, erleichtern 3Runition§erfa|5 unb
Stellunggtoed)fel unb geftatten ein überrafdienbcs (Singreifen in ben
stampf. ©ie finb ein Mittel, ben (Segne r über bie Störte ber Xruppe
ju täufdjen unb geeignet, ber Artillerie ihre @efed)tsfraft für bie ent»
fdjeibenben Aufgaben bes Kampfe» -ju erholtem Anberfeit» ift bie
Beljerrfdjung bei? Borgclänbe« aus oerbedten Stellungen mitunter
feljr befdjriinft.
Qe n ä 1) e r bie Stellungen ber Stectung liegen, um jo eher ift
fdjneller Übergang gu offener $euerftellung burd) Borfdjicben ber
(söefdjüfje möglich- 3ft bie Überhöhung ber Stellungen burch bie Steifung
nur gering, fo tönnen fie bei Staud) unb Staubentnnrflung unb burd)
SKünbunggfeuer »om (Segnet erfannt n>erben.
Be io e i t e r bie Stellungen üou ber Sterfling abliegen, befto mehr
erfdjtveren fie bem (Segnet bie Beurteilung ber Sage be» ßiek- unb
jwingen ihn jn einem am-gebehnten ©treuücrfahren; fie geftatten
häufiger ein Uberfdjiefjen ber Steifung bi» in ba» nähere Borgelänbe.
dagegen ift.meift eine größere Entfernung ber Beobaditungsftcllen
bon ben Batterien notmenbig unb hierburdi bie. fyeuerleitung erfd)wert.
Ster Übergang in offene fteuerftellung ift in ber Siegel nur mit .vnlfe
ber (Sef panne möglid).
S)aS Sd)iefjen aus »erbedter Stellung erforbert forgfältige Bor*
Bereitungen. S)ie redjtjeitige fyeuerbereitjdjaft mufj burd) frühjeitigeS
Bor reiten ber (5-üf)rer, gemaubte unb umfidjtige Befeljlserteilung,
befonberg an fRid)tfrei§* unb fyernjpred)trupp«, unb burd) jmerfmäfjige
2Bal)l unb Einrichtung ber Beobachtungsftellcn erreidit werben.
Um bie E n t f d) e i b u n g im ^nfanteriefampfe
herbeijuführen, mufj bie eibar tillejcie, unter
®erjid)t auf bie Borteile oerbedterülufftellung,
ihr 5euer »neift aus offener Stellung abgeben.
2. Batterie in ^cucrftdhmg.
§ e r r i d) t e n b e r- # e u e r ft e 11 u n g.
gür bie feuertätigfeit ber Batterie ift e§ widjtig, bah ^te Gfefdjüfte
fchnell jum Stehen lammen unb günftig flehen. Ipierju finb meift
befonbere SRafjnahmen erforberlid), bie möglidjft fdjon oor ber freuet*
eröffnung au§juführen finb. Sdjtefer Siaberftanb ift ju oermeiben
ober ju befeitigen. $ür beu Sporn ift ein ioiberftanb§fäl)ige», an bie
ganje hintere fläche ber Scharre bid)t anliegenbeö 2Siberlager ju toablen
ober herjuftellen.
Ofeferfjt.
187
Kl unb K2 werfen fofort, ober f ob alb bie ©ef edjtSlage e§ juläßt,
oon Ijinten Erbe gegen ben Unterfdjilb ber Safettc, Ml, M2, Bl unb B2
gegen bie Unterf djilbe ber hinter wagen, um ben SRaum gwifdjen Sdjilb
unb Erbboben auSgufüllen.
Seitere bedungen für Wnnfdjaften unb SRunition, audj
©eobadjtungSftänbe für ©atteriefüljrer unb Ijöljere Slrtilleriefüljrer
werben auf ©efeljl angelegt.
Senn bei ljartem Untergrunb ber Sporn nidjt faßt, muß ber ©oben
aufgeljadt werben. ®abei ift barauf gu adjten, baß ber fRidjtbaum nidjt
aufliegt.
J r o n t o e r ä nb e r u ng e n i m fyc u e r.
"Ser ©atteriefüljrer läfjt ein ©efdjüß in bie beabfidjtigtc Jront=
linie wenben unb tommanbiert: Jrontbcriinbcnmg auf ba*» nte
bon redjt§ (liiifö)! hierauf laffen bie ©efdjütjfüljrer ifjre Eefdjüßc
in bie neue Jrontliiiie bringen.
Soll nur ein SZeil ber ®efdjüße bie neue Jront anneljmen, fo wirb
bieS tommanbiert.
*5)ad freuet ift babei möglidjft nidjt ju unterbrechen. Sdjnelles
jteimadjen ber neuen Jeuerfront unb tperanfdjaffen Oon 9Jlunition
ift notwenbig. Senn erforberlidj unb ausführbar, werben bie .’pinter»
wagen wieber an bie (Öefdjüße gebracht.
3um Jenem nadj rüdwärtS wirb tommanbiert: ©atterie im Jener
Siebet — Wlatfdj!
®ie ©efdjülje machen feljrt. SKanufdjaften, .’panbpferbe unb
befpannte Jahtjeuge madjen bie fyront frei.
Jeuerorbnung unb J e u e r g e i dj w i n b i g f e i t.
1. © $. •• J- e u e t mit einem 3 u Ü e- ertjter (Unter, mitt=
lerer) ßng! — Jenem!
®ie (öefdjüße beS im slommanbo bejeidjneten 3uge<s werben
gelaben unb, nadjbem fie geridjtet finb, auf Stommanbo be~? 3ugfüljrer»
mit einer ©aufe bon 2 bis 3 Sefunben abgefeuert unb fbgieidj wieber
geridjtet. Nadjbem wieber eine Entfernung tommanbiert ift, wirb
gelaben unb gefeuert.
®ie ©efdjüfje ber anberen 3üge führen bie ft’ommanboS, oljne ju
laben, mit au§. Sie laben erft auf: Oranje ©atterie! unb feuern nadj
bem Äommanbo ber jenembnung.
21 j. = J e u e r mit einem ® e f dj ü ß.
ntc§ bon lintö (redjtS)! unb: Jenem!
Sille Sefdjüße werben gelaben unb geridjtet. 3Qur mit bem im
Stommaubo bejeidjneten ©efdjüß beginnt ber 3ugfüljrer ba§ Jeuer.
$)ie übrigen ©efdjüpe füljren bie ÄommanboS mit auS, nehmen aber
baS Jeuer erft auf: <$an;c ©atterie! unb nadj bem ®ommanbo ber
Jeuerotbnung auf.
(Si r u |i p e n f e u e r. 28-00! — 1 Gruppe (2, 3 ®nippen)!
188
5)aö @efedjt.
ftebeS ®efdjü| feuert auf ftommanbo beS ®efdjüjjfüljrerS, [obalb
eS geridjtet ift. [Rad) Mbgabe ber tommanbierten Sdjußgal)! wirb ge»
ridjtet unb im %.*fteuer oljne Äommanbo wieber geloben. ftm
fteuer werben bie $ünbet auf bie gulefet lommanbierte Entfernung
geftellt; geloben wirb erft nad) bem erneuten föommanbo einer Enb
fernung.
Staffelfeuer. ©eftf)ü^Wcife (jugwcife) ftaffclu! —
30—00! unb: 1 ®ruN>e (2, 3 blruggen)!
SaS 4. ©efdjü^, bei [Batterien ju 4 ©efdjüben baS 3. ®efd)üfe
bon redjtS (ber jroeite $ug bon red)ts) labet unb ridjtet mit ber fom-
manbierten Entfernung, bie übrigen ©efdjütje (Büge) nehmen auf
Jlnorbnung ber Bugfüljrer eine um je 100 m anbere Enifernung, fo bag
baS 1. ©efdjüjs bon redjts (ber redjte Bng) bie fleinfte unb baS1. ©efdjüfe
bon linfS (ber linte $ug) bie gröfjte Entfernung ljat.
Soll um ein anbereS Wfj geftaffelt werben, fo ift bieS ju tommaiv
bieten: <$cfd)il^Weife (jugtoeife) 200 in ftaffcln! — 30—00! unb:
1 (Gruppe (2, 3 (ftruppen)!
Streufeuer. 400 m (300 m) [taff ein! — 40—00! — Streu-
feuer ! unb: einmal.(gwomal) ftreueu!
ftebeS ®efd)üp feuert, bon feiner Staffelentfernung auSgel)enb,
auf 4 (3) um je 100 m fteigcnben Entfernungen unb wieberljolt biefe«
fteuer fo oft, als „ftreueu" befohlen ift. Sie 3uSfüt)rer geben ben
(Mefdjüfjen bie Entfernungen an, auf benen fie feuern [ollen, bie ßünber
]inb fofort gu [teilen.
Streufeuer ift nur gegen Suftfatjrgeuge anguwenben.
< ü g e l f e u e r. ®ou red)t§ (linfS) feuern!
Sie Eefdjüfje werben bon bem begeidjneten ftlügel bet fReilje nad)
auf Stcmmanbo ber gugfüljrer abgefeuert.
ftft baS Eefdjüp, baS feuern foll, nidjt fdjufjfertig, fo täftt ber Bug*
füt)re: baS anbere ©efdjüf? feines B^geS abfeuern ober berftänbigt
ben n-idjften 3ugfül)ter. Sa§ ausgefallene ©efdjüfj folgt erft, wenn eS
wieber an bie fReitye fommt. £>at ingwifdjen ein [Sedjfel bet Bünber*
•irt, ber JBrennlänge ober ber ©efdjogart ftattgefunben, fo ift wie
unter „SSedjfel ber ©efdjofjart" angegeben gu berfaljren. Sie ab*
gefeuerten @e[d)ü^e werben oljne Äommanbo wieber geloben unb
geridjtet (burdjgefjenbe ßabeweife).
£at bie [Batterie burdjgefeuert, fo ruft ber lejjte Bugfüljrer: fteuer
burd)! ©iefer Buruf ift bom mittleren ^ußfixljicer weiterjugeben,
worauf ber ftlügel, ber begonnen l)at, baS fteuer fortfefot.
Sagenweife! — 18—00! wirb tommanbiert, wenn im S8j.-fteuet
bie QJefdjüfce nur für ein einmaliges Sutdjfeuern bon einem ftlügel
(Sage) fcfjuftfertig gemacht werben follen. ftür bie folgenben Sagen
iftgu lommanbieren:fRädjfte Sage! —19—00! 2luf biefeS Äommanbo
nehmen bie nodj nidjt abgefeuerten QJefdjüfce bie neue Entfernung
erft für bie folgenbe Sage.
©efecfjt.
189
SRadj bem SIbfeuern werben bie Gejdjüpe wieber geridjtet. K4
ftellt ben Bünber auf bie jutept tommanbierte Entfernung, fept aber
bie Patrone erft nadj bem Äommanbo für bie nädjfte Sage unb nad) bem
etwa nötigen Umftellen beß Bünberß ein.
Bum Übergang bom lagenweifen freuet jur burdjgetjenben Sabe*
Weife wirb tommanbierte ®nrd)ioben!
Einzelfeuer. SSilt ber $8atteriefül)rer ben Beitpunft beß
Slbfeuernß ber einzelnen ©efdjüge beftimmen, fo tommanbicrt er:
Einzelfeuer! ober: bon rcdjt§ (lintß) Einzelfeuer! Stuf feinen Buruf:
©djnfe (2, 4 (©djufj)! tommanbieren bie gugfüljrer bas Stbfeuern ber
@efd)ü§e, bie an ber fReitje finb, bei mehreren (Sdjüffen mit Raufen bon
2 biß 3 (Sefunben.
Schnellfeuer. Stuf: (Sdjnctl jener! feuert jebeß Scfdjüfc
fortgefefct' auf Äommanbo beß Gefdjüpführerß, fobalb eß geridjtet ift.
55>ie geuergefdjwinbigteit ift im fylügelfeuer fo ju
bemeffen, baB ie^eT Sapfj beobadjtet werben tann. Stuf: .Sturze
(Üangc) geuerpaufen! wirb bie ^euergefdjwinbigteit gefteigert (ber*
langfamt). Stuf: GeWöpnlidjcß §cner! wirb wieber bie gewöhnliche
fyeuergefchwinbigfeit angenommen.
Bum Übergang bom Einzelfeuer zum gewöhnlichen fjeuer wirb
tommanbiert: GctoohKlidjeß §eucr!, zum Übergang bom (Schnell*
feuer zum glügelfeuer: §—ß—I—t! unb: Son rcdjtß (Hnt§) feuern!,
bom Gruppenfeuer zum fjlü'gelfeuer: ®on redjtß (lintß) feuern!,
bom Staff elf euer zum feuern mit einer Entfernung: Ganje Batterie
28—00! unb: g-euerorbnung.
3. Die Batterie im geuertampf.
Bufainmenfebung unb Glieberung.
1. ®ef$ü&
©efe<bt8t>otterie
3 eobacfytungätuagen
1. SRunitionätoagen )
! 1. SBagenjug
190
®a3 ©efedjt.
{II. 53orrat3it>agen
Offizier» unb SBorratsmetbc
©rofje SBugcigc
| 2. 33 orratS maßen
| £cben3mittelw(igen
| (Juttcrwaßen
$eber 3U9 unb Staffel werben in ber Siegel bon je einem
Offizier, jeber Stegenjug unb bie Sagagen bon je einem Unteroffizier
geführt
3n ber ‘Jeuerftellung fteljen bie (äfefdjüpe mit möglidift 20 Sd)ritt
"Mbftanb, neben jebem ®efd)üh ein äRunition»wagen.
Ser Seobadjtungswagen befinbet f id) meift bei ber Seobad)tung£*
ftede.
Sie ^er ®efd)üpe, SlunitionS* unb Seo bad) tungS wagen
fteljen im Setoegungofrieg einige 100 iDleter (reglementarifd) big ju
300 m) hinter ber fjeuerftetlung, nad) lOlöglidjfeit gegen fdinblicf)e-5
gerier gebedt. StellungSfrieg finb fie oft tilometerweit in Unter*
funftSräume zurüdgejogen.
Sie grofje Sagage befinbet fid), bibifionoweife jufammengejogen,
biele Kilometer ljinter ber Kampffront.
tfcncr=(öejcrt)t.
S e b i e n u n g bes S e o b g d) t u n g S w a g e n ».
Ser Seobadjtungswagen propt auf ber befohlenen Stelle ab.
SieS wirb meift in ber 9läl)e ber auSgefudjten SeobadjtungSftelle fein.
iJall3 für baS Suf ftelle n ber Leiter leinSef el)l erfolgt, wirb fie gebraudjs*
fertig niebergelegt.
Ser Selepljontrupp baut bie ^ernjpredjftation, bie übrigen Kano*
niete geben fid) an ben SluSbau ber Seobadjtungöftelle (bergt, fjelb-
pionierbienft). Stemt bet Sd)ilb auf ber Leiter ober bem Soben
fteljenb über bie Sedung perauSragt, finb bie fdjarfen Kanten burd)
eingeftedte Sweige ju berfteden.
® e f d) ü p b e b i e n u n g.
©eWanbte unb juberläffige Sebienung finb bie (Srunblagen be5
(S-ifülgeS. etficr -inie finb nötig
1. ridjtigeS Stellen ber Slidjtgeräte,
2. forgfältigfteä Slidjten,
3. genaue» unb fd)nelle§ Steden ber ßifnber.
SBirb ein ©efdjüfj auf bem Stege jur ober bon ber fJeuerfteHung
burd) feinblid)e$ fteuer bewegungsunfähig, fo ift mit allen Oitteln
anzuftreben, ben (örunb balbigft ju beheben unb wieber ben Snfdjlufj
an bi? Satterie ju finbeu.
Scfedjt.
191
5S)ie SRannfdjaften müffen bie bei 95ebienung beS einzelnen
<&ejdjü|eS erlangte ®etuanbtl)eit unb ßu&erläffigfeit and) bann be*
Wahren, wenn fie auf fid) felbft angewiefen finb. Dlufier bem ©efdjütj*
führet muffen 2 3)lann jur glatten iöebienung beS ©efduifeeS genügen.
5Brifanj*3)lunifion ber sKunitibnS<?interiuagen tvirb ftetS aus*
gepadt unb fobalb eS bie (Sefed)tSberhältniffe julaffcn, ljinter ber
fiafette unb bem SEunitionShint erwägen eingegraben.
Oblegen beS Mantels unb anbere ®rleid)terungen im Slnjug nur
auf befehl.
Der Kanonier als S e f d) ft |j f ü h r e r.
Die ® e f d) ü | f ft I) r e r forgen für ^wedmägige 9hifftellung
ihrer ®efd)ü^e unb 3)tunitionSl)interwagen. Sie unterftüfcen bie 9üd)t*
fanoniere beim ?tuffud)en beS BieleS ober JQilfSjicles, feljen fid) ben bon
K2 gewählten ^-eftlegepunft, oljne iljn beim 9iid)ten juftören, burd) baS
<yernrol)r an unb überwachen bie Dätigfeit ber älebienung, namenllid)
baS Stellen ber 5Rid)tborrid)tuiigen unb baS ridjtige Stellen ber .ßiinber.
Sie finb bafür üerantwortlid), tyifi il)r ®efd)ü|j ba, wo es baS ©xerjier*
^Reglement öorfdjreibt, g e f i d) e r t ift. Sic beobadjten ihr ®ejd)üb,
befonberS SBerfdjlufj unb 9iol)rrftdlauf, um Störungen ber fyeuertätig»
feit redjtjeitig ju begegnen, iöei Sßcrluft regeln fie ben Srfats an iljrem
@efd)öh-
Söcrbcu biebicfrfjiitjc auf Stommanbo bc§3itgfül)rcr§ abgcfeucrt,
fo beben bie (liefdjiifefiiljrcr jnm Seidjeu ber {yeucrbercitfdjäft ihre«
(hcfdjiitjcS ben ?lrm fjorl), int fyliigelfeucr, Wenn it|t <$cf(l)üfj an ber
Wciljc ift.
u n i t i o n § tv a g e n f a n o n i e r e.
3n ber fjeuerftellung bleiben Ml unb M2. M3 unb M4 geben mit
ben ^ro^en jurüd.
Ml bis 4 ftellen auf baS ^ommanbo jum Slbytofjen ben Sluni-
tionStvagen einen halben Sdjritt redjtS (ober linfs) feittvärtS ber
Safette auf unb entleeren bann bie SKunitionSroagenpro^en. (^rifan-j*
munition fiel)? oben.)
Ml unb 2 treten unter ben ^Befehl il)reS ©efdjühfübrerS. Sie
forgen in erfter £inie für bie JOiunitionSberforgung beS SefdjüfceS,
helfen aujjerbem bei ben Srbarbeiten mit unb benupen freie Momente,
um bie leeren Äartufdjen ju fammeln unb wegjupaden.
Slufjerbem bienen fie als ®rfa$ für SluSfälle in ber ®efd)ü£*
bebienung.
(Srbbedungen
fiehe ^elbpionierbienft.
192
äRarftfjbtenfL
XXL 9Jtarfcf)bieitft.
1. Slllgcmeincs.
9Xuf ber fdjnellen unb fixeren SluSfüljrung ber HRärfdje beruht
ein großer Xeil beg (SrfolgeS. Stur wer auf bem Sd)lad)tfelbe jur Stelle
ift, tann bei ber ®ntfd)eibung mitwirfen; tuet 311 fpät fommt, niißt
nid)tS meljr. ©aß bie beutfdje Slrmee aud) in biefer Jpinfidjt iljrer Sluf»
gäbe gewad)fen ift, ljat wieberum ber jeßige Krieg bewiefen. $u beginn
besfelben l)aben unfere burd) belgien üorgetjenben ß-lügelarmeen
außerorbentlid) anftrengenbe, bauernb mit öiefedjten berbunbene
SJlätjdje auSsufüljren gehabt, ßbenfo Werben bie berfolgunggfämpfe
nad) erfolgtem ©urdjbrud) im Dften unb in Siumänien ftetS als eine
SJiufterleiftung an S£Rarfd)fäf)igteit angefeljen werben müffen. be-
fonbers bie in bag Sumpfgebiet hinein üerfolgenben Sruppen
ijaben unter fteten Kämpfen, bei fdjledjtefter Unterfunft unb größten
®ntbel)rungen öerüorragenbeS geleiftet. Stur ein geftäfjlter Körper unb
23ille fowie Übung bermag fold)e oon feiner anberen Slrmee
erreidjten Stiftungen ju erzielen.
®efunbl)eitlid)e SJtaßnaljmen bor unb bei bem 9Jtarfd)e fielje S. 115.
2. berßalten auf bem SJtarfdje.
Sie im ^rieben unb in ber (Sarnifon geübte 3Karfd)orbnung barf
and) im Kriege nidjt berloren geljen.
Sobalb nadj bem Slntreten bag Kommanbo SKarfdjorbnung
gegeben ift, feßen fid) bie berittenen in bie ßüde hinter itjremfJaljrjeug.
@g barf, wenn nid)tS anbereS befohlen tuirb, gefprodjen, gefungen unb
geraudjt werben, bei Srabbeföegungen „leid)t" traben.
(S^renbejeugungen werben nid)t erwiefen, jebod) finb borgefeßte,
bte bie Sruppe an fidj borübetjieljen laffen, anjufeljen. @g wirb ftetg
auf borbermann marfdfiert, eine Straßenfeite ift für SJtelbereiter,
Kraftwagen ufw. freijüfjalten.
Sigenmädjtige ©rleidjterungen im Slnjug, 3. b. öffnen beg Stott
fragens, Slbneljmen beg §alStud)eS ift berboten. Srleidjterungen wer-
ben, wenn nötig, angeorbnet.
@iu Slugtreten aug ber 2Jlarfd)folonne ift nur mit ©enetjmigung
ber Bugfüljret geftattet.
2Bäl)renb jeben JpaltenS finb in erfter 2inie alle ^ferbe genau ju
unterfudjen. (§ufe, Kummetlage, Sßoiladjg fammern 1) Qn sweiter
£inie erft benfe ber Slrtillerift an fid) felbft. Raufer bürfen nur auf
befehl ber borgefefcten betreten werben.
beim Übergang Über Kriegsbrüden fißen bie galjter ab, Kanoniere
an bie §anbpferbe, bremSnummer bleibt aufgefeffen. Stodungen
finb 3U bermeiben, ben Slnorbmmgen beg fßionierperfonalg ift fjolge
au leiften
SJlarfcpbtenft.
193
3. ©lorfrfjfidjcrunö.
Alle 3Jtarfd)bewegunßen bolljietjen fid) im allgemeinen auf ben
©fraßen unb Segen. 2Äit 9iüdfid)t auf bereu geringe Breite ergibt
fidj, baß lange Kolonnen entfteljcn (bie fed)tenbcn Sruppen eines
Atmeeforpö finb in ber SRarfdjfolonne 25 km tief). 93cim ^ufanunen»
ftofj mit bem ftcinbe braudjt eine foldje SMonne 3ett jum Aufmarfdj
unb jur Öefedjtöcntlvidlung. ©ie
muß gegen flberrajdjungcn bor
allem in bet DJlarfdjridjtung unb
ben fylanlen gefidjcrt fein. Sie
SJtarfdjfolonne gliebert fid) in 93or-
Ijut unb ©ro§.
0
□
a
□
. Jnf.
Spitze
Spitzen-
Komp-
eigentL
Vortrupp
2
o
Kavallerie voraus!
AbtJg.
Gros
der Division
8 Km«tief
□
1 Bat).
SSorljitt.
Sie SSorlynt, bie mit iljrer
Saballetie weitljin auf Härt, unb bie
maxfdjierenbe ©nippe gegen foldje
Übertafdjungcn fidjert, foll bie jum
Aufmatfd) nötige 3eit berfdjaffcn.
$e größer ber Sruppenberbanb,
befto ftärter ift bie SBorljut. Qu
größeren SSerbänbcn Wirb ifjr audj
Artillerie beigegeben.
Sie ?3orl)ut gliebert fid) in
$(uipttriipp, SSor trupp unb S8orl)ut»
Kavallerie.
@in ftarter SSortrupp fdjicft feiner«
feitS noef) eine ®pit)cntonipagiiic
bor.
©em SSortrupp ober ber
©pipenlompagiiie marfdjiert bie ftiv
fautcricjpike borauS.
Siefer weit borauScilenb be-
finbet fid) bie SSorljut-Kaballeric.
SSiStveilen marfdjiert aud) eine
Kaüalleriefpipc bet ^nfanteriefpiße
botauS. ®etrad)ten wir j. 93. bie
SJorljut einer ©ivifion, bie auS -..... ,
1 fRegiment ^Kabancrie, 1 ^Regiment Snfontcrie, 1 vuaalung fyelb-
artillerie unb 1 Pionierfompagnie bcftcbl, fo feßen mir bie Kuballciie
einige Kilometer bor ber Infanterie, ©ie Snfiuitericfidjeiungen werben
nad) l)inten immer ftärter.
i Bau
1 Pion. Komp
Leichte
Mun.
Kol/
^clbgraue. ffelbnrt. 1. $1.
13
194
JUiarjcijbtenjt.
Öroö.
Ser Porljut folgt mit einem gewiffen Abftanb ba» ®ro§, bei iljm
befinbet fidj (jinter bem üorberffen Snfanterie-Pataillon bie ipau.pt'
maffe bet Artillerie. Solange fie fidj in ber 9Äarfd)foIonne befinbet,
ift bie Artillerie in ben weiften gälten genügenb gefidjert. tann aber
and) nötig fein, bafj bie Artillerie burd) feitwärtö entfanbte Patrouillen,
bie bie Sftarfdjtolonne begleiten, and) felbft für iljre Sidjerfyeit forgt.
ÜSenn aber bie ^Batterien auS ber SRarfdjfolonne l)erau§gejogen
werben, um in fyeuerftellung ju getjen, wirb eine üermeljrte Aufllärung
nötig, ©injelne Sleiter werben öor allem bie Perbinbung mit ben jur
©tfunbung ber fjeuerftellung botauöeilenben Abteilung^* unb
33atteriefül)rern aufrecht erhalten, fowie einen für alle §al)rjeuge
gangbaren SEÖeg ertunben müffen.
9lad)I)iit.
SBeim iHitdmarfd) wirb ebenfo wie beim Pormarfd) nad) bem
fjeinb eine Sidjerung, bie 9?ad)l)ut, abgejweigt, bie fid) entfpredjenb
wiebie Porljutintpaüpttruppunb9tad)trupp gliebert. Ser9?ad)trupp
läßt eine 3nfantericnad)fpit;c jurütt, in größeren Perljältniffen aud)
eine 9iad)fpiVenlompagnie. Sie 9täd)l)ut foll ben nadjfolgenben
§einb an geeigneten fünften aufljalten (Beigabe bon Pionieren unb
in größeren S3erf)ältniffen ftarte Artillerie).
XXII. @ifeiibflljiitranfoporte.
1. Allgemeines.
(Sine Batterie mit fämtlidjen ^atjrjeugen lann in einen SJHlitärjug
»erlaben werben.
•Viergu entljält er Perfonettroagen für Offiziere unb SRannfdfaften,
gefdjloffene Güterwagen für bie pferbe, offene für bie f^aljrjeuge.
2. Tas ^erlaben.
a) ga^rjeuge.
Gefdjüße unb galjrjeuge werben felbmarfdjntäfüg au§gerüftet
öerlaben.
3>ie 9täber ber berlabenen <yal)r§euge finb burd) ftarte unb au»-
~eid)enb breite Steile gegen 2äng§- unb Seitenberfdjiebung feftjuftellen,
öie favren fiafettenfporne burd) ßagerflöße fcftjulegcn.
Seile unb Slöfje auf SBageu feftnageln, fyabrjeiige mit pinbe-
'trängen am SSagen feftbinben.
©egen fjunfenfall Simer mit SSaffer bereüftellem
futter unb anbere feuerfangenbe ©egenftanbe mir Seilen fdjüfcen.
tSiienbaijntransport.
195
b) iß f e r b e.
SluSrüftung bet SBagen: 4 Sßorlegebäume, 1 ßaterne, 2 Sdjufj»
breitet mit SängS* unb Cluerlciften, 1 Sdjemel.
Sie ißferbe fteljen in bebedten SBagen baljnlängä mit ben köpfen
nad) bem mittleren Staum, je 3 in einet S3ud)t. Sie ißferbe werben
in ber Siegel gejäunt, gefältelt unb gefdjirrt berlaben. Sluffap- unb
SluSbinbejügel borljer löfen. Slbfatteln erft auf SBefeljl im SBagen.
3n jeben Sßagen mirb junädjft ein möglidjft rutjigeä ißferb gefüljrt,
bann, möglidjft bidjt aufgefdjloffen bie übrigen. $ft eine SSudjt boll,
fo mirb fofort bet JBorlegebaum borgelegt.
Sßiberfpenftige ißferbe finb burd) Slntreibeit, Biegen an Um-
gängen ober Sauen, ober burd) Slüdwärtäridjten in ben Sßagen ju
bringen. Sie ©efpannfaljrer bleiben im SBagen. futter für bie Sauer
bet gatjetunb ißf erbeb etleibung mirb in bem Ulittelraum niebergelegt.
c) ®l a n.n f dj a f t e n.
Sie Sftannfdjaften werben abteilweife eingeteilt. ®infteigen auf
SBefeljl ober Signal Appell.
3. Verhalten Wäljrenb ber ^abrt.
3m jugewiefenen Slbteil bleiben. Slaudjen in ber Slätje feuer-
gefä^rlidjer ©egenftänbe ift ftreng berboten.
SluSfteigen auf ben Stationen ift nur auf SBefeljl beg Sraiwport-
füljrerS geftattet. ißferbe ioerben auf befonber» bqju eingeridjteten
Xränlftationen geträntt. .Stuf jeber Station, auf ber auSgeftiegen
werben barf, bleibt in bem ißferbeWagen 1 iDlann al§ Stallwadje
jurüd.
Sluf bet lebten Station bor bem Slu»Iaben ’tßferbe fatteln unb
Räumen. SOlannfdjaften jum Stuöfteigen fertig madjen.
4. SliiSftctgcn unb 9(u3labcn.
a) SK a n n f dj a f t e n.*
Slu^fteigen erft auf Signal ober SBefeljl.
Slntreten ber borget eingeteilten SÖadje.
SRannfdjaften begeben fid), roie borljer eingeteilt, jum SluSlaben
bet Sßferbe unb ^aljrjeuge.
b) ftalirj euge.
ßaberampe fof ort freimadjen, fJaljrjeuge fo auf [teilen, bafj an-
gefpannt werben tann.
c) iß f e r b e.
9Hd)t el)cr loöbinben, al§ auSgelaben Werben tann. SDlit lepterem
erft beginnen, Wenn ßabebrüden ober Sdjufebretter ridjtig liegen.
2lu§gclabene ißferbe gefdjüpweije gefdjlofien jum Slnfpannen fort-
füfjrcn.
13*
196
ßi f cnbafjittrcmSp ort.
5. Stotrampen.
3um gnthben auf freier Strecte füfrt jeber Truppenjug an Slot»
ramp.ngeriit mit:
10 lange') «.Uten, 6 m lang, 10/10 cm [tart,
10 turje1) «alten, 2,25 m lang, 10/10 cm ftart,
24 «retttafcln, 2,25 m lang, 0,60 m breit, oben mit 2 Tritt», unten
mit 4 ßhenjleiften oetfeljen.
20 klammern.
SJlannfdjaften fd)ieben ober jieljen bie Sagen nur an ben SängS*
feiten, nie an ober jmifd)cn ben puffern unb im ©efalle nur langfam.
Sagen burd) 3 u r ü d l) a 11 e n, nidjt burd) ©egenftemmen, jum
Stillftanb bangen. 3um 'Inhalten unb fjeftftillcn ber Sagen «remfen
anjiel)cn; fehlen fie, Steile Dor ba3 erfte ?)i aber paar legen. Slud) bei
Arbeiten an fiebenben Sagen nidjt jiuifchen bie Sdjienen ober bie
©Ictepaare treten.
'Xn- unb 'Mbfuppeln ber Sagen, fomie «ebienen ber «remfen
nur bon «aljnbebienfteten ausfül)ten laffen.
ßofe Seitenrampen.
©erätebebarf. Siampe für «ferbe 3, für fydjrjeuge 4 l.
«alten, je 2 t. «allen, 12 bte
14 «rettcfJn, 4—G Stlam»
mein, aufteibcnt einen 1. «al-
ten jum Rieben ber Stampe.
Xruppftärfe: 1 Unteroffizier,
6—10 iüiann für 5—10 SÄi»
nuten.
bei t) o l) e n 33 a fl e n t ü r e n.
fjür «f e r b e.
Tie l. «alten müffen
mit 10 cm Ubcrftanb in ba3
innere beS Sagens reichen,
bie äir’eren «alten bidjt
innerhalb ber dufteren Örenj»
leiften ber «rettafcln liegen.
Site f}uft ber Stampe einen
eingegrabenen unb berpfühl-
ten t. «alten benvenben.
©inbeden mit «rettafdn
oben beginnen; Spalt jmi«
fd)en obeijter «ret täfel unb
Sagen burd) längSbcrlegte «rettafcln übeibeden. Unteifte «reit-
täfel gegen ben t. «alten [tüpen ober burd) klammern ober «faljle
*) 3m weiteren a&ßetürjt: L — lanae, t — turje ®alten.
Gif e n b ab n f ronäy ort.
197
befestigen. yür unruhige ^ßferbe ben oberen Seil ber Stampe burdj
jtoei ljodjtaniig an bie Sürpfoften gelegte Srettafeln einfafjen.
9htr jttjei I. Salten
bertoenben.
gunädjft Srettafeln
mie bor belegen, bann
bie beiben obersten ent«
fernen unb mit ben
©rensleiften nad) oben
berlegen. (Spalt auf bei«
ben Seiten burd) jroei
1 Salten auSfülIen.
=oilb 2.
SKtitelunterftüfcunfl ju S ili> 1.
gür §a Ijrj eug e.
Jperftellung f. Sub 1, 2 unb 4.
ßöbenunterfd)ieb jnnfdjen SJagenbielung unb Dbertante ber
Stampe nad) Silb 7 bermitteln.
g-iit lange unb fdjmere
^abrjeuge Siampe nad) Silb 5
bauen.
Umlippen ber Srettafeln
burd) jroei l. Salten (a) ber«
binbern.
4Mlt> 4.
Sofe fdjmnk ©eiienrampe.
Sebienung ber Stampen.
Stadj Abfertigung eines SSagenS fdjmale Stampe burd) 4—6 SQlann,
breite tHampe burd) 9—12 SJiann mit .einem l. Salti n ober einer fhnfen
Stange am oberen @nbe anljeben unb auf ben neu borgefaljrenen
Skigen nieberlegen.
©ruppenmeifed ßntlaben.
SBagen mit abgenommenen Äopfmänben burd) Srüden uerbinben;
Stampe an einem Üttbmagen ber ©ruppe ailiegen.
198
C if cnbcifjnt ran§p ort.
£ofe Äopfxamp'e?)
©erätebebaxf: 4L, 3—41. Satten, 13 Stettafeln, 6—8 klammern.
Sxuppftärfe: 1 U., 10 SJL für 5—10 SWinuten.
'3 iib fi. Stampe für fltuppentüeifc? Gntlaben.
’) ®ei ffriebenöübungen ift bte Slitfftclluxifl bon STornrarnpen im ®leite Auf freiet Strectc
berboten.
3urccf)tfinbcn im öeläube.
199
Vorteilhaft angumenben, wenn eine größere Slngaljl hinter*
einanberftehenber Sagen abnehmbare SFopfmänbe hat-
Stampe barf nicht auf ben puffern auf liegen; unten bie I. Vaffen
gegen eine Sdjroelle fejjen; Staum jnnftfjen ben Schienen ausfüllcn,
um fyatjrseuge leichter aü§ bem Vatmgleifc heraussubriugen.
$ e ft e 9i a ntp e n.
. Serben nur ate Seitenrampen gebaut (Vilb 8 unb 9).
Sßtfb 8’. <5fefte Seitenrampe.
Unterftühung am oberen
®nbe je nach Vreite burch 2
ober 3 Stäuber, gmifdjen
W 0. fyefte 'Seilcnrampe mit 2ftbebül)tie«
Stampe unb Sagen eine Vrüde
berieten.
XXIII. Suredjtfmben im ©elänbe.
•fiommt ber Solbat in eine (Segenb, bie ihm
fremb ift, fo halte er bie 21 u g e n offen. (Sr präge fid)
ba§ (Selänbe an fünften, bie fidj befonberS abheben, ein, bamit er
jebergeit in ber Sage ift, fidj nad) biefen mieber juredjtgufinben, falte
er e3 allein mieber burdjfdjreiten muf. ftirdjtürme, Sinbrnüßlen,
einjelftehenbe Väume, Segetreujungen, SpÖhenjüge, Salbfäume
unb bgl. merben ihm baju einen guten Slnbalt geben.
®a§ Vefragen ber £anbe£einmohner mirb in
fJeinbeSlanb meift au§gefdjloffen fein, ba ber Solbat im allgemeinen
ihrer Sprache nidjt mädjtig ift. Sollte fie jemanb beherrfdjen, fo traue
er ben Eingaben ber £eute nicht ohne meitereS. §at fich jemanb V.
nadj bem Seg erfunbigt, fo ift e§ praftifdj, bie befragte Veifon al»
Rührer mitjunehmen. unb il)r burd) 2lnbrol)ung bon Saffengebraud)
bie folgen Ilarjumadjen, menn fie eima falfd) führen follte.
®in guter SlnhaltSpunft finb im allgemeinen bie S e g m e i f e r
an ben Straßen; bodj ift aud) hier Vorficht geboten. Vielfach finb fie
in ^einbeSlanb ju unferer Irreführung falfdj befdjrieben, berfefct ober
in falfdje 9iid)tungen gebreht
Kartenzeichen für die Karte des Deutschen Reichs
1 Boden und ßodenb ewachsung
2. Eisenbahn, 5tra߫n usw.
fikl-undWaldivßgß.
«.xt_______. _xic:• a»
•StaurryaflacL (^»»ch^birgB}
Kartenzeichen für die Karte des Deutschen Reichs.
4 ZckhgnQrklärung.
t Zürcfa?
•F Kap- Kopalin
£ Windmühle
# Ptf&se&nü&te
X? .Ham/ruttnserfc
\Z QJ? Oher-farster
A f^zthum.
f flf&unjz
e» Ai^g^yddinctorßaiim.
X Mdd^sSfhkxh^dd
o Alix^ Schan&a, ^MrajS(^9
1 Derdwtai
”l_ A^aiuzc^
QT? MdUnidtIaduz(/Qud^)
X BemiüQrks1>dddb(^di^aui^
StbzStenbuuh
O Grosse Gruben.
«be» Fidsajr^
® ixmdhö&Vr?“!^-
[•££] . ' \fiirJuden.
K QJCidk^tin.
A Za Theerofen.
SM Jtftfoss
SchdfSchifarti.
fV^fviescnnxir/ar-
Fvd>t~ JRabd/t.
PM. PuhxxGtfagtßtrt.
202
$urerf)tfiiiben im ßjclänbe.
3ft ber Solbat im Sefifc einer fiartc, fo mun er biefe zu lefen verfielen,
wenn fie it)m nü Jen füll. 2Jei ber SJlannigjaltigteit ber Schau vläje bicfeS StiegeS
ift e$ nidjt möglid), tjier bie oerfdjiebene geidjenart ber Starten unferer Segner
ZV erläutern. 911$ SlnljaltSpuntt mögen bie auf Seite 200 unb 201 aufgeführten
3eidjen ber bei un$ gebräudjlicfjen Starten im Tiafeftab 1 : 100 000 bienen, bie
jjebem Solbaten begannt fein muffen.
Unfere Starten für ben $i en ft gebrauch finb alle berartig gezeidjnet unb
gefdinitten, bau oben korben, unten ©üben, recht» ßflen unb linte SSeften ift.
Seljt ein Wlann Z* * 93., nadjbem er foeben ^orf 91. verlaffen ljat, auf einer
Ehauffce weiter unb will toiffen, wo Worben ift, Weil er bortljin abbiegen füll,
fo braucht er nur bie Starte oor fich au$zubreiten. Sr fud)t auf biefer ®orf 91.
unb breljt bie Starte fo, bau bie Sljauffee, toeldje auf biefer au» 91. herauSführenb
tffiftemadni * -
N.
NW
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s.w
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NO.
>'3D Hoogs
>0.
äo.
9° Mors*.
gezeichnet iftr in bie glcidje Widjtung zeigt
wie bie WirHidje, auf ber er fid) befinbet.
Sie gerabe S3orwärt$rid)tung mitten über ben
bberften ffiartcnranb l^mweg gibt iljm bann an,
wo 9iprben ift. ®a bie starte burd) biefeS. @in=
ridjien außerbem genau fo liegt, wie ba$ um«
Hcgenbe Selänbe auf ihr verzeichnet ift, fo ber*
6°M0rgS niag CT nun auc^ jeben fühlbaren<ßuntt in bet
Umgegenb nadj ber Starte ju benennen.
3um »eiteren Suredjtfinben im Selänbe,
oor altem um bie Himmelsrichtungen fefou*
[teilen, muß jeber Solbat über bie gebrauch3'
lirfjften Hilfsmittel hierzu ^cicbeib toifjen.
S
t>Uö 1.
a) Tic Sonne.
Sie fteljt um 6° morgens immer im Often, um 12° mittags im Silben,
um 6® abenbS im ÜBeften (üöilb 1). Sft feine llfjr jur $jant>, fo wirb fidf> bie Beit
bod) meift annätjernb fdjäfecu laffen; frfjeint bie Sonne am Sage nidjt, fo ift
iljr Staub faft immer burdj eine etwas gröfecre Helligleit am beberften Himmel
gu erlernten,
b) Ter Sotnfmfj.
derPolarstem ®ie fteifdjwingenbe Magnetnadel t»at bie
©gcnfdjaft, unter gattj geringer SfbWeisung
»nit itjrer befonberS tenntlidj gcmadjten Spifce
4 ftetö nadj 9iorben ju jeigen. yäfjt man biefe
Spifte auf baö N bc3 ftompaffe^ einfpielen, fo
• ‘ ergeben fid) bur^j ?lblefcn otjne weiteret audj
bie anberen ftimmeferid)'
Ueineßär tun0Cn'
/ ; c) ißolarftetn.
L-i aro&eBär . ®ie’cr ®‘ern
immer genau tm Sterben,
(xr ift bei Harem $tmmel
'Bitb 2. '' unter Senufcung ber beiben
T eigenartigen, tootjl fafi
; jebem befannten Stern»
< büber bc3 Girofeen unb be3
< fileinen 93ären — audj
„Himmelswagen“ genannt
— ju finben. Sericingeyt man bie £>tnter<tcHfe ©rofecn HimmeÖiüagenä
etwa fünfmal, fo trifft biefe fiinie auf ben f)clleud)tenben $olarjtem (®ilb 2),
ber feinerfeitS ber le|jte Scidjfelftern be$ fileinen Himmelswagens ift.
Jelbpionicrbienft.
203
d) Ser SRorgcnftern
fteljt furj Bor Sonnenaufgang ftetä im O ft e n, bet 91 b e n b ft e t n turj nad;
ifjrem Untergang im SBeften.
e) Ser Bollmonb
fteljt mit feiner fjellerleudjtcten Gdjeibe immer genau ber (Sonne gegenüber;
alfo -um 6° morgens im Söeften, um 6° abenbä im Open, um SRitternadjt im
Süben.
f) künftige ^ilfSmittet,
bie aber nur im allgemeinen jjutreffen, finb: ff i r dj e n, beren Stürme meift
an ber ftBeftfeite fleljen; SBein berge liegen an ben <Süb* ober Güb trieft«
abfjängen ber §öljen; bie fjluglödjer ber 5B i e n e n ft ö d e finb nad) Gäben
geöffnet; einzelne SBäume, $ f ä ß l e ober Steine finb auf ber
SBetterfeite (fRorbtueften) ftärter bemooft ober oermittert.
XXIV. SelbptDnterbtenfL
A. Ser ®tcnung§famßf.
(Sieße aud) „SRilitärifdje fJacßauSbrütfe".)
Ser jeßige f^ricg ljat aud) bte Startc ber Bcrtetbigung ertoiefen;
Jie wirb baßer in Bufunft meßt geübt werben, alß bißßer im ^rieben
notwenbig erfdjien. ^eber fflann muß befäßigt fein,
alles, was ßierju notwenbig ift, auSjufüßren,
wobei nur bie fdjwierigften, befonbere ^enntniffe unb f^ertigfeiten
berlangenben Arbeiten bon ben ßierfür gefdiulten Pionieren gu ber«
ricßten finb.
Bcobad)tung§ftencu.
Bn erfter ßinie ift für Rettung ber BeobadjtungSftellen ju forgen.
§ier fifjt gen>iff ermaßen ba» \*pirn ber 'Batterie. Söirb fie außer
©efedjt gefeßt, fo ift in ben weiften fällen bie in üerbedter geuer«
ftellung. — unb ba§ ift
im SteUung^fantpf bie
Siegel — fteljenbe Bat«
terie jur Abgabe eines
gezielten $euer§ über«
tjaupt unfähig. ®abei
befinbet fidj naturgemäß
bie BeobadjtungSftelle,
um fel)en ju tönnen,
an einer felbft audj ber
<5id)t anögefeßienStcHe.
SSon größter SBidjtig«
leit ift baßer, ben Bau
nicßt nur fo feft als mög«
lid) ju madjen, fonbern
58ilb 1.
B e o b a d) t u n a § ft a n b.
204
Selbpionicrbienft.
aud) fo unauffällig als irgenb erreidjbar. S5aju nnrb meift nötig fein,
bie Stelle bei Sage nur gu ertuubcn, ben SJau nur bei tRadjt bor*
gunetjmen.
S3ilb 2.
23 a u eines 23eobadjtungSftanbeS.
23eim 23au nufct man alles SKatexial aus, baS man erhalten fann,
gefdjnittene Sollen, (Sifenbaljnfdjmellen, Sßellbled), @ifenbal)nfd)ienen,
l
gelbpionierbtenft.
205
gement ufw. ©en SSeobadjtungSfdjilb mit einjubauen cmpficljlt fid,
nidjt, ba man fonft bielleidjt bei StellungSwedjfel iljn nidjt miineljmen
fann.
gut ©edung gegen Sidjt bermeibe man fdjarfc kanten. SRöglid)ft
niebrige ©rbauffdjüttungen, Belegen mit fh'afenftürfen, SluSnufeen
bon natur lidjen SRaSten, roie Sößalbränber (bom Sßalbranb meljrere
SReter nad) innen getjen, borfidjtig ®urdjblide fdjaffen), ©üfdje u.
bergt, ©er gefdjidteft angelegte S3eobadjtungSftanb ift wertlos, Wenn
er burd) ben SJerfeljr ber SRelbegänger ufw. betraten wirb. ©eSljalb
SlnnäljerungSgtaben bis jur nädjften ©edung. Sind) biefen nad) SRög»
lidjteit gegen ftliegerfidjt gebedt anlegen.
©atteriefedlnng.
gn ben meiften fallen entwidelt fidj im (StellungStampf
bie 58atterieftettung burd) ben immer weiter greifenben SluSbau ber
urfprünglidjen Sefdjütjbedung nad) äRafegabe ber bortjanbenen gelt
unb ber bet fügbaren 'iöauftoffe. ©efdjüfeeinfdjnitte nadj SBilb 4, 5, 6
Werben auf biefe SBeife ber eine aus bem anbern entfteljen.
®em heutigen ®tja*
ratter beS SteltungS*
tampfeS entfpredjenb
mufe fdjliefjlid) audj ba*
für (Sorge getragen wer*
ben, bafe bie S3ebienung
monatelang in jeber
Sßitterung unb galjreS*
jeit in ber Stellung
bleiben fann.
a
*g iöilb 4.
CEinfadjer GJefdjü^einfdjnttt.
©ieS bebingt bie
Sdjaffung bon SRann*
fdpfteunterftänben, in
benen bie ganje SBebienung Ißlap finbet. Sic werben je nadj bem
©elanbe unb bem Gtefdjid bet Sinjelnen mannigfalligft angelegt.
31m einfadjften wirb ber gwed eneidjt burd) SSergröfeerung ber
Unterfdjlupflödjer an ben ©efdjüfeen. ©rforberlid) ift, feljr tief in bie
®rbe ju arbeiten, um einigermafeen Sdjufe gegen Slrtilleriefeuer ju
ljaben. SJiclfad) werben aud) befonbere SKannfdjaftSunterftänbe tjinter
ber Batterie gebaut, bie ben SJorjug gröfeerer SSoljnlidjfcit ljaben.
$8ei ben ©efdjiifecn mufe bann nadjtS eine SHarmbereitfdjaft jurüd*
bleiben. 'Bewäljrt ljat fidj bielfad) ber (Sdjufe foldjer Unterftänbe
burd) Splitterwänbe. . pbilb 7.)
gflr bie fVernfpredjftation in ber geuerfteHung wirb jwedmäfeig
ein befonberer Unterftanb gebaut.
206
gelbpiouierbienft.
(3; r f o r b e r l i d) e 31 r b e i t ö 3 c i t.
®edüngen neid) SBilb 5:
in leidjtem Sßoben 2% bis 3 Stunben
„ mittlerem „ 5 „ 6 „
„ fdjroerem „ 10 „ 12
’ Jlibjjüijrung burd) bie ®e<
bienung mit bem «Sdjanjjeug
ber ^Batterie; mirb aud; ba§
Sdjan^eug ber leid) len 9Run.*
Slot, tjeran gezogen, fo Der»
minbert fid) bie ^Irbeitögeit
. um bie Jpälfte.
Slusgebaute SJatterieftellunghad) ißilb 6:
in leidjtem Sßoben 7 Stunben
„ mittlerem „ 8 bte 9 „
„ fernerem „ 16 „ 18 „
?hiSjü()runfl burd) bie SRann*
fdjaft ber Batterie mit Unter*
ftufung non 'IWannf ijajten ber
1. 2)1 un.»Slot.; 6d)an^eug bei*
ber Formationen.
B. ®cn>eflunfl§taml>t
Sind) im Semegung^friege mirb e§ faft immer möglid) fein, gum
(Späten gu greifen. S)er Wvbau ber Stellung tann natüiüd) nidjt in
bei 3<ollenbung borgenommen roerben, roie es in bem Stellung?fliege
möglid) ift. Site 3iel bleibt aber immer ansuftreben, eine ®efd)ü|?
ftelhing ju fdjaffen, bie bem,unter bem Slbjdjnitt „Stellungsfampf"
(Mefagten möglidjft nafje lommt.
3eber 9Jtann fei bemüht, an ber it)m an*
geroiefenen Stelle fo fdjnell, roie er eS bermag,
3cli>piüuieröien|t.
207
mit £ i l f e feine* S p n t e n * im (5 r b b o b e n j u o er -
f d) tu i n b e n.
2(uS bem einfachen SJlannfdjaftSlodj entwitfelt fid) allmäljlid) eine
tiefere ®tube, bie bereits ber gangen 33ebienung ® edung bietet.
Sdiließlid) wirb aud) an bie Sedung nad) rüdwärtS gegen bie
£ p.engftüde ber ®r. 9I§. gebadjt werben müffen. SBidjtig bleibt,
oie gefdjaffene ®edung unter allen Umftänben fo amulegen, bafj jebev
Seil ein StellungSwedjfel borgenommen werben rann. $um $luf-
proßen wirb eS meift leidjter fein, ©efdjüß unb 9ftun.«2Bagen erft ein
paar ©djritt bor unb bann um ben ®efd)üßeinfd)nttt berumjufdjaffen,
et* burd) ben (Einfdjnitt nad) rüdwärtS.
Um ben ®egner irrejufüljren, fein fteuer abjulenten ober ju jev
iptittern, werben $rt)cinanlagcu gefdjaffen, toie j. 23. ©tbaufwürfe,
üie iljm eine (Stellung bortaufd)en.
Rebern (Solbaten fei eS gejagt — unb bieS gilt aud) boll für ben
SteHungSlampf baff burd) bie tocrtcibigungSweifc Slampfart
niemals bet alte, bewährte MngriffSgeift bertoren gepen barf. fer
allein fidjert uu§ ben Sieg!
C. Rubere tcdpnfdje Arbeiten.
®ie CStfaljrungen beS jeptgen Krieges ljaben gelehrt, baß jeber
^Irtillerift jugleid) ein tüdjtiger Pionier fein muß. ®r muß jeberjeit
in. ber Sage fein, fid) felbft audj otjne biefe «Sonbertoaffe beljelfen ju
tönnen, ba Pioniere ober bie Wenigen im $ionierbienfte befonberS auS*
208
gclbpionierbieuft.
gebilbeten SJtannfdjaften ber Batterie nidjt immer jur §anb finb.
S3 ift baljer notroenbig, baß jeber 'Dimin über bie einfadjften Arbeiten,
bie in biefer ibejieljung im §elbe oon iljm geforbert werben tönnen,
SSefdjeib weiß unb über iljre 2lu<5füljrung unterridjtet ift.
1. Sßcflcncrbqfcrwng.
Söcfjer unb au§gefaljrene ßJleije werben mit Steinfdjüttungen
auSgefülIt unb mit Sanb beworfen. SBeidje ©teilen finb mit etraudj*
wert, gefdjidjteten $ften ober Stämmen ju bebeden; barüber werben
bann Bretter, Stären ober 2ore quer jur Segeridjtung gelegt.
SBidjtig ift immer bie §ürforgc für ben 91 b j 1 u ß b e i SS a f f c r«
nadj ber ©eile. Shiffleroeidjle SSefleftrctfen 1 todnett belfer, tocnn bte Gei en»
fltäben aufgeräumt ober vertieft Werben. 9lud) bie fWeuanlage foldjer ßlraben
tann in ffrage tommen.
ftelbpion Serbien ft.
209
£aö SJiliKit einer reitenben
'Batterie ljat biefelbe Gin«
rirfjtung. 15ie «Ställe er«
batten jebod) eine Sänge
von 35x; ein befonbercr
Blafj für baa (SJepäcf ber
H'anoniere ift riicf)t Borge«
ietjen.
58ei guter galjreS*
«Seit reid)t bie trag*
bare gelt auSrüftung
audj für längeren Stuf*
enthalt auS.
®ie größte & e f e dj i § •
b’ e r e i t f dj a f t ge=
ivätyren wegen tljrer
f Quellen gerlegbarteit
Heine gelte für 3 SRann,
wobei bie britte gelt»
baljn jum SdjluB be§
geltet an einer Seite
bient.
©rötere gelte
(für 1 ober mehrere ®e«
fd)ü^e) geftatten eine
beffere 9Iu£nufcung ber
geltba^nauSrüftung.
, Übriggebliebene gelt*
baljnen bienen jur Stb»
bidjtung auf ber ®Mnb«
feite.
2. SitoaL
rumL90*‘ 75m
Fronibreite.- ( „ f35^ UOm.reit.Bttr.)
5.G. ‘t.G. ^3)G ZG. l.b. '
Gapäck ujidAusrüsbaig derEanonfere 'S
--------- ----------- ----------$
Lnaeawache . ;x
ZMHT;
~T &
—o i
6unr 5j£«r'di£w
Gepäck undAumtetuxg decKtmnwsre
ZJT
Lagerplatz.
•sewt zFTc
Kochgräben
OfTz.
1
C
’l
Aborte
'Bilb 9.
Tiefe: rund Z35K*i90m.
Bilb 8.
'Bitvat einer Batterie ju 6 (äcjdjü^eit
mit Staffel nnb <it. Bagage.
Bilb 10.
®ie geltbaljnen müffen fo gefnüfjft werben, baB ber SSBinb niemals
unter bie Snopfftelle faffen lann, ba e§ fonft in bem gelte jieljt ober
SRegen fyineingebrüftt wirb. ®urd) einen leiditen (Srbaufrourf finb bie
Der Qrelbgraue, fielbort. 1. 9L 14
210
ftelbpionierbienft.
ßeltbatjnen unten am Soben abjubidjten. Niemals bürfen fSeuerfteflert
in ber Slätje ber ^elte angelegt toeiben.
Jfamfhreihe» rund 180*-145m.
Z. Sektion
6, Zug. * 5.Zug.
4»—4* Hi j|l
(tyäck und Ausrüstung der Kanoniere
Kmentmdte
Gepäck undAusrüstung der Kanoniere
Lagerplatz
EW. L.K KK Offi.
JKochgnäben
i i । ~ । l ' ~ J
Aborte
-t . j_________________r —i
Tiefe: rund, Z35* ‘ 7,90m.
Silb 11.
Qitoal einer (eilten 9tanition»fofonne mit gr. Sagage.
<s>inb bie ^elblücfyen nidjt
jur §anb ober ju iljrer Sdjonung
aufcer betrieb gefegt, fo mu|
jeber SRonn fid) felbft bte not»
roenbigen StJtfjeinrirfjtungenfdjaf»
fen Tonnen.
33ei ber Anlage »on ftodj»
graben (Silb 12) ober S odj•
! Ö dj e r n (Silb 13) ift jeberjeit
bie SJinbriditung ju beadjten.
'Jernfrred)' unb SBinletbienft.
211
Aborte (Katrinen) genügen fdjmale, etiva 0,50 m tiefe Stäben,
möglidjft roinbabtnärtS bom Söimafpla^e ober ber befetten Stellung.
Silb 13.
S3ei längerer 33enu$ung toirb ber Unrat täglid) mit (Srbe ober 2lfdje
unb, toenn möglidj mit (Stjlorlalt überbectt.
§ür längere ÜÖenu^ung finb Aborte nad) fßilb 14 toünfdtenStoert.
2>ie Stübpfäljle’ erljalten je nadj
bet Siärfe bet Sivftangen bte ju 2 m
Slbpanb.
<Bet Stäben ift rrrinbeftenä 1 m
tief, bamit et burti) ba3 regelmäßige
Sefctjütfen bed Unrats nidjt ju ftül)
gefüllt toirb.
fRadj 58ebatf »erben neue Stäben
angelegt.
g-retbleibenbe Slbotte umgibt man mit leidjten SBänben »on Straudjlvetf,
Strol) unb bgl.
XXV. gernfpred)* unb föinterbienft
1. ?Hlgentciuc§.
Sßenn and) nur ein Seil ber Kanoniere mit bem fjernfpredjgerät
au§gebilbet wirb, fo ift bod) biefer Sienftjmeig befonbere für ben
StellungSfampf bon ganj fjerbotragenber SßJidjtigteit.
Sie übetnriegenbe Slntoenbung berbectter fjeuerftcHungen bringt
e§ mit fidj, bafe in ben feltenften fällen bie S8eobad)tung§ftilie fo liegen
toirb, bafj ber SJatterief ütyrer ba§ geuer feiner SÖatterie mit ber Stimme
lenten lann.
Sn ben ir>eitau§ meiften fjällen ift jur fteuerleitung eine §em-
fpredjüerbinbung jmift^en S8eobad)tung$ftfHe unb fjeuerfti llung nölig.
Sf)r fixeres Arbeiten, audj in ben gefälfrbetften Momenten ift abfolute§
Srfoiberniä.
Sie Sätigleit ber fjernfpre^er ift alfo fel)r berantioortung^ooll
unb berlangt grofje Umfidjt unb oft groten SJlut. Senn oft wirb in
14*
212
fjernfpred)* unb ©iitferbienjl.
jdjroerem fjeuertampf bie Leitung burd)fd)offen fein. S)ann Ijeifjt e»
für bie ßeitungSpatrouilleu „fRau§ au§ bet Sedung" unb unter allen
Umftänben bie 58erbinbung mteber Ijerftellen. 9lm jdjnellften gefdjieljt
Apparatfern •
höPw
Laulhorknopf^
fachMirzj
Deckplatte
^uphan
Sprerhtrichter
(5 zum Ersatz drs
Jchatlblrrfa Ivum)
Summertaste hi t iß)
ȟb 1.
Wrmeefcrnfprcdfcr mit Spredjbatterie.
bie», wenn bon jeher Seite eine Patrouille ju arbeiten anfängt. SSiele
brabe Kanoniere ljaben fid) babei ba§ (Siferne ®reuj berbient. Sttö
Siegel biene:
fteber, bet mertt, bafj bie ^erbinbung unterbrodjen ift, fud)t
nach bet geßlcrgucllc.
SEßeitere ©elegenljeiten jum gernfptedfbau finb: Sßerbinbung
ber 93eobad)tung§ftelle mit ben in ben Sdjüfcengraben borgefdjobenen
s-8eobad)tern unb ber SlbteilungSbefetjlftetle. 2KI biefe ßeitungen liegen
hn StellungStrieg bauernb unb b erlangen, ba bie meiften Sag unb
ißadjt befett fein müffen, mit ben regelmäßigen SIblöfungen ein jiemtid]
umfangreidje§ Perfonal. Sm SBetoegunggfrieg werben jum minbeften
bie ßeitungen bon ber SeobadjtungSftelle jur Batterie unb jur
gernfpredj« unb ißiiitcrbienft.
213
Sfbteilung^fteUe audj fofort gelegt werben müffen. ®d)uelligfeit im
SSau ift burd) fortgefefcte Übung f)erbei§ufül)ren.
SJilb 2.
ftotffernbwcr.
(Stotberfeite tote Slpparatfernfjörer.)
214
tfetnjpted)» unb '-Sinfcröicnit,
2. ftcrnfpretljgcröt.
§aupt teile:
Wrnteefcrnfprerfjer mit § a l § r i e m e n in Safdje;
Kopftcriil)öret mit Kopfriemen unb SRuftrompete
in Safdje;
©prctljbatterie mit S3ermittlung§fd)nur in SSajdje;
Kabeltrommel mit Kabel, $1 b f p u l e t, Kurbel, (£ r b =
l e i t u n g § b r a f) t u n b (S d) m i r g e I p a p i e r i n £ a f dj e;
$raljtgabel;
Glemcntpriijer (nut bei Abteilung);
Sorratöteile unb Sßcrtjeuge.
S3ilt> 3.
Sprerfjbatterie (offen).
Srfjaltung non linK nad) red)t«: 3inrpo(bra()t in Jtot)lepo(Hf)raut>e, freien
Äofjlepot mit ffilemme K, freien ^infpolbrat)t mit ffiemtfle Z oerbinben.
5'Cinjpred}' uui> &Uiileri>tettft.
215
53ilb 4.
Ginteilung unb ?tnsftattung bc§ g-crnfprc(l)triipp§.
®a3 ^ernfpredjgerät ber fjfelbaxf tlferie bient ausfdjliefjlicty
jur tBertoenbung inneityatb ber SSaffe.
Sllle Offiziere unb Unteroffiziere, einfdjlief lid) Trompeter, müffen
mit bem Slrmeefetnfpredjer ©efprädje füllen tönnen.
Sn ber S3ebienung unb 58el)anblung beS {yemjpredjgerätö mufj
jebe Batterie ausgebilbet fjaben:
4 Unteroffijiere
1 Sleferneun ter Offizier*
Slfpiranten
biefe and) alä Sruppfüprer,
5 Wnn üon jebem Satyrgang, einfdjlief.lid) 2 Leiter.
$eber Stbteitungsftab unb jebe ^Batterie ftellen einen Sernfpred)-
trupp auf, beftetyenb au£:
2 Leitern, barunter 1 Stuppfüprer,
2 Unbeiittenen (bei reitenöer Slititterie Leiter).
®ie Leiter reiten beim '2lbteilungs4ißatteiie»)füt)rer, bie
Unbeiittenen merben als B4 unb B5, bie übiigen au^gebilbetcn fieute
cvU M3 unb M4 eingeteilt.
.216
tyetnjprcd}' unb Sinterbienft
©in §ern|pred)trupp tann eine betriebäjäpige iBerbinbung (jioei
burdj Seitung üerbunbene Spredjftelten) qerftellen; bei öettvenbung
be§ Oerätä für bie britte Spredjftelle wirb er berftärtt.
«öilb 5.
S ! i g ft c b c 5 S u f b a u e $ üon 81 r tn c e f c rn f p r e d) c r, ® o p f <
f e r n I) ö r e r, Batterie unb SJ c r m i 11! n n g v f d) n u r.
3eber Sftann beö Srupp3 fütjrt eine Sinter flagge unb eine ,3elt>
bapn, jeber Oleiter außerbetn einen Heinen Spaten, SDtelbefarten unb
nadj SInorbnung ber Xruppe eine SJeinfeffel bei fidj.
Sßor bem ©efedjt nimmt jeber Leiter @erät für eine Spredjftefle
unb 2 Sabeltafdjen au§ bem !öeobadjtung3tt)agen; gleidjjeitig nimmt
er einige äReter SfoKerbanb au§ ber SBIedjbofe (Saften E) unb bringt
in jeber Sabeltafdje ein Stüd unter (redjtjeitig für ®rfa£ forgen);
Ülrmeefernfpredjer unb Spredjbatterie werben auf bem 9\üden, Stopfe
f empör er nebft 3u^e^ör am Soppel redjte bom getragen. 3e eine
gernfprcdj' ititb Söinierbienft.
- 217
Stabeltajdje iixrb rcdjtS unb litifS am <StraKcJräger[töüeI unb Obergurt
be§ Satteß befeftigt; Unberittene tragen fie am doppel.
Sdpnblung unb Qkbraurfj.
SlllgemeineS.
®aS g-ernfpr ettygerät ittu|j forgfältig be =
fyanbelt, ö o r Stofe, S dj l a g, fyall unb $ e u dj t i g •
feit bemafert m erben. 33 ei Stegen Wetter 5 u =
b e d e n.
' 31 u f b e m a t) r u n g. ©ingefdjloffen, an füllen, . tro denen
Orten, möglidjft in Sdjränfen, in ben Süfdjen üerpadt, Spredjbatterie
aufrecht ftefeenb.
Verboten:
Stellen beS ®eratS auf ben (Srbboben opne Unterlage (Beltbafen);
Brüden auf bie Sdjailbledje ber fjernfeörer;
JiBniden ber ®abel;
iperauSjieljen ber Stopf ei anben-Sdjnüren auS ben Söudjfen
unb Stlinfen;
Srodnen beS ®erätS am ^euer.
33au unb betrieb bon g-ernfpredjteitungen bei ®eWitter im ^rieben
Wegen SebenSgefapr unterlaffen. Sßätjrenb eines ®eroitterS Apparate
öon Seitungen trennen; wenn Spredjftellen in ©ebauben emgeridjtet,
Rettungen aufeerfealb einige SReter baoon entfernt nieberlegen.
ÄnifternbeS ©eräufdj in ^ernljörern lünbigt ©ewitter an.
©ctftljren bon ®tartftrom= unb §ortjfpannung§lcitungcn mit ber
$anb ober mit ableitenben ^cgenftänben ift lebenSgefäferlirfj.
SSerüfeten ber Schienen bon Strafeenbafynen mit oberirbifcper
Stromjufülitung ift ofene ©efafer.
Prüfung bor bem ®ebraudj.
3u prüfen finb Sltmeefernfpredjer mit ßopfferntjötet unb bie demente.
§terju ?Itmeefernfpred)er an jinei Clemente fdjalten, ®utj(fd)lu& b«r«
ftellen (SBerbinbung »on E* unb L«Stlemme mit fiJupferbratjt); $olfdjrauben
unb Stemmen müffen feft angejjogcn fein.
®ei Srud auf Summertafte müffen Summet unb Wpparatfernböter
tönen. 5£önt Summer nidjt, ®erfplatte abneljmen, ^refjjdjraube mit Stell'
ftiff löfen, Summcrtontähfdjröube tjerausfdjrauben, Spifje reinigen, unter
©rüden bet Summertafte langfam Wieber cinfdjrauben, bis Summer laut unb
Hat tönt; hierauf ^refjfdjraube Wieber anjieljen.
XÖnt Slpparatfernljörer nicht, it>n burd) ©reljen ber auf bet dlüdfeite
befinblidjen Sd)taube auf einen llaren, lauten ©on bringen. S8irb bieä nid)t
erteidjt, Sdjallbledj erfe&en unb ffrernfjöter roie »ot einftellen.
Sopffernljörer ebenfo einftellen: für ffurjtfdjlufj eine Sdjraube am Stöpfel
burd) E'©ral)t mit L'Slemme, anoere mit E»Slemme »erbinben.
218 .
gern) p red)* unb SEinterbicnft.
SBHb 6. •
Steile ein, fo finb bie Elemente ju erfefeen.
Sftilropljon unb ffopf*
ernfjorer mit SRuftromret«
miet mefjtfadjem lurjen
•^erunierbrücfen berSx red)*
aftc prüfen. SBirb hierbei
im Stopf jcrntjörer fein Son
gehört, bann ©eljäufe,
Gummiring unb SOlilro*
ptjon, oljne auf @djtving*
uttgäj. latte ju brüdcn,
reinigen ober neucä 3)ihro*
ptjon einfepen.
Stift bei biefen fßrü*
fungen ein Verjagen atler
3. §erftcllnng, SluSbau nnb (Sicherung einer Scrbinbung.
Sruppfüljrer erbittet bom 2lbtei(ungS»(f8atterie*)füf)rer befehl
über fßertoenbung beS SruppS.
®r forgt für fdjnelte .fpeiftellung bet SSerbinbung, für ©idjerung
bet fieitung, ftetlt SBinfer* unb nad) SBebarf JRufoerbinbung fjer unb
befett ©predjftelle bei Slbteilu‘ngS*(23attexie*)füljrer.
^erftellen einer SJerbinbung in ber Segel burd) bie beiben fReiter.
5)er eine abgefeffen, ftedt Slbfpuler in glatte ©feite ber Kabeltrommel,
fpult etwa 10 m Kabel ab, befeftigt eS fo an ÜBaum, eingeftedtem Säbel
ufro., ba& abgefpulter Seil lofe auf bem Sßoben bleibt, gibt Kabel-
trommel bem anbern fReiter unb richtet ©predjftelle ein.
Set anbere SReiter legt in Sedung ju fßferbe, fonft ju guff, unter
"öenufjung bet fßlattenbremfe (©djlingenbitbungen bermeiben!) Kabel
aus. Seiajt biefeS nidjt, neues Kabel burd) SBebertnoten anfdjliefjen,
JBerbinbungSftelle mit Sfolierbanb umwideln ober Ijodjlegen, elfte
Kabeltrommel ljinlegen, neues Kabel abrolten.
3um Segen bet Kabel Söalbränber, §eden, gäune, trodene
Stäben unb SRulben auSnufcen. ®ertel)rSn)ege fonne Startftrom* unb
Jpodjfpannungsleitungen m ö g I i d) ft b e t m e i b e n, fonft redjt*
rointlig treujen.
5Bon gleidjlaufenben Selegrapljenleitungen minbeftenS 10 m
abbleiben.
3n ber ^euerftellung Kabel, wenn angängig', bor bie @efd)ü|e
legen, fonft SRaum für ©infaljren ber ^Batterie bon Sratjt freimadjen
ober iljn junädjft nut bis in 9lätje ber geuerftellung (vorläufige ©pred)*
ftelle) fügten.
9ln ber ©predjftelle abfi^en, ißferb nadj S3ebarf feffeln, ©predj*
ftelle einridjten.
©predjbatterie auf ßeftbaljn ftellen, Kopffernfjörer an Slrmee*
fernfpredjer fdjalten unb umfdjnallen, Slrmeefetnfpredjet mit ©pred)*
batterie Petbinben, lofeS Kabelenbe an einer I^Klemme befefiigen.
fjetnh-rcd)« unb SBinfcrbienft.
219
Supferbraljt für ©rbleitung an E^Slcmme fdjalten unb um ben tief
in bie (Stbe geftedten Säbel mit mehreren Sßinbungen nudeln (erben).
$e feudjter bie ®rbe unb je größer bie eingefenfle SOietallflädje,
befto beffer bie Teilung.
@r Weitungen mehrerer Spredjftellen nidjt ju natje aneinanber
legen.
58ei ungenügenber Srbleitung ftatt biefer ein ^weites Sabel
mit minbeftenS 1 m ßwifdjemaum legen unb an beiben Spredjftellen
in E-^ Stemmen einfdjalten.
befonberen fällen (feljr trodner SBoben, getsboben, grofje ütätje
beS fteinbe») bon vornherein burd) jroei Leiter ober einen SRann ju
§ufi Doppelleitung legen. 3n Auslegeridjtung linlen Draht in L«
Stemmen, redjten in E-Slemmen fdji.lkn.
SBerbinbung burdj Durdjfpredjcn prüfen. 3UTn ©djufj gegen
ablentenbe ©eräufdje ^eltbaljn umljängen. Slngefdjloffene Spredj-
ftellen auf äRerlplatte fdjreiben.
9tadj §erftellung ber Sßerbinbung fidjern bie Unberittenen be§
fjernfpredjtruppg bie Seitung burdj (Singraben, fjeftlegen mit Steinen,
^odjlegen mit Dratjtgabel, SBefeftigen an Räumen, Stnntlidjmadjcn
bon Überfaljrtöftellen ufw., fie beibeffern, wenn nötig, bie (Srbleitung
burdj Sinfteden mehrerer Seitengewehre, ©ingrabcn bon Sonfervew
büdjfen unb berg!., SBegtefcen, 5lu§nüpen bon SBafjeilodjetn, öräben
ufw.
$odjlegen be§ Sabels empfieljlt fid), wenn Seitung burdj Drb
fdjoften, über SBege, SBaljnen, SBafferlaufe, ncffe Stillen geljt; an
-SBerteljrSftellen müffen Leiter mit Sanje unter iljm burdjrciten tonnen.
Sine Spredjftdle lann gleichzeitig mit mehreren anberen ber»
bunben werben, 3. SB.:
SlnfdjTufj mehrerer (bis gu brei) Seitungen an L’Slemmen
einer Spredjbatterie (Oefprädje werben bann bon allen angefdjloffe
nen Spredjftellen mitgetjört) (SÖilb 7); ober
SpredjbWterien betfdjiebener Leitungen fteljen bidjt beieinanber;
Leitungen werben nadj SSebarf burdj SSermittlungSfdjnur berbunben.
$ierju Stopfe! ber SermittlungSfdjnur in jugeljöuge Stinten ber ju
berbinbenben Spredjbatterien fteden, bei Doppelleitung audj beten
E«Stemmen mit Supferbraljt berbinben. Spredjbatterie mit Reinem
Stopfel ift bann -auSgefdjaltei, bie anberen Spredjftellen Ijören alle
<5tefprädje. (SBilb 8.)
Ißerbinbung mehrerer ßeitungen untereinanber erfdjwert ben
betrieb, wegen be§ SftitljörenS ber ©efprädje bei allen angefdjloffenen
Stellen.
Die Serbinbung jwifdjen JöeobadjtungS*
fte11e bes ÜBatteriefüljterS unb Batterie ift [tet§
bie roidjtigfte. Slufierbem ift nur nodj $1 n j dj^l u fj
22U
tj-ernjpred)* unb äßtnteröien)t.
an 'Abteilung geftattet; e p r e d) ft e 11 c bei 9lb =
ieilung barf bann mit feinet anberen ber*
1) u n b e n [ein.
*0iib 7.
$ilb 8.
4. betrieb.
SJeutlidj unb langfam [preßen.
'öeim (Sprechen Spredjtafte brüden, beim &ören loslaffen. 3U11T
Slnruf einer Spredjftelle Summertafte brüden, bei SSerfagen
Summern üftuftrompete benu^en. Slngerufene Spredjftelle antworte*
5. 93.: „Ijier er[te Batterie", „ljiet 93eobadjtung"..
SBet ungenügenber ßautftärte ßautljörfnopf brüden, aber n w r
jum $öten; für Sroifdjen* ober SBermittlungSfpredjftellen ber*
boten.
©eljörteS jurüdfagen; längere ©ejptädje fapweife geben unb
nnebertjolen. Soll ©efptäcf) aufgefdjrieben toerben, bann in (Gruppen
ju btei bis fed)S SBorten (je nad) Sänge unb Sdjtoierigfeit) fpredjen.
'Ser Slufneljmenbe wiebert)olt Gruppen in einzelnen SBorten, toäljrenb
er nieberfdjreibt, fo bafj ber ©ebenbe barauS erfieljt, wann er fort*
fahren fann. Sdjtoer berftänblidje <SÖpe junädjft einmal im ganzen
borlefen unb bann erft biftieren. iRad) 23eenbigung lieft 2lufneljmenber
baS ganje, einfdjl. (gafcjeidjen, jur SJergleidjung noef) einmal bor.
93ei Übermittlung bon SWelbefarten ift junädjft ju fagen „®opf";
wenn biefer übermittelt „9luffd)rift", barauf „^nljalt"; bor ber Unter*
fc^rift „Unterfdjrift", nad) SSeenbigung „Sd)luf}".
SBorte, bie nidjt berftanben ioerben, nadj SJudjftabiertafel budj*
fta bieten unb erft am Sdjluf? be§ SBorteS wieberljolen; bei nidjtber*
ftanbenen Bafylen bis ju ben betreffenben B'ffern jäljlen.
Leitung bei flädjtgebraud) Ijalbftünblid) burd) Slnruf prüfen.
Jernjprcdj» nnb SSinterbienft.
221
5. SRafina^mcn bei befonberen SSorfommniffcit.
2-> Ä SJorfommniö. Urfadje SJefeitigung
1 Spradje »wirb an» beutlidj. — Sautfjörlnopf anlocnben.
2 Stoß 9luiven» buttg beS 2aut« IjörlnopfeS ift Spradje nidjt 1 Batterie« ober Sei« tungdftöpfel fißen nidjt tief genug in ben Budjfen. JJeft einbrüden.
üerftänblirf), ober Summer L«Drät)te fißen in ben Sräfjte gut beteiligen, (Enbeu
ertönt nidjt. Stemmen niefjt metjr genügenb feft ober finb ganj beraub gefallen. ißülbräljte ber 61 e« mente liegen nidjt feft an ben Sdjrau« feen unb Stemmen. fiurjfdjlufj (Berühren Don E« unb L»Draljt). E-Draljt liegt an Säbel ober fonftigen jurSrb« leitung »ermenbeten 'JJletallteilen nidjt meljr gut an. (Erbleitung ift ju fdjtuad] Dotljer metallifdj blanl madjen. Sdjrauben unb Stemmen an» Sietjen. Drätjte auöeinanberlegen; blaute Stellen in L»®raljt ifoliercn. Srafjt gut anbrüden. ‘Snrd) 'Begiegen uerbeffern; feudjtere (Erbe auSfu^en; nötigenfalls Doppelleitung legen.
3 Störung toirb burd) SRafr naljme Ijb. 9lr. 1 unb 2 nidjt befeitigt. Sunädjft unbekannt. , Wlbung bet Spredjftelle an iljre Dienftftelle. SBinlet» ober tftufuerbinbung mit ©egenfprecfjftelle auf neh- men. Segenfpredjftelle fo» fort Unterfudjung nadj Ifb. <Rr. 2 ausführen; banadj Dtüfen, ob SSerftänbigung Dorljanben; fefjlt fie nodj, bann uerfudjen, ob burd} Spredjen in ben Apparat* femtjörcr ober. Sopffetn» Ijörer ^erftänbigung möfli lidj.
222
tjerttfprccl)* unb SBinterbienjl.
8* jO ci Storlotnmnte Utjacfje SBefeitißung
4 'Gcrftänbißunn feljlt flänjlidj. Leitung ift nid)t in Drb* nung. fieitung grünblicfj nadjjeijen; baju ge()t ein sJQiann mit Sabeltafdje unb SEopffern* fjörertafrfje mit Qntjalt am Stabe! entlang, läßt e£ burdj bie $anb gleiten unb prüft eä auf Sd)äben.
'-Blaute Stetten im Habet. 3Rit Qfolierbanb umtuideln; längere Streden fdjab* Ijafien Slabete 1jerait3fd)nei* beti, Enbeu metallifd) blanf madjen, burd) Stno ten üerbinben (leine 3fo* lierung cinbinben) unb mit 3folierbanb umtuideln.
Habet (jeriffen. SSerbinben mie vor»
Sei Serwenbung melj* rcrer Sabel.rammeln Serbinbung fdjledjt Serbinbuiig $mifdjen erftem unb sroenem Sabel löfen; erfte£ Stabelenbe an eine Stemme be$ ©töf.f*fc am Sto p f) erntjörer aufdjalteti, anbere Stemme erben (141); 8luSgang$ftred)* (teile mit SRuftrompete an* rufen. 8rel)lt SJerftänbi* gütig, Sabel auSioedjfeln. jßrüfung ber übrigen Sabel in gleicher Steife.
5 SJerflänbigunß rtrirb au cf} nad) 3fnßanbfeVung ber Seitung nidjt erjielL ®erät ber Srre djftell c ift nicht in Drbnung. Sprcdjbatterie, Slrmeefern* rerfjer ober Sopffern* ijörer gegen brauchbare midroedrfeln. Surüdfleftclt* te$ ®erät balbmöglidjft ge* nau unterfudjen unb in* ftanbfefcen.
6 Störungen finb fo umfangreich, baß fo. artige . SnftanbfeVwng nidjt möglid). Sleue Leitung legen, alte balbmöglidjft auf nehmen unb inftanbfefcen. i
^-crnfpred)- unb iBiuferbienfl.
223
6. ?lbbmi einet Serbinbung.
Sruppfüljter erhält Dom $bteilung3*C8atterie*)fütjrer SÖefeljl
3um iäbbau ber Seitung.
Spredjbatterie, Slpparatferrifjörer unb Sopffernfjörer in Safdjen
Derpaden. E»Sral)t ftetö Don E* Stemme löfen, auftoideln unb in Sabel*
tajdje Derpaden.
Sabel auf roden, wenn ®efedjt3lage e§ juläßt, im Trieben ft e 13;
bagu Sluffpuler fo in fromme! fteden, bafj fßlattenbremfe auf Seite
ber Heinen 9?ebenfdjeibe; Surbel auffefcen unb bormärts fdjreitenb
breljen, Sabel babei nidjt auf ©rbboben fdjleifen.
Sabel trommeln bütfen nidjt liegen bleiben.
7. 8orrat§teile unb Sföcrtjeuge.
3m ‘Batterie* unb 2lbteilung§*^8eob. §t. 2ß.
Benennung
3«bi
Scmerlung
3m Saften E
^elbele mente, un an gefegt................
{Ring Qfolierbanb ju 25 m in einer SMcd)«
bofe................................ . . . .
{Ring Srbleitungöbraljt *u 50 m............
Kabeltrommeln f. fjetoo. mit je 500 m
Slrmcetabel 08 ober mit je 250 m Sabel 12
f. Selba.................................
SJeljälter mit 2 ©djallblecben ......
Srfjraubenjieber . ........................
©tellftifte................................
ÄabeUange..................................
@cf;mirgelpapier, etmn 20 x 20 cm . . . .
SJücijfe Xinol.............................
Ülbfruler........................ . . . .
Kurbel....................................
Wuf bem febernben Saften G
Wlitropljone in SSledjbofen................
({für ben ®ebraudj ge«
öffnete SBlecbbofen am
®edel mit ettoaS Qfo»
lierbanb umwideln.
<)*
1
1
2
1
1
1
1
1
3
1
1
8. 'Befyanblitng nad) bem (öebrautf).
9?acE) jebem GJebraudj gernfpredjgerät unter Sluffidjt be3 Xrupp*
füljrerS grünblidj reinigen, unterfudjen unb inftanbfefcen.
SBefonbereS 2lugenmerl auf Seile ridjten, bie beim betrieb al§
fdjabljaft jurüdgeftent ober nidjt fadjgemäfe auSgebeffert tvurben.
Sabel ftetä gang abrotlen unb forgfältig nadjfetjen; blanl ge=
Worbene Stellen mit ftfolietbanb umroideln, längere fdjabljafte Stellen
l)erau3fd)neiben, SrennungSftellen gut Derbinben, gefpreijte Sabel*
enben jufammenlöten.
• gcifjl im Selbe erbeblid) ßtoBer,
224
Scrtifpred}» unb SSinierbienft.
3ta^geivorbeue Apparate unb Sabel au§ ben Sajdjen nehmen
unb an ber ßuft trodnen; Wafdjen innen gut reinigen unb trodnen.
3ft fjötjerne <5pred)tafte gequollen unb Hemmt, fie tjerauö^
fdjrauben unb gefonbert trodnen.
£oder geworbene Elemente mit Rapier, am beften SBellpappe
(nidjt Sud) ober §ilg)z feftlegen, *ßo!fd)rauben unb Stemmen feft qtv
gieren, ausgetretene' ^lüffigfeit ober SJtetallfalge abroifdjen, Qhtmmv
ftöpfel feftbrüden, ljart ober briidjig geworbene erfe^en.
geljlenbe (exfjrauben aller -Slrt fofort erfefjen.
9.2cr Üßintcrbienft.
3ur Verftänbigung ober ^ur Vermittlung non Befehlen unb Reibungen
werben, wenn befere Hilfsmittel, wie Sk Sclepljon, nidjt $ur ©anb finb,
am Sage flaggen, bei 9tad)t Ijelleudjtenbe Laternen nerwenbet.
3e nad; SJeleudjtung unb Filterung.wirb mit Weiften, blauen ober gelben
Jlaggcn geroüitt; aud) mit betn $(rm allein ober mit bem Helm ufw. fönnen
im Notfälle SBinterjeidjen gegeben werben.
S)er 2B.i n t e r t r n p p beftetjt ™ allgemeinen aus 1 <?Lil)rcr unb 2 Wtann,
von benen ber eine lieft unb ber anbere gibt. $ic Sfufftettung bes SlruppS muß
fo gcftfjicft erfolgen, baß ber Öegner unter feinen Umflänbcn ntitpilcfen oer-
mag, ba bie Vucßftaben nach 9lrt beS SRorfealpbabetcS gegeben werben, ba*
and) bem Jycinbc betannt ift.
^interftellung. $untt. £trid).
Silb 1. Silb 2. Silb 3.
®ie 3 e i d) e n eines VutfjftabenS werben mit turnen Raufen — non etwa
einer Sunftlänge — l)intereinanber gegeben; ^toifdien ^mei Sudjftaben ift
<ßaufe non etwa fünf ^unttlängen einxufrfjalten.
sJiad) Veenbigung eines SßorteS toirb bie flagge not bem Sörper fentredjt
nad) unten gefdjlagen unb erft wieber in bie S&intcrflefltmg gebracht, na^bem
bie ©egenftelle „ Verftanben" (i) gegeben bat
3m 2)iircbfrf)Ttitt müffen etroa 10 SBorte ju 6 sBud)ftabcn in 5 SRinuten
gegeben werben.
©S ift unbebingt erforberlid), bie einzelnen ® c *
wegungen fdjarf in fid) abjiigrenjen fowic richtiges
3 e i t m a ß nnb b e u 11 i d) e Raufen i n n e n l) a 11 e n. Hierzu
b e b a r f es einer e j e r i e r m ä ß i g e n 6 i n ü b u n <| bei
3 e i dl c n. 1
getnfptedj' unb SBinlerbienft.
225
gu fdjnellerer Betfiönbigung über Ijäufig Wieberfefjrenbe Borgänge
lönnen befonbere geilen uerabrebet unb bte Beidjen aufser mit $8 inten loggen
aud) mit ®rm, Wlüfce ufw. gegeben Werben. BefonberS im totrlfamen geuer
ift regelrechtes Beicpengeben nur feiten möglid).
golgenbe Beiden, bie jebem Dffigier unb Unteroffizier geläufig, auch
möglich ft allen Wlannfdjaften betannt fein müffen, finb allgemein gu benühen:
güt gelb' unb gt
«.
ag 2luffd)lag
B.
bf Batterie führet
bt Batterie
bg Brenngünbet
btt brittel
f (Singelfeuer
•
f feuern, weiter feuern
fbt feuerbereit
fp geuerpaufe
ft fraglich
f» geuer üeremtgen
firt geuer »erteilen
gf geWöljnlidjeS geuer
gb gange Batterie
gt » ©ranate (n)
gg im gangen
$•
bä Hälfte
gi baljinter
1 ho 1 hoch
i hä i hüb«
bt $auptrid)tung
ht $att (9lufl)örcn be§
geriete)
3.
1 if 1 tief
1 i fr 1 tiefer
Kur für g
S.
bo Bogcnfd)ufi
fladj gladjbaljnfdjuh
0.
ggeS ©tunbgefdjüh
gp ©ruppe
St.
tf hirge geuerpaufen
®cr ßetberaue. JJelbart. 1. 21.
fi a r t i 11 e r i e gemein fam.
£.
lag lagenweife; Sage
Ibß 2Übung
It linte, linier
Hf bon linte feuern
9W.
mr mehr
mt White: mittlerer
mv mit Bergögerung
W.
nlag nädjfte Sage
D.
o» o^ne Bcrgögerung
pl fßro|)cu tommen
rlr JRidjtfreiv
rr Jtoljre frei
r3 red)t<>, red)ter
r3f non redjte feuern
0. .
fc Sdjufs
ff) Sdjrapnell
fn fltciicn
flw Stellung«)» cd) fei
5.
t Wull
B.
»o bauor
n>r Weniger
s.
}i B'd
Ibartillerie.
2.
Ib fiibelle
If lange geuerpaufen
llnb linte vorbei
rgl Sieglet
rlbb ted)te vorbei
S.
tl Seil, Seile
tr , Seilring
«8.
n>t)i Weit baljintet
wno weit bauor
16
226 fjernfprecf)’ unb ©interbienft.
3ft baS Beidjen berftanben, fo roirb bieS feilens beS Empfängers burd) baS
Seidjcn „Berftanben" (i) beftätigt.
3Rit ber fi a t c r n e werben bie fßunlte unb Gtridje burd) lurje unb
lange Sfidjtbltye bargeftcllt.
3)aS für nler)loggen oorgefcfjtiebenc Beit »naß fl’lt aud) ^ier. 9ltr
IfcUeS, gteid)mäßiges Brennen ber Salcrnc ift ju adjtcn.
A. 9Rorfe&ei<fyctt.
töudjftabcn:
i *• — •
i • —. f • • •
I —— t_
I • —— • • u • « —
m — — ü • • — —
n — • v • • •
o — —— m • —
ö ——• j——
P • — — • 1) — • — —
<1 —-• — A —* —- • •
3» f fern:
l»— — — — 6_e«»«
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&••• —_ 8—— —
4 • • • • —i~ 9 — — —— •
5e«oee o-------------
SRömifdje Boßlcn werben unfer SSoranftellung oon „röm" gegeben, j. ®.
1V = » — o — — —e_________«••• —
Brudjfirid) « — •
Bei me^rftcltigen goßlen finb bie ßtffetn iljrer 9leil)enfolge nad) ju geben,
J. SB. 45: • • • • — • • • • •
Bei Beitongaben nad) ?(rt beS gabrplanS ift sur Trennung bet Stunben
non ben SXinuten ein ffomma ju geben, j. SB. 630 = 6,30.
Safocirf)en:
$unlt . • • • • • •
ffotnma , • _ • _ • _
Jtagcicidjen ? • • — —- • •
Sienffjeidjcn:
2tnruf (fßunltjeidjen) « • • • • • Srrung \ ••••••••©
Summen (kk) Unterbredjung /
'Berftanben (i) • 23 art en
Trennung — • • • Gdjluß • _ • M •
5>tid)tricrftanben unb Bitfe um SBiebetljoIung (rp) • _ •
B.2) Nbtürjungcn für ben betrieb.
£id)t gut Ig
£id)t fdjledjt If
StintS geben ltg
«flagge blau fb
fflagge gelb fg
ffrlagge Weiß fw
SRedjlS geben rg
Welbetarte m!
l) ftiir hinter unb (Sifliwlitten, fonft • • • •
) aitäurtJfnben im <Eiflnal»erfefcr mit bet 9Jlorine»
©et fjrtfiret» unb SHeitetunterricbt.
227
Snljalt,
©rennungäaeid) en,
Unlerfdjrift,
Sdjlufcaeidjen, (• >
güt bie W i e b e r f dj r i j t ift beim Sßinlemrfefjr bie SRelbefarte ju
benutzen. Sie toitb in folgenber SHeiijenfolQe übermittelt:
anrnf bet ÖJegenftelle, 1 «*-*•**»
ft'opf bet OTelbefatie,
©rennnngSaeidjen, (— • • •
«nffdjtift,
Srennungäaeidjert,
XXVI. ®er ftaljrep unb ^citernntcrridjt
1. Das pferb.
etirn
Obren
Gebettel
Wennitfctt
. Lüftern
6 ^odileifie
7 Ober« itnb Unterlippe
8 Slmnoncbe
9 Wtaittoinfel
(Mannfrfj^
Qtacte
Gtenid
Wäbnenranb be8
fca Werbe
Cbrbrüfenoeo^b
Troüelrinne
ÄTcblranb be$ ©alle*
1
2
3
1
5
jBencnnunfl ber äußeren Körperteile.
10
11
12
13
14
15
16
17 _________
18 «ßibenift
19a SBorberbruft
19b Unterbriift
iflc sBnifttt>cmb
20 ~ ’
21
22
23
24 ______ ...
25 U?orber!rüe
26 ~
27
28
29
80
8t
32
33
34
(Schütter
Oberarm
3?orarm
(SUenboflenbütfer
$torbcrfchienbctn
fttffdfüpf
freffel (.ftohe)
M ö theiuDbf
tarne
£nif (Gcitenttmnb)
$uf (Sebenroaiib)
£nif (Iradjicnwanb)
Wien
35 fflütfen
Senbc
^öfludj
ftlanten
Ä nippe
tfdiffe
$interbci(fe
Cbeiidjenlel
ft nie
Untertäenfcl
Gprunogdent
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46 .fctiefe
ftrtftartie
.Vüitcncbicnbein
Gchtaudi
.frobenfatf
(Brfjrorifanfafc
©ibbeinjpifce
48
49
50
51
52
228
®et gatjr«* unb SReiterunterridjt.
1. SSefdjreibung ÖcS SßferbcS.
3um töeitunterridjt teilt man jebeS 5pferb ein in SSorljanb, Mittel
ljanb unb §interf)anb. Sie Sßorljanb geljt bis gu ben Sßorberbeinen
einfdjliejjlid), bie SDlittetfjanb ift bei Seil gioijdjen ben Sßorber* unb
Hinterbeinen, unb bie Hinterfjanb beftcljt aus ben Hinterbeinen unt
allen bajttjijdjen unb baljinter liegenben Seilen be§ SRumpfeS.
®or$ an b
1 ©ent et
2 Cliren
S GHrn
4 Ocfilftfe
5 viuaengtube
6 Wate
7 Wafenlßrfjer (Wüftern)
8 Wtaulfpalte
9 Atnn
10 Socfi We
11 Qtanafdjen unb S?brcn-
12 £>al« {freiet) elbrüfe
18 STamtn mit Wtäftne
14 Aeblflanß
15 EUberrifi
16 ©ruft [terßden!
17 Gdjulfetblatt m. Grfjub
Mnodjcngcrüft.
18 Stanbeiu
19 ©orarm, (Speirfje
20 GUenbogenbrin
21 SSorberfufctDiirael
22 ©orberrobr
23 ft elf elß eien!
24 .fteftelbein
25 Axonbein
26 Axone
27 $uf m» fcufbeht, £otn*
n>änbe, Axone, Gotjie
unb Strahl
28 ©allen
Wtter&anb
29 Würfen
30 Penben
81 Wippen
82 ftlanten unb ©auch
4>intct(janb
33 A nippe mit Äreujuurbcl
34 fcüftc
35 Grinnetjrutcm.GrfHoeif*
36 Slftei [haar
37 Schlauch (beim inätmL
38 'fcinterbacfe [*£ferb)
39 Stfcbdn
40 Darmbein
41 Cberrfienfelbetn
41a Anidcbeibe
42 Uiiterrhenfelbein
43 2vniTißflelent
44 Gifknbcin
45 ftef1elbein
46 Aronbein
4 7 fcufbein
a) Ser S? o p f.
Oben am S^opf ift ba§ @enid. Über baS (Menid nad) borne fäUi
ber Sdjopf be§ ißfetbeS.
Sie ©den be§ SSRauIeS Reiften SDlauIroinfel ober Sefgen.
SaS ißferb ljat oben unb unten je 6 Sdjneibegäljne unb oben unb
*®et grastet» unb Seiterunterrirfjt. 229
unten je jroölf Sadenjäljne. $n bem Broi^entaum sroifcfjert ben
Sdjneibejctynen unb ben Sadenjätjnen ftel)i nodj auf jeber (Seite
oben unb unten je ein einzelner Batjn (^afenjäljne). Sei ben (Stuten
feljlen fie.
©ie Bäljne fteden in bem Ober« unb Unterliefet, hinter ber Unter«
lippe fietjt man eine Sertiefung, bie? ift bie ßinntettengrube. ©en
Hinteren, oberen Wanb ber Saden nennt man bie ©anafdjen.
b) ©er £>al?.
©er §aW ift aufgebaut au? 7 §al?roirbeln; am unteren Wanbe
be? §alfe? ift bie Seljle.
c) ©er Wumpf.
©er oberfte Wanb be? ißferbetumpfe? ift ber Wüden unb bie
Gruppe. ®r roirb burd) bie Sirbelfaule gebilbet, bie au? SEBirbeln
befteljt unb mit bem ®reujbein enbet.
Son ben Wüdenroirbeln getyen nad) redjt? unb lint? bie Wippen
nad) unten, ©ie oorberften Wippenpaare finb unten jroifdjen ben
Sorberbeinen mit bem Sruftbein berroadjfen unb peifjen bie ro a f, r e n
Wippen, ©ie anberen Wippen tjeifjen bie falfdjen Wippen, ©ies
ift beim Satteln non SBidjtigteit. ©er ©urt mufj nämlid) auf ben roaljten
Wippen liegen, roa? man am Stuftbein füllen fann. ®ommt er juroeit
jurüd, fo liegt et auf ben falfd)en Wippen, fdjnürt bem $ferbe ben
ßeib ein unb ftört e? beim Sltmen. $n bem Sßferbeleibe liegen bie
ISingeroeibe, rooju bie SItmung?«, Setbauung?« unb @efd)led)t?organe
geböten.
Sim Wumpfe ift nod) ju bemerken: Sotne am @nbe be? Äantme?
ein Ijerborftetjenber Sudel; ba? ift bet Sßiberrift. SRit iljm beginnt ber
Wüden.
hinter ber £enbe beginnt beim ißferbe bie Gruppe. Sim @nbe
ber Gruppe fe^t fidj an ba? Sreujbein ber Sdjroeif be? Sferbe? an.
d) ©ie botbeten ©liebmafjen.
3u ben botbeten ©liebmafjen gehört junädjft bie Schulter.
Sim ©nbe be? Sdjulterblatte? fifct ba? Suggelenf; t)ier fept fid) ber
Oberarm be? $ferbe? an, ber bi? baljin geljt, roo bie Sorberbeine unter
bemßeibe,ba? buräj ba? Sorbertnie gebilbet roirb, reichen. Unter bem
botbeten ftniegelenf ift ba? Sdjienbein. ©iefe? gebt bi? jum Reffet
gelenf. ©iefe? enbigt in bie ®rone, unb batan fept fidj ber Jpal?. ©er
binterfte ©eil ber Stone IjeiBt ber Sailen.
e) ©ie Hinteren ©liebmafjen.
Sluf jeber Seite be? Sreuje? fieljt man beim Sßferbe ben )püft»
fnodjen. Sßo ber Oberfdjentel mit bem ©armbein betbunben ift,
fifct ba? §üftgelenf. Sim ®nbe be? Oberfdjentel? liegt jiemlidj bic^t
unter bem fpferbeleibe bie Snief^eibe; alfo ift bie Äniefdjeibe in bet
§ölje toie beim Sorberbein ber @nbogen. Son ber Sniefdjeibe au?
230
®er galtet* unb Seite runtcrricfjt.
getjt nadj hinten ber Unterfdjentel. Ser Unterfdjentel enbigt in ba§
«Sprunggclent. Ser ljinten Ijeroortretenbe Seil bed «SprunggelenfeS
Ijeifjt bie Jpacte. Saö Sprunggelent ift alfo in berfelben Jpölje, mie bei
ben SSorberb einen bas? SJorberfnte. 33o.n Ijier ab ljaben bie einzelnen
Seile biefelben tarnen, toie bei ben SSorberbetnen, alfo: «ödjienbein,
fteffelgelenl, fjeffel, ®cone mit fallen unb §uf.
f) Ser £ u f.
Ser äufjere Seil be§ Jpufe?’, ben man fieljt, wenn ba3 fßferb fteljt,
ift bie §ornmanb. Sie Ipornmanb wirb eingeteilt borne in bie Belje,
in bie beiben (Seitenteile ber Jpornmanb unb in bie beiben Sradjten
ljinten. Sort, too bie Jpornluanb fidj ljinten an ben Sradjten nadj
innen umbiegt, liegen bie ©dftreben; ber untere Seil be» tpufes? Ijeifjt
bie Soljle. ftn ber ©oljle unb jwifdjen ben (Sdftreben liegt ber Sltaljl.
Sen oberen tlianb be» §ufe§ nennt man ben Äronenranb. $n ben bfe
je£ t befdjiiebenen Jpornteilen bes? fpufe3 ft e den bie ftleifdj’, §ett* unb
ftnodjen teile beleihen.
ftn ber Wittcllinic buvdjfrfjnittcncr Sorbcrfufj.
& 7 8 69
17.13 14 16 12
J Sdiienbcin
2 ^eiUlbein
3 Mruribcin
4 .vufbein
o GtttitHbem
6 sStrerffrfntc
7 ^ktinriebiu» bcv
beinö
S '-beitflefebnc fee* Xtrun*
bein*
'J aufrere $ant
10 ftleifdjtrone
11 ^leifrfnwinb
12 tVleilrfitoble
13 ftleitotrabl
1-i GtrablTifien
15 ^orniunub
16 .ÖDrnfDble
17 .ftprnfirabl
18 TOeifje £inle
—10
r--/5
—4
ti
8
Silb 3.
2. Sie ft ar ben be§ ^ferbcö.
9tadj ben ^arbeit loerben bie fßferbe in 7 £>au|)tHaffen eingeteilt:
föraune, klappen, fyüdjfe, ©djimmel, falben, Sdjeden unb Siger.
®et göltet« unb 9leiterunterrid)L
231
3. Mbjcirfjcn bcö ^ßfetbcS.
9Ibjeid)en finb roeifee Sruftftellen, bie namentlich am Stopf unb
an ben Seinen borfonxmen. 9Äan unterfdjeibet angeborene unb
erworbene Slbjeidjen.
2. Sfaltbienft unb SfaUorbnung.
Der St all bi eil ft in ber ©atnifon wirb in ber Siegel nad) bejonberen
oom ^Regiment erlaßenen Sefeljlen gepanbpabt. Die Oberauffidjt
liegt in ben Rauben beö SBadjtmeifterS. allgemeinen ift fein Verlauf
folgenber:
D>a§ morgentfidje Dränten unb füttern ift Sadje ber oerftärlten
St all W ad) c. Ungefähr eine palbe Stunbe fpäter treten bie $aprer
unb ißferbepfleget jum Stallbienft an. Der ißferbepfleget fiept juerft
fein ißferb grünblid) nadj, ob e§ in ber iRadjt leine Verlegungen burd)
gdjlag, Siß, ^ettenpang unb betgleidjen erlitten ljat unb pupt e§.
®twa eine palbe Stunbe bor bem Slbrüden wirb gefattelt unb gefdjirrt,
bann auf Sefepl be§ ^uttermeiftexö jum Slnfpannen perauSgejogen.
Sßäprenb bie Satterie braußen ift, lüftet bie Stallwadje gtünblicp
ben Stall, forgt für SorWetfen Don §eu, $n»£)ibnung*bringen ber
Streu unb Örbnung im Stall. fRadj bem (Sinrüden werben bie ißferbe
äbgewartet, obetflädjlidj gepupt, geträntt unb gefüttert. Da§ grünb”
lidje ißupen ber ißferbe gefdjiept im SRittagsftallbienft, ebenfo bas
Steinigen ber ißferbebetleibung. Seim Slbenbftallbienft wirb getränlt,
gefüttert, eingeftreut unb $eu üorgeworfen.
Die ißferbe finb mit Slu&xapme ber fyutter* unb ißupftunben lang
ju binben, bamit fie fid) jeberjeit legen tönnen. Singebedt werben
fie nad) Sebarf. SBidjtig für ba§ SSoplbefinben ber ißferbe ift Slupe im
Stall unb gute 2uft. Die Demperatur foll nidjt mepr al§ 10—15 ®tab
®elfiu§ betragen. iRad)t§ ift ber Stall nur fdjtoadj erpellt.
Die ÜluSrüftungäftüde beä ißfetbeS pängen an bem ißoften pinter
ben Stäuben in ber »on ber Satterie befohlenen Dxbnung.
Staudjen im Stall unb bem fjutterboben ift berboten.
Die St all W adj c wirb 24 Stunben bor Eintritt be£ Dienftes lom*
manbiert.*) Üßadjtpabenber ift ein Unteroffizier ober (befreiter.
Sei Ubernapme ber SBadje prüft ber Sßacptpabenbe ben Seftanb
ber Stallgeräte unb läfjt fidj über bie für erlranfte ißferbe angeorbneten
SRaffnapmen unterridjten. @r forgt für bie borfrpxiflömäpige güptung
be§ StallwadjbudjeS unb ber Stalltafel.
Sum füttern (unter 9luffid)t be$ guttermeifler^) wirb bie alte
burd) bie neue Stallwadjc berftärlt.
ülnjttg: Dxillidjanjug, SJadjtpabenber mit Säbel unb Sanbolier.
2ht§treten nut mit Genehmigung beä SSadjtpabenben.
♦) GU iöljlt nicfyt fr« bin in btn firiegiärtiUln AufgeführUn ©fldjen.
232
Set 3rfll)ret« unb fteltetuntetridji.
£cr 9Badjthabenbe teilt feine SSacfje in Boften ein unb führt,
fall? ber fjutternwtflet nicht anwefcnb ift, bie Öberauffidjt im Stall.
@r forgt für fRulje unb ßüftung be? Stall? unb meift Unbefugte Ijinau?.
Söei plöhlicßen ©rfranlungen ober Beilegungen bon Bferben trifft
er fofort bie nötigften Eingaben unb forgt für Benadjridjtigung be?
fjuttermeifter? unb ÜBacijtmeiyterS, nötigenfalls auch be? Beterinär?
bom SJienft. Betritt ein Offizier ben Stall, fo ftehen bie Seute auf ben
?Ruf „Sichtung" hinter ben Stänbert ftill, ber BJadjtljabenbe madjt bie
bon bet Batterie oorgefdjiiebene SRelbung. Siadjt? unterbleibt bie?.
Ter !Eßad|tpoftcn entfernt in bem iljm jur Beauff idjtigung übet*
tragenen SReüiet ben fOlift unb halt bie ©treu in Srbnung. Oefüllte
©unglatren ober Stuften finb fofort auSjuIeeren. ferner achtet ber
Boften bauernb barauf, bafe bie SJJferbe fidj nidjt loSmadjen, nidjt über
®ette ober fjlanfierbaum treten ober leiteten herunterweifen, audj ftdh
nicht beißen ober fdjlugen.. Bei Betreten be? Staube?, befonber? bei
^unfelheit, finb bie Bferbe anjurufen, bamit fie nidjt erfdjretfen unb
auöfdjlagen.
* Bferb cpf lege in ber Öarnifon unb im gfclbe.
Da? tränten erfolgt in ber fRegel 14 % Stunbe vor jebem
füttern unb jWar ftet» joöiel, al? ba? Bf erb annimmt. Bei feljr frühem
Slufbrudj werben bie Bferbe oft nut Wenig Sßaffer annehmen, ba?
tränten muß bann moglidjft unterweg? nadjgefjolt werben. SBirb
auf bem fDlarfdje getränft, fo finb, Wenn bie Beit e? irgenb geftattet,
bie ©ebijfe ju entfernen unb 9(u?binbe* unb Sluffa^ügel ju löfen.
3!Ruß wegen Beitmangel? auSnaljmSweife mit @ebiß geträntt werben,
fo ift barauf ju adjten, baß ba? Bferb ba? ganje SRaul tief in? SSaffer
fteden lann. Sludj wenn ba? Bferb babei weniger SBaffer ju fich nimmt,
Wirb e? burch ba? 2lu?fpülen ber OHiftern erfrifdjt.
1—2 Stunben nach bem Slbenbfutter werben bie Bferbe noch
einmal fatt geträntt. Bei ®rünfütterung, ©rbfen unb Bohnenfutter
Borfidjt! Bortjer tränten, nach bem futter lange Baufe.
Ta? tSßajfcr foll rein fein, im SBinter etwa? abftehen laffen.
Da? füttern erfolgt 3ma1 täglidj. ®ie Station befteljt au? $afer,
fjeu unb Stroh nadj folgenben Sähen:
1. imgricbcn.
3 n ber ©arnifon. £afer £eu er Stroh
fjaljrenbe SanonewBatt. Bugpferbe .... S 5875 ß , 3500 s 4000
iReitpferbe .... 5500 3500 3500
Seidjte ^elbljaubiß’Batt. Bugpferbe .... 6250 3500 4000
tReitpferbe .... 5500 3500 3500
fReitenbe Batterien . . . . Bugpferbe . . . . 5500 3500 4000
- fReitpferbe .... 4750 3500 3500
®et gatjrer« unb fteiterun fertigt.
233
91 u f bem 9R a r f dj e.
fjaljrenbe Äanonen-SSatt. Bugpfeibe .... 63.75 3500 2250
jReiipferbe .... 6000 3500 1750
2eid)te ftelbfjaubi^Söatt. Bugpfetbe .... 6750 3500 2250
5Reitpferbe .... 6000 3500 1750
iReitenbe Batterien Bugpferbe .... 6000 3500 2250
CRur (Jutterftrob, (£ireuftrob Weit Pf erbe .... liefert ber Quarticrneber.) 5250 3500 1750
♦ 2. 3m Kriege.
58ei mobilen Gruppen.
...............................................1 6000 3500 1500
flieitpferbe.......................................................J
S3einid)t mobilen Sruppen.
6600 3500 3500
klinge Wemonten erljalten nod) einen .vjafersufdwfj.
®ienftpferbe, bie ba§ 9Ranöoer mitgemadjt ljaben, erljalten nadj-
Ijer 30 Sage lang einen Bufdjufe üon taglidj 1 SHIo £eu.
9Iuf ©ifenbaljntransporten gibt eS für alle $ferbe einen §eu-
jufdjufj.
®ie ÄriegSfä^e tonnen wegen ^uttertnappljeit oft nidjt gewährt
werben.
Sßenn möglidj, muf] man ftetS biefelbe ftutterjeit eintjalten. SSälj*
renb be§ fütterns nidjt burd) ißuijen unb bergt ftören!
®er .fjafer wirb gern mit ^ädfel bermijdjt berfüllert £>a§ Strolj
Ijat ben geringften Wäljrwert, bie Streu foll aber ftetS fo gehalten fein,
bafj ba§ Sßferb reines Strolj jum fjreffcn im Stanb finbet.
®« 4>afct ift baS befte futter. ®r foll bünnfdjalig, golbgelb,
grofjlörnig unb troden fein, barf nidjt muffig riedjen ober Ver-
unreinigungen enthalten.
(Jrfot) burdj GJerjte, 9loggen über SSeijcu möglidj.
§ett foll troden unb roof)lried)enb fein. SSiefenljeu ift bem
Sleeljeu borjujie^en.
Strolj ieber 5Ärt ebenfalls troden.
Bum teilweifen @rfa|j be§ ÄörnerfutterS tonnen SRaiS, hülfen-
früdjte wie Srbfen, Söoljnen ober Stnollengeroädjfe wie sfartoffet
floden, Wfyrrüben, 53iet)rüben, Buderrüben, 5Rübenfd)ni^el in nidjt
ju großen SRengen üorteilljaft berroenbet werben.
(Srünfutter nur in geringen SRengen geben (ertjifjteS ift jdjäblidj).
58rot wirb bon allen ißferben feljr gern genommen.
9lniebeS*neue futter mufi ba§ fßferb fid» erft allmäljlidj gewinnen.
234
Ser ftahtex* unb SRetterunterrid)t.
Tag ®lorgcufnttcr muß fo gereidjt «eiben, baß minbeftenß
eine h<dbftünbige Verbauungßpaufe für bas fßferb möglid) ift. Qn ber
(Garnifon unb im fjriebengbienft mirb biefe ißaufe meift auf 2 Stunben
bemeffen.
Ta§ ?lbcnbf Utter foll bag reidjlidjfte fein, «eil bann baß ißferb
bie meifte Slulje jur Verarbeitung beß Flitter» ljat..
Tag ^ußcn erfolgt wäljrenb beß Stallbienfteg. ®ie ißferbe finb
babei tjodjjubinben. Sißlidje ißferbe mit befonberer SSorfidjt unb
Stuße beljanbeln. mirb in langen Stridjen mit ben paaren gepußt,
bie Äarbätfdje babei feft angebrüdt. Sdjmußhuftcn «eiben mit Stroß-
mifdjen, nidjt mit bem Striegel gelöft. Seßterer bient nur jum Ent’
fernen beg Staubet auß ber föirbätfdje nad) mehreren 5ßu£ftricE)ert.
Et wirb hinter bem ißferbe auf ber Staltgaffe in gleichmäßigen Stridjen
außgetlopft. Stadj bem ißupen «erben bie ißferbe mit einem Sappen
in ber §aarridjtung forgfältig abgewifdjt.
Sdjopf, SJläljne unb Sdjweif bcbürfen befonberg forgfältiger
fßflege. Sie finb nidjt nur eine Bierbe beg ißferbeg, fonbern bienen
bor allem alg Sffiaffe gegen bie fliegen. ®ie §aare müffen forgfältig
mit ber Jpanb beriefen "werben, ber (Gebrauch eineß fülähnenfammeß
ift nur bem futter meifter geftattet. SSJirb SJtäljne unb Sd)Weif mit
Seife auggewafdjen (befonberß in ber Shimmetlage Öfterß nötig),
fo müffen fie ftetß gut mit flarem Sßajfer auggewafdjen werben.
klugen, Stüftern, Elfter werben mit Sdjwamm ober naffem Sappen
außgewifd)t unb gereinigt.
Tic gufpflcge ift bon großer Sebeutung. S3eim fßußen wirb ber
£uf gewafdjen unb bei SBebatf eingefettet. Seßtereß barf ju ißferbe»
befidjtigungen nidjt gefdjehen.
T)aß Steinigen unb Sßafdjen ber §ufe gefdjieljt am beften außer-
halb beß Stalles, jum minbeften aber in ber Stallgaffe.
2)er Straljl unb bie Stratjlfurdjen müffen ftetß mit einem hölzernen
ober eifernen ftumpfen £uftraßer gereinigt werben, lofe freßen finb
abjufdjneiben.
Sei faulem Straf)! Streu gut tröden halten! Steinigung mit ßpfolroaffer,
3oboformätf)er ober ^otjeffig. 9)lit biefen eiten burdjtränlte ®erg«
bäufefje hineinpreffett. Shtpferuiltiollüfung barf nut Pom fjuttermeifter ober
SBefdjlagfcbmieb »ermanbt werben.
$8eim SBafdjen finb bie Ueffeln trotten ju halten, fonft entfteljt
leicht fDtaute, eine tpauttrantljeit, an ber bag ißferb leidjt laljm gehen
tann. (Gefährlich würbe ÜKaufe oft auf ben Eljanfjeen fjranlreidjg,
wo fid) ber feljr falthaltige Staub in bem Sluöfdjlag feftfeßte unb bie
„SSranbmaute" Ijeiworrief, bie bie ißferbe üielfadj gebrauchsunfähig
mad)te.
fS)a§ Sßafdjen ber £ufe muß fidj nadj ber ^ahrpgjeit ridjten. 3u”
biel fjeudjtigfeit ift ebenfo fdjäblidj wie ju wenig. SÖJirb’ Weniger ge*
mafdjen, muß mehr eingefettet werben.
Der fjrtfjrer. unb 9ieiterunterri(fjt., 235
Ter $cfd)Ing ift Sad)e bev Vcjdilagidjmiebs. Tie Ipufeifen werben
in 13 (Prüften gefertigt unb warnt auf ben Jpuf berpafet.
$n ben .fjufeifentafdjen träetf iebes $fetb ein berpafetes Vorher-
unb ein Spintereifen bei fid), bie im SRotfdl falt aufgefdjlagen werben
tönnen; jur Verl)inberung bc« Slusgleitens bei $feibe bei @Iätte
finb ben (Sifen S d) raub ft ollen unb (£ i d n ä g e l beigef ügt.
Vor bem ©infdjrauben ber Sdjraubftollen finb bie für fie an ben
Sdjenfelenben ber tpufeifen beftimmten Üödjer mit ber am Sdjrauben-
fdjlüffel oorljanbenen Sptye ju- reinigen unb nötigenfall« mit bem am
Sdjraubenfdjlüffel befiublidjen Wbol)rer iiadjjuboljreu. Tie Sdjraub--
ftollen wetben mit bem Sd)lüffel in bie Jpufeifcn eingefdjraubt. hierbei
ift ber tpuf aurf) am .fjufeijen feftjul)alten, bamit eine Zerrung bes
©elentö unb Verfd)iebung bed Ipufcifens bermieben werben.
Vcim (Sinrüden in ben Stall ober in eine Untcrtunft fiefjert man
junridjft bie $ferbe gegen Bug (in Ställen fünfter fdjliefeen). $ufe
reinigen, bebor in ben Stall gegangen wiib. SP ba3 'Jiferb ert)ifjt,
tann man ed bei warmem SÖetter nod) einige Beit im freien Ijerurtv
führen. $m Stallmöglidjftetwa*Ipeuborwetfen, abjäumen,abjatteln,
mit £>eu- ober Stroljwifdjen troden reiben, befonberti in bei ®nmt-
unb Sattellage unb in ben fteffeln. Buin Sdjluf) leidjt mit Shnbätfdje
überpupeu.
Satteb unb Shimtlage nad) Trudfdjäbeu, .'pufe nad) cingetretenen
Nägeln ober Steinen (fofort entfernen!), Vejdjlag .auf ^-eftigteit
prüfen.
Sft ber Stall lül)l, Sßfevbe lang einbetfeii.
®rft wenn bie Vferbe bollftänbig berforgt finb, an bad Peinigen
bed ®efd)irrd gehen.
Bitt Streu berroenbet man Strol), Torf, .peibetraut, Saub. $n
bet ©arnifon wirb im 'Binter oft eine 'JJialrahenftreu mit Torf’ ober
Ipeibefrautunterlage berwenbet, im Sommer iöedjfelftreu.
®ute trodene Streu ift feljr widjtig, bamit fid) bie s}Jferbe gerne
legen. Streu fo anlegen, bafj %lferbe boruc ftets ba£ befte Strolj
jum ^reffen finben.
3. Die ftranffjeiten bes pferbes unb tyre Befyanblung.
a)#ufjere Verlegungen bes ^ferbeS.
Sßenn ber Ipuf irgenbwie entjünbet ift, wufj er in flieftenbem
SBaffer oberjm Äüljlftanb gefühlt werben. Stnb offene Stellen ba,
fo mufe ber .*puf in ein Stütjlfafe geftellt werben, in bem ju bem SSaffer
Karbol ober JÖXjfol jugefefet ift.
Sft beim S5efd)lagen ein Hufnagel in bie 'g-Icifdjteile be« .’pufes
eingebrungen, fo ift bad ißferb ber na gelt. $n leidjten fallen
genügt Sfüljlen; immer mufe ber Veterinär jugejogen werben.
236 . Ter unb Steiferunterri$L
'Rageltritt ift febe 53erleßung, njelcfje burd) Einbringen fpißer
©egenftänbe in bie Sßeidjteile bes £>ufc? oerurfadjt würbe, ^unadjft
müffen biefe ©egenftänbe entfernt werben. Es ift üon größter äi'idjtig*
feit, baß ber ©egenftanb ($agel, §olgfplitter, ®la? u. bergt) boli*
ft ä n b i g entfernt wirb, £>at man ben ©egenftanb Ijer ausgewogen,
jo Wirft her Jafjrcr ißn iridjt weg, fonbern geigt iljn jpäter bem ^aljnen»
fdjmieb ober SSeterinär.
Sinb bie Scljucn ober eine fjcffel warm unb angelaufcn, fo madjt
man ißrießnißfdje Umfdjläge. @el)t ein 'ipferb an trauter ©ebne latjm,
fo muß e? fteljen bleiben unb barf aud) nid)t unnötig au? bem Staub
gefüfjrt werben, ba ber fleinfte fteljltritt eine SJerfdjlimmerung bet*
urfadjcn tann.
Surd) Streidjen mit bem .^ufeifen, burd) fdjarfe Steine, ober
baburd), baß ein )ßferb über ein Sau fommt ober ein ©cjdjirrteil
nidjt ridjiig liegt, werben bie ^ferbe gi’fdjcuert, unter Umftcjnben
eutfteljen aud) Keine .’paiitwunbcn. gunädjft wirb, wenn möglid),
bie Utfadjc be? Sdjeuern? entfernt. $ft ba? Sireidjen eine 3-oIge
Don SDlübigfeit, muß ein Streidjlappen umgelegt werben, ftet)t ein
9?agel am Eifen Dor unb liegt ba? Eifen nidjt ridjtig, fo muß ber
SBefdjlag* ober galjnenfdjmieb eingreifen. Sdjeuern ber SÖoilad),
bie Saue ober fonftige ©efdjirrteile, fo werben biejelben mit SSadjötudj
ober §ell befeßt. Sdjeuert bie Stinnfette in ber Ginntet tengrube,
fo legt man ein Stinnfettenleber unter bie ftinnfette. Qft eine Sdjeuer*
ftelle in ber föumtlage, fo legt man ein Untertumt auf ober binbet
gwei Sdpvellfifien an ba? stumt, fo baß bie gefdjeuerte Stelle frei
gwifdjen bie beiben Sdjwellfiffen gu liegen fommt.
Sie gefdjeuerten Stellen werben mit üerbünntem Sijfolwaffer
abgemafdjen unb mit einer Ijeilenben Salbe (^obofotmfalbe, grafet*
DatiüSterne, STreolinjalbe) eingefettet. Sie Teilung wirb burdj
fßrießnißfdje Umfdjläge feljr befdjleunigt.
$at ein pferb auf bem Siüdcn .fjißptdcl ober .^ifebcnlcn, fo wirb
bet dürfen öfter? mit Sijfolroaffer abgeWafdjen.
S8ei Snbcnbriitlcu muß bie verlebte Stelle fjaufig mit Effigwaffer
au?gewafdjen werben. SRuß ba? fßferb geritten werben unb fann
man au? irgenb einem ©runbe feine SEBaffertrenfe auflegen, fo muß
ba? $ferb au?fd)ließlid) mit ber Unterlegtrenfe geritten unb bie
baubare fo eingefdjnallt'werben, baß ber halfen nidjt auf bie wunbe
Stelle gu liegen fommt.
(Größere offene tföunbcn werben mit warmem Stjfolwaffet rein
gehalten; befonber?, wenn ©iterung eintritt, muß öfter? mit warmem
StjfoP'JSaffer gewafdjen werben.
(Sdjorfe, bie fidj au? iJBunbcn gebilbet fyaben, barf ber Kanonier
nidjt abteißen. 9Jian beftreidjt ben Sdjorf mit Sßafeline ober ungefalge*
nem §ett. Sa? wicberljolt man folange, bi? ber Sdjorf bon felbft
abfällt. SSor jebem neuen ©infdjmieren muß ba? alte fjett grünblid?
©er ftoljrer* unb SRetterunterridjt, 237
mit Warmem Sßaffer abgewafdjen werben, ba eg ftaubig geworben ift
unb baburdj neue Sntjünbung beranlaffen formte.
Sind unb Schwellungen finb Beulen in ber §aut, bie burdj
Quetfdjungen entftanben finb. Ser Srud fommt unter bem (Sattel
unb unter bem Sumte, bie Sdjwellungen unter bem Sattelgurt bor.
Urfadjen beg Sattelbrudeg finb: Sd)Ied)t berpafjter Sattel, fdjiefer
Sig beg sJ?eiter§, galten im Soilad), Unterfatteln bon ©egenftänben
aß Strohhalme, Sumtftrippen, ^adtafdjenriemen, Grifentafdjen,
Bügelriemen ufw. Urfadjen beg Sumtbrudes finb fdjledjt paffenbc
ober ju harte Sumte, Sanb ober Sdjmufc, ber fidj beim galten unter
bag Sumt gefegt ljat, raulje ffläljte, ungleidj lange Saue unb fdjledjtes
gatjren beg gafjrerg, Wenn bie Ißferbe, ftatt ruljige Slnletjnung an bag
Sumt ju beljalten, halb mit lofen Sauen geljen, halb wieber in bie
Sumte Ijineinprellen. Urfadjen ber Sdjwellungen finb bag Unter*
gurten bon ©egenftänben unb ein feftereg $lnjieljen beg £)bevgurteg
alg beg Untergürteg. 'IReifteng ift ber SDlann felbft fdjulbig an Srud
unb Sdjroellung.
Unmittelbar nadj Abnahme beg Sattelg ober SumteS finb Srude
unb Sdjwellungen meift mit bem. 9luge nodj nidjt waljrju nehmen.
Ser Beginn eineg Srudeg jeigt fidj burd) Sdjwinbcn beg ©lanjes
unb Stauljwerben ber tpaare an ber betreffenden Stelle; in ber Sumt*
läge werben bie Jpaare Wellig.
Bei beginnendem Sumtbrud erljält bag ^ßferb fofort ein Unter*
Turnt ober bag Stellfumt wirb anberg eingeftcllt. Sann bag fßferb
bei beginnenbem Sattelbrud feinen anberen Sattel befommen, ob*
Wohl ber Srud bom ungleichmäßigen Slufliegen beg Sattels getommen
ift; fo mufj eine Strohmatte geflodjten werben, bie man unter bie Sradj*
ten legt. Siefe 9Katte wirb an ber Srudftelle genau fo groß, wie biefe
Stelle ift, auggefdjnitten. Saburdj wirb bie Stelle beim Seiten gar
nidjt belüftet unb bet Srud tann heilen. Sie Betjanblung jebes Srudeg
gefdjieljt, folange bie Beule nodj nidjt jur offenen Bhtnbe geworben
ift, mit bem Btiefmihfdjen Umfdjlag. ®in foldjer Umfdjlag wirb wie
folgt gemalt: ®ati taucht einen Sappen bon ber bietfadjen @rofje
ber Srudftelle in falteg Sßaffer, wringt iljrf bann fo feljr aug, alg man
bieg mit ben §änben tann unb faltet iljn bierfadj jufammen. Sann
legt man ihn auf bie Srudftelle. Sarüber legt man ben SSoiladj unb
befeftigt iljn mit Sedengurten ufw., fo bafj bie Suft feinen Zutritt
ju bem feudjten Sappen hat. 4?at man ®utta*$erdja*Rapier, fo legt
man babon ein Stüd, bag ringgum nodj über ben feudjten Sappen
herbotftel)f, juerft auf biefen; ehe man ben SSoiladj auflegt.
Sdjwellungen Werben ebenfo behanbelt wie Srude.
b) innere Sranthcitcn.
gft ein Ißfcrb innerlidj erfranft, fo hat eg ein anberes Benehmen
unb ülugfehen alg in gefunbem Suftanb.
238 ^ec frahrcr* unb SteiterunlerridjL
.Sftan muß anneljmen, ba| ein $ferb franE ift, Wenn folgenbe
Srfdjeinungen ju bemerEen finb:
©änjlidje SeilnaljmSIofigEeit, trüber SBlitf, gefträubteS, ftumpfeS
Haar, trodene hodjgerötete ober gelbliche Slafenfdjleimhäute, SluSflufj
aus ber Slafe, gelbe Färbung ber fonft weifjen Hornhaut beS SlugeS;
in ber SRutje: rafdjeS Sltmen, ^lanfenjdjlag, ungewöhnlich weites Öffnen
ber Slüftern, häufiger Eurjer fdjwadjer duften, fd)led)te3 ^reffen ober
gänjlidjeS Verweigern beS fyutterS, bei ber Arbeit mübe, fafdje
Bewegungen, rafd)eS Srmüben unb balbiger SdjweifjauSbrudj,
harter ober breiiger übelriedjenber SJlift.
Sobalb ber Wahrer foldje SrantfjeitSerfdjeinungen an einem
ißferbe ju bemerfen glaubt, melbet er bieS fofort bem @efd)ühfüljrer
ober fjuttermeifter. Ser fjaljrer felbft bedt junädjft baS ^ßferb warm
ein, lüftet ben Stall grünblidj, bietet bem 9ßferbe häufig nidjt ju EalteS
Sßaffer an, womöglidj einen SHeientranE. übrigen beobachtet er
baS 5fßferb genau, bamit er bem SSeterinär über baS SBeneljmen beS
$ferbeS SluSEunft geben fann.
Sine ber IjäufiQften inneren Shanffjeiten ift Äolif. Sobalb ein
fjaljrer glaubt, bafj ein ’ßferb an SSolif erfranlt ift, mufj er bafür forgen,
bafj fofort nad) bem SSeterinär unb bem guttermeifter gefdjidt wirb.
Stolit finb Seibfchmerjen beS ’ßferbeS, bie in ber Siegel mit SBer*
ftopfung berbunben finb. SJleift tritt bie ÄranEtjeit plöfclidj auf, manch*
mal ganj allmäljlidj. SaS $ferb wirb unruhig, frißt nidjt unb tritt
bon ber Grippe nadj rüdwärtS, Salb fleht eS mit gefrümmtem Slüden,
balb ftredt eS fidj feljr. 63 trippelt l)in unb Ijer, ftampft, fdjarrt mit ben
fjüfjen, ftöljnt unb fieht fidj öfter nach feinem Seibe um. SS fdjlägt
mit ben Hinterbeinen nadj bem Selbe unb peitfdjt mit bem Schweife.
Sann legt eS fich borfichtig hin ober eS wirft fid) nieber. SJlandjmal
bleibt eS nun ruhig liegen, ein anbermal wäljt eS fidj, fdjlägt um fich
unb fpringt.plö^lid) wieber auf. Stellenweije ober am ganzen Seibe
fdjwi|t eS. SS berfudjt öfters bergebenS ju ftallen ober ju miften,
unb ber £eib ift ftart aufgetrieben. Belommen bie ^ferbe währenb beS
SteitenS Stolif, fo feigen fie einen gefpannten ®ang, wollen fteljen
bleiben, fdjarren unb berfudjen fich nieberjulegen. ®olif Eann bon ben*
felben SrEältungS» unb SBerfütterungSurfadjen hexfommen, wie ber
SSerfdjIag; aufjerbem noch bon Überfütterung unb bom ^reffen bon ju
Eurj gefd)nittenem Hädfel, roljen Startoffeln, grünem Stlee, fdjledjtem
§eu, fd)immeligem Hßfecf fdjimmeligem 58rot unb bom Treffen ber*
unreinigter Streu ober bon Sanb. Dft ift auch äu wenig Bewegung
baran fchulb.
Sobalb ein $ferb unter leichten Stolilerfdjeinungen erEranft,
Wirb, eS auf Sede y4—y2 Stunbe bewegt, bann in ben Stall gebracht
unb am Söaud) unb in ben fylanEen bon mehreren Ceuten grünblidj
abgerieben. ,8eigt baS ißferb tjeftigere Sdjmerjen, beginnt man
S)er tJrcit}rex* unb 3t cif erunt errief. 239
fofort mit feftgetoideften Stroljmifdjen ben 23audj, planten unb 9lüden
tüdjtig ju reiben.
SRadj bem SIbreiben tmrb ein Sßriefjnilfdjer llmfdjlag angelegt:
3wei ftarf burdjfeudjtete gmtterfätfe ober bergl. merben, einer über
bie Werenpartie, einer unter ben S3audj gelegt, jioei BoiladjS iverben
barüber mit Sedengurten befeftigt.
4. pferfcebefleibung.
Auflegen unb S>itj.
A. S a 11 e 13 e u g unb ® e p ä d.
a) Slufpaffen beS Sattels.
Halfter
SBilb 4.
fteitpferb »noerpadt
9tadte§ $ferb mit aufgeridjtetem £>alfe gleidjmäfjig auf alle bier
93eine fteHen; Sattelbod mit Derberen Sradjtenränbern bidjt Ijinter
Sdjultefblättern auf Stüden legen unb feft aufbrüden. SJnrifdjen Biber»
rift unb SluSfdjnitt be§ SSorberjiüiefelS müffen bann oben roenigftenS
3 cm, an ben Seiten 1,5 cm gtmfdjenraum bleiben; Ijerborfteljenbe
Sdjraubenenben abfeilen. Sradjten müffen gleidjmäßig aufliegen
unb bürfen mit ffiänbern fltüden unb Sdjulter be§ ißferbeS nidjt
tlemmen. 5Hete unb Sdjnürriemen müffen genügenb oerfenlt fein.
S5efdjab,en bet Sradjten geftattet, Söefdjneiben unb iöetjobeln öerboten.
3ft fein paffenber Sattel Dorljanben, bann unter Sradjten golftet bon
§ilj ober sioif Heben, au§ Strolj binben, nidjt nageln; nötigenfalls
ijöljeren SSorber« unb §interjtoiefel anbringen.
240
Ter gafjrer« unb 9leiierunterrtd)t.
Sief [ter Sßunft beS SifcriemenS mufj in ber äRitte liegen; s-8eritf)ti'
gung burd) BInjiehen ber Sdjnürriemen. Sißriemen barf webet fo
lang fein, bafj er unter Siettergeroidjt ben $ferberüden berührt, nodj fo
turj, baß er faft geftredt liegt.
Seiten-PackriemerL kfMeL-Paclaiemeit
Strippen zumStrahnengurt
$8ilb 5.
Serparfür ^odfattct.
b) Satteln.
Sßotlacf). Sechs* ober neunfadj jufammengelegt, fo auflegen,
bafj er beiberfeitS gleichmäßig herabhängt, offene (Snben nad) lintS
unten unb hinten; er muß über Sattel »orn fo weit tjerüotragen, baß
ba» @epäd auf iljn ju liegen tommt.
Sattel. SBie beim Stuf paff en auflegen; SBoilad) bann in Rammet
Sieben.
Steigriemen. $on unten nad) oben unter Steg burd^ieljen,
Schwalle bis an Steg hiuaufjiehen.
Sträßncngurt. 3)luß fo lang fein, baß Schnallen, in eines ber
mittleren Södjer ber Strippen gefdjnallt, nodj auf SBoilad) liegen.
$orbcr}eng. Oberriemftrippe burth '-öinbeöfe ber rechten Sradjt,
Schlaufe beS Striemens, ^öinbeöfe ber linten Sradjt §iel)en unb in
Oberriemfdjnallftüd einfdjnallen. Schlaufe beä UnterriemenS umfaßt
Obergurt; tperjblatt liegt auf ber Jpetjgrube, Unterriemen barf webet
fpannen noch herunterhängen.
Sattcltiffcn. SJtit Sdjlaufe über §interjiviefel jieljen, mit SSinbe*
riemen fo am Striemen anbinben, baß Änoten jroifchen Striemen
unb Riffen liegt. Saften nach S3ebarf ausftopfen.
®er iJ-aljret- unb SReiterunterricfjt.
241
Ob er gurt. SRit Sdjnallftrippe nadj linte über Sattel legen, bei
Sieitpferben audj burd) Sdjlaufe be£ ®orberjeugeö führen unb linfö
jo jufdjnallen, baf? er auf Sträljnengurt liegt unb nidjt mefjr aß biefer
angejogen ift; Sdjnalle etwa in £>ölje beS föllbogengelenß.
Säbcltjalter. Sangen ©djuallüemen bon ljinten um linte Stüpe
be£ Ipinterjwiefeß fdjlingen unb jufrijnallen. Säbel, RJügel nad;
hinten, einfdjieben, bis Sting- auffipt unb mit Heinern Stiemen feft«
fdjnallen. Säbclljalter liegt auf SßJoiladj, bei gepadtem $fetbe auf
^ufeifentafdje; ber Stiemen ift fo lang gefdjnallt; baf} ber Säbel Sieiter
unb $ferb nidjt beläftigt.
S8ei fdjledjterSattellage Sradjten polftern, Sättel mit
berlängerten Sradjten benupen, Sträljnengurt in anbere Strippen
fdjnallen ober Strippen Verfemen, SJor» ober §intergurt öertuenben.
c) $aden; Einbringen beS ®epädä unb fonftiger Stüde,
^ufcifcntafdjcn.
3 nlj alt:
redjte:
1 EJorbereifen, wie nebenfteljenb,
16 (Steil pf erb 8) Sdjraubftoüen
in Seinfoanb.
linte:
1 Erntereifen, Elufjug mit Sßerg
umwidelt, Sdjenfel nadj oben,
16 $uf«, 8 (Sßnägel in Seertudj,
1 Elnbinbexing in ßeinroanb.
Einbringen. Strippenbe um linte Stüfje beS IpinterjwiefelS
fdjlingen unb jufdjnallen (©djnaHe liegt ljinten). Safdje möglidjft
ljod) hinaufjiefjen; üorbere ®de unter Satteltiffen fteden. Somit
^ufeifentafdje Str. 2 nidjt ju weit unter Sattelliffen rutfdjt, lann
tjinterer Seil beS Stiemens burdj Seitenpadriemen ober Sting beS
SrijnaUftößefö gezogen
werben.
^adtafdjcn.
3n t) alt:
linte:
1 ^paar Sdjnürfdjulje
Seite, in einem Sdjul)
Strümpfe, im anberen §anb*
fdjulje,
1 Sdjmup« unb 1 Sdjmierbürfte
jwifdjen ben Sdjufjen,
IBIedjbüdjfe mit ßeberfett,
fßuplappen,
Äarbätfdje, Sorften nadj aufjen,
an Qnnenwanb,
Sabaläpfeife mit Sabal in ber
SNitte (nadj EJebarf),
Seife, ®amm, Siäljbeutel in
Sedeltafdje.
Tet Selbßtaue. ftelbart 1«
an ber
redjte:
£>emb, Unterljofe feft jufammen-
gerollt auf Stoben (bei fßla$«
mangel in Safdje be§ Sattel-
liffenö),
eiferne SRunbportion, Srinidj-
jade unb SriKidjljofe (bei
fßlapmangel unter Sattel-
liffen be§ $anb«(5teit«)^ferbeS
Gfefangbudj unb Solbbudj, Älei-
beibürfte, Söffel unb @abel
mit Äorfpfropf längs ber
3nnenroanb, fjrüljftüd,
fjelbmüpe, barin ^efbflafc^e.
16
1
242
(ber (Jafjier* unb (fteiterunt erricht.
Einbringen. Sftit Sdjli^ fo über ElufIjängeriemen unb ißad»
ring jieljen, bafe S^nalle be§ E3erbinbung§blatte§ born liegt; SdjnalV
riemen burdj fßatfring gieljen unb feftfdjnallen.' Duerriemen muß bon
ljinten nadj born burd) bie Sdjlaufe auf bem ESorberteil, bann bom um
bie Safdje Ijerum burd) bie (Sdjlaufe auf bem ^unterteile laufen. @r
toirb burdj SBinbeöfe auf ber Sradjt geführt, fo weit angegogen, bafe bie
Sdjnalle möglidjft nalje an bem Sdjnallftöfjel auf bem SJorberteile
fifct, unb gugefdjnallt.
«Steigbügel bet ^anbpferbe. Elm Steigriemen Ijod^ieljen, mit
Sofjle gegen tjinteren Seil ber ißadtafdje legen, «Steigriemen um Seiten*
teil wideln, Cluerriemen ber $adtafd)e burd) Steigriemenenbe unb
Sdjlifj ber Sotjle füljren.
ERantcI unb Eteiterfutterfarf.
Sufammenlegen.
ERantel. Sdjulter-
Happen ablnöpfen,
ERantel in £äng§«
ridjtung, Mtöpfe nad)
oben, jufammenHap»
pen; unteren Seil
nadj innen gerab»
*’ linigumfdjfagen; bem
.. SRantel burdj ®in«
f djläge eine annaljemb
redjtedige gorm Oon
70 bi» SO cm Breite
geben; {yufjenbe etwa
17 cm breit umfdjla’
gen (Mappe), obere
Wntefljfflfte fo über untere legen, bafj fragen bon Mappe etwa
ljanbbreit entfernt bleibt; ERantel bom oberen ßinbe au§ breimal
einfdjlagen. Etrmel müffen fo gelegt fein, bafj ERantel eine gleidj»
mäßige (Starle erljält.
Eiciterfutterf ad. 1 eiferne Station (6 kg) §afer, auf beiben (Snben
gleidjmäfcig berteilen, 1 Sränteimer (§anbpferb 2) jufammengeroHt
in ber SRitte einwideln.
El u f l e g e n.
ERantel. Mappe nad) oben, offene «Seite nadj bom, mit ERitte
unter, au£naljm§weife l)inter ober über ßöffel legen; barf ißferbe»
rüden nidjt berühren.
ERittelpadriemen bon oben burdj <Sd)Ii£ be§ $inter§wiefeß,
«Seitenpatfriemen bon born nad) hinten burdj ißa dringe jieljen unb
fo uni SRantel fdjnallen, bafj ERittelpadriemen in ber ERitte, Seiten*
padriemen etwa 1% Jpanbbreit bom ®nbe entfernt fifcen.
5)er gatjxer* unb SHeiterunt erriet? t.
243
Leiter fttif er fad. 2Ktt Shiopf (a/A. mit gefdjloffener (Seite) nadj
redjtä auf Söffet legen unb mit $adriemen feftfdjnatlen; Strippenben •
ber Seitenpadtiemen babei burd) Sdjlaufen am fReiterfutterfad
Sieben. (Snben be§ 9leiterfutterfade§ liegen jnrifdjen SDlantel unb
'Jteiterfdjenfet, mittlerer Seil oben auf bem äRanlel.
SBenn fein^afer mitgefüljrt wirb, SReitexfutterfad glatt jufammen-
gefegt auf kantet fdjnallen.
SÖei nidjt aufgepadtem SRantet fßadriemennad) SBebarf um Leiter=
futterfad fdjlingen.
«gpatentafdje. Slrt ber Sefeftigung freigeftellt.
Selbbcittafdje. SRit Selbbeil, Sdjneibe nad) Vorn, redjt§ am «Sattel
fo befeftigen, baB fie 2—3 cm unterhalb ber Sradjt liegt; Tjierju SdjnaH»
riemen jtoeimal um redjte (Stube be§ ^interjmiefefe fdjlingen. Sdjneibe
unter Satteltafdje fteden.
5ßarabeau§riiftung.
«Steigbügel unb Steigriemen ber $anbpferbe, Halfterriemen,
Mtantel, Sßadtafdjen, fReiterfutterf ad fallen fort.
(»attelüberbede. SQlit Öffnung über Söffet sieben unb mit Ober*
gurt befeftigen, Sidjerljeitenabcln an SBoiladj feftfteden.
Siibelljalter. 2luf Sattelüberbede legen, Öiiemen burdj Sdjlifj
an linier Seite jieljen unb dm ^intergiuiefel befeftigen.
B. Saumjeug.
Halfter. SSadenriemen etwa 4 cm Ijinter, fRafenriemen etwa 2 cm
unter $odjbeinfeiften, fo bafj biefe burd) SSierlante nidjt gefdjeuert
werben; Sänge be§ «Stirnriemen^ bementfpredjenb. «Sdjnalle ber
Halfter unb ^nopfborridjtung mitten auf bem (Senid; ^eljlriemen
mit Sdjnalle etwa auf SKitte be§ ®adentnod)en§ fo lang, bafj man bei
beigejäumtem ißferbe eine fladje §anb jroifdjen ®el)lgang unb
SHemen fteden Tann.
Hanbtgeftdl. iöei richtig liegenber ^nlfter etiva 2 cm Ijinter
3od)beinleiften, mit Ipalen in Öfen ber Halfter eingel)aft.
Jrcitfe. ®ebiß fo unter baubare fegen, bafj e§ an SRaultuinleln
anliegt, oljne biefe Ijodjjugieljen. betten nad) red)t§ auSbreljen, oon
innen burdj Jpalfterringe gieljen unb mit knebeln in Schlaufen
befeftigen.
Stan bare. 3Rit ber Wtte beS SJiunbftüdg etwa in Höbe ber Sinn*
tettengrube liegenb, barf Hatenjätjne nidjt berühren. llRunbftüd nur
fo lang, bafj bon iljm ju beiben Seiten be3 SRauleS nidjts ju feljen ift;
Öbergeftelle bürfen jebodj Sefjen unb iSadenfjaut nidjt jufammen»
brüden. föihnlettenljalen nidjt berbogen ober berroedjfelt. 83ei
föanbaren älteren SRufterS finb Sdjerriemen geftattet, für Öiemonten
borgefdjtieben.
^anbarenjüöel. ®en für^eren redjt§ einfdjnatten.
16*
244
®er Jaljret- unb SReüerunterridjt.
Stinntette. Kad) redjts glatt auSgebre^t, muß unter Srenfen-
gebiß in Hölje beS SlanbarenmunbftüdeS liegen.
libetfdjießenbe Skalen auf beibe (Seiten gleichmäßig »erteilen,
bei ungerabei 3^1 Kleijrgaljl linf». $3ei nid)t angenommenen Bügeln
muß gwifdjen Äinnfette unb Unterliefet für gtvet ginget bequem
Kaum fein.
Halfterriemen, gn Ijalbrunben $alfterring einfdjnaHen, 30 cm
lang boppelt legen; (Snbe burd) Ijalbrunben $alfterring gietjen, um
boppelt gelegten Seil tvidcln, burd) beffen öfenartigeä ®nbe gieren
unb in Sdjnalle be» SfcljIriemenS einfdjnallen.
9luffcßcu unb WuSbinben. Äanbarengügel fo in Slufljängeriemen
be§ Sattels fnoten, baß Sdjieber in ffnoten fißt. Sei turgem ißferbe*
fjals ©infnoten in ^ßadring beS SlufljängeriemenS geftattet. Seilenbe
Ijängt link Ijerunter.
SluSbinbegügel außerhalb be§ ÄanbarengügelS burdj Bügelring
beS ßumtS, Winbeöfe an redjter Sradjt, bann wieber burdj Bügelring
gieren unb gufdjnallcn. Kuffaß' unb Slusbinbegügel müffen in ber
Bewegung anfteljen, ofjne 5ßferb im gieljen gu fjinbern.
Strcujlcine. SBreuggügel burdj Bügelringe ber turnte füljren
unb übet Srenfengügeln in Srenfendnge fdjnallen. Sie inneren
Äreuggügel freugen fid) fo, baß ber beS Heineren ^ferbeS oben liegt.
Sie Srenfengügel liegen unter bem in Äumtftrippe gefdjnallien
SSerbinbungSricmen.
C. & e f dj i r r.
Stund. Sftuß im Buge mit ^ßolfterung längs ber Sdjultern rußig
liegen, ofjne Hat» gu Hemmen unb oljne Sdjultergclent gu berühren,
gm galten muß man fladje £>anb unten gwifdjen Äumi unb fßferbe-
ljafö burdjfteden tönnen. Regelung ber Sage burd) ßößereS ober
tieferes ©intjängen ber Slattßafen.
Kammer barf webet gu breit (fonft dftäljnenfdjeuerung) nodj gu
fpifc fein (fonft ©unbreiben beS Halfen).
Wertteilen bcS StelltumtS n/A. Äumtfeberriemen löfen, obere
Stellöorridjtung öffnen burdj Sinkfdjrauben beiber Stellfdjrauben,
bis biefe feftfteljen unb sJ?adenta)dje auSgegogen werben tann. Untere
Stellöorridjtung öffnen burd) Sluffdjnallcn bet fid)ernben Schnall«
ftrippe unb Sreljen beS Sreljbolgene um 180° link Ijerum. ®umt
erft nad) ber Sänge, bann nadj ber ®reite öerftellen.
löeim Werftellen nad) ber Sänge Kummern an ben Seiten
beadjten, bamit Shimt nidjt fdjief eingcftcllt wirb, Kadjljer nötigenfalls
Sdjnalliicmen angieljen, bamit GJenidfiffen unb Seitenpolfter fefi
aneinanbeiliegen. Werfdjlüffe fdjließen burdj .ßurüdbtetjen ber Stell'
fdjrauben unb Srefjbolgen unb Sidjern beS le&teren mit Sdjnall-
ftrippe. Sumtfeberriemen möglidjft feft angiefyen
5)er fjjaljier* unb Sleiterunt erriet.
245
KerftcHcn bc§ Stelltunite^ a/A. SSerfdjlüffe öffnen; bagu (Stell»
jdjlüffel für Gtelllumte auf £>alfe ber SSerfdjluglnöpfe fdjicben (bei ben
oberen SSerfdjlüffen von oben nad) unten, bei bent unteren von red)tS
nad) linfö) unb biefe vorn $anjer abljebcn. Shimt erft nadj ber Sänge
berftellenunb SBerfdjlüffe fdjliegen; babei barauf ad)ten, bafj Sumi nidjt
Borbcrljanbpferb untoerpadt.
fdjief eingeftellt ivirb. Sann Sumt nad) ber Breite berffellen unb SSer-
jdjlug fdjltefjen.' Sägt fid) Shunt beim Serftellen nidjt genügenb ju-
jammenfdjieben, bann lofe Kuben ber fßolfterung abbiegen, angenaljte
burdj Söeflopfen jufammenbriiden.
Sägt fidj beim Sßerfdjliegen ein Sßerfdjlugfnopf nidjt auf fßanger
tjerunterbrüden, bann an Sumt rütteln ober mit Jpanb bagegenfdjlagen.
Bur SJermeibung bon Srudfdjäben unb (Sdjeuerungen finb
Wfjnenfdjoner au§ §il§, Sßel^, SSledj ufro. geftattet.
UnterTumte müffen gleidjmägig unter bem Sumte liegen
unb bürfen nidjt ju grog fein.
Saue, Strangträger, Strangfrfjlanfcn. Saue, bie jufammen»
gehören, müffen gleid) lang eingeljängt fein, innere Saue ber (Stangen-
bfetbe jebodj fo viel lürjer, bag Drtfdjeite nidjt an ^interbrade
fdjlagen.
’ Gtrangträger unb Strangfdjlaufen müffen bie Saue tragen,
oljne fie im Buge ju bredjen.
Bur SSermeibung Von Saufdjeuerungen Seberunterlagen unter
’SIattfyaten jioedmägig; nötigenfalls Saue beferen.
53ei tif?Iigen fßferben finb SJaudjriemen, bie verljinbern, bag Saue
über tpüfte ober Sruppe rutfdjen, geftattet.
246
2>et §a()rer- unb SReiterunterricfjt.
Umgang. SRit breiedigem SRinge unter Sauletten in SMattgaten
eingafen unb fo an Strangträgern unb Sdjtoeberiemen befeftigen,
bgg er gerablinig, Ijinten ettoaS tiefer aß bom, etma eine Jpanbbreit
über Sniegelenf liegt.
(Sinern Scgeuern ber Santen be§ Umgangs burdj SSerfdjnallen
ber Strangträger unb Segn? eher iemen borbeugen; nötigenfalls
befegen.
fflilb 8-
®tangent)anbbferb berpadt.
tBruftrieinen. SRit §afen nadj äugen in Slufgaltebügel eingafeH.
,3u Stellfumten «Rr. 2 nur SBruftriemen 9?r. 2 berioenben.
Sturge Stoppel. Sdjnalle mug bom unb oben liegen.
Um tudroeifeS 9luf galten gu berljinbern, barf «Bferb fotoogl groif d)en
Sumt unb Umgang, toie gtoifdjen Sauen unb Steuerfetten nur mägigen
Spielraum gaben. Seöljalb Umgang fo anpaffen, bag man bei ftraffen
Sauen gerabe nodj mit Duerganb gtuifdjen Umgang unb ^interbade
gerumfagren tann; ^ßferb barf aber in freier Bewegung ber ©liebmagen
nidjt beginbert fein. Sänge bon Inner Stoppel unb Steuer fette fo
bemeffen, bag legtere im Buge leicgt anftegt. S3ei untergeftelltex
Seidjfelftüge unb ftraffen Sauen mug jebodj Steuerfelte in leidjtem
SBogen gerUntergängen, bamit $ferb nidjt SSorbergeividji ber Seidjfel
trägt.
«Regelung bet Sänge be§ Umgangs burd) SBagl einer anberen
GM^mnummer ober burdj — beiberfeitS gleidjmägigeS — 53er«
fcgnallen. JBei ju furger Steuer fette längeren SBruftriemen mäglen
ober turge J.ippel länger fdjnallen (baju in fie ein gtoeiteS Sodj ftedjen)
ober am 53ruftring einen ober meljrere fRinge anbringen ober Steuer=
fette felbft berlängern. S3ei gu langer Steuer fette Saue fürger ein-
gängen.
Ser gabrer« unb SleiterunterridjL
247
§interjcug. Siegt mit botbetem Staube be§ fölaits etwa eine .*panbs
breit hinter hödjftem fßunlt ber Struppe; Sdjiveberiemen berlaufen
fcbräg nad) hinten.
«erbinbungSblatt, SerbinbungSriemen. SSerbinbungSblatt in
Sattellage legen; in feine Siinge Strangträger fdjnallen; burd) feine
Sdjlaufen bon born nad? hinten Schnallen be§ SBerbinbungSriemenS
jietjen unb in biefe Hinterjeugfirippen fdjnallen; SSerbinbungSriemen
über Srenfenjügel tyinroeg in Sd)nallftöBeI am ®umt einfdjnallen.
Sturze SerbinbungStauc. 3ur SJerftärlung be§ 3u0e3 SJoppeP
baten in SerbinbungSring be§ SßorbertaueS einljafen; an ben fo ber
(fingerten (Sfefdjirrtauen SJorlegepferbe anfpannen.
(Borfpann mit (ßorlegepf erben an einer
3 weiten SSorberbrade.
Schlauff Ihlrn ScMaufr 2Juuu)lau
X‘#7rvi’/’i/'arlfar
M djerVarhgrpfMi
StraAgtniner 'StrangxchLwfe Strang' fSc&lau/r
träger austfirufrsfrärtfei
S8ilb 9.
Sie ®efd)irrtaue unb langen Sterb inb ungetane finb nirfjt mitgejei<$net
HerftclIuugSarbeiten.
9lllgenieine§.
3ur Snftanbfefcung ber Sattelung an Steit» unb Sattelpferben
junädjft Seile bon ben Hanbpferben berwenben.
ßrfafc unb Snftanbfcijung einzelner Seile.
fRicmen. ®urd) ißinberiemen, Halfterriemen, SJinbeftränge
(nötigenfalls meljrfadj jufammengelegt).
Stettenfdjaten. ©urdj mebrfadj butdjjjuäieljenbe fßinberiemen
ober -ÜÖinbeftränge.
Saue nnb Stetten. ®urd) bierfad) ineinanber geflochtene 23inbe*
fträuge.
Stinntettc. Surdj Seberriemen.
Shtric Stoppel unb ©ruftriemcn. ®urd) lurjeS SßerbinbungStau.
Shtmt. ipinterjeug mit Sdjweberiemen nach öotn om SSorber
^toiefel auf ben Sipxiemen beS Sattels auflegen. Umgang mit bem
58latt als Siele über bie fßferbebruft legen unb burch Sdjroeberiemen,
in bie SJoppeljdjnallen gefdjnallt, tragen laffen. Hinterseugfhippen
glatt unter ba§ Siptiffen legen. Strang träger in bie Sänge an ben
hinteren Satteltradjten einfdjlaufen. 3roe’ äufammengeflodjtene
^inbeftränge auf jebe Seite am UmgangSring unb am Drtfdjeitring
248
Ser galjrer» unb Sieiterunterridjt.
als Sugtaue einfdjlaufen. 3um galten bet Steuerlette Vruftring
ber furjen Soppcl auf einen JDöergurt jiegen unb biefen um ben Vferbe-
ljate über ben Striemen beä Sattel» legen. •
Umgang, ©inen als Sßlatt ju neljmenben Dbergurt an jebem
®nbe burd) einen Steigriemen Verlängern. Gptrangträger unb Scgroebe-
riemen mit Vinberiemen befestigen.
.^intcrjcug. Biuei Steignemen mit ben Sdjnallenteilen in ben
ißadringen befeftigen unb über Sreuj in bie Umgang^fdgnallen ein-
fdjnallen.
Untergurt. Sattel mit einem Dbergurt über bem Striemen
feftlegen.
©criffene Stiemen. (Snben auf- ober gegeneinanberlegen, mefyr-
fadj burdjboljren unb mit Vinberiemen Verfdjnüren.
Unterfudjung, Vcganblung, Steinigung.
Unterfudjung.
Sorgfam unb häufig prüfen, ob alle Seile genügenb haltbar finb,
inSbefonbere Umgänge, Vruftriemen, lurje doppel, Saue, Strähnen«
gurt, Strähncngurtftrippen, Steigriemen, Stähle; ob fid) Sperriemen,
Schnallen unb Sperringe gelöft ljaben, unb ob Seile ber Sßferbe-
befleibung ©rüde, Sdjeuerungen ober Verlegungen Hervorrufen
fönnen.
Vodjattcl. Bmiefel unb Staaten nidjt gebrochen ober Verbogen.
Sin ßmiefel unb Unterfeite ber Sradjten bürfen leine Sdjrauben,
Stiete, SIbfplitterungen ober Stiemen Vorfteben.
flumt. ©arf fjorm nidjt verloren ljaben; Ißolfterung mufj meid)
fein unb barf leine Söulften, galten unb Stägte gaben.
Gkfdjirrtcile. Soldje, bie am ^ferbetörper anliegen, mie
Umgänge, ftalftern, Vorher- unb ftinterjeuge, bürfen innen meber
rauf) fein nodj vorftegenbe Slätjte unb fdjarfe Santen haben, ©ebiffe
ohne ©rate, Slnjüge nidjt Verbogen, Sinnfettengaten nidjt nad) äugen
abftegenb (Verlegungen be§ StebenpferbeS).
Veganblung, Steinigung.
Sleue Södjer in Stiemen nur mit Sodjjange ftedjen.
Sumt nidjt an Sammer aufljängen.
Staffel Seberjeug, Saumert, fieinenjeug, SBoiladjS forgfältig
trodnen; £eber babei nidjt ber Sonne ober £ifent)i&e auSfefjen, nicht
lut} unb ftarf biegen. Saue lang aufljängen.
Staub, Sdjmup, Sdjroeifj, befonberS an ben Stellen, bie am
Vf er betör per anliegen, forgfältig entfernen.
Vlante 6 i f e n t e i l e roftfrei galten unb nadj SInorbnung bes
Sruppenleilä polieren, geftridjene Vtetdllteile nur rein galten, abgenufcte
Verzinnung felbgrau überftreiegen.
©et unb SReiterunterridft.
249
Seberjcug. Safdjen unb S8el)älter nur äußernd) mit Seberöl
beljanbeln.
SBoiladj. SluSfdjwingett, über Streuj jieljen, trodnen unb häufig
fonnen. Etwa einmal jährlich burdj SBatfen, SSafdjen in faltem Gaffer
mit Sahniafgeift ober geeigneter «Seife reinigen.
5. KdfunferritfjL
?Ulgemcii!c§.
9teiterlidje§ Selbftbertrauen, Suft unb Siebe jum gleiten unb Siebe
ju feinem 'ßferb finb bie §aupttugenben beS OleiterS.
©ie gteitfertigfeit ber 9iefruten ift bie Orunblage für bie ^aht-
auSbilbung unb bamit ein grunblegenber gnhor für bie Stf)lagfertigfeit
ber ©ruppe.
©ie SluSbilbung beginnt mit bem Seiten auf Trenfc.
ßiel: ©er 'Jletrut foll baS ölcidjgewidjt auf bem ißferbe erlangen
unb fid) loSlaffen. $ierju ungefähr 6 SBodjen gleiten ohne S3ügel
(auf Si&fiffen).
hierauf folgt baS gleiten auf Äanbare, baS als Enbjiel bie Er-
langung eines fidjeren militärifdjen SifceS unb SÖeherrfdjung beS
'jjferbeS ljat.
Etflfirung einiger S3cjeidjnuugen im ftcitunterridjt
(Sfcunblinie ift eine Sinie, bie man fid) burd) bie Jßorberljufe beS
ridjtig aufgeftellten ’ßferbeS beS SRittelreiterS gezogen beult.
Sfcbftanb ift bie Entfernung bom ©djroeif beS SSorberpferbe*
bis jum Äopf. beS ihm folgenben. ©ie Slbftänbe Werben nadj Sdjritt
(80 cm) unb ißferbelängen (3 (Sdjritt) gemeffen.
3roifd)enraum ift bie feittidje Entfernung jweier nebeneinanber
befinblidjer Leiter, bon 53ügel ju iöügel gemeffen.
Geöffnet beifit eine Abteilung, wenn ber Snriföenranm 3 Sdjritt
beträgt, gefdjloffen, wenn fie Sügelfüt)lung bat.
fjüblung haben bie Sfteiter, wenn fid.) ihre SSügel berühren.
Fühlung unb Olidjtung finb bon jebem ^Reiter ohne weiteres ju
nehmen.
Slugenridjtung wirb auf: SRirtjt Eud)! nad) bem SJlittelreiter
genommen.
«Soll auSnaljmSWeife bie $id)tung nach einem ^lügel genommen
werben, fo lautet baS Stommanbo: Gingen rcdjtö! (Tie Gingen (intS!)
— giidjt Eud)l bie 2tugenrid)tung wirb auf: klugen gcrabcauS! be-
enbet.
fülan reitet auf ber redjten (linlen) §anb, wenn bie redjte (linle)
Seite bem 3nnern ber '©aljn (iHeitplag) jugewanbt ift.
Snwenbige Seite wirb bie nad) bem Innern ber SSaljn jeigenbe;
auSWenbige, bie ber SEBanb (iöanbe) jugelehrte Seite genannt.
250
2)er tJaijier» unb 9?eiterunterrirf>t.
$albe ^ßaraben finb Sinwirfungen beS WeiterS, burdj bie baS
fßferb entweber nur für ben Augenblid öerljalten, berfammelt, jum
Wfeigen be§ Tempos ober jum Übergang in eine lürjere ©angart
beranlafjt wirb.
©anje ^araben bringen baS im ©ange befinblidje fßferb jum
galten.
Sempo bebeutet bie ©efdjwinbigteit, mit ber ba§ fßfetb eine
beftimmte Strede in einer beftimmten ©angart jurüdlegt.
SidjereS Semporeiten ift bie ©runblage
für fjfütjlung unb W i dj t u n g, fowie für georbnete
unb fluffige Bewegungen im ©efpann. Seber
Weiter muft baljer fdjon im Weitunterri d)t baö
© e f ü h I für £ e m p o unb bie fjaftigleit, e 3 in allen
©angarten ridjtig anjuneljmen unb bauernb
gleidjmaftig ju erhalten, fidj aneignen.
©3 finb jurüdjulegen in ber Wlinute:
Qm Sdjrftt 125 Sdjritt,
im SJätteltrab 300 Stritt (beim bekannten ©jerjieren im
©jerjiertrab, Sommanbo: Batterie — Stab! 275 Sdjritt),
im SRittelgalopp' 350 Schritt (beim bekannten ©jerjieren^im
©jcerjiergalopp, Äommanbo: Batterie ©alopp — SRarfdj! 500
Sdjritt).
güljren ber ^ferbe an ber §anb.
Auf Srenfe.
©ie redjte §anb ergreift bie burd) Beige* unb SRittelf inger geteilten
©renfenjügel eine fpanbbreite hinter ben Wingen, fo baft ber redjte
Srenfenjügel etwas metjr anfteljt. ©ie Bügelenben werben in bie bolle
rechte $anb gelegt, Säumen auf ben Bügeln.
©er Weiter geht auf ber linlen Seite beS 2ßferbe3. ©er redjte Amt
ift leidjt getrümmt, ber linte wirb jwangloS bewegt.
* 21 uf baubare.
Sille bier Bw^ liegen auf bem fßferbe^alfe. Sie redjte $anb
ergreift über ben Unten Sanbarenjügel ljinweg bie Srenfengügel
unb teilt fie mit bem Be'9e‘’ un^ SWittelfinger eine ^anbbreite hinter
ben Wingen. Qm übrigen wirb auf Srenfe berfaljten.
Slufftellnng einer Slbteilnng in bet Weitbaftn.
Sn ber Wegei werben bie Abteilungen geöffnet aufgeftellt. ©ie
Aufteilung erfolgt gleidjlaufenb jur langen SBanb berart, bafj bie
fjßferbetöpfe ljinter ber fWittellinie ber Baljn bleiben.
Sn ber abgefeffenen Abteilung berichtigt ber Weiter bie Stellung
feines ’ftferbeö in ber beim Borfütjren angegebenen Sßeife. ©ie hierbei
twrgefdjriebene Stellung nimmt er audj ein, wenn auf: WüdWärtS
Scr galjicr» unb Steitetunfettidji.
251
fRid)teii! bie ganje Weitung fidj etluaS mehr rüdtoärtS aufftellen
foll. SaS {RüdtoärtSridjten gefdjieljt Stift für Stift unter {Beibehaltung
ber gtoif^enräume unb toirb auf: §(ilt! beenbet.
Stuf: Stillgeftanben! {Richt 6udj! toirb bie {Richtung bon ber
Stirn ber fßferbe genommen.
2lnff itsen unb Ofißen.
Stuf Srenfe ohne SSügel.
Stuf: fertig jum Wuffiften! macht bet neben bem ^ßferbe fHUftetjenb.-
bleitet recht? um. Sie linle §anb ergreift bie Bügel, bie rechte läßt fie io?
unb empfängt, übet ben Sferbeljal? h.mtveggrei|enb, ben ihr »on ber linlen
entgegengereuhten regten Büßet Sie linle $anb faßt ben linten Bügel jwifdjen
Reinem unb fRingfinger fo lang, bafj fie bis jum SBibertiß jurüdgehen tann,
Wirft ba? Bügelenbe auf bie rechte $al?feite unb empfängt »on bet regten $anb
ben regten ßügel in »oller £>anb, fo baß et übet bem linlen liegenb lim? herab»
bangt. Sann tritt bet’ bleitet fotoeit recht? feitWärt?, bafe er, mit ben Süßen
am linlen SSotbetbuf unb biefjt an bet Gdjulter bei Sferbe? flehenb, über ben
'JJiberrift ßintoegfieht. Sie Itrile $anb wirb auf ben SRätynemamm »ot bem
SBoilatb aufgefeftt, bie rechte erfaßt ben Sotbetjwiefel. Sie Bügel fieben nur
leicßt an, bereit, Setoegungen be? Sferbe? ju »etbinbern.
Stuf ba? ffommanbo: Wuf! fpringt ber Steifer in ben Stuft.
Stuf: ©efeffen! toirb ba? rechte Sein geftredt feit märt? erhoben, worauf
bet Weiter fich mit einet Siertelbreßung linl? Weid) in ben Sattel Ijincingleiten
läßt unb bte Bügel ergreift.
Stuf: fertig jum Wbfitjcnl wirft ber Steifer mit ber linlen $anb ba? lint«
Ijerabbängenbe Bügelenbe auf bie rechte Seite, legt ben rechten Bügel über
ben linten, ba? Bügelenbe auf ber linten Seile. Sie linle $anb wirb auf bem
’Käbnentamm, bie rechte auf bem Sorberjwiefel Wie beim Vluffiften aufgeftüftt
unb gleichzeitig ber Gift ein wenig gelüftet.
Stuf: Wb! toirb ba? rechte Sein geftredt hoch über bie Sruppe hinweg
mit einer gleichzeitigen Siertelbrehung be? Körper? nach recht? neben ba?
{entrecht tjerabbängenbe linle Sein geführt, bie rechte $anb fiüftt fid) auf
ben Sorberjtoiefel. 9luf: ©efeffen! läßt fich ber fReiter mit au?geftredten Suß»
{pißen an bet Schulter be? fßferbe? auf bie Gerbe herab. Wad) einer Stnl?«
toenbung tritt bet Weiter einen Sdjritt »ortoärt?, Wobei er bie Büßel wieber
tote jum Süßten orbnet.
21 u f Srenfe mit SB ü g e l n.
Bum Sluffißen tritt ber {Reiter nad) bem Drbnen ber Bügel übec
bem fßferbehalfe unb ber {Redjt§toenbung berart tedjtä feitivärts
unb fotoeit jurüd, baß er ben linten fjufj in ben 23ügel feßen fann.
Sie linle §anb ergreift bie SRähne. Jpterauf erfaßt er mit ber redjten
^anb ben Steigriemen, fefct ben linten §uß biä hinter ben SBallen
in ben {Bügel, inbem er fidj nad) SBebarf bem fßferbe nähert, unb legt
ba§ linfe Shtie feft an ben Sattel, bamit bie fjußfpi^e ba3 Sßferb nidjt
berührt. Sobann hebt er fid) auf bem SBallen be§ redjten §uße§ unb
ergreift mit ber rechten §anb ben ^interjtoiefel. 9hin l)ält fid) ber
^Reiter an ber SRähne, tritt mit bem linten $uß in ben SSügel, brüdt
ba3 linle Wie an ben Sattel unb fcBjnellt fid) burd) einen fräftigen
fÄbftoß mit bem rechten f$uß unter Verneigung be3 Oberleibes in bie
252
®ex tjatjrer* unb 8!eiterunterrid)t.
ipöpe. gr bringt bann ben testen Fufj an ben linten, bie recpte ipanb
al§ Stüfce beS Oberleibes an ben ©orberjroiefel, pebt baS recpte ©ein
mit auswärts gehaltenem Sporn hoch über ben §intergwiefel nnb lä&t
fid) weid) in ben Sattel gleiten. ®er rechte wirb in ben ©ügel
gefegt, bie Siegel werben georbnet.
©eim Slbfifcen läfjt ber Sfteiter ben rechten ©ügel loS, tritt in ben
linten ©ügel unb lüftet ben Si§. Rad) bem Jperübernepmen bes rechten
©eines lägt fich bei ©eiter langfam auf ben rechten §ufj nieber, wobei
baS linte ftnie fefl am Sattel liegen bleibt, hierauf wirb ber linte §ufj
aus bem ©ügel perauSgepoben unb neben ben rechten gefteUt.
91 uf ft anbare.
Bum 9luffi|en ©erfahren wie auf Srenfe mit ©ügeln. Stach bem
Schritt rechts feitwartS führt ber Reiter jebodj bie bier Ringer ber
linten offenen §anb bis an baS @nbe ber Srenfenjüge! unb fdjiebt ben
linten Ringfinger jwifd)en bie ftanbarenjügel. Sie rechte §anb ber-
fürst fie bis jum leichten 9lnftepen unb legt bie gügelenben auf bie
rechte Seite.
©eim 9lbfifcen werben bie Sriflel wie beim Slufjifcen georbnet,
fonft wirb wie auf Srenfe berfahren. Sluf ©efepl tann auch burch’
gejogenen Xrenfenjügeln aufgefeffen werben.
©bbrecpen au§ ber Abteilung.
91 u S bet geöffneten Abteilung.
9luf: ©attcrie jn einem rcrfjtS (Iint§) brecht ab — SRarfth
(Gangart)! reitet bet rechte (linte) Flügelmann im lebhaften Schritt
gerabeauS an; ebenfo berfahren alle übrigen Reiter naepeinanber,
fobalb ihr rechter (linter) Rebenmann mit ber ftruppe feines ©ferbeä
eine ©ferbelänge über ben ftopf ihres ©ferbeS borgerüdt ift; alle Retter
fepen gerabeauS. ©rei Schritte bor bem Jpuffcplage wenbet jeber Reitet
in einer ©iertelbolte rechts (lintS) unb folgt auf bem $uffcplage beS
©orbermanneS. S)ie (Sröfjenöerpältniffe ber ©ahn tönnen auch Heinere
^bftänbe bebingen. ®em 9lnfünbigungStommanbo ift bann „mit
x Schritt ©bftanb" pinjujujepen.
Soll im Stabe ober (Salopp abgebrochen werben, fo reitet jebet
Reiter junäepft eine ©ferbelänge im Schritt bor unb fefct bann etfi
fein ©ferb in bie befohlene (Sangart. ®urd) bie ftorrettur eines falfdj
angaloppierenben ober beim 9lbbrecpen im Srabe in ben (Salopp
fallenben fßferbeS bürfen Sempo unb Slbftänbe in ber Weitung nid)t
beränbert werben.
FebeS fßferb mufs unbebingt am B^gel unb ftiH fiepen, bis bet
'Heiter bie §ilfen jum Slnreiten gibt.
(Jatjret» unb SReiterunterridjt.
253
3Iufmarfff)icrcn jur Abteilung.
gut geöffneten Abteilung.
Tete retf)t§ (lint§) breht, mit Swifdjenräumen lintg (re^tä)
markiert auf — Slatfd)!
f>(uf: äRarfd)! wenbet ber Tetenreiter in bie 5Bahn unb reitet
fentrecht auf bie gegenüber liegenbe Seite los. ©ie folgenben {Reiter
reiten eine reid)lid)e ^ferbelange über ben {ßunft, wo ißt 33orbermann
in bie 23afjn abge wenbet hat, hinaus unb verfahren wie biefer. Stuf:
Tete _ §a(t! pariert ber Tetenreiter fein SJSferb unb [teilt eS {entrecht
jur gegenüberliegenben Seite l)in. ©ie übrigen Weiter, reiten in
unoeränbertem Tempo bi» in bie §ölje bet Gruppe iljreS redjten
(linten) {RebenpferbeS unb rüden, auS bem Trabe ober (Salopp jum
Schritt übergepenb, in oerfämmelten Tritten in bie {Ridjtung ein.
©in §inau£tommen über bie .Widjtung$linie muß unbebingt oermieben
Werben, bamit ein SRüdwärtSrichten nidjt nötig ift.
Stillfi^en. {Rühren. ©hrenbejeugungen.
StUlgefcffcn! ©ie {Reiter [teilen ihre {ßferbe an bie äugel unb
nehmen bie oorgefdjriebene Haltung ein.
9ludj im „Stillgefeffen" finb bem {Reitet bie {Bewegungen ge»
ftattet, bie erforberlid) finb, ridjtig auf ba§ '£ferb einjuwirten. Tie
Jpauptfadje ift bie gute Rottung beS ’Pferbeö.
2luf: {Rührt (hüt)! bleibt ber {Reiter aufredjt fifcen, bod) ift iljm
freiere Bewegung geftattet; er läßt bie Büßd burd) bie Ringer gleiten
unb gibt bem ^feibe jur ©rholung bolle 3ügelfreil)eit.
3?ähert fid) ein befidjtigenber 53orgefefcter einer Abteilung bon
bom, fo wirb er auf: 'Mrfjtung! bon jebem Weiter angefefjen. Tie ©tjren»
bejeugung wirb auf: klugen gcrabcauS! beenbet. Slu^natjm^weife
lann beim Slbbredjen befoljlen werben, bafj ber SSorgefefcte angefe^en
Wirb.
©in fein 'ßferb fübrenber fReiter ridjtet bei bet ©btenbejeugung
ben Äopf beä ^ßferbes [o in bie $öl)e, bafj fid) bie red)te £>anb etwa in
$ö1je feiner Sdjulter befinbet.
Tie ^uffdjlagSfigurcn.
©anjeSSaljn. $albe$Bal)n. Slnlegen eines
33 i e r e d S.
Tie Seiten ber fReitbaljn Werben lange unb furje Sßanb
(58 a n b e, S e i t e) genannt. Tie lange SKkinb muß boppelt fo lang
fein wie bie turje, bie minbeftenS jwanjig Sdjritt lang fein foll.
©et Übergang öom £>uffd)lag ber ganjen iBaßn auf ben ber falben
SSaljn erfolgt auf: $albc ®al)n! Soll wieber ber ganje £uiffd)lag ge»
ritten werben, fo wirb: föanjc $at)n! tommanbiert, fobalb [ich bie
Tete ber offenen Seite ber halben 5Batjn nähert.
254
®er tJctfjrer* unb 3?eilerunterri(f)t.
SBill ber Sfteitleljrer auf einem nidjt abgeftedten Sßiered reiten
laffen, fo leitet er bie £ete burdj baS wieberljolte Stommanbo: Xete
rcrfjtS Uiut§) breljt — SDlarfrfj auf ben geiüünfdjten $uffdjlag unb
läfjt bie Wtünbigung: ?Inf bem Sierert geritten! folgen, fobalb ber
.fjuffdjlag feftgelegt ift.
ABCr ß’anje Whn.
DCFh } ®nfte S£*“6n*
• Qbariniemnn&Mintte.
—-----(jharißierimflaHitten. (Von ber ItnTen
iwr rechten $anb),
C fcitffrblßfi bet Gdfe.
• tparabcDiinfte ber Bittet
abc \ Gbangteninitflirüen auß ben
dbe f • Birfehi.
....(Jtjanßierunößlinlen bnrcfj bk
Bittet
®urdjreiten ber ® d e n.
$)er $uffdjlag, auf bem bei ridjtiger SluSfüIjrung bie @de gu burdj*
reiten ift, ftellt ben Sogen eines mit brei Sdjritt Jpalbmeffer in bie ©de
gelegten Greifes bar.
(H)angieren burd) bie Söaljn.
2>urdj bic ganjc (tjalbc) Söalju djangiert!
SaS föommanbo erfolgt, beüor ber Setenreiter auf ber turjen
Seite an bie ®de fommt.
®aS Süommanbo: $ttrdj bie Sänge ber Salju djangiert! erfolgt,
wenn ber Setenreiter fidj ber ^weiten @de ber langen 3L;onb näljert.
®er grtrfjrer« unb Witerunteriidjt.
255
3Iuf ben (StjangierungSlinien finb Sempo unb ^orbermann inne-'
jüfjalten.
®in Umftellen beä ißferbeä erfolgt, wenn bie SBorberfüfje ben nv-
wenbigen 9tanb be§ !puffdjlage§ auf ber anberen $anb erreichen,
falte nidjt D^ne 2Bedjfel! bem Äommanbo borangefe>t wirb, gm
(Mopp toirb nur im abgefürjten Sempo djangiert.
Ser Bit fei.
9luf baS Sommanbo: Sluf beut Birtel geritten! geljt ber Seten»
reiter bom nädjften $arabepunft auf bie 3«^»« Aber, bie übrigen
SReiter folgen an berfelben Stelle.
Soll gleidjjeitig auf jwei Birfeln geritten werben, — Sluf jtoci
Wirteln geritten! — fo mufc borfjer ein Setenreiter für ben jweiten
Birfel beftimmt fein.
Bur jRüdfeljr auf ben £ufftfjlag ber ganjen Staljn erfolgt ba§
Sommanbo: ©au je fBa^n! jipifcfjen ben $arabepunften ber furjen
unb langen SBanb. Ser Setenreifer be§ ^weiten Betete füprf bie iljm
folgenben Steifer auf bem fürjeften SÖege, opne ba§ Sempo §u ber»
änbern, in ba§ richtige SJerljältnte jum erften girfel.
Stuf: 9ln§ bem 3trteP(ben Birteln) djangiert! geljt bon ber Sete
ab jeber Sieiter am Sßarabepunft ber offenen Seite auf bie Büfellinie
be§ anberen ^ittete über.
25eim gleichzeitigen fReiten auf jtoei Birfeln toeidjen fid) bie
gleitet auf ber redjten £>anb redjte, auf ber linfen §anb linte au§. Ser
Stellungäioedjfel erfolgt am Sßarabepunft ber offenen Seite, falte
nidjt „o Ij ne 23 e dj f e l!" befohlen toirb.
2Iuf: Surdj ben (bie) gtrtel Rangiert! toenben bie SReiter bon
ber Sete ab bom ißarabepunft bor ber offenen Seite in ben Bittet
SteHungSioedjfel erfolgt, wenn nidjt „obre SBedjfel!" befohlen
ift, in ber 2Jtitte be3 Birtete.
Stuf: Birtel (auf x Sdjritt Slbftanb) bertleinern! toirb ber Birfel
in bet SBetoegung fo lange berfleinert, bte fid) bie Slbteilung, gleidjmäjjig
bon ber .ßirfellinie nad) innen entfernt, auf einem Sdjritt Slbftanb
ober bem befohlenen SIbftanb befinbet. Stuf: Birtcl bergriigern!
toirb im 2?ortoärtereiten ber bertleinerte B’1'^ toieber ju feiner bollen
©röfje erweitert.
S)a§ SBertleinern unb SSergröfjern wirb bon jebem 9teiter felbftänbig
gegen ben Wlittelpunft unb bie Äretelinie beö ßirfete au»gefüljrt.
2? o 11 e n.
Sie SSolte ift ein Stete bon 6 Sdjritt Surdjmeffer. Sie Stn»
paffung an biefe Sretelinie ftellt ba§ tjödjfte 3Raf? bon SangSbiegung
bar, bie ba§ ^ferb oljne SBeeirdrädjtigung be§ Sänget anneljmen
fann.
256
'Bet grastet- unb SReiterunterridjt.
?Iuf: Softe — ©iarjrf)! wenbet ber Leiter fein Sferb Dom $uf*
fdjlag jur Sötte ab unb feiert am fünfte beS Slbwenbens auf ben §uf-
fd)lag jurüd.
»ilb 2.
——~<&djIartaenHnie an ber lanaen SBanb,
—••• &cf}ian0enl(nie burd) bie JÖaijn.
Sehrtwenbungen.
Stuf: Satteric tdjrt — SWarfcfj! wenbet jeber Leiter auf einer
falben Solte in bie Safjn urt^ reitet bann nad) einem ißunft be3 $uf»
fd)Iage§ jurüd, ber brei ^ßferbetängen rüdwärtS be3 SlnfangäpuntteS
ber Sehriroenbung liegt.
©djlangenlinien.
Sete Schlangenlinie an ber langen SSanb! Sete Schlangenlinie
burd) bie Sahn!
©ie SommanboS werben tior ber Ede jur langen SBanb gegeben.
Sier Setenreiter beginnt bie Sdjlangenlinie nach bem ®urd)reiten biefer
®de. ©ie Übung tann mit unb ohne Stellung^roedjfel angeführt
Werben, ©er SJedjfel erfolgt beim Eingehen in jeben neuen Sogen,
©ie $al)I ber Sogen richtet fich natfy ber ©röfce ber Sahn unb bem StaS*
bübungägrab öon SJiann unb $ferb.
®et fjatjrer« unb JReiterunterridjt.
257
IRcitlehre.
<Sty, 3iigelfiiljnntg, $ilfcn.
<£)em Si£ be? fReiterö bienen al? ©runblage bie beiben ®efäß-
tnodjen unb ber Spalt. Ta? ©efäfj rupt mit lo?gelaffenen 3Ru?feln
in boller SÖreite auf bem ^ferberüden. Tie Oberjd)cnfel, mit ttycer
«ilb 3.
Sotfdjriftämägiget Sift auf Srcnje.
inneren breiten glädje anliegenb, werben foweit nad) innen gebreht,
baftba? ©nie flad) am Sattel liegt. Sie werben foweit jurüdgenommen,
al? e? mit bem Si| auf beiben ©efäfjhtodjen vereinbar ift.
Ter Oberleib ergebt fid) fenlred)t au? ben lüften, bie nid)t ein»
geTnidt werben bürfen. Tie lüften io erben bor gehoben, ba? ©reug
wirb mäßig angegogen. 55>ie Schultern finb natüilid) fallen gu laffen
unb gwanglo? gurüdgunehmen, fo baß bie 53ruft fid) wölbt. Ter ©opf
wirb, oljne ba? ©inn bor wärt? gu ftreden, frei unb aufredjt getragen,
ber 58lid über ben ißferbe !opf gerichtet. Tie Oberarme hängen au? ben
lofe gehaltenen Sdjultergelenten herab, ohne angebrüdt gu weibcn.
Tie Unterarme bilben mit ben Oberarmen annähernb einen red)ten
SBintel; ihr mittlerer Teil lehnt fid) mit ber inneren $läd)e leidit au
ben ßeib. Tie Unterfdjentel hängen bom ©nie au? je nad) Sänge ber
SJeme be§ SReiter? mehr ober minber fdjräg nad) rüdwärt? am ^feibe'
leibe herab unb halten mit ber SBabe leichte Fühlung. Tie fyuf fpißen
Ter felbgrau?. 5eIbarL !♦ 9L
258
5Der pröfjrer» nnb SReüerunterritfjt.
finb bet natürlid) Ijängenbem Unterfd)entel in geringem fDlafte bom
fßferbe abge wenbet. ©er f ufj wirb mit bem Salten berart in ben Sügel
gefegt, ba| bei frei betoeglidjem f ujjgelenf bie Soljle mit iljrei- gangen
Sreite bie ©rittftädje berührt. ©ie SCbfä^e werben leidjt Ijerabgebrüdt.
Seiber fütjrung auf ©renfe ftetjen bie tpänbe annätjernb 2 §anbbreiten‘
tjodj über bem SBiberrift unb ettva 4 fingerbreiten ooneinanber, ben
£>alS mit ben 3üQetn umfdjliefjenb. Sei ber
58ilb 3a.
füfjrung auf Staub ar e wirb bie linte Jpanb in
gleidjer §ölje mie auf Srenfe genau bor ber Sftitte
beS, Unterleibs fenfredjt über bem Sßiberrift
getragen. Sei loSgelaffenen ober burdjgegogenen
Srenfengügeln Ijängt ber redjte Wem natürlid)
bon bet’Sdjulter Ijerab; bie Jpanb liegt Ijinter
bem redjten Oberfdjenfel, ift leidjt unb gwangloS
geöffnet unb geigt mit ber inneren flädje nad)
bem fßferbcleib. Sie redjte Sdjulter unb §üfte
bürfen nidjt gurüdgenommen merben. Sei ber
füljrung mit angefafjter Srenfe ftetjt bie redjte
§anb etwa 2 fingerbreiten neben ber linten.
©ie Sinmirfungen be« Leiters auf baS
SfSferb, burd) bie er feinen S&illen funbgibt unb
eS betjerrfdjt, nennt man Hilfen.
©'r Leiter wirtt auf baS Sßferb mit
SdjenMn, unb ©ewidjt ein. ©ie (Sim
ivirfungen ber Sdjenfcl finb öortreibenbe, bie
ber ipiinbe oerljaltenbe §itfen. Seibe werben
wirtjam unterftü^t burd) bie ®ewid)tSein=
geblerfjafter <Si&. be§ 9Mter§-
©ie Sebeutung ber treibenben Hilfen ftefjt
ljodj über ber ber vertjaltenben. ®a§ SofungSmort ^ei^t „Vorwärts".
<Sc^en!et'f)itfen-
©er ©djentet Tjat bie Aufgabe, auf ben gtcidjfeitigen ^interfufj
gu wirten, fe natjer ber Sdjentel bem @urt liegt, befto met)r wirb ber
Hinterfuß gum SJortreten angeregt. Siegt er weiter ljinten, fo wirft
er entweber öerwetjrenb, b. I). er öerljinbert ben gleidjfeitigen hinter»
fufj am Serlaffen be§ §uffdjlage§, ober feitroärtstreiben.
©ie (Sdjenfelliilfen befteljen in einem ©rüden ober Stlopfen ber
Unterfdjentel bei möglidjft unveränberter -Sage ber ©berfdjenfel.
©ie Störte ber Jpilfen ridjtet fid) nad) ber folgjamteit ber ißferbeS.
©er Sporn bient gur Serftärtung bet Sdjenfefijilfe ober als Strafe.
©er iValjrer- unb 8teiterunterrid)t.
259
3 ü g e l h i l f e n.
Sie entfielen burdj bermehrteS Slu* ober Slbfpanuen ber £ügel
unb äußern fidj in bem tyerburd) erzeugten ftärferen ®rud beS
©ebiffeS auf bie ßaben. ®a§ Slnnehmen gefdjieht burd) ein feftereS
Sdjüefeen unb fdjraubenartiges Sirenen ber Jpänbe, fo bafj bie Heinen
Ringer nad) oben fteigen, baS Badjgeben burd) eine Drehung ber
jpänbe berart, bafj bie Heinen Ringer fid) bem *ßferbemaul nahem.
3ur SBenbung fteigt beim Beiten auf Srenfe burd) eine Sinbreljung
ber inneren Jjjanb.ber Heine ginger gegen bie Bruft be§ BeiterS. ‘Sie
äufeere §anb gibt nur fobiel nad), bafe ba§ fßferb bem Slnjug folgen
tann. Beim Beiten auf Stanbare mit angefafeter Srenfe roirb bie Söen=
bung im allgemeinen
nad) ben gleidjen ©runb*
fäfeen au§gefül)rt. Bei
ber gührung mit einer
£anb roirb ju Beginn
jeber SBenbung bie er*
forberlidje Stopfftellung
be§ *ßferbe§ burdj Ster*
für jung be§ inneren
3ügel§ erreidjt. Bei bet
SBenbung breljt fid)
bie §anb nodj ftärler
3ügelfül)runs mit-einer §anb
(burdjgejOflene Srenfe).
ein, bei ber SBenbung red)t§ fteigt hierbei ber Heine Ringer unter
Beteiligung beS Unterarmes gegen bie red)te Bmft, bei ber SBenbung
linfS gegen bie linte Bruft.
Setoid)t§t)ilfen.
(Sin 3urüctnet)men beS IDbertörperS hinter bie ©enfredjte belaftet
bermeljtt Buden unb Jpinterljanb unb roirft gleid)jeitig »ortreibenb.
Berlegt ber Beiter fein ©eroidjt nach ted)tS ober linfS (SBenben),
fo erhält baS erb ben Slntrieb, nad) biefer Bidjtung bon ber bisherigen
ßinie abjuroeid)en.
Snfammcntoirten unb Slnroenbung ber $ilfen.
Sin bie 3üöcl ftellen heifet, ba§ ißferb berartig bon hinten nad) born
jufammenfdjieben, bafe im galten foroohl roie im ®ange jroifefjen
Beiterhahb unb Bferbemaul eine unbebingt fid)ere, roenn aud) leidjte
Berbinbung IjetßefteUt ift. ’Ster Beiter beroirft bieS burd) Slnfpannen
beS SreujeS unb B orbrüden be§ 5ßferbeS mit beiben ©djenfcln gegen
bie ruhig ftehenbe ^ciuft. SBenn baS 5ßferb babei bei SBieberholung
ber Jgilfen fid) in §a!S unb ®enid biegt unb am Oebife taut, fo „jäumt
fid) ba§ Ißfcrb bei". ’SJurdj bermehrteS Unterjdjieben ber ^interfeanb
roirb baS ©ertid beS Sßf^beS hodjgeftent, „ba§ fßferb ift auf geeicht et".
Bei jebem SBiberftreben beS BferbeS ift bie BorroärtSberoegung
ber befte Berbünbete bes BeiterS.
260 5)er grafjrev unb 9teiterunterrirf)t
«Sdjritt. 2rab. Seirfjttr ab en.
©er Übergang jum Sdjritt erfolgt aug bem galten auf: Batterie,
— äJlarfdj!, aug ber Bewegung auf: '-Batterie — Sdjritt!, ber Über-
gang aug bem galten ober Sdjritt gum Stabe auf: Batterie im abge=
tiirgten Sempo — Stab!, '-Batterie im 'Arbeitstempo — Stab!,
Satterie — SRitteltrab! gum SBerftärtcn beS Sempos mirb: 'Arbeite
trab!, üRittcltrab!, Starter!, gum 53erfürgen: Stürjcr!, 3m 'Arbeite
tempol, $m abgetiirjten Scmpo! fommanbiert.
$8eim Übergang aus bem galten jum «Sdjritt fdjiebt ber Steiler
bag an bte gügel geftellte ^ßferb mit Streug unb beiben Sdjenfcln in
bie Vorwärtsbewegung hinein. Staub ba» SJJferb in enger ®er-
fammlung, fo müffen bie gügel fobiel nadjgeben, baß eg frei antreten
tann.
Sie ipilfen jum Slntraben entfpredjen benen jum Einreiten im
«Sdjritt. (Stoßweifeg Einreiten, Vorn- ober Hintenüberfallen bes Ober-
törperg, nidjt genügenbeS Vorfdjieben ber Hüften unb gu fefteg ©egen-
kalten ber Hanb finb bie am Ijäufigften bortommenben fj-efjler.
gum Verftärten beg Sempog treiben bie <Sd)enfcI bag *£ferb
beftimmter borwärtg. Ser Übergang muß fließe nb, bie Jpilfen bürfen
nidjt ftoßenb fein. Sie Srabtritte müffen gang allmätjlid) wadjfen,
plößlid)er Übergang gum ftarten Stabe üerurfadjt Übereilung.
2cid)ttrabctt! SBerfciilaffen! Sag ßeidjttraben berminbert
wefentlid) bie ftoßenbe ©cwid)tgeinwirfung beS SteiterS auf ben bilden
unb bie ©elenle beg 5ßferbe§; eg erleidjtert bem Sferbe bag Sltmen
fotuie bag STbfdjieben unb Unterfeßen ber Hinterbeine. Sind) ermübet
e§ ben Sfteiter weniger alg baS Sßerfenlaffen.
Ser Leiter läßt fid) bei unheränbertem nidjt bei jebem ©ritt
beg Ißf erb eg werfen, fonbern fängt, auf Stnie unb Sügel fid) ftüpenb,
je einen ©ritt ab unb finit erft wieber nadj bem folgenben ©ritt mit
borgefdjobenem @efäß weid) auf ben (Sattel nieber. Ser Obertörper
Ijebt fid) beim Vorfdjwingen beg einen über Streug befinblidjen fjuß-
paareg, alfo beg redjten JpinterfufjeS unb linten Vorberfußeg ober
umgefeßrt, unb fentt fid) beim fjußen beSfetben Veinpaareg. Ser
Leiter fommt fomit jebeSmal in ben (Sattel gurüd, wenn ent Weber ber
redjte ober ber linte Hinterfuß auftritt. 9Ran fagt bementfpredjenb,
bafj ber Leiter auf bem redjten ober linten Hinterfüße trabt. Sag ®or-
fdjroingen beg Hinterfußes, burd) ben ber Leiter gehoben wirb, ertennt
er an ber gleidjgeitigen SSorbewegung ber entgegengefeßten Sd)ulter.
SBeim Sleiten in ber SSaljn wirb ftetS auf bem inwenbigen Hinterfuß
getrabt, weil nur ber burdj ben inneren «Sdjenftl gum weiten Vortritt
beranlaßte innere Hinterfuß beim ffienben in ben Sden bie Storperlaft
richtig ju ftüpen bermag. 53eim (Rangieren muß ber ^Reiter ben
Hinterfuß baburd) toedjfeln, baß er fid) einmal ober in ungeraber gafjl
Werfen läßt unb fidj wieber erbebt, wenn bet nunmehrige innere Hinter-
fuß bortritt.
®et fyatjxex« unb 8leiietuntetrid)L
261
3lud) bei längeren Bitten muß bet Jpinterfufi gewedjfelt werben,
bannt nidjt eins ber beiben über Kreuj bcfinblidjen fyufjpaarc mehr
al§ bad anbere in Slnfpntd) genommen wirb. Sten Leiter, ber nidjt
auf ben fj-ufjwed)fel achtet, pflegt bad ißferb beim Slntraben faft immer
auf benfelben Hinterfufj ju fefeen.
^araben.
®ie falben ißaraben ljaben ben 3 Wed, bad erb in eine für je re
©angart ju »erfepen, Berfammlung unb Haltung bed '^ferbed mätjrenb
bed ©anged ju üerbeffern, »erloren gegangene Haltung tviebei ju
gewinnen, bem Etüden auf bas jDtunbftfld unb bem (Sil en im ©ange
ju begegnen.
üBet ben ljalben üßaraben umfafjt ber ^Reiter bad *ßferb erneut mit
ben Sdjenfeln unb nimmt gleidjjeitig bie Sügel an, gleidjfam als ob
et eS jum Stehen bringen wollte.
S)en g a n j e n iß.iraben, befonberS aud ftärferen ©angarten,
wirb burd) tjalbe Jamben »orgearbeitet.
SBommanbo: 'Batterie — Halt!
®ie ganje ‘‘ßarabe mujj in ber iöewegungdridjtung erfolgen, bie
Haltung beS ißferbed barf babei nidjt oerloren geben, Kopf unb §alS
müffen\n ber rid)tigen Stellung »erbleiben, bie £nnterfüfje untertreten
unb babutd) bie ©elcnfe ber ljinteren ©liebmagen fidj biegen. Um bie
Hinterfüfje nidjt am Untertreten ju ftinbern, muf» fidj ber Leiter be»
fonberd Ijüten, bie öerljaltenben gügelijilfen in ein ßieljen änderten
ju laffen. Sie finb »ielmeljr in lebhaftem ÜBedjfel »on Slnneljmen,
Stadjgeben unb SSieberanneljmen fo oft ju wieberljoten, bis bad $ferb
fteljt. biefer annehnrenben 3ügelljilfen wirb burdj bie bie Hinter*
tjanb tjeranljolenben Sdjenfel* unb ©croidjtdljilfen begleitet, rooburdj
bad $ferb »on hinten nad) üorn jufammengefdjoben wirb. §ierju
mufj ber Sieiter, je nad) ber Starte bes SempoS, aus bem pariert werben
foll, ben Dberförper mit angefpanntem Kreuj etwas jurüdl)alten.
©erabcridjtcn bed fßferbed.
®er Sdjub ber Jpinterljanb wirtt nur bann in geraber iRidjtung
unb »oll gegen bie ^ortjanb, wenn bie Ipinterfüfje bem £uffd)Iage
ber Sßorberfüfje folgen. Umgefeljrt fann aud) nur bann ber Leiter bie
Hinterbeine burd) bie gleid)feitige ßügelwirfung belüften unb biegen.
iBortjanb unb Hmterfynib beS ^ßferbed müffen alfo ftetd ridjtig auf*
einanber eingeridjtet fein.
'Ster ©rfüllung biefer ^orb'erung fe^t bie ben meiften gerben eigen*
tihnlidje Steigung ju fdjiefer Körperhaltung Schwierigfeiten ent*
gegen.
S)ie ©inwirfungen, beren fidj ber Leiter bebient, um bie SBorljanb
auf bie Hinterhanb einjuridjten, nennt man ©eraberidjten. ®aS fo
gerabegeridjtete, auf einem Huffdjlag geljenbe ^ßferb. fall fich
262
Set Safjrei- unb fReiteranterricht.
bet BängSachfe feinet StörperS ber $uffd)lag§linie anpaffen, gleidjüiel
ob fie gerabe ober gebogen ift.
93ei Schiefe 58. nad) redjt§ öer^inbert ber Leiter mit bem rechten
Sdjenfel unb Qügel ein weiteres Seitwärtstreten be§ rechten
fufje3 unb gebraust ben linlen Scheutet näher am ®urt, um ben gleich»
fettigen §intetfufj ju bermeljrtem Sortreten ju beranlaffen. Tie linfe
Schulter beö 5ßferbe§ toirb mit bem tief gehaltenen linten Bügel oer-
wahrt unb bie Sorhanb mit bem rechten Bügel foweit nach innen ge-
führt,. bi§ ber rechte Sorberfufs auf ben rechten Jpinterfufj ein-
gerichtet ift.
Stetten in Stellung.
Tic tßferbe rechts (lint§) ftellen! Tie tßferbe gerabeauS ftellen!
Ta§ $ferb geljt in Stellung, wenn ber Leiter imftanbe ift, e§ im
®ange in bem .^öchftmafj Oon BängSb'iegung ju erhalten. Tabei finb
§ilfen unb fjufjfefcung bie gleichen wiq beim Siegen.
Bur 23 er f a mmlung, jum Turd)reiten ber
(Seien, ju ben 2Benbungen, ben §uffd)lag§-
figuren, bem (Salopp unb §u ben Seitengängen
ift ber befdjriebene ober ein geringerer (Srab
bon Stellung erforberlidj. Tie Siegung ber §uf-
fdjlagSlinie, baS. SRafj ber Serfammlung unb baS Tempo finb für ben
@rab ber Stellung mafegebenb. Sei gerabem Sifc toirb ber ffieiter
inneres üluge unb 'Jlüfter feljen tönnen. Beber Leiter mufe babei felbft-
ftänbig and) ohne ffommanbo fein Sfetb redjtjeitig ftellen. Ta§
Äommanbo.ift ftetS erforberlid), wenn ba§ Seiten in Stellung als
Jöettion geübt «erben foll.
Sßcubitngcn im galten.
SJenbungen auf ber Stelle tönnen auf ber Sorhanb ober auf ber
^intettjanb ausgeführt werben. Ten Trehpuntt bilbet bei ber SBenbung
auf ber Sorhanb ber innere Sorberfufc, bei ber SBenbung auf ber
§tnterh°nb ber innere Printerfufj be§ ipferbeS.
Suf ber Sorhanb redjtSllint^um (umtetyrt) — SRarfd)! SRtt
entg eg enge fettter Stopf ftcllung auf ber Sorhanb re<ht§(lint§)um —
ÜRarfch!
Ter Sieiter ftellt ba§ $ferb junächft an bie- unb nimmt leidjte Stopf«
ftellung nad) ber Seite ber SBenbung. Ter innere Sdjcnlel Jjintcr bem Giurt
briftft, toenn nötig unter SOlitwirtung beö inneren 3iigef£, aUbann bie hinter«
hanb Tritt für Tritt um bie S?orl)anb herum, bis bie SBenbung öollenbet ift.
Seben Tritt ber tpinterhanb fängt ber äufjere, vertaahrcnb hinter bem @urt
liegenbe Sdjenlcl beftimmt auf, fo bafj jebe^mal eine ißaufe entfteht unb ein
$etumcilen ber ^intcrijanb öermieben mirb. SBährenb unb nach bet 'IBenbung
forgen Srf)enlel unb Streuj bafür, bafj ba>3 ipferb am 3äQel bleibt unb ntdjt
jurüdlriecpt. Ein SSortreten, baS in ber Siegel ein 9lu3fallen ber äufjeren Schulter
im Sefolge hat» mu| burd) @egenn»ir!en beö auSroenbigen $ügete üerhmbert
werben. Ein 3urüdtreten ift ber geringere fehler. 9tur wenn baö rohe (ßferb
®ct faßtet» unb SReiterunterridjt.
263
ben fettroört« treibettbcn Sdjenlel nod) nidjt lennen gelernt ßat ober ba«
gerittene ‘ß’erb fid) feinet (Siitivinung roiberfclM, bari ber innere ßügel burd)
flärteres, fehlidjes 'Biegen bes fcalfe« unterftüfcenb eingreiien.
3ut 'JBenbung auf ber
Sortjanb mit entgegen»
g e f e ß t e r Jfcwfftellung, j.S.
iint« um! Veranlaßt ber sHeiter
burd) ben tjimer bem (Ihtrt
liegenben äußeren (linten)
Sdjentel, unterftüßt burdj
fanfte 'Jlnjüge mit bem äußeren
(linten) Bügel gegen ben
linten Hinterfuß ba« ©erum«
treten ber ftinterljanb. XRit
bem inneren (redjten) Sdjen»
tel fängt er bie ^interljanb Silb 5.
nad) jebem Stritt auf. §intertjanb?menbung. Sorljanbetvenbung.
$ur SBenbung auf ber hinter1} a n b — fRcrfjt§(lin!§)um
(ttmtetjrt) — SRarfd)! — ftellt ber Leiter ba£ fßfetb juuädjft an bie
ßügel unb nad) ber Seite ber SBenbung. ©er inwenbige ^ügel leitet
bie SBenbung ein unb filiert bie SSorljanb ©ritt für ©ritt um bie hinter»
fjanb ßerum. ©er inwenbige Hinterfuß muß wäljrenb ber SBenbung
feftgeftellt werben, Hierzu ift ein $lnneljmen be§ auSWenbigen ßügel?
in 9lidjtung auf biefen Hinterfuß erforberlidj. ©er auSwenbige hinter»
fuß wirb burd) ben auSwenbigen Sdjentel am SluSfallen berljinbert.
SSeibe Sdjentel, bornetjmlidj ber innere, berljinbern ein 3urüdfviedjen
be§ $ferbe§ wäljrenb ber SBenbung. ©in SBortreten ift ber geringere
f^eßler. ©ie Sdjroere feines Oberleibs läßt ber Leiter meßt auf ben
inneren ®efäßtnod)en wirten.
Sßenbungcn im ®ange.
Genaue unb enge SBenbungen im @ange tann ber Leiter nur
bann ridjtig auSfüßren, wenn er bem Ißferbe eine bem S3ogen ber
SBenbung entfprecßenbe, gleidjmäßig berlaufenbe SängSbiegung ju
geben unb baburdj bie Jpinterljanb ju gwingen Vermag, in ber SBenbung
genau bem Jpuffdjlage ber SBorßanb ju folgen, ©ieengfte Sßenbung,
bie ba§ ißferb nod) auf einem £>ufjdjfage auSfüljren tann, bilbet ber
SEretebogen ber Sßolte.
SBor jeber SEBenbung im ökinge berfammelt ber ^Reiter bas ißferb
burd) eine Ijalbe fßarabc unb berlegt fein ©cwidjt ein wenig nadj ber
Seite, wofjin er Wenben will.
«Redjt§(ünfä)um — SWarfdj!
©a§ $ferb wirb nadj ber Seite ber Sßenbung geftcllt. ©er innere
$ügel füljrt ba3 $ferb in bie SBenbung Ijinein, ber innere Sdjentel
am ®urt treibt ben gleidjfeitigen Hinterfuß bor. ©er äußere BüQel
regelt burd) ©egenljalten bie Äopfftcllung, beftimmt ba§ 5D?aß ber
Sßenbung unb berljinbert jufammen mit bem jurüdgteifenben äußeren
Sdjentel baS 9Iu»fallen be§ äußeren Hinterfußes. 3e weljr e3 bem
264
®er ^afjrer» unb Weiterunterridjt.
SReiter gelingt, wätjrenb ber SBenbung ben inneren £)interfufj jum
ridjtigeii 'Stufen ju jwingen unb ben äußeren Hinterfuß jum Bot»
fdjreften in üiidjtung jroifdjen bie Borberfüße ju beftimmen, fomit
baS Ausfallen beS äußeren JpinterfufjeS ju berljinbern, um fo enger
unb fdjncller tann er fein $ferb wenben.
Sft bie Bortjanb in bie beabfidjtigte 9iid)tung geführt, fo ber*
minbert ber Gleiter bie Sivfung beS inneren Bügels, ftellt ben föopf
beS ißferbeS mit bem äußeren Bügel wieber ger abeauS unb füljrt
unb erhält eS fo auf ber neuen 2inie.
Sie äßenbungen beim ©urdjreiten ber ®dcn müffen fliefjenb
unb ohne jebeS St öden beS ©angeS auSgeführt werben.
Bei ben SEßenbungen jum (Rangieren burd) bie Bahn ift bei
unbebingter Beibehaltung ber Stellung nad) innen mit tätigem innerem
Sdjentcl unb burd) Borwirten beS äußeren Bil0e^ barauf ju achten,
baß baS ißf erb nid)t, um ben 5Beg abäufürjen, fd)on auS ber ©de heraus,
fonbern erft am ©hangierungSpuntt in bie Sßenbung eingeht. 9?ad) bem
Abwenbcn ift eine beftimmt »orfdjicbcnbe Sinwirfung geboten, um
baS Bferb gerabe auf bie ®hnnö’erull93linic einjurid)ten.
©enaueS Seiten auf bem Biifel «erlangt fortgefeßteS SBenben
beS ^ferbeS, beni eine ber Kreislinie beS B^M* entf’predjenbe 2ängS*
biegung ju geben ift. hierbei ift eS befonberS wid)tig, ben IpalS an ben
Sdjultern feftsuftcllen. ©er innere Hinterfuß bes IßferbeS foll bei
ridjtiger Biegung auf bem Bit fei im Sdjritt unb Stabe in bie Spur beS
glcirijfeitigen BorbeifußeS treten, ber äußere Hinterfuß muh auf bem
£uffd)lage beS äußeren BorberfußeS gehen.
Slnrj ft'chrt — SJlarfd)!
Sie Kurjtehrtroenbung ift eine Ketjrtroenbung auf ber hinter*
hanb wäljrenb ber Bewegung. Sie wirb nur au» berfammelten (Sängen
auSgeführt. SaS ^ferb foll fid) babei in ber bisherigen (Sangart in
einigen dritten ober ©aloppfprüngen bei leicht erhobener Borhanb
auf bem inneren Hinterfuß herumbrehen. 9?ad) Beenbigung ber Sffien»
bung wirb in ber früheren ©angart weitergeritten. (Sine bollenbete
Ausführung wirb nur bon wenigen Leitern geforbert werben tonnen.
©er Leiter gibt erft auf: Wifdh! bem ^ßferbe mit bem äufeeren
Bügel in ber Stidjtung auf ben inneren Hinterfuß eine entfdjiebene
^Jarabe. Sie ‘’ßarabe barf nur ein Aufhalten im ©ange jur fjeftftellung
beS inneren §interfufjeS unb bamit erhöhte Berfammlung, aber nicht
ein bolltommeneS Stillftehen he^Dotrufen. Sie Unterbrechung ber
BorwärtSbewegung unb ba§ ^erurnf ühren be§ BferbeS in bie Söenbung
müffen fid) beShalb unmittelbar aneinanber anfdjließen. Surd) eine
längere ^Jaufe nad) ber ’ßarabe würbe ber Leiter bie erlangte Ber»
fammlung wieber aufgeben. Sie Borljanb wirb um bie ^interhanb
herumgeführt, wobei ber inwenbige Sdjentel ben inwenbigen hinter«
fuh am Bnrüdtreten berhinbern mufj.
©ex gafjrer» unb SRettemnterrfdjt. 265
Salopp.
ÄommanboS:
gum Sntwideln be§ ÜRittelgnloppS, beS Arbeitsgalopps unb beS
abgetürgten SaloppS: «atterie ®Httelgafopp (im Arbeitstempo
Salopp, im abgetiirgten Scmpo Salopp) — Wlarjdj!
gum Übergang aus bem abgetürgten ©empo in ba§ Arbeitstempo
unb aus beiben in ben SJiittelgalopp: Arbeitsgalopp! Alittclgalopp’
gum Übergang auS bem SRittelgalopp in ben Arbeitsgalopp
unb ben abgefürgten Salopp: 3m Arbeitstempo! Sm abgetiirgten
Xempo!
gum Übergang auS bem SRittelgalopp in einen freieren (Sprung:
gulegen!, umgefeljrt: ©Httelgalopp!
©er Salopp Wirb burdj eine Steiljenfolge bon fprungartigen
Bewegungen gebilbet, wobei bie fvüfee einer Seite weiter borgreifen
als bie ber anberen. diejenige Seite beS BferbeS, bereu fyüfee bor=
greifen, ift bie innere. ©er Steifer mufe alfo in ber Balju ben ber §anb
entfpredjenben Salopp reiten. Ob baS Bferb richtig ober faljdj galop*
piert, ob eS alfo mit ben inneren ober aufeeten yüfeen üorgreift, füljlt
ber Leiter befonberS in ben Sden. Steifen bie bem Innern ber Baljn
gugefehrten f^üfee bor, fo bleibt baS Sefuljl unter bem Sefäfe weid),
ber Steifer beljält feine natürlidje Steigung nad) innen. Steifen bie
nad) aufeen geteerten fyüfee bor, fo betommt ber Steifer Stöfee unter
baS Sefäfe unb fipt unbequem. $n erhöhtem SDlafee ift bieS ber <yall,
wenn baS fßferb über SSreug galoppiert.
gum Angaloppieren mufe ber Steifer baS Bf erb burch berfammelnbe
fpilfen unter gleidjgeitigem Stellen nad) innen borbereiten.
©er äufeere Sdjenlel bleibt hinter bem Surt bertoaljrenb am
Bferbeleib, ©er äufeere Bügel befdjränft burd) eine halbe Barabe
ben Bortritt beS äufeeren JpinterfufeeS. ©er innere Sdjenfel am Surt
forbert ben gleidjfeitigen Jpinterfufe gu bermel)rtem Bortreten auf.
^ierburdj Wirb bie bisherige f^ufefepung geanbert, baS Bferb gum Am
galoppieren beranlafet. ©er innere Bügel erhält bie ^opfftellung.
©aS Sewidjt beS SteiterS rufet bermehrt auf bem inneren Sefäfetnodjen.
SS ift ftreng barauf g u achten, bafe baS Bferb gum
Angaloppieren' nidjt auf 3 w e i §uffdjläge g e *
ft e 111 w i r b.
Sobalb baS Bfetb fid) hebt, ljat ber Steifer mit leidjt nadjgebenber
fganb ben Saloppfprung feerauSgulafferi unb burch bortreibenbe (pilfen
bie Sprungbewegung in fjhife gu bringen. $e ruhiger unb weidjer
baS Angaloppieren bor fidj gefet, befto ruhiger unb weidjer bleibt baS
Bferb auch Weiteren Salopp.
Saloppiert ein Bferb falfdj an, fo mufe eS ber Steifer burch»
parieren, gerabe ridjten unb erft bann in ber richtigen Stellung wieber
angaloppieren, häufig wirb ber g-efeler gemacht, bafe bie Bflnibe nidjt
bollfiänbig burchgefüljrt, unb bafe ba§ Bfetb bon neuem angaloppiert
266 ®er gaßrer* unb JReiterunterric^t.
wirb, et)e bie ridjtige (Stellung gewonnen war. Äud) ein Hineiuwetfen
in ben richtigen Salopp burd) SSexftellen be§ $fetbe§ nad) außen
ober burd) grobe GeWidjtSljilfen beö Leiter» ift feljlerljaft.
SSätjrenb be§ Galopps finb ftiller Sip unb ridjtige Sinwirhingen
öon SSebeutung nidjt nur für bie Dtutje, Gleidjmäßigteit unb Sßeidjtjeit
be§ Ganges, fonbern aud) für bie ÄuSbauer be§ 'ißferbeS im Galoppieren.
2)a£ Gefäß barf fid) nidjt üont Sattel entfernen unb muß, wenn
e§ burd) bie Bewegung jurüdgefdjobcn worben [ein follte, immer wieber
gegen ben SBorberjwiefel oorgleiten. fittie» unb gußgelenfe müffen
iljre febernbe Söeidjljeit beibeßalten.
55>er Dbertörper beS SeiterS muß in ber Senfredjten bleiben.
Dteiter, bie ben Öbertörper ljintenübetneigen, Ijängen meift in ben
3ügeln, geljen mit ber Bewegung nidjt genügenb mit unb erfdjweten
bem ißferbe baS Galoppieren. gute DJlitneljmen ber äußeren
Sdjulter ift ju beachten.
9iiidroärt§rid)tcn.
Batterie rüdwärtS ridjt £udj — DRarfdj! Haft! (Vorwärts
— SRarfdj!)
®aS DlüdwärtSridjten förbert bie SSerfammlung be§ ißferbeS,
biegt bie Hinterßanb, berbeffert Haltung unb Surdjläffigfeit, bient aber
aud) als Strafe, ferner jeigt eS bem Dieiter, wie ber ^ügelanjug burdj
baS fßferb auf ben Hinterfuß Wirten foll.
3um SüdwärtSridjten fpannt ber Dieiter ba§ Streuj an, berfammelt
baS ißferb in guter Haltung unb ridjtet eS gerabe. ÄlSbann beranlaßt
er eS burd) gerabe auf bie Hinterfüße wirfenbe 3ügelanjüge, einen
guß nadj bem anberen mit möglidjft gleidjmäßigen, rußigen dritten
in geraber Dlidjtung jurütfjufteilen. Sie Sdjentel liegen wäljrenb»
beffen nur berwaprenb am fßfetbeleib, um ju berljinbern, baB ba§
ißferb mit ber ipintertjanb ausfällt ober auSweidjt unb fidj bom ^ügel
loSmadjt.
Seiten auf $Wei Huifd)Iägcn.
$ieißferbe bem redjten (linten) $d)entct weidjen laffen! Gerabe*
au§!
S)a§ Sdjenfelroeidjen letjrt ben flleiter ben Sebraudj ber ein»
feitigen Sdjentel* unb gügelljilfen.
®ie Stopfftellung wirb ftetä nadj bemfeitwärtS treibenben Sdjentel
genommen, bet baburdj jum inneren wirb, aud) wenn er bem Äußern ber
®aljn jugewenbet ift. $n ber Söaljn barf ber Dieiter ba§ ißferb auf ben
langen Seiten, fotoofjl bem redjten wie bem linten Sdjentel, auf bem
Birfel nur bem ber ^irfelmitte jugeteljrten Sdjentel weidjen laffen.
2>a§ Sdjentelweidjen wirb im gehaltenen Sdjritt ober gemäßigten
SIrbeitetrabe unb nur in turjen Seprifen geübt, ©den bürfen im
Sdjentelweidjen nidjt burdjritten werben.
Ser fahret* unb Sleiieruntertidjt.
267
93eim Sdjenleltoeid)en beivegt fidj ba§ $fetb mit ganj gelinget
Äopfftcflung auf jroei §uffd)Iägen. ®abei treten bie inneren fyüfje
gleidjmäfjig über unb bor bie äufjeren. Ser Leiter fifjt berme^rt
nad) innen unb brüdt bie §intert)anb mit bem bidjt hinter bem ®urt
liegenben inneren Sdjentel feitroärtä. Siefer ©rud mufj eintreten,
toenn fid) ber innere Jöinterfufj bon ber ®rbe Ijebt unb wirb, Wenn nötig,
bon Sritt ju Sritt toieber^olt. Sie SBor^anb wirb burd) ben äufjeren
Bügel auf iljrem Jpuffdjlage weitergefüljrt. Ser innere Bügel erljält
bie Stellung, foigt für bie SBeidjtyeit bet inneren Seite unb unterftüpt
wenn nötig, ben feitroärtö treibenben Sdjentel.
Springen.
SidJeteS unb gefdjidte§ Übertoinben von Jgnnberttiffen ift bie Sorbebingung
für gutes Weiten ttn ©clänbe. Um «den Slnforberungen ju genügen, bte fjiei
an ben einzelnen Weiter tjerantrelen, bebürfen Weiter unb $ferb grünblidter
Sorberettung unb bauetnber Schulung.
Som Weiter toerben geforbert: Gilt bon ber .§anb unabhängiger Sip bet
leichter giigelantchnung, tocirfjeS Stdjanpaffen unb “üRitgeljen mit ber S3e»
tvegung, Setmeiben jeber Störung beS SfcrbeS im Wlaul unb 9iüden.
Sttb ö. '-'Iblt. ritng.
®a3 ißferb füfjrt einen Sprung ridjiig auS, toentt eS ohne ju ftupen ober
ju flürnten im ruhigen, gleichmäßigen Semt’o an ba>3 $tnberni3 herangept,
toeber ju früh, 3« fpät abü ringt, baS ^inbemiS mit möglüiift geringer
ffraftantvenbung überioinbet, unb fidj barauf itn gleichen £emj. o roic »or bem
Sprunge auf gcraber üiitie Weiter fortberoegt.
268 Ser gabrer« unb fReiterunterridjt.
2t u f ffianbate barf nut mit an gefaßter ober burd)*
gejogener Srejife gef p tu ngen werben.
Bor bem. Sprunge »crfidjcrt fid) ber Weiter burd» oortreibenbe $ilfen ber
?lnlel)nung an bad (öebifj unb reitet mit gerabegeftelliem Bi erbe Jemredjt
auf bie Wlitte bed Jfcmtberniffed lost. Bie()t bad Bferb ba« ^tinberind an, fo ift
iljm bei SSabrung ber Slnlebnung an bad ©ebifj fooiel Süäelfreitjcit ju geben,
toie ed bem Weiter abuer fangt.
'Ääfjteitb bc§ ganjen Sprunges bleibt ber Cbertörper bed Weiters an*
näl)crnb fcitlredjt jum Grbboben. Seim $ebcn ber Borfjanb sunt Sprunge
toirb fid) fomit bet Jpatd bed Bierbos ber Stuft bes Leiters, beim Üanben bie
S’ruppe feinem Wüden näl)ern. Wur roäljrenb bed Sdiiocbcnd über bem $>inber«
nid tvtrb ber Dbertörper bed WeiterS aud) annätjernb fen!red)t jum Bi erbe*
rüden bleiben.
Btlb 7. iianben.
Seim ©eben jum Sprunge fotoie toäfirenb bed Sprunges ift ed bafjer
erforberlid), bafe ber Weiter bei feftem Sdilufi nid)t (»intcr ber Bewegung bed
Bferbed jurüdbleibt, fonbern mit öorgcfdjobencm ©ejäfe in bie 9fuf» unb
Vorwärtsbewegung bed Bferbes gefdjmcibig eingefjt. 2cm $alfe, ben bad
Bferb im Sprunge ftredt, mufe am Bügel bie nötige iVrefijeit gelaffen werben.
Ser Weiter mufe ba()er and bem Gllbogen* unb Sdjultergefent nadjgeben;
in einjclnen JJällen tann fogar ein Biilgelien bed ganjen 9lrmeS geboten fein.
Sie Unterfeljentel blctben am. fßferbc liegen, bie fjüfee tönnen bi» jum
Spann burd) ben 'Bügel geftedt werben. Stolpert ein $terb beim Vanben
ober oerlicrt cd bie Sorberfüfee, fo oerlegt ber Weiter, inbem er nötigenfalls
bie Bügel burdigleiten läfet, fein ®eroid)t mef)t nad) rüdwärts, bamit bad
fßfetb oolle fyreilieit bat, fid) roieber aufjuridjten. Ser lange Bügel ermöglid’it
bem fßfetbe ein beffered Untergreifen ber $interf)anb jum Slufriditen unb
jiel)t ben Weiter nidjt auf bie Schultern bed im fallen begriffenen fßferbcs.
®er fahret* unb Leiter unterricht. 269
3?ühlt ber SReiter bei einem SBetifprung, baß baS ^ßferb mit ber $inf etfjanb
ntcf)t ridjiig lanbet, fo muß er 311 beten ©ntlaftnng ba£ ®emid)t bes OberiörperS
meijr nach Vürn auf bie bereits gclanbete SJorljanb legen.
9lad) bem S. runge ift baS spierb gerabeauv weiter 311 reiten, um bei
9ieigung bet ißferbe, nad) bem ©inbenite nad) einer Seite ab^uweidjen, ent*
gegenju wirten.
6. Ausbildung am befpannfen (Öefcfjü^.
a) .^atyrauSbilbttng.
QlllgemcincS.
®eroanbte§ unb entfd)loffcne£ g-aljren, juberläffige Bugleiftungen,
aud) bei anbauernben Seroegungen in jd)ivie,rigem Soben, finb Sor*
bebingungeit für bie Serwenbung ber fyelbartillerie.
Müffchen unb Muöbinbcn.
®et üluffafcgügel foll bem Jpanbpferbe bie nötige Haltung geben.
®er Muäbinbegügel foll bet Mnnaljme be» §anbgügel» entgegenrohfen.
Sluffafc’ unb MuSbinbegügel müffen in ber [Bewegung anfteljen, otyne
ba§ ißferb in ber Bugljaltung gu beljinbern. Seim Muffepcn mirb ber
Stanbarenjügel in ben 2lufl)ängeriemen be§ Sattely fo eingefnotet,
bafj bet Sd)ieber fid) im Snoien befinbet. ®a» Äeilenbe Ijängt nad)
lint§ herunter.
fyeljlt ein 'Jafjret, fo fällt ber SKittelreiter au§; ba§ SJlittelfattelpferb
wirb aufgefe&t, bet £>anbgügel mirb am Sattelpferbe befeftigt.
galten unb gurren bet ißferbe.
®er tJfa’fjrer fteljt in bet für ben [Reiter borgejdjtiebenen Mrt neben
bem Sattelpferbe. ®r palt in ber redjten ipanb aufter ben 2ren[en*
gügeln be§ Sattelpf erbeä ben unter bem .vjalje beweiben burd)--
genommenen §anbgügel, in ber linten bie ^eitfdje mit ber Spifje nad)
unten. SBeim Antreten füljrt et beibe ißferbe mit ber redjten £>anb.
SBleibt ba§ Jpanbpferb gurüd, fo nimmt er ben .’panbgügel in bie linte
§anb unb fütjrt e§ bor. S3ei engen ©urdjgangen läßt er ba§ §anbpferb
borangetjen.
5ln= nnb Wbfpamien.
Slnfpanncn!
®er Stangenreiter nimmt, rüdwärtS ridjtenb, bie ®cid)fel gmifdjen
feine ißferbe. Sorbet* unb ffllittelreiter [teilen fidj oor iljm auf.
®ie ^al)rer befeftigen ben «’panbgügel am Slattl)aten, bie Seüfdje
am §intergwiefel iljreS ©attelpferbes? ®er (Stangenreiter tjafr bie
Steuerfetten bon oben nad) unten ein. 2>ie [yaljrer fpannen ihr Jpanb*
unb bann iljr Sattelpferb an. 2)ie SLaufjafen werben bon unten nad)
oben in bie föappenöfen ober [Ringe getjaft, bie Speniemen burd)*
gegogen.
Hbf pannen!
®ie galpcer fpannen, nad)bem .'panbgügel unb [ßeitfd)e am Sattel*
270
Der tyafjrcr
unb 9ieiterun!errid)t.
pferbe befeftigt finb, in umgeleßrter SReißenfolge ab, mic fie angespannt
ßaben. iRadj bem Slbfpcnn m rüden bie fyaßrer mit ißren gerben eine
ißferbelänge bor. ©er SDlittelreiter ftellt bie Vorberbrade, oßne fie
abguneßmen, fenlredjt.
?Iitfs unb 9lbfifecn.
'Jür baS 9luf= unb 9lbfi^en be» fyaßrerS gelten biefelben Äont*
manboS wie für ben Leiter.
©ie faßtet eines ©efpanneS fifcen gleidjgeitig auf unb ab; fie
ridjten fid) nad) bem Stangenreiter, ©iefer’legt bor bem 9luffißen
bie ©eidjfelftüße ein, nad) bem 9lbfißen auS, wobei iljm ber äRittel-
reiter burd) 9lnljeben bpr ©eidjfel ßilft.
91 u f f i |j e n.
©er fjaßrer ergreift mit ber redjten Jpanb über ben £>alS beS
SattelpferbeS ßinweg ben Jpanbgügel, ben ißm bie linle §anb gureidjt,
tritt feitwärtS, orbnet bie gügel be§ SattelpferbeS, legt ben §anb=
gügel in bie linle §anb unb ergreift bie 9)läßnenßaare. ©ie ißeitfdje
unb baS ßmbe beS .'panbgügelS läßt er an ber linten Sdjulter be» Satteb
pferbeS ßerunterßängen. ©ann fißt er auf, läßt bie ÜRäßnenßaare
los, ftedt bie r-edjte §anb burd) bie Sdjlaufe ber ißeitfdje, gießt biefe
burd) bie linle unb läßt fie am §anbgelent gwifdjen beiben ^ßferben
ßerabßängen.
hierauf erfaßt er ben ^anbgügel wie ben .ßügel einer SEßaffer»
trenfe, fo baß er unüerbreßt anfteßt, unb ftellt bie redjte §auft, ©aumen
nadj oben, oßne baS §anbgelenl §u üerbiegen, in §öße ber linlen gwi*
fdjen beibe Vferbe.
91 b f i jj e n.
©er tpanbgügel unb bie Sßeitfdje werben wie beim 9Iuffitjen in
bie linle §anb gelegt, bie redjte auS ber Sdjlaufe ber ^eitfdje gezogen.
SRadj bem 9lbfi§en ergreift ber 'Jaßrer mit ber redjten §anb ben §anb^
gügel unb nimmt bie borgefdjriebene Stellung am Sattelpferbe ein.
3ügel= unb djeitßtlfen.
fjüßrung beS SattelpferbeS nadj ber e i t b o r f dj r i f t.
$ur fyüßrung beS JpanbpferbeS bienen folgenbe §ilfen:
SSortreiben: drßeben ber $eitfdje, nötigenfalls Sdjlag
ßintej ben ®urt.
parieren unb 3urü^neßmen: ©ie f^auft geßt
redjtS feitwärtS, fpannt ben §anbgügel in ber SRidjtung ber Gruppe
beS JpanbpferbeS an unb wieberßolt bie §ilfe, bi» ber 3wecf erreidjt ift.
£intS wenben: fjeranneßmen be» §anbpferbeS mit bem
Jpanbjügel unb, wenn nötig, Vertreiben.
SRedjtS wenben: Slnreiten mit bem Sattelpferbe gegen bie
Sdjulter beS ^anbpferbeS unb Vortreiben.
©er Satjrer« unb SReiteruntetridjt
271
§etanne^men bet § int er lj anb: Jpanbjügel in bie
linte §anb, SJerüljren be§ redjten £>interfdjenfelS mit ber ißeitfdje,
wobei bie redjte §anb möglidjft weit über ba§ ^anbpferb nad) redjts
geljt.
58ei ben §ilfen ift ÜRuden im -Mtaul ju bermeiben.
Sin redjtev ©teile unb bann nadjbrüdlidj gegebene ißeitfdjenbilfen
Werben bem ißferbe Sldjtung bor ber ^eitfdje einflöfjen. 3U intern
©ebraudj tann ber Jpanbjügel in bie linte §anb genommen werben.
®a§ ©djlagen auf Stopf, £>al§ unb Gruppe ift berboten. 9tadj bem
©ebraudj wirb bie ^eitfdje tjeruntergenommen.
2>em SluSfdjIagen be§ $anbpferbe§ wirb burd) fräftige Slnjüge
nad, oben, bem ©teigen burdj foldje nadj unten begegnet.
Sluf: 'Jlüljrt ßud)! tann ber §anbjügel jeitweife in bie linte §anb
genommen werben.
©ang bet galjrauSbilbung.
Sie SluSbilbung ber ©ef panne erftredt fid) auf (Sntwidelung be£
gteidjmäfjigeu 3 u g e S fämtlidjer ißferbe in allen ©angarten
unb bei allen 93obenberljältnifjen, auf ©teigerung ihrer 3ugleiftung,
ba§ parieren, ©rlernen ber Sßenbungen, auf bas fyaljren über £>inber»
niffe unb auf ba§ fyaljren jum 91b* unb Slufproljen.
ßntwidcluug nnb (©teigerung bet Sugleiftung.
^n ber ©runbftellung beS ©efdjüpeS fteljt bie Seidjfel fenlredjt
$ur ßafettenadjfe. Sie ftafyrer ljaben mäfjig ftraffe Saue unb SSorber»
mann. Ser ©efdjü^führer Ijält mit bem SBorberreiter SBügel an
SSügel. ‘
^Batterie — (©angart)! _
Sa§ Slnfaljren erfolgt
burdj gleichmäßiges Sin» «□€=*
jieljen aller Sßferbe beö : ;
©efpanneS. ©ie müffen *---------* • - - — «2 - - -----------*-------»5
babei allmäljlidj in baö "-----------------------«»..............-
©efdjirr geljen unb fidj 58üb 8.
mit träftigem Srud in
bie Stumte legen, oljne ljineinjuprellen.
3ur gleidjmäfjigen SBirtung eines ’ßferbepaareS mufe ba§ $anb»
pferb fo jeitig borgetrieben werben, bafe es fidj mit bem ©attelpferbe
gleidjjeitig in§ Stumt legt.
3ur Übereinftimmung im ©edjSgefpann müffen Mittel» unb
Stangenreiter genau auf ben Sorberreiter adjten unb bon iljm bas
5SRafj ber ^Bewegung nehmen. ®eibe ljaben bafür ju forgen, bafj bie
SJorberpferbe nidjt überanftrengt werben. Sie fyatjrer reiten genau
auf SSorbermann; alle $ferbe müffen bie befohlene ©angatt inne-
halten.
272 $et unb Sieiteruntcrritbt.
$um erften ülntraben wirb fommanbiert: Satterie im berfflrjten
Xempo — irabl, jux (Sntwidelung be* (Sgerjicrtrabe*: Wittel —
Stab!, jum Übergang au» bem Sdpitt über galten jum ©jerjier»
trabe: Satterie —• Xrab!, jum Sertürjcn be» ©gerjiertrabeS: Sm
bertitrjten Scntpo!
Satterie ©alopp — SJlarfd)! ßwctf'näfjig mirb burd) allmäljlidjeS
Serftärfen be§ Grabes in ben ©alopp übetgegangen. 2)er Stangern
reiter erleid)tert ben anberen ftjaljxern ba* Slngaloppieren, wenn er
auf ba» ÜlnfünbigungSfommanbo burd) Serftäxfen be* SempoS ben
borberen Ißferben für turje etwa* lofe Saue fdjafft.
parieren.
Satterie — (©angart)! ober: Satterie — «alt! Sie Stangen»
pferbe bürfen bei bem ^lufljalten nidjt gewaltjam jurüdgeworfen
werben, bamit fie fid) baran gewöhnen, ben Srud be» ©efdjüpe*
Willig aufjuneljmen unb burdj nadjljaliige Slnwenbung ihrer Körper*
fdjwere unb SRuSfelfraft ju überwinben. Ser Stangenreiter erteilt
bem ipanbpferbe bie £ilfe fo, bafj e» gleichzeitig mit bem Sattelpferbe
unb oljne mit ber Gruppe auöjufallen pariert; er üer^arrt bann fo
lange in ber Sarabe, bis ber ßwed erreicht ift. Sei einer guten Sarabe
barf bie Seidjfel nicf)t in bie £wtje fdjnellen. Sorbet» unb SRittel»
reitet parieren iljre Sferbe allmäljlid) unb gel)en mit mäfjig ftraffen
Sauen um ben SRaum bor, ben ber Stangenreiter jum parieren bebarf.
SRadj ©angart unb Sobenbefdjaffent)eit wirb biefer 9laum betfdjieben
fein.
Söcnbungcn.
Satterie liut§ (redjtS) um — ober: ljalblintS (palbredjtä) —
(©angart)! ober: Satterie tcljrt (rcd)t§um tcljrt) ~ (©angart)!
2luf: Satterie tcljrt — (©augart)! wirb linfSum fehlt gemadjt.
Sei genügenbem 9iaum wirb bie SBenbung fo gefahren, bafj ba§
innere einen Sogen bon 8 Sdjritt §albmeffer befdjreibt.
Sie SBenbung beginnt unmittelbar nad) bem Äommanbo, au§ bem
galten, fobalb ba§ ©ejdjüp gerabeauS in Sewegung gefegt ift.
gafjrcn jum Stb* unb Shifproücn.
£>ie im folgenben befdjriebenen Stege beim fyaljren jum 9lb» unb
2lufpro|en fowie bie angegebenen Wafje füllen nur als 9(nl)alt für bie
fdjulmäfüge Einübung bienen. ÖenaueS 3nne^)a^en ber*
felben ift nidjt ju forbern.
Slbpto^en beS ©efdjübeS nach borwiirtS.
2luf ben ffiuf be§ K3: Sor! mad)en bie ftatyrer eine Steljrtwenbung
nadj linB. ®et Sorberreiter reitet im Sogen auf einen Suntt ju,
ber in Serlängerung bet ©efdjüfcadjfe 8 Sdjritt bom linten ©eft^ü^-
Ter gatjter» unb 9ieiterunterud)t.
273
rate liegt, bon hort auf einen fßunlt im (Meife biefeS SRabeS 4 Sdjritt
hinter bem £afettenfd)Wanj unb biegt bann im fladjen Sogen in bie
Verlängerung beS ©efdjüpgeleifeS ein. Sei berengten (Sefdjüp*
jwifdjenräumen ljat ber Vorberreiter ben Kreisbogen fotoeit ju öer-
fteinern, bafj er bie Kanoniere beS StebengefdjüpeS nidjt anreitet.
SBenn nötig, wirb im Sdjritt gefahren.
SKittel' unb Stangenreiter folgen bem Vorberreiter möglidjft
genau, ©er Stangenreiter pält bie ©eidjfel nadj redjtS, bis er in £öpe
ber ®efd)üpadjfe fommt, bann beim ©inbiegen in bie Verlängerung
beS (SefdjüpgeleifeS nad) lintS. ®r pariert, fid) redjtS umfepenb, fo,
bafj bie Srope 8 Sdjritt pinter bem ©efcpüp, üom Safettenfdjwanj
bis jum ißroppafen gemeffen, ftept.
Vorbei unb SRittelreiter parieren entfpredjenb.
Opropen beS QJejdjüpeS nad) rüdwär'tS.
$luf ben Sfiuf bes K3: Vor! rüdt bie ganje Sefpannung 8 Sdjritt
im Sdjritt bor.
Ülbpropen b e S (S>efdjüpe§ nad) ber plante.
©ie ^atjrer madjen eine SJinlSwenbung, wenn iiadj redjtS, eine
StedjtSwenbung, wenn nad) linfS abgepropt wirb. ,
^Ibpropen beS 2KunitionS* unb S e ob a cp tungS =•
wagens.
SBirb ber fDtunitionSwagen nadj ber plante abgepropt, fo brepen
auf ben Stuf be» Ml: Vor! bie Rapier bie ©eidjfel nad) ber bem f^einbe
abgewanbten Seite unb bleiben palten.
SBirb bet 3JhinitionSwagen nadj rüdwärts abgepropt, fo rüdt
bie Sefpannung auf: Vor! 1 Sdjritt bot unb palt.
©aS Slbpropen beS SeobadjtungSwagenS gefdjiept entfpredjenb.
^lufptopen b e S ® e f dj ü p e S nadj bormärte.
©er Vorberreiter reitet bon be'm fßunfte, ber 8 Sdjritt bom
redjten ®efdjüprabe in Verlängerung ber ©efcpüpadjfe liegt, auf einen
Ißunlt ju, ber fiep 3 Sdjritt bor bet borberften fjelge biefeS Stabes
befinbet, überfdjreitet baS linle Seleife unb biegt bann im flacpen
Sogen in bie Verlängerung beS SefdjüpgeleifeS ein. ©er SRittelreiter
muff fdjarf nadj aufjeu palten, um ber SIbftadjung bes SogenS borju»
beugen.
©et Stangenreiter reitet fo, bafj ba§ linfe Stoptab 2 Sdjritt
oor ber borberften fjelge be§ redjten ©efdjüprabeö borbeitommt. @r
pält wieber bis in §öpe ber Öiefdjüpadjfe nad) red)t£ unb bann nad)
lintS unb pariert, fidj redjtS umfepenb, fo, bafe bie Vrope 3 Sdjritt
not bem ©efdjüp ftept.
Ter ßrelboraue. ftefbarL 1. 9L 18
274
5Bet galtet* unb 9ieitexuntetrid)t.
Slufpropen b e § © e f d) ü p e § nad) rüdwätt
• ©ie fliege! ift, bafj auf: flladj rüdwärtS bie $ r o p e fiepen bleibt
urib baS ©efdjüp an fie ijerangebradjt wirb.
Soll baS ©efdjüp ftepen bleiben, fo unterftüpt auf: $ropen
juriht! bet Stangenreiter bie K4 unb K5 beim ßurüdbringen ber
ißrope, inbem er feine fßferbe in geraber SRidjtung jurüdtreten läßt
unb fidj pterbei redjte umfiept. SBorber* unb SSRittelreiter taffen ipre
^ferbe entfpredjenb jurüdtreten unb fepen fidj ebenfalls redjts um,
bamit fie bor bem Stangenreiter bleiben.
$lufpropen b e § ®efdjü|e§ nad) ber g-laute.
Sluf: flladj rerfjtS (lintS) wirb bie Sßroße fo in bie SRidjtung bes
beabfidjtigten fllbmarfdjeö gefahren, bafj bie ©eid)fel in SSerlängerung
bet ©efdjüpadjfe ftept unb ber $roppalen 3 Sdjritt bom ©efdjüptabe
entfernt ift.
9lufpropen beS SRunitionS» unb e o b a d)t u n g s •
wagend.
SBitb ber Sßagen nadj rüdwärtS aufgepropt, fo wirb bie fßrope
burdj eine Sßenbung fo pinter ben ^interwagen gefahren, baß ber
^roppafen 1 Sdjritt bon bet SfJropöfe entfernt ift.
fltadj ber plante wirb wie beim ©efdjüp aufgepropt.
b) ßjrerjierauSbilbung.
Grtlärnng einiger Sejcidjnungcn.
g r o n t f e i t e peißt bie Seite, auf bet fid) bet gürtet befinbet.
Swifdjenräume werben nad) ber Seite bon SRitte ju SJlitte
bet Sefdjüpe unb Söagen gemeffen unb peißen gefdjloffene, wenn
fie 5 Sdjritt, geöffnete, wenn fie mepr als 5 (normal 20) Sdjritt
betragen.
Sl b ft ä n b e werben nadj ber Siefe bon ben SRünbungen ober
ben $interrabfelgen ber borberen bis ju ben köpfen ber Sßorberpfetbe
bet folgenben gaptjeuge geredjnet.
StommanboS unb Sciifjen.
Sie SluöfüprungSfommanbo» finb, wo betriebene ©angarten
tommanbiert Werben tönnen, burdj ba§ Sßort: (©angart)! erfept.
ßut SBe^eidjnung ber ©angarten werben folgenbe s2lu§füprungS’
tommanboS gegeben:
SRarfrfj!, wenn in ber Bewegung bie ©angart unberanbert bleibt,
ober wenn aus bem galten im Sdjritt angeritten werben foll,
Sdjritt!, Stab!, ©alopp — äJtarfdj’., 3Rarfdj:fl)tarfdj!, wenn
in bet Bewegung bie ©angatt beränbert, ober wenn auS bem galten
in einer ftärieten ©angart als im Sdjritt angeritten werben foll,
Starter! unb: Stiirjct!, wenn bie ©angatt beibeljalten, aber baS
Xempo beränbert werben foll.
®er ftafyms' unb IReiterunterricfjt.
275
®erabeau§!, wenn au§ ^Bewegungen fjalbfeitwörts bie urfprüng-
lidje Sftarfdjridjtung unb fftidjtung wieber angenommen ober nad) bem
Sdjliefjen unb öffnen in ber früheren äRarfdjridjtung unb ©angart
weitergeritten werben foll.
£)tjne weiteres ffommanbo wirb nad) Sdjwentungen
unb SBenbungen bie für fie tommanbierte ©angart beibeljalten unb bie
neue 3ftarfc&rid)tung aufgenommen.
Stuf: grontr wirb bie SBenbung ober Sdjwentung oljne 2lu^
fü^rungStonimanbo fofort auSgefüljrt unb bann oljne weiteres-
Äommanbo in ber früheren ©angart, au§ bem galten im Sdjritt,
weitergeritten.
Shtfjer SBefetylen, StommanboS unb Signalen tönnen jur gütjrung
ber ©ruppe audj 3eid)en öerwenbet werben.
Bum 9iad)reiten nimmt ber güljrer ben Slrm Ijodj, mit il)m
in bie Wrfdjridjtuug jeigenb.
$um Eintreten unb jum Übergang in bie nadj ft ft örtere
©angatt Wirb ber Slrm wieberljolt nad) oben geftofjen.
Bum Übergang in bie nädjfttürjere ©angart wirb ber
t)odj erhobene Ülrm gefentt.
Bum galten wirb biefeS Beidjen wieberljolt gegeben.
§ält bie ©ruppe, fo bebeutet ba§ Senten beS SlrmeS a b j i fj e n.
Bft bie ©ruppe abgefeffen, fo bebeutet ba§ einmalige §eben be§
Sltmeö auffifjen.
Bum Sl u f m a r f d) wirb ber SIrm über bem ®opf gefdjwungen
unb barauf in bie betreffenbe iRidjtung geftredt; foll in ber nädjfib
flatteren ©angart aufmatfdjiert werben, fo wirb hierzu ba§ Be^en
gegeben.
Bum grontmadjen Wirb ber nadj ber Seite ausgeftredte
8(rm wageredjt nad) ber einjunetjmenben gront gefdpventt.
©urd) bie Signalpfeife tann bie Slufmertfamteit auf ben
gül)rer geteuft werben.
güt bie Staffel gelten biefeiben ©runbfafce.
©er Staffelfüljrer leitet bie ^Bewegungen burd) SommanboS,
Beicben unb Burufe; ba§ Slntünbigungötommanbo ift: Staffel!
©ie Satterie.
Bufammcnfcbung unb ©lieberung.
©ie fal)renbe Satterie l)at 6 ©efdjüfce, 1 SeobadjtungSwagen,
6 SÄunitionSwagen, 2 SorratSwagen, £)ffijiet’ unb Sorratspfetbe,
1 SebenSmittelwagen, 1 gutterwagen, bie reitenbe Satterie 4 ©efqüfce,
l SeobadjtungöWagen, 4 SWunitionSwagen, 2 SorratSwagen, Df fixier«
unb Sorratöpferbe, 1 ßeben^mittelwagen, 1 gutterwagen.
©ie Staffel wirb, wenn möglid), üon einem Dffijier geführt.
IS*
276
'Sex fjaljrcr» unb 9tciterunterrid)t.
Sliebcrung bet faljrenben ©atterie.
(Sei ber rcitenben ©atterie fällt ber 3. 3«9 unb ber 3- SJagenjug fort.)
1. @efcf)ü|>
©eobad) tungö hingen
1. SRun.-SSagcn \
2 (< i 1. ©taflenjug
©efedjts*
botteric
> ©taffe!
@efed)t$»
©agage
1. ©orrats wagen
Dffijier* unb ©orratepferbc
2. ©orratsmagen
©rofje SebenSmittelroagen
®oßagc juttertoagen.
©cjdjrcibung unb ftWed bet formen.
SHegeöffnete© atterie bient gu ©ewegungen auf bem
®efed)t§felbe.
® i e g e f d) l o f f e n e ©atterie bient gur ©erfammlung
unb jur ©arabe.
$ i e Kolonne g u (Sinern bient gu ©ewegungen auf bem
®ef ecfjtSfelbe, al» Wrfdjfolonne unb jur ©erfammlung auf ber Strafje.
3 u r ©ertürgung ber 3Ä a r f d) t i e f e tann bie Staffel
neben bie ©efdjüfce borgegogen werben (®opp elf olonne).
®ie 3u9^°l°nne (nur füt reitenbe ©atterien) bient als
ü erfüllte Wrfdjtolonne, jur ©erfammlung unb gu ©ewegungen auf
bem ©efedjtsfclbe.
$faf= unb Slbfifjcn.
S)a§ SBommanbo: 9Iufgefeffen (Ögefeffcn)! gilt gleidjgeitig für
bie Kanoniere ber faljrenben ^Batterie.
®ie Kanoniere berreitenben ^Batterie nehmen bor bem W
fifjen, wenn fie gefdjlofien ljalten, auf: ©atterie — abgefeffen! ben
gum Slbfifcen erforberlidjen 9iaum bon ber SJtitte. 9tad) bem 9Iuf[i|en
fdjliefjen fie nad) ber HRitte gufammen.
©cWegnngen ber ©atterie.
©ei allen S d) w e n t u n g e n in gefd)loffeuer ©atterie ober
ßuglolonne ift bie Slidjtung nad) bem äufjeren fylügel, bie 3roifd)en
räume werben bom inneren §lügel genommen.
®er gfatjtei* unb äieiterunterridjt.
277
Sie geöffnete Batterie.
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Oberleutnant CeutnanL
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Stafielfritjrer
Wdrtjilfclilbrer. SBanenfübrer,
fdjlifBCiibrr Umerofrtgler. «JNeibereiter.
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0 Saljrw, ^Reiter $ant)D|erb.
i ®eöbad)iunö?Mnaflen
OTunmonöiDctQfn
> QJaitfric-
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3'
। *
«ilb 9.
1. SDie JÖänge bet bekannten leichten gfetbbaubifce beträgt 19,5x.
2. Ter ^eobaebtunflätvaneu Tann auch hinter bem redjten ftlüßelflefdjüb joißen.
8. ^3el ber reitenben Batterie beträgt ber Slbftanb ber 9)hinitwnänjtißen- 13*.
4. Tie Staffel tann audj hinter iebem anberen Ö5efd)üb ober in geöffneter fiinie folgen
ober eö TÖnnen bie Sftunition&oftgen neben bie (Mdjüfce gegoßen werben. ftolßt bie Staffel
bem (fteftfjnfy hinter bem Heb ber 'Seobacfjtunft&xmnen befinbet, fo betragt ber Slbftanb
oon bem ^eobacfituriß^mugen bei ber fafjrenben Batterie 8*, bei ber reltcnbcn '-Batterie 23x
5. Sdjliefjenbe Unteroffiziere unb Trompeter finb nur einsuteilen, wenn folcfje über-
jäbtiß borfjanben finb.
®ie äußeren g-IügelgefcijüVe fahren in ber fommanbierten Öang=
art, bie inneren (Sfrefdjütje »erüirjen ober Deränbern je nad) itjrer Snt=
fernung bom äußeren ^lügel bie Gangart fo, bafj fie mit bem äußeren
gleichseitig in bie neue SÖlarfdjridjtung tommen. £$ &ic Sdjiventung
auSgefüljrt, fo get)t bie Batterie otjne ioeitereS ftommanbo in berfelben
©angart, bie ba§ äufjere $Iügelgefdjüfj toätyrenb ber «Sdpuentung
fyatte, in ber neuen SRarfdjridjtung rveiter.
S3eim öffnen unb Sdjliefjen berfürjt ber
SRidjtungSjugfüljrer bie ©angart. ©benfo berfütjen bie ©efdjüfje
278
Der tJofyrcr' unb fReit «unterricht.
nadjeinanber, nadjbem fie ihren berlangten B^ifthenraum burd)
SeitwärtSbreljen gewonnen haben, bie ©angart. Bum 9lufnehmen
beS gewöhnlichen XempoS mufj bann lommanbiert werben: © e r a b e
au S1
Sie gef^toffene Batterie.
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lud im an an . (b<t
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5Bei ^Bewegungen in ber
Kolonne müffen bie SBorberreitet
ftetS barem beulen, bafj, wenn
baS borherfahrenbe ©efdjüfc plop’
licE» türjer wirb ober l)ält, ohne
bafj ein Beidjen ober fiommanbo
gegeben würbe, fie fofort nach
redjtS ober linlS auSbiegen, je
nad] bem borljanbeuen SRaum
ober nad) ber bem fjeinbe abge-
teerten Seite.
Sehen bie ^aljrer, bafjbae
borfjergehenbe gdljrjeug junädjft
bewegungsunfähig ift, fo bleiben
fie im £empo unb laffen 9taum
für bas ausgefallene gatyrjeug,
alfo nicht nadjjagen. Sehen fie,
bafj weiter bom eine Stodung
entftanben ift,. fo bertürjen fie
baS Xempo, bis bie Stodung be*
hoben ift. ®amit baS 2empo
bann rechtzeitig Wieber auf ge-
nommen wirb, mufj ber Stangen-
_ .. bet
m ( fotonben
ffl U Bauerte
OTT^-.1 7").
• cß m m m
?.:mm au cm an
-~a
®i!b 10.
Der ®eobad)tung3wagen fann aud) weiter nad) bom felfen unb bei
neben bem redjten fJIügelgefdjüpfleljen; ber Jpanb fein.
bie staffel auch, redrt« ober ImB ber 23ei 91 u f mär f d)en aller Slrt
®efdwt)e. unb M
beränberungen müffen bie ©efchüpe, bie in ber näcbjft^öljeren
©angart finb, über bie ßinie botfahten unb bürfen bann erft
parieren, ßur Ißarabe, namentlich aus bem ©alopp, braucht man
immer eine gewiffe Beit. S8itb bann ju früh burdjpariert, fo gehen bic
Slebengefdjüpe in ihrem £empo weiter unb bie aufmarfdjierenben
©efd)üfce brauchen lange Beit, bis fie in bie SRidjtung lommen.
(Erfolgt baS Sommanbo jum Slbprofcen, bebor fämtlidje ©ef^üpe
in ber geuerlinie jum galten getommen finb, fo proben fie nadjeinanber
auf Äommanbo ber @efd)ühführer ab.
&in= unb ?lbfal)reu bet URunitionSWagen.
Slbpro^en.
a) ftäljrt bie Staffel bon ber plante ein, fo fährt fie, fobalb bie
’Stet (Jaljrer» unb 9ieiterunterrid)t.
279
Ikonen ben Saum hinter ben (Sefdjüfeen freigemacht haben, brei
Schritt hinter ben fßrofcöfen entlang. —
©atterie in Äolonne ju einem.
©ei bet rcitenben ©atterie beträgt ber Wßanb 13*
Qfeber 2Kunition§loagen hält fo neben bem ©efdjüfc, an baS et
gehört, bafj ber ipintertvagen mit feiner SItfjfe iy2 Schritt redjtS feit«
wftrtS be? rpdjten ßafettenrabeS fteht.
SBefanb bie Staffel fidj hinter einem gflügelgefdjüfc, fo fährt fie
üom Flügel au§ ein; befanb fie fid) hinter einem anberen ©efdjüfc,
fo fährt fie bon biefem aus nach ted)t§ unb lints ein.
b) SBaren bie SOlunitionSroagen hinter ben ©efdjüfcen, fo fahren
fie redjt§ au§h°^en^ e^n>
280
®ci unb Sleiterunterridjt.
c) SSaren bie SJlunitionSwagen botper red)t§ neben bie ©efdjüpe
gegoßen, fo werben fie nadj bor warte abgepropt. ®ie fßro'pen fahren
gleidjjeitig mit ben ©efdjüppropen nad) linte fjerum.
d) SBaren bie SJlunitiottewagen linte neben bie ©efdjüpe gezogen,
fo fiifjren fie beim ßeprtmadjen unb SIbpropen nad) rüdwärtS bie föeprt*
wenbung gleidjgeitig mit ben ©efdjüpen nad) berfelben Stidjtung aus.
Meitenbe Batterie in ftußtolonne.
(D m
ODDO GDI.,,
an an.;',
Silb 12.
SBeim Slufpropen:
3Jor bemSlufpropen ber Staffel jum StellungSwedjfel Sommanbo:
^intcrWagcn jiirüd! ®ie ^interwagen werben barauf bte 3 Sdjritt
pinter bie Sinie ber ’ßropöfen, ober fo weit, wie eS ber SSatteriefüprer
befiehlt, gurüdgebradjt.
Stuf bie öon ber Staffel jum SteHungSroedjfel tjeranlommenben
JjRunitiottäwagenpropen fipen (bei ben faljrenben SSatterien) bie
M3 unb 4 in ber Siegel auf.
®ie SDlunitioitewagen propen in ber Siegel n a d) rüdwärtS
auf. .
®ie SRunitionSwagenpropen muffen ftreujungen öermeiben,
felbft wenn ^Jrope unb Jpinterwagen mit üerfdjiebener Stummer ju*
fammentreffen unb aufpropen.
Anhang
1. 91ntyaltö))untte für ben jur §ront ge^enben SRann.
1. Vor bem Auömarfdj.
$a u§ b e ft e 11 e n: ©djulben begleichen — alle Rapiere jur (Erleid)*
terung für Hinterbliebene orbnen — Sepament machen; biefe tönnen audj
burch richterliche SRilitärjuftizbeamte aufgenommen unb in ber „Sentrafc
bertoahrungSpelle für leßttoirtige Verfügungen" (SricgSminißerium) hinter-
legt werben.
91 (l e 3 auf ben ® i e u ft im <y e 1 b e Sejüglidje in biefem
ühidje nachlefen unb genau einp rügen.
SRitjunehnrenbe (Sachen: Uhr; tuet e3 fich leiften tann, mit
leudjtenbem giffcrblatt — warmes Unterjcug — Halstücher — Stafchentüdjer
— Hofenträger —- Sölbbud) — fjelbgefang« ober »gebetbuth — oollpänbigeS
Kähzeug, (Erfaßlnöpfe, Kabeln aller Art — Vinbfaben — Safdjentneffer —
ßfjbefted — fjafchenfpiegel — Seife — Heftpflaster — SRittel gegen Ungeziefer.
3n allen eigenen ünb Sienpfachen deutliche Kamen. — ®enn Regiment
ufto. betannt, ben Angehörigen bie genaue Abreffe ntitteilen.
2. WuSmarfdj unb Üranöport.
A b m a t f dj: Stramm militärifd) — leine Vlnmen am ®efdjüV — lein
Kauchen im ©liebe — fid) oon Sibilf erfonen leine ©adjen tragen, Angehörige
ufto. nicht in bie SRarfchiolonne Ijercinlaffen.
S3ahnh°f: Gin« unb AuSpeigen nur auf auSbrüdlidjen Vefeßl ober
Signal — SBabnpeig nicht oerlaffen — nidjtS h°len laffen burd) anbere (bei
Abfahrt ift @elb ober fjelbflafche ufto. fort) — SBorfidjt mit Alloljolgenuß —
anpänbigeS SBeneljmen auf fBahnfteigen, befonberS bem toeibtidjen 9iote»fireuj«
fßerfonal gegenüber — nidjts über Sahrtgiel »erraten.
SBagenabteil: Veinlidjpe Sauber!eit, ba oft tagelang SBohnraum
für bie Beute — leine ©djrcierei au3 fjenpern — Vefteigen oon SSagenbädjern,
^Betreten oon Plattformen ip ftreng berboten.
3. 3m Entarfier (unterwegs in geinbeölanb).
SBaffen immer gut beauffidjtigt in ber Kälje haben — ^Brotbeutel, fjelb»
flafche pet3 gefüllt bereit — größtes SRißtrauen gegen SanbeSeintoohher in
be^ug auf @efprä<he; nid)t§ StilitäriidjeS befpredjen, nidjt „tooher41, „tooljin"
ufro. — ©atteriebereich nicht berlaffen. — Über Alarmfammelplag RJefdjeib
Hüffen. — Kidjts ©efdjriebencä unb bgl. liegen laffen., —
Sringcnb feit oor irgenbtoeldjem GJefd)led)t3x>ertehr getoarnt!
'Der tJelbjug ljat in biefer SBejiehung fdjon oiele traurige (Erfahrungen gezeitigt.
4. An ber {yront.
*) Siehe „SB inte für bas Verhalten in ber SJeuet«
Peilung" (Seite 283).
282
Anhang.
b) Allgemeines:
Angehörige (wenn nidjt fdjon gefdjehen) »on genauer Abreffe be»
nachridjtigen — fie anweifen, nichts geuergefährlicheS ju fdjtden (SBaggon-
bränbe infolge entjünblidjer ftelbpoftfenbungen), ihnen unterfagen, über
unbequeme Buflänbe im ^jeimatSgebiete ju Hagen (Vriefe fönnen in fJeinbeS»
hanb fallen; bort AuSnugung beS JJnhaltS ju unferem Schaben). — Selbft
nicht (lagen; eS lann b rauften nicht immer Wie im ^rieben mit allem Happen
(unmännlich; erzeugt jubem fcftledjte Stimmung in ber $eimat).
S o l b b u cf) gut Verwahren; wichtiges AuSweiSmittel für alle ßahlungen.
tJamilienjahl ungen. Anweisung eines Teiles ber Söljndng
Verheirateter $um Unterhalte ber Familie in ber $eimat; fiebige nur bann,
Wenn fie ganj ober übertoiegenb Ernährer ber bett, Sßerfonen waren.
tjür Truppenteile finb EroberungSgelber auSgefefct, bie mit
ftürmenber §anb Sahnen, Stanbarten, ©efchüfce, (Dlafdjinengewehre ober
Atmen werfet nehmen, auch wenn Suftfahrjeuge ab gefdj offen werben.
Um Öefcbüfce unbrauchbar ju machen, legt man eine Sprengpatrone
auf ben mittleren Teil bet Ad)fe ober in bie §öt)en« unb Seitenrichtmafchine
ober an bie (Rohrrüdlaufoorrichtung; auch genügt bie Entfernung beS Ver»
fdjluffeS. (gelingt beffen Abnahme nicht, fo verfuche man, ihn ju öffnen, bie
Verfcblußgewinbe ju verbeulen unb lofe Teile f ortjunehmen. Saßt fid) ber
Verfd)luft nicht öffnen, fo jerftört man bie AbjugSOorridctung. SBeile unb $aden
finben fid) in ber Siegel an ben Safet ten unb Fahrzeugen ber (Batterien. Auch
eine Vefchäbigung ber 9Hd)tmafd)inen an ben ©eroinbegängen unb ber Stofjr»
rüdlaufvorrichtung an ber 2Biege unb- ben VtemSjplmbem mit ben vor«
gefunbenen ÄJertjeugen ift wirtfam.
®aS Abfragen ober Betpören ber Vifiereinridjtung madjt baS (gefdjüfc
nicht unbrauchbar, erfchwert aber feinen (gebrauch.
Um einen fdjnellen Erfag ju verhinbern, müffen in ben frohen unb
Vorratswagen befinblidje VorratSftüde ebenfalls entfernt werben.
f^inber* unb (Bergelohn für Kriegsbeute ift auSgefefct für
VelleibungS«, AuSrüjtungSftüde, fdjarfe unb Teile oerfdwffener dRunition,
leere Konfervenbüdjfen, Tuben, (ßadgefäße ober fonfttge (gefäfte auS Atetall.
ES befteht aber aud) bie VflichtjurAblieferungttonFunb*
unb (Beute ft üden. — Alles ift Eigentum unteres Staates; wiber»
rechtliche Aneignung ift Tiebftaljl ober Unterfchlagung; Hehlerei, Wer fold)e
Sadjen burd) Sefdjenl ober Kauf an fich bringt.
3?ad)laßfadjen finb mit genauer (Bezeichnung beS bisherigen Eigen*
tÜmerS an Kompagnie abjugeben; niemals foldje Sachen birett an bie An*
gehörigen fdjiden.
(ßoftvergünftig ungen fietje Seite 120.
5. Benehmen gegen befangene.
a) Siehe „SBinle für baS Verhalten inberfjeuer-
ft e 11 u n g" (Seite 284).
b) Keine (Beutefadjen finb (gelb unb SBertfadjen ber (gefangenen:
fie bleiben beren Eigentum. Abjune|jmen finb alle SBaffen, Alunition, Aleffer
unb bgl.; Stiefel u m t a u f d) lann üorgenommen werben. Schnelle Jftüd»
Schaffung ber Seute, aber nur bon ben ba$u (Befohlenen.
6. Vncttehr.
a) AIS V c t w u n b c t c r.
Verhalten bei befonberen VerWunbungen, (gebrauch bes Verpanbpäddjen»
fiehe Seite 117.
Verwunbete tommen im SiellungSlriege jum SanitätSunterftanb, fonft
jum Truppetwerbanbplah- 3ettc^ m’t Vejeidjnung ber Verlegung ficht»
bar am (Rod befeftigt tragen; nid)t fort werfen ober ocrlieren.
Anhang.
283
Abtransport.
1. gm SeWegungStriege: Sd) Werber Wunbete burd) Sranfenlvagen jum
^auptoerbanbplaß; Seichtoerwunbete ober 9Ratfd)fähige burd) fjußmarfd)
ebenfalls borttjtn ober jur 2eichtöerWunbeten«SammelßeIle.
2. Qm StellungSlriege: ®urd) gußmarfd) ober SrantenWagen jum §elb-
iajarett; ganj leidjt Serwunbete ober Erlranlte in IRevierßuben hinter ber
<$ront.
3. &) Sefunbe tommen bann mieber jur gront;
b) ©enefenbe in ©enefungShelme hinter ber fjront ober in ber $eimat;
e) SdjWerlranle ober «öerwunbete mit Sajarettjug weiter rüdwärts.
(£ajarettjug barf auf (Stationen niemals »erlaffen werben; 3ioü»
ärjten in Uniform finb SJjrenbejeugungen ju erioeifen.)
S>a bte Batterie tjäufig nicht Weiß, wo bet betreffenbe Serwunbete ober
Sranle geblieben ift, iß bie Satterie möglich ß balb ju benachrichtigen ober
benachrichtigen ju laffen (Satte ber Sranlenfchweßet ober bem SanitätSperfonal
bittieren), in Welchem Sajarett ufw. er fi$ befinbet.
b) 211s Urlaubet.
1. Eifenbahnoetgünßigungen fiefje Seite 120.
2. Sei Seurlaubung jtoedS heirat bebarf e& tjierju eines fdjriftlid)en
$eirat3etlaubnisfd)ein3 öom (RegimentSfommanbeur für ben StanbeS-
beamten.
3. 311 $aufe Serfdjwiegenljeit über alle militärifchen Angelegenheiten
{Spionengefatjr); leine Storb£gefd)id)ten etfinben ober etjäfjlen. Sabellofe
<£tjvenbeaeugungen; guter Anjug. $ünltlid)fte (Rüdtehr.
2. SJintc für bß§ Sertyßften in ber geuerfteHung.
1. Sauberfeit. 9lut fiatrinen benufcen. — EffenSteße nur in fiatrine
fdjütten; niemals vor, in ober hinter ben Sefchüheinfdjnitt (Srantheit, fliegen,
(Ratten, Ungejiefcr). — ®efd)Oßteile, Supferringc, Bünber, feinblidje unb
eigene SBaffen unb AuSrüßungSßüde, hülfen, befdjäbigte Shmition, unbraud)«
bareS SRaterial, Sonferoenbüd)fen finb ju fammeln, abjugeben, bei Ablöfung
mitjunehtnen (Eigentum beS Staates, bet bie Sachen notwenbig braudjt unb
verwertet). — Seine gebrauchten Sadjen (SJäfd)e ufto.) fort werfen; fammeln
unb'abgeben. — Steine entfernen (Splitterwirlung).
2. 9tuhe. fiautloS bei Ablöfungen, ba ®egnet fonß Artilleriejeuer hin«
lentt. — Sefonbere Stille vor beabfidjtigten eigenen Unternehmungen
(Sturm, Überfall ufto.). — Seine lauten GJefprädje, wenn feinblidje Stellung
bidbt an eigener (®egner hat oft an foldjen Stellen £eute, bie Söeutfd) verßehen
unb ividjtige ®inge erhorchen).
3. Scobad)tung. gebet muß feinblidje Stellung gegenüber genau Tennen,
jebe Seränbetung (über 9lad,t) fofort erlennen unb melben; j. S. neue Sd)anj<
arbeiten. — Sefonbere Aufmerlfamleit ber Seobadjter (große Serantioortung l).
4. SadjeHbchattblung. @efd)üt immer tabelloS gebraud)Sfät)ig (ßat!
eingefettet) galten, fonß toehrloS. — ffllunition am Qtcfdjüh, weitere bid)t jur
$anb (SlunitionSnifdjen), troden lagern. — !§n jebem Unterßanb Sdjanjjeug
bereitlegen, bamit Setfdjüttete wenn möglid) fid) felbß helfen tönnen.
5. Setpflcgung, Sparfam mit Eß« unb Srintvorrätcn; bebenten, baß
$eranbxhtgcn bet Serpflegung aud) einmal auSgefdjloffen feilt tann; immer
eine fReferve jurüdbehalten (bcfonberS IrinlbareS). — Siiemals ohne Sefehl
eiferne Soii’on angteifen.
6. Flieger. Sofort ®edung auffitdjen.— SBenn ju fpät, ßillßehen ober
liegenbleiben (aud) in Serbtnbungs« unb Saufgräben).
t. Üiunlctbeit. Sefonbere Stille, leine Sefpräd)e militarifchen gnhaltS,
ba DieHeidjt feinblid;e Patrouille in ber 9läl)e. — Sorfid)t mit eleltnfdjen
Iafd)enlampen (and) weit hinter ber Stellung); leicht finniges Umgehen mit
284
Anhang.
biefen tjat fdjon viele, meift unfdjulbige ©pfer geforbert, ba feinblidjeS fjeuer
oft borttjin .gelenlt toirb. — Silit Neuerung in Unlerftänben, Sorfidjt ({Junten
auä bem Sdjornftein). — Sei Seleiicfjtung mit Sdjeinroerfern, Seutfjtfugelu
ufto., wenn eö geljt, nocfj fjintverfen, fonft regunq$loö oertjarren.
8. (befangene, ßlegner nidjt otjne weiteres bet „$änbe (jod/* o er trauen;
einzelne iteute immer fdjufcbereit bleiben. — ©efangene in erftcr 2inie auf
todjri, tftüde burdjfudjen; biefe fofort an Sorgefcfcte abgeben; auf paffen, bafj
fie nidjte forttoerjen. — Sei ÖlbtränSport: Streng auf Orbnung tjalteu;
Semadjung gelaben; leinen Scrtetjr mit unferen Seuten ober Ginwohnern
bulben.
9. WHgemeines. SHemald Stellung berlaffen (3. S. jum Gffenholen)
ober in Stellung gehen Q. S. SRelber, Trupps, bie nadjtS Saumaterial vor*
bringen ufto.), oljne Seit enge roefjr unb SRunition mit au füljren (unterwegs
unb vorn fonft Wehrlos). — Stuf Telephonbräljte achten, befonberS bei Trans«
port oon SRaterial. — SHemalS ®rappen bilben jur Unterhaltung ufw. (Soll«
treffertoirtung). — 91m Sage feine ftarl raudjenben fjeuer in Unterflänben
unterhalten (lodt feinblidjeä Slrlilteriefeuer an). — SasfdjuhmaSte immer jur
öanb haben. — (Stöber nidjt mit SluSrüftungSftüden fdjmüden; Breiig, beut«
ltdjet fRame unb Truppenteil genügt. — SBet oon ber Truppe abtommt, fid)
fofort ber nädjften anjdjliefjen; Sefdjeinigung übet bortigen Aufenthalt geben
laffen. — Sltnbgänger liegenlaffen. — 9lidjt mit §anbgranaten fielen. —
'Jliemals ohne Sefeljl ben eigenen Slbfdjnitt betlaffen. — Tote Tiere eitoa
l m tief oergraben. — Sei SBinb aufpaffen, bnfj leine Bettel (^Reibungen,
Sefehle, Sriefe ufto.) jum fjeinbe geweht werben.
10. Scthalten bei SaSangtiff. Trodene Stroh* aber Seifigbünbet
bereit halten; angeftedt oor Stellung toerfen. — SrfjuhmaSle mit Sdj«bflüffiflleit
ttänlcn; immer jur $anb haben. — GJraben nidjt oerlaffen, ba fonft ©aswolten
nadjjolgen. — (SefdJÜb balb hinterher reinigen, bamit Sifenteile nicht an«
gegriffen werben.
3. ©fflttärifdje §«rf)ait^btitdc.
Wttoerfeau — $inbentte aus gefällten
Bäumen unb #ften.
UuffcOtafl&ünbcr — Worricfitunp on ber
Spifce »on Artillerießefdiofkn, bie biefe
beim Aiifirfjlagen 3 um tfpplobieren bringt»
tludfatlftixfen — eine Art Drerwe in
ber Vorberreanb be# ©ftübengrabenö, bie
ein Vorgehen au§ ihm ermöaliften,
Mttber Want feuern’* — Beuern über
bte Brufhoefir, unabhängig »on Gcfjicfe*
fcfjlifcen ober (Scfjutfchilben.
Weitreibung — tfntnabme »on Vor*
ritten nftv. auS Quartieren unb Ortfcbaften,
ieboeb nur gegen Sd?ehi.
Wcobmbhuifldftaiib — Unterftanb mit
(Sebfrf)lÜ3 üte Worgelänbe.
WereitfcbaftöHenung — (Stellung, in
ber Weferben in erhöhter Gefechtebereit*
irfjaft »etwenbunö^bereit gehalten werben.
Wetatt — äuftent wiberftanb^fähige
Waffe nuS Semen t, (Steinen unb ftie«;
manchmal norfj mit (Hfcn- unb Stahl*
flanken bnrdMogen.
©littDgänger — nicht erplobierte Ar-
tinerie» unb WinenwitrfgefmoHe.
Blorftjaite — »eritärfter, fjaiteähnlicber
'Bau mit betonterer Beladung unb ein*
gebauten Kampfmitteln.
Kombenftäcr beißt eine ftartc ^edunß,
bie aeqen Volltreffer fcfjübL
Wrennjfcnber — Vorrichtung an ber
(Sfcifce bon ?trti1 kriegefdioffen» bie baS
Gekbofi iwdi mäbrenb feinet &luseS jur
ÜXpIoflon bringt.
Wrifanagranate — Granate mit bejonberS
empfinblidjer (sprenglabunß.
Wrufiivcf)? — Chrbaufrourf ober (Bahb*
faäuadung am »öfteren Ütanbe. beS
(ScfiübenflrabenS ober Gefrfjiifcbecfung.
Xcfenfftc — Verteibiflung.
TiätuSaranaten — eine Slrt ffacfcer,
fcbilb!rötrnäfjnltftcr fcanbgranaten.
SraMbinberniS — Verroenbung oon
SSraht (aud) mit ^tartftrom gelaben) unb
Gtarfjelbrabt in mannigfachen Barmen,
uni baS Gelänbe ungangbar ju machen.
Drahtrollen 1
DrahtWingtit ? Ikfje $rctl)ttnnberniS
Draht ttmljen J
(£ta»»e — (Hnrufitunfl hinter ber
Kampffront jur Vermittlung ber 3u* unb
Slbfufjt-
&afc$ine — Geflecht auS Stoeigen gut
WefeFtißunfl ber Grabenbauten.
Belbbaubihe — Gteilfeuergefcfiüb bet
Artillerie: leichte für Beibart.; fftmere
B- für Buftart.
fteffclbaUon — Gaö&allon, ber an
einem Trafiticil befeftigt, ^ur ^Beobachtung
bte au einer beftimmten ipöbe aufgelaifen
werben fann.
Blabbentiine — eingenrabene Spreng*
Tabung, bte burdj Darauf treten in VHrt*
famfeit tritt.
Blanrierutmdgraben — Grabenanlage
aus Der ein Gelänbe feitlidj unter geue»
genommen werben fann.
Slnfjang.
285
Sfaga&todfcflcfcftiUse — befonbere GJe*
fdjüfee jur &lieger- unb ßuftfdjiff-
betämpfung.
ftÖrbetbabti — fcfcmalfpuriße Elfen*
bahn gum Jperanfdjaffen von SUiunitioJiz
Baumaterial, Verpflegung ufro.
^rattgofemteft — Begeidjnunß für ein
©tüd feinbli^er Stellung, baS in ber
eigenen ließt „ _
gunter — Sfunterabtetlung — Be-
dienung ber bratjtlofen Xeleßravhte.
(öaSattgdff — Einleitung eine*
(öaSattgdff — Einleitung eine* &n*
griffet burd) Vortreiben bon GtaSwollen
ober burdj Slrtillcriefeuer mit Ötaägranaten.
(tfaSfc&nijmaötcH — Vorridjtuiig äurn
Beflißen im ©efirfjt, um ba£ Vltmen bei
feinblidjem GJaSangriffe gu ermößlidjeti.
(Sefeiijteftanb — Unterftanb ober
'MttfffellunßSort h öfterer XVommcmbobe»
hörbem
(pcfcchtäürbonrtanjcit — Leute, bie
gu Wtelbcbicnflen gu Vorgefühlen fomman*
btert finb.
OSrabcnfpieget — Gpleßehwrridjtunß
in einem ^olgßeftell, mit ber man baS
GMättbe bor bem Sd^übengraben über-
leben tann, ohne felbft über bie Brufiwebr
leben gu brauchen; ähnlidi wie in ber ?ln-
geigerbetfung. b
(Granate — SIrtiUeriegcfchofj mit
ff artet Gprcngwiriung nad) allen Gelten.
Giros — bic 3Jiaffe einer inarfdjieren*
ben Kolonne, ber eine Vorijnt boranSgetjt
aber eine Badjljut folgt.
Swtbfltanaic — ejplobierenbe BSurf«
gefdjoffe, bte ohne befonbere Vorritf)tung
vom Wanne felbft gefdjlenbert werben
rönnen.
^anbiije — fiehe Relbljaubihe.
äaupiVeribanbptah — Gamm enteile
für SSerwunbete, bie von ber Gaiiitätö-
fompagnie angelegt wirb.
^ordjftollcn — unterirbifdj Vorgc-
triebener Gtang, and bem feinblirfje Slrbeiten
unter ber Erbe frübgeitiß gebärt werben
füllen.
ÜcrdjpofkK — Poftcnmannfchaften
in ^ordjfiüllen ober foldje, bic wäfjrenb ber
Warbt an, in ober bor bie ^tnberniffe
gehoben werben, um befonbere Bor*
gänge beim fteinbe redjtgeitiß gu benterfen.
^nbircücö Schieben — Abgabe bon
Gdjüffeti auS einer (Stellung, aus ber ber
Stationier baS gu befchiehenbc Biel nidjt
fieljt.
Stabet — [tarier, ineift gegen Wäffc
burd) Umtvicttiing gcfdjüfjter ßeitunßö-
braht.
Slanindjenlörfjcr — Begeidjnung für
Heine, bon ber ÖArabenfoble anßgeljenbe
Unterfcfilupfe für ben einzelnen Wann im
Gtellungätriege.
Änüppelbainiu — mit Jpilfe bon töften,
Stämmen, Bohlen ufw. gangbar ßemaditer
’sE&eg (auf naffem Beben ober in Grfjübcn-
grüben).
Lafette — ba$ ttntergeftell eines
(öefdjubeS, auf bem baS Woljr ruht.
Laufgraben — ein Wraben, ber nur
gu BerbinbungSgweden angelegt nnb im
allgemeinen nicht gu BerteibißiingögWeden
eingerichtet ift.
Leuchtpatrone — eine 9trt Wnition,
bie auS einer Bifi ule in bie £öfje verfeuert
wirb unb beten Giefrfjoü aus cincut bic
Umgegenb bell beleudjtenben GMübtörper
beliebt.
Leucbtpifiole — Turge, Piftolenartigc
$anbroaffe, aud ber ßendjtpatronen ver-
feuert werben.
SofuitgShwrt — ein gemeinfam Oer«
abrebeteö Eriennungdwort, burdj bad fich
Leute untereinanber ald gut eigenen Partei
gehörig au^weifen.
Biabte — i. Einlagen, bie bie eigene
Stellung ber Gidjt bed C&egnerd entgietjen
füllen. 2. Siebe Gtaöfrfju&maöten.
Selber ) ..
Wcfbercüe” J ©efedHdorbonimngen
JfRNine — Gprenßtörper, ber in unter
irbifdjen Üttingen. (Btinenftollen), bereu
BJftnbe burdj UNhtcnrafjmen geftübt finb,
von hierfür befonberS auegebilbeten ßeuten
(Bditentrupp) angebracht unb eleltcijch
eutgünbet ober burdj (Pefdjüfc ober arm-
bruftälmtidje Einrirfjtungen CDHnentverfer)
verfette :t werben.
Dörfer — StcHfciiergefdjüb fdjmerer
Slrtlllcrie mit ©efdjoffen grofcen SDttrcb«
mefferS (bis 42 cm).
sDhtirition3nif$en — Hebe Wifdjen.
Wifchen für JDlunttiou — fadjartige
Vertiefung in ber GJrabenwanb gut Vluf«
nähme von Wtartition.
Wifdjcn für Erhüben (poften) —
Heine, meift eingebcdle $UiSbmiteit aus bem
Gtfjübengraben gur Aufnahme einzelner
MfenfiVe — Angriff,
Crbounangoffhier — SJlelbeoffigier
bei höheren Stäben.
Bangeraiitomobil — burdj Gtapl«
platten gefdjüfcter Mraftwaßen.
Bangergrauate — befonberS gehärteter*
(tjufjart.) HJefdwfo, ba§ imffanbe ift, Banger
gu burchfdjlagen,
Bangermunition — Snfanteriemuni«
Hou mit einem befonberS wiberitanbs«
fähigen Gtafdwü, baS audj Gtablplatten
von gevoiffer starte burdjfdjlägt.
Bert [top — baS fluge ber Unterfec«
boote; in vereint ad) ter 2luSfii[jriinß and)
an Stelle ber Erabenfpiegel im Schüben«
graben im GJebraud).
permanente Befeftigung — eine (wie
g. B. bie JyortS) fdjon im Trieben angelegte
Befcftigung.
pionierbepot — Sammelort von ($5e-
rätfrfjaften, bie für ben StellungSauSbau
von ben Pionieren bereit gehalten werben.
Poffcnlorfj — Erb(od) gut Aufnahme
einzelner poften anfierftalb ber Stellung.
poftcnnHcOe — fiebe Wifcbe.
poitc’ucltel — Blatt, auf bem bic
befonbere Unterweifunß beS PoftenS ver«
geichnet ift.
Probe — gweiräbriger Borberwägen,
bem baö Gtafdjü^ ober ber BlunitionS-
wagen angebännt ift.
Otelatö — Berbinbung (g. B. jmifrfjeu
‘ Rührer unb STruppe), bic burd) eine Äetic
eingelner ßeute au fredjterh alten Wirb.
PlcquHfron — fietje Beitreibung.
286
SIntjang.
StebolPertanone — Heines, fernen*
fcuembeS, leicht beweßfidjeä ßSefdjüß, baS
aud) im Sdjüßengraben SSerroeribunß
finb et.
WoUmatte — langer Streifen aus
glechtroert aller Vkt, ber über 5Drahthinber-
niffe geworfen wirb, um biefe übeeid)reiten
iu fönnen.
IHüdetttoebr — (Srbauftourf an ber
bem geinb abgewenbeten Seite beS
Sd&üßengrahenS.
Sanbfatfbarrifabe — eine aus Sanb-
fäcfen im (graben gefchichtete Wau er, bie
j. $3. einen ©rabenteil, in bei} ber fjcinb
etngebrungen ift, bon bem unfrißen ab-
fperrt.
(Sappe — furjeS ^rabenftüd, baS aus
einem (traben borßetrieben ift; ber (Snb-
punft fjeißt Sappen topf.
0t$ehianlageii — (traben ufw., bie
jur %äufd)unß beS ©egnerS angelegt wer-
ben.
Cdjeitttoerfer — Sampert mit weit-
reichenber £eud)tfraft, bie ihren ßichtlegel
in eine beabsichtigte Stiftung werfen.
Scherenfernrohr — jwetarmigeS 93e-
obadjtungögerät ber Slrtilirrte mit großem
(SJefidjtSfelb.
&biettfd>Ity —‘ fchmaler Spalt in
Sruftwehr ober Schußfdjilb für baS ®ewehr.
Schrapnell — (SJeftfjoß ber Gelb-
artillerie, baS beim Sgplobieren eine große
Sahl bon Xhigelrt in flhdjtung ber glugbahn
oorwärtS fdjleubert.
Qchnliertochr — (Srbtloß ober -auf-
tüurf im Sdjüßengraben jum Schuß
gegen fjlanlertfeuer.
<Bd>üßenanftritt — Stufe im graben,
auf ber ber Schüße fteftt.
Bcpüßennifchen flehe ftfifdjen.
0cpuhma3ten — flehe ©aSfrfjußmaSten.
i^uüfchilbe — Stahlplatten mit
S^ießfölK
Cignalpatronen — Wunltion, mit ber
ftatt bet ©efdjoffe weithin fichtbare, bunte
öeudjtfugeln berfeuert werben.
Cpcmifcher Weiter — liinglkfieS $olj-
geftell mit SJraht befpannt, baS jum
fdjnellen $inbemiäbau uerwanbt wirb.
Sperrfeuer — ‘9Irtilleriefeuer, baS
5. 53. berartig heftig jwifdjen bie oorberfte
£inie unb bie üieteroen beS (Regners gelegt
wirb, baß bie leßtcren nidjt nach bom
binburchgelangen.
Splxtterfiiher — ift eine fdjwädjere
SJedung, bie gegen ©ranatfplltter unb
Scprapneltfugeln fdjüßt.
Sprengtrichter — baS (£rblodj, baS
nad) Sprengung einer Wine entftebt.
Stollen — unterirbiftfjer Öang; flehe
auch Wine.
Stolperbrapte — bidjt über bem
S3oben gezogene Drähte, bie ben Gfegner
beim Sturm ju Gall bringen fallen.
SidmimSfucher (Störuitgötrnpp) —
ßeute beS XelepbontruppS, bie 33efd)äbi-
gungen in ben Geltungen fudjen unb
auSbeffem.
Zotcr WinJet — GSelänbeftrecfe,. bie
oom Sdjüßen aus nicht eingefefjen werben
tann.
Xrotmnelfeucr — eine im frelb ent-
ftanbene '-Bejeidjnung heftig jten, an*
bauemben SlrtilleriefeuerS.
QSoUtreffer — WrtUleriegefdjofj, ba£,
ohne oorber ejcplcblert ju fein, ins Sie*
trifft.
Wolfsgrube — ftinberniäart in Gorm
einer Gkube, in ber ein angefpißter fßfafil
eingerammt ift.
Wurfmine — Wne, bie burd) einen
Win enw erfer (fielje Wine) gejdjleuberi
wirb.
3ielferitrohr — Gernrohr für ein Singe,
baö auf ein Öemenr aufßejeßt werben
tann unb iBifier fowie Äoni jum 3^^
auSfdjaltet.
Aünber — ,<topf beS SlrtilleriegefcfjoffeS,
ber bxefeS jur ^xplofton bringt.
Sünbtapfct — Bünbmafie in Wetall*
Umhüllung; j. ®. jum ifritjünben oon
«fcanbgranaten.
4. WMHtärfirafgendjtSfiartcit.
SReidjeit bte Sifoiplinarftrajen nidjt auä ober finb für SBetfleljen nur geridjt-
lidje Strafen anßebroljt, fo erfolgt bie fBeftrafung burd) militärifdje ©eridjte.
®erid)töljerren ber nieberen ©eridjtsbarTeit finb:
S)er SRegiment^tommonbeur,
ber Äommanbeur einer felbftänbigen fübteüung,
ber Äommanbeur einer Sanbtoeljtaüteilung,
ber ftommanbtxnt »on Berlin,
ber Stommanbant einer Heinen fyeftang-
@erid)t§ijerren berijöljeren ®erid)t§bnrfeit finb:
2ier SFommanbierenbe ©eneral,
bet 5)ioifionvfommanbeur,
ber ©otioerneur von Stettin,
bet Souv erneut ober Äommanbant einet großen fjeflung.
'Sie ertennenben Seridfte finb:
1. Stanbgerirfjt.
Bufontmenfeßung: 1 ®iab$offixier ate SSorfißenber, 1 Haupt-
mann unb I Oberleutnant als Seifiger.
Slnljanfl.
287
5)te Boruuterjudjung füEjrt ein ßcutnant al§ @eri(f)t§-
on'ijict.
®a£ ©taubgeridht urteilt über Übertretungen unb SJcrgetjen,
wcldje mit ?lrrcft biet ju 6 Sßodjen ober mit ©elb [träfe bte ju 150 J/L
beftraft Werben tönnen.
2. Ärieg&gerirftt.
gufammenfeftung: 4 Offiziere unb 1 ftriegügeridjterat.
®ie Borunterfudjung führt ein jtricg4gcrid)14rat.
64 urteilt über bie nidjt jur ßuftänbigteit ber Stanbgeridjte
gehörigen Straffadjen unb über Berufungen gegen bie Urteile ber
©tanbgeridjte.
3. Dbcrtricgögcriifjt.
ßufammenfefiunß: 5 Df fixiere unb 2 CbertriegSgeridjtSräte.
entfdjeibet über Berufungen gegen Urteile ber ÄriegSgericbte.
4. BddjömiütärgcridH.
3ufammenfe|}ung: 1 Seneral ate Borfiftenber unb mehrere
(Senate, bie fidj auö (Stabäoffixieren unb äRilitärjuftijbeamtcn ju«
fammenfeften.
ßte entfdjeibet über baö SRedjtämittel ber Bebijion gegen Urteile
ber Dber!rieg4geridjte.
Bei ben ^auptverljanblungen — außer beim (Stanbgeridjte —
tann fid) ber SIngellagte eines Bcrteibigcrö bebienen (Offiziere be§ aftroen
ober ® entlaubten ftanbeä, fölilitärbeamter ober beim ©eridjt jugelafjener
Bedjtöanwalt). _ S)ie Berljanblung ift im allgemeinen öffentlid). Solbaten
legen jum ©eridjBbienft Drbonnanjanjug an; Behaftete werben in Klüfte
oßne Seitengewehr Dorgeführt.
©egen bete Urteil bet ©taub» unb ÄriegSgeridjte tann innerhalb einer
SBodje Berufung, gegen ba« eines DbeririegSgeridjtS 9t e’D i f i o n
eingelegt Werben, ©egen bie ©ntfdjeibungen be« SteidjSmilitärgeridjtS finbet
ein orbentlidjeS StedjtSmittel nicht fiatt.
©eridjte, bte im 3feIbe jufammentreten, heißen gelbßanbSgeridjte
ober fJelbtriegSgerithte.
5. $ie ftriegSartttel.
(®om 22, (September 1902,)
9t r 111 e 1 1« Grinaebent feines hoben ^Berufes, Thron ttnb IBaterlanb au fdjüfcen. mufe
ber ©olbat ftetS eifrig bemüht fein, feine Pflichten 311 erfüllen. Ter Xienft bei ber gapne ift
bie Schule für ben Strieg; roaö ber ©olbat wäbrenb feiner Xienftjeit gelernt bat, foll er
aud) im föeurlaubtenftanbe fidj erhalten,
Artikel 2. Xie unverbrüchliche SBabrung ber im gabneneibe gelobten Treue ift
bie erfte Pflicht beS So(baten. fwächftbem erforbert ber ®entf beS ©olbaten: ShiegS*
fertigteit, SIFhit bei allen Xienftobliegenbeiten, Xavfertcit im Kriege, ©eboriam gegen bie
SSorgefebten, ehrenhafte gübrung in unb aufcer Xienft, gutes unb reblidjeä Verhalten gegen
bie tfameraben.
VI r t i t e I 3. tfeber redjtfdjaffene, untersagte unb ebrliebcnbe ©olbat barf ber
Anertennung unb beS SöohlwoIlenS feiner SBorgefebtcn toerfitfiert fein.
r t i! e l 4. 2)em Solbaten ftebt nach feinen gäbißleiten unb tfenntitiffen ber 2öeg
felbft au ben höcbften ©teilen im fceer offen.
2ßer fi<f) burd) Tauferfeit unb Wlut bettoortut ober in langer Xienftseit gut führt, bat
für feine treue fßflidjterfülhing bte berbiente föclobnung burd) ehrenvolle 9In5$eidjnungen
ju erwarten.
SBer nach längerer, vorwurfsfreier Xienftseit bie föefcfimerben bcö XienfteS nicht mehr
{u ertragen vermag, Iper burch fBerwunbung vor bem fieinbe bienftunfäbig tvirb ober fonft
m Tienfte au Sdjaben fommt, erwirbt ben Wnfvruaj auf fBenfion ober Aufteilung im
Stvilbienft.
Ärtltel 5. 5Dagegen trifft benjenigen Solbaten, welcher feine Pflicht verlebt, bie
verbleute Strafe.
Geringere Vergeben werben bifaivHnarifdi geabnbet, bei fdjtveren tritt gerichtliche
fBeftrafung ein. 2)ie Strafen, auf weiche gerichtlich ertannt werben tann, finb Arreft,
rVeftungSbaft, ©efängniS, 3uchtbauS unb in ben fdjwerften Sailen Tobeöftrafe. Ter Arrefi
288
Slnljang.
• ift gelbtber, mittlerer ober ftrcnger. ©er Jpödjfibetrag ber beiben erften 'Urten ift 6 SBodjen.
ber beö ftrengen Vlrrefieä 4 SBodjeu. Fefiungöbaft, ©efängnte unb ^ucfjttjauö finb entweber
oon zeitiger Tauer bte zu 15 Saften ober lebenölänglidi.
Freibeiteftrafen bon mehr ate 6 SBocfjen werben auf bie aftive Tienftzeit nicht an-
gerechnet.
Stehen biefen Strafen Tommen ate befonbere Eljrenftrafen gegen ben Solbaten jur
2Inwenbung: Verfebung in bie 2, jiilaffe beö Solbatenftanbeö, ©egrabation unb Entfernung
mte bem J&eere. Söei Sucfttbaite mirb ftetß auf Entfernung alte bem £>eer erfannt.
(Stegen Gannfdjaften von befonberß fdjlcdjter Führung Tann Einjtellung in eine Virbeiter*
Abteilung verfügt Werben* $fi ber Mriegßzuftanb ertlärt, fo werben bie Strafen verfdjärft
21 r titel 6. ©ie ©flidjt ber Sreue gebietet bem Solbaten, bei allen Vorfällen, im
Krieg unb ^rieben mit Vlufbietung aller feiner Kräfte, felbft mit ÖlufOpferung beß itebenß,
jebe ©efaljr von Sr. Gajeftät bem Kaifer, bem SanbeMjerrn unb bem Vaterlanb abzu-
wenben.
21 r t i t e I 7. 2Bcr fid? mit bem Fetnb in Verbinbnng febt ober auf fonftige ©Seife
burd? .^anblungen ober Unterteilungen bie beutfdjen ober oerbiinbeten Truppen abfidjtlidj
fdjäbigt ober gu frfjäbigeit unternimmt, bridji bie eiblidj gelobte Sreue unb madjt fid) beß
Kriegßverratö fdjulbig.
Sier Verräter Wirb mit ben ftfjwerften ßrreifceitö* unb Ehrenftrafen ober mit bem Tobe
beftraft.
2ludj im ^rieben wirb ber ©errat militärifdjer Gteheimniffe mit fdjwerer unb ent*
eprenber Strafe belegt.
2öer bon einem verräterifdjen Vorhaben Kenntnte erhält, ift verpflidjtet, bieß fofort
feinen Vorgefebtcn anzuzeißen, er zieht fid) fonfi felbft fdjwere Strafe 3«.
21 r t i t e l 8« Tie Erfüllung ber ©ienftpflidjt ift eine Ehrenpflicht jebeö beutfdjen
Ganneö; wer fidj ihr burdj Sclbfiverftümmelung, burdj Täufcfmng ober auf anbere UBcifc
entzieht ober zu entziehen verfudjt, wirb in bie 2* Klaffe beß Solbatenftanbeß Perfekt unb
mit tfreiheitehrafe belegt* ©leidje Strafe trifft ben Teilnehmer.
2l r t i t e l 9. ©em Solbaten foll feine Fahne heilig fein. Er barf fie niemalö ber*
laffen. SBer bie ßafine verläfjt ober bon ihr foxtblcibt, um fidj feiner Verpflichtung jum
©teufte bauernb 311 entziehen, madjt fidj ber Fahnenflucht fcfculbig.
©ie Fahnenflucht wirb mit ben fdjroerften Freiheitß» unb Ehrenftrafen, im Selbe felbft
mit bem Tobe beftraft. SdjWere Strafe trifft benjenigen, ber einen anberen jur Fahnen*
fludjt verleitet ober biefe beförbert, fowie audj ben, welcher non einem zu feiner Kenntnis
gelangten Vorhaben ber Fahnenflucht feinen Vorgefefcten iüd)t atebalb Vlnjeige macht.
9lud) wenn her Solbat nicht beabfidjtigt, bauernb fern zu bleibeni finb eigen*
mächtig® Entfernung bon ber Truppe unb Urteuböüberfdjreitung ftrafbar.
21 r t i! e l 10. Tie Feigheit ift für ben Solbaten befonberß fdjimpflid) unb enteprenb;
niemals barf er fid) burdj Fnrdjt vor perfönlicher ÖJefahr öon ber Erfüllung feiner Verufß*
pflidjten abwenbig madjen laffen.
©er feige Solbat hot fdjwere Freibrite» nnb Ehrenftrafen, im Kriege Sndjthauö ober
bie Tobeöftrafe zu erwarten.
21 r t i t e t 11. ©er (Gemeine muß iebem Cf fixier unb Unteroffizier, unb ber Unter *
Offizier jebem Cffizier beö fcecrcö, ber Garine ober Stfiubtruppe Vldjtung unb Gtehorfam
betoeifen unb bot ihre Vcfcble pünftlid) 311 befolgen. 3n gleicher VBcife ift ben 21norbnungen
unb Reifungen aller jum VBadjt* ober militärifdjen Sidjerheitöbienft befehligten ©erfonen
beö Solbatettfianbeö fowie ben zeitweilig jum Vorgcfefcten heft eilten Gannfdjaften unb
ben im ©ienfte lief löblichen gelbgenbarmen GJehorfam 311 leiften.
Vlrtilel 12. VlcptungSwibrigeß Venebmen gegen einen Vorgefefcten, ©eleibigung
eines foldjen, Ungehorfam gegen einen Tienftbefehl fowie Velügen beö Vorgefebten auf
©cfragen in bienftlirfjen Vlngclegenljciten werben nadjbrüctlidj geahnbet.
©ei arfjtungßwibrigem Venehmen unter bem Gewehr ober vor versammelter Gann-
fdjaft, bei mtebrüdlidjer Verweigerung beß QJehorfamß, Shmbgebung beö Ungehorfam»
burdj Worte, Giebärben ober anbere fcanblungcn ober Vefjarren im Ungehorfam fowie bei
Vebrofjung beö Vorgefefcten tritt erpeblidje Verjdjärfung ber Strafe ein.
21 r titel 13. VBer fid) einem ©orgefeljten tätlich wiberfept ober einen tätlichen
Angriff gegen ihn unternimmt, hat fdjwere Freibeitöftrafe, unter Umfränben ^udjibauß
verwirft. 3m Felbe tritt, wenn bie Tätlidjteit wäljrenb beö ©ienfteö verübt ift, bie Tobeß*
ftrafc ein.
Vlucfj ift jeber SSorgefefetc beredjtigt, um einen tätlichen Vingriff beö Untergebenen
abzuwebren ober um feinen ©cfeljlen in äufeerfter Vtet unb bringenbfter GJefahr ©eljoriam
verfdjaffen, bie VBaffe gegen ben Untergebenen 3U gebrauchen.
Ölrtifcl 11. 3ebe Vlnfforbentng ober jeber Vlnreiz, gemeinfdjaftlicfi bem ©orgefebten
ben ©eborfam zu verweigern ober fidj ihm zu wiberfeben, ober eine Tätlichfeit gegen ih«
311 begeben, wirb alö Vlufwieglung aufö ftrengfte beitraft.
Verabreben fidj mehrere jur gemeinfdjaftlidjen ©egehung einer foldjen Tat, fo liegt
SIReuterei vor.
Söenn mehrere fidj zufammenrotten unb mit vereinten Kräften eine QJehorfamö*
Verweigerung. 'ÖSiberfebltdjTeit ober Tätlidjfeit gegen ben Vorgeiebten begeben, fo machen
fie fich beö militärifdjen VlufmhrS ftfjnlbig; ate Strafe hierfür tann auf Budittjaite bte 31t
lebenslänglicher Tauer, im ßelb auf Tobeöftrafe erTannt werben.
Vöer von einer Geuterei, welche zu feiner Kenntute gelangt, nidjt fofort feinen Vor*
gefegten Vln3eige madjt, bat ftrenge Strafe zu erwarten.
21 r t i ! e 115. Ter ehrenvolle '-Beruf beö Solbaten barf burch ehrenwibrige Vehanblung
beöfelben nicht herabgewürbigt werben.
Slnfjanfl.
289
SBer bie Untergebenen vorfrfjriftswibrig beljnnbelt, beleibigt ober gar minhanbelt,
ober wer feine SMenftgewalt baju mifebraHdjt, um auf ftoften feiner Untergebenen fid) Vor-
teile 31t verfdjaffen, Wirb nad)brüdli<h beftraft.
Wlnnbt ber Solbat Veranlaffunß jur Söefcbwerbe 511 haben, fo ift er bemwd) verbunben,
feine Ticnftoblicgenheiten unweigerlid) ju erfüllen, unb erft bemnädjft feine Befd)wcrbe
auf bem verorbneten Söeße anjubring en.
2Ber eine Vcfd)werbe auf unwahre Behauptungen ftiibt ober unter Slbweidiung voit
bem vürgcfdjriebenen ^icnfiweg anbringt, wirb mit gzeiheitäftrafe belegt.
Slrtitel iß. ©emeinfame Beratungen von Golbatcn über inilitärifrfjc Vlngekgen-
betten, (Sinrid)tungcn ober Befehle ohne bienftlidje (Genehmigung, fowie bac Sammeln
von llnterfdjriften ju einer gemeinfamett Befcfewerbc finb mit ber militärifdien Wanne*-
judjt nidjt vereinbar unb werben beftraft.
Schwere Strafe trifft benjenigen, wcldier cä unternimmt, Wfevergnügen in Begebung
auf ben Sienft unter feinen ftameraben ju erregen.
'?( ctitel 17. 3m 'Jelbe barf ber Solbat nie vergeffen, baß ber Mrieg mir mit ber
bewaffneten 9)iadjt be£ fteinbrä geführt wirb, jpab unb ©ut ber Bewohner be* feinblidjen
UaiibeS, ber Berwttnbctcn, ftranten unb ftriegSgefangenen ftefeeit unter bem befonbereit
Sdjnb ©efebeö, ebenfo ba«? Ulgentimi von gebliebenen Singe!) örigeu ber bentfdjcn ober
verbünbeten Gruppen.
iS’igenmädjtigeS Beutemadjen, Blünbernng, boshafte ober mutwillige Beicfeäbigung
ober Vernichtung frember machen im <yclbc, Bcbrüdiuig ber £anbcSbewi>tmer werben mit
ben fdjwerften Strafen belegt. 911S <ß1ütiberimg ift eS nidjt aiijnfebcn, wenn bic Slneigimng
fid) mir auf ßebcnSmittcl, Heilmittel, BefleibnngSgcgenftänbe, fieuerungömittel, futter
unb Beförberungomittcl erftredt <nnb»bem vorhanbenen BebürfniS entfpridjt.
\H r t i t e 1 IH. 2>er Solbat barf feine Waffen nur in Erfüllung feines Berufes ober
in cedjtSnir. feiger SelbfWerteibigung gebraudjen. Wcd)töwihriger 9Baffeitgebraudi wirb fdjwer
beftraft; bcogleidjcn bie unvorjichtige Befianblnng von '-Waffen unb Witirition, wenn baburdi
ein Wenfdj torperlid) verlebt ober getötet worben ift.
91 r t i! e l 19. ’5>er Solbat foll fein *Sienftpferb, feine SBaffen, Beflcibnng*- unb Vluö-
riifiutigdflficlc in gutem Staube halten unb jur (Erlangung ber AtricgStüdjtigfeit unauögefebt
fleh bemühen, ben ©cbrtmd) ber Btaffcn gauj unb vollftänbig ju erlernen.
SBer fein ^lenftvferb, feine BJaffen, BctleibungS- ober '?h:Srüftung*jtüde ober einen
anberen Tienflgegcnfinnb vorfäßlich befd)äbigt, unbrauchbar macht ober prci*gibt, Jjat fyrei-
hcitöflrafe verwirk, in fdiwercit fällen jisglcidi Bcrfcljung in bic 2. Ailaffc be* ^olbaten-
fiaubeS.
91 r t i T e l 20. 'Set Solbat bat über Siciihangelegcnbeitcn Bcridnuiegcnbcit ju
beobarfjtciu Bei allen Welbnngen unb \‘hi “jagen mufe er fidj ber ftrcngüen BJaljrheit be*
fleißigen.
$ic aofirfjlHcfee unrichtige Slbftattuiig von Rapporten, bienhlidicn Reibungen ober
bienfflidjen Berichten ober ihre miffcntlidje SVciterbeförberung unterliegt ftrenger Beftrafung.
Sind) ftabrläfftafcit ift hierbei ftrafbar,-
Slrtitel 21. $>cr solbat barf niemals, fei eS burdj SluSfidtt auf äußere Vorteile,’
feicS burd) irgenbeinen anberen ©runb, bei 'Muöübung beS $icnfte* fid) 511 Vflidjttvibrig-
teitrn Verleiten laffen.
BJcr für eine Haiiblimg, bic eine Berlehnng einer Tienftpfltcbt enthält, Gicfdjcnfe ober
anbere Vorteile nntuiimit, forbert ober fid) verfpredicn läßt, bot Bnditljau* *u gewärtigen.
Slrtitel 22. tfin verantwortungsvoller $ienft ift ber VJadjbicnft; feine gewiffen-
fjaftc Slnofüfining mnfe ber Solbat fich befonberS angelegen fein laffen.
‘Dem &tad)Voftcn ift, Wenn nicht ein anbcreS ausbrüdlidj bcüimmt wirb, verböten, fidi
nieberjufepen ober uieberjulegen, bic Sßaffe au* ber Hanb ju laffen, ,ju eficn, ju trinfen,
Eabnt ju raudien, ©efrfjente anjunchmcn, 31t fdüafen, über bic ©ren.u' feine* 'VoftenS hinaus-
jugeben, ihn Vor erfolgter 9lblöfung 311 verlaffen ober fonft feine Ttenfworfdjrift &u über-
treten .
(jntfpredjenb ber VMrfjtigfeit biefcä TicnftcS werben ^achvergebcn beionberS ftteng
beftraft; vor bcin -Jeinbe hmn auf Jobedfirafe ertannt werben.
91 v t i t e t 2:t, Wer als 'Befehlshaber einer militänfdwn VJadw, eines .ftommanboö
ober einer Nbteihmg, ober als VJarfjpoften eine ftrafbarc .fcaiiblung, bte er verbinbern Tonnte
unb ju verbinbern bienfllici) vcrpflidjtet war, wiffentlirf) begehen läßt, wirb ebenfo beftraft.
alS ob er bie Haitblung felbft begangen hätte.
Ginb einem Goibatcii (befangene aut Vcwadjung an vertrant, jo bähet er für bereu
fidjerr 'Bewachung.
'BSer bic 5Bad>e ober bei einem .M'oinmanbo ober auf bem Warkfje feinen fUlaij eigen
mädjtig verläßt, wirb mit Vlrreit beftraft.
91 r t i T c l 24. CBer Solbat wf! ein orbentlidjeS 2eben führen unb barf Weber Grfjulben
machen, nod) bem 2riuiTc, bem Spiel ober anberen 9lu§fd>weinuigen fich ergeben. ?Iuch
muß et vom Bavfenflreid) bis juin ^Beeten in feinem Chiartier fein, wenn er nidjt im Tienfl
fid) befinbet ober von feinem BorgcfctAten ©rhiiiLniid erhalten bat, fidj cmberSwo aiiijnhalten,
5Bei [trafbaren Hanblungen gegen bie 'Bflidjtcn ber militäriftfjen Unterorbnung, bei
allen in Vhiöübung bcSTicnfieS begangenen ftrafbaren .vanblnngen Inlbetbiefellntvcrfdjulbete
Tninlcnbcit beS Täters feinen VJHlberungSgrunb.
Stter int 3)icnft ober nadjbem er 311111 Tienft befehligt worben ift, burd) ‘Zruntenbeit
jur VluSfübrung feiner Ticnftverriditung fidj untauglich madit, wirb mit harter fvreibeitS
ftrafe belegt-
9! r t i T e l 25. Ter Solbat barf im fiamvL <n 5>lvt nnb ©efctfir feine stameraben nidU
'Ter jyrlbgrauc. freibart 1. 91. in
290
9lntjanfl.
berlaffen, mufe Ihnen nad) alten ^Taften £nlfe teilten, wenn fie in erlaubten Singen feine«
©elftanbe« bebütfen, unb teil mit ihnen in Irintratfjt Jebem
(Scfjlägereten unb SSeteibigiingen ber (Solbateu untereinanber werben nadjbrfidcfjf-
beftraft.
QI r t i ? e I 26. (Strenge SReblicfjteit gebärt ju ben befonbereu Widften be« Solbaten.
Siebftftbfe ober Unterfdjlagiingen bei 'Xit«übuna bed Sienfteö ober unter Sterlefcunß bed
militärifdjen SienftberfcältniiteS werben mit Freiheit«* unb (^brenfirafe belegt. 3n gleicher
KBeife beftraft Wirb berfenige, ber einen Siebftafjl ober eine Unterfdjlagung gegen einen $Sor*
gefegten ober einen Äfcamerrtben ober gegen feinen Cuartierwirt ober eine ju beffen fcaud-
ftanb gehörige fetten begebt. «Strafe tritt aud) bann ein, wenn ber Altert bed geflöhten en
ober Veruntreuten Gtegemtanbeö nnbebeutenb ift, ober bie Sat and) nur oenuefjt würbe.
SIrtttel 27. fJtud) im föeurteubtenfianbe mufe ber Golbat ben ihm oblfegenben
befonberen fBflidjten piinttlid) nadtfommen unb madjt fid) bei Suroiberljanblungen [trafbar.
WrttTel 28. föon bem Öhr- unb 'iBfliditgefüf)! be« Solbaten wirb erwartet, bafe
er alte ftrafbaten fcanblungen bermeibet unb fort unb fort feine Sftidrten treu unb gewiffen*
haft erfüllt, burch ©ütteöfurcfjt unb ehrenhafte fyübrung in unb aufeer Sienfz ein fünfter
orbenttidieu unb redjtfdjaffenen ßebend gibt unb nad) Kräften baju beiträgt, ben guten
[Ruf be« $eered im $n- mib 'Mudlanbe 31t bewahren.
6. Cittlnffung unb SScrforgnng.
. Sor bei (Entlaffung hat jeber Wann bie Stammrolle ober einen Stamm«
tollenauSgug gu unterfdjreiben, Woburdj er befonbere bie (Eintragungen übet
Betwunbungcn, ffranlljeiten unb Sienftbefdjäbigungen anerlennt. Surd) bie
Steigerung, bie Stammrolle anjuerlennen, wirb bie Gntlaffung nidjt ver-
jögert. (Eine foldje Slnerlennung Gebeutet leinen Sergidjt auf flicnte; ein
fflentenanfprudj lann audj nodj fpäicr etljoben Werben (ficljc unten).
Sie bem Wilitärpafe oorgefeefteten Scftimmungett enthalten alles, was er
in militärifdjer $injidjt im ®c urlau bi enftanbe wiffen muß.
§h ber $auptfadje ljat er foIgenbeS gu beadjten:
1. Welbung innerhalb 14 Sagen nadj ber Gntlaffung bei ber ßontroll«
pelle bes 91ufenilja(tSotteo (^auptmclbeamt, Welbeami, Sejirtefelbwcbel),
audj wenn et in ber bisherigen GJarnifon bleibt. Sic (jntlafjungSpapiete finb
mitjubringen.
2. Sille ©efudje finb an ben tttejjirlSfelb webet fdjrijtlidj ober münblidj gu
richten. Sefetere» empfiehlt fidj, ba ber 9IntragfleIIcr helfet aufgetlärt Werben
tann. Wilitärpapiete finb mitjubringen ober mitgufeuben.
3. SBedjfelt er feinen SlufentljaitSort innerhalb beS ßontrollbegirtes, in
größeren Stabten audj feine SSoljninig, fo mufe er bies binnen 14 Sagen feiner
fiontrofljtelle melben.
4. Stergietjt er in einen a n b c r en fiontrollbcgirl, fo melbet er fiep bei
ber bisherigen .ftontrollftelle ab, bei ber neuen innerhalb Oon 14 Sagen an,
Wobei bie Wilitärpapicie ootgulcgen finb.
6. Stetreift er auf länger als 14 Sage, fo ljat er ebenfalls Wölbung ju
erjlatten.
6. Weibungen tönnen müttblidj ober fdjriftlidj gemadjt werben. Soldje
über lürgere Steifen nnb SBotjnungswedjfel tonnen fogar burdj fjamilicn»
angehörige erfolgen.
7. Sn ben Äonirolloerfammluiigen ljat et redjtgeitig gu erfdjeinen unb
feine Wilitätpapiere mitjubringen. 9(m Sage ber ftontrolloerfammlung
fleljett bie Seilntljmer unter ben URilitärgefefeen. ®ter nidjt erfdjeint, wirb
beftraft.
©efudje um SJefteiung, audj bon Übungen, müffen, oon bet OrtSbcljörbe
beglaubigt, ber ftonirollftelle eingereidjt Werben.
8. Seber Wann, ber innerhalb bet erften 6 WobilmadjtungStage eintreffen
mufe, erfjält eine fl“ r i e g S b e o r b e r u n g, auf bet Ort unb Beit bes (Ein«
treffens genau angegeben ift.
SBer nach bem 6. WobilmadjtungStag einireffen mufe, erhält eine tß a fe •
notig. 9luf bet Slüdfeite ber Äriegsbeorberung unb ber fßafenotig finb genaue
IBefeimmungen über baS Sethalten gegeben.
SBer feinen Wilitärpafe ober fein güljrungögeugnis oerlicrt, h°t bei bet
Dlnftang,
291
Äontrollftelle eine Sicuatwftellung biefer Rapiere gegen 3al)lung von je
50 Pfennig xu beantragen.
$ic fBcnorgintg.*)
Unteroffiziere unb ©emcine höben Dlnredjt auf eine Wlitärrente, w e n n
unb fo lange fie infolge einet Tienftbcfdjäbigiing wenigftenö 10 Prozent
ettvcrböiinfäljtg finb.
£>öbe ber Diente in Warlbeträgen:
l<>% 15% ^(»% | 25% 1 30% 1 w.%. 35% 40% 45% !_5£%J l_55%
54 81 108 | 135 162 180 189 216 243 270 297
SRoua'I. M t,50 6,75 9,-1 ll,2ö| 13,50 15,- 15,75 18,-l 20,25 |22,50| 24,75
405 | 432 459
486
513
75% I 80%
«5% | 90%
70%
378
10Q%
540
60%
324
3äljrlid)..fl
5Konall.,f(
351
29,25
360
30,—
31,50| 33,7ö| 36— 38,25 40,50| 42,75 45,—
Ter 'J(nfptud) muß vor ober bei ber Gntlaffung, währenb beö Stieget
beim Grfa(itmppentcil — fonft Truppenteil, n a dj ber Gntlaffung beim Sezirte-
felb Webel erhoben werben (bei Tietiftbefdjäbigungen innerhalb von 2 labten,
bei Sl'ticgsbienftbefdjäbigtmgen innerhalb von 10 fahren nad) g-riebenöfthluß,
bei iiettounbuitgcn ohne~ ßeitbefdjränfung). Tie Sefdjäbigung muß jebodj
vor ber (Siitloffiing feftgeftcllt fein.
DJtadjcn fid) bie folgen einer Tienftbefchäbigung erft nach ber Gntlaffung
betnerlbar, fo tönnen obige Triften überfdirittcn Werben, jebod) muß bie
Dtnmelbung beö ülnfprurfjcö innerhalb von 3 ftftonaten nad) bem SÖemerlbat»
Werben erfolgen. '
®ei Jt'riegöbiettftbefdjäbigung Wirb neben ber Diente eine Mriegb}utage
von monatlid) 15 .4 gejalftt. g-etner gibt eö nod) 'Serjtüinnieluugöjulagen,
3. 'S. für ben Serluft eines ©Uebeö monatlid) 27 jt, von zwei ©liebem 54 X
ufw. Gin (Solbat, ber alfo 3. 58. bie linte $?änb verloren hat unb 60 Prozent
erwerbsunfähig ift, erhält monatlid):
Dll ilit arten te...............................27 Jl
ji?riegöjulage . . .t...........................15 JC
$crftntnmclung§,yilage..........................27 .14
öii'JL
. ffriegöjuloge unb ^erftümmchingSzuIage (auf ©runb einer Kriegs»
bienftbefdjäbigung) tann unter gcwijfen S?otau6fe|,iungen nad) bem ©cfefc
vom 3. guni 1916 eine AlapitalabfinbitngS) gewährt werben. So Tann 3. S.
ein DJiann, bet im 21. Jüebenöjahr einen Eintrag ftellt, erhalten:
für bie Striegöxulage........................ 3330 .!(
für eine SJerftümmehmgejutage .... 5994 ,K
9324 Jl.
Tie eigentliche Diente bezieht er weiter.
!pat ein S?riegöbefd)äbigter nad) feinet Gnilaffung infolge feiner Ä r i e g
btenftbefdjäbigung ein erheblidj geringeres Dlrbeitöeintommen als früher,
fo tann iljm auf Dlntrag eine Unterftüßung gewährt Werben.
$n feinem Sattbe ber Grbe ift wie bei unö für im Tienftc befdiabigte
fceeteSangehörige gejorgt.
*) 'JtäfteresS Tietje:
. ®.Le 5®* einet au8 £bila& be8 Rtiege« erlittenen ®e|d)äbiai<n0 «et-
«n mcOn ®emmta (.fttiesöniinineriitnt); SJerlaß ®. Staffing, Clbenburg.
45uCl© 40
’) 9lät)ere8 lielje:
erhalte teft «13 Aviegabef(I>äViater ober o!8 Avieaertoitwe eine jtafcttala&finbMng
«?«. *6* ätrieo3Ver5orgunfl? QJon Waior Wleier (fttiegSminifterium). 2?erlag ®.
Staffing, ©Ibenburg t. Sr. <Brei§ 50 <Uf.
27-
fung, wäjrenb beö Krieges
19*
292
?(n5ont|.
7. Signale.*)
I 9 Sdjritt. • ©et <£ifenbatjnfatjrten: IKuSfteigctt ber SRannfdjoften.
•) ^ungenfdjtag ift in ben 9?oten nidjt berßdfidjtigt; er ift jebodj
geftotiet nnb bon ntten Trompetern ju üben
p
o
I
(ft
<3
a
äB
a
p
CP
294
«Ruf: 3. (6.) Batterie. J = 104.
Äomtnonbeur-ÄttT. J. = 84.
18.
Trotnpeter*SRuf. j, = 116.
®a3 Sanje. — 60.
gutter ijolcn. J = 88.
24.
9lnt)aiifl.
295
29G
\’ln (jaiii].
8. 9Rorjd)Iicber.
(Tie erften 8 Sieber muß jeber Solbat Tennen, jo bau fie bon ber Truppe ieber.jeit gejungei:
werben Tönnen.)
1. D Teutfcplanb, po$ in (Sptcn.
D Teutfcplanb, podj in Gprcn, bu peiFgeö Saab ber Treu!
Stets teudjtet beineö WuhmeS GHana in Oft unb ^Beft auf« neu.
Tu ftepft, wie beine SWergc, feft ßen fteinbeö Wadjt unb Trug,
Unb wie beö Slblcrö gflug bom Wcjt gebt beined Qteifted ging,
jpaltet and, paltet auöl Saffet pod) bad Banner toelm;
Beißet ihm, aeißt bem fSeinb, baß wir treu äidammrintepn!
Tau fid) untre alte Straft erprobt,
vütenn ber Gcf)Iad)truf und entßegentobt;
galtet aus im SturmgebrauS, galtet aud im Shtrmgebrauö l
GJebenTei eurer ißäter, gebentt ber großen Beit,
Teittfdjlanbd guteö WitterjdjWert gefiegt in jebem Streit'
Tad finb bic alten Sdjwerter nod), bad ift bad beutfdje £>er>;
Tie fitjfaflt ipr nimmermehr ind (fad), fie bauern feft Ivie Ch$.
galtet aus, haftet audl Saffet fiod) bad Banner Wehn;
Beißet ftol«, jeißt ber SBJett, baß mir treu ^ifammenftepn,
Taß fid) alte, beutfdte Straft erprobt,
Ob uns $ riebe ftrafilt, ob Äricg umtobt;
galtet aud int SturtrlgebrauS, paltet and im Sturmgebrand 1
Bum £>errn erbebt bie »dänbe, er fepirm7 cd immerbar,
Tad fdjöne Sanb toor iebem Jycinb; poch [leige, beutfeper Slar!
Tem teuren Sanbe Sdjirm unb Säjuß fei beutfdjer SIrm bereit,
%J$ir bieten jebem fyeinbe Truß unb fdjeuen feinen Streit!
valtet auS, paltet aud! Saffet pod) bas Banner wepn;
Saffet und treu unb tüfin mit ben erften Wölfern grlui!
Taft fidj beutfdjer (Steift boll Straft erprobt,
'&enn bad Urigewitter uno umtobt;
.valtet and im Sturmgebraud, haltet aud im Sturmßebrauö!
2. Worgen marfdjiercn Wir.
Worgen marfdjieren mir, abe, abe, abe, abe.
Worgen marfdjieren mir, abe, abe, abe;
SBic Heblirfj fang bie WadjtlgaH bor meines Siebrfjenö $auä,
^erftungen ift nun Sang unb Sdjall, baö Sieben ift nun aus,
Taö Sieben ift nun and, fttbe, abe, eö muß gefdjieben fpm
Slbe, abe, eö muß gefdiieben fein, abe, abe, abe, abe, abe.
Worgen marfdjieren wir, abe, abe, abe, abe.
Ti argen inarfdjieren Wir, abe, abe, abe:
Unb irnfer 'BünbcT ift geftfmurt unb alle Siebe brein:
'Mbe, bie Trommel wirb gerührt, eö muß gefd)ieben fein,
tfö muß gefdjieben fein. ?Ibe, abe, eö muß gefddebeu fein.
2lbc, abe, eö muß gefrfpeben fein, abe, abe, abe, abe, abe.
Tlorgen marfdjieren wir, abe, abe, abe, abe.
Tlorgen markieren wir, abe, ftbc, abe;
So reich mir benn-nodjmat bie £>anb, £>cwllerliebfte bu;
Unb tommft bu in ein frembeö Sanb, fo laß bein Söünbcl ju,
So faß bein öünbel &u. Slbe, abe, c3 muß gefdiieben fein.
?tbe, abe, eö muß gefdjieben fein, abe, abe, abc, abe, abe.
3. Tlarfdb tnö $clb.
Ted SHorgenö awUd)en brein unb toteren,
Ta muffen wir Solbaten marfefjieren
Tod ©äßlein auf unb ab, träte ra,
Wein ©djäbiein ficht herab, träte in.
TaS ©äßtein auf imb ab,
Tteiii Sd)äblein fiept herab,
Träte rfl. Träte rat la la la la, träte ral la (a Ta la.
Träte ra, trata la la la Ta la, trata la.
Träte rat la la la la, trale ral la la la ta,
Tlein Sdjäßteui fiept herab, irala la.
Wit Sad unb ^Ead flepn fdjmucf bie Seute,
Ta gepfö hinaus aufö ftelb in bie fEBeire,
ftrifch toorwärtö, Wann für Wann, träte ra,
Tie Trommler McPn twran, träte ra.
297
ftrifdi vorwärt?/ Wann für Wann,
Tie Trommler ^iebn twn,
©rale ra, Trale ral la la la la, träte ral la la la la*
Trale ra, trala la la la la la, trala la,
Trale ral la la la la, träte ral la la la la,
Tie Trommler äicljn voran, trala la.
Unb lufftß fort'ftietm bie Solbaten,
Wein Sd)äfcel fiat eß länetft in erraten,
Wenn wieber irf) marfdüer, trale ra,
^om Pfclb in ba? Quartier, trale ra,
Wenn Wieber id) marfdiier
Stern fielb in ba? Quartier,
Trale ra. 'Trale ral la la la la, trale ral la la la la,
Trale ra, trala la la la la la, trala la,
Trale ral la la la la, trale ra! la la la la,
*3om tjelb in baö Quartier, trala la.
Jd) batf einen ftameraben,
©inen Seffern finbft bu nit.
©le Trommel fcfiliiß Aum Streite,
6r ßinß an meiner Seite
r 3m Qleidjen Gdjritt unb Tritt.
4. ©er gute STamcrab.
Will mir bic £>anb noch reifen,
Term eil id) eben lab.
Mann bir bic $anb nidjt neben,
Sileib bu im cufßcn 2eben,
:,: Wein puter Shuncrab.
(*iitc Mupel !am geflogen,
(fhlt’ß mir ober gilt e? bir?
Mn bat e? weflgertffen,
(Sr ließt mir vor ben prüften,
: 511? mär'? ein ©tuet von mir.
5. $cil bir, tm Siegertranj.
•<?cit bir, im Sieoertranj, ^errfdjer beö Stefcrltuibßl
fceil, Slaifer, bir!
ftübl* in be? Throne? (JManj, bic hohe Wonne flauj,
Sicbliug be? Stell? su fein! -bcil, ftaifer, bir!
fflidjt 9teß unb fReifige fidjem bic [teile £öb,
Wo frürftcH ftel)ii,
Siebe be? Steterlcinbö, Siebe be? freien Wann?
(Wtnbet ben $errfd)ertl)ron Wie <jel? im Weer.
$>eilifte grlamme ftlülj, ftlüb unb erlöfdje nie
fjürö Stetcrlanb!
933 ir alle ftefjen bann mutig für einen Wann,
ftämjjfen unb bluten gern für Tljron unb 9ieidj.
.^anblunft unb Wiffenfdjaft beben mit Wut unb Araft
3br S^auvt emfcor!
ftrieger* unb fcelbentat finbe iljr Sorbeerblatt,
Treu aufoeljoben bort an beinern TTjron.
Sei, ftaifer Wilhelm, hier lauft beineß StelTeS S^r,
Ter WenWjljdt Stofo!
güljl’ in be? Throne? (äJlanj, bie fjotje Wonne ganj,
Siebling be? SBoltö ju fein! Jpcii, Maifer, birl
ü. 3dj bin ein ^reufee.
3rfj bin ein Sßreu&e, fennt ihr meine ftarben?
Rabne fefiwebt mir n>ei& unb fdjwarj voran;
Tafe Jur bie Äretbeit meine föäter ftarben,
©a? beuten, mertt e«, meine garben an.
yhe Werb idj bann ber^aflen; mie Jene will teff? ivaoen!
:,: Sei’? trüber Tag, fei*? heitrer Sonnenfdjein,
3d) bin ein Preuße, ivill ein USreufee fein!
Wit Sieb1 unb Treue nah ich uiid) bem Throne,
fßon welchem milb ju mir ein fBater fpridjt;
Unb wie ber Steter treu mit feinem Sohne,
So fleh id) treu mit ihm unb toante nidjt-
&eft finb ber Siebe S3anbe, $eU meinem Sßaterlanbe!
©e? fföniß? [Ruf bringt in ba? £en mir ein,
ftrfi bin ein ^Jrenfee, will ein fßreufee fein! :,:
298
Vlni) ancv
Glicht jeber Tag fann glüfjn im (Sonnenlichte;
(Sin fEBöttdjen unb ein Gtfjauer lammt jur Seit,
Trum leie leinet mir ed im ©efidjte,
Tafj nidjt ber Söünfcfje jeber mir gebeifct.
Söotjl taitfcfjen nab’ unb ferne mit mir gar niete gerne.
:,: 3fjr GMücf ift Trug unb ihre &retljeit (Schein,
Sdj bin ein SJSreufce, will ein 5Breufce fein! :r:
Unb wenn ber böfe (Sturm mitfj wilb umfaufet,
Tie Vtßtfjt entbrennet in bed ^ti^ed ©lut,
fcafd bodj fdjon ärger in ber 5Belt gebraufet,
Unb wad nicht bebte, war ber S^reu&en Wut.
Wag Seid unb (Siche fplittem, irfj werbe nicht erbittern;
: (Sd ftürm* unb fradj', ed blifce wilb barein,
3d) bin ein fßreuBe, will ein ^reufee fein!
2Äo Sieb' unb Treu fich fo bem Stönig weihen,
Söo ^Jürft unb Solf fich reichen fo bie Jpanb,
Ta mufj bed Soited wahres ©lud gebeioen,
Ta blüht unb wäcfjft bad fdjöne SJaterlanb.
(So fchrtjören wir aufd neue bem $önig Sieb' unb Treue.
öreft fei ber 93unb, ja. fdjlaget mutig ein,
3<h hin ein trenne, will ein ^reuije fein! :
7. $eutf<htanb, Tetiifrfjlanb über alled.
Teutidjlanb, Teutfcfjlanb übet alles, über alled in bet ©Jett,
Sßenn ed ftetS ju Gdjufo unb Trufoe brüberlidj jufammenhält,
'Son ber Waad bid an bie Wemcl, oon ber (Stfcf) bis an ben ®elt,
Teutfcölanb, Teutfchlanb über alled, über alles in ber Sßelt.
Teutfdje Stauen, beutfdje Treue, bcutidjer 53ein unb beutfdjer Gang
Sollen in ber 5£elt behalten ihren alten, fdjöuen Slang,
Und au ebler Tat begeiftent unfer gamed Sehen lang.
Teutidje grauen, bciitidje Treue, beuiieher S3ein unb beutfdjcr Sang.
tfinigfeit unb Dierfjt unb Freiheit für bad beutfdje föaterlanb!
Tanadj labt und alle ftreoen brüberlich mit £?era unb jpanb!
(Hnigteit unb fRetfjt unb Sreih^it finb bed ©lüded Unterpfanb.
93!üh ini (SHan^e biefed ©lücfed, blühe, beutfcfjeS fBaterlanb!
8. Tic 2üad)t aut iHhcin.
(Sd brauft ein fRnf wie Tonnerhall,
59ie GdjwertgeHirr unb 53ogenprall:
„Sum fftljein, Aiim tflhcin. gum beutfdjen fRhein!
5tler Will bed Gtromed ,$üter fein?“
: Sieb Saterlanb, magft ruhig fein!
: &eft fteht unb treu bie Söarfjt, bie SBadjt am fKbein. :
Tnrdj ^unberttaufenb judt ed fdjnell,
Unb aller Singen blifcen bell;
Ter SJeutfcfje, bieber, fromm unb ftart,
Scfcbüfet bie beil’ge SanbedmarT.
Sieb Saterlaub, maaft ruhig fein! :
8eft fteht unb treu bie SBarfjt, bie 59adjt am fRbein.
<£r blktt hinauf in ^iwmeldaun,
$a fcelbcnbäter nieberfeftaun,
Unb fdjwbrt mit ftoljer ftampfedluft:
„Tu iNbein bleibft beutfdj wie meine Söruft”.
Sieb Saterlanb, magft ruhig fein!
8cft fteht unb treu bie Stacht, bie Sfiadjt am JHfjein.
Solang ein Trobfen ©lut norfj glüht,
9?odj eine fraufi ben Tegcn Mefjt,
Unb noch ein Sinn bie Sürfjfc fpannt,
betritt fein fjeinb biet beinen (Straub."
Sieb Saterlanb, magft ruhig fein!
u* 8«fi fteht unb treu bie Söadjt, bie SSacfjt am 9Ujein.
Ter Schwur erfrfjallt, bie iEBoge rinnt,
Tic ftabnen flattern hoch im $3inb,
Sim vthein, am fRhein, am beutfdjen Sihein,
SBir alle wollen fcüter fein.
Sieb Saterlanb, magft ruhig fein!
fjeft fteht unb treu bie SJadjt, bie SSadit am SRbein.
s4iüjan0.
299
ÖÜciterc betäubte Siebe«.
9» fbtaljlauh ftameraben, auf3 ^fevb.
Söohlauf, ftameraben, cmfö »ferb, aufö »ferb, inö <yclb, in bie Freiheit gesogen, 4}m
ßrelbe, ba ift bet Wann nod) was wert, ba wirb baö J&erj nod) gewogen, :,; ba tritt fein
anbrer für ibn ein, auf fid) felber fteljt er ba ganj allein.
ßluä ber SEÖelt bie ffreiheit verfdjwunben ift, inan fiel)et nur Herren unb $i nedjte. ©ie
fjalfchbeit herrfdjet bie $interftft, bei bem feigen Wenfdjengcfdjledjte: :,: ©er bem ©ob
fix baS Vlugenlcdjt frfjaueu tann, ber Solbat allein ift ber freie Wann.
©eä Sebent Slngfte, er wirft fie weg, bat nidjte mehr $u fürd)teu, jn forgen; er reitet
bem Sdjidfal entgegen !cd, trifftte Seute nid)t, trifft c$ borfj morgen, unb trifft es
morgen, fo laffet unö Seut nodj frOlürfcn bie Zeigen ber föftlichcn Beit.
»on bem .'pimmel, ba fällt ihm fein luftig Soö, brauchte nidjt mit Wüt)' öu erfireben;
ber ffröner, ber fudjt'ö in ber (Srbe Gdjou, ba meint er ben Sdjag ju erbeben. (St gräbt
unb fdjaufelt, folang er lebt, unb gräbt, bte er enblidj fein Girab fid) gräbt. :,:
’ ©er inetter unb fein gcfdjwinbeä Ölofc, fie finb gcTÜrdjtete GJäfte; eö flimmern bie
fiampen im .fcodjjeitöftfjloft, ungelaben fommt er jum fyeftc; er wirbt nidjt fange, er
geiget nicht GJolb, im Sturme erringt er ben Winnefulb.
'JBaö meinet bie ©im’ unb jergrämet fid) fehler, lag fahren ba^in, lag fahren; er bat
auf (Srben fein blelbenb Quartier, fann treue Sieb’ nidjt bewahren; bete rafdje Srfjütfal,
eö treibt ihn fort: Seine fRufje lägt er an feinem Ort. :,:
©rum frifdj, ftameraben, ben Uiappen gebäumt, bie »ruft im 65efechte gelüftet; bic
JJugenb braufet, baS fieben fdjäumt, frifdj auf, eh ber GJeift nadj uerbüftet, :,: unb fefcet
ihr nidjt baä fieben ein, nie wirb end) baö Seben gewonnen fein.
10. ipluß idj benn, mufj ich beim.
Wuf) id) beim, muß irfj benn aum Stabilem hinauf, unb bu mein Gdjah bleibft hier!
ffißenn id) fomm, Wenn fdj lomm, meint id) wieber fomm, lehr' idj ein, mein Sdjab, bei bir.
Kann irfj audj nidjt allzeit bei bir fein, hab ich bedj meine greub’ an bir. ^fienn id) fomni,
Wenn id) tomm, Wenn idj Wieberlomm, fahr' id) ein, mein Sdjab, bei bir.
fiBie bu Weinft, wie bu meinft, baß id) toanbem muß, ate wenn bie Sieb' jefet mär'
Vorbei; finb audj brauß', finb audj brauß’ ber Wäbdjcn viel, lieber Sdjag, id) bleib’ bir treu.
©enF bürt) nidjt, wenn id) eine anbere fei), nun fei meine Sieb’ borbei, finb auch brauß’,
finb aud) beäug' ber Wäbdjen biet, lieber Schab, ich bleib’ bir treu.
Uberö fta&r, überö ftafjr, wenn man ©rauben fdmeib't, ftell idj hier mid) wieber ein.
»in id) bann, bin ich bann bein Gdjäßdjcn iwdj, bann foll bie Swcfjaeit fein. Überö 3abr,
bann Ift meine S^ii borbei, bann bift bn mein, idj bein, bin idj bann, bin idj bann bein
Odjäßdjen nodj, bann foll bic fcocfacit fein. 11
11. &tcb’ ich iu ftnftrcr Mitternacht
Steh’ id) in finftrer Witternacht fo einfam auf ber ftillen S9ad)t, fo bent' leb au mein
fernes Sieb', ob mir'S aud) treu unb halb verblieb, bann bent’ id) an mein fernes Sieb,
ob mir’ö auch treu unb fiolb üerblieb.
Vite ich 5ur Sahne fortgemüßt, h“t fic fo her^lidj mich gefügt, mit »änbem meinen
$nt gefchmüdt unb meinenb mich uns £>era gebrüeff. Wit »änbern ufw.
Sie liebt mid) noch, fie ift mir gut, bann bin id) froh unb Wohlgemut; mein $>erj
fdjlägt warm in tatter Viacht, wenn eö an§ ferne Sieb gebadjt. Wein jpen ufw,
fifefct bei ber Sampe mitbem Gdjein, gcljft bn wohl in bein Kämmerlein unb fdjidft
bein sJladjtgebet aum ^etrn, aud) für ben fitebften in ber Sern'. Unb fdjidft bein ufw.
Xodj wenn bu traurig bift nnb meinft, mid) von GJefahr umrungen meinft, fei ruhig,
Idj ftefj’ in GfotteS .<putr er liebt ein treu (Solbatenbhit. Sei ruhig ufw.
$)ie GSlode fchläßt, balb naht bie 9ttmb* unb löft midj ab ah biefer GtunbT Sdjlaf
wohl im ftiCTen Kämmerlein unb bent’ in beincu träumen mein’ Schlaf wohl ufw.
12. Worgenrot! Worgenrot I (eudjteft mir jum frühen £ob 1
Worgenrotl Worgenrot! leuchteft mir aum frühen 5Eob! »alb wirb bie trompete
blafen, bann muß id) mein fieben laffen, ich unb mancher Kamcrab.
Kaum gebadjt, laum aebadjt, wirb ber Suft ein <£nb’ gemadjt. Heftern nodj auf ftoljen
bluffen, heute burch bie »ruft gefd)offen, morgen in ba$ tüljk ®rab.
2ldj wie balb, ach wie Salb frfjwinbct Schönheit unb (Meftalt! »raljlfi bu gleich mit
beineri langen, bie Wie Wtlcft nnb »utbur prangen, ad), bic SRofen weiten all'.
Unb waö lftz unb wa§ ift biefeö fiebenö tur^e griff ? Unter Stummer, unter Sorgen,
fidj bemühen frul) am Worgen, bte ber Stag oorüber ift.
©arum ftill, barum ftill füg' id) midj, wie ®ott eö will. Unb fo will idj wader ftreiten,
unb fallt1 ich ben ©ob erleiben, ftirbt ein braver Sleiterömann.
13. Xrei Sitten.
©rei ßilien, brei fiilien, bie pflanat1 idj auf mein 6>rab, ba fam ein ftolscr Weiter unb
brach fte
Qldj fReiterömann, ach SNeiterömann, (aß bod) bie Sitten fteljn, fie foll ja mein Seilte-
ttebchen nodj einmal febn.
Unb fterbe ich noch heute, fo bin id) morgen tot; bann begraben midj bie Seute um?
Worgenrot.
o
en l
Starte t«on $eui]djlanb.
Wnljamv
301
Starte non ßuropa.
302
SlrtTjattg-
(örobabjcidjen ber Untcronijicre ititb bcr Wnri’tc.
Seqjpa^Y^ddw/davÖdwebel
Achsdklappen
(peckofflziere^
Oben- Bachmann •
Boahmart
Ärmelauföchläge der -Seeoffiziere..
Möteeder
SeeofHx/ere
LeufrxnteOe»
Mutder3eecftaere
vamKaprtän
zur&t abwärts
Gradabzeichen der Oesterreich isch -Ungarischen Armee
(am Rockkragen).
1 Unterklassen.
Feldwebel
Eni-Freiw (Knopf)
van ApenKorps (Eoawdß)
2. Offiziere.
Leutnant
Oberleutnant
Hauptmann Im General*
Jtab (schwarzer Spiqgd)
Oberstleutnant
Generalmajor
Generaloberst
Besondere Abzeichen.
Urftfahrtruppe
KrattfhhrtHjppe-
30-1
^rababjcirfjen bcr Dfterrcittjifrfpnngßriftfjen Ärmee.
1. Unteroffiziere unb (Gemeine; Jein Sortenbefap fonbern weiße
Sterne au? gettufoib.
2. gelbWebct; fdjmale Seibenborte mit 3 Sternen.
3. StabSfelbWebet; breite filberne Sorte, bie von einem roten
Streifen burdjjogen ift, mit 3 Sternen.
4. Dffizier fiel Ibertreter; Sorte wie Stabsfelbwebel, 1 gotbener Stern.
5. $ä[)nri(f)‘, fdjmale ®olbborte mit 1 fitbernen Stern.
6. ®abetten; Sorte wie ^afjurid), je nad) 9iang 1—3 3ellutoib>
[terne. Sei ^abetten in ^elbwebetrang (3 Sterne) ift über ber
gotbenen Sorte nodj eine gelb)eibene.
7. Hauptleute unb Seiitnanto paben auf bem Äragen Sterne in
@olb= ober Silber ftider ei je nad) ber fjarbe ber ft'nöpfe.
8. Stabsoffiziere paben golbenen ober fitbernen Sortenbefaß auf
buntem Äragenfpiegel (Oeneralftab fdjwarje Spiegel); golbene
ober filberne Sterne umgeteljrt wie ber Sortenbefap. 9(m
Ärmel 3,3 cm breite ©olbborte.
9. bJcneralc tjaben breite ©olbborte mit fitbernen iflangfternen;
Spiegel ift ziegelrot. 2tm Ärmel 5,3 cm breite ©olbbortc.
SeinHeiber haben breite rote Streifen wie bei ben beutfdien
(Generälen.
Sieben ben Äbjeid)en bei Spezialtruppen am Stragen gibt es
neben ben wollenen Sdjüpenfdpiüren (rot, grasgrün) mit 3 SBoIb
ballen nod) runbe ÜDtetaUfdjeiben mit berfdiebenen ßeidjnungen
(Äbgeidjen für Sntfernungvfdiäßer, jReiteraus-jeidjnung §at)rau?-
geidjnung, fKidjtauSzeidmung), bie auf ber rechten Sruftieits
getragen werben.
Krieger» unb ftintctblieb eit eit= A erforgung
SSie werbe idj bei einer aus Stnlafj beS
Krieges erlittenen Befdjäbigung ocrforgt ?
3Kit amtlidjer Genehmigung toerfa&t bon ©emmig, StedjnungSrat unb Geheime*
ejpebierenber Seite töt ber SRenten»Abteilung beS preußifchen Kriegs»
minijteriumö. 14. Auflage (70. ©aufenb). ®reiS 40 $f., 11 Gfpl. Sft. 4,—,
Bon bet SJlebijinnl-Abteilung beS KriegSminifleriumS unb
bielen anberen böseren Bewürben empfohlen.
©ie fich bon ben SDlängeln ähnlicher Schriften fernljaltenbe Arbe’it ift Wirlli$
ein SDlerlbudj für jeben Krieger, ©iefe borjüglidje, mit amtlicher
Genehmigung berfaßte Schrift orientiert in muftertpfter Überficht«
Hrfjleit über bie berfd)iebenen XJerforgung3gebüt)rniffe unb bie
©eltenbmad)ung ber Anfprüdje. Unb jwar gefdjieljt baS an ber jjanb
prattifdjer Beifpiele, bie forootjl bie Sientenberforgung als bie gibilberforgung nach
bem äJtonnfdjaftSberforgungS».'efelj berüdfidjtigen. „©et ©ag", Berlin.
2ßic erhalte id) als KricgSbefchäbigter ober
als Kriegerwitwe eine Kapitalabpnbnng
an Stelle bon KriegSberforgung?
Kapitalabfinbung an Stelle bon KriegSberforgung (KapitalabfinbungSgefef)).
Allgcmeinfaßlid) erläutert bon SDieier, SJlajor unb ßieferent ber Stenten»
'Abteilung beS KriegSminifterinmS. 2. berbeff. Auflage. IßreiS 60 $f.
2lmtlid) empfohlen burd) Verfügung ber SWebüinal-Slbtcilung beS Königlich
ißreufiifdjen KriegSminifteriumS ift biefe Schrift unb ihr SSert folgenbet*
maßen lurj djaralterifiert worben: „©iefeS ®ud) eignet fid) wegen feinet
fachlich iutreffenbcn, überfidjtlidjen unb mit pra!tifd)en Beifpielen
belegten Ausführungen ganj befonberS als AufllärungSfchrift für
bie in ben Sajaretten befinblid)cn KriegSbefchäbigten nach abge*
fdjloffener Beljanblung unb tann als foldje auch ben HRitgliebern
ber ÄuSfdjüffe für KriegSbefd)äbigtenfürforge empfohlen werben."
©eS Weiteren empfohlen burd) baS preufjifdje SJliniflerium beS Innern, SWinifterium
Jür Raubet unb Gewerbe, Sädjf. KriegSminifterium, SDlinifterium ju Altenburg,
Jlinifterium für Glfaß-Sothringcn ufw. ufw.
Kann id) als KricgSbefdiäbigter Beamter
VtlPthptt ®n Erlbach für jeben Krieger oom ß-elbwebel abwärts
IvtlUVll i herauSgegeben bon ©emmig, fRedjnungSrat, Geheimer
ejpebierenber Seitetär im KriegSminifterium. ®reiS 65 ®f., fyelbpoftporto 10 ®f.
©aS aufjerorbentlidj Har unb berftänblich gefdjriebcne AuSIunftSbüdjlem ift
für jeben Gingejogenen bon größtem SHJert. SS erläutert an $anb von bei»
gegebenen SDluftcrn ber Sdjeine, Anträge unb ®efchwerben, welche SKöglidjteiten
Kapitulanten wie Slichtlapitulanten für bie Srlangung beS 3ibilberfotgungSjd)eineS
ober beS AnftcllungSidjeincS ober ber Gelbentfdjäbigung offen flehen, unb gibt
genaue Anweifungen für baS Antragberfahren.
gu beziehen burch jebe flduc^^aiiblung foroie burch ben Berlag
©erwarb <Sfaflntg E3eXe?fijierbkittle«^en Oldenburg i.
£ilftfjer für ben ftelbfolbaten
Spradifütjrer für Unteroffiziere itnb 9D?ann=
(flirt ft fit 1* 5r««Jöfifch. II. (Englifd). III. SRulfifd)-^olnifch. 3U'
| U/u | ll IU fammengepcllt bon Seutnant 2Nopjifthewifr. 2ln bie ^unbert*
taufeub verlauft. ffJreil je 25 Bf-
Tie Büchlein hoben gegenüber anberen ben Borteil, baff fie {einerlei Sprach-
fenntniffe ober -Begabung beraubteben. Selbfl in ben $>äiiben beb einfachen
SJtublctierb, ber noch n'e frembe Saute gehört hat, erfüllen fie ihre Slufgabe, benn
c3 roirb nicht etrva ein (Irlernen ber betr. fjeinbeöfprache geforbert, fonbern ber
fjührer ift fo eingerichtet, bafj bcr SRann, um fi<h Derftanblich ju machen,
auf bie bet beutfdjen Srage bejro. bem Befehl gegenüberftehenbe frembe Über-
legung nur mit bem fjinger ju geigen hat.
$ül)rcr biird) £iu=, (Sft= inib fiurfanb,
beutlch*
lettifdjen unb beutfch-eftnifchcn Sprachführer unb einer Äarte ber baltifdjen
Brobingen. 2. berbefferte Auflage. Ter ©eneralfiab taufte 20000
(jjemplare an! Tafd)enformat. $rei< 80 Bf-
®r foll unfern in ben baltiichen Dftfeelanben borrüdenben Truppen erleichtern,
fi<h in Canb unb Seuten gured)tgufinben. gu bem Cnbe ift itjm eine angiehenb
äefrfjricbene Sligge ber (jeicfjidjtlidjen ßntroidlung be« Baltifumä beigegeben. ®9
folgen Schilbcrungen ber einzelnen Bebölterungäfchichten, eine phüfitalifche ®e°*
gmptjie im Umtife unb lurge politif dj-geogra pt)if ehe Befdjrcibungen ber
brei Brobingen. Ten iöefrfjlufj machen bie Sprachführer, bie ber Truppe bie
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lebe über Balten, ein neue« Reichen ber Siebe unb Treue, mit ber fie bem
beutfehen Baterlanbe ju bienen befliffen finb.
„ftönigSberger $artungfd)e Bettung',
«Rciicb Slrmcdicberbuch.
IRicharb änötel. Bufammengeflcllt bon SO?. SSaltet. 60. Taufenb. fßrei« 25 Bf-
Empfohlen bon OeneralfclbmarfchaH b. £>äfeler, ben @eneral!ommanbo3 bei
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bielen anberen hohen militärischen Stellen.
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