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Теги: military affairs military equipment anti-tank grenade
Год: 1980
Текст
MINfSTERRAT ''
DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN RJEPUBUX
MINISTERrtjM FÜR NATIONALE VERTEIDIGUNG
• wk
Ut.-Nr: 155/80
A 05011/447
7 f
* 1
Reaktive Panzerabwelirgranate
IMK.-18
Beschreibung und Nutzung
W80
MINISTERRAT
DER DEUTSCHEN DEMOKRATISCHEN REPUBLIK
MINISTERIUM FÜR NATIONALE VERTEIDIGUNG
Lit.-Nr.: 155/80
A 050/1/447
Reaktive Panzerabwehrgranate
RPG-18
Beschreibung und Nutzung
1980
Einführungabeatlmmung zur A 050/1/447
1. Di« Anleitung 050/1/447 Reaktive Panzerebwehrgranate RPG-18,
Beschreibung und Nutzung, wird erlassen und tritt am 01, 12,. 1930
in Kraft.
2, Die A 050/1/447 gilt'auch für die Grenztruppen dar Deutschen
Demokratischen Republik (DDR).
0, U., den 07. 07. 1980
Chef Raketen- und
Waffentechnischer Dienst
Ag 117/1/17785-0
4
Inhaltsverzeichnis
Seite
Qberslchts- und Einführungsteil 1
A Beschreibung
1. Bestlmaung und technische Angeben 7
2. Aufbau , 12
2.1. Abschußrohr 12
2.2. Granate 18
3. Wirkungsweise 22
4. Verpackung 28
B Nutzung
1. Sicherheitebestimmungen 31
2. Schießen 33
2.1. Einnahmen der Feuerstellung 33
2.2. Gefechtefeldbeobachtung 35
2.3. Feuerführung 38
2.4. Feuereinstellung 45
3. Ungang alt leeren Abschußrohren, Versagern und Blindgängern 45
5
A Beschreibung
1. Bestimmung und technische Angaben
Die reaktive Panzerabwehrgranate RPG-19 gilt im vollständigen
Zustand als Munition (Bild 1), Sie ist zur Bekämpfung von
Panzern, SFL und anderen gepanzerten Zielen bestimmt.
Mit ihr können auch Truppen in Deckungen und in Gebäuden be-
kämpft werden.
Sie besteht aus dem Abechußrohr und der eigentlichen Granate
(Bild 2).
Kaliber 64 ram
Länge i a) in Marschlage 705 mm
b) in Gefechtslage 1 050 mm
Masse 2,6 kg
Anfangsgeschwindigkeit 114 m/s
Entfernung des direkten * Schusses (Zielhöhe 2 m) 135 m
Visierschußweite •ax. 200 m
Zelt für die Umstellung aus der Marsch- in die Gefechtslaga 8 . .. 10 8
Für Übungszwecke wird eine reaktive Panzerabwehrgranate
RPG-18 Üb verwendet. Sie besitzt einen inerten Gefechtekopf
mit Zönderer.Batzstück.
7
tr
Bild 1 Reaktive Pan^erabwehrgranate RPC-18 in Marschlege
a - Gesantanaicht; b - Längsschnitt
rv
A Ü50/1/447
Bild 2 Gesamtansicht der Granate
a - vor den Schuft; b - im Flug; 1 - Kopfteil: 2 - Heckteil (reaktives Triebwerk); 3 - Fixator;
4 - Stsbilisierungeflügel; 5 - Zündschlauch
31 Id 3 Reaktive ranzarabwehrg ra riete RPG-10 in Gefechtsiege
a - Gesamtansicht; b - Längsschnitt; 1 - Abach-.JÖroh r; 2 - Granate;
n.ngs le c'ung des reaktiven Triebwerkes; 7 - Fixator; S - hinterer
12 - vorderer Rohrdeckel; 13 - Trageos?; 14 - Abdeckblech; 15 -
fxohrrsste; 19 - Rohrschelle; 20 - hinterer Robrdsckel; 21 - Tryge-
Gumnlring; 26 - Schelle; 27 - Gehäuse; 23 - Verbintfungsstange
10
3 * Zündkapsel; 4 - Verschlußkappe; 5 - Zündschlauch; 6 - Anfeue-
Rohrdeckel; 9 - äußeres Rohr? 10 - Zielmarkenfuß; 11 - Zielmarke;
□ iopterblende; 15 - Rohrschellen; 17 - linker Beschlag; 18 -
ose ; 22 - Tragegurt; 23 - Federh-ügel; 24 - inneres Rohr; 25 -
29 - Führungsschiene
11
2. Aufbau
2,1« Abschußrohr
Das Abechußrohr (Bild 3) bestehl aus dem äußeren und dem inneren
Rohr, die der Granate die Flugrichtung erteilen.
Am äußeren Rohr befinden »ich die Visiereinrichtung und der Ab-
echußmechenianuB. Des Rohr besteht aus glasfaserverstärktem Plast.
Zu ihn gehören der. Zielmarkenfuß, das Abdeckblech, die Beschläge
und der das Rohr abschließende Ring.
Am Zlelaarkenfuß sind außer der Zielmarke die vordere Rohrab-
deckung und die üae für den Tragegurt befestigt« Auf dem Abdeck-
blach befinden sich die Diopterblende und unter dem Abdockblech
die Teile des Abschußmechanismus. Das Abdeckblech ist mit drei
Schellen am äußeren Rohr befestigt. Am hinteren Rohrteil aind
geetanzte Metallplatten als Beschläge angebracht. Unter dem lin-
ken Beschlag befindet sich der Federmechanismus der Rohrraete.
□er linke Beschlag dient außerdem noch zur Begrenzung der Drehung
des inneren Rohres. Beide Beschläge verhindern ein Verschieben
des Abdeckbleches. Am Ring wird die hintare Rohrabdeckung und die
Öse für den Tragegurt angebracht.
Am hinteren und am vorderen Rohrdeckel befinden sich Federbügel.
In die Rohrdackel sind Gummidichtungen eingeklebt, die das Ein-
dringen von Staub und Feuchtigkeit in <Lie Rohre verhindern. Auf
beiden Seiten des äußeren Rohres befinden Bich Aufkleber mit Btt-
dlenungshinwaisen (Bild 13),
Das Innere Rohr besteht aus einer Aluminiumlegierung. An der
durchbrochenen Schelle an Rohrenda sitzt ein Metallgehäuae. An
diesem Gehäuse sind die VerbindungSBtange und die Gleitechiene
befestigt. Im Gehäuse befinden eich der Schlagmechanlemua, die
Blockierungseinrichtung und die Zündkapsel. Das Gehäuse besitzt
zwei Kammern; in der vorderen liegt der Schlagnechanlsmus und
in der hinteren die Zündkapsel. Die hintare Kameen ist «it einem
Gummistopfen verschlossen. Quer zum Gehäuse liegt der Balzen der
BlockiarungBeinrichtung.
Die AbzugBelnrlchtung (Bild 4) besteh^ aus dem Abzugemechänismus
und dem SchlagmechanlBous. Der Abzugsmechsnismus befindet sich
unter dem Abdackblech. Zu ihm gehören der Abzugshebel, die Siche-
rung ®it den Sicherungshebel und dem Sicherungskegel sowie die
Verbindung»stange.
12
Bild 4 Abzuqseinrichtunq im gespann-
ten Zustand und Blocklerunqs-
elnrichtung
1 - Abzugehebel; 2 - Slchecyngshebel
3 - Sicherungskegel; ‘4 - Verbindung»
Stenge: 5 - Achse
6 - vorderer Teil
7 - Unterbrecher;
des Abzugshebels:
des Abzugshebels;
des Abzugshebels;
8 - hinterer Teil
9 - Begrenzer;
18
1
10 - vordere GehSusekämmer; 11 - hintere Ge-
häusekammer; 12 - Gummistopfen; 13 - Schlag-
bolzenfeder; 14 - Verschlußschraube; 15 -
Buchse; 16 Schlagbolzen; 17 - Bolzen des
Blockierungshebels; 19 - Blockierungshebel;
19 - Torsionsfeder; 20 - Arretierung der
Rohrraste; 21 - Rohrraste
□er vordere Teil de® Abzugshebel® wirkt mit den Unterbrecher an-
der Gleitschiene zusaamen, der hintere Teil mit dem Sicherungs-
kegel. Oer sichtbare Teil de® vom Abdeckblech nicht verdeckten
Abzugshebels wird vom Schützen beim Abschuß der Granate gedrückt.
Innen an Abzugshebel ist der Begrenzer angeschweißt Er gewähr-
leistet die richtige Lage des Sicherungakeg®!® zum Abzugshebel.
Die Sicherung mit dem 'Sicherungshobal und dem Sicherungskegel
verhindert einen ungewollten Abschuß der Granate, Durch di® Ver-
binde ngastange erfolgt die mechanische Verbindung zwischen dem
Abzüge- und dem Schlagmechaniemue,
Oer Schlagrnechaniemue ist in vorderen Teil des Gehäuses unterge-
bracht. Er bringt die Zündkapsel im hinteren Teil des Gehäuses
zur Detonation. Der Schlagmechanismus besteht aue der Schlagbolzen
feder, der Versehlußschraube und de» Schlagbolzen. Die Verbindunge
etenge ist mit Gewinde versahen und mit dem Schlagmechaniemue ver-
bunden.
□le Blockierungseinrichtung ist in hinteren Teil das Gehäuse®
untergebracht und blockiert den Schlagmechanisuus, wenn sich die
reaktive Panzerabwehrgrenate in der Merechiage befindet. Sie ver-
hindert «inan Abschuß, wenn die Rohre der Abechußvorrichtung
nicht vollständig auaeinandergezogen sind, und sie blockiert die
Rohrraste in der Gefachtsläge. Die Blockierungseinrichtung besteht
aus einem Bolzen, dem Blockierungshebel und zwei Toreionsfedern.
Sind die Rohrs nicht euseinandergezogan, steckt die Dioptsrblenda
im ßlockiarungahebel und wird so am Aufklappen gehindert.
Der Bolzen des Block!arungshebe le blockiert den Schlagmechenisnus
in der Marschlage und verhindert den Abschuß bei nicht vollständig
aussinandergezogenen Rohren. Dazu hat der Bolzen ein Blindlocn,
in das der Schlagbolz®n unter Einwirkung der Schlsgbolzanfedsr
gedrückt wird. Weiter hat der Bolzen eine durchgehende Öffnung,
die in der Gefechtslags bei gespanntem Schlagmechanismus die
Verbindung zwischen Schlagbolzen und Zündkapsel freigibt. Mit
Hilfs des Blocklerungshebels können die Rohre nach dam Abschuß
wieder zusarnmengeschoben werden. Der Blockierungshebs1 ist durch
seinen Bolzen mit dem Gehäuse verbunden. Links ist die Stenge
für da® Arretieren des Rohrfixators in dar Gefechtslage elngehan-
gen.
Die Führungsschiene (Bild 5) verbindet beide Rohre. Sie besteht
aus der Randvarstärkung, dem Unterbrecher, der Gleitflächa, dem
Gleitblech, dem ’F ührungss tück und der aufgesetzten Führungslsiste.
14
4
Bild 5 Führungsschiene
1 - Randverstärkung der Führungsschiene; 2 - Unterbrecher; 3 - Gleitfläche der Führungsschiene;
4 - Führung«stuck ; 5 - Gleitblech; 6 - aufgesetzte Führungsleiste; 7 - Anschläge; 8 - Aus-
sparung für die Rohrraste ’
14
Bild 6 Visiereinrichtung
ä - Zielmarke und Diopterblende (Vorderansicht); b - Diopterblende
(Rückansicht, die Federklemme in jeweils äußerer Lage); cZiel-
marke in Schußrichtung gesehen; 1 - Zielmarkanfuß; 2 - Ziälmarken-
fußlagar; 3 - Zielmarkenrahmon; 4 - Zielmarken; 5 - Markierungen
zum Entfernungsschätzen für ISO m• 6 - Hilfskorn zum Zielen bai
begrenzter Sicht; 7 - Raste für den Federbügel; 6 - Abdeckblech;
9 - Diopterleger; 10 - obere Diopteröffnung; 11 - untere Diopter-
öffnung; 12 - Federklemme; 13 - Schlitz zum Einrasten der Feder-
klemme; 14 - Kimme für das Zielen bei begrenzter Sicht
In der linken Randverstärkung befindet sich eine Sperre für den
Blockierungehebsl. Am Vorderteil vor dem Unterbrecher lat daa
Abdeckblech als Verlängerung der Führungsschienu befestigt. Eb
hindert die Zielmarke in der Marachlage des Abschußrohres em
Aufklappen und schützt sie vor mechanischen Beschädigungen. Der
Unterbrecher ist auf die Führungsschiene aufganistet. Er verhin-
dert beim Auseinanderziehen der Rohre ein Betätigen des Abzugs-
hebels. Die Führungsleiste ist auf die Führungsschiene aufge-
schweißt, Ihre Bankrecht stehende Kante verhindert ein zufälliges,
ungewolltes Sichern der Waffe,
Die beiden Anschläge der Führungsschiene stoßen beim Aueeinander-
ziehen der Rohre an das Widerlager und verhindern so ein Zurück-
rutschen des inneres Rohres. In die Aussparung an der linken
Randverstärkung greift die Rohrraste ein. Das Führungsstück am
hinteren Ende verbindet die Führungsschiene mit dem inneren Rohr.
Im Führungsstück sitzt außerdem der Schlagmschanismus,
Dia Visiereinrichtung (Bild 6) dient zum Richten auf dae Ziel.
Sia baateht aus der Zielmarke und der Diopterblende, die durch
Torslonefedarn aufgeklappt werden. Die Zielmarke ist am Vorder-
teil des äußeren Rohres mit einem Bolzen befestigt, der gleich-
zeitig die Torslonefeder hält. Die Zielmarken sind als rote Drei-
ecke gekennzeichnet und mit dem Zahlen 5, 10, 15, 20 bezeichnet.
Diese Zahlen entsprechen den Entfernungen 50 m, 100 m, 150 m und
200 m. Auf beiden Seiten dar Zielmarke 15 befinden sich rechts
und links auegestanzte Erhebungen, die mit der Spitze der Ziel-
marke eine Linie bilden. Damit kann die Entfernung zum Ziel (Pan-
zer) ermittelt werden (Bild 19).
Der Rahmen der Zielmarke besitzt oben ein Hilfskorn. Am Obarteil
der Diopterblende bafmdet eich eine Kimme, Hilfskorn und Kimme
ermöglichen des Zielen bei eingeschränkter Sicht suf eine Entfer-
17
nung vor. 70 s. Am Zielmerkenfuß ist eine Warze zum Einrasten des
Rohrdeckelverschlußbügels vorhanden. Die Diopterblende ist auf
dem Abdeckblech des äußeren Rohres mit einem Bolzen, der gleich-
zeitig die Torsionsfeder hält, befestigt. Am Unterteil der Diop-
terblende befindet eich eine Mitnehmerkralle zum Spannen des
Schlagmechanismua. Die Dlopterblende besitzt unmittelbar neben-
einander zwei Öffnungen? die obere zum Zielen bei Lufttemperatu-
ren von O ... -50 °C, die untere bei Lufttemperaturen von
0 ... +50 °C,
Jeweils eine Öffnung kann verschlossen werden, indem das untere
gebogene Ende der Federklemme in einer der beiden Endstellungen
+ oder - eingerastet wird. Das unters Ende wird bei Minustempera-
turen nach links und bei Pluatemperaturen nach rechts gedreht.
2.2. Granate
Die Granate (Bild 7) beateht aus dem Gefechtakcpf und dem reakti-
ven Triebwerk.
Der Gefec.htskopf dient zur Vernichtung des Zieles. Er besteht aus
dem Körper, der Gewindebuchse, der ballistischen Haube, den Kegel
mit der Innenhülle und der ieolierbuchse, dem Ring, dem Andruck-
ring, der Scheibe, der Isolierbuchse, dem Trichter mit dem v'erbin-
dungsröhrchen, der Prallinse mit dem Zylinder und dem Sprengstoff.
An der ballistischen Haube ist der Kopfteil des Zünders WP-1E
angeschraubt, aa Boden des Gefechtskopfea befindet sich der tionon-
teil des Zünders WP-18, der durch einen Gewindermg gehalten wird.
Das reaktive Triebwerk erteilt der Granate die Anfangsgeschwindig-
keit, Es besteht aus dem Brennkammerkcpf, einer Lochscheibe,
der Brennkammer mit der Treibladung, dem Gitter, der Zündladung
und dem Zündübertragungssystem, dem ZOndschlauch, der Düse und
den vier Stabilisierungsflügeln. Zwei StabilisierungsflGgel haben
Aussparungen zur Aufnahme der Fixatoren für die Granate. Weiter
gehören zum reaktiven Triebwerk das Zündkapselgehäuse mit der
Zündkapsel und der Zündpille. Im Brennkammerkopf befinden sich
vier, durch Membranen verschlossene, tangentiale Kanäle, durch
welche die Granate beim Abschuß in eine Drehbewegung um die Längs-
achse versetzt wird. Als .Anfeuerungsladung für daa Triebwerk wird
Schwarzpulver verwendet, das sich in einem leinenen Pulversöckchen
befindet.
1B
(0
Bild 7 Granate
a - Gefechtskopf; b - reaktives Triebwerk: 1 - Körper; 2 - Gewindebuchse; 3 - ballistische
Haube; 4 - Kegel; 5 - Innenhülle; 6 - Isolierbuchse; 7 - Ring; ß - Andruckring; 9 - Scheibe;
10 - Isolierbuchse; 11 - Trichter; 12 - Verbindungsröhrchen; 13 - Prallinse; 14 - Zylinder;
15 - Sprengstoff; 16 - Kopfteil des Zünders WP-18; 17 - Gummidichtung; 13 - Bodentell des
Zünders WP-18; 19 - Gewindering; 20 - Srennksnmerkopf; 21 - Lochscheibe; 22 - Treibladung;
23 - Brennkammerrohr; 24 - Gitter; 25 - Anfeuerungsladung; 26, 27 - Zündübertragungssystem;
23 - Zündschlauch; 29 - Düse; 30, 31- Stabilisierungsflügel; 32 - Zündkapselgehäuse;
33 - Rahrnippel; 34 - Zündpille; 3S - Zündkapsel
Bi Id 8 Kopfteil <Jos
Zündere WP-18
1 - Piezoelernent; 2 - Druck-
platter 3 - Mutter; 4 - un-
tere Kontaktplatte; 5 -
Kontakt; 6 - Isolator; 7 -
Körper; B - Schutzkappa
Der Zünder WP-18 mit piezoelektrischer Wirkungsweise“ spricht beim
Aufschlag ohne Verzögerung an. Er besitzt eine Sicherung und wird
erat nach einer beetiamten Flugzeit scharf. Wird des Ziel ver-
fehlt, tritt ein Selbetzerlegermechsnlsrnus in Tätigkeit. Der Zün-
der besteht aus dem Kopf- und dem Bodenteil. Im Kppfteil (Bild 8)
befindet sich ein Piezoelement, des beia Aufschlag der Granate
auf das Ziel eine elektrische Spannung erzeugt.
20
Bild 9 Bodenteil des Zünders WP-18
1 - elektrischer Funkendetonatorj 2 - Schlebeetücki 3 - Körper;
4 - Sprengstoff
Im Bodenteil (Bild 9) befindet sich ein elektrischer Funkendetona-
tor, der detoniert, wenn vom Plezoelement die Zündspannung an-
liegt. Ole elektrische Verbindung zwischen beiden Tellen des
Zünders wird durch die Metalltelle der Grenets gewährleistet.
Der Zünder wird in einer Entfernung van 2 ... 15 m vor der Rohr-
21
mündung des Abschußrohres erst scharf, Ola Handhabungssicherheit
wird dadurch gewährleistet„ daß der Schieber, der mit den Funken-
detonator verbunden lat, zur Seite geschoben und somit der Strom-
kreis unterbrochen lat. Der Zünder äst selbst dann ungefährlich,
wenn die reaktive Panzerabwehrgranata aus Binar Höhe bis zu 3 m
zu Boden fällt. Sollte der Elektromechaniamus versagen oder
trifft die .Granate nach einer Flugzeit von 4 ... 6 a nicht auf
ein Ziel, erfolgt die Salbetzerlegung dea Zünders und somit der
Granate.
3. Wirkungsweise
Bei* .vorber'eiten der reaktiven Panzerabwehrgrenats zum schuß
lat dea Abschußrohr aue der Mersch- in die Gefechtelage zu über-
führen. Dazu ist die Federklerne*« der Diopterblende in die ent-
sprechende Stellung + oder - zu stellen; beim Einstellen auf -
(nach links) ist die obere Diopteröffnung geöffnet, beim Einatal-
len auf + (nach rechts) die untere. Danach ist der hintere Rehr-
deckel zu öffnen und sind die Rohre bis zum Anschlag ausainandar-
zuziahen. Beim Auaeinanderzlahen dar Rohre stellan sich die
Diopterblenda und die Zielmarke auf (Bild 10) und klappt dar
vordere Rohrdeckel nach unten. Außerdem gleitet der Unterbrecher
unter den vorderen Habel des Abzuges. Dar vordere Hebel des Ab-
zuges hebt Bich, der hintere Hebel senkt eich und gibt damit
den Sicherungekegel frei, der beim weiteren Auaelnenderzieher der
Rohre vom inneren Rohr mitgenommen wird, bie die Rohrraste ein-
rastet.' Die Granate lat im Abechußrohr durch zwei Fixatoren
featgelsgt. Die Fixatoren sind jeweils en den Enden von zwei
gegenüberliegenden Stabilieiarungsflügeln und an dem Abechußrohr
elngehangen.
Zum Spannen dea Schlagmechaniemus ist die Diopterblende nach hinten
unten in Richtung daa Schlegmachanismus bla zum Anschlag zu drücken
und wieder freizugeben. Dabei nimmt die Mitnehmarkralle der Diopter-
blende die Führungsstange mit und bewegt sie nach vorn. Der Schlag-
bolzen gleitet aus dem Blindloch des Bolzens des Blockierungs-
hebels, die Schlagbolzanfeder wird zusammengedrückt»
22
Gleichzeitig wird der hintere Hebel das Abzuges über den Slcherungs
kegel hi nw eg gedrückt; er rastet hinter des» Sicherungskegel ein, wo-
durch der Schlagmechanismus im gespannten Zustand gehalten wird,
Bein Herausgleiten des Schlagbolzen« aus dem Blindloch am Bolzen
des Blockierungshebela klappt der Blocklerungahebel auf, der Bolzen
wird gedreht, vor die Spitze des Schlagbolzens tritt eine durch-
gehende Öffnung zum hinteren Teil das Gehäuses in dem die Zündkap-
sel sitzt. Außerdem raetet die Rohrraste ein und blockiert die
Rohre in der Gefechtslage.
Beim Drücken auf den Abzugehebel wird der Slcherungskegel frsigegs-
ben, die Verbindungsstange mit dem Schlagbolzen schnellt unter der
Einwirkung der Schlagbolzenfeder nach hinten. Der Schlagbolzen
gleitet durch die Öffnung das Bolzene des Blockierungshebels in
den hinteren Teil des Gehäuses und zündet die Zündkapsel. Diese
wiederum entzündet die Zündpille und die F lamme* pf la nzt sich über
den Zünüschlauch und das Zündübertragungeayetem zur Anfeuerungsla-
dung fort. Diese wiederum zündet die Treiblsdung des Raketentrieb-
werkes. Unter dem Druck der entstehenden Pulvergase werden die
Haken der Fixatoren aufgebogen; die Granate wird freigegaben. Die
Reste der Zündeinrichtung worden mit dem Gasstrahl aus dem Rohr
herausgeschleudert und die Granate erhält durch den Schub das
Triebwerkes ihre Geschwindigkeit. Gleichzeitig tritt ein Teil der
Gase durch die tangentialen Kanäle im Brennkammerkopf nach außen
in den Raum zwischen Granate und Wand des Abschußrohrae und ver-
setzt die Granate in eine rotierende Bewegung um ihre Längsachse,
Dae Triebwerk arbeitet nur so lange, wie die Granate das Abschuß-
rohr noch nicht verlassen hat. Dadurch besteht keine Gefahr für
den Schützen, vom Gasstrahl oder von Verbrsnnungeprodukten ge-
troffen zu werden. Nach dem Verlassen das Abschußrohres entfalten
sich durch die Fliehkraft die Stabllisierungsflügel (die Fixatoren
werden ebgeworfen) und die Granats erhält noch eine zusätzliche
Drehbewegung ui^ die Längsachse. Der Flug zum Ziel erfolgt antriebs-
los.
Beim Aufschlag auf das Ziel (Hindernis) spricht der Zünder en und
bringt den Sprengstoff des Gefechtskopfes zur Detonation. Durch
die kumulative Wirkung der Detonation wird die Panzerung durch-
schlagen.
Zum Sichern dar zum Schuß vorbereiteten reaktiven Panzerabwehr-
granate ist die Diopterblende bis zum Anechlag nach hinten umzu-
legen (Bild 11),
23
24
11
Bild 10 Lage der Teile das AbschuRrohreB
a - beim Auseinanderziehen ,der Rohre; b - in der Endstellung der auseinandergezogenen Rohre;
1 - Unterbrecher; 2 - vorderer Hebel des Abzuges; 3 - Sicherungshebel; 4 - inneres Rohr; 5 -
Rohrreste; 6 - verdickter Teil der Verbindungsstange; 7 - Diopterblende; B - Mitnehaerkralle;
9 - Sicherungshebel; 10 - Verbindungsstange; 11 - Schlagbolzen; 12 - Bolzen des Blockiarungs-
hebels; 13 - Schlagbolzenfeder; 14 - ßlockierungshebel; 15 - Torslonsfedsr; 16 - Widerlager
6
Bild 11 Sichern der reaktiven Panzerabwehrgranate
1 - Diopterblende; 2 - MitnohmerkraIle; 3 - Sicherung; 4 - Siche-
rungskegel: 5 - Begrenzer; 6 - Abzugshebel; 7 - linker Vorsprung
der Sicherung; B - Aussparung im Abdockblech
Dabei drückt die Mitnehmerkralle der Diopterblende gegen die Si- '
cherung und drückt diese nach vorn. Der Sicherungskegel drückt
gegen den Begrenzer und arretiert den Abzugshebel in «einer oberen
Lage, Danach ist die Diopterblende gedrückt zu halten und der
Sicharungshebel in Uhrzeigerrichtung umzulegen, Damit gleitet
der linke Vorsprung der Sicherung in eine Aussparung des Abdeck-
bleches; die Bewegung der Verbindungsstange noch hinten zur Zünd-
kapsel wird verhindert.
26
Bezeichnung des Zünders
r Bezeichnung der Granate
r Herstellerwerk
r Parbenummer
r Pesten - Nr. I Hersteiiungsjahr
L Bezeichnung des
Sprengstoffs
- Marke des Pulvers
KP 0 1804 |
WP-1S CZ
PPK5 □
OKFOl CZ
BRUTTO CZ
STÜCK
^Herstellerwerk. / Partie-Nr / Hersteiiungsjahr
L Spezial Werkzeug fürRWD (jede 10. Kiste)
- Herstellerwerk ! Partie -Nr /Hersteiiungsjahr
84Id 12 Holzkigt» für reaktive PanzerabwehrgrarKtan
Beide StirnflMchen tragen die Beschriftung:8RPG~18
4. Verpackung
Di® reaktiven Panzersbwehrgranaten sind einzeln in Plastbeuteln
hermetisch verpackt. Die vordere und die hintere Rohrmündung
sind zusätzlich durch Packpapier geschützt.
Jeweils ächt reaktive Panzerabwehrgranaten sind in einer Holz-
klate (Bild 12) untergebracht. Die Holzkiste ist mit zwei Ver-
schlüssen versehen, mit Tarnfarbe gestrichen und schwarz be-
schriftet .
Die mit einem V gekennzeichneten Holzkisten enthalten das ent-
sprechende Werkzeug zum Zusammenschieben der Abschußrohre nach
dem Vorschuß. Dieses Werkzeug ist durch Angehörige des rsketen-
und waffentechnischen Dienstes vor der Ausgabe zum Schießen
zu entnehmen.
Bai der reaktiven Penzerabwehrgranate sind sowohl die Granate,
das reaktive Triebwerk als auch das äußere Rohr das Abschuß-
rohres mir einem Tamanjatrich versehen. Am äußeren Rohr sind
außerdem auf beiden Seiten die Aufkleber (Bild 13) mit den
Sicharheitsbeatimmungen (rechte Seite) und Regeln für das
Schießen (linke Seite) angeordnet.
Die reaktiven Panzerebwehrgrenaten RPG-16 Ob sind in der gleichen
Welse verpackt. Sie tragen folgende Be- und Kennzeichnung;
a) Gefachtskopf schwarz gestrichen, weiß mit Üb beschriftet,
b) äußerea Rohr des Abachußrohres schwarz gestrichen, weiß nlt
Oh begehrif ret,
c) Holzkiate
- auf der Dackeloberaeit® weiß nlt Ob beschriftet.
- im Schriftfeld mit der Bezeichnung der Granate RPG-18 Üb.
28
Bei der Handhabung ist zu beachten:
- Beim Schießen ist das Gehör zu schützen _ ,
(einlache Mittel).
- Rohre erst unmittelbar vor dem Einiolz
auseinander! lehen.
Hemmungen sind nicht zu beseit.gen.
- Wird die WaHe im auseinandergerogenert Zustand
nicht eingesetzt, ist der Schuß in Richtung des
Gegners abzuleuern.
Es ist verboten:
- Zu schießen, wenn sich Menschen hinter der Waffe
im Sektor von 90" (Bild 6) näher als 30 m aefinden.
- Zu schießen, wenn hinter der Waffe H ndemisse
näher als 2 m sind.
- Zu schließen bei einer Hohe der Fcucrln.e von
weniger cis 20 cm.
- Bei Nirhlvcihwendung die ausc»nd.ndfrgexog0nen
Rahre wieder ineinander! uschieben.
- • Die Granate herauszuziehen oder dre Wolfe zu
demontieren.
Bild i3 Au f k 2 e be r
ri.’ohre Seit* nsr Abschußvorrichtung; b - linke Seite der A bsch ußvr.: rr ic fi t urnj
30
B Nutzung
1. Sicherheit»Bestimmungen
Zur Bedienung der reaktiven Panzerabwehrgranate sind nur Personen
zuzulassen, die die Regeln für das Schießen (siehe Abschnitt 2,)
und die Wirkungsweise kennen und mit den Sicherheitsbestimmungen
vertraut gemacht sind.
Die reaktiven Panzerabwehrgrennten gehören zur Gefahrgruppe III.
Beim Transport sind die reaktiven Panzerabwehrgranaten in den
Holzkieten zu belassen.
Vom Schützen ist eine oder sind zwei Panzerabwehrgranaten
am Tragegurt mit dem Rohrbodenstück nöch unten zu tragen (Bild 14).
Sie sind vor mechanischen Beschädigungen zu schützen und dürfen
nicht in Wessen getaucht werden. Bei Luftla ncbngen können die
reaktiven Panzarabwehrgranaten in der Holzkiste verpackt mit
Lastfallschirmen obgeworfen werden oder auch vom Schützen getragen
werden; dabei ist die reaktive Panzerabwehrgranate mit einem Über-
zug (Bild 15) zu versehen, um zu verhindern, daß sich Telle dee
Fallschirmes an der reaktiven Panzerabwehrgranate verfangen.
Beim Schießen mit der reaktiven Panzerabwehrgranate sind folgende
SichsrheltsBestimmungen zu beachten:
a) Die Rohre dea Abschußrohrea dürfen erst unmittelbar vor dem
Schuß auaeinandergezogen werden. Ein Zurückführen in die
Merschlage ist verboten,
b) Übungsschießen auf SPN und Panzer sind nur aus Schützengräben
oder Schützenlöchern heraus zu führen. Die Splitter des Zieles
und der Granate fliegen bis zu 150 m weit. Personen außerhalb
von Deckungen müssen sich in einem Abatand von mindestens
300 m voa Ziel aufhelten.
c) Beim Schuß dürfen eich in einem Sektor mit der Winkelöffnung
90° und der Tiefe 30 m hinter dem Schützen keine Personen
eufhalten oder sich Munition. Explosivstoffe und Kraftstoff
befinden.
d) Die hintere Rohröffnung darf beim Betätigen des Abzuges nicht
durch Fremdkörper verschlossen sein; zwischen der hinteren
31
Rohröffnung und der Grabenwend oder einem anderen Hindern!«
muß ein Abstand von mindestens 2 01 vorhanden sein,
e) Die vordere Rohrmündung muß beim Schuß mindestens 20 cm über
dem Erdboden sein, damit das Aufklappen der Stsbiliaierunge-
32
Bild 15 Reaktive Panzerabwehrgranate im Überzug für den
Absprung mit dem Fallschirm
flögel nicht behindert wird.
f) Die Rohre dea Abschußrohres dürfen innen nicht durch Schmutz.
Schnee u. a. verunreinigt sein. Bei Notwendigkeit dos Ab-
schußrohr vor dem Schuß reinigen,
g) Beim Schuß muß der Schütze des Abechußrohr ao halten, daß
er nicht von dem aue der hinteren Rohröffnung austretenden
Gasstrahl verletzt wird. Die Anwendung behelfsmäßiger Larm-
schutzmittel lat zweckmäßig.
h) Des Zusammenechieben beschossener Abechußrohre und das Bergen
von reaktiven Psnzerebwehrgranaten, bei denen nach zweimaliger
Betätigung die Treibladung nicht gezündet wurde, ist nur den
Angehörigen des raketen- und waffentechnischen Dienstes ge-
stattet.
1) Granaten, die nicht detoniert sind (Blindgänger), elnd unter
Einhaltung der entsprechenden Sicherheitsbestimmungen an der
Fundstelle zu vernichten.
k) Es ist verboten,
- die reaktiv« Panzerabwehrgranate aueeinanderzunehmon,
- Instandeetzungsarbeiten an der reaktiven Panzerabwehr-
granate auazuführen,
- die Granate aus dem Abschußrohr herauszuziehen.
2. Schießen
2,1. Einnehmen der Feuerstellung
In Abhängigkeit von den Bedingungen auf dem Gefechtsfeld und dem
33
Feuer des Gegners wird die reaktive Penzersbwehrgranate liegend,
knieend oder etehend ebgeschossen. Zur Tarnung, zum Schutz vor
dem Feuer dea Gegners, aber auch zum bequemen Schießen werden die
verschiedensten Deckungsmöglichkelten ausgenutzt.
Zur Feuerführung wird der Schütze vom Vorgesetzten in seine
Feuerstellung eingewiesen, oder der Schütze wählt sich die Feuer-
stellung selbst aus. Die Feuerstellung muß freie Sicht, die
zweckmäßige Feuerführung, Deckung vor de* gegnerischen Feuer
und eine sichere Handhabung der reaktiven Panzerabwehrgranate
gewährleisten. In offenem Gelände wird die Feuerstellung im
Schützengraben, in der Schützenmulde, in Trichtern oder Gruben,
hinter Steinen usw. eingenommen. In Ortschaften kann die Feueri
Stellung in Ruinen, hinter Mauern usw. gewählt werden. Auf An-
höhen sollte die Feuerstellung nicht bezogen werden. Beim Aus-
heben eines Schützenloch*« ist keine Rückenwehr aufzuschütten.
In der Schußrichtung dürfen sich keine Hindernisse befinden,
an denen die Granate abprallen könnte.
Auf Kommando bezieht der Schütze die angewiesene Feuerstellung,
legt dis «trukturnäßlge Schützsnwaffe ab (außer Pistole) und
geht, ohne die reaktive Penzerebwehrgranate in die Gefechtslage
überführt zu haben, in den Anschlag (Bilder 16, 17, iS). Dabei
wird die reaktive Panzerabwehrgranete mit dar linken Hand e®
mittleren Teil unten und mit der rechten Hand am Rohrboden
erfaßt.
Bild 16 Abschlag liegend
34
Bild 17 Anschlag knieend
2.2. GefechtsfeIdbeobechtung
Die Gefechtsfeidbeobachtung dient dem Ziel, die Lage und die
Bewegung dea Gegners, besondere der Panier, SFL und anderer
gepanzerter Ziele zu erkennen. Außerdem ist euf Signale dee
Vorgesetzten und auf die Ergebnisse des eigenen Feuers zu
achten.
für die Wahl der Zielmarke und des Haltepunktes müssen die Ent-
fernung zum Ziel, die Geschwindigkeit des Zieles, die Richtung
und die Geschwindigkeit des Windes und die Lufttemperatur
bestimmt oder geschätzt werden.
Die Entfernung zue Ziel kenn mit der Zielmarke 15 bestimmt wer-
den (Bild 19), Zum Einschätzen der Windgeschwindigkeit können die
Angaben entsprechend der Tabelle 1 herangezagen werden.
35
Bild 19 Anschlag stehend
Gegenstand Schwacher Wind (2 ... 3 m/s) Mäßiger Wind (4 ... 5 m/s) Starker Wind ("8 r.. 12 m/s)
Textilfaden wird unbedeu- tend abgetrie- ben wird stark abget rieben liegt horizontal
Tuch (Fahne) schaukelt und entfaltet eich leicht wird voll ent- faltet wird aua der Hand gerissen
35
Gegenstand Schwacher Wind (2 ... 3 m/e) Mäßiger Wind 4 ... 6 m/s) Starker Wind (8 ... 12 m/s)
Rauch steigt schräg nach oben wird leicht abget rieben wird stark abget rieben und auseinander- gerissen
Gras wiegt sich neigt eich zu Boden wird an den Boden angedrückt
Baumzweige Zweige und Blätter schwanken zweige werden gebogen, Blät- ter flattern Äste 'werden gebogen
Bild 19 Bestimmen der Ent-
fernung zum Ziel
(150 m} mit der
Zlelmarke 15
Oes Vorheltenaß und der Wind-
einfluß sind nicht berück-
sichtigt
Bei mäßigem Seitenwind (90° zur Schußrichtung} auB bei einer
Schußentfernung von 100 m der Haltepunkt um 0,3 verlegt wer-
den;* für Jeweils weitere 50 m ebenfalls weitere 0,3 m. Bei
starken Seitenwind sind die Werte zu verdoppeln, bei schwachem
zu halbieren. Bel schräg einfeilendem Wind sind die Werte eben-
fells zu halbieren.
Gegenwind verringert die Reichweite der Granate, Rückenwind
vergrößert sie.
37
2.3. Feuerführung
Zum Abschuß der Granate wird in
Situation entweder ein Kommando
öffnet selbständig das Feuer.
Abhängigkeit von der Gefechts-
erteilt. oder der Schütze er-
Sild 20 Auseinanderziehen der Rohre des Abschußrohres
Günstige Zeitpunkte zur Feuereröffnung sind Situationen, wo des
Ziel enhält oder seine Fahrt verlangsamt, wo dem Schützen die
verwundbarsten Stellen zugewandt sind, wo das Ziel überraschend
und'sub kürzester Entfernung bekämpft werden kann.
Die Feuereröffnung beinhaltet das Oberführen der reaktiven Panzer-
abwehrgranate in die Gefechtslage, das Anschlägen, das Zielen und
das Betätigen des Abzuges. Zum Herstellen der Gefechtslage die
Federklemme en der Diopterblenda in die erforderliche Läge brin-
gen, den hinteren Rohrdeckel öffnen und die beiden Rohre dee
Abechußrohres gleichmäßig, ohne übermäßigen Kraftaufwand, in
einem Zuge bis zum Anschlag auseinanderziahen (Bild 20). Danach
die reaktive Panzerabwehrgranate auf die rechte Schulter legen
und den Schlagmechanismus spannen (Bild 21).
Beim in den Anschlag gehen die Mitte des inneren Rohres auf der
rechten Schulter sufliegen laesan, mit der linken Hand die Mitte
des äußeren Rohres abstützen und die rechte Hand nach vorn füh-
ren, bis der Zeigefinger den Abzugbügel berührt.
Beim Schießen im Anschlag liegend die Ellenbogen in Schulter-
breite auf den Boden aufstützen (Bild 22); der Körper des Schützen
38
3ild 22 Abschuß der Granate im Liegen
39
und dae Abschußrohr müssen einen Winkel von ca, 45° bilden.
Belo Schießen in Anschlag knieend den linken Ellenbogen
auf den Oberschenkel des linken Beines dicht beim Knie abstützen
(Bild'23); beim Anschlag stehend beide Ellenbogen an den Körper
andrücken (Bild 24). Zwischen der Diopterblende und dem rechten
Auge muß ein Abstand von 10 ... 15 cm vorhanden sein. Zum Zielen
das linke Auge schließen, mit dem rechten Auge durch die ent-
sprechende Öffnung in der Olopterblende visieren und die gewählte
Zielmarke alt den Haltepunkt in Übereinstimmung bringen.
Vor dem Betätigen des Abzugshebels den Atem anhelten, bei Not-
wendigkeit noch eine Korrektur vornehmen.
Wird das Ziel mit der ersten Granate nicht vernichtet, für die
zweite Grenate eine Feuerkorrektur vornahmen. Dazu entweder den
Haltepunkt verlegen oder eins andere Zielmarke euswählen,
eventuell auch beide Korrekturmaßnahmen anwenden. Eine seitliche
Abweichung durch das seitliche Verlegen des Haltepunktes um den
entsprechenden Wert beseitigen. Bei Welt- oder Kurzschüssen ent-
sprechend eine halbe Figur tiefer oder Höher anhalten.
Wird auf ein sich bewegendes Ziel geschossen, in die Feuerkorrek-
tur die Bewegungsrichti/ng und Geschwindigkeit des Zieles «it ein-
40
Bild 24 Abschuß der
beziehen (Bild 27).
Für das Verlegen dea Heltepunktes bei Zwischenentfernungen und
den verschiedenen Zielmarken gelterf die Angaben der Tabelle 2,
Als Anhalt für die Berücksichtigung der Geschwindigkeit können
folgende Angaben verwendet werden: bei« Angriff auf die vordere
Linie bewegt sich ein Panzer mit der Geschwindigkeit 10 ...
12 km/h, beim Angriff in der Tiefe der Verteidigung mit der
Geschwindigkeit 19 ... 20 km/h.
41
Bild 25 Schießen hinter einer Deckung
Bild 26 Schießen aua der Grabanstellung
42
Bild 27 Bestimmen der Beffaaungsrichtunq dea Zieles
e - Frontalfehrtr b- Schrägfahrt; c - Flankenfahrt
Tabelle 2 Hflhenkorrekturen
Zielmarke Entfernungen in m
25 50 75 100 125 150 175 200
5 0,28 0 -0,83 -2,21
10 0,84 1,11 0,83 0 -1,38 -3,35
15 1,40 2,23 2,51 2,24 1,41 0 -1,97 -4,50
20 1,97 3,36 4,21 4,50 4,24 3,39 1,97 0
43
ÄiFjgtr
Bild 28 Vorhaltenaß beim Schießen auf Panzer
Dementsprechend auB das Vorhaltemaß (Bild 2B) für Flankenfahrt
aus der Tabelle 3 genommen werden.
Tabelle 3 Vorhaltetnaß in Zielbreiten (5.9 m]
Schuß- ent fer- nung in m Flugzeit der Gra- nate in s Fahrgeschwindigkeit in km/h
9 ... 10 18 . , . 20 24 . .. 25
50 0,45 - 1/2 1/2
100 . 0,94 1/2 1 1
150 1.44 1/2 1 1 1/2
200 1,92 1 1 1/2 2
Bei Schrägfahrt die Werte halbieren.
Die Abweichungen nach Höhe und Seite werden durch folgende
Werte charakterisiert:
Bei der'Schußentfernung von 50 m betragt die mittlere Abweichung
0,2 ; bei 100 m - 0.3? bei 150 m - 0.5 m und bei 200 m - 0,7 m.
Ziele, die sich in Schräg- oder Flankenfahrt bewegen, werden ist
zielbegleit- oder la Zielabwarteverfahren bekämpft. Beim ziel-
begleitverfahren ist die reaktive Panzerabwehrgranate unter Be-
rücksichtigung des Vorhaltemaßes ständig auf das Ziel nachzu-
richten, während beim Zielabwarteverfahren ein Geländepunkt ange-
richtet wird, dem sich das ziel nähert.
44
Bei begrenzter Sicht, wenn die Zielmarke durch die Diopteröffnung
nicht zu »eben ist, wird die Hilfavisiereinrichtung, ein Vor-
sprung am oberen Teil der Zielmarke (Hilfskorn) und eine Kerbe
em oberen Teil der Diopterblende (Kimme), benutzt. Diese Hilfa-
visiereinrichtung ist für dse Schießen auf die Entfernung von
75 » berechnet.
2,4, Feuereinstellung
Dee Feuer kann zeitweilig oder vollständig eingestellt werden.
Auf das Kommando: “Feuer halt!" ist das Feuer zeitweilig einzu-
atellen; die rsaktive Panzerabwehrgranate ist zu sichern. Dazu
sind die Diopterblende bis zum Anschlag nach hinten umzuklappen
und der Sicherungshebel in Uhrzeigerrichtung umzulegen. Zur
vollständigen Feuereinstellung ist dae Kommando: "Feuer halti
Entladen!" zu geben. Dabei muß die reaktive Panzerabwehrgranate
in Richtung Gegner abgeschossen werden. Ein Überführen in die
Marschlage ist nicht möglich.
Beim Versagen ist der Schlagmechanismus nochmals zu spannen, in
den Anschlag zu gehen und der Abzugshebel zu betätigen. Nach dem
zweiten Versagen ist die reaktive Panzerabwehrgranata zu sichern
und ala Versager zu melden.
Zum Wechsel der Feuerstellung ist die reaktive Panzerabwehrgranata
in der Gefechtslage zu sichern und nach dem Aufnehmen der struktur-
mäßigen Waffe mit der Hand zu erfassen.
3. Umgang mit leeren Abschußrohren, Versagern und Blindgängern
Abgefeuerte (leere) Abschußrohre gelten als Leergut-und sind
von d.en Einheiten zu bergen und dem raketen- und waffentechnischen
Dienst zu übergaben. Das Zusammenschieben der Abschußrohre erfolgt
mit dem entsprechenden Werkzeug (Bild 29) durch Angehörige des
raketen- und waffentechnischen Dienstes in folgender Reihenfolge:
a) Hit der linken Hand die Diopterblende bis zum Anschlag nach
hinten umlegen und in dieser Lage halten.
45
b) Mit der rechten Hand den Blockierungehebel ble zum Anschlag
umlegen. In dieser Lage halten und die Diopterblende wieder
freigeben.
c) Mit der linken Hand das Werkzeug erfassen, die Rohrreete ein»
drücken und daa äußere und das inner» Rohr des Abechußrohpee
um 100 ... 160 «nm inelnanderachieben.
d) Den vorderen Rohrdeckel hochklappen und den Federbügel des
Rohrdeckels an der Zielmarke einrasten.
s) Dia Zielmarke umlegen und mit der linken Hand halten; die
Rohre so walt inelnanderechleben, bis die Zielmarka unter
das Gleitblech tritt und nicht mehr aufklappen kann.
f) Die Diopterblende nech hinten umlegen und halten; di-e Rohre
weiter ineinandarschleben, bis der Blockiarungshebel über die
Diopterblende gleitet und diese am Aufklappen hindert.
g) Die Rohre bla zum Anschlag ineinanderschieben, den hinteren
Rohrdeckel nach oben klappen und den Federbügel In die Aus-
nehmung am Schlagmechenismus einresten.
Nur für
Waffentechnischen Dienst
Bild 29 Vorrichtung für des Zusammenschieben der Abschußrohre
Reaktive Ranzerabwehrgranaten, die auch beim zweiten Versuch
nicht abgeschlossen werden konnten gelten als Versager und eind
von den Angehörigen des raketen- und waffentechnischen Dienstes
wie folgt zur Abgabe vorzuber-’iten;
a) Die reaktive Panzerebwehrgranate (Versager) entsprechend
sichern.
b) Mit einer Schere oder einem Messer den Zündschlauch an zwei
Stellen durchschneiden.
c) Das Abechußrohr wie bei den abgefeuerten Abechußrohren zu-
sammenac hieben.
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Derart vorbereitete reaktive Panzerabwehrgranaten sind in der
Originalverpackung aufzubewahren. Dio Holzkiste ist zu verplomben,
mit der Aufschrift “Versager" zu kennzeichnen und an das Muni-
tionslager zurückzugeben.
Nach dem Abschuß nicht detonierte Granaten (Blindgänger) dürfen
nicht berührt werden. Sie sind am Ort ihres Auftreffens zu ver-
nichten. Kann im Winter, bedingt durch zu hohen Schnee, der
Auftreffpunkt der Granate nicht genau bestimmt werden, eo ist
Bie auf keinen Fall zu suchen. Die Vernichtung erfolgt dann im
Frühling, sofort nach der Schneeschmolzo. In solchen Fällen
ist nach Beendigung des Schießens das Gebiet zu sperren und
duroh Hinweisschilder zu kennzeichnen.
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