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Merkblatt 41/23
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Merkblatt
Ober Handhabung, MitfOhrung
und Verwendung der
Gewehrgranaten
vom 20.10.42
Nicht In Feindodnand fallen lassenl

'(taoöt) 383 /J&. 'M# Die« ist ein geheimer Gegenstand im Sinne des §88 Reichsstrafgesetzbuchs (Fassung vom 24.4.1934). Mißbrauch wird nach ' den Bestimmungen dieses Gesetzes bestraft^ sofern nicht andere Strafbestimmungen in Frage kommen.
Merkblatt 41/23 (Anhang 2 zur H t>v la Seite 41, IM» Nr. 23) Nur für den Dienstgebrauch! Merkblatt über Handhabung, Mitfuhrung und Verwendung der Gewehrgranaten Vom 20.10. 42 Zugangs-Nr.: Signatur: Nicht in Feindeshand fallen lassen I
Seile Anhang: Handhabung, Mitführung und Verwendung der Gewehr-Propagandagranate ................. XII. Allgemeines ............................ 49 XIII. Munition ............................. 49 XIV. Handhabung von Gerät und Munition ..... 50 XV. Ausstattung mit Gewehr-Propagandagranaten.. 52 XVI. Schießausbildung ........................ 52 XVII. Sicherheitsbestimmungen ................. 52 Bilder 16 bis 20 .......................;...... 53 Anlagen Zusammenstellung der Gewehr-Kartuschen .. Anlage 1 Haltepunkte und Vorhaltemaße für düe Be- kämpfung fahrender Ziele mit gr. G.Pzgr. und G.Pzgr............................. Anlage 2 Gewehr-Sprenggranato im Schnitt ...... Anlage 3 Gewehr-Propagandagranate im Schnitt .... Anlage 4
I. Allgemeines Die Gewehr-Sprenggranate dient zur Bekämpfung von Nahzielen, vor allem hinter Deckungen, die von schweren Infanteriewaffen und der Artillerie ohne Gefährdung der eigenen Truppen nicht «bekämpft und die mit Handgra- naten oder anderen Nahkampfmitteln nicht vernichtet werden können. Als Handgranate verwandt ersetzt sie die Stiel- und Eihandgranate. Die Große Gewehr-Panzergranate und die Gewehr-Pan- zergranate sind besonders wirksame Mittel für die Be- kämpfung von Panzerzielen (Panzerkampfwagen, Panzer- spähwagen und Scharten) auf nächste Entfernungen. Gewehrgranaten für Sonderzwecke, ihre Handhabung, Mitführung und Verwendung sind im Anhang beschrieben. Zur Aufnahme und zur Führung der Gewehrgranaten dient ein Schießbecher. Mittels dieses Schießbechers können die Gewehrgranaten aus jeder Schußwaffe 98 (außer dem Karabiner 98a und dem Gewehr 98/40) verschossen werden. Zuni Zielen wird beim Gewehr „K98k" das Granatvisier benutzt. Für andere Gewehre treffen infolge abweichen- der Abmessungen des Venbrennungsraumes die Marken auf dem Granatvisier nicht genau zu. Auf dem Gewehr 33/40 läßt sich das Granatvisier nicht anbringen. Im Bedarfsfälle sind die Gewehrgranaten vorläufig ohne Granätvisier zu verschießen (siehe Ab- schnitt IV, C, 6. Absatz). Fehlt *bei eigenem Einbruch oder bei Abwehr feindlichen Einbruches die Zeit, den Schießbecher vom Gewehr ab- zunehmen, kann auch bei aufgesetztem Schießbecher mit
Gewehrpatronen geschossen werden, jedoch nur auf nächste Entfernungen, da das Korn sich bei höheren Visierstellungen für den Schützen nur noch wenig über den Schieftbecher erhebt, so daß ein sicheres Zielen er- schwert wird. Beim Schuß mit aufgesetztem Schießbecher ist zu beachten, daß sich die Treffpunktlage des Gewehrs ändert; auf 100 m Entfernung ist ein 15 cm höherer Halte- punkt zu wählen als beim Schießen ohne Schießbecher. II. Gerät a) Schießbecher für Gewehr (Bild 1 und 2), bestehend aus dem Halter und dem Drallrohr. Der hintere Teil des Halters wird mit 2 schwenkbaren Klemmbacken durch einen Knebel mit Gewinde auf dem Gewehrlauf hinter dem Kornhalter festgeklemmt. In seinem vorderen zylindrischen Teil hat der Halter eine Aussparung für die Kornwarze des Gewehrs. Die vordere Öffnung des zylindrischen Halterteils hat ein Innen- gewinde zur Aufnahme des Drallrohres. Das Drallrohr, Kaliber 3 cm, ist innen mit 8 Zügen ver- sehen. Es muß fest in den Halter geschraubt sein. Drall- rohre neuer Fertigung sind durch Verbreiterung des Bun- des im hinteren Teil verstärkt. Die Züge haben Rechts- drall. Am Bunde des Drallrohres sind zum Lösen aus dem Halter (z. B. zur Reinigung) 2 Flächen für den Schlüssel für das Drallrohr angebracht. b) Granatvister für Gewehr (Bild 3 und 4) bestehend aus dem Halter und dem Gehäuse.
Der Halter besteht aus der Zeigerplatte, einem Bügel, der einen dem Visierfuß des Gewehrs angepaßten Aus- schnitt hat, um den richtigen Sitz des Granatvisiers zu gewährleisten (Granatvisiere älterer Fertigung haben einen Bügel ohne Ausschnitt), und einem Stahlband, das sich dem Gewehrschaft anschmiegt Bügel und Stahlband werden durch eine Lappenschraube mit Kordelmutter zu- sammengezogen. Die Zeigerplatte trägt an der Hinter- kante den Zeiger zum Einstellen der Visiermarken. Das aus. Blech geprägte Gehäuse ist so mit dem Halter verschraubt, daß es sich zur Einstellung der Visiermarken gleitend auf dem Halter drehen läßt. Der obere Teil des Gehäuses trägt Kimme und Korn, der untere Teil eine von hinten ablesbare Skala auf einem Trommelausschnitt. Die Skala enthält außer der mit 0 bezeichneten Ruhe- stellungsmarke Visiermarken für Schußentfernungen von 50 bis 250 m für die G.Sprgr. Die obere Skalenhälfte ent- hält die Marken für den Flachschuß, die untere Skalen- hälfte die Marken für den Steilschuß. Die Entfernungen sind von 50 Zu 50 m eingeprägt; für die Zwischenentfer- nungen von’25 m ist je eine kurze Marke angebracht. Es können also alle Entfernungen in Abständen von 25 m eingestellt werden. Der zum Festhalten des Gerätes in der eingestellten Entfernung dienende Stift wiird durch einen gefederten Drücker betätigt. Die Teiltrommel des Gehäuses erhält künftig links neben der beschriebenen Skala Visiermarken zur Visiereinstellung für die gr.G.Pzgr. Unter der Zielschiene ist eine auswechselbare Libelle an- geschraubt (siehe Abschnitt IV, C, 4. Absatz). Außer dem beschriebenen Granatvisier ist eine Anzahl älterer Granatvisiere mit einer Skaleneinteilung bis zu 235 m an die Truppe ousgegeben. Diese Einteilung war für Gewehr-Kartuschen mit schwächerer Treibladung be-
— 8 — stimmt. Benutzung dieser Granatvisiere ergibt Weitschüsse [siehe Abschnitt IV, Visieranleitung); diese Granatvisiere sind aufzubrauchen. c) Zubehör: 1 Schlüssel für das Drallrohr des Schießbechers (Bild 1); 1 Dochtsparer zum Gewehrgranatgerät (Bild 1); Zweck siehe Abschnitt V, 1 Tasche für Gewehrgranatgerät (B*ild 5) zur Auf- nahme des Schicßbechers, des Granatvisiers, des Schlüssels für das Drallrohr -und des Dochtsparers zum Gewehrgranatgerät, 1 Paar Tragetaschon für Gewehrgranaten (Bild 6) oder 1 Paar Tragebeutel für Gewehrgranaten (Bild 7). In jeder Tragetasche und in jedem Tragebeutel für Ge- wehrgranaten befinden sich 3 Fächer zur Aufnahme von je 5 auf Ladestreifen gezogenen Gewehr-Kartuschen. d) Satz Gewehrgranatgerät Zu einem Satz Gewehrgranatgerät gehört außer der Tasche für Gewehrgranatgerät mit vollständigem Inhalt (siehe Abschnitt II, c) 1 Paar Tragetaschen oder 1 Paar Tragebeutel für Gewehrgranaten. III. Munition A) Gewehrgranaten a) Gewehr-Sprenggranate (G.Sprgr.) (Bild 8 u. Anlage 3} Die G.Sprgr. kann als Gewehr- und Handgranate ver- wandt werden.
Sie besteht aus: Hülle mit Sprengladung, Sprengkapsel und Brenn- zünder, Aufschlagzünder mit Zündhütchen, DraHkappe mit Verzögerungszeitzündung und Ab- neißschnur. Die Hülle ist ein aus Stahl gezogener zylindrischer Kör- per. Sie ist zur Kennzeichnung der Sprenggranate mit einem gelben Anstrich versehen, der zugleich als Rost- schutz dient. (G.Sprgr. älterer Fertigung haben z. T. eine schwarze Hülle.) Der mit einer Abreißschnur versehene Brennzünder ent- hält für die Verwendung der G.Sprgr. als Handgranate einen Verzögerungssotz von etwa 4y2 Sekunden Brenn- dauer (wie die Eihandgranate 39). Zur gewöhnlichen Zündung beim Schuß hat die G.Sprgr. einen hochempfindlichen, nicht sprengkräftigen Aufschlag- zünder; er ist transport-, lade-, rohr- und maskensicher. Die abschraubbare 'Drallkappe gibt der G.Sprgr. die Führung im Schießbecher*). An ihr ist die Abreißschnur des Brennzünders befestigt (siehe Anlage 3). Die Drallkappe enthält eine Verzögerungszeitzündung von etwa 6^/2 Se- kunden Brenndauer. Die Verzögerungszeitzündung wird beim Abschuß gezündet und stellt in Verbindung rq-it dem Brennzünder die Zerlegung der Granate sicher, falls der Aufschlagzünder infolge ungünstigen Auftreffwinkels nicht anspricht. Die Zerlegung erfolgt in diesem Falle also nach etwa 11 Sekunden Brenndauer. •) Einzeln© G.Sprgr.-tragen am hinteren Zapfen der Drallkappe einen Spreizring, der das Festhalten der Granate im Schießbecher bis zum Abschuß erleichtert.
— 10 — Das Geschoßgewicht beträgt 288 g, bei vereinzelt vor- handenen G.Sprgr. mit Aufschlagzündern aus Leichtmetall 255 g. b) Große Gewehr-Panzergranate (gr.G.Pzgr.) (Bild 10) Die gr.G.Pzgr. besteht aus: Geschoßkörper mit Sprengladung und Drallschaft mit Zündung. Der aus Granathülle und Haube bestehende Geschoß- körper nimmt die Sprengladung auf. Im hinteren Teil des aus Preßstoff gefertigten Drallschaf- tes befindet sich der Bodenzünder, im vorderen das Zünd- hütchen und die Zündladung. Der Bodenzünder ist ein nicht sprengkräftiger als Trägheitszünder ausgebildeter Aufschlagzünder; er ist transport-, lade-, rohr- und mas- kensicher. Der vordere Teil des Drallschaftes ist in einen Stützring eingepreßt, in den der Geschoßkörper einge- schraubt ist (es gibt auch gr. G.Pzgr. mit Drallschäften aus Leichtmetall, Bild 11). Zur Kennzeichnung der Panzergranate ist der Geschoß- körper mit einem schwarzen Anstrich versehen, der zu- gleich als Rostschutz dient. Das Geschoßgewicht beträgt 387 g. Die gr. G.Pzgr. kann nicht als Handgranate verwandt werden. c) Gewehr-Panzergranate (G.Pzgr.) (Bild 11) Neben der gr. G.Pzgr. gibt es z. Z. noch die G.Pzgr., die sich von der gr. G,Pzgr. nur durch einen kleineren Ge- schoßkörper von zylindrischer Form unterscheidet; sie ist kaliberhaltig wie die G.Sprgr. Ihr Gewicht beträgt 245 g. Der Drallschaft ist aus Leichtmetall gefertigt.
d) Gewehr-Sprenggranate Ob (G.Sprgr. Ob) Sie besteht aus Hülle (mit 6 Abzugslöchern) mit Brennzünder, Füllstück mit Rauchsatzladung und Zündhütchen, Zünderersatzstück, Druckfeder, •Drallkappe mit Verzögerung und Transportsicherung (Sicherungsdraht mit Plombe). Die Gewehr-Sprenggranate üb ist durch roten Anstrich der Hülle gekennzeichnet. Sie kann wie die scharfe Gewehr-Sprenggranate aus dem Schießbecher verschossen oder als Handgranate gewor- fen werden. Wenn die Gewehr-Sprenggranate Ob verschossen wer- den soll, sind vor dem Laden Plombe und Sicherungsdraht zu entfernen. Die Rohrsicherung beim Abschuß bildet die Druckfeder. Beim Aufschlag der Granate wird der Rauchsatz ent- zündet. Der Rauch entweicht aus den Abzugslöchern der Hülle und ermöglicht eine gute Beobachtung des Schusses. Wird die G.Sprgr. Ob als Handgranate geworfen, so dürfen Plombe und Sicherungsdraht nicht entfernt wer- den. Der Rauchsatz der Granate wird allein über den Brennzünder gezündet. Der Brennzünder ist derseFbe wie der der scharfen Ge- wehr-Sprenggranate. Die Gewehr-Sprenggranaten Ob können nach Aufarbei- tung und Einbringung neuer Teile wieder verwendet wer- den; verschossene und geworfene G.Sprgr. Ob sind daher zu sammeln. Abgabe zur Aufarbeitung erfolgt auf Son- deranordnung.
— 12 — e) Große Gewehr-Panzergranate Ob (gr. G.Pzgr. üb) Die gr. G.Pzgr. üb gleicht <in ihrer äußeren Form der gr. G.Pzgr., -besitzt jedoch keine Zündung und keine Obungsladung. Sie ist durch roten Anstrich desGeschoß- körpers gekennzeichnet. Eine mehrmalige Verwendung der gr.G.Pzgr. Ob ist möglich, doch sind Granaten mit Beschädigungen, beson- ders mit Grat am Drallschaft, von ihrer Wiederverwen- dung in der Waffenmeisterei zu überarbeiten. B) Gewehrkartuschen (Bild 9) a) Gewehr-Kartusche für Gewehr-Sprenggranate (G.Kart. für G.Sprgr.) Die Gewehr-Kartusche dient zum Abfeuern der G.Sprgr. und der G.Sprgr. üb. Sie besteht aus einer Kartuschhülse, die sich von der Patronenhülse S (Stahl)* nur durch einen längeren Hülsenhals unterscheidet, dem Zündhütchen 30/40, der Pulverladung und einer im Geschoßraum versenkt eingesetzten Holz- kappe, die die Kartusche abschließt; die Lackie- rung soll das Eindringen von- Feuchtigkeit ver- hindern. Die G.Kart. für G.Spgr. ist durch gelbe Ringfugenlackie- rung gekennzeichnet. Durch die G.Kart. für G.Sprgr. wird die G.Kart; (alter Art) für G.Sprgr., die zu Ladehemmungen neigt, ersetzt. Die G.Kart. (alter Art) für G.Sprgr. besteht aus einer
— 13 — Kartuschhülse, ähnlich der Patrh. S, mit einem Zündhüt- chen, der Pu-Iverladung und. einem Fließpappepfropfen im Geschoßraum. Die Hülse ist durch Falten des Hülsen- mundes geschlossen und mit Wachs gegen Feuchtigkeit geschützt. Die G.Kart. (alter Art) für G.Sprgr. hot z. T. ebenfalls als Kennzeichnung eine gelbe Ringfugenlackierung. b) Gewehr-Kartusche für Gewehr-Panzergranate (G.Kart. für G.Pzgr.) Sie unterscheidet sich von der G.Kart. für G.Sprgr. nur durch eine andere Pulverladung und hat als Kennzeichen eine schwarze Ringfugenlackierung. Die G.Kart. für G.Pzgr. ist, wie die G.Kart. für-G.Sprgr., noch in zwei Ausführungen vorhanden. Die G.Kart. für G.Sprgr. und die G.Kart. für G.Pzgr. dürfen wegen ihrer verschiedenen Pulverladungen richt wechselweise verschossen werden. (Siehe auch Anlage 1: Zusammenstellung der Gewehr-Kartuschen.) c) Gewehr-Treibpatrone für Große Gewehr-Panzer- granate (G-Treibpatr. für gr. G.Pzgr.) Die Gewehr-Treibpatrone dient zum Abfeuern der gr. G.Pzgr. und der gr. G.Pzgr. üb. Sie ist zur sicheren Unterscheidung von den Gewehr-Kartuschen für andere Gewehrgranaten als Patrone ausgebildet. Die Gewehr-Treibpatrone besteht aus der längeren, in ihrem vorderen Teil zweimal abgestuften Kartuschhülse aus Stahl, dem Zündhütchen 30/40, der Pulverladung und dem kurzen Holzgeschoß, das zur Kennzeichnung schwarz gefärbt ist. Die G.Treibpatr. darf wegen ihrer größeren Pulver- ladung keinesfalls zum Abfeuern der G.Sprgr. oder der G.Pzgr. verwandt werden.
— 14 — C) Verpackung der Munition Je eine G.Sprgr., gr. G.Pzgr. oder G.Pzgr. ist — mit einer zugehörigen Gewehr-Kartusche mit einem Papierstreifen umwickelt — in einer Packhülle aus Pappe verpackt. Je 30 gefüllte Packhüllen für G.Sprgr. bzw. für G.Pzgr. wer- den in einem „Kasten für G.Sprgr/' bzw. einem „Kasten für'G.Pzgr/', 20 gefüllte Packhüllen für gr. G.Pzgr. • in einem „Kasten für gr. G.Pzgr." verpackt. G.Sprgr. üb werden wie G.Sprgr., gr. G.Pzgr. üb wie gr. G.Pzgr. verpackt, Jedoch ohne Kartuschen. Die für G.Sprgr. üb und gr. G.Pzgr. üb bestimmten Gewehr-Kar- tuschen werden gesondert geliefert. Zur Kennzeichnung sind die Packhüllen für G.Sprgr. und G.Sprgr. üb gelb bis gelbbraun, für gr. G.Pzgr., gr. G.Pzgr. üb und G.Pzgr. schwarz gefärbt. Jeder Packhülie ist die abgekürzte Benennung der darin enthaltenen Gewehr- granate aufgedruckt. IV. Handhabung von Gerät und Munition A) Anbringen des Gewehrgranatgeräts am Gewehr Vor dem Anbringen des Schießbechers ist das Gewehr grundsätzlich zu entladen. Es ist festzustellen, ob der Lauf frei von Munition und Fremdkörpern ist. Der Schieß- becher und das Granatvisier werden im Stehen, im Knieen oder -im Liegen wie folgt angebracht: a) Entladen des Gewehrs und Prüfen des Laufes, b) Entnehmen des.Schießbechers aus der Tasche für Gewehrgranatgerät, c) Aufstecken auf den Lauf bei geöffneten Klemm- backen,
— 15 — d) unter Festdrücken des Geräts gegen die Lauf- mündung Schließen der Klemmbacken und festes Zusammenziehen des Knebels, e) Prüfen, ob das Drallrohr fest angeschraubt ist, f) Entnehmen des Granatvisiers aus der Tasche für Gewehrgranatgerät und Befestigen am Gewehr (auf gute Anlage des Halterbügels am Visierfuß ist besonders zu achten). B) Laden 1) Geladen wird im Stehen, im Knieen oder im Liegen in nachstehender Reihenfolge: a) Gewehr in die linke Hand nehmen, b) Granate in der Packhülle aus der Tragetasche.oder dem Tragebeutel für Gewehrgranaten entnehmen. c) Packhülle öffnen, Granate und Gewehr-Kartusche herausnehmen, d) G.Sprgr. oder G.Pzgr. mit der Drallkappe bzw. dem . Dra Ischaft bis zum Anschlag in den Schießbecher einführen bzw. Drallschaft der gr. G.Pzgr. in den Schießbecher einführen, bis der Geschoßkörper an der Mündung dös Schießbechers zur Anlage kommt, e) zur Gewehrgranate gehörende Gewehr-Kartusche in die Mehrladeeinrichtung des Gewehrs laden wie eine Gewehrpatrone, f) Kammer des Gewehrs schließen, g) Gewehr sichern, falls nicht sofort in Anschlag ge- gangen wird.
— 16 — 2) Zur Zeitersparnis und Erhöhung der Schußfolge kön- nen, falls die Kampflage dies zweckmäßig -macht, Ge- wehr-Kartuschen gleicher Art, die den Packhüllen zu ent- nehmen sind, auf Ladestreifen gezogen werden. Das Laden geschieht folgendermaßen: a) und b) wie unter 1), c) Packhülle öffnen und Granate herausnehmen, d) Granate wie unter 1) d) in den Schießbecher ein- führen, e) Ladestreifen mit Kartuschen dem Tragebeute! oder der Tragetasche entnehmen und wie Ladestreifen mit Gewehrpatronen laden, f) Kammer des Gewehrs schließen, g) Gewehr sichern, falls nicht sofort in Anschlag ge- gangen wird. 3) Nach- derp Abschuß einer Gewehrgranate wird das Gewehr sofort mit dem linken Arm zurückgezogen, zu- nächst eine neue Granate geladen, alsdann die Kartusch- hülse ausgeworfen und eine neue Kartusche geladen. Die Mündung eines mit einer Gewehrgranate geladenen Gewehrs darf nicht unter die Waagerechte gesenkt wer- den, damit die Granate nicht im Schießbecher verrutscht und so der Verbrennungsraum vergrößert wird, was eine abweichende Flugbahn und Treffpunktlage zur Folge hat. Dies ist auch beim Stellen des Granatvisiers und beim Anschlägen zu beachten. C) Richten und Schießen Es kann'gerichtet und geschossen werden im Stehen, tm Knieen oder im Liegen. Die Gestaltung des Granatvisiers erfordert Rechtsanschlag; Linksschützen sind daher als Gewehrgranatschützen nicht verwendbar.
17 — Das Einstellen der Entfernung am Granatvisier geschieht durch Druck des Daumens der linken Hand auf den am Gehäuse federnd angebrachten Drücker, wobei das Ge- häuse mit seinem vorderen Teil zwischen Zeäge- und Mittelfinger der linken Hand so gedreht wird, daß die Marke der gewünschten Entfernung dem Zeiger der Zeigerplatte gegenübersteht. Durch das Lösen des Dau- mens vom Drücker rastet ein Stift in eine entsprechende Bohrung der Zeigerplatte und hält damit die geforderte Entfernung fest. Nach Einstellen der Entfernung am Granatvisier entsichert der Gewehrgranatschütze und geht in Anschlag. Das Gewehr wird fest in die rechte Schulter eingezogen oder, wenn dies wegen der Erhöhung des Laufes nicht mehr möglich ist, wie zum freihändigen Schuß erfaßt und mit ‘beiden Händen in einer Lage festgehalten, die ein mög- lichst bequemes Zielen erlaubt. Obgleich- der Rückstoß der Waffe durchaus erträglich ist, ist dabei festes Um- fassen des Kolbenhalses mit der rechten Hand besonders wichtig, damit Verletzungen der Hand durch die Kanten des Abzugbügels vermieden werden. Das Annichten des Zieles erfolgt im Flachschuß stets, im Steilschuß im allgemeinen über Kimme und Korn des Granatvisiers; beim Beschuß unbeweglicher- Ziele ist auf- gelegter. Anschlag anzustreben. Wenn beim Schießen mit G.Sprgr. im Steilschuß ein Zielen über Kimme und Korn nicht möglich ist, wird dem Gewehr zunächst grob die Seitenrichtung und dann durch Einspielen der Libelle die 'richtige Erhöhung gegeben; hierbei kann der Gewehr- kolben aufgestützt werden. Ist das Ziel erfaßt bzw. die Libelle eingespielt, wird ab- gezogen. Da die Maskensicherheit, der Gewehrgranaten nach etwa 2 m aufgehoben wird, ist beim Schuß darauf
— 18 — zu achten, daß die Flugbahn in einem Bereich, in dem die Detonation der Granate die eigene Truppe gefähr- det, frei von Hindernissen, auch Zweigen, Gebüsch, Tarn- mitteln u. dgl. ist. Bei hinreichender Übung kann auch ohne Granatvisiier, mit G.Sprgr. u. U. im Hüftschuß, geschossen werden. Nach dem Schuß ist sofort wieder gemäß Abschnitt IV, B zu laden. Die Angaben des 2. Absatzes über Einstellen der Ent- fernungen am Granatvisier beziehen sich auf die G.Sprgr. und das Granatvisier mit Marken bis 250 m. Beim,Schießen mit gr. G.Pzgr. bzw. G.Pzgr. gilt folgende Visieranleitung: Granatvisier Schußentfern gr. G.Pzgr. ung in m für G.Pzgr. 50 44 60 75 66 90 100 88 130 125 110
— 19 — Beim Schießen mit dem Gränatvisier mit Marken bis 235 m gift folgende Visieranleitung: Granatvisier 1 Schußentfernung in m für G.Sprgr. gr. G.Pzgr. G.Pzgr. Flachschuß Steilschuß 50 60 55 gemäß 70 75 90 80 Visier 110 100 120 . 110 150 125 150 135 — 150 180 160 — 175 210 190 1 200 240 210 — 225 260 250 — 235 270 270 — Infolge der geringen Anfangsgeschwindigkeit der Ge- wehrgranaten ist der Einfluß des Windes auf die Flug- bahn stärker als bei Munition anderer Art, z. B. Patronen s. S. Besonders bei starkem Wind und beim Schießen im Steilschuß kommen demgemäß größere Abweichungen vor. Das ist durch Wahl eines entsprechenden Halte- punktes zu berücksichtigen. D) Handgranatenwurf Bei Verwendung der G.Sprgr. als Handgranate wird sie mit der Wurfhand fest umfaßt. Mit der anderen Hand wird die Drallkappe obgeschraubt. Danach wird die Granate mit der Wurfhand kurz weggestoßen und sofort geworfen.
Die Wirkung ist etwa die der 5 cm-Wurfgranate 36. Die G.Sprgr. ist als Handgranate möglichst aus einer Deckung zu werfen, da wirksame Splitter bis zu 30 m Entfernung auftreten, matte noch erheblich weiter. Wird eine G.Sprgr., deren Drallkappe schon abgeschraubt ist, ausnahmsweise nicht sofort als Handgranate gewor- fen, so ist die Drallkappe wieder fest aufzuschrauben. Hierbei ist darauf zu achten, daß die Abreißschnur sich nicht in die Gewindegänge legt. Granaten, deren Drall- kappe abgeschraubt war, sind alsbald zu verbrauchen. E) Verpacken von Munition und Gerät Mit Beendigung eines Einsatzes des Gewehrgranatgeräts ist das Granatvisier in Ruhestellung zu bringen. Alsdann sind zunächst nicht verschossene Kartuschen, zuletzt eine etwa noch geladene Granate zu entladen. Die entladenen Kartuschen werden in den Kartuschfächern der Trage- taschen bzw. Tragebeutel untergebracht, den Hüllen be- reits entnommene Granaten möglichst in die Hüllen zurück- gesteckt und dann ebenfalls in den Tragetaschen bzw. Tragebeuteln verpackt. Wird das Gewehrgranatgerät nicht mehr benötigt, ist es folgendermaßen in der Tasche für Gewehrgranatgerät unterzubringen: Das Granatvisier — in Ruhestellung, Bügel und Stahlband durch die Kordelmutter geschlossen — und der Schlüssel für das Drallrohr des Schießbechers werden in den ent- sprechenden Halterungen untergebracht. Danach wird der Schießbecher mit geschlossenen Klemmbacken, das Drall- rohr nach unten, in die Tasche für Gewehrgranatgerät eingeführt. Im Innern des Drallrohres befindet sich der Dochtsparer und sonstiges Re'inigungsgerät.
— 21 — V. Gerätepflege Zum Reinigen sind der Schießibecher und das Granatvisier vom Gewehr abzunehmen. Das Reinigen des Drallrohres erfolgt mit dem Dochtsparer zum Gewehrgranatgerät. In das Drc gehäuse des Docht- sparers werden 3 Reinigungsdochte ingeführt und über den Holzkern gelegt. Mit Hilfe ein Stockes zu Schuß- waffen 98 wird der Dochtsparer so 5' ge durch das Drall- rohr geführt, bis das Rohrinnere re»n ist. (Soweit Docht- sparer noch nicht vorhanden sind, ist das Innere des Drallrohres behelfsmäßig zu reinigen.) Alle übrigen Teile des Schießbechers sind mit Reinigungsdochten zu reinigen und zu ölen. Das Gewehr wird nach H.Dv.256 (Reinigungsgerät 34 usw.) Abschnitt D und K gereinigt. Schießbecher und Gewehr sind öfter nachzureinigen. Das Granatvisier ist von Feuchtigkeit und anhaftendem Schmutz zu säubern. VI. Ausstattung mit Gerät und Munition Jede Schützen-, Jäger- und Pionierkompanie wird je Gruppe mit 1 Satz Gewehrgranatgerät und jede leichte und schwere Batterie bis einschl. 21 cm (ohne Heeres- küstenartillerie), sowie jede Batterie der Nebeltruppe mit 2 Satz Gewehrgranatgerät ausgestattet. 'Für jeden Satz Gewehrgranatgerät sind 30 G.Sprgr. und 20 gr. G.Pzgr. bzw. 30 G.Pzgr. bestimmt.
VII. Mitführung auf dem Marsch Auf dem Marsch werden mitgeführt: A) die Tasche für Gewehrgranatgerät mit Inhalt: durch den Gewehrgranatschützen am Koppel oder mit dem zu- gehörigen Trageriemen um den Hals gehängt. B) die Kästen und Tragetaschen bzw. Tragebeute! für Gewehrgranaten folgendermaßen: 1) bei Einheiten, die mit Infanteriekarren (If. 8) ausge- rüstet sind: a) auf dem hinteren Karren des Zuges (Granatwerfer- karren: 2 gefüllte Kästen für Gewehr-Sprenggranaten, 2 gefüllte Kästen für Große Gewehr-Panzer- granaten bzw. Gewehr-Panzergranaten, 4 Paar Tragetaschen oder 4 Paar Tragebeutel für Gewehrgranaten, die vorsorglich zu füllen sind, wenn mit Feindberührung zu rechnen ist, b) auf dem Gefechtswagen für Munition und Gerät der Kompanie: 6 (für jeden Zug 2) gefüllte Kästen für Gewehr- Sprenggranaten, 6 (für jeden Zug • 2) gefüllte Kästen für Große Gewehr-Panzergranaten bzw. Gewehr-Panzer- granaten. 2) bei Einheiten, die nicht mit Infanteriekarren (If. 8) aus- gerüstet sind, auf den Gefechtsfahrzeugen der Einheit die mit G.Sprgr., gr. G.Pzgr. oder G.Pzgr. gefüllten Kästen und die Tragetaschen oder Tragebeutel für Gewehr- granaten; Tragetaschen oder Tragebeutel sind vorsorglich mit Gewehrgranaten zu füllen, wenn mit Feindberührung zu rechnen ist.
VIII. Mitführung im Gefecht Bei den Schützen-, Jäger- und Pionierkompanien emp- fangen beim Freimachen des Gerätes die Gewehrgranat- schützen je 1 Paar Tragetaschen oder 1 Paar Trage- beutel für Gewehrgranaten. Die Tragetaschen oder die Tragebeutel werden gefüllt, falls d^ies noch nicht ge- schehen war. Die leeren Kästen werden zurückgepackt. Bei den Batterien der Artillerie und der Nebeltruppe ist entsprechend zu verfahren. Der Gewehrgranatschütze trägt: ein Paar Tragetaschen für Gewehrgranaten auf der Brust oder ein Paar Tragebeutel für Gewehrgranaten in der Hand oder bei längeren Bewegungen über die Schulter geschlagen, so daß der eine Beutel vorn, der andere hinten hängt. In jedem. Beutel oder in jeder Tragetasche können 15 G.Sprgr. oder 10 gr.G.Pzgr. bzw. 15 G.Pzgr. in Pack- hüllen untergebracht werden. Wann der Gewehrgranatschütze den Schießbecher und das Granatvisier am Gewehr befestigt, hängt von der Gefechtslage ab. IX. Verwendung im Gefecht a) Gewehr-Sprenggranate. Die Gewehr-Sprenggranate dient zur Bekämpfung von Zielen hinter Deckungen, in Schützenlöchern, Bunker- scharten und Häusern und von Baumschützen, die sich mit Gewehr und MG. innerhalb des Wirkungsbereiches der G.Sprgr. nicht wirksam genug bekämpfen lassen. In der Verteidigung wird sie zur Sturmabwehr verwandt.
— 24 — Die weiteste Schußentfernung beträgt etwa 280m; die größte Visierschußweite ist 250 m. Der Gruppenführer befiehlt die Anzahl der G.Sprgr., die zur Bekämpfung eines Zieles verschossen werden sollen und weist dem Schützen das Ziel an. Beispiel für einen Befehl des Gruppenführers: „Granatvisier 1501 Halblinks heller Sandfleck 1 Eine Daumenbreite links davon feind- liches MG.! 5 Gewehr-Sprenggranaten! Feuer frei!" Im Feuerkampf gegen Panzerfahrzeuge kann mit der G.Sprgr. behindernde, unter Umständen zerstörende Wir- kung beim Beschuß von Waffen und Blenden, Seh- schlitzen und Optik, vernichtende Wirkung bei günstigen Treffern auf die Motorentlüftung am Heck (Inbrand- schießen) erzielt werden. Die Bekämpfung von Panzern mittels G.Sprgr. kommt nur beim Fehlen von gr. G.Pzgr. bzw. G.Pzgr. in Frage. Ist die Truppe auf Handgranatenwurfweite an den Geg- ner herangekommen, kann die G.Sprgr. als Handgranate verwandt werden (siehe Abschnitt IV, D). b) Große Gewehr-Panzergranate Die Große Gewehr-Panzergranate dient zur Bekämpfung gepanzerter Ziele. Ihre Wirkung ist im wesentlichen nach vorn gerichtet. Die Splitterwirkung nach den Seiten ist erheblich geringer als die der G.Sprgr. Der Einsatz dieses wertvollen Panzenbekämpfungsmittels gegen lebende Ziele ist unzweckmäßig. Sie durchschlägt auf allen Schußentfernungen bei einem Auftreffwinkel von 60° bis 80 mm, bei einem Auftreff- winkel von 30° bis 40>mm Panzer. Die Treffwahrscheinlichkeit nimmt jedoch mit wachsender Entfernung wegen der zunehmenden Krümmung der Flug- bahn und gegen bewegliche Ziele zudem wegen der Flugzeit der Granate verhältnismäßig schnell ab.
— 25 — Unbewegliche ‘Panzerziele können bis zu Entfernungen von etwa 100 m mit ausreichender Treffwahrscheinlichkeit bekämpft werden. Die Bekämpfung von in Bewegung befindlichen Panzern hat wegen der geringen Treffwahrscheinlichkeit nur auf Entfernungen -unter 75-m Aussicht auf Erfolg. Das An- richten leicht verwundbarer Stellen am fahrenden Panzer ist nicht möglich; das Ziel ist der fahrende Panzer als Ganzes. Hierbei ist je nach Schußentfernung und Fahr- geschwindigkeit entsprechend vorzuhalten; Anlage 2 gibt einige Anhaltswerte. Beim Heranpirschen an stehende Panzer können beim Beschuß auf nächste Entfernungen (unter 50 m) die leicht verwundbaren Stellen des Panzers mit Aussicht auf vollen Erfolg angerichtet werden. Bei schweren und schwersten Panzern werden im allge- meinen nur Treffer auf die verwundbaren Stellen des Panzers Wirkung haben. Im übrigen wird auf die Panzerbeschußtafel „Gewehr mit Schießbecher", Anlage zu H.Dv. 469: Panzerabwehr aller Waffen, Heft 3 e, hingewiesen. Wird die Annäherung feindlicher Panzer erwartet oder ist sie erkannt, so wählt der Gewehrgranatschütze eine zu ihrer Bekämpfung geeignete Stellung und legt sich mehrere gr. G.Pzgr. oder G.Pzgr. bereit. Die Granaten sind der Hülle zu entnehmen und zur Vermeidung einer Verschmutzung auf eine Unterlage (z. B. den Tragebeutel) zu legen. Zur Sicherstellung einer-möglichst raschen Schuß- folge ist das Gewehr vorsorglich mit mehreren Kartuschen zu laden. Jeder Gewehrgranatschütze muß wissen, daß es darauf ankommt, den feindlichen Panzern möglichst viele Treffer beizubringen.
— 26 — Für die Bekämpfung angreifender Panzer werden im allgemeinen keine Feuerbefehle gegeben. Nähern sich mehrere Panzer, werden sie in der Reihenfolge ihrer Gefährlichkeit auf die nächste und somit erfolgver- sprechendste Entfernung bekämpft, immer jedoch unter 100 m. Für einen der wenigen Fälle, bei denen der Panzer- bekämpfung ein Feuerbefehl vorausgeht, hat dieser z. B. wie folgt zu lauten: „Granatvisier 75*)! Halbrechts in Büschen anfahrender Panzer! Große Gewehr-Panzer- granaten! Feuer frei!7' c) Gewehr-Panzergranate Die Gewehr-Panzergranate dient ebenfalls zur Bekämp- fung gepanzerter Ziele. Bei etwas größerer Reichweite ist ihre Panzerdurchschlagsleistung etwa halb so groß wie die der gr. G.Pzgr. X. Schießausbildung Trotz der Einfachheit des Geräts und der hohen Treff- genauigkeit der Granaten ist Voraussetzung für eine gute Treffleistung, daß der Schütze die Handhabung des Gerätes im scharfen Schuß vollkommen beherrscht. Be- sonders wichtig ist dies bei Verwendung der gr. G.Pzgr. und der G.Pzgr., da dem Schützen nur kurze Zeit zur Bekämpfung des Ziels zur Verfügung steht. Die Gewehrgranatschützen müssen vor allem durch Schießen auf gefechtsmäßige Ziele im Gebrauch des Gerätes geschult werden. Sobald gr. G.Pzgr. üb zur Verfügung stehen, ist anzu- streben, Schießen gegen fahrende Panzerfahrzeuge, z. B. •) Granatvisier 75 entspricht einer Schußentfernung von 66 m, siehe Abschnitt IV, C.
— 27 — Munitionsschlepper, auf Entfernungen von 25 bis 100 m durchzuführen. Den Panzerkampf- und Panzerspähwagen an Größe nicht entsprechende Fahrzeuge, wie z. B. Mu- nitionsschlepper, sind durch einfache Aufbauten aus Holz und Pappe in der Größe den wirklichen Zielen anzu- gleichen. Empfindliche Außenteile der Fahrzeuge sind ab- zunehmen oder in geeigneter Weise zu schützen. Trotz- dem auftretende geringfügige Beschädigungen der Fahr- zeuge, insbesondere des Anstriches, müssen in Anbetracht der Bedeutung der Ausbildung in der Panzerabwehr in Kauf, genommen werden. Bei Mangel an geeigneten Panzerfahrzeugen können gezogene Panzernachbildun- gen einen gewissen Ersatz bieten. Scharfe gr. G.Pzgr. und G.Pzgr. können, vorläufig für Übungszwecke .nicht zur Verfügung gestellt werden. Wenn sie verfügbar sind, bildet ihre Anwendung gegen stehende und gezogene Panzernachbildungen den Abschluß der Schießausbildung mit gr. G.Pzgr. und G.Pzgr. Solange gr. G.Pzgr., G.Pzgr. und Übungsgranaten in ausreichender Zahl nicht zur Verfügung stehen, muß zu Ausbildungs- zwecken ausschließlich die G.Sprgr. verwandt werden. Sicherheitsbestirnmungen für den Schießdiienst siehe Ab- schnitt XI, C. XI. Sicherheitsbestimmungen A) Allgemeines Jede Gewehrgranate ist grundsätzlich nur mit der zuge- hörigen Kartusche zu verschießen. Die Verwendung einer scharfen Patrone jeder Art an Stelle einer Kartusche er- gibt Rohrzerspringer und ist verboten. Bei Übungen einschl. des Gefechtsschießens gemischter Waffen (S.H.Dv, 270: Bestimmungen für Truppenübungen
vom 1.10.34, Ziffer 18 und Anlage 2) ist die Verwendung scharfer Gewehrgranaten grundsätzlich verboten. Übungsgewehrgranaten dürfen nur unter Beachtung von Abschnitt XI, C, c und d dieses Merkblattes verwandt werden. Auf Übungen, bei denen die Innehaltung des Sicherheitsbereiches nicht gewährleistet werden kann, ist die Mitführung von Gewehrgranaten verboten. Für die Ausbildung im Schießen mit Gewehrpatronen bei aufgesetztem Schießbecher (siehe Abschnitt , letzter Ab- satz) gelten die in der H.Dv. 240 (Schv.f.Gew.) für das Schulschießen mit Gewehr gegebenen Bestimmungen. B) Handhabung der scharfen Gewehrgranaten Die G.Sprgr. werden mit eingesetzter Sprengkapsel, die gr. G.Pzgr. und G.Pzgr. mit eingesetzter Zündladung ge- liefert, sind also jederzeit sprengkräftig. Ihre Handhabung hat daher mit der gleichen Vorsicht zu erfolgen wie die von Handgranaten mit eingesetzter Sprengkapsel. Bei der dünnen Wandstärke der Hüllen können verlorene Gewehrgranaten oder gefüllte Trage- taschen oder Tragebeutel beim Darüberrollen von Fahr- zeugen zu deren Zerstörung führen/ Da die Zünder bereits durch Stoß entsichert wenden kön- nen, ist das Werfen mit Gewehrgranaten gefüllter Be- hälter und der Transport über Gleitbahnen ohne Auslauf verboten. Die Drallkappe einer G.Sprgr. darf nur dann abge- schraubt werden, wenn die Granate unmittelbar danach als Handgranate geworfen werden soll. (Siehe Abschnitt IV D, letzter Absatz). Wegen Beschußempfmdlichkeit der Sprengkapsel bzw. Zündladung sind die Gewehrgranaten vor feindlichem Beschuß zu schützen, soweit es die Kampflage gestattet.
— 29 — C) Schießdienst a) Schießen mit scharfen Granaten Der Sicherheitsbereich beim Schießen mit G.Sprgr., gr. G.Pzgr. und G.Pzgr. ist aus Bild 12 ersichtlich. Das Übungsschießen mit scharfen Gewehrgranaten darf nur aus Deckungen erfolgen, da nicht nur einzelne-Split- ter der G.Sprgr., sondern auch-Teile des Drallschaftes der gr.G.Pzgr. und der G.Pzgr. bis zum Schutzen zurück- fliegen können; besonders weit fliegen Teile von Drall- schäften aus Leichtmetall. Deshalb dürfen beim Übungsschießen mit scharfen Ge- wehrgranaten Ziele nicht auf kürzere Entfernungen als 50 m aufgestellt werden. Panzernachbildungen zum Beschuß mit gr. G.Pzgr. oder G.Pzgr. dürfen nur von Punkten außerhalb des Sicher- heitsbereiches aus gezogen werden. • Im übrigen gelten beim Schließen mit scharfen Gewehr- granaten sinngemäß noch die Ziffern 388, 389, 391 bis 393, 395 bis 407 und 410 bis 415 der H.Dv. 240 (Schv. f. Gew.). Jede Lockerung ist verboten. b) Werfen scharfer G.Sprgr. Der Sicherheitsbereich beim Werfen von G.Sprgr. als Handgranaten ist aus Bild 13 ersichtlich. Im übrigen sind für das Schulgefechtswerfen von G.Sprgr. als Handgra- naten die Bestimmungen der H.Dv. 240 (Schv. f. Gew.), Abschnitt F, fpr das Gefechtswerfen die Bestimmungen des „Merkblattes für .Gefechtswerfen mit scharfen Hand- granaten vom 11. September 1939" sinngemäß anzu- wenden. Dabei ist zu beachten, daß der Werfer und die anderen Übungsteilnehmer beim Wurf von G.Sprgr. durch deren größere Splitterwirkung wesentlich stärker ge-
— 30 — fährdgt werden als beim Wurf von Stiel- oder Eihand- granaten. Peinlichste Innehaltung aller Sicherheitsbestim- mungen ist daher besonders wichtig. Für die Behandlung von Blindgängern ist zudem nach- stehender Abschnitt XI, D zu beachten. c) Schießen und Werfen von G.Sprgr. Ob Die für das Schießen bzw. Werfen von G.Sprgr. üb er- forderlichen Sicherheitsbereiche sind aus Bild 14 und 15 ersichtlich. Auf besetzte Panzer darf mit G.Sprgr. üb auch bei ge- schlossenen Sehschlitzen nicht geschossen werden. d) Schießen mit gr. Pzgr. Ob Für das Schießen mit gr. G.Pzgr. üb Ist ein Sicherheits- bereich nach Bild 14 erforderlich. Beim Übungsschießen auf besetzte Panzerfahrzeuge müssen diese alle Öffnungen einschließlich der Sehschlitze geschlossen haben. Fahrzeuge mit unvollständig gepan- zertem Fahrersitz dürfen nicht als Scheiben benutzt werden. Fahrzeuge mit vollständig gepanzertem Fahrersitz, die aber sonst Öffnungen haben, wie z. B. die Schützen- Panzerwagen, dürfen als Scheiben nur benutzt werden, wenn die Öffnungen so fest und dicht geschlossen sind (z. B. durch Holzblenden oder engmaschige Drahtgitter), daß Übungsgranaten mit Sicherheit nicht in das Innere des Fahrzeuges eindringen könnend D) Behandlung von Blindgängern Beim Abschuß der Gewehrgranaten wird der Zünder scharf. Aufheben der Blindgänger (G.Sprgr., gr. G.Pzgr. und G.Pzgr.) ist daher verboten.
— 31 — Auch das Aufheben blindgegangener als Handgranaten geworfener G.Sprgr. ist verboten, da im Gegensatz zu Stiel- und Eihandgranaten der Aufschlagzünder durch die spätere Detonation anderer Granaten in unmittelbarer Nähe entsichert sein kann. Blindgänger sind gemäß H.Dv. 240 (Schießvorschrift für Gewehr (Karabiner), leichtes Maschinengewehr, Pistole usw.J, Ziffern 416 bis 421 zu vernichten. Da die Gewehr- granaten nicht gesammelt werden dürfen, sondern ein- zeln zu sprengen sind, ist nur ein Sicherheitsbereich mit einem Halbmesser von 200 m (anstatt 300 m) erforderlich.
Bild 1: Links: Teile (Halter und Drallrohr) des Schießbechers für Gewehr Rechts oben: Schlüssel für das Drallrohr des Schießbechers Rechts unten: Doditsparer zum Gewehrgranatgerät
Bild 2. Vorderer Teil des Gewehrs (mit Korn schütz) mit aufgesetztem Schießbecher
34 Bild 3. Granatvisier für Gewehr
35 r.. Bild 4. Mittlerer Teil des Gewehrs mit aufgesetztem Granatvisier (Visierstellung für Flachschuß auf 250 m)
Bild 5. Tasche für Gewehrgranatgerät, links aus Leder, rechts au* Segeltuch, mit Trageriemen
- 37 - Bild 6. Paar Tragetaschen für Gewehrgranaten Bild 7. Paar Tragebeutel für Gewehrgranaten
- 38 - Bild 8. Gewehr-Sprenggranate, links verpackungsfertig mit Gewehr-Kartusche
3 Bild 9. Links: Gewehr-Treibpatrone für Große Gewehr-Panzergranate Mitte: Gewehr-Kartusche für Gewehr-Sprenggranate usw. Rechts: Gewehr-Kartusche (alter Art) für Gewehr-Sprenggranate usw.
- 40 - Bild 10. Große Gewehr-Panzergranate, links verpackungsfertig mit Gewehr-Treibpatrone
— 41 — Bild 11. Links: Große Gewehr-Panzergranate mit Drallschaft aus Leichtmetall Rechts: Gewehr-Panzergranate
— 42 — 200m -- Bild 12 Sicherheifcbereich beim Schießen mit G.Sprgr., gr. G.Pzgr. und G.Pzgr.
— 43 - Bild 13 Sicherheitsbereich beim Werfen von G.Sprgr. als Handgranaten Anmerkung: Die Ziele dürfen aus Sicherheitsgründen nicht unter 15 m Entfernung aufgebaut werden.
•------------3OOm--------------- (Ctrüßte STugwette cfer GiSprsm (/& 6e/ ftäcXe/w/ntf/ Bild 14 Sicherheitsbereich beim Schießen mit G.Sprgr. üb und gr. G.Pzgr. üb
Bild 15 . Sidwrheihbereidj beim Werfen von G.Sprgr. üb als Handgranaten
Anhang Handhabung,Mitführung ».Verwendung der Gewehr-Propagandagranate
— 49 — XII. Allgemeines Die Gewehr-Propagandagranate dient zum Verschießen von Propagandazetteln in den Feind. Abschuß erfolgt aus dem Schießbecher. Das Gerät ist in Abschnitt II des Merkblattes beschrieben; das Granat- visier ’ wird zum Verschießen von Gewehr-Propaganda- granaten nicht benötigt. XIII. Munition A) Gewehr-Propagandagranate (G.Propgr.) (Bild 16 und 17 und Anlage 4) Die Gewehr-Propagandagranate besteht aus: ä) Geschoßhöhe aus gezogenem Stahlrohr mit ange- druckter Drallkappe (die Drallkappe enthält Verzöge- rungszeitzundung und Ausstoßladung), b) Treibspiegel und Schutzschalen aus Stahl (lose in der Geschoßhöhe enthalten), c) Geschoßhaube aus Stahl. Gegen Korrosion sind Geschoßhöhe und Geschoßhaube durch einen Einbrennlack geschützt. Um das Eindringen von Feuchtigkeit in den im Boden des Geschosses befindlichen Zundkanal zu verhindern, besitzt jede G.Propgr. eine Bodenschutzkappe aus Pappe (Bild 17). Geschoßgewiicht: ohne Propagandamaterial: 200g mit Propagandamaterial: 230g Geschoßlänge: 145 mm.
— 50 — B) Gewehr-Kartusche für Gewehr-Propaganda- granate (G.Kart. für G.Propgr.) Die G.Kart. für G.Propgr. ist durch rote Ringfugenlackie- rung gekennzeichnet. Die alte Ausführungsart der G.Kart. für G.Propgr. wird auf gebraucht (siehe Anlage 1). C. Verpackung (Bild 20) 40 G.Propgr. und 41 G.Kart. für G.Propgr. (1 als Vorrat) sind getrennt in einem „Kasten für G.Propgr." verpackt, die Kartuschen in einer besonderen Schachtel; Deckel- aufschrift: „Gewehr- Propagandagranate". Jeder Kasten enthält eine Gebrauchsanweisung. XIV. Handhabung von Gerat und Munition A) Einfüllen des Propagandamaterials (Bild 18 und 19) Geschoßhaube abnehmen. Zettelstoß (Zettel genau über- einanderliegend) von Hand fest einrollen, so daß. auf halbem Umfang des entstehenden Papierzylinders d<e Zettelkanten gestaffelt liegen. Der den Zettelstoß zu- sammenhaltende Papierstreifen ist zu entfernen, zweck- mäßig erst nach dem Anrollen (Bild 18). Der gerollte Zettelstoß wird mit leichter Drehung so in die Geschoß- hülle eingeführt, daß die Wickelung von innen nach außen in Drehrichtung des Uhrzeigers verläuft. Die Zettel müssen so in der Geschoßhülle eingerollt liegen, daß kein Zettel über den Rand der Geschoßhülle hinausragt. Geschoßhaube fest aufsetzen. (Wenn nötig, Geschoß- haube auf Hülle mit Papierstreifen festklemmen«) •
— 51 — B) Anbringen des Schießbechers am Gewehr, Laden und Verpacken von Munition und Gerät erfolgen sinngemäß nach Abschnitt IV des Merkblattes. C) Richten und Schießen Das Richten der Waffe erfolgt in jeder Körperhaltung ohne Granatvisier in folgender Weise: Dem Gewehr wird zunächst grob die Seitenrichtung ge- geben; darauf wird die Mündung der Waffe über die Ziellinie bis auf ungefähr 30° Abschußwinkel gehoben (je nach..ansteigendem oder abfallendem Gelände). Ausführung des Anschlages siehe Abschnitt IV, C. Das. Aufsetzen des Gewehrs auf harte Unterlagen wie Stein ist zu vermeiden (der Rückstoß ist stärker als bei der G.Sprgr.). Der Ausstoßpunkt des Propagandamaterials soll etwa 50<m über dem Erdboden liegen. Der Abschußwinkel muß dementsprechend je nach dem etwa zu hoch oder zu tief liegenden Ausstoßpunkt verändert werden. Zu flacher Abschußwinkel ist zu vermeiden, da die Granate dann in den Erdboden schlägt und die Propagandazettel nicht ausstößt. Wind ist wegen der Abtrift der Propaganda- zettel bei der Wahl des Haltepunktes zu berücksichtigen. D) Wirkungsweise der G.Propgr. Nach Abschuß der G.Propgr. aus dem Schießbecher wird nach einer Flugzeit von etwa 9 Sekunden die Ausstoß- ladung gezündet. Unter gleichzeitigem Abheben der Ge- schoßhaube wenden Treibspiegel und Schutzschalen mit dem Propagandamaterial durch die Pulvergase aus der Geschoßhülle ausgestoßen. Geschoßhaube, Schutzschalen, Treibspiegel und leere Geschoßhülle fallen zu Boden. Die Propagandazettel werden beim Ausstoß verteilt und durch den Wind mehr oder weniger abgetrieben.
— 52 — E) Leistung der G.Propgr. Nutzraum für etwa 40 Propagandazettel 90 x 150 mm (je nach Blattstärke); Gewicht der Zettel etwa 30g. Reichweite bei einem Abschußwinkel von 30°: 450 bis 500 m. Rückenwind oder Gegenwind vergrößern bzw. ver- ringern die Reichweite. XV. Ausstattung mit G.Propgr. Eine Ausstattung der Truppe mut G.Propgr. ist nicht vor- gesehen. Zuweisung der G.Propgr. und der Propagandazettel er- folgt durch den Propaganda-Abschnittsoffizier bei der Heeresgruppe je nach Propagandalage. Der Propaganda- Abschnittsoffizier fordert die G.Propgr. bei dem Gen.St. d. H. Gen.Quartiermeister (Qu 3) an. Nachschub erfolgt auf dem Munitions-Nachschubwege. XVI. Schießausbildung Bei den Propaganda-Einheiten findet eine Ausbildung des Schützen für das Verschießen der G.Propgr. statt. Soweit andere Truppenteile für das Verschießen von G.Propgr. herangezogen werden, ist der Schütze so weit einzuweisen, daß er den erforderlichen Abschußwinke.l und den Einfluß des Windes auf Abtrift und Verteilung der Propagandazettel kennt. XVII. Sicherheitsbestimmungen Auf Abschnitt XI, a) des Merkblattes wird besonders hin- gewiesen. Empfindlichkeit der G.Propgr. gegen Stoß oder Schlag im Sinne der übrigen Gewehrgranaten ist nicht vorhanden. Bei Übungsschießen, Vorführungen usw. ist für die G.Propgr. ein Sicherheitsbereich von 1000 m Tiefe und 200 m Breite zu jeder Seite der Schußrichtung vorzusehen. Blindgänger sind nach H.Dv. 305 (Munitionsbehandlung) wie Leucht- und Signal-Munition zu vernichten.
53 Bild 16. Gewehr-Propagandagranate, rechts aufgeschnitten
54 Bild 17. Einzelteile der Gewehr-Propagandogranate
Bild 18. Rollen der Propaganda-Zettel für die Gewehr-Propagandagranate
Bild 19. Stufen der Einlaborierung.der Propaganda-Zettel für die Gewehr-Propagandagranate
- 57 Bild 20. Kasten für Gewehr-Propagandagranaten, gefüllt, links Gewehr-Propagandagranate mit Gewehr-Kartusche alter Art
Anlagen 1 bis 4
Anlage 1 Zusammenstellung der Gewehr-Kartuschen Lfd. Nr. Benennung Pulver- ladung Nz.T.P. (1,4.2. 0,5/0,25) 9 Kenn- zeichen Nur bestimmt zum Abfeuern der Bemerkungen 1 G.Treibpatr. für gr.G.Pzgr. 1,9 schwarzes Holz- geschoß gr. G.Pzgr. 2 G.Kart. für G.Propgr. 17 Ringfuge rot G.Propgr. Künftig allei- nige Kartusche f. G.Propgr. 2a G.Kart. (alter Art) für G.Propgr. 1,7 2 mm breiter roter Ring um Hals der Kar- tuschhülse G.Propgr. Wird nicht mehr gefertigt, |ndoch auf- gobraucht 3 G.Kart. für G.Pzgr. 1,1 Ringfuge schwarz G.Pzgr. Scheidet mit Aufbrauch der Granaten aus 3a G.Kart. (alter Art) für G.Pzgr. 1,1 Ringfuge schwarz (z. T.) G.Pzgr. Wird nicht mehr gefertigt, jedoch auf- gebraucht 4 G.Kart. für G.Sprgr. 1,0 Ringfuge gelb G.Sprgr. (288 g) Künftig allei- nige Kartusche f. G.Sprgr. 4a G.Kart. (alter Art) für G.Sprgr. 1.0 Ringfuge gelb (z. T.) G.Sprgr. (288 g) Wird nicht mehr gefertigt, jedoch auf- gebraucht 4b G.Kart. (alter Art) für G.Sprgr. 0,85 G.Sprgr. (255 g) Scheidet mit Aufbrauch der Granaten aus.
Anlage 2 Haltepunkte und Vorhaltemaße für die Bekämpfung fahrender Panzer mit gr. G.Pzgr. und G.Pzgr. Angenommen: 1. Höhe des Panzers: 2m 2. Länge des Panzers: 6m 3. Geschwindigkeit des Panzers: 15km/Std. Ziel- ent- fer- nung m Fahrtrichtung des Panzers drauflos davon schräg (45°) quer Haltepunkt der Höhe nach drauflos davon drauflos oder davon Vorhalte- maß Haltepunkt der Höhe nach Vorhaltemaß 50 % Panzerhöhe % Panzerhöhe Vorderkante des Panzers % Panzer- länge vorhalten unter über unter über Ziel mitte Zielmitte 75 Unter- kante Pan Ober- kante zer Unter- kante Pan Ober- kante zer Panzerlänge vorhalten Ys Panzer- länge vorhalten Für höhere Geschwindigkeiten des Panzers sind ent- sprechend größere, für geringere Geschwindigkeiten des Panzers entsprechend kleinere Haltepunktsänderungen und Vorhaltemaße erforderlich. Für Panzer von größerer! Abmessungen verringern sich die Haltepunktsänderungen und VorhaJtemaße.
Aufmhldg/ündoi 50/1 ZOndhOtdinn 4/ Sprengkapsel Sprengladung Hülle Brennzünder Abreißschnür Drallkappe Verzögerungszeitzündung Bodenschraube Gewehr-Sprenggranate mit abgeschraubter Drallkappe fertig zur Verwendung als Handgranate Anlage 3
1+8 Geschoßhaube Propagandazettel Schutzschälen Geschoßhülle Treibspiegel Ausstößladung Drallkappe Gewehr-Propagandagranate Verzögerungszeitzühdung