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                    p Hefte für Zigeunerkunde 1 (Q
Die Sprache
der 3igeuner
in Deutfdiland
□ □ □
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Cine Dolksfümliche Einführung
oon
Reinhold Urban
Striegciu
Hu§-Verlag
1911

H)ie Sprache her Zigeuner in Hteutecblanb. (Eine üülksfümlitfjB Önnfüljrixng von Jlcinljülb -Urban* \Q>~j G) ©i’flc für JBignnterhunbe 1. (5 "Ö Striegau. tju&stJerlag. 1911.
Sille 'Jiedjte üorbeljalten.
Dorwort DaS junehmcnbc Qntereffe für bie Bigenner nnb bie bamit jujammenhängcnben SBeftrebungen, tfjre äußere Sige erträglicher §u machen unb nach jafjrhunbertelanger ^crnadj= läffigung enblidj für ihre religiofe Erziehung unb pflege ju forgen, machen einige Söefdjäftignng mit ber Bigeunerfprache ober bem Siomani für {eben ^Beteiligten unentbehrlich. Sinn gibt eS biele fdjlidjte Bi9cuncrfrcunbe, aber auch in ben gcbilbeten Greifen finben [ich biete, bie Weber Bc*t noch Neigung hQbcn, eine fdjwer wiffenfd;aftlid)e ©rammatit mit bielen Siegeln burdjjuarbeiten. 253ir haben eS beSIjatb mit borliegcnbem £>eft oerfucht, baS QBiffenSwertefte unb 9?ötigfte au§ ber B>9euncrfpradhe fur^ unb leidjtberftänblid; barjufteüen, unb ben Sernenben in praftifdjer Übung wenigftenS fo weit ju bringen, baß er imftanbe ift, für fid) ober oor Bi9eunern, Jepte in Siomani mit SBerftänbniS §u lefen. 2ßer fid; eine grünblidjere, bcfonberS grammatifalifche Kenntnis aneignen Will, bem wirb tS bann ein leichtes fein, baS wiffenfdjaftlid) ausführliche Sehrbuch bon Dr. fj. 91. fjinef ju ftubieren. £)erjlich ©ant gefegt fei auch an biefer Stelle .£)crrn ©eheimrat ^Jrofeffor Dr. Äuhn in SDlündjen, ber bie 3?reunb= lichfeit hatte, unfer SBüdjlein bor ber ©rucflegung burdjjufchen unb einige wichtige ßorretturen bor§unehmen. SDlßchte nun unfere turje Einführung bem Slomani unb baburd; bem Siomanißel (Bigeunerbolf) mandje fjreunbe gewinnen. Der Derfaffer.
I. Sprachsünde. Sette 1. gur SBebeutung ber 3'9eunerfrro^e • 5 2. 3»r ©efdjtdjte ber ßtgeunerfbradje . . 6 3. Sie Cante beS beutfdjen SigeutterbialeftS . . 8 4. 3um SBortfdjnJ}..................................... . . 9 5. töeifpiele ber SBortbilbung......................... . . 11 II. Sprachlehre. 1. Cefeübung................................................ 12 2. ÜbungSftüde.............................................. 17 3. ®ie SBortarten unb tpre Biegung.......................... 25 4. 5Die Slnlegung eines SBörterbudjä . . . . 27
I. Spracbkunde. 1. Zur Bedeutung der ZigeunerFpracbe. 'n ber Sprad)e eines Voltes liegt feine Seele. SD?an *onn e’n nur btinn re^t öerftetjen lernen, wenn man fid) mit feiner Spradje, in ber fidj alle bie inneren unb äußeren Eigenfdjaften bcS SBoltcS wiber= KggjSvö fpiegeln, befdjäftigt. Unb wenn man jemanben ju §erjen fpredjen will, fo muß man eS in feiner ÜDlutter* fpradje tun. ®aS gilt and) in bejug auf bie Bigner. ®enn obwofjl eS bie ßebenSWeife ber Bi9enner ober Sinte mit fid) bringt, baß fie ftets and) bie ßaubcS» fpradje fpredjen müffen, fo fjat fid) bod) bei ben meiften ''S ßigeunern bie eigene alte Romanifpradje burdjauS lebenbig erhalten mit atl ben Eigenarten unb SBorjügen, bie jebc Spradje als SJlutterfpradje auSjeidjnen. Es ift bcSfjalb fdjwer oerftänblid) unb feljr bebaucrlid), baß man eS bis je^t gän^lid) berfäumt l)at, ben Bigcunern bie itjnen bod) fidjerlid) nidjt weniger als anberen SBöltern nötige religiöfe Erjicljung unb pflege in ifjrer SOiuttcrfpradje ju bieten. Unb wenn bie gelegentlidjen SBemüfjungeu um bie Hebung unb Er= jiefyung ber Bicjeuner bis jejjt faft burd)Wcg feljlgefdjlagcn finb, fo ertlärt fid) baS jum großen STcil fdjon eben baburdj, baß man bie B<9eun<:rfPr(t^)e angeiucubet t)at. ®ie eigenartige Stellung beS Romani, baß eS nirgenbs ßanbeSfpradjc ift, fonbern nur bie bertraute unb faft gefjeim gehaltene gamiliem unb 9?ationalfprad)e, bringt eS mit fid), baß, wer fid) biefer Spradje bebient, in gang befonberer Steife baS gntereffe unb bie Sljmbatljien ber Bittner gewinnt; unb baS Ebangelium in biefer Spradje Wirb bie .^erjen ber Kale (Sdjwarjen — Söejeidjmmg für Brenner) ebenfo gewinnen
o wie eS ihnen je^t, wo fie eS hächftenS mal in ber Spradje ber Gadze (S'iidjtgigeuner) öernctjmen, frembartig erfdjeint unb fie gleichgültig läßt. Stuf ber anberen Seite erleben wir immer wiebcr bie . eigenartige Satfadje, bafj, wer fid) in bie RomanRSprad)e öertieft, ein Romano-Rai (Bigeunerljerr) wirb, bas arme, heimatlofe, öerftoßene Sßolf ber Sinte lieb gewinnt, ben 9?ötfeln feiner ^ertunft unb gutunft nadjgeljt, turj, wunberbar gefeffclt wirb unb biete anjictjcnbe Sigcnfdjaften ficht an einem SBolf, für baS fonft bie Ü)?enfd)cn nur SBefremben, Abneigung unb SJeradjtung haben. 2. Zur Gefcbicbte der Zigeunerfpracbe. ßange ßeit hielt man bie 3i9cunerfprad)e nur für eine §u unehrlichen Bwccfcn erfunbene gauncrifdje ©efjeimfpradje. @rft als im Vorigen Qafjrijunbert bie aufblüljcnbc Sprad)’ wiffcnfdjaft fid) and) biefer frcmben Spradje mitten in ©eiitfd)* lanb juwanbte, ertannte man in ihr eine wirtliche, natürlidje, warmblütige 23oltSfprad)e; unb weiter ertannte man, baß biefe Sprache, baS Romani, in feinem .fierii ed)t inbtjd) ift, nämlid) eine Sodjter ber chrwürbigcn SanSfritfpradje, weldjc leßtere mit ben altinbogcnuaitifdjcn Sprachen ßnropaS (@riedji)dj, ßateiuifd;» ©ermanifd) ufw.) auf eine allen biefen gemeinfam gugrnnbe liegcnbc Urfpradje jurüefweift. ©te Romani- ober ßigeunerfpradjc hot ihre inbifdje Eigenart burd) bie ungünftigften 23erhältniffe hmburd) biß auf unfere Beit unb bis in bie fernften ©egenben, wo ßigeuner häufen, auffaßenb rein bewahrt unb geigt mit ben heissen ©ialcltcn beS norbweftlidjen ^nbienS einige bejonbcrS nahe ^Berührungen. Stuf ihrem Buge nach ßuropa haben bie Sinte ober B’9cuncr (nad) ber weitöerbrei» teten [aber irrigen?] Srabitiou ihrer ögpptifdjen ^erfunft wegen auch iigppter, Gypsys, Gitanos genannt) bann perfifdjc, furbifdjc, armeniidje, griedjifdjc, rumänifdje, magparijd)e unb flaüifdjc SBeftanbteile in ihre Sprache aufgenommen, tnelcS jwar im 9S?eiterjief)en wicber fallen laffen, manches aber jähe feftgehalten (SBeifpicle ba§u im üierten Kapitel), ©re Aufnahme frember Spradjelemente mag öS oerfchulbet haben,
7 baß bie alten inbifdjen SBegetdjnungen für biele Singe bem Rom (ßigeuner) berloren gegangen finb. Sie bafür in ben ber» fdjiebenen Säubern berfdjieben auf genommenen Grfafjfrembworte, unb ebenfo bie burdj bie berfdjiebenen anberen ©pradjen be- einflußte Slbfdjleifung, Umprägung, ©rwetdjung unb Härtung ber SluSfpradje führte nad) unb nad) ju ber (Sntfteljung bieler ©ialefte, beren .Qaljl, obwoljl fie fdjon ber große ßigeuner* forfdjcr SDUHofidj feftjufteüen berfudjte, beute nodj nidjt fidjer fein mag. @o mürbe bor nidjt langer ßeit ber wertbolle ©ialeft bon SKJaleS cntbedt, nadjbem man bie ßigeunerfpradjc in Großbritannien bereits für erlofdjen ljielt; fo fdjeint in Seutfdjlanb, wo man biSßer einen öftlidjen unb einen weftlidjen Sialcft unterfdjieb, ber feit einigen fahren betannt geworbene fübbciitfdje ©ialeft eine fclbftänbige Stellung ju beanfprudjen. Unb in Ungarn unb auf bem SBalfan bürfte bie ßigeuner» fpradje nod; mandjc bis jeßt unbefannte ©ialefte aufmeifen. ?lüe biefe ßigeunerbialefte geigen aber beutlidj ifjre enge SBcrroanbtfdjaft, unb jebenfallS nidjt bie fdjroffen fpradjlidjen Unterfdjiebe, roie fie etwa gwifdjen ber beutfdjen UmgangSfpradje ber oerfdjiebenen öftlidjen, weftlidjen, füblidjen unb nörblidjen Sanbfdjaften ©eutfdjlanbS befielen. Ctjne ben £>alt einer Sdjriftfpradje, oljne jebe pflege burdj ©djule unb SßJiffenfdjaft ljat fidj bte Romanifpradje, tjierin einzigartig, mitten in ber europäifdjen Kultur Welt lebenSträftig unb blüfjenb erhalten. 2luf ben Heinen bcrtrauten S?reiS ber Sinte befdjränft unb oljitc anbcre Spradjleljrer als bie älteren ßigenner, fjat fie fid; gleidj ber roilbcn Slume im Selbe, trofj ben Gefaßten ber SBcrwilbcrung, immer wieher nad) ben Gefefcen iljrer alten Eigenart regelmäßig unb fdjön entwidelt. Sluffallenb ift eS, Wie wenig fid) ber edjte Sern ber Sigcunerfpradje in ben lebten Igaljrfjunberten beränbert ljat. Sic erften beröffentlic^tcn groben ber Bigeunerfpradje ftammen aus bem Qafjre 1542*), unb biefe entfpredjen nodj burdjweg bem fjeutigen Romani. 'JJierfwürbig ift cS and), baß in maitdjen Gcgcnbcn, wo bie .gigeuncr weniger gafjlreidj finb, wie g. SB. in Sübbeutfdjlanb ober in SBaleS, bie Spradje fid) anfdjcinenb reiner erhalten bot, als bort, wo bie ßigeuncr in großen SWengen jufammenfi^en, wie §. SB. in Ungarn, wo fie biele ungarifdje, flabifdje unb rumänifdje SKJorte aufgenommen fjut- *) Dr. Borde, The Fyrst Boke of the Introduction of Knowledge. Siebe Journal ber Gypsy Lore Society 1907 9lr. 2.
8 3. Die Laute des deutfcben Zigeunerdialekts. QBir unterfdjeiben int beutfrfien Romanibialcft bie totale: a e i o u ai au oi ui unb bie Äonionanten: b c (p) C (tfd)) d dz (bfd)) f g h ch j k kh 1 m n p ph r s (ßi § (fd|) t tb u v (w) z (j). Qn ben SBotalen wcidjcn bie Slnfseidjncr jigennerifdjer ©pradjproben bielfad) boneinanber ab, baS rüßrt einesteils non ber berftßicbenen Sautauffaffung bei ben Slufjeidjnern tjer, anbernteilS bon ber nerjd)iebcnen SluSfpradje ber ßigeuncr. Um fid; babon eine SBorftellung ju madjen, berjudje man einmal, bie gebräuißlidjften beutfdjen SBorte 3. SB. „@uten Sag'’ genau lautgetreu fo aufjufdjreiben, wie ©ebilbete unb Ungebilbete in ben berfdjicbenen ©egenben ©eutfdjlanbs fie auSfprcdjen. ©ic Sautunterfdjiebe mürben größer fein als bie im Romani, unb im leßteren fallen fie nur baßer jo feßr auf, meil man genau nad) ber gefprodjenen ©pracße auffdjreibt, unb bie bon Spradjforfdjern einjufüßrenbe ©djriftfpradje erft entfdjeiben muß, meldje ©djreibung für febeS Sßort bie 311= treff enbfte ift. ®o neigt bet ben SBotalen: a oft ju e (3. SB. romano unb romeno), e 311 i (3. SB. vejas unb vies), e ^um berftummen (gejas unb g’jas), i 311 e (miro unb mer), o 3U u 3. SB. im Slrtifel o. SBei ben Stoiifonanten finb b d g di oft fcßwer bon ben cntfpreäßenben ßarten Sauten p t k C ju untcrfdjeibcn, unb 3mar beSßalb, weil im Romani biefe Saute tatfädjlid) etwas anbere SKJerte ßaben als bei uns. ©ant ber bielfeitigen Grforfdjung unb ftßriftlidjen ffeftlegung ber berfcßiebcncn Romanibialefte fteßt eS aber jeßt fcßon 3iemlid) feft, wie jebeS SKJort 3U fcßreiben ift, and) wenn im einselnen perfön» lidje ober inunbartlicße Slbweicßung bie genaue SBcftimmung ber Saute ßier unb ba erfdjwert. ^auptfädjlidj in Slnleßnung an belfer erßaltene füböftlidje ©ialette finb fo im beutfdjen Romanibialette bie Saute kh, ph, th mit beutlid) ßörbarcm h beibeßalten Worben. ©ie ßufammenftellung bon ng gibt wie im ©eutfdien ben fdjwadjen Vlafallatit, wie 3. SB. Singel. SBemcrfenSroert ift ber Saut ch, ber wie d) in ad) Hingt, 3. SB. job chal
9 (er ißt). Slußcr b efem ch geben bcfonberS bie ßaute dz (bfdj), j. 23. dzukel (§unb) unb C (tfdj) j. 23. Cavo (3?inb) betn Romani baS für unS fo frembartige ©epräge. ©ie 23ud)= ftaben c, s, s, v unb z ftefjen für bie int ©eutfthen rooljl- bctannten, ober redjt ungefdjidt gefdjriebcnen ßaute j (h), ß, fd), io, f. ©aS v ocrroanbelt fid, in einigen ©ialetten j. 23. int fübbeutfdjen ntandjmal gu u, j. 23. kerava unb keraua. Slnfdjeinenb gang rotlllürlidj fpridjt ber Sinto am Schluß ber Silbe ftatt v oft b ober p, j. 23. av ober ap, lav ober lab. 2Bo ber beutfdje ©ialcft ben SlnfangSbuchftaben h Ijnt, fte^jt bafür in ben öftlidjen ©ialetten bielfad) s, g. 23. hom, hal, havo; som, sal, savo. ©ie in anberen ©ialetten g. 23. im roeftungarifdjen b£r= bortretenben Sigenljeiten roie bie SJlafallaute q q i ober bie bom Ungarifdjen unb Slatufdjen übernommenen stonfonanten dj, nj, Ij. % tomrnen tvof)l für ben beutfdjen ©ialett nicht in 23ctrad)t. ©ie ßänge ober Stürze ber 23otale burd) Sltgente ober burd) ßinfübrung befonberer 23ud)ftaben herborguljeben, halten mir für unfere ßroedc für unprattifd). @erabe hier fpielen ftait bie bialettifdjen Sinflüffe mit, unb unfere mehr gurüd- haltenbe Schreibung roirb fid) ben berfdjieben tlingenben ©ialetten leichter anpaffen, als eine peinlid) genau feftgelegte. ©aSfelbe Wirb oießeid)t bon ber 23etonung gelten. @S roirb genügen, roenn ber ßernenbe biefe im Sßerfetjr mit ben ßigeunern fid) prattifd) einprägt. 4. Zum {Hortfcbatz. ©ie 3i9eunerfprad)e ift arm an SBorten. Sie fpiegelt bie Slrmut unb überhaupt bie Eigenart beS ßigeunerbolteS rotber. ©er Rom tann in feiner Spradjc nur jroei QaljreS* geilen, Sommer unb 2Binter, bejeid)nen. ©ie SJlonatSnamen nimmt er aus ben europäifdjen Sprachen. Sür Süleer, 23ad), Slufj, ©eid) fehlen ebenfalls eigentliche 2BBrter; immer muß pani (©Baffer) ober baro pani (großes 2Baffer) aushelfen. ©aS aus bem Slabifdjen entlehnte Üßort zeneli (@rün) muß jur 23ejeidjnung für alles mögliche @eroäd)S bienen. Saat, £)alm, Sichre, fäen, roadjfen, ernten fefjeint ber Rom nicht
10 auSbrüden gu tonnen, weil er wol)l nie Saubwirt war. SDierfwürbig ift eS aber, baß ber Rom. fo arm ift an 3lu§= brüden für bie Statur, in ber er täglidj lebt, gür Serg gebrannt er bie grembworte dombo (nngar.), brego (flau.), für SSSoIfe felesnodi (nad) bem Ungar.), baS SBettcr nennt er ciro (Seit)- 3für faft alle Säume unb für bie Singoögel ljat er feine bejonbere Segeidjuung. SBeJJer ift eS mit ben größeren Stieren, nur ba§ Sßort „Stier" felbft ift im Romani nidjt oertreten. ^ntereffant ift e§, baß ber Rom „woljnen" nnb „Sßoljimng" nidjt Jagen fann. ®a§ fjeimat= nnb ruljelofe Sßanberoolt brüdt „woljnen" burdj „bleiben" (me aCava idj bleibe) an§. Sßenig SBegeidjuuugeu ljat ber Röm für bie üerfdjiebenen Frontseiten; er ift eben üerljältniSmäßig gefnnb. (Selten ober gang nnbefannt finb edjte RomankSlitöbrüde für „beuten, tjoffen, oertrauen, freuen, rufjen, forgeu". ®a§ Sßort „£)immel" wirb in Ungarn burdj Ceros (rumäutjd)), svetos (flauifdj), menjorsag (uugartfdj) wiebergegebcu, wiüjrenb bie bcntfdjen Sigcuner bafür bolepen Jagen, wa§ fonft eigentlid) „Staufe"ljeißt. 3feft eingefüljrte grembwörter finb g. SB. au3 bem SIrme» nifdjen: Caro Steller, grast Sßferb, chor tief, koter Stüd, morti Frnut; au3 bem ®ried)iJdjeu: armin Frout, drom Sßeg, zumin Suppe, kokalo Sein, korako Stabe, petalos ^jufeifen, stadi tput, sapuni Seife, foro Stabt, efta, ochto, enja fieben, adjt, neun; au3 bem Ungarifdjeu: dombo Serg, maöka Fatje; auS bem SlamJdjeu: liska gudjS, zenelo grün. ®ie bem Qeutfdjeu entnommenen SeSuwörter finb je uadj bem ©efdjmad ber Sigeuner metjr ober weniger tjäufig. fflterh würbig ift baß bie RomanbSpradje Sßörter ljat, bie auf ben erftcu Slid al3 beutfdje erjdjeinen, bei näljerem Sufeljen aber bodj woljl edjte Romani^erfunft aufweifeu unb eben barau erinnern, baß bie beutfdje unb bie Sigeimerfpradje beibe eine gcmciufame Quelle ljaben. Soldje Sßorte finb tu bu, dui = gwei, trin — brei, stejas = ftaub, gejas = ging u. a. ®er äljnlidjc Flaug biefer Sßorte in auberen Spradjeu erinnert itn§ an bie Seiten, wo alle biefe inbo= germanifdjeu Spradjeu ciuanber nod) näljer ftaubeu. Sooft ift ja, wie gejagt, ber Rom nidjt wäljlerifdj, wenn e§ gilt, iljm fcljlenbe SluSbrüde au§ auberen Spradjeu ju erfe^en, Jo g. S. bie Sinbewörter: bodj, aber, nod), Weil. @3 gilt für itn§ aber ju miterjdjeibcn, ob foldje grembwörter
wirflid) nötig unb baEjer in ber <Sprad)e allgemein eingefüljrt finb, ober ob fie nur -ber augenblidlidjen Sanne ober Sequem- lidjteit beS fpredjenben Rom entfpringen. ©in anberer Sßeg, fefdenbe SluSbrüde gn erfefceu, ift ber ber Umfdjreibnng, womit ber gigeuner feljr flinf bei ber ^»anb ift. 3- muffen kova nub beda (Sadje nub ©iug) in Serbinbung mit einem (StgenfdjaftSwort oft auSljelfeu. Sßie fid) fonft nad) ben Romani=Sprad)gefe^en Sßorte bilben laffeu, baS foll im uädjfteu Kapitel gegeigt werben. Katürlid) tommen aber für bie (Spraye nur foldje Silbungen in Setradjt, bie unter ben Bigeunern gang unb gäbe finb, unb nidjt foldje, bie ein gefdjwäfjiger Rom unS fdjnell entfdjloffcn oormadit, ober gar foldje, bie wir nad) nuferen (Spradjbüdjern fdjaffen wollten. 5. ßeifpiele der (Fortbildung. Silbung Doti ^aitptiuörtctn. a) au§ Hauptwörtern: sutlo «Sauerteig Cibalo ifiidjter (Sdjwätjer) momeli SBa^Sferje vesoro Wlbdjen Cavoro Äinbdjen veseskero Qäger kastengero H°l^(inbler, Bimmermaun pirengero gufjgäuger dromengero 9?eifeuber mangepaskero Settier aus (SigeufdjaftSwörteru: unb sut ©ffig Cib Bunge morn SÖadjS ves Sffialb Cavo STiub ves Sßalb käst ^)olg piro ffufj drom Sffieg mangepen Settelei b) kalo fdjwarg mulo tot phuro alt sasterni eifern laöo gut tamlo fiufter barvalo reid) ber Sigeuuer ber £ote (ber ®eift) ber alte SDlami sasterni ©ifeubaljn laöepen (Sitte tamlepen giuftermS barvalepen Sleidjtum
12 c) anS gettwörtern: Corava td) fteljle darava id) fürchte ladzava td) fdjöme mangava id) bitte marava id) töte biboldo ungetauft plaiserdo begabt Cor ©ieb dar gnrdjt ladz ©djanbe mangepen Sitte marepen W?orb biboldo 3nbe plaiserdo Soljnbiener Silbitng von G-igcnfdjaftSwörtcru. a) ans Hauptwörtern: sut (Sffig sutlo fauer dar gnrdjt darelo öngftlid) sil ^ölte silalo falt käst Holg kasteno folgern rom ßigeuner romano gigemierifd) Devel ©ott devleskero göttlidb phral Sruber phraleskero brüberlid) rat 92ad)t ratuno nödjtlid) rasai ißricftcr rasaskero pricfterlid) b) aus Zeitwörtern: job kamel er liebt kamelo lieb me trusava id) bürfte truselo bnrftig me ßalevava id) werbe fatt Calo fatt Son ben Zeitwörtern werben manche ans (SigeufdjaftS- Wörtern gebilbet g. S. Von sasto gefnnb me sastevava id) genefe; mandje aus Wörtern g. S. suv Slabel me sivava id) näfje. Sei abftraften Segriffen wie Sleidjtum, ©teilen, ®lanbe, Siebe, £ol)n wirb bie (Subfilbe ben ober pen verwenbet. ©egenftänbe ober SernfSarten, bie auf STätigfeiten Ijinweifen wie Saterne, Saternenmann, ©djule, Seljrer, .gniffdjiniet), Srotfdjranl, Söder werben burd) engero, paskero, maskero gctemijeidjnet, wobei oft nur bie mönnlid)e ober weiblidje Grabung o ober i ben Unterfdjieb jwifdjen einem ©egenftanb ober einer ^Jerfou geigt j. S. marengeri Srotfdjranl, ma- rengero Söder.
13 ©ie Vorfitbe bi bebeutet eine Verneinung wie besä beutfdje uu g. 93. bacht <Stüd? bibacht Unglücf, boldo getauft, biboldo ungetauft (Igube). empfiehlt fid), baS gigeunerifdje SßiJrterbud) nad) weiteren Veifpieten foldjer Sffiortbilbungen burdjgufudjen, um fid) in bie Slrt ber Romani=@pradje einguteben.
II. Sprachlehre 92cid)bem wir uns in ben üorljergeljenbcu Kapiteln mit ber RomankSpradjc ein wenig betannt gemadjt ljabeu, geljeu wir nun baju über, fie prattifd) 311 erlernen. ©agu gehört: 1. ©ie Übung im Sefeu nnb Spredjcu. 2. ©ie Einprägung ber RomanbSßorte. 3. ©ie Giugewöljnuug in bie 9?ebeweife ber Sinte. 4. ©er Überblid über bie grammatitaltfdjen formen. 3ur Übung in ber SluSfpradje lefe man alle oorfommen» ben Romani=Sßörter nnb <£ät?e laut burdj. Sßenn man fid) eingelefcn fiat, fo gewönne mau fid) barau, bie SBebeutuug ber Sßorte im Singe ju bemalten. £Diöglid)ft offne üiel an „lieber» fetjung" gu beuten, lebe man fid) in ben Romani^Sßortfdjafj fo ein, baß man miwilttürlid) empfinbet, waS rom (Bigeuner), romani (ßigennerfpradje), sinte (bie Bioeuuer), kher (föaitS), pani (Sßaffer), Devel (®ott), libro (5Bud>), lil (Srief), pochtan (Seiuewaub), foro (Stabt), them (£aub) nfw. ift. Bugleid) gewönne man fid) an bie SluSbrudSweife, bie 9?ebe= form beS Romani. Sdjließlid) üerfdjaffe mau fid) einen Überblid über bie grammatifalifdjen formen nnb übe fid) im richtigen GSebraud) ber Sßortbiegnng. 1. Lefeiibung. (Bur Übung ber 2Iu§fprad)e nnb jur Slneigimug be§ Sßortfd)a(je§. — SDlan lefe laut unb nur bie Romani=2ßörter. §at man ©elegeuljeit, fo lefe man einmal in (Gegenwart eines BigcunerS nnb laffe fid) oon i(>m in SluSfpradje nnb Se» tonung oerbeffern.) bacht ®lüd, bakro Sdjaf, bakrengero Sdjäfer, bal Ipaar, balo Sdjwein, bar Stein, baro groß, barvalo rcid).
15 basepen SJJufit, beug ©cufel, bov Cfen, bokh junger, bolepen §>immel, brevul Sibenb, brisindo Siegen, brol Sirue, bul ©efäfj, butin Slrbeit. ceko (fcelo) öi'tnn, celo gang, cepa £>aut, me cerdava td) gietje, ciro ßeit, cocha £?leib, Cai (tfdjai) Stodjter, Cam Sßange, Cang Snte, Car SIfdje, Caro ©d)üffel, CaCepen Sßabjrljeit, CaCo roaljr, Cavo ©oljn, Cekat (Stirn, Cel 5ßotf, Ci nidjt, Cik ©djmub, Cinepaskero ©djreiber, Cor Sart, Cor SHäitbcr, Covachani jpeje, Cumepen Suß, Curi SDicffer, dad Sater, dai SJiutter, dala bann, dand 8a^n, dar^ SIngft, des geljn, devel ®ott, diklo ©ud), dives Stag, doi bart, do§ ©djulb, drak Straube, drav Sßurjel, dsi £erg, dud £id)t, dukh ©djmerg, d^aben (bfdjaben) ©ang, d^amba Srrofdj, dZiben Sebcn, dzet öl, dzuklo §>nub. efta ftebeu, enja neun. feder beffer, foro Stabt, forseta ©abel, ful ©ünger. gad £)enib, gadZo 9?id)tgigeuuer, gav ©orf, gijepen ©efang, gili Sieb, gin galjl, godi (Seljirn, goli ©djall, goi Sßnrft, gono ©ad, grai Sßferb, gudlo Quder, guremni Safj, Saßgeige, guruv Qdjfe, gusteri SHtng, guäto Ringer. hacho Sauer, haning Srunucn, hero Sein, handako ©rab, hufka Raufen. chairo Frenger, Pfennig, chamaskeri Stifd), charo ©djroert, chaCerdi Srauutroein, chaven ©ffeu, chindo Stempel, chochepen Siige, chorepen Stiefe. jak Singe, jak geuer, jaro SDietjl, jaro ®i, jek ein, jemanb, jiv ©djnee, jov er. kako ©beim, Sfreuub, kalo fdjwarj, ßtgeuner, kambana Uljr, ©lode, kamepen Siebe, SßiGe, kandepen ©eljorfam, kangeri S?irdje, kar ©djwang, karo ©orn, kaät §>olg, kermo SBurm, kisik Seutel, klidi ©djlüffel, kokalo Snodjen, kopo mal, kora ©tunbe, korelo blinb, koter ©titd, kova ©ing, kunC öde, kuremaskero ©olbat, kurko Süßodje, ©onntag, kuC teuer. kham ©ouue, kliand ©eftanf, khas $eu, khelepen ©ptel, ©anj, kher $au§, khil Sutter, khoro Äanne, khino mitbe. ladz ©c^aube, lalero ftumm, laCepen ©üte, lav Siame, Sßort, libro Sud), lodepen Quartier, lolo rot, Ion ©alj, londo gering, lovo ©elb, lubni §ure, lunka SHafen, lurdo Grieger.
16 mak ©albe, mal Santerab, mami ©roßmuttcr, man- gepen Sitte, mangepaskero Scttler, maro Srot, mas gleifd), maCo gifd), maCka Äa^e, melelo fdjwara, men §al§, merepen Stob, mid^epen ©d)led)tigfeit, misto Ritt, mol Sßein, momeli ßicijt, mui 2Rnnb, murs SJiaint, Scrl. nak Siafe, nango nadt, narvelo bnmm, nasepaskero gnßgünger, nina aitdj. o ber, ochto adjt. pago Gt§, panC fünf, pani Sßaffer, papi ®an§, papo ©roßoater, paremisa Grgäl)lnng, parno weiß, pativ (Sljre, •paCepen Glaube, petalos ^ntfeifen, pireno (beliebter, piro offen, piro guß, piven Getränt, pochtan Setnroanb, por geber, preterpen ©roljung, puska glitt te, pusum glol). phak glügel, phar ©eibe, pharo fdjwer, phen ©djwefter, phenepen Siebe, pherdo üoll, phibli Sßitwe, phiko Sldjfel, phral Srnber, phuro alt, phus ©trob, phuv Grbe. rai $err, rakepaskero Sefd)üfcer, rakerpaskero Siebner, rakerpen Siebe, raklo Surfdje, rakli iDiöbdjen, ran Stufe, rani SDame, rasni Stan, rasai ^Jriefter, Pfarrer, rat Slitt, rat Siadjt, reca Sitte, rik ©eite, ripen Slnjug, roi Süffel, rom 2Rann, ßigcnner, ruk Sännt, rup ©ilber, sanepen Gelädjter, sano bünn, sap ©djlange, sastepaskero Slrjt, savjo ©übel, servo §>irfdj, sikennaskeri ©djule, sila (Gewalt, sinto gigettner, sonekai Golb, sovel Gib, sovepen ©djlaf, suni Srattm, sung Gerud), suv Siabel. Sach (iibad)) Sraut, Sei ljunbcrt, Selo ©eil, sengari Qagb, äereskero gürft, Sero ftopf, sil Seilte, sing tporn, sol pfeife, sosoi £>afe, Sov 6, Stadi ^ut, Stamin ©titljl, ötachelengero^gcl, sutlofauer, suvlogefd) wollen, svaSlränen. taisa geftern, morgen, tambuk Strommel, tamlo bnnlel, taperpen ifang, tardo anfredjt, ftebenb, tarno jung, tatepen Sßärme, te nnb, te baß, tikno llein, tover Slyt, trag gnrdjt, trin brei, trupo ßeib, trus ©nrft, trusul Srettj, tureli gaß. than Sud), thav gaben, them Sianb, thud SJlildj. valeto (waleto) ®iener, vali ®laS, vast §aub, vaver anberer, vend Sßinter, ves SBalb, vordin Sßagen, vuder Snr, vust Sippe. zenelo (fenelo) grün, zero Seid), ©ee, zor Sraft, zorelo ftarf, zumin ©uppe.
17 2. äbungsftücke. (Sur ßiuprägitng beS SBortfdja^eS unb ber Jtebeweife. 2)lan lefe ftetS laut.) A. Viadj beut ^eljrbxidj non Dr. ftimf. (Wlarburger (Segenb.) Me hom phuro (Qd) bin alt). Tu hal terno (Tu bift jung). Jov hi baro (®r ift groß). Joi hi tikni (Sie ift tlein). Me ham sagte (2ßir finb gefunb). Turne han nasvele (Q^r fetb traut). Me homes chojemen (Qd) war gornig). — Me hom basemaskero bin SJtufifer). Tu hales bakrengero (©u warft Sdjäfcr). Miro vordin hi paä (2)?ein Söaqen ift eutjwei). Hal tu bachtelo? (SBift bu glüdlidj?) Miri phen hi je äuker terni Cai (SWeine Sdjwefter ift ein t)itbfdjeS junges iDtübdjen). Hi tut o baro lil? (3ft btr ber große SSrief ? = ;paft bu ben ©ewerbefdjein?). Amen hi kek love (Uns ift fein (Selb. — SEBir haben fein (Selb.) His turnen but Cave? (Sßaren eud) viel Sittber?) Nane turnen kek raha ciro? (Sft nidjt eud) feine lange geit? = £>abt iljr riidjt lange Seit?)' La hi Star Cave. (Qijr finb 4 Sinber.) Keci Cave hi tut? (SBieoiel Äinber ift bir? = l)aft bu?) Len his but graja un dzukle. (!3bnen waren Sie Ijatteu viel $ferbe unb £)unbe.) AC pokono! (Sei ftill!) ACen khere! (Sleibt gu £)aufe!) Band les tele! (Sinbe ibn ab!) Ma bister man! (Vergiß und) riidjt!) BeS tut tele! (Sets bid) nieber!) Öib tiri Stadi pre! (Sets beinen £>ut auf!) D2an khere! ((Setjt nad) föaufe!) AC pas mande! (SHleib bei mir!) Romnije, hun mol! (grau, l)ör mal!) Öavale, hunen emol! (föiuber, bort einmal!) Khar tire dades! (9?uf beinen Sßater!) Ladz tut! (Sdjäme bidj!) Phenen o CaCepen! (Sagt bie Sßabrbdt!) Me Caha khere. (SBir bleiben gu §aufe.) Jon basevena hako dives. (Sie fpielen jeben Tag.) Me biCava tut ano foro. (Qfd) fdjicfe bid) tu bie Stabt.) Dandervela kova d^uklo? (SBeißt biefer £>unb ?) Dikheh’ tu les? (Siebft bu tbn?) Jov chojevela pes. (®r ärgert fid).) Hoske rovena i Cave? (Sßarum weinen bie ßinber?)
18 Har dzal tumenge? ('ISie gegt e§ eud)?) Kai dzala o kham tele? (Sßo gegt bie «Sonne unter?) Hajeveh’ tu romanes? (Serftegft bu ßigemierifd)?) Me dzava tumenca. ((jd) 9c^e eudj.) Jon ladzena pen tuter. (Sie fdjämen fid) beiner.) Joi trasela lester. (Sie fürdjtet fiel) oon igm = ‘vor igm.) Job bladas pes pre. (Gr gättgte fid) auf.) Ho kerdal tu? (2ßa§ madjtcft bu?) O dzuklo danderdas man. (Ser §unb big niid).) Ho phendal tu? Sßa3 fagteft bu? Job sikerdas man te ßinel. Gr legrte utid) fcijreibcn. D2a devleha. G5eg mit ®ott. Me taperdom je sosojes. Qdj fing einen £afen. De grajes pani. ®ib bem $ferbe Sßaffer. Jon gejen mire phralenca ano foro. Sie gingen mit meinem Stuber in bie Stabt. I gadze trasena i d^uklender. Sie ©abfdje fürtgten fid) vor ben £>unben. Av manca, dada. ®omm mit mir, Sater. Job hi apo kalo lil. Gr ift auf bem fdjwarjeu Srief. DZa bachtjal. G5eg glitdlid). Cavale, sikerven man o drom! Sinbcr, jeigt mir ben SßJcg! Laßo dives. ®uten Sag. Taisarla me dikhap tut pale, borgen id) fege bieg roieber. B. 91ad) bem Spradjbnrfj von Sßittid) (fübbeutfd)) (tirt „Vlrdjtü für ffiritninalantbropologie unb ffirinttnalifH!" Deröffentltrfjt von gügltng). Naste rakereha nina romanes? JBannft (nidjt) bu [predjen aud) ßigeunerifd) ? Ava, me rakeraua nina. (j«b fprcdje aud). Pala raker manca i kopo. Sann fprid) mit mir einmal. Ho phenehe? Sßa3 fagft bu? Me rakereha nina öomoni lenca, pala hi len dzivias. SBir fpredjen aud) etwas mit ignen, bann ift iguen greube. Sundal ho phendenle? ^jörteft bu, was fie fagteu? Ho kerelalo kana? SßaS madjt er jefjt? Taisa homes nina ana foro, pala kindom hakones mer Cavender i sukar ripen. ©eftcru war id) aud) in ber «Stabt, ba taufte id) jebem meiner Stuber einen fdjönen SInjug. 0 sikuro kurdes längs mande an i ruk.
19 ©er S8lifc fd)htg neben mir in einen Söaitm. Öova, kai homes ana ves, ta rodom stachelengere, hacom i baro vurbo chaiaria. greunb, als id) im Sßalbe mar, nm 39^ fudjen, fanb id) einen großen Raufen (Selb. Me vau buter gar. 34) tomme nicijt meljr. Hoske mo vap me? iffiarum foll id) tommen? Kater vehe? Sßoljer tommft bn? Kai dzaha? SEBofjin geljft bn? Ana gab dzaha. $n3 ©orf geljeri mir. Me homes nina koi. 34) »nr and) bort. Mek man! ßafi nttd)! Me dzau ana eiben. 34) gelje ins SSett. Me sikerav tut Comoni. 3d) 3C'9C btr (leijre btd)) etluaS. Har tu mange, keake me tuke. SSie bn mir, fo id) bir. ©ne Ü'atcninfcr. Maro dad, kai hat ana bolapen. Ter boldo lav vela prisamen. Ter them vela pasa mende. Har kamehe kiake dzala, har ana bolapen kiake apa phub. De man kava dives maro chomeri. Bister mare dosia, har bisterau vavenger nina. Hid# amen gar ana midziko kova, ta rak men glana hako CilaCepen. Amen. (Sebidjt But dzene darena o merepen Vel ta hi len apa Devles kenk pacepen Kana lolo taisa mulo Kiake naste dzala pasa hako dzeno Pasa jek dZala sik, pase vaver raha Lauter hi men dar, ta meraha Ter dad mujes, merela ter Cavo gar? Ta hunte meres, pala foni kenk dar. Tu drom ta aCes kai gar kokares O Devel k’rela dukhales, nina har i vaveres. O dzeno hi gar apa kaua phub phandles Tu dike kai naste d^ala gar vaveröandes Hada ter dzi pre ana bolapen Kote hi hake CaCe kai mujen O Devel mujes nina apa kaua phub, Ta dzidel misto ana bolapen hi gar dur.
20 C. 9luS ber £cibcnSgeft^id)te. (9ieu bearbeitet non ®illiat»®mitt).) Kana vjas o dives, vjen i phureder, Verengere, 9llS tarn ber Sag, tarnen ältere, Häuptlinge, i bareder raäaja te sikerpangere, te vakeren ketene größere ^riefter unb ®d)riftgelel)rte, unb rebeten jufammen D pral e Jezuseste, te maren les. Te anden les pre über ben 3cfuS, baß fie töteten itjn. Unb brauten itjn glan lengr krisni, te sunen les noch je kopo, te oor itjr HiattjauS, baß fie üertjörten itjn nod) ein mal, unb phendas lender jek: Hal tu Christus? Phen mange jagte Don itjnen einer: ®ift bu ßfjriftuS? 'Sage uns les. Data phendas job ap lende: Te phenava les cS. ®a jagte er ju itjnen: Sßenn id) jage eS tumenge, jake paCene leS gar, te phuöava me, jake eud), fo glaubt itjr eS nidjt, unb frage ich, fo na rakervene Ci, na mukene man vrin. Pal ciro nidjt rebet itjr nidjtS, nod; (affet itjr mid) frei. 9lad) Seit koter vela o manuseskr Cavo paS e Depleskr CaCo bort wirb beS 2Renfd)en Sotjn bei beS ®otteS redjter vast beSto. H«nb fi^en. _____________ ©S empfiehlt ficO, bie oorftetjeuben Slbjdjnitte öfters laut burdjjulefen, unb fie fobann oljne ben beutfdjen Sejt ab^u= fdjreiben. ©iefe Uebung fann man burd) SBenü^ung ber üortjanbenen gigeunerliteratur (gind’S £etjrbud) unb bie ßcibenSgeidjidjte) fortfe^en bis jur oölligen SSertrautljeit mit ber Spradje.
21 3. Die dortarten und ihre Biegung. 211*3 lepteä Staphel, unb wir wählen abfidjtlich biefe ^Reihenfolge, foll un§ bie ©rammatif ber Romani=Sprad)e be« fchäfttgen. ©ie ©rammatif ift für ben größten ©eil ber ßernbefliffenen ba§ Schwierigfte in einer Sprache. SÖJorte unb ihre ©ebeutungen taffen fid) fiel leister einprägen, al§ bie gönnen ober ^Biegungen, bie bie SPorte je nad) ihrer Stellung im Sape angunehmen h«f>en. SPir wenben gwar in unferer HRutterfprad)e bie grammatifd)cn gormen meift richtig an, ohne un§ ihrer JRegeln immer bewußt gu Werben, unb in reger münblicher Übung einer fremben Spradje fann man biefe auch beherrfchen lernen ohne eigentliche« Stubium ber ®rammatif. Silber für unfere .ßwede ift bod) ein furger Überblid über bie ®rammatil unentbehrlich- SEBir oerfuchen, ihn fo gu geben, baß bem Anfänger bamit gebient wirb. SRan unterfcheibet folgcnbe SPortarten: 1. Hauptwort mit Slrtifel, 2. gürwort, 3. ßeib ober ©ätigleit«wort, 4. Gigenfchaft«» unb Umftanbswort, 5. SBerhältniSWort, 6. SBinbewort, 7. ßahlwort. ©ie brei lepteren finb am leichteften gu behanbeln, weil fie meift unoeränberlich finb, unb e§ genügt, fid) bie Sßorte einguprägen. SEßir fangen befall’ non hinten an mit bem 3al)lwort (nach SPittich). 1 jek ber erfte glanduno, jekto 2 dui ber gweite duito 3 trin ber britte trinto 4 star einmal jek kopo 5 paud gweimal dui kope 6 7 Sob efta breimal trin kope 8 ochto einer jek 9 10 enja (eja) des gu gweit duien gu britt trinen 11 desjek ein« (ein Uhr) jekake 12 deSdui gwei (gwei Uhr) dujenge 20 biS brei (brei Uhr) trinjenge 21 biSjek 30 trianda Unbeftimmte gahlwörter: 40 StarmardeS but oiel pas halb
22 100 sei Ci nidjtS 101 Seljek doha genug 1000 sal (nur im fübbeutfdjen ©ialcft). SaS SBinbewort har wie, als jake fo kai baß, wo, woljer, Woljin kater wo, woher, woljin kana, te wenn kana als nina aud) poske bis te, un unb te baß, bannt te wenn vel weil an, ano in glan oor ke gu, längs längs maskar gwifdjen pal nad) SaS Verhältniswort. paS bei, gu pasal um, ßerum pral nach, oben pre auf tel unter vaSke wegen (figcnfdjaftSWort nnb llmftanbSwort ®aS Sigenfdjaftswort gehört gum Hauptwort ober gum ^ürtoort, unb trägt meift bie biefem entfpredjenbe @ej(hled)tScnbung o ober i (g. SB. o baro rom- ber große SJlann, i bari phuv bie große @rbe). ^n ber Sllehrgaßl ßat eS bie ßnbung e (g. ®. kale sinte fcßwarge ^igeuner). ®aS ßigenfdpftswort hat eine Steigerung, bie burd) 2ln= hängung oon eder gebilbet wirb (o phuro phral, i phur- eder phen, ber alte ©ruber, bie ältere Sdjwcfter.) Qn ben Slbänberungen (flehe ®. 25 f.) befommt baS Sigenfdjaftswort ben ßnböotal e, g. ©. tikno Cavo tlcineS Äinb; tikne Caveske bem Heinen SSinbe. ®aS llmftanbSwort begießt fid; auf ein ^eit= ober SätigleitSwort. Qm ®eutfd)en bleibt baS Sßort gleich, ob man fagt: „er ift groß“ ober „er madjt fid) groß", Qm erfteren Salle ift groß ©genfcßaftswort, im gweiten UmftanbS» wort. Qm Romani lauten bie Säße: Job hi baro unb job kerel pes bares. ®aS llmftanbSwort wirb alfo burd) bie ©nbfilbe es gebtlbet. @S gibt aber auch eine Slngaßl anberS gebilbete UmftanbSWörter wie khere gu §aufe, nad) Jpaufe, tele unten, taisa morgen, geftern.
23 ©aS 3eit= ober ©ätigteitswort. ©ine Nennform wie im ©eutfdjen g. SB. fpredjen, lefen, geben gibt eS im Romani nidjt. SJlan nennt bie Beitwörter entweber in ber erften Sßerfon ber ©ingaljl, g. SB. me dava id) gebe ober in ber fjorm te del bafj er gibt. ©ie SBefetjtSform ift gugleidj bie Sffiurgel beS Beit’ Worts, g. SB. ker madje, phuö frage, ladz fdjäme. 5?eif|)iel ber SBiegung. ©egenwart. SD? etjrgatjt. me dikhaha wir fctjen turne dikhena itjr feljt jon dikhena fie fetjen GHngaljl. me dikhava id) fetje tu dikheha bu fietjft job dikhela er fieljt joi dikhela fie fiet)t. Sßergangenljeit. me dikhdam wir faljen turne dikhdan itjr faljet jon ©aS Hilfszeitwort ©egenwart. me dikhdom id) fatj tu dikhdal bu fatjft job dikhdas er faf) dikhden fie fatjen. „fein". ßinga tjl. me hom id) bitt tu hal bu bift job hi er ift 9J?ef) r^ alj l. me ham wir finb turne han itjr feib jon hi fie finb Sßergangculjeit. me homes tdj war tu hales bu warft job his er war ©aS ^ilf^jeitwort „ wirb umj^rtebcn: mange hi mir ift tuke hi bir ift leske hi itjm ift „werben“ wirb burd; „tommen“ auSgebrüdt: (Gegenwart. me vaha wir werben turne vena itjr werbet jon vena fie werben me hames wir waren turne lianes itjr wäret jon his fie waren. fjaben“ fefjlt ben Bigeunern, es ufw. me vava idj werbe (fomnte) tu veha bu wirft job vela er wirb
24 me vejom tu vejal job vejas Sßergangenfyeit. . me vejam turne vejan jon vejen tonnen se, nidjt tönnen naste, ntüffcn hunte bleiben für jebe Sßerfon unoeriinbert, j. SB. Me hunte keraua Qd) muß modjen, ober: Naste rakereha? ßonnft bn nidjt fpredjen? Tnd Fürwort. Sinjo^l. Nom. me id) 1. fßerfon. SKctjrjaljl. ame, amen, me, men wir Obj. man mid) amen, men und Dat. mange mir amenge, menge und Präp. mande mir amende, mende und Abi. mander oon mir amender, mender oon und Tnstr. manca mit mir amenca, menca mit und 2. Sßerfon. tu turne, turnen tut turnen tuke tumenge tute turnende tuter turnender tuha tumenca 3. SBerfon. Gungaf)!. SDleljr jatjl. männlid) Weiblid) jov (lo*) joi (li*) jon (le*) les la len leske lake lenge leste late lende lester later lender leha laha lenca *) lo, li, le werben bem ^ehroort angeljängt, j. SB. „faßte er" phendas-lo, „faßte fie" phendas-li ufro. 3. fßerfon (jurfitfbejfiglidj). Obj. pes pen Dat. peske penge Präp. peste pende Abi. pester pender Inst. peha penca
25 SBefi£angeigenbe§ Fürwort. amaro, maro unjer tumaro euer lengero itjr peskero, pengero itjr miro, mer mein tiro, ter bein leskero fein lakero itjr peskero, pesko fein ^)inweifenbe§ gürwort. Nom. kava, dava biefer kova, dova jener Obj. kales Dat. Präp. Abi. kaleske kaleste kalester ©ie Fürwörter kon mer, ho werben ätjnlid? oeränbert. Instr. kaleha wa§ 2?r.ß Hauptwort mit bem Slrftfel. finb gu unterfdjeiben: A. 3roei ®efd)led)ter: ba§ männliche unb ba§ weibliche. B. gwei .Qaljlen: ßingatjl unb Wetjrga^l. C. Sieben glitte: 1. Nominativ, 2. Vokativ, 3. Objektiv, 4. Dativ, 5. Präpositional, 6. Ablativ, 7. Instrumental. ©er Genitiv fetjlt unb wirb erlebt burd) ein ©gern fdjaftswort, g. SB. o kereskero (tjäuSlidje) ©ür. vuder = be§ Kaufes 6 i n g a 1) (. Wännlid): iöeiblid;: Nom. o rom ber Wann i phen (bie Sdjroeiter) Vok. roma o Wann phen Obj. romes ben Wann phe(n jja Dat. romeske bem Wanne phe n ijake Priip. romeste bei bem Wanne phe(nijate Abi. romester non bem Wanne phe(n ijater Instr. romeha mit bem Wanne phe(n)jaha We^rga^I. Wännlid;: iPctblid;: Nom. roma phe(n)ja Vok. romale phefnjale Obj. romen phe(n jen Dat. roraenge phe(n)jenge
V 26 Präp. romende * phe(n)jende Abi. romender phe(n)jender Instr. romenca phe(n)jenca rom (Tiann) unb phen (Sdjwefter) begeidjnen lebenbige Sßefen; leblofe ©inge g. 58. klier (£>au§), phuv (ßrbe) lauten im ©bjeftio nidjt kheres unb phuves, fonbern wie im 9?ominatio: kher unb phuv. Sßeldje SBorte männlid) ober weiblid) finb, ba§ geigt in mandjen fällen ber Snböotal o ober i, im übrigen muff ba§ aus ber Übung erlernt werben, ©ie 2JieIjrgatjI geigt fid) im 9?ominatio burd) bie (Snbung a ober e. ©er 31 r t i E e I paßt fid) bem Hauptwort an. CSingatjE männltdj o, weiblid; i. ben weiteren gälten bet belebten männlichen Hauptwörtern e „ unbelebten ,, „ o „ allen Weiblidjen „ i SJieljrgatjE immmer i. ©er unbcftimmte Slrtitel lautet jek ober je (in <Süb= betrtfdjlanb gu i abgefdjliffcn). Slumerfung. Qur 23erglcidjung fei bie „fiurge ®rammatif ber Qigeuner» fpradje" oon Dr. ^Bourgeois empfohlen, nur ift gu beadjten, bag Dr. Bourgeois feiner Arbeit nidjt ben beutjdjen, fonbern ben flooatifdjcn ©ialeft in Oberungarn gugrunbe gelegt pat.
27 4. Die Hnlegung eines dorterbucbs. ßur festeren Einprägung be§ Hortfdja^cS folvte aud) jur wetteren praftifdjen 33erwcnbung empfiehlt fid) bie Anlegung eines HörterbudjeS. SOian neunte ein Cftactjeft (ober aud) einzelne SBlätter) unb Verfeme bie ©eiten fortlaufenb mit ben ®ud)ftaben be§ jigeunerifdjen SllptjabetS. Tann fudje man au§ bem oor liegenben Südjlein alle Romani=Hörter mit bem 2lnfangSbud;= ftaben a IjerauS unb fdjreibe fie nebft ber beutfdjen Sebeutung untereinanber auf. ©ann fudie man bie Härter mit b ju= fammen unb fo fort, ©ie jufammenfteljcnben Härter orbne man bann burd) nodjmaligcS Slbfdjreiben nod) unter fid) alpfyabetifd), fo baß man ein ridjtiges SBörterbud; befommt. 3n biefem Sßörterbudj fann man bann, etwa mit ^arb= ftiften bie üerfdjiebcnen Hortgruppen tennjeidjncn, alfo bie Hauptwörter, Seitwörter, CngenjdjaftSroörter ufro.
28 $efte für Sigeunertunöe. l?eft (. Urban, R., Die Sprad}c ber Sigeuner in Deutfdjlanö. «Eine nolfstütnftdje (Einführung. 27 Seiten. 50 Pfg. K. Urban bat mit biefem 23ücblein ben Derfud; gemacht, einen Eebrgang 511 fdjaffen, ber auch bem einfachsten gtgeunerfrennb ot;ne Sdjwierigfcit jur Aneignung ber Romani Sprache helfen Fann. ijeft 2. TOittid), Blicfte in bas £et>en ber Sigeuner. ca. 56 Seiten mit 5 ^lluftrationen. qo pfg. ßier nimmt ein ©igenner fclbft bas Wort, nm über 23erufe Sitten, (Sewobnbeitcn, Aberglauben, Religion ber gigeuner 51t berichten. Zlicbt nur bietet uns biefes lieft bie bisher fo feitene (5elegenl;eit, wirtliche (Einblirfe in bas £eben unb (Treiben bes geheimnisvollen gigeunervolfes ju tnn, fonbern ber Perfaffer jeigt fid; auch als ein begabter (Erjäbler, bem wir mit großem Vergnügen lauf dien. 2lud? finb einige bübfebe geiebnnngen bes Verfassers beigegeben. fyft 5. Bourgeois, Dr. I?., Kurje (Brammatifc ber mitteleuropäifdien Sigcuncrfprad} c. ca. f6 Seiten. 50 pfg. Iler gelehrte Verfaffer (ber an 70 Spradjen verfteben foll) bat liier auf wenigen Seiten eine turje cSraiumatif ber Romani=Sprad;e gefebaffen, um all benen ju bienen, bie biefe Spradje lernen u nb richtig anwenben wollen. 2lls (Srnnblage bient tfyn ber jigeunerifdje Ilialeft in llorbdlngarn.
29 Die ividjtigften Hilfsmittel jum Stuöium bes beutftyen Dialetts ber Sigeunerfpratye. Dr. $. 11. «Stttcf, £el?rbud) des Dialekts her beutfdfen Sigeurter. 95 Seiten. 2Tif. 2,80. (Ularburg i9(,5, XI. ®. ®ln>ert’fd?e Derlagsbud?» ijanfehmg). Sie eingige umfaffenbe ©rammatif ber gigeunerfpradje in Deutfdjlanb, mit Übungsftürfen unb einem gigeunerifc^beutfdjen IVörtervergeidjnis. R. von Sowa, Wörterbuch des Dialekts ber öeutfdfert Sigeurter. Ulf. q.5O. (Seipgig (898. 2L Brodaus.) (Enthält gtvei gigeunerifdj.beutfcbe IVörtervergeidjniffe, ben weft= lieben nnb ben oftlidjen Dialeft wiebergebenb. Soma ljat bas gange bis batjin gefanunelte Spracbmaterial verarbeitet. Das erfte Bud) in öer öeutfd)en 3igeunerfprad)e! Paramisa amare Raieskr Jezu Christi Duk te Meripen. (Die £eibensgefd?id?te unferes tjerrn Jefu Cfyrifti.) (6 Seiten in Umfdflag (5 Pfg. Liebhaberausgabe mit hanfefoloriertem Umfdjlag 50 pfg. Striegau I9((, (Eh- Urban. Jm Jafyre 1836 würbe eine Überfetjung ber £etbensgef<f?id}te in ^riebridjslolira ausgefertigt, ilad; biefem fogen. „^renrfelfdjen Gert" ift vorliegenbes Büdjlein von Dr. S- unb nach beffen Gebe von ITtr. B. ©illiateSmitt; fertiggefteflt. iber es mit ben gigeunern gut meint, ber Fann itjnen nun bureb Dorlefen unb Der= fdjenfen biefes I3iid? Icins einen unermeßlich fegensreidjen Dienft ertveifen. Journal of the Gypsy Lore Society. (geitfehrift feer (Befellfcbaft für ^igeunerfunfee.) 2(ur für 2nitgliefeer feer (Befellfdjaft. Jahresbeitrag 20 2Hf. Liverpool, 21 A, Alfred Street. Hon. Secretary R. A. Scott Macfic M. A. B. Sc. Jäfyrlid? 4 bjefte, in benen reidjes ITIaterial über Sprache, Sitte nnb öefc^icbte ber gigeuner geboten nnb verarbeitet tvirb.
30 Wichtig für gigeimetfteuitfte. Die Sigeuner und das (Evangelium. Don Keinljolö Urban. 2. umgearbeitete Uuflage. ^8 Seiten mit (0 fdjönen Silbern. Siebfyaberausgabe auf Kunftörucf papier J.— EUf. Dolfsbüdjerausgabe 50 pfg. Das Büchlein tviU Siebe unb Jntereffe für bas frentbartige, geheimnisvolle Dolf ber Zigeuner erwetfen. (Es gibt Unbeutimgen für bi? Söfung bcs Kätfels ber ßerfnnft ber Zigeuner, ftellt bie ^or= berung ernftlicber Illiffionsarbeit mit Serücffichttgting ber nationalen (Eigenart ber Zigeuner unb bietet einige furje liinweife auf neuere erfreulidje Einfänge von ^tgeunermiffion. Zeh11 fctiöne Utlber ver= artfcbaulicbcn bas Zigeunerleben in Ungarn. Schließlich finb einige Eerte in jigeunerifeber Sprache gegeben, barunter foldje in jwei bisher wenig bekannten iiiig.=jigcuiierifd;cii Dialeften, bie aud; für Sprad>= forfdjer Jittereffe haben werben. Sagt’s ihnen niemand? (Eine (Erjählung aus bent Zigeunerleben. Don (E. $rattfe. 8^ Seiten. 50 Pfg., fart. 50 Pfg. 2luf (Srunb ber lUitteilungen von Dr. Sicbig über bie Zigeuner hat eine junge Sdjriftftellerin nut warmem fjetjen biefe ergreifenbe Zigeuner gefebiebte gefebrieben. IDer fie gelefen hat, ber fann ftcberlid; nicht weiter fo gleichgültig an ben armen Zigeunern Vorbeigehen. — Sehr geeignet jnr Derbreituna unter jung unb alt! Richtig jdjr eiben! Einleitung jur lautgetreuen (pfyo netifdjen) Schreibung ber beutfdjen Sprache. Don U. Urban. l<> Seiten. 20 Pf. IDer ficb mit vollem Derftänbnis unb mit ^reube in bie Zigeuner; fpradje nnb in ihre Orthographie einleben will, ber mujj fid; unbebingt eine flare Dorfteilung von ben Spradjlauten unb ihrer fd;rift= lieben Darftellung verfdjaffen. Daju fantr bas vqrliegenbe Südjlein bienen, ba es bie Derirrtingen unferer betitfdjen „Ked?tfd;reibung" 5eigt, unb eine Flare Anleitung gibt, wie unfere Spradje ridjtig laut-- getreu gcfdirieben werben feilte. IDer bie hier bargelegten (Srunbfätje erfaßt, bem wirb es and; leicht werben, jigeunerifebe IDorte ober Sä^e phonetifd; (unb nicht in ber umftänblid?en be.utfd;en Orthographie) nieberjitfdjreiben.
31 DerfOtebeite Schriften oon Reiifl>olb Mrbon. (Bottes Segen in ber ttatur. 48 Seiten. 30 Pfg., mit ©olbfdjnitt 50 Pfg. (Eilt ßanbbüdjlein 3um rechten Ziatnrgenuß. Wertvoll für Ztaturfreunbe unb für alle, bie es werben feilen. Das Heid) (Bottes unter ben Sinnen. (. Die Wenöen. 64 Seiten mit Silbern. 60 Pfg. 2. Die trfdfedfen. (00 Seiten. 60 pfg. 3. Die Polen. 88 Seiten. 60 Pfg. 4. Das (Evangelium bei Öen Slavenvölftern. 2. lluflage. 64 Seiten. 50 Pfg. 2Infd;aulid?e Sfijjen unb Silber bes geiftlidjen tebens unb ber großen gcfct?ict?t[ict?cn (Ereigniffe bei ben wenig bcfanntcn flavifcben DöIFern. (Bin (Blaubensfyelb im Ungarlanb. 52 Seiten. 20 Pfg. Das romantifdic Sebcn bes als Pfarrer, (Erjicbcr, Sdjriftfteller unb DoIFsfreuitb berühmt geworbenen Pfarrers <3. 21. Wimmer in (Dbcrfcliüßeit. „3d} tjelfe Dir.“ 5f Seiten. 20 Pfg., geb. 40 Pfg. (Ein Heines frifct? getriebenes (Erbauungsbüdjlein. ßübfcties Eafdjenformat. IHärtnrer ber Reformation. 2. lluflage. 57 Seiten mit Silbern. 30 Pfg. (Ergreifenbe tobens* unb Sterbensgefdjidjten treuer beugen CEbrifti. Dier Wodjen Dienft. (Don dljr. Hallo.) 54 Seiten. 30 Pfg. (Ernfte unb ^eitere (Erlebniffe in einem ITKlitärlajarett, anjieljenb erjäfjlt.
„fjefte für 3jgeuncrhunöc.n heft v Urban, R., Die Sprache ber gigeuner in Deutfdjlanb. 30 Pfg. „ 2. Wittitfi, G., 23 liefe in bas £eben ber <§igeuner. ca. qo Pfg. „ 3. Bourgeois, Dr. fj., llurje ©rammatif ber mitteleuropäifd?en ^igeunerfpraefje. ca. 30 Pfg. Über bie ^igeuner ift fdjon viel gefdjrieben rvorben-, aber biefe Literatur ljat bis jeijt nur fleine Kreife von Siebljabern unb ^adjintereffenten erreicht; baju leibet fie unter bem ZKi^gefdjicf, bafj fte fdjtver ju finben ift, meift nur burd? Permittelung von llntiquariatsangeboten. ©in großer ^ortfdjritt ift jtvar bas feit 1907 neue ©rfdjeinen bes Journal ber äypsy Lore Society, in bem alles Wiffensrverte über bie Zigeuner forgfältig gefammelt wirb; aber biefes Unternehmen fdjeint fid? in Deutfdjlanb nidjt einjubürgern, unb es Ijerrfcijt bei uns nad? tvie vor eine bebauerlidje Unfenntnis alles beffen, was bie <§igeuner betrifft. Diefe Unfenntnis ift mit fdjulb baran, bafj unfere ©efeije unb Beljörben, bie fjeute fdjon alle möglichen Rolfs- viinb Berufsflaffen, ja felbft bie ©ier- unb pflanjentvelt mit Recht unb Sdjui? verfemen, ben Zigeunern gegenüber nur als rücffidjtslofe ^einbe unb Unterbrücfer auftreten, — bafj bie Kirdjen unb Rereine, bie fjeute fdjon auf ben entlegenften ©ebieten alle benfbaren Siebestverfe ausüben, an ben Zigeunern füljl vorübergeljen, *— bafj bas Rolf unb aud? bie djriftlidjen llreife, bie bie ^igeuner mit einer Ulifdjung von Iceugierbe, ^urdjt unb ©eilnaljme befrachten, bod? nod? nidjt jum rechten christlichen Benehmen gegen- über ben Zigeunern gefontmen finb. Sie „hefte für ^igeunerfunbe" follen biefen bebauerlidjeii <§uftänben abhelfen. Sie tvenben fid? an alle offiziellen unb privaten llreife bes beutfdjen Rolfes in ber feften Überzeugung, bafj es nur ein tvenig ber Befdjäftigung mit bem <§igeunertum bebarf, um biefem armen, fjeimatlofen Rolf eine gerechtere Beurteilung unb ernftlidjes Woljltvollen bei allen ebel benfenben Deutfdjen ju ertvirfen. Die folgen biefes Umfchmunges mürben ben <§igeunern getvif? jum Segen unb unferer in biefem Punfte bisher fo horthei^ig«' ©hriftenheit nicht jur Sd?anbe gereidjen.
„fjefte für 3jgeuncrhunöc.n l)cft v Urban, R., Die Sprache ber gigeuner in Deutfd?lanb. 30 Pfg. „ 2. Wittich, G., B liefe in bas £eben ber <§igeuner. ca. qo Pfg. „ 3. Bourgeois, Dr. fj., Kurje ©rammatif ber mitteleuropäifd?en ^igeunerfpracfje. ca. 30 Pfg. Über bie ^igeuner ift fd?on viel gefd?rieben morben; aber biefe Literatur fyat bis jeijt nur fleine Kreife r>on Liebhabern uni» ^ad?intereffenten erreicht; baju leibet fie unter bem ZHifjgefchid, bafj fte fd?mer ju finben ift, meift nur burd? Bermittelung von llntiquariatsangeboten. ©in grofjer ^ortfdjritt ift jtvar bas feit 1907 neue €rfd?einen bes Journal ber äypsy Lore Society, in bem alles Wiffensmerte über bie ^igeuner forgfältig gefammelt wirb; aber biefes Unternehmen fctjeint ftd? in Deutfdjlanb nicht einjubürgern, unb es herrfcht bei uns nad? mie vor eine bebauerlid?e Unfenntnis alles beffen, was bie <§igeuner betrifft. Diefe Unfenntnis ift mit fd?ulb baran, bafj unfere ©efeije unb 23el?örben, bie heute fd?on alle möglichen Bolfs- vunb Berufsflaffen, ja felbft bie (Zier-- unb pflanjemvelt mit Ued?t unb Sd?ut5 verfel?en, ben ^ißeunern gegenüber nur als rücffichtslofe ^einbe unb Unterbrücfer auftreten, — bafj bie Kirchen unb Bereine, bie heute fd?on auf ben entlegenften ©ebieten alle benfbaren Liebestverfe ausüben, an ben Zigeunern fül?l vorübergehen, *— bafj bas Bolf unb auch bie d?riftlid?en Kreife, bie bie ^igeuner mit einer 2Tlifd?ung von Ueugierbe, ^urd?t unb (Teilnahme betrachten, bod? noch nid?t jum rechten christlichen Benehmen gegen- über ben Zigeunern gefontmen finb. Die „hefte für ^igeunerfunbe" follen biefen bebauerlid?eii <§uftänben abhelfen. Sie tvenben fid? an alle offiziellen unb privaten Kreife bes beutfd?en Bolfes in ber feften Überzeugung, bafj es nur ein tvenig ber Befd?äftigung mit bem <5igeunertum bebarf, um biefem armen, l?eimatlofen Bolf eine gerechtere Beurteilung unb ernftlidjes Wohlmollen bei allen ebel benfenben Deutfdjen ju ertvirfen. Die folgen biefes Umfd?tvunges mürben ben Zigeunern gemif? jum Segen unb unferer in biefem Punfte bisher fo hurthe^igr ©hriftenheit nicht jur Sdjanbe gereidjen.